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BefähigungszeugnisDas Befähigungszeugnis ist die staatliche Bescheinigung (seemännisches Patent) für den nautischen oder den technischen Schiffsoffizier, dass er Schiffe bestimmter Größe oder Machinenleistung in einem bestimmten Fahrtgebiet als Wachoffizier, als Leiter der Maschinenanlage oder als Kapitän führen darf.
Die Ausbildung findet hauptsächlich an Seefahrtsschulen oder (Fach-)Hochschulen statt.
Seefahrt
Im Bereich der Seeschifffahrt gab es vor Einführung der STCW 95 folgende nautische Patente:
- Für die Kleine Fahrt
- :- Patent für den Nautischen Dienst auf Kauffahrteischiffen mit einer Bruttoraumzahl bis zu 500 in der nationalen Fahrt (einschl. Fahrgastschiffahrt); ehemals Wachoffizier auf kleiner Fahrt (AKW, A1)
- :- Kapitän auf Kauffahrteischiffen mit einer Bruttoraumzahl bis zu 500 in der nationalen Fahrt (einschl. Fahrgastschiffahrt); ehemals Kapitän auf kleiner Fahrt (AK, A2)
- Für die Mittlere Fahrt gibt es keine Ausbildung mehr, die alten Patente
- :- Wachoffizier auf Mittlerer Fahrt (AMW, A3), und
- :- Kapitän auf Mittlerer Fahrt (AM, A4)
wurden ersetzt durch die Patente
- Für die Große Fahrt
- :- Patent für den Wachoffizier auf Kauffahrteischiffen aller Größen, aller Fahrtgebiete; ehem. Wachoffizier auf Großer Fahrt (AGW, A5)
- :- Patent für den Ersten Offizier auf Kauffahrteischiffen aller Größen, aller Fahrtgebiete
- :- Patent für den Kapitän auf Kauffahrteischiffen aller Größen, aller Fahrtgebiete; ehem. Kapitän auf Großer Fahrt (AG, A6)
Die Befähigung im technischen Betrieb richtet sich nicht nach Fahrtgebiet und Raumgehalt des Schiffes, sondern nach der Antriebsleistung der Motoranlage, und wird über folgende Patente nachgewiesen:
- :- Schiffsmaschinist an Maschinenanlagen mit einer Leistung bis 750 kW auf Fracht- und Fahrgastschiffen
- :- Technischer Wachoffizier für den technischen Dienst auf Schiffen jeder Antriebsleistung (ehem. CIW)
- :- Zweiter technischer Wachoffizier für den technischen Dienst auf Schiffen jeder Antriebsleistung
- :- Leiter der Maschinenanlage auf Schiffen jeder Antriebsleistung (ehem. CI)
Binnenschiffer- und regionale Patente
Es gibt weitere regionale Patente: das Bodenseeschifferpatent, das Rheinschifferpatent (drei Strecken), das Donau-Kapitänspatent, Schifferpatent Donau das Elbschifferpatent, das Untere Elbe-Patent, das Untere-Ems-Patent usw. sowie Berechtigungsscheine: "Berechtigungsschein für Leda, Ems, Ilmenau und Emdener Hafen" usw.
Weblinks
- [http://www.vdks.org Verband deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere]
- [http://www.jobpilot.de/content/journal/studium/beruf/kapitaen.html Ausführlicher Artikel des Portals jobpilot]
- [http://berufenet.arbeitsamt.de/bnet2/K/kurz_B7211101.html Berufsbeschreibung der Bundesagentur für Arbeit]
- [http://www.fh-oow.de/fbs/ Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven - Fachbereich Seefahrt]
- [http://www.hs-wismar.de/531+M54a708de802.html Hochschule Wismar Studium Nautik - Verkehrsbetrieb]
- [http://www.trainingpilot.net/ Maritime Training Pilot - Nautisches Ausbildungsportal]
Siehe auch
Kapitän
Kategorie:Dienstleistungsberuf
Kategorie:Schifffahrt
SchiffsoffizierEin Nautischer Offizier (Abk. NO, auch: [Nautischer] Schiffsoffizier) ist ein leitender Seemann in der Handelsschifffahrt.
Je nach Schiffsgröße gibt es einen ersten, zweiten, dritten oder vierten NO. Sie sind i.d.R. Wachoffiziere eines Handelsschiffes. Der erste NO ist unmittelbar dem Kapitän nachgeordnet.
Aufgaben
- Navigationswachdienst auf der Brücke im Rahmen der Wache
- Organisations-, Planungs- und Ausbildungsaufgaben an Bord
- Personalchef für den Decks-, Küchen- und Bedienungsbereich
- Instandhaltung des Schiffes
- Be- und Entladung besonderer Güter, z. B. Laderaumaufteilung, Ladezeitplanung und Staufolge
- Überwachung der Sicherheitseinrichtungen, wie Rettungsboote oder Feuerschutzvorrichtungen, Ausbildung der Rettungsbootmannschaften sowie des Schiffshospitals
- Administration
- als Erster Offizier Stellvertretung des Kapitäns
Ausbildung
Die Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung regelt die Ausbildung zum Nautischen Wachoffizier. Sie schreibt den erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung an einer Seefahrtsschule bzw. ein abgeschlossenes Fachhochschulstudium der Nautik/Seeverkehr bzw. Schiffsbetrieb und ein Mindestalter von 18 Jahren vor. Mit dieser Ausbildung können Aufgaben des nautischen Dienstes auf allen Kauffahrteischiffen, außer Fischereifahrzeugen, in allen Fahrtgebieten ausgeübt werden. Nach 12 Monaten Seefahrtszeit als Nautischer Wachoffizier kann das Befähigungszeugnis "Erster Offizier" erworben werden. Nach weiteren, mindestens 24 Monaten als Nautischer Wachoffizier, bzw. nach mindestens 12 Monaten als Erster Offizier ist der Erwerb des Zeugnisses über die Befähigung als Kapitän möglich.
Weblinks
- [http://berufenet.arbeitsamt.de/bnet2/N/kurz_B7210100.html BERUFEnet, Nautische/r Schiffsoffizier/in - Schiffe aller Größen/weltweit]
- [http://www.studienwahl.de/index.aspx?f=0_0_0_0_0_0_0_56_content_01.aspx Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK), Leinen los! für eine Karriere auf See]
- [http://www.reederverband.de/ Verband deutscher Reeder]
Kategorie:Seefahrtsberuf
- [http://www.trainingpilot.net/ Maritime Training Pilot - Nautisches Ausbildungsportal]
WachoffizierWenn ein Wasserfahrzeug abwechselnd von verschiedenen Personen gefahren wird, die (üblicherweise im Vier-Stunden-Takt) einander ablösen, nennt man diejenige Person, die momentan das Fahrzeug fährt, Wachoffizier.
Man unterscheidet zwischen der Qualifikation und dieser momentanen Funktion, und man unterscheidet zwischen militärischen und zivilen Wasserfahrzeugen.
Auf Handelsschiffen hat der Wachoffizier mindestens ein Patent als nautischer Offizier, kann natürlich auch ein Kapitänspatent haben, ohne Kapitän des Schiffes zu sein. Sein Vorgesetzter, der permanent die Verantwortung für das gesamte Schiff trägt, ist der Kapitän.
Auf militärischen Schiffen und Booten wird der Wachoffizier zwar im allgemeinen einen Offiziers-Dienstgrad haben, jedoch steht dies nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit seiner Befugnis, das Fahrzeug zu führen. Sein Vorgesetzter, der permanent die Verantwortung für das gesamte Schiff oder Boot trägt, ist der Kommandant.
Siehe auch:
Ankerwache
Kategorie:Seeschifffahrt
SeefahrtsschuleAn einer Seefahrtschule erwirbt der Seemann ein Patent, d.h. sein Befähigungszeugnis, das ihm erlaubt ein Schiff als Steuermann / Schiffsoffizier (der selbständig verantwortliche Führer einer Seewache) oder als Kapitän (der Gesamtverantwortliche für den Betrieb Schiff) zu führen.
Es gibt verschiedene Schulen: an den traditionellen Seefahrtschulen wurden die Kleinen (zwei Semester) und Mittleren (vier Semester) Patente erworben, an den Hochschulen die Großen Patente (sechs Semester). Nach Einführung der STCW-Standards ergeben beide Ausbildungsgänge das Patent zum Kapitän, die Seefahrtschulen ohne und die Hochschulen mit akademischem Grad (z.B. Diplom-Nautiker oder Diplom-Wirtschaftsingenieur für Seeverkehr).
Nautische Ausbildung erfolgt heute z.B. in Leer, Elsfleth, Bremen, Cuxhaven, Warnemünde.
Kategorie:Schultypen/-system
Kategorie:Seeschifffahrt
HochschulenHochschule im Sinne des Hochschulrahmengesetzes ist eine allgemeine Bezeichnung für eine Universität oder ihr gleichgestellte Hochschule - eine Gesamthochschule, eine Kunsthochschule, eine Technische Hochschule, eine Pädagogische Hochschule - oder für eine Fachhochschule.
Überblick
Im engeren Sinn bezeichnet eine Hochschule eine Einrichtung, die Forschung betreibt (Wissen schafft), wissenschaftliche Lehre (Studium) vermittelt und akademische Grade als Studienabschlüsse verleiht.
Ein Beispiel hierfür sind technische oder medizinische Hochschulen, wenngleich die technischen Hochschulen, um ihre Gleichrangigkeit mit den althergebrachten Universitäten zu betonen, in Technische Universität umbenannt wurden, wie etwa die TU Berlin (seit 1946) oder die TU München, Ausnahme: RWTH Aachen. Es wird unterschieden zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Hochschulen. Nichtstaatliche Hochschulen werden von Kirchen, Gemeinden aber auch von Stiftungen und in neuerer Zeit auch von Privatunternehmen getragen.
Die rechtliche Stellung der Hochschulen wird im Hochschulrecht geregelt (Länderkompetenz). Die Rahmenkompetenz wird über das Hochschulrahmengesetz vom Bund ausgeübt. Im Rahmen ihres durch § 58 Hochschulrahmengesetz garantierten Selbstverwaltungsrechts bestimmen die Hochschulen in ihrer Grundordnung die Rechte und Pflichten der Mitglieder und Angehörigen der Hochschulgremien sowie das Verfahren der Organe und Fachbereiche. Die Grundordnung wird als Satzung erlassen und bedarf der Genehmigung durch den Bundeswissenschaftsminister.
Eine Hochschule besteht im wesentlichen aus Fakultäten (Abteilungen), der Hochschulleitung aus Rektorat/Präsidium, Kanzler; der Zentralen Hochschulverwaltung, Akademischer Senat ... sowie Zentralen Service-Einrichtungen der Hochschule (Hochschul-Bibliothek, Rechenzentrum, Zentrale Studienberatung, Career Service, Akademisches Auslandsamt...).
Die an einer Hochschule eingeschriebenen Studenten bilden die Studierendenschaft, ihre Selbstverwaltung und Interessenvertretung wird dabei in den meisten Bundesländern als verfasste Studierendenschaft bezeichnet.
Für den Betrieb von Mensen und Wohnheimen, für BAföG-Verwaltung und für weitere Angebote im Umfeld einer Hochschule sind die Studentenwerke zuständig.
Anmerkung: Volkshochschulen sind keine Hochschulen i.S. dieses Artikels.
Eine Besonderheit ist die Pädagogische Hochschule (PH) mit dem Vorgänger Pädagogische Akademie (PA). Die PH wurden in den 1960er Jahren in den meisten bundesdeutschen Ländern in die Universitäten eingegliedert, um die Lehrerbildung wissenschaftlich zu vereinheitlichen. Lediglich in Baden-Württemberg bestehen weiterhin Pädagogische Hochschulen (in Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Weingarten), auch wenn die Forderung nach ihrer Integration in die Universitäten nie verstummt sind. Die PH erhielten Ende der 1990er Jahre ein Habilitationsrecht. Dieses Recht war auf die an der PH gelehrten Fachgebiete, also das Lehramt für Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen und Pädagogik, beschränkt. Erst das seit 2005 geltende neue Landeshochschulgesetz Baden-Württemberg brachte den Pädagogischen Hochschulen das uneingeschränkte Habilitationsrecht. Diese pädagogischen Hochschulen sind nicht zu verwechseln mit den bayrischen Fachakademien für Sozialpädagogik.
Den in Deutschland ungewöhnlich hohen Ausbildungszeiten an Hochschulen wird eine Hauptverantwortung für ein teures Hochschulsystem und die geringen Geburtenraten der Absolventinnen gegeben, die weltweit zu den niedrigsten überhaupt zählen. So bleiben ca. 44 % der Akademikerinnen in Deutschland kinderlos, obwohl ein Großteil davon bei Studienbeginn einen Kinderwunsch hatte. (Quelle?)
Auf die Hochschulen in Deutschland kommt in den nächsten Jahren nach einer Prognose der Kultusministerkonferenz (2005) eine Lawine neuer Studierender zu; die Zahl der Studierenden wird von gegenwärtig rund 1,9 Millionen im Jahr 2011 mit 2,2 bis 2,4 Millionen voraussichtlich den Höhepunkt erreichen. Zur Bewältigung dieses Ansturms fehlen den Hochschulen jedoch viele Planstellen für Professoren. Im Fächerdurchschnitt betreut in Deutschland ein einziger Professor rund 62 Studierende. Im Vergleich zu den amerikanischen Eliteinstitutionen wie Harvard oder Stanford, wo das Betreuungsverhältnis bei 1:10 oder besser liegt, ist die deutsche Universität in dieser Hinsicht nicht konkurrenzfähig. Seit 1995 ist die Zahl der Professoren an Universitäten von 25.000 auf 23.000 kontinuierlich zurückgegangen – mit weiterhin sinkender Tendenz. Angesichts der stetig wachsenden Zahl der Studienanfänger steht bereits jetzt fest, daß sich das ohnehin schon ungünstige Betreuungsverhältnis zukünftig noch weiter verschlechtern wird, wenn die Politik nicht endlich gegensteuert.
Listen von Hochschulen
- Universitäten und Hochschulen in Deutschland
- Universitäten und Hochschulen in Afrika
- Universitäten und Hochschulen in Australien
- Universitäten und Hochschulen in den Niederlanden
- Österreichische Universitäten und Fachhochschulen
- Schweizer Universitäten und Fachhochschulen
- Liechtensteiner Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen
- Italienische Universitäten und Hochschulen
- Japanische Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen
- Britische Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen
- Universitäten und Hochschulen in Kalifornien
- Spanische Universitäten
- Universitäten und Hochschulen in Tschechien
- Universitäten und Hochschulen in der Ukraine
- Universitäten und Hochschulen in Frankreich
- Universitäten und Hochschulen in der Türkei
Siehe auch
- Dekan
- Lehrstuhl, Lehrauftrag
- Professur
- Hochschullehrer
- Hochschulranking
- Hochschulrektorenkonferenz
- Hochschulreform
- Privatdozent
Kategorie:Akademische Bildung
Kategorie:Studium
Rhein
Der Rhein (bündnerromanisch: Rein, französisch: Rhin und niederländisch: Rijn) ist eine der am stärksten befahrenen und bedeutendsten Wasserstraßen Europas. Er hat eine Gesamtlänge von ungefähr 1.320 km von der Quelle bis zur Mündung, davon 833 km schiffbar. Sein Einzugsgebiet beträgt 252.000 km².
Name
Der Name Rhein (beziehungsweise Rhen oder roain) ist keltischen Ursprungs und bedeutet in etwa fließen bzw. großes fließendes Wasser (vgl. altgriechisch rhein: „fließen“, spanisch río: „Fluss“). Die Römer nannten den Fluss Rhenus.
Schifffahrt
Römer]]
Seit jener Zeit ist der Rhein bereits eine bedeutende Wasser- und Handelsstraße in Europa und heute für Schwergütertransporte, zum Beispiel Containerschiffe, der bevorzugte Transportweg. Mit der Rheinschiffahrtsakte vom 31. März 1831 (Mainzer Akte) wurde die Schifffahrt vereinfacht und mit der Mannheimer Akte vom 17. Oktober 1868 unter anderem von Gebühren und Abgaben freigestellt, die sich lediglich auf die Tatsache der Beschiffung gründen. Es wurde festgelegt, dass alle Signatarstaaten – und dazu zählten alle Rheinanrainer – dieselben Gesetze und dieselben Zulassungskriterien für Transportmittel anwenden, und dass die Befahrbarkeit des Rheins von Basel flussabwärts sichergestellt werden muss. Wer beispielsweise ein neues Elektrizitätswerk plant, muss eine kostenlose Umfahrungsmöglichkeit bereitstellen. Der Rhein ist heute auf Grund der baulichen Maßnahmen von Rheinfelden bis Rotterdam durchgängig schiffbar.
Rheinstrom-Kilometrierung
Die Rheinstrom-Kilometrierung, nach der sich die Schifffahrt sowie alle Behörden richten, beginnt mit einem Nullpunkt auf der Mitte der Rheinbrücke in Konstanz, an der der Rhein den Bodensee verlässt (Bei seiner Passage durch die Stadt Konstanz wird der kurze Rheinabschnitt zwischen dem Bodensee und Untersee der Seerhein genannt). Bis zu seiner Mündung in die Nordsee bei Hoek van Holland (NL) beträgt die Länge des Rheins 1.320,8 km.
An beiden Ufern sind auf großen Tafeln die Rheinstrom-Kilometer angeschlagen.
Auch in den nachfolgenden Abschnittsüberschriften sind die Rheinstrom-Kilometer angegeben.
Flusslauf
Hoek van Holland
Hoek van Holland
Hoek van Holland
Seine beiden Hauptquellflüsse, der Vorderrhein und der Hinterrhein entspringen im Westen des Kantons Graubünden in den zentralen Schweizer Alpen, der Vorderrhein beim Oberalppass (Surselva), der Hinterrhein am Rheinwaldhorn. Insgesamt tragen 13 Quellflüsse den Namen Rhein in ihrem Namen. Nach der Vereinigung bei Reichenau fließt er nordwärts als Alpenrhein und mündet westlich von Hard in den Bodensee. Die Rheinstrecke bei Konstanz, die die Bodenseeteile Obersee und Untersee verbindet, wird als Seerhein bezeichnet. Vom Ausgang des Untersees bei Stein am Rhein bis Basel trägt er die Bezeichnung Hochrhein, weiter bis Bingen Oberrhein. Danach geht er in den Mittelrhein und ab Bonn in den Niederrhein über. Kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze beginnt das große Rheindelta. Hier gabelt sich der Rhein in zwei Hauptflussarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen, um nach Durchfließen des Hafens von Rotterdam bei Hoek van Holland in die Nordsee zu münden.
Bis zum Tertiär floss der Rhein ab Basel im Bett der Saône und Rhône ins Mittelmeer, da ihm durch den Isteiner Klotz der Weg in Richtung Norden versperrt war.
Vorder-, Hinter- und Alpenrhein
Von der Quelle bis zum Bodensee
Isteiner Klotz]
Isteiner Klotz
Isteiner Klotz
Der Vorderrhein entsteht aus mehreren Quellflüssen nahe dem Oberalppass im Gotthard-Massiv. Der Lag da Toma ist die Quelle des Vorderrheins und gilt unter den verschiedenen Quellflüssen als offizielle Rheinquelle. Erste Stadt am Vorderrhein ist Ilanz. Der Hinterrhein entspringt dem Paradiesgletscher am Rheinwaldhorn in der Nähe des San Bernardino-Passes. Bei Reichenau vereinigen sie sich zum Alpenrhein. Dieser beschreibt bei Chur einen markanten Knick nach Norden und bildet dort streckenweise, d. h. auf ca. 25 Kilometern, die Grenze zu Liechtenstein. Seit der Kanalisierung und Begradigung seines Wasserlaufs mündet er als „Neuer Rhein“ bei Hard in Österreich in den Bodensee. Der ursprüngliche „Alte Rhein“ mündet auch heute noch an der schweiz-österreichischen Grenze bei Altenrhein.
Dieser alte Rhein ist aus Richtung Bodensee etwa zwei Kilometer schiffbar bis etwa in Höhe des Schweizer Ortes Rheineck.
Das Stück Land zwischen den beiden Rheinmündungen, das die 3 österreichischen Ortschaften Gaißau, Höchst und Fußach umfasst, wird als Rheindelta bezeichnet und ist ein Naturschutz- und Vogelschutzgebiet.
Die Rheinregulierung mit dem oberen Rheindurchstich bei Diepoldsau und dem unteren Rheindurchstich bei Fußach wurde durchgeführt, um die fortwährenden Überschwemmungen in Kombination mit starken Sedimentierungen im westlichen Rheindelta zu verringern. Inzwischen steht fest, dass der Rhein trotzdem sehr große Mengen an Ablagerungen in den Bodensee hineinträgt und in Folge dessen ein permanenter Kiesabbau mit Schwimmbaggern nötig ist.
Rheindelta]
Im Bodensee selbst vermischt sich das kalte, meist graue Gebirgswasser des Neuen Rheins nur wenig mit dem eher warmen, grünlichen Wasser des Sees. Der Strom fließt also ein gewisses Stück oberflächlich im freien Wasser, bevor er abrupt in die Tiefen des Sees abtaucht, um dann vor der Insel Lindau entlang des nördlichen Seeufers bis etwa Hagnau am Bodensee und weiter nach Konstanz abzubiegen.
Hochrhein
Vom Bodensee bis Basel, km 0–150
Nach dem Verlassen des Bodensee-Obersees an der Engstelle der Rheinbrücke in Konstanz fließt er zunächst mit 30 cm Höhenunterschied als Seerhein in den Untersee, bis er bei Stein am Rhein wieder zu einem Fluss wird und einige Kilometer weiter westlich von Schaffhausen in Neuhausen den Rheinfall hinabstürzt. Hier stößt er auf sein altes, voreiszeitliches Flussbett. Ab dem Verlassen des Bodensees wird er – etwa seit dem frühen 20. Jahrhundert – Hochrhein genannt.
Der Überlinger See wird vom Rhein nicht durchflossen.
Von Schaffhausen fließt er als Hochrhein weiter zuerst noch Richtung Süden, mit einer malerischen Schlinge am Städtchen und Kloster Rheinau vorbei, bis er am Tösseck (Einmündung der Töss) in Richtung Westen dreht und bald darauf zum Grenzfluss zwischen der Schweiz und Deutschland wird. Bei Koblenz, nahe Waldshut mündet von Süden her die Aare als erster größerer Nebenfluss in den Rhein. Erwähnenswert ist dabei, dass die Aare mit einem durchschnittlichen Abfluss von 557 m³/s der wasserreichere Fluss von beiden ist (Rhein: 439 m³/s).
Oberrhein
Von Basel bis Bingen, km 150–530
Nebenfluss]]
Im sogenannten Rheinknie in Basel ändert der Rhein seine Richtung von Ost-West nach Norden. Als Oberrhein wird er Grenzfluss zwischen Deutschland und Frankreich. Seit dem Tertiär fließt der Rhein von hier aus den Oberrheingraben entlang. Zwischen Basel und Iffezheim ist der Rhein kanalisiert und mit 10 Schleusen aufgestaut. Speziell zwischen Basel und Breisach führt das alte Flussbett des Rheins kaum Wasser. Die Wassermassen werden parallel dazu im Rheinseitenkanal (Grand Canal d'Alsace) geführt und dort zur Energiegewinnung in Wasserkraftwerken und für den Schiffsverkehr verwendet. Die Kanalisation hat jedoch auch ökologische Folgenund Nachteile, da der Grundwasserspiegel, in Abhängigkeit zum Fluss, sinkt. Weiterhin kommt es zu einer Verlandung des Flussbettes, was wiederum Folgen für die Flora und Fauna der Flussaue hat.
Für die nächsten 200 bis 300 Kilometer erstreckt sich das Rheinbett in der oberrheinischen Tiefebene, einem rund 40 Kilometer breiten Tal zwischen Schwarzwald und Vogesen beziehungsweise Pfälzerwald und Kraichgau/Odenwald.
Dieser Teil wurde ab 1817 durch Johann Gottfried Tulla im Zuge der Rheinbegradigung von einem immer wieder in der Rheinniederung mäandrierenden Schlingenfluss in ein gerades, von Dämmen flankiertes Flussbett gezwungen. Bei Straßburg münden der Rhein-Marne-Kanal und der Rhein-Rhône-Kanal in den Rhein.
Von Lauterburg bis Mannheim bildet der Rhein die Grenze zwischen Baden-Württemberg (rechtsrheinisch) und Rheinland-Pfalz (linksrheinisch). Bei Mannheim mündet der von Südosten kommende Neckar als zweiter großer Nebenfluss und Hessen folgt Baden-Württemberg auf der rechten Rheinseite.
Gegenüber von Mainz mündet der Main in den Rhein, der von dort für einen kurzen Abschnitt, ebenfalls Rheinknie genannt, seine Richtung nach Westen ändert und anschließend bei Bingen an der Nahemündung nach Nordwesten dreht.
Nahe]]
Mittelrhein
Von Bingen bis Bonn, km 530–660
Von dort durchfließt der Mittelrhein in einem steilen, engen Tal den südlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Linksrheinisch erstreckt sich der Hunsrück, rechtsrheinisch der Taunus.
Taunus]]
Dieser Abschnitt ist der touristisch bekannteste Teil des Rheins, der von Bingen/Rüdesheim bis Koblenz Weltkulturerbe ist.
Die bekanntesten touristischen Veranstaltungen in den Monaten Mai, Juli, August und September sind die Feuerwerke Rhein in Flammen.
Bei Kaub liegt malerisch mitten im Rhein die Burg Pfalzgrafenstein. Einige Kilometer weiter flussabwärts umfließt der Rhein den sagenumwobenen Loreley-Felsen, bis er sich bei Boppard durch den Bopparder Hamm, eine imposante Rheinschleife windet. Von Osten nimmt er nun die Lahn und am Deutschen Eck in Koblenz von Südwesten die Mosel auf. Linksrheinisch erstreckt sich die Eifel, aus der bei Sinzig die Ahr und rechtsrheinisch der Westerwald, aus dem unterhalb von Neuwied die Wied in den Rhein mündet. Zu den bekanntesten Burgen des Mittelrheins gehören Burg Lahneck, die Marksburg und die feindlichen Brüder Liebenstein und Sterrenberg.
Sterrenberg
Niederrhein
Von Bonn bis Hoek van Holland, km 660–1.033
Sterrenberg
An der südlichen Stadtgrenze von Bonn und der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen weitet sich das enge Mittelrheintal zur Kölner oder Niederrheinischen Bucht, die bereits zur norddeutschen Tiefebene zählt. Nördlich von Bonn mündet die Sieg in den Rhein, der von hier ab wie die ihn umgebende Region Niederrhein genannt wird.
Niederrhein
Wichtigste Hafenstädte in diesem Stromabschnitt sind Köln, Düsseldorf, Neuss und Duisburg mit Duisport, Europas größtem Binnenhafen und international bedeutendem Logistikstandort an der Mündung der Ruhr und des Rhein-Herne-Kanals. 30 km flussabwärts mündet in Wesel die zweite Ost-West-Schifffahrtsverbindung, der parallel zur Lippe verlaufende Wesel-Datteln-Kanal in den Rhein und nach 40 km spannt sich in Emmerich die längste Hängebrücke Deutschlands über den an dieser Stelle mehr als 700 Meter breiten Strom.
Rheindelta
Nach weiteren 15 Kilometern, drei Kilometer hinter der deutsch-niederländischen Grenze bei Millingen aan de Rijn, beginnt das große Delta des Rheins. Hier teilt sich der Rhein in zwei Hauptarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen.
Rotterdam
Der nördliche Rheinarm ist der Pannerdens Kanaal (dt. Pannerdenscher Kanal), von dem kurz vor Arnhem die IJssel abzweigt. Sie fließt über Deventer und Zwolle nach Norden und mündet bei Kampen ins IJsselmeer. Von der Abzweigung der IJssel an heißt der nördliche Rheinarm Nederrijn und im weiteren Verlauf Lek.
Bis etwa 900 n. Chr., als der Lek zum Hauptstrom wurde, bildeten der Kromme Rijn und der Oude Rijn den eigentlichen Flusslauf.
Der südliche Rheinarm ist der Bijlands Kanaal, der in die Waal übergeht, die im Unterlauf die Namen Boven Merwede, Beneden Merwede und Noord trägt, bis er sich wenige Kilometer vor Rotterdam in Krimpen aan de Lek mit dem nördlichen Arm vereinigt.
Gemeinsam durchfließen sie als Nieuwe Maas und danach als Scheur den Hafen Rotterdam und münden über den Nieuwe Waterweg bei Hoek van Holland in die Nordsee.
Dort strömen 2.330 m³ Wasser pro Sekunde ins Meer.
Nebenflüsse des Rheins
Nordsee
Brücken über den Rhein
Nordsee
Der Rhein wird in seinem Verlauf von etwa 100 Brücken überquert. Zu folgenden Brücken existieren eigene Artikel:
Ökologie
Nach den Angaben des Umweltbundesamts nimmt die Schadstoffbelastung des Rheins seit 1960 kontinuierlich ab. Dies ist einerseits auf die systematische Abwasserreinigung durch den Bau von Kläranlagen zurückzuführen und andererseits auf die Tatsache, dass die Industrie immer weniger mit Chemikalien und Schwermetallen belastete Abwässer in den Rhein einleitet. Heute leben wieder etwa 40 Fischarten im Rhein. Trotz der deutlichen Reduzierung der Gewässerbelastung durch Haushalts- und Industrieabwässer transportiert der Rhein jährlich noch immer beträchtliche Mengen an Schwermetallen und Chemikalien wie Pestizide in Richtung Nordsee.
So brannte am 1. November 1986 eine Lagerhalle der Firma Sandoz an der Schweizerhalle bei Basel am Rhein. Die mit dem Löschwasser in den Rhein gelangten Chemikalien vernichteten praktisch das gesamte tierische und pflanzliche Leben im Rhein. Es benötigte eines jahrelangen Prozesses, bis der Rhein sich wieder erholt hatte.
Viele andere den Rhein belastende Giftstoffe, zum Beispiel Pestizide und Rückstände von Medikamenten, sind in der Tabelle noch nicht berücksichtigt.
Medikamenten
Rhein-Hochwasser
- Mai 1999 (Hochrhein/Oberrhein)
- Januar 1995 (Mittelrhein/Niederrhein)
- Mai 1994 (Hochrhein/Oberrhein)
- Dezember 1993 (Mittelrhein/Niederrhein)
- Dezember 1991 (Oberrhein)
- Februar 1990 (Oberrhein)
- März 1988 (Rhein gesamt)
- Juni 1987
- Mai 1983
- April 1983
- Februar 1980 (Oberrhein)
- Mai 1978 (Oberrhein)
- Dezember 1882
Siehe auch
- Die Rheinfähren
- Rheinbegradigung
- Pegel Köln
- Rheinland
- Flüsse in Deutschland
- Europäische Flüsse
- Die längsten Flüsse der Erde
- Liste der Nebenflüsse des Rheins
Literatur
- Herausgeber Gertrude Cepl-Kaufmann, Antje Johanning: Mythos Rhein. Kulturgeschichte eines Stromes. ISBN 3-896-78465-X
- Herausgeber Hans Chr. Hoffmann, Dietmar Keller, Karin Thomas: Der Rhein – Unser Weltkulturerbe. ISBN 3-832-17323-4
- Manfred Fenzl: Der Rhein. Schaffhausen - Nordsee und zum IJsselmeer. Delius Klasing ISBN 3-89225-466-4
Weblinks
- [http://www.iksr.org Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR)]
- [http://www.chr-khr.org Internationale Kommission für die Hydrologie des Rheingebietes (KHR)]
- http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0011/gm01.htm
- [http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0011/gm02.htm SWR Wissen: Geomorphologie – Der Rhein]
- [http://www.planet-wissen.de/pw/Artikel,,,,,,,A5700176B4284972E0340003BA087C6D,,,,,,,,,,,,,,,.html Wissen über den Rhein bei Planet-Wissen.de]
- [http://umverka.de/hefte/heft103/rheinbruecke.html Im Artikel: Tabelle der Rheinbrücken 2003]
- [http://www.rhein-wandern.de Wanderwege am Rhein]
Kategorie:Fluss in Deutschland
Kategorie:Fluss in den Niederlanden
Kategorie:Fluss in Österreich
Kategorie:Fluss in Vorarlberg
Kategorie:Fluss in der Schweiz
Kategorie:Fluss in Frankreich
Kategorie:Fluss in Baden-Württemberg
Kategorie:Fluss in Hessen
Kategorie:Fluss in Nordrhein-Westfalen
Kategorie:Fluss in Rheinland-Pfalz
Kategorie:Rheinland
Kategorie:Fluss in Liechtenstein
Kategorie:Sankt Gallen (Kanton)
als:Rhein
ja:ライン川
ko:라인 강
simple:Rhine River
Elbe
Die Elbe (tschechisch Labe, polnisch Łaba) ist ein europäischer Fluss, der in Tschechien entspringt, durch Deutschland fließt und in die Nordsee mündet.
Mit 1.165 km Länge ist die Elbe der dreizehntlängste Fluss in Europa und gehört zu den 150 längsten Flüssen der Erde. Weil die Elbe nicht in einen anderen Fluss, jedoch insbesondere in das Weltmeer mündet, zählt sie als Strom. Der Fluss besitzt ein Einzugsgebiet von etwa 148.000 km².
Nachdem der Fluss Tschechien in einem großen Südbogen nach Nordwesten hin durchflossen hat, fließt er durch Deutschland und darin unter anderem durch Dresden, Magdeburg sowie Hamburg und bei Cuxhaven in die Nordsee. Während der deutschen Teilung bis 1990 war die Elbe auch über längere Strecke Grenzfluss. Obwohl sie Anfang der 1990er Jahre stark durch Schwermetalle und chemische Abwässer belastet war, gilt sie insbesondere im Mittellauf für einen europäischen Fluss als sehr naturbelassen.
Der Verlauf der Elbe
Grenzfluss]]
Tschechischer Oberlauf
Die Elbe entspringt im Riesengebirge und verlässt dieses Gebirge in südliche und südöstliche Richtung, also entgegen ihrer späteren Hauptfließrichtung. Ab Pardubice verläuft sie nach einem scharfen Knick in Richtung Westen, nimmt kurz darauf ihre Hauptrichtung auf und fließt, mit wenigen Ausnahmen, Richtung Nordwesten. Bei Mělník mündet der längste Nebenfluss, die Moldau, auf linker Seite in die Elbe. Ab Litoměřice (Leitmeritz) verläuft die Elbe auf etwa 100 Kilometern Länge in Richtung Norden und verlässt hinter Děčín die Tschechische Republik.
Deutscher Oberlauf
Der deutsche Verlauf beginnt mit einer Flussbiegung, nachdem die Elbe wieder mehr in Richtung Nordwesten fließt. Es wird Dresden durchquert und im weiteren Verlauf nimmt auch das Gefälle immer mehr ab. Der deutsche Anteil am Oberlauf ist, wenn man ihn geologisch bzw. geomorphologisch festlegt, sehr klein. Spätestens ab Torgau, eher schon ab Riesa geht die Elbe in ihren Mittellauf über. Die IKSE hat 1992 die geografische Gliederung der Elbe festgelegt. Danach endet der Oberlauf bei Schloss Hirschstein am Strom-km 96,0.
Riesa
Mittellauf
Im Mittellauf bewegt sich die Elbe weiterhin in nordwestlicher Richtung, bis sie bei Magdeburg einen stärkeren Knick macht, ab dem es etwa 80 km nach Norden, teilweise sogar nach Nordosten weitergeht. Nach der Mündung der Havel, dem längsten rechten Nebenfluss, fließt die Elbe wieder in nordwestlicher Richtung (vergleiche Kapitel "Urstromtäler"). Kurz vor Hamburg, am Wehr Geesthacht, erreicht die Elbe das untere Ende ihres Mittellaufs.
Unterelbe
In Hamburg bildet die Elbe quasi ein Binnendelta, indem sie sich für etwa 15 Kilometer in die Norder- und Süderelbe aufteilt. Dazwischen befindet sich der bedeutende Seehafen Hamburgs, und obwohl die Nordsee noch über 100 Kilometer entfernt ist, ist dieser Abschnitt schon deutlich maritim geprägt, weist zum Beispiel Gezeitenwirkung auf. Ab hier wird der Flussabschnitt auch Niederelbe genannt. Nach dem Hamburger Binnendelta fließt der Unterlauf wieder vereint weiter und mündet in einer langen Trichtermündung in die Nordsee, ohne die Grundrichtung zu ändern. Die Öffnung der Mündung ist zwischen Cuxhaven und Dithmarschen etwa 15 Kilometer breit. Die offizielle Länge der Elbe beträgt 1091,47 km (IKSE, 1995). Die Zahl von 1165 km (s.o.) ist veraltet.
Geomorphologie und Hydrologie
Elbtal im Riesengebirge
Dithmarschen
Dithmarschen
Dithmarschen
Die Elbquelle befindet sich im Norden Tschechiens an der Grenze zu Polen im Riesengebirge. Sie liegt dort nordwestlich von Špindlerův Mlýn (Spindlermühle) zwischen den Bergen Reifträger und Hohes Rad. Die Quelle wird durch ein in Mauern gefasstes Wasserloch symbolisiert, weil sie eigentlich durch eine Vielzahl von kleinen Quellbächen in der Hochgebirgsalm Siebengründe entsteht. An einer Mauer nahe dieser Quelle sind die Stadtwappen von Städten angebracht, durch welche die Elbe fließt.
Etwa 500 Meter nach der Quelle stürzt der junge Fluss als Elbfall in sein erstes Kerbtal. Dieses Labský důl (deutsch: Elbgrund) zieht sich etwa 4,5 Kilometer durch den Hauptkamm des Riesengebirges. Im weiteren Verlauf im Riesengebirge wird die Elbe durch die Krausebauden-Talsperre aufgestaut.
Das Tal der Elbe teilt später den Hauptkamm des Gebirges vom südlichen und flacheren Böhmischen Kamm auf kurzer Strecke. Der Böhmische Kamm (oder auch Innere Kamm) wird von der Elbe genau wie weitere sich abflachende Kämme in südliche Richtung durchbrochen. Dabei werden auf kurzer Strecke starke Höhenunterschiede überwunden. In Hradec Králové, etwa 200 Kilometer südlich der Elbquelle, ist der Fluss dann bereits auf eine Höhe von 235 Meter über NN gefallen.
Nun beschreibt der Verlauf einen langen Bogen, anfangs in Richtung Westen, später in Richtung Nordwesten in einer von den Sudeten eingegrenzten Beckenlandschaft. Erst in Nordböhmen und Deutschland quert sie in weiteren Durchbruchstälern die Umrandung der Sudeten.
Weitere Durchbruchstäler
Nordböhmen
Die Elbe durchbricht zwischen Litoměřice und Dresden mehrere Mittelgebirgsketten. Zuerst ist es das kleinere Böhmische Mittelgebirge, um anschließend ein kurzes Stück im Eger-Graben zu verlaufen. Das Erzgebirge erreicht die Elbe deshalb nicht direkt. Weil das aufgestemmte Erzgebirge, ein feststeiniges Pultschollengebirge, auf südlicher Seite sehr steil ist, "suchte" sich die Elbe im Verlauf eine andere Stelle zum Durchbruch des Mittelgebirgsrückens - das Elbsandsteingebirge. Dieses ist niedriger und schließt im Mittelgebirgsrücken die Lücke zwischen Erzgebirge und Lausitzer Gebirge. Wesentlich ist auch, dass Sandstein viel leichter erodiert als die festeren Gesteine am Rand der Scholle des Erzgebirges.
Der gesamte Durchbruch der Elbe durch das Elbsandsteingebirge ist etwa 30 Kilometer lang. Die Landschaftsräume des Elbsandsteingebirges sind dabei die Böhmische Schweiz auf tschechischer und die Sächsische Schweiz auf deutscher Seite. Von einem Durchbruchstal lässt sich auch noch beim Elbtalkessel sprechen, der aber auch schon stark glazial geformt wurde. Danach geht die Elbe in wesentlich flachere Landschaften über und durchbricht keine Gebirge mehr.
Urstromtäler
Die Elbe verlässt hinter dem Elbtalkessel den Bereich des tektonischen Sächsisch-Thüringischen Grundgebirges. Von nun an durchläuft sie im nordostdeutschen Tiefland pleistozäne Landschaften. Der Strom hält jetzt auch überwiegend eine nordwestliche Fließrichtung ein. Diese grobe Geradeläufigkeit ist dadurch zu erklären, dass die Elbe nun innerhalb der glazial geschaffenen Urstromtäler fließt, also in großen Schmelzwasserrinnen der verschiedenen Eiszeiten. Diese haben sich alle parallel zu den Eisrandlagen in nordwestlich-südöstlicher Ausrichtung gebildet. Während der letzten Glaziale und vor dem Eiszeitalter existierten vom heutigen Flussverlauf stark abweichende Verläufe, die man nach heutigen Orten am damaligen Flussverlauf bezeichnet. So gab es vor der Elster-Eiszeit den Bautzener und den Senftenberger Elbelauf, zwischen der Elster- und der Saale-Eiszeit den Berliner Elbelauf. Erst nach der Saale-Eiszeit hat die Elbe etwa ihren heutigen Verlauf eingenommen. Bei starken Eisvorstößen wie dem Drenthe-Stadium der Saale-Eiszeit oder der Elster-Eiszeit wurde die Elbe auch regelrecht aufgestaut, da das Inlandeis teilweise bis an die Mittelgebirgsschwelle reichte.
Eine Besonderheit des Elbverlaufs ist es, dass die Geländegegebenheiten den Fluss kurz hinter Magdeburg zu einem Wechsel des Urstromtals zwingen. Bis dahin bewegt er sich im Breslau-Magdeburger Urstromtal, das weiter nordwestlich noch von der Aller und der unteren Weser eingenommen wird. Die Elbe fließt nun aber plötzlich auf einer längeren Strecke in Richtung Norden und Nordnordosten weiter. Dabei gelangt sie bald in das weichsel-eiszeitliche Glogau-Baruther Urstromtal. Dieses ist entstehungsgeschichtlich jünger und daher geomorphologisch noch besonders gut erhalten, was sich zum Beispiel durch stellenweise abrupte Unterschiede des Höhenniveaus zwischen der Talsohle und den begrenzenden Geesträndern bemerkbar macht. Etwa ab der Havelmündung spricht man auch vom Elbe-Urstromtal. Der Grund für den Wechsel der Urstromtäler liegt im vorletzten Glazial: Die Saale-Eiszeit bildete Inlandgletscher, deren Eisrandlage in einer Phase des Drenthe-Stadiums etwa bis zum heutigen Magdeburg reichte. An der Stelle des späteren Richtungswechsels bildete der Gletscher eine Art Nase, die das Magdeburg-Breslauer Urstromtal anschürfte und vorhandene Endmoränen einebnete. Dazu lagerte sich Geschiebematerial ab, welches das dortige Tal schließlich blockierte und so die Elbe in ein anderes Flussbett zwang. Von der nördlich bis kurz vor Magdeburg reichenden Eisrandlage des Warthe-Stadiums der Saale-Kaltzeit ließ sich die Elbe später dagegen nicht ablenken und durchstieß diese Endmoränenstaffel. An der Verlaufskarte (s. o.) lassen sich die markanten Richtungsänderungen gut ablesen.
Glogau-Baruther Urstromtal
Die Elbe kann fast insgesamt als ein "Sandfluss" bezeichnet werden, zum einen, weil sie Sandsteingebirge durchbricht und erodiert, vor allem aber, weil der Tieflandanteil des Elbverlaufes in den Urstromtälern über pleistozänen Sandablagerungen (und holozänen Sedimenten des Flusses selbst) verläuft. Relikte der Eiszeiten sind im Mittel- und Unterlauf auch Findlinge, die wegen der Schifffahrt teilweise aus der Elbe geborgen wurden, aber auch immer noch im Grund des Flusses vorhanden sind.
Von besonderer Bedeutung sind eng begrenzte Felsaufragungen im Flussbett der Elbe vor allem bei Torgau und Magdeburg (Domfelsen), die vor allem bei Niedrigwasser ein gefährliches Hindernis für die Schifffahrt darstellen.
Mündung
Der Mündungsbereich hat noch in erdgeschichtlich jüngster Vergangenheit erhebliche geomorphologische Änderungen erfahren. So war der gesamte südliche Teil der heutigen Nordsee gegen Ende des Weichsel-Glazials Landfläche - die Elbmündung befand sich entsprechend vielleicht mehrere hundert Kilometer weiter nordwestlich an einer Stelle, die heute mitten im Meer liegt. Um 5000 v. Chr. hatte sich durch den Meeresspiegelanstieg im Holozän die Elbmündung schon eher dem heutigen Bereich angenähert, aber die Küstenlinie unterschied sich immer noch deutlich.
Nebenflüsse
Flüsse über 100 km Länge
Der größte Nebenfluss der Elbe ist die Moldau (tschechisch Vltava) mit 440 Kilometern Länge, die bei Mělník etwas nördlich von Prag in die Elbe mündet. Über die Moldau reicht das Einzugsgebiet der Elbe bis in kleine Teile Bayerns. An der Stelle ihrer Mündung ist die normale Abflussmenge der Moldau sogar größer als die der Elbe. Der zweitlängste Nebenfluss ist die Saale mit 413 Kilometern, die bei Barby in Sachsen-Anhalt in die Elbe mündet. Mit 325 Kilometern ist die Havel der längste rechte Zufluss der Elbe, mit dessen größerem Nebenfluss, der Spree, gerechnet ist sie sogar mit über 480 Kilometern Länge der größte Nebenfluss der Elbe überhaupt. Die Eger (tschech. Ohře) hat eine Länge von 291 Kilometer und folgt in etwa dem Verlauf des gleichnamigen Eger-Grabens und des Südfußes des Erzgebirges. Ihre Quelle befindet sich in Bayern und sie mündet in der Nähe der tschechischen Stadt Litoměřice (Leitmeritz). Die Schwarze Elster (188 km) entspringt in der Oberlausitz und verläuft in Richtung Westen. Sie ist folglich ein rechter Zufluss. Die Mulde (124 km) ist ein wichtiger Abfluss des Erzgebirges und verläuft als linkes Nebengewässer sehr kontinuierlich nach Norden.
Andere Nebengewässer mit mehr als 100 km Länge sind die Elde (220 km) im unteren Mittellauf zwischen Wittenberge und Hamburg, die Oste (153 km), die in den Ästuar der Elbe mündet, die Ohre (110 km), die im Bereich der Elbe parallel zum Mittellandkanal verläuft, und die Polzen (102 km), die noch in der Tschechischen Republik mündet.
Weitere Nebenflüsse (Auswahl)
Die Elbe selbst entsteht aus den beiden Gewässern Weißwasser und der Kleinen Elbe. Weitere wichtige Nebenflüsse der Elbe sind insbesondere im Raum des Osterzgebirges die Flüsse Bílina (Biela), Müglitz (entspringt als Mohelnice in Tschechien) und Weißeritz. Als weithin bekannter, wenn auch eher kleiner und kurzer Nebenfluss ist die Hamburger Alster zu nennen.
Siehe auch: Liste von Nebenflüssen der Elbe
Naturräume, Flora und Fauna, Naturschutz
Naturräumliche Haupteinheiten
Liste von Nebenflüssen der Elbe
Die Elbe durchfließt auf deutschem Gebiet die folgenden „Naturräumlichen Haupteinheiten“ (definiert nach geomorphologischen, bodenkundlich-geologischen und biogeografischen Kriterien gemäß Bundesamt für Naturschutz, BfN, 1994):
- D15 – Sächsisch-böhmisches Kreidesandsteingebiet
- D19 – Sächsisches Hügelland und Erzgebirgsvorland
- D10 – Elbe-Mulde-Tiefland
- D09 – Elbtalniederung
- D24 – Untere Elbeniederung (Elbmarsch)
Die drei letztgenannten Naturräume innerhalb des Norddeutschen Tieflandes werden dabei wesentlich durch die Elbe selbst bestimmt und definiert.
Das „Sächsisch-böhmische Kreidesandsteingebiet“ erstreckt sich innerhalb des deutschen Gebietes von der Staatsgrenze zu Tschechien etwa bis Pirna (südöstlich von Dresden). Landschaftsräumlich ist der Bereich als Elbsandsteingebirge bzw. der deutsche Teil des Gebirges als Sächsische Schweiz bekannt. Das „Sächsische Hügelland und Erzgebirgsvorland“ passiert die Elbe von Pirna/Dresden bis kurz vor Riesa. Von dort erstreckt sich bis kurz hinter Magdeburg (etwa Mündung des Elbe-Havel-Kanals) der lange Verlauf des „Elbe-Mulde-Tieflandes“. Danach reicht ein weiterer sehr langgezogener Abschnitt, die „Elbtalniederung“, bis vor die südöstlichen Tore Hamburgs. Alle diese Abschnitte und Naturräume gehören zur kontinentalen Biogeografischen Region.
Ab dem Sperrwerk bei Geesthacht spricht man von der Unterelbe, präziser vom Naturraum „Untere Elbeniederung“. Dieser wird zur atlantischen Biogeografischen Region gezählt. Durch den marinen Mündungstrichter (Ästuar) der Elbe in die Nordsee zieht sich dann noch eine naturräumliche Grenze, die zwischen der Unteren Elbeniederung am niedersächsischen Südufer und dem Naturraum „D21 – Schleswig-Holsteinische Marschen“ auf der nordöstlichen Seite unterscheidet.
Die genannten Naturräumlichen Haupteinheiten können in weitere Untereinheiten differenziert werden (Beispiele: „Dessauer Elbtal“, „Untere Mittelelbeniederung“ etc.) – auf diese feinere Gliederung, die je nach Bundesland nicht immer einheitlich definiert wird, soll hier nicht eingegangen werden.
Charakteristische Biotoptypen der Flussaue
Ästuar
Ästuar
Ästuar]
Da die Elbe sehr unterschiedliche Landschaften durchläuft, sind die sie begleitenden Biotope je nach naturräumlichen Gegebenheiten und dem Grad der Veränderung durch den Menschen entsprechend verschieden. Auf tschechischer Seite und im sächsischen Mittelgebirgsbereich ist die Flussaue überwiegend auf ein schmales, teilweises schluchtartiges Kerbtal beschränkt, das sich nur streckenweise weiter öffnet. Solche Areale sind dann oft mit Siedlungen, Verkehrswegen oder Landwirtschaft überformt. Ein höheres Maß an natürlichen oder naturnahen Biotopen weist der lange Mittellauf auf, der vergleichsweise dünn besiedelt ist, allerdings durch Deichbau einen großen Teil der ursprünglichen Auenlandschaft innerhalb der Urstromtäler verloren hat. Der Unterlauf wiederum hat durch die Dimensionierung des Mündungstrichters (bei Cuxhaven ist die Elbe 15 Kilometer breit), durch den Gezeiteneinfluss und durch die Nutzung als Wasserstraße einen gänzlich eigenen Charakter.
Zu den natürlichen Biotoptypen eines mitteleuropäischen Tieflandflusses gehören vor allem Weichholz- und Hartholzauwälder. Während die länger überflutungstoleranten Weichholzauen aus Weiden und Pappeln noch auf größeren Abschnitten zumindest linear vorhanden sind, sind Hartholzauen (mit Eichen, Ulmen, Eschen u. a.) nur noch in Fragmenten erhalten geblieben. Oft mussten sie landwirtschaftlichen Flächen weichen oder wurden durch Deichbau vom regelmäßigen, lebensnotwendigen Überflutungsgeschehen abgeschnitten. Die größten zusammenhängenden Reste von „echtem“ Auwald - auch ganz Mitteleuropas - finden sich heute im Dessauer Elbtal, insbesondere zwischen den Mündungen von Mulde und Saale.
Die überwiegend offenen Landschaften der mittleren Elb-Auen werden von Grünlandnutzung, in überschwemmungssichereren Bereichen auch von Ackernutzung geprägt. Dazwischen sind Biotoptypen wie Niedermoore (Erlenbruchwälder, Großseggenriede, Röhrichte) und verschiedene Stillgewässerarten anzutreffen. Vor allem vor der Regulierung des Flussverlaufes durch Deiche sowie Buhnen konnten durch die Fließgewässerdynamik (Hochwässer, Verlaufsänderungen) ständig neue Randgewässer wie Flutrinnen und –mulden, Altarme und Bracks entstehen. Ein Charakteristikum der Elbe ist auch nach der Ausdeichung erhalten geblieben: Bei Hochwasser steigt der Grundwasserspiegel zeitlich verzögert an und drückt – begünstigt durch den grobporigen, sandigen Boden – unter den Deichen hindurch. Auf der anderen Seite tritt dieses Wasser als so genanntes Dränge-, Druck- oder Qualmwasser wieder an die Oberfläche. Auf diese Weise entstehen dort temporäre Gewässer, in denen viele sehr seltene Tier- und Pflanzenarten ein Refugium haben – ein gewisser Ersatz für die ursprünglichen, durch die Bedeichung verloren gegangenen Überflutungsbiotope. Das sandige Ufer der Elbe selbst mit den ständigen Wechseln aus Überstauung und Trockenheit ist ebenfalls Lebensraum einer spezialisierten Flora und Fauna (s. u.). Gleiches gilt für pleistozäne Geestrücken und periglazial entstandene Flugsanddünen, die entweder als Inseln innerhalb der Talaue liegen oder diese begrenzen.
In den stärker urban geprägten Abschnitten des Elbufers finden sich oft Grünlandflächen auf den Auenstandorten, so genannte "Elbwiesen". Diese werden in der Regel extensiv als Weide oder Mähwiese bewirtschaftet und dienen zudem als Erholungs- und Veranstaltungsflächen. Dabei verblieben aber auch Reste von Auenbewaldung die teilweise unter Naturschutz stehen. Häufig spielen sie auch als Retentionsraum eine Rolle und dienen zusammen mit verlandeten Altarmen dem Hochwasserschutz. Nebenarme der Elbe wurden entweder künstlich trocken gelegt oder verlandeten von selbst und sind heute innerhalb von bebauten Gebieten als Feuchtwiese erhalten. Diese Altarme, die bei Hochwasser selbst schnell hohe Wasserstände und Fließgeschwindigkeiten aufweisen, wurden nicht überall baufrei gehalten.
Im Unterlauf übt die Nordsee bereits einen merklichen Einfluss auf die Landschaft und die Lebewelt aus. Die weitläufigen, von Entwässerungsgräben durchzogenen Grünlandkomplexe entlang der Elbe werden hier als Marsch bezeichnet.
Typische/besondere Pflanzen und Tiere
Pflanzen
Marsch]
Die natürliche Pflanzenwelt der Elbe, ihrer Ufer und Auen ist vor allem durch den stetigen Wechsel von trockenen und nassen Bedingungen geprägt – dies gilt sowohl räumlich als auch zeitlich betrachtet. Im Fluss selbst wachsen heute vergleichsweise wenige Pflanzen. Das hängt mit menschlichen Eingriffen in Verlauf, Fließgeschwindigkeit und Wasserqualität zusammen. Aber schon am sandigen bis schlickigen Spülsaum findet man spezialisierte, teils amphibisch lebende Pflanzen wie den Hirschsprung, den Schlammling, verschiedene Zweizahn- und Gänsefuß-Arten, Röhrichte, Seggenriede und Hochstaudenfluren. Unter den krautigen Pflanzen sind viele so genannte Stromtalpflanzen, die schwerpunktmäßig oder sogar ausschließlich entlang größerer Flussläufe vorkommen. Ihre Ansiedlung wird begünstigt durch kleinklimatisch bevorzugte, wechselfeuchte Standorte sowie durch Ausbreitung mittels Verdriftung, Schiffsverkehr und Wasservögel. Zu den mit Schwerpunkt im Elbtal auftretenden Arten gehört u. a. die Elbe-Spitzklette. Unter den Gehölzen sind Weiden, insbesondere die Silberweide, Schwarzpappeln und alte Stiel-Eichen besonders landschaftsprägend.
Stiel-Eiche]
Die Nebengewässer in den Elbauen weisen eine große Vielfalt an Wasser-, Sumpf- und Uferpflanzen auf, darunter seltenere Arten wie die Krebsschere, die Schwanenblume und die Seekanne. Im Spätfrühling und Frühsommer sind viele Tümpel und Flutmulden von einem weißen Teppich blühenden Wasserhahnenfußes bedeckt. Feuchtwiesen sind zur gleichen Zeit rosa von Blütenaspekten der Kuckuckslichtnelke und gelb von verschiedenen Hahnenfuß-Arten. Sehr kleinräumlich können sich feuchte und trockene Biotope abwechseln, so dass man wenige Meter entfernt Pflanzen der Magerrasen und Sand-Trockenrasen findet.
An der Unterelbe mischen sich Florenelemente atlantischer und salzverträglicher Standorte in die Ufervegetation. Dazu gehört beispielsweise die Strandsimse. Eine Rarität, die weltweit betrachtet ausschließlich an wenigen Stellen der Unterelbe endemisch vorkommt, ist der Schierlings-Wasserfenchel (Oenanthe conioides). Dieser ist auf den extrem seltenen Lebensraum „tidebeeinflusstes Süßwasserwatt“ spezialisiert. Bekannt wurde dieses durch das teilweise Zuschütten des „Mühlenberger Loches“ bei Hamburg im Zuge der Ansiedlung des Flugzeugbauers EADS/Airbus.
Tiere
Airbus
Airbus
Säugetiere: Bemerkenswerte Säugetierarten an der Elbe sind der Fischotter und der Biber. Die Elbe-Biber befinden sich – ausgehend von ihrem Refugium im Dessauer Auwald – dank intensiver Naturschutzmaßnahmen seit einigen Jahren wieder in Ausbreitung an der Mittelelbe und den dortigen Nebenflüssen. Seit 1990 wird beispielsweise auch die niedersächsische Elbtalaue von dieser Tierart wieder besiedelt (2004 wurden allein dort rund 300 Tiere gezählt). Hier galt die Art seit 1819 als ausgestorben – Folge vor allem einer intensiven Bejagung.
Vögel: An der Elbe und in ihren Auen kommt ein Großteil der mitteleuropäischen Arten als Brutvogel vor. Darunter sind Seltenheiten wie der Seeadler, der Schwarzstorch und verschiedene Limikolen. Hinzu kommen Zugvögel, die das Elbtal als Rastgebiet und Wanderlinie nutzen – besonders die untere Mittelelbe und den Mündungsbereich. Beispiele sind nordische Schwäne und Gänse aus Westsibirien (Sing- und Zwergschwan, Bless- und Saatgans u. a.). Unter den Großvögeln sind die Weißstörche besonders populär, die entlang der Mittelelbe in zahlreichen Dörfern brüten. In Ausbreitung als Brutvogel ist der Kranich, der versteckt in Bruch- und Auwäldern nistet. Daneben ziehen viele nordische Kraniche über die Elbe und rasten dort.
Kranich]
Kranich]
Amphibien: Mindestens zwölf der 21 deutschen Lurcharten kommen entlang der Elbe in den stehenden Auengewässern vor. Besonders hervorzuheben sind dabei die großen Bestände von Moorfrosch und Laubfrosch, die anderenorts oft nur noch selten zu finden sind. Eine herausragende Rolle spielt das Elbetal für die Rotbauchunke – sie kommt vor allem in den Qualmgewässern hinter dem Deich vor, aber auch in Flutmulden des Vordeichlandes, die nicht bei jedem Hochwasser erreicht werden. Diese Art ist auf die jahreszeitlichen Wechsel der Wasserstände existenziell angewiesen.
Insekten: Auf die Vielzahl der besonderen Insektenarten entlang der Elbe einzugehen, würde den Rahmen hier sprengen. Bemerkenswert ist, dass nicht nur in den Randgewässern, sondern in der Elbe selbst wieder viele Insektenlarven (Libellen, Eintagsfliegen etc.) vorkommen. Die größte Diversität herrscht aber sicherlich in den eingestreuten Trockenbiotopen. Auch die alten Eichenbäume entlang der Mittelelbe sind ein wichtiger Insekten-Lebensraum (u. a. verschiedener Großkäfer).
Eintagsfliegen]
Krebstiere: In den Qualmgewässern und anderen temporären Tümpeln finden sich so genannte „Urzeitkrebschen“ - Kiemenfußkrebse wie Siphonophanes grubei und Lepidurus apus. Deren Eier können lange Trockenperioden überdauern, um dann bei Überschwemmung schlagartig zu schlüpfen und eine neue Generation zu produzieren. Ein ganz anderes Phänomen ist die massenhafte Ausbreitung der Chinesischen Wollhandkrabbe. Diese gelangte zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Ballastwasser von Frachtschiffen nach Norddeutschland. Dabei eroberte sich dieser Neozoon auch einen Großteil der Elbe als Lebensraum. Zwischen den 1930er- und den 1950er-Jahren kam es zu mehreren Zusammenbrüchen der Bestände infolge der Gewässerverschmutzung. Nach vierzig Jahren Abwesenheit wird diese Art seit den 1990er-Jahren nun wieder in Massen in der Elbe beobachtet. Das Stauwehr bei Geesthacht überwinden die Krebse, indem sie zu Millionen entweder die „Fischtreppe“ benutzen oder einfach über Land krabbeln.
Fischbestand
Fischtreppe]
Die Elbe galt einmal als einer der fischreichsten Flüsse Europas. Noch um 1900 lagen die Erträge der Elbfischer mit rund 100 Kilogramm pro Hektar doppelt so hoch wie in Seen. Dazu zählten Standfische ebenso wie Wanderfische, die zwischen dem Flusssystem und dem offenen Meer hin und herwechselten. Zu den spektakulärsten Wanderfischarten gehörte der Stör, von dem manchmal über drei Meter lange Exemplare gefangen wurden. Bereits im 19. Jahrhundert gingen die Bestände dann zurück – verursacht durch erste Ausbaumaßnahmen im Fluss, Uferbefestigungen und Beseitigung von Kiesbänken. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen industrielle Abwässer hinzu, die den Sauerstoffgehalt des Flusswassers reduzierten und dieses vergifteten. 1921 wurde bei Wootz in Brandenburg wohl der letzte kapitale Elb-Stör gefangen. Spätestens mit dem Bau der Staustufe Geesthacht im Jahr 1960 war Schluss mit der freien Wandermöglichkeit zwischen Fluss und Nordsee; daran konnten auch viel später am Rand eingebaute „Fischtreppen“ nur sehr bedingt etwas ändern. Außerdem hatte die extreme Wasserverschmutzung im 20. Jahrhundert ein Übriges zum Aussterben vieler Fische beigetragen.
Seit der deutlichen Verbesserung der Wasserqualität um 1990 (s. u.) erholen sich einige Fischbestände. An der mittleren Elbe werden inzwischen wieder über 30 Arten gezählt, an der Unterelbe sogar mehr als 90. Neben bekannten Namen wie Aal, Hecht, Karpfen und Zander gibt es u. a. auch Döbel, Hasel, Schleie, Blei, Quappe, Flussbarsch, Barben, Aland, Gründling, Ukelei, Stint, Meerforelle, Zährte, Zope und den seltenen Nordseeschnäpel. Stör Allerdings muss beim Verzehr auf absehbare Zeit noch mit erhöhten Schwermetallbelastungen vor allem älterer und fettreicher Fische gerechnet werden. Besonders positiv im Vergleich zu Flüssen wie dem Rhein oder der Mosel ist das fast völlige Fehlen von Staustufen (Ausnahme: Geesthacht).
Auch der Atlantische Lachs ist ein Wanderfisch, der ehemals in der Elbe überaus häufig war ("Arme-Leute-Essen") und dann durch die Gewässerverschmutzung und Verbauung völlig verdrängt wurde. 1925 kam die bis dahin sehr einträgliche Lachsfischerei zum Erliegen. Nach der Überwindung der deutschen Teilung begann man in Sachsen mit Wiedereinbürgerungsversuchen von Lachsen aus Skandinavien und Irland. Erste bescheidene Erfolge sind sichtbar, aber noch nicht nachhaltig.
Die stetigen Vertiefungsmaßnahmen im Unterlauf (Ausbaggern der Fahrrinne nach Hamburg) und andere Ausbaumaßnahmen führten allerdings gerade in den letzten Jahren zeitweise wieder zu kritischem Sauerstoffmangel im Wasser, so dass viele Fische erstickten. Dazu tragen auch extrem hohe sowie extrem niedrige Wasserstandssituationen bei (s. u.) - im ersteren Fall werden dann beispielsweise viele Nährstoffe aus überschwemmten Ackerflächen in den Fluss eingetragen, die zu Algenblüten und anschließender Sauerstoffzehrung führen.
Gewässergüte (Wasserqualität)
Durch Bergbau, Hüttenindustrie, Zellstoff- und chemische Industrie im oberen Einzugsgebiet kam es vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer extrem hohen Belastung der Wasserqualität durch Schwermetalle und andere Schadstoffe.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde insbesondere im Bereich des Nebenflusses Mulde eine Sanierung oder auch Einstellung der Produktion der Betriebe erreicht und der Schwermetalleintrag konnte deutlich reduziert werden.
In den Elbanliegergemeinden wurde nach der Wiedervereinigung der Bau kommunaler Kläranlagen forciert. Bis dahin floss häusliches Abwasser vielfach ungeklärt in die Elbe. Die Stadt Dresden klärte bereits seit 1911 in der damals modernsten mechanischen Kläranlage in Dresden-Kaditz. 1911 gehörte Dresden noch zu den einwohnerstärksten Städten in Deutschland.
Vor 1990 konkurrierte die Elbe mit der Saale um den Titel "dreckigster Fluss Mitteleuropas" - sarkastisch sagten Dresdner, wenn es um Asphaltierungsarbeiten ging, man könne anstelle des Asphalts auch gerne Elbwasser verwenden.
Seit 1990 sank der Schadstoffgehalt des Wassers durch den Wegfall vieler Industriezweige und durch Kläranlagen um etwa 90%. In der Zwischenzeit machen weniger industrielle Schadstoffe als der Eintrag von Nährstoffen und Pestiziden aus der Landwirtschaft Probleme. Nach Gewässergüteklassen wird die Elbe immer noch auf den meisten Strecken als "kritisch belastet" bewertet.
Der seit 1991 wirksame Internationale Warn- und Alarmplan Elbe wird ab 18. Oktober 2004 durch das Alarmmodell Elbe (ALAMO) verbessert. Dieses rechnergestützte Modell sagt das Eintreffen, die Dauer und die Konzentration von Schadstoffen für den Flussverlauf von der Tschechischen Republik bis zum Wehr Geesthacht bei Hamburg vorher.
Die Verbesserung der Wasserqualität lässt sich auch daran festmachen, dass im Rahmen eines "Internationalen Elbebadetages" (erstmals am 14. Juli 2002; zuletzt am 17. Juli 2005) sogar wieder zum Schwimmen in der Elbe öffentlich ermuntert wird. Dies ist wegen starker Strömungen v. a. im Bereich der Buhnenköpfe aber nicht ungefährlich.
Großschutzgebiete
Internationalen Elbebadetages
Nationalpark: Von dieser strengsten Kategorie für Großschutzgebiete existierten im Verlauf der Elbe zwischenzeitlich drei, heute noch zwei: Der Nationalpark „Sächsische Schweiz“ (93 km²) und der Nationalpark „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ (4410 km²; davon nur ein kleiner Anteil im Bereich der Elbmündung). Der 1998 in Niedersachsen ausgewiesene Nationalpark „Elbtalaue“ musste nach kurzer Zeit aus formaljuristischen Gründen und der Klage eines einzelnen Landwirtes wieder aufgelöst werden, da er im Sinne eines „Entwicklungs-Nationalparks“ aktuell nicht die strengen internationalen Kriterien eines Reservates mit in seinem Kernbereich vom Menschen unbeeinflusster Naturlandschaft erfüllte. (Nach dieser Auslegung wären im dicht besiedelten Mitteleuropa allerdings eigentlich fast gar keine Nationalpark-Ausweisungen möglich!)
Biosphärenreservat: Folgerichtig aus der formalen Nichteignung als Nationalpark, aber auch schon parallel dazu initiiert, wurden 1997 große Teile der mittleren Elbe das Biosphärenreservat anerkannt. Dabei stehen neben Naturschutz auch ein Management von Tourismus und Landwirtschaft im Mittelpunkt. Insgesamt 3750 km² und über 400 Kilometer Flusslänge umfasst das länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“ zwischen Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Daneben bestehen innerhalb der Bundesländergrenzen mehrere nach Länder-Naturschutzrecht ausgewiesene Biosphärenreservate (BSR), die teilweise deckungsgleich mit dem UNESCO-Reservat sind, beispielsweise das BSR „Mittlere Elbe“ um Dessau, das BSR „Brandenburgische Elbaue“ und das BSR „Niedersächsische Elbtalaue“.
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU: Im Rahmen des europäischen Schutzgebiet-Vernetzungskonzeptes Natura 2000 wurden von den Bundesländern und der Bundesregierung mehrere Gebiete entlang der Elbe als FFH-Gebiete zur EU-Kommission nach Brüssel gemeldet. Dabei handelt es sich um eine strenge Schutzgebietskategorie, die den Vorrang von Natur vor verschiedenen Nutzungsinteressen gewährleisten soll und dem Gedanken an einen Biotopverbund verpflichtet ist. Die FFH-Gebiete sind überwiegend deckungsgleich mit ohnehin schon ausgewiesenen, anderen Schutzgebietskategorien.
Vogelschutzgebiet nach EU-Richtlinie: An der unteren Mittelelbe und der Unterelbe sind mehrere Areale nach dieser Schutzkategorie ausgewiesen, die parallel zur FFH-Richtlinie speziell die Vogelwelt berücksichtigt.
Im gleichen Abschnitt befinden sich auch mehrere Feuchtgebiete internationaler Bedeutung gemäß der Ramsar-Konvention.
Naturschutzgebiet: Diese strenge Schutzkategorie nach Länderrecht gilt für zahlreiche kleinere Flächen entlang der Elbe, die Bestandteil der Großschutzgebiete sein können, aber nicht müssen. Bei Ausweisung als FFH-Gebiet oder Kernzone eines Nationalparks oder Biosphärenreservats kann die bisherige NSG-Verordnung auch aufgehoben werden.
Landschaftsschutzgebiet: Diese schwache Schutzkategorie nach Länderrecht sei hier der Vollständigkeit halber erwähnt, hat aber faktisch wenig Relevanz für Naturschutz. Landschaftsschutzgebiete dienen mehr der Erhaltung von durch menschliche Einflüsse geformte Landschaften. In urbanen Räumen schützen sie die verbliebenen Restflächen der Auen vor Überbauung.
Naturpark: Ein Naturpark ist eine überwiegend touristische Gebietskategorie. Im Elbeverlauf ist der Naturpark „Elbufer-Drawehn“ (750 km²) in Niedersachsen zu erwähnen.
Jener Abschnitt der Elbe, der zwischen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Wiedervereinigung Grenzgebiet war (vergleiche Kapitel "Die Elbe als innerdeutsche Grenze" weiter unten), ist heute auch Bestandteil des "Grünen Bandes - ein Projekt, das den oft in naturnahem Zustand verbliebenen, 1400 Kilometer langen innerdeutschen Grenzstreifen als möglichst eng zusammenhängendes Biotopverbundsystem erhalten und ausweiten will.
Geschichte und Kultur
Namensdeutung
Der Strom trägt einen Namen, den ihm wahrscheinlich frühe indogermanische Völker verliehen, die an dem Gewässer lebten (vgl. schwedisch Älv für "Fluss"). Die später hier erschienenen Slawen nannten den Fluss Labi und entsprechend benannte sich der slawische Stamm der Polaben, denn "po" und "Labi" ergibt: Leute an der Elbe/Elbanwohner. Zu verbinden ist der Flussname aber auch mit dem lateinischen Adjektiv albus "weiß". So nannten die Römer den Fluss Albis. Die Elbe heißt dieser Deutung nach entweder wegen des schäumenden Wassers in ihrem Oberlauf so oder aber wegen der hellen Sandufer in grüner Umgebung.
Besiedlungsgeschichte und politische Grenzen
Der Elberaum wird wohl seit der Altsteinzeit vor etwa 200.000 Jahren besiedelt – deutlich später als Gebiete Westeuropas. Unterbrochen wurde die Besiedlung durch verschiedene Kaltzeiten, von deren Vergletscherung der Elberaum entweder direkt erfasst oder zumindest periglazial beeinflusst wurde und diesen unbewohnbar machte. In warmen Perioden bot das Elbtal mit seinen fruchtbaren Auenlehmablagerungen und dem Fisch- und Wildreichtum günstigere Lebensbedingungen als die nähere Umgebung. Gesäumt wurde die Elbe von dichten Auwäldern, die später Brenn- und Baumaterial boten.
Nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren wurde der Raum zunächst von Jäger- und Sammlerkulturen wiederbevölkert. Wohl erst 4500 v. Chr. (Oberlauf) bis 3000 v. Chr. (Unterlauf) gingen die an der Elbe siedelnden Menschen dazu über, Landwirtschaft zu betreiben und Tiere zu domestizieren (norddanubische, bandkeramische Bauernkulturen der Jungsteinzeit). Die nährstoffreichen Lößböden um Magdeburg wurden dabei bevorzugt besiedelt, da sie am ertragreichsten waren. In der Zeit zwischen 2500 und 1700 v. Chr. war Mitteleuropa von frühen Indogermanen aus dem Kurgan- und Schnurkeramik-Kreis bewohnt. In der spätbronzezeitlichen Wanderungsperiode zwischen 1250 und 750 v. Chr. ist der obere und mittlere Elberaum von Urnenfelderkulturen geprägt, während im unteren Teil die nordische (frühgermanische) Bronzekultur vorherrschte. Genaue Bezeichnungen von Stämmen, die in der Zeit zwischen 6000 v. Chr. und etwa 1000 v. Chr. an der Elbe lebten, sind nicht mehr erhalten.
Spätere sich an der Elbe niederlassende Stämme der Germanen waren die Langobarden am unteren Lauf und die Semnonen, die beide als Unterstamm der Sueben verwandt sind. Germanenstämme an der Elbe werden grob als Elbgermanen zusammengefasst. Zwischen 12 v. Chr. und 5 n. Chr. versuchte das Römische Reich unter Drusus und Tiberius seine Grenzen bis zur Elbe (Fluvius Albis) auszudehnen. Auch, wenn dabei einzelne Provinzen eingenommen und ausgerufen wurden, konnte die Herrschaft in den Gebieten nördlich des Limes vom Römischen Reich nicht gefestigt werden. Einige Stämme wie die Langobarden in den Gebieten am Unterlauf der Elbe konnten ihre Unabhängigkeit wahren.
Limes
Zu Beginn der Markomannenkriege drangen die Langobarden 166 n. Chr. ins Römische Reich ein und besetzten das Gebiet an der mittleren Donau. Etwa ab 200 drängten dann die Sachsen von Norden und Nordwesten (u. a. aus dem heutigen Niedersachsen) in die Gebiete zwischen Elbe und Weser vor. Die Stämme, die sich speziell in diesem Gebiet niederließen, sind die Ostfalen und die Nordalbingier. Weiter südöstlich schlossen sich die Thüringer (Hermunduren) an, wobei die Elbe auf weiter Strecke Grenzfluss zwischen Germanen im Westen und Slawen im Osten war. Das Gebiet der heutigen sächsischen Mittel- und Oberelbe im Freistaat Sachsen gehört erst seit 1423 durch Besitzübertrag zum „eigentlichen“, nordgermanischen Sachsen. Auch andere Völker, die im Bereich der Oberelbe lebten, siedelten in dieser Phase um. So verließen die Boier die Bereiche der Elbe und siedelten sich in Norditalien und Süddeutschland an.
Um 900 war das Gebiet der Mittel- und Oberelbe noch in der Hand von slawischen Völkern wie den Wenden, Sorben, den Mährern und Böhmern. Diese wurden später durch einwandernde Germanenstämme wie die Sachsen verdrängt. 929 wurde die Burg Meißen vom Ostfränkischen Reich angelegt, um eroberte Gebiete gegen die Sorben sichern zu können. Die Mittelelbe war auch damals wieder Grenzfluss – zusammen mit der Saale. Bis ins 11. Jahrhundert wurde die eingerichtete Markgrafschaft Meißen bis an die Neiße ausgebaut.
In der folgenden Zeit brach die bis dahin noch mögliche Abtrennung germanischer Stämme immer weiter auf. Grenzen in der Besiedlung durch unterschiedliche Völker sind an der Elbe bis heute erhalten. Auch wenn die Oberelbe im böhmischen und mährischen Teil slawisch bewohnt blieb, war sie zur Zeit des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation eng mit den Staaten auf dem jetzigen deutschen Gebiet verbunden.
Im Mittelalter folgte die Kleinstaaterei Zentraleuropas. So floss die Elbe zur Zeit Karls IV. im Jahre 1378 durch das Königreich Böhmen, die Markgrafschaft Meißen, das Kurfürstentum Sachsen, das Fürstentum Anhalt, das Erzbistum Magdeburg, das Kurfürstentum Brandenburg, am Rand des Herzogtums Braunschweig, Mecklenburgs, durch das Herzogtum Sachsen-Lauenburg, die Grafschaft Holstein und das Erzbistum Bremen. Zur Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert gehörte der Verlauf bis nach Wittenberg zum Kurfürstentum Sachsen. In der Phase des Absolutismus (um 1740) waren die Hauptanrainer die Kurfürstentümer Sachsen, Brandenburg und Hannover.
Nach dem Wiener Kongress 1815 gehörte der Mittellauf zum Königreich Preußen, nach dem Gebietsgewinn Hannovers durch Preußen (1866) auch der Unterlauf. Die Oberelbe um Dresden herum war Teil des Königreiches Sachsen. Vor dem Ersten Weltkrieg bestand die politische Landkarte des Elberaumes nur noch aus Böhmen als Teil der „K.u.K.-Monarchie“ Österreich-Ungarn sowie dem Deutschen Reich.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Teilung durch die vier Besatzungszonen der alliierten Siegermächte manifestiert. Die Elbe floss nun nach der Tschechoslowakei durch die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Zwischen Schnackenburg und Boizenburg/Lauenburg war sie Grenzfluss zur Bundesrepublik Deutschland (s. u.); im Unterlauf westdeutsch.
Mit dem Wegfall des Eisernen Vorhangs um 1989/1990 und der Neugründung von Bundesländern im Ostteil Deutschlands durchfließt oder berührt die Elbe nun Tschechien und auf deutscher Seite den Freistaat Sachsen, die Länder Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und die Freie und Hansestadt Hamburg.
Wirtschaftshistorische Bedeutung
Der Fischreichtum der Elbe war bis ins 20. Jahrhundert Grundlage gewerblichen Fischfangs überall entlang des Verlaufes. Mit Fortschreiten der Industrialisierung nahm aber die Wassergüte immer weiter ab und der Fischbestand ging stark zurück. Noch verbliebene Fische wurden ungenießbar, so dass, mit Ausnahme der Elbmündung, fast überall die gewerbliche Fischerei eingestellt wurde.
Ebenfalls zentrale Bedeutung besaß die Elbe schon seit Jahrhunderten als Transportweg. Ähnlich wie beim Rhein erlaubte die Elbe ein weites Vordringen der Hanse bis fast an die Mittelgebirge. Neben Hamburg war zum Beispiel Magdeburg eine wichtige Elbstadt der Hanse. Die Elbe war daher ab dem 12. Jahrhundert Bestandteil eines kontinentalen Handelssystems, das von Brügge bis nach Königsberg reichte. Bomätscher hießen die Arbeiter entlang der Elbe, die in dieser Zeit Schiffe flussaufwärts zogen (treidelten).
In der frühen Neuzeit behielt der Flusslauf seine Bedeutung als Handelsroute trotz des Niedergangs der Hanse. Insbesondere bis zur Vollendung eines durchgängigen Eisenbahnnetzes in Zentraleuropa blieb die Elbe als Verkehrsweg konkurrenzlos. Durch die Erfindung der Dampfmaschine und die Ende des 18. Jahrhunderts aufkommenden Dampfschiffe war es wesentlich einfacher und schneller möglich, flussaufwärts zu fahren. Die Dampfkraft zum Antrieb von Schiffen wurde dabei fast 20 Jahre vor der Einführung der Dampflokomotive wirtschaftlich genutzt. Auf der Elbe blieb dabei das Raddampferprinzip erhalten, das auch Schiffe mit sehr geringem Tiefgang zulässt.
Wichtige Transportgüter waren Tuch und Stoff aus Schlesien, die insbesondere als Textilien über Hamburg nach Amerika verschifft wurden, aber auch Holz aus den Mittelgebirgen, das zum Schiffbau an den Küstenwerften benötigt wurde. Aus Böhmen und Sachsen wurden auch Erze und Silber exportiert; in Gegenrichtung flossen Kolonialwaren.
Später ging mit fortschreitender Vernetzung der Eisenbahnsysteme (siehe Geschichte_der_Eisenbahn_in_Deutschland) die Bedeutung der Schifffahrt zurück. Für Massenstück- und -schüttgütern wie Kohle und Holz, später auch weitere Güter vor allem der Chemischen Industrie, blieb die Bedeutung als Transportweg bis heute erhalten (s. u.).
Die Elbe als innerdeutsche Grenze
Mit der Erklärung von Jalta beschlossen die Alliierten bereits Anfang Februar 1945, das Deutsche Reich und Österreich (bzw. beide zusammen, die sich ab 1943 Großdeutsches Reich nannten) in vier Besatzungszonen aufzuteilen. Schon damals war wohl klar, dass die relativ zentral durch Deutschland verlaufende Elbe auf einigen Kilometern Grenzfluss werden würde.
Am 25. April 1945 trafen sich die Fronten der sowjetischen und US-amerikanische Truppen in Strehla bei Torgau an der Elbe. (Am 26. April wurde dieses Treffen symbolisch auf der Elbe nachgefilmt.) In Thüringen und Westsachsen nährte dieses weite Vorrücken der amerikanischen Truppen die Hoffnung, dass diese Gebiete nicht sowjetisch besetzt werden könnten. Später räumten die Amerikaner diese besetzten Gebiete aber wieder und gaben sie an die sowjetische Verwaltung ab.
Definitiv zwischen den Besatzungszonen lag die Elbe auf den Flusskilometern 473 (Schnackenburg) bis 566 (östlich Lauenburg). Hier grenzte die Britische Besatzungszone an die Sowjetische im Osten. Bis 1961 blieb diese Grenze eine sogenannte "grüne Grenze", wurde also nicht durch feste Anlagen gesichert. Anfangs wenig, wurde sie nach und nach von Grenzschutztruppen der DDR zu Lande und zu Wasser bewacht. In dieser kurzen Zeit starben verhältnismäßig die meisten Menschen an der Demarkationslinie bei Fluchtversuchen.
Im Jahr 1961 begann die DDR ihre Grenze durch feste Anlagen zu sichern. Anfangs nur um Westberlin, begann sie auch schnell die Innerdeutsche Grenze im Westen zu festigen. Nach einiger Zeit war fast jeder Abschnitt durch mehrere Mauern und Zäune sowie Posten und Streifen der Grenztruppen der DDR, teilweise durch Selbstschussanlagen, gesichert.
Im Bereich der Elbe wurde die Grenze und ihre auf DDR-Seite vorgelagerten Sperrgebiete ganz besonders für das Dorf Rüterberg zur Strapaze. Nach Grenzstreitigkeiten - man konnte sich nie einigen, ob die Grenze nun in der Mitte der Elbe oder am Ostufer lag - wurde das Dorf, das auf einer Flugsanddüne erhöht direkt am geschwungenen Elbufer liegt, auch von der DDR-Seite durch Zäune abgeschnitten. Die Bewohner durften den einzigen Durchgang durch die Absperrung zur sonstigen DDR nur zu bestimmten Zeiten passieren und keinen Besuch empfangen. Nach der Wiedervereinigung erlaubte der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern dem Dorf, sich "Dorfrepublik Rüterberg 1966-1989" zu nennen.
Kulturräume und -landschaften
Dorfrepublik Rüterberg
Dorfrepublik Rüterberg]]
Dorfrepublik Rüterberg
Die Elbe ist zwar wesentlich dünner besiedelt als vergleichbare Ströme in Europa. Trotzdem haben sich an ihren Ufern Kulturräume, -landschaften und -objekte von hohem internationalem Wert gebildet.
Kulturräume lassen sich nach dichter besiedelten Räumen, aber auch nach Landschaften und landwirtschaftlichen Nutzräumen einteilen. Wichtige solcher kulturlandschaftlichen Einheiten sind Böhmen, das Obere Elbtal um Dresden, der Raum um Magdeburg, Dessau und Wittenberg und das hanseatische Gebiet von Hamburg. Nach Kriterien der landwirtschaftlichen Nutzung sind beispielsweise im Oberen Elbtal ein Weinanbaugebiet, im weiteren Umfeld Magdeburgs die fruchtbare Lößlandschaft der Magdeburger Börde und entlang der linken Unterelbe das Alte Land als bedeutendes Obstanbaugebiet hervorzuheben.
In Städten an der Elbe liegen innerhalb Deutschlands insgesamt vier Stätten des Weltkulturerbes der UNESCO. Einige stehen dabei in enger Beziehung zur Elbe, vor allem, wenn es sich um Kulturlandschaften handelt. Bei Einz
LedaLeda bezeichnet
#in der griechischen Mythologie eine Königin Spartas, siehe Leda (Mythologie)
#einen Mond des Planeten Jupiter, siehe Leda (Mond)
#einen Asteroiden, siehe Leda (Asteroid)
#eine Programmiersprache
#eine Sammlung von Algorithmen des Max-Planck-Instituts für Informatik
#einen Nebenfluss der Ems, siehe Leda (Fluss)
als:Leda
Ilmenau (Fluss)Die Ilmenau ist ein linker Nebenfluss der Elbe. Südlich von Uelzen in der Lüneburger Heide entsteht sie aus den Quellflüssen Gerdau und Stederau. Die Ilmenau fließt bei Hoopte (in der Nähe von Winsen/Luhe) in die Elbe. Sie ist 107 km lang.
Die Ilmenau ist von Lüneburg flussabwärts auf einer Länge von 28,84 km schiffbar und als Binnenschifffahrtsstraße klassifiziert. Auf der Strecke von Lüneburg bis Hoopte sind drei Schleusen (bei Bardowick, Wittorf und Fahrenholz) zu passieren. Die verkehrstechnische Bedeutung der Ilmenau ist allerdings gering. Früher wurde z.B. eine holzverarbeitende Fabrik auf dem Wasserweg beliefert. Von Lüneburg aus verkehren im Sommer Ausflugsboote flussauf- und flussabwärts.
Wassersport
In ihrem Oberlauf von Uelzen bis Lüneburg bietet die Ilmenau eine flotte Strömung mit nur einem Wehr und schöne Landschaften. Sie ist daher gut geeignet für Wanderfahrten mit dem Kanu oder Kajak.
Weblinks
- [http://www.elwis.de/Schifffahrtsrecht/BinSchStrO/zweiterTeil/kapitel18/kapitel18.html BinSchStrO - Regelungen Ilmenau]
- [http://www.elwis.de/NfB/Schleusenbetriebszeiten/schl_ilm/index.html ELWIS: Schleusenbetriebszeiten Ilmenau]
- [http://www.elbetreff.de/ELBE/Bilder/hoopte/hoopte_ilmenau.html Die Elbe bei Hoopte und Ilmenaumündung]
Kategorie:Fluss in Deutschland
Kategorie:Fluss in Niedersachsen
Kategorie:Lüneburger Heide
Kapitän
Das Wort Kapitän führt auf das lateinische caput - Haupt, und das davon abgeleitete Wort capitaneus - Anführer, zurück und hat in fast alle europäischen Sprachen Eingang gefunden, bezeichnet den Führer eines Schiffes.
Insbesondere auf großen Schiffen hat er eine Vielzahl an Aufgaben und Verantwortlichkeiten, z.B. für das Schiff als solches, dessen Teilnahme am Verkehr und technische Prozesse, die Besatzung, die Arbeitsorganisation (Betriebsleiter), die Passagiere, die Sicherheit, die Ladung (z.B. Frachtführer) und die Navigation. Seine nächsten Mitarbeiter sind der erste, zweite, dritte oder vierte Offizier, der Steuermann, der Rudergänger, der Navigator, der Bootsmann und Matrosen. Er muss die erforderlichen Patente zum Führen des Wasserfahrzeuges vorweisen. Die Ausbildung erfolgt an Seefahrtsschulen, Fachhochschulen oder Universitäten. Kapitäne sind meist bei Reedereien angestellt. In größeren Häfen arbeiten Hafenkapitäne. In Sport und Freizeit spricht man von Skippern.
Geschichte
Die nordeuropäischen mittelalterlichen Segelschiffe fuhren unter einem "Master" als Schiffsführung. Dieser Master war der seemännische und nautische Leiter eines Schiffes. Seine Helfer waren die Mates/Maten.
Als man anfing, die Handelsschiffe (es gab noch keine regelrechten Kriegsschiffe in Nordeuropa) gegen Überfälle zu bewaffnen, gab man dem Master einen militärischen "Captain" samt einigen Offizieren und militärischer Besatzung mit, welche den Kampf dann übernahmen, wenn es soweit kam.
Der bisherige Führer des Schiffes (der Master und sein Mate) wurden dem Militär untergeordnet und blieben als Segel- und Navigationspersonal an Bord. Damit hieß der Schiffsführer dann Captain, seine direkten Assistenten wurden Offiziere. So wurde aus dem Landsknecht-Kapitän ein Schiffskapitän und nicht umgekehrt, aus einem Schiffskapitän ein Captain als militärischer Rang (z.B. in der US-Army). Der Captain entspricht dabei einem deutschen Kapitänleutnant oder Hauptmann.
Bei der Polizei werden Revierleiter oder vergleichbare Polizisten bei der Kriminalpolizei auch als Captain bezeichnet. Dieser Rang ist in etwa mit einem deutschen Polizei-/Kriminalhauptkommisar oder Erstem Polizei-/Kriminalhauptkommissar vergleichbar.
In englischsprachigen Ländern wird der Kapitän immer noch Master genannt und seine Steuerleute Mates.
Kapitäne mit einem Hochschulabschluß in Nautik führen den akademischen Grad Dipl.-Nautiker und qualifizieren sich mit einem Aufbaustudium zum Kapitän auf großer Fahrt.
Handelsschifffahrt
Der Schiffsführer eines zivilen Frachtschiffes ist der „Kapitän“. Dies ist eine Dienststellung, kein Dienstgrad. Er wird an Bord mit „Herr Kapitän“ angesprochen. Geht dieser zivile Kapitän von Bord, weil er durch einen Nachfolger abgelöst wurde, ist er kein „Kapitän“ mehr. Er ist dann ein Mensch mit einem nautischen Patent und erst auf seinem nächsten Schiff ist er dann wieder Kapitän.
Nur auf kleineren Schiffen geht der Kapitän noch selbst Wache. Auf größeren Schiffen und auf Großer Fahrt ist er meist wachfrei | | |