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| Befragung |
Befragung Bei einem Interview ('intevju:) handelt es sich um eine Befragung durch einen oder mehrere Fragesteller (sogenannte Interviewer) mit dem Ziel, persönliche Informationen oder Sachverhalte zu ermitteln.
Typologie
Man unterscheidet grob zwischen unstrukturierten (auch: qualitative, freie, non-direktive, narrative) und strukturierten (auch: quantitative, standardisierte) Interviews, wobei Misch- oder Zwischenformen ebenso möglich sind. Die freieren Formen laufen ähnlich wie normale Gespräche ab, bei denen lediglich das Thema oder ein grober Leitfaden vorgegeben ist. Hingegen arbeitet man in standardisierten Interviews einen strikt vorgegebenen Fragenkatalog ab, der meist kategoriale (Ja/Nein) oder skalierte (1="Stimme nicht zu", 5="Stimme voll und ganz zu") Antworten verlangt, die später statistisch analysiert werden.
Das Interview kann als einmalige oder als wiederholte Befragung angelegt sein, um bestimmte Entwicklungen des Meinungsbildes nachvollziehen zu können. Es kann als Einzel-Interview oder auch als Gruppen-Interview durchgeführt werden.
Anwendungsgebiete
Journalistische Formen
Die bekannteste Form ist das journalistische Interview, das für Textbeiträge, den Rundfunk und das Fernsehen mit einer Person der Zeitgeschichte (Politiker und andere Persönlichkeiten, die ein öffentliches Interesse betreffen) durchgeführt wird. Es taucht sowohl als Darstellungsform, aber auch als Recherchemittel auf.
Recherche
Während in der Presse- und Radioberichterstattung mit Interviews vor allem journalistische Ziele verfolgt werden, nehmen in den Fernsehprogrammen außerhalb der speziellen Berichterstattungssendungen vorwiegend unterhaltende Spielformen des Interviews breiten Raum ein. Medienwissenschaftler konstatieren, dass sowohl von den Zuschaueranteilen als auch vom öffentlichen Prestige etwa die Talkshow mit Sabine Christiansen die klassischen TV-journalistischen Formate ("Im Kreuzfeuer") in den Schatten gestellt haben. Vom deutschen Fernsehen her prominente Interviewer sind z.B.: Günter Gaus ("Zur Person"), Sandra Maischberger, Johannes B. Kerner .
In einigen Wissensgebieten haben sich journalistische Sonderformen zunehmend Geltung und Sendeplätze erobert, namentlich Wissenschaftsjournalisten und Medizinjournalisten, deren Arbeitsmittel neben der Durchforstung der aktuellen Forschungsergebnisse und deren allgemeinverständliche mediengerechte Aufbereitung das Experteninterview ist.
Kommerzielle Bedeutung
Interviews werden in der empirischen Sozialforschung, in der Meinungsforschung und in der Marktforschung eingesetzt, um durch mehr oder weniger standardisierte Fragen ein Meinungsbild einer größeren Gesamtheit (z.B. der Bevölkerung einer Region oder des ganzen Landes) zu bestimmten Themen, Zeitfragen oder Produkten zu erhalten. Eher aktualitätsbezogene und kurze Fragekataloge können per telefonischer Befragung ermittelt werden, während umfassendere Fragestellungen nach wie vor von geschulten Interviewern per Hausbesuch durchzuführen sind.
Da in Zeiten der Marktsättigung in vielen Wirtschaftszweigen (z.B. Pharmaindustrie, Nahrungsmittelindustrie, Möbelindustrie) die Ausgaben für Marketing die Ausgaben für Forschung und Entwicklung übertreffen, verwundert es nicht, dass es sich hier um einen Milliardenmarkt handelt. Denn die Entwicklungen der Werbeindustrie beruhen weitgehend auf der ständigen Marktbeobachtung mit Hilfe der Interviews der Marktforschungsunternehmen.
Nur Fachleuten ist hingegen klar, dass die meisten aktuellen, veröffentlichten Wirtschaftsnachrichten und -analysen in weitem Umfang auf Fragebögen, Direktinterviews und PR-Arbeit aus den Unternehmen beruhen, die von zum Teil spezialisierten Nachrichtendiensten dann mediengerecht aufbereitet und verbreitet werden. Auch dies ist ein Markt, in dem viel Geld umgesetzt wird.
Werbeindustrie
Wissenschaftliche Einsatzgebiete
Einen großen Stellenwert als Basis für die Analyse- und Dokumentationsarbeit haben Interviews wissenschaftlich in der Sprachwissenschaft (Sprachatlas, Mundartforschung), in der Volkskunde (Gewährsleute, Oral History) und in der Geschichtswissenschaft (Zeitzeugen, Technikgeschichte, Sozialgeschichte).
Neben Experimenten und anderen Beobachtungstechniken wird in der wissenschaftlichen Psychologie auch weiterhin ganz überwiegend mit validisierten, statistisch auswertbaren ausführlichen Fragebögen gearbeitet. In der Sozialpsychologie insbesondere werden häufig standadisierte Interviews zugrundegelegt, diese aber mit explorativen, offenen Interviews vorbereitet und für komplexere Fragen damit ergänzt.
In der Biographieforschung werden durch ausführliche wissenschaftliche Interviews Lebensverläufe bestimmter Bevökerungsgruppen dokumentiert, um geglückte oder auch problematische individuelle Verhaltensweisen, Mentalitäten und soziale Entwicklungen genauer untersuchen zu können. Besonders in der Kriminologie (Jugendkriminalität, Intensivtäter, Gewaltprävention) liegt die dringende Notwendigkeit und Relevanz solcher Forschung unmittelbar auf der Hand. In der Geschlechterforschung werden durch unterschiedliche Interviewformen die spezifischen Unterschiede in Verhalten und Habitus zwischen Männern und Frauen sowie unterschiedlichen Untergruppen derselben herausgearbeitet.
Sonderformen
Die alltäglichste Erscheinungsform des Interviews ist das Vorstellungsgespräch bei der beruflichen Bewerbung, dem in Großunternehmen häufig ein strukturiertes Einstellungsinterview in Gestalt eines umfangreichen standadisierten Fragebogens vorausgeht.
In der medizinischen Diagnostik nennt man das Interview durch den behandelnden oder in der Klinik stationär aufnehmenden Arzt die Anamnese.
In der psychologischen und psychologisch-pädagogischen Diagnostik dienen diagnostische Interviews dazu, über einzelne Individuen möglichst umfangreiche, aussagekräftige Informationen zutage zu fördern. In qualitativen Interviews soll durch gezieltes Hinterfragen von Antworten und durch freies Erzählen sowie themenzentrierte Ausführungen der Probanden ein möglichst vorurteilsfreies und nicht von normengestützten Vergleichsinteressen geleitetes Bild der Persönlichkeit oder der individuellen Denkleistungen erzeugt werden. So können z.B. Aussagen über das individuelle, inhaltlich-mathematische Denken (siehe auch: Qualitative Diagnostik) oder andere Sachgebiete gemacht werden.
Weitere Abwandlungen des Interviews sind das polizeiliche Verhör und die gerichtliche Befragung.
Bei der Pressekonferenz werden eher Stellungnahmen verbreitet und nur vereinzelte Fragen gestellt.
Literatur
- Jochen Gläser, Grit Laudel: "Experteninterviews und qualitative Inhaltsanalyse : Instrumente rekonstruierender Untersuchungen". 1. Aufl. UTB, Stuttgart 2004. 340 S. ISBN 3-8252-2348-5
- Cornelia Helfferich: "Die Qualität qualitativer Daten : Manual für die Durchführung qualitativer Interviews; Lehrbuch. 1. Aufl. - Wiesbaden : VS, Verl. für Sozialwiss., 2004. 187 S. ISBN 3-8100-3756-7
- Gerhard Amendt: "Scheidungsväter". 1. Aufl. - Bremen : IGG, Institut für Geschlechter- und Generationenforschung, 2004. 238 S. ISBN 3-88722-570-8
- Alexander Bogner: "Das Experteninterview : Theorie, Methode, Anwendung". Opladen: Leske + Budrich, 2002. 278 S. ISBN 3-8100-3200-X
- Peter Alheit, Kerstin Bast-Haider, Petra Drauschke: "Die zögernde Ankunft im Westen : Biographien und Mentalitäten in Ostdeutschland". Frankfurt [u.a.] : Campus, 2004. 349 S. Reihe Biographie- und Lebensweltforschung des Interuniversitären Netzwerkes Biographie- und Lebensweltforschung (INBL); ISBN 3-593-37484-6
- Gerald Richter: "Was misst das strukturierte Einstellungsinterview?? : Studien zur Konstruktvalidität des Multimodalen Interviews". 144 Bl. Marburg, Univ., Dissertation 2003.
- Christiana Berner: "Der Topmanager zwischen Anspruch und Realität : Aufgaben - Images - Selbstverständnis". Tectum-Verl., Marburg 2003. 271 S. (Kassel, Univ., Diss., 2001) ISBN 3-8288-8462-8
- Ginsburg, Herbert P. / Jacobs, Susan F. / Lopez, Luz Stella: The Teacher's Guide to Flexible Interviewing in the Classroom. Learning what Children know about Math. Needham Heights 1998, Allyn&Bacon, ISBN 0-205-26567-7
Weblinks
- [http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/FORSCHUNGSMETHODEN/Interview.shtml arbeitsblaetter.stangl-taller.at/] Das qualitative Interview
- [http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/FORSCHUNGSMETHODEN/NarrativesInterview.shtml arbeitsblaetter.stangl-taller.at/] Das narrative Interview
- [http://www.rhetorik.ch/Interviewtechnik/Interviewtechnik.html http://www.rhetorik.ch/Interviewtechnik/Interviewtechnik.html] Interviewtechnik
- [http://www.planet-interview.de Planet-Interview.de] Portal für Interviews mit Interview-Ticker, Interview-News, Link-Datenbank und einer Sammlung von ca. 350 Interviews mit Prominenten
Kategorie:Journalismus
Kategorie:Empirische Sozialforschung
Kategorie:Empirie
Kategorie:Psychologie
Kategorie:Fernsehen
ZeitgeschichteAls Zeitgeschichte wird im deutschen Sprachraum jener Abschnitt der neuesten Geschichte bezeichnet, dessen Auswirkungen noch spürbar in die Gegenwart hineinreichen.
Im engeren Sinn zählt man diejenige Geschichte zur Zeitgeschichte, über die von heute noch lebenden Zeitzeugen berichtet werden kann. Es handelt sich also nicht um eine abgeschlossene Epoche, sondern um ein sich ständig veränderndes Kontinuum.
Derzeit versteht man unter Zeitgeschichte noch die Epoche seit dem Ende des 1. Weltkriegs bzw. seit der Oktoberrevolution in Russland ab 1917. Für eine Zäsur im Jahr 1917 sprechen mehrere Gründe:
- Die Epoche seit 1917 ist eine Zeit, in der die alten Monarchien, in der die Fürsten in den meisten europäischen Staaten noch die letztliche Regierungsgewalt hatten, neuen Gesellschaftsentwürfen weichen mussten. Vor der Durchsetzung republikanisch-demokratischer Strukturen war die Zeitgeschichte auch geprägt von linken und rechtsextremen Diktaturen, einerseits des Kommunismus (in der Sowjetunion (UdSSR), den Staaten des Ostblocks in Europa ab 1949, der Volksrepublik China ab 1949 u. a. (vgl. auch Kommunistische Partei)) und andererseits seines ideologischen Gegenparts, des Faschismus, der in verschiedenen Varianten die Zeitgeschichte in der Mitte des 20. Jahrhunderts prägte (1922 bis 1943 in Italien, zwischen 1933 und 1945 in Deutschland (Nationalsozialismus, Holocaust und 2. Weltkrieg), zwischen 1939 und 1974 in Spanien.
- Durch die Oktoberrevolution in Russland wurde der Grundstein gelegt für die spätere Spaltung der Welt in zwei Blöcke und die Phase des Kalten Kriegs, die dem 2. Weltkrieg folgte und die bis zum Niedergang der UdSSR um 1990 andauern sollte. Dem kalten Krieg zwischen den "kapitalistischen", pluralistisch-demokratischen Systemen des Westens, angeführt durch die Supermacht USA einerseits und den "kommunistischen", so genannten realsozialistichen Systemen des "Ostblocks", angeführt durch die Supermacht UdSSR andererseits, lag die ideologische, politische, ökonomische, militärische und technologische Konkurrenz der USA und der UdSSR zugrunde.
- Mit ihrem Kriegseintritt in den Ersten Weltkrieg vollzogen die USA einen Bruch in ihrer bisherigen, gegenüber Europa isolationistischen Außenpolitik. Dies ist ebenfalls im Hinblick auf die spätere Teilung der Welt eine wichtige Zäsur. Außerdem intervenierten die USA damit erstmals in Europa und nicht umgekehrt.
Siehe auch
- Zeitskala, Jahreskalender (einzelne Jahre 1000-2004), Jahrzehnte, Historische Jahrestage im Chronik-Kalender (für ein bestimmtes Datum), Aktuelle Ereignisse, Moderne, Postmoderne, Nationalsozialismus, Holocaust, Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Kalter Krieg, Neoliberalismus, Islamismus, Portal:Geschichte, Faschismus, Kommunismus, Kommunistische Partei, Kulturrevolution, Oktoberrevolution, Demokratie, Alte Geschichte, Neuzeit, Schüleraktion: A Letter To The Stars
Weblinks
- [http://www.vl-zeitgeschichte.de Virtual Library Zeitgeschichte]
- [http://www.zeitgeschichte-online.de Zeitgeschichte Online]
Kategorie:Geschichtswissenschaft
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RechercheDer Begriff Recherche (franz. rechercher "suchen nach", gleichbedeutend: Investigation) bezeichnet die nicht-beiläufige, "professionelle" Suche nach Informationen.
Definition laut Michael Haller
"Das Recherchieren ist im engeren Sinne ein Verfahren zur Beschaffung und Beurteilung von Aussagen, die ohne dieses Verfahren nicht preisgegeben, also nicht publik würden. Im weiteren Sinne ist es ein Verfahren zur adäquaten Abbildung realer, d.h. sinnlich wahrgenommener Wirklichkeit mit den Mitteln der Sprache."
Wissenschaftliche Recherche
Während einer intensiven Auseinandersetzung ist es notwendig, sich mit bestimmten Themen und Bereichen des betroffenen Fachgebietes zu befassen. Vorteilhaft ist, dass man oftmals auf Vorwissen zurückgreifen kann, z. B. aus besuchten Veranstaltungen, von vorhergegangenen Recherchen und von Bekannten. Dieses Vorwissen ist entscheidend für die Wahl der Vorgehensweise und die Suche nach geeigneter Literatur.
Um sich die wissenschaftlichen Grundlagen zu seinem Thema zu erschließen, ist es oft nötig, im größeren Rahmen Literatur heranzuziehen. Bei diesem Prozess der Recherche können nachfolgende Hinweise vielleicht eine Hilfe sein.
Recherchieren im wissenschaftlichen Kontext wird folgendermaßen aufgefasst:
- Nachforschen
- sich über etwas informieren, um Bescheid zu wissen
- sich etwas systematisch erschließen
- Hintergründe und Umstände kennen lernen
- sich ein Bild machen können
Prozess der Recherchierens (in Anlehnung an Landwehr 1977, 16f.)
1. Phase - vor dem Recherchieren
- Detaillierte Problembeschreibung des Themas erstellen
- Gliederung, Ablaufplan
2. Phase - beim Recherchieren
- Neue Informationen permanent einbauen
- Überarbeitung, ggf. Veränderungen oder
- Neufassungen vornehmen
3. Phase - nach dem Recherchieren
- Auswertung der Informationen
- Zielfixierung und endgültige Problembestimmung bzw. Gewichtung
- Aufstellen eines endgültigen Ablaufplans
Journalistische Recherche
Journalistische Recherche bezeichnet das eigenständige Beschaffen von Informationen, im Gegensatz zum bloßen Verarbeiten von Pressemitteilungen, Agenturmaterial oder Pressekonferenzen.
Die journalistische Recherche sammelt möglichst vielfältige Informationen, die ein bestimmtes Thema aus unterschiedlichen und widerstreitenden Blickwinkeln beleuchten, um so eine ausgewogene Berichterstattung zu ermöglichen. Im Idealfall sollte jede Information, die in journalistische Arbeit einfließt, durch Recherche abgesichert werden. In der Praxis würde dies im Regelfall einen zu großen Aufwand bedeuten.
Journalistische Recherche benutzt viele Werkzeuge: unter anderem Archive, persönliche Gespräche mit Betroffenen, Fachleuten und Augenzeugen, offizielles Pressematerial, Fachliteratur oder das Internet.
:Die Recherche ist die Kür des Journalismus: Nur so erfahren die Menschen die Ereignisse, die ohne die Mühe des Journalisten niemals ans Licht gekommen wären. Keine journalistische Aufgabe ist schwieriger, aber auch so abhängig von Zufällen, vom Glück - und von einer detektivischen Kleinarbeit. Nur der Fleißige und Couragierte nimmt sie auf sich. (Wolf Schneider, Paul-Josef Raue: Handbuch des Journalismus)
Als Vorbild des recherchierenden Journalismus in Deutschland wird gemeinhin Hans Leyendecker bezeichnet.
Siehe auch: Investigativer Journalismus
Weitere Formen der Recherche
Auch Detektive bzw. Detekteien führen Nachforschungen an. Die Polizei führt Kriminalistische Untersuchungen durch und Geheimdienste spionieren. Dabei werden unter anderem auch illegale Methoden wie das Abhören eingesetzt. Marktforschungsinstitute untersuchen Konsumenten und Märkte, andere Recherchedienste haben sich beispielsweise auf die Patentrecherche spezialisiert.
Recherchedienstleister nennen sich Information-Broker. Sie führen professioelle Internetrecherchen durch und haben Zugriff auf kostenpflichtige Quellen.
Neben kommerziellen Recherchediensten gibt es auch mehrere Webseiten, bei denen Privatleute Fragen zu verschiedenen Themen beantworten, beispielsweise Meta-re-search und Wikipedia:Auskunft. Das Auffinden von Informationen für Zwecke der Wikipedia erleichtert die Seite Wikipedia:Recherche, die natürlich auch für andere Informationssuchende nützlich sein kann.
Auch Bibliotheken übernehmen Rechercheaufträge. Beispielsweise werden Anfragen bei
http://www.internetbibliothek.de innerhalb von 24 Stunden von Auskunftsbibliothekaren beantwortet.
Siehe auch: Information retrieval, Suche, Investigativer Journalismus, Deep Web
Weblinks
- [http://www.midas-net.de/midasivs.html Informationsvermittlungsstellen (IVS) in Deutschland] (midas-net)
- [http://www.rechercheportal.de ziemlich grosses Datenbankverzeichnis, redaktionell kommentiert]
- [http://www.netzwerk-recherche.de/ Netzwerk Recherche: Lobbyverein für den investigativen Journalismus]
Kategorie:Journalismus
Kategorie:Dokumentation
Rundfunk
Rundfunk bezeichnet die Übertragung von Informationen jeglicher Art (beispielsweise Bilder, Ton, Text) über elektromagnetische Wellen (siehe auch: leitungslose Telekommunikationsverfahren), wobei die Informationen für die Öffentlichkeit gedacht sind und von jedermann empfangen werden können. Dies schließt auch kodierte Informationen ein, die gegen Bezahlung entschlüsselt werden können. Der Begriff "Rundfunk" wurde von dem Radiopionier Hans Bredow im November 1919 geprägt. Die Wortschöpfung geht auf das ursprüngliche Verfahren der drahtlosen Telegraphie zurück.
Zum Rundfunk gehören insbesondere der Hörfunk (Radio) und das Fernsehen.
Umgangssprachlich ist mit Rundfunk meist Hörfunk gemeint ("Rundfunk und Fernsehen"), was jedoch inhaltlich falsch ist. Rundfunk umfasst Hörfunk genauso wie Fernsehen, DAB, DRM oder DVB-T, sowie Fernsehen und Radio über Satellit (analog, DVB-S, ADR, Worldspace). Eine Sonderform ist das Internet-Radio.
Die Bezeichnung Rundfunk bedeutet nicht, dass Rundfunksender stets über Antennen mit Rundstrahlcharakteristik verfügen. In allen Rundfunkbereichen - von der Langwelle bis zur Ultrakurzwelle - werden zur besseren Versorgung bestimmter Gebiete teilweise Richtstrahlantennen verwendet. Dies wird für die entsprechenden Standorte im Rahmen von Frequenzkoordinationen (wie sie in internationalen Abkommen, zum Beispiel dem Genfer Wellenplan definiert sind) festgelegt. Weiterhin gibt es Sendeanlagen, insbesondere im Langwellen- und Mittelwellenbereich, die zu bestimmten Zeiten (meist tagsüber) mit Rundstrahl- und nachts mit Richtstrahlantenne arbeiten.
Gesetzliche Grundlagen
In Deutschland wird der Rundfunk durch zahlreiche Gesetze geregelt (siehe auch: Rundfunkrecht). Da er in den Bereich der Landesgesetzgebung fällt, besteht seine gesetzliche Grundlage im Rundfunkstaatsvertrag. Ausführende Behörde sind die Landesmedienanstalten der einzelnen Bundesländer, die für die Frequenzvergabe und Lizenzierung zuständig sind. Diese gesetzlichen Grundlagen wurden durch die Rundfunk-Urteile des Bundesverfassungsgerichtes entscheidend geprägt und konkretisiert.
Man spricht beim Rundfunk auch von einem dualen System, da auf der einen Seite öffentlich-rechtliche Anstalten (WDR, SWR etc.) und auf der anderen Seite private Rundfunkanbieter parallel existieren. Dazu gibt es noch den Nichtkommerziellen Lokalfunk, der in den Landesmediengesetzen unterschiedlich eigenständig bewertet wird.
Weiterhin senden Rundfunksender für die Versorgung der alliierten Streitkräfte (AFN und BFBS), Staten Wires (-SW-). Sowohl der AFN als auch der BFBS senden nur auf Englisch und können in vielen Teilen Deutschlands empfangen werden (AFN nachts in ganz Deutschland auf der Mittelwellen-Frequenz 873 kHz). Auch einige Auslandsdienste senden von Deutschland. Es sind dies Radio Free Europe/Radio Liberty auf Kurzwelle in Lampertheim und Biblis, die Voice of America (VoA) in Ismaning bei München und die Stimme Russlands in Wachenbrunn. Daneben sendet seit 1955 der französischsprachige Sender Europe 1 sein kommerzielles Programm auf der Langwellen-Frequenz 183 kHz von Felsberg-Berus aus mit einer Leistung von 2.000 Kilowatt nach Frankreich. Dieser Sender ist der älteste private Rundfunksender in Deutschland und verdankt seine Entstehung dem besonderen Statut des Saarlands in den 50er Jahren. Ein weiterer Sender ist der Evangeliumsrundfunk (ERF) mit Sitz in Wetzlar.
Im Falle der Sender der alliierten Streitkräfte und der von Deutschland aus senden Auslandsdienste beschränkt sich die Zuständigkeit der deutschen Behörden auf rein technische Angelegenheiten, wie die Zuteilung der Sendefrequenz.
Durchführung des Sendebetriebs
In vielen Ländern ist die Durchführung des Studio- und des Sendebetriebs organisatorisch getrennt, wobei den Sendebetrieb in diesen Fällen meist die nationale Fernmeldebehörde übernimmt.
In Deutschland stellt sich die Situation (auch nach Fall des Fernmeldemonopols) so dar:
Der Sendebetrieb der Landesrundfunkanstalten in den alten Bundesländern erfolgt im Regelfall von Anlagen, die den Landesrundfunkanstalten gehören, während er in den neuen Bundesländern im Regelfall von Anlagen der Deutschen Telekom AG erfolgt. Die Programme von ZDF, Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur werden bundesweit zum größten Teil über Anlagen der Deutschen Telekom AG abgestrahlt. AFN und BFBS benutzen teilweise Anlagen der Deutschen Telekom AG zur Verbreitung ihrer Programme, teilweise betreiben sie auch ihre eigenen Sender. Radio Free Europe/Radio Liberty und die Voice of America betreiben ihre Anlagen im Eigenbetrieb, während die Stimme Russlands auf Anlagen der Deutschen Telekom AG zurückgreift. Der Privatsender Europe 1 betreibt seinen Sender in Felsberg-Berus in Eigenregie, während alle anderen privaten Rundfunksender in Deutschland Anlagen der Deutschen Telekom AG oder der Landesrundfunkanstalten zur Verbreitung ihrer Programme nutzen.
Siehe auch
- Geschichte des Hörfunks- und Fernsehens
- Portal:Hörfunk und Portal:Fernsehen
Weblinks
- [http://www.dra.de Deutsches Rundfunkarchiv]
- [http://www.freieradios.net Archiv freier Radios]
Kategorie:Funktechnik
Kategorie:Medien
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Kategorie:Journalismus
ja:放送
simple:Broadcast
UnterhaltungEine Unterhaltung ist:
- Ein Medium der Verständigung
Gespräch
Ist eine lustvolle Unterhaltung zwischen mindestens zwei Personen, die sich mittels der Sprache die verbal, akustisch stattfindet, bedient.
Kommunikation
Ist eine Unterhaltung zwischen Individuen, die sich mittels einer kommunikativen Sprache die verbal, akustisch eventuell der Gesten der körperlichen Verständigungsform bedient oder auch im schriftlichen Verfahren, unterhaltend ist, in Verbindung zu bringen ist.
Comedy
Ist eine kreative Unterhaltungsform, die sich eines Geschehens bedient, die lustigsten Phasen heraus arbeitet, aufwertet, verherrlicht und mit Hilfe von Rollenspielen Theater oder anderen bestimmten Wiedergabeformen, unterhaltsames Medienmaterial schafft und selber inszeniert wieder gibt.
- die Aufrechterhaltung eines Gebäudes, s. Unterhaltung_(Bauwesen)
- eine Freizeitbeschäftigung, s. Unterhaltung_(Freizeitbeschäftigung)
Prestige
Das Wort Prestige (von lat.: praestigium = Blendwerk) bezeichnet das Ansehen einer Person, Gruppe oder Institution in der Öffentlichkeit eines bestimmten kulturellen Umfeldes. Der Begriff Prestige ist eng verbunden mit dem Begriff Status.
Das Prestige eines Akteurs zählt zu den so genannten kulturellen Ressoucen. Ein sozialer Akteur kann sein Prestige durch bestimmte Aktionen erhöhen oder verlieren. Durch die Erhöhung seines Prestiges hat er die Möglichkeit, seinen Status zu beeinflussen, was ihm wiederum ermöglicht, an Macht zu gewinnen.
Verschiedene Gesellschaften kennen verschiedene Möglichkeiten des Prestigegewinns durch "demonstrativen Konsum". So kennen beispielsweise manche indigene Völker Süd- und Nordamerikas ein Ritual namens Potlatch, bei dem ausgiebig Wertvolles verbraucht, ja vernichtet wird, mit dessen Hilfe aber viel Prestige gewonnen werden kann.
Im Gegenfall spricht man von einem Prestigeverlust, z.B. einer politischen Partei nach einer Wahlniederlage.
Auch in industriellen und postindustriellen Gesellschaften haben Akteure (d.h. Individuen, Gruppen oder Institutionen), die Tendenz, möglichst viel Prestige zu sammeln, um dadurch ihren Status zu erhöhen. So hat beispielsweise der von einer Person ausgeübte Beruf einen großen Einfluss auf das Ansehen einer Person (der Beruf des Arztes oder der Anwältin bringt mehr Prestige als der Beruf eines Müllmanns oder einer Kassiererin im Supermarkt).
Der Soziologe Heinz Kluth unterschied in Sozialprestige und sozialer Status bereits in den 1950er Jahren, gestützt auf die Begriffe von Talcott Parsons, zwischen "Sozialprestige" (Geltung kraft diffuser Zuschreibung) und "sozialem Ansehen" (Geltung kraft empirisch zugänglicher "Leistung").
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Siehe auch : Prestigeobjekt, Statussymbol, Charisma, Ehre, Ruhm, Simple living, Soziales Kapital, symbolisches Kapital, Schallplatten, Jazz
Kategorie:Soziologie
TalkshowEine Talkshow ist eine Unterhaltungssendung in Form eines Gesprächs im Fernsehen oder (seltener) im Hörfunk. Das Gespräch findet dabei entweder, ähnlich einem Interview, zwischen dem Gastgeber und einem Talkgast oder als Diskussion zu einem gegebenen Thema unter den Talkgästen selber statt. In letzterem Fall leitet der Gastgeber normalerweise als Moderator die Diskussion.
Der Begriff "talk show" kommt aus den USA, wo diese Form der Unterhaltung in den 1950ern aufkam. (Im britischen Englisch wird für dieses Fernsehgenre der Ausdruck "chat show" verwendet.) Die erste Talkshow in Deutschland war die WDR-Produktion "Je später der Abend" mit Dietmar Schönherr, die am 18. März 1973 auf Sendung ging.
Es wird oft zwischen seriöseren und unseriöseren Talkshows unterschieden, wobei erstere zumeist im Abendprogramm, letztere eher im Tagesprogramm gezeigt werden. Die hochwertigen Exemplare zeichnen sich dabei angeblich durch intellektuell anspruchsvollere Themen (Politik, Kultur) und die Prominenz der Gäste aus. Die als weniger seriös angesehenen hingegen beschäftigen sich vornehmlich mit (trivialeren) Alltagsthemen (z. B. "Sind Dicke attraktiv?" "Sind Arbeitslose selbst schuld an ihrem Schicksal?" "Abgebrüht! Meine Schwester klaute mir die Frau!"). Gäste sind seltener Prominente, sondern durchschnittliche Menschen, oft aus sozial niedrigen und eher bildungsfernen Schichten.
Einigen der Talkshows wurde der Vorwurf gemacht, oft bezahlte Laiendarsteller einzusetzen, die die von der Redaktion ausgesuchten Meinungen eigentlich nicht wirklich vertreten. Manche Gäste nutzten Talkshows als öffentliches Forum, um ihre Beziehungsstreitigkeiten auszutragen, Heiratsanträge zu machen, ihr Weltbild, persönlichen Probleme oder Krankheiten vorzustellen. Kritiker beklagen, diese Menschen würden im Fernsehen nur vorgeführt, aber nicht ernstgenommen. Eine mögliche Hilfe für ihre Probleme oder Lösungsvorschläge würden diese Menschen auch nicht bekommen.
Charakteristika des Affektfernsehens nach Bente/Fromm 1997, S. 20
- Personalisierung, das heißt, die Darstellung ist auf das Einzelschicksal, auf die unmittelbar betroffene Einzelperson zentriert; Allgemeines tritt hinter dem Individuellen zurück; die Person des Moderators schafft ein Klima der Vertrautheit und Verlässlichkeit.
- Authentizität, das heißt, die "wahren" Geschichten der unprominenten Personen werden je nach Sendekonzept entweder erzählt oder zum Zwecke der medialen Verbreitung vor der Kamera inszeniert. Der Live-Charakter unterstreicht die Authentizität des Gezeigten.
- Intimisierung, die vormals eindeutig im privaten Bereich liegende persönliche Belange und Aspekte zwischenmenschlicher Beziehungen werden zum öffentlichen Thema.
- Emotionalisierung, die Sendungen betonen den emotionalen Aspekt der Geschichten, das persönliche Erleben und Empfinden, weniger die Sachaspekte. Die Kamera unterstützt diese Tendenz, indem sie die Akteure in stark bewegten Momenten teilweise in der Großaufnahme zeigt.
Quelle:
Bente, Gary, Fromm, Bettina, Affektfernsehen. Motive, Angebotsweisen und Wirkungen. Opladen 1997
Vergleiche auch: Unterschichtenfernsehen
Eine spezielle Form der Talkshow ist die Late-Night-Show.
Beispiele
- aus den USA:
- The Oprah Winfrey Show
- aus Deutschland:
- NDR-Talkshow
- Boulevard Bio mit Alfred Biolek
- Johannes B. Kerner-Show
- Sabine Christiansen
- Berlin Mitte mit Maybrit Illner
- Menschen bei Maischberger
- Fliege - die Talkshow
- Arabella
- Hans Meiser
- Bärbel Schäfer
- Birte Karalus
- Vera am Mittag
- Britt - Der Talk um eins
- Oliver Geissen Show
- Ricky
- ZDF Nachtstudio (mit Volker Panzer)
- Das Philosophische Quartett
- Leute am Donnerstag
- aus Österreich:
- Guten Abend am Samstag mit Heinz Conrads
- Vera
- Club 2 mit Günther Nenning
- Phettbergs Nette Leit Show
- Die Barbara Karlich Show
weitere Beispiele siehe: Late-Night-Show
Weblinks
- [http://www.einseitig.info/html/content.php?txtid=168 Dirk Jürgensen: "Arabella. Der Fernsehkonsum und seine Folgen"]
- Bergmann, Knut, Transparenz statt „Vier-Augen-Gesellschaf. In: Impulse, November 2004. (http://www.impulse.de/the/man/259765.html)
Kategorie:Rundfunk
Kategorie:Fernsehformat
Günter GausGünter Gaus ( - 23. November 1929 in Braunschweig; † 14. Mai 2004 in Reinbek bei Hamburg) war ein deutscher Journalist, Publizist, Diplomat und Politiker.
Von 1974 bis 1981 war er Ständiger Vertreter der Bundesrepublik in der DDR. In dieser Position konnte er mit der DDR-Regierung viele Erleichterungen hinsichtlich der zwischenmenschlichen Beziehungen des deutsch-deutschen Miteinanders aushandeln. Zu seinen Verdiensten zählen unter anderem 17 Abkommen, die beispielsweise den Bau der Autobahn Hamburg-Berlin und Erleichterungen im Transit-Verkehr ermöglichten.
Einem breiteren Publikum wurde er durch seine TV-Interviewsendung "Zur Person" ab 1963 bekannt.
Er starb am 14. Mai 2004 an Kehlkopfkrebs.
Liste der Tätigkeiten
- Politischer Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" (1961-1965)
- Interview-Sendung "[http://www.orb.de/zurperson/index.jsp Zur Person]" im ZDF (ab 1963), ORB/RBB und dctp/SAT.1, Pause während seiner Zeit als politischer Beamter
- Fernsehdirektor beim Südwestfunk (1965-1968)
- Leiter des politischen TV-Magazins "Report" 1966
- Chefredakteur des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" (1969 - 1973)
- 1973 Staatssekretär im Bundeskanzleramt
- Ständiger Vertreter der Bundesrepublik in der DDR von 1974-1981, bekannt auch als Chefunterhändler
- 1981 Senator für Wissenschaft und Kunst in Berlin
- Seit 1990 Mitherausgeber der linken Wochenzeitung "Freitag"
- Mitglied der SPD von 1976 bis 2001, Parteiaustritt wegen "uneingeschränkter Solidarität" von Gerhard Schröder mit der USA-Regierung.
Auszeichnungen
- Adolf-Grimme-Preis, 1964 und 1965
- Autor des politischen Buches des Jahres, 1987
- Besondere Ehrung des Adolf-Grimme-Preises, 1988
- Deutscher Kritikerpreis, 1991
- Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis, 2001
Werke
- 1965: Bonn ohne Regierung?
- 1966: Gespräche mit Herbert Wehner
- 1983: Wo Deutschland liegt
- 1984: Deutschland und die Nato
- 1986: Die Welt der Westdeutschen
- 1988: Deutschland im Juni
- 2000: Was bleibt, sind Fragen. Die klassischen Interviews, Berlin: Verlag Das Neue Berlin, 540 S. ISBN 3-360-01012-4
- 2001: Zur Person. Zeugen der Geschichte, Berlin: Verlag Das Neue Berlin, 256 S. ISBN 3-360-01025-6
- 2004: Widersprüche. Erinnerungen eines linken Konservativen, Berlin: Propyläen, ca. 400 S. ISBN 3-549-07181-7
Weblinks
-
- http://www.rbb-online.de/_/zurperson/biografie_jsp.html - ausführliche Biografie
- http://www.schulte-schulenberg.de/n-tv/058.html - Maischberger-Interview
- http://www.phoenix.de/dokus/13086/index.html - Phönix-Interview
-
- http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/903/31872/ - Nachruf
- http://www.freitag.de/2004/22/guenter_gaus.php - Nachrufe
- http://www.guenter-gaus.de/ - Alle Interviews mit Politikern
- http://www.renegadenation.de/essays/demokrat.html - Essay: Warum ich kein Demokrat mehr bin
Gaus, Günter
Gaus, Günter
Gaus, Günter
Gaus, Günter
Gaus, Günter
Kategorie:Senatoren für Wissenschaft, Forschung, Kultur und Schule in Berlin
Gaus, Günter
Gaus, Günter
Gaus, Gunter
Gaus, Gunter
Johannes B. KernerJohannes Baptist Kerner ( - 9. Dezember 1964 in Bonn) ist ein deutscher Fernseh-Moderator.
Kerner wuchs in Berlin in einem streng katholischen Elternhaus auf und ging auf eine katholische Schule. Nach dem Abitur studierte er Betriebswirtschaftslehre.
Beim Sender Freies Berlin begann er 1986 als Praktikant seine Fernsehkarriere.
Als TV-Sportreporter moderierte er dort die Sendungen Sport 3 und SFB-Sportreport.
Von August 1992 bis 1996 moderierte Kerner das Sat.1-Fußball-Magazin ran.
1996 hatte er seine erste tägliche Talkshow Kerner.
1997 wechselt er zum ZDF. Hier moderiert er seitdem Das aktuelle Sportstudio im Wechsel mit Rudi Cerne, Wolf-Dieter Poschmann und Michael Steinbrecher und kommentiert Fußball-Länderspiele. Des Weiteren moderiert er den Jahresrückblick des ZDF Menschen.....
Seit Januar 1998 hat Kerner im ZDF seine eigene, nach ihm benannte, Talkshow, die seit Januar 2002 immer von Dienstags bis Freitags ausgestrahlt wird. In der Sendung, die von Kerners Produktionsfirma "A & I" für das ZDF produziert wird, befragt er Prominente zu aktuellen Projekten und zu ihrem Leben. Geprägt durch seinen eigenen Glauben thematisiert Kerner dabei auch immer wieder religiöse Aspekte.
Johannes B. Kerner lebt in Hamburg, ist mit der Ex-Hockeynationalspielerin Britta Becker verheiratet und Vater von zwei Kindern, Emily Blomma und Nik David.
Kerner, Johannes B.
Kerner, Johannes B.
Kerner, Johannes B.
Kerner, Johannes B.
Kerner, Johannes B.
Kerner, Johannes B.
WissenschaftsjournalismusUnter dem Begriff Wissenschaftsjournalismus versteht man die journalistische Berichterstattung über Resultate und Entwicklungen der Wissenschaften.
Anspruchsvolle sowie populäre Ausrichtungen
Die Aufgabe eines Wissenschaftsjournalisten liegt in seiner Funktion als Mittler zwischen den Wissenschaften auf der einen Seite und dem Medienumfeld bzw. der Öffentlichkeit auf der anderen Seite.
In den großen überregionalen Tages- und Wochenzeitungen umfasst das Ressort Wissenschaft meist die klassische Berichterstattung über Naturwissenschaften, Technik und Medizin, wobei Umfang und Ausarbeitung der Texte sehr unterschiedlich ausfallen.
Im Kern geht es darum, die vorhandenen wissenschaftlichen Daten und Fakten für unterschiedliche Zielgruppen von Lesern und Zuschauern aufzuarbeiten. Dabei darf der Wissenschaftsjournalist durchaus populärwissenschaftlich sein. So hatten in den 1960er Jahren die populärwissenschaftlichen Fernsehsendungen über Astronomie mit Prof. Dr. Heinz Haber große Einschalterfolge beim breiten Publikum.
Auch so beliebte Kindersendungen im Fernsehen wie Löwenzahn wäre ohne Wissenschaftsjournalismus schwer denkbar. Die Wissenschaftsredakteure müssen hierbei ihr Fachwissen als sprachlich fassbare „Wissenschaft für Kinder“ aufbereiten.
Andere deutschsprachige Sendeformate dieses Spektrums sind Quarks & Co (WDR), Abenteuer Wissen mit Wolf von Lojewski und Joachim Bublath (ZDF) oder Nano (3sat).
Abgrenzungen
Wissenschaft ist genau, ausführlich; Wissenschaftsjournalismus immer sehr viel kürzer und zwangsläufig trotz aller Präzision ungenau (was ihm immer wieder vorgeworfen wird). Mit dem Wissenschaftsjournalismus nicht verwechselt werden darf der Fachjournalismus. Ein Journalist, der sich nur mit Sport beschäftigt, ist zwar ein Fachjournalist, aber kein Wissenschaftsjournalist. Wissenschaftliche Fachzeitschriften, die ja primär Originalbeiträge der Forscher enthalten, sind nicht Wissenschaftsjournalismus.
Der beschränkt sich fast immer auf Naturwissenschaft, Technik, Medizin. Sozialwissenschaftsjournalismus wird im sehr langfristigen Trend angelsächsisch als "second class science journalism" oder "garbage science.." (Müll) abgegrenzt: im Vergleich bringen Sozialwissenschaften zuviel sowohl als auch, wenn und aber... viel weniger Nachrichtenwerte zustande, auch wenn sie mit genauer, respektabler Statistik an die Naturwissenschaftlichkeit heranreichen wollen. Der Gegenstandsbereich lässt sich aber mit Datenfriedhöfen gerade für den journalistischen, knappen Zweck nicht abrunden, auch wenn es spannende statistische Trends gibt, wie sie Umfrageforschung zum Beispiel bei politischen Wahlen zeigt. Auch Medizin ist keine exakte Wissenschaft, hat aber eine grosse Industrie, die Anzeigen liefert (und ein grösseres Interesse).
Ausweitung der medialen Präsenz
In den letzten Jahren ist es zu einem sprunghaften Anwachsen von Wissenschaftssendungen in Fernsehen und Hörfunk gekommen. Das ist zum einen gewiss dem Konkurrenz- und Innovationsdruck der Medienlandschaft zu verdanken. Andererseits benötigt eine zunehmend auf Wissenschaft aufbauende „Informationsgesellschaft“ auch die entsprechende mediale Vermittlung der dazugehörigen Haltungen und Inhalte.
Literatur
- Jan Lublinski: Wissenschaftsjournalismus im Hörfunk. Redaktionsorganisation und Thematisierungsprozesse. Dissertation, UVK Verlag, o.O. 2004. ISBN 3-89669-441-3
- Christian Müller (Hrsg.): SciencePop. Wissenschaftsjournalismus zwischen PR und Forschungskritik. Nausner & Nausner, o.O. 2004. ISBN 3-901402-36-5 (Reihe: Konkrete Wissenschaft)
- Winfried Göpfert, Stephan Russ-Mohl (Hrsg.): Wissenschaftsjournalismus: ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. 4. Auflage, List, München 2000. ISBN 3-471-78556-6
- Matthias Kohring: Die Funktion des Wissenschaftsjournalismus: ein systemtheoretischer Entwurf. Westdeutscher Verlag, Opladen 1997. ISBN 3-531-12938-4 (Schriftenreihe: Studien zur Kommunikationswissenschaft)
- Georg Ruhrmann: Öffentlichkeit, Medien und Wissenschaft: Was leistet Risikokommunikation?. 1. Auflage, Zeitungsverlag, Bonn 1996. ISBN 3-929122-25-1 (Schriftenreihe: Düsseldorfer medienwissenschaftliche Vorträge 4)
- Robert Gerwin (Hrsg.): Die Medien zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit: ein Symposium der Karl-Heinz-Beckurts-Stiftung. Hirzel (u. a.), Stuttgart 1992. ISBN 3-8047-1224-X
- Stephan Ruß-Mohl: Wissenschaftsjournalismus und Öffentlichkeitsarbeit: Tagungsbericht zum 3. Colloquium Wissenschaftsjournalismus vom 4./5. November 1988 in Berlin. Bleicher Verlag, Gerlingen 1990. ISBN 3-922934-27-7 (Schriftenreihe: Materialien und Berichte Robert Bosch Stiftung 32)
- Leo Schmidt: Symbiotischer Wissenschaftsjournalismus: Universität und öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Kooperation. Studienverlag Brockmeyer, Bochum 1989. ISBN 3-88339-712-1 (Schriftenreihe: Bochumer Studien zur Publizistik- und Kommunikationswissenschaft 57)
- Eleanor Singer/Carol Weiss: The Social Sciences in The Mass Media.
Weblinks
- [http://www.dfjv.de Deutscher Fachjournalisten-Verband – Berufsverband der Fach- und Wissenschaftsjournalisten]
- [http://www.wissenschaftsjournalismus.de Informationsportal Wissenschaftsjournalismus]
- [http://www.wissenschaft24.info/Wissenschaftsjournalismus.php4 Newsletter Wissenschaftsjournalismus]
- [http://www.wj.fh-darmstadt.de Studiengang Wissenschaftsjournalismus (FH Darmstadt)]
- [http://www.wpk.org Wissenschafts-Pressekonferenz e. V.]
Siehe auch
- Medizinjournalismus
- Öffentlichkeitsarbeit
- Interview
- Recherche
Es fehlen noch 1.Arbeitsgebiete; 2.Arbeitsweisen; 3.Berufsbild (Voraussetzungen, Rahmen) 4.Geschichte.
Kategorie:Journalismus
Kategorie:Wissenschaft
MeinungsforschungDie Meinungsforschung (auch: Demoskopie - aus dem altgriechischen démos = "Volk" + skopeín = "(aus)spähen") dient der Ermittlung von "öffentlich werdenden Meinungen", d.h. von Einsichten, Einstellungen, Stimmungen oder Wünschen der Bevölkerung. Sie ist ein Teilgebiet der Psychologie und der Soziologie.
Meinungsforschung ist eine Datenanalyse. Bei ihr werden durch Befragungen auf der Basis eines repräsentativen Querschnitts der Bevölkerung Primärdaten gesammelt und interpretiert. Die Befragung kann entweder persönlich (CAPI), per Telefon (CATI) oder durch einen Online-Fragebogen erfolgen. In der Meinungsforschung kann es sowohl um einmalige Probeerhebungen wie auch um Langzeituntersuchungen gehen. Langzeituntersuchungen können entweder in Form wiederholter Befragungen (z. B. die Sonntagsfrage) oder in Form von Panel-Untersuchungen vor sich gehen, bei denen, über einen Zeitraum von oft mehreren Jahren wiederholt, genau dieselben Personen befragt werden. Letzteres ist insbesondere wichtig um Veränderungen im Meinungsbild detailliert messen zu können.
Probleme in der Meinungsforschung
Meinungsforschung erhebt den Anspruch die Öffentliche Meinung wiederzugeben. Allerdings stößt sie dabei auf diverse Probleme:
- Gerade wenn von einer Meinung auf Verhalten rückgeschlossen werden soll, zeigt sich oft, dass die Meinung über ein Verhalten vom tatsächlichen Verhalten des Befragten abweicht.
- Insbesondere bei als sozial unerwünscht empfundenen Meinungen/Verhalten neigt ein Teil der Befragten dazu, diese nicht zuzugeben.
- Sowohl durch das Verhalten des Interviewers als auch durch suggestive Fragestellungen ist es möglich, bestimmte Antworten zu provozieren. Dies soll zwar vermieden werden, kommt aber in der Praxis dennoch regelmäßig vor.
- Bei persönlichen Befragungen wird regelmäßig öffentlich bekannt, dass die oft in prekären Arbeitsverhältnissen arbeitenden Interviewer ausgefüllte Fragebögen fälschen, um ihr Gehalt aufzubessern.
- Insbesondere bei Telefonbefragungen werden manchmal Zweifel an der Repräsentanz geäußert, da die Telefoninterviews überdurchschnittlich oft vom als so empfundenen "Familienoberhaupt" beantwortet werden.
- Durch die Auswahl des Personenkreises kann schon im Vorfeld Einfluss auf das Ergebnis genommen werden.
- Der befragte Personenkreis ist oftmals sehr klein gewählt, um die Auswertungsarbeit so gering wie möglich zu halten. Jedoch leidet dadurch die Repräsentanz der Ergebnisse.
Meinungsforschungsinstitute
Die Meinungsforschungsinstitute versuchen diese bekannten Fehlerquellen mittels statistischer Interpretation auszugleichen.
Bekannte Meinungsforschungsinstitute in Deutschland sind:
- TNS-Emnid
- Infas
- Forsa
- PSYMA GROUP
- TNS Infratest
- Infratest dimap
- die Forschungsgruppe Wahlen
- Institut für Demoskopie (IfD) in Allensbach
Das größte deutsche Institut der Branche ist die
- Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg.
Anwendungsbereiche
Meinungsforschung wird in der Politik, den Medien, der Wirtschaft und der Sozialforschung oft eingesetzt.
In der Politik wird Meinungsforschung zum einen in der Wahlforschung verwandt, zum anderen in der Befragung zu spezifischen Politikthemen. Demokratietheoretisch stößt dies oft auf Kritik: die Ausrichtung der Politik an der Meinungsforschung höhle traditionellere und bewährte Formen der politischen Willensbildung aus. Die Orientierung der Politik an der durch unsichere Konzepte erhobenen wankelmütigen Meinung werde populistische anstelle von inhaltlich richtigen Lösungen bevorzugen.
Die Wirtschaft verwendet die Meinungsforschung vor allem im Gebiet der Marktforschung.
Weblinks
- [http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/links/meinung Linkliste zum Thema "Öffentliche Meinung" der Universität zu Köln]
- [http://www.websm.org Web Survey Methodology Site, WebSM - Portal der EU zur internetbasierten Datenerhebung]
!
Kategorie:Angewandte Psychologie
Kategorie:Marktforschung
ja:世論調査
Dokumentation
Unter Dokumentation versteht man die Nutzbarmachung von Informationen zur weiteren Verwendung. Ziel der Dokumentation ist es, die dokumentierten Objekte gezielt auffindbar zu machen. Bei den Objekten handelt es sich in der Regel um Dokumente mit einem Informationsgehalt, der mit Hilfe der Dokumentation systematisch verwertet werden soll. Dokumente können in diesem Sinne Fachbücher, Zeitschriftenartikel oder sonstige Druckschriften sein, aber auch Bilder, Filme und ähnliches.
Die Erschließung von Informationen ist eine der wesentlichen Aufgaben von Bibliotheken und anderen Dokumentationseinrichtungen.
Die Beschreibung und Verzeichnung bibliographischer und archivalischer Ressourcen geschieht u.a. durch Katalogisierung, d.h. die Aufnahme von Dokumentationseinheiten in einen Katalog. Dies geschieht in der Regel unter Berücksichtigung von Regelwerken (z.B. RAK oder AACR) und mit Hilfe von Dokumentationssprachen und anderen kontrollierten Vokabularien. Daneben kommen immer häufiger automatische Verfahren des Information-Retrieval zum Einsatz.
Die durch Dokumentation ermittelten Angaben über ein Objekt bezeichnet man als Metadaten.
Sach- und Formalerschließung
In der Bibliotheks- und Dokumentationswissenschaft wird häufig zwischen Formalerschließung und Sacherschließung unterschieden.
Während sich die Formalerschließung auf die (objektiven) formalen Kriterien eines Objektes beschränkt, geht die Sacherschließung auf dessen Inhalt ein.
Zur Zeit der Zettelkataloge wurde zwischen Alphabetischer Katalogisierung und Systematischer Katalogisierung unterschieden. Diese Unterscheidung ist mit Einführung von Datenbanken nicht mehr notwendig.
Qualitätsmerkmale
Einige Qualitätsmerkmale von Dokumentation sind:
Vollständigkeit, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit, Strukturiertheit, Korrektheit, Editierbarkeit, Nachvollziehbarkeit (z.B. Änderungshistorie)
Probleme
Ein grundsätzliches Problem der Dokumentation ist, dass sie sehr kostspielig werden kann und sich erst nach einer Vorlaufzeit wirtschaftlich auszahlt. Aus diesem Grund werden Dokumentationsabteilungen in Unternehmen gerne eingespart.
Siehe auch
- Dokumentationswissenschaft
- Bibliothekskatalog, Dokumentar, Schlagwortkatalog,
- Technische Dokumentation,
- Dokumentenmanagement, Dokumentenanalyse
- Paul Otlet
- Museumsdokumentation
Literatur
- Klaus Haller: Katalogkunde, München, 1998 ISBN 3-598-11364-1
- Elaine Svenonius: The Intellectual Foundation of Information Organization, Cambridge, Mass., 2000 ISBN 0-262-19433-3
- Samulowitz und Ockenfeld: Bibliothek und Dokumentation - eine unendliche Geschichte. In: Information - Wissenschaft & Praxis 54 (2003) S. 453-462 [http://eprints.rclis.org/archive/00001914/]
Weblinks
- Bernhard Eversberg: [http://www.allegro-c.de/regeln/skeptik.htm Katalogisieren? Besonders schwer kann das doch nicht sein!] (Begründung)
- Ders.: [http://www.allegro-c.de/regeln/rak-einf.htm Wie katalogisiert man ein Buch?] (Einführung)
!Dokumentation
SprachwissenschaftSprachwissenschaft ist ein Sammelbegriff für alle Wissenschaften die in irgendeiner Form Sprache untersuchen. Sie ist ein Teilgebiet der Semiotik. Die Bezeichnung Linguistik wird vielfach synonym verwendet, im strengen Sinne ist Linguistik jedoch die Allgemeine Linguistik, und nur ein Teilgebiet der Sprachwissenschaft.
Teilgebiete
- Allgemeine Linguistik, die Untersuchung von Sprache als abstraktes System
- Graphemik, die wissenschaftliche Untersuchung von Schrift als Sprachsystem
- Lexikologie, die Lehre von den Strukturierungen im Wortschatz
- Dialektologie, die Lehre von Dialekten
- Philologie, die sprach-, literatur- und kulturwissenschaftliche Untersuchung einzelner Sprachen
- Interlinguistik, die Untersuchung der internationalen Kommunikation, Sprachpolitik und den Plansprachen
- Paläolinguistik, die Untersuchung der Entstehung menschlicher Sprache
- Sprachphilosophie, die philosophische Betrachtung von Sprache und ihrer Verwendung
- Vergleichende Sprachwissenschaft, die vergleichende Untersuchung von Sprachen
- Kontrastive Linguistik, die synchron-vergleichende Untersuchung von Sprachen
- Historische Linguistik, die diachron-vergleichende Untersuchung von Sprachen
- Korpuslinguistik
Verwandte Wissenschaften
- Medienwissenschaft
- Kommunikationswissenschaft
- Ivar Aasen, begründete die neunorwegische Schriftsprache Landsmål (heute Nynorsk)
- Karl Bühler
- August Ferdinand Bernhardi
- Jacob Grimm & Wilhelm Grimm sind die Begründer der Deutschen Philologie
- Gustave Guillaume
- Wilhelm von Humboldt hat die Vergleichende Sprachwissenschaft begründet
- Antoine Meillet beschäftigte sich mit den indoeuropäischen Sprachen
- Ferdinand de Saussure gilt als Begründer des Strukturalismus und prägte den zweiseitigen Zeichenbegriff
- August Schleicher gilt als Begründer der Stammbaumtheorie in der vergleichenden Sprachforschung
- Johannes Schmidt gilt als Begründer der Wellentheorie
Weiterführende Angaben
Siehe auch
Portal:Sprache, Kommunikationswissenschaft, Relator, Sprachphilosophie, Konkomitanz
Weblinks
- [http://www.uni-duisburg-essen.de/germanistik/ E-Learning und Germanistik] (Webangebot der Germanistik der Universität Duisburg-Essen mit zahlreichen E-Learning-Kursen. Hier ist u.a. auch das Webangebot von Linse (Linguistik Server Essen) angesiedelt.)
- [http://www.wissenschaft-online.de/abo/ticker/771860 Es werde Wort – und zwar schnell!] Ein Bericht über die „rasante Entwicklung von Sprache"
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/249202.html Mathe ist sprachlos – Zum Erfassen mathematischer Prinzipien ist Sprache nicht notwendig.] Bericht in www.wissenschaft.de über eine Publikation im PNAS
Literatur
- Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. Kröner, Stuttgart, ISBN 3-520-45202-2.
- Csaba Földes: Interkulturelle Linguistik. Vorüberlegungen zu Konzepten, Problemen und Desiderata. Veszprém: Universitätsverlag/Wien: Ed. Praesens 2003 (Studia Germanica Universitatis Vesprimiensis, Supplement; 1). ISBN 3-7069-0230-3 und ISBN 963-9495-20-4.
- Ludger Hoffmann: Sprachwissenschaft: Ein Reader. de Gruyter, 2000. ISBN 3-11-016896-0.
- George Yule: The study of language. Cambridge University Press, 1996. ISBN 0-521-56851-X.
- Peter Koch: Wozu Linguistik? In: Florian Keisinger u. a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Frankfurt a. M./New York 2003
Kategorie:Semiotik
Kategorie:Sprache
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fiu-vro:Keeletiidüs
ja:言語学
ko:언어학
th:ภาษาศาสตร์
zh-min-nan:Gí-giân-ha̍k
SprachatlasDer Sprachatlas oder Dialektatlas ist eine Sammlung von Sprachkarten eines Gebietes, auf denen die Verbreitung von Varianten von Lauten, Wörtern, Wortgruppen usw. eingezeichnet ist. Er gibt dabei Auskunft über die Verbreitung von Dialekten und über die Aussprache von Wörtern in verschiedenen Dialekten einer Sprache. Eingezeichnet sind auch die Sprach- oder Dialektgrenzen und regionale Besonderheiten.
Grenzen, an denen sich die Ausprägung eines untersuchten Merkmals (Linguistische Variable) ändert – beispielsweise die Aussprache eines Konsonanten oder Vokals oder die Verwendung eines Wortes – werden durch eine Linie markiert, eine Isoglosse. Stellen, an denen eine Vielzahl von Isoglossen zusammenfallen, markieren Dialekt- oder Sprachgrenzen.
Bei der Herstellung solcher Atlanten sind einige Schwierigkeiten zu verzeichnen.
- Man braucht eine geeignete Notation. Das internationale phonetische Alphabet (IPA) wäre geeignet, es gibt die Lautung sehr genau wieder. Dieses Alphabet ist aber für Laien schlecht lesbar. In der oberdeutschen Dialektologie wird zumeist eine Lautschrift verwendet, die auf dem 1924 in der Zeitschrift Teuthonista unter gleichlautendem Namen veröffentlichten System basiert. Insbesondere, wenn Fragebögen für die Auskunft genommen werden, verwenden die Gewährspersonen eine modifizierte Standard-Schrift.
- Man braucht eine Auswahl geeigneter Personen für die Erfassung von Dialekten.
- Man braucht geeignete Fragen und geeignete Wörterlisten und Satzlisten. Nicht immer ist aber eine solche Liste geeignet, da sie oft durch hochdeutsche Vorgaben Antworten induziert, die im Dialekt nicht in dieser Form üblich sind. Ein Interview ist eine Ausnahmesituation für den Interviewten, so dass er oft zur "Überbetonung" neigt.
Beispiel
- Thüringer Dialektatlas, Heft 27, 1969, Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Akademie-Verlag-Berlin
::Beispiel aus dem Dialektatlas für Schnittlauch, Seite: ThDA 36
::Bild: Gruserich.jpg
:: Hier als Bildzitat der Ausschnitt von Sonneberg (Itzgründischer Dialekt, ein oberfränkischer Dialekt) und Umgebung für 'Schnittlauch'=Gruserich.
Wichtige Sprachatlanten im deutschen Sprachraum
- Deutscher Sprachatlas
- Deutscher Wortatlas
- Luxemburgischer Sprachatlas
- Tirolischer Sprachatlas
- Schlesischer Sprachatlas
- Mittelrheinischer Sprachatlas
- Sprachatlas der deutschen Schweiz
- Südwestdeutscher Sprachatlas
- Vorarlbergischer Sprachatlas
- Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben
- Sprachatlas von Unterfranken
- Sprachatlas von Mittelfranken
- Sprachatlas von Oberbayern
- Sprachatlas von Niederbayern
- Sprachatlas von Nordostbaern
- Atlas der historischen deutschen Mundarten auf dem Gebiet der Tschechischen Republik
- Sprachatlas von Oberösterreich
- Thüringer Dialektatlas
- Wortatlas der kontinentalgermanischen Winzerterminologie
- Siebenbürgisch-Deutscher Sprachatlas
- Siebenbürgisch-Deutscher Wortatlas
- Linguistic Atlas of Texas German
- Lingusitic Atlas Of Kansas German Dialects
Weblinks
- [http://www.sprachatlas.de Deutscher Sprachatlas]
- [http://www.diwa.info Digitaler Wenker-Atlas]
- [http://www.sprachatlas.phil.uni-erlangen.de Sprachatlas von Mittelfranken]
- [http://ald.sbg.ac.at/ald/ald-i/index.php ALD-I: Atlante linguistico del ladino dolomitico e dei dialetti limitrofi (Sprachatlas des Dolomitenladinischen und angrenzender Dialekte)]
- [http://www2.hu-berlin.de/Vivaldi/ Vivaldi: VIVaio Acustico delle Lingue e dei Dialetti d'Italia (Akustischer Sprachatlas der Dialekte und Minderheitensprachen Italiens)]
- [http://www.igl.uni-bonn.de/umfrage/ Umfrage zum regionalen Sprachgebrauch, Universität Bonn]
Kategorie:Sprache
Kategorie:Soziolinguistik
Kategorie:Sprachatlas
VolkskundeAls Volkskunde (an Hochschulen im deutschsprachigen Raum auch unter den Namen Europäische Ethnologie, Empirische bzw. Vergleichende Kulturwissenschaft oder Kulturanthropologie geführt) bezeichnet man ein akademisches Fach, das sich mit der Alltagskultur breiter Bevölkerungskreise beschäftigt, sich dabei aber auf den Kontinent Europa beschränkt.
Gegenstandsbereich
Die Volkskunde untersucht kulturelle Phänomene wie z.B. Arbeitsgeräte, Bräuche, Volkslieder sowie die subjektiven Einstellungen der Menschen zu diesen. Dabei versucht sie stets, den räumlichen, sozialen und/oder historischen Vergleich herauszuarbeiten. Aufgrund der Fülle an Kulturphänomenen gibt es eine große Anzahl volkskundlicher Subdisziplinen: Arbeiter-, Bild-, Brauchforschung, Erzähl-, Familien-, Gemeinde- und Stadt(teil-)forschung, Geräte-, Geschlechter- (bzw. Frauenforschung), Interethnische Forschung, Kleidungs- (ursprünglich Trachtenforschung), Leser- und Lesestoff-Forschung, Lied- und Musikforschung, Medien-, Medialkultur-, Nahrungsforschung, Reise- und Tourismusforschung, Volksfrömmigkeits- sowie Volksschauspielforschung. Weitere Schwerpunkte sind Interkulturelle Kommunikation, Museumswesen, Rechtliche Volkskunde sowie Wohnen und Wirtschaften.
Von all diesen Forschungsbereichen sind die Geräte-, die Handwerks-, die Hausforschung sowie Wohnen und Wirtschaften hervorzuheben: Ohne deren Ergebnisse wären die zahlreichen sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen (Freilicht- und Industrie-)Museen nicht denkbar gewesen.
Wichtige Nachbardisziplinen der Volkskunde sind: im gegenständlichen Bereich Literatur-, Kunst- und Musikwissenschaft; bezüglich der Betrachtungsweise Alltags-, Sozial-, Wirtschaftsgeschichte, Geographie, Kultursoziologie und Sozialpsychologie; hinsichtlich des Forschungsziels Ethnologie und Kulturanthropologie.
Fachgeschichte
Anfänge
Als zur Zeit des Humanismus in Deutschland Tacitus’ Germania von Gelehrten wiederentdeckt wurde, begann man sich für die Lebensumstände des einfachen Volkes zu interessieren, indem man die Inhalte seines Werkes mit der Gegenwart verglich. Während der Aufklärung zeichneten Verwaltungsbeamte systematisch alltägliche Phänomene des bäuerlichen und handwerklichen Lebens auf. Im Zuge der Romantik war es dann kein geringerer als Johann Gottfried Herder, der eine intensive Auseinandersetzung mit der Folkloristik empfahl. So beschäftigten sich u.a. Ludwig Achim von Arnim sowie Clemens Brentano mit Volksliedern und die Brüder Grimm mit Märchen und Sagen.
1852 rief Hans von und zu Aufseß das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg für kulturgeschichtliche Sammlungen des Mittelalters sowie der frühen Neuzeit ins Leben. Sechs Jahre später (1858) begann Wilhelm Heinrich Riehl sich für eine „Volkskunde als Wissenschaft“ stark zu machen. Gut drei Jahrzehnte darauf (1889) gründet Rudolf Virchow in Berlin das (spätere) Museum für Deutsche Volkskunde; im Jahr darauf richtet Karl Weinhold ebenfalls in Berlin den ersten Verein für Volkskunde ein, welcher ab 1891 eine Fachzeitschrift herausgibt.
20. Jahrhundert
Grundsätzliche Fragen – z.B. nach einer Definition für Volk oder nach der Entstehung volkstümlicher Kulturgüter – wurden erstmals 1900 in Basel von Eduard Hoffmann Krayer, John Meier u.a. erläutert. Anfang der 1920-er Jahre formulierte Hans Naumann seine Theorie vom gesunkenen Kulturgut: Er war der festen Überzeugung, dass jegliche Erscheinungsformen kulturellen Lebens stets von gehobenen Sozialschichten geschaffen und von niedrigeren lediglich übernommen werden.
Auf dem Feld der Erzählforschung war die Finnische Schule für die erste Jahrhunderthälfte tonangebend. Die Kulturraumforschung konnte sich ab 1926 vom Rheinland aus in großen Teilen Deutschlands etablieren. Ende der 1920-er Jahre bereicherte die Schwietering-Schule mit ihrer soziologisch-funktionalistischen Betrachtungsweise die Volkskunde. Eine eher psychologische Herangehensweise vermittelte Adolf Spamer von 1936 an in Berlin.
Für die Phase des Dritten Reichs muss man festhalten, dass viele Volkskundler nicht lange zögerten, ihre Lehre nazifizieren und politisieren zu lassen. Heraus kam eine rassistische und volkserzieherische Volkskunde, die ihren Anspruch auf Wissenschaftlichkeit völlig verlor. So verwundert es auch nicht, dass nach Ende des Zweiten Weltkriegs vor allem von soziologischer Seite die Forderung laut wurde, dem Fach seine Eigenständigkeit abzuerkennen.
Eine neue Hoffnung brachte jedoch bereits 1946 Richard Weiss’ Volkskunde der Schweiz mit sich, und zwar aufgrund seiner (für die damalige Zeit überaus beispielhaften) psychologisch-funktionellen Sichtweise. In der BRD (und ebenso in Österreich) tat man sich in der Folgezeit äußerst schwer, was eine kritische Auseinandersetzung mit der Instrumentalisierung des eigenen Faches durch die Nazis anging. Viel wichtiger erschien es den einzelnen Instituten, den Gegenstandsbereich der Volkskunde neu zu definieren und zu ergänzen. 1970 diskutierte man daher auf der so genannten Falkensteiner Tagung die verschiedenen Ideen mit dem Ergebnis eines Paradigmenwechsels: Man wollte sich fortan stärker soziokulturellen Problemen widmen. In der Folgezeit gingen mehr und mehr volkskundliche Institute dazu über, sich umzubenennen: Berlin, Kiel und Marburg entschieden sich für Europäische Ethnologie, Frankfurt am Main und Göttingen für Kulturanthropologie, Tübingen für Empirische Kulturwissenschaft, Regensburg für Vergleichende Kulturwissenschaft. Andernorts beließ man es bei dem alten Namen oder wählte eine Doppelbezeichnung, z.B. Volkskunde/Europäische Ethnologie in München.
Literatur
- Hermann Bausinger, Utz Jeggle, Gottfried Korff, Martin Scharfe: Grundzüge der Volkskunde. Darmstadt 1999 (4. Aufl.).
- Rolf Wilhelm Brednich (Hg.): Grundriss der Volkskunde. Einführung in die Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie. Berlin ³2001.
- Silke Göttsch, Albrecht Lehmann (Hg.): Methoden der Volkskunde. Positionen, Quellen, Arbeitsweisen der Europäischen Ethnologie. Berlin 2001.
- Wolfgang Kaschuba: Einführung in die Europäische Ethnologie. München ²2003.
- Ingeborg Weber-Kellermann, Andreas C. Bimmer, Siegfried Becker: Einführung in die Volkskunde/Europäische Ethnologie. Eine Wissenschaftsgeschichte. Stuttgart ³2003 (Sammlung Metzler 79).
Weblinks
- [http://www.kultur.uni-hamburg.de/dgv/ DGV - Deutsche Gesellschaft für Volkskunde]
- [http://www.evifa.de Virtuelle Fachbibliothek Ethnologie (Fachinformationen zur Volks- und Völkerkunde)]
- [http://www.unibas.ch/volkskunde/volo/index.html Volo - Volkskunde Online]
- [http://www.volkskunde.org Österr. Fachverband für Volkskunde]
- [http://www.volkskundemuseum.at Österreichisches Museum für Volkskunde]
- [http://www-gewi.kfunigraz.ac.at/vok/links.html Volkskundeinstitute im deutschsprachigen Raum]
- http://www.uni-marburg.de/euroethno/was_ist_EE.html Beispiel Selbstverständnistext
Siehe auch
- Folklore, Folkloristik
Kategorie:Kulturwissenschaft
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Oral historyMündliche Überlieferung bezeichnet die erzählende Weitergabe von geschichtlichen, gesellschaftlichen und religiösen Informationen - insbesondere in Form von Geschichten, Sagen, Legenden und Traditionen. Sie spielt in allen Kulturkreisen eine große Rolle, insbesondere in jenen, die keine oder erst eine späte schriftliche Überlieferung kennen.
Formen und Zeitdauer
Meist versteht man unter mündlicher Überlieferung Vorgänge von längerer Zeitdauer, deren Inhalte von Generation zu Generation weitererzählt werden und teilweise erst in jüngerer Zeit niedergeschrieben wurden. Bis heute sind sie von besonderer Wichtigkeit im Orient und in Gesellschaften mit ausgeprägter Erzählkultur, wie sie auch in Europa bis ins 19. Jahrhundert bestand. In der gesellschaftlichen Unterschicht, die nicht schreiben konnte, oder in schriftlosen Kulturen bilde(te)n mündliche Überlieferungen einen großen Teil der Geschichte. Auch bei vielen Gebräuchen ist die mündliche Weitergabe vorherrschend.
Um sicherzustellen, dass mündliche Formen der Überlieferung die Zeiten überdauern, kann man verschiedene Methoden verwenden. Oft werden wichtige Erzählungen in Rituale eingebaut, die sich dann wegen ihrer nonverbalen Inhalte den Beteiligten besonders ins Gedächtnis einprägen. Ein bekanntes Beispiel ist die jährliche Verlesung der Weihnachtsgeschichte in vielen Familien und im Gottesdienst - und ihre Verstärkung durch das Nachspielen der Kinder - die sich auch in "Hirtenspielen" oder in unzähligen Volksliedern dokumentiert.
Hilfreich für eine dauerhafte Überlieferung ist auch die Gedichtform, weil Reim und Versmaß verhindern, dass einzelne Wörter leicht vergessen und verändert werden können. Allerdings werden gerade Gedichte aktuellen Bedürfnissen bewusst angepasst.
Er gilt als gesichert, dass große Teile des Alten Testamentes mündlich überliefert wurden, bevor man sie aufschrieb. Auch die Evangelien des Neuen Testaments wurden über einige Jahrzehnte mündlich überliefert, bevor ihre Form von einigen Zeitzeugen schriftlich niedergelegt wurde.
In der deutschen Romantik entstanden die beiden wichtigsten Sammlungen mündlich überlieferter Texte: Die Märchen der Brüder Grimm ("Kinder- und Hausmärchen") und "Des Knaben Wunderhorn" von Achim von Arnim und Brentano. Bei beiden Werken ist allerdings zu beachten, dass die Herausgeber ihre Quellen nach ihren Bedürfnissen bearbeiteten. In den 60er Jahren gab Peter Rühmkorf seine Sammlung Über das Volksvermögen heraus, in dem er mündlich überlieferte Aphorismen, Gedichte und Abzählreime sammelte. Rühmkorf betonte dabei die derbe, brutale und sexuelle Seite dieser Überlieferung.
In der Geschichtswissenschaft kann mündliche Überlieferung die wichtigste Quelle für Zeiten und Kulturen sein, in denen es keine schriftliche Überlieferung gibt oder sie (etwa durch Kriegseinwirkungen) verloren ging. Dann muss der Historiker versuchen, den "wahren Kern" in Sagen und Legenden zu finden. Viele Wissenschafter haben auf diesem Wege dazu beigetragen, in Form methodischer Textkritik auch manche schriftliche Überlieferung ihrer Urfassung näher zu bringen.
Oral History
Der englische Ausdruck für mündliche Überlieferung "oral history" bezeichnet eine bestimmte Methode der Geschichtswissenschaft, die seit den 1960er Jahren auch in Bundesrepublik Deutschland angewendet wird. Seit damals erforschen Historiker auch die Alltagsgeschichte von Personen aus der Unterschicht. Über diese Menschen gibt es zwar auch schriftliche Quellen, wie Akten von Musterungen oder der Finanz, Kirchenbücher, Wanderbücher von Gesellen, Prozessakten und andere amtliche Dokumente, die aber nur zu besonderen Gelegenheiten entstehen. Durch mündliche Befragung von Betroffenen und sogenannten Zeitzeugen hoffen die Historiker - und auch mancher Leiter eines Bezirksmuseums - Aufschluss über den Alltag in der Vergangenheit zu erhalten. Durch Interviews wollen sie erfahren, was die Menschen persönlich und jenseits des politischen Geschehens bewegte.
Diese Art der Geschichtsforschung muss sehr sorgfältig eingesetzt werden, da die Ergebnisse immer im Zusammenhang mit der Wahrnehmung gedeutet werden müssen. Bereits im Vorfeld sollte geklärt werden, welche Erkenntnisse gewonnen werden können. Konkrete Namen und Daten sind häufig mit Fehlern behaftet oder unterliegen verschiedenen Schreibweisen. Sehr gut können mit diesen Methoden hingegen Stimmungen, Meinungen, Gefühle oder der Informationsstand von Personengruppen ermittelt werden. (Streitfall: Kenntnis über den Holocaust)
Ein Pionierwerk der oral history ist die von Lutz Niethammer herausgegebene Studie über "Lebensgeschichte und Sozialkultur im Ruhrgebiet" (Niethammer, Lutz. "Die Jahre weiß man nicht wo man die heute hinsetzen soll." Faschismuserfahrungen im Ruhrgebiet. Lebensgeschichte und Sozialkultur im Ruhrgebiet 1930-1960, Band 1).
Weblink
- [http://www.phil.uni-erlangen.de/~p1ges/geschichtsdidaktik/bibliographien/body_bibliographien.html#orhi Literaturangaben]
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D27838.html Artikel Oral history] im Historischen Lexikon der Schweiz
Kategorie:Geschichtswissenschaft
Kategorie:Oralität Kategorie:Volkskunde
simple:Oral history
ZeitzeugeAls Zeitzeuge bezeichnet man eine Person, die einen historischen Vorgang selbst miterlebt hat.
Die Glaubwürdigkeit ist dabei - wie bei Zeugen allgemein - abhängig von der zeitlichen und räumlichen Nähe vom Vorgang (unmittelbare Anwesenheit am Tatort oder nur vermittelte Kenntnis), von ihrem sachlichen Verständnis des Vorgangs (z.B. bei juristischen Verhandlungen) und von ihrem Interesse an einer bestimmten Interpretation des Vorgangs. Alle Aussagen, die dem Interesse der Person widersprechen, sind besonders glaubwürdig.
Bei der Charakterisierung von Personen gilt dementsprechend: Positive Aussagen über einen Gegener sind glaubwürdiger als die über einen Freund, negative über einen Freund glaubwürdiger als die über einen Gegner.
Die zeitliche Nähe zum Vorgang ist deshalb so wichtig, weil Erinnerung aus größerem Abstand großen Fehlerquellen unterliegt.(Falsche Erinnerung)
Seit die Bedeutung der Oral history für die Beurteilung eines Vorgangs erkannt worden ist, werden auch die Aussagen relativ uninformierter Zeitzeugen wichtig genommen, weil etwa Stimmungsvaleurs (z.B. erwartungsfreudig, zuversichtlich, unbesorgt o.ä.) oder das Gefühl für Angemessenheit von Handlungen in bestimmten Situationen (z.B. gegenüber Eltern, Vorgesetzten, Kameraden) aus schriftlichen Quellen schwer erschließbar, doch von Zeitzeugen mitgeteilt werden können.
Das Aussterben von Zeitzeugen - etwa des Holocaust oder der Zeit des Nationalsozialismus - ist auch deshalb zu beklagen, weil damit die letzte Chance, primär über diese Gefühle informiert zu werden, verloren geht. Es trägt damit entscheidend zur Historisierung der Vorgänge bei.
Siehe auch: A Letter To The Stars (eine österreichische Aktion, bei der viele Opfer des NS-Regimes befragt wurden)
Weblink
[http://www.dhm.de/lemo/suche/kg.html Seite mit Zeitzeugen bei Lemo]
Kategorie:Geschichtswissenschaft
SozialpsychologieDie Sozialpsychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie, das sich mit der Analyse des Verhaltens unter dem Einfluss anderer Menschen beschäftigt.
Der Schwerpunkt liegt dabei auf den psychischen Grundfunktionen (Wahrnehmung, Motivation, Verhalten). Beispiele für Untersuchungsgegenstände der Sozialpsychologie sind: interpersonale Attraktivität, Konformität in Gruppen, persuasive Kommunikation, Attribution, Emotion bzw. Emotionstheorien, Vorurteile und Personenwahrnehmung.
Es lassen sich u.a. zwei verschiedene Ansätze in der Sozialpsychologie ausmachen: die "soziologische Sozialpsychologie", die v.a. in Europa verbreitet ist, und die Psychologie der "sozialen Kognition" (social cognition), die v.a. in den USA verbreitet ist, aber auch zunehmend in Europa Fuß fasst. Der (nicht selten als "wesentlich" behandelte) Unterschied zwischen den beiden Ansätzen besteht darin, dass sich die der Soziologie nahe Sozialpsychologie stärker auf Inter- und Intragruppenprozesse ausrichtet, während sich die der Individualpsychologie eng verbundene social cognition stärker auf das Individuum fokussiert.
Einige wichtige Pioniere der Sozialpsychologie:
- Wilhelm Wundt ("Völkerpsychologie")
- William McDougall ("Moralisation": Sozialisation)
- Kurt Lewin
- Theodor Adorno (Vorurteilsforschung)
- Solomon Asch (Konformitätsforschung)
- Leon Festinger (Theorie des sozialen Vergleichs)
- Fritz Heider (Attributionstheorie, Konsistenztheorie)
- Carl Hovland (Persuasion)
- Muzafer Sherif
- Stanley Milgram
- Elliott Aronson
- Erich Fromm
Wichtige theoretische Ansätze aus der Sozialpsychologie sind:
- Kontrolltheorie
- Attributionstheorie
- Konsistenztheorie
Wichtige Forschungsbereiche sind:
- Interaktion und Kommunikation
- Gruppenprozesse und Führungsverhalten
- Normen und Rollen
- Einstellung und Einstellungsänderung
- Soziale Wahrnehmung und Kognition
- Soziales Lernen und Sozialisation
Weblinks
- http://www.sozialpsychologie.de/
- http://www.virtuelleallgemeinbibliothek.de/00497ANF.HTM
- http://www.socialpsychology.org/
Siehe auch
Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie
Kategorie:Spezielle Soziologie
ja:社会心理学
MentalitätMentalität (lat Mens, Geist) bezeichnet vorherrschende Denk- und Verhaltensmuster innerhalb einer Gruppe von Menschen (z. B. einer Bevölkerungsgruppe eines Landes oder einer Berufsgruppe). So kann eine solche Gruppe z. B. insgesamt eher aufgeschlossen, misstrauisch, bodenständig etc. sein. Die Wahrnehmung dieser Denkmuster durch Außenstehende ist oft Anlass für Verallgemeinerungen, die sich in Klischees, Voruteile und Stereotype ausdrücken.
Kategorie:Soziologie
GeschlechterforschungEine Richtung der Gender Studies (selten dt. die Frauen- und Geschlechterforschung) beschäftigt sich mit den Unterschieden zwischen den Geschlechtern. Eine andere und weiter verbreitete Richtung beschäftigt sich mit Prozessen der Unterscheidung von Geschlechtern, die im Effekt dazu führen, dass uns meistens zwei Geschlechter gegenübertreten. Die Geschlechterforschung ist sowohl Kultur- als auch Sozialwissenschaft und immer interdisziplinär. Zudem werden die Beziehungen der Geschlechter untereinander untersucht. Geschlecht wird in diesem Zusammenhang als soziokulturelle Konstruktion von Sexualität (Gender) verstanden, nicht als biologisches Geschlecht.
Motive
Im wesentlichen gab es vier Gründe, Gender als eigenständige wissenschaftliche Kategorie zu etablieren.
- Es sollte eine Abgrenzung von biologischen Geschlechtern und der gesellschaftlichen Zuordnung von Geschlechter-Rollen stattfinden.
- Die Struktur von Beziehungen der Geschlechter mit anderen kulturellen Zusammenhängen und gesellschaftlichen Organisationsformen sollte erforscht werden.
- Die Machtverhältnisse, denen eine Zuordnung in "männlich" und "weiblich" folgt, sollten analysiert werden.
- Der Prozess des Unterscheidens zwischen Geschlechtern sowie seine Hintergründe und Auswirkungen sollte mitbedacht werden.
Geschichte
Die Gender Studies entwickelten sich aus den Women's Studies, die ca. 1970 Einzug in einige US-amerikanische Universitäten erhielten. Die Women's Studies beschäftigten sich allein mit der wissenschaftlichen Betrachtung von Frauen in einer von Männern dominierten Gesellschaft (vgl. "Weiblichkeit") - dies allerdings zum ersten Mal aus feministischer Sicht. Unter anderem Virginia Woolf sah ein Defizit in dem Umstand, dass bisher zwar viel über Frauen geforscht worden war, allerdings immer nur von männlichen Wissenschaftlern und Autoren. Die Women's Studies sollten nun weibliche Lebenserfahrung sozialer und kultureller Realität als Grundlage der Wissenschaft bilden. Der Unterschied zwischen der männlichen Sicht auf Frauen und der weiblich erfahrenen Realität sollte erörtert werden, und die männlich dominierten Theorien sollten revidiert werden. Einerseits sollte gezeigt werden, dass Männer und Frauen gleich und damit gleichberechtigt seien, andererseits wurde darauf beharrt, dass es eine eigene "Frauenkultur" gäbe. In der Unvereinbarkeit dieser beiden Ansätze stießen die Women's Studies an ihre eigenen Grenzen.
Aus diesem Dilemma entwickelten sich ca. 1975 die Gender Studies. Vorerst sollten die Unterschiede und Beziehungen von biologischem und sozio-kulturellem Geschlecht untersucht werden. Das Geschlechter-Verhältnis stand also im Mittelpunkt.
Mitte der 1980er Jahre entstand auch im deutschsprachigen Raum die Geschlechterforschung als eigene Disziplin. Durch die Beschäftigung mit den Geschlechtsrollen besonders auch in der wissenschaftlichen Forschung stellt sie eine Form der Wissenschaftskritik dar. Sie bemächtigt sich in diesem Zusammenhang unterschiedlicher wissenschaftlicher und analytischer Methoden, die je nach Forschungsobjekt variieren. Die Geschlechterforschung integriert verschiedene separate Diskurse. Da ist einerseits die radikal feministische Richtung der Matriarchatsforschung zu verzeichnen, daneben gibt es konstruktivistisch orientierte sich unparteiisch gebende Ansätze und praxisorientierte Forschungsansätze, die die Praxis in sozialen und internationalen Kontexten wissenschaftlich zu fundieren versuchen.
Inhalte
Wichtige Themen sind:
- soziale Ungleichheit zwischen den Geschlechtern (Benachteiligung im Berufsleben)
- soziale Stellung der Geschlechter | | |