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BefreiungsbewegungAls Befreiungsbewegung wird eine bewaffnete Gruppe von Teilen der Bevölkerung bezeichnet, die einen Aufstand gegen eine Kolonial- oder Neokolonialmacht beziehungsweise gegen eine von einer derartigen Macht gestützte diktatorische Regierung organisiert.
Wenn das Ziel einer Befreiungsbewegung die Errichtung eines Nationalstaates auf eigenem Territorium ist (Separatismus), wird sie auch Unabhängigkeits- oder Autonomiebewegung genannt.
Befreiungsbewegungen werden oft von besonders unterdrückten Bevölkerungsteilen getragen, über die ein anderer Bevölkerungsteil herrscht, wobei nicht selten religiöse Motive eine ausschlaggebende Bedeutung haben. Nicht selten gehen dabei in christlichen Gemeinden Impulse zu einer Überwindung von Unterdrückung aus. (vgl. Befreiungstheologie)
Befreiungsbewegungen treten vorwiegend in Lateinamerika, Mittelamerika, Afrika einschließlich der arabischen Staaten und auf dem Staatsgebiet der ehemaligen Sowjetunion auf.
In Europa haben bei der Staatenbildung Befreiungsbewegungen bis ins 20. Jahrhundert eine wichtige Rolle gespielt.
Heute gibt es noch aktive Befreiungsbewegungen in Irland (Sinn Féin, IRA), Spanien (ETA) und auf dem Balkan. Bei diesen handelt es sich aber weniger um Aufstände gegen Kolonialmächte als um separatistische Bewegungen in Gebieten mit eigener ethnischer Identität, die bei der Bildung von Nationalstaaten im 20. Jahrhundert in Europa besonders benachteiligt wurden.
Sieh auch
Liste sozialer und politischer Bewegungen
Kategorie:Politische Bewegung
Kategorie:Politischer Widerstand
Kategorie:Freiheit
Kolonialismus
Der Ausdruck Kolonialismus (v. lat.: colonia Niederlassung, Ansiedlung) bezeichnet die auf Erwerb und Ausbau von Kolonien gerichtete Politik unter dem Gesichtspunkt des wirtschaftlichen, militärischen und machtpolitischen Nutzens für das Mutterland bei gleichzeitiger politischer Unterdrückung und wirtschaftlicher Ausbeutung der abhängigen Völker. Der Kolonialismus ist kein Phänomen der Neuzeit, sondern spielt schon in der Antike eine große Rolle. Beim europäischen Kolonialismus ab dem 14. Jahrhundert, initiiert v.a. von portugiesischen und spanischen Seefahrern, spielte neben ökonomischen Aspekten auch religiöses Sendungsbewusstsein (christliche Missionierung) eine große Rolle.
Nach dem Muster des Kolonialismus verfuhren europäische Staaten bei der Eroberung und Ausbeutung anderer Kontinente wie Afrika, Asien, Amerika und Australien. Die europäischen Staaten beförderten Rohstoffe (z. B. Rohrzucker, Gold, Diamanten) aus den kolonialisierten Ländern in die Heimatländer, ohne dafür eine angemessene Tauscheinheit anzubieten. Das Zeitalter des Kolonialismus war auch geprägt von Gewalt und Unterdrückung gegenüber den "Ureinwohnern" (Indigene Völker) dieser Kontinente.
Auch kam es vermehrt zu Sklaverei, v.a. aus Afrika in die neuen Kolonien in Amerika.
Die Ära des Kolonialismus im engeren Sinne ging in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zu Ende, als fast alle ehemaligen Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen wurden. Aufgrund der Festlegung von Grenzen auf dem Reißbrett durch die ehemaligen Kolonisatoren ergaben sich in Afrika und im Nahen Osten immer wieder Kriege, da diese Grenzziehungen kulturelle Zusammenhänge kaum berücksichtigt hatten. Viele Staaten der Dritten Welt befanden sich auch nach ihrer Unabhängigkeit in einem Zustand wirtschaftlicher Abhängigkeit von ihren ehemaligen Kolonisatoren.
Mit dem Untergang der Sowjetunion Ende des 20. Jahrhunderts wurden erstmals auch russische Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen.
Neuere Bestrebungen, kolonialistische Machstrukturen herzustellen, bezeichnet man als Neokolonialismus. Aspekte der heutigen Kultur und Politik ehemaliger Kolonien, welche mit ihrer Vergangenheit als Kolonie zusammenhängen, werden unter dem Begriff Postkolonialismus zusammengefasst.
Eine Weiterentwicklung der Ideologie des Kolonialismus war der Imperialismus (1880-1914).
Ob der Zionismus zum Kolonialismus gezählt werden kann, ist eine höchst umstrittene und politisch aufgeladene Frage, die im Umfeld des Nahostkonflikts immer wieder aufkommt.
Alle außereuropäischen und auch einige europäische Länder (z. B. Malta, Zypern) sind im Verlauf der Geschichte Kolonie oder Halb-Kolonie (z. B. Türkei, Iran, Afghanistan, Thailand, China, Japan) einer europäischen Kolonialmacht gewesen.
Die letzten Beendigungen einer Kolonialherrschaft in einer bedeutsamen Kolonie waren die von Hongkong 1997 und von Macao 1999.
Geschichte
Vor dem ersten Weltkrieg
Vor dem ersten Weltkrieg war Großbritannien die bei weitem größte Kolonialmacht gefolgt von Russland an zweiter Stelle, Frankreich, Deutsches Reich den Vereinigten Staaten und Japan sowie weiteren Staaten. England, Russland und Frankreich traten bereits frühzeitig als Kolonialmächte in Erscheinung.
Kolonialbesitz der Großmächte (Mill. Quadratkilometer und Mill. Einwohner)
Kolonien || Kolonien Metropolen - Insgesamt
--------------------------------------++----------------------------------------------------
1876 || 1914 1914 1914
--------------------------------------++----------------------------------------------------
km2 Einw. || km2 Einw. km2 Einw. km2 Einw.
--------------------------------------++----------------------------------------------------
England 22,5 251,9 || 33,5 395,5 0,3 46,5 33,8 440,0
Russland 17,0 15,9 || 17,4 33,2 5,4 136,2 22,8 169,4
Frankreich 0,9 6,0 || 10,6 55,5 0,5 39,6 11,1 95,1
Deutschland - - || 2,9 12,3 0,5 64,9 3,4 77,2
Vereinigte Staaten - - || 0,3 9,7 9,4 97,0 9,7 106,7
Japan - - || 0,3 19,2 0,4 53,0 0,7 72,2
--------------------------------------++----------------------------------------------------
6 Großmächte zusammen 40,4 273,8 || 65,0 523,4 16,5 437,2 81,5 960,6
Kolonialbesitz der übrigen Staaten (Belgien, Niederlande usw.) 9,9 45,3
Halbkolonien (Persien, China, Türkei, Japan usw.) 14,5 361,2
Die übrigen Länder 28,0 289,9
=
Der ganze Erdball 133,9 1.657,0
Quelle: Lenin, Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus
- Metropole ist im Sinne des Mutterlandes oder der Kolonialmacht selbst zu verstehen
Kolonialmächte
(klassische europäische Kolonialmächte mit außereuropäischen Kolonien)
Großbritannien, Frankreich, Spanien, Portugal, Deutschland, Italien, Russland, Niederlande, Belgien und Dänemark
Halb-Kolonialmächte
(europäische Nationen, die vergeblich versuchten außereuropäische Kolonien dauerhaft zu beherrschen oder nicht-europäische Nationen)
Österreich, Schweden, USA und Japan
Halb-Kolonien
(Länder, die nur teilweise Kolonie bzw. nur zum Teil von einer Kolonialmacht beherrscht waren und denen sog. "ungleiche Verträge" aufgezwungen wurden)
Türkei, Saudi-Arabien, Jemen, Iran, Afghanistan, China, Thailand, Japan, Korea, Liberia
Verbliebene "Kolonien"
(außerhalb Europas)
Dänemark: Grönland
Großbritannien: Anguilla, Bermuda, Britische Jungferninseln, Britisches Antarktisterritorium, Britisches Territorium im Indischen Ozean, Kaimaninseln, Falklandinseln, Montserrat, Pitcairninseln, St. Helena, Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln, Turks- und Caicosinseln
Frankreich: Guadeloupe, Martinique, Französisch-Guayana, Reunion, Mayotte, St. Pierre und Miquelon, Französisch-Polynesien, Neukaledonien, Wallis und Futuna, Französische Süd- und Antarktisgebiete, Iles Eparses, Clipperton
Niederlande: Aruba, Niederländische Antillen
Spanien: Kanarische Inseln, Ceuta, Melilla, Inseln der Plaza de soberanía
Portugal: Azoren, Madeira
Literatur
- Aimé Césaire, Über den Kolonialismus, Berlin: Wagenbach 1968
- Frantz Fanon, Die Verdammten dieser Erde, Frankfurt am Main 1981
- Horst Gründer, Eine Geschichte der europäischen Expansion, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1757-2
- Horst Gründer, Geschichte der deutschen Kolonien, Schöningh, 5. Auflage 2004, ISBN 3-8252-1332-3
- Jürgen Osterhammel, Kolonialismus : Geschichte, Formen, Folgen, Beck : München : Beck 1995, 142 S., ISBN 3-406-39002-1
- Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hg.) „... Macht und Anteil an der Weltherrschaft.“ Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast-Verlag. Münster 2005, ISBN 3-89771-024-2
- Udo Scholze/Detlev Zimmermann/Günther Fuchs, Unter Lilienbanner und Trikolore : Zur Geschichte des französischen Kolonialreiches. Darstellung und Dokumente, Leipzig 2001, 289 S., ISBN 3-934565-96-4
- Jürgen Zimmerer, Joachim Zeller (Hg.), Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg (1904-1908) in Namibia und seine Folgen, Berlin: Christoph Links Verlag 2003, ISBN 3-86153-303-0
Weblinks
- Lenin: [http://www.mlwerke.de/le/le22/le22_258.htm Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]
- [http://www.stub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/dfg-projekt/bildprojekt/Lexikon/lexikon.htm Deutsches Koloniallexikon im Internet]
- [http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/ahumboldt/holl_kolonialismus.pdf Frank Holl: Alexander von Humboldt - „Geschichtsschreiber der Kolonien”]
Siehe auch
- Kolonisation, Kolonialrecht, Kolonialgesellschaft, Sklaverei, Zivilisation, Dekolonialisierung, Unabhängigkeit, Dritte Welt
- Geschichte Afrikas, Wettlauf um Afrika, Geschichte Algeriens, Geschichte Namibias, Aufstand der Herero und Nama
- Geschichte Asiens, Boxeraufstand, Geschichte des Irak
- Geschichte Amerikas, Geschichte Haitis
- Kolonialpolitik Bismarcks, Lawrence von Arabien, Frantz Fanon, Patrice E. Lumumba
- Anglozentrismus
u.a. Länderartikel
Kategorie:Politologie
Kategorie:Kolonialismus
DiktaturUnter einer Diktatur (v. lat. dictatura) versteht man die Zwangsherrschaft durch eine Person, eine politische Partei, eine Minderheit oder Gruppe von Menschen über ein Volk.
In Diktaturen besteht die Gefahr der regelmäßigen Verletzung der Menschenrechte zum Zwecke der Machterhaltung. Das reicht von Einschränkungen der freien Meinungsäußerung bis hin zur gewaltsamen Verfolgung politischer Gegner oder ganzer Bevölkerungsgruppen. Eine Gewaltenteilung gibt es hier nicht, so dass eine Kontrolle des Diktators, sei es eine einzelne Person oder eine Gruppe, kaum stattfindet. Im Gegensatz zur Demokratie gibt es in Diktaturen keine freien Wahlen.
Das Wort kommt aus dem Lateinischen; im antiken Rom war der dictator ein nur in höchster Not besetztes Amt an Stelle der sonst üblichen Doppelherrschaft der beiden Konsuln, welches nach einem halben Jahr erlosch.
Selbstdefinition
Diktaturen stellen sich selbst meist als schnelle und radikale Lösung aller zwischenmenschlichen, wirtschaftlichen und staatlichen Probleme dar, die alle anderen konkurrierenden Systeme geschaffen hätten. Gemein haben all Diktaturen, dass sie sich negativ, d. h. über ihr (selbstgeschaffenes) Feindbild definieren, dass es zu bekämpfen gilt. Nicht selten wird damit aber willkürlich verfahren, siehe Goebbels: Wer Jude ist, bestimmen letztendlich wir.
Merkmale einer Diktatur
- ideologische Ausprägungen (z.B. Nationalsozialismus/Faschismus, Stalinismus/Maoismus)
- damit verbunden ein oft übertriebenes, ungerechtfertigtes oder vollständig aufgebautes, paranoides Feindbild, deren Bekämpfung die Ideologie rechtfertigen und erhalten soll (fast immer kleine, quasi wehrlose Minderheiten, z.B. Juden, Homosexuelle, Oppositionelle oder Intellektuelle.
- Verbot, Ausschaltung und/oder Verfolgung von Oppositionsparteien
- keine oder eingeschränkte Wahlen, auch Scheinwahlen (auch ungültige Stimmen werden als Ja-Stimmen gezählt, Beobachtung der Stimmabgabe)
- Heilsversprechen
Merkmale innerhalb der Gewalten
- Beseitigung der Gewaltenteilung z. B. nach Übernahme mindestens zweier der drei Gewalten
- Einschränkungen der Meinungsfreiheit (z.B. Bewertung von Kritik an politischer Institution als Hochverrat oder Beleidigung des Königshauses), Einschüchterung oder Verhaftung von politischen Gegnern oder "Unzuverlässigen",
- Einschränkungen der Presse (z.B. keine allgemeine Information, nur besondere/eingebundene Journalisten),
- Einschränkungen der Pressefreiheit (z.B. Verbot eines journalistischen Beitrags oder einer Zeitung)
- Folter (darunter auch so genannte Weiße Folter)
- Polizeistaat oder Militärstaat, keine Rechtsstaatlichkeit, keine unabhängigen Gerichte
- juristische und/oder soziale Außerkraftsetzung der Unschuldsvermutung
- Außerkraftsetzung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes: Strafgesetze, bei denen die angedrohte Strafe viel stärker ist, als es für die Schwere der Tat verhältnismäßig wäre (oft verbunden mit selektiven Amnestien oder Massenverhaftung)
- Verbot von starker Verschlüsselung,
Soziales Klima
- Unterdrückung und Unterordnung des Volkes ("Klima der Angst und Repression")
- Unfreiheit
- Abwertung des Individualismus, Glorifizierung des Kollektivs und dessen vermeintlicher Einheit und Stärke bei gleichzeitiger Verfolgung Destruktiver und/oder Passiver
- Förderung des Denunziantentums und des Opportunismus
- keine Wahrung der Interessenvielfalt
- Personenkult, zum Beispiel das "Führerbild" in jedem Privathaus und in Schulen
- damit ist meist eine Omnipräsenz des Herrschers oder des Regierungsapparates verbunden
- Populismus
Unterdrückung und Unterordnung des Volkes und des einzelnen Menschen
Die meisten Diktaturen fordern die Unterordnung des Einzelnen unter die Gemeinschaft bzw. den Staat. Dies wird mit einem angeblich "höheren Ziel" begründet. Unter der Diktatur des Nationalsozialismus mussten sich die Einzelnen der "Volksgemeinschaft" und der "arisch-germanischen Rasse" unterordnen, die größte Opfer verlangte. Daher das Sprichwort: "Du bist nichts, dein Volk ist alles!". Einen eigenen Wert (Menschenwürde) wurde dem Einzelnen abgesprochen. Der italienische Faschismus verlangte die Unterordnung des Einzelnen unter die "Nation", die angeblich "größer" war als der Einzelne. Unter der kommunistischen Herrschaft war die Klassenlose Gesellschaft (erreicht durch eine "Diktatur des Proletariats") das höchste Ziel . Wer eine andere Meinung hatte, stellte sich dem "Fortschritt" entgegen und galt als "Konterrevolutionär".
Der Freiheitsbegriff des Individualismus und der Menschenwürde des Einzelnen wurde durch einen "totalitären Freiheitsbegriff" ersetzt, zum Beispiel die Freiheit des Volkes, die Freiheit der Nation oder die Freiheit der proletarischen Klasse. Die Unterdrückung des Individuums wurde durch die Freiheit der Nation oder die Freiheit der proletarischen Klasse legitimiert.
Verletzung der Menschen- und der Bürgerrechte, Folter
Menschenrechte stehen jedem einzelnen Menschen zu und können nicht entzogen, sondern nur verletzt werden. Dies geschieht vielfach in Diktaturen, weil die Machthaber bzw. die Partei oder die "herrschenden Klasse" ihre Macht behalten will. Oft sollen Menschenrechtsverletzungen einem angeblich "höherem Ziel" oder dem "Fortschritt" dienen.
In fast allen Diktaturen werden Zeitungen verboten oder kontrolliert, Journalisten verhaftet, Missliebige oder angebliche politische Gegner inhaftiert. Manche Menschen "verschwinden" einfach und ihre Angehörigen wissen nicht, ob sie noch leben oder wo sie sich aufhalten. Oftmals werden Menschen auch ohne Gerichtsverhandlungen eingesperrt oder sie bekommen keinen rechtlichen Beistand. In den Gefängnissen und in Polizeigewahrsam wird häufig gefoltert, zum Beispiel durch Schläge, Tritte und Schlafentzug, aber auch durch grelles Licht oder Dunkelheit.
Durch die Manipulation der Zeitungen, des Rundfunks und des Fernsehens wird das Volk in vielfacher Hinsicht beeinflusst und im Sinne der Regierung gelenkt. Manche Staaten schotten sich auch nach außen hin ab (zum Beispiel das frühere kommunistische Albanien oder heutzutage noch Nordkorea). Auch dadurch werden die Menschen und die ausländischen Reporter in Unwissenheit über die tatsächlichen Zustände gehalten.
In den meisten Diktaturen gibt bzw. gab es eine Geheimpolizei, die politische Gegner einschüchtert und verfolgt. Im Dritten Reich verfolgte die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Juden, Sozialdemokraten, Kommunisten, Geistliche, Sinti und Roma. In der DDR überwachte die Staatssicherheit (Stasi) die Bürger. Die Sowjetunion bediente sich des NKWDs, der später in NKGB umbenannt wurde und mit dem MGB (=Ministerium für Staatssicherheit), ab 1953 MWD (=Ministerium für innere Angelegenheiten) zusammenarbeitete. Nicolae Ceauşescu verfolgte seine Gegner bzw. die vermeintlichen Dissidenten durch die Securitate. Die Geheimpolizei wirbt häufig Spitzel in der Bevölkerung an, teilweise gibt es ein regelrechte Spitzelunwesen (zum Beispiel in der früheren Sowjetunion unter Stalin). Denunzianten kommen ihnen zur Hilfe und melden jeden verdächtigen Vorfall, so dass in der Bevölkerung ein Klima der Angst entsteht. Diese Einschüchterung trägt dazu bei, dass kaum jemand mehr wagt, offen seine Meinung auszusprechen.
Die Folter geschieht häufig im Verborgenen, nämlich im Polizeigewahrsam, im Gefängnis, in Amtszimmern oder weit abgelegen in Straflagern.
Wahlen
In demokratischen Staaten sind die Wahlen allgemein, frei, gleich und geheim. Das heißt, alle Erwachsenen haben das Wahlrecht, alle Stimmen sind gleichwertig und die Stimmabgabe wird nicht eingeschränkt oder überprüft. Insofern wählt das Volk tatsächlich seine Vertreter ins Parlament und bestimmt im Idealfall, wer es regiert.
In einer Diktatur dagegen werden die Wahlen manipuliert, zum Beispiel werden die Wähler bei der Stimmabgabe beobachtet oder auch "ungültige" Stimmen als Ja-Stimmen gezählt. Leute, die mit "Nein" stimmen oder deren Stimme ungültig ist, werden eingeschüchtert, verhaftet oder sie "verschwinden" einfach.
Diktatur nach sozialistischer Theorie
In der sozialistischen Theorie versteht man unter Diktatur die Herrschaft einer sozialen Klasse. So bezeichnete die DDR ihre eigene Herrschaftsform selbst als Diktatur des Proletariats, die der kapitalistischer Länder wie der USA oder Bundesrepublik als Diktatur der Bourgeoisie sowie den Faschismus und Nationalsozialismus als Offene terroristische Diktatur der am meisten reaktionären, chauvinistischen und imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.
Dieser Unterschied in der Definition ist zu beachten, wenn man die entsprechenden theoretischen Texte verstehen will. In der Praxis wies die DDR die Merkmale einer Diktatur im klassischen Sinne auf.
Diktaturen der jüngsten Geschichte und Gegenwart
- Ägypten
- Angola
- Äquatorialguinea
- Bahrain
- China
- Elfenbeinküste
- Eritrea
- Gabun
- Iran
- Katar
- Kuba
- Kuwait
- Libyen
- Mauretanien
- Myanmar
- Nordkorea
- Oman
- Pakistan
- Ruanda
- Saudi-Arabien
- Simbabwe
- Syrien
- Togo
- Tschad
- Tunesien
- Turkmenistan
- Vatikanstaat
- Vereinigte Arabische Emirate
- Weißrussland
- Zentralafrikanische Republik
Historische Beispiele
- Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland, Adolf Hitler ist die zentrale Gestalt der NSDAP-Diktatur von 1933 bis 1945 (andererseits war Hitlers Machtergreifung das Ergebnis einer legalen Ernennung durch den Reichspräsidenten)
- Austrofaschistische Diktatur in Österreich durch Engelbert Dollfuß und Kurt Schuschnigg von 1933 bis 1938 (siehe auch Klerikalfaschismus)
- Franco-Diktatur in Spanien (siehe auch Klerikalfaschismus)
- Mussolini-Diktatur in Italien (siehe auch Faschismus)
- Stalinistische bzw. maoistische Diktatur in der UdSSR und China
- Diktatur der Roten Khmer in Kambodscha, Pol Pot ist dabei die zentrale Figur (1975-1979)
- Augusto Pinochet in Chile
- Manuel Noriega in Panama
- Somoza-Clan in Nicaragua
- Militärjunta in Griechenland (1967-1974)
- Militärdiktatur in der Türkei (1960-1961, 1980-1983)
- Einparteiendiktatur in Portugal (1932-1974) und in der DDR (1949-1990)
- Diktatur Saddam Husseins im Irak (1979-2003)
- Diktatur Mobutus in Zaire (heute: Demokratische Republik Kongo) (1965-1997)
- Zentralafrikanisches Kaiserreich (heute: Zentralafrikanische Republik) unter Kaiser Bokassa (1966-1979)
- Rumänien unter König Carol II. (1930 bis 1940) und unter stalinistischer Diktatur (Nicolae Ceauşescu, 1974 bis 1989)
- Jugoslawien unter König Alexander I. (1918 bis 1941) und unter titoistischer Diktatur (1945 bis 1991)
- Syrien unter der Erbdiktatur der Dynastie al-Assad (1970-2005)
Zitate
- „Sie können umbringen, wen Sie wollen - Ihr Nachfolger wird nicht dabei sein.“ Ernst Jünger
- „Wer eine Diktatur errichtet, stirbt eines natürlichen Todes, wenn er umgelegt wird.“ Rolf Hochhuth
Siehe auch
- Ideologie
- Diktator
- Despotismus
Kategorie:Politischer Begriff
Kategorie:Staatsform
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ja:独裁政治
simple:Dictatorship
NationalstaatEin Nationalstaat ist ein Staat mit einer staatstragenden Nation (Volk, Ethnie), der die wesentlichen Teile dieses staatstragenden und meist auch namengebenden Volkes in sich vereint. Der Gegensatzbegriff dazu ist Vielvölkerstaat bzw. Nationalitätenstaat. Nationalität und Staatsangehörigkeit können daher verschieden sein.
Idealtypisch hat ein Nationalstaat alle Angehörigen seines Volkes und auch nur Angehörige dieses Volkes als Bürger.
Angehörige des Staatsvolkes, die außerhalb ihres Nationalstaats leben, haben im allgemeinen ein besonders positives Verhältnis zu diesem. Beispiele hierfür sind die Auslandstürken im Verhältnis zur Türkei oder auch die Volksdeutschen im Verhältnis zu Deutschland bzw. zu den anderen deutschsprachigen Staaten. Sofern diese außerhalb des Nationalstaates lebenden Angehörigen des staatstragenden Volkes ein geschlossenes Gebiet bewohnen, das nach Meinung dieses Volkes an den Nationalstaat angeschlossen werden sollte, wird hierfür der Begriff Irredenta (italienisches Adjektiv: unerlöst) benutzt.
Bürger eines Nationalstaates, die nicht dem tragenden Staatsvolk angehören, sondern in nennenswerter Anzahl einem anderen Volk, bilden eine Minderheit. Beispiele hierfür sind die Dänen in Schleswig-Holstein sowie die Sorben in Brandenburg und in (Ober-)Sachsen. Diese Beispiele zeigen zwei Typen von Minderheiten: Beide Minderheiten sind zwar bundesdeutsche Staatsbürger, aber im Falle der Dänen handelt es sich um Angehörige der Nachbarnation. Solche Nationale Minderheiten in Grenzgebieten kann es geben, wenn die Staatsgrenzen nicht natürlich (z. B. durch trennende Gebirge oder willkürlich ohne Rücksicht auf die nationale Wohnbevölkerung) gebildet wurden; dies war meistens der Fall, denn Staaten wurden fast immer durch Fürstenhochzeiten oder kriegerische Ereignisse gebildet (für weitere Gründe zur Entstehung von Minderheiten, siehe Minderheit). Historisch liegt die Ursache oft in einem Staat, der beide Völker beinhaltet. Der dänischen Minderheit in Südschleswig entsprechend gibt es eine deutsche Minderheit in Nordschleswig als dänische Staatsbürger. Den anderen Typus einer Minderheit, eine so genannte ethnische Minderheit, repräsentieren die Sorben, die zu wenige sind und zu verstreut leben, um einen eigenen Nationalstaat bilden zu können. Ein Beispiel für einen dritten Typus bilden die Kurden. Sie leben als ethnische Minderheiten in mehreren Staaten, darunter der Türkei und dem Irak. Zwar sind sie als Volk eigentlich groß genug, um einen eigenen Nationalstaat zu bilden. Dies ist ihnen aber politisch bisher nicht gelungen.
Konfliktpotenziale
An sich sind saturierte (gesättigte) Nationalstaaten sehr friedliche Staaten. Sie haben keine Ansprüche an andere Länder und im allgemeinen auch kein Sendungsbewusstsein, das zu Eroberungsplänen führen kann.
Konflikte kann es dennoch geben. Das liegt zum einen an regionalen Vermischungen zweier (oder mehrerer) Völker in Grenzgebieten. Daraus können sich Streitigkeiten über die "gerechte" Grenze ergeben. Eine andere Konfliktursache können unterschiedliche Begriffe von Volk bilden. Dieser Begriff ist nicht eindeutig. In manchen Völkern ist die Religionszugehörigkeit wesentliches Definitionsmerkmal (z. B. Juden, Moslems in Bosnien, usw.). Bei anderen ist die gemeinsame Sprache und Kultur als Zeichen gemeinsamer Herkunft wesentlich (Deutsche, Ungarn, Iren, Polen), ..; bei wieder anderen gelten andere Kriterien. Dazu kommen etatistische Vorstellungen, die alle Angehörigen ihres Staates schlicht alle Staatsbürger ohne Rücksicht auf ihre nationale Identität betrachten (z.B. typische Einwanderungsländer wie die USA, Kanada, Australien,..). Dadurch kann es vorkommen, dass bestimmte Volksgruppen von zwei Staaten, die sich auch als Nation bezeichnen (obwohl sie es in der eigentlichen Wortbedeutung von Nation nicht sind), beansprucht werden. In diesen Fällen kann es zu einem starken Assimilationsdruck gegenüber der Minderheit kommen.
Ein Beispiel hierfür sind die deutschsprachigen Südtiroler, deren deutsche Nationalität vom italienischen Staat lange Zeit ignoriert und die wegen ihrer italienischen Staatsbürgerschaft als Italiener behandelt und ihnen daher zustehende Minderheitenrechte versagt wurden. Im Sport fühlen sich viele Südtiroler inzwischen eher zu Italien gehörig, kulturell und von der Mentalität her aber eher als Deutsche (bzw. regional als Tiroler). Ändert sich im Laufe der Zeit aber die Muttersprache, beispielsweise bei vielen Nachkommen der deutschen Elsässer und Lothringer von deutsch auf französisch, ändert sich damit oftmals auch deren Nationalität bzw. das kulturelle Zugehörigkeitsgefühl und damit die eigene Identität.
Als Separatismus bezeichnet man die Erscheinung, dass sich eine Bevölkerungsgruppe eines Staates aufgrund eigenständiger Sprache und Kultur als Volk einen eigenen Staat haben möchte, damit aber beim Staat auf Widerstand trifft. Ein Beispiel hierfür sind die Basken in Spanien und Frankreich, aber auch die Kurden in der Türkei und im Iran. Zwischen den Begriffen Separatismus und Nationalismus besteht häufig nur ein perspektivischer Unterschied. Aus Sicht des zentralen Staates handelt es sich um Bürger, die sich abspalten wollen, also um Separatisten. Aus deren Sicht aber handelt es sich um Nationalismus, weil sie ihrem Volk zu einem eigenen Staat verhelfen möchten. So wurden die Anhänger der irischen Unabhängigkeitsbewegung vor der Gründung der Republik Irland vom Staat Großbritannien, der in früheren Zeiten ihr Land annektiert hatte, als Separatisten betrachtet und verfolgt.
Literatur
- [http://stattweb.de/cgi-bin/baseportal.pl?htx=/stattweb.de/ArchivDetail&db=Archiv&Id=176 Anonym (sp): Staat, "Nation" und Sprache. Vierteilige Artikelreihe zur Sprachpolitik in Nationalstaaten und in der Europäischen Union. In: Stattzeitung für Südbaden, Ausgaben 56-59 (2004).]
- Bassam Tibi: Vom Gottesreich zum Nationalstaat. Islam und panarabischer Nationalismus
- Alfred Schobert, Siegfried Jäger (Hg.) (2004). Mythos Identität. Fiktion mit Folgen. ISBN 3-89771-735-2 (international angelegter Überblick über Nationen- und Identitätenbildung)
Siehe auch
- Minderheitenkonflikt
Kategorie:Politischer Begriff
Kategorie:Staatsform
Kategorie:Nation
ja:国民国家
Sezession (Politik)Sezession (aus dem Lateinischen secessio für Abspaltung, Absonderung) bezeichnet in der Politik die Loslösung einzelner Landesteile aus einem Staat.
Sezessionsbestrebungen einer Teilbevölkerung mit dem Ziel, einen eigenen, souveränen Staat zu bilden, werden auch als Separatismus (aus dem Lateinischen separatus für getrennt, abgesondert) bezeichnet und gehen oft mit kriegerischen Auseinandersetzungen einher. Im engeren Sinne bezeichnet Separatismus die ideologische Grundlage oder die politisch-soziale Aktion, die bei Erfolg zur Sezession führt. Separatismus kann, aber muss nicht identisch sein mit Regionalismus oder Nationalismus von Minderheiten.
Da föderalistisch organisierte Staaten ihren Teilgebieten ohnehin ein gewisses Maß an Autonomie zugestehen, sind sie in der Regel besser geeignet, separatistische Abspaltungen abzuwehren als zentralistische Staaten. Um separatistische Konflikte friedlich beizulegen, reagieren Zentralstaaten auf Sezessionsbestrebungen zuweilen mit einer Föderalisierung ihrer Strukturen. Ein Beispiel hierfür ist Großbritannien, das den Landesteilen Schottland und Wales in den vergangenen Jahren größere Autonomierechte einräumte.
Historische Beispiele
Als secessio plebis wurde im alten Rom der legendäre Auszug des Volkes aus der Stadt auf den Mons Sacer, den heiligen Berg, im Jahre 494 v. Chr. bezeichnet. Die nichtadligen Plebejer erreichten mit dieser Protestaktion die Einrichtung des Volkstribunats und damit ein politisches Mitspracherecht in der von den adligen Patriziern regierten Stadt.
Der bekannteste Fall einer politischen Sezession war die Trennung der sklavenhaltenden Südstaaten von den USA im Jahr 1860/61 und die Bildung der Konföderierten Staaten (CSA). Sie hatte den Sezessionskrieg zur Folge, der mit der Wiederherstellung der staatlichen Einheit endete.
Sezessionskrieg
Erfolgreiche Unabhängigkeitskriege waren die der Schweizer Eidgenossenschaft vom Ende des 13. Jahrhunderts an und die der Niederlande ab 1568. Beide richteten sich gegen die Herrschaft des Hauses Habsburg und erreichten im Westfälischen Frieden von 1648 die Anerkennung ihrer Selbständigkeit.
In Deutschland kam es zuletzt während der französischen Rheinlandbesetzung im Jahr 1923 zu Sezessionsbestrebungen Rheinischer Separatisten. Sie traten für eine Trennung des Rheinlands vom Deutschen Reich bzw. vom Land Preußen ein, scheiterten aber an der fehlenden Unterstützung der Bevölkerungsmehrheit.
In den Jahren nach den beiden Weltkriegen versuchte die französische Besatzungsmacht den Separatismus im Saarland zu fördern. Die Pläne scheiterten aber beide Male in Volksabstimmungen. Statt für die Unabhängigkeit oder die Angliederung an Frankreich votierte die Bevölkerung 1957 für die Eingliederung des Saargebiets als eigenes Bundesland in die Bundesrepublik Deutschland.
Aktuelle Beispiele
Bedeutende Unabhängigkeitsbewegungen existieren in Westeuropa im Baskenland (ETA); auf Korsika - hier mit der Frontu di Liberazione Naziunalista Corsu bzw. der "FLNC-Union des Combattants" und davon abgespalten die "FLNC des Dissidents" als treibende Kräfte; in Norditalien (Lega Nord). In Deutschland existieren politisch unbedeutende friesische und bayrische Separatistengruppierungen, wobei sich in letzter Zeit auch im nordöstlichen
Teil des alemannischen Sprachraumes im Südwesten Deutschlands Strömungen formieren, die einen Anschluss an die Schweiz
fordern (Alemannischer Separatismus).
Separatistische Bewegungen spielten 1991 eine große Rolle bei dem Zerfall der Staaten des ehemaligen Ostblocks und der Sowjetunion in die Staaten Armenien, Aserbaidschan, Estland, Georgien, Kasachstan, Lettland, Litauen, Kirgisistan, Moldawien, Russland, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan und Weißrussland. In vielen dieser Staaten gab und gibt es nach der Unabhängigkeit kriegerische Auseinandersetzungen.
Die Loslösung der früheren Teilrepubliken Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina aus dem jugoslawischen Staatsverband in den Jahren 1991-1992, löste mehrere Kriege aus, die 1995 mit dem Daytoner Abkommen beendet wurden. Der Konflikt um die serbische Teilrepublik Kosovo, deren albanische Bevölkerungsmehrheit ebenfalls die Trennung von Rest-Jugoslawien anstrebt, konnte bis heute nicht beigelegt werden.
Ein seltenes Beispiel einer friedlichen Sezession stellt die Trennung der Slowakei von Tschechien dar. Beide Republiken hatten bis 1992 den gemeinsamen Staat Tschechoslowakei gebildet. Ein langwieriger Krieg ging dagegen der 1993 erreichten Unabhängigkeit Eritreas von Äthiopien voraus. Die jüngste erfolgreiche Unabhängigkeitsbewegung war die in Ost-Timor, die 2002 nach mehrjährigem Bürgerkrieg die Trennung ihres Inselteils von Indonesien durchsetzte.
Weitere aktive Unabhängigkeitsbewegungen existieren derzeit u.a. in den Kurdengebieten der Türkei, des Irak und des Iran, in Tibet, in den christlich-animistisch geprägten Gebieten des Süd-Sudan, in der russischen Teilrepublik Tschetschenien und in einigen Minderheitengebieten Georgiens und Aserbaidschans.
Folgende Gebiete haben ihre Sezession erklärt, sind aber derzeit noch nicht als unabhängige Staaten anerkannt:
- Abchasien - betrachtet sich seit 1992 als unabhängig von Georgien und wird von Russland unterstützt.
- Bergkarabach - offiziell Teil Aserbaidschans, seit 1991 unabhängig bzw. von Armenien besetzt.
- Palästina - im Jahre 1988 durch die PLO ausgerufen.
- Puntland - hat sich 1998 von Somalia gelöst.
- Somaliland - seit 1991 international nicht anerkannte Unabhängigkeit von Somalia.
- Südossetien - erklärte sich 1991 als unabhängig von Georgien.
- Transnistrien - seit 1991 von Moldawien abgespalten.
- Tschetschenien - völkerrechtlich Teil von Russland, erklärte sich 1991 als unabhängig von der damaligen Sowjetunion.
- Türkische Republik Nordzypern - betrachtet sich seit der Besetzung durch türkische Truppen 1974 nicht mehr als Teil der Republik Zypern.
Weblinks zu aktuellen Sezessionsbewegungen
Europa
- [http://www.bayernpartei.org/ Bayernpartei, Deutschland]
- [http://www.snp.org Scottish National Party, Großbritannien]
- [http://www.nfel.org Separatisten in Elsass-Lothringen, Frankreich]
- [http://www.self-determination.gi Für ein unabhängiges Gibraltar, Spanien]
- [http://www.masterweb.it/seborga Fürstentum Seborga, Italien]
- [http://www.legasud.it Lega Sud Ausonia, Italien]
- [http://www.duesicilie.org Duesicilie - süditalienische Separatisten, Italien]
- [http://www.psdaz-ichnos.com Sardische Separatisten, Italien]
- [http://www.geocities.com/tandit2000/msi/ Mähren und Schlesien, Polen]
- [http://www.republikasilesia.com Schlesische Separatisten, Polen]
- [http://www.chez.com/occitanet Okzitanische (provenzalische) Unabhängigkeitsbewegung, Frankreich]
- [http://notre.savoie.free.fr Für ein freies Savoyen, Frankreich]
- [http://www.scania.org Unabhängiges Skåneland, Schweden]
Amerika
- [http://www.csanews.net Amerikanische Konföderierte]
- [http://www.mofirst.org Separatisten aus Missouri]
- [http://www.palmetto.org Separatisten aus South Carolina] (auch [http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/992/33959 SZ-Bericht])
- [http://www.akip.org Alaskan Independence Party]
- [http://www.freehawaii.org Free Hawaii]
- [http://www.vermontrepublic.org Second Vermont Republic]
Asien
- [http://www.abkhazia.org/home.html Abchasien]
- [http://www.caccp.org/et/ Uigurische Unabhängigkeitsbewegung, Sinkiang]
- [http://www.caccp.org/tibet Free Tibet, China]
- [http://www.nscnonline.org Nagaland, Indien]
- [http://www.eelam.com Tamil Tigers, Ceylon]
- [http://www.nineveh.com Assyrer, Irak]
- [http://www.dlm.org Unabhängigkeitsbewegung der Molukken, Indonesien]
- [http://www.well.com/user/nobumasa/opinion.html Freies Okinawa, Japan]
Kategorie:Nation
Kategorie:Politischer Widerstand
als:Separatismus
AutonomieAls eine Autonomie (von (alt)griechisch αυτονομία, (αὐτονομία) autonomía = sich selbst Gesetze gebend, selbstständig) bezeichnet man je nach Fachbereich oder Zusammenhang "Selbstständigkeit", "Unabhängigkeit", "Selbstverwaltung" oder "Entscheidungsfreiheit". Max Webers Definition lautet wie folgt: Autonomie bedeutet, daß nicht, wie bei Heteronomie, die Ordnung des Verbands durch Außenstehende gesatzt wird, sondern durch Verbandsgenossen kraft dieser ihrer Qualität (gleichviel wie sie im übrigen erfolgt). (Wirtschaft und Gesellschaft, Teil 1, Kap. 1, § 12)
Besondere Bedeutung hat die Autonomie in der Privat- und Tarifautonomie.
Politologie
Volle Autonomie
Staaten oder Gebiete werden als autonom angesehen, wenn sie sich außenpolitisch von anderen Staaten vertreten lassen, nach innen aber selbstständig sind. Dies sind oft Gebiete innerhalb von Staaten, in denen starke Minderheiten leben:
- Südtirol (zu Italien; Zweites Autonomiestatut von 1972)
- Gagausien (zu Moldawien)
- Autonome Republik Nachitschewan (zu Aserbaidschan)
- Karakalpakistan (zu Usbekistan)
- Färöer und Grönland (zu Dänemark)
- viele Republiken der Russischen Föderation (siehe auch Verwaltungsgliederung Russlands)
- teilweise ehemalige Kolonien, z. B. die des Vereinigten Königreiches und Frankreichs
Teilautonomie
Bestimmte Verwaltungseinheiten eines Staates haben gewisse Kompetenzbereiche, in denen sie frei über ihre Belange entscheiden dürfen. Beispiel: Das französische Département Elsaß hat eine Teilautonomie im ansonsten zentralisierten Bildungswesen (Ausmaß und Gestaltung des Deutschunterrichts, Ausmaß der Benutzung der deutschen Sprache im Unterricht).
Eingeschränkte Autonomie
Eine Verwaltungseinheit eines Staates, z. B. Bundesstaat, kann in bestimmten Kompetenzbereichen vollständig unabhängig über seine eigenen Belange entscheiden. Beispiel: Die Kantone der Schweiz haben Entscheidungsfreiheit in allen Bereichen, die nicht ausdrücklich an die Eidgenossenschaft delegiert wurden (Bildungswesen, innere Sicherheit, Sozialwesen, Gesundheitswesen), und solange die Entscheidungen nicht der Bundesverfassung widersprechen.
Autonomie als Protest
Der Begriff „Autonomie“ zur Kennzeichnung einer politischen oder kulturellen Protesthaltung kam in den 70er Jahren zunächst in Italien auf. Gemeint war, den herrschenden Werten und Regeln in Form einer „zweiten Gesellschaft“ entgegenzutreten, und diese gegen die Mehrheitsgesellschaft durchzusetzen. Konflikte mit dem staatlichen Gewaltmonopol, die sich aus diesem Konzept ergaben, führten zur Militarisierung von Teilen der Protestbewegung, die in Deutschland seit den frühen 80er Jahren als „Autonome“ bekannt wurden.
Philosophie
Siehe Autonomie (Philosophie)
Siehe auch
- Autarkie
- Emanzipation
- Souveränität
- Heteronomie
- Autokephalie
- Autonome
Kategorie:Politische Geographie
Kategorie:Herrschaftssoziologie
BefreiungstheologieDie Befreiungstheologie ist eine christliche Strömung, die sich seit 1960 vor allem in Lateinamerika, aber auch Südafrika und einigen Ländern Asiens entwickelte. Sie bezieht sich auf sozialkritische Bibeltraditionen, auf eine eigenständige und variable Analyse der politökonomischen Abhängigkeit (dependencia: Dependenztheorie) und fordert von daher eine sozialistische Umgestaltung der Gesellschaftsordnung im Interesse der Armen.
Entstehung
Seit der kubanischen Revolution 1959 bildeten sich in den armen, meist katholisch geprägten Bevölkerungsschichten ehemaliger europäischer Kolonien vermehrt sogenannte Basisgemeinden.
Deren Mitglieder waren meist landlose Bauern, Slumbewohner und Analphabeten, die ihre Alltagsprobleme gemeinsam zu bewältigen versuchten. Hier entstand eine Auslegung der biblischen Botschaft, die diese eng auf die reale Situation ihrer Adressaten bezieht und daraus eine gesellschaftliche Hoffnungsperspektive für sie zu entwickeln versuchte. Zum ersten Mal wurde Theologie nicht als rein universitäres Studienfach, das einer wohlhabenden akademischen Elite vorbehalten war, aufgefasst, sondern als unmittelbar praktische Bibelauslegung der Betroffenen selber.
Beginnend 1964 mit einem Militärputsch in Brasilien, installierten sich in fast allen Ländern Lateinamerikas von den USA ökonomisch und militärisch gestützte Militärdiktaturen, die eine für die Bevölkerungsmehrheit katastrophale Innenpolitik betrieben. So kam es seit 1965 dort wie in Argentinien, Chile, Peru, El Salvador, Nicaragua u.a. immer wieder zu Rebellionen, Umstürzen und Revolutionsversuchen.
In deren Kontext stellte sich ein wachsender Teil von Christengemeinden und Kirchenvertretern auf die Seite der um Befreiung kämpfenden Bevölkerung. Die Rolle der Kirche blieb jedoch zwiespältig: Ein Teil der Kirchenhierarchie stand stets eng an der Seite der jeweils Herrschenden. Ein anderer Teil jedoch entwickelte aus den konkreten Erfahrungen mit Unterdrückung, Folter, Polizeistaat, Rechtlosigkeit und Elend heraus eine neue und umfassende Solidarität mit armen Bevölkerungsmehrheiten. 1968 in Medellin beschloss das gesamte lateinamerikanische Episkopat diese "Option für die Armen" als Leitlinie der Kirchenpolitik.
Ähnliche Aufbrüche gab es auch in den USA selbst, wo sich aus der Bürgerrechts- und Protestbewegung der 60er Jahre eine "schwarze Theologie" gegen den alltäglichen Rassismus entwickelte. Diese wirkte wiederum auf die christlich motivierte Anti-Apartheid-Bewegung Südafrikas ein. Auch auf den Philippinen, in Sri Lanka und Indien entstand seit 1968 eine "Theologie des Kampfes". Diese Bestrebungen werden oft als "Dritte-Welt-Theologie" zusammengefasst, obwohl sie jeweils eigenständig sind und auch europäische und nordamerikanische Vertreter beeinflusst haben.
Vertreter
Der Begriff selber wurde von dem peruanischen Theologen Gustavo Gutiérrez im Jahr 1972 in seiner Schrift "Teología de la liberación" geprägt. In Europa wurden vor allem die folgenden Theologen oder Kirchenführer bekannt:
- Helder Camara: Erzbischof von Olinda und Recife.
- Camilo Torres:Priester und Guerillakämpfer im Gefolge Ernesto Che Guevaras.
- Oscar Arnulfo Romero: Bischof von El Salvador, von rechtsextremen Todesschwadronen während einer Messe ermordet.
- Ernesto Cardenal: Priester und Dichter, später Kulturminister in der Regierung der Sandinisten Nicaraguas. Er wurde als Mitbegründer einer Basiskommune auf der Insel Solentiname bekannt, aus der das "Evangelium von Solentiname" - Bibelauslegungen der Campesinos (landlosen Kleinbauern) - hervorging.
- Leonardo Boff: katholischer Theologe und Menschenrechtsaktivist. Er wurde für 1985 von der römischen Kongregation für die Glaubenslehre unter dem Vorsitz Kardinal Joseph Ratzingers – heute Papst Benedikt XVI. – wegen seiner Schriften zur Befreiungstheologie zu einem Jahr des Schweigens verurteilt und verlor alle kirchlichen Funktionen.
- Paulo Evaristo Kardinal Arns: emeritierter Erzbischof von São Paulo.
Weniger bekannte Vertreter der Befreiungstheologie sind auch
- Galilea Segundo
- Julio de Santa Ana
- Jon Sobrino.
Sie vertreten unterschiedliche theologische Ansätze, denen aber die unverbrüchliche Verbindung von Kirche und Volk gemeinsam ist. Auch der schwarze Theologe James H. Cone aus den USA lässt sich den Befreiungstheologen zuordnen.
Eine wichtige Inspirationsquelle für die meist katholischen Befreiungstheologen war das Zweite Vatikanische Konzil, das 1962 größere Reformen in der römisch-katholischen Kirche einleitete. Sie haben über die Ökumene und christliche Basisgruppen auch in den sozialkritischen Protestantismus hineingewirkt. Hier haben westliche Theologen versucht, ähnliche Grundideen auch für die reichen Kirchen Europas und Nordamerikas geltend zu machen. Darunter sind:
- Harvey Cox: liberaler Vertreter des "social gospel" in den USA.
- George Casalis: französischer Schüler Karl Barths und libertärer Sozialist im Gefolge von Jean Paul Sartre.
- Helmut Gollwitzer: wichtigster deutscher Schüler Karl Barths und Freund Rudi Dutschkes, der seit 1970 die These "Christen müssen Sozialisten sein" vertrat.
- Jürgen Moltmann: lutherischer Theologe mit linkshegelianischem Ansatz, vertritt den jüdisch-christlichen Dialog als wesentlichen Beitrag zu einer ökumenischen Befreiungstheologie.
- Dorothee Sölle: deutsche Schülerin Rudolf Bultmanns, vertrat eine radikal kirchenkritische existenziale Interpretation des Evangeliums; feministische Sozialistin, die lange auch in den USA lehrte.
- Ulrich Duchrow: Lutheraner, der im Gefolge Dietrich Bonhoeffers die gerechte Weltwirtschaftsordnung zur vorrangigen Bekenntnisfrage für die Ökumene erklärt hat.
- Franz Hinkelammert: Katholik, der eine Analyse der Gesetze des Weltmarkts für das ökumenische Programm gegen transnationale Konzerne (TNCs) vorgelegt hat.
Programm
Die Befreiungstheologie ist ursprünglich eine Theologie der Armen selber. Die Entwicklung der Basisgemeinden mit gemeinsamen, von keinen Amtsträgern geleiteten Gottesdienstformen war weit fortgeschritten, als die ersten "Befreiungstheologen" auf dem internationalen Buchmarkt zu Gehör kamen. Ihre Autoren verstehen sich nicht als "Erfinder" einer neuen Theologie, sondern als Sprachrohr der Unterdrückten. Diese selber waren es, die in der Bibel ihr ureigenstes Thema, die Befreiung aus jeder Form der Sklaverei, wiederentdeckten und daraus politische Folgerungen für ihre Realität ableiteten.
Die Befreiungstheologie will diese Entdeckung unterstützen und praktisch wirksam werden lassen. Dies wird damit begründet, dass Befreiung das durchgehende Hauptthema der Bibel sei und die Armen und Unterdrückten die zentralen Adressaten dieser Befreiung seien. Dabei kommt der Exodustradition entscheidende Schlüsselbedeutung zu: Hier erscheint der Gott Israels als der, "der das Elend seines Volkes sieht und die Schreie über ihre Bedränger hört" (Ex. 3, 7). Dies wird im Neuen Testament ebenfalls gleich zu Anfang bekräftigt, wo Maria als Lobpreis für die ihr zugesagte Geburt des Messias singt: "Er stößt die Mächtigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer." (Lk. 1, 53)
Darum wird Erlösung als Zentralbegriff der biblischen Heilsbotschaft nicht wie in der traditionellen Kirchentheologie ausschließlich spirituell verstanden, sondern als eine sozialpolitische und ökonomische revolutionäre Veränderung. Das Heil, das die Bibel verkündet, wird nicht mehr nur auf das Jenseits bezogen, sondern auf die gesellschaftliche Realität im Diesseits. Die Befreiungstheologen betonen, dass sie diese Deutung nicht willkürlich, sondern im Anschluss an den Eigensinn der Bibel gewinnen. Sie folgern daraus eine grundsätzliche Neuorientierung der Kirche an der Zukunft der Armen: nicht nur in ihren Ländern, sondern als Herausforderung an die Gesamtkirche und die Ökumene.
Methodisch lässt sich die Befreiungstheologie der Kontextuellen Exegese zuordnen. Dabei wird die sozialpolitische Analyse der konkreten Gegenwartssituation vorausgesetzt, um daraus Leitlinien für die Textauslegung zu gewinnen, die sich wiederum auf die eigene Lage zurückbeziehen (Hermeneutischer Zirkel).
Politisch favorisieren befreiungstheologische Entwürfe meist ein sozialistisches Gesellschaftsmodell, wobei sie sich deutlich gegen die Dominanz von sowjetisch gelenkten Parteien und neuen Diktaturen abgrenzten und die basisdemokratischen und genossenschaftlichen Elemente betonen. Bezugspunkt ihrer Sozialkritik ist die so genannte Dependenztheorie, die die Mechanismen der Ausbeutung aus einer doppelten Interessenidentität erklärt: zum einen aus der engen Verflechtung der eigenen nationalen Eliten mit den Eliten der reichen Industrienationen (Klassen-Antagonismus), zum anderen aber auch der Einbindung großer Teile der Lohnabhängigen in das Wohlstandsgefälle in den reichen Ländern (Nord-Süd-Gefälle).
Folgen
Innerkirchliche
Besonders die lateinamerikanischen Befreiungsgemeinden und -theologen haben die Kirchenhierarchie in den eigenen Ländern, aber auch die Religionsausübung in den reichen Industriestaaten angegriffen. Zur Analyse der eigenen Lage gehörte zwangsläufig die Kritik am Missbrauch der Religion als wesentlichen Stützpfeiler der Unterdrückung, zur Durchsetzung von Ausbeutungsinteressen und Verdummung der Armen.
Politische und kirchliche Reaktionen folgten unvermeidbar. Das neue Verständnis von Erlösung als Befreiung und die sich hieraus ergebenden Konsequenzen für die politischen Systeme in Lateinamerika führten in der katholischen Kirche zu heftigen Kontroversen. Unter anderem wurde der Vorwurf erhoben, dass die Befreiungstheologie ein marxistisches Gesellschaftsmodell anstrebe. Papst Johannes Paul II. setzte sich - etwa durch Versetzung von Priestern, die ihr anhingen, oder durch Ernennung von Gegnern zu Bischöfen - gegen die Befreiungstheologie ein. Ein vom jetzigen Papst Benedikt XVI. formulierter Vorwurf lautete, die Befreiungstheologie mache sich zum Steigbügelhalter von Diktatoren.
Schon Ende der 60er Jahre wurden politische Strategien zum Kampf gegen die B. entwickelt (Morde, Pogrome, Verschleppungen usw.). Befreiungstheologen werfen dagegen die überkommene, so genannte Verbindung von Thron und Altar gerade in südamerikanischen Ländern vor. Die Kirche dürfe nicht die Menschen zum Werkzeug ihrer institutionellen Selbsterhaltung machen, sondern die Menschen müssten die Kirche zum Werkzeug zur Erhaltung der Schöpfung machen.
Der theoretische Ansatz, Theologie von den Armen und Unterdrückten für die Armen und Unterdrückten zu machen, wurde in der Praxis nicht immer durchgehalten. Manche Konzepte der Befreiungstheologie lehnten die Volksfrömmigkeit als antiaufklärerisch ab und verkannten dabei deren große trost- und hoffnungsstiftende Bedeutung für das einfache Volk. Sie gingen damit an den Interessen der Armen und Unterdrückten vorbei und wurden erneut zu einer akademischen Angelegenheit, die niemand erreichte. So konnte die Befreiungstheologie sich nicht überall zu einer kirchlichen Massenbewegung entwickeln, während dies der charismatischen Bewegung in Lateinamerika mancherorts gelang. Dies hing auch mit politischen Enttäuschungen zusammen: Das Ausbleiben einer wirklich gerechten Sozialordnung, die die Massen am politischen Entscheidungs- und Gestaltungsprozess beteiligt, hatte vielerorts eine Rückwendung zu rein innerlichen Jenseitserwartungen zur Folge.
Sozial
Die aus den Basisgemeinden hervorgegangene Befreiungstheologie wirkte auf diese zurück und begründete viele neue soziale Initiativen in Lateinamerika, Südafrika und Südasien, aber auch zu deren Unterstützung in der westlichen Welt. Das zeigte sich etwa an zunehmender Aufmerksamkeit für Themen der "einen Welt" in den drei Hauptbereichen Umweltschutz (Bewahrung der Schöpfung), soziale Gerechtigkeit, fairer Handel und Menschenrechte. Die Befreiungstheologie hat innerhalb der Kirchen der reichen westlichen Welt ein etwas größeres Bewusstsein für die soziale Not der Menschen in Lateinamerika geschaffen.
Literatur
- James H. Cone: Black Theology and Black Power. ISBN 1570751579
- derselbe: Black Theology of Liberation. ISBN 0883446855
- Michael Löwy (Hrsg.): Theologie der Befreiung und Sozialismus. Internationale Sozialistische Publikationen GmbH, Frankfurt/Main 1987, ISBN 3883321303
Siehe auch
- Jean-Bertrand Aristide (es ist umstritten, ob er als Vertreter der Befreiungstheologie angesehen werden kann)
- Hugo Assmann
- Clodovis Boff
- Ulrich Duchrow
- Ignácio Ellacuria
- Marc Ellis (ein jüdischer Befreiungstheologe).
- Horst Goldstein
- Norbert Greinacher
- Franz Hinkelammert
- Erwin Kräutler
- Alberto Libanio
- Johann Baptist Metz
- Antônio Moser
- Ronaldo Muñoz
- Jon Sobrino
- Paulo Suess
- Samuel Ruiz
- Religiöser Sozialismus
Weblinks
- [http://www.ikvu.de/befreiungstheologie/ Theologie der Befreiung] Zusammenfassung, Zeittafel und Hyperlinks
- [http://members.aol.com/befreiungstheo/liberacion1.html Historische Genese der Befreiungstheologie und Dependenztheorie]
Kategorie:Theologie
Kategorie:Christentumsgeschichte (Neuzeit)
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LateinamerikaDer Begriff Lateinamerika, auch Iberoamerika, bezeichnet die amerikanischen Länder südlich der USA und umfasst den Bereich von Südamerika, Mittelamerika, Mexiko, und der Karibik. Die Völker dieser Region, in denen die englische Sprache vorherrscht (z.B. Jamaika, Belize, Guyana) werden häufig aus dieser Zuordnung ausgeschlossen. Normalerweise bezieht sie sich nur auf die Länder, in denen das Spanische und Portugiesische (Sprachen, die mit dem Lateinischen verwandt sind) vorherrschen. Im Gegensatz dazu spricht man von Nordamerika auch von Angloamerika.
Etymologie
Lateinamerika erstreckt sich vom Rio Grande del Norte bis zum Kap Hoorn. Im Westen begrenzt der Pazifik, im Osten der Atlantik den Erdteil. Dieser umfasst Mexiko, Mittel- und Südamerika und wurde vornehmlich von romanischen Völkern geprägt.
Buchstäblich betrachtet könnte man eigentlich erwarten, dass der Begriff Kulturen und Regionen in Amerika bezeichnet, die in Bezug zu romanischen Sprachen stehen, da diese ihrerseits vom Latein abstammen. Aber französisch sprechende Bereiche Amerikas, wie Québec und Akadien in Kanada, sowie Haiti, gelten gerade nicht als Teil von Lateinamerika. Gleichwohl wurde die Bezeichnung "Lateinamerika" zuerst während der französischen Besetzung von Mexiko (1862-1867) vorgeschlagen, als Napoleon III. Erzherzog Maximilians Interessen unterstützte, Kaiser von Mexiko zu werden. Die Franzosen hofften, dass ein umfassender Begriff vom "lateinischen" Amerika ihre Absichten unterstützen werde. Die Mexikaner vertrieben schließlich wohl die Franzosen, aber die Ironie der Geschichte wollte es, dass sie die "Latein"-bezeichnung als Spur hinterließen.
Die Alternativbezeichnung Iberoamerika wird zuweilen gebraucht, um die Beziehungen der Völker zu ihren auf der iberischen Halbinsel gelegenen früheren Kolonialmächten Spanien und Portugal auszudrücken.
Lateinamerikanische Länder
Mittelamerika
- Costa Rica
- El Salvador
- Guatemala
- Honduras
- Mexiko (geographisch oft auch zu Nordamerika gerechnet)
- Nicaragua
- Panama
Karibik
- Dominikanische Republik
- Kuba
- Puerto Rico
Südamerika
- Argentinien
- Bolivien
- Brasilien
- Chile
- Ecuador
- Kolumbien
- Paraguay
- Peru
- Uruguay
- Venezuela
Spanien und Portugal werden auch die Mutterländer Lateinamerikas genannt.
Religion
Der größte Teil der Bevölkerung Lateinamerikas ist Römisch-katholischen Glaubens, jedoch gibt es auch Protestanten, in Kuba existieren auch Santería und Macumba.
Die Religion spielt sehr oft eine große Rolle für die Menschen.
Literatur
- Winter, J.; Scharmanski, A.: Sind die Andenstaaten unregierbar? Ursachen der politischen Krise in Bolivien, Ecuador und Peru, in: Zeitschrift Entwicklungspolitik 14/2005, Frankfurt/M., S. 30-34
- H. Miller Bailey; A.P. Nasatir: Lateinamerika. Von Iberischen Kolonialreichen zu autonomen Republiken, Zürich, 1969
- Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Lateinamerika I. Geschichte - Wirtschaft - Gesellschaft, Reihe: Informationen zur zur politischen Bildung, Heft 226 und 244 ([http://www.bpb.de/publikationen/02087139891746602090001778419203,0,0,Lateinamerika_I.html online])
- CeLA-Arbeitshefte des Centro Latinoamericano (CeLA) der Universität Münster ([http://www.uni-muenster.de/CeLA/publik/Ah/Arbhefte.htm online, PDF])
Siehe auch
- Portal: Südamerika
- Portal: Mittelamerika
- Dokumentationszentrum_Menschenrechte_in_Lateinamerika
- Barriadas
Weblinks
- [http://www.lateinamerikanachrichten.de/ Lateinamerika Nachrichten - Die Monatszeitschrift zu Lateinamerika]
- [http://www.lateinamerika-links.de/ Lateinamerika-Links.de - Links zu Lateinamerika, Spanien und Portugal]
- [http://www.drittewelt.de/lateinamerika.shtml Lateinamerika Medienportal]
- [http://www.npla.de/poonal/archiv.html Poonal - Nachrichtenarchiv]
- [http://www.ila-web.de/ ila - Informationsstelle Lateinamerika]
- [http://www.matices.de/ matices - Zeitschrift zu Lateinamerika, Spanien und Portugal]
- [http://www.alolatino.de/ alolatino.de - el portal latino :: Portal zu Lateinamerika, Spanien]
- [http://www.fdcl-berlin.de/ FDCL - Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika]
- [http://www.cibera.de/ cibera - Virtuelle Fachbibliothek Ibero-Amerika / Spanien / Portugal]
- [http://www.uni-muenster.de/CeLA/index1.htm Centro Latinoamericano (CeLA) der Uni Münster]
Kategorie:Lateinamerika
Kategorie:Südamerika
Kategorie:Mittelamerika
ja:ラテンアメリカ
ko:라틴아메리카
simple:Latin America
th:ละตินอเมริกา
zh-min-nan:Latin Bí-chiu
Mittelamerika
Mittelamerika umfasst die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika sowie die Westindischen Inseln und gehört geologisch und geographisch bis zur Landenge von Tehuantepec zum Kontinent Nordamerika. Historisch gesehen kann Mittelamerika aber auch als eigenständiger Kontinent betrachtet werden. Das Festland Mittelamerikas zwischen dem (Isthmus) von Tehuantepec und dem Isthmus von Darién an der Grenze zwischen Panama und Kolumbien bezeichnet man als Zentralamerika.
Auf der Landbrücke wird überwiegend Spanisch gesprochen. Einzige Ausnahme ist das englischsprachige Belize. Auf den Inseln der Karibik werden Englisch, Französisch, Spanisch und Niederländisch gesprochen.
Die Bewohner Mittelamerikas stammen von den einheimischen Indianern (auf dem Festland - die karibischen Ureinwohner sind fast ausgerottet), den eingewanderten Europäern und afrikanischen Sklaven ab.
Staaten auf dem Isthmus
Die Staaten auf dem Isthmus sind (von Norden nach Süden):
- der südlichste Teil Mexikos
- Belize
- Guatemala
- Honduras
- El Salvador
- Nicaragua
- Costa Rica
- Panama
Karibische Staaten
In der Karibik befinden sich die folgenden Staaten:
- Antigua und Barbuda
- Bahamas, eigentlich nicht Teil der Karibik
- Barbados
- Dominica
- die Dominikanische Republik (Insel Hispaniola)
- Grenada
- Haiti (Insel Hispaniola)
- Jamaika
- Kuba
- St. Kitts und Nevis
- St. Lucia
- St. Vincent und die Grenadinen
- Trinidad und Tobago
Abhängige Gebiete
Außerdem liegen in der Karibik die folgenden abhängigen Gebiete:
- Amerikanische Jungferninseln (USA)
- Anguilla (Vereinigtes Königreich)
- Aruba (Niederlande)
- Britische Jungferninseln (Vereinigtes Königreich)
- Guadeloupe (Frankreich)
- Kaimaninseln (Vereinigtes Königreich)
- Martinique (Frankreich)
- Montserrat (Vereinigtes Königreich)
- Niederländische Antillen (Niederlande)
- Puerto Rico (USA)
- Turks- und Caicosinseln (Vereinigtes Königreich), eigentlich nicht Teil der Karibik
Siehe auch: Portal:Mittelamerika, Mercado Común Centroamericano, Geschichte Mittelamerikas
Kategorie:Kontinent
ja:中央アメリカ
ko:중앙아메리카
simple:Central America
zh-min-nan:Tiong Bí-chiu
Afrika
Afrika ist mit einer Fläche von 30,3 Mio. km² (22 % der gesamten Landfläche der Erde) nach Asien und Amerika der drittgrößte Kontinent und damit ungefähr dreimal so groß wie Europa. Die etwa 906 Mio. Einwohner (Stand Mitte 2005) machen 14 % der gegenwärtigen Weltbevölkerung aus, wobei dieser Anteil durch die hohen Geburtenraten in den nächsten Jahrzehnten vermutlich noch steigen wird. Afrika ist im Norden vom Mittelmeer, im Westen vom Atlantik, im Osten vom Indischen Ozean und dem Roten Meer umgeben. Die Sahara teilt den Kontinent in das hauptsächlich von Arabern bewohnte Nordafrika und das subsaharische Afrika (Schwarzafrika). Geprägt wird der Erdteil von der kulturellen Vielfalt seiner unzähligen Völker, dem Erbe des Kolonialismus, den Folgen der extremen Armut weiter Teile der afrikanischen Bevölkerung sowie dem aktuellen Bemühen, Afrikas Marginalisierung in vielen Bereichen zu überwinden und nachhaltige Lösungen für seine zahlreichen Probleme zu finden.
Etymologie
Im Altertum bezeichnete Africa nur das Gebiet des heutigen Tunesien, der Kontinent wurde Libyen genannt. Der Name wurde vom römischen Senator und Feldherrn Scipio Africanus (Eroberer Karthagos) erstmals verwendet und könnte von einem einheimischen Stamm abgeleitet sein oder auf dem phönizischen afar („Staub“), dem griechischen aphrike („unkalt“), dem lateinischen aprica („sonnig“) oder dem lateinischen Wort Afer (Plural: Afri) beruhen, was soviel wie „Afrikaner, Punier“ bedeutet.
Geographie
Lage
Afrika wird im Westen vom Atlantik, im Osten vom Indischen Ozean und dem Roten Meer und im Norden vom Mittelmeer begrenzt. Die Küstenlänge beträgt 30.490 km, was gemessen an der großen Fläche relativ wenig ist. Die einzige Landverbindung zu anderen Festlandmassen, bzw. zu Asien, bildet der Sinai, der zwischen Afrika und der Arabischen Halbinsel liegt. Europa liegt Afrika an der Straße von Gibraltar und der Straße von Sizilien am nächsten.
Der afrikanische Erdteil ist nur wenig gegliedert; er hat weniger Inseln und Halbinseln als alle anderen Kontinente. Die weitgehend unbesiedelte Sahara trennt das zum Mittelmeerraum gehörende Nordafrika vom südlich gelegenen Schwarzafrika (subsaharisches Afrika).
Der kleinste Staat auf dem Festland, Gambia, ist etwa so groß wie Zypern und der größte, Sudan, ungefähr acht mal so groß wie Deutschland. Die größte Insel ist Madagaskar, die vor der Südostküste Afrikas im Indischen Ozean (Indik) liegt. Die Kanarischen Inseln im Nordwesten und die Städte Ceuta und Melilla zählen zu Spanien und damit zur Europäischen Union.
Gebirge und Berge
Dies sind die 5 höchsten Gebirge bzw. Bergmassive mit ihrem jeweils höchsten Berg in Afrika:
Außerdem zählt der Atlas mit dem Toubkal (4.165 m ü. NN) in Marokko, der Mount Meru (4.562,13 m), ein Inselberg in Tansania, und der Kamerunberg (4.095 m), ein Inselberg in Kamerun, zu den höchsten Gebirgen, Bergmassiven bzw. Bergen des Kontinents.
Gewässer
Flüsse
Der längste Strom Afrikas, der zugleich den längsten der Erde darstellt, ist der Nil (6.671 km). Danach folgen der Kongo (4.374 km), welcher der wasserreichste des Kontinents ist, der Niger (4.184 km) und der Sambesi (2.736 km).
Seen
Die größten Seen Afrikas sind der Viktoriasee (68.870 km²), der nach dem Kaspischen Meer und dem Oberen See der drittgrößte See der Erde ist, der Tanganjikasee (32.893 km²) und der Malawisee (29.600 km²). Die beiden letzteren sind auch mit 1.470 m (und damit zweittiefster der Erde) und 706 m die tiefsten Seen in Afrika.
Stauseen
Die größten Stauseen bzw. Wasserspeicher Afrikas sind das Viktoria-Reservoir, welcher der flächen- (68.870 km²) und volumenmäßig (204,8 Milliarden m³) größte Stausee der Erde ist, der Volta-Stausee (8.482 km²; 153 Mrd. m³) und der Kariba-Stausee (5.580 km²; 180,6 Mrd. m³).
Geologie
Im Norden Afrikas zieht sich das Atlas- oder Maghreb-Gebirge durch die Staaten Marokko, Algerien und Tunesien, das zusammen mit den Alpen im Zuge der Annäherung der afrikanischen an die eurasische Platte entstanden ist.
Durch den Osten Afrikas zieht sich der Große Afrikanische Grabenbruch, welcher die Fortsetzung des Grabenbruchs unter dem Roten Meer ist und auf eine Abspaltung des Horns von Afrika und Arabiens vom Rest Afrikas hindeutet. Der dabei entstehende Vulkanismus hat unter anderem das Kilimandscharo-Massiv, das höchste Bergmassiv Afrikas, das Ruwenzori-Gebirge und das Mount-Kenya-Massiv geschaffen. Im weiteren Verlauf des Grabenbruchs liegen Rudolfsee, Kiwusee, Tanganjikasee und Malawisee sowie der Unterlauf des Sambesi.
Klima und Natur
Durch seine Lage beiderseits des Äquators und seine kompakte Form besitzt Afrika die größte zusammenhängende Landmasse der Tropen. 75 % der Fläche Afrikas liegen innerhalb der Wendekreise, die die mathematische Tropengrenze bilden. Der größte Teil Zentral- und Westafrikas ist von tropischem Regenwald bedeckt; das Kongobecken ist nach Amazonien das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde. Um die Wendekreise sind große Wüsten entstanden; die Sahara im Norden wird nur durch die Flussoase des Nils unterbrochen, im Süden befinden sich die Namib als Nebelwüste und die Kalahari als Trockensavanne. Im Bereich zweier jährlicher Niederschlagsmaxima breiten sich die Trockenwälder und Feuerökosysteme aus, beispielsweise Mopane, Miombo oder Chipya-Vegetation. Südostafrika ist durch den Einfluss des Monsun und die großen Täler von Sambesi und Limpopo fruchtbarer.
Bevölkerung
Völker
Im Norden Afrikas lebten schon Jahrtausende vor der Ankunft der Araber um das 7. Jahrhundert herum berberische Völker. Diese leben seitdem vor allem in den gebirgigen Regionen des Maghreb, wo sie vor den arabischen Invasoren Zuflucht fanden, um sich im Laufe der folgenden Jahrhunderte aber deutlich mit jenen zu durchmischen und eine eigene maghrebinische Kultur zu schaffen, die einige Unterschiede zur übrigen arabischen Welt aufweist, beispielsweise in der Sprache. Auch die Völker Nordostafrikas, wie z.B. die Amharen sind semitische Völker. Südlich der Sahara, die von den nomadisierenden Tuareg bewohnt ist, leben einige Tausend verschiedene schwarzafrikanische Völker. Von den westafrikanischen sind die Mande- und Voltaic-Völker zu nennen. Hausa und Yoruba leben im östlichen Westafrika, Wolof und Fulbe im westlichen Teil. In Zentral- und Ostafrika sind die Bantu beheimatet, eine aus zahlreichen Völkern bestehende Gruppe. Die Khoisan-Völker zählen zu den am längsten in Afrika ansässigen Ethnien. Größte Gruppe von im Zuge der Kolonialisierung eingewanderten Menschen sind die Buren in Südafrika. Moderne Migrationsbewegungen haben Libanesen nach West- sowie Inder und Chinesen nach Ostafrika gebracht.
Siehe auch: Liste der afrikanischen Völker
Religion
In Nordafrika, Ostafrika und Westafrika ist der Islam weit verbreitet. Mehr als 41 % aller Afrikaner (darunter in Nordafrika Araber) gehören dem Islam an.
Daneben gibt es vor allem in West- und Südostafrika eine große Anzahl derer, die Animismus praktizieren. Man schätzt das weitere 10 % der Afrikaner dem Animismus anhängen.
Die restlichen rund 48 % gehören christlichen Konfessionen an (u.a Kopten)
Die Mehrheit der afrikanischen Christen lebt im Süden Afrikas. Eine Sonderrolle spielt die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, da in Äthiopien das Königreich Axum als erstes Land der Welt im dritten Jahrhundert das Christentum zur Staatsreligion machte. Außerdem sind unter den nicht-afrikanischen Minderheiten auch Bahai, Judentum, Hinduismus und Buddhismus verbreitet.
Sprachen
Hauptartikel: Afrikanische Sprachen
Insgesamt gibt es über 2000 eigenständige afrikanische Sprachen von denen rund 50 als größere Sprachen gelten, die jeweils von über einer Million Menschen gesprochen werden. Einige der wichtigsten afrikanischen Sprachen sind Swahili, | | |