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BefreiungskriegeAls Befreiungskriege oder Freiheitskriege werden alle historischen kriegerischen Ereignisse zusammengefasst, die sich 1813–1815 auf deutschem Boden zwischen den Truppen des napoleonischen Frankreich und deren Gegnern ereigneten. Zeitgenössisch waren beide Begriffe, erst in der Restaurationsphase nach 1815 wurde der Begriff Befreiungskriege durchgesetzt.
Chronologie
Nach dem vernichtenden Niedergang der Grande Armée Napoleons im Russlandfeldzug 1812 wurde durch den kommandierenden General des preußischen Hilfkorps der Grande Armée, Yorck, am 30. Dezember 1812 mit der Konvention von Tauroggen ein Waffenstillstand mit den russischen Truppen geschlossen. Dies war der entscheidende Impuls zum Ausbruch der Freiheitskriege der folgenden Jahre.
Neben neugeschaffenen preußischen Einheiten, u.a. Landwehr und Landsturm, waren Freiwillige (Freiwillige Jäger) und Freicorps (u.a. Lützowsches Freikorps), Russland und seit dem Sommer 1813 auch Schweden unter Kronprinz Karl Johann, dem ehemaligen französischen Marschall Bernadotte, und Österreich unter Feldmarschall Schwarzenberg zunächst an den Kämpfen beteiligt. Großbritannien beteiligte sich durch den Einsatz seiner Flotte in Übersee, durch Wellingtons Armee in Spanien und durch Subsidien und weiteren Hilfslieferungen an diesem Krieg.
Ein Höhepunkt der Befreiungskriege war die Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813, die mit einer empfindlichen Niederlage Napoleons endete. Der mit Frankreich verbündete Rheinbund, ein Zusammenschluss deutscher Kleinfürsten, löste sich nach diesem Ereignis vollständig auf und damit war die Macht Napoleons rechts des Rheins gebrochen. Erst der Winterfeldzug 1814 endete mit der Abdankung Napoleons und dem Pariser Frieden.
Ein kurzes Nachspiel der Freiheitskriege ("Herrschaft der Hundert Tage") erfolgte im Jahr 1815. Nach der kurzzeitigen Rückkehr Napoleons und einem letzten Sieg in der Schlacht bei Ligny wurde seine Herrschaft durch die Niederlage gegen die Briten unter Wellington und die mit diesen verbündeteten Preußen unter Gebhard Leberecht von Blücher in der Schlacht von Belle Alliance (Waterloo) endgültig beendet.
Literatur
- Kleßmann, Eckart (Hrsg.): Die Befreiungskriege in Augenzeugenberichten. München 1973.
Kategorie:Krieg
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Kategorie:1810er
1813
- 22. Januar: Eine britisch-indianische Armee besiegt in der Schlacht bei Frenchtown eine etwa 1.000 Mann zählende amerikanische Truppe und zwingt sie zur Kapitulation. Indianer ermorden anschließend etwa 30–60 verwundete Amerikaner (sog. River Raisin Massacre)
- 8. Februar: Prof. Heinrich Steffens ruft seine Studenten in Breslau zum Widerstand gegen Napoleon auf
- 28. Februar: Preußisch-russisches Militärbündnis von Kalisch
- März: Kosaken in Hamburg; der russische Oberst Friedrich Karl von Tettenborn befreit die Stadt von den französischen Truppen
- 10. März: König Friedrich Wilhelm III. stiftet erstmalig den deutschen Kriegsorden des Eisernen Kreuzes, eine Tapferkeitsauszeichnung für Soldaten aller Stände
- 16. März: Preußen erklärt Frankreich den Krieg
- 17. März: Scharnhorst gründet die preußische Landwehr
- 20./21. Mai: Schlacht bei Bautzen zwischen der Koalition und den Franzosen, Sieg der napoleonischen Truppen
- 6. Juni: 700 Briten besiegen in der Schlacht bei Stoney Creek (Kanada) über 3.000 Amerikaner
- 24. Juni: Britische Truppen zwingen in der Schlacht bei Beaver Dams eine zahlenmäßig überlegene amerikanische Abteilung zur Kapitulation
- 29./30. August: Schlacht bei Kulm in Böhmen zwischen der Koalition und den Franzosen. Sieg der Koalitionstruppen
- 6. September: Schlacht bei Dennewitz (Befreiungskriege)
- 10. September: Die Amerikaner besiegen in der Schlacht auf dem Eriesee ein britisches Flottengeschwader und zwingen die Briten zur Räumung der von ihnen besetzten Teile Michigans
- 28. September: Nach ihrer Niederlage in der Schlacht auf dem Eriesee müssen die Briten das 1812 eroberte Detroit und weitere Positionen am Detroit River räumen
- 5. Oktober: Die Amerikaner besiegen die sich vom Detroit River zurückziehenden britisch-indianischen Truppen in der Schlacht am Thames River und beseitigen damit die britische Bedrohung ihrer Nordwestgrenze am Eriesee
- 15. Oktober: 18. Oktober : In der Völkerschlacht bei Leipzig treffen die Truppen Napoléonss auf die verbündeten Heere der Österreicher, Preußen, Russen und Schweden
- 26. Oktober: Britisch-kanadische Miliztruppen besiegen in der Schlacht am Chateauguay River eine achtfach überlegene amerikanische Armee und zwingen sie zum Rückzug aus Kanada
- 10. November: Britische Truppen besiegen in der Schlacht bei Chrysler's Farm eine zweite, zehnfach überlegene amerikanische Armee, womit eine Doppelinvasion nach Kanada endgültig gescheitert ist
- 30. November: Prinz Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau, ehemals Statthalter Wilhelm VI. der Niederlande, kehrt aus dem britischen Exil zurück um nach Ende der französischen Besatzung erster König der Niederlande zu werden
- 19. Dezember: Britische Truppen erobern im Handstreich die amerikanische Festung Fort Niagara
Kultur
- Erscheinen des Romans „Pride and Prejudice“ („Stolz und Vorurteil“) der Engländerin Jane Austen
- 25. März: Uraufführung der Oper Die Insulanerinnen von Conradin Kreutzer in Stuttgart
- 6. April: Uraufführung der Oper Les Abencérages, ou L'Étendard de Grenade (Das maurische Fürstengeschlecht der A. oder Die Standarte von Granada) von Luigi Cherubini an der Grand Opéra Paris
- 10. Juli: Uraufführung der Operette Der blinde Gärtner oder Die blühende Aloë von Peter Joseph von Lindpaintner in München
- 8. Dezember: Uraufführung der 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven in Wien
- 26. Dezember: Uraufführung der Oper Aureliano in Palmira von Gioacchino Rossini am Teatro alla Scala di Milano in Mailand
Wissenschaft
- Joseph von Fraunhofer entdeckt die nach ihm benannten Fraunhoferschen Linien im Sonnenspektrum
- 1. Januar: Franziska Berg, deutsche Schauspielerin († 1893)
- 6. Januar: Paulus Melchers, Erzbischof von Köln, Kardinal († 1895)
- 14. Januar: Eugen Tupy, tschechischer Dichter
- 16. Januar: Georges Darboy, Erzbischof von Paris († 1871)
- 19. Januar: Henry Bessemer, britischer Ingenieur und Erfinder († 1898)
- 29. Januar: Alexander II., Zar von Russland († 1881)
- 2. Februar: Alexander August Wilhelm von Pape, königlich preußischer Generaloberst der Infanterie († 1895)
- 12. Februar: Otto Ludwig, deutscher Schriftsteller († 1865)
- 14. Februar: Alexander Sergejewitsch Dargomyschski, russischer Komponist († 1869)
- 17. März: Kamehameha III., König von Hawaii (von 1825 bis 1854) († 1854)
- 18. März: Friedrich Hebbel, deutscher Dramatiker († 1863)
- 19. März: David Livingstone, schottischer Afrikaforscher († 1873)
- 1. April: Karl Friedrich Rammelsberg, deutscher Chemiker
- 20. April: Henry Theodore Tuckerman, US-amerikanischer Schriftsteller († 1871)
- 5. Mai: Søren Kierkegaard, Philosoph und Theologe († 1855)
- 9. Mai: Gustav Blaeser, deutscher Bildhauer († 1874)
- 22. Mai: Richard Wagner, deutscher Komponist († 1883)
- 1. Juni: Karl Andresen, war ein deutscher Germanist
- 27. Juni: Otto Sendtner, deutscher Botaniker und Universitätsprofessor († 1859)
- 10. Juli: Arthur Helps, englischer Schriftsteller († 1875)
- 12. Juli: Claude Bernard, Französischer Physiologe († 1878)
- 13. Juli: Theophil Edvard Freiherr von Hansen, dänischer Architekt († 1892)
- 5. August: Ivar Aasen, norwegischer Dichter und Sprachforscher († 1896)
- 15. August: Jules Grévy, französischer Staatspräsident von 1879 bis 1887 († 1891)
- 20. August: Emil Keßler, deutscher Unternehmer († 1867)
- 21. August: Jean Servais Stas, belgischer Chemiker († 1891)
- 21. August: Josef Groll, bayerischer Braumeister († 1887)
- 9. September: C. H. F. Peters, deutscher Astronom († 1890)
- 12. September: Johann Heinrich Fierz, Schweizer Unternehmer und Nationalrat († 1877)
- 13. September: John Sedgwick, US-amerikanischer General der Nordstaaten († 1864)
- 13. September: Valérie de Gasparin, († 1894)
- 19. September: Christian Heinrich Friedrich Peters, deutscher Astronom († 1890)
- 19. September: Nikolaus Delius, Anglist und Shakespeare-Forscher († 1888)
- 5. Oktober: Ernst Haberbier, Komponist und kaiserlich russischer Hofpianist († 1869)
- 9. Oktober: Giuseppe Verdi, italienischer Komponist († 1901)
- 10. Oktober: Mark Pattison, englischer Autor († 1884)
- 13. Oktober: Emerich Henßlmann, ungarischer Archäologe und Ästhetiker († 1905)
- 16. Oktober: Johannes Ronge, deutscher katholischer Priester († 1887)
- 17. Oktober: Georg Büchner, deutscher Schriftsteller († 1837)
- 23. Oktober: Ludwig Leichhardt, deutscher Entdecker, Zoologe, Botaniker und Geologe
- 4. November: Lorenz Brentano, Jurist und badischer Politiker († 1891)
- 16. November: Melchior Josef Martin Knüsel, Schweizer Politiker († 1889)
- 30. November: Charles-Valentin Alkan, französischer Musiker und Komponist (†1888)
- 30. November: Friedrich Simony, Geograph und Alpenforscher († 1896)
- 6. Dezember: August Sicard von Sicardsburg, österreichischer Architekt († 1868)
- 8. Dezember: Adolph Kolping, deutscher katholischer Priester († 1865)
- 19. Dezember: Thomas Andrews, irischer Physiker und Chemiker († 1885)
- 25. Dezember: Friedrich Wilhelm Weber, deutscher Epiker († 1894)
- 29. Dezember: Alexander Parkes, britischer Chemiker († 1890)
- Jamgon Kongtrul: bedeutender Meister der Kagyü-Tradition des tibetischen Buddhismus (Vajrayana) († 1899)
- 20. Januar: Christoph Martin Wieland, deutscher Dichter und Übersetzer ( - 1733)
- 15. März: Oliver Evans, Erfinder ( - 1755)
- 13. März: Georg Adolf Suckow, Naturwissenschaftler ( - 1751)
- 3. April: Friederike Brion, Geliebte von Goethe ( - 1752)
- 10. April: Joseph-Louis Lagrange, italienischer Mathematiker und Astronom ( - 1736)
- 10. April: Christian Daniel von Finckh, Tribunalrichter in Oldenburg ( - 1766)
- 18. April: Ernst Christian Trapp, erster deutscher Inhaber eines Lehrstuhls für Pädagogik ( - 1745)
- 2. Mai: Ferdinand von Preußen, preußischer Generalmajor ( - 1730)
- 23. Mai: Géraud-Christophe-Michel Duroc, französischer General und Diplomat ( - 1772)
- 19. Juni: Johann Christoph Rincklake, deutscher Maler ( - 1764)
- 22. Juni: Anton Graff, Portraitmaler ( - 1736)
- 28. Juni: Gerhard Johann David von Scharnhorst, preußischer General ( - 1755)
- 23. August: Alexander Wilson, schottischer Ornithologe und Dichter ( - 1766)
- 26. August: Theodor Körner, deutscher Schriftsteller ( - 1791)
- 26. August: Daniel Gottlob Türk, deutscher Organist und Musiktheoretiker ( - 1750)
- 2. September: Jean-Victor Moreau, französischer General ( - 1761)
- 12. September: Edmund Randolph, US-amerikanischer Außenminister ( - 1753)
- 22. September: Rose Bertin, Schneiderin, Hutmacherin und Modistin ( - 1747)
- 24. September: André Grétry, Komponist ( - 1741)
- 5. Oktober: Tecumseh, Kriegshäuptling der Shawnee ( - 1768)
- 5. Oktober: Eleonore Prochaska, Soldatin ( - 1785)
- 18. Oktober: Donatien-Marie-Joseph de Vimeur, vicomte de Rochambeau, französischer General ( - 1750)
- 19. Oktober: Josef Anton Poniatowski, polnisch-französischer General, Marschall von Frankreich ( - 1763)
- 12. November: Michel Guillaume Jean de Crèvecoeur, US-amerikanischer Schriftsteller ( - 1735)
- 22. November: Johann Christian Reil, Arzt und Professor in Halle und Berlin ( - 1759)
- 22. November: Johann Gottfried Vierling, deutscher Komponist ( - 1750)
- 29. November: Giambattista Bodoni, italienischer Schriftentwerfer, Buchdrucker und Verleger ( - 1740)
- 24. Dezember: Go-Sakuramachi, 117. Kaiserin von Japan ( - 1740)
- November: John Colter, US-amerikanischer Trapper und Entdecker ( - ca. 1774)
ko:1813년
simple:1813
Napoléon Bonaparte
Napoléon Bonaparte ( - 15. August 1769 in Ajaccio, Korsika; † 5. Mai 1821 in Longwood House, St. Helena, Süd-Atlantik) war General in der französischen Revolutionsarmee. Von 1799 bis 1804 Erster Konsul der Französischen Republik (durch Selbsternennung), von 1804-1815 (ebenfalls durch Selbsternennung) mit kurzer Unterbrechung Kaiser der Franzosen, 1805 König von Italien, 1806 Protektor des Rheinbundes.
französischen Revolution
Bedeutung
Napoléon Bonaparte gilt als einer der fähigsten militärischen Führer aller Zeiten. Es gelang ihm in kurzer Zeit, fast ganz Europa unter seine direkte oder indirekte Kontrolle zu bringen. Er selbst machte sich zum Kaiser von Frankreich und Verwandte und Vertraute zu Königen und Fürsten der eroberten Länder.
Er hat vermutlich als erster europäischer Feldherr die Lehren Sunzis studiert und befolgt, dessen Buch Die Kunst des Krieges erst im Jahre 1782 in die französische Sprache übersetzt worden war. Nicht minder bedeutsam ist Napoléons staatsmännische Aufbauleistung in der Zeit nach der Französischen Revolution. Sein Gesetzbuch Code Civil gilt in Frankreich bis heute und hatte seit seiner Veröffentlichung im Jahre 1804 einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des bürgerlichen Rechts.
Die von Napoléon erzwungene Abdankung des deutschen Kaisers Franz II. und die Beendigung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, die Neuordnung deutscher Fürstentümer zu größeren Territorien wie auch der spätere Befreiungskampf gegen Napoléon förderten das deutsche Nationalgefühl und den Aufstieg Preußens bis hin zum Deutschen Reich.
Leben
„Ein Korse von Geburt“ – Kindheit
Napoléon wurde als Napoleone Buonaparte bzw. korsisch Nabulione in Ajaccio auf der Mittelmeer-Insel Korsika geboren, die nach einem langen Unabhängigkeitskrieg gegen Genua im Jahre 1768 an Frankreich verkauft worden war. Er war der zweite Sohn von Carlo di Buonaparte und Letizia Ramolino, die gemeinsam 13 Kinder hatten, von denen jedoch nur acht die frühen Kindheitsjahre überlebten. Die Familie gehörte dem korsischen Kleinadel an und war seit dem frühen 16. Jahrhundert auf der Insel präsent. Ihre Wurzeln liegen in der italienischen Toskana. Napoléons Vater war der Sekretär von Pascal Paoli, einem großen korsischen Führer, gewesen und hatte mit diesem für die Unabhängigkeit Korsikas gekämpft. Als studierter Jurist hatte er an einer korsischen Verfassung mitgearbeitet, beugte sich aber 1769 der französischen Oberhoheit. Er arbeitete fortan als Advokat bzw. Richter und als Winzer und Landwirt auf seinen Gütern. Darüber hinaus war er gewählter Adelsvertreter im korsischen Standesparlament und in Paris. Aufgrund seiner umfangreichen Bibliothek und dem Einfluss des Vaters interessierten sich seine älteren Söhne, darunter Napoléon, früh für Geschichte, Literatur und Jura. Außerdem war Napoléon Linkshänder, was zu der damalige Zeit recht ungewöhnlich war. Paoli war Napoléons Jugend-Vorbild.
Jugend und militärische Ausbildung
Dank eines königlichen Stipendiums, welches Ludwig XVI. für verarmte aber verdiente französische Adlige ins Leben gerufen hatte, zog der zehnjährige Napoleone - Napoléon, wie er nun genannt wurde - 1779 zusammen mit seinem Bruder Joseph nach Frankreich in ein Internat in Autun wo er - erst jetzt - Französisch lernte. Danach ging er an die Kadettenschule von Brienne, um eine erste militärische Ausbildung zu erhalten, wo er als Stipendiat und einziger Korse als Außenseiter, aber auch als guter Schüler, galt. Ein besonderes Talent entwickelte er in der Mathematik, außerdem interessierte er sich für die großen Helden der Geschichte wie Alexander den Großen und Julius Caesar. Seine Lieblingslektüre waren - ähnlich wie bei Friedrich dem Großen - die Parallel-Biographien von Plutarch, in denen je ein bedeutender Grieche und Römer gegenübergestellt und in ihrem Wert als Vorbilder sittlich-heroischer Lebensführung abgewogen werden. Mit zwölf Jahren hegte er den Wunsch, zur See zu gehen. Als 1783 England und Frankreich ihren Seekrieg beendeten, versuchte er sogar, in die englische Marine aufgenommen zu werden. 1784 wurde er in der École royale militaire in Paris angenommen und erreichte die Stadt am 21. Oktober. Da er weiterhin zur Marine wollte, kam er in die Artillerie-Klasse, wo er u.a. Hydrostatik, Differential- und Integralrechnung studierte.
Am 24. Februar 1785 starb sein Vater Carlo an Magenkrebs und Napoléon übernahm die Rolle des Familienoberhauptes, die eigentlich seinem älteren Bruder Joseph Bonaparte zustand. Im gleichen Jahr war Napoléon bei den Prüfungen so gut, dass er sein Studium schon nach einem Jahr, statt nach zweien, abschließen konnte und erhielt kaum 16 Jahre alt sein Offizierspatent. Da die französische Marine in diesem Jahr keine Offiziere suchte, entschied er sich für das Regiment La Fère in Valence, der Korsika am nächsten gelegenen Garnisonsstadt. Dort nahm er als Unterleutnant im Januar 1786 seinen Dienst auf bis er im Juni 1788 nach Auxonne versetzt wurde. Um seine Mutter zu entlasten, nahm er seinen elfjährigen Bruder Louis zu sich und kümmerte sich um seine Erziehung.
Literatur und Reformvorstellungen
In der Freizeit seines militärischen Dienstes widmete er sich der Literatur und der Schriftstellerei. Er las in dieser Zeit sehr viel und sehr umfangreich: von Romanen bis zu Lehrbüchern, von antiken Werken wie die Platos bis hin zu neuzeitlichen Werken, wie z.B. von Voltaire, Corneille und Lavater, oder naturwissenschaftliche Werke wie Rollins Geschichte des Altertums, Buffons Histoire Naturelle oder Marignys Geschichte der Araber. Als Autodidakt brachte er sich hier ein umfangreiches Wissen bei. Als er sich auch zunehmend für Politik und Ungerechtigkeiten im Staat interessierte, wurde Jean-Jacques Rousseau sein großes Vorbild und eine konstitutionelle Monarchie wie die Englands, die im Interesse des Volkes regierte, schien ihm vorbildlich; Patriotismus, bzw. im Dienste des Volkes zu handeln, wurde sein Ideal.
Zu dieser Zeit fing er auch selber an zu schreiben. Unter anderem schrieb er einen Gruselroman mit politischem Hintergrund, den Versuch einer Geschichte Korsikas - wegen der ablehnenden Haltung Paolis, den er um Unterstützung bat, gab er dies enttäuscht auf -, und einen philosophischen Essay über menschliches Glück, den er für eine Preisausschreibung der Akademie von Lyon schrieb - kein Essay wurde für würdig gefunden, den Preis zu erhalten. Er vertritt hier die Auffassung, dass der Mensch geboren wird, um glücklich zu sein und "Sittlichkeit wird es geben, wenn die Regierungen frei sind."
Ein Soldat der Revolution
Patriotismus
Als im Frühjahr des Jahres 1789 die Französische Revolution ausbrach, emigrierte Napoléon nicht, wie viele andere Offiziere, sondern wurde trotz seiner eigenen Adelsabstammung glühender Befürworter der Republik und deswegen bald zum Hauptmann befördert, anders als die vielen adligen Offiziere, die geflohen waren. Bonaparte versah zunächst nur einige unbedeutende Ordnungsaufgaben in der französischen Provinz und hielt sich zumeist in seiner Heimat Korsika auf, wo die Nationalbewegung einen neuen Aufschwung erlebte und die Unabhängigkeit von Frankreich anstrebte.
Im Jahre 1792/93 erhielt Napoléon sein erstes militärisches Kommando und wurde mit der Befehlsgewalt über ein Freiwilligen-Bataillon der korsischen Nationalgarde für die Invasion nach Sardinien betraut, mit dem sich die Französische Republik seit 1792 im Krieg befand. Der Landungsversuch scheiterte jedoch, wofür Bonaparte vor allem die französischen Truppenteile verantwortlich machte. Die undurchsichtige Verwicklung seiner Brüder in einen Staatsstreich gegen den Führer der korsischen Unabhängigkeitsbewegung Pasquale Paoli zwang die Familie im Sommer 1793 Korsika fluchtartig zu verlassen und völlig verarmt nach Frankreich zu gehen.
Napoléon unterstützte die Revolution und machte schnell Karriere. 1793 befreite er Toulon von den mit den Engländern kooperierenden königstreuen Royalisten. Zum Glück für den Sieger befand sich neben Saliceti im Lager von Toulon ein noch viel einflussreicherer Mann: Augustin Robespierre, der Bruder von Maximilién. Er war bei der Einnahme von Toulon zugegen und meldete das Ereignis in einem Bericht nach Paris. Das Resultat stellte sich sofort ein: Mit Verfügung vom 14. Januar 1794 erhielt Napoléon Bonaparte den Rang eines Brigadegenerals.
Der Italienfeldzug und die Expedition nach Ägypten
Nach der Entmachtung und Hinrichtung Robespierres fiel Napoléon in Ungnade und wurde kurzfristig als Robespierreianer in Haft genommen. Wenig später wurde er Kommandeur der Westarmee gegen die Royalisten in der Normandie, wieder zurück in Paris schlug er im Auftrag des Direktoriums einen Aufstand der Royalisten in Paris nieder. Dabei setzte er zum ersten Mal Geschütze in der Stadt ein. Dieser Sieg brachte ihm das Vertrauen des Direktoriums und den Oberbefehl über die Italienarmee ein, welchen er am 27. März 1796 erhielt.
Zuvor lernte er bei Paris Joséphine de Beauharnais kennen und lieben, die er am 9. März 1796 heiratete.
Joséphine de Beauharnais
Als Kommandierender General der schlecht ausgerüsteten französischen Truppen gelang es ihm mehrfach, die österreichischen Truppen zu besiegen. Österreich, unter der Führung von Erzherzog Karl, musste einen ungünstigen Vertrag hinnehmen. Zur gleichen Zeit organisierte Napoléon einen Coup, der mehrere Royalisten in Paris entmachtete.
1798 marschierte Napoléon in Ägypten (siehe Die Ägyptische Expedition Napoleons) ein, um Großbritanniens Zugang nach Indien zu stören. Napoléon war den Prinzipien der Aufklärung zugetan, deshalb nahm er Gelehrte auf seine Expedition mit. Die Übersetzung des Steins von Rosetta ist ein Ergebnis davon.
Bürger Napoléon Bonaparte – Erster Konsul der Französischen Republik (1799–1804)
Steins von Rosetta
Napoléons Expeditionsflotte wurde in der Seeschlacht von Abukir von der britischen Flotte unter Horatio Nelson fast völlig zerstört. Daher war Napoléon auf den Landweg angewiesen. In Europa formierte sich eine Koalition gegen Frankreich, die Royalisten wurden wieder mächtiger und Napoléon kehrte im Oktober 1799 ohne seine Truppen nach Paris zurück. In den darauf folgenden Wochen planten Abbé Sieyès und Roger Ducos, Direktoren der französischen Regierung, einen Staatsstreich. Dafür benötigten sie aber militärische Hilfe und Napoléon war ihr Mann um die Truppen zu führen. Am 9. November 1799, marschierte Napoléon mit seiner Armee in Paris ein und wurde durch diesen Staatsstreich des 18. Brumaire VIII zum Ersten Konsul und Alleinherrscher.
Er vollzog mehrere dauerhafte Reformen im Bildungswesen, in der Verwaltung sowie im Rechts- und Finanzwesen. Seine Gesetzessammlung, der Code Civil oder Code Napoleon, wie sie nach Napoléon auch genannt wurde, hat bis zum heutigen Tag in vielen Ländern Bedeutung.
Im Jahre 1800 griff Napoléon Österreich an und besiegte es erneut, vor allem in der Schlacht bei Marengo am 14. Juni 1800. In der Schlacht fiel sein enger Mitstreiter General Desaix. Danach unterschrieben auch die Briten einen Friedensvertrag.
1802 war Thomas Jefferson bereit, New Orleans von Napoléon zu kaufen, der kurz zuvor der unumstrittene Herrscher von Frankreich geworden war und Louisiana von Spanien erworben hatte. Jefferson sandte James Monroe nach Paris, um die Verhandlungen beim Verkauf von Louisiana zu unterstützen.
Das Wiederaufflammen des Krieges zwischen Großbritannien und Frankreich war unausweichlich. Napoléon hatte gerade einen schweren militärischen Rückschlag erlitten, als seine Armee, die Santo Domingo erobern und eine Basis errichten sollte, durch Gelbfieber und erbitterten Widerstand, angeführt von Toussaint l'Ouverture, zerschlagen wurde.
Napoléon wusste, dass er mit seinen geschwächten westlichen Streitkräften Louisiana nicht verteidigen können würde und beschloss, das gesamte Gebiet an die Vereinigten Staaten zu verkaufen.
Die amerikanischen Unterhändler waren bereit, 2 Millionen Dollar für New Orleans auszugeben. Sie waren verblüfft, als ihnen das gesamte Gebiet vom Golf von Mexiko bis Kanada und vom Mississippi bis zu den Rocky Mountains - eine Fläche so groß wie die damaligen Vereinigten Staaten - für weniger als 20 Millionen Dollar angeboten wurde. Der Verkauf kam zustande und wird als Louisiana Purchase oder Louisiana-Landkauf bezeichnet.
Nach einer aufgedeckten Verschwörung im August 1803 um Georges Cadoudal, Pichegru und General Moreau, die ein Attentat im Malmaison auf den Korsen planten, suchte Bonaparte mit Hilfe seines Polizeiministers Joseph Fouché nach einem Bourbonen, den man als Signal in seine Gewalt bringen kann. Der politisch eher unbedeutende Herzog von Enghien war das am leichtesten zu erreichende "Ziel", um das Exempel zu statuieren.
Durch ein Kommandounternehmen von drei Gendarmeriebrigaden und 300 Dragonern am 14./15. März ließ ihn Bonaparte von Ettenheim in Baden nach Frankreich entführen, um ihm dort einen politischen Schauprozess aufgrund Hochverrats machen zu können. Bei der Verhaftung leistete der Herzog keinen Widerstand. Bereits während der Fahrt nach Vincennes erklärte er, dass er Napoléon unversöhnlichen Hass geschworen habe und jede Gelegenheit nutzen würde, um ihn zu bekämpfen. Die konfiszierten Papiere bewiesen, dass die Bourbonen Verschwörer gegen Napoléon anwarben. Daraufhin reagierte der Erste Konsul heftig:
"Warum führen sie nicht Waffen gegen mich? (...) Stattdessen senden sie Straßenräuber aus, sprengen Paris in die Luft, töten Unschuldige. Dafür sollen sie mir blutige Tränen weinen."
Nach der zu erwartenden Verurteilung als "Emigrant, der vom Ausland bezahlt wird, um eine Invasion Frankreichs zu erleichtern" durch ein Tribunal von sieben Obristen, vor denen sich Enghien stolz als Feind Bonapartes und des revolutionären Frankreich bezeichnete, erschoss man den Herzog von Enghien im Garten des Schlosses von Vincennes. Dies schadete Napoléon aussenpolitisch insbesondere in Deutschland und Preußen, da man die eigenen Souveränitätsrechte bedroht sah. Ein von Joséphine überbrachtes Gnadengesuch hatte Napoléon zuvor schon abgelehnt, da er einen Bourbonen als Signal hingerichtet sehen wollte.
Innenpolitisch hatte Bonaparte jedoch mit dieser "terroristischen Hinrichtung" (Louis Bergeron) alle weiteren royalistischen Komplotte erstickt und die Zustimmung der breiten Bevölkerung hinter sich. Bezeichnenderweise meinte Napoléon selbst als Reaktion auf die Empörung des Auslandes nur knapp: "Ich bin die Französische Revolution". Doch sein Außenminister Talleyrand, der zuvor die Aktion unterstützt hatte, urteilte später, dass dies nicht nur ein Verbrechen, sondern ein Fehler gewesen sei.
Napoléon I. – Kaiser der Franzosen (1804–1815)
Talleyrand
Nachdem Napoléon seinen Einfluss auf die Schweiz und Deutschland vergrößert hatte, gab eine Meinungsverschiedenheit über Malta den Briten einen Vorwand, um Frankreich 1803 den Krieg zu erklären und die französische royalistische Opposition zu unterstützen (Beginn der Napoleonischen Kriege). Nachdem ihm in einer Volksabstimmung die Kaiserwürde angetragen wurde, krönte sich Napoléon am 2. Dezember 1804 in der Zeremonie selbst zum Kaiser. Es war eine ungewöhnliche Szene, als er die Krone Pius VII. aus den Händen nahm und sich selbst aufs Haupt setzte. Diese Szene war allerdings abgesprochen und keineswegs wie später dargestellt, die Handlung eines Diktators. Das Gemälde zu dieser Zeremonie stammt vom Maler Jacques-Louis David, der nachträglich die Mutter Napoléons I. auf einer Empore sitzend darstellte. Nachträglich, weil sie sich geweigert hatte, bei der Krönung anwesend zu sein. Der Kaiser bestand aber auf deren Anwesenheit, wenigstens im Bild dargestellt. Da die Zeremonie sich über Stunden hinzog, konnte der Kaiser von Zeit zu Zeit ein Gähnen nicht unterdrücken. Er hielt das Zepter in der Hand wie ein Kinderspielzeug und flüsterte seinem Bruder Joseph zu: „Wenn uns jetzt unser Vater sehen könnte!“ Die Kaiserin Joséphine war von der Krönung so beeindruckt, dass man sie spät abends dazu überreden musste, ihre Krone zum Schlafengehen abzulegen.
Am 26. Mai 1805 wurde Napoléon im Mailänder Dom mit der Eisernen Krone der Langobarden zum König von Italien gekrönt.
Der französische Plan, zusammen mit den Spaniern die Briten zur See zu schlagen, schlug bei Trafalgar fehl und die Briten erlangten die dauerhafte Herrschaft über die Weltmeere. Ökonomisch missachtete Napoléon aus kriegstaktischen Gründen an Adam Smith orientierte Vorstellungen von Ökonomen wie Jean-Baptiste Say, der durch seine abweichenden wirtschaftspolitischen Vorschläge sogar von der Zensur betroffen war und seine Anstellung verlor.
Jean-Baptiste Say
In Europa hatte sich eine weitere Koalition gegen Napoléon formiert. Napoléon griff an, überschritt am 25. September mit seinen Truppen den Rhein und sicherte sich am 3. Dez. 1805 einen großen Sieg gegen Österreich und Russland in der Schlacht bei Austerlitz, auch Dreikaiserschlacht genannt. Als Ergebnis wurde Napoléon praktisch Herrscher über die meisten Gebiete Europas. Im Oktober 1806 kam es zu der Schlacht bei Jena und Auerstedt, in der die preußischen Truppen vernichtet wurden. Die französischen Truppen marschierten in Berlin ein; Preußen blieb für Jahre besetzt und musste hohe Kontributionen bezahlen. Napoléon marschierte durch Polen und unterzeichnete ein Abkommen mit dem russischen Zar Alexander I., das Europa zwischen den beiden Mächten aufteilte.
Napoléon setzte einen europaweiten Handelsboykott (die sog. Kontinentalsperre) gegen Großbritannien durch und setzte einen neuen König in Spanien ein. Die Spanier erhoben sich und es gelang Napoléon nicht, den Aufstand niederzuschlagen.
Kontinentalsperre
Während sich Frankreich mit Spanien beschäftigte, griff Österreich 1809 unter Erzherzog Karl in der Schlacht von Aspern Napoléons Armeen an und war siegreich. Der Nimbus der Unbesiegbarkeit Napoléons war das erste Mal gebrochen worden. Allerdings konnte dieser Erfolg bei der Schlacht bei Wagram im Juli 1809 nicht wiederholt werden.
In diesem Jahr (1809) ließ sich Napoléon auch von Josephine de Beauharnais scheiden, da sie ihm keine Kinder gebären konnte. Sie hatte dies schon länger geahnt, aber aus Angst vor einer Scheidung die Behauptung aufgestellt, er könne ihr keine Kinder zeugen, schließlich hätte sie ja schon zwei Kinder aus ihrer ersten Ehe. Die Generäle und Politiker Napoléons bedrängten ihn Marie-Louise von Habsburg zu heiraten. Aufgrund politischer Vorzüge durch diese Heirat, nämlich der Stärkung des österreich-französischem Bündnisses und der Legitimation des Kaiserreichs, wurde die Heirat im Jahr 1810 geschlossen. Die Leidtragende dabei war letztendlich sie selbst, denn seit ihrer Kindheit war ihr Napoléon zuwider, aber schließlich musste sie doch der Staatsräson geopfert werden. Marie Louise war die älteste Tochter des österreichischen Kaisers Franz I. Außerdem brauchte Napoléon ja einen Nachfolger, den ihm Marie Louise 1811 schenkte. Sie gebar Napoléon II. Napoléon versuchte zweimal, ihn als Erben einzusetzen, aber regiert hat er nie.
Zar Alexander I. war Napoléon gegenüber misstrauisch geworden und lehnte es ab, mit ihm gegen die Briten zu kooperieren. Napoléon marschierte deshalb am 24. Juni 1812 in Russland ein und begann damit den Vaterländischen Krieg. Sein Plan war, wie bei den bisherigen typisch napoleonischen „Blitzfeldzügen“ gewohnt, eine schnelle spektakuläre Entscheidungsschlacht herbeizuführen, die den Krieg bald beenden und Friedensverhandlungen einleiten sollte. An eine Besetzung Russlands war nicht gedacht. Für den Fall, dass eine Entscheidungsschlacht vor dem Winter 1812/13 nicht möglich gewesen wäre, sollte ein Winterlager im Baltikum bezogen werden, um den Feldzug im Frühjahr 1813 fortzusetzen.
Vaterländischen Krieg
Doch mit folgender Taktik der Russen hatte Napoléon nicht gerechnet: Die russischen Truppen zogen sich immer weiter in die Weite des Landes zurück und verweigerten wohlweislich eine frühe Austragung einer offenen Feldschlacht. Dieser Rückzug in die Tiefe des Raumes entfaltete auf den französischen Kaiser und seine Truppen eine gewisse Sogwirkung, die, auf Napoléons Ungeduld berechnet, den ursprünglichen Plan eines zwischenzeitlichen Winterlagers zunichte machte und die „Grande Armée“ den stetig zurückweichenden russischen Korps nachsetzen ließ. Erst bei Borodino stellten sich die Russen unter dem 'Cunctator' Kutusow einer Abwehrschlacht, die für beide Seiten äußerst blutig und verlustreich verlief und letztlich unentschieden endete.
Doch durch diesen Pyrrhussieg gelang es Napoléon zunächst, ohne weiteren Kampf Moskau einzunehmen. Von 250.000 Einwohnern waren 15.000 geblieben, Bettler, Sträflinge und Ausländer. Es waren inhaftierte Sträflinge angeheuert worden, die mit dem Versprechen der Amnestierung die Stadt an verschiedenen Stellen in Brand setzten. Es gelang nicht, die Feuer zu löschen, da selbst die Löschgeräte zum größten Teil zerstört waren. Der deutschstämmige Gouverneur Rostoptschin hatte ebenso Pumpen und Schläuche wegschaffen lassen. Die aus Holz gebauten Häuser brannten in kürzester Zeit nieder, dazu kam der Wind, der alle Versuche zunichte machte. In vier Tagen wurden 8500 Häuser zerstört, vier Fünftel der Stadt.
Und immer noch wartete Napoléon zwei Wochen lang auf Antwort von Zar Alexander, erhielt jedoch keine Nachricht. Alexander, von seinen Beratern (unter anderem dem Freiherrn vom Stein und preußischer Exil-Offiziere sowie der Schwedische Kronprinz Jean-Baptiste Bernadotte) nachhaltig zur Unnachgiebigkeit gedrängt, wollte keinen Frieden (entgegen anders lautenden früheren Versicherungen seinerseits). Der Marsch nach Moskau hatte zwölf Wochen gedauert, ebensoviel brauchte man für den Rückmarsch. Aber anstatt loszumarschieren, wartete er immer noch auf ein Wort von Alexander. Er studierte russische Almanache und stellte fest, dass der strenge Winter auf der Breite von Moskau gewöhnlich Ende November einsetzte. Aber nun fielen am 15. Oktober ungewöhnliche sieben Zentimeter Schnee, und immer noch wartete Napoléon auf eine Nachricht von Alexander. Dann aber, als am 18. Oktober Marschall Joachim Murat von Kutusow vor Moskau angegriffen wurde und 2500 Mann verlor, erwachte Napoléon aus seiner optimistischen Stimmung und gab den Befehl zum Abmarsch.
Joachim Murat
Am 19. Oktober 1812 um 14 Uhr verließen die ersten Einheiten Moskau. Napoléons Fehler (von ihm selbst zugegeben) war der immer wieder aufgeschobene Rückzug sowie die Wahl der Hinmarschroute mit ihrer "verbrannten Erde", anstatt einen weiter südlich verlaufenden Bogen zu beschreiben .Wesentlich für die hohen Verluste war die sehr schlecht vorbereitete Logistik der Versorgung der Truppen. Es gab Nächte, in denen mehrere tausend Pferde starben. Die Armee wurde immer wieder von marodierenden Kosaken angegriffen. Napoléon verlor bei diesem Feldzug die meisten seiner Soldaten. Trotz schwerer Verluste war der Übergang über den Fluss Beresina eine Leistung ohnegleichen.
Er marschierte mit etwa 612.000 Soldaten, 50.000 Pferden und einigen Frauen aus dem Dienstleistungsgewerbe los und kam mit weniger als 40.000 Mann zurück, wobei die meisten der restlichen Soldaten in Vilnius an Krankheiten und Übersättigung durch den langen Hunger-Zeitraum starben; die Bevölkerung der Stadt starb dadurch fast komplett aus. Zusätzlich hatten die meisten Verluste die verbündeten bzw. gepressten Truppen der Vasallenstaaten zu tragen. Durch diese schwere Niederlage Frankreichs ermutigt, griffen mehrere Nationen in Europa gegen Frankreich zu den Waffen. Die endgültige Niederlage der Franzosen kam 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig. 1814 bildete sich ein Bündnis aus Großbritannien, Russland, Preußen und Österreich gegen Napoléon.
Der Feldzug von 1814 auf französischem Boden gilt auch heute noch militärgeschichtlich betrachtet strategisch wie taktisch als Napoléons „Meisterstück“ und Illustrierung napoleonischer Taktik überhaupt: Mit deutlich unterlegenen Kräften durch geschicktes und temporeiches Manövrieren den zahlenmäßig drückend überlegenen, aber getrennt marschierenden Feind jeweils einzeln zu schlagen.
Elba, Herrschaft der Hundert Tage, Waterloo und das Ende auf St. Helena
1814
1814
1814
Nachdem Napoléon geschlagen war, dankte er zum ersten Mal am 11. April 1814 in Fontainebleau ab; er musste nun ins Exil nach Elba, einer kleinen Mittelmeerinsel. Er kehrte jedoch am 1. März 1815 aufs Festland zurück, wo ihn die Armeen, die ihn aufhalten sollten, als ihren Führer empfingen. Er erreichte Paris und regierte weitere 136 Tage, doch seine Regierung wurde aufgrund von gewaltsamen Taten nicht mehr akzeptiert. So stellte er zum Beispiel ein Heer auf, das aus 40.000 14-jährigen Jungen bestand. Teile der gegnerischen Allianz stellten ihn als den Antichristen dar, dem gegenüber sich die Vertraute des Zaren Juliane von Krüdener als das erlösende Sonnenweib stilisierte. Diese Zeit wird auch als die Herrschaft der Hundert Tage bezeichnet.
Am 18. Juni 1815 griff Napoléon die Engländer unter dem Herzog von Wellington nahe dem belgischen Ort Waterloo an. Als die preußischen Truppen unter Marschall Blücher den Engländern noch zu Hilfe kamen und somit die Schlacht verloren war, floh er mit seiner Kaiserlichen Garde nach Paris. Das Ende dieser Schlacht markiert gleichzeitig das Ende der Napoleonischen Kriege.
Napoléon musste am 22. Juni abdanken und wurde auf die englische Insel St. Helena im Südatlantik verbannt. Dort schrieb er seine Memoiren und starb am 5. Mai 1821. Sein Leichnam wurde noch am selben Tag obduziert und am 9. Mai in einem vierfachen Sarg beigesetzt. Die Vermutung, Napoléon könnte sukzessiv durch Arsen vergiftet worden sein, ist widerlegt. In der medizinischen Fachliteratur ist überzeugend dargelegt, dass er wie sein Vater und Großvater an Magenkrebs verstarb. Arsen wurde damals als Medikament gegen Appetitmangel eingesetzt (Fowlersche Lösung).
Es gibt eine Theorie, wonach General Montholon ihm regelmäßig Arsen in den Wein gegeben haben soll, um so seine Rückkehr nach Frankreich zu ermöglichen (Quelle: Vincent Croussier, L'Express, 06. Dezember 2004).
Es gibt allerdings auch noch die Theorie, dass Napoléon 'von' seiner Tapete vergiftet worden ist. Die Pigmente der Tapete enthielten nämlich einige Arsenverbindungen, die damals häufig benutzt wurden und eine schöne grüne Farbe hatten. In trockenem Klima waren diese Pigmente ungefährlich, doch in dem feuchten Klima auf St. Helena bildeten sich Schimmelpilze auf der Tapete, die aus den Pigmenten das gasförmige Trimethylarsen freisetzten, welches Napoléon dann eingeatmet hätte.
Die meisten der durch die Eroberungskriege Napoléons verursachten Veränderungen auf der politischen Landkarte wurden beim Wiener Kongress wieder rückgängig gemacht.
Fast zwanzig Jahre nach seinem Tod wurde Napoléon Bonapartes Leichnam exhumiert (15. Oktober 1840) und in den Pariser Invalidendom überführt.
Napoléon und die Frauen
Invalidendom
Trotz seiner eher geringen Körperlänge von rund 164 cm gab es in Napoléons Leben zahlreiche „Frauengeschichten“, größtenteils heimliche Affairen, die man einerseits auf sein Charisma und andererseits auf eine ihm nachgesagte ausgeprägte Libido zurückführen könnte. Die erste wichtige Frau war Désirée Clary (1777-1860), die Schwägerin von Joseph Bonaparte und später Königin von Schweden und Norwegen wurde. Beide waren seit 1794 ein Paar, zwischen 1795 und 1796 verlobt, als Napoléon noch ein politisch unbedeutender General war, aber die Familie Désirées stellte sich gegen einen zweiten Bonaparte, und Napoléon lernte 1796 seine zukünftige Frau kennen. Désirée heiratete General Jean-Baptiste Bernadotte, den späteren schwedisch-norwegischen König, von dem sie am 4. Juli 1799 einen Sohn Oscar bekam. Auf ihre Bitte hin wurde Napoléon Pate dieses Kindes. Ausgerechnet Bernadotte ist zu diesem Zeitpunkt als Kriegsminister Vorgesetzter Napoléons. Später tritt er als einer der Marschälle von Frankreich Kämpfer für, als Kronprinz von Schweden - Oberbefehlshaber der Nordarmee u.a. in der Völkerschlacht bei Leipzig - ein Gegner von Napoléon auf.
Napoléon war zweimal verheiratet: seine erste Frau war Joséphine de Beauharnais, geboren als Marie Josèphe Rose Tascher de la Pagerie (1763-1814) und Witwe des Vicomte de Beauharnais, welche er zur Kaiserin Joséphine von Frankreich krönte und deren Kinder Eugène und Hortense er adoptierte. Da die Ehe kinderlos blieb, ließ sich Napoléon von Joséphine am 5. Dezember 1809 aus politischen Erwägungen und in beiderseitigem Einvernehmen scheiden. Joséphine durfte ihren Kaiserin-Titel und den gemeinsamen Wohnsitz Schloss Malmaison behalten.
Seine zweite Frau war die Erzherzogin Marie-Louise von Habsburg (1791-1847), auch sie wurde zur Kaiserin gekrönt. Aus der Ehe mit Marie-Louise ging ein Kind hervor, Napoléon-François-Charles-Joseph Bonaparte (1811-1832), Franz Herzog von Reichstadt, der am Tag seiner Geburt zum König von Rom ausgerufen wurde, jedoch nie regierte.
Napoléon hatte schon während seiner Ehe mit Joséphine die folgenden zwei illegitimen Kinder von Mätressen:
Aus der Verbindung mit Eleonore Denuelle de la Plaigne (1787-1868):
- Graf Charles Léon (1806-1881)
Aus einer sieben Jahre währenden Liebesbeziehung mit Gräfin Maria Walewska (1789-1817), seiner "polnischen Frau":
- Graf Alexandre Colonna Walewski (1810-1868)
Beide Söhne hatten ihrerseits Nachkommen.
Weitere Kinder:
- Émilie Louise Marie Françoise Joséphine Pellapra von Françoise-Marie LeRoy
- Karl Eugin von Mühlfeld von Victoria Kraus
- Hélène Napoleone Bonaparte von Gräfin Montholon (1816-1910)
- Barthélemy St Hilaire (19. August 1805 - 24. November 1895)
Zu Napoléons weiteren Geliebten gehörten u.a. die Schauspielerinnen Marguerite Josephine George, genannt Georgina, und Cathérine Josephine Duchesnois; Madame Duchâtel, Frau eines älteren Staatsrates; Carlotta Gazzani, eine genuesische Tänzerin, die von Napoléon zur Vorleserin von Joséphine ernannt wird, und teilweise Frauen seiner Offiziere.
Napoléons literarischer Nachlass
Seine wohl erste literarische Arbeit "Die Geschichte Korsikas", verfasste Napoléon im Alter von nur 16
Jahren. Später schrieb er vor allem über seine Feldzüge, oder er verfasste Abhandlungen mit besonderer militärischer Bedeutung (wie etwa über die Versorgung belagerter Städte mit Mehl). Mit dem Werk "Übersicht der Kriege Cäsars" legte er eine militärhistorische Arbeit vor, die auch eine Biographie Cäsars beinhaltet. Weniger bekannt ist, dass Napoléon der wohl einzige Kaiser ist, der einen Liebesroman schrieb: Schon während der Revolutionszeit verfasste er "Clisson et Eugénie", ein Werk, das seine Leidenschaft für Désirée Clary, die zukünftige Königin von Schweden, widerspiegelt.
Literatur
Schweden
Napoléon – Sein Leben und seine Zeit
- Thiers, Adolphe : Histoire de la Revolution française, 10 Bände + Atlas, Paris 1823-27 (Standardwerk auch in deutscher Übersetzung)
- Ders. : Histoire du Consulat et de l'Émpire, 20 Bände + Atlas, Paris 1845-62, (dt.: Geschichte des Konsulats und des Kaiserreichs, Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-22-7)
- Fournier, August : Napoleon I. - Eine Biographie, 3 Bände, Wien 1886
- Kircheisen, Friedrich : Napoleon I. - Seine Leben und seine Zeit, 9 Bände, Leipzig/München 1911-34
- Wencker-Wildberg, Friedrich/Kircheisen, Friedrich (Hrsg.) : Napoleon - Die Memoiren seines Lebens, 14 Bände, Wien/Hamburg/Zürich o. J. (ca. 1930), Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-14-6
- Markov, Walter : Napoléon und seine Zeit - Geschichte und Kultur des Grand Empire, Leipzig 1996
- Tulard, Jean : Napoléon, ou Le mythe de sauveur, Paris 1977 (die modernste Biographie, deutsche Übersetzung : Napoleon, oder der Mythos des Retters, 2. durchges. Aufl., Tübingen 1979, ISBN 3-8052-0306-3)
- Tulard, Jean (Hrsg.): Dictionnaire Napoléon, Nouv. éd., rev. et augm., Paris 1989, ISBN 2-213-02286-0
- Herre, Franz : Napoleon Bonaparte - Eine Biographie, Regensburg 2003
- Ders. : Marie Louise - Napoleon war ihr Schicksal, Köln 1996
- Willms, Johannes : Napoleon - Eine Biographie, München 2005
- Cronin, Vincent: Napoleon - Stratege und Staatsmann, Heyne Biographien, engl. Originalausgabe 1971, Deutsch 1973, Heyne-Verlag 1983, ISBN 3-453-55101
Die Napoleonischen Kriege
- Broers, Michael: The Napoleonic empire in Italy, 1796 - 1814, 1. Aufl., Basingstoke : Palgrave Macmillan 2005, ISBN 1-4039-0565-7
- Stephen Pope: The Cassell dictionary of the Napoleonic Wars, London 1999, ISBN 0-304-35229-2
- Muir, Rory: Tactics and the experience of battle in the age of Napoleon, New Haven [u.a.] 1998, ISBN 0-300-07385-2
- Clausewitz, Carl von : Hinterlassene Werke des Generals Carl von Clausewitz über Krieg und Kriegführung, 10 Bände, Berlin 1832-37 (beinhaltet das militärisch-philosophische Hauptwerk Vom Kriege und verschiedene Feldzugsstudien zu den Napoleonischen Kriegen)
- Napoleon I./Boie, Bernhard (Komm.) : Militärische Schriften, 3 Bände, Berlin 1881
- Rothenberg, Gunther : Die Napoleonischen Kriege, Berlin 2000
- Wenzlik, Detlef: Die napoleonischen Kriege, Buchreihe (18 Bände), VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-01-4
Napoleon und die Frauen
- Gläser, Stefan: "Frauen um Napoleon", Regensburg 2001
- Herre, Franz: "Joséphine - Kaiserin an Napoleons Seite", Regensburg 2003, ISBN 3-7917-1829-0
- Masson, Frédéric: "Napoleon I. und die Frauen", Reprint Hamburg, VRZ-Verlag, ISBN 3-931482-09-X
Weblinks
-
- [http://www.napoleon-online.de/ Napoleon-online.de]
- [http://www.napoleonguide.com/ Napoleonguide.com]
- [http://www.napoleon.org/ Die Napoleon-Stiftung]
- [http://www.musees-nationaux-napoleoniens.org/ Die nationale Vereinigung der Napoléon-Museen in Frankreich]
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Bonaparte, Napoleon
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Frankreich
Frankreich (franz.: La France) ist ein demokratischer, noch immer stark zentralistischer Einheitsstaat im Westen Europas. Es grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Spanien, Andorra, an den Atlantik mit dem Ärmelkanal und an das Mittelmeer. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik (u. a. Saint-Martin, das eine Landgrenze mit dem niederländischen Sint Marteen aufweist), Südamerika (Französisch-Guayana, das Landgrenzen zu Brasilien und Surinam hat), vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien.
Geographie
Hauptartikel: Geographie Frankreichs
Insgesamt hat das „französische Mutterland” in Europa eine Fläche von 543.965 km². Frankreichs Landschaftsbild prägen überwiegend Ebenen oder sanfte Hügel im Norden und Westen. Der Rest ist gebirgig, Hauptgebirge sind die Pyrenäen im Südwesten, das Zentralmassiv und die Alpen im Südosten. Der höchste Berg Frankreichs und höchster Berg Europas ist der Mont Blanc (4.808 Meter). Aufgrund seiner Form wird Frankreich auch als l'Hexagone (Sechseck) bezeichnet.
Mit Abstand wichtigste und größte Stadt in Frankreich ist die Hauptstadt Paris mit rund 12 Millionen Einwohnern im Großraum Paris (Region Île-de-France). Die Großräume um Marseille, Lille und Lyon haben ebenfalls mehr als eine Million Einwohner.
Siehe auch: Städte in Frankreich, Nationalparks in Frankreich
Geschichte
Nationalparks in Frankreich
Hauptartikel: Geschichte Frankreichs
Durch die Französische Revolution 1789 wurde die mehr als 1.200 Jahre währende Monarchie gestürzt. So begann eine Periode des Umbruchs, in der wechselnd republikanische, napoleonisch-imperiale und monarchistische Staatsformen herrschten. Seit der Niederlage Napoleons III. 1870 ist Frankreich endgültig Republik.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Frankreich einer der Hauptgegner Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Frankreich seine größten Kolonien, Vietnam und Algerien, nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit 1958 (Fünfte Republik) hat der Präsident umfassende Exekutivgewalt. Beim europäischen Einigungsprozess spielt Frankreich heute gemeinsam mit Deutschland eine tragende Rolle.
Politik
Politisches System
Frankreich ist eine zentralistisch organisierte Demokratie mit einem semi-präsidentiellen Regierungssystem. In der Verfassung der V. Republik nimmt der direkt durchs Volk gewählte Staatspräsident eine starke Stellung ein. Er ernennt den Premierminister und das Kabinett, hat gegenüber Gesetzbeschlüssen des Parlaments ein Veto-Recht und kann die Nationalversammlung auflösen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, der Nationalversammlung (Assemblée Nationale) mit 577 vom Volk gewählten Abgeordneten und dem indirekt gewählten Senat mit 331 Mitgliedern.
Siehe auch:
Politisches System Frankreichs, französische Regierung, Francophonie, französische Präsidenten, französische Premierminister, Cohabitation, Finanzministerium
Aktuelle politische Lage
Finanzministerium
Momentan stellt die Partei UMP unter Führung des früheren Wirtschaftsministers und aktuellen Innenministers Nicolas Sarkozy mit 363 Sitzen die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung.
Am 29. Mai 2005 wurde die neue EU-Verfassung mit 54,87% Gegenstimmen von der Bevölkerung abgelehnt. Darauf trat die Regierung des seit 2002 amtierenden Premierministers Jean-Pierre Raffarin zurück. Als neuer Premierminister wurde Dominique de Villepin eingesetzt.
Seit dem 27. Oktober 2005 wird Frankreich von einer Welle gewalttätiger Ausschreitungen heimgesucht. Angefangen in der Pariser Banlieue, griffen die Unruhen inzwischen auf viele, über das gesamte Land verteilte, Großstädte wie Lille, Rouen, Nizza oder Marseille über. Auslöser war der Tod zweier Jugendlicher im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, welche sich vor der Polizei in einem Starkstromhaus verstecken wollten.
Die Regierung hat zwischenzeitlich den Notstand ausgerufen und es somit den Präfekten der Départements ermöglicht, in besonders stark betroffenen Gebieten Ausgangssperren zu verhängen.
Bisher haben die Ausschreitungen einem Menschen das Leben gekostet und viele Schwerverletzte hervorgebracht.
Außen- und Sicherheitspolitik
Frankreich war 1949 Gründungsmitglied des Nordatlantikvertrages (NATO) und erhielt militärischen Schutz durch die USA. Mit der Machtübernahme von de Gaulle 1958 änderten sich die Beziehungen zu den USA und zu der von den USA dominierten NATO. Unter de Gaulles Führung entwickelte sich Frankreich 1960 zu einer Atommacht und verfügte ab 1965 mit der Force de Frappe über Atomstreitkräfte, die zunächst 50 mit Atombomben (Kernwaffen) ausgestattete Flugzeuge in Dienst stellte. 1968 hatte Frankreich bereits 18 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen aufgestellt, die 1970 und 1971 mit Atomsprengköpfen ausgestattet wurden. 1968 verlässt Frankreich den militärischen Teil der NATO, bleibt aber im politischen Teil des Bündnisses integriert. In den 1970er Jahren erweiterte Frankreich ihre Atommacht auch auf See. Vier Atom-U-Boote verfügten über jeweils 16 atomar bestückten Mittelstreckenraketen.
In der aktuellen Außenpolitik bemüht sich Frankreich um ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Deutschland (siehe auch „Kerneuropa“) und steht mit diesem gemeinsam der Vormachtstellung der USA mit einer gewissen Skepsis gegenüber.
Dies führte zu einem Austritt Frankreichs aus der militärischen Organisation der NATO und vielen Eigeninitiativen Frankreichs in weltpolitischen Entscheidungen.
Hinzu kommt ein Engagement auch nach Ende der Kolonialherrschaften in Afrika, wo Frankreich bis heute in vielen Ländern die bestimmende Ordnungsmacht geblieben ist.
Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat mit Vetorecht.
Die Todesstrafe wurde in Frankreich 1981 abgeschafft.
Siehe auch: Fremdenlegion, Gendarmerie Nationale
Administrative Gliederung
Frankreich ist in 26 Regionen aufgeteilt, welche sich ihrerseits in 100 Départements untergliedern. Zweiundzwanzig dieser Regionen befinden sich im europäischen Kernland (France métropolitaine), darunter auch die Mittelmeerinsel Korsika, welche allerdings als collectivité territoriale einen Sonderstatus hat. Die übrigen vier Regionen bestehen aus jeweils nur einem Département und werden daher Départements et régions d'outre-mer (D.R.O.M.) genannt (bis zur Verfassungsänderung 2003 Départements d'outre-mer, Abk. D.O.M.). Im Deutschen spricht man von Überseedépartements. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Guadeloupe (971), Martinique (972), Französisch-Guayana (973) und La Réunion (974).
Abgesehen davon gibt es
- die Départementskörperschaft (Collectivité départementale, Abk. C.D.) Mayotte (976)
- die Gebietskörperschaft (Collectivité territoriale, Abk. C.T.) Saint-Pierre und Miquelon (SPM)
- die vier Überseeterritorien (Territoires d'outre-mer, Abk. T.O.M.) Französisch Polynesien (P), Neukaledonien (NC), Wallis und Futuna (WF) und die Französischen Süd- und Antarktisgebiete (Terres australes et antarctiques françaises, T.A.A.F.)
- die Îles éparses und die Insel Clipperton
Die D.R.O.M. sind wie das französische Kernland Teil der EU, für die T.O.M. gilt das nicht. Auch in Frankreich erlassene Gesetze gelten in den TOM nur, wenn dies ausdrücklich erwähnt ist.
Siehe auch: Liste der französischen Regionen, Liste der französischen Départements (nach Regionen geordnet)
Demographie
Zum 1. Januar 2004 wurde die Bevölkerung, einschließlich der Menschen in den Überseegebieten, auf 61,9 Millionen geschätzt. Nach Deutschland nimmt Frankreich in der EU den zweiten Platz bei der Bevölkerungszahl ein. Innerhalb der EU hat Frankreich einen Bevölkerungsanteil von 13 %.
Im Jahre 2003 kamen auf 792.600 Geburten 560.300 Sterbefälle, das entspricht einem Überschuss von 232.300 Personen. 2004 betrug die Geburtenrate 1,9.
Am Stichtag 1. Januar 2004 waren 16,2 % der Bevölkerung älter als 65 Jahre, gegenüber 14,6 % im Jahre 1994. Im selben Zeitraum ist der Anteil der unter 20-Jährigen von 26,7 % auf 25,3 % gesunken.
2003 wurden 280.300 Ehen geschlossen, das sind 6.000 (-2,1 %) weniger als 2002, wobei das Durchschnittsalter bei den Männern 30,4 Jahre und bei den Frauen 28,3 Jahre betrug.
Die Kindersterblichkeit beträgt zur Zeit 4,28 ‰.
Der durchschnittliche männliche französische Staatsbürger hat eine Lebenserwartung von 76,7 Jahren, während die Frauen auf 83,8 Jahre kommen.
Ethnische Gruppen
- Franzosen
- Bretonen
- Basken
- Italiener (einschließlich Korsen)
- Elsässer/Alemannen, Rheinfranken/Franken
- Flamen (Niederfranken)
- 4,5 Millionen Araber
- Katalanen
- Flamen
- Polen
- andere Ausländer
Neben der (einzigen) Amtssprache Französisch gibt es zahlreiche Minderheitssprachen, über deren Sprecherzahlen aber keine auch nur halbwegs gesicherten Daten vorliegen:
- Bretonisch,
- Deutsch in den Dialekten
- Elsässisch (Elsass)
- Rheinfränkisch bzw. Lothringisch (nördliches und östliches Lothringen),
- Niederfränkisch bzw. Flämisch (Flandern, an der Grenze zu Belgien),
- Baskisch (in den zentralen und östlichen Pyrenäen),
- Katalanisch (im Roussillon),
- Korsisch,
- Italienisch (an der französischen Riviera),
- Okzitanisch (in Südfrankreich) mit dem Dialekt
- Provenzalisch (nur noch wenige Sprecher)
- Polnisch
Daneben existieren in Nordfrankreich mehrere enger mit dem Französischen verwandte romanische Oïl-Sprachen, die teilweise als französische Dialekte angesehen werden: Picard, Normannisch, Gallo, Poitevin-Saintongeais, Champanois und Morvandiau.
Religionen
Frankreich ist offiziell ein laizistischer Staat, das heißt, Staat und Religionsgemeinschaften sind vollkommen voneinander getrennt. Da von staatlicher Seite keine Daten über die Religionszugehörigkeit der Einwohner erhoben werden, beruhen alle Angaben über die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung auf Schätzungen oder den Angaben der Religionsgemeinschaften selbst und weichen deshalb oft erheblich voneinander ab, weshalb auch die folgenden Zahlen mit Vorsicht zu behandeln sind.
85 % der Franzosen sind katholisch (also etwa 51 Mio.) und etwa 8 % Muslime (etwa 4,8 Mio.). Daneben gibt es protestantische und jüdische Minderheiten, die zusammen etwa 3 % ausmachen. 4 % gehören keiner Religion an, Tendenz davon steigend. Das sind jedoch Schätzungen.
Bildungswesen
Wie in fast allen europäischen Staaten (Ausnahme: z. B. Deutschland) herrscht eine Bildungspflicht, die im Ggs. zur Schulpflicht auch durch Hausunterricht (Homeschooling) oder durch selbstständiges Lernen abgegolten werden kann. Die Zahl der unbeschulten Kinder und Jugendlichen wird gegenwärtig auf etwa 10.000 geschätzt.
Der Staat bietet folgende Schulformen an:
Lernen
- Vorschule: Maternelle
- Grundschule: école élémentaire
- weiterführende Schulen: collège (das mit dem brevet abgeschlossen wird), gefolgt von
- lycée
- lycée professionnel
- oder CFA für Auszubildende in Betrieben
- Hochschulreife:
- baccalauréat nach insgesamt 12 Schuljahren; nach elf Schuljahren wird je nach Schulzweig (naturwissenschaftlich, wirtschaftlich oder literarisch) schon ein Teil der Prüfungen bewältigt
- baccalauréat professionnel nach 13 Schuljahren für Abgänger des lycée professionnel oder des CFA
- Studium (1. und 2. Jahr):
- Normalweg: DEUG
- Eliteweg: classe préparatoire (zur Vorbereitung auf Grande école)
- Studium (3. und 4. Jahr):
- Normalweg: licence und maîtrise oder école d'ingenieur oder école de commerce
- Eliteweg: Grande école (ENS, ENA etc.)
- Studium (5. Jahr):
- DESS oder DEA. Letzteres dient auch zur Auswahl für eine eventuell sich anschließende Doktorarbeit (thèse)
Im Zuge der europaweiten Harmonisierung der Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozess wird auch an französischen Hochschulen das System LMD eingeführt. LMD bedeutet, dass nacheinander die Licence bzw. Bachelor (nach 3 Jahren), der Master (nach 5 Jahren) und das Doktorat (nach 8 Jahren) erworben werden können. Die bisherigen nationalen Diplome (DEUG, Maîtrise, DEA/DESS) werden an manchen Universitäten übergangsweise noch bescheinigt, fallen ab Ende 2006 aber weg.
Siehe auch: Schulsystem in Frankreich, Liste der Bildungsminister von Frankreich, Liste der Universitäten in Frankreich, École Polytechnique (Paris), Kindergeld
Wirtschaft
Traditionell ist in Frankreich die Wirtschaftspolitik von vergleichsweise starken staatlichen Eingriffen gelenkt. Hier spielt die historische Rolle des Merkantilismus – im Speziellen des Colbertismus – im Land eine Rolle.
Frankreich ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die Schlüsselindustrien, besonders Energiewirtschaft, sind bislang unter staatlicher Kontrolle; Frankreich ist ein bedeutender Produzent von Atomstrom, und Deutschland sein wichtigster Kunde. In Frankreich wird ca. 80 Prozent der Elektrizität mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch: Liste der Kernkraftanlagen)
Wein steht in der französischen Ausfuhrliste an fünfter Stelle: nach Autos, Flugzeugen, pharmazeutischen Produkten und Elektronik. (Siehe auch: Weinbaugebiete in Frankreich)
- Tourismus (z. B. Logis de France)
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im 1. Quartal 2004 um 0,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im 4. Quartal 2003 waren es 0,6 Prozentpunkte.
Die Erwerbstätigenstruktur hat sich gegenüber früher grundlegend gewandelt, so arbeiteten 2003 nur mehr 4 % der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, in der Industrie waren es 24 %, wohingegen 72 % im Dienstleistungsbereich tätig waren.
Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Frankreichs (2003): Es exportiert 14,9 % seines Exportvolumens nach Deutschland, das seinerseits am Import mit 19,1 % beteiligt ist.
Die Inflationsrate betrug 2,1 % (2004).
Die Arbeitslosenzahl belief sich im Januar 2005 auf 10 %, das sind 2.716.000 Erwerbslose.
Die größten französischen Unternehmen 2003 (ohne Banken und Versicherungen)
# Total – Umsatz 104,7 Mrd. € – 11.000 Beschäftigte
# Carrefour – Umsatz 70,5 Mrd. € – 419.000 Beschäftigte
# PSA Peugeot Citroën – Umsatz 54,2 Mrd. € – 200.000 Beschäftigte
# France Télécom – Umsatz 46,1 Mrd. € – 222.000 Beschäftigte
# EDF – Umsatz 44,9 Mrd. € – 167.000 Beschäftigte
# Suez – Umsatz 39,6 Mrd. € – 171.000 Beschäftigte
# Les Mousquetaires – Umsatz 38,4 Mrd. € – 112.000 Beschäftigte
# Renault – Umsatz 37,5 Mrd. € – 140.000 Beschäftigte
# Publicis Groupe – Umsatz 32,2 Mrd. € – 35.000 Beschäftigte
# Saint-Gobain – Umsatz 29,6 Mrd. € – 172.000 Beschäftigte
# Groupe Auchan – Umsatz 28,7 Mrd. € – 156.000 Beschäftigte
# Veolia Environnement – Umsatz 28,6 Mrd. € – 257.000 Beschäftigte
# Centres Leclerc – Umsatz 27,2 Mrd. € – 84.000 Beschäftigte
Kultur
Frankreich leitet seinen Rang in Europa und der Welt auch aus den Eigenheiten seiner Kultur ab, die sich insbesondere über die Sprache definiert (Sprachschutz- und -pflegegesetzgebung). In der Medienpolitik wird die eigene Kultur und Sprache durch Quoten für Filme und Musik gefördert. Frankreich verfolgt in der Europäischen Union, der UNESCO und der WTO mit Nachdruck seine Konzeption der Verteidigung der kulturellen Vielfalt („diversité culturelle“): Kultur ist keine Ware, die schrankenlos frei gehandelt werden kann.
Landesweite Pflege und Erhalt des reichen materiellen kulturellen Erbes wird als Aufgabe von nationalem Rang angesehen. Dieses Verständnis wird durch staatlich organisierte oder geförderte Maßnahmen, die zur Bildung eines nationalen kulturellen Bewusstseins beitragen, wirksam in die Öffentlichkeit transportiert. Im jährlichen Kulturkalender fest verankerte Tage des nationalen Erbes, der Musik oder des Kinos beispielsweise finden lebhaften Zuspruch in der Bevölkerung. Großzügig zugeschnittene kulturelle Veranstaltungen entsprechen dem Selbstverständnis Frankreichs als Kulturnation und von Paris als Kulturmetropole. Die Förderung eines kulturellen Profils der regionalen Zentren in der Provinz wird verstetigt.
Siehe auch: Liste französischer Schriftsteller, Liste französischer Komponisten, Burgen und Schlösser in Frankreich
Nationalparks
Die heutigen Nationalparks haben eine Gesamtfläche von 992.000 ha. Die Kernbereiche, die rund 371.000 ha ausmachen, stehen unter strengem Schutz.
Es gibt 30 regionale Naturparks, die eine Fläche von 5.020.000 ha haben.
- Naturreservat Cap Sizun
- Regionalpark Armorique
- Naturreservat Les Sept lles
- Naturreservat Cap Frehel
- Naturreservat Pointe d' Arcay
- Naturreservat Golfe du Morbihan
- Regionalpark Briere
- Naturreservat Baie de Bourgneuf
- Naturreservat St. Denis-du-Payre
- Naturreservat Baie de l' Aiguillon
- Naturreservat Banc d' Arguin
- Vogel-Naturreservat Marquenterre
- Naturreservat Vallee de La Grande Pierre et de Vitain
- Naturreservat Le Lac de La Foret d'Orient
- Pyrenäen -Nationalpark
- Regionalpark Vosges du Nord
- Regionalpark Volcans d'Auvergne
- Nationalpark Cevennen
- Naturreservat und Vogelschutzpark Villars-les-Dombes
- Regionalpark Pilat
- Regionalpark Vercors
- Naturreservat Aiguilles Rouges
- Naturreservat Marais du Bout du Lac d' Annecy
- Nationalpark Vanoise
- Nationalpark Ecrins
- Regionalpark Luberon
- Nationalpark Mercantour
- Naturreservat und Regionalpark Camargue
- Nationalpark Port-Cros
- Korsischer Regionalpark
- Scandola Naturreservat
- Korsischer Nationalpark
Sport
Die populärste Sportart Frankreichs ist der Fußball. Als identitätsstiftendes Band gerade zwischen den verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen Frankreichs gilt die französische Fußball-Nationalmannschaft, die so genannte équipe tricolore (siehe auch: Fußball in Frankreich). Aktuell stellt Lyon den französischen Fussballmeister.
Weitere populäre Sportarten sind der Radsport (insbesondere im Juli, während der dreiwöchigen Tour de France), Rugby, Leichtathletik, Formel 1 (Großer Preis von Frankreich in Magny Cours) und Tennis (French Open in Paris).
In Frankreich fanden bereits mehrmals Olympische Spiele statt: Sommerspiele 1900 und 1924 in Paris, Winterspiele in Chamonix 1924, Grenoble 1968 und Albertville 1992.
Siehe auch: Skigebiete in Frankreich
Medien
Die wichtigsten französischen Printmedien sind die nationalen Tageszeitungen:
- Le Monde und Libération (linksorientiert, Druckauflage 2003 ca. 500.000 bzw. 200.000 Exemplare)
- Le Figaro (konservativ, Auflage: 450.000 Exemplare)
- Les Echos, La Tribune (Wirtschaft, 180.000 bzw. 125.000 Exemplare)
- L'Humanité (kommunistisch, 74.000 Exemplare)
- La Croix (katholisch, 114.000 Exemplare)
- L'Equipe (Sport, 485.000 Exemplare und damit die meistgelesene Zeitung überhaupt mit sieben Lesern pro Ausgabe)
Die wichtigsten Nachrichtenmagazine in Frankreich:
- Le Nouvel Observateur (400.000 Exemplare)
- L'Express (400.000 Exemplare)
- Le Point (400.000 Exemplare)
- L'événement du Jeudi
Größte Regionalzeitung ist die Ouest France mit einer Druckauflage von 900.000 Exemplaren.
Bedeutend ist auch das jeweils mittwochs erscheinende Investigations- und Satireblatt Le Canard enchaîné mit einer Auflage von 550.000 Exemplaren.
Feiertage
Militär
Frankreich hat eine Berufsarmee mit 300.000 Soldaten.
Siehe auch
- Chronologie französischsprachiger Zeitungen und Zeitschriften
- Französische Küche
- Nachrichtendienste Frankreichs
- Liste bedeutender Franzosen
- Liste der Präsidenten Frankreichs
- Die schönsten Dörfer Frankreichs
- Weinbaugebiete in Frankreich
Literatur
- Alfred Pletsch: Länderkunde Frankreich. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 2. Auflage 2003, ISBN 3534116917
- Wilfried Loth: Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Frankfurt am Main, 1995 ISBN 3-596-10860-8
- Bernhard Schmidt, Jürgen Doll, Walther Fekl, Siegfried Loewe und Fritz Taubert: Frankreich-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur, Presse- und Bildungswesen. 2. überarbeitete Auflage 2005, 1224 Seiten, ISBN 3-503-06184-3
- Ralf Nestmeyer: Französische Dichter und ihre Häuser. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-34793-3
Weblinks
20px Portal:Frankreich
- [http://www.diplomatie.gouv.fr/index.de.html Website des französischen Außenministeriums]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=46 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.frankreich-forum.de/ Frankreich Forum]
- [http://www.lesvilles.de/ Lokalportal für alle französischen Regionen und Städte]
- [http://www.tu-dresden.de/sulcifra/romanistik/ Romanistik im Internet: Kultur, Literatur und Politik]
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Grande ArméeLa Grande Armée ist die französische militärische Bezeichnung für die Hauptkraft in einer militärischen Kampagne.
Häufig wird die Bezeichnung aber mit den multinationalen Armeen verbunden, die von Napoléon Bonaparte in seinen Kampagnen des frühen 19. Jahrhunderts befehligt wurden. Napoleon gebrauchte zuerst diesen Namen für die französische Armee, die ca. 200.000 Mann groß war und für die Invasion von Großbritannien von 1803 bis August 1805 aufgestellt wurde. Sie wurde bei Boulogne an der französischen Küste aufgestellt. Ein Versuch zur Invasion von England wurde aber von der Armee nicht unternommen, da Österreichische Armeen drohten, nach Frankreich einzumarschieren, und die Grande Armée sich gegen Österreich stellte (siehe Schlacht von Austerlitz). La Grande Armée bestand ursprünglich aus sechs Korps unter dem Befehl von Marschällen Napoleons.
Während sich Napoleons Macht über Europa vergrößerte, wuchs auch die Armee. Sie erreichte ihre maximale Größe 1812, beim Beginn der Invasion vom russischen Zarenreich gegen die 6. Koalition. Zu diesem Zeitpunkt bestand die Armee aus 612.000 Soldaten, von denen allerdings nur 210.000 aus Frankreich stammten. Die übrigen Soldaten stammten aus den verbündeten Ländern. Die größten Kontigente stellten dabei die Österreicher mit 40.000, die Preussen mit 23.000, die Bayern mit 30.000 und die Polen mit 90.000 Soldaten. Der Rest wurde aus Staaten rekrutiert, welche von Frankreich abhängig waren.
Die Armee drang im Juni in das russische Reich ein. Es gelang ihr jedoch nicht, die weit unterlegene russische Armee zu einer Entscheidungsschlacht zu stellen, da sich diese taktisch in das tiefere Russland zurückzog. Damit wollte die Armee unter Führung des russischen Feldmarschalls Michail Illarionowitsch Kutusow Napoleons Truppen nach Russland hinein locken, um den Truppen anschließend den Nachschub und den Rückweg abzuschneiden.
Am 7. September griff Kutusow dann bei Borodino vor Moskau die bereits durch Gewaltmärsche und Krankheiten dezimierten Truppen Napoleons an. Zwar gelang es diesen noch, am 14. September Moskau zu erreichen, zwei Drittel der Soldaten waren jedoch bereits, zum Großteil an Erschöpfung, gestorben. Der Rest der Armee wurde in der Schlacht von Krasnoi, die vom 16. November bis zum 18. November dauerte, besiegt. Die anschließende Flucht aus Russland führte zu der fast völligen Vernichtung der Grande Armée.
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