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Behindertensport

Behindertensport

Behindertensport bezeichnet den Sport, der von Menschen mit Behinderungen ausgeübt wird. Man unterscheidet Breitensport und Leistungssport. Behindertensport spielt außerdem für die Rehabilitation behinderter Menschen eine wichtige Rolle zum Zeitpunkt ihres Aufenthalts im Krankenhaus oder Rehabilitationseinrichtung. Behindertensport gibt es in nahezu allen gängigen Sportarten. In Deutschland sind im Vergleich zu anderen Ländern in Nordwesteuropa und Nordamerika nur wenige behinderte Sportler im Deutschen Behindertensportverband mit seinen zahlreichen Fachverbänden organisiert. Im Wettkampf- und Leistungssport unterscheidet man häufig verschiedene Klassen nach der Art der Behinderung und ihrer funktionellen Auswirkung der beteiligten Sportler. Analog zu den Olympischen Spielen gibt es für Sportler mit körperlichen Behinderungen die Paralympics, die jeweils kurz nach den Olympischen Spielen stattfinden. Für Gehörlose gibt es die Deaflympics, für geistig Behinderte die Special Olympics. In Deutschland wird der Behindertensport vom Deutschen Behindertensportverband (DBS, gegründet 1951) organisiert.

Sportarten


- Blindenfussball
- Boccia
- Goalball
- Rollstuhltischtennis
- Tischtennis der stehend behinderten Spieler
- Rollstuhlbasketball
- Rollstuhlfechten
- Rollstuhltanz
- Rollstuhltennis
- Rollstuhlrugby
- Segeln
- Sitzball
- Sitzfußball
- Sitzvolleyball
- Schlitten Eishockey
- Tauchen

Weblinks


- [http://www.dbs-npc.de/ Deutscher Behindertensportverband]
- [http://www.plusport.ch/deutsch/ PluSport, Dachverband der schweizerischen Behindertensports]
- [http://www.behindertensport.de/ www.behindertensport.de] ---- Eine Übersicht zum Thema Sport in der Wikipedia findet sich unter Portal:Sport. Kategorie:Sport Kategorie:Behindertensport

Sport

Sport (v. engl.: sport = Zeitvertreib, Vergnügen bzw. v. frz. desport) bezeichnet das kulturelle Handlungsfeld, in dem Menschen körperliche und/oder geistige Tätigkeiten ausüben, die mit planmäßiger Körperschulung, meist im Bereich der Bewegungskunst, in Zusammenhang stehen. Eine häufig anzutreffende Ausprägung dieser planmäßigen Entwicklung körperlicher und/oder geistiger Fähigkeiten ist dabei das Messen mit Gegnern nach festgelegten Regeln im sportlichen Wettkampf/Wettstreit und Wettspiel. Umgangssprachlich wird der Begriff Sport für die kulturelle Handlung von Menschen, sich in Wettkämpfen zu messen, verwendet.

Motivationen

Die Motivationen zum Sporttreiben sind vielfältig, als Beispiele seien hier genannt:
- die Lust an Bewegung bzw. sich in Bewegung auszudrücken (Beispiel: freies Tanzen)
- die Lust am Wettbewerb
- der Wunsch nach körperliche Wohlbefinden / nach Fitness des Körpers
- gesundheitliche Vorbeugung (Beispiel: Ausdauertraining)
- der Wunsch, seinen Körper zu spüren und zu erfahren
- die Formung eines attraktiven Körpers (Beispiel: Bodybuilding)

Varianten

Man unterscheidet im Wesentlichen den Breitensport und den Leistungssport. Zudem müssen die in der jüngeren Vergangenheit entstandenen Kategorien Extremsport und Funsport beachtet werden, die sich von traditionellen Sportarten teilweise extrem unterscheiden. Sport bildet einen wesentlichen Teil der Freizeitgestaltung und Unterhaltungskultur. Sport kann als Mannschaftssport (vor allem Ballsportarten) oder als Individualsport betrieben werden. Sport wird in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten ausgeübt. Neben die traditionellen Sportvereine und den Schulsport treten im Bereich des Breitensports seit den 80er Jahren vermehrt auch kommerzielle Fitnessstudios. Darüber hinaus wird auch jenseits dieser Strukturen im privaten Umfeld Sport getrieben, entweder allein (Beispiel: morgendliches Joggen) oder im Kreis der Familie bzw. von Freunden. Im Bereich des Leistungssports sind die Strukturen wesentlich komplexer. Deshalb sei an dieser Stelle nur auf die entsprechenden Wikipedia-Artikel verwiesen. Neben der aktiven Sportausübung nimmt auch die Bedeutung des Passiv-Sports einen wichtigen gesellschaftlichen Stellenwert ein, also das interessierte Verfolgen von Wettkampfsport-Ereignissen im Leistungssport als Zuschauer am Rande des Ereignisses oder über die Medien. Hochleistungs-Sportlern oder -manschaften werden dabei nicht selten als gottähnliche Idole verehrt und mutieren zu Vor- und Leitbildern der eigenen Lebensträume. Die extreme Identifikation mit Hochleistungs-Sportlern oder -manschaften führt zum Phänomen des Sport-Fans. In Deutschland und vielen anderen Ländern ist dieses Phänomen besonders ausgeprägt im Bereich des Fußball-Sports, in dessen Umfeld sich verschiedene Arten eines Passiv-Sport-Kultes formiert haben, neben den eigentlichen Fußballfans auch die so genannten "Ultras" und die "Hooligans". Konnte in Meyers Konversationslexikon von 1888 noch gesagt werden: Als ein wesentliches Merkmal des Sports ist endlich anzuführen, dass dessen Ausübung nicht um des Gelderwerbs wegen geschieht, (Bd. 15, S. 176) - so kann dies heute wegen der Existenz von professionellen Sportlern nicht mehr als Merkmal angesehen werden. Darüber hinaus sind die kommerziellen Interessen mächtiger Dritter (z.B. Großkonzerne als Sponsoren, Förderer oder Mäzene) nicht zu unterschätzen, die sich einen Imagetransfer von sportlichen Idolen auf ihr Unternehmen erhoffen. Das ist die interne Differenz des Sport als Spektakel und Körperkunst. Eine Übersicht zum Thema Sport in der Wikipedia findet sich unter Portal:Sport.

Siehe auch

Links

http://www.sport.uni-hamburg.de/infodoc/digitalepublikationen/tiedemann/sportdefinition.html ! Kategorie:Wortexport ja:スポーツ ko:스포츠 ms:Sukan simple:Sport th:กีฬา

Behinderung

Von einer Behinderung spricht man bei individuellen Beeinträchtigungen eines Menschen, die umfänglich, vergleichsweise schwer und langfristig sind. Die infrastrukturellen Umweltbedingungen, insbesondere aber gesellschaftliche Einstellungen und Verhalten gegenüber von Menschen mit Behinderung, nehmen in modernen Ansätzen zur Definition des Begriffs einen größeren Raum ein.

Überblick

Kategorien und Ursachen

Grundsätzlich lassen sich Behinderungen grob kategorisieren in:
- körperliche Behinderung
- Sinnesbehinderung (Blindheit, Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit, Taubblindheit)
- Sprachbehinderung
- psychische (seelische) Behinderung
- Lernbehinderung
- geistige Behinderung
- Eine modernere Bezeichnung ist Entwicklungsbeeinträchtigung. Diese umfasst alle Kategorien und soll laut Unterstützer abwertende Konnotationen, wie sie z.B. "geistige Behinderung" mitbringen, umgehen. Hinsichtlich der Ursachen lässt sich unterscheiden zwischen:
- erworbenen Behinderungen :- durch perinatale (während der Geburt) entstandene Schäden :- durch Krankheiten :- durch Unfälle :- durch Gewalteinwirkung :- durch Alterungsprozesse
- angeborenen Behinderungen :- durch Vererbung bzw. chromosomal bedingt :- durch pränatale (vor der Geburt entstandene) Schädigungen. Behinderungen können auch als Kombination aus mehreren Ursachen und Folgen auftreten (Mehrfachbehinderung, Schwerste Behinderung), oder weitere Behinderungen zur Folge haben, z.B. Kommunikationsbehinderung als Folge einer Hörbehinderung.

Häufigkeit

Nach einem am 16.12.2004 erschienenen "Bericht der Bundesregierung zur Lage behinderter Menschen und die Entwicklung ihrer Teilhabe" gelten über acht Prozent der deutschen Bevölkerung als schwerbehindert (S. 18). Diese Angabe beruht auf Angaben des statistischen Bundesamtes (Stand 31.12.2003), dass 6,639 Millionen Menschen mit einer Schwerbehinderung in Deutschland leben. Ein hoher Anteil von ihnen (52 Prozent) sind ältere Menschen über 65 Jahre. Jeweils 22 Prozent umfassen die Altersgruppen von 55 bis unter 65 Jahre und von 25 bis unter 55 Jahre. Die restlichen 4 Prozent sind unter 25 Jahre alt. 68 Prozent der Behinderungen werden von dieser Statistik als "körperliche Behinderung und 17 Prozent als "geistig-seelische" Behinderung eingeordnet. 84 Prozent der Behinderungen seien durch Krankheit, 2 Prozent durch Unfall erworben. Einer solche Statistik erfasst allerdings nicht alle Betroffenen, sondern nur Personen, die den rechtlichen Status eines Schwerbehinderten (Behinderungsgrad über 50%) und den damit verbundenen Schwerbehindertenausweis erfolgreich beantragt haben. Weil es keine „Meldepflicht“ für Behinderungen gibt, lässt sich die tatsächliche Zahl der Menschen mit Behinderung nur schätzen, wobei häufig die Zahl von 10 Prozent der Gesamtbevölkerung genannt wird. Nationale und internationale Schätzungen divergieren erheblich, da eine einheitliche und verbindliche Definition von „Behinderung“ nicht existiert. In der Schweiz sind Schwerbehindertenausweise unbekannt. Dort sind beim Bundesamt für Sozialversicherung die IV-Renten statistisch erfasst. 2003 bekamen 271'039 Personen einfache Invalidenrenten und 185'476 noch Zusatzrenten. Die durchschnittliche Rente betrug 1396 CHF. Individuelle Maßnahmen (Hilfsmittel, Sonderschulen, Berufliche Ausbildung usw.) bezogen 400'537 Personen. Bei den Männern ist einer von fünf kurz vor der Pensionierung IV-Rentner. [http://www.bsv.admin.ch/statistik/details/d/iv_04_d.pdf]

Definitionen

Sozialrechtliche Definition

Im bundesdeutschen Recht wird die Behinderung im Sozialgesetzbuch IX (dort: § 2 Abs. 1), so festgelegt: Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist.

Erweiterte Sicht

Eine Behinderung bringt in der Regel auch Schwierigkeiten dahingehend mit sich, als Betroffener an der Gesellschaft teilhaben zu können („Behindert ist man nicht, behindert wird man! Aktion Mensch). So erweitert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2001 den Behinderungsbegriff in der International Classification of Functioning, Disability and Health" ICF) wie folgt:
- Schädigung: Beeinträchtigung einer Körperfunktion oder -struktur im Sinn einer wesentlichen Abweichung oder eines Verlustes,
- Beeinträchtigung der Aktivität: Aus der Schädigung resultierende Schwierigkeit oder Unmöglichkeit, eine Aufgabe oder Tätigkeit durchzuführen,
- Beeinträchtigung der Partizipation: Ein nach Art und Ausmaß bestehendes Problem einer Person bezüglich ihrer Teilhabe in einem Lebensbereich bzw. einer Lebenssituation,
- Umfeldfaktoren: beziehen sich auf die physikalische, soziale und einstellungsbezogene Umwelt, in der die Menschen ihr Leben gestalten. Beispielhaft für eine erweiterte Begriffsdefinition unter Einbeziehung der Umgebung ist die Formulierung Alfred Sanders: Behinderung liegt vor, wenn ein Mensch mit einer Schädigung oder Leistungsminderung ungenügend in sein vielschichtiges Mensch-Umfeld-System integriert ist (H. Eberwein, S. Knauer: Handbuch der Integrationspädagogik, Beltz 2002). Er führt Behinderung also nicht nur auf eine Schädigung oder Leistungsminderung eines einzelnen Menschen zurück sondern auf die Unfähigkeit des Umfelds des betreffenden Menschen diesen zu integrieren.

Begriffsdiskussion

Es gibt darüber hinaus eine Vielzahl von Definitionen des Behinderungsbegriffs, nicht zuletzt im ständigen Bemühen, eine (behindernde) Diskriminierung und Stigmatisierung schon bei der eingesetzten Sprache auszuschließen – schließlich werden Behinderte in spanischsprachigen Ländern auch heute noch häufig als „minusválidos“ (Minderwertige) bezeichnet. Mit dem Ziel einer „Political Correctness“ wurde gar versucht, den Begriff ganz zu verbannen bzw. durch Euphemismen wie „besondere Befähigung“ oder „besondere Bedürfnisse“ zu ersetzen. Aus den englischsprachigen Ländern kommt die begriffliche Umschreibung „people with special needs“ („Menschen mit besonderen Bedürfnissen“). Regelmäßig werden im akademischen Diskurs oder von Lobby-Organisationen einschlägige Begriffe hinsichtlich ihrer Passgenauigkeit oder aufgrund ihres Diskriminierungspotenzials in Frage gestellt, um sie durch fortschrittlichere Bezeichnungen zu ersetzen. (Noch) nicht durchgesetzt hat sich beispielsweise die kognitive Behinderung an Stelle der geistigen Behinderung. Der ursprünglich mathematische Begriff Inklusion schickt sich an, die bisherige Integration behinderter Menschen abzulösen, weil er nach Meinung seiner Befürworter der Gesellschaft eine höhere Verantwortung für die Einbeziehung betroffener Menschen mit all ihren Eigenarten zuweist, statt eine Anpassung zu verlangen. Von den zumeist selbst betroffenen Vertretern der Krüppelbewegung wurde der Begriff Behinderung dagegen bewusst durch den alten, eigentlich verpönten Ausdruck „Krüppel“ ersetzt, um damit provozierend auszudrücken, was nichtbehinderte Menschen nach ihrem Empfinden ohnehin über sie dachten. Letztlich ist Pragmatismus bei der Definition spätestens dann notwendig, wenn Kriterien für die Leistung von Hilfe durch die Gesellschaft festgelegt werden müssen (z.B. Schwerbehindertenausweis, Eingliederungshilfe, Rehabilitation, ...). Diese Situation wird in der sonderpädagogischen Fachdiskussion als Etikettierungs-Ressourcen-Dilemma bezeichnet. Der im süddeutschen und österreichischen Sprachgebrauch übliche Ausdruck „bresthaft“ für behindert wird heute als diskriminierend abgelehnt.

Hilfe und Selbstbestimmung

Traditionelle karitative Einrichtungen

Seit dem späten 18. Jahrhundert betrachteten es vor allem kirchliche und andere karitative Einrichtungen als ihre Aufgabe, Kinder und Erwachsene mit einer Behinderung zu fördern und zu pflegen. Seit dem 19. Jahrhunderts wurde die Pflege und schulische Förderung staatliche Aufgabe. Anfangs fand die Unterstützung von Menschen mit Behinderung überwiegend in dafür spezialisierten Einrichtungen wie Sonderschulen, Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), Internaten oder Heimen statt. Inzwischen ist die Landschaft der Einrichtungen und der Konzepte der Behindertenhilfe breit aufgefächert, was auch Ergebnis der lebendigen politischen und wissenschaftlichen Diskussion der letzten Jahrzehnte ist.

Gesetzliche Vorgaben

Durch die neuere Gesetzgebung ist die Gesellschaft aufgefordert, Strukturen zur Unterstützung von Menschen mit Behinderung zu schaffen. In Deutschland findet dies Ausdruck in Artikel 3 Abs. 3 Satz 2 des Grundgesetzes: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“. Dieses Prinzip muss vom Staat in der Gesetzgebung, der Verwaltung und bei der Rechtsprechung berücksichtigt werden. So finden sich zahlreiche Regelungen zum Nachteilsausgleich und zum Schutz der Rechtsposition von Menschen mit Behinderung u.a. im Sozialrecht, im Steuerrecht, im Arbeitsrecht oder auch in Bauvorschriften, hier insbesondere zum Thema Barrierefreiheit. Die Leistungen der Rehabilitation sind in den Sozialgesetzbüchern verankert. Konzepte, Maßnahmen und Einrichtungen der Behindertenhilfe setzen schon bei Kleinkindern (Frühförderung) an und gehen weiter über verschiedene Maßnahmen für Kinder und Jugendliche, insbesondere in den Fachgebieten der Sonderpädagogik und der Heilpädagogik. Auch für Erwachsene existieren Leistungsansprüche und Hilfsangebote im Bereich der Eingliederungshilfe im Alltag, im Beruf sowie im Bereich der medizinischen Rehabilitation. Behindertenspezische Regelungen sind notwendig in allen Lebensbereichen.

Neue Ansätze zu Rehabilitation und Integration

Seit den 1970er Jahren entstanden neue Denkansätze zur Rehabilitation und Integration von Menschen mit Behinderungen. Politisch engagierte Mitglieder der Selbsthilfevereine fühlten sich von Vertretern und Mitarbeitern historisch gewachsener Strukturen der Rehabilitation weniger gefördert und forderten mehr persönliche Freiheiten in Pflegeheimen und Sonderarbeitsplätzen. Im Zusammenhang mit reformpädagogischen Überlegungen bestehen heute auch integrative Ansätze, so z.B. integrative Kindergärten, integrative Schulen oder Integrationsfirmen. Dies sind reguläre Organisationen, in denen durch konzeptionellen, personellen und strukturellen Aufwand auch die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung berücksichtigt werden, wodurch gemeinsames Lernen und Arbeiten ermöglicht werden soll. Als Rehabilitation werden alle Maßnahmen verstanden, die auf eine Integration von Menschen in die Gesellschaft abzielen. Leistungen werden im Bereich der schulischen und beruflichen Ausbildung, der Medizin und der Förderung zur Teilnahme am sozialen Leben erbracht. In den Folgejahren entstanden neue soziale Initiativen und Modelle zur eigenständigen Organisation von Pflege und Betreuung (unter anderem persönliche Assistenz, persönliche Budget, die Arbeitsassistenz im Beruf, oder die betriebliche Mitbestimmung in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die heute durch den Werkstattrat ausgeübt wird. Seit einigen Jahren zeichnet sich ein Paradigmawechsel ab. Behinderung wird zunehmend als krisenhaftes Ereignis nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für seine Angehörigen und Freunde begriffen (Schuchhardt, 1982). Rehabilitation wird daher auch als Anbahnung eines Lernprozesses gedeutet, an dessen Ende nicht nur die Verarbeitung des Eintritts einer Behinderung durch die Betroffenen erfolgreich gemeistert werden können, sondern auch die Umgebung des Behinderten „behindertengerecht“ für die spezifischen Bedürfnisse und das natürliche „anders Sein“ angepasst würden. Wichtige Leitgedanken sind hier:
- Soziale Teilhabe statt Pflege
- Überlegte Planung statt Barrierenerrichtung
- Achtung und Respekt statt Diskriminierung
- Integrierte Teilhabe statt vorgeburtliche Selektion und gesellschaftlich-institutionelle Ausgrenzung

Behindertenbeauftragte, Behindertenorganisationen und Selbsthilfegruppen

Die Interessen von Menschen mit Behinderungen sollen im Bund sowie in den Bundesländern, Städten und Gemeinden von Beauftragten für ihre spezifischen Belange vertreten werden. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Behindertenorganisationen, Verbänden und Selbsthilfegruppen, die entweder als Lobby Einfluss auf die Sozialpolitik versuchen zu nehmen oder dem Erfahrungsaustausch von Menschen mit Behinderungen dienen sollen.

Gesetze


- Grundgesetz der BRD, Artikel 3
- Das Behindertengleichstellungsgesetz macht unter anderem Vorgaben für barrierefreies Bauen.
- Landesgleichstellungsgesetz
- Schwerbehindertenrecht (Deutschland) (SGB IX Teil 2)
- Die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) gibt Vorgaben für behindertengerechte IT-Systeme, beispielsweise barrierefreies Internet.
- Das SGB XII: hier regeln im 6 Kapitel die §§ 53 bis 60 die Eingliederungshilfe für Menschen die im Sinne von § 2 Abs.1 Satz 1 des SGB IX als behindert gelten.

Forschungsprojekte


- Projekt „SELBST - Selbstbewusstsein für Mädchen und Frauen mit Behinderung." [http://www.neukirchener.de/traegerverbund/ffi/institut.php] Das Projekt dient der Bestandsaufnahme und Qualitätsanalysen zu Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungsübungen für behinderte Frauen und Mädchen innerhalb des Behindertensports.

Behinderte Menschen in Kunst und Film


- Verrückt nach Paris (2002) ist eine von Behinderten in den Hauptrollen gespieltes Road Movie über das Thema Wahrnehmung und Selbstdarstellung von Behinderung, Freundschaft, Liebe.
- Unser Walter (1974). Mehrteiler über ein Kind mit Down Syndrom.
- Talking with Angels (Gespräche mit Engeln). Spielfilm, Großbritannien, 2003 Regie: Yousaf Ali Khan

Schauspieler


- Peter Radtke, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien, Schauspieler, der mit der Glasknochenkrankheit lebt. Radtke spielte unter George Tabori bei den Münchener Kammerspiele, im Wiener Burgtheater spielte oder in der Verfilmung des Romans von Günther Grass Die Rättin.

Literarische Figuren


- Lincoln Rhyme – Querschnittsgelämter Kriminologe – Autor Jeffery Deaver. Für die Darstellung Lincoln Rhymes u.a. in dem Thriller Der Knochenjäger wurde Jeffery Deaver der "Dream-Award-Preis" verliehen. Der Knochenjäger (USA, Originaltitel: The Bone Collector) wurde 1999 mit Denzel Washington als Lincoln Rhyme unter der Regie von Phillip Noyce verfilmt.

Filmfestival


- Internationales Kurzfilmfestival "Wie wir leben" [http://www.abm-festival.de/]

TV-Sendereihen


- Normal - Ein wöchentliche Sendung im Deutschen Sportfernsehen aus und über die Behindertenszene
- Challenge - Ein Magazin im Privatsender Kabel 1

Verwandte Themen


- Paralympics bezeichnet die internationalen Wettkämpfe des Behindertensports.
- Deaflympics bezeichnet die jeweils ein Jahr nach jeder Olympiade stattfindenden "Weltspiele der Gehörlosen".
- Die Behindertenhilfe bezeichnet soziale Einrichtungen für Behinderte.
- Sonder- und Heilpädagogik umfasst Bildung und Erziehung Behinderter.
- Schulische Integration bezeichnet die Aufnahme behinderter Kinder in Schulen Nichtbehinderter.
- Integrationsamt fördert die Arbeitsplatzgestaltung und -erhaltung für behinderte Arbeitnehmer.
- Hilfsmittel (Rehabilitation) bezeichnet Geräte, die die Folgen einer Behinderung mildern. Sie werden in der EN ISO 9999 klassifiziert und in Deutschland teilweise auch von der Gesetzlichen Krankenversicherung oder der Pflegeversicherung zugunsten der Versicherten bezahlt.
- Kraftfahrzeughilfe-Verordnung
- Rehabilitationsträger
- Gemeinsame Service-Stellen für Rehabilitation
- Leistung zur Teilhabe
- Werkstatt für behinderte Menschen

Literatur


- Reinhard Markowetz, Günter Cloerkes (Hrsg.): Freizeit im Leben behinderter Menschen: theoretische Grundlagen und sozialintegrative Praxis. Edition S, Heidelberg 2000, ISBN 3-8253-8262-1
- Ch. Fürll-Riede, R. Hausmann, W. Schneider: Sexualität trotz(t) Handicap. Thieme-Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-13118211-3
- Ingeborg Zurbrügg: Klarissa. Harald Fischer, Erlangen 1994, ISBN 3-89131-111-7
- Gisela Hermes: Behinderung und Elternschaft - kein Widerspruch. Ag Spak, Neu-Ulm 2004, ISBN 3-930830-46-9
- Peter Radtke: Behinderung und die Ideologie des "Normalen" in: Hellmut Puschmann (Hrsg.): Not sehen und handeln (Caritas), Freiburg/Br. 1996
- Karl Friedrich Schlegel, der Körperbehinderte in Mythologie und Kunst, Stuttgart 1983

Weblinks


- [http://www.behindertenarbeit.at www.behindertenarbeit.at]
- [http://www.behindertenbeauftragter.de www.behindertenbeauftragter.de] - Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen (Deutschland)
- [http://www.bmgs.bund.de/download/broschueren/a125.pdf Bericht der Bundesregierung zur Lage behinderter Menschen und die Entwicklung ihrer Teilhabe 2004] - Bundestagsdrucksache 15/4575
- [http://www.jkc.de/links.html www.jkc.de] - EHB-Suchmaschine Behinderung
- [http://www.dimdi.de/static/de/klassi/ICF/index.html www.dimdi.de] - Klassifikation, Dokumente in deutscher und englischer Sprache
- [http://www.proinfirmis.ch www.proinfirmis.ch] - Pro Infirmis - Dachverband Behindertenorganisationen (Schweiz)
- [http://www.studieren.de/aktuell/behinderung.asp www.studieren.de] - Studium für Behinderte - alles Wissenswerte
- [http://www.behindertenzeitschrift.de www.behindertenzeitschrift.de] - Zeitschrift HANDICAPPED-Kurier mit vielen Online-Beiträgen
- [http://www.intakt.info www.intakt.info] - bayrisches Behindertenportal Intakt: Informationen für Eltern von Kindern mit Behinderung
- [http://www.itg-oberfranken.de/gensler/www.-Mittelalter/behi/behinderte_im_mittelalter.htm www.itg-oberfranken.de] - Leben von Behinderten im Mittelalter ! Kategorie:Sonderpädagogik ja:障害者 th:คนพิการ

Leistungssport

Unter Leistungssport versteht man das intensive Ausüben einer Sportart mit dem Ziel, eine hohe Leistung zu erzielen. Allgemein wird Leistungssport nicht nur über die damit verbrachte Zeit (in der Regel tägliches Training), sondern auch die körperliche Anstrengung während des Trainings definiert. Man kann nahezu alle Sportarten als Leistungssport betreiben.

Leistungssport – Hochleistungssport – Körperkultur

Umgangssprachlich wird der Begriff Leistungssport oft mit Hochleistungssport (auch Spitzensport) gleichgesetzt. Wissenschaftlich versteht man unter Hochleistungssport jedoch Leistungssport, der mit dem ausdrücklichen Ziel betrieben wird, Spitzenleistungen im internationalen Maßstab zu erzielen. Die Ausübung des Hochleistungssports erfolgt i. d. R. in einem von nationalen und internationalen Sportverbänden organisierten und strukturierten Wettkampfsystem. An der Spitze dieses Wettkampfsystems stehen Weltmeisterschaften und Weltcup-Serien sowie in vielen Sportarten die Olympischen Spiele. Unterschiedliche Auffassungen gab und gibt es zur Einordnung einzelner Sportarten wie Boxen, Motorsport – insbesondere Formel 1-Rennen –, Schach oder Angeln in den Leistungssport bzw. Hochleistungssport. Die Liste dieser Beispiele ließe sich beliebig fortsetzen. Die Einschätzung ist einerseits abhängig von der Definition. Folgt man bspw. dem Gedanken, dass körperliche Anstrengung zu den notwendigen Merkmalen des Sports schlechthin gehöre, kann selbst intensiv betriebenes Angeln oder Schachspiel nicht zum Leistungssport gehören, auch wenn diese Form der sportlichen Betätigung einen ähnlichen Zeitaufwand erfordert. Der Gedanke der körperlichen Anstrengung und Formung des Körpers war tragend für den veraltenden Begriff der Körperkultur. Danach würden sicher Sportarten wie Schach aus der Betrachtung fallen – gleichzeitig ist der Gedanke der Hoch- bzw. Höchstleistung nicht tragend. Auf der anderen Seite hat die wirtschaftliche Bedeutung des Leistungssports durch den Übergang vieler Sportarten zum Profitum sowie die intensive Vermarktung von Sport und Sportlern weiter zugenommen. Dabei geht die Vermarktung über die Nutzung des Sportlers als Werbeträger und die Verwendung der Ausübung des Sports als ästhetische Vorlage weit hinaus: Sportler, die über einen längeren Zeitraum in ihrer Sportart zur Leistungsspitze gehören, werden so aufgebaut, daß ihre Rolle als vorbildhafte Persönlichkeit ihre Werbewirksamkeit noch weiter erhöht. Oft werden sie auch als Repräsentanten der Sponsoren sowohl außerhalb des Wettkampfes als auch über ihre aktive Laufbahn hinaus tätig. Diese auch weiter wachsende wirtschaftliche Bedeutung des Sports wirkt bereits seit geraumer Zeit auf die gesamte Organisation des heutigen Sport- und Wettkampfsystems zurück.

Leistungsaufbau und Sportkarriere

Allgemeines

Es gibt im Leistungssport einige wichtige Punkte, die bei allen Sportarten gleich sind und durch alle Altersklassen hindurch beachtet werden müssen. Diese stellen gewissermaßen die "Grundpfeiler" dar und sind normalerweise unabdingbar, wenn ein optimaler Trainingseffekt erreicht werden soll:
- Die Ernährung sollte entsprechend dem absolvierten Training gestaltet sowie grundsätzlich ausgewogen und nährstoffreich sein. Je nach Trainingsziel: Aufbau von Muskulatur, Superkompensation, unmittelbare Wettkampfvorbereitung usw. kann die Zusammensetzung variiert werden  daher können auch keine allgemeingültigen Anteile beispielsweise von Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten angegeben werden.
- Regelmäßiges und häufiges Training, das etwa 5-14 Einheiten pro Woche umfasst und bei den meisten Sportarten von einem Trainer geplant und überwacht wird, ist unabdingbar.
- Regelmäßige Trainingskontrollen in Form von (standardisierten) Leistungstest oder Testwettkämpfen ermöglichen eine Überprüfung der Wirksamkeit und Effizienz des Trainings.

Jugendbereich

Im Jugendbereich kann Leistungssport ab etwa 12 Jahren begonnen werden, entscheidend ist aber vor allem die körperliche Entwicklung und die Gesundheit. Um letztere zu gewährleisten verpflichten die meisten Vereine die Jugendlichen zu regelmäßigen sportmedizinischen Untersuchungen. Da Leistungssport immer massiven Freizeitverlust bedeutet, betreiben nur wenige Prozent der jugendlicher Sportler Leistungssport. Ein besonderes Problem in diesem Bereich ist auch die nebenher verlaufende Ausbildung (Schule oder Lehre), die trotz sportlicher Ambitionen immer im Vordergrund stehen sollte. So muss trotz des Trainings immer noch genug Raum für z.B. Hausaufgaben bleiben. Diesem Problem wird zum einen mit Sportinternaten (allerdings nur für die absolute Spitze), in Vereinen auch durch Hausaufgabenbetreuung entgegengewirkt. Es gibt auch Sportgymnasien die den Sport fördern, und die Eliteschule des Sports unter der Führung des deutschen Sportbundes (DSB) und der Stiftung Deutsche Sporthilfe, die eng mit den Olympiastützpunkten zusammen arbeiten.

Erwachsenenbereich

Meist betreiben nach Beendigung der Schulzeit und Ausbildung nur noch Profis Leistungssport, da sie als einzige die Möglichkeit haben, die benötigte Zeit für das Training aufzubringen. Die Bundeswehr bietet für angehende Profis oder Sportler, die eher eine Randsportart betreiben, Sportfördergruppen an, die die Möglichkeit zum trainieren als auch zu einer Ausbildung mit laufender Bezahlung bieten. Da es in vielen Randsportarten jedoch keine oder kaum Profis gibt, ist es dort meist möglich, auch mit etwas verringertem Trainingsumfang in der Spitze mitzuhalten.

Nach der aktiven Zeit

Einige professionellen Sportler schliessen an die Zeit als aktiver Sportler eine Karriere als Trainer oder Sportfunktionär an. Andere bereiten sich rechtzeitig auf eine Karriere außerhalb des Sports vor.

Probleme

Risiken für den Körper

Obwohl Sport einschließlich Leistungssport als gesundheitsfördernd gilt, können bei Missachtung verschiedener Faktoren Probleme auftreten, die sich unter Umständen erst nach Karriereende bemerkbar machen:
- Durch Übertraining kann die Leistungsfähigkeit sinken.
- Durch falsche Technik oder Bewegungsabläufe können Gelenke, Sehnen oder Muskeln Schaden nehmen (z.B. Tennisarm).
- Unausgewogene (d.h. nicht an das Training angepasste) Ernährung kann zum Beispiel zu einem Mangel an Mineralstoffen (z.B. Eisenmangel) führen. Außerdem ist das Doping im Leistungssport ein wesentliches Problem, da hier absolute Spitzenleistungen erbracht werden müssen. In den meisten der bekannteren Sportarten, die dementsprechend einen viel größeren, auch finanziellen Anreiz bieten, gibt es effektive und regelmäßige Dopingkontrollen, da die Veranstalter und Verbände über das Personal und die Mittel verfügen solche durchzuführen. Insgesamt aber ist die Dunkelziffer nach wie vor hoch.

Professionelle Betreuung

Besonders im Leistungssport ist es wegen der genannten Risiken wichtig, dass das Training soweit wie möglich von einem gut ausgebildeten Trainer überwacht und kontrolliert wird. Zu den essentiellen Ausbildungsinhalten gehören unter anderem:
- Kenntnis der geeigneten Trainingsmittel
- Kenntnis der wichtigsten sportwissenschaftlichen Erkenntnisse über die richtige Dosierung und Planung des Trainings
- genaue Kenntnis der Bewegungsabläufe und häufiger Fehler im Bewegungsablauf, Kenntnis des systematischen Aufbaus des Trainings, um diese auszuschließen
- Grundkenntnisse der Ernährungslehre
- Kenntnisse altersbedingter Einschränkungen

Psychologische Betreuung

Die Sportpsychologie versucht menschliches Verhalten, Handeln und Erleben von Personen im Praxisfeld Sport zu erfassen sowie den künftigen Verlauf vorherzusagen und in ethisch vertretbarer Weise zu beeinflussen. Besonders Spitzenathleten sehen sich vor großen Wettkämpfen einem enormen psychischen Druck ausgesetzt, so dass sie meistens auch sportpsychologisch betreut werden. Kategorie:Sport

Olympische Spiele

Die Olympischen Spiele sind ein sportliches Großereignis, das alle vier Jahre stattfindet. Ursprünglich wurden sie in Olympia im antiken Griechenland abgehalten. Im ausgehenden 19. Jahrhundert rief der französische Baron Pierre de Coubertin die Idee der Olympischen Spiele wieder ins Leben. Seit 1896 finden die Olympischen Spiele bzw. die Olympischen Sommerspiele mit Ausnahme der beiden Weltkriege wieder regelmäßig statt. Im Jahr 1924 wurden zum ersten Mal zusätzlich zu den Sommerspielen auch Olympische Winterspiele veranstaltet. Die Winterspiele fanden bis 1992 im gleichen Jahr statt wie die Sommerspiele – seit 1994 versetzt um zwei Jahre. Nach den Olympischen Spielen werden in den jeweiligen Veranstaltungsorten seit 1960 (Sommer) beziehungsweise 1976 (Winter) auch die Paralympics ausgetragen, der wichtigste internationale Wettbewerb für Behindertensportler. Von 1912 bis 1948 fanden auch olympische Kunstwettbewerbe statt.

Olympische Spiele der Antike

olympische Kunstwettbewerbe Hauptartikel: Olympische Spiele der Antike Der Ursprung der Olympischen Spiele der Antike liegt vermutlich im 2. Jahrtausend v. Chr.. Der Überlieferung nach sollen die ersten regelmäßigen Spiele im griechischen Olympia im Jahre 776 v. Chr. stattgefunden haben. Dieser Zeitpunkt wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. aus den Siegerlisten rekonstruiert. Die Periode zwischen zwei Spielen hieß Olympiade. Die Zählung nach Olympiaden wurde als Zeitmaß in der gesamten griechischen Antike verwendet. In der Anfangszeit gab es nur einen Wettlauf über die Distanz des Stadions (192,27 Meter). Die Spiele erhielten mit der Zeit eine immer größere Bedeutung. Sie waren keine „Sportveranstaltung“ in unseren heutigen Sinne, sondern ein religiöses Fest, das zu Ehren von Göttervater Zeus und dem göttlichen Helden Pelops durchgeführt wurde. Fünf Tage dauerten die Spiele in ihrer Blütezeit – der erste Tag war bestimmt von kultischen Zeremonien, wie Weihehandlungen und dem Einzug der Athleten, Schiedsrichter und Zuschauer in den heiligen Hain von Olympia. Die olympischen Spiele fanden immer Mitte Juli statt. Die Sportler mussten einen Monat vorher da sein, um ihr Können den Oberschiedsrichtern vorzuführen. Wer von diesen für geeignet gehalten wurde, war für die Wettkämpfe qualifiziert. Die eigentlichen Spiele begannen mit dem Umzug aller Beteiligten - Sportler, Betreuer, Schiedstrichter und Zuschauer -, der zum Tempel des Zeus führte. Hier schworen die Sportler, sich an die Regeln der Spiele zu halten. Die Wettkämpfe selbst wurden mit höchster Leidenschaft ausgetragen. Nur der Sieg zählte. Die Sieger erhielten einen Siegeskranz aus Olivenzweigen sowie ein Stirnband. Man sah sie als „von den Göttern begünstigt“ an und verewigte sie mit Gedichten und Statuen. Jede Niederlage - sogar schon ein zweiter oder dritter Platz - galt als untilgbare Schmach. Die Verlierer kehrten unglücklich und auf Schleichwegen in ihre Heimat zurück, um dem Spott zu entgehen, der sie erwartete. Als berühmtester Olympionike aller Zeiten galt der Ringer Milon von Kroton. Mit der Zeit stieg die Anzahl der Wettbewerbe auf zwanzig an, unterteilt in Leichtathletik, Schwerathletik, Pentathlon und Reitwettbewerbe. Als die Römer im Jahr 148 v. Chr. Griechenland eroberten, verloren die Olympischen Spiele ihren panhellenistischen Charakter – von nun an war es auch „nicht-griechischen“ Athleten gestattet, teilzunehmen. Vermutlich zum letzten Mal fanden die Spiele im Jahr 393 n. Chr. statt, bevor der römische Kaiser Theodosius I. im Jahr 394 alle heidnischen Zeremonien verbieten ließ. Fest steht, dass die Spiele nicht nach 426 n. Chr. ausgetragen werden konnten, da in diesem Jahr ein Brand den Zeus-Tempel zerstörte. Eroberungsfeldzüge, Überschwemmungen, Erdrutsche und Erdbeben zerstörten die Anlagen weitgehend.

Wiedergeburt der Olympischen Idee

426 n. Chr. Die olympische Idee ging nicht ganz verloren. So fanden in England während des 17. Jahrhunderts mehrmals „olympische“ Wettkämpfe statt, später auch in Frankreich und Griechenland. Sie waren jedoch allesamt eher kleine Veranstaltungen mit bestenfalls überregionalem Charakter. Als erste ernsthafte Vorläufer der modernen Olympischen Spiele gelten die Olympien, die zwischen 1859 und 1888 regelmäßig in Griechenland stattfanden; Otto I., König von Griechenland gab hierzu den Anstoß. Nachdem 1766 die Sport- und Tempelanlagen in Olympia wieder entdeckt worden waren, begannen 1875 groß angelegte archäologische Ausgrabungen unter deutscher Leitung. Um diese Zeit kam in Europa die romantisch-idealistische Antiken-Rezeption immer mehr in Mode; der Wunsch nach einer Wiedererweckung des olympischen Gedankens verbreitete sich. So sagte Baron Pierre de Coubertin damals: „Deutschland hatte das ausgegraben, was vom alten Olympia noch vorhanden war. Warum sollte Frankreich nicht die alte Herrlichkeit wieder herstellen?“ Nach de Coubertins Meinung war die mangelnde körperliche Ertüchtigung der Soldaten eine der Hauptursachen für die Niederlage der Franzosen im Deutsch-Französischen Krieg (1870-71). Er strebte danach, diesen Zustand durch die verbindliche Einführung von Sportunterricht an den Schulen zu verbessern. Gleichzeitig wollte er nationale Egoismen überwinden und zum Frieden und zur internationalen Verständigung beitragen. Die „Jugend der Welt“ sollte sich bei sportlichen Wettkämpfen messen und sich nicht auf dem Schlachtfeld bekämpfen. Die Wiederbelebung der Olympischen Spiele schien in seinen Augen die beste Lösung zu sein, um beide Ziele zu erreichen. An einem Kongress, der vom 16. bis 23. Juni 1893 in der Sorbonne-Universität von Paris stattfand, präsentierte er seine Ideen einer internationalen Zuhörerschaft. Am letzten Tag des Kongresses wurde beschlossen, dass die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen stattfinden sollten, also im Ursprungsland. Um die Spiele zu organisieren, erfolgte die Gründung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Erster Präsident war der Grieche Demetrius Vikelas, während de Coubertin zunächst als Generalsekretär amtierte. Die ersten Spiele der Neuzeit erwiesen sich als großer Erfolg. Obwohl weniger als 250 Athleten teilnahmen, waren die Spiele das größte sportliche Ereignis, das je seit der Antike stattgefunden hatte. Die griechischen Offiziellen waren vom Erfolg derart begeistert, dass sie den Vorschlag machten, die Spiele zukünftig immer in Griechenland stattfinden zu lassen. Doch das IOC entschied sich für eine Rotation zwischen verschiedenen Ländern.

Olympische Spiele der Neuzeit

ersten Spiele der Neuzeit Siehe auch: Olympische Sommerspiele, Olympische Winterspiele Nach dem Anfangserfolg geriet die olympische Bewegung in eine Krise. Die Spiele von 1900 in Paris und 1904 in Saint Louis waren in die parallel stattfindenden Weltausstellungen integriert, die Wettkämpfe zogen sich über mehrere Monate hin und wurden kaum beachtet. Die Spiele von Saint Louis waren wegen der eingeschränkten Erreichbarkeit eine fast rein US-amerikanische Angelegenheit. Bei den Olympischen Zwischenspielen 1906 in Athen standen die sportlichen Wettkämpfe wieder im Vordergrund. Das IOC stimmte der Austragung zwar widerstrebend zu, erkannte die Resultate der Zwischenspiele jedoch nie offiziell an. Von manchen Sporthistorikern werden diese Spiele als Rettung der olympischen Idee angesehen, da sie das Absinken in die Bedeutungslosigkeit verhinderten.

Wachstum

1896 hatten noch 245 Athleten aus 15 Ländern teilgenommen. Diese Zahl erhöhte sich mit der Zeit ständig, so nahmen beispielsweise bei den Sommerspielen 2004 in Athen über 10.500 Athleten aus 202 Ländern an 301 Wettbewerben teil. Die Anzahl der Teilnehmer bei den Winterspielen ist im Vergleich dazu bedeutend geringer, bei den Winterspielen 2002 in Salt Lake City waren 2400 Athleten aus 77 Ländern gemeldet, die in 78 Wettkämpfen an den Start gingen. Neben den Fußball-Weltmeisterschaften sind die Olympischen Spiele heute das größte Sportereignis der Welt. Bei den Sommerspielen 2000 in Sydney waren mehr als 16.000 Medienleute im Einsatz, die Wettkämpfe wurden weltweit von rund 3,8 Milliarden Fernsehzuschauern mitverfolgt. Dieses Wachstum stellt heute eines der größten Probleme dar, da für die Olympiastädte die Kosten für die Ausrichtung der Spiele immer höher werden.

Mitgliedschaft

Heute nehmen 202 verschiedene Länder an Olympischen Spielen teil. Diese Zahl ist höher als jene der Länder, die von der Vereinten Nationen anerkannt werden (momentan 192). Der Grund dafür ist, dass das IOC auch Nationen zu den Wettkämpfen zulässt, die nicht die strikten Anforderungen für politische Souveränität erfüllen, wie dies von den meisten anderen internationalen Organisationen verlangt wird. Als Folge davon besitzen zahlreiche Kolonien und abhängige Gebiete eigene Delegationen, die getrennt von ihren Mutterländern teilnehmen. Beispiele dafür sind Puerto Rico, Bermuda und Hongkong. Seit 1980 nimmt Taiwan an den Spielen teil, dies unter der Bezeichnung Chinese Taipei und mit einer vom IOC eigens für diesen Zweck gestalteten Flagge. Zuvor hatte die Volksrepublik China die Teilnahme verweigert, weil die taiwanische Mannschaft unter der Bezeichnung Republik China teilgenommen hatte.

Krisen

Entgegen der Hoffnungen de Coubertins verhinderten die Olympischen Spiele nicht den Ausbruch von Kriegen. Tatsächlich konnten drei Veranstaltungen nicht durchgeführt werden: Jene von 1916 entfielen wegen des Ersten Weltkriegs, jene von 1940 und 1944 wegen des Zweiten Weltkriegs. Die Nationalsozialisten missbrauchten erfolgreich die Sommerspiele 1936 in Berlin als Propagandaforum, um das Image Deutschlands im Ausland zu verbessern. Kurzfristig wurden antisemitische Parolen entfernt und sogar die Judenverfolgung vorübergehend eingestellt. Das antisemitische Hetzblatt Der Stürmer durfte in Berlin für die Dauer der Spiele nicht öffentlich im Kiosk ausliegen. 1963 und 1967 führten mehrere kürzlich unabhängig gewordene (meist sozialistische) Staaten eine Gegenveranstaltung zu den Olympischen Spielen durch. Sie trug den Namen GANEFO (Games of the New Emerging Forces) und war klar politisch geprägt, was den Statuten des IOC widersprach. Das IOC erklärte die Teilnehmer der GANEFO-Spiele zu „unerwünschten Personen“. Ein kleinerer politischer Zwischenfall ereignete sich bei den Sommerspielen 1968 in Mexiko-Stadt. Die zwei afro-amerikanischen Leichtathleten Tommie Smith und John Carlos streckten während der Siegerehrung des 200-Meter-Laufs die schwarzbehandschuhte Faust in die Höhe. Dies war damals das Symbol der Bewegung Black Power, die sich gegen die Diskriminierung der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA richtete. Das IOC stellte das Olympische Komitee der USA (USOC) vor die Wahl, entweder die beiden Athleten nach Hause zu schicken oder die ganze Leichtathletik-Mannschaft zurückzuziehen. Das USOC entschied sich für ersteres. USA Während der Sommerspiele 1972 in München nahmen palästinensische Terroristen elf Mitglieder der israelischen Mannschaft gefangen. Eine missglückte Befreiungsaktion auf dem Flugplatz von Fürstenfeldbruck führte zum Tod aller Geiseln sowie von fünf Terroristen und einem Polizeibeamten. Dieses Ereignis ist heute als Münchner Olympia-Attentat bekannt. IOC-Präsident Avery Brundage setzte sich für die Fortführung der Spiele ein, berühmt geworden ist sein Ausspruch “The games must go on” („Die Spiele müssen weitergehen“). Im Centennial Olympic Park von Atlanta explodierte während der Sommerspiele 1996 eine Bombe. Dabei starben zwei Menschen und 111 wurden verletzt. Die Bombe war von Eric Robert Rudolph gelegt worden, der der Christian-Identity-Bewegung nahe steht. Nach einer fünfjährigen Flucht konnte er 2003 verhaftet werden.

Boykotte

Die Niederlande, Spanien und die Schweiz boykottierten die Sommerspiele 1956 in Melbourne aus Protest gegen die Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands durch die Sowjetunion. Wegen der Sueskrise blieben Ägypten, der Irak, Kambodscha und der Libanon der Veranstaltung fern. 1968, 1972, and 1976 drohte jeweils ein große Anzahl afrikanischer Staaten mit einem Boykott, falls das IOC sich weigern sollte, Südafrika, Rhodesien und Neuseeland von den Spielen auszuschließen. Das IOC gab in den ersten beiden Fällen nach, um damit ein Zeichen gegen die Rassendiskriminierung zu setzen. Im Falle Neuseelands weigerte es sich jedoch: Eine neuseeländische Rugby-Mannschaft hatte in Südafrika gespielt und damit den Sportbann gegen das Apartheid-Regime gebrochen. Weil jedoch Rugby seit 1924 keine olympische Sportart mehr ist, wurde auf eine Sperre aller neuseeländischen Sportler verzichtet. Die afrikanischen Staaten zogen ihre Mannschaften zurück, nachdem die Spiele in Montréal bereits begonnen hatten (einige Athleten waren bereits im Einsatz gewesen). Außerhalb Afrikas gab es nur wenig Verständnis für diese drastische Maßnahme. Lediglich Guyana solidarisierte sich mit den 21 afrikanischen Staaten. Ebenfalls 1976 teilte Kanada der Mannschaft Taiwans mit, dass sie nicht unter dem Namen Republik China antreten dürfe. Taiwan ging nicht auf einen Kompromissvorschlag ein und verzichtete ebenfalls auf eine Teilnahme. 1980 und 1984 boykottierten die Supermächte des Kalten Kriegs gegenseitig die Spiele im Land des jeweiligen Gegners. Die USA und 64 weitere westliche Staaten weigerten sich, an den Sommerspielen 1980 in Moskau teilzunehmen; Grund war die sowjetische Invasion Afghanistans ein Jahr zuvor. 16 westliche Staaten beteiligten sich jedoch nicht am Boykott (darunter Großbritannien, Italien, die Schweiz und Österreich) oder überließen die Entscheidung über Teilnahme oder Nichtteilnahme den einzelnen Sportverbänden. Die Sowjetunion und 14 weitere Ostblockstaaten wiederum nahmen nicht an den Sommerspielen 1984 in Los Angeles teil, angeblich weil die Sicherheit ihrer Athleten nicht gewährleistet werden konnte. Die kommunistisch regierten Länder Jugoslawien und Rumänien nahmen jedoch teil, ebenso erstmals überhaupt die Volksrepublik China. Nordkorea boykottierte die Sommerspiele 1988 in der südkoreanischen Stadt Seoul, weil das Land nicht als Co-Gastgeber berücksichtigt worden war. Die drei Staaten Äthiopien, Kuba und Nicaragua blieben aus Solidarität ebenso fern; diesen Schritt bezeichneten sie offiziell aber nicht als Boykott, um Sanktionen des IOC abzuwenden. Der Sportboykott Irans gegen Israel manifestiert sich nicht in der Weigerung der Teilnahme an den Wettkämpfen (was Sanktionen nach sich ziehen würde), sondern im Rückzug von Sportlern aufgrund von angeblichen Verletzungen und ähnlichen Gründen. Bei den Sommerspielen 2004 in Athen legte der iranische Judoka Arash Miresmaeili absichtlich zuviel Gewicht zu, um den Kampf gegen den Israeli Ehud Vaks platzen zu lassen.

Olympische Bewegung

Eine Reihe verschiedener Organisationen sind bei der Planung und Ausführung der Olympischen Spiele beteiligt. Zusammen bilden sie die so genannte Olympische Bewegung. Die Regeln und Richtlinien der Zusammenarbeit sind in der Olympischen Charta festgehalten. Im Zentrum der Olympischen Bewegung steht das Internationale Olympische Komitee (IOC), das von Jacques Rogge präsidiert wird. Es hält die Schirmherrschaft über die olympische Bewegung und beansprucht alle Rechte an den olympischen Symbolen, Fahnen, Mottos und Hymnen sowie den Spielen selbst. Seine Hauptverantwortung liegt in der Betreuung und Mitorganisation der Sommer- und Winterspiele, der Auswahl der Austragungsorte und der beteiligten Sportarten. Drei Arten von Organisationen sind auf einer spezialisierten Ebene tätig:
- Internationale Sportverbände wie z. B. die FIFA, die FIS oder die UCI sind für die Einhaltung der Regeln in ihren jeweiligen Sportarten zuständig
- Nationale Olympische Komitees vertreten das IOC in den einzelnen Mitgliedsländern und selektieren die Athleten, die an den Spielen teilnehmen
- Organisationskomitees der Olympischen Spiele planen und überwachen die Durchführung der Veranstaltungen in den einzelnen Olympiastädten Zurzeit gehörten 202 nationale olympische Komitees und 35 internationale Sportverbände der Olympischen Bewegung an. Die Organisationskomitees bestehen nur ein paar Jahre und werden jeweils nach Ende der Veranstaltung aufgelöst, sobald alle administrativen Arbeiten erledigt sind. Manchmal wird die Bezeichnung „Olympische Bewegung“ auch viel allgemeiner verwendet und es werden auch nationale Sportverbände, Athleten, Medien und Sponsoren dazugerechnet.

Kritik

In der jüngeren Vergangenheit geriet das IOC verstärkt unter Druck. Es wurde als unbewegliche, unflexible Organisation kritisiert. Zahlreiche Mitglieder des IOC waren in sehr fortgeschrittenem Alter und blieben teilweise bis zu ihrem Tod im Amt. Besonders die Präsidentschaft des Spaniers Juan Antonio Samaranch wurde heftig kritisiert. Zwar waren unter seiner Führung einige Fortschritte erzielt worden, doch das IOC galt als autokratisch und korrupt. Auch Samaranchs enge Beziehungen zum Franco-Regime und seine lange Amtszeit von 21 Jahren (er trat erst im Alter von 81 Jahren zurück) gaben zu reden. 1998 wurde bekannt, dass mehrere IOC-Mitglieder vom Organisationskomitee der Winterspiele 2002 bestochen wurden, um als Gegenleistung bei der Wahl des Austragungsortes ihre Stimme der Stadt Salt Lake City zu geben. Das IOC führte eine Untersuchung durch, in deren Folge vier Mitglieder zurücktraten und sechs ausgeschlossen wurden. Der Skandal führte zu weiteren Reformen. Unter anderem wurde das Auswahlverfahren geändert, um weitere Bestechungen zu vermeiden. Das IOC ernannte zahlreiche aktive und ehemalige Athleten zu Mitgliedern und beschränkte die Amtszeit. Im August 2004 strahlte der britische Fernsehsender BBC eine Dokumentation mit dem Titel Buying the Games („Wie die Spiele gekauft werden“) aus. Sie untersuchte dabei Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe der Sommerspiele 2012 und wies nach, dass es noch immer möglich sei, IOC-Mitglieder zu bestechen, damit sie sich für eine bestimmte Stadt entscheiden.

Olympische Symbole

Sommerspiele 2012 Die Olympische Bewegung verwendet mehrere Symbole, die meisten davon entsprechen den Ideen und Idealen von Pierre de Coubertin. Das bekannteste ist wohl die Olympische Flagge mit den fünf verschiedenfarbigen, verschlungenen Ringen auf einem weißen Feld. Die sechs Farben Weiß, Rot, Blau, Grün, Gelb und Schwarz wurden deshalb gewählt, weil die Flagge jedes Landes der Welt mindestens eine dieser Farben aufweist. Weiterhin steht die Anzahl der Ringe für die fünf Erdteile (klassische Zählweise). Die Flagge wurde 1913 entworfen und wird seit den Sommerspielen 1920 in Antwerpen gehisst. Das offizielle Motto der Olympischen Bewegung lautet citius, altius, fortius (Latein: „schneller, höher, stärker“). De Coubertins Ideale spiegeln sich am besten im Olympischen Credo wieder: „Das Wichtigste an den Olympischen Spielen ist nicht der Sieg, sondern die Teilnahme, wie auch das Wichtigste im Leben nicht der Sieg, sondern das Streben nach einem Ziel ist. Das Wichtigste ist nicht, erobert zu haben, sondern gut gekämpft zu haben.“ Die Olympische Fackel wird an historischer Stätte in Olympia entzündet und in einem Staffellauf zum Austragungsort getragen. Das erste Mal wurde bei den Sommerspielen 1928 in Amsterdam ein Olympisches Feuer entzündet. Es gab jedoch damals weder einen Fackellauf vor der Eröffnungsfeier, noch wurde das Feuer von einer bestimmten Person entzündet. Nach einer Idee von Carl Diem wurde der erste Fackellauf bei den Sommerspielen 1936 in Berlin veranstaltet. Der erste Fackellauf anlässlich von Winterspielen fand 1952 statt.

Eröffnungsfeiern

1952 Die Eröffnungsfeiern der Olympischen Spiele umfassen eine Reihe von traditionellen Elementen. Die Feier beginnt üblicherweise mit dem Abspielen der Nationalhymne des Gastgeberlandes. Nach verschiedenen kulturellen Darbietungen beginnt der Einmarsch der teilnehmenden Athleten ins Stadion, jeweils ein Athlet geht einige Schritte vor dem Rest seiner Mannschaft und trägt dabei die Flagge seines Landes. Seit 1928 marschiert stets die Mannschaft Griechenlands als erste ins Stadion (um an die antike Tradition zu erinnern). Danach folgen die weiteren teilnehmenden Nationen in alphabetischer Reihenfolge der Hauptsprache des Gastgeberlandes. Falls die Sprache des Gastgeberlandes kein Alphabet kennt (z. B. Chinesisch), erfolgt der Einmarsch gemäß dem englischen Alphabet. Den Abschluss des Einmarschs bildet die Mannschaft des Gastgeberlandes. Sind alle Athleten eingetroffen, hält der Vorsitzende des Organisationskomitees eine kurze Rede. Auf diesen folgt der Präsident des IOC, der am Ende seiner Rede das Staatsoberhaupt des Gastgeberlandes vorstellt. Dieser wiederum eröffnet formell die Spiele. Als nächstes wird die Olympische Hymne gespielt, während die Olympische Flagge ins Stadion getragen wird. Danach versammeln sich die Flaggenträger aller teilnehmenden Länder um ein Podium. Auf diesem sprechen ein Athlet (seit 1920) und ein Schiedsrichter (seit 1972) den Olympischen Eid, mit dem sie das Einhalten der Regeln versprechen. Zuletzt trägt der vorletzte Läufer des Staffellaufs die Olympische Fackel ins Stadion und übergibt diese an den letzten Läufer. Der letzte Läufer, oftmals ein sehr bekannter und erfolgreicher Sportler des Gastgeberlandes, entzündet dann mit der Fackel das Feuer in einer großen Schale (das Entzünden des Feuers wurde erstmals 1928 durchgeführt, der Staffellauf 1936). Ab 1920 wurden auch Friedenstauben freigelassen; dies wurde jedoch wieder aufgegeben, nachdem 1988 in Seoul einige Tauben im olympischen Feuer verbrannt waren.

Schlussfeiern

Seit 1956 sind die Schlussfeiern weit weniger formell und strukturiert als die Eröffnungsfeiern. Erneut marschieren die Athleten ins Stadion ein, diesmal jedoch nicht nach Ländern geordnet, sondern bunt gemischt. Damit wird die Verbundenheit der Athleten nach Ende der Wettkämpfe symbolisiert. Der IOC-Präsident hält eine Rede, in der er den Erfolg der Spiele betont. Danach übergibt er den Olympischen Orden an die Mitglieder des Organisationskomitees und erklärt die Spiele für beendet. Danach wird der Gastgeber der nächsten Olympischen Spiele vorgestellt. Traditionell werden drei Flaggen gehisst, die Flagge Griechenlands, die Flagge des aktuellen Gastgeberlandes und die Flagge des nächsten Gastgeberlandes. Darüber hinaus wird dem Bürgermeister der nächsten Olympiastadt eine Olympische Flagge übergeben. Zuletzt wird die Olympische Hymne gespielt und das Olympische Feuer gelöscht. In den letzten Jahren hat sich eingebürgert, dann anschließend ein Rock- und Popkonzert stattfindet, dieses gehört aber nicht mehr zum offiziellen Teil.

Olympische Sportarten

Siehe auch: Olympische Sportarten Bei den Sommerspielen 2004 fanden Wettbewerbe in 28 verschiedenen Sportarten statt (gemäß Zählung des IOC). Wenn man die Wassersportarten weiter aufteilt, kommt man sogar auf 37. Im Jahr 1896 standen neun Sportarten auf dem Programm: Leichtathletik, Radsport, Fechten, Kunstturnen, Gewichtheben, Sportschießen, Schwimmen und Ringen. Damals waren auch Wettkämpfe im Rudern vorgesehen, diese mussten jedoch wegen schlechten Wetters abgesagt werden. Bei den Winterspielen 2002 wurden Wettkämpfe in 7 Sportarten ausgetragen (oder 15 bei genauerer Aufteilung). Seit der ersten Austragung im Jahr 1924 waren Skilanglauf, Eiskunstlauf, Eishockey, Nordische Kombination, Skispringen und Eisschnelllauf jedes Mal im Programm. Zwei dieser Sportarten waren schon zuvor bei Sommerspielen ausgetragen worden (Eiskunstlauf 1908 und 1920, Eishockey 1920). In jüngster Vergangenheit hat das IOC einige neue Sportarten ins Programm aufgenommen, um die Attraktivität der Spiele für ein jüngeres Publikum zu steigern. Beispiele dafür sind Snowboarden und Beachvolleyball. Das Wachstum der Olympischen Spiele hat zur Folge, dass weniger beliebte Sportarten wie Moderner Fünfkampf und teure Sportarten wie Kanuslalom darum kämpfen müssen, im Wettkampfprogramm zu verbleiben. Bei der Session des IOC im Juli 2005 in Singapur sind – mit Wirkung von 2012 an – mit Baseball und Softball erstmals seit 1924 (Rugby) wieder Sportarten aus dem Olympischen Programm gestrichen worden. Die Anträge anderer Sportarten, wie z. B. Rugby und Karate, in den Wettbewerbsplan aufgenommen zu werden, fanden nicht die notwendige Mehrheit unter den IOC-Mitgliedern. Bis 1992 wurden oft auch Wettkämpfe in so genannten Demonstrationssportarten durchgeführt. Die Absicht war, dass diese Sportarten ein größeres Publikum erreichen sollten; die Gewinner dieser Wettbewerbe gelten nicht als offizielle Olympiasieger. Manche Sportarten waren nur in den jeweiligen Gastgeberländern populär, andere hingegen werden weltweit betrieben. Einige dieser Demonstrationssportarten wie Baseball (vorübergehend), Curling und Taekwondo wurden schließlich ins offizielle Programm aufgenommen.

Amateurstatus und Profisport

In de Coubertins Vision waren Athleten auch Ehrenmänner. Nur Amateure wurden als solche angesehen, während man den Profis die Teilnahme an Olympischen Spielen verweigerte. Eine Ausnahme bildeten die Fechttrainer, die als Inbegriff für Ehrenhaftigkeit galten. Der Ausschluss von Profis hatte während der gesamten modernen Geschichte der Olympischen Spiele zahlreiche Kontroversen zur Folge. Jim Thorpe, 1912 der Olympiasieger im Fünfkampf und im Zehnkampf, wurde ausgeschlossen, nachdem man herausgefunden hatte, dass er vor dem Gewinn der Medaillen auf halbprofessioneller Basis Baseball gespielt hatte; erst 1983 rehabilitierte ihn das IOC. Skiläufer aus der Schweiz und Österreich boykottierten die Winterspiele 1936, um damit ihre Solidarität mit den Skilehrern zu bekunden, die das IOC als Profisportler betrachtete. Mit der Zeit wurde vielen klar, dass die Amateurregeln nicht mehr der Zeit entsprachen. Beispielsweise waren die meisten Athleten aus kommunistisch regierten Ländern eigentlich Staatsangestellte. Sie erhielten somit effektiv die Möglichkeit, den ganzen Tag lang zu trainieren und waren deshalb nur dem Namen nach Amateure. Nichtsdestotrotz hielt das IOC weiterhin unbeirrt am Amateurstatus fest. Während der 1980er wurden die Amateurregeln gelockert und während der 1990er schließlich ganz aufgehoben. Das sichtbarste Zeichen für diesen Sinneswandel war die Zulassung des Dream Team. Es war gänzlich aus gut bezahlten NBA-Stars zusammengesetzt und gewann 1992 überlegen die Basketball-Goldmedaille. Im Jahr 2004 war Boxen die einzige Sportart, in der keine Profis zugelassen waren. Im Fußballturnier der Männer (jedoch nicht in jenem der Frauen) ist die Anzahl der über 23-jährigen Spieler auf drei pro Mannschaft begrenzt. Regelungen, welche die Werbung betreffen, sind noch immer sehr strikt, wenigstens auf dem eigentlichen Wettkampfgelände. Jedoch gelten für „offizielle olympische Sponsoren“ zahlreiche begünstigende Sonderregelungen. Die Logos von nichtoffiziellen Sponsoren (z. B. auf der Ausrüstung der Athleten) dürfen eine bestimmte Größe nicht überschreiten.

Doping

Eines der Hauptprobleme bei den Olympischen Spielen (und im internationalen Sport im Allgemeinen) ist die unerlaubte Leistungssteigerung durch Doping. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahmen viele Athleten Drogen zu sich; so war die Verwendung von Kokain weit verbreitet. Thomas Hicks, der Gewinner des Marathonlaufs bei den Sommerspielen 1904, erhielt beispielsweise von seinem Trainer selbst während des Rennens Brandy, das mit Strychnin angereichert war. Das Trinken von Wasser war damals unerklärlicherweise verboten. Als die Athleten und Betreuer zu immer extremeren Methoden griffen, wurde den Verantwortlichen allmählich bewusst, dass dies nicht mehr mit dem Ideal von „Gesundheit durch Sport“ zu vereinbaren war. Der erste durch Doping verursachte Todesfall an Olympischen Spielen ereignete sich 1960 in Rom, als der Däne Knut Enemark Jensen von seinem Fahrrad fiel und starb. Später stellte sich heraus, dass er mit Amphetaminen gedopt gewesen war. Mitte der 1960er erliessen mehrere Sportverbände ein Dopingverbot, das IOC folgte 1967 diesem Beispiel. Der erste Athlet, der positiv auf verbotene Substanzen getestet wurde, war 1968 der Schwede Hans-Gunnar Liljenwall; er musste seine Bronzemedaille im modernen Fünfkampf wegen der Einnahme von Alkohol zurückgeben. Seither wurden mehr als fünfzig Athleten überführt, darunter mehrere Medaillengewinner. Für den größten Skandal sorgte der Kanadier Ben Johnson; er war 1988 mit neuem Weltrekord Olympiasieger im 100-Meter-Lauf geworden, wurde dann jedoch positiv auf Stanozolol getestet. Trotz der Tests verwendeten viele Athleten Doping, ohne je überführt zu werden. Im Jahr 1990 aufgetauchte Dokumente zeigten, dass zahlreiche Athleten aus der DDR (insbesondere Frauen) gezielt von ihren Betreuern mit anabolen Steroiden und anderen Mitteln gedopt wurden, dies auf Anweisung der Regierung. Ende der 1990er begann das IOC, den Kampf gegen das Doping besser zu organisieren; 1999 nahm die WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur) ihre Arbeit auf. Die strengeren Kontrollen führten ab 2000 dazu, dass deutlich mehr Sportler überführt werden konnten, insbesondere im Gewichtheben und im Skilanglauf.

Olympiasieger und Medaillengewinner

Hauptartikel: Medaillengewinner der Olympischen Spiele Medaillengewinner der Olympischen Spiele Bei sämtlichen Wettkämpfen an Olympischen Spielen wird eine Rangliste erstellt. Die Athleten (oder Mannschaften), die sich an erster, zweiter oder dritter Stelle klassieren, erhalten Medaillen als Auszeichnung. Der Gewinner erhält eine Medaille, die als „Goldmedaille“ bezeichnet wird (eigentlich sind es Silbermedaillen mit einem goldenen Überzug). Der Zweite erhält eine Medaille aus Silber, der Dritte eine Medaille aus Bronze. In einigen Wettbewerben, die im K.-o.-System ausgetragen werden (insbesondere Boxen, Judo und Taekwondo), werden zwei Bronzemedaillen vergeben. Die Vergabe von Medaillen als Anerkennung für die drei Erstplatzierten wurde 1904 eingeführt. 1896 und 1900 erhielten lediglich die zwei Besten eine Medaille (Silber und Bronze). 1904 erhielt jedoch auch der Sieger eine Silbermedaille. Aus diesem Grund gelten die inoffiziellen Zwischenspiele von 1906 als jene Veranstaltung, an der drei verschiedenartige Medaillen überreicht wurden. Seit 1948 erhalten die Athleten auf den Plätzen 4, 5 und 6 olympische Diplome; seit 1976 werden diese auch zusätzlich den drei Medaillengewinnern überreicht. Seit 1984 erhalten auch die Siebt- und Achtplatzierten Diplome. Damit sollten nicht nur alle Teilnehmer eines Viertelfinales gewürdigt werden, es entfiel auch die Notwendigkeit, in Wettkämpfen mit K.-o.-System Platzierungskämpfe um die Plätze 5 bis 8 durchzuführen (interessanterweise werden diese in einigen Sportarten jedoch noch immer ausgetragen). Weil die Olympischen Spiele nur alle vier Jahre ausgetragen werden, genießen sie bei Zuschauern und Athleten ein höheres Prestige als Weltmeisterschaften, die oft im jährlichen Rhythmus stattfinden. Viele Athleten wurden nach einem Olympiasieg zu Prominenten (oder gar Helden) in ihren jeweiligen Ländern, manche sogar weltweit. olympische Diplome Die Verschiedenartigkeit der Sportarten sowie die großen Unterschiede zwischen den Spielen der Anfangszeit und jenen von heute, erschweren die Bestimmung der erfolgreichsten Athleten aller Zeiten. Dies wird dadurch verkompliziert, dass das IOC die Zwischenspiele von 1906 nicht mehr offiziell anerkennt. Wenn man die Anzahl der Siege und Medaillen addiert, so können folgende Athleten als die erfolgreichsten angesehen werden (das Resultat von Ray Ewry beinhaltet zwei Medaillen der Zwischenspiele, ohne diese wäre er auf Platz 10): Die erfolgreichste deutsche Athletin ist Birgit Fischer, die zwischen 1980 und 2004 acht Gold- und vier Silbermedaillen im Kanufahren gewann. Der erfolgreichste Österreicher ist Toni Sailer (drei Goldmedaillen 1956 im alpinen Skisport). Georges Miez gewann die meisten Medaillen für die Schweiz (4 Gold, 3 Silber, 1 Bronze im Geräteturnen zwischen 1924 und 1936). Hanni Wenzel ist die erfolgreichste Athletin aus Liechtenstein (2 Gold, 1 Silber, 1 Bronze im alpinen Skisport an den Spielen 1976 und 1980).

Siehe auch

Literatur


- Die Chronik der Olympischen Spiele. Chronik Verlag, Gütersloh und München 2004, ISBN 357714632X (Resultate und Medaillengewinner von 1896 bis heute)
- Vyv Simson, Andrew Jennings: Geld, Macht und Doping. Das Ende der olympischen Idee. A.-Knaus-Verlag, München; 1992, ISBN 381350445X (kritische, enthüllungsjournalistische Auseinandersetzung mit den Machenschaften des IOC)
- Judith Swaddling: Die Olympischen Spiele der Antike. Reclam, Ditzingen 2004, ISBN 315018293X (Beschreibung der antiken Spiele, der Bauten und Anlagen von Olympia, der Wettkämpfe und vieles mehr)
- Leni Riefenstahl: Olympia. Taschen Verlag, Köln 2002, ISBN 382281945X (Bildband mit Fotos der umstrittenen Regisseurin von den Sommerspielen 1936 in Berlin)
- Das Olympia-Buch. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2004, ISBN 3768815455 (ausführliche Geschichte der modernen olympischen Spiele)
- The Economics of staging the Olympics. A comparison of the Games 1972-2008. Edward Elgar Publishing, Glos 2005, ISBN 1843768933 (ausführliche Geschichte zur Ökonomie der Olympischen Spiele)

Weblinks


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Paralympics

Eine Übersicht zum Thema Sport in der Wikipedia findet sich unter Portal:Sport. ---- Portal:Sport Die Paralympischen Spiele sind die Olympischen Spiele für Sportler mit Behinderung. Sie finden jeweils in kurzem zeitlichen Abstand nach den Olympischen Spielen für Menschen ohne Behinderung statt. Nicht zu den Paralympics gehören die Deaflympics für Gehörlose und die Specialolympics für Menschen mit kognitiver Behinderung.

Der Begriff „Paralympics“

Der Begriff „Paralympics“ setzt sich zusammen aus Paralysis, dem englischen Begriff für Lähmung und Olympics. Er wird offiziell zum ersten Mal 1988 bei den Olympischen Spielen in Korea verwendet. Vorher sprach man von "Weltspielen der Gelähmten", "Olympiade der Behinderten" oder "Weltspielen der Behinderten". Da gelähmt nur auf einen Teil der beteiligten Sportler zutrifft wird der Begriff auch häufig als Parallel-Olympics oder Para-Olympics vom griechischen para, sich anschließen, zugehörig, neben interpretiert.

Geschichte

1948 begannen in Stoke Mandeville (England) die ersten Sportspiele für Rollstuhlfahrer am selben Tag wie die Olympischen Spiele. Der deutschstämmige Neurologe Sir Ludwig Guttman hatte sie initiiert, um die Wettkämpfe der Behinderten mit den Spielen der Nichtbehinderten zu verbinden. 1960 fanden die ersten „Weltspiele der Gelähmten“ in Rom statt, aber nicht mehr parallel zu den Olympischen Sommerspielen, sondern wenige Wochen später. Seitdem finden die Paralympics alle vier Jahre statt, immer im selben Jahr wie die Olympischen Spiele. Die ersten Paralympischen Winterspiele fanden 1976 in Schweden statt. Seit 1988 finden sie auch wieder im selben Ort wie die Olympischen Spiele statt.

IPC

Zu den Paralympics in Athen werden 4000 paralympische Athleten aus 130 Ländern erwartet, die 566 Wettkämpfe in 18 Sportarten austragen. Begleitet werden sie von 2000 offiziellen Teambegleitern. Die Verantwortung für die Organisation und Entwicklung der Behinderten-Spiele trägt seit 1989 das Internationale Paralympische Komitee (IPC), das in Düsseldorf gegründet wurde und seinen Sitz in Bonn hat.

Klassifizierung

Die Sportler werden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt, die internationalen anerkannt sind und als "Klassifizierung" bezeichnet wird. Dabei wird die Art der Behinderung und ihre Auswirkung auf die Ausübung einer jeweiligen Sportart berücksichtigt. Die Klassifizierung ist die Grundlage für faire Wettkämpfe, da sich ähnliche Behinderungen auf die funktionellen Fähigkeiten und Voraussetzungen der Sportler hinsichtlich einer Sportart unterschiedlich auswirken. 1. Amputierte Athleten, denen mindestens ein Hauptgelenk in einem Glied fehlt. 2. Cerebralparetik Athleten, die an eine Beeinträchtigung des Bewegungsablaufes und der Haltung leiden, bedingt durch Schädigungen eines oder mehrerer Steuerzentren im Gehirn. 3. Sehbehinderte Athleten, die in unterschiedlichem Maße sehbehindert sind bis hin zu völliger Blindheit. 4. Rollstuhlsport Sportler, die zur Ausübung ihres Sports einen Rollstuhl benutzen. Die Klassifizierung findet in allen Sportarten statt, die Rollstuhlsportler betreiben (Rollstuhlrugby, Leichtathletik, Rollstuhlbasketball, Tischtennis, Tennis). 5. Les Autres ("Die Anderen, alle Übrigen") Dieser Begriff umschreibt Athleten mit unterschiedlichen Behinderungen, die den Bewegungsapparat betreffen, die aber in keine der anderen vier Behinderungsklassen eingeordnet werden können.

Weblinks


- [http://www.paralympic.org/ Offizielle Seite des International Paralympic Committee] (englisch)
- [http://www.dbs-npc.de/ Deutsches Paralymisches Commitee (NPC Germany)]
- [http://www.oepc.at/home.asp Österreichisches Paralympisches Committee (ÖPC)]
- [http://www.swissparalympic.ch/main.htm Swiss Paralympic Committee (SPC)]

siehe auch


- Deaflympics
- Specialolympics
- Down-Sportlerfestival
- Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit geistiger Behinderung Kategorie:Paralympics Kategorie:Sportturnier/-wettbewerb ja:パラリンピック ko:패럴림픽

Special Olympics

Die Special Olympics ist die weltweit größte Sportbewegung für geistig und mehrfach behinderte Menschen (siehe hierzu ebenfalls die Paralympics). Sie ist eine vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannte Sportbewegung. Die Bewegung wurde 1968 von Eunice Kennedy Shriver, der Mutter von Maria Shriver (und damit Schwiegermutter von Arnold Schwarzenegger) gegründet. Die ersten Special Olympic Games wurden vom 19. Juli bis 20. Juli 1968 in Chicago in den Sportarten Leichtathletik, Hockey und Schwimmen durchgeführt. Die 2005 Special Olympics World Winter Games fanden in Nagano statt.

Weblinks


- [http://www.specialolympics.de/ www.specialolympics.de] - Special Olympics Deutschland
- [http://www.specialolympics.at/ www.specialolympics.at] - Special Olympics Österreich
- [http://www.specialolympics.ch/deutsch/ www.specialolympics.ch] - Special Olympics Schweiz

Siehe auch


- Paralympics
- Deaflympics
- Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit geistiger Behinderung
- Down-Sportlerfestival Kategorie:Behindertensport Kategorie:Olympische Spiele ja:スペシャルオリンピックス

Blindenfussball

Blindenfußball wird nach änlichen Regeln wie normaler Fußball gespielt. Der Hauptunterschied ist, dass der Ball eine Glocke in seinem Inneren hat, durch die die Spieler bestimmen können, wo sich ihr Spielgerät gerade befindet. Auch wird diese Form des Fußballs meist in einer Halle gespiel, um die Spieler von irritierenden Einflüssen wie zum Beispiel Geräuschen abzuschirmen. Je nach Trainingszustand der Spieler ist der Spielverlauf anfangs noch etwas stockend und langsam, wird aber nachher ähnlich rasant wie beim Fußball der Sehenden. Außerdem "lenkt" der Torwart, der als Einziger nicht blind ist, die anderen Spieler zum Ball. Blindenfußball Blindenfußball

Goalball

Goalball ist eine Mannschaftssportart für blinde und sehbehinderte Menschen und wird fast auf der ganzen Welt gespielt. Goalball ähnelt sehr dem Torball. Die größten Unterschiede bestehen darin, dass der Klingelball 1250 g wiegt, das Spielfeld eine Abmessung von 9 x 20 Metern hat und dass zwei Schiedsrichter benötigt werden. Zudem werden im Spielfeld keine Leinen gespannt.

Verbreitung

Goalball wird auf der ganzen Welt gespielt. In Mitteleuropa ist Goalball allerdings fast ausgestorben.

Paraolympics

Goalball ist im Gegensatz zu Torball paraolympisch, weil es auf der Welt weiter verbreitet und zudem die ältere Sportart ist. Früher musste zudem mit einem 2 kg schweren Ball gespielt werden. Kategorie:Mannschaftssport Kategorie:Behindertensport

Rollstuhlbasketball

Rollstuhlbasketball ist ein Sport, der hauptsächlich von Menschen mit körperlicher Behinderung betrieben wird (Behindertensport). Die Regeln sind an die des Fußgänger Basketballs angelehnt und in einigen Punkten an die Anforderungen des Rollstuhlgebrauchs angepasst. Als einer der wichtigsten ist hier das Klassifizierungssystem zu nennen, das einen Ausgleich zwischen Mitspielern mit unterschiedlich starken Behinderungen herstellt. Rollstuhlbasketball ist eine offizielle Sportart der Paralympics

Spielbeschreibung

Paralympics Paralympics Jedes Team besteht aus fünf Feld- und bis zu sieben Ersatzspielern. Gespielt wird 4x10 Minuten. Nach dem ersten und dritten Viertel wird eine zwei-minütige, nach dem zweiten Viertel eine fünfzehn-minütige Pause eingelegt. Herrscht nach dem vierten Viertel Punktgleichheit, wird eine Verlängerung von fünf Minuten eingelegt. Dies wird gegebenenfalls bis zur Entscheidung des Spiels wiederholt. Ziel des Spieles ist es durch Treffen des Korbes mit dem Spielball die meisten Punkte zu erzielen. Die Treffer werden dabei folgendermaßen gewertet:
- Ein Treffer bei einem Freiwurf zählt einen (1) Punkt.
- Ein Treffer innerhalb der Dreipunktelinie zählt zwei (2) Punkte
- Ein Treffer ausserhalb der Dreipunktelinie zählt drei (3) Punkte Jedes Team hat jeweils 24 Sekunden Zeit einen Korb zu erzielen. Gelingt es innerhalb dieser Zeit nicht den Ball zumindest gegen den Ring zu spielen, dann geht das Spielrecht an die gegnerische Partei über. Wie im Fußgänger Basketball müssen die Spieler auch beim Rollstuhlbasketball Dribbeln, wenn sie Kontrolle über den Ball haben. Zieht der Spieler mehr als zweimal am Greifring ohne zu dribbeln, dann gilt dies als "Schubfehler" (Äquivalent zum Schrittfehler). Außerdem ist es dem Spieler nicht erlaubt, während des Spieles die Spielfläche mit seinen Füßen zu berühren. Gespielt wird auf einem gewöhnlichen Basketball Spielfeld mit normaler Korbhöhe von 3,05m.

Klassifizierung

Zweck der Klassifizierung ist es einen Ausgleich zwischen Menschen mit unterschiedlich starker Behinderung herzustellen. Es wird hierbei je nach Behinderungsgrad zwischen acht Stufen unterschieden. Die Bewertung richtet sich nach der Fähigkeit verschiedene Bewegungen auszuführen. Die niedrigste Punktzahl und damit höchste Behinderungsstufe stellt die 1,0 dar. Gänzlich unbehinderte Spieler werden mit 4,5 bewertet. Die Unterteilung erfolgt in 0,5er Schritten. In gemischten Mannschaften erhalten Frauen zusätzlich einen generellen Punktabzug von 1,5 Punkten. Eine Frau kann somit auch eine negative Punktzahl erreichen.
- Klasse I: 1 und 1,5 Punkte - keinerlei Rumpfaktivität
- Klasse II: 2 und 2,5 Punkte - Rumpfrotation möglich
- Klasse III: 3 und 3,5 Punkte - gute Rumpfaktivität
- Klasse IV: 4 und 4,5 Punkte - volles Bewegungsausmaß im Rollstuhl Jede Mannschaft darf stets nur Spieler mit einer Gesamtsumme von höchstens 14 Punkten auf dem Spielfeld haben. Eine Ausnahme ist die 1. Bundesliga in Deutschland. Dort dürfen 14,5 Punkte aufgestellt werden.

Geschichte

Rollstuhlbasketball wurde 1946 von ehemaligen Basketballspielern in den USA erfunden, die nach Kriegsverletzungen trotzdem ihren Sport fortführen wollten. Mittlerweile wird es in schätzungsweise 80 Ländern von über 25 000 behinderten und nicht-behinderten Männern und Frauen gespielt. Die International Wheelchair Basketball Federation ist der internationale Dachverband. Seit 1993 ist dieser eine unabhängige Sportorganisation mit über 50 Mitgliedsstaaten. Rollstuhlbasketball ist seit den Paralympics in Rom 1960 paralympische Sportart.

Bundesliga-Vereine in Deutschland

(Stand 15.11.2005)

1. Bundesliga

RSV Lahn-Dill, RSC-Rollis Zwickau, USC München, ASV Bonn, BSG Duisburg, RSC-Rollis Trier, RSV Bayreuth, RSC Hamburg, RSC Frankfurt, RSG Ludwigshafen

2. Bundesliga

Nord

RSC Osnabrück 1, ALBA Berlin 1, RSC Köln 1, RBV Lüneburg 1, RSC Osnabrück 1, Nusse RAMS 1, SV M. Stralsund, BBC Warendorf

Süd

SG Aschaffenburg/Main-Kinzig 1, SV REHA Augsburg, TSV Ellwangen, BSSV Kaufbeuren, SFD Bad Kreuznach, USC München 2, SKV Ravensburg 1, RSV Salzburg 1

Siehe auch


- Basketball
- Behindertensport
- Paralympics

Weblinks


- [http://www.drs-rollstuhlbasketball.de/ Rollstuhlbasketballseite des Deutschen Rollstuhl Sportverbandes]
- [http://www.basket1.de/ Basketballportal]
- [http://www.paralympic.org International Paralympic Committee (en)]
- [http://www.iwbf.org/ International Wheelchair Basketball Federation (en)] Kategorie:Sportart Kategorie:Ballspiel !Basketball Kategorie:Behindertensport

Rollstuhltanz

Der Rollstuhltanz ist eine Behindertensportart, bei der sich Rollstuhlfahrer, teilweise mit nichtbehindertem Partner im Tanz zu Musik bewegen. Begründet wurde der Rollstuhltanz 1974 von Prof. Dr. Gertrude Krombholz, seit 1989 Welt- und Europameisterschaften ausgetragen. Es gibt verschiedene "Paarungen" beim Rollstuhltanz:

Combitanzen

Beim Combitanzen tanzt ein Nichtbehinderter Partner mit einem Rollstuhlfahrer. In der ersten Zeit des Rollstuhltanzes umtanzte der nichtbehinderte Partner den Rollstuhl, teilweise wurde der Rollstuhlfahrer in die gewünschte Richtung gezogen. Heute tanzen beide Partner gleichberechtigt miteinander, der Nichtbehinderte tanzt mit üblichen Tanzschritten, während der Rollstuhlfahrer seinen Rollstuhl im Rhythmus der Musik bewegt.

Duo-Tanzen

Beim Duo-Tanzen tanzen zwei Rollstuhlfarer miteinander, sie beide bewegen ihren Rollstuhl im Takt und umeinander bzw. aufeinander zu.

Formationstanzen

Beim Formationstanzen tanzen vier bis acht Paare gemeinsam, es können beim Formationstanz sowohl Combi- als auch Duo-Paare miteinander tanzen.

Weblinks


- Universitäts-Sportclub München [http://www.rollstuhltanzsport.de/]
- www.rollstuhltanz.de [http://www.rollstuhltanz.de/index2.htm] Kategorie:Behindertensport Kategorie:Tanz

Rollstuhlrugby

Tetra-Rugby oder "Quad-Rugby" ist eine Ball-Mannschaftssportart für Tetraplegiker, polio- oder andere Behinderte, die an mindestens drei Gliedmaßen eingeschränkt sind. Rollstuhlrugby entstand Mitte der 70er Jahre in Kanada und ist eine Mischung aus American Football, Volleyball und Schach. Von Kanada aus verbreitete es sich weiter nach den USA und über England nach Deutschland.

Entstehungsgeschichte

Vor 20 Jahren begannen die Kanadier diese Sportart zu entwickeln. Tetraplegiker wollten beim Rollstuhlbasketball nicht immer hinterherfahren oder auf der Auswechselbank sitzen, da man beim Basketball gezielt werfen, fangen, gut und schnell fahren können muss. So entwickelten sie Rollstuhlrugby. Schnell schwappte die Begeisterungswelle auf die Amerikaner über. Heute gibt es in Kanada und den USA einen voll organisierten Ligabetrieb mit über 45 Mannschaften. Neuseeland, Australien und England stellen hochqualfizierte Teams. Aber so hart wie beim "normalen“ Rugby geht es beim Rollstuhlrugby nicht zu. Die Vision von ausgeschlagenen Zähnen, blau umrandeten Augen und Sanitätern, die darniedergeschlagene Tetraplegiker an den Spielfeldrand transportieren, trifft nicht zu. Körperkontakt ist nicht erlaubt, jedoch nahezu jeglicher Einsatz mit dem speziellen Rugbyrollstuhl. Vor ca. 10 Jahren wurde von Dr. Horst Strohkendl ein englisches Team nach Deutschland eingeladen um Rollstuhlrugby vorzustellen. Rund um Heidelberg etablierte sich die erste deutsche Mannschaft und Rollstuhlrugby bekam auch in Deutschland einen organisatorischen Rahmen. Mittlerweile gib es eine europäische Champions League sowie 3 Ligen in Deutschland, wobei die Basisliga in 3 Regionale Ligen (Süd, Nord und Ost) unterteilt ist.

Siehe auch


- Behindertensport
- Paralympics

Weblinks


- http://www.rsg-koblenz.de
- http://www.rollstuhl-rugby.de Kategorie:Sportart Kategorie:Rugby Kategorie:Ballspiel Kategorie:Behindertensport

Segeln

Segeln ist eine Fortbewegungsart unter Nutzung des Windes, bei der ein oder mehrere Segel angeströmt werden und einen Vortrieb des Fahrzeugs bewirken. Auch beim Segelfliegen kommt dieses Prinzip zur Anwendung. Segelschiffe wurden früher in der Kriegs- und in der Handelsmarine eingesetzt. Heute wird Segeln in den Industrienationen zumeist als Freizeitaktivität oder Sport betrieben, es findet aber auch weiterhin (zum Beispiel im Fischfang) eine kommerzielle beziehungsweise alltagsbestimmte Anwendung. Viele Marinen (auch Handelsmarinen) betreiben Segelschulschiffe zur Ausbildung ihres Nachwuchses. Verwandt mit dem Segeln ist das Windsurfen. Windsurfen

Arten von Segelbooten

Segelboote werden unterschieden nach ihrer Rumpfform und der Takelung. Als Segelboot im Unterschied zum Segelschiff werden die kleineren Fahrzeuge bezeichnet, die historisch einmal als Beiboote, jedenfalls aber ohne Kapitän, nur mit einem Skipper gesegelt wurden. Heute würde man eher zwischen Freizeit-Yachten als Booten und kommerziellen, meist mehrmastigen Segel-Schiffen wie den Museumsschiffen sprechen. Ein älteres Holzschiff von 20m Länge kann folglich sowohl als Privat-Boot oder als Museumsschiff bezeichnet werden. Bei der Rumpfform gibt es Boote mit einem Rumpf oder mehreren Rümpfen (Proa, Katamaran, Trimaran). Je nachdem ob ein Ballastkiel vorhanden ist, spricht man von Kielbooten oder Jollen. Der Ballast ist dabei so ausgewogen, dass das Boot nicht durch den Winddruck umgeworfen (kentern, s.u.) kann, während Jollen, die lediglich ein Schwert zur Minimierung der Abdrift besitzen, zwar kentern können, aber auch leicht wieder aufzurichten sind. Eine Yacht ist aufgrund eines geschlossenen, wasserabhaltenden Decks ein etwas größeres Segelboot, mit dem man auch die Küstennähe verlassen kann. Bei den Segeln wird unterschieden, ob sie in Längsrichtung (Schratsegel) oder quer (Rahsegel) geführt werden. Bei den Schratsegeln wird unterschieden zwischen
- Hochtakelung oder Bermudasegel
- Sprietsegel
- Gaffelsegel
- Luggersegel
- Lateinersegel
- Krebsscherensegel
- Spreizgaffelsegel Weiterhin kann ein Segelboot einen (Slup, Kutter) oder mehrere (Yawl, Ketsch, Schoner) Masten haben.

Prinzipien des Segelns

Schoner

Segeln durch den Winddruck

(trifft zu bei Kursen vor dem Wind und raumer Wind). Beim Segeln vor dem Wind bewirkt der Winddruck auf eine senkrecht zum Wind stehende Fläche einen Vortrieb in Windrichtung. Diese Art des Vortriebs wird am günstigsten durch Rahsegel genutzt. Schiffe mit Rahsegeln fuhren oft auf längeren Kursen zum Ziel, auf denen bekannte Winde wie zum Beispiel die Passatwinde in günstiger Richtung standen. So fuhren auch die Walfänger aus Nantucket auf dem Umweg über die Azoren und die westafrikanische Küste in Richtung auf Kap Hoorn und das Fanggebiet westlich der südamerikanischen Pazifikküste. Die Reisegeschwindigkeit von Rahseglern ist oft geringer, weil sie beim Kreuzen quer zum Wind sehr viel langsamer vorankommen als Boote mit Schratsegeln auf Kursen Am Wind.

Segeln durch windströmungsbewirkte Druckunterschiede

(trifft zu bei Kursen am Wind und halber Wind). Bei einem Segel ist die Wölbung auf der dem Wind zugewandten Seite (Luv) konkav, auf der dem Wind abgewandten Seite (Lee) konvex. Der Wölbungsverlauf ist nicht gleichmäßig. Die Segel laufen zur Hinterkante hin flach zu. Der Wind strömt an einer nahezu parallel zur Richtung des scheinbaren Windes ausgerichteten Fläche (im vorderen Bereich des Segels) entlang und wird dann durch die Segelwölbung