:: wikimiki.org ::
| Beizjagd |
Beizjagd
Ein Falkner (oder Beizjäger) betreibt die Jagd mit Greifvögeln wie Falken, Sperbern, Habichten, Adlern auf Federwild (z.B. Rebhühner, Fasane, Enten etc.) und kleines Haarwild (z.B. Kaninchen, Hasen). Zur Falknerei gehört auch das Abrichten und die Pflege der eingesetzten Greifvögel.
Entstehung
Die Beizjagd ist eine der ältesten Jagdformen der Menschheit. Sie entstand vermutlich vor etwa 3.500 Jahren in Zentral- und Mittelasien, da sie in der deckungslosen Steppe die zweckmäßigste Jagdform war. Sie wurde in einem Gebiet, das von der heutigen Türkei bis nach China reicht, intensiv gepflegt. Marco Polo, der sich im 13. Jahrhundert am Hof des Kublai Khan aufhielt, berichtete, dass dieser mit 10.000 Falknern aufbrach, um in den Ebenen seines Reiches auf Wolf, Fuchs und Hase zu jagen. Wenn diese Zahl auch wahrscheinlich übertrieben ist, so dürfte dem Hofstaat des Mongolenherrschers tatsächlich eine sehr große Zahl von Falknern angehört haben.
Beizjagd in Europa
Die Beizjagd als "edle" Jagdform
Römer und Griechen kannten die Beizjagd nicht. Sie fingen Vögel mit Leimruten.
Vermutlich wurde sie von Kreuzrittern nach Europa gebracht. Hier war die Jagd mit Vögeln ein Privileg des Adels, während die Jagd mit Hunden und Frettchen als Brauch des gemeinen Mannes galt. Die Falknerei ist eine besonders schwierige Form der Jagd, da Greifvögel nur sehr schwer an die Zusammenarbeit mit Menschen zu gewöhnen sind.
Das Falkenbuch Friedrichs II.
Frettchen
Die europäische Literatur zum Thema beginnt mit dem Falkenbuch (De arte venandi cum avibus, deutsch: "Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen") des Kaisers Friedrich II., das der Kaiser für seinen Sohn Manfred verfasste. Für Friedrich II. war die Falknerei durch die dafür benötigte Kombination aus Willensstärke und Fürsorge eine ideale Vorübung für die Menschenführung. Der ideale Falkner war für ihn der ideale Herrscher. Seine Erkenntnisse hatte Friedrich II. in jahrzehntelanger Beobachtung von Tieren selbst gewonnen.
Friedrich II.
Friedrich II.)]]
Die Beizjagd in der mittelalterlichen Kunst
In einigen mittelalterlichen Darstellungen hat der fürsorgliche Umgang mit Jagdfalken eine gewisse sexuelle Konnotation und wird zur Symbolisierung eines erotischen Verhältnisses eingesetzt.
Falknerei heute
Auch heute noch wird in Europa die Beizjagd betrieben. Eine gewisse wirtschaftlich-technische Bedeutung hat sie auf manchen Flughäfen, wo Falkner an der Vertreibung von Vogelschwärmen arbeiten, die für moderne Flugzeugtriebwerke eine Gefahr darstellen (Vogelschlag, engl. "bird strike").
Um die Falknerei heute in Deutschland legal zu betreiben, muss man zuerst eine reguläre Jägerprüfung absolvieren und danach einen Falknerjagdschein erwerben. Mittlerweile gibt es auch schon sehr viele Webseiten zum Thema Falknerei im Internet, auf denen die Falkner einen Einblick geben in die Kunst, "mit einem Greifvogel zu jagen".
Falkner sind aufgrund des täglichen Umgangs und der Jagd mit dem eigenen Vogel auch Experten in der Pflege und Beurteilung verletzt aufgefundener Greifvögel. Sie können sehr gut einschätzen, ob ein solcher Greifvogel jemals wieder jagdtauglich sein wird und ob eine Chance auf Auswilderung besteht. Durch die falknerischen Techniken ist er auch in der Lage, einen gesundgepflegten Greifvogel erst einmal in der falknerischen Obhut "probefliegen" zu lassen, um zu testen, wie gut er sich erholt hat. Eine Freilassung ohne ausreichende Genesung könnte den Tod des Tieres bedeuten. Mittlerweile betreiben sehr viele Falkner (oder Falkner-Gruppen) Auswilderungsstationen, in denen verletzte Greifvögel gesund gepflegt werden, damit sie wieder in die Freiheit entlassen werden können.
Aufgrund ihrer Erfahrungen im Umgang mit Greifvögeln haben einige Falkner auch angefangen, die Falken und andere Greifvögel zu züchten. So ist es auch den Falknern und ihren Auswilderungsprogrammen zu verdanken, dass der Wanderfalke wieder zahlreich in der Natur vorkommt.
Andererseits wird in unserer heutigen Zeit die Falknerei von einigen Seiten kritisiert. Gerade Naturschutzverbände versuchen die Falknerei zu verbieten oder zumindest immer weiter einzuschränken. Auch wenn Insider diese Kunst schon als Weltkulturerbe ansehen.
Beizjagd in Zentralasien
Die Beize mit dem Steinadler (russisch Berkut) zu Pferde ist eine Jagdart zentralasiatischer Völker.
Da die Adlerweibchen größer und stärker sind als die Männchen, werden sie als Beizvögel bevorzugt. Kirgisische und kasachische Falkner bevorzugen Steinadler aus dem Südural, da sie wegen ihrer Größe auch zur Wolfsjagd verwendet werden können.
Der Berkut (örtlicher Name für den dortigen Steinadler) packt die Wirbelsäule des Wolfes mit einem Fuß. Wenn der Wolf seinen Kopf wendet, um den Vogel zu beißen, schnappt der Adler mit dem anderen Fuß die Schnauze und kann so den Wolf bewegungsunfähig halten. Der Adler hält ihn solange nieder bis der Jäger kommt und das Tier tötet. Risiko des Adlers: Der Wolf kann den Fuß schnappen.
Jeder Krallenfuß des Adlers kann mit einer gehörigen Kraft zupacken die in der Lage ist durch die Schädeldecke in den Kopf zu greifen.
Berkutschi = Adlermann
Film: Geo-Reportage: Die Herren der Adler
Kategorie:Jagd
Literatur
- Horst Schöneberg: Falknerei- Der Leitfaden für die Prüfung und Praxis. 2. Auflage. Peter N. Klüh, Darmstadt 2004, ISBN 3-933459-14-1 (nur zu bestellen unter Weblink:Falconaria [http://www.falconaria.de])
- Heinz Brüll, Gühther Trommer (Hrsg.): Die Beizjagd - Ein Leitfaden für die Falknerprüfung und für die Praxis. 4. Auflage. Paul Parey, Berlin 1997, ISBN 3-8263-8428-8
- Arnold von Vietinghoff-Riesch, Max Pfeiffer: Falken über uns. Klüh, Darmstadt 1998, ISBN 3-933459-00-1 (Reprint der 1937 bei Reimer, Berlin, erschienenen Original-Ausgabe.)
Greifvögel
Der Begriff Greifvogel gilt als die politisch korrekte Bezeichnung für die Ordnung Falconiformes der Vögel, die auch als Raubvögel bezeichnet werden. Alternativ wird sie auch als Greife oder Taggreife bezeichnet. Diese Ordnung umfasst vier Familien, die Habichtartigen, Falkenartigen, Fischadler und die Sekretäre. Früher wurden auch die Neuweltgeier (Aegypiinae) zu den Greifvögeln gezählt, z.Zt. werden diese aber meist den Schreitvögeln zugeordnet. Die Einteilung dieser Ordnung ist noch nicht vollständig geklärt, so variiert je nach Quelle die Anzahl der Familien zwischen drei und fünf.
Zu den Greifvögeln zählen Adler, Bussarde, Falken, Geier, Habichte, Sperber, Eulen und Weihen.
Merkmale
Die Greifvögel sind durch ihre charakteristischen Merkmale leicht von anderen Vögeln zu unterscheiden. Der Körper ist kräftig und gedrungen mit einer breiten Brust. Der Rumpf ist ebenfalls kräftig und eher kurz. Die Brust- und Beinmuskulatur ist stark ausgeprägt. Der Kopf ist groß und weist eine runde Form auf. Der Hals ist eher kurz - selten verlängert - und kräftig. Diese Vögel besitzen große Augen und runde Nasenlöcher. Der Schnabel ist kurz und kräftig und hat eine hakenförmiges Profil. Die Wurzel des Schnabels ist auf der Oberseite mit einer Wachshaut bedeckt. Die Füße sind kurz, stark und langzehig, wobei die Krallen mehr oder wenig gebogen sind. Bei einigen Arten sind die Füße mit Federn bedeckt, was an eine Hose erinnert. Die Flügel bestehen aus 10 Handschwingen und 12 - 16 Armschwingen. Außerdem haben diese Vögel 12 - 14 Steuerfedern.
Der Übergang vom juvenilen zum adulten Federkleid erfolgt in mehreren Schritten und ist teilweise erst nach mehreren Mausern abgeschlossen.
Der größte Vogel ist der Kondor. Seine Flügelspannweite beträgt 3m.
Nahrung
Alle Arten sind Fleischfresser, die meisten jagen lebende Beute. Ein paar ernähren sich aber von Aas. Die Vögel dieser Ordnung haben eine sehr scharfe Sicht und starke Füße, was sie zu guten Jägern macht. Der Speiseplan unterscheidet sich von Art zu Art, in der Regel werden aber Insekten, Vögel und Säugetiere gejagt.
Verbreitung
Vertreter der Greifvögel sind auf der ganzen Welt anzutreffen. Nur in der Antarktis wurden noch keine Vertreter dieser Ordnung beobachtet.
Zu den bekanntesten europäischen Greifvögeln dürften der Steinadler, der Turmfalke und der Mäusebussard gehören.
Siehe auch
- Falknerei
Weblinks
- [http://www.tierreich.de/tierreich/voegel/greifvoegel/affenadler/d_default.asp Tierreich | Greifvögel]
- [http://www.grundschule-friedrichsfehn.de/gallery/Greifv%F6gel Fotos von Greifvögeln, Fotogalerie Grundschule Friedrichsfehn]
!
ja:タカ目
Sperber (Art)
Der Sperber (Accipiter nisus) gehört zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae) und ist neben dem Turmfalken (Falco tinnunculus) einer der kleinsten Greifvögel in Deutschland.
Aussehen
Das Weibchen ist mit 37 Zentimetern Körperlänge deutlich größer und mit etwa 300 Gramm Gewicht fast doppelt so schwer wie das 32 Zentimeter große Männchen. Der Sperber hat einen langen Schwanz mit vier dunklen Binden und verfügt über kurze, abgerundete Flügel. Der Rücken und die Oberseite der Schwingen sind graubraun bis schiefergrau gefärbt. Die Unterseite hat eine auffällige schwarzweiße, wellenförmige Querbänderung.
Jagdmethode
Sperber jagen zum einen vom Ansitz aus, zum anderen nutzen sie den Überraschungsangriff als Jagdmethode. Sperber sind hervorragende Flieger, die im rasanten, wendigen Flug zwischen Bäumen und Sträuchern hindurchfliegen und selbst im Gebüsch noch ihrer Beute nachsetzen. Männchen jagen Vögel von der Größe eines Zaunkönigs bis zur Größe einer Amsel, Weibchen hauptsächlich Drosseln und Finken. Aber auch andere Wirbeltiere wie Mäuse, Fledermäuse, Reptilien und sogar Insekten bereichern die Speisekarte der Sperber. Man sieht die Sperber, wie andere Greifvögel auch, oft an Schnellstraßen auf Beute lauern. Der Nachteil an dieser Methode jedoch ist, dass schon viele Greifvögel auf diese Weise gestorben sind- durch Autos! Jedoch ist der Anflug an Glasscheiben beim Sperber die häufigste Todesursache bei der Jagd.
Verbreitungsgebiet
Das Verbreitungsgebiet des Sperbers ist Europa und Westasien. Aus Deutschland zieht ein Teil, vor allem diesjährige, der Sperber im Spätsommer und Herbst nach Spanien und Nordafrika. Im Winter ziehen Sperber aus Nordeuropa und Russland nach Deutschland. Im März / April ziehen die Sperber wieder zurück in ihre jeweiligen Brutgebiete.
Fortpflanzung
Der Sperber baut für gewöhnlich jedes Jahr einen neuen Horst auf Seitenästen von jungen Nadel- und Laubbäumen, meist in Stammnähe. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen er alte Horste benutzt oder aber Nester von Tauben ausbaut und benutzt. Als Brutplatz liebt er dichte, undurchdringliche Bestände, in denen ihm meist kaum sichbare Schneisen den Anflug zum Horst gewähren. Der besetzte Horst ist mehr oder weniger stark mit Dunen behaftet.
Das Weibchen bebrütet drei bis sechs Eier für 33 Tage. Das Männchen versorgt das Weibchen und später auch die Jungen mit Nahrung. Die Jungen bleiben 25 bis 30 Tage im Nest. Gefährdet sind die Jungen im Nest durch baumkletternde Raubtiere wie etwa den Baummarder sowie durch Habicht und Waldkauz.
Gefährdung
Pestizide wie DDT und Lindan und das Umweltgift PCB reichern sich in der Nahrungskette (z. B. Getreide - Singvogel - Sperber) an und brachten den Sperber an den Rand der Ausrottung. Nach dem Ausbringungsverbot des DDT (1972) konnten sich die Vögel wieder in ihrem Bestand erholen. Heute ist der Sperber zwar noch in der Roten Liste zu finden. Aber z. B. in Hamburg als "zur Zeit nicht gefährdet" eingestuft.
Literatur
- Theodor Mebs; Greifvögel Europas - Biologie - Bestandsverhältnisse - Bestandsgefährdung Franckh-Kosmos Verlag Stuttgart 2002, ISBN 3-440-06838-2
- Ian Newton; The Sparrowhawk Calton: Poyser 1986, ISBN 0856610410
- Rudolf Ortlieb; Die Sperber Neue Brehm Bücherei 1987, ISBN 3740300434
Weblinks
- [http://www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/002/00140-Sperber/HWG00140-Sperber.html Sperber im Natur-Lexikon]
- [http://www.tierseiten.com/greifvoegel/accipiter_nisus.html Sperber auf Tierseiten.com]
Kategorie:Greifvögel
ja:ハイタカ
Adler (Biologie)
Die Bezeichnung Adler tragen verschiedene Greifvögel aus der Familie der Habichtartigen. Der Fischadler bildet allerdings eine unabhängige Art und Familie.
In der Unterfamilie der Bussardartigen sind dies folgende Gattungen:
- Affenadler (Pithecophaga) - Harpyie
- Echte Adler (Aquila) - 12 Arten, z.B. der Steinadler
- Einsiedleradler (Harpyhaliaetus)
- Elsteradler (Spizastur)
- Fisch-Seeadler (Ichthyophaga)
- Habichtsadler (Hieraaetus) - 6 Arten
- Haubenadler (Spizaetus)
- Isidoradler (Oroaetus)
- Kampfadler (Polemaetus) - 1 Art
- Kronenadler (Stephanoaetus) - 1 Art
- Malaienadler (Ictinaetus)
- Papuaadler (Harpyopsis)
- Schopfadler (Lophaetus)
- Seeadler (Haliaeetus) - 8 Arten
- Würgadler (Morphnus)
Die Schlangenadler (Circaetinae) bilden daneben eine eigene Unterfamilie.
Besonderes Merkmal dieser Vögel sind die Fänge, die mit spitzen Greifenkrallen bewehrt sind, der hakenartig gebogene Schnabel und die bei fast allen Arten auftretende auffällig gefärbte Wachshaut um die Nasenlöcher herum.
Der größte Adler der jemals lebte, war der Haastadler in Neuseeland. Er starb ca. 1400 n. Chr. aus; angeblich wurden einige der gewaltigen Raubvögel mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,6 Metern noch im 19. Jahrhundert gesichtet.
Der Adler als Symbolfigur
In der Antike war der Adler der Vogel des griechischen Gottes Zeus und ein Symbol für Macht und Sieg. In der Mythologie ist der Greif zu finden, welcher den Kopf und den Hals eines Adlers aufweist. Nach dem Löwen ist der Adler das beliebteste Wappentier. Die Bezeichnung Aar steht sowohl in der Heraldik als auch in der Poetik für den Adler. In der Ikonografie ist er das Symboltier des Evangelisten Johannes. Etliche indianische Ethnien verehren den Adler als heiliges Tier.
Kategorie:Greifvögel
ja:鷲
ms:Burung helang
simple:Eagle
Federwild
Als Wild werden die jagdbaren wildlebenden Tiere bezeichnet. Grundsätzlich befindet sich Wild in natürlicher Freiheit. Es hat im Gegensatz zu anderen wildlebenden Tieren einen unmittelbaren Nutzen als Nahrungs- und Rohstofflieferant oder es steht in Nahrungskonkurrenz zum Menschen. Die Aneignung des Wildes erfolgt durch die Jagd.
Das Wild unterliegt der besonderen Fürsorge des Menschen in Form jagdlicher Beschränkungen und der Hege. Die Fürsorge für die Wildarten und für ihren Lebensraum sind Gegenstand des Wildtiermanagements. Die wissenschaftliche Basis dazu liefert die Wildbiologie.
Wild im Sinne der Wildbiologie umfasst die Gesamtheit der auf der Erde vorkommenden jagdbaren Tierarten. Mit der zunehmend globalen Bedeutung des Wildtiermanagements erfährt der Begriff auch eine Ausdehnung auf nicht im Jagdinteresse stehende Tierarten.
Rechtliche Regelungen zum Wildtiermanagement finden sich in Gesetzen zur Nutzung der Wildtiere, zur Unterschutzstellung der Arten und Individuen sowie zur Ausweisung von Schutzgebieten (Reservaten).
In Deutschland, Österreich und der Schweiz regeln Jagdgesetze die Hege und Jagd des Wildes. Die Jagdgesetze enthalten einen abschließenden Katalog der jagdbaren Tiere und geben dem Begriff Wild damit eine Legaldefinition.
Wild wird ferner auch als Kurzbezeichnung für das Wildbret verwendet.
Einteilung des Wildes
Im Jagdrecht und in der jaglichen Praxis wird das Wild nach
- Haarwild und Federwild
- Schalenwild
- Hochwild und Niederwild
unterschieden.
Zum Haarwild zählen die dem Jagdrecht unterliegenden Säugetiere. Als Federwild werden die dem Jagdrecht unterliegenden Vögel bezeichnet.
Das Schalenwild umfasst die dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer (Boviden, Cerviden und das Schwarzwild). Deren Klauen werden in der Jägersprache als Schalen bezeichnet.
Zum Hochwild zählt das Jagdrecht alles Schalenwild mit Ausnahme des Rehwildes. Weiterhin gehören das Auerwild der Steinadler und der Seeadler zum Hochwild. Alles übrige Wild gehört zum Niederwild. Der Begriff Hochwild hat zudem historischen Hintergrund. Er bezeichnete Wild, dessen Jagd besonders geschätzt wurde und die deshalb dem hohen Adel (Hohe Jagd) vorbehalten war. Das Niederwild durfte hingegen auch vom niederen Adel, den Bauern und dem Klerus bejagt werden (Niedere Jagd).
Im jagdlichen Sprachgebrauch wird zusätzlich unterschieden nach
- Raubwild (die dem Jagdrecht unterliegenden Beutegreifer, Greifvögel und der Kolkrabe) und
- Großwild (besonders starkes Wild wie Dickhäuter, Großkatzen, Wisent, Bär).
Wildarten in Mitteleuropa
Von den typischen Wildarten Mitteleuropas unterliegen dem Jagdrecht unter anderem
- von den Säugetieren (und damit zum Haarwild gehörig)
- die Bovidae (Hornträger) Gamswild, Muffelwild, Steinwild und Wisent
- die Cervidae (Hirsche) Damwild, Elchwild, Rehwild, Rotwild und Sikawild
- von den Suidae (Schweinen) das Schwarzwild
- die Leporidae (Hasenartigen) Feldhase, Schneehase und Kaninchen
- von den Rodentia (Nagetiere) das Murmeltier
- die Felidae (Katzen) Luchs und Wildkatze
- von den Canidae (Hunden) der Fuchs
- die Mustelidae (Marder) Dachs, Fischotter, Baummarder, Steinmarder, Iltis, Hermelin und Mauswiesel
- von den Phocidae (Hundsrobben) der Seehund
- von den Vögeln (und damit zum Federwild gehörig)
- die Phasianidae (Fasanenartigen) Auerwild, Birkwild, Rackelwild, Haselwild, Rebhuhn, Fasan, Wachtel, Alpenschneehuhn und Wildtruthuhn
- die Columbidae (Tauben) Ringeltaube, Türkentaube, Turteltaube und Hohltaube
- die Anseriformes (Entenvögel) Höckerschwan, Wildgänse, Wildenten, Säger
- von den Podicipedidae (Lappentaucher) der Haubentaucher
- von den Scolopacidae (Schnepfenvögel) die Waldschnepfe
- von den Rallidae (Rallenvögel) das Blässhuhn
- die Laridae (Möwen)
- von den Otididae (Trappen) die Großtrappe
- von den Ardeidae (Reiher) der Graureiher,
- von den Falconiformes (Greifvögel) die Falconidae (Falkenartige) und die Accipitridae (Habichtartige)
- von den Corvidae (Rabenvögel) der Kolkrabe, Rabenkrähe, Saatkrähe, Elster und Eichelhäher
Da das Jagrecht in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschieden geregelt ist, gibt es nationale und regionale Unterschiede im Katalog der dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten. In Deutschland ermächtig das Bundesjagdgesetz die Länder, weitere Tierarten zu bestimmen, die dem Jagdrecht unterliegen. In der Schweiz wird die Regelung der Jagd den Kantonen zugewiesen.
Vor der Entstehung des Bundesjagdgesetzes unterlagen in Deutschland auch Bär, Eulen, Pelikan, Amsel, Seeschwalben, Sturmvögel und Weißer Storch dem Jagdrecht. In Südeuropa wird die Jagd auf Singvögel ausgeübt.
Mit den Veränderungen in unserer Umwelt können Wildarten verschwinden, wieder auftreten oder neu hinzukommen. So werden Wolf und Luchs in Mitteleuropa wieder heimisch. Fremdländische Tierarten wie Vielfraß, Waschbär und Marderhund siedeln sich an und konkurrieren mit heimischen Arten.
Solche Wildarten werden bei Bedarf vom Jagdrecht erfasst. Das bedeutet nicht gleichzeitig, dass sie auch bejagt werden dürfen. Einige der im Jagrecht erfassten Wildarten haben keine Jagdzeit. Sie unterliegen aber dadurch der besonderen Fürsorge (Hege) durch den Gesetzgeber und den Jäger.
Wildnutzung
Der Jäger der Steinzeit nutzte fast alle Teile des Wildes. Neben Nahrung und Kleidung lieferte ihm das Wild Ausgangsmaterial zur Fertigung von Werkzeugen, Waffen und Schmuck.
Das 5. Buch Moses (Deuteronomium) enthält eine Katalog der Tiere deren Genuss erlaubt oder verboten ist. Zu dieser Zeit waren demnach „... Hirsch und Gazelle und Damhirsch und Steinbock und Wisent und Antilope und Wildschaf ...“ auf der Speisekarte.
Der tägliche Fleischbedarf der Küche König Salomos umfasste „... zehn Mastrinder und zwanzig Weiderinder sowie hundert Schafe, abgesehen von den Hirschen, Gazellen, Antilopen und dem gemästeten Geflügel ...“ ( 1. Buch der Könige, II 5).
Das Wild hat (außer bei den wenigen verbliebenen Jagdvölkern) heute bei der Deckung des täglichen Bedarfes nur noch geringe Bedeutung.
Die Nutzung als Rohmaterial für Schmuck und Werkzeuge erfolgt nur zu Liebhaberzwecken.
Das hochwertige Leder aus dem Fell ( der „Decke“ ) der Boviden wird zu Kleidungsstücken verarbeitet. Der Pelz (der „Balg“) der Raubtiere ist in Mitteleuropa nur wenig gefragt.
In der Bundesrepublik Deutschland wurden im Jahr 2000 über 32.600 Tonnen Wildbret genutzt. Der Wert des erlegten Wildes wird für das Jahr 2000 auf 160 Millionen Euro beziffert. (DJV Handbuch Jagd 2002).
Der Konsum von Wild liegt in Deutschland sehr niedrig: im Jahr 2003 wurden pro Kopf nur rund 900 Gramm Wild verzehrt, bei einem gesamten Fleischverbrauch von 60,8 kg.
Rotwild (Hirsche), Rehwild, Sikawild, Damwild und Schwarzwild (Wildschweine) werden auch als Landwirtschaftliche Nutztiere gehalten.
Der falsche Glaube, durch den Genuss von bestimmten Körperteilen spezieller Wildarten besondere Kräfte zu erlangen hat dazu geführt, daß diese Tierarten in ihrem Bestand stark gefährdert, teilweise sogar der Ausrottung nahe sind. Organisierte Wilderei auch zur Erlangung von Elfenbein und zur Produktion von Souveniers werden durch staatlich gefördertes internationales Wildtiermanagement bekämpft.
Wildkrankheiten
Beim Wild können neben Verletzungen, Vergiftungen, Geschwülsten und Missbildungen parasitäre Krankheiten, bakterielle Krankheiten und Viruskrankheiten auftreten.
Einige der von Parasiten, Viren oder Bakterien verursachten Krankheiten sind Zoonosen d.h. sie sind auf den Menschen übertragbar.
In den Staaten der Europaischen Union regeln Gesetze die Bekämpfung von Wildkrankheiten, den Umgang mit kranken Tieren, die Vorsorge und den Schutz der Verbraucher.
Weblinks
[http://www.weltbilder.de/html/wildtiermananagment.html| Geschichte des Wildtiermanagements]
[http://www.cic-wildlife.org/| Internationaler Rat zur Erhaltung der Wildtiere und der Jagd]
Kategorie:Jagd
!
Haarwild
Als Wild werden die jagdbaren wildlebenden Tiere bezeichnet. Grundsätzlich befindet sich Wild in natürlicher Freiheit. Es hat im Gegensatz zu anderen wildlebenden Tieren einen unmittelbaren Nutzen als Nahrungs- und Rohstofflieferant oder es steht in Nahrungskonkurrenz zum Menschen. Die Aneignung des Wildes erfolgt durch die Jagd.
Das Wild unterliegt der besonderen Fürsorge des Menschen in Form jagdlicher Beschränkungen und der Hege. Die Fürsorge für die Wildarten und für ihren Lebensraum sind Gegenstand des Wildtiermanagements. Die wissenschaftliche Basis dazu liefert die Wildbiologie.
Wild im Sinne der Wildbiologie umfasst die Gesamtheit der auf der Erde vorkommenden jagdbaren Tierarten. Mit der zunehmend globalen Bedeutung des Wildtiermanagements erfährt der Begriff auch eine Ausdehnung auf nicht im Jagdinteresse stehende Tierarten.
Rechtliche Regelungen zum Wildtiermanagement finden sich in Gesetzen zur Nutzung der Wildtiere, zur Unterschutzstellung der Arten und Individuen sowie zur Ausweisung von Schutzgebieten (Reservaten).
In Deutschland, Österreich und der Schweiz regeln Jagdgesetze die Hege und Jagd des Wildes. Die Jagdgesetze enthalten einen abschließenden Katalog der jagdbaren Tiere und geben dem Begriff Wild damit eine Legaldefinition.
Wild wird ferner auch als Kurzbezeichnung für das Wildbret verwendet.
Einteilung des Wildes
Im Jagdrecht und in der jaglichen Praxis wird das Wild nach
- Haarwild und Federwild
- Schalenwild
- Hochwild und Niederwild
unterschieden.
Zum Haarwild zählen die dem Jagdrecht unterliegenden Säugetiere. Als Federwild werden die dem Jagdrecht unterliegenden Vögel bezeichnet.
Das Schalenwild umfasst die dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer (Boviden, Cerviden und das Schwarzwild). Deren Klauen werden in der Jägersprache als Schalen bezeichnet.
Zum Hochwild zählt das Jagdrecht alles Schalenwild mit Ausnahme des Rehwildes. Weiterhin gehören das Auerwild der Steinadler und der Seeadler zum Hochwild. Alles übrige Wild gehört zum Niederwild. Der Begriff Hochwild hat zudem historischen Hintergrund. Er bezeichnete Wild, dessen Jagd besonders geschätzt wurde und die deshalb dem hohen Adel (Hohe Jagd) vorbehalten war. Das Niederwild durfte hingegen auch vom niederen Adel, den Bauern und dem Klerus bejagt werden (Niedere Jagd).
Im jagdlichen Sprachgebrauch wird zusätzlich unterschieden nach
- Raubwild (die dem Jagdrecht unterliegenden Beutegreifer, Greifvögel und der Kolkrabe) und
- Großwild (besonders starkes Wild wie Dickhäuter, Großkatzen, Wisent, Bär).
Wildarten in Mitteleuropa
Von den typischen Wildarten Mitteleuropas unterliegen dem Jagdrecht unter anderem
- von den Säugetieren (und damit zum Haarwild gehörig)
- die Bovidae (Hornträger) Gamswild, Muffelwild, Steinwild und Wisent
- die Cervidae (Hirsche) Damwild, Elchwild, Rehwild, Rotwild und Sikawild
- von den Suidae (Schweinen) das Schwarzwild
- die Leporidae (Hasenartigen) Feldhase, Schneehase und Kaninchen
- von den Rodentia (Nagetiere) das Murmeltier
- die Felidae (Katzen) Luchs und Wildkatze
- von den Canidae (Hunden) der Fuchs
- die Mustelidae (Marder) Dachs, Fischotter, Baummarder, Steinmarder, Iltis, Hermelin und Mauswiesel
- von den Phocidae (Hundsrobben) der Seehund
- von den Vögeln (und damit zum Federwild gehörig)
- die Phasianidae (Fasanenartigen) Auerwild, Birkwild, Rackelwild, Haselwild, Rebhuhn, Fasan, Wachtel, Alpenschneehuhn und Wildtruthuhn
- die Columbidae (Tauben) Ringeltaube, Türkentaube, Turteltaube und Hohltaube
- die Anseriformes (Entenvögel) Höckerschwan, Wildgänse, Wildenten, Säger
- von den Podicipedidae (Lappentaucher) der Haubentaucher
- von den Scolopacidae (Schnepfenvögel) die Waldschnepfe
- von den Rallidae (Rallenvögel) das Blässhuhn
- die Laridae (Möwen)
- von den Otididae (Trappen) die Großtrappe
- von den Ardeidae (Reiher) der Graureiher,
- von den Falconiformes (Greifvögel) die Falconidae (Falkenartige) und die Accipitridae (Habichtartige)
- von den Corvidae (Rabenvögel) der Kolkrabe, Rabenkrähe, Saatkrähe, Elster und Eichelhäher
Da das Jagrecht in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschieden geregelt ist, gibt es nationale und regionale Unterschiede im Katalog der dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten. In Deutschland ermächtig das Bundesjagdgesetz die Länder, weitere Tierarten zu bestimmen, die dem Jagdrecht unterliegen. In der Schweiz wird die Regelung der Jagd den Kantonen zugewiesen.
Vor der Entstehung des Bundesjagdgesetzes unterlagen in Deutschland auch Bär, Eulen, Pelikan, Amsel, Seeschwalben, Sturmvögel und Weißer Storch dem Jagdrecht. In Südeuropa wird die Jagd auf Singvögel ausgeübt.
Mit den Veränderungen in unserer Umwelt können Wildarten verschwinden, wieder auftreten oder neu hinzukommen. So werden Wolf und Luchs in Mitteleuropa wieder heimisch. Fremdländische Tierarten wie Vielfraß, Waschbär und Marderhund siedeln sich an und konkurrieren mit heimischen Arten.
Solche Wildarten werden bei Bedarf vom Jagdrecht erfasst. Das bedeutet nicht gleichzeitig, dass sie auch bejagt werden dürfen. Einige der im Jagrecht erfassten Wildarten haben keine Jagdzeit. Sie unterliegen aber dadurch der besonderen Fürsorge (Hege) durch den Gesetzgeber und den Jäger.
Wildnutzung
Der Jäger der Steinzeit nutzte fast alle Teile des Wildes. Neben Nahrung und Kleidung lieferte ihm das Wild Ausgangsmaterial zur Fertigung von Werkzeugen, Waffen und Schmuck.
Das 5. Buch Moses (Deuteronomium) enthält eine Katalog der Tiere deren Genuss erlaubt oder verboten ist. Zu dieser Zeit waren demnach „... Hirsch und Gazelle und Damhirsch und Steinbock und Wisent und Antilope und Wildschaf ...“ auf der Speisekarte.
Der tägliche Fleischbedarf der Küche König Salomos umfasste „... zehn Mastrinder und zwanzig Weiderinder sowie hundert Schafe, abgesehen von den Hirschen, Gazellen, Antilopen und dem gemästeten Geflügel ...“ ( 1. Buch der Könige, II 5).
Das Wild hat (außer bei den wenigen verbliebenen Jagdvölkern) heute bei der Deckung des täglichen Bedarfes nur noch geringe Bedeutung.
Die Nutzung als Rohmaterial für Schmuck und Werkzeuge erfolgt nur zu Liebhaberzwecken.
Das hochwertige Leder aus dem Fell ( der „Decke“ ) der Boviden wird zu Kleidungsstücken verarbeitet. Der Pelz (der „Balg“) der Raubtiere ist in Mitteleuropa nur wenig gefragt.
In der Bundesrepublik Deutschland wurden im Jahr 2000 über 32.600 Tonnen Wildbret genutzt. Der Wert des erlegten Wildes wird für das Jahr 2000 auf 160 Millionen Euro beziffert. (DJV Handbuch Jagd 2002).
Der Konsum von Wild liegt in Deutschland sehr niedrig: im Jahr 2003 wurden pro Kopf nur rund 900 Gramm Wild verzehrt, bei einem gesamten Fleischverbrauch von 60,8 kg.
Rotwild (Hirsche), Rehwild, Sikawild, Damwild und Schwarzwild (Wildschweine) werden auch als Landwirtschaftliche Nutztiere gehalten.
Der falsche Glaube, durch den Genuss von bestimmten Körperteilen spezieller Wildarten besondere Kräfte zu erlangen hat dazu geführt, daß diese Tierarten in ihrem Bestand stark gefährdert, teilweise sogar der Ausrottung nahe sind. Organisierte Wilderei auch zur Erlangung von Elfenbein und zur Produktion von Souveniers werden durch staatlich gefördertes internationales Wildtiermanagement bekämpft.
Wildkrankheiten
Beim Wild können neben Verletzungen, Vergiftungen, Geschwülsten und Missbildungen parasitäre Krankheiten, bakterielle Krankheiten und Viruskrankheiten auftreten.
Einige der von Parasiten, Viren oder Bakterien verursachten Krankheiten sind Zoonosen d.h. sie sind auf den Menschen übertragbar.
In den Staaten der Europaischen Union regeln Gesetze die Bekämpfung von Wildkrankheiten, den Umgang mit kranken Tieren, die Vorsorge und den Schutz der Verbraucher.
Weblinks
[http://www.weltbilder.de/html/wildtiermananagment.html| Geschichte des Wildtiermanagements]
[http://www.cic-wildlife.org/| Internationaler Rat zur Erhaltung der Wildtiere und der Jagd]
Kategorie:Jagd
!
Mittelasien
Zentralasien oder Mittelasien ist eine zusammenfassende Bezeichnung für die im Zentrum des Kontinentes Asien gelegenen Staaten Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Kirgisien sowie für Sinkiang (Xinjiang) und Tibet (westliche Provinzen Chinas, wo geographisch der Mittelpunkt Asiens liegt).
Teilweise werden auch das südlicher gelegene Afghanistan sowie im Osten die Mongolei und die Wüste Gobi (Innere Mongolei) zu Zentralasien gezählt. Geographisch würde auch der an Kasachstan grenzende Süden Sibiriens dazugehören.
Russische Geographen unterscheiden zwischen Mittelasien ("Srednjaja Asija"), das die 5 oben genannten ehemaligen Sowjetrepubliken umfasst, und Zentralasien ("Zentralnaja Asija"). Letzteres umfasst die Mongolei und die zentralasiatischen Teile Chinas. In Anlehnung an diesen russischen Sprachgebrauch wurde auch im Deutschen in der DDR zwischen Mittelasien und Zentralasien unterschieden. Zu Innerasien zählen im engeren Sinne nur Sinkiang (Chinesisch-Ostturkestan), die (äußere) Mongolei, Tibet sowie Tannu-Tuwa (Tuwinische Republik im sibrischen Russland).
Neuerdings - mehr politisch als geographisch inspiriert - wird der Begriff "Zentralasien" auch auf die heute selbstständigen asiatischen ehemaligen Sowjetrepubliken eingeschränkt.
Geographie und Vegetation
Die Vegetation des Gebiets ist von Wüsten, Halbwüsten und Steppen geprägt, das Klima ist ausgesprochen kontinental und trocken.
Bevölkerung
trocken
Der westliche und zentrale Teil (einschließlich Sinkiangs) ist hauptsächlich von Turkvölkern und iranischen Völkern bewohnt und kulturell vom Islam beeinflusst. Der dünner besiedelte östliche Teil ist von Tibetern und Mongolen bewohnt und vom Lamaistischen Buddhismus geprägt.
Weblinks
- [http://www.osteuropa-netzwerk.de/Mittelasien/index.htm Linksammlungen des Osteuropa-Netzwerks zu den mittelasiatische GUS-Staaten]
- [http://www.uni-graz.at/franz.koelbl/zentralasien/ Fotos und Erlebnisse von den zentralasiatischen Ländern]
Kategorie:Asien
Kategorie:Region
ja:中央アジア
ko:중앙아시아
nb:Sentral-Asia
Kublai Khan
Kublai Khan (auch Qubilai Khan oder Kubilai Khan und seinerzeit auch als Setsen Khan betitelt), ( - 23. September 1215; † 18. Februar 1294 in Peking), war als Sohn von Sorghaghtani Beki und Bruder von Möngke Khan ein Enkel Dschingis Khans und mongolischer Herrscher von 1260 bis 1294 sowie von 1271 bis zu seinem Tod Kaiser von China.
Jugend
Als Kind hatte er chinesische Erzieher, doch in seiner Jugend lebte der spätere Khan noch ständig in der Mongolei. Als es deswegen zur Missverwaltung und zum Exodus in seinen chinesischen Ländereien kam, verlegte er seinen Aufenthaltsort dauerhaft dorthin und wurde bald ein Vertreter der chinesischen Interessen.
Gleich nach dem Regierungsantritt seines Bruders, des Großkhans Möngke Khan (reg. 1251-1259) wurde Kublai zum Statthalter in Nordchina ernannt, als solcher eroberte er 1253/54 das Königreich Tali in Yunnan. Schon damals versammelte sich um ihn eine Reihe fähiger Beamter (Lien Hsi-hsien, Liu Binzhong u.a.), welche sich um eine Verbesserung der mongolischen Verwaltung in China bemühten.
1253 übertrug Kublai, der sich selbst zum Buddhismus bekannte, dem tibetischen Mönchsgelehrten Phagspa die Verwaltung Tibets und begründete damit die bis 1354 währende Herrschaft der Sakyapa auf dem Dach der Welt. Tibetanische Wandermönche erwirkten bis zum 16. Jahrhundert nach und nach die Bekehrung der schamanistischen Mongolen. Später wurde Phagspa auch zum Reichslehrer ernannt und verbrachte lange Zeit an Kublais Hofe.
So war es auch Kublai Khan, der den Buddhismus zur Staatsreligion der Mongolen machte. Diese Religion hatte zugleich für sein Reich gegenüber allen andersartigen Einströmungen eine Schutzwirkung und trug damit nicht unwesentlich zum Zusammenhalt des Reiches bei.
Als mongolischer Großkhan
schamanistischen
Nach dem Tod Möngkes 1259 hatte sich Kublai Khan in einem Bruderkrieg gegen Arigkbugha 1260 entgegen aller Traditionen selbst zum Großkhan der Mongolen ernannt. Allein sein Bruder Hülägü (oder Hülegü), der Herrscher des Ilkhanat in Persien, war bereit, ihn als Großkhan anzuerkennen. Die Beziehungen des Kublai Khan zu seinen Vettern an der Wolga (Goldene Horde) waren angespannt, die zu den Herren im Khanat Tschagatai waren wiederholt feindselig. Trotz dieser Differenzen waren die Mongolen damals jedoch noch in der Lage, das große Reich insgesamt unter Kontrolle zu halten.
Kublai Khan verlegte nach 1264 die mongolische Reichshauptstadt schrittweise von Karakorum nach Peking, übernahm die Verwaltungspraktiken der Chinesen und bis zu einem gewissen Grad auch ihre Kultur. Seine pro-chinesische Politik brachte ihm die Missbilligung eines bedeutenden Teils des mongolischen Adels ein, da man einen in der Steppe lebenden Anführer statt eines in Peking lebenden Sohnes des Himmels wünschte.
Hochrangige Yuan-Prinzen rebellierten schließlich im unmittelbaren Machtbereich Kublais. Aber die zahlenmäßige Überlegenheit seiner Truppen und die Unbeständigkeit seiner Gegner kamen dem Großkhan zugute. Die erste Revolte scheiterte im Sommer 1277 gegen Kublais General Bayan († 1295) am Orchon in der Mongolei, die zweite im Sommer 1287 am Liao-Fluss bzw. Frühjahr 1289 bei Karakorum. Der zähste Gegenspieler des Khans war dabei Ögädais Enkel Qaidu († ca. 1303), der sich am Ili festgesetzt hatte.
Als Kaiser Chinas
Kublai Khan eroberte mit Hilfe seiner Feldherren (Bayan u.a.) nach einem längeren Krieg 1267-1276/79 den Staat der südlichen Sung-Dynastie in Südchina. Auseinandersetzungen in der Zentralverwaltung und dem Staatsrat des Sung-Reiches unter Kanzler Kia-se-tao (hinger. 1275) hatten die Loyalität der Beamtenschaft und schließlich der Armeeführung untergraben, so daß Kublai die Eroberungspläne seines Bruders wieder aufnehmen konnte. Nach einer langandauernden Belagerung der Festungen am Han-Fluss, Provinz Szechuan (besonders Xiang-yang, belagert 1268-1273) drang die Armee der Yuan nach Hangzhou vor. Die Sung-Hauptstadt Hangzhou kapitulierte 1276, letzte Anhänger der Dynastie hielten sich bis 1279, als der kleine Thronerbe in einer Seeschlacht ertrank.
Kublai einigte so das Land nach über 300-jähriger Teilung erneut und begründete die Yuan-Dynastie (1271-1368), als deren erster Kaiser er unter dem chinesischen Namen Shizu (元世祖) herrschte. Kublai wurde auch in die Abfolge der rechtmäßigen chinesischen Herrscher aufgenommen. An seinem Hofe weilte nach eigenen Angaben für mehrere Jahre der venezianische Handelsreisende Marco Polo ( - 1254, †1324), der nach seiner Rückkehr nach Italien über die hoch stehende Kultur des Ostens berichtete.
Zwei Versuche zur Eroberung Japans blieben 1274 und 1281 erfolglos (vgl. Kamikaze), so daß die weitere Ausdehnung des Mongolenreiches nun auch im Osten ihr Ende fand.
Die letzten Jahre
In seinen letzten Jahren überließ Kublai aufgrund von Krankheit und familiären Rückschlägen unpopulären Günstlingen wie dem Finanzminister Ahmed Fanakati (ermord. 1282), Lu Shih-jung und Senge (hinger. 1291) die Regierung. Steuererhöhungen und Inflation (1287 Einführung von neuem Papiergeld, dessen Wert nur noch 1/5 des Alten betrug), Intrigen in der Verwaltung und wiederholter militärischer Aufwand kennzeichnen diese Jahre. Positiv sind dagegen z.B. die Baumaßnahmen am nördlichen Abschnitt des Kaiserkanals zu bewerten.
Der Herrscher starb am 18. Februar 1294 in Peking.
Die Zeit danach
Nach dem Tod Kublais wählte man die nachfolgenden Großkhane nur noch aus seiner Nachkommenschaft, andere Prinzen hatten keine Chancen auf den Thron mehr (=Yuan-Dynastie). Diese Herrscher setzten Kublais Politik fort und konzentrierten sich weitestgehend auf die Verwaltung Chinas. Zwar sind erneute Interessenkonflikte zwischen pro-chinesischen und pro-mongolischen Parteibildungen bei Hofe zu beobachten, aber gewöhnlich hatten aber die Vertreter Chinas den längeren Atem. Versuche zur Erneuerung des mongolischen Reichsgedankens (z.B. zur Zeit von Külüq Khan oder Qoshila) blieben daher eine Randerscheinung.
Man verbindet folglich mit Kublai Khans Tod die endgültige Aufteilung des Mongolenreiches in vier unabhängige Teilreiche: Goldene Horde, Yuan-Reich, Ilkhanat und Tschagatai-Khanat.
Nach Mißwirtschaft und einer Reihe von Naturkatastrophen um die Mitte des 14. Jahrhunderts wurden die Mongolen aus Peking vertrieben, so daß 1368 die Ming-Dynastie an die Macht kam. Die Mongolen zogen sich in die Steppe zurück. Lediglich ein Jahrzehnt nach dem Tod von Biligtü Khan, dem Begründer der "Nördlichen Yuan", wurde 1388 auch ihre alte mongolische Hauptstadt Karakorum von den Chinesen zerstört.
----
Kublai Khan taucht als Kunstfigur auch in der modernen Literatur auf: Im Roman Die unsichtbaren Städte von Italo Calvino ist er der Zuhörer Marco Polos.
Kublai Khan
Khan, Kublai
Kategorie:Yuan-Dynastie
Kategorie:Militärperson (Mongolisches Reich)
Khan, Kublai
Kategorie:Geboren 1215
Kategorie:Gestorben 1294
ja:クビライ
ko:쿠빌라이 칸
th:กุบไล ข่าน
FuchsDer Ausdruck Fuchs (v. althochdt.: fuhs der Geschwänzte) bezeichnet
- in der Biologie meistens den Rotfuchs oder einen anderen Vertreter einer Gruppe kurzbeiniger Wildhunde, siehe Fuchs (Säugetier)
- den Pelz des Fuchses, siehe Fuchspelz
- ein Pferd mit rötlich-braunem Fell, siehe Fuchs (Pferd)
- einen Tagfalter, siehe Kleiner Fuchs und Großer Fuchs
- in der Studentensprache ein Mitglied einer Studentenverbindung, siehe Fux (Studentenverbindung)
- der Abzugskanal einer Feuerung zum Schornstein, siehe Fuchs (Schornstein)
- ein gepanzertes Fahrzeug der Bundeswehr, siehe Fuchs (Panzer)
- eine Belagerungsmaschine, siehe Mauerbohrer
- (veraltet) eine Goldmünze sowie in Deutschland zuletzt die 50-Pfennig-Münze
- eine Form des Sonnenbrandes an Blättern
- den Sender bei einer Fuchsjagd, siehe Sender (Jagd)
- ein Sternbild, siehe Fuchs (Sternbild)
- die Fuchs-Felge, gemeint ist meist die 5-Stern-Leichtmetallfelge am Porsche 911, oder an Mercedes-Benz Modellen von ca. 1970 bis Mitte der 1980er Jahre (oft im Plural Füchse, Barockfelge, Barockfüchse)
- einen Rekruten, der gerade zur Bundeswehr gekommen ist
Größere Betriebe namens "Fuchs"
- die Waggonfabrik Fuchs in Heidelberg
- der globale Schmierstoff-Konzern mit Sitz in Mannheim
- die Otto Fuchs Metallwerke in Meinerzhagen
- die Metallurgietechnik VAI Fuchs der VOEST-Alpine in Österreich
- ein Betrieb für Helikopter-Flug und Wartung in der Schweiz.
Personennamen
- Anke Fuchs ( - 1937), SPD-Politikerin
- Arved Fuchs ( - 1953), Abenteurer und Buchautor
- Eduard Fuchs (1870 - 1940), deutscher marxistischer Kulturwissenschaftler
- Erika Fuchs (1906 - 2005), Übersetzerin
- Ernst Fuchs (Begriffsklärung)
- Ernst Fuchs (1831 - 1930), österr. Augenarzt und Univ.Prof.
- Ernst Fuchs ( - 1930), österr. Maler (Phantastischer Realismus)
- Ernst Fuchs, Theologe
- Franz Fuchs (1949 - 2000), österr. Briefbombenattentäter
- Gerd Fuchs ( - 1932), deutscher Schriftsteller
- Gerhard Fuchs ( - 1944), Mitbegründer der Angewandten Informatik
- Gottfried Fuchs (1889 - 1972), Fußballer (Länderspiel 1912 10 Tore)
- Günter Bruno Fuchs - deutscher Schriftsteller
- Harald Fuchs ( - 1951), Physik-Professor
- Horst Fuchs ( - 1946), Homeshopping-Verkäufer
- Immanuel Lazarus Fuchs (1833 - 1902), deutscher Mathematiker
- Jakob "Jockel" Fuchs (1919 - 2002), Oberbürgermeister der Stadt Mainz
- Johann Nepomuk von Fuchs (1774 - 1856), deutscher Chemiker
- Josef Fuchs (1906 - 1996), Totengräber in Wien-Simmering und Träger des goldenen Verdienstzeichens der Stadt Wien
- Jürgen Fuchs (1950 - 1999), Schriftsteller und Bürgerrechtler (DDR)
- Klaus Fuchs (1911 - 1988), britischer Physiker, DDR-Atomspion
- Leonhart Fuchs (1501 - 1566), Mediziner und Biologe (Fuchsie, Kräuterbuch)
- Marta Fuchs (1898 - 1974), Opernsängerin (Dresden, internat.)
- Matthias Ägidius Fuchs, kurbayerischer Kriegskommissär
- Dr. Michael Fuchs, deutscher Politiker und CDU-Abgeordneter des Deutschen Bundestages
- Norbert Klaus Fuchs ( - 1941), Dipl.-Ing. und Schriftsteller
- Otto Fuchs, Schriftsteller
- Paul Freiherr von Fuchs (1640 - 1704), brandenburgischer Minister
- Rupert Fuchs (1893 - 1963), böhmisch-deutscher Landschaftsfotograph
- Ruth Fuchs ( - 1946), deutsche Leichtathletin
- Thomas Fuchs (Begriffsklärung)
- Thomas Fuchs (Autor) ( - 1964), deutscher Journalist und Autor
- Thomas Fuchs (Politiker), schweizer Politiker
- Vivian Fuchs (1909 - 1999), britischer Geologe und Polarforscher
- Werner Fuchs (Begriffsklärung)
- Werner Fuchs (1927 - 2005),Deutscher Maler
ja:フックス
HaseDer Ausdruck Hase bezeichnet:
- allgemein ein Tier aus der Ordnung der Hasenartigen (Lagomorpha), meist aus der Familie der Hasen (Leporidae), besonders aus der Gattung Echte Hasen (Lepus)
- speziell den Feldhasen (Lepus europaeus)
- die umgangssprachliche und gebräuchliche (aber falsche) Volksbezeichnung für Kaninchen (Stallhase)
- einen Nebenfluss der Ems, siehe: Hase (Fluss)
- ein Sternbild, siehe Hase (Sternbild)
- der Dachhase: eine euphemistische Bezeichnung für die Hauskatze, die in Notzeiten durchaus auch gegessen wurde, als Dachhasen bezeichnen sich selbst gerne auch Dachdecker und auch sonst andere Fachleute vom Dach.
- den falschen Hasen ein Gericht aus Hackfleisch
- beim Langstreckenlauf einen Schrittmacher, der schnelle Läufer zum Rekord führen soll
- ein Sternzeichen in der chinesischen Astrologie
- der sprichwörtliche Wettlauf zwischen dem Igel und dem Hasen (nach Äsop)
- der Hase wird oft als Synonym sowohl für Schnelligkeit, wie auch für die Feigheit (beides wegen dem Davonlaufen)
- der Osterhase ist eine mythologische Vermenschlichung des Tiers, ebenfalls das Playboy-Häschen - der Bunny
- der Beinhase, Böhnhase, bzw. Bönhase war ein unzünftiger Handwerker (der keiner Zunft angehörte)
Personen
- Conrad Wilhelm Hase (1818-1902), deutscher Architekt,
- Cornelius de Hase (1653-1710), Bremer Pädagoge,
- Dagmar Hase, deutsche Schwimmerin,
- Johann Matthias Hase (1684 - 1742), deutscher Mathematiker
- Karl von Hase (1800-1890), deutscher Professor für Theologie,
- Karl Günther von Hase, deutscher Diplomat und Journalist,
- Paul von Hase (1885-1944), deutscher Generalmajor und im Widerstand gegen das Hitlerregime,
- Victor von Hase, Jurist, dem der Ausspruch "Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts!" zugeschrieben wird.
Europa
Europa ist das westliche Fünftel der eurasischen Landmasse und wird von Europäern üblicherweise als eigenständiger Kontinent betrachtet, obwohl es eigentlich ein Subkontinent ist. Insgesamt hat Europa eine Fläche von 8,327 Millionen Quadratkilometern, was Europa nach Australien zum zweitkleinsten Kontinent macht. Dennoch besitzt Europa mit rund 730 Millionen Einwohnern die drittgrößte Bevölkerung aller Kontinente. Die Ausdehnung erstreckt sich von der Nordsee und dem Atlantischen Ozean im Westen bis zum Ural im Osten.
Ural
Geographie
Europa hat eine Fläche von 8,327.000 km² und eine Küstenlänge von 37.200 km. Der nördlichste Punkt des Kontinents liegt bei ca. 71,2° n. Br. in Knivskjelodden, Norwegen, der südlichste Punkt in Tarifa im Süden Spaniens. Damit beträgt die Nord-Süd Ausdehnung ca. 3.800 Kilometer. Von Ost nach West erstreckt sich die Landmasse Europas vom Uralgebirge in Russland bis zur Atlantikküste Portugals, was ca. 6.000 Kilometer West-Ost Ausdehnung bedeutet.
Insgesamt ist Europa stark zergliedert. Es beinhaltet einige größere Halbinseln, wie die Iberische Halbinsel, die Apenninhalbinsel, die Skandinavische Halbinsel und die Balkanhalbinsel, sowie viele weitere, kleinere Halbinseln wie Bretagne und Jütland. Außerdem gibt es noch eine Vielzahl von Inseln, die größten sind die Britischen Inseln, Island, Sardinien und Sizilien.
Sizilien
Im Norden grenzt Europa an einzelne Randmeere des Nordpolarmeeres wie die Barentssee und das Europäische Nordmeer. Obwohl sich die Nebenmeere Nord- und Ostsee streng genommen innerhalb des Kontinents befinden, wird die Nordsee auch als seewärtige Grenze angesehen. Im Südosten grenzt Europa an das Kaspische Meer, im Süden an das Schwarze Meer und an das Mittelmeer, und im Westen an den Atlantischen Ozean.
Der höchste Punkt des Kontinents liegt je nach Definition der "Grenzen" Europas entweder im nördlichen Kaukasus in Russland (Elbrus (5.642 Meter)) oder aber in den Alpen zwischen Frankreich und Italien (Montblanc (4.808 Meter)). Der niedrigste Punkt Europas liegt mit 28 Metern unter dem Meeresspiegel an der Nordküste des Kaspischen Meeres.
Siehe auch: Mittelpunkt Europas
Innereurasische Grenze
Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, die Manytschniederung nördlich des Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden unter anderem die Grenze zwischen Europa und Asien.
Siehe auch: Innereurasische Grenze
Untergliederung
- Nordeuropa
- Nordwesteuropa
- Nordosteuropa
- Mitteleuropa
- Ostmitteleuropa
- Osteuropa
- Südeuropa
- Südosteuropa
- Westeuropa
Flüsse
Westeuropa
Die längsten Flüsse Europas (über 1.000 km) sind:
#Wolga (3.531 km)
#Donau (2.850 km)
#Ural (2.428 km) (an der "innereurasischen" Grenze)
#Dnjepr (2.200 km)
#Don (1.870 km)
#Petschora (1.809 km)
#Kama (1.805 km)
#Oka (1.500 km)
#Belaja (1.430 km)
#Dnjestr (1.352 km)
#Rhein (1.320 km)
#Wjatka (1.314 km)
#Elbe (1.165 km)
#Desna (1.130 km)
#Weichsel (1.047 km)
#Düna (1.020 km)
#Loire (1.020 km)
#Choper (1.010 km)
#Tajo (1.007 km)
Siehe auch: Liste europäischer Flüsse, Die längsten Flüsse der Erde
Berge
Die höchsten Berge in Europa sind:
#Elbrus (5.642 m), Russland, Kaukasus (umstritten, weil innereurasische Grenze unterschiedlich festgelegt ist)
#Dykh Tau (5.203 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Rustaveli (5.201 m), Georgien, Kaukasus (umstritten)
#Koshtan Tau (5.150 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Pushkin (5.100 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Shkhara (5.068 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten)
#Kazbek (5.047 m), Russland/Georgien, Kaukasus (umstritten)
#Mizhirgi (5.025 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Katyn (4.974 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Shota Rustaveli (4.960 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Borovikovs topp (4.888 m), Russland, Kaukasus (umstritten)
#Mont Blanc (4.808 m; mit Eiskappe), Grenze Frankreich-Italien, Alpen
#Dufourspitze (4.634 m; Monte-Rosa-Massiv), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Dom (4.545 m), Schweiz, Alpen
#Weisshorn (4.505 m), Schweiz, Alpen
#Lyskamm (4.480 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Matterhorn (4.478 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Dent Blanche (4.357 m), Schweiz, Alpen
#Finsteraarhorn (4.274 m), Schweiz, Alpen
#Zinalrothorn (4.221 m), Schweiz, Alpen
#Alphubel (4.206 m), Schweiz, Alpen
#Rimpfischhorn (4.199 m), Schweiz, Alpen
#Aletschhorn (4.192 m), Schweiz, Alpen
#Dent d'Hérens (4.171 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Breithorn (4.164 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Jungfrau (4.158 m), Schweiz, Alpen
#Mönch (4.107 m), Schweiz, Alpen
#Ecrins (4.101 m), Frankreich, Alpen
#Schreckhorn (4.078 m), Schweiz, Alpen
#Gran Paradiso (4.061 m), Italien, Alpen
#Großes Fiescherhorn (4.049 m), Schweiz, Alpen
#Piz Bernina (4.049 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Weissmies (4.023 m), Grenze Schweiz-Italien, Alpen
#Ortler (3.905), Italien, Alpen
Die bekanntesten Vulkane in Europa sind:
- Ätna (italien. Etna) (veränderlich um 3.370-3.400 m), Sizilien, Italien
- Hvannadalshnjúkur (2.119 m, unter dem Vatnajökull), höchster Berg auf Island
- Grímsvötn (1.725 m; unter dem Vatnajökull), Island
- Herðubreið (1.682 m, unter dem Vatnajökull), Island
- Vesuv(io) (ca. 1.200 m), Italien
- Stromboli (ca. 926 m), vulkanische Insel, Italien
- Santorini (Σαντορίνη) (575 m), vulkanische Insel, Griechenland
Klima
Der Kontinent liegt hauptsächlich in den gemäßigten Breiten. Das Klima ist in Europa im Vergleich mit Gebieten gleicher geographischer Breite in anderen Erdteilen wegen des Einflusses des relativ warmen Golfstroms milder. Die durchschnittliche Jahrestemperatur von Neapel beträgt beispielsweise 16 °C, während das auf nahezu gleicher Breite liegende New York 12 °C erreicht.
Schwankungen der Temperatur innerhalb eines Jahres sind in den größten Teilen des Erdteils relativ gering. Kühlen Winter stehen milde Sommer gegenüber. Nur in Gebieten, die weit vom Meer, also auch von dessen klimatisch ausgleichenden Einfluss entfernt liegen, sind die Temperaturunterschiede in verschiedenen Jahreszeiten stärker. In größten Teilen Osteuropas ist das Klima durch das Fehlen des Meeres in unmittelbarer Nähe vorwiegend kontinental geprägt. Kalte Winter und heiße Sommer sind in diesen Regionen vorherrschend.
Durch die Erdrotation und der damit verbundenen ablenkenden Kraft kommen Winde hauptsächlich aus westlicher Richtung. Da in den Küstengebieten Westeuropas deswegen Winde vornehmlich vom Atlantischen Ozean wehen, kommt es fast ganzjährig zu Regen. In Ost-und Mitteleuropa ist die Niederschlagsmenge dagegen vergleichsweise gering, da wiederum der Einfluss des Meeres auf diese Regionen zu gering ausfällt.
Hochgebirge können die Niederschlagsmenge ebenfalls stark beeinflussen. So ist der mittlere Jahresniederschlag nördlich der Alpen deutlich geringer als südlich. Die Alpen wirken in diesem Fall als Barriere, durch den es nur wenige Regenfronten schaffen durchzudringen.
In Gebieten nahe des Mittelmeers herrscht überwiegend mediterranes Klima, das heißt trockene und heiße Sommer, während es im Winter mild und feucht ist. Im Sommer gibt es vorwiegend Winde aus nördlicher Richtung, im Winter bringen westliche Winde aus Richtung des Atlantischen Ozeans dagegen häufigen Niederschlag mit.
Im Norden Europas herrscht arktisches Klima, im Südosten an der Wolga dagegen Kontinentalklima mit heißen Sommern und geringem Niederschlag.
Bevölkerung
Europa hat mit ca. 730 Millionen Einwohnern nach Asien und Afrika die drittgrößte Bevölkerungszahl aller Kontinente und gehört zu den dichter besiedelten Teilen der Erde. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 66/km². Vor allem in West-, Mittel- und Südeuropa ist die Bevölkerungsdichte relativ hoch, während sie weiter nach Norden und Osten stark abnimmt.
Sprachen
Mehr als 90 Prozent der Einwohner Europas sprechen indogermanische Sprachen.
Am weitesten verbreitet sind slawische, germanische und romanische Sprachen. Auch Griechisch, Albanisch, die baltischen und keltischen Sprachen, sowie das Romani zählen zu den indogermanischen Sprachen.
Die uralischen Sprachen stellen die zweitgrößte Sprachfamilie Europas dar.
Sie unterteilen sich weiter in die samojedischen Sprachen, die von einigen wenigen Tausend im Menschen im äußersten Nordosten Europas gesprochen werden, und in die finno-ugrischen Sprachen.
Hierzu zählen vor allem Finnisch, Ungarisch, Estnisch als Amtssprachen, ferner die in Lappland gesprochenen samischen Sprachen und einige Minderheitensprachen, vor allem in Russland.
Im europäischen Teil der Türkei ist mit Türkisch eine altaische Sprache Amts- und Titularsprache.
Andere Turksprachen sind als Minderheitensprachen in Ost- und Südosteuropa verbreitet, so etwa das Gagausische und das Tatarische.
Mit Kalmückisch wird am Ostrand des Kontinents auch eine Sprache des mongolischen Zweigs der Altaisprachen in Europa gesprochen.
Mit Maltesisch ist auf der Insel Malta zudem eine Sprache des semitischen Zweigs der afroasiatischen Sprachen Amtssprache.
Die in Spanien und Frankreich gesprochene baskische Sprache wird keiner größeren Sprachfamilie zugerechnet, ihr Ursprung konnte durch die moderne Sprachwissenschaft nicht rekonstruiert werden und ist nach wie vor unbekannt.
Darüber hinaus werden heute in Europa zahlreiche weitere Sprachen aus anderen Sprachfamilien gesprochen, die durch Einwanderer in jüngerer Zeit hierher gelangt sind.
Am gebräuchlichsten in Europa ist das lateinische Alphabet, gefolgt von dem kyrillischen Alphabet (in Russland, Weißrussland, der Ukraine, Bulgarien, Serbien, Mazedonien und Teilen Montenegros) und dem griechischen Alphabet.
Siehe auch: Liste von Sprachen in Europa, Minderheitensprachen in der Europäischen Union, Amtssprachen der Europäischen Union
Religionen
Ca. 75% der Europäer sind Christen (vor allem katholisch, protestantisch, orthodox). 7 % sind Muslime (vor allem in Südosteuropa sowie Einwanderer aus islamischen Ländern in England, Frankreich, Deutschland, Italien), außerdem gibt es Juden sowie eine größere Zahl von in jüngerer Zeit aus anderen Teilen der Welt nach Europa gekommener oder neu entstandenener Religionen.
Ca. 18 % der Europäer sind konfessionslos, besonders in den Städten und den ehemals kommunistischen Ländern im Osten, zum Teil aber auch in Deutschland.
Das Christentum erreichte Europa erstmals im 1. Jahrhundert nach Chr. Der Islam breitete sich im 8. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel, wurde aber im Zuge der "Reconquista" vom 13. bis zum 15. Jahrhundert wieder verdrängt. Europäer verbreiteten das Christentum durch Einwanderung und Mission in Amerika, Australien und in geringerem Maße auch auf anderen Kontinenten (Teile Südostasiens, Afrikas und Ozeaniens). Heute ist Europa weitgehend säkularisiert.
Städte und Metropolen
Ozeanien
Lissabon war eine der ersten kosmopolitischen Metropolen der Welt, da sie in Zeiten des Imperialismus Zentrum eines großen Kolonialreiches war. Noch 1950 befanden sich vier Städte der heutigen Europäischen Union unter den zwanzig größten der Welt, seitdem wachsen die europäischen Städte kaum noch, verlieren teilweise an Einwohnerzahlen. Diese vier größten EU-Städte waren London auf dem zweiten Platz hinter New York, Paris auf dem vierten Platz hinter Tokio, Mailand und Neapel belegten noch Platz 13 bzw. 19.
Doch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts holten die Städte der restlichen Welt, besonders die der Entwicklungsländer, z. B. Mexiko-Stadt, Manila oder São Paulo, bei den Einwohnerzahlen auf und führen jetzt die Tabelle der Welt an.
Problematisch beim Vergleich der Metropolen ist die in Deutschland übliche Abgrenzung anhand der Gemeindegrenzen, da andere Staaten dies in ihren Statistiken nicht tun (z.B. USA, Frankreich, Australien, Großbritannien). Daher fehlen in der unteren Auflistung der Metropolen polyzentrische Stadtregionen wie Rhein-Ruhr und Rhein-Main in Deutschland oder das oberschlesische Industriegebiet in Polen.
Die europäischen Hauptstädte finden sich in der Liste der Hauptstädte der Welt.
Entfernungen verschiedener europäischer Städte (Alle Messungen sind in Luftlinie angegeben):
- Amsterdam (NL) – Warschau (PL), ca. 1.100 km
- Helsinki (FIN) – Rom (I), ca. 2.200 km
- Belgrad (SCG) – Dublin (IRL), ca. 2.150 km
- Edinburgh (GB) – Hamburg (D), ca. 900 km
- Istanbul (TR) – Lissabon (P), ca. 3.200 km
- Sagres (P) – Ust Kara (RUS), ca. 5.580 km
- Wien (A) – Bratislava (SK), ca. 60 km
Kultur und Bildung
In allen Staaten Europas gibt es eine Schulpflicht oder mindestens eine Bildungspflicht, die oft vom 6. oder 7. bis zum 15. oder 16. Lebensjahr dauert. Die Grundschulzeit beträgt vier bis fünf Jahre in den meisten, sieben oder acht Jahre in den wenigsten Ländern. Danach folgt meist eine weiterführende Schule, die auch verschiedene Schultypen und -arten umfassen kann. Die Analphabetenrate ist in fast allen Ländern durch verschiedene Förderungen des Bildungssystems sehr niedrig. In vielen Ländern gibt es außerdem sehr renommierte Hochschulen und Universitäten, teilweise auch mit bestimmten fachlichen Schwerpunkten.
Bildhauerei, Malerei, Literatur, Architektur und Musik haben in Europa eine lange Tradition. Viele Städte, wie beispielsweise Paris, Rom, Berlin und Moskau werden heute als kulturelle Zentren betrachtet. Außerdem besitzen viele Städte wichtige Theater, Museen, Orchester und weitere bedeutende Einrichtungen.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Europas
Für den Menschen war Europa erst die dritte Wahl. Vor etwa 800.000 Jahren soll die Besiedlung durch den Homo antecessor begonnen haben, etwa eine halbe Million Jahre, nachdem Ostasien von Afrika aus besiedelt worden war. Während die Entwicklung des Homo sapiens in Afrika ablief, war Europa die Domäne von Homo heidelbergensis und Homo neanderthalensis. Trotz - oder vielleicht auch wegen - der widrigen Bedingungen durch die Eiszeit sollen diese Menschen vor etwa 100.000 Jahren angefangen haben, die Kultur der Altsteinzeit zu verfeinern. Mit der Jungsteinzeit und der Bronzezeit begann in Europa eine lange Geschichte großer kultureller und wirtschaftlicher Errungenschaften, zunächst im Mittelmeerraum, dann auch im Norden und Osten.
Besonders die griechische Kultur, das Römische Reich und das Christentum hinterließen ihre Spuren bis heute. In der späteren Antike vereinigte das Römische Reich erstmals das gesamte südliche Europa zusammen mit den anderen Küstenländern des Mittelmeeres in einem Großreich. Im Römischen Reich konnte sich die neue Religion des Christentums schnell ausbreiten. Trotz aller Verfolgungen wurde das Christentum unter Kaiser Konstantin I. Staatsreligion und wirkt bis heute fort.
Das Mittelalter war geprägt von der Konkurrenz zwischen dem neuen römischen Kaiser im Westen und dem alten römischen Kaiser in Byzanz, auf deren beiden Einflussspären die Spaltung in ein westliches und östliches Europa zurückgeht. Missionare verbreiteten das Christentum über Nord- und Osteuropa, so dass ganz Europa christlich wurde. Im westlichen Europa gab es Auseinandersetzungen zwischen von Kaiser und Papst um die Vorherrschaft. Die Reformation im 16. Jahrhundert spaltete die Kirche in einen katholischen und evangelischen Teil. Religionskriege waren die Folge. 1618 bis 1648 verwüstete der Dreißigjährige Krieg weite Teile Mitteleuropas.
Seit dem 15. Jahrhundert bauten europäische Nationen (besonders Spanien, Portugal, Russland, die Niederlande, Frankreich und das Vereinigte Königreich) koloniale Imperien mit großen Besitztümern in Afrika, Amerika und Asien.
Europa ist der Kontinent, der die anderen Erdteile am meisten beeinflusst hat (zum Beispiel durch christliche Missionierung, Kolonien, Sklavenhandel, Warenaustausch und Kultur).
Im 18. Jahrhundert setzte die Bewegung der Aufklärung neue Akzente und forderte Toleranz, die Achtung der Menschenwürde, Gleichheit und Freiheit. 1789 kam durch die Französische Revolution zum ersten Mal das Bürgertum an die Macht. Im frühen 19. Jahrhundert musste sich halb Europa nach dem Willen des französischen Kaisers Napoleon richten, bis er 1812 in Russland ein Fiasko erlebte.
Die Industrialisierung begann in Teilen Europas im 18. Jahrhundert und veränderte rasant den Alltag breiter Bevölkerungsschichten. Als Folge der Verarmung der Arbeiter entstand im 19. Jahrhundert die Kommunistische Bewegung. Daneben war das 19. Jahrhundert stark bestimmt vom Gedanken der Demokratie, vom Reaktionismus und vom Imperialismus. Sowohl der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) als auch der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) brachen in Europa aus und richteten riesige Zerstörungen an.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg war Europa in zwei große politisch-ökonomische Blöcke geteilt: pseudo-sozialistische Nationen in Osteuropa und kapitalistische Nationen in Westeuropa. Man sprach auch vom Eisernen Vorhang, der die Staaten Europas voneinander trennte.
Erst Perestroika und Glasnost führten in der Sowjetunion Mitte der 1980er Jahre zu einem politischen Kurswechsel. 1989 brach der Ostblock auf, die Berliner Mauer fiel, und die Sowjetunion und der Warschauer Pakt lösten sich auf.
Seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wachsen die Kulturen Europas verstärkt zusammen, was sich zum einen durch Institutionen wie die EU, aber auch durch die Bevölkerungs- und Wirtschaftsschwerpunkte zeigt (siehe auch Blaue Banane).
Siehe auch: Wiege Europas, Alteuropa
Politik
Europäische politische Organisationen
In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde als erste gemeinsame europäische Institution der Europarat gegründet, der nach Ende des Ost-West-Konfliktes 47 Staaten umfasst.
Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die 1975 als Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbei in Europa (KSZE) damals blockübergreifend gegründet wurde, und der neben europäischen Ländern auch die USA und Kanada angehören.
Wer im politischen Sinne von "Europa" spricht, meint aber meist die Europäische Union (EU) oder ihre Vorläufer: 1951 schlossen sich Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Deutschland, Italien und Frankreich zur Montanunion bzw. EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) zusammen. Der Versuch, eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) sowie eine Europäische Politische Gemeinschaft (EPG) zu gründen, scheiterte 1954 an der französischen Nationalversammlung. Daraufhin wurden 1957 mit den Römischen Verträgen die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) sowie die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. Der Sammelbegriff Europäische Gemeinschaften (für EGKS, Euratom und EWG) wurde im alltäglichen Sprachgebrauch mehr und mehr durch den Singular Europäische Gemeinschaft verdrängt. Mit dem Maastrichter Vertrag wurde schließlich die die alten Gemeinschaften und Kooperationsformen überwölbende Europäische Union gegründet.
Ein Großteil der Mitgliedsländer der ebenfalls in den 50er Jahren gegründeten EFTA (European Free Trade Association) ist mittlerweile in die EG/EU übergetreten - die verbliebene EFTA ist ihr über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eng verbunden. Nach der Erweiterung der EU um Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Malta und Zypern im Jahre 2004 zählt diese 25 Mitglieder.
Siehe auch: Europäisches Parlament, NATO, Europawahl, Politische Architektur Europas
Staaten in Europa
Politische Architektur Europas
- Albanien
- Andorra
- Belgien
- Bosnien und Herzegowina
- Bulgarien
- Dänemark (einschließlich der autonomen Färöer; das ebenfalls autonome Grönland ist geografisch Teil Nordamerikas)
- Deutschland
- Estland
- Finnland (mit den staatliche Besonderheiten aufweisenden Ålandinseln)
- Frankreich (mit Ausnahme der überseeischen Territorien in Nord- und Südamerika, Afrika, Ozeanien)
- Griechenland (einschließlich der souveränen Mönchsrepublik Athos)
- Großbritannien und Nordirland (einschließlich der direkt der Krone unterstehenden Insel Man und der Kanalinseln sowie des Überseegebietes Gibraltar)
- Irland
- Island (liegt geografisch auf dem mittelatlantischen Rücken)
- Italien
- Kroatien
- Lettland
- Liechtenstein
- Litauen
- Luxemburg
- Malta
- Mazedonien
- Moldawien
- Monaco
- Niederlande
- Norwegen
- Österreich
- Polen
- Portugal (mit Ausnahme des näher an Nordafrika liegenden Madeira und der auf dem mittelatlantischen Rücken liegenden Azoren)
- Rumänien
- Russland (ein Viertel der Landmasse in Europa, dies ist das historische Kernland Russlands mit 75 % seiner Bevölkerung)
- San Marino
- Schweden
- Schweiz
- Serbien und Montenegro (Staatenbund aus Serbien und Montenegro)
- Slowakei
- Slowenien
- Spanien (mit Ausnahme der spanischen Plazas de soberanía und der Kanarischen Inseln in Nordafrika)
- Tschechien
- Ukraine
- Ungarn
- Vatikanstadt
- Weißrussland
Siehe auch: Liste europäischer Nachbarstaaten
Folgende Staaten liegen mit weniger als 5% ihrer Landfläche in Europa
- Kasachstan (nur ein sehr kleiner Teil der Landfläche liegt in Europa, der Rest in Asien; bei Sportveranstaltungen wird Kasachstan gelegentlich Europa zugerechnet)
- Türkei (nur 3% der Fläche liegt geographisch in Europa, der Rest in Asien; bei Kulturveranstaltungen wird die Türkei Europa zugeordnet (in allen internationalen Sportveranstaltungen, Eurovision Song Contest u.a.); sie ist Mitglied des Europarats und hat eine Zollunion mit der EU, ist Beitrittskandidat der EU und in allen anderen europäischen Gremien vertreten)
Weitere Staaten, die gelegentlich zu Europa gerechnet werden
Aus historischen, kulturellen oder politischen Gründen werden gelegentlich auch folgende Staaten zu Europa gerechnet:
- Armenien (geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung mit indogermanischer Sprache, Territorium liegt geographisch in Asien, Mitglied des Europarates)
- Aserbaidschan (liegt geographisch in Asien; bei Sportveranstaltungen wird es Europa zugerechnet; Mitglied des Europarates)
- Georgien (geschichtlich eng mit Europa verbunden, christliche Bevölkerung, Territorium liegt geographisch in Asien; Mitglied des Europarates)
- Israel (liegt geographisch in Asien; bei Kulturveranstaltungen wird Israel oft Europa zugeordnet (Fußball-Europameisterschaft, Eurovision Song Contest).)
- Zypern (Insel im östlichen Mittelmeer, die geographisch zu Asien gezählt wird; geschichtlich eng mit Europa verbunden, seit Mai 2004 Mitglied der EU)
Abhängige Gebiete in Europa
- Åland (autonome Inselgruppe und Provinz vor Finnland)
- Berg Athos (autonome Mönchsrepublik unter Oberhoheit Griechenlands)
- Färöer (autonome Region innerhalb Dänemarks)
- Gibraltar (Überseeterritorium des Vereinigten Königreiches)
- Isle of Man (untersteht direkt der britischen Krone)
- Oblast Kaliningrad (Teil Russlands, Exklave zwischen Polen und Litauen)
- Kanalinseln (unterstehen direkt der britischen Krone)
Von europäischen Staaten abhängige Gebiete auf anderen Kontinenten
| | |