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BekennerschreibenEin Bekennerschreiben ist in der Kriminalistik ein von Terroristen, Attentätern oder Geiselnehmern verfasstes Schriftstück, in dem diese sich zu ihren Taten (häufig: Terroranschlag, Mord, Geiselnahme) gegenüber einer Behörde oder Regierung, einem Unternehmen oder einer Person bekennen. Meistens werden diese Schreiben über Mittelsmänner übergeben, um nicht ergriffen zu werden. Ein Bekennerschreiben enthält bei Terroristen häufig eine politische Forderung und eine politische Begründung für die Tat.
Es kommt auch vor, dass sich mehrere terroristische Gruppen zu der selben Tat bekennen, obwohl sie sie nicht begangen haben (Trittbrettfahrer), um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Des Weiteren ist es möglich, dass der oder die Täter mit der Formulierung eines Bekennerschreibens so lange warten, bis in der Tagespresse ausführlich über etwaige Tatmotive spekuliert worden ist. Das Schreiben wird dann gemäss dieser veröffentlichten Erwartungshaltung formuliert, um die Fahnder auf eine falsche Fährte zu locken.
siehe auch: Verantwortung
Kategorie:Kriminalistik
KriminalistikKriminalistik (aus lateinisch crimen Beschuldigung, Vergehen) ist die Lehre von der Bekämpfung einzelner Straftaten und des Verbrechertums (der Kriminalität) durch vorbeugende (präventive) und strafverfolgende (repressive) Maßnahmen. Sie kann aufgeteilt werden in Kriminaltaktik, Kriminaltechnik und Kriminaldienstkunde
Kriminalstrategie
Die Kriminalstrategie befasst sich mit der Planung des Vorgehens bei der allgemeinen Verbrechensbekämpfung. Darunter fällt auch die Vorbeugungsmaßnahmen der Kriminalität und einzelner Straftaten. Die Zweckmäßigkeit hat sich dabei nach Recht und Gesetz zu richten.
Kriminaltaktik
Die Kriminaltaktik befasst sich mit dem planmäßigen und zweckmäßigen Vorgehen bei der Verbrechensbekämpfung. Die Zweckmäßigkeit hat sich dabei nach Recht und Gesetz zu richten.
Kriminaltechnik
Unter dem Begriff der Kriminaltechnik sind alle Erkenntnisse und Maßnahmen zusammengefasst, die sich mit der Anwendung und Nutzbarmachung wissenschaftlicher Erkenntnisse im Hinblick auf kriminalistische Spuren (Spurenkunde) beschäftigen.
Kriminalballistik
Unter dem Begriff der Kriminalballistik sind alle Erkenntnisse und Maßnahmen zusammengefasst, die sich mit der Anwendung und Nutzbarmachung wissenschaftlicher Erkenntnisse im Hinblick auf kriminalistische Spuren (Spurenkunde) der Schießwaffen beschäftigen.
Daktiloskopie
Unter dem Begriff der Daktiloskopie sind alle Erkenntnisse und Maßnahmen zusammengefasst, die sich mit der Anwendung und Nutzbarmachung wissenschaftlicher Erkenntnisse im Hinblick auf kriminalistische Spuren (Spurenkunde) der Finger beschäftigen.
Kriminaldienstkunde
Die Kriminaldienstkunde gehört nur für die Sicherheitsorganisationen zum Bestandteil der Kriminalistik. Sie hat die in Verwaltungsanordnungen, Erlassen und Dienstanweisungen reglementierte Handhabung der kriminalpolizeilichen Mittel und die Regelung des Dienstbetriebes zum Gegenstand.
Abgrenzung zur Kriminologie
Kriminalistik muss als selbständige Disziplin von der Kriminologie abgegrenzt werden. Unter Kriminologie versteht man die Lehre von den Ursachen (Kriminalätiologie) und Erscheinungsformen (Kriminalphänomenologie) der Kriminalität. Beide Disziplinen können als Hilfswissenschaft der jeweils anderen gesehen werden.
Auswirkungen kriminalistisch/kriminologischer Erkenntnisse
Aus den Erkenntnissen von Kriminalistik und Kriminologie können sich neben den unmittelbaren Folgen für Verdächtige auch Einflüsse und Auswirkungen auf
a) die Kriminalpolitik im Hinblick auf die Gestaltung des formellen und materiellen Strafrechts, des Strafvollzugsrechts und
b) die Kriminalstrategie
ergeben.
Geschichte der Kriminalistik
Dem ersten modernen Kriminalisten Württembergs, dem Sulzer Oberamtmann Jacob Georg Schäffer (1745 - 1814), ging es nicht nur darum, Verbrechen aufzuklären: Er forschte sowohl nach ihren gesellschaftlichen Ursachen als auch nach den Gründen des Einzelnen.
Der Begründer der ersten Morduntersuchungskommission in Deutschland, so wie sie heute bei vielen Polizeibehörden eingerichtet ist, war der Berliner Kriminalist Ernst Gennat (1880 - 1939). Das Schema zur Abarbeitung wichtiger Schritte im Zuge der Aufklärung von Tötungsdelikten basiert auf seiner Ausarbeitung. Dieses Schema wird heute noch von der Kriminalpolizei angewendet.
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Unter dem Namen Kriminalistik wird auch eine Zeitschrift herausgegeben.
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Terrorist
Der Terminus Terrorismus (von lateinisch terror „Furcht, Schrecken“) umfasst taktisch orientierte Gewalttaten (Terror) zur Erzielung von Angst und Schrecken, meist um Aufmerksamkeit für politisch oder ideologisch motivierte Ziele zu erreichen.
Die Gesamtheit der Personen, die Terrorakte verüben, werden als Terroristen bzw. Terrororganisationen („der internationale Terrorismus”) bezeichnet. Terrorismus ist weltweit verbreitet und kein neues Phänomen. Terrorismus wird in der Regel mit einer Ideologie begründet, die der jeweils terrorisierten Gesellschaft entgegensteht und mit friedlichen Mitteln nicht durchsetzbar ist oder scheint (siehe dazu auch Fundamentalismus und Extremismus).
Ziele des Terrorismus
Ziel der Terroristen ist, auf ihre politischen, moralischen oder religiösen Anliegen aufmerksam zu machen und deren Beachtung oder Umsetzung mit Gewalt zu erzwingen. Die Gewalt richtet sich physisch gegen eine bestimmte Opfer-Gruppe, die jedoch auch eine gesamte Gesellschaft umfassen kann. Dabei soll Betroffenheit, Angst und Unsicherheit bei den potentiellen Opfern und den Adressaten einer gewaltsamen Botschaft erzielt werden. Häufig (aber nicht immer) veröffentlichen Terror-Gruppen Bekennerschreiben, die die Motivation ihrer Gewalttaten darzulegen versuchen. Die Motivation und Zielsetzung der Terroristen variiert dabei sehr stark.
Durch die in der Bevölkerung durch Anschläge aufkommende Angst, wächst der Glaube, die Regierung könne nicht für den Schutz der Bürger im Lande sorgen. Die Macht der Regierung wird somit von "innen" geschwächt.
Abgrenzung
Von Widerstandsbewegungen, Guerillas oder nationalen Befreiungsbewegungen unterscheidet sich der Terrorismus weniger durch die Wahl seiner Waffen als in der Wahl seiner Ziele: Eine nationale Befreiungsbewegung oder Widerstandsbewegung richtet sich strikt gegen die bewaffneten Kräfte des Gegners oder gegen die ihrer Meinung nach für die Unterdrückung Verantwortlichen. Der Terrorismus dagegen versucht, mit seinen Gewaltakten möglichst große Aufmerksamkeit zu erlangen, um ein Klima der Angst in der Bevölkerung zu erzeugen. Daher können terroristische Attentate sich auch gezielt gegen unschuldige Dritte wenden. Wenn eine Widerstandsbewegung nicht zwischen bewaffneten Kräften des Gegners und unschuldigen Dritten differenziert, wird sie in diesem Fall (nicht generell) als terroristisch bezeichnet.
Insgesamt ist eine objektive Eingrenzung des Begriffs Terrorismus umstritten, da er von jeweils herrschenden Regierungen sehr oft zur Denunzierung ihrer Gegner (manchmal auch unabhängig davon, ob diese Gewalt anwenden oder nicht) und zur Rechtfertigung eigener Gewaltanwendung gegen diese auch vermeintlichen Feinde der gegenwärtigen Staatsform als Legitimation herangezogen wird.
Wissenschaftliche Abgrenzungen
„Guerilla muss den Raum besetzen, Terroristen wollen dagegen das Denken besetzen.“ Dieses Zitat von Wördemann 1977, zitiert in Nohlen 2001 ist möglicherweise die umfassendste Begriffsdefinition von Terrorismus. Sie grenzt den Terrorismus von anderen Gewaltkonflikten, wie zwischenstaatlichen Kriegen, Guerillakriegen und dem Kriegsunternehmertum, ab. Dies schließt jedoch nicht aus, dass sich Akteure letztgenannter Konflikte terroristischer Mittel bedienen.
Terroristische Aktionen sind nach gängiger Auffassung Gewaltanwendungen gegen zivile Ziele und Nicht-Kombattanten mit dem Ziel, Furcht und Schrecken zu verbreiten, sowie möglicherweise bei einer Drittpartei um Sympathie und Schadenfreude zu werben mit dem Ziel, das bestehende Herrschaftssystem auszuhöhlen und umzustürzen.
Anstelle eines Versuches, den Begriff Terrorismus an sich zu definieren, soll das schon beschriebene moralische Dilemma am Beispiel des Umgangs der Vereinten Nationen mit dem Terrorismus illustriert werden, das auch von Hoffman 2002 beschrieben wird:
Beispiel: Nach dem Anschlag bei den Olympischen Spielen 1972, bei dem 12 israelische Sportler getötet wurden, schlug der damalige UN-Generalsekretär vor, dass die Vereinten Nationen sich aktiv im Kampf gegen den Terrorismus engagieren sollten. Dem widersprachen verschiedene arabische, afrikanische und asiatische Mitgliederstaaten mit der Begründung, dass jede Befreiungsbewegung von den Unterdrückern unausweichlich als Terrorismus bezeichnet würde. Völker aber, die unterdrückt und ausgebeutet werden, hätten jedes Recht, sich zur Wehr zu setzen, einschließlich der Gewalt. Daher würde eine Entscheidung für einen aktiven „Kampf gegen den Terrorismus“ die etablierten Strukturen über die nicht etablierten Herausforderungen stellen und damit den status quo festigen. Syrien fügte hinzu, dass es die moralische und rechtliche Pflicht der Vereinten Nationen sei, den Kampf für Befreiung zu unterstützen.
Aus dieser Debatte ergab sich eine definitorische Lähmung der Vereinten Nationen, die bis heute nicht überwunden wurde. Auch in der Mitteilung vom 08. Dezember 2004 zu der 59. Vollversammlung der Vereinten Nationen ist zu lesen, dass es empfohlen wird, die bislang ausstehende Definition von Terrorismus vorzunehmen. Dies war allerdings auch schon in vorangegangenen Mitteilungen der Fall, einschließlich der Deklaration zur Terrorismusbekämpfung.
Nach Kofi Annans Definition, handelt es sich bei all jenen Handlungen um Terrorismus, die die Absicht haben, den Tod oder schwere körperliche Verletzungen bei Zivilisten und nicht Kämpfenden herbeizuführen mit dem Ziel, die Bevölkerung einzuschüchtern oder eine Regierung oder eine internationale Organisation dazu zu zwingen, etwas zu tun oder zu unterlassen. Dabei sei es nicht nötig, darüber zu diskutieren, ob Staaten sich des Terrorismus schuldig machen können oder nicht, denn der uneingeschränkte Einsatz von Waffengewalt seitens eines Staates gegen eine Zivilbevölkerung sei durch das internationale Recht klar untersagt.[http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Terrorismus/annan.html]
Charakteristika des Terrorismus: Strategie und Vorgehen
Terrorismus ist eine Gewaltstrategie oft nicht-staatlicher Akteure, die damit ihre eigenen politischen Ziele durchsetzen wollen. In Bezug auf das Verhältnis von Aufwand und Ergebnis kann Terrorismus gleichzeitig eine sehr „effektive“ Form der Kriegsführung sein. Ohne großen Aufwand bzw. Ausrüstung kann sehr großer Schaden angerichtet werden.
Die Strategie des Terrorismus setzt vor allem auf psychische Effekte. Die betroffene Zielgruppe soll schockiert und eingeschüchtert, der Krieg somit in das vermeintlich sichere Hinterland des Feindes getragen werden. Durch diese Verbreitung von Unsicherheit und Chaos soll die eigene Ideologie der Terroristen durchgesetzt werden.
Die Gewalt richtet sich häufig gegen Ziele mit hohem Symbolgehalt (z.B. religiöse Orte, Regierungsgebäude), um den Gegner zu demütigen und zu provozieren, vermehrt aber auch gegen sogenannte weiche Ziele, also Plätze des öffentlichen Lebens, die nur schwer geschützt werden können (z.B. öffentliche Verkehrsmittel, Restaurants,...). Ferner kommt es zu Geiselnahmen und Entführungen, u.a. auch von offiziellen Vertretern des „Gegners“.
Die Wirkung terroristischer Aktivitäten kann durch die Berichterstattung in den Medien verstärkt werden; einige Terroristen missbrauchen diesen Effekt bewusst, etwa durch die Verbreitung von Hinrichtungs-Videos von Entführungsopfern.
Ein weiteres Ziel terroristischer Aktivitäten ist die Mobilisierung von Sympathisanten bzw. die Radikalisierung politisch nahe stehender Bewegungen. Hierbei sehen sich Terroristen als Befreier der „Unterdrückten“.
Die Mobilisierung von Unterstützern wird oft vor allem durch die Gegenreaktionen des „Gegners“ auf Anschläge erreicht. Lässt dieser sich zu unverhältnismäßigen, brutal wirkenden Maßnahmen provozieren, so soll ihn dies „entlegitimieren“ (z.B. Einschränkung der Grundfreiheiten durch Videoüberwachung öffentlicher Plätze). Auf diese Weise können Terroristen in die Rolle des Angegriffenen wechseln.
In jüngster Zeit zielt die Gewaltstrategie von Terroristen auch auf die Erzeugung von wirtschaftlichen Effekten. Indem schwer zu schützende Ziele von wirtschaftlicher Bedeutung angegriffen werden (z.B. der Anschlag auf einen Tanker vor der jemenitischen Küste oder Anschläge auf Touristenzentren), sollen die Ökonomie und die Regierungen der „Gegner“ destabilisiert und die eigenen politischen Ideologien durchgesetzt werden.
Ein bedeutendes Merkmal terroristischer Gruppen ist, dass sie meistens als Terrorzellen taktisch völlig unabhängig voneinander operieren. Jede Terrorzelle entscheidet autonom, wann sie die Initiative ergreift. Das führt dazu, dass Terroristen nicht als Einheiten angreifbar sind (s. Terrorismusbekämpfung).
Terroristische Gruppen entfalten häufig auch kriminelle Aktivitäten, die nicht primär politisch motiviert sind, sondern auch der Beschaffung von Finanzen dienen. Daher weisen sie (wie z.B. die ETA oder die PKK) oft zwangsläufig eine Verbindung zur organisierten Kriminalität auf.
Begriffsgeschichte
Das Wort Terrorismus (lat. terror: Furcht, Schrecken) (sowie Terrorist und terrorisieren) wurde erstmals zur Bezeichnung einer gewaltsamen Regierungsmaßnahme im 18. Jahrhundert verwendet. Im Zusammenhang mit der Französischen Revolution wurde der „Terror des Konvents“ von 1793 bis 1794 ausgerufen, als die Regierung alle als konterrevolutionär eingestuften Personen hinrichten oder inhaftieren ließ. Dabei wurden unter anderem guillotiniert: Ludwig XVI., Marie Antoinette und Gräfin Dubarry. 1796 fand es Eingang in den deutschen Sprachgebrauch.
Nach dem 11. September 2001 wurde der Begriff „Krieg gegen den Terrorismus“ (war on terrorism) geprägt.
Arten von Terrorismus
Zwei Möglichkeiten, Terrorismus zu untergliedern, erscheinen sinnvoll. Zum einen nach der räumlichen Ausdehnung, und zum anderen nach Motivation und Zielsetzung. Nach der räumlichen Ausdehnung lassen sich drei Typen des Terrorismus unterscheiden:
- Nationaler Terrorismus beschränkt sich in Zielsetzung und Aktionsradius auf das Territorium eines Staates. Beispiele dafür sind die maoistischen Bewegungen in Nepal, Bhutan, Bangladesch, Indonesien und auf den Philippinen oder auch die RAF in Deutschland.
- Internationaler Terrorismus hat zwar staatsinterne Ziele, der Aktionsradius geht jedoch über die Grenzen des Landes hinaus, und unbeteiligte Dritte werden zu Opfern gemacht. Beispiele dafür sind die palästinensische Hamas und die philippinische Abu Sayyaf.
- Transnationaler Terrorismus hat weite Teile der Welt als Ziele im Visier und zielt auf die Änderung der internationalen Ordnung ab. Das Terrornetzwerk Al-Qaida ist die einzige Vereinigung, auf die das zutrifft. Der transnationale Terrorismus wird oft auch als internationaler Terrorismus bezeichnet.
Legt man Motivation und Zielsetzung zu Grunde, so lassen sich vier Hauptformen des Terrorismus erkennen: (Vgl. hierzu Nohlen 2001, S. 514-518.)
Der sozialrevolutionäre Terrorismus
Diese Art des Terrorismus hat ihren geistigen Ursprung im Umfeld der „Neuen Linken“ in den 60er Jahren. Anschläge zielen auf die Umwälzung bestehender Herrschafts- und Besitzverhältnisse im betroffenen Land ab. In den Ländern der westlichen Welt scheiterten derartige Bewegungen durchweg und verloren mit dem Fall des Eisernen Vorhangs völlig an Bedeutung. In Lateinamerika war er Ursprung für heutige Guerillavereinigungen, wie die FARC oder ELN. Gegenwärtig gibt es diesen marxistisch inspirierten Terrorismus in Form von „maoist movements“ in Ländern Süd- und Südostasiens.
Der (ethnisch-) nationalistische Terrorismus
Er wird von militanten Organisationen von Minderheitspopulationen verübt. Die Minderheiten haben ein bestimmtes Identitätsbewusstsein, das sich auf einer eigenen Kultur und Sprache begründet, die sich von der Mehrheit der Bevölkerung des Landes unterscheidet. Das Ziel ist oft die Abkopplung eines Gebietes von einem Nationalstaat.
Beispiele siehe Terrororganisation
Religiöser Terrorismus
Der Ausdruck "religiöser Terrorismus" stößt weithin auf Widerspruch; sowohl bei den Vertretern der Religionen selbst als auch bei Außenstehenden, die die Rolle der Religionen als Korrektiv u. a. zu terroristischer Gewalt aufzeigen.
Eine differenzierte Betrachtung der geschichtlichen Erfahrung belegt jedoch, dass als terroristisch einzustufende Aktionen vielfach in durchaus religiösem Kontext erfolgen. (siehe dazu auch Fundamentalismus)
Eine Betrachtung des religiösen Terrorismus verzichtet nicht – ebenso wie die Betrachtung anderer Spielarten des Terrorismus – auf die Analyse der jeweiligen sozialen, nationalen etc. Umstände. Sie konzentriert ihr Augenmerk aber auf das besondere Motiv, das religiöse Menschen zu terroristischen Aktionen bewegt. Man könnte daher auch angemessen von jeweils religiös/national/sozial motiviertem Terrorismus sprechen.
Als Merkmal des religiösen Terrorismus ist in erster Linie die persönliche Überzeugung der Täter zu betrachten. Der Philosoph Jakob Friedrich Fries schuf im 19. Jh. hier nicht nur für religiöse Attentäter eine theoretische Grundlage.
Motive und Ziele religiösen terroristischen Handelns können u. a. sein
- die Überzeugung absoluten göttlichen Rechts, (z.B. eine "Eingebung")
- die Verteidigung der Religion gegen fremde Religionen
- die Verbreitung der eigenen Religion
- die Deklaration terroristischen Handelns als Opfer "zur höheren Ehre Gottes"
Religiöser Terrorismus trat historisch wie lokal auf sehr unterschiedliche Weise zutage. Sein Erscheinungsbild ist so vielschichtig, dass Definitionen immer wieder umstritten sind. Gleichwohl unterscheidet er sich signifikant von anderen Spielarten des Terrorismus und macht eine gesonderte Betrachtung und Darstellung unverzichtbar.
Er hat vor allem seit Mitte der 80er Jahre an Bedeutung gewonnen. Er geht aus Sekten oder fundamentalistischen Strömungen innerhalb bestimmter Religionen hervor. Insbesondere islamistische Organisationen wie die palästinensische Hamas, die libanesische Hisbollah und nicht zuletzt das Terrornetzwerk Al-Qaida und Ansar al-Islam sind bekannte Beispiele für religiös motivierten Terrorismus. Aber auch unter Protestanten in den USA gibt es extremistische Strömungen, die letztendlich den Anschlag in Oklahoma City 1995 zu verantworten hatten.
Der vigilantistische Terrorismus zielt, im Gegensatz zu anderen Formen des Terrorismus, auf die Stärkung der bestehenden staatlichen Ordnung ab, allerdings indem die Gesetze, auf denen diese Ordnung beruht, gebrochen werden. Paramilitärische Milizen und der Ku-Klux-Klan in den USA, paramilitärische Gruppierungen in Lateinamerika und auch aggressive rechtsextremistische Bewegungen in Deutschland sind als vigilantistischer Terrorismus zu bezeichnen.
Terrorismus als Kriegsform
Im unsachlichen Sprachgebrauch eventorientierter Medien und Politiker wird aber im Zusammenhang mit dem Terrorismus oft von "Krieg" gesprochen und auch die vom Grundgesetz eng begrenzte Einsatzmöglichkeit der Bundeswehr im Inneren gefordert.
Entsprechend sprechen einige Politikwissenschaftler vom modernen Terrorismus durchaus als einer Form von Krieg. Elliot Cohen, AEI-Fellow und Mitglied des Defence Policy Boards, Berater des Verteidigungsministers Donald Rumsfeld in Fragen der "großen Strategie", bekannt durch die Aussage "Der Feind in diesem Krieg ist nicht der Terrorismus … sondern der militante Islam", hat schon während des Kalten Krieges vom vierten Weltkrieg gesprochen und dabei auf den sich anbahnenden Konflikt zwischen westlicher Welt und radikalem Islamismus Bezug genommen. In diesem modernen "Krieg" nach Elliot Cohen hat der Gegner lediglich eine neue Form. Er ist "unsichtbar" und unberechenbar; Angriffe können weltweit und unvorhergesehen erfolgen. Konventionelle Armeen können in dieser Form des Krieges nicht eingesetzt werden, da er "ohne Fronten" verläuft und der "Gegner" an sich nicht existiert. Allerdings sind derartige auf eine Guerilla basierende Konzepte schon seit Napoleon bekannt.
Staatsterrorismus
Hauptartikel: Staatsterrorismus
Ob man dies unter dem Begriff „Terrorismus“ fassen kann, ist umstritten. Gehen staatliche Armeen oder zumindest informell staatlich kontrollierte paramilitärische Truppen (so genannte Todesschwadrone) gegen Widerstandsbewegungen mit der oben genannten Methode des Terrors vor, vor allem, um die nicht direkt Betroffenen (Verhaftete, Verdächtige) einzuschüchtern, so spricht man immer häufiger von Staatsterrorismus.
Der Einsatz willkürlicher und terroristischer Gewalt, im Einzelfall auch der Gebrauch von Terror gegen den politischen Gegner, prägte zum Beispiel die Schreckensherrschaft Robespierres in der Französischen Revolution (1793 - 1794) oder auch den „Roten Terror“ nach der Oktoberrevolution unter Lenin in Russland.
In der Moderne gelten insbesondere die nationalsozialistische Diktatur in Deutschland unter Adolf Hitler von 1933 bis 1945, das faschistische Italien unter Benito Mussolini von 1922 bis 1943 sowie einige postfaschistische Regime wie beispielsweise die chilenische Militärdiktatur der 1970er und 1980er Jahre unter Augusto Pinochet als Diktaturen, die staatsterroristische Methoden zur Aufrechterhaltung ihrer Macht anwandten.
Auf der Gegenseite gelten auch verschiedene nominell kommunistische Regime als Beispiele, in denen terroristische Mittel angewandt wurden, um tatsächliche oder auch nur vermeintliche Regimegegner als „Konterrevolutionäre“ „auszuschalten“. Beispielgebend hierfür gilt insbesondere die UdSSR unter Stalin zwischen 1924 und 1953, oder die Volksrepublik China, vor allem unter Mao Tse Tung während der Kulturrevolution, sowie das Pol Pot-Regime in Kambodscha in den 1970er Jahren.
Terrorismusabwehr
Hauptartikel: Terrorismusbekämpfung
Im Wesentlichen kann man hier zwei Ansätze unterscheiden: Bekämpfung des Terrorismus durch tatsächliche Kampfhandlungen und Gewaltanwendung (operative Maßnahmen) und andererseits das mit größtmöglicher Friedlichkeit geplante Vorgehen der Friedensforschung (strukturelle Maßnahmen).
Terroranschläge
Hauptartikel: Terroranschlag
Die bekanntesten und verherendsten internationalen Anschläge waren:
- die Anschläge auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam am 9. August 1998
- die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA
- die Terroranschläge am 12. Oktober 2002 in Bali
- die Terroranschläge am 11. März 2004 in Madrid
- die Terroranschläge am 7. Juli 2005 in London
Terroristische Vereinigungen
Hauptartikel: Terroristische Vereinigung
Die bekanntesten Terrororganisationen sind:
- PKK
- Al Qaida
- IRA
- die baskische ETA
Literatur
- Mark A. Gabriel: Islam und Terrorismus Resch-Verlag 2004, ISBN 3-935197-39-X
- Paul Berman: Terror und Liberalismus. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 2004 (Lizenzausgabe der Europäischen Verlags-Anstalt), ISBN 3-89331-548-9
- Ellen Bos (Hrsg.): Neue Bedrohung Terrorismus: der 11. September 2001 und die Folgen. Lit, Münster 2003, ISBN 3-8258-7099-5
- Henryk M. Broder, Segner, Hans-Eckhard (Red.): Terror: der Krieg des 21. Jahrhunderts. Spiegel-Verlag Augstein, Hamburg 2004, ISBN
- Noam Chomsky: The attack: Hintergründe und Folgen. Europa-Verlag, Hamburg 2002 ISBN 3-203-76013-4
- Peter Fuchs: Das System „Terror“: Versuch über eine kommunikative Eskalation der Moderne. transcript Verlag, Bielefeld 2004, ISBN 3-89942-247-3
- Roslyn Fuller: ISAK. Mayer-Scholz, Mammendorf 2005, ISBN 3-86611-075-8
- Mark A. Gabriel: Islam und Terrorismus: Was der Koran wirklich über Christentum, Gewalt und die Ziele des Djihad lehrt. Resch-Verlag, Gräfelfing 2004, ISBN 3-935197-39-X
- David Hamilton, Stephen Lungu, Walid Shoebat: Terror – Wie drei Terroristen aus drei Kontinenten der Ausstieg aus dem Terror-Wahnsinn gelingt. clv, Bielefeld 2004, [http://clv.dyndns.info/pdf/255538.pdf Online-Version] (PDF, 250 kB)
- Peter Heine: Terror in Allahs Namen: Extremistische Kräfte im Islam. Herder, Freiburg im Breisgau 2004, ISBN 3-451-05546-5
- Thomas Hoeps: Arbeit am Widerspruch: „Terrorismus“ in deutschen Romanen und Erzählungen (1837-1992). Thelem bei w.e.b., Dresden 2001, ISBN 3-933592-24-0
- Bruce Hoffman: Terrorismus - der unerklärte Krieg: neue Gefahren politischer Gewalt. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-596-15614-9
- Josef Isensee (Hrsg.): Der Terror, der Staat und das Recht. Duncker und Humblot, Berlin 2004, ISBN 3-428-11127-3
- Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas. [http://gutenberg.spiegel.de/kleist/kohlhaas/kohlhaas.htm (Projekt Gutenberg)], 1810 (ein literarischer Zugang zum Thema)
- Walter Laqueur: Krieg dem Westen: Terrorismus im 21. Jahrhundert. Propyläen, Berlin 2003, ISBN 3-549-07173-6
- Stephen Lungu, Anne Coomes: Der aus dem Schatten trat: vom Bombenleger zum Missionar. Francke, Marburg an der Lahn 2003, ISBN 3-86122-597-2
- Errico Malatesta: Revolutionärer Terror. 1924, [http://www.anarchismus.at/txt4/malatestaterror.htm]
- Georg Meggle (Hrsg.): Terror & der Krieg gegen ihn. Mentis, Paderborn 2003, ISBN 3-89785-381-7
- Maurice Merleau-Ponty: Humanismus und Terror. Hain, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-445-04744-8 (Athenäums Taschenbuch; 144)
- Dieter Nohlen (Hrsg.): Kleines Lexikon der Politik. Beck, München 2001, ISBN 3-406-45958-7
- Herfried Münkler: Die neuen Kriege. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2002, ISBN 3-499-61653-X
- Goedart Palm, Florian Rötzer (Hrsg.): MedienTerrorKrieg: zum neuen Kriegsparadigma des 21. Jahrhunderts. Heise, Hannover 2002, ISBN 3882291990
- Jürgen Roth: Netzwerke des Terrors. Europa-Verlag, Hamburg 2001, ISBN 3-203-81529-X
- Sebastian Scheerer: Die Zukunft des Terrorismus: drei Szenarien. zu Klampen, Lüneburg 2002, ISBN 3-934920-16-0
- Wolfgang Schluchter (Hrsg.): Fundamentalismus, Terrorismus, Krieg. Velbrück Wiss., Weilerswist 2003, ISBN 3-934730-67-1
- Carl Schmitt: Theorie des Partisanen. Duncker & Humblot, Berlin 1963, ISBN 3-428-08439-X
- Strobe Talbott (Hrsg.): Das Zeitalter des Terrors: Amerika und die Welt nach dem 11. September. Propyläen, München 2002, ISBN 3-549-07159-0
- UN 59th General Assembly: Press Release GA/10314. http://www.un.org/News/Press/docs/2004/ga10314.doc.htm 2004.
- Peter Waldmann: Terrorismus und Bürgerkrieg: der Staat in Bedrängnis. Gerling Akademie Verl., München 2003, ISBN 3-932425-57-X
- Peter Waldmann: Terrorismus: Provokation der Macht. Gerling-Akad.-Verl., München 2001, ISBN 3-932425-09-X
- Werner Weidenfeld (Hrsg.): Herausforderung Terrorismus: die Zukunft der Sicherheit. VS, Verlag für Sozialwiss., Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-14171-6
- Maj Sjöwall, Per Wahlöö: Die Terroristen. Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-22960-9 (Kriminalroman)
Siehe auch
- Asymmetrische Bedrohung
- Partisan
- Thomas-Theorem
Weblinks
- [http://www.weltpolitik.net/Sachgebiete/Internationale%20Sicherheitspolitik/Problembereiche%20und%20L%F6sungsans%E4tze/Terrorismus/ Kommentare und Analysen zum Terrorismus bei Weltpolitik.net]
- [http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/themen/Terrorismus/Welcome.html Dokumente und Texte zum Terrorismus bei der Arbeitsgemeinschaft Friedensforschung an der Uni-Kassel]
- [http://www.stura.uni-leipzig.de/~farao/gruppen.html Beschreibungen terroristischer und ähnlicher Gruppen der islamischen Welt vom Orientalischen Institut Leipzig]
- [http://www.disaster-management.net/terror_chrono.htm Kurzbeschreibungen terroristischer Aktionen von 1972 bis 2002]
ja:テロリズム
AttentäterDer Begriff Attentat (v. lat.: attentatum = versuchtes Verbrechen) bezeichnet einen geplanten, versuchten oder verübten Mord an einer öffentlichen Symbolfigur.
Begriff
Ziel des Attentats ist meist eine prominente politische Person; die Aktion erfolgt durch einen Einzelnen oder eine kleine Gruppe ("Attentäter") und wendet sich demonstrativ gegen die herrschende Macht.
Dabei ist zwischen politischer Hinrichtung und Attentat zu unterscheiden. Eine Hinrichtung kann als politische Tötung angesehen werden, aber erfolgt durch die staatlichen Organe, während ein Attentat immer als illegale Tat anzusehen ist.
Ein Attentat hat stets eine einzelne prominente Person oder Personengruppe zum Ziel; die wahllose Tötung mehrerer Angehöriger einer politischen Körperschaft bzw. eines Gemeinwesens wird als Terroranschlag bezeichnet. Gleichwohl können gezielte Attentate auch Werkzeuge des Terrorismus sein.
Das Ziel des Anschlags ist bei einem Attentat eine Persönlichkeit von hohem politischem, religiösem oder gesellschaftlichem Rang, nicht eine private Person.
So ist die Tötung eines Staatsoberhaupts durch ein Mitglied einer Rebellen- oder Untergrundbewegung ein Attentat.
Attentate können auch von Agenten fremder Mächte verübt werden.
Weiterhin kommen geplante Attentate hinzu, obwohl sie von den versuchten Attentaten zu unterscheiden sind.
Es ist nicht immer möglich, festzustellen, ob ein Plan tatsächlich bestand und durch die Regierung aufgedeckt wurde oder ob er nur als Vorwand für politische Verfolgungen diente.
Der Kreis der prominenten öffentlichen Persönlichkeiten umfasst zum Beispiel Staatsoberhäupter, Regierungsmitglieder, Richter, hochrangige Militärs, aber auch Journalisten oder Wirtschaftsführer, wenn sie eine besondere Rolle in der Politik spielen. Auch örtliche Beamte wie Oberbürgermeister oder Polizeichefs zählen zu den prominenten Personen.
Darüber hinaus umfasst der Kreis die Führer der politischen Parteien, der großen Gewerkschaften, sozialer und religiöser Organisationen, die Führer von Minderheiten und andere prominente Mitglieder wichtiger sozialer Institutionen.
Attentate werden auch als Aktionen psychisch desorientierter Menschen verübt.
Aus diesem Täterkreis werden häufig Attentate nicht auf politisch, sondern anderweitig hervorgehobene Persönlichkeiten wie Sportler oder Künstler verübt.
Neben konventionellen Waffen gebrauchen Attentäter eine Reihe alternativer Tötungsmittel (Gift, Briefbomben, Autobomben).
Literatur
- Alexander Demandt (Hrsg.): Das Attentat in der Geschichte. Bechtermünz, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-0339-8
- Jörg von Uthmann: Attentat – Mord mit gutem Gewissen. Siedler, Berlin 2001, ISBN 3-572-01263-5
Siehe auch
- Chronik der Attentate
- Terrorismus, Terroranschlag
- Heckenschütze
- Selbstmordattentat
- Gezielte Tötung
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ja:暗殺
Trittbrettfahrer (Kriminalistik)Als Trittbrettfahrer bezeichnet man in der Kriminalistik Personen oder Gruppierungen, die sich fälschlich zu von ihnen nicht begangenen Anschlägen oder anderen Straftaten bekennen (z. B. durch Bekennerschreiben) oder die notorische Straftaten nachahmen (Nachahmungstäter). In der Regel will der Trittbrettfahrer damit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich lenken.
Trittbrettfahrerverhalten durch falsche Bekennerschreiben
Falsche Bekennerschreiben stellen insbesondere bei Anschlägen ein weitverbreitetes Problem dar, da sie die Arbeit der Polizei erschweren. Da es jedoch im Interesse der tatsächlichen Täter liegt, keine Zweifel daran aufkommen zu lassen, wer die Tat begangen hat, enthielten beispielsweise die Bekennerschreiben der RAF eindeutig wiedererkennbare Elemente, die von der Polizei nicht veröffentlicht wurden, um falsche Bekennerschreiben leichter zu erkennen.
Trittbrettfahrer als Nachahmungstäter
Nach den Terroranschlägen vom 11. September und den Anschlägen mit Milzbrand-Erregern kam es in den USA zu Fällen, in denen Privatpersonen Briefe und Päckchen mit weißem, aber ungiftigem Pulver verschickten.
Kategorie: Kriminalistik
VerantwortungVerantwortung ist die Folgen zu tragen für eigene oder fremde Handlungen. Eine Verantwortung zieht immer eine Verantwortlichkeit nach sich, d. h. dafür Sorge zu tragen, dass der Verantwortungsbereich einen möglichst guten Verlauf nimmt.
Wortherkunft
Der Begriff Verantwortung kam erst im Mittelhochdeutschen auf und wurde ursprünglich im Sinne von „beantworten“ verwendet.
Definitionen
Allgemein
Sie stellt das menschliche Handeln in kausale Zusammenhänge. Diese sind z. B. temporaler, sozialer oder religiöser Natur. Innerhalb eines Verantwortungsbereiches folgen aus dem Handeln Konsequenzen in Gestalt von Erfolg, Misserfolg, Glück oder Schuld. Verantwortung ist außerdem etwas Begleitendes (man spricht vom Verantwortungsgefühl), sowie etwas Vorauslaufendes. Wer sich mit einer Aufgabe betrauen lässt, übernimmt die Verantwortung. Verantwortung ist eine positiv bewertete Größe. Wer dagegen verantwortungslos handelt, schadet seiner Umgebung, Gemeinschaft, Umwelt oder Zukunft bzw. bringt diese sogar in Gefahr. Wer Verantwortung hat, sollte sich dessen aber auch bewusst sein, da andere Menschen davon positiv und negativ beeinflusst werden. Vor allem im Bereich der Umweltproblematik, aber auch von hier auf andere Themen ausstrahlend, ist die Verantwortung mit dem Konzept der Nachhaltigkeit eng verbunden. Die Frage ob ein Mensch überhaupt eine direkte Verantwortlichkeit für sein Handeln besitzt ist zudem auch mit dem Freien Willen, dem Determinismus und der Prädestination verknüpft.
Johannes Schwartländer
Nach Johannes Schwartländer hat die Verantwortung eine „dreistellige Beziehung“:
- Allein der Mensch trägt Verantwortung
- für sein Handeln, sowie übernommene Aufgaben und Pflichten („die Verantwortung übernehmen“, „Verantwortungsbereich“, die Verantwortung für jemanden oder etwas haben)
- vor einer Instanz, die Rechenschaft fordert (z. B. Eltern, Freunde, der „Öffentlichkeit“, der „Geschichte“, einem Gericht, dem autonomen Sittengesetz, Gott als höchstem Richter)
Inkorrekte Verwendungen in der Politik
Oft wird in den Politik von "Übernahme von Verantwortung" gesprochen, auch wenn keine Konsequenzen aus dem Handeln gezogen werden. So ist häufig davon die Rede, dass Menschen für ihre Taten die "Verantwortung übernehmen", obwohl sie sich nur zu ihren Taten bekennen. Beispiel: Fischer bei der Visa-Affäre [http://www.welt.de/data/2005/02/14/463582.html] (s. a. Bekennerschreiben) .
Häufige Ungenauigkeiten, die mit Verantwortung übernehmen gleichgestellt werden:
- sich zu Fehlern bekennen
- Fehler/Schuld einräumen
Im Kontext der Globalisierung spielt auch die Frage nach der allgemeinen Verantwortlichkeit eine Rolle, wobei eine Argumentation des entmündigenden Sachzwangs im Zuge der Globalisierung an Bedeutung gewann („es gibt keine Alternativen“). Oft wird daher auch von „Verantwortung“ gesprochen, um ein Streben nach Macht oder Machterhalt zu verschleiern bzw. eine nicht anders begründbare Entscheidung zu erzwingen und deren Alternativen gezielt zu verschleiern („Verantwortung vor unseren Kindern“).
Arten von Verantwortung
Juristische Verantwortungsarten
Juristisch wird Verantwortung als die Pflicht einer Person verstanden, für ihre Entscheidungen und Handlungen Rechenschaft abzulegen. Wird einer Person eine Aufgabe und die zugehörige Kompetenz zugewiesen, so muss sie diese ausführen und bei Fehlern für die Folgen einstehen.
Es werden unterschieden:
- Handlungsverantwortung: Rechenschaftspflicht hinsichtlich der Art der Aufgabendurchführung
- Ergebnisverantwortung: Rechenschaftspflicht hinsichtlich der Zielerreichung
- Führungsverantwortung: Rechenschaftspflicht hinsichtlich der wahrgenommenen Führungsaufgaben
Politische Verantwortungsarten
In der Politik sind zwei Verantwortungsarten anzutreffen – die Mitverantwortung und die Selbstverantwortung:
- Mitverantwortung ist die politische Interpretation des Begriffs Verantwortung für gesellschaftlich gelenkte Hilfeleistung und Verbesserungsprozesse, wie etwa die Mitverantwortung für die Umwelt, Mitverantwortung für die Schwächeren, Mitverantwortung für die Kranken usw. Diese Mitverantwortung kann von den Bürgern und vom Staat wahrgenommen werden. Die Mitverantwortung wird traditionell von linken Parteien betont.
- Selbstverantwortung ist die politische Interpretation des Begriffs Verantwortung im Sinne von sich selbst überlassen. Traditionell wird diese Verantwortungsart von den neoliberalen Vertretern betont.
Die beiden Arten, die Mitverantwortung und die Selbstverantwortung, unterscheiden sich im Verantwortungsbereich und definieren damit die staatlichen Aufgaben. Während in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg unausgesprochen durch alle Schichten der Gesellschaft die Mitverantwortung ausgeprägt war, wird diese in den letzten Jahren durch die Betonung der Selbstverantwortung immer mehr verdrängt. Weder Mitverantwortung noch Selbstverantwortung ist eine höherwertige Verantwortungsart, sondern beides ist oft in Kombination erforderlich.
Siehe auch
- Ethik
- Verliererspiel
Literatur
- Greiff, Bodo: Besichtigung eines Begriffs: „Verantwortung in der Wissenschaft“, in: Leviathan, 2/1998, S. 228-242.
- Hans Jonas: Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation. Frankfurt/M., 1979, Neuauflage als Suhrkamp Taschenbuch, 1984. 425 S.
- Hans Lenk, Matthias Maring: Verantwortung. In: Historisches Wörterbuch der Philosophie. Darmstadt 2001, Bd. 11, Sp. 569-575.
- Micha H. Werner: [http://www.micha-h-werner.de/verantwortung.htm Verantwortung]. In: Düwell, Marcus / Hübenthal, Christoph / Werner, Micha H. (Hg.): Handbuch Ethik. Stuttgart: J. B. Metzler. ISBN 3-476-01749-4, S. 521-527.
Weblinks
- [http://www.hrb.at/de Haus der Verantwortung]
- [http://de.wikiquote.org/wiki/Verantwortung Zitatesammlung zu "Verantwortung"]
- [http://www.micha-h-werner.de/verantwortung.htm Handbuchbeitrag]
Kategorie: Ethisches Prinzip
ja:責任
Kategorie:KriminalistikKriminalistik
Kategorie:Polizei Brennain:This article is about the Saint Brendan of Clonfort or Bréanainn of Clonfort. For other uses, see Brendan (disambiguation).
Brendan (disambiguation)
Saint Brendan of Clonfert or Bréanainn of Clonfert (c. 484 – c. 578) called "the Navigator" , is one of the early Irish monastic saints whose legends have overshadowed their history. He was born in Ciarraight Luachra, near Tralee in County Kerry, Ireland, in 484 AD; he died at Enachduin, (now Annaghdown), in 577, aged 93. He was baptized at Tubrid, near Ardfert, by Bishop Erc. For five years he was educated under Saint Ita, "the Brigid of Munster", and he completed his studies under Erc, who ordained him priest in 512. Between the years 512 and 530 St. Brendan built monastic cells at Ardfert, and, at the foot of Brandon Hill, Shanakeel— Seana Cill, usually translated as "the old church"— also called Baalynevinoorach . It was from here that he set out on his famous seven years voyage for the Land of Delight. The old Irish Calendars assigned a special feast for the Egressio familiae S. Brendani, on 22 March; and St Aengus the Culdee, in his Litany composed at the close of the eighth century, invokes "the sixty who accompanied St. Brendan in his quest for the Land of Promise".
St Brendan is chiefly renowned for this semi-legendary quest. According to the ninth century Voyage of St Brendan the Navigator, he set out onto the Atlantic Ocean with sixty pilgrims, searching for the Garden of Eden. If it happened, this would have occurred in around 530, before his travel to the island of Britain. On his trip, Brendan is supposed to have seen a blessed island covered with vegetation; convinced that he had seen Paradise, he returned to Ireland. He also encountered a sea monster, an adventure he shared with his contemporary St Columba. It is not impossible that Brendan may have encountered North America on his journey, in which case Brendan was one of the first European visitors to the New World. Christopher Columbus relied on the legends told of St Brendan as part of his argument that it was indeed possible to travel to Asia by crossing the Atlantic.
Some propose St Brendan as one of the ancient visitors to the Americas.
Naturally, the story of the seven years voyage was carried about, and soon crowds of pilgrims and students flocked to Ardfert. Thus, in a few years, many religious houses were formed-- at Gallerus, Kilmalchedor, Brandon Hill, and the Blasket Islands -- in order to meet the wants of those who came for spiritual guidance to St. Brendan.
Later, he travelled in the British Isles and visited Wales and the holy island of Iona; returning to Ireland, he founded a bishopric at Annaghdown, where he spent the rest of his days. He was recognised as a saint by the Irish church, and his feast day is May 16.
Having established the bishopric of Ardfert, Brendan proceeded to Thomond, and founded a monastery at Inis-da-druim (now Coney Island), in the present parish of Killadysert, County Clare, about the year 550. He then journeyed to Wales, and thence to Iona, for his is said to have left traces of his apostolic zeal at Kil-brandon (near Oban) and Kil-brennan Sound. After a three years' mission in Britain he returned to Ireland, and did more proselytizing in various parts of Leinster, especially at Dysart (Co. Kilkenny), Killiney (Tubberboe), and Brandon Hill. He founded the bishopric of Annaghdown and established churches at Inchiquin, County Galway, and at Inishglora, County Mayo.
His most celebrated foundation was Clonfert, in 557, over which he appointed St. Moinenn as Prior and Head Master. Brendan was interred in Clonfert, and his feast is kept on 16 May.
In 1976, Irish explorer Tim Severin built an ox leather curragh and over two summers sailed her from Ireland via the Hebrides, Faeroe Islands and Iceland to Newfoundland to demonstrate that the saint's fantastic voyage was physically possible. On his voyage, he encountered various sights such as icebergs and sea animals such as whales and porpoises which appeared to be factual counterparts to the fantastic sights from the legends of Brendan. See The Brendan Voyage, ISBN 0349107076.
The cream liqueur Saint Brendan's is named after him.
Brandania is a Canarian group of Celtic-music players. Their name hints to the Canary Islands as St Brendan's Island.
External link
- [http://www.biographi.ca/EN/ShowBio.asp?BioId=34209 Biography at the Dictionary of Canadian Biography Online]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost10/Brendanus/bre_navi.html Navigatio sancti Brendani abbatis] (Latin)
- [http://www.faroestamps.fo/?side=b6d3d096d981070acabd94f279a86586 Faroestamps.fo - Faroese stamp edition] (English, German, French, Danish, Faroese)
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