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Belfast

Belfast

Belfast ist die Hauptstadt von Nordirland und die zweitgrößte Stadt Irlands nach Dublin. Belfast hat 277.000 Einwohner (2003) und liegt an der Mündung des Flusses Lagan in die Bucht von Belfast (engl. Belfast Lough). Es ist Sitz eines katholischen und eines anglikanischen Bischofs, Universitätsstadt und besitzt einen Seehafen. Belfast ist Sitz von Regierung und Parlament von Nordirland (beide seit 2002 suspendiert). Die Randviertel Belfasts waren v. a. in den 1970er Jahren Schauplatz des Nordirlandkonfliktes.

Bedeutung des Namens Belfast

Der Name Belfast leitet sich vom irischen Béal Feirste (; "Mündung des Farset") her. Dieser Fluss ist heute nicht mehr sichtbar und verläuft unterhalb der Bridge Street.

Sehenswürdigkeiten

Fluss Fluss Fluss Am zentralen Donegall-Square befinden sich das Rathaus (engl. City Hall, 1903, im Rahmen von Führungen zu besichtigen) und die Linen Hall Library, eine öffentliche Bibliothek, gegründet 1788. Hier findet der Interessierte alles zum bewaffneten Kampf der IRA und zum Friedensprozess. Aufgrund vieler Bombenanschläge der vergangenen Jahre ist fast die gesamte Innenstadt autofrei, was die Belfaster und ihre Gäste heute zu schätzen wissen. In der Innenstadt befindet sich das Theater (engl. Grand Opera House), erbaut 1894 durch Frank Matcham. Gegenüber liegt die bekannteste Pub, der Crown Liquor Saloon, welcher auch der älteste Pub Nordirlands ist. An der Donegall Street, einen kurzen Fußmarsch von der City Hall entfernt liegt die Kathedrale St. Anne der anglikanischen Church of Ireland. Das Schloss auf dem Cave Hill (engl. Belfast Castle) geht auf eine Normannenburg des 12. Jahrhunderts zurück. Die Queen's University mit Gebäuden aus der Tudor-Zeit hat einen besonders schönen Botanischen Garten. Das Ulster-Museum (1890) bietet spektakuläre Funde des 1588 gesunkenen Schiffs "Girona", das zur spanischen Armada gehörte. Auf den Spuren der vergangenen Unruhen kann sich der Besucher zur Peace Line begeben: In West Belfast (westlich der Schnellstraße "West Link") trennt diese Mauer die Gebiete der Falls Road (Wohngebiet katholischer Nordiren) von der Shankill Road (Protestanten). Etwa 5 km östlich der Innenstadt, in East Belfast, befindet sich das Gelände von Stormont Castle mit Sitz der (derzeit suspendierten) Regierung von Nordirland. Im vergangenen Jahrzehnt wurde das Flussufer neu gestaltet: Hotels und das Konferenzzentrum Waterfront Hall sind dort entstanden. Auf der östlichen Seite des Lagan befindet sich das Odyssey Center mit großem Saal für Eishockey und Konzerte, einem IMAX-Kino und einem großen interaktiven Museum, W5 genannt.

Geschichte

1177 entstand eine normannische Burg. Die Ansiedlung schottischer Presbyterianer wurde durch die Krone gefördert. 1603 wird Belfast gegründet. Im 17. Jahrhundert bauen aus Frankreich geflohene Hugenotten die Leinen-Industrie auf. Im 18. Jh. Erweiterung des Hafens. 1912 läuft im Hafen die Titanic zu ihrer ersten Fahrt aus. Im April und Mai 1941 starke Schäden in Hafen und Stadt durch Bombardements der deutschen Luftwaffe. 1969 beginnen die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen, beendet 1998 durch das so genannte Karfreitagsabkommen.

Wirtschaft

Seit Ende des 17.Jahrhunderts wuchs Belfast vor allem durch die Leinenindustrie zum einem bedeutenden industriellen Standort heran. Erst mit der Erweiterung des Hafens Ende des 18. Jahrhunderts gewann auch der Schiffbau an größerer Bedeutung. Die Stadt verfügt über das größte Trockendock der Welt der Werft Harland and Wolff. Die Titanic wurde hier gebaut. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Harland & Wolff Werft, befinden sich in East Belfast die ausgedehnten Werkshallen des 1909 gegründeten Flugzeugherstellers Short, der sich zunächst für die Herstellung des im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Flugbootes S.25 Sunderland einen Namen machte. Ab den sechziger Jahren spezialisierte man sich auf den Bau von zivilen und militärischen Transportmaschinen und schrieb mit der Herstellung der "Short Belfast", dem drittgrößten von Propellerturbinen angetriebenen Transportflugzeug der Welt, Luftfahrtgeschichte. 1989 wurde das Werk für 30 Millionen Pfund Sterling an die Firma Bombardier verkauft. Im Jahre 1979 errichtete die De Lorean Motor Company (DMC), das Unternehmen des amerikanischen Sportwagenbauers John De Lorean, eine Fabrik im Belfaster Vorort Dunmurry. Hier wurde bis 1983 der legendäre De Lorean DMC-12 produziert, welcher durch die Film-Trilogie Zurück in die Zukunft Kultstatus erlangte.

Sport

Belfast hat einen der bekanntesten Eishockey-Club des Vereinigten Königreichs, die Belfast Giants, der in der 8.700 Besucher fassenden Odyssey Arena beheimatet ist. Des Weiteren erfreuen sich die traditionellen irischen Sportarten Gaelic Football und Hurling besonders im katholisch-irischen Bevölkerungsteil hoher Beliebtheit. Die Spiele der Auswahl der Grafschaft Antrim in der jeweiligen Sportart werden im Roger Casement-Park ausgetragen, ein 21.000 Zuschauer fassendes Stadion im Belfaster Stadtteil Andersonstown. In der Irish Premier League, der höchsten Fußball-Spielklasse in Nordirland, sind derzeit drei Belfaster Mannschaften vertreten. Neben dem 1879 gegründeten Cliftonville FC, des ältesten Fußballvereins in Irland, sind dies auch die als "Big Two" bekannten Glentoran FC und Linfield FC. Der fast 60 Jahre ununterbrochen in der Irish Premier League vertretene Nord-Belfaster Klub Crusaders FC musste am Ende der Saison 2004/05 als zweiter Absteiger den Gang in die Irish First Division antreten. Internationale Begegnungen der Auswahl des nord-irischen Fußballverbands IFA (Irish Football Association) finden in aller Regel im rund 20.000 Besucher fassenden Windsor Park in South Belfast statt, der gleichzeitig auch dem Linfield FC als Heimkulisse dient. Die Spiele des Ulster Rugby Clubs, welcher als Unterverband in der Irish Rugby Football Union (IRFU) die Provinz Ulster repräsentiert, finden im Belfaster Ravenhill Stadion statt, welches welcher ein Fassungsvermögen von 12.500 Zuschauern besitzt. Der bisher größte Erfolg gelang Ulster Rugby im Januar 1999 mit dem Gewinn des Rugby-Europacups.

Verkehr

Die Stadt verfügt über zwei Flughäfen, den 3 km östlich gelegenen - kleineren - Belfast City Airport (IATA-Kürzel BHD) und den ca. 25 km westlich am Lough Neagh gelegenen Belfast International Airport (Kürzel BFS). Von Deutschland aus ist Belfast mit dem Flugzeug über den Flughafen Berlin-Schönefeld erreichbar, allerdings bestehen auch Umsteigeverbindungen über Amsterdam oder über London. Eisenbahnverbindungen bestehen von Derry (Londonderry) und von Larne (Fährhafen mit Großbritannien) aus. Von der Republik Irland aus ist Belfast mit einer schnellen InterCity-Verbindung von Dublin aus zu erreichen (alle zwei Stunden, Fahrtzeit etwa zwei Stunden). Der Belfaster Stadtverkehr wird von Citybus bedient, neuerdings unter der Bezeichnung Metro. Im überregionalen Busverkehr erreicht man vom Europa Bus Centre Busbahnhof an der Great Victoria Street aus (hier auch Eisenbahnanschluß) mit Ulsterbus fast alle Ziele in Nordirland. Alle größeren Orte Nordirlands, u.a. Coleraine, Derry, Omagh, Enniskillen, Armagh, Portadown und Newry, werden mit dem Goldline Express Service im Taktverkehr bedient. Über die Schnellbusverbindung nach Dublin (etwa alle zwei Stunden, Fahrtzeit drei Stunden) ist Belfast auch an das von Bus Eireann betriebene Fernbusnetz in der Republik Irland angeschlossen. Fährverbindungen bestehen vom Belfaster Fährhafen (Belfast Ferry Port) aus nach Liverpool (Norse Merchant) und Stranraer (Stena Line) sowie mit der Schnellfähre Seacat auch nach Troon in Schottland. Im Sommer bedient die Isle of Man Steam Packet Company darüber hinaus noch die Route nach Douglas auf der Insel Man.

Söhne und Töchter der Stadt


- Gerry Adams, nordirischer Politiker
- Thomas Andrews, irischer Physiker und Chemiker
- Jocelyn Bell Burnell, britische Radioastronomin
- John Stewart Bell, irischer Physiker
- George Best, nordirischer Fußballspieler
- Kenneth Branagh, britischer Schauspieler und Regisseur
- Shane Brolly, irischer Schauspieler
- William John Conway, Erzbischof von Armagh und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Mairead Corrigan, Friedensnobelpreisträgerin 1976, Aktivistin der Nordirischen Friedensbewegung
- James Galway, klassischer Flötist
- Chaim Herzog, Präsident Israels
- Alex Higgins, Snookerspieler
- Clive Staples Lewis, britischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler
- Louis MacNeice, nordirischer Dichter
- Mary McAleese, irische Politikerin
- Arlene McCarthy, Abgeordnete im Europäischen Parlament
- Alister McGrath, Professor für historische Theologie in Oxford
- James Moody (Komponist), irischer Komponist
- Brian Moore, Schriftsteller und Drehbuchautor
- Gary Moore, Bluesmusiker
- Danny Morrison, nordirischer Journalist und Schriftsteller und einer der prägenden Intellektuellen der republikanischen Bewegung
- Astral Weeks, irischer Rocksänger und Songschreiber
- Van Morrison, irischer Rocksänger und Songschreiber
- William Mulholland, irischer Ingenieur
- Patricia Quinn, nordirische Schauspielerin und Sängerin
- Osborne Reynolds, britischer Physiker
- Bobby Sands, nordirischer Widerstandskämpfer, Hungerstreikender und Abgeordneter im britischen Unterhaus
- Elizabeth Shaw, irische Künstlerin
- William Thomson, 1. Baron Kelvin, britischer Physiker
- John Watson (Rennfahrer), Autorennfahrer
- Betty Williams, Friedensnobelpreisträgerin und Friedensaktivistin

Weblinks


- [http://www.belfastcity.gov.uk/ Stadtverwaltung]
- [http://www.gotobelfast.com/ Fremdenverkehrsamt]
- [http://www.belfastcastle.co.uk/ Belfast Castle]
- [http://www.nics.gov.uk/castle/castle.htm Stormont Castle] Kategorie:Unitary Authority (Nordirland) Kategorie:Ort in Nordirland Kategorie:Ort mit Seehafen ja:ベルファスト ko:밸파스트 simple:Belfast

Nordirland

Nordirland ist ein Landesteil des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Nordirland. Es besteht aus dem größten Teil der historischen irischen Provinz Ulster im Norden Irlands. Im Verhältnis zur Republik Irland ist Nordirland dichter bevölkert und hat mehr Industrie.

Geografie

Nordirland bildet die Fortsetzung des Landschaftsbildes in Nordengland und Südschottland nach Westen hin. Die Küstenlinie ist reich gegliedert. Das Klima ist - wie überall auf den Britischen Inseln - ozeanisch und wird vom Golfstrom beeinflusst. Nordirland hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 130 km. Von Osten nach Westen sind es 180 km. Die Länge der nordirischen Küste ist etwa 500 km. Die Insel Rathlin im Nordosten gehört zu Nordirland. Es gibt drei Höhenzüge: im Nordwesten die Sperrin Mountains, im Nordosten das Antrim Plateau, im Südosten die Mourne Mountains (852 m). Wichtige Städte:
- Armagh
- Ballycastle, Ballyclare, Banbridge, Bangor, Belfast, Bushmills
- Carnmoney, Carrickfergus, Coleraine, Comber, Cookstown, Craigavon
- Derry, Donaghadee, Downpatrick,Dromore, County Down, Dundonald, Dungannon, Dungiven
- Enniskillen
- Glengormley
- Hillsborough
- Larne, Limavady, Lisburn, Lurgan
- Magherafelt
- Newcastle, Newry, Newtownards, Newtownstewart
- Omagh
- Portrush, Portstewart, Portaferry
- Strabane
- Warrenpoint

Wirtschaft

Nordirland war - wie die Republik Irland - von Auswanderung geprägt. Größere Investitionen wurden aufgrund der ethnischen Spaltung und der politischen Unsicherheit kaum getätigt; das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bewegte sich 1991 auf 81 % des Durchschnitts im Vereinigten Königreich; die Arbeitslosigkeit war hoch. Seit 1997 wird mehr investiert und die Wirtschaft wächst stärker. Seit 1999 erlebt das Land einen Anstieg beim Tourismus.

Verwaltung

1972 wurde das Nordirlandministerium (engl. Northern Ireland Office, Abk. NIO) in London geschaffen, das von einem Minister (engl. Secretary of State) geleitet wird. Heute (2005) ist dies Peter Hain. Das Ministerium ist verantwortlich für die Bereiche Justiz und Gefängniswesen (engl. criminal justice und prisons), Polizei (siehe unten), die Fürsorge für Opfer von politisch motivierten Verbrechen (engl. victims) sowie - seit dem 14. Oktober 2002, an dem die Regionalregierung direkt der Zentralregierung unterstellt wurde - die Rechtsaufsicht über die Behörden in Nordirland. Wie auch in Wales und Schottland setzt die Regierug von Tony Blair ihre Politik der Dezentralisierung (engl. devolution) auch in Nordirland um und hat eine Regionalverwaltung geschaffen. In Nordirland gibt es das Büro der Exekutive (engl. Office of the Minister and the Deputy Minister) sowie zehn Regional-Ministerien (engl. departments), nämlich für Landwirtschaft (engl. agriculture), für Kultur (engl. culture, arts and leisure), das Kultusministerium (engl. education), das Ministerium für Umweltschutz (engl. environment), für Finanzen (engl. finances and personnel), für Gesundheit (engl. health), für Wirtschaft (engl. enterprise, trade and investing), für Fortbildung (engl. employment and learning), für Regionalentwicklung (engl. regional development) sowie für Soziales (engl. social development). Der Vorteil dieser Konstruktion liegt darin, dass die Ministerien der Republik Irland ein Gegenüber nicht in London, sondern in Belfast haben und das allmähliche Zusammenwachsen Irlands so gefördert wird. Bis 1972 war Nordirland in sechs Bezirke (engl. counties) gegliedert (durchschnittliche Einwohnerzahl: 260.000). Diese waren Antrim, Armagh, Down, Fermanagh, Londonderry und Tyrone. Seitdem gibt es 26 Landkreise (engl. districts) mit durchschnittlich 60.000 Einwohnern.

Geschichte

Landkreis Siehe Hauptartikel: Geschichte Nordirlands, Nordirlandkonflikt Die Teilung Irlands in die Republik Irland und Nordirland fand 1926 statt. In der Folge wurde der katholische Bevölkerungsteil bei Jobs und Wohnungen benachteiligt. Die Gesellschaft teilte sich in meist katholische Republikaner oder Nationalisten (Ziel: Vereinigung mit der Republik Irland) und meist protestantische Unionisten oder Loyalisten (Ziel: Verbleiben unter britischer Regierung).

Politik

Die politischen Parteien spiegeln bis heute die ethnische Spaltung der Provinz wider; Democratic Unionist Party (DUP) und UUP (gemäßigt) treten für die protestantisch-pro-britisch-unionistische Seite an, Sinn Féin (SF) und SDLP (gemäßigt) für die katholisch-pro-irisch-nationalistische Seite. Die Alliance Party ist eine überkonfessionelle Partei. Die Wahlen vom 26. November 2003 ergaben folgende Ergebnisse (in Prozent): DUP 26,1, UUP 23,0, Sinn Fein (SF) 24,0, SDLP 17,8.

Kirche

Anglikanische Kirche: Anders als in England besteht seit 1871 keine Staatskirche. Etwa 260.000 Menschen (13 % der Bevölkerung) rechnen sich zur anglikanischen Gemeinschaft, deren Erzbischof (Robert Eames) in Armagh residiert und auch für die etwa 70.000 Mitglieder in der Republik Irland zuständig ist. Katholiken: Etwa 40 % der Nordiren bezeichnen sich als römisch-katholisch. Der Sitz des Primas von Irland (Sean Brady) befindet sich ebenfalls in Armagh. Auch der katholische Primas ist eine gesamtirische Institution. Die größte protestantische Gemeinschaft bilden die Presbyterianer (u.a. Ian Paisley) mit etwa 20 %. Daneben gibt es 3 % Methodisten.

Polizei

Die frühere Royal Ulster Constabulary (RUC) heißt seit 1999 Police Service of Northern Ireland (PSNI). Während sie bis 1998 fast ausschließlich aus unionistisch-protestantischen Beamten bestand, wurde sie 1999 um die Hälfte auf etwa 7000 Beamte verkleinert und soll bei Neueinstellungen zur Hälfte irisch-katholische Bewerber einstellen, um den sozialen Frieden gewährleisten zu können.

Tourismus

Police Service of Northern Ireland Nordirland ist ein sicheres Reiseland; die Grenzkontrollen zwischen Nordirland und der Republik Irland sind zum Großteil entfallen. Sehenswertes Naturdenkmal ist der Giant's Causeway (dt. Damm des Riesen), rund 40.000 Basaltsäulen am Meer, geschützt durch den National Trust, etwa 20 km westlich von Ballycastle an der Nordküste von Antrim. Weitere sehenswerte Gegenden und Landschaften sind:
- Die Berge von Mourne (engl. the Mountains of Mourne)
- Lough Neagh, größter See der Britischen Inseln
- Lough Erne
- Strangford Lough
- Carlingford Lough
- Die Antrim-Täler (engl. the Glens of Antrim)
- Das Seenland von Fermanagh (engl. the Fermanagh Lakeland)
- Die Sperrin-Berge (engl. the Sperrin Mountains)
- Die Nationalparks (engl. the National parks of Northern Ireland) Wie auch in der Republik Irland gehört Golf, Angeln, Wandern und Bootstourismus zu den möglichen Urlaubsaktivitäten; es gibt Bootstouren, die die Republik Irland und Nordirland verbinden. Kulturelle Ereignisse konzentrieren sich in Belfast und Derry. Der Tourismus trägt mit 1,5 Mio. Besuchern (2002) zu 2 % zum nordirischen BSP bei; die große Mehrheit der Besucher kommt aus der Republik Irland sowie aus den anderen Landesteilen des Vereinigten Königreiches. Etwa 100.000 Besucher kommen je aus den USA und der EU.

Verkehr

Flüge: Nordirland hat drei internationale Flughäfen, zwei bei Belfast, einen bei Derry. Direktflüge von Deutschland bietet im Sommer 2005 nur EasyJet ab Berlin-Schönefeld an. Auto: Der Motorway M1 verbindet Belfast mit Dungannon, der Motorway M2 führt von Belfast nach Antrim, der Motorway M3 von Belfast nach Ballymacarrett. Eisenbahn: Nordirland hat ein relativ dünnes Bahnnetz von 340 km. Translink nutzt ausschließlich Züge mit Dieselantrieb und verbindet Belfast mit:
- Londonderry (via Ballymena und Coleraine) nach Norden,
- Larne nach Nordosten,
- Dublin (via Portadown) nach Süden
- Bangor nach Osten

Literatur

Es gibt bislang (November 2004) keinen deutschsprachigen Reiseführer nur für Nordirland; Nordirland bildet daher jeweils ein Kapitel in Reiseführern über Irland oder das Vereinigte Königreich.
- Friedhelm Rathjen, Singenden Fahrradreifen in Ulster. Eine irische Grenzerfahrung, Scheeßel (Edition ReJoyce) 2004, ISBN 3000135510
- Dietrich Schulze-Marmeling (Hg.), Nordirland. Geschichte, Landschaft, Kultur, Touren, Göttingen (Vg. Die Werkstatt) 1996, ISBN 3895331775

Weblinks


- [http://www.britischebotschaft.de/de/embassy/political/northern-ireland.htm Informationen der Britischen Botschaft in Berlin (dt.)]
- [http://www.irland-ferien.de Irisches Fremdenverkehrsamt mit Infos auch zu Nordirland (dt.)]
- [http://www.discovernorthernireland.com/ Fremdenverkehrsamt (engl.)]
- [http://www.onlineni.net Nordirland Online (engl.)]
- [http://www.northernireland.gov.uk/ Verwaltung (engl.) mit Links zu den Regional-Ministerien]
- [http://www.nio.gov.uk Das Nordirlandministerium in London (engl.)]
- [http://www.ofmdfmni.gov.uk Das Büro des Ersten Ministers in Belfast (engl.)]
- [http://www.ntni.org.uk/ National Trust mit Infos zum kulturellen Erbe (engl.)]
- [http://www.translink.co.uk Eisenbahngesellschaft Translink (engl.)]
- [http://www.ireland.anglican.org Anglikanische Kirche in Irland]
- [http://www.catholiccommunications.ie Die Irische Katholische Bischofskonferenz (Republik Irland und Nordirland)] ja:北アイルランド ko:북아일랜드 simple:Northern Ireland

Irland (Insel)

Irland ist die westliche, kleinere Insel der beiden großen nordwesteuropäischen Inseln, welche generell, jedoch nicht unumstritten, als die Britischen Inseln bekannt sind. Sie ist ca. 450 km lang und ca. 260 km breit und liegt im Atlantik bei . Insgesamt hat sie eine Fläche von etwa 84 421 km². Man bezeichnet Irland auch als die "Grüne Insel". Der englische Name der Insel lautet Ireland, der irische Name Éire. Der lateinische Name lautet Hibernia. Auf der Insel liegen die Republik Irland und Nordirland, welches Teil des Vereinigten Königreichs bildet. Irland wurde im Mittelalter in vier (zeitweise fünf) Provinzen (engl. province, ir. cúige) eingeteilt: Ulster im Norden, Connacht (früher geläufige englische Schreibung: Connaught) im Westen, Munster im Südwesten und Leinster im Südosten und Osten. Die Provinzen waren in der Vorzeit wichtige Regionen sind aber seit langer Zeit politisch bedeutungslos, jedoch fühlen sich viele Iren "ihrer" Provinz zutiefst zugehörig. Heute sind die Provinzgrenzen im Allgemeinen entlang der Grafschaftsgrenzen gezogen:
- Ulster stimmt bis auf die Grafschaften (engl. county, ir. condae) Donegal, Cavan und Monaghan mit Nordirland (Sechs Grafschaften: Antrim, Armagh, Down, Fermanagh, Derry und Tyrone), überein.
- Connacht umfasst die Grafschaften Galway, Mayo, Sligo, Leitrim und Roscommon.
- Munster setzt sich aus Cork, Kerry, Limerick, Clare, Tipperary und Waterford zusammen.
- In Leinster liegt die Hauptstadt der Republik Irland Dublin, die gleichzeitig auch eine eigene Grafschaft bildet. Weiterhin sind in Leinster die Grafschaften Wexford, Carlow, Kilkenny, Wicklow, Kildare, Offaly, Laois, Meath, Westmeath, Longford und Louth vertreten.

siehe auch

Portal Irland

Weblinks


- http://www.irish-net.de/
- http://www.irishtourist.com
- [http://home.versanet.de/~jleine/index.htm Sehr umfangreiche Linksammlung über Irland]
- http://www.irland-inside.de/
- http://irland-fahrt.de/
- http://www.irland-photos.com/
- http://www.europaserviceba.de/ Generelle Informationen zu Arbeiten in Irland
- [http://www.irland-reise.org/ Webseite über Irland aus der Sicht eines deutschen Auswanderers] Kategorie:Insel (Irland) ja:アイルランド島 ko:아일랜드 섬 simple:Ireland th:ไอร์แลนด์

Dublin

Dublin ist die Hauptstadt und größte Stadt der Republik Irland. Der irische Name ist Baile Átha Cliath oder , "Ort (an) der Furt (an) der Schilfhürde", wobei Baile für "Ort" oder "Dorf" steht und Áth Cliath (Gen.) für "Furt an der Schilfhürde". Veraltet ist Dubhlinn , "Schwarzer Tümpel" oder "Schwarzer Sumpf".

Geographie

Gen. Dublin liegt an der Ostküste der Insel Irland und der Mündung des Flusses Liffey. Dublin liegt durchschnittlich 20 Meter über NN.

Bevölkerung

In den Stadtgrenzen leben offiziell 500.000 Einwohner. Im Grossraum Dublin, der auch die Vororte und Satellitenstädte umfasst, leben ca. 1,1 Millionen Menschen (CSO Census 2002). Dies entspricht rund einem Viertel der Bevölkerung des Landes.

Stadtgebiet

Die Liffey teilt Dublin in den ärmeren Nordteil (Northside) und den eher wohlhabenden Süden (Southside).

Bedeutung und Institutionen

Dublin ist Sitz eines katholischen und eines anglikanischen Erzbischofs. In Dublin befinden sich neben den Universitäten (Trinity College, Dublin City University, National University of Ireland) verschiedene andere wissenschaftliche und kulturelle Einrichtungen. Außerdem finden sich hier das Parlament, der Sitz der Regierung und auch der oberste Gerichtshof. Kulturell hat sich Dublin in den letzten Jahren aufgrund des Wirtschaftsaufschwungs sehr stark weiterentwickelt. Neben dem (bei Touristen) wohlbekannten Viertel Temple Bar mit vielen Nachtclubs haben sich auch in der restlichen Innenstadt (besonders entlang des Liffey) neue und angesagte Bars, Nachtclubs und Restaurants etabliert. Mit dem Bau des "International Financial Services Centre" wurden in den letzten Jahren zunehmend internationale Finanzdienstleister angelockt.

Geschichte

Hauptartikel: siehe Geschichte Dublins Geschichte Dublins Die Geschichte Dublins ist eng mit der Geschichte Irlands im Allgemeinen verknüpft, da die Stadt seit dem 12. Jahrhundert die Hauptstadt der Insel ist. Die erste bekannte Erwähnung findet Dublin in den Schriften des Ptolemäus aus dem Jahr 140 n.Chr. unter dem Namen Eblana. Ursprünglich bestand die Stadt aus einem keltischen Fischerdorf mit dem Namen "Áth Cliath", was soviel wie Hürden-Furt bedeutet. 832 gründeten Wikinger daneben ein eigenes Dorf, das sie "Dubh Linn" nannten. 1170 wurde die Siedlung anglonormannisch und erhielt 1172 Stadtrechte. Nach der normannischen Invasion Irlands wurde Dublin Hauptstadt und löste damit den Hill of Tara ab. In diese Zeit fällt auch der Baubeginn des Dublin Castle. Während der Periode der Lordship of Ireland (1171-1541) etablierte sich Dublin als Hauptstadt Irlands. 1541-1800 Kingdom of Ireland Im 17. Jahrhundert expandierte die Stadt rapide. 1801 wurde Irland ein Teil des United Kingdom und Dublin war Hauptsitz der britischen Verwaltung in Irland. 1916 kam es in Dublin zu einem Aufstand gegen die Briten (Osteraufstand). Es folgte der Irische Unabhängigkeitskrieg und darauf der Irische Bürgerkrieg, der in Dublin große Schäden anrichtete. Viele der wichtigsten Gebäude wurden zerstört. 1922 wurde Irland unabhängig und Dublin zur Hauptstadt der Republik Irland. Seit den 1970er Jahren begann die Stadt sich wieder zu entwickeln und hat seitdem enorme Veränderungen erlebt. 1988 feierte Dublin offiziell ihr "1000 Jähriges Jubiläum".

Name der Stadt

Der Name Dublin ist die englische Form von Dubh Linn (irisch für "Schwarzer Tümpel"). In der alten irischen Schrift wurde die heutige Kombination 'bh' als 'b' mit einem Punkt über dem eigentlichen Buchstaben geschrieben, was den Wegfall des 'h' erklärt. Die normannisches Französisch sprechenden Engländer, die das irischsprachige Irland ab 1169 erreichten, kannten die Bedeutung des Punktes über dem 'b' für die Phonetik nicht, weshalb sie ihn schlicht wegfallen ließen und den Namen der Stadt Dublin schrieben. Mittlerweile lautet der moderne irische Name der Stadt Baile Átha Cliath (irisch für Stadt der Furt an der Schilfhürde), der sich auf eine im Jahre 988 von König Mael Sechnaill II. gegründete Siedlung an dem besagten schwarzen Tümpel bezieht, die eigentlich an die Stadt Dubh Linn angrenzte.

Wirtschaft

Verkehr

Phonetik Über den Hafen von Dublin bestehen Fährverbindungen nach Liverpool und Holyhead. Dublin besitzt zudem den internationalen Flughafen in Collinstown. Dublin hat ein S-Bahn-System (DART), seit dem 5. Juli 2004 wird nach 44 Jahren mit Luas auch wieder eine Straßenbahn in der Stadt betrieben. Außerdem gibt es den Dublin Bus (irisch Bus Átha Cliath) der durch fast ganz Dublin fährt. Die Reisegesellschaft Bus Éireann fährt durch die ganze Insel (Republik Irland und Nordirland).

Kultur

Architektur

Nordirland
- Georgianische Architektur / Georgianisches Dublin
- Half Penny Bridge
- Customs House
- Four Courts
- Bank of Ireland
- Cityhall
- The Spire
- Irische Nationalbibliothek

Kirchen

Irische Nationalbibliothek Irische Nationalbibliothek
- Saint Patrick's Cathedral (anglik.)
- Christ Church Cathedral (anglik.)

Theater und Musik


- Abbey Theatre
- National Concert Hall

Museen und Ausstellungen


- National Museum
- National Gallery
- Irish Museum of Modern Art
- Hugh Lane Gallery,
- Book of Kells in der Bibliothek des Trinity College
- National Wax Museum (Wachsfigurenkabinett)
- Number 29 (Ein Haus, an dessen Beispiel die Energiewerke von Dublin das Leben vor ca. 200 Jahren zeigen)
- Guinness Store House

Parks und Grünanalagen


- Botanischer Garten
- St. Stephen's Green, die angrenzende Grafton Street ist die bekannteste Einkaufsstraße der Stadt
- Archbishop Ryan Park
- Ivaegh Gardens
- Blessington Street Basin
- Phoenix Park mit offiziellem Sitz der Präsidentin

Berühmte Dubliner

weitere Söhne und Töchter der Stadt siehe Liste der Söhne und Töchter von Dublin

Schriftsteller


- Samuel Beckett - Dichter, Schriftsteller
- Brendan Behan - Dichter, Schriftsteller und Bühnenautor
- Austin Clarke - Dichter, Schriftsteller
- Roddy Doyle - Schriftsteller
- Oliver Goldsmith - Schriftsteller
- James Joyce - Autor, Dichter
- Sean O'Casey - Schriftsteller und Bühnenautor
- George Bernard Shaw - Bühnenautor
- Bram Stoker - Romanautor
- John Millington Synge - Bühnenautor
- Jonathan Swift - Schriftsteller, Satiriker
- Oscar Wilde - Autor, Poet und Bühnenautor
- William Butler Yeats - Dichter und Bühnenautor

Philosophen


- George Berkeley - empirischer Philosoph

Komponisten und Musiker


- Bono - Sänger von U2
- Christy Moore - Singer/Songwriter (bei Dublin geboren und aufgewachsen)
- Bob Geldof - Sänger der Boomtown Rats und Live Aid-Organisator
- Dónal Lunny - Musiker
- John Field - Pianist, Komponist, Autor der ersten Nocturne
- Sinéad O'Connor - Sängerin
- The Dubliners - bekannte Folkgruppe
- Alison Browner - Mezzosopranistin
- Elvis Costello - Musiker
- Enya - Sängerin
- Ronan Keating - irischer Sänger
- Phil Lynott - Sänger und Bassist bei Thin Lizzy, in Dublin geboren, 1986 gestorben

Schauspieler


- Pierce Brosnan
- Gabriel Byrne
- Colin Farrell
- Geraldine Fitzgerald

Politiker


- Bertie Ahern - amtierender Taoiseach.
- Edmund Burke

Siehe auch


- Portal Irland

Weblinks


- [http://www.dublinbus.ie/home/ Homepage des Bus Átha Cliath] (englisch)
- [http://www.dublincity.ie Offizielle Seite der Stadtverwaltung] (englisch)
- [http://www.visitdublin.ie Offizielle Tourismusportal der Stadt] (englisch)
- [http://www.dublintourist.com Tourismusportal der Stadt] (englisch)
- [http://www.ireland.com/weather/cam.htm Webcam mit Blick auf die O'Connel Bridge in Dublin] (englisch)
- [http://www.cso.ie/statistics/Population.htm Statistische Daten des Central Statistic Office zu Irland und Dublin] (englisch)
- [http://www.dublin.ie/index.asp?locID=220&docID=-1 Statistische Daten der Stadtverwaltung von Dublin] (englisch)
- [http://www.irland-reise.org/ Webseite über Dublin und Irland aus der Sicht eines deutschen Auswanderers]
- [http://wikitravel.org/de/Dublin Reiseinformationen zu Dublin] auf Wikitravel ! Kategorie:Hauptstadt in Europa Kategorie:Ort in Irland Kategorie:Ort mit Seehafen ja:ダブリン ko:더블린 simple:Dublin

Lagan (Fluss, Nordirland)

Der Fluss Lagan ist ein Gewässer in Nordirland. Er entspringt in den Bergen von Down und führt über etwa 100 km über Dromore, Moira und Lisburn nach Belfast. Dort mündet er in die Bucht von Belfast (engl. Belfast Lough). Sowohl in Lisburn als auch in Belfast wurde die Innenstadt dadurch aufgewertet, dass das Flussufer des Lagan neu bebaut wurde. Kategorie:Nordirland Kategorie:Fluss in Irland Kategorie:Fluss in Großbritannien

Katholische Kirche

Der Begriff "katholisch"

Das Wort katholisch kommt von griechisch καθολικος (katholikos) und bedeutet das Ganze betreffend, allgemein gültig. Im weitesten Sinne versteht man unter der katholischen Kirche die von Jesus Christus begründete Gemeinschaft aller Christen. Sie ist abstrakt gesehen die von Christus gewollte, eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche und als solche die eine Kirche Christi oder Mutterkirche aller Christen. Während im ersten Jahrtausend die Kirche noch relativ einig war, begann mit der ersten Kirchenspaltung im Jahre 1054 zugleich die theologische Kontroverse über die Frage, in welcher der jeweiligen Teilkirchen die katholische Kirche in diesem Sinne zu finden sei. Der Hintergrund ist, dass es nur eine einzige allgemeine Kirche geben kann. In der Folge der Reformation hat diese Frage an Komplexität gewonnen, so dass der Begriff von den verschiedenen christlichen Kirchen und Gemeinschaften unterschiedlich interpretiert wird. In einem engeren Sinne, vor allem seit der Reformation, versteht man unter katholische Kirche die römisch-katholische Kirche, welche jedoch selbst in ihrem Selbstverständnis nicht mit der oben beschriebenen einen Kirche Christi einfach identifiziert werden kann. In dieser engeren Verwendung, die sich in der Folge der Reformation entwickelt hat, bezeichnet „katholische Kirche“ also eine bestimmte Konfession. In der ökumenischen Bewegung wird heute manchmal statt dem Wort katholisch das Wort sobornost verwendet, das die russische Übersetzung des griechischen Wortes katholikos ist, um die allgemeine Kirche zu bezeichnen, ohne die mit dem Wort katholisch verbundene Assoziation "römisch-katholische Kirche". Wenn man von der Katholischen Kirche spricht, kann man meinen: # die Römisch-Katholische Kirche, siehe eigenen Artikel # in einem ungangssprachlichen Sinn („der Zölibat der Katholischen Kirche“) die Lateinische Kirche, deren größte Teilkirche. Daneben gehören jedoch noch die mit Rom unierten Kirchen östlichen Ritus dazu, siehe eigenen Artikel # im Apostolischen Glaubensbekenntnis katholischer Kirchen die Gesamtheit aller Christen Sehr selten wird der Begriff ohne weitere Qualifizierung für folgende Gruppen benutzt: # die Orthodoxen Kirchen, die sich selbst rechtgläubige (orthodox, pravoslav) katholische Kirche nennen # die Alt-Katholische Kirche bzw. die Mitgliedskirchen der Utrechter Union der Altkatholischen Kirchen # die Anglikanische Kirche # Viele selbständige Nationalkirchen wie die Polnische Nationale Katholische Kirche in den USA oder die Unabhängige Kirche der Philippinen, sofern sie nicht schon zur Utrechter Union gehören # die Alt-Heilig-Katholische Kirche # die Chinesische Katholisch Patriotische Vereinigung (Volksrepublik China) # die Erneuerte Kirche (Kirche der Glorie) # die Neuchristen (Gemeinschaft um den Schwertbischof) # die Palmarianisch-Katholische Kirche # die Piusbruderschaft # die Mariaviten # die Liberale Katholische Kirche (Theosophie) # Gallikanismus # die Deutsch-Katholische Bewegung Es gibt eine Reihe weiterer christlicher Kirchen, deren Bezeichnung das Wort katholisch enthält. Darüberhinaus verstehen sich auch alle anderen Kirchen, die die altkirchlichen Glaubensbekenntnisse anerkennen (z.B. Protestantische Kirchen, Anglikaner, Altkatholiken), als neben der römischen Kirche gleichwertige Teile der „einen heiligen katholischen Kirche“. Nach deren Selbstverständnis bilden die verschiedenen Kirchen – auch die römische – eine durch den Glauben an Jesus Christus von Gott gestiftete Einheit. Der Anspruch auf Allgemeingültigkeit spielt bei diesen allerdings keine so große Rolle.

Begriffsgeschichte

Frühester Beleg

Ignatius von Antiochien (35 - 117) wird als früheste Quelle für die Verwendung des Begriffs für die noch junge Kirche genannt: "denn da, wo Jesus Christus ist, ist auch die katholische Kirche" (Smyrn. 8,2)

Das Glaubensbekenntnis

Neben anderen Schriftzeugnissen kommt den ersten ökumenischen Konzilien eine besondere Bedeutung zu. Das Nicäno-Konstantinopolitanum hat in seinem Glaubensbekenntnis, welches seither die grundlegende Glaubensformel fast aller Christen ist, die wesentlichen Merkmale der von Jesus Christus errichteten Kirche ausgesprochen: „Credo in unam, sanctam, catholicam et Apostolicam Ecclesiam“ „Ich glaube an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“ oder vollständig übersetzt: „Ich glaube an eine heilige, allgemeine und von Gottgesandten herrührende Gemeinde“ Die aus der Reformation hervorgegangen Strömungen tendieren dazu, den Begriff „katholisch" zu meiden, da er als konfessionelle Bezeichnung vor allem der römisch-katholischen Kirche verwendet wird. In manchen evangelischen Gottesdiensten (z.B. in der EKD) lautet das Glaubensbekenntnis: „Ich glaube an die eine, heilige, christliche und apostolische Kirche", bisweilen auch: „Ich glaube an die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche". Der Katholizität im ursprünglichen Wortsinn kommt im ökumenischen Dialog eine besondere Bedeutung zu.

Wesensmerkmale der Katholizität

Die Katholizität im ursprünglichen Wortsinn gehört damit zu den Wesensmerkmalen der christlichen Kirche. Katholisch, also allgemein, wurde die Kirche in verschiedener Beziehung genannt:
- wegen der Allgemeinheit der Lehre, die in ihr verkündet wird (Cyrill von Jerusalem, Catecheses)
- wegen der Allgemeinheit aller Tugenden, die in ihr geübt werden (Suarez)
- wegen der Dauer von Adam bis zum Ende der Welt (Augustinus)
- wegen ihrer Veranlagung, das Leben aller Menschen in allen Lebenslagen und zu allen Zeiten zu heiligen,
- wegen ihrer zeitlichen Ausdehnung über die ganze Welt und der Menge ihrer Glieder aus allen Völkern. Eine häufig verwendete Definition stammt von Vinzenz von Lérins, die oft in abgekürzter Form zitiert wird. Hier der ganze Absatz: „Darüber hinaus müssen wir in der katholischen Kirche selbst alle mögliche Sorgfalt anwenden, dass wir uns an den Glauben halten, der überall, immer, von allen geglaubt wurde. Denn das ist wirklich und im striktesten Sinn katholisch, was, wie der Name und Grund der Sache erklären, alle insgesamt umfasst. Diese Regel werden wir befolgen, wenn wir uns nach Universalität, Alter und Übereinstimmung richten. Wir richten uns nach Universalität, wenn wir bekennen, dass der eine Glaube wahr ist, den die gesamte Kirche in der ganzen Welt bekennt, nach Alter, wenn wir in keiner Weise von den Auslegungen abweichen, die bekanntermassen von unseren heiligen Vorfahren und Vätern vertreten wurden, Übereinstimmung, in gleicher Weise, wenn wir uns bei Alter der Lehre an die übereinstimmenden Definitionen und Bestimmungen halten, die von allen oder zumindest fast allen Priestern und Gelehrten vertreten wurden.“ Alle diese mehr oder weniger unbestimmten Idealvorstellungen entfalten ihre Brisanz, wenn sie mit konkreten Inhalten gefüllt werden sollen: Welche Lehre soll verkündet werden? Was ist Tugend? Was ist Heiligung? Wer sind unsere Glaubensväter, die, welche glaubten, wie wir, oder die anderen, so dass wie uns zu deren Glauben wenden müssen? Was heißt universal, sollen wir uns nach der Masse richten? Und nicht zuletzt: Welcher Glaube wird denn von allen Christen vertreten? Die Bedeutung des Begriffs ist denn auch durch die gesamte Theologiegeschichte Gegenstand der Diskussion. Er bekam eine besondere Bedeutung durch die Kirchenspaltungen des 2. Jahrtausends, als sich die getrennten Kirchen ihrer tatsächlichen Partikularität bewusst wurden. Deshalb bereitet die Verwendung des Begriffs im allgemeinen Sprachgebrauch Schwierigkeiten.

Gemeinsamkeiten aller sich als katholisch verstehenden Kirchen, die Wert auf ihrer Allgemeingültigkeit legen

Die Katholizität wird im allgemeinen mit den folgenden theologischen Merkmalen gekennzeichnet:
- Apostolische Sukzession
- Betonung der Sakramente
- Wertschätzung der Heiligen (darunter auch Mariä)
- Anerkennung der kirchlichen Überlieferung (Tradition) neben der Hl. Schrift als Offenbarungsquelle (beispielsweise die Apostolischen Väter)
- Anerkenntnis der Ergebnisse der allgemein anerkannten Ökumenischen Konzile: :# Erstes Konzil von Nicäa :# Erstes Konzil von Konstantinopel :# Konzil von Ephesos :# Konzil von Chalcedon :# Zweites Konzil von Konstantinopel :# Drittes Konzil von Konstantinopel :# Zweites Konzil von Nicäa Die einzelnen sich als katholisch in diesem Sinne verstehenden Kirchen unterscheiden sich in einigen Punkten in ihrem Selbstverständnis. Diese Unterschiede werden in den einzelnen Artikeln weiter dargelegt.

Auffassung der Reformation

Die Katholizität wird im allgemeinen mit den folgenden theologischen Merkmalen gekennzeichnet:
- Anerkennung der Hl. Schrift als Offenbarungsquelle
- Anerkenntnis der Ergebnisse der allgemein anerkannten Ökumenischen Konzile (s.o.) Durch die Reformation wurde der Kirchenbegriff konfessionalisiert, so dass Unterschiede in der kirchlichen Lehre keinen Einfluss auf die Katholizität haben. Die katholische Kirche im Sinn der einen Kirche Christi setzt sich aus verschiedenen Bekenntnissen zusammen.

Von Rom unabhängige, nach eigenem Selbstverständnis Katholische Kirchen

Mitglieder von Weltkirchenrat und Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland


- Alt-Katholische Kirche
- Anglikanische Kirche
- Mitgliedskirchen der Utrechter Union der Altkatholischen Kirchen
- Orthodoxe Kirchen
- Viele selbständige Nationalkirchen wie die Polnische Nationale Katholische Kirche in den USA oder die Unabhängige Kirche der Philippinen, sofern sie nicht schon zur Utrechter Union gehören

Kirchen außerhalb des Weltkirchenrats


- Alt-Heilig-Katholische Kirche
- Chinesische Katholisch Patriotische Vereinigung (Volksrepublik China)
- Erneuerte Kirche (Kirche der Glorie)
- Neuchristen (Gemeinschaft um den Schwertbischof)
- Palmarianisch-Katholische Kirche
- Piusbruderschaft
- Mariaviten

Kirchen in anderer Tradition, die sich ebenfalls katholisch nennen


- Liberale Katholische Kirche (Theosophie)

Kirchen und Bewegungen der Vergangenheit


- Gallikanismus
- Deutsch-Katholische Bewegung (Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

Riten

Die Identität einer Kirche hängt weitgehend von ihrer Liturgie ab, die man auch Ritus nennt. Diese haben ihren Ursprung in der ursprünglichen Patriarchatszugehörigkeit: Norden: Byzanz; Süden: Alexandria; Osten: Antiochia; Westen: Rom.

Literatur


- Wolfgang Beinert: Lexikon der katholischen Dogmatik Herder, Freiburg im Breisgau [u.a.], 2002, ISBN 3-45-126378-5

Weblinks

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Anglikanische Kirche

Die Anglikanische Kirche (von lat.: anglicanus = englisch), mit offiziellem Namen Anglikanische Kirchengemeinschaft (englisch Anglican Communion) ist eine weltweite Kirchengemeinschaft, die in ihrer Tradition evangelische und römisch-katholische Glaubenselemente vereinigt, wobei die römisch-katholische Tradition in der Liturgie etwas vorherrscht und die evangelische in der Theologie. Sie hat ca. 50.767.000 Mitglieder.

Sprachgebrauch

Der offizielle Name ist Anglican Communion. Die Church of England ist die Mutterkirche der anglikanische Kirche. Die einzelnen Kirchen der Anglikanischen Kirchengemeinschaft Communion bezeichnen sich gewöhnlich als "Kirche von x" (z.B. Church of England) oder "Episkopalkirche von x" (z.B. Episcopal Church of Scotland), es sind aber auch andere Namen möglich.

Verbreitung

Die anglikanische Kirche ist, nach der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche, die drittgrößte christliche Kirche. Sie ist besonders in englischsprachigen Gebieten und in Gebieten des Commonwealth of Nations vertreten. Weltweit gibt es etwa 75 Millionen anglikanische Christen, davon etwa 42 Millionen in Großbritannien und Nordirland.

Organisation

Die Kirchen der Anglikanischen Gemeinschaft

Die Anglikanische Kirchengemeinschaft besteht aus 38 selbständigen Landeskirchen, beziehungsweise Provinzen, die jeweils einem Primas unterstehen.
- Anglican Church in Aotearoa, New Zealand and Polynesia
- Anglican Church of Australia
- Anglican Church of Bermuda
- Anglican Church of Canada
- Anglican Church of Kenya
- Anglican Church of Korea
- Anglican Church of Papua New Guinea
- Chung Hua Sheng Kung Hui (China)
- Church in Wales
- Church of Bangladesh
- Church of Ceylon
- Church of England
- Church of Ireland
- Church of Nigeria
- Church of North India
- Church of Pakistan
- Church of South India
- Church of the Province of Burundi
- Church of the Province of Central Africa
- Church of the Province of Congo
- Church of the Province of Melanesia
- Church of the Province of Myanmar
- Church of the Province of Rwanda
- Church of the Province of South East Asia
- Church of the Province of Southern Africa
- Church of the Province of Tanzania
- Church of the Province of the Indian Ocean
- Church of the Province of the West Indies
- Church of the Province of Uganda
- Church of the Province of West Africa
- Episcopal Church in Jerusalem and the Middle East
- Episcopal Church in the USA
- Episcopal Church of Cuba
- Episcopal Church of the Sudan
- Hong Kong Sheng Kung Hui (Hong Kong)
- Iglesia Anglicana de la Region Central America
- Iglesia Anglicana del Cono Sud de las Americas
- Iglesia Anglicana de México
- Igreja Episcopal do Brasil
- Lusitanische Kirche von Portugal
- Nippon Sei Ko Kai (Japan)
- Philippine Episcopal Church
- Philippine Independent Church
- Scottish Episcopal Church
- Spanish Reformed Episcopal Church In den USA hat die Episcopal Church USA zahlreiche Gemeinden, die sich in 10 Provinzen aufgliedern, unter der Jurisdiktion des Presiding Bischofs der Episkopalkirche. Die Unabhängigkeit der US Kirche von der englischen folgte auf dem US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg einerseits, weil der König nicht mehr als weltliche Oberhaupt der Kirche gelten sollte, und andererseits, weil es notwendig und erwünscht war, eigene Bischöfe zu haben, anstatt wie bisher unter der Aufsicht von Bischöfen in England zu bleiben. In den USA gehört die Episkopalkirche zu den ältesten Kirchen, ist heute aber viel kleiner (nur etwa 1-2% der Bevölkerung) als etwa die Baptisten, Methodisten oder Katholiken. 1980 wurde durch eine Union der Diözese von Gibraltar und der Jurisdiktion of North and Central Europe (FULHAM) die Diözese von Europa ("Diocese [of Gibraltar] in Europe") gegründet, die seither für die Gemeinden in Europa außerhalb Großbritanniens und Irlands zuständig ist. In Deutschland gibt es 33 anglikanische Gemeinden, davon 22 Standortpfarreien. Für Skandinavien und Deutschland zuständig ist der "Venerable" David Ratcliff mit Wohnsitz in Stockholm. Die anglikanische Kirche in der Schweiz gehört ebenfalls zur Diözese von Europa. Sie hat acht Standortpfarreien in größeren Städten und einige weitere Gemeinden, die von dort betreut werden. Seit 1999 existiert eine Arbeitsgemeinschaft der Anglikanisch-Episkopalischen Kirchen in Deutschland (CAECG), die gemeinsam ihre Missionstätigkeit in Deutschland koordinieren. Anglikanische Gemeinden existieren beispielsweise in Berlin, Freiburg im Breisgau, Düsseldorf, Bonn/Köln, Hamburg, Stuttgart und Leipzig. Episkopal-Gemeinden existieren beispielsweise in Augsburg, Baden-Baden, Frankfurt am Main, Ingolstadt, Karlsruhe, Wiesbaden, München und Nürnberg. Die Verbreitung ist nahezu identisch mit der ehemaligen britischen beziehungsweise US-amerikanischen Besatzungszone in Deutschland.
- [http://www.anglican.org/domain/admin/countries.html Übersicht der Kirchen nach Mitgliedern und Diözesen]

Leitung der Kirchengemeinschaft

Rechtlich gesehen, ist das oberste Gremium die Lambeth Conference, eine Konferenz der Bischöfe aller Kirchen der Anglikanischen Kirchengemeinschaft. Oberster geistlicher Leiter der Kirche ist der Primas der Church of England, also der Erzbischof von Canterbury (gegenwärtig Rowan Williams) als Primus inter Pares. Er besitzt kein Weisungsrecht gegenüber den übrigen Kirchen der Kirchengemeinschaft. Er beruft die Treffen der Primaten der Anglikanischen Kirche ein und leitet sie. Diese Treffen haben ebenfalls kein Weisungsrecht gegenüber den einzelnen Kirchen. Gewöhnlich wird dabei ein gemeinsamer Pastoralbrief herausgegeben. Der Anglikanische Beratende Versammlung trifft etwa alle drei Jahre zusammen und hat in erster Linie koordinierende Funktionen. Sie setzt sich aus Delegationen aller Anglikanischen Kirchen zusammen, wobei jede Kirche einen Bischof, einen Priester und einen Laien stellt.

Aufbau einer anglikanischen Kirche/Kirchenprovinz

Eine anglikanische Kirche oder Kirchenprovinz hat an ihrer Spitze für gewöhnlich als höchste gesetzgebende Instanz die Provinzsynode, die sich aus den Bischöfen, Klerusvertretern und Laienvertretern zusammensetzt. Die Synode tagt stets zu bestimmten Zeiten, wird jedoch ständig durch das Provinzbüro aufrecht erhalten. In diesem Provinzbüro werden alle laufenden Angelegenheiten der Kirche bearbeitet. Angefangen von den Finanzen, bis hin zur Klerikerausbildung. An seiner Spitze steht ein/e Generalsekretär/in. Jeder anglikanischen Kirche steht ein Primas vor. Dieser kann der Bischof eines bestimmten Sitzes sein, so wie für England in Canterbury, ist aber für gewöhnlich nicht daran gebunden. Der Erzbischof ist dann, wie in den meisten Kirchen der anglikanischen Gemeinschaft, einer der Bischöfe der Provinz, welcher auf der Provinzsynode gewählt wurde und den Titel Primas/Erzbischof von .... (Name der entsprechenden Landeskirche) trägt. In einigen Landeskirchen ist seine Amtszeit beschränkt (beispielsweise Tansania).

Aufbau einer anglikanischen Diözese

Jeder Diözese steht ein Bischof vor, welchem, ist die Diözese von entsprechender Größe, Suffraganbischöfe beigeordnet sind. Diese entsprechen den Katholischen Weihbischöfen, besitzen aber im Gegensatz zu diesen einen eigenen Bezirk innerhalb der Diözese, bleiben aber in jedem Fall dem Diözesanbischof untergeordnet.
- [http://www.ucl.ac.uk/~ucgbmxd/success1.htm Sukzessionsliste der anglikanschen Bischofe] Der Diözesanbischof besitzt eine Kathedrale, an welcher es den Kathedralklerus gibt. Diese unterstehen dem Dean (Dekan) oder Provost (Propst) und unterteilen sich in Residenzkanoniker, Honorarkanoniker (Praebendare) und Niedere Kanoniker. Große Diözesen besitzen einen oder mehrere Regionalbischöfe. Sie entsprechen einem katholischen Weihbischof und sind zumeist gleichzeitig Archidiakon. Der Diözesanklerus besteht aus Pfarrern, Hilfspfarrern und Vikaren. Mehrere Pfarrkirchen sind in Dekanaten zusammengefasst, so wie dies auch in der Katholischen Kirche der Fall ist. Besonders große Diözesen sind zudem noch in Archidiakonate unterteilt. Ihre Leiter nennen sich Archdiacon (Erzdiakon) und sind oftmals mit den Suffraganbischöfen identisch. Diese Archidiakonate entsprechen den Regionen in großen Katholischen Diözesen. Um in die Reihen des Klerus der Anglikanischen Kirche aufgenommen zu werden, bewirbt man sich beim Bischof einer Diözese. Dieser wird diese Bewerbung an ein Nationales Kirchenministerium (Selection Conferences) weiterleiten, welches den Bewerber auf seine Eignung im Geistlichen, Geistigen, Gesundheitlichen und Familiären prüft. Ist dies geschehen, so sendet es ein Gutachten an den jeweiligen Bischof, in welchem es den Bewerber empfiehlt, bedingt empfiehlt oder ablehnt. Zugleich macht es auch Vorschläge zur Ausbildung, welche von einem normalen Hochschulstudium bis zu regionalen Kursen reichen. Hat der Bewerber die Zustimmung des Bischofs erhalten, so untersteht er fortan einem Diözesandirektor für die Ausbildung, mit welchem er sich in allen Bereichen seines Lebens auseinanderzusetzen hat, da er zum Schluss des Studiums ein Zeugnis zu dessen Eignung abgeben muss. Ist dieses positiv ausgefallen, so steht der Weihe des Bewerbers, oder der Bewerberin, nichts mehr im Wege.

Lehre

In der anglikanischen Lehre gibt es ein weites Spektrum zwischen der High Church (Anglo-Katholizismus), die in Liturgie und Lehre den anderen katholischen Kirchen nahe steht und der Low Church, die dem Protestantismus, insbesondere dem Calvinismus nahe steht. Theologisch sind innerhalb der anglikanischen Kirche sehr liberale wie auch streng evangelikale und konservativ anglo-katholische Richtungen vertreten. Dieses sehr weite Meinungsspektrum wird teilweise als Stärke der Anglikaner betrachtet, die somit ein weites Spektrum des heutigen Christentums ohne Kirchenspaltung in einer Kirche umfassen können. Teilweise wird aber auch kritisiert, dass die Kirche so für nichts mehr steht und der Beliebigkeit zu viel Raum gibt. Was unterscheidet die Anglikanischen Kirchen nun von der Römisch-Katholischen Kirche? In konservativen Richtungen der Highchurch:
- kein Primat in Leitung, Glaubens- und Sittenlehre
- kein Zölibat für den Klerus In liberalen Richtungen der Lowchurch:
- Frauenordination
- es gibt kein Purgatorium (Fegfeuer)
- Brot und Wein sind nur symbolisch und wandeln sich nicht in Leib und Blut Christi
- es gibt keinen Primat in Leitung, Glaubens- und Morallehre
- man glaubt nicht an die leibhafte Aufnahme Mariens in den Himmel
- es gibt keinen Zölibat für den Klerus
- die Ehe kann aufgelöst werden, damit ist eine Wiederverheiratung möglich
- Abtreibung und Invitrobefruchtung werden liberaler gesehen
- gleichgeschlechtliche Paare können zusammenleben/heiraten

Gottesdienst und Praxis

Der Gottesdienst der anglikanischen Kirche ist liturgisch ähnlich aufgebaut wie der der katholischen Kirchen. Er ist im "Book of Common Prayer" niedergelegt, von dem die einzelnen Gliedkirchen eigene Ausgaben haben.

Liturgie

Die Liturgie der anglikanischen Kirche ist im Book of Common Prayer festgelegt. Insbesondere die Liturgien der Eucharistiefeiern zeigen die Zughörigkeit des Anglikanismus zur Katholischen Kirche. Sie wurden allerdings, anders als in der römisch-katholischen Kirche schon seit der Reformationszeit in der jeweiligen Landessprache abgehalten.

Gebet

Das Stundengebet, in der anglikanischen Kirche als Daily Office bezeichnet, ist eine wichtige Tradition der anglikanischen Kirche. Insbesondere das Morgen- und Abendgebet sind zum Volksgebet geworden und werden in vielen Kirchen täglich gebetet. Die anglikanische Kirche kennt auch die Rosenkranztradition, wobei der Aufbau des Rosenkranzes und die Gebet sich von denen der katholischen Kirche unterscheiden und weniger auf Maria, dafür stärker auf Jesus Christus ausgerichtet sind.

Orden

Wie die katholische Kirche, so kennt auch die anglikanische Kirche Männer- und Frauenorden. Die meisten zur Reformationszeit bereits bestehenden katholischen Orden haben anglikanische Entsprechungen. Diese leben nach den Evangelischen Räten und in Gemeinschaft, sind entweder kontemplativ oder aktiv in Erziehung, oder Pflege tätig. Siehe Anglikanische Orden.

Geschichte

Die Kirche von England datiert ihre Geschichte zurück bis in römische Zeiten. Während keltische Stämme in Irland den christlichen Glauben auch nach dem Einfall von Angeln, Sachsen, Juten, und Dänen behielten, verfiel England erst einmal einige Jahrhunderte dem heidnischen Glauben. Mit der Mission von Augustinus von Canterbury an den Hof von Kent im Jahr 698 kam erneut aus Rom die christliche Religion nach England. Diese Missionstätigkeit ergänzte sich mit einer Mission durch irische Mönche (siehe Columban). Die Bistümer in England waren in zwei Kirchenprovinzen aufgeteilt, die von York und von Canterbury. Als unter Heinrich VIII. Streitigkeiten zwischen dem englischen Thron und dem Amtsnachfolger von Petrus in Rom über die Rechtmäßigkeit der königlichen Ehen aufkamen, erklärten die Bischöfe Englands, dass sie in Heinrich, und nicht im Papst, das Oberhaupt der englischen Kirche sahen. Somit ergab sich die Chance, dass in den Kirchenprovinzen von York und Canterbury Ideen der Reformation in der Praxis umgesetzt werden konnten. Unter Heinrich VIII. änderte sich für die englische Kirche zunächst sehr wenig. Nur der Gebrauch der lateinischen Sprache wurde zugunsten der englischen aufgegeben. Mit Edward VI. wurde jedoch das erste Book of Common Prayer am Pfingstfest 1549 eingeführt, unter maßgeblicher Arbeit von Thomas Cranmer, Erzbischof von Canterbury. Damit wurde auch eine Tradition eingeleitet, nachder sich der Anglikanismus vorrangig durch eine episkopale Kirchenordnung und eine einheitliche gottesdienstliche Praxis definiert. Nach einer kurzen Zwischenepisode unter der römisch-katholischen Monarchin Maria, setzte sich die Reformbewegung der englischen Kirche unter Elisabeth I. und den ersten beiden Stuart-Königen fort. Es entwickelte sich ein sich vertiefender Streit zwischen Puritanern, die eine stärker reformiert orientierte Theologie verfolgten, und Theologen wie Lancelot Andrewes, die eine katholischere Position einnahmen. Dieser Streit artete in dem englischen Bürgerkrieg aus. Nach der Restauration der Stuarts, unter Karl II. wurden diese Streitigkeiten mit einem neuen Book of Common Prayer (1661) beigelegt. Dies ist auch heute noch die offizielle Version, die in England neben dem Book of Alternative Services Anwendung findet. Nach der amerikanischen Revolution bildete sich auch in den USA eine weitere anglikanische Kirche, die nunmehr auch neben der nichtetablierten episkopalen Kirche Schottlands existierte. Es folgten auch in anderen Ländern weitere Kirchen, die aber alle zusammen im sog. Anglikanischen Kommunion eine Kirchengemeinschaft pflegen. Im 19. Jahrhundert, unter dem Einfluß der romantischen Bewegung, fand eine neue Hinwendung zu liturgischer Tradition statt. Diese Bewegung fand ihren Ausgang in Oxford und wurde unterstützt von John Henry Newman. Siehe auch Anglokatholizismus, High Church, Low Church. In der 2. Hälfte des 20. Jhts. fand in vielen anglikanischen Kirchen eine liturgische Reformbewegung statt, die zu neuen Books of Common Prayer führten, die enger an altkirchlichen Liturgien angelehnt waren, jedoch eine modernere Sprache und Theologie enthielten. Parallel dazu wurde die Priesterschaft auch für Frauen geöffnet. Seit den späten 80er Jahren wurden auch die erste Bischöfinnen in apostolischer Nachfolge geweiht.

Ökumene

Die Anglikanische Kirchengemeinschaft ist Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen. Sie steht darüber hinaus in Kirchengemeinschaft mit den Altkatholischen Kirchen und der indischen Mar Thoma Kirche.

Kontroversen

Frauenordination

Uneinigkeit über die Zulassung von Frauen zu den Weihen hat zu Zerwürfnissen innerhalb der Anglikanischen Kirche geführt. Während manche Bischöfe, Priester und Gläubige sich wegen dieses Themas abgespalten haben oder zum römisch-katholischen oder zur orthodoxen Kirche übergetreten sind, hat diese Entwicklung den Anglikanismus andererseits für Menschen attraktiver gemacht, die aus diesem Grund von den anderen beiden katholischen Konfessionen übergetreten sind, oder für Anglikaner, die sonst der Kirche den Rücken gekehrt hätten. Da die Anglikanische Kommunion nur die allgemein verbindlichen Regelungen kennt, die im Lambeth Quadrilateral enthalten sind, gibt es keine solche Regelung für die Frauenordination. So gibt es Kirchenprovinzen ohne jegliche Frauenordination, doch auch andere mit Zulassung nur zur Diakonenweihe, nur zu Diakonat und Priestertum und andere mit Zulassung zu Diakonat, Priestertum und Bischofsamt. Die ökumenischen Beziehungen zur römisch-katholischen und orthodoxen Kirche - vor allem letztere waren zwischenzeitlich recht eng gewesen - sind durch die Weigerung der beiden Kirchen, Frauen zu Priestern zu weihen, merklich abgekühlt. Mit der Orthodoxen Kirche wäre eine Abendmahlsgemeinschaftserklärung möglich gewesen, wenn die Frauenordination nicht beschlossen worden wäre, oder wenn die Orthodoxen diesen Schritt ebenfalls mitgemacht hätten.

Provinzen ohne Frauenordination

Central Africa, Jerusalem and the Middle East, Korea, Melanesia, Nigeria, Papua New Guinea, South East Asia, Tanzania

Provinzen mit Zulassung der Frauen zum Diakonat

Indian Ocean, Southern Cone, Congo, Pakistan

Provinzen mit Zulassung der Frauen zu Diakonat und Priestertum

Australia, Burundi, England (am 11. Juli 2005 beschloss die Synode von York die Zulassung zum Bischofsamt), Hong Kong, Kenia, Rwanda, South India, Uganda, Wales, West Africa, West Indies

Provinzen mit Zulassung von Frauen zum Diakonen-, Priester- und Bischofsamt

Aotearoa and Polynesia (bereits geweiht), Bangladesh, Brazil, Canada (bereits geweiht), Central America, Ireland, Japan, Mexico, North India, Philippines, Scottland, Southern Africa, Sudan, USA (bereits geweiht)

Homosexualität

Die weltweite Anglikanische Kirchengemeinschaft befindet sich seit der Bischofsweihe von Gene Robinson am 2. November 2003 in New Hampshire (USA) in einer Krise, die die Kirche zu spalten droht. Da Robinson seine Beziehungen zu seinem gleichgeschlechtlichen Partner nicht verheimlicht, wurde mit seiner Weihe deutlich, dass es zum Thema Homosexualität innerhalb der Anglikanischen Kommunion keinen Konsens mehr gibt. Konservative Geistliche und Mitglieder (vor allem aus Asien und Afrika, aber auch aus den Teilen Europas und Nordamerikas, wo auch die Frauenweihe noch als kontrovers gilt) sehen diesen Schritt als unvereinbar mit der bislang vertretenen Lehre der Kirche und als Bruch der Kommunion. Die Befürworter der Weihe (vor allem aus Nordamerika, Schottland, Neuseeland und Südafrika) betonen einerseits die anglikanische Tradition, dass die Ortskirche ihre Angelegenheiten vor Ort regeln darf, andererseits vertreten sie die Auffassung, dass homosexuelle und heterosexuelle Christen gleich würdig sind, Leitungsämter der Kirche auszufüllen. Nicht nur der Vollzug der Bischofsweihe hat zu Kontroversen geführt, sondern auch die parallel verlaufende Entscheidung der kanadischen Diözese von New Westminster, Riten für die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu entwickeln. Nach diesen Schritten hat sich ein Teil der Kirchengemeinschaft eindeutig von der Episcopal Church in the USA und der Anglican Church of Canada distanziert und auch die Kommunionsgemeinschaft gelöst; auch die orthodoxen Kirchen und der Vatikan zeigten ihr Missfallen. Die Scottish Episcopal Church und die Metropolitan Community Church haben die Entscheidungen der nordamerikanischen Kirchen begrüßt.

Weblinks


- [http://www.anglicancommunion.org Anglican Communion]
- [http://www.anglican.org Zugang zu allen Anglikanischen Kirchen weltweit]
- [http://www.anglikaner-in-deutschland.de Arbeitsgemeinschaft der Anglikanischen und Episkopalkirchen in Deutschland]
- [http://www.episcopalchurch.org/europe Episcopal Church USA in Europa]
- [http://www.christchurchvienna.org Anglikanische Kirche in Österreich]
- [http://www.anglican.ch/index.html Anglikanische Kirche in der Schweiz]

Siehe auch

Unabhängige Kirchen anglikanischen Ursprungs


- Anglican Church in America
- Sydney Anglicans
- African Orthodox Church
- African Orthodox Church of the West
- African Orthodox Episcopal Church
- American Episcopal Church
- Anglican Catholic Church of Canada
- Anglican Mission in America
- Anglican Province of Christ the King
- [http://www.iccec.org Charismatic Episcopal Church]
- [http://www.cekid.privat.t-online.de Charismatisch Episkopale Kirche in Deutschland]
- Communion of Evangelical Episcopal Churches
- Church of England in South Africa
- Episcopal Missionary Church
- United Episcopal Church of North America
- Free Church of England
- Free Church of Scotland
- Free Protestant Episcopal Church
- [http://www.recus.org Reformed Episcopal Church]
- Southern Episcopal Church
- [http://www.rekd.de Reformierte Episkopalkirche in Deutschland] ! ja:聖公会

Universität

Universitäten (vom lateinischen Wort universitas, Gesamtheit) sind Hochschulen, die die Wissenschaften in Forschung, Lehre, Studium und Ausbildung vollständig vertreten, in systematischer Ordnung lehren sowie Bildungsinhalte und Berufsqualifikationen mit den jeweils höchsten Ansprüchen ihres Geltungsbereichs vermitteln sollen.

Charakteristika und Aufgaben

Prägend für den Begriff der Universität sind seit dem europäischen Mittelalter
- die Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden (universitas magistrorum et scholarium),
- das Recht zur Selbstverwaltung mit der Möglichkeit der eigenständigen Erstellung und Ausführung von Studienplänen und Forschungsvorhaben (Akademische Freiheit) sowie
- das Privileg der Verleihung öffentlich anerkannter akademischer Grade (zum Beispiel Doktorgrad). Die ersten Universitäten entstanden im Mittelalter. Mit dem Aufkommen der Universitäten wurde das Wissensmonopol der Klöster, und damit des Klerus, durchbrochen. Seit der Einrichtung der Berliner Universität (seit 1949: Humboldt-Universität) im Jahre 1810 setzte sich auch international das Humboldtsche Modell der Einheit von Forschung und Lehre durch, das besagt, dass die Lehrkräfte zusätzlich zu ihrer Lehrtätigkeit auch Forschung betreiben sollen, damit das hohe Niveau der Lehre erhalten bleibt und den Studierenden wissenschaftliche Qualifikationen besser vermittelt werden können. Im Gegensatz zu anderen Hochschulen zeichnen sich die Universitäten durch einen breiten Fächerkanon aus. Typisch sind die klassischen, schon im Mittelalter eingeführten Fakultäten für Philosophie (Geisteswissenschaften, heute auch die philologischen und historischen Fächer), Medizin, Theologie und Rechtswissenschaften. Dazu kommen die Naturwissenschaften - die bis in die Renaissance als ein Teilgebiet der Philosophie gelehrt wurden, ebenso wie die Mathematik - sowie die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und weitere Arbeitsgebiete. Andere Hochschulen, die nicht die Bezeichnung "Universität" führen, beschränken sich dagegen auf Themengebiete wie Technik und Kunst oder gar nur auf einzelne Fächer wie Medizin und Tiermedizin.
- Technische Universitäten bieten zwar eine breite Auswahl an Fächern an, haben aber einen Schwerpunkt in den Ingenieurwissenschaften. Die früheren Hochschulen für Agrarwissenschaft und Forstwissenschaft wurden in der Regel mit klassischen Universitäten zusammengelegt, so dass diese Ingenieurstudiengänge heute an Universitäten angeboten werden.
- Fachhochschulen haben im Gegensatz zu Universitäten kein Promotionsrecht.
- Das Konzept der Gesamthochschule, das an mehreren Studienorten in Nordrhein-Westfalen und in Kassel (Bundesland Hessen) umgesetzt worden war, sah eine Integration der Fachhochschul- und Hochschul- beziehungsweise Universitäts-Studiengänge vor, ist aber zurzeit ein Auslaufmodell. Letzte Immatrikulationen waren zum Wintersemester 2005/2006 möglich.
- Es gibt zwei Universitäten der Bundeswehr (UniBw), eine in München und eine in Hamburg. Der Großteil aller Offizieranwärter der Bundeswehr studiert an einer dieser Universitäten, die nahezu die gesamte Bandbreite der bei der Bundeswehr benötigten Studienrichtungen abdecken können. Das sind vor allem technische, aber auch wirtschafts- und organisationswissenschaftliche Fächer sowie Pädagogik. An diesen Universitäten können auch Fachhochschulabschlüsse erworben werden. Die Offizieranwärter, die Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin oder Pharmazie studieren, besuchen reguläre zivile Universitäten.
- Für Deutschland neu ist das Konzept der Stiftungsuniversität, das zurzeit (Stand 2005) an drei Universitäten in Niedersachsen (Göttingen, Lüneburg, Hildesheim) zumindest teilweise umgesetzt ist. Grundgedanke ist dabei, der Universität ein Stiftungskapital zur Verfügung zu stellen, aus dessen Erträgen sich die Universität finanziert. Das soll die Universitäten von staatlichen Zwängen befreien und flexibler in ihren Entscheidungen machen. Traditionell existiert dieses Modell in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die bekannten Universitäten verfügen dort über ein sehr großes Stiftungskapital, das aus v.a. Wirtschaftserträgen und Erbschaften sowie privaten Schenkungen resultiert.
- Zunehmend werden aber auch in Deutschland Privatuniversitäten gegründet. Kleinere Stiftungs- und Privatuniversitäten, wie sie traditionell im anglo-amerikanischen Raum existieren, haben häufig mit dem Problem zu kämpfen, nicht finanziell in zu starke Abhängigkeit von einem bestimmten Sponsor zu geraten. Zudem sind eine weitere Finanzierungsquelle Studiengebühren in erheblicher Höhe, was zu einer finanziellen Auslese unter den Studieninteressierten führen kann.
- Die German University Cairo (GUC) in Kairo/Ägypten ist das zurzeit weltweit größte von Deutschland unterstützte Projekt im Bildungsbereich. Historisch werden auch mittelalterliche Bildungseinrichtungen in außereuropäischen Ländern (in Afrika und Asien, dabei vor allem im islamischen Raum) als Universitäten bezeichnet, die nicht alle Merkmale einer euopäischen Universität erfüllen (siehe auch: Madrasa). Dabei ist vor allem die Verleihung akademischer Grade als speziell europäische Erfindung zu betrachten. Bildungseinrichtungen der Antike, so zum Beispiel im antiken Ägypten, Griechenland oder im Römischen Reich werden in der Regel nicht als Universitäten bezeichnet.

Struktur

Madrasa In Deutschland sind die meisten Universitäten heute als öffentlich-rechtliche Körperschaften organisiert und unterstehen der Aufsicht der Bundesländer.