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Belize

Belize

Belize [] ist ein Staat in Mittelamerika. Er grenzt im Norden an Mexiko und im Westen an Guatemala. Im Osten von Belize liegt die Karibik. Nationalfeiertag ist der Unabhängigkeitstag, der 21. September. Seit 1981, dem Jahr der Unabhängigkeit, ist Belize Mitglied des Commonwealth of Nations.

Geographie

Belize befindet sich im Südosten der Halbinsel Yucatán. Das Klima ist tropisch-wechselfeucht und bis auf die im Landesinnern gelegenen Maya Mountains (1.122 m) leicht hügelig bis eben. Die Vegetation von Belize ist tropischer Regenwald, vereinzelte Kiefernsavannen und Sumpfland und hat fast durchgehend eine von Mangroven bewachsene Küste. Der Küste sind zahlreiche Korallenriffe, Sandbänke und Atolle – wie Lighthouse Reef, Glover Reef und die Turneffe Inseln — vorgelagert. Rund 50% der Fläche Belizes stehen unter Naturschutz. Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Belize City 61.461 Einwohner, San Ignacio 16.812 Einwohner, Orange Walk 15.298 Einwohner, Belmopan 13.381 Einwohner und Dangriga 10.750 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Belize

Bevölkerung

Sprachen in Belize sind Englisch, Englisch-Kreolisch, Spanisch, Garifuna, Maya-Sprachen, Plautdietsch. Die Bevölkerungsgruppen sind wie folgt verteilt: Mestizen 44 %, so genannte Kreolen (meist überwiegend afrikanischer Herkunft) 30 %, Indianer, überwiegend Maya, 11 %, Garifuna 7 %, deutschstämmige Mennoniten 4 %, Inder 2 %, andere 3 %. 2000 waren die Religionszugehörigkeiten wie folgt verteilt: römisch-katholisch 49,6 %, anglikanisch 5,3 %, methodistisch 3,5 %, mennonitisch 4,1 %, Adventisten 5,2 %, Pfingstbewegung 7,4 %, Zeugen Jehovas 1,5 %, ohne Religionszugehörigkeit 9,4 %, andere Religionsgemeinschaften 14 %.

Geschichte

Zeugen Jehovas] Bereits etwa 2000 v. Chr. war die Region des heutigen Belize von den Maya besiedelt, deren Nachfahren heute noch im Land leben. Bedeutende archäologische Funde aus jener Periode wurden in Cuello (Orange Walk District) entdeckt. Während der „Klassischen Zeit“ der Maya-Zivilisation (ca. 250-900) entstanden kulturelle Zentren in Altun Ha, Xunantunich, Cahal Pech, Lamanai, Lubaantun, El Pilar und Caracol. Um das Jahr 900 kam die Blütezeit der Maya zu einem Ende. Über die folgenden Jahrhunderte ist wenig bekannt. Gesichert ist, dass Nachkommen der Maya weiterhin das Land bewohnten und auch noch dort lebten, als im 16. Jahrhundert die spanischen Eroberer in die Region kamen. Viele von ihnen flohen in der Folge ins Landesinnere und es kam wiederholt zu Kämpfen zwischen den ursprünglichen Einwohnern und den europäischen (spanischen und später britischen) Kolonisatoren. Zwar war das Land für die Europäer wegen des Holzes der Tropenwälder von Interesse, aber aufgrund des anhaltenden Widerstandes der Bewohner und der großteils unwegsamen Küsten und Bergregionen im Hinterland konzentrierten sie ihre Aktivitäten mehr auf die Gebiete der heutigen Länder Mexiko und Honduras - wo vor allem auch Gold und Silber zu erbeuten waren. Die Küsten Belizes boten allerdings ein ideales Rückzugsgebiet für britische Piraten, die von dort aus ihre Raubzüge gegen die spanischen Flotten unternahmen. Erst 1670 kam diese Piraterie zum Erliegen, als Großbritannien und Spanien in Madrid einen Vertrag unterzeichneten um diese Praxis zu beenden. Die Baymen, wie die Piraten oder Freibeuter genannt wurden, weil sie sich vornehmlich im Golf (Bay) von Honduras aufhielten, suchten nun gezwungenermaßen andere Einnahmequellen und fanden sie im Handel mit Tropenhölzern. 1673 erhielten sie mit dem Vertrag von Paris von Spanien die Erlaubnis, in einem bestimmten Teil Belizes Holz zu gewinnen. Für rund hundert Jahre blieb das die wichtigste Einnahmequelle der britischen Siedler in der Region. Mit der Waldarbeit einher ging bald auch Sklaverei. Die Arbeit war anstrengend und ab dem 18. Jahrhundert begannen die europäischen Siedler damit, afrikanische Sklaven dafür einzusetzen. Bis 1790 betrug der Anteil von Sklavenarbeitern an der registrierten Gesamtbevölkerung, also ohne die nicht gezählten Maya, rund 75 %. Erst 1833 wurde die Sklaverei im britischen Empire in Folge der industriellen Revolution, die neue Produktionsverhältnisse schuf, abgeschafft. Während Sklavenhalter für den Verlust ihres „Eigentums“, der befreiten Sklaven also, entschädigt wurden, erhielten diese weder eine Entschädigung, noch durften sie Land erwerben. Mittelamerika war zu jener Zeit immer noch im Einflussbereich der Spanier, allerdings gestanden sie den britischen Siedlern nach und nach immer mehr Kontrolle zu. Am 10. September 1798 kam es in der Schlacht von St. Georges Caye schließlich zur entscheidenden militärischen Niederlage der Spanier und das Land stand nun de facto unter britischer Herrschaft. 1862 wurde es zur britischen Kronkolonie Britisch Honduras. Die Siedler, die Baymen, führten allerdings bereits unter spanischer Herrschaft ein weitgehend unabhängiges und selbstbestimmtes Leben und behielten das auch unter britischer Herrschaft bei. Als gesetzliche Grundlage, eine Art Grundgesetz oder Verfassung, diente ab 1765 „Barnaby's Code“. 1847-1901 kam es auf der Yucatán-Halbinsel (Mexiko) zum so genannten Kastenkrieg zwischen den ursprünglichen Bewohnern, den Maya, und der spanischstämmigen Oberschicht. Die britischen Einwohner von Britisch Honduras belieferten die aufständischen Maya mit Waffen und Munition - was ihnen eine willkommene Einnahmequelle eröffnete. Das Land wurde im Verlauf des Krieges zum Ziel von Flüchtlingen: zuerst von Mitgliedern der mexikanischen Oberschicht, die vor den Aufständischen flohen, und später, als sie wieder die Kontrolle erlangte, von Maya. Letztere nahmen als Bauern mit ihrem landwirtschaftlichen Können in der Folge großen Einfluss auf die Entwicklung der nördlichen Provinzen des Landes. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs der Widerstand der vor allem nicht-europäischen Bevölkerung (Maya, Nachkommen von Sklaven) gegen die britischen Kolonialherren. Soldaten, die während des ersten Weltkrieges in der britischen Armee dienten, wurden dort wegen ihrer Hautfarbe bloß in Arbeitslagern eingesetzt, was die Unzufriedenheit weiter verstärkte. Die Zwischenkriegszeit und der zweite Weltkrieg trugen dazu bei, dass die wirtschaftliche Situation noch schlechter und das Streben nach Unabhängigkeit stärker wurde. Auch die Unabhängigkeit Indiens 1947 verstärkte diese Bestrebungen. Bis 1962 waren politische Parteien entstanden und die Verwaltung des Landes bereits weitgehend selbstständig. 1973 wurde der Name von „Britisch Honduras“ in „Belize“ geändert. Am 21. September 1981 erfolgte schließlich die Unabhängigkeit von Großbritannien. Problematisch war allerdings weiterhin das Verhältnis zum Nachbarland Guatemala, das Gebietsansprüche stellte und nur durch den Verbleib britischer Truppen in Belize von einem militärischen Vorgehen abgehalten werden konnte. Erst 1992 unterzeichnete die guatemaltekische Regierung einen Vertrag, der zwar Belizes Unabhängigkeit anerkannte, aber nicht die Ansprüche auf Gebiete im Westen des Landes klärte. Seit 2000 finden Verhandlungen zwischen den beiden Ländern statt, in denen Guatemala zumindest ein Seezugang über Belize ermöglicht werden soll. Belize blieb von Kriegen und Bürgerkriegen, wie sie andere mittel- und südamerikanische Länder durchlebten, weitgehend verschont. Doch kam es Anfang 2005 aufgrund der Situation des Staatshaushalts und wegen geplanter Steuererhöhungen zu Unruhen (siehe: Unruhen in Belize 2005).

Provinzen, Provinzhauptstädte und Orte

Belize ist in sechs Provinzen unterteilt: 1) Belize District:
  - Belize City (Provinzhauptstadt)
  - Hattieville
  - Ladyville
  - San Pedro 2) Cayo District:
  - Belmopan (Hauptstadt)
  - San Ignacio (Provinzhauptstadt)
  - Benque Viejo del Carmen 3) Corozal District:
  - Corozal Town (Provinzhauptstadt)
  - Chunox
  - Consejo
  - Little Belize
  - Louisville
  - Patchacan
  - Progresso
  - Xaibe 4) Orange Walk District:
  - Orange Walk (Provinzhauptstadt)
  - Carmelita
  - Guinea Grass
  - San Estevan
  - San Pablo
  - Trial Farm 5) Toledo District:
  - Punta Gorda (Provinzhauptstadt)
  - Monkey River
  - Toledo Settlement 6) Stann Creek District:
  - Dangriga (Provinzhauptstadt - ehemals Stann Creek Town)
  - Mullins River
  - Placencia
  - Hopkins

Politik

Belize hat ein Zwei-Kammern-Parlament (House of Representatives und einen Senat). Parteien: People's United Party („Vereinigte Volkspartei - Vereinigte Demokratische Partei“) Siehe auch:
- Liste der Generalgouverneure von Belize
- Liste der Premierminister von Belize

Weblinks


- [http://www.belize.gov.bz/ Seite der Regierung von Belize]
- [http://www.belize.com/ Informationen für Belize-Touristen]
- [http://www.burks.de/belize.html Belize - private Website Burkhard Schröders (dt.)]
Kategorie:Staat ! Kategorie:Monarchie ja:ベリーズ ko:벨리즈 ms:Belize simple:Belize zh-min-nan:Belize

Staat

Max Weber definiert in seiner Herrschaftssoziologie Staat als einen solchen politischen Anstaltsbetrieb, dessen Verwaltungsstab erfolgreich das Monopol legitimen physischen Zwanges (also das Gewaltmonopol) für die Durchführung der Ordnungen in Anspruch nimmt (Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, [http://www.textlog.de/7321.html Kap. 1, § 17]). In der Ökonomie wird der Staat oftmals als Summe aller Zwangsverbände betrachtet. Zur Unterscheidung oder Kongruenz von Staat und Gesellschaft siehe Staat und Gesellschaft.

Völkerrecht

Ein Staat (aus lat. status Zustand, Verfassung) ist ein ein Gebilde, das laut der Konvention von Montevideo folgende Eigenschaften aufweist:
- eine mehr oder weniger stabile Kernbevölkerung (Staatsvolk);
- einen klar abgegrenzten oder definierten Landbesitz (Staatsgebiet, Territorium);
- eine Regierung, die eine Staatsgewalt ausüben kann;
- die Fähigkeit, mit anderen Staaten in politischen Kontakt zu treten, d. h., ein Völkerrechtssubjekt zu sein. Die klassische Staatsrechtslehre nennt nur die ersten drei Merkmale (Drei-Elemente-Lehre Jellineks). In diesem Sinne sind die Glieder eines Bundesstaates, wie die deutschen Länder auch "Staaten" (übrigens auch beschränkt Völkerrechtssubjekte, da sie auf Grund ihrer "Kulturhoheit" z. B. mit dem Heiligen Stuhl unabhängig von der Bundesrepublik Deutschland Konkordate abschließen können). Der klassische Ausnahmefall eines Staates ohne Staatsgebiet ist - seit der Annexion Maltas durch Napoleon I. - der "Souveräne Malteserorden". Die Souveränität ist kein definierendes Merkmal des Staates. Staaten können rechtlich auch dann fortbestehen, wenn sie unter Besatzung stehen (okkupiert sind); oder (in der älteren Staatsrechtslehre), wenn sie nur "souverän" sind (z. B. Samos im Osmanischen Reich). Jedoch muss faktisch eine Teilsouveränität gegeben sein. Wie denn überhaupt das Völkerrecht mangels einer Welt-Legislative von Entscheidungen von Fall zu Fall abhängt (case law) und mithin ein sehr nachgiebiges Recht ist, wenn Völkerrechtssubjekte "Fakten setzen".

Völkerrechtliche Anerkennung

Ein Staat bedarf zu seiner Gründung keiner juristischen Legitimation (er wird 'ausgerufen', vgl. den Rütli-Schwur bei der Begründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Mittelalter - die neuzeitliche Schweizerische Konföderation besteht aber durchaus aus einzelnen Staaten, den Kantonen). International hat es sich eingebürgert, einen Staat anzuerkennen, sobald mehrere andere Staaten seine Existenz anerkannt haben. Einige Gebiete wie Taiwan oder Nordzypern auf Zypern, die zwar die Merkmale eines Staates aufweisen, wurden dennoch, meist aus politischen Gründen, nicht allgemein anerkannt; diese werden als Stabilisierte De-Facto-Regime bezeichnet. Die Konvention von Montevideo regt häufig zu Diskussionen an, ob es möglich ist, durch Kauf einer staatenlosen Insel oder Bohrinsel quasi eine Mikronation zu gründen. Die Anerkennung durch andere Staaten ist das Hauptproblem solcher Vorhaben.

Anzahl

Insgesamt gibt es 192 vollständig anerkannte souveräne Staaten. Darunter fallen die 191 Mitglieder der UNO sowie die Vatikanstadt. Weitere Staaten sind nur von einer Minderheit der weltweiten Staaten anerkannt, dies sind u. a. Taiwan, Westsahara (DARS), die Cookinseln und Niue.

Literatur


- Michail Bakunin, Gott und der Staat, Berlin: Karin Kramer 1995
- Karl Held (Hrsg.): [http://www.gegenstandpunkt.com/vlg/staat/staat_i.htm Der bürgerliche Staat]. Die Staatsableitung. München, 1999. 138 Seiten ISBN 3-929211-03-3
- Stefan Breuer: Der Staat. Entstehung, Typen und Organisationsstadien, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998.
- Heide Gerstenberger, Die subjektlose Gewalt. Theorie der Entstehung buergerlicher Staatsgewalt, Münster: Westfälisches Dampfboot 2005
- Wolfgang Reinhard, Geschichte der Staatsgewalt. Eine vergleichende Verfassungsgeschichte Europas von den Anfängen bis zur Gegenwart, Sonderausgabe, München: C.H. Beck 2002
- Franz Oppenheimer:
[http://www.opp.uni-wuppertal.de/oppenheimer/st/staat0.htm Der Staat], 3. überarbeitete Auflage von 1929
- OVG Münster, Urteil vom 14.02.1989, Az. 18 A 858/87, in: NVwZ 1989, S. 790.

Siehe auch


- Staatstheorie
- Liste unabhängiger Staaten
- Liste der Staatsformen souveräner Staaten
- Staatliche Souveränität
- Territoriale Integrität Kategorie:Politische Geographie ! ja:国家 simple:State


Mittelamerika

Mittelamerika umfasst die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika sowie die Westindischen Inseln und gehört geologisch und geographisch bis zur Landenge von Tehuantepec zum Kontinent Nordamerika. Historisch gesehen kann Mittelamerika aber auch als eigenständiger Kontinent betrachtet werden. Das Festland Mittelamerikas zwischen dem (Isthmus) von Tehuantepec und dem Isthmus von Darién an der Grenze zwischen Panama und Kolumbien bezeichnet man als Zentralamerika. Auf der Landbrücke wird überwiegend Spanisch gesprochen. Einzige Ausnahme ist das englischsprachige Belize. Auf den Inseln der Karibik werden Englisch, Französisch, Spanisch und Niederländisch gesprochen. Die Bewohner Mittelamerikas stammen von den einheimischen Indianern (auf dem Festland - die karibischen Ureinwohner sind fast ausgerottet), den eingewanderten Europäern und afrikanischen Sklaven ab.

Staaten auf dem Isthmus

Die Staaten auf dem Isthmus sind (von Norden nach Süden):
- der südlichste Teil Mexikos
- Belize
- Guatemala
- Honduras
- El Salvador
- Nicaragua
- Costa Rica
- Panama

Karibische Staaten

In der Karibik befinden sich die folgenden Staaten:
- Antigua und Barbuda
- Bahamas, eigentlich nicht Teil der Karibik
- Barbados
- Dominica
- die Dominikanische Republik (Insel Hispaniola)
- Grenada
- Haiti (Insel Hispaniola)
- Jamaika
- Kuba
- St. Kitts und Nevis
- St. Lucia
- St. Vincent und die Grenadinen
- Trinidad und Tobago

Abhängige Gebiete

Außerdem liegen in der Karibik die folgenden abhängigen Gebiete:
- Amerikanische Jungferninseln (USA)
- Anguilla (Vereinigtes Königreich)
- Aruba (Niederlande)
- Britische Jungferninseln (Vereinigtes Königreich)
- Guadeloupe (Frankreich)
- Kaimaninseln (Vereinigtes Königreich)
- Martinique (Frankreich)
- Montserrat (Vereinigtes Königreich)
- Niederländische Antillen (Niederlande)
- Puerto Rico (USA)
- Turks- und Caicosinseln (Vereinigtes Königreich), eigentlich nicht Teil der Karibik Siehe auch: Portal:Mittelamerika, Mercado Común Centroamericano, Geschichte Mittelamerikas Kategorie:Kontinent ja:中央アメリカ ko:중앙아메리카 simple:Central America zh-min-nan:Tiong Bí-chiu

Guatemala

---Sidenote START---
Guatemala (offiziell Republik Guatemala, span. República de Guatemala) ist ein Staat in Mittelamerika, im Süden der Halbinsel Yucatán. Der Name Guatemala leitet sich vom toltekischen Wort 'Goathemala' ab, was soviel wie 'Erde der Bäume' bedeutet. Guatemala grenzt im Südosten an Honduras und El Salvador, im Norden an Mexiko und im Osten an Belize. Guatemala hat zwei Küsten, im Osten einen schmalen Zugang zum Karibischen Meer und im Süden die Pazifikküste.

Geographie

Landschaftsbild

Guatemala liegt in Zentralamerika auf 15° 30' Nord, 90° 15' West. Der nördliche Teil, El Petén, ist Tiefland mit tropischem Regenwald, im Zentrum folgt Hochland mit Vulkanen bis zu 4.200 m Höhe, der schmale flache und fruchtbare Küstenstreifen am Pazifik hat wieder tropisches Klima. Das Hochland ist das kulturelle Zentrum Guatemalas. Hier herrscht, wegen der Lage zwischen 1.300 und 1.800 Metern über dem Meer, fast das ganze Jahr über ein mildes Klima mit Tagestemperaturen zwischen 18 und 28 Grad Celsius. In höheren Lagen kann es vor allem im Januar und Februar recht kalt werden. In dieser Region liegt die Hauptstadt Guatemala-Stadt, mit 2,5 Mio. Einwohnern die größte Stadt des Landes. Touristische Höhepunkte des Landes sind der Atitlán-See, die alte Hauptstadt Antigua Guatemala, die antike Mayastadt Tikal sowie einige andere sehenswerte Städte wie Quetzaltenango und Chichicastenango.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Guatemala-Stadt 964.823 Einwohner, Mixco 297.039 Einwohner, Villa Nueva 218.294 Einwohner, Quetzaltenango 112.121 Einwohner, Escuintla 69.311 Einwohner, Amatitlán 61.562 Einwohner, Chinautla 61.520 Einwohner und Cobán 59.428 Einwohner.
- Siehe auch: Liste der Städte in Guatemala

Bevölkerung

Ca. 60 % der Bevölkerung Guatemalas sind Nachkommen der Maya, weitere 35 % sind Mischlinge, der Rest der Bevölkerung ist europäischer oder asiatischer Abstammung oder zählt zu den an der Karibikküste lebenden Nachkommen entflohener afrikanischer Sklaven. Spanisch ist die offizielle Amtssprache, allerdings spricht die Mehrheit der Bevölkerung eine der 24 indigenen Sprachen (u.a. Kekchí, Quiché). Aufgrund der sehr hohen Analphabetenrate von über 40 % gilt Guatemala als Entwicklungsland. Aus diesem Grund werden diverse Hilfsprogramme wie Probigua organisiert, die auf Besucher angewiesen sind.

Geschichte

Siehe auch den Hauptartikel Geschichte Guatemalas. Zeugnis der indianischen Geschichte legen zahlreiche Ruinenstätten ab, darunter Tikal als die wichtigste. Siehe auch Liste der Pyramiden. Nach der Eroberung (Conquista) blieb das Land bis zum 15. September 1821 spanische Kolonie. Von 1823-1839 war Guatemala Teil der Zentralamerikanischen Konföderation. Erst 1840 entstand der unabhängige Staat Guatemala. Die erste Zeit der jungen Republik von 1841-71 ist gekennzeichnet durch konservative Regime an der Macht, deren Hauptziele eine behutsame wirtschaftliche Modernisierung bei Beibehaltung der hierarchischen Gesellschaftsordnung der Kolonialzeit darstellten. Die Zeit von 1871-1944 wird als liberaler Nationalstaat bezeichnet. Die wirtschaftliche Modernisierung des Landes wurde forciert. Es begann der großflächige Kaffee- und Bananenanbau, letzterer insbesondere durch die United Fruit Company. Mit der Oktoberrevolution 1944 und dem Sturz des damaligen Diktators Jorge Ubico 1931-1944, beginnt ein demokratisches Jahrzehnt in Guatemala. Präsident Arévalo, 1944 bis 1949, demokratisiert das Land, führt die Pressefreiheit ein und implementiert den ersten Arbeiterkodex in der Geschichte Guatemalas. Obwohl mehr als 20 Versuche unternommen wurden, Arévalo als Präsident zu stürzen, konnte er seine Amtszeit vollenden. Ihm folgte sein Verteidigungsminister Jacobo Arbenz Guzmán, der die Wahlen vom November 1950 mit großem Vorsprung gewann. Er führte die Innenpolitik seines Vorgängers im Wesentlichen weiter. 1952 ließ Arbenz die Mindestlöhne anheben; 1953 führte er eine Agrarreform durch. Brachliegendes Land, von der United Fruit Company enteignetes Küstenland und Land aus Privat- und Regierungsbesitz wurde an Arbeiter neu verteilt. Die Gesamtfläche belief sich auf über 280 000 Hektar Land Anfang 1954 begannen vor allem in den USA im Zuge des McCarthyism Stimmen gegen das Arbenz-Regime laut zu werden. Im März erreichten die USA auf der X. Interamerikanischen Konferenz die Verabschiedung einer antikommunistischen Resolution, die indirekt die Regierung Guatemalas verurteilte. Dem schloss sich die katholische Kirche an. In einem Hirtenbrief rief der Erzbischof von Guatemala zum Aufstand gegen den Kommunismus auf. Die Regierung inhaftierte daraufhin einige Oppositionsführer. Am 8. Juni wurde der Ausnahmezustand verhängt. Die CIA interveniert in Zusammenarbeit mit oppositionellen guatemaltekischen Militärs (Operation PBSUCCESS). Im Juli 1954 wurde Castillo Armas zum provisorischen Präsidenten ernannt; wenig später wurde er durch eine Volksabstimmung formell legitimiert und am 6. November als Präsident für eine fünfjährige Amtszeit vereidigt. Er befreite 600 politische Gefangene. Unterdessen war eine verfassunggebende Versammlung einberufen worden. Im November 1955 wurden die politischen Parteien wieder zugelassen; im Dezember fanden die Wahlen für eine neue Nationalversammlung statt, bei denen Castillo Armas’ Partei alle 66 Sitze gewann. Am 2. Februar 1956 unterzeichnete Castillo Armas die neue Verfassung, woraufhin sich am 1. März die Nationalversammlung konstituieren konnten. Am 26. Juli 1957 wurde Castillo Armas ermordet. Zwei Tage später ernannte die Nationalversammlung den Vizepräsidenten Luis Gonzáles López zum provisorischen Staatschef. Gonzáles López führte den antikommunistischen Kurs Castillo Armas’ fort und beraumte für den 20. Oktober 1957 Präsidentschaftswahlen an. Die Wahl wurde wie geplant durchgeführt, ihre Rechtsgültigkeit jedoch von verschiedenen kleinen politischen Parteien angefochten. Am 25. Oktober ergriff eine dreiköpfige Militärjunta die Macht. Am 19. Januar 1958 wurden erneut Präsidentschaftswahlen durchgeführt, aber keiner der Kandidaten erreichte die erforderliche absolute Mehrheit. Der Kongress wählte daher am 12. Februar General Miguel Ydígoras Fuentes zum neuen Präsidenten. Der war in den dreißiger Jahren unter Präsident Ubico Minister und erbitterter Feind der liberalen Präsidenten Arévalo und Arbenz; am 2. März 1958 trat er sein Amt an. In Guatemala herrschte 36 Jahre lang Bürgerkrieg, der erst 1996 durch die Unterzeichnung eines Friedensvertrages formell für beendet erklärt wurde. Der Krieg hatte bis zu diesem Zeitpunkt mehr als 100.000 Menschen das Leben gekostet und über 1 Million Flüchtlinge geschaffen. Besonders durch General Efraín Ríos Montt bekam die Bekämpfung der indigenen Bevölkerung durch die Diktatur Züge eines Genozids. Ganze Landstriche wurden flächendeckend bombardiert. Allein im September 1982 wurden 9.000 Maya ermordet. Durch logistische und materielle Hilfe der USA konnte sich die Regierung an der Macht halten. Nur Jimmy Carter unterbrach diese Unterstützung für kurze Zeit. Guatemala wurden im Oktober 2005 von Ausläufern des Hurrikans Stan schwer getroffen. Über 1.000 Menschen kamen durch Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen ums Leben.

Politik

Hurrikans Stan Guatemala ist eine unabhängige demokratische Republik mit Mehrparteiensystem. Die Verfassung vom 15. Januar 1986 legt die Trennung zwischen Legislative (Congreso de la República, das Parlament), Exekutive (Präsident und Vize-Präsident) und Judikative (Oberster Gerichtshof) fest. Das Parlament und der Präsident werden alle vier Jahre gewählt, stimmberechtigt sind alle Bürger ab achtzehn Jahren, ausgenommen aktive Angehörige des Militärs. Der oberste Gerichtshof wird vom Parlament für vier Jahre bestimmt. Bei den Wahlen vom 9. November 2003 wurde Óscar Berger Perdomo als Kandidat der Gran Alianza Nacional zum Präsidenten gewählt. Auch bei der Parlamentswahl wurde die Gran Alianza Nacional stärkste Kraft, die Wahlbeteiligung lag bei 54,5 %. Wie die meisten lateinamerikanischen Staaten hat auch Guatemala keine lange demokratische Tradition. Die Parteienlandschaft ist wenig stabil, viele Parteien lösen sich nach einer Legislaturperiode auf oder verschwinden in der Bedeutungslosigkeit. Bezeichnend ist die starke Stellung gesellschaftlicher Gruppen außerhalb der Parteien, insbesondere das Militär und die Unternehmer. Außenpolitisch war Guatemala während des Bürgerkriegs jahrelang isoliert. Seit dem Beginn der Demokratisierung und dem Abschluss des Friedensvertrags mit den Rebellen versucht Guatemala auf der internationalen Bühne eine angemessene Rolle zu spielen. Seit 2001 besteht zwischen Mexiko, Guatemala, Honduras und El Salvador ein Handelsabkommen, seit dem 10. März 2004 zusätzlich eine Zollunion mit El Salvador. Siehe auch: Liste der Präsidenten von Guatemala

Historische Nationalflaggen von Guatemala

Die Nationalflaggen bis 1839 sind diejenigen der "Zentralamerikanischen Konföderation". Von 1851 bis 1871 spielten aus politischen Gründen die "spanischen" Farben eine wesentliche Rolle.

Verwaltungsgliederung

Guatemala ist in 22 Departamentos aufgeteilt. Departamento (Hauptstadt) Liste der Präsidenten von Guatemala # El Petén (Flores) # Huehuetenango (Huehuetenango) # El Quiché (Santa Cruz del Quiché) # Alta Verapaz (Cobán) # Izabal (Puerto Barrios) # San Marcos (San Marcos) # Quetzaltenango (Quetzaltenango) # Totonicapán (Totonicapán) # Baja Verapaz (Salamá) # El Progreso (Guastatoya) # Zacapa (Zacapa) # Sololá (Sololá) # Chimaltenango (Chimaltenango) # Sacatepéquez (Antigua Guatemala) # Guatemala (Guatemala-Stadt) # Jalapa (Jalapa) # Chiquimula (Chiquimula) # Retalhuleu (Retalhuleu) # Suchitepéquez (Mazatenango) # Escuintla (Escuintla) # Santa Rosa (Cuilapa) # Jutiapa (Jutiapa)

Wirtschaft

Das Hauptexportgut des Landes ist Kaffee, daneben werden Zucker, Bananen, Tabak, Kautschuk und Kardamom exportiert. Ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor ist seit dem Ende der 1990er Jahre auch der Tourismus. Von großer Bedeutung sind auch die Überweisungen ausgewanderter Guatemalteken an ihre Familien. Sie hatten im Jahre 2003 einen geschätzten Wert von 1,6 Mrd. Euro.

Kultur


- Nationalfeiertag: Unabhängigkeitstag 15. September
- Miguel Ángel Asturias, Nobelpreis für Literatur, 1967 weitere Schriftsteller
- Otto René Castillo
- Augusto Monterroso

Literatur über Guatemala


- Jim Jandy: Gift of the Devil. 1984
- Kinzer, Schlesinger: Der Bananenkrieg der CIA, 1995
- Rigoberta Menchú: I, Rigoberta Menchú - An Indian Woman in Guatemala. 1987
- [http://www.students.uni-marburg.de/~Dallmer/Guatemala.pdf Das Parteiensystem Guatemalas]deutsch; Stand 2002 - pdf
- Markus Stumpf u.a.: Guatemala - Ein Land auf der Suche nach Frieden, 2003, ISBN 3-86099-755-6

Weblinks


- [http://lakjer.dk/mikkel/spanisch.shtml Spanischschulen in Guatemala]
- [http://www.guatemala.gob.gt/ Regierung der Republik Guatemala] (spanisch)
- [http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,1518,GTM,00.html Spiegel-online Jahrbuch 2004]
- [http://www.guatemala.at Guatemala Solidarität Österreich]
Kategorie:Staat ! ja:グアテマラ ko:과테말라 ms:Guatemala th:ประเทศกัวเตมาลา zh-min-nan:Guatemala

21. September

Der 21. September ist der 264. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 265. in Schaltjahren). Zum Jahresende verbleiben 101 Tage.

Ereignisse

Politik


- 454 - Der herrenberger Kaiser Valentinian III. ermordet seinen Feldherren Aëtius.
- 1520 - Süleyman I. der Prächtige wird Sultan und Kalif von Konstantinopel.
- 1676 - Benedetto Odescalchi wird Papst Innozenz XI..
- 1745 - Jakobitische Rebellen unter der Führung von Charles Edward Stuart schlagen in der Schlacht bei Prestonpans britische Regierungstruppen unter General Sir John Cope vernichtend und gewinnen damit zeitweilig die Herrschaft über ganz Schottland. John Cope]
- 1793 - Beginn der Terrorherrschaft des Wohlfahrtsausschusses unter Maximilien de Robespierre während der Französischen Revolution
- 1898 - Im Kaiserreich China stürzt die Kaisermutter Tz`u Hsi ihren Sohn Te Tsun und beendet dessen Reformkurs ("Reform der 100 Tage").
- 1916 - SPD in der Krise: der Parteivorsitzende Friedrich Ebert berichtet auf der Reichskonferenz von einem Schrumpfen der Mitgliederzahl um 64%.
- 1931 - Großbritannien verlässt den Goldstandard, das Pfund Sterling wird freie Währung.
- 1949 - Die Alliierte Hohe Kommission nimmt ihre Arbeit auf.
- 1949 - Aufhebung der Zensur und Reglementierung der Presse durch die Besatzungsmächte.
- 1949 - Das Inkrafttreten des Besatzungsstatus gibt der Bundesrepublik Deutschland die vollständige Verfügung über die Judikative, Legislative und Exekutive zurück.
- 1956 - Der Magistrat der Stadt Berlin beschließt, das Brandenburger Tor wieder aufzubauen.
- 1964 - Malta erlangt seine Unabhängigkeit von Großbritannien.
- 1965 - Singapur, die Malediven und Gambia werden Mitglieder der Vereinten Nationen.
- 1965 - Niederlande. Im Parlament von Den Haag kündigt Königin Juliana die Hochzeit der Thronfolgerin, Prinzessin Beatrix mit dem ehemaligen Bonner Diplomaten Claus von Amsberg an.
- 1971 - Katar, Bhutan und Bahrain werden Mitglieder bei den Vereinten Nationen.
- 1972 - Der Deutsche Bundestag billigt die Rentenreform (Einführung der flexiblen Altersgrenze).
- 1976 - Seychellen werden Mitglied bei den Vereinten Nationen.
- 1979 - Sturz von Kaiser Bokassa I. durch David Dacko und Proklamation der Zentralafrikanischen Republik.
- 1981 - Belize (bis 1973 Britisch-Honduras) wird unabhängig.
- 1991 - Armenien erhält seine Unabhängigkeit.
- 1991 - Bürgerrechtler der ehemaligen DDR gründen die parteiliche Organisation "Bündnis 90".
- 1993 - Der russische Staatspräsident Boris Jelzin entmachtet das Parlament durch Auflösung beider Kammern der Volksvertretung.
- 1997 - Parlamentswahlen in Polen: das neugegründete Wahlbündnis AWS (Akcja Wyborcza "Solidarność") von Marian Krzaklewski siegt.
- 2001 - Arnold Rüütel wird Staatspräsident in Estland.

Kultur

Estland
- 1457 - Gründung der Universität Freiburg.
- 1820 - Alexander Sergejewitsch Puschkin wird nach Chişinău verbannt.
- 1893 - Uraufführung von Gerhart Hauptmanns sozialkritischer Komödie "Der Biberpelz" in Berlin.
- 1929 - Uraufführung der Oper Engelbrekt von Natanael Berg am Kungliga Teatern in Stockholm.
- 1945 - Die erste Modenschau der Nachkriegszeit findet in Paris statt.
- 2004 - Eröffnung des National Museum of the American Indian in Washington D.C..

Technik


- 1799 - Die erste Gasheizung wird von dem französischen Erfinder Philippe Lebon zum Patent angemeldet.
- 1903 - Dr. August Oetker lässt sich das Verfahren zur Herstellung von Backpulver patentieren.

Wissenschaft


- 1925 - Skelett eines Frühmenschen in Ehringsdorf bei Weimar gefunden, siehe: Ehringsdorfer Urmensch
- 2003 - Die Mission der amerikanischen Raumsonde Galileo endet durch einen kontrollierten Absturz in den Jupiter.

Diverses


- 1847 - Auf der Insel Mauritius, einer britischen Kronkolonie, werden zwei Briefmarken ausgegeben, die Rote und Blaue Mauritius.

Katastrophen


- 1869 - Die Dresdner Semper-Oper wird bei einem verheerenden Brand vernichtet.
- 1921 - Ammoniumnitrat-Explosion in der IG-Farben-Fabrik (heutige BASF) in Ludwigshafen-Oppau (Deutsches Reich). 500 Tote, 2000 Gebäude zerstört.
- 1938 - Ein großer Hurrikan trifft von Nordost Long Island(bei NY), 600 Todesopfer.
- 1957 - Untergang des deutschen Segelschulschiffs Pamir in einem Orkan südwestlich der Azoren: 80 der 86 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.
- 1993 - Beim Anflug auf Sochumi in Georgien wurde eine Tupolew Tu-134 der Transair Georgia von abchasischen Separatisten abgeschossen. Alle 27 Insassen starben.
- 1995 - Moron, Mongolei. Eine Antonow An-24 der MIAT aus Ulan-Bator sank zu früh und prallte gegen einen Berg. Von 43 Insassen überlebte nur einer.
- 1999 - Taiwan wird von einem schweren Erdbeben erschüttert. Etwa 2200 Menschen kommen ums Leben.
- 2001 - Bei einem schweren Chemieunfall, der Explosion in Toulouse kam es in der französischen Stadt zu erheblichen Sachschaden. 31 Menschen starben.

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1955 - Der Schwergewichtsboxer Rocky Marciano verteidigt zum sechsten (und letzten) Mal seinen Weltmeistertitel gegen seinen US-amerikanischen Landsmann Archie Moore.
- 1980 - Gérard d'Aboville erreicht nach 72 Tagen den Hafen Brest und wird damit der erste Mensch, der alleine im Ruderboot den Atlantik überquert hat.
- 1985 - Michael Spinks gewinnt seinen Boxkampf und damit die Weltmeisterschaft im Schwergewicht gegen Larry Holmes, für Holmes war es die erste Niederlage nach 48 Siegen.

Geboren

Larry Holmes (1452-1498)]]
- 1371 - Friedrich I., Kurfürst von Brandenburg
- 1415 - Friedrich III., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
- 1452 - Girolamo Savonarola, italienischer Theologe und Politiker
- 1645 - Louis Joliet, französischer Entdecker und Kartograf (entdeckte zusammen mit Jacques Marquette den Mississippi)
- 1779 - Hermann Wedel-Jarlsberg, norwegischer Politiker
- 1787Karl Immanuel Nitzsch, Theologe
- 1791 - Théodore Géricault, französischer Künstler
- 1792 - Johann Peter Eckermann, deutscher Dichter und enger Vertrauter Goethes
- 1801 - Moritz Hermann von Jacobi, deutscher Physiker und Ingenieur
- 1842 - Abdülhamid II., Sultan des Osmanischen Reiches
- 1845 - Ernst August, Kronprinz von Hannover, der letzte Kronprinz des Königreichs Hannover
- 1850 - Hans Sitt, deutscher Komponist
- 1853 - Heike Kamerlingh Onnes, niederländischer Physiker Heike Kamerlingh Onnes
- 1866 - Herbert George Wells, britischer Schriftsteller (Der Krieg der Welten und Die Zeitmaschine)
- 1874 - Gustav Holst, britischer Komponist
- 1874 - Karl Jarres, DVP-Politiker in der Weimarer Republik, Reichsvizekanzler (1923-1925)
- 1885 - Elisabeth Müller, schweizerische Jugendschriftstellerin
- 1899 - Juliusz Schauder, polnischer Mathematiker
- 1904 - Hans Hartung, deutscher Künstler
- 1904 - Franz Stock, katholischer Priester
- 1905 - Marguerite Roberts, US-amerikanische Drehbuchautorin
- 1906 - Aristoteles Onassis, griechischer Unternehmer
- 1908 - George Simpson, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiateilnehmer
- 1909 - Kwame Nkrumah, ghanesischer Politiker, Regierungschef und Staatspräsident
- 1912 - Chuck Jones, US-amerikanischer Cartoonist und Zeichentrickfilm-Regisseur (Ehren-Oscar für sein Lebenswerk 1996)
- 1920 - Vico Torriani, schweizerischer Sänger, Schauspieler und TV-Moderator
- 1921 - Hermann Buhl, österreichischer Bergsteiger
- 1925 - Victor Kirst, deutscher Politiker (FDP)
- 1926 - Donald A. Glaser, amerikanischer Physiker und Neurobiologe (Nobelpreis 1960)
- 1931 - Larry Hagman, US-amerikanischer Schauspieler
- 1932 - Reinhold Schreiner, deutscher Arbeitsdirektor
- 1934 - Leonard Cohen, kanadischer Sänger
- 1935 - Sigrid Valdis, US-amerikanische Schauspielerin
- 1936 - Jean Pütz, deutscher Journalist
- 1940 - Dickey Lee, US-amerikanischer Sänger
- 1943 - Ilse Falk, deutsche Politikerin (CDU)
- 1943 - Klaus Kordon, deutscher Schriftsteller
- 1943 - Kevin Murphy, US-amerikanischer Musiker
- 1944 - Dicky Tarrach, deutscher Musiker
- 1946 - Moritz Leuenberger, Schweizer Politiker (SPS), Bundesrat seit 1995
- 1947 - Don Felder, US-amerikanischer Musiker und Songschreiber (Eagles)
- 1947 - Stephen King, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1947 - Jacques-Èdouard Alexis, haitianischer Politiker und Regierungschef
- 1947 - Anke Spoorendonk, Politikerin der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein
- 1950 - Bill Murray, US-amerikanischer Schauspieler
- 1951 - Aslan Alijewitsch Mashadow, Staatspräsident von Tschetschenien
- 1953 - Betty Wright, US-amerikanische Sängerin
- 1953 - Reinhard Marx, katholischer Bischof von Trier seit 2001
- 1954 - Phil Taylor, britischer Musiker
- 1955 - Mika Kaurismäki, finnischer Regisseur
- 1955 - Andreas Trautvetter, deutscher CDU-Politiker, Minister in Thüringen
- 1955 - Andrei Wladimirowitsch Gawrilow, russischer Pianist
- 1965 - Frédéric Beigbeder, französischer Schriftsteller
- 1966 - Kiefer Sutherland, kanadischer Schauspieler
- 1967 - Faith Hill, US-amerikanische Country-Sängerin
- 1967 - Vera Int-Veen, deutsche Moderatorin
- 1972 - David Silveria, US-amerikanischer Musiker, Schlagzeuger der Band Korn
- 1974 - Henning Fritz, deutscher Handballspieler
- 1974 - Daniel Bogusz, polnischer Fußballspieler

Gestorben


- 19 v. Chr. - Vergil (Publius Vergilius Maro), römischer Dichter
- 687 - Konon (Papst), Papst von 686 bis 687
- 985 - Warin, Erzbischof von Köln
- 1109 - Svatopluk II., böhmischer Herzog
- 1317 - Viola Alžběta Těšínská, Königin in Böhmen
- 1327 - Eduard II., 1307 bis 1327 König von England
- 1384 - Ludwig I. (Anjou), nicht anerkannter König von Neapel Ludwig I. (Anjou)
- 1558 - Karl V. (HRR), König von Spanien und Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
- 1576 - Gerolamo Cardano, italienischer Arzt und Mathematiker
- 1586 - Antoine Perrenot de Granvelle, Kardinal und Minister
- 1637 - Carlo I. Gonzaga, Herzog von Nevers und Rethel
- 1643 - Huang Tai Ji, Kaiser von China
- 1792 - Philipp von Westphalen, Vertrauter des Herzogs Ferdinand von Braunschweig
- 1812 - Emanuel Schikaneder, Schauspieler, Regisseur und Theaterdirektor
- 1832 - Walter Scott, schottischer Schriftsteller
- 1850 - Friedrich Robert Fählmann, deutsch-estnischer Philologe Friedrich Robert Fählmann
- 1860 - Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph
- 1866 - Karl Ludwig Hencke, deutscher Amateurastronom
- 1883 - Conrad Bursian, deutscher Philologe und Archäologe
- 1904 - Chief Joseph, Häuptling der Nez Percé-Indianer
- 1905 - Rudolf Baumbach, deutscher Dichter
- 1921 - Eugen Dühring, deutscher Nationalökonom, Sozialist und Philosoph
- 1930 - Hans Bußmeyer, deutscher Komponist
- 1936 - Antoine Meillet, französischer Sprachwissenschafter
- 1939 - Georg Witkowski, deutscher Literaturhistoriker
- 1950 - Anton Kippenberg, deutscher Verleger
- 1956 - Karl Caspar, deutscher Maler
- 1957 - Bertha Krupp von Bohlen und Halbach, Besitzerin des Krupp-Konzerns
- 1957 - Haakon VII., König von Norwegen
- 1958 - Peter Whitehead, englischer Formel 1- und Sportwagen-Rennfahrer
- 1962 - Marie Bonaparte, französische Psychoanalytikerin
- 1964 - Bo Carter, US-amerikanischer Blues-Musiker
- 1964 - Otto Grotewohl, deutscher Politiker und Ministerpräsident der DDR
- 1967 - Johannes Hoffmann (CVP), deutscher Politiker
- 1971 - Bernardo Alberto Houssay, argentinischer Physiologe und Nobelpreisträger
- 1972 - Henry de Montherlant, französischer Schriftsteller
- 1974 - Jacqueline Susann, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1974 - Walter Brennan, US-amerikanischer Schauspieler
- 1978 - Peter Vogel, deutscher Schauspieler
- 1979 - Sámal Joensen-Mikines, färöischer Maler
- 1980 - Waldir Azevedo, brasilianischer Komponist und Cavaquinhospieler
- 1982 - Herbert Hisel, deutscher Humorist
- 1987 - Jaco Pastorius, US-amerikanischer Jazzmusiker und Komponist
- 1988 - Henry Koster, deutscher Filmregisseur
- 1996 - Claus Holm, deutscher Schauspieler
- 1996 - Erika Cremer, deutsche Professorin der Physik
- 1998 - Florence Griffith Joyner, US-amerikanische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 2002 - Michael Croissant, deutscher Bildhauer
- 2002 - Peter Kowald, deutscher Jazzmusiker
- 2003 - Erich Hallhuber, deutscher Schauspieler
- 2005 - Ramón Martín Huerta, mexikanischer Politiker

Feier- und Gedenktage


- Namenstage: Debora (Deborah (Prophetin)), Jonas (Jona (Prophet)), Matthäus (Matthäus (Evangelist)), Matthieu
- Nationalfeiertag in Armenien (Unabhängigkeitstag von 1991)
- Nationalfeiertag in Malta
- Nationalfeiertag in Belize (Unabhängigkeitstag von 1981)
- Weltfriedenstag (früher Eröffnungstag der Jahrestagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen)
- Welt-Alzheimertag der Weltgesundheitsorganisation (Alzheimersche Krankheit)

Siehe auch


- 20. September - 22. September
- 21. August - 21. Oktober
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0921 ja:9月21日 ko:9월 21일 simple:September 21 th:21 กันยายน

Yucatán (Halbinsel)

Yucatán (Land des Rotwildes in Nahuatl) ist eine Halbinsel in Mittelamerika, die den Golf von Mexiko vom karibischen Meer trennt. Der nördliche Teil gehört politisch zu Mexiko, verteilt auf die drei Bundesstaaten Yucatán, Campeche und Quintana Roo. Der Süden gehört zu Guatemala und Belize. Der östlichen Küste der Halbinsel ist Cozumel, die größte Insel Mexikos, vorgelagert. Das Klima ist tropisch und heiß. Im feuchten Süden nehmen Regenwälder einen großen Teil der Vegetation ein. Nach Norden hin wird das Klima immer trockener. Yucatán ist hurrikangefährdet. hurrikangefährdet

Geschichte

Im äußersten Nordwesten der Halbinsel Yucatán schlug vor rund 65 Millionen Jahren ein großer Meteorit (KT-Impakt) ein, der weite Teile der Erde verwüstet und u.a. auch das Ende der Dinosaurier herbeigeführt haben soll. Vom 4. bis 10. Jahrhundert war Yucatán Zentrum der indigenen Maya-Kultur, die unzählige archäologische Stätten hinterlassen hat. Die bekanntesten sind Chichén Itzá, Uxmal, Tulúm und Edzná. Francisco Hernández de Córdova und Juan de Grijalva erreichten zwischen 1517 und 1518 erstmals die Küste von Yucatán. Yucatán wurde 1527 von Francisco de Montijo d. Ä. erobert, der seine Hauptstadt in Tho, dem heutigen Mérida aufschlug. Die Verwaltung dieses Gebietes wechselte öfter zwischen Neuspanien (dem heutigen Mexiko) und Guatemala, bis es sich 1822 dem neuen Staat Mexiko anschloss. Als im Jahre 1821 Mexiko seine Unabhängigkeit von Spanien erlangte, wurde Yucatán am 2. November desselben Jahres als „Staat von Yucatán“ Teil des unabhängigen Mexikos. Zum damaligen Zeitpunkt umfasste das Territorium auch noch die Gebiete der heutigen Bundesstaaten Campeche sowie Quintana Roo. Im Jahre 1835 wurde in Mexiko eine zentralistisch ausgerichtete Regierung installiert. Yucatán wurde zu einer Provinz herabgestuft. Alle Regierungsgeschäfte wurden von Mexiko-Stadt aus zentralistisch organisiert. Im Mai 1838 entflammten in Yucatán (Tizimin) erste Aufstände gegen die Zentralregierung. Dort wurden auch erste Unabhängigkeitsforderungen laut. Als 1840 die örtliche Kongressversammlung in Merida eine Erklärung der Unabhängigkeit verabschiedete, blockierte der mexikanische Gouverneur von Yucatán, Santiago Mendez, diese zunächst noch. Dies jedoch unter der Bedingung, dass die mexikanische Regierung die Verfassung von 1824 wiederherstellte. Der mexikanische Präsident Santa Anna delegierte daraufhin den Emissär Andres Quintana Roo nach Merida, dem es gelang, die Differenzen zu beseitigen und einen Friedensvertrag mit der örtlichen Regierung von Yucatán zu schließen. Schon im März 1841 zeigte Präsident Santa Anna kein besonderes Interesse mehr an der Einhaltung der geschlossenen Vereinbarungen. Während einer Ratsversammlung in Merida wurde diese am 16. März 1841 von der Menge gestürmt. In einer historischen Quelle (Juan Francisco Soles) heißt es: :„Am Abend des 16. März 1841 – während einer konstituierenden Versammlung – wurde der Hauptsaal von einer unbewaffneten Menge gestürmt, angeführt von Barbachano, Francisco Martin Peraza und einigen weiteren, die die volle Unabhängigkeit Yukatans forderten. Unter dem Druck der Menge willigten die Abgeordneten ein, ihre Verfassungsvorschläge noch einmal zu überdenken, (...) einigen Personen der aufgebrachten Menge gelang es, auf das Dach zu steigen, die mexikanische Flagge abzunehmen und die Nationalflagge von Yukatan zu hissen.“ 16. März Einige Monate später, am 20. Oktober 1841 ließ Gouverneur Mendez sämtliche mexikanischen Flaggen entfernen und überall die neue Nationalflagge hissen. Gleichzeitig wurde die unabhängige Republik Yucatán deklariert. Die Nationalflagge wurde wie folgt beschrieben: „Die Flagge Yukatans ist in zwei Felder unterteilt: Eins auf der linken Seite in Grün und eins auf der rechten Seite – wiederum unterteilt in 3 Streifen: rot-weiß-rot - . Das grüne Feld enthält fünf wundervolle Sterne, die für die fünf Departements stehen, in die Yukatan lt. Dekret vom 30.11.1840 geteilt ist: Merida, Izamal, Valladolid, Tekax und Campeche.“ Die Verfassung von Yucatán baute in Teilen auf der mexikanischen von 1824, sowie derjenigen von Yucatán aus dem Jahre 1825 auf. Der mexikanische Präsident Santa Anna lehnte die Anerkennung von Yucatáns Unabhängigkeit ab. Er befahl, alle yukatanischen Schiffe und den gesamten Handel zu blockieren. Zudem ließ er im Jahre 1843 eine Armee entsenden, um die Separation zu beenden. Die Invasionsarmee wurde jedoch von der yukatanischen besiegt. In Anbetracht der Tatsache, dass Yucatán wirtschaftlich ohne den mexikanischen Staat nicht überleben konnte, entschied Yucatáns Gouverneur Miguel Barbachano - aus der Position der erhaltenen Stärke heraus - mit Santa Anna zu verhandeln. Man stimmte zu, Yucatán wieder in den mexikanischen Staatsverband zu reintegrieren, sofern die Rückkehr zur Verfassung von 1825, sowie umfassende Selbstverwaltungsrechte eingeräumt würden. Am 15. Dezember 1843 wurde der entsprechende Vertrag ratifiziert. In Artikel 15 hieß es u.a.: “Yukatan soll keine andere, als die Flagge der Nation führen“. (D. h. die mexikanische.) Bereits im Jahre 1845 wurden die Vereinbarungen erneut von der mexikanischen Regierung ignoriert, woraufhin Yucatán zum 1. Januar 1846 nochmals seine Unabhängigkeit erklärte. Als im gleichen Zeitraum der Mexikanisch-Amerikanische Krieg ausbrach, erklärte Yucatán seine Neutralität. Die Lage wurde weiter kompliziert durch Ausbruch des sog. „Kastenkriegs“ (Guerra de Castas) im Jahre 1847. Die indigene Maya-Bevölkerung erhob sich gegen die politische und wirtschaftliche Kontrolle der spanischen Bevölkerung, was im Jahre 1848 dazu führte, dass der gesamte spanische Bevölkerungsanteil in Yucatán aus dem Lande vertrieben wurde. Ausgenommen davon waren lediglich die befestigten Städte Merida und Campeche. Die yukatanische Regierung in Merida wandte sich daraufhin an das Ausland mit der Bitte um Unterstützung im Kampf gegen die aufständischen Mayas. Gouverneur Mendez schickte gleichlautende Noten an die Regierungen von Großbritannien, Spanien und die USA. In diesen bot er die volle Souveränität über das Territorium von Yucatán derjenigen Nation an, die zuerst Hilfe gegen den Maya-Aufstand schickte. Der US-Präsident James K. Polk empfing in Washington den Botschafter von Yucatán und die Angelegenheit wurde anschließend im amerikanischen Kongress debattiert. Gemäß der „Monroe-Doktrin“ wurde jedoch lediglich beschlossen, eine Warnung an europäische Mächte auszusprechen, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Yucatáns einzumischen. Militärische Hilfe wurde nicht entsandt. Nach dem Ende des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges richtete Gouverneur Barbachano sein Hilfegesuchen an den Mexikanischen Präsidenten Jose Joaquin de Herrera. Als Gegenleistung stimmte Yucatán einer Anerkennung der mexikanischen Zentralregierung zu. Am 17. August 1848 kam es erneut zu einer Wiedervereinigung mit Mexiko. In den folgenden Jahren kam es immer wieder zu kleineren aber auch größeren militärischen Auseinandersetzungen zwischen der Yukatanischen Regierung und den aufständischen Mayas. Erst im Jahre 1901 eroberte die mexikanische Armee den Maya-Hauptstützpunkt „Chan Santa Cruz“, womit der Aufstand im Wesentlichen beendet wurde. 1857 wurde der westliche Teil des mexikanischen Bundesstaat Yucatán abgetrennt und unter dem Namen Campeche als eigener Bundesstaat organisiert. Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt Quintana Roo im Osten die Selbstverwaltung.

Siehe auch


- Yucatán (Bundesstaat)
- Liste der Pyramiden Kategorie:Geographie (Mexiko) Kategorie:Halbinsel ja:ユカタン半島

Klima

Der Begriff des Klimas steht für die Gesamtheit aller meteorologischen Erscheinungen, die für den gemittelten Zustand der Erdatmosphäre an einem Ort verantwortlich sind. Das Klima wird dabei jedoch nicht nur von Prozessen innerhalb der Atmosphäre, sondern vielmehr durch das Wechselspiel aller Sphären der Erde geprägt. Es umfasst zudem unterschiedlichste Größenordnungen, wobei vor allem die zeitliche und räumliche Dimension des Klimabegriffs von entscheidender Bedeutung für dessen Verständnis sind. Die Wissenschaft, die die Gesetzmäßigkeiten des Klimas, dessen Eigenschaften, Entwicklung und Erscheinungsbild erforscht, bezeichnet man als Klimatologie.

Der Klimabegriff

Etymologie

Das Wort Klima (Mehrzahl: Klimata, Klimate) stammt vom griechischen Verb κλίνειν [klinein], welches übersetzt „neigen“ bedeutet. Dies bezieht sich auf die Schiefe der Erdekliptik. Im 20. Jahrhundert hat sich dabei das Begriffsverständnis von der Wettergesamtheit (Fedoroff 1927) hin zur Synthese des Wetters (WMO 1979) entwickelt.

Zeitliche Dimension

Als Abgrenzung zum Wetter (Zeitrahmen: Stunden bis wenige Tage) und zur Witterung (Zeitrahmen: einige Tage bis circa eine Woche, im Extremfall auch ein Monat oder eine Jahreszeit) versteht man Klima als einen über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten (meist 30 Jahre) statistisch bereinigten Zustand der Erdatmosphäre. Man bedient sich dieser statistischen Methoden, um kurzfristige Schwankungen des Wetters zu filtern und charakteristische Werte bezüglich verschiedener meteorologischer Größen zu erhalten, welche in ihrer Gesamtheit wiederum das Klima eines Ortes beschreiben. Hierbei stehen vor allem die Langzeittrends im Zentrum des Interesses, welche jedoch gegenläufig zu den Extremen bei langen Referenzzeiträumen verwischen. Basis für das Klima ist dabei jedoch immer das Wetter und die in Wetterstationen bzw. Wetter- und Umweltsatelliten erfassten Daten. Ausgehend von dieser Datenbasis stellen sich für die zeitliche Dimension des Klimabegriffs die Frage, wie wechselhaft das Wetter ist und welche Schwankungen daher die meteorologischen Größen aufweisen, welche das Wetter hinreichend beschreiben. Je größer diese Schwankungen sind, desto weniger repräsentativ ist eine statistische Auswertung der Daten eines kurzen Referenzzeitraumes. Der Anspruch ein vornehmlich ortspezifisches Klima und eben nicht nur zeitspezifische Wetterphänomene zu charakterisieren, ist in diesem Falle nicht aufrecht zu erhalten.
Doch auch Langzeitauswertungen verlieren durch diese Schwankungen partiell ihren Aussagegehalt, weshalb insbesondere ein Mittelwert im Allgemeinen nicht ausreicht, um das Klima zeitlich richtig einzuschätzen. Eine Niederschlagsverteilung von einem Starkregen innerhalb eines halben Jahrzehntes und sonstiger Dürre als Mittelwert der Jahresniederschläge auf die fünf Einzeljahre zu verrechnen, illustriert die verzerrenden Effekte, welche aus einer unzureichenden Anwendung dieser statistischen Methoden erwachsen können. Betrachtet man das Klima eines Ortes mit einem Referenzzeitraum von 1000 Jahren, so hat man sicher alle Extremereignisse gefiltert, jedoch gilt dies bei einem solch langen Zeitraum auch für alle kurzfristigen Schwankungen. Selbst wesentliche Trends, wie der kleinen Eiszeit, könnten durch die Wahl eines solchen Zeitraums schlicht übersehen werden. Betrachtet man jedoch die Datenlage in Bezug auf weit zurück liegende Zeitalter, so zeigt sich hierbei, dass die zur Verfügung stehenden Klimaarchive nur über sehr lange Referenzzeiträume eine Auskunft bieten. Das Bestreben diese Zeiträume zu reduzieren und so auch in Bezug auf die Klimageschichte kurzfristigere Trends in der Entwicklung des Klimas mit zu erfassen, ist eine wesentliche Bestrebung der Paläoklimatologie. Diese modifizierenden Einflüsse richten sich aber immer nach dem konkreten Anwendungsfall und können nicht von vornherein und allgemeingültig festgelegt werden. Man kann sie nur nach einer Auswertung der Daten beantworten, um hierüber den Bezugs- oder Referenzzeitraumraum festlegen zu können, welcher angepasst an die Datenlage eine repräsentative Ermittlung des jeweiligen Klimacharakters und der zugehörigen Entwicklungstrends ermöglicht. Ausgehend von der Problematik der Referenzzeiträume hat die World Meteorological Organization so genannte Klimanormalperioden festgelegt. Diese umfassen einen fest definierten Referenzzeitraum von 30 Jahren. Die festgelegten Intervalle sind die schon abgeschlossenen Zeiträume von 1931 bis 1960 und 1961 bis 1990, sowie die derzeitige Klimanormalperiode von 1991 bis 2020. Sie dienen unter anderem der Vergleichbarkeit der klimatischen Größen untereinander und werden hierbei vor allem zur Darstellung dieser Größen in Klimadiagrammen herangezogen. Viele Prognosen der zukünftigen Klimaentwicklung beziehen sich hierbei auf das Jahr 2050, also das Ende der nächsten Klimanormalperiode.

Räumliche Dimension

Der Begriff Klima wird oft mit dem Weltklima bzw. globalen Klima gleichgesetzt. Hierbei zeigt sich jedoch, dass globale Trends und Mittelwerte in keiner Weise repräsentativ für einzelne Standorte sein müssen. Eine globale Temperaturerhöhung von einem Grad Celsius ist also lediglich eine Abstraktion, welche sich jedoch nicht mit lokalen Wetterbeobachtungen decken muss, was auch über einen längeren Klimazeitraum in der Regel seine Gültigkeit behält. Ihr kann lokal eine Erhöhung oder Erniedrigung von weit größerem aber auch weit kleinerem Ausmaß entgegen stehen, weshalb auch beispielsweise ein lokaler „Rekordsommer“ auf globalem Niveau „verschwinden“ kann und umgekehrt.
Diese lokalen Effekte sind näher an den realen Auswirkungen der sehr abstrakten globalen Tendenzen und im Rahmen dessen, dass auch meteorologische Werte lokal und nicht global erfasst werden, von außerordentlichem Interesse. Nicht zuletzt werden auch die Einflüsse des Klimas auf den Menschen und dessen vitale Interessen, wie beispielsweise der Landwirtschaft, durch die lokalen Entsprechungen globaler Tendenzen geprägt. Weil sich aus den großen räumlichen Unterschieden auch Unterschiede in der Methodik ergeben, hat sich eine dreistufige Einteilung der Maßstäbe bewährt.
- Das Mikroklima beschränkt sich auf wenige Meter bis einige Kilometer, zum Beispiel ein Zimmer, eine Wiese oder ein Straßenzug.
- Das Mesoklima bezieht sich auf Landschaften oder Länder bis zu einigen hundert Kilometern Ausdehnung.
- Das Makroklima beschreibt kontinentale und globale Zusammenhänge. Während beim Wetter eine enge Bindung zwischen Größenordnung und Dauer eines Phänomens bestehen, zeigt sich dieser Zusammenhang bei klimatischen Betrachtungen nicht oder kaum.

Mikroklima

Mikroklima bezeichnet das Klima im Bereich der bodennahen Luftschichten bis etwa 2 Meter Höhe oder das Klima, dass sich in einem kleinen, klar umrissenen Bereich (zum Beispiel zwischen Gebäuden in einer Stadt) ausbildet. Es wird entscheidend durch die Nähe der Bodenoberfläche und die dortige Bodenreibung des Windes geprägt. Hier herrschen schwächere Luftbewegungen, aber größere Temperaturunterschiede. Die Verschiedenheit des Bodens, des Geländes, der Hanglage und des Pflanzenbewuchses kann auf engem Raum große Klimagegensätze hervorrufen. Das Mikroklima ist besonders für niedrig wachsende Pflanzen von Bedeutung, da sie ihr klimaempfindlichstes Lebensstadium in der bodennahen Luftschicht durchlaufen.
Aber nicht nur die Pflanzen, auch der Mensch ist dem Mikroklima direkt ausgesetzt. Insbesondere in nicht-natürlichen Lebensräumen wie Städten kann das Mikroklima durch die unterschiedlichen Baumaterialien, die Architektur, der Variabilität der Sonneneinstrahlung (Beschattung) oder die Modifikation des Windfeldes erheblich von den regionaltypischen Gegebenheiten abweichen, wobei diese Abweichungen sehr labil sind und sich auch durch kleine Eingriffe, wie den Bau oder Abriss eines Hauses, empfindlich und schlagartig ändern können. Da sich diese Einflüsse mit der Zeit nahezu überall ergeben und auch externe Faktoren sehr leicht einwirken kann, basieren Mikroklimate in der Regel nicht aus jahrzehntelangen Messreihen, sondern werden vielmehr durch Erfahrung und tabellierte Vergleichsdaten abgeschätzt.

Mesoklima

Zu den Mesoklimaten werden unterschiedlichste Einzelklimate zusammen gefasst, welche eine Ausdehnung zwischen einigen hundert Metern und wenigen hundert Kilometer besitzen, sich im Regelfall jedoch im unteren Kilometerbereich befinden. Aufgrund dieses breiten aber dennoch lokalen Spektrums, spielen hierbei viele Felder der angewandten Meteorologie und Klimatologie eine große Rolle. Beispiele hierfür sind das Stadtklima oder das Regenwaldklima. Generell werden alle Lokalklimate und Geländeklimate zu den Mesoklimaten gezählt, also beispielsweise das Lokalklimate von Ökosystemen, wobei bei diesen der Übergang zu den Mikroklimaten fließend ist.

Makroklima

Vom Makroklima spricht man bei großskaligen Effekten mit einer Ausdehnung von mehr als in etwa 500 Kilometern. Hierzu zählen daher vor allem die Elemente der globalen Zirkulation und des großen marinen Förderbandes. Auch das Weltklima selbst zählt hierzu. Als Orientierung in Abgrenzung zu Mesoklimaten werden alle die gesamte Erde umspannenden, sowie ozean- bzw. kontinentweit wirksamen Effekte zu den Makroklimaten gezählt. Weniger eindeutig, jedoch im Regelfall zutreffend, ordnet man auch überregionale Effekte wie den Monsun, den El Niño oder sehr große Regionalklimate wie den brasilianischen Regenwald mit zu den Makroklimaten. Alle Makroklimate stehen dabei in einer engen gegenseitigen Wechselwirkung und beeinflussen sich daher auf vielfältige Weise, wobei vor allem diese Wechselwirkungen noch nicht vollständig verstanden und Thema aktueller Forschung sind. Letztlich kann aufgrund dessen kein Makroklimat für sich allein betrachtet werden und in ihrem dynamischen Zusammenspiel führen sie direkt zum umfassenden Konzept des globalen Klimas.

Klimafaktoren

Unter Klimafaktoren versteht man verschiedenste Prozesse und Zustände, durch welche das Klima hervorgerufen, erhalten oder verändert wird. Man unterscheidet nach primären und sekundären Klimafaktoren, wobei die primären Klimafaktoren elementarer Natur sind und sich die sekundären Klimafaktoren demzufolge aus den primären Klimafaktoren ableiten. Zu Ersteren zählen die Sonnenstrahlung, die Land-Meer-Verteilung, die Zusammensetzung der Erdatmosphäre und die Höhe des Standortes. Zwar lassen sich diese oft auch auf Ursachen wie die Plattentektonik oder astrophysikalische Phänomene zurückführen, diese selbst sind jedoch nicht direkt am Klima beteiligt und werden daher nur indirekt zu den Klimafaktoren gezählt. Die sekundären Klimafaktoren beinhalten verschiedene Kreisläufe und Zirkulationssysteme der Erde, welche sich direkt oder indirekt aus den primären Klimafaktoren ergeben. Hierzu zählen vor allem die allgemeine Zirkulation der Atmosphäre, die Meeresströmungen, der Wasserkreislauf und bedingt auch der Kreislauf der Gesteine. Auch regionale Zirkulationssysteme wie El Niño, La Niña und Monsune werden hierzu gezählt. Zusätzlich differenziert man auch in einigen Anwendungsfällen danach, ob die Klimafaktoren bzw. deren Wandel anthropogenen oder natürlichen Ursprungs sind.

Klimasysteme

Die Klimasysteme stellen eine Erweiterung des Konzeptes der Klimafaktoren dar. Das Klimasystem der Erde setzt sich hierbei aus seinen verschiedenen Geosystemen zusammen: der Atmosphäre, der Lithosphäre, der Hydrosphäre, der Biosphäre, der Pedosphäre und der Kryosphäre. Die Schwankungen innerhalb und Wechselwirkungen zwischen den Geosystemen bezeichnet man hierbei als Klimarauschen. Der energetische Antrieb des Klimasystems liegt in der Solarstrahlung und zu einem geringen Anteil auch in der Erdwärme, wobei diese in Form des Vulkanismus einen wesentlich entscheidenderen Auswirkung auf die stoffliche Zusammensetzung der Erdatmosphäre und damit deren Strahlungshaushalt besitzt. Entscheidend für das Wechselspiel der Klimasysteme ist deren unterschiedliche zeitliche Dynamik. Betrachtet man das Klima in sehr kurzen Zeiträumen, beispielsweise den Klimanormalperioden, so kann man viele klimatisch entscheidende Faktoren vernachlässigen, da diese nur über sehr lange Zeiträume einem Wandel unterliegen. Die Drift der Lithosphärenplatten prägt auf lange Sicht die Land-Meer-Verteilung und den Meeresspiegel, beträgt aber nur rund 3 bis 20 Zentimeter pro Jahr und ist damit in kurzen Zeitspannen irrelevant. Man kann an diesem Beispiel erkennen, dass die klimatische Rolle eines Klimasystems immer einen bestimmten Zeitraum bzw. einer zeitlichen Trägheit zuzuordnen ist. Diese Trägheit kann im Falle der Lithosphäre Jahrmillionen betragen oder im Falle der Atmosphäre nur wenige Jahre bis Jahrzehnte. Insbesondere kann sich die Zusammensetzung der Atmosphäre sehr schnell ändern, wirkt ihrerseits jedoch nur in sehr langen Zeitskalen auf eine Veränderung der Zusammensetzung der Lithosphäre hin. Diese Skalen sind jedoch nicht zwingend, wie beispielsweise der Vulkanismus zeigt. Der Begriff des Klimasystems ist jedoch nicht allein auf das Klimasystem der Erde als Ganzes beschränkt, sondern kann auch auf niederskalige Systeme angewandt werden, wobei diese dann wiederum Teile des globalen Klimasystems darstellen. Beispiele hierfür sind das Land-Seewind System oder die Monsunsysteme.

Klimaelemente

Als Klimaelement bezeichnet man jede messbare Eigenschaft des Klimasystems der Erde, welche einzeln oder durch ihr Zusammenwirkungen das Klima auf unterschiedlichen Ebenen prägen und für dessen Charakterisierung genutzt werden können. Es handelt sich dabei meist um meteorologische Größen, welche im Zuge der Wetterbeobachtungen in Wetterstationen erfasst werden, aber auch Größen aus der Ozeanologie und den Geowissenschaften allgemein. Man unterscheidet sie nach danach, ob sie Bestandteile in den verschiedenen Haushalten des Klimasystems sind (Budget-Elemente) oder dies eben nicht sind (Nichtbudget-Elemente). Auch unterscheidet man nach Zustandsgrößen, Prozessgrößen und Feldgrößen. Klimaelemente:
- Luftdruck - gemessen durch Barometer;
- Luftfeuchtigkeit - gemessen durch Hygrometer;
- Wind - gemessen durch Anemometer;
- Niederschlag - gemessen durch Hydroskope (Regenmesser);
- Verdunstung, unterschieden nach potenzieller und realer Verdunstung - meist abgeleitet oder/und geschätzt aus anderen Größen wie Temperatur und Niederschlag;
- Ein- und Ausstrahlung - komplizierte Erfassung aus Messungen, Schätzungen und Berechnungen, siehe auch Globalstrahlung, Albedo und Milanković-Zyklen;
- Salzgehalt der Meere - gemessen durch Salinometer;
- Meeresströmungen;
- Wassertemperatur;
- Eisdicke bzw. Schneehöhe und deren Dichte. Nichtbudget-Elemente:
- Albedo
- Sonnenscheindauer
- Bewölkung - statistisch erfasst bzw. gemessen durch Radaraufnahmen;
- Rauhigkeitshöhe
- Zirkulationsindizes Durch globale Mittelwerte der Temperatur lässt sich beispielsweise feststellen, ob ein Jahr kälter oder wärmer war als ein langjähriger Durchschnitt. Gleiches gilt jedoch auch für die Monats-, Wochen und Tagesmitteltemperatur. Man kann sich jedoch auch auf andere Größe wie den Niederschlag beziehen. Eine andere Aufgabenstellung wäre es beispielsweise die Jahres-, Monats-, oder Tageshöchsttemperaturen mit einem klimatischen Mittelwert zu vergleichen, wobei bei letzterem jedoch nur ein sehr begrenzte Aussagefähigkeit besteht, da die Abweichung der Temperaturen eines Tages zu einem langjährigen Durchschnittswert stark abweichen.

Klimageschichte

Hauptartikel: Klimageschichte Das Klima der Erde wandelt sich über lange Zeiträume hinweg. So wechselten sich im Pleistozän immer wieder Warm- und Kaltzeiten gegenseitig ab und tun dies vielleicht auch noch bis heute (Holozän). Anhand von Klimaarchiven wie arktischen Eisbohrkernen, geologischen Ablagerungen (Sedimente), Fossilien und Jahresringen versteinerter Bäumen lassen sich diese Klimaveränderungen über viele Perioden zurückverfolgen. Je mehr man dabei in die Vergangenheit vordringt, desto weniger Datenmaterial steht zur Verfügung und man ist gezwungen immer größere Zeiträume zu betrachten, bis man schließlich Ungenauigkeiten erreicht, die mehrere Millionen Jahre ausmachen können. Dadurch werden Effekte wie die längerfristige Änderung der Solarkonstante, die Kontinentaldrift und die Erdbahnvariabilität von immer entscheidenderer Bedeutung, während diese bei kurzfristigen Klimawandelprozessen von anderen Faktoren überlagert werden und nur eine geringe Rolle spielen. Allein durch diese unterschiedliche zeitliche Perspektive wandelt sich jedoch auch der Klimabegriff, was bei einer Nichtberücksichtung dieses Effekts zu Widersprüchlichkeiten zwischen der Paläontologie/Geologie und der Klimatologie führen kann. Korrigiert man jedoch die zeitliche beziehungsweise teilweise auch räumliche Perspektive, so lösen sich diese Widersprüchlichkeiten in der Regel auf.

Klimawandel

Hauptartikel: Klimaveränderung und Globale Erwärmung In jüngerer Zeit steigen die Jahresmittelwerte der Temperatur, seit einem Tiefpunkt 1880, mit Schwankungen an. Daraus wird, neben vielen anderen Indizien und Faktoren, eine fortschreitende globale Erwärmung abgeleitet.

Aspekte

Die wichtigsten externen Ursachen von Klimaveränderungen liegen in der Variabilität der Sonneneinstrahlung, der Vulkanaktivität und gesonderten Großereignissen wie Meteoriteneinschlägen. Bei der Erdatmosphäre handelt es sich um ein chaotisches System, welches in bestimmten Fällen vergleichsweise plötzlich umschlagen kann, obwohl es vorher oft nur sehr träge auf bestimmte Einflüsse reagierte, beispielsweise in dem diese durch negative Rückkopplungen abgeschwächt wurden. Es gibt jedoch zahlreiche Effekte, die dazu führen, dass eine negative Rückkopplung sehr schnell in eine positive Rückkopplung umschlägt und so jegliche Trends der Klimaentwicklung mit einer potenziellen Unsicherheit behaftet sind. Dabei kann die Ursache des Umschlags selbst sogar in der Vergangenheit liegen. Der durch die statistischen Daten beschriebene Klimacharakter und das Klima selbst sind hier jedoch zu unterscheiden. Ziel der Klimatologie ist es den Unterschied zwischen beiden zu minimieren, jedoch kann dies aufgrund der Komplexität des Klimas und hierdurch bedingten Notwendigkeit einer Vereinfachung immer nur einen Näherungscharakter besitzen. Siehe auch: Treibhauseffekt, Ozonloch, Sommeranomalie

Klimafolgen

Als Klimafolgen bezeichnet man nicht die Folgen des Klimas, denn diese sind omnipotent und eindeutig, sondern die Folgen des Klimawandels, besonders in Bezug auf den Menschen. Siehe auch: Klimafolgen, Klimafolgenforschung

Klimamodelle

Hauptartikel: Klimamodell Ein Klimamodell ist ein Computer-Modell zur Berechnung und Vorhersage des Klimas für eine bestimmten Zeitabschnitt. Das Modell basiert in der Regel auf einem Meteorologiemodell, wie es auch zur numerischen Wettervorhersage verwendet wird. Dieses Modell wird jedoch für die Klimamodellierung erweitert, um alle Erhaltungsgrößen korrekt abzubilden. In der Regel wird dabei ein Ozeanmodell, ein Schnee- und Eismodell für die Kryosphäre und ein Vegetationsmodell für die Biosphäre angekoppelt. Klimamodelle stellen die