:: wikimiki.org ::
| Benedikt XIV. (Papst) |
Benedikt XIV. (Papst)
Benedikt XIV. (eigentlich Prospero Lorenzo Lambertini oder auch Prosper Lambertini - 31. März 1675 in Bologna; † 3. Mai 1758) war Papst von 1740 bis 1758.
Seit 1701 war er an der Kurie tätig und wurde 1726 Kardinal. Am 17. August 1740 wurde er zum Papst gewählt.
Als Papst modernisierte er die Kurie, das Sakramentsrecht und die Mönchsorden. Er war ein Gegner der Jesuiten.
Jesuiten
Als erster Papst erkannte er den preußischen Königstitel an. Außerdem hob er offiziell den Bann gegen die Lehre des Nikolaus Kopernikus auf. Andererseits verschärfte er 1751 in einer Bulle (Päpstliche Bulle) die Strafen gegen Freimaurerei, die von seinem Vorgänger Clemens XII. in der Bulle "in eminenti" vorgesehen wurden. Am 3. Mai 1758 starb er in Rom.
Weblinks
-
-
Kategorie:Papst
Kategorie:Italiener
Kategorie:Geboren 1675
Kategorie:Gestorben 1758
ja:ベネディクトゥス14世 (ローマ教皇)
ko:교황 베네딕토 14세
1675
Politik und Weltgeschehen
- Philipp Jacob Speners Reformschrift „Pia Desideria“ erscheint in Frankfurt am Main
- 31. März: Benedikt XIV. (als Prospero Lorenzo Lambertini), Papst 1740–1758 († 1758)
- 12. Juli: Evaristo Dall'Abaco, italienischer Violinist, Cellist und Komponist († 1742)
- 14. Juli: Claude Alexandre de Bonneval, französischer Abenteurer († 1747)
- 25. Juli: James Thornhill, britischer Maler († 1734)
- 15. September: Wachtang VI., georgischer König und Wissenschaftler
- 7. Oktober: Rosalba Carriera, venezianische Malerin († 1757)
- 10. Oktober: Peter Kolb, deutscher Lehrer und Völkerkundler († 1726)
- 21. Oktober: Higashiyama, 113. Kaiser von Japan († 1710)
- 26. März: Ernst I. von Sachsen-Gotha, Sohn von Herzog Johann III. von Sachsen-Weimar ( - 1601)
- 18. Mai: Jacques Marquette, französischer Mönch und Entdecker des Mississippi ( - 1637)
- 19. Mai: António Luís de Meneses, 1. Marquês de Marialva, war einer der bedeutendsten Feldherrn der portugiesischen Restauraçao ( - 1603)
- 13. Juni: Christian von Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein, Hofbeamter und Politiker ( - 1627)
- 27. Juli: Henri de La Tour d'Auvergne, duc de Bouillon, französischer Heerführer und Marschall von Frankreich ( - 1611)
- 18. September: Karl IV. von Lothringen, Regent und Soldat ( - 1604)
- 29. Oktober: Christian Hoburg, Theologe, mystischer Spiritualist ( - 1607)
- 15. Dezember: Johannes Vermeer, niederländischer Maler ( - 1632)
- Emanuele Tesauro: italienischer Schriftsteller ( - 1592)
ko:1675년
Bologna
Bologna ist eine Universitätsstadt in Italien und bedeutender Verkehrs- und Eisenbahnknotenpunkt mit großem Rangierbahnhof. Sie liegt am Fuße des Apennin und ist die Hauptstadt der Region Emilia-Romagna und der Provinz Bologna. Ihr charakteristisches Erscheinungsbild verdankt sie den unzähligen Arkaden, die Strassen in einer Gesamtlänge von ungefähr 40 Kilometern säumen
Bologna hat ca. 369.955 Einwohner (Stand 2003), davon ca. 50.000 Studenten.
Sie beherbergt mit der 1088 gegründeten Universität Bologna die älteste Institution dieser Art in Europa. Berühmte Professoren dieser Universität sind u. a. Romano Prodi und Umberto Eco.
Beinamen
Bologna wird auch la grassa d. h. „die Fette“ genannt wegen des fetten Essens, für das die Stadt berühmt ist. Weitere Beinamen sind la rossa d. h. „die Rote“ wegen der roten Ziegel der Häuser und der vorherrschenden politischen Richtung sowie, wegen der berühmten Universität, la dotta d. h. „die Gelehrte“. Bologna wird auch la turrita genannt, nach den vielen Geschlechtertürmen, von denen die meisten erst Ende des 19. Jahrhunderts zerstört wurden.
Sehenswürdigkeiten
Wahrzeichen der Stadt sind die zwei Türme, der „Torre Garisenda“ und der „Torre degli Asinelli“. Um 1300 erbaut, war letzterer mit seiner Höhe von 94,5 Metern für 137 Jahre das höchste Gebäude Europas. Die beiden Türme sind die letzten Überbleibsel von rund 180 Geschlechtertürmen des mittelalterlichen Bologna, die im 19. Jahrhundert zum Großteil geschleift wurden.
Als Zentrum der Stadt gilt die Piazza Maggiore mit dem Neptunbrunnen und der Basilika „San Petronio“. Diese gewaltige gotische Kirche (fünftgrößte der Welt) besitzt ein eindrucksvolles Inneres, dessen Mittelschiff 40 m hoch und 20 m breit ist. Ursprünglich als größte Kirche der Christenheit geplant, wurde der Bau, begonnen im Jahr 1390, aufgrund finanzieller Probleme bis zum heutigen Tage nicht vollendet.
Im Innenraum befindet sich die Mittagslinie, 1655 eingerichtet nach Plänen des Astronomen Giovanni Domenico Cassini.
Der Dom "Cattedrale di S.Pietro" mit der Pieta von V. Lombardi befindet sich auf der Via Indipedenza.
Die älteste Kirche Bolognas Basilica di Santo Stefano befindet sich in einem heute noch genutzen Klosterkomplex im historischen Zentrum der Stadt. Die Anlage verfügt über einen byzantinischen Rundbau sowie über typische romanische Kreuzgänge.
Die Wallfahrtskirche der Madonna di San Luca liegt auf dem Guardiahügel oberhalb der Stadt, von dem man einen beeindruckenden Blick in die Poebene hat. Zur Kirche hinauf führt der mit über vier Kilometern längste Arkadengang der Welt.
Der Palazzo dell'Archiginnasio war ursprünglich dafür geplant, alle Fakultäten der Universität unter einem Dach zu versammeln. Eindrucksvoll ist der durch den Krieg stark zerstörte, aber vollständig renovierte Anatomielehrsaal.
Geschichte
Die Geschichte der Stadt beginnt vermutlich als etruskische Gründung mit dem Namen Felsina im 6. Jh. vor Christi Geburt, Spuren älterer dörflicher Siedlungen in der Gegend reichen bis ins 11/10. Jh. zurück. Im zweiten Jh. v. Chr. wird die Stadt von den Römern erobert und in Bononia umbenannt. Im Jahre 1500 fällt die Stadt endgültig an den Kirchenstaat. 1796 durch die Franzosen erobert, wird sie durch den Wiener Kongress wieder dem Kirchenstaat zugeschlagen.
Am 2. August 1980 zündet eine rechte Extremistengruppe eine Bombe im Bahnhof der Stadt. 85 Menschen sterben, mindestens 200 werden verletzt. 1995 wurden für diesen Anschlag zwei Personen der faschistischen „Nuclei Armati Rivoluzionari“ und italienische Geheimdienstmitarbeiter zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.
Bologna war die europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2000.
Verkehr
Bologna hat einen Flughafen „Marconi“ im Nordwesten der Stadt. Einige Billigfluggesellschaften firmieren den ca. 60 km entfernten Flughafen Forlì als Flughafen Bologna-Forli.
Daneben verfügt Bologna über zwei Bahnhöfe, die „Stazione Centrale“ (Hauptbahnhof) und „San Donato“. Ersterer wurde 1864 errichtet, allerdings schon zehn Jahre später von Gaetano Ratti neu konstruiert. 1926 wurde der Bahnhof um die westlichen Bahnsteige erweitert, 1934 auch auf der östlichen Seite.
Bedeutende Bologneser und Bologneserinnen
- Umberto Eco (1932-), Schriftsteller, Medienwissenschaftler und Semiotiker
- Guglielmo Marconi (1874–1937), Physiker und Elektro-Ingenieur
- Romano Prodi (1939-), Wirtschaftswissenschaftler und Politiker
Söhne und Töchter der Stadt
- Giorgio Morandi (1890–1964), Maler
- Francesco Albani, italienischer Maler der bolognesischen Schule
- Ulisse Aldrovandi, italienischer Arzt und Naturforscher
- Alessandro Algardi, italienischer Bildhauer und Architekt
- Attilio Ariosti, italienischer Komponist
- Adriano Banchieri, italienischer Mönch und Komponist
- Agostino Barelli, italienischer Baumeister und Architekt
- Giorgio Bassani, italienischer Schriftsteller und Publizist
- Laura Bassi, Die erste Professorin Europas (für Physik)
- Benedikt XIV. (Papst), Papst von 1740 bis 1758
- Stefano Benni, italienischer Schriftsteller, Journalist und Satiriker
- Antonio Bernacchi, italienischer Sänger (Kastrat)
- Laura Betti, italienische Schauspielerin
- Marco Biagi, italienischer Professor für Arbeitsrecht
- Katharina von Bologna, katholische Mystikerin
- Raffaele Bombelli, italienischer Mathematiker
- Albert Graf von Caprara, österreichischer General und Diplomat
- Agostino Carracci, italienischer Maler und Kupferstecher
- Annibale Carracci, Maler und Kupferstecher
- Ludovico Carracci, italienischer Maler
- Gino Cervi, italienischer Filmschauspieler
- Pierluigi Collina, Fußballschiedsrichter
- Lucio Dalla, Cantautori rockorientierter Musik
- Matthia Ferrabosco, Komponist
- Lodovico Ferrari, italienischer Mathematiker
- Gianfranco Fini, italienischer Außenminister und Vorsitzender der Partei Alleanza Nazionale
- Petronio Franceschini, italienischer Komponist
- Luigi Galvani, Arzt, Anatom und Biophysiker
- Andrea Gioanetti, Kardinal der römisch-katholischen Kirche und Erzbischof von Bologna
- Giovan Battista Caprara, italienischer Kardinal, Erzbischof, Graf und Senator
- Carlo Grassi, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Gregor XIII., Papst von 1572 bis 1585
- Gregor XV., Papst von 1621 bis 1623
- Francesco Maria Grimaldi, italienischer Theologe, Physiker und Mathematiker
- Innozenz IX., Papst
- Mondino di Liuzzi, italienischer Anatom
- Guglielmo Marconi, italienischer Physiker und Ingenieur war ein Pionier der drahtlosen Telekommunikation
- Giovanni Battista Martini, italienischer Komponist und Musiktheoretiker
- Luciano Minguzzi, italienischer Bildhauer
- Giorgio Morandi (1890–1964), Maler
- Pier Paolo Pasolini, italienischer Filmregisseur und Dichter
- Alessandro Pasqualini, italienischer Architekt der Renaissance
- Cesare Perdisa, Formel-1-Rennfahrer
- Guido Reni, italienischer Maler und Radierer
- Ottorino Respighi, italienischer Komponist
- Augusto Righi, italienischer Physiker
- Vincenzo Righini, Komponist
- Pier Giuseppe Sandoni, italienischer Komponist
- Adamo Tadolini, italienischer Bildhauer
- Antonio Tozzi, italienischer Opernkomponist.
- Francesco Antonio Uttini, italienischer Komponist
- Trebisonda Valla, italienische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- Christian Vieri, italienischer Fußballspieler
- Giovanni Battista Vitali, italienischer Violinist, Sänger und Komponist
- Tommaso Antonio Vitali, italienischer Violinist und Komponist
- Alessandro Zanardi, italienischer Rennfahrer
Sonstiges
Bologna ist die Heimat der Tortellini, mit Hackfleisch gefüllten, kleinen Nudeln. Diese werden meist in einer Fleischbrühe (brodo) oder mit Sugo Bolognese (aus Hackfleisch und Tomaten) serviert (die in Deutschland gängige Kombination „spaghetti bolognese“ wird man allerdings auf keiner Speisekarte finden!). Wobei in Bologna der Sugo nicht mit Hackfleisch sondern mit ausgedrückter Salsice (Italienische grobe Rohbratwurst) zubereitet wird. Eine weitere aus Bologna stammende Spezialität ist die Mortadella, eine Aufschnittwurst vom Schwein, die meist in hauchdünne Scheiben oder in Würfel geschnitten verzehrt wird.
In Bologna findet die Internationale Ledermesse Lineapelle statt.
Literatur
- Max Jäggi, Roger Müller, Sil Schmid (1976): Das rote Bologna. Kommunisten demokratisieren eine Stadt im kapitalistischen Westen. Zürich: Verlagsgenossenschaft.
Weblinks
- [http://www.comune.bologna.it/ Homepage Bologna]
- [http://www.unibo.it/ Homepage der Universität]
- [http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/402451/ Sendung des Deutschlandfunkes zum 25. Jahrestages des Attentates auf den Bahnhof der Stadt]
Kategorie:Ort in der Emilia-Romagna
Kategorie:Hauptstadt in Italien
ja:ボローニャ
ko:볼로냐
1758
- 11. April: England gewährt Preußen Subsidien von 5,3 Millionen Talern
- 23. Juni: Ferdinand von Braunschweig-Lüneburg besiegt die Franzosen in der Schlacht bei Krefeld
- 6. Juli: Carlo Rezzonico wird Papst Klemens XIII.
- 8. Juli: In der Schlacht bei Ticonderoga (Nordamerika) erleidet eine britische Armee unter General James Abercrombie eine schwere Niederlage gegen die von Louis-Joseph de Montcalm geführten Franzosen
- 25. August: Schlacht von Zorndorf. Durch das eigenmächtige Abwarten von General Friedrich Wilhelm von Seydlitz werden die Russen durch die kräftemäßig unterlegenen Preußen besiegt
- 3. September: Auf König Josef von Portugal wird ein Attentat verübt. Aufdeckung der Adelsverschwörung und Hinrichtung der Anführer: der portugiesische Adel verliert an Einfluss
- 14. Oktober: Friedrich II. wird in der Schlacht von Hochkirch von Graf von Daun (1705–1766) besiegt
- Die Russen besetzen Ostpreußen
- Abschaffung der Indianersklaverei in den portugiesischen Kolonien Südamerikas
- Der Leibarzt König Ludwigs XV. und französische Francois Quesnay begründet die Physiokratie durch sein erstes volkswirtschaftliches Kreislaufmodell „Tableau economique“
- Der Halleysche Komet ist in Europa am Himmel zu sehen
- Die Höhere Technische Lehranstalt für Textilindustrie Wien V Spengergasse wird von Maria Theresia gegründet
- 1. Februar: Gotthard Ludwig Kosegarten, langjähriger und berühmtester Pastor der Kirche zu Altenkirchen auf Rügen und ein Schriftsteller († 1818)
- 9. März: Franz Josef Gall, deutscher Arzt und Anatom († 1828)
- 4. April: John Hoppner, britischer Maler († 1810)
- 13. April: Johann von Klenau, österreichischer General († 1819)
- 28. April: James Monroe, US-amerikanischer Politiker († 1831; 5. Präsident der USA)
- 6. Mai: Maximilien de Robespierre, französischer Revolutionär († 1794)
- 1. August: Karl Ludwig von Haller, Schweizer Staatsrechtler († 1854)
- 5. August: Go-Momozono, 118. Kaiser von Japan († 1779)
- 10. August: Armand Gensonné, Politiker während der Französischen Revolution († 1793)
- 24. August: Thomas Picton, britischer Generalleutnant, Divisionskommandeur im Krieg auf der Halbinsel, Gouverneur von Trinidad († 1815)
- 25. September: Franz Michael Vierthaler, Pädagoge und Schulreformer, Schriftsteller und Journalist († 1827)
- 29. September: Horatio Nelson, britischer Admiral († 1805)
- 11. Oktober: Heinrich Wilhelm Olbers, deutscher Arzt und Astronom († 1840)
- 15. Oktober: Johann Heinrich Dannecker, deutscher Bildhauer († 1841)
- 16. November: Peter Andreas Heiberg, dänischer Satiriker († 1841)
- 23. November: Samuel Gottlob Auberlen, schwäbischer Musiker und Liedkomponist († 1829)
- 3. Dezember: Louis Adam, war ein französischer Komponist und Klaviervirtuose († 1848)
- 11. Dezember: Carl Friedrich Zelter, deutscher Musiker († 1832)
- 2. März: Johann Baptist Zimmermann, deutscher Maler und Stuckateur des Barock ( - 1680)
- 22. März: Jonathan Edwards (Prediger), US-amerikanischer Prediger, Missionar und Führer der Erweckungsbewegung des Great Awakening ( - 1703)
- 28. März: Friedrich Wilhelm von Dossow, preußischer Generalfeldmarschall, Gouverneur von Wesel ( - 1669)
- 7. April: Joachim Wilhelm von Brawe, war deutscher Dramatiker ( - 1738)
- 10. April: Lorenz Heister, deutscher Anatom ( - 1683)
- 12. April: Antoine de Jussieu, war französischer Physiker und Botaniker ( - 1686)
- 3. Mai: Benedikt XIV., Papst seit 1740 ( - 1675)
- 12. Juni: August Wilhelm von Preußen, preußischer Prinz und General, Vater Friedrich Wilhelms II. ( - 1722)
- 15. Juli: Ambrosius Stub, dänischer Dichter ( - 1705)
- 15. August: Pierre Bouguer, französischer Geodät und Astronom ( - 1698)
- 14. Oktober: James Keith, schottischer Lord und einer der wichtigsten Generale und Vertrauten ( - 1696)
- 14. Oktober: Wilhelmine von Bayreuth, preußische Königstochter ( - 1709)
- 5. November: Hans Egede, ist als „Apostel der Grönländer“ bekannt ( - 1686)
- 20. November: Johan Helmich Roman, schwedischer Komponist ( - 1694)
- 5. Dezember: Johann Friedrich Fasch, deutscher Komponist ( - 1688)
ko:1758년
1740
- 17. August: Benedikt XIV. wird zum Papst gewählt
- 4. Februar: Adam-Philippe de Custine, französischer General († 1793)
- 16. Februar: Giambattista Bodoni, italienischer Schriftentwerfer, Buchdrucker und Verleger († 1813)
- 17. Februar: Horace-Bénédict de Saussure, Schweizer Naturforscher († 1799)
- 1. April: Karl Klemens Serol, tschechischer Philosoph († 1801)
- 6. April: Chamfort, französischer Schriftsteller († 1794)
- 2. Juni: Marquis de Sade, französischer Autor pornografischer Bücher († 1814)
- 24. Juni: Juan Ignacio Molina, chilenischer Priester und Naturforscher († 1829)
- 10. August: Samuel Arnold, englischer Komponist († 1802)
- 13. August: Iwan VI., russischer Zar († 1764)
- 14. August: Pius VII., Papst († 1823)
- 15. August: Matthias Claudius, deutscher Schriftsteller († 1815)
- 26. August: Joseph Michel Montgolfier, französischer Flugpionier († 1810)
- 31. August: Johann Friedrich Oberlin, Pfarrer und Sozialpionier († 1826)
- 2. September: Johann Georg Jacobi, deutscher Dichter und Publizist († 1814)
- 12. September: Johann Heinrich Jung gen. Stilling, deutscher Augenarzt und Schriftsteller († 1817)
- 13. September: Marc Antoine Berdolet, französischer Bischof († 1809)
- 23. September: Go-Sakuramachi, 117. Kaiserin von Japan († 1813)
- 18. Oktober: James Boswell, der Biograf von Dr († 1795)
- 24. November: John Bacon d. Ä., britischer Bildhauer († 1799)
- Juan Andres, spanischer Jesuit († 1817)
- Bazyli Bohdanowicz, polnischer Komponist († 1817)
- Johann Jacob Schweppe, deutscher Erfinder und Getränkehersteller († 1821)
- 5. Januar: Antonio Lotti, italienischer Komponist ( - 1665)
- 6. Februar: Lorenzo Corsini, Papst von 1730 bis 1740 ( - 1652)
- 8. Februar: Clemens XII., Papst seit 1730 ( - 1652)
- 9. Februar: Vincent Lübeck, Komponist des Barock ( - 1654)
- 31. Mai: Friedrich Wilhelm I., König von Preußen ( - 1688)
- 1. Juni: Samuel Werenfels, reformierter Theologe ( - 1657)
- 17. Oktober: Anna, Zarin von Russland ( - 1693)
- 20. Oktober: Karl VI., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ( - 1685)
- 3. Dezember: Georg Gsell, Schweizer Barockmaler ( - 1673)
ko:1740년
simple:1740
1701
- 18. Januar: Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, lässt sich in Königsberg zum König in Preußen krönen
- Der Spanische Erbfolgekrieg beginnt (bis 1714)
- Christian Thomasius Werk gegen die Hexenverfolgung 'Dissertatio de crimine magiae' erscheint
- Mit dem Act of Settlement schafft das englische Parlament die Grundlage der Thronfolge des Hauses Hannover im Königreich England
- Fürst Leopold von Anhalt-Dessau wird Gouverneur der Festung Magdeburg
Kultur
- 12. Juli: Uraufführung der Oper La fede ne' tradimenti von Attilio Ariosti in Berlin
- 26. Oktober: Uraufführung der Oper Die wunder-schöne Psyche von Reinhard Keiser am Theater am Gänsemarkt in Hamburg
- 11. Januar: Johann Nikolaus Frobes, Mathematiker, Physiker und Philosoph († 1756)
- 24. Februar: Bartholomäus Altomonte, italienischer Maler († 1783)
- 1. März: Johann Jakob Breitinger, schweizerischer Philologe und Autor († 1776)
- 6. März: Louis-René de Caradeuc de La Chalotais, französischer Jurist († 1785)
- 9. April: Andreas Elias von Büchner, deutscher Mediziner († 1769)
- 29. April: Christian Ludwig Liscow, deutscher Satiriker († 1760)
- 7. Mai: Carl Heinrich Graun, deutscher Komponist und Sänger († 1759)
- 21. Juni: Otto Magnus von Schwerin, preußischer General der friderizianischen Epoche († 1777)
- 22. September: Anna Magdalena Bach, zweite Frau von Johann Sebastian Bach († 1760)
- 30. Oktober: Anton Gogeisl, deutscher Jesuit und China-Missionar († 1771)
- 27. November: Anders Celsius, schwedischer Astronom, Mathematiker und Physiker († 1744)
- 13. Januar: Friedrich Ulrich Calixt, deutscher Theologe ( - 1622)
- 10. März: Johann Schelle, deutscher Komponist ( - 1648)
- 2. Juni: Madeleine de Scudéry, französische Salondame ( - 1607)
- 7. Juni: Ferdinand Wilhelm von Württemberg-Neustadt, deutscher Heerführer und Generalfeldmarschall ( - 1659)
- 7. Juni: Ernst Rüdiger von Starhemberg, war der Verteidiger Wiens bei der Zweiten Türkenbelagerung 1683 ( - 1638)
- 8. Juni: Philipp I. (Orléans), Sohn von Ludwig XIII. und Anne von Österreich, und Bruder von Ludwig XIV. ( - 1640)
- 5. September: Jakob II., König von England ( - 1633)
- Anne-Hilarion de Cotentin, comte de Tourville ( - 1642)
ko:1701년
simple:1701
1726
- Jonathan Swift veröffentlicht „Gullivers Reisen“
- Voltaire geht für drei Jahre ins Exil nach England
- Gründung von Montevideo durch spanische Siedler
- Erste urkundliche Registration des El Niño
Kultur
- 17. Juli: Uraufführung der Oper Claudius, Römischer Käyser von Reinhard Keiser am Theater am Gänsemarkt in Hamburg
- 18. Januar: Heinrich Prinz von Preußen, Feldherr und Diplomat († 1802)
- 28. Januar: Laurent Angliviel de La Beaumelle, französischer Schriftsteller († 1773)
- 28. Januar: Christian Felix Weiße, deutscher Schriftsteller († 1804)
- 16. Februar: Friedrich Freiherr von der Trenck, († 1794)
- 20. Februar: William Prescott, amerikanischer Oberst im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg († 1795)
- 25. Februar: Wilhelmine von Hessen-Kassel, hessische Prinzessin, Ehefrau des Prinzen Heinrich von Preußen († 1808)
- 11. März: Wassili Jakowlewitsch Tschitschagow, russischer Admiral und Polarforscher († 1809)
- 7. April: Charles Burney, britischer Komponist und Musikhistoriker († 1814)
- 3. Juni: James Hutton, schottischer Naturforscher und Geologe († 1797)
- 26. Juni: Vittorio Amadeo III., König von Piemont-Sardinien und Herzog von Savoyen († 1796)
- 7. September: André Danican Philidor, galt zu seinen Lebzeiten als bester Schachspieler der Welt († 1795)
- 14. Oktober: Karl Aloys von Königsegg-Aulendorf, Weihbischof in Köln († 1796)
- 16. Oktober: Daniel Chodowiecki, der populärste deutsche Grafiker und Illustrator des († 1801)
- 26. Februar: Maximilian II. Emanuel, Kurfürst von Bayern ( - 1662)
- 26. April: Jeremy Collier, englischer Geistlicher ( - 1650)
- 18. Juni: Michel Richard Delalande, französischer Komponist ( - 1657)
- 20. Juli: Johann Dientzenhofer, Bamberger Baumeister der Barockzeit ( - 1663)
- 8. August: Auguste Marie Johanna von Baden, Tochter des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden ( - 1704)
- 16. September: Jakob Prandtauer, österreichischer Barockbaumeister ( - 1660)
- 17. September: Louis Remy de la Fosse, französischer Architekt, der in Deutschland wirkte ( - um 1659)
- 13. November: Sophie Dorothea, Kurfürstin von Hannover ( - 1666)
- 31. Dezember: Peter Kolb, deutscher Lehrer und Völkerkundler ( - 1675)
ko:1726년
1740
- 17. August: Benedikt XIV. wird zum Papst gewählt
- 4. Februar: Adam-Philippe de Custine, französischer General († 1793)
- 16. Februar: Giambattista Bodoni, italienischer Schriftentwerfer, Buchdrucker und Verleger († 1813)
- 17. Februar: Horace-Bénédict de Saussure, Schweizer Naturforscher († 1799)
- 1. April: Karl Klemens Serol, tschechischer Philosoph († 1801)
- 6. April: Chamfort, französischer Schriftsteller († 1794)
- 2. Juni: Marquis de Sade, französischer Autor pornografischer Bücher († 1814)
- 24. Juni: Juan Ignacio Molina, chilenischer Priester und Naturforscher († 1829)
- 10. August: Samuel Arnold, englischer Komponist († 1802)
- 13. August: Iwan VI., russischer Zar († 1764)
- 14. August: Pius VII., Papst († 1823)
- 15. August: Matthias Claudius, deutscher Schriftsteller († 1815)
- 26. August: Joseph Michel Montgolfier, französischer Flugpionier († 1810)
- 31. August: Johann Friedrich Oberlin, Pfarrer und Sozialpionier († 1826)
- 2. September: Johann Georg Jacobi, deutscher Dichter und Publizist († 1814)
- 12. September: Johann Heinrich Jung gen. Stilling, deutscher Augenarzt und Schriftsteller († 1817)
- 13. September: Marc Antoine Berdolet, französischer Bischof († 1809)
- 23. September: Go-Sakuramachi, 117. Kaiserin von Japan († 1813)
- 18. Oktober: James Boswell, der Biograf von Dr († 1795)
- 24. November: John Bacon d. Ä., britischer Bildhauer († 1799)
- Juan Andres, spanischer Jesuit († 1817)
- Bazyli Bohdanowicz, polnischer Komponist († 1817)
- Johann Jacob Schweppe, deutscher Erfinder und Getränkehersteller († 1821)
- 5. Januar: Antonio Lotti, italienischer Komponist ( - 1665)
- 6. Februar: Lorenzo Corsini, Papst von 1730 bis 1740 ( - 1652)
- 8. Februar: Clemens XII., Papst seit 1730 ( - 1652)
- 9. Februar: Vincent Lübeck, Komponist des Barock ( - 1654)
- 31. Mai: Friedrich Wilhelm I., König von Preußen ( - 1688)
- 1. Juni: Samuel Werenfels, reformierter Theologe ( - 1657)
- 17. Oktober: Anna, Zarin von Russland ( - 1693)
- 20. Oktober: Karl VI., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ( - 1685)
- 3. Dezember: Georg Gsell, Schweizer Barockmaler ( - 1673)
ko:1740년
simple:1740
SakramentUnter einem Sakrament (von kirchenlateinisch sacramentum, religiöses Geheimnis, dies von spätlateinisch sacramentum, Weihe [zum Kriegsdienst], von lateinisch sacer, heilig, unverletzlich; voraus liegt gr. mysterion) wird in den meisten christlichen Kirchen ein sichtbares Zeichen verstanden, das auf die unsichtbare Wirklichkeit Gottes hinweist, sie vergegenwärtigt und an ihr Anteil gibt.
Das Wesen des Sakramentes
Die Zahl der Sakramente und ihr Verständnis ist in der orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche einerseits und in den aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen andererseits unterschiedlich. Innerhalb des reformatorischen Zweiges gibt es jedoch starke Differenzen, die jahrhundertelang als kirchentrennend empfunden wurden. Konfessionskundler ordnen die anglikanisch-episkopale Kirche hinsichtlich ihres Sakramentsverständnisses eher unter katholisch ein.
In der orthodoxen Kirche werden die Sakramente als heilige Mysterien (von griechisch Geheimnis) bezeichnet. Es gibt sieben Sakramente, die aber nirgends als Siebnerzahl konkret festgehalten sind, da die orthodoxe Kirche daneben auch die gesamte Kirche und alle kirchlichen Handlungen als "sakramental" und als Mysterium sieht; eine klare Abgrenzung der Sakramente von den Sakramentalien existiert nicht. Diese Gedanken haben sich in der Katholischen Kirche in den letzten Jahrzehnten ebenfalls durchgesetzt.
Die (rechtliche) "Gültigkeit" von Sakramenten ist bei den Orthodoxen nur ein untergeordneter Gedanke gegenüber der (realen) "Wirksamkeit". Westliche Diskussionen über die Gültigkeit oder Ungültigkeit von Sakramenten können von Orthodoxen daher oft nur schwer nachvollzogen werden.
Die sieben Mysterien:
- Taufe
- Myron-Salbung (unmittelbar auf die Taufe folgend und gleich der Firmung in der katholischen Kirche)
- Eucharistie
- Beichte
- Ehe
- Sakrament der Weihe
- Krankensalbung
In der katholischen Kirche ist ein Sakrament ein Vorgang, bei dem Gott als der sich in Christus Schenkende gegenwärtig handelt und erfahrbar wird. Ein Sakrament wird gültig gespendet "ex opere operato", durch die vollzogene Handlung, ungeachtet des Glaubens oder moralischen Charakters des Zelebrierenden oder Empfängers. Es entfaltet allerdings seine Wirkung je nach Disponiertheit und freier Zustimmung des Empfängers.
Die Zahl der Sakramente ist seit dem 13. Jahrhundert auf sieben festgelegt und damit von den vielfältigen Sakramentalien abgegrenzt:
- Taufe
- Firmung
- Eucharistie
- Beichte (Sakrament der Versöhnung)
- Ehe
- Sakrament der Weihe - In den drei Stufen der Diakon-, Priester- und Bischofsweihe
- Krankensalbung (früher auch letzte Ölung genannt)
Nach katholischer Auffassung schenkt in einem Sakrament Jesus Christus sich selbst, d.h. die am Kreuz umfassend gewordene Erlösungsgnade, und heiligt so das Leben der das Sakrament Feiernden. Die Einsetzung der einzelnen Sakramente kann dabei in Worten, aber auch in Taten und Gesten Christi bestehen. Darüberhinaus sind drei Dinge für ein Sakrament konstitutiv: die Materie, die Form und der Spender mit der Absicht 'zu tun, was die Kirche tut'. Die Materie ist eine sinnlich wahrnehmbare Sache wie das Wasser bei der Taufe, die Handauflegung bei der Priesterweihe oder Öl und Balsam bei der Firmung. Die Form sind die festgelegten Worte, die der Spender des Sakraments ausspricht. Der Spender schließlich ist die Person, die das Sakrament vollzieht, beispielsweise bei der Beichte und Krankensalbung ein Priester oder bei der Ehe Braut und Bräutigam.
Nach reformatorischer Auffassung gelten als Kriterien für ein Sakrament:
- es muss von Jesus Christus durch ein ausdrückliches Stiftungs- bzw. Verheißungswort eingesetzt sein
- es muss mit einem sichtbaren Zeichen verbunden sein
Das erste Kriterium wird nach evangelischem Verständnis für Ehe, Salbung, Firmung und Weihe nicht erfüllt. Die Beichte zählte Martin Luther wegen des Einsetzungs- und Verheißungsworts Jesu (Joh. 20,22f) zunächst zu den Sakramenten, schied sie dann aber wegen des Fehlens eines sichtbaren Zeichens aus. Als Sakramente gelten daher nur:
- Taufe
- Abendmahl
Ein Sakrament fügt der Verkündigung des Wortes und der Entscheidung zum Glauben nichts Wesentliches hinzu, sondern veranschaulicht sie nur. (In der Sakramentstheologie gibt es allerdings innerevangelische Unterschiede, s. Abendmahl). Im Gegensatz zur katholischen Kirche wirkt ein Sakrament nicht allein durch seinen Vollzug, sondern durch den Glauben des Sakramentsempfängers. Im freikirchlichen Kontext begegnet gelegentlich auch die (donatistische) Auffassung, dass die Wirksamkeit eines Sakramentes vom Glauben des Spenders abhängt.
Literatur
- Leonardo Boff: Kleine Sakramentenlehre. Patmos, Düsseldorf 2003, ISBN 3491770548
Weblinks
- [http://www.karl-leisner-jugend.de/Sakramente.htm Sakramente aus katholischer Sicht]
- [http://www.theologie-systematisch.de/sakramentenlehre.html Aktuelle Literatur zur Sakramentenlehre]
Kategorie:Sakrament
Kategorie:Liturgie
Kategorie:Theologie
ja:サクラメント
JesuitenDie Gesellschaft Jesu (Societas Jesu, SJ) ist eine katholische Gesellschaft des apostolischen Lebens für Männer. Sie wurde am 15. August 1534 von einem Freundeskreis um Ignatius von Loyola gegründet. Die Bezeichnung „Jesuiten“ wurde zunächst als Spottname gebraucht, später aber auch vom Orden selbst übernommen.
Orden
Allgemeines
Der Jesuitenorden gehört zu den Regularklerikern. Die Jesuiten haben keine besondere Ordenskleidung. Mitglieder des Ordens tragen hinter ihrem Nachnamen den Namenszusatz SJ (Abkürzung für „Societas Jesu“). Symbol des Ordens ist das Monogramm IHS (drei Buchstaben des Namens Jesus in griechischer Schrift), welches oft auch gedeutet wurde als: Iesum Habemus Socium (Wir haben Jesus als Gefährten). Motto des Ordens ist die lateinische Wendung: Omnia Ad Majorem Dei Gloriam (Alles zur höheren Ehre Gottes), oft abgekürzt OAMDG.
Auf den Vorwurf, der Name “Gesellschaft Jesu“ sei eine Anmaßung, reagiert der zweite Ordensgeneral Laínez folgendermaßen:
:“Wieso, das steht doch in der heiligen Schrift!“ In 1. Kor 1,9 heißt es: Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus („koinonia iesou chrestou“). Und auch 1. Joh spricht häufig von der „koinonia“. Das gilt demnach für alle Christen; jeder Christ dürfte sich somit Jesuit nennen. Dieser Name ist eigentlich kein Ordensname, sondern eher (streng genommen) ein Programm: „Zusammen mit Jesus vor Gott stehen“, das gilt es in der Kirche wieder einzupflanzen.
Die Jesuiten geloben neben Armut, Keuschheit und Ordensgehorsam im wesentlichen die Bereitschaft zu jeder Sendung durch den Papst.
Die Aufnahme in den Jesuitenorden dauert wesentlich länger als bei anderen Orden und schließt ein abgeschlossenes Studium in Theologie und mindestens einem weiteren Fach ein. Seit dem 20. Jahrhundert gehören Jesuiten zu den fortschrittlicheren katholischen Theologen. Der hohe Bildungsstand der Jesuiten und die große Zahl hochrangiger Berater führte zur Interpretation des Kürzels SJ als „schlaue Jungs“.
Eine besondere Ausbildung des Intellekts gehört zur Pädagogik der Jesuiten.
Eine spezifisch jesuitische Form der Spiritualität sind die Exerzitien des Ignatius von Loyola, die heute auch in kürzerer Form für Laien angeboten werden.
Heute gehören dem Orden etwas mehr als 20.000 Jesuiten an, die in 112 Ländern tätig sind. Eine große Zahl von Jesuiten weltweit arbeitet in Schulen und Universitäten. Wichtige andere Tätigkeitsfelder sind die Pfarr- und Jugendarbeit, die Begleitung von Exerzitien, die Sozial- und Flüchtlingsarbeit und die Medienarbeit.
Weltweit unterhalten die Jesuiten Hochschulen, Schulen und Internate (sieh [http://en.wikipedia.org/wiki/Society_of_Jesus#Jesuit_institutions hier]) , in denen sie jungen Menschen allgemeine Bildungsinhalte vermitteln mit der Absicht, sie dabei zugleich auf ihr späteres Leben nach den Grundsätzen des (katholisch-)christlichen Menschenbildes vorzubereiten (siehe Weblinks unten: „Leitbild der Kollegserziehung“ und „Jesuitische Erziehung“). In Deutschland gibt es zur Zeit drei Jesuiten-Gymnasien: Das Canisius-Kolleg Berlin, das Kolleg St. Blasien im Schwarzwald und das Aloisiuskolleg in Bad Godesberg. 1993 Aufgabe des Gymnasiums St. Ansgar - Schule (SAS) [http://www.sankt-ansgar-schule.de]in Hamburg zur Stärkung des Canisius-Kollegs in Berlin nach der Wiedervereinigung. Die SAS steht jedoch weiterhin in der Tradition jesuitischen Grundsätze und der spezifischen Pädagogik.
Der Orden hat zum 1. Januar 2005 insgesamt 19.850 Mitglieder, davon 13.966 Priester, 3.054 Scholastiker, 1.921 Laienbrüder und 909 Novizen.
Geschichte
Ordensgründung
Der Orden der Jesuiten wurde von Ignatius von Loyola gegründet und wesentlich gestaltet. Ignatius (geboren 1491) stammte aus baskischem Adel, war zunächst Offizier, bis ihm im Alter von dreißig Jahren eine Kriegsverwundung den weiteren Aufstieg in dieser Karriere versperrte. Mystische Erfahrungen nach diesem Lebenseinschnitt brachten ihn dazu, seinen weiteren Lebensweg von Gott bestimmen zu lassen. In seinem Pilgerbericht bezeichnet er sich als „Der Pilger“ und beschreibt, wie ihn in allem Gott geführt habe. Nach teils abenteuerlichen, teils fruchtbaren Vorstufen studierte er an verschiedenen Orten, seit 1528 in Paris, wo er 1535 zum Magister Artium promoviert wurde. In Paris sammelte er auch Gefährten um sich und verband sich mit ihnen am 15. August 1534 (Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel) auf dem Montmartre durch gemeinsame Gelübde. Die gelobte Wallfahrt und Seelsorgearbeit in Jerusalem erwiesen sich als undurchführbar. Statt dessen stellte sich die Gruppe Ende 1537 in Rom dem Papst Paul III. zur Verfügung. Dieser genehmigte drei Jahre später das Grundstatut der Gemeinschaft (Constitutiones, Bulle „Regimini militantis Ecclesiae“ vom 27. September 1540). Damit war die Gemeinschaft als Orden anerkannt. Ignatius wurde zum ersten Oberen gewählt und leitete den rasch wachsenden Orden von Rom aus bis zu seinem Lebensende am 31. Juli 1556.
Darüber hinaus war die Ordensgründung Teil und Ausdruck einer katholischen Erneuerungsbewegung, die eine Reform der Kirche von der inneren Erneuerung und einer persönlichen Christusbeziehung erwartete.
Von den Ordensmitgliedern wurde eine strikte Unterwerfung unter die Heilige Schrift und die Lehre der katholischen Kirche erwartet. So erklärte Ignatius: :„Ich werde glauben, dass Weiß Schwarz ist, wenn es die Kirche so definiert.“ (Hierbei sind allerdings nur Glaubenssätze im Blick, wie ein Beispiel erläutert: Ich glaube, dass das Brot der Eucharistie der Leib Christi ist, wenn es die Kirche definiert.)
Aufgrund des absoluten Gehorsams, einer straffen Hierarchie und einer größtmöglichen persönlichen Flexibilität (ignatianisch: Indifferenz) konnte der Orden sehr schnell wachsen und so in sehr vielen Ländern aktiv werden.
Gegenreformation und Barock
In Europa hatten Jesuiten bedeutsamen Anteil an der Gegenreformation, der katholischen Reaktion auf die als Häresie betrachtete protestantische Reformation (vgl. Jesuitische Mission in England). Eines der wichtigsten Arbeitsfelder waren bald Schulen und Universitäten (vgl. Universität Ingolstadt).
Die Jesuiten propagierten, die Zeremonien und der Prunk des organisierten Katholizismus sollten üppig finanziert und zelebriert werden (was den Lutheranern suspekt war). Sie förderten die barocke Baukunst und das Barocktheater, wobei sie mit dem so genannten Jesuitentheater eine eigene Tradition im Zuge der gegenreformatorischen Propaganda als „Sieg der Kirche“ begründeten.
Die Jesuiten übten einen hohen Einfluss auf die frühe Neuzeit aus, da jesuitische Priester oftmals als Beichtväter der Könige jener Zeit agierten.
Mission
Hauptartikel: Jesuitische Mission
Jesuiten arbeiteten als Missionare in China, Japan, Indien, Amerika. Die Briefe des Jesuitenmissionars Franz Xaver fanden weite Verbreitung und weckten bei vielen Katholiken eine neue Begeisterung für die Mission.
In Paraguay bestand von 1610 bis 1767 ein Jesuitenstaat, in welchem die Jesuiten unter den Indianern ein christliches Sozialsystem eingeführt hatten. Auf diese Art konnten die Indianer in so genannten Reduktionen unabhängig von den spanischen und portugiesischen Kolonialherren und in Sicherheit vor ihnen leben.
Die jesuitische Mission in Lateinamerika wurde in Europa kontrovers beurteilt, besonders von Spanien und Portugal, wo man sie als Behinderung für die kolonialen Unternehmungen der eigenen Regierungen ansah. 1767 wurden die Jesuiten von den Spaniern aus Paraguay vertrieben.
Verfolgungen
Der Jesuitenorden war lange Zeit starken Anfeindungen ausgesetzt, da er häufig von seinen Gegnern zahlreicher Verschwörungen verdächtigt wurde: Das immer wieder kolportierte Wahnbild des finsteren, romhörigen Jesuiten, der im Geheimen Intrigen spinnt, um nationale, protestantische oder aufklärerische Bestrebungen zu torpedieren, steht am Anfang der Geschichte der politischen Verschwörungstheorien der Neuzeit.
Im 18. Jahrhundert wurden die Jesuiten in vielen Ländern unterdrückt, da der Orden 1773 auf Betreiben vor allem Spaniens und Frankreichs von Papst Clemens XIV. aufgehoben wurde. In Russland und in Preußen, wo die nicht-katholischen Regierungen die päpstliche Autorität nicht anerkannten, fanden einige von ihnen Zuflucht, v. a. weil die Zarin Katharina und Friedrich der Große die Vorteile des jesuitischen Schulsystems nicht aufgeben wollten und weil beide Herrscher für die katholische Bevölkerung Polens, welches zwischen Russland und Preußen aufgeteilt worden war, Seelsorger benötigten. 1814 wurde die Gesellschaft Jesu von Papst Pius VII. wieder zugelassen. Trotz immer neuer Vertreibungen und Verbote wuchs der Orden schnell wieder zu alter Größe.
Kurz nach der Gründung des Deutschen Reiches wurden die Jesuiten während des sogenannten Kulturkampfes 1872 des Landes verwiesen. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs wurden 1917 diese Jesuitengesetze wieder aufgehoben.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Jesuiten wie die Freimaurer unter die „Volksschädlinge“ gerechnet. Mehrere Patres wurden mit Predigtverboten belegt, in ihrer Tätigkeit eingeschränkt, verfolgt und in Konzentrationslagern interniert. Pater Rupert Mayer, der große Männerseelsorger, wurde ins Exil verbannt. Pater Alfred Delp wurde als Mitglied des Kreisauer Kreises inhaftiert und in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
In der Schweizer Verfassung (nach dem Sonderbundskrieg) von 1848 gab es einen Jesuitenartikel, der nicht nur dem Orden selbst, sondern allen Jesuiten auch jede Tätigkeit in Staat und Kirche untersagte. Dieser Artikel wurde 1973 aufgehoben.
In Spanien wurde die Gesellschaft Jesu mehrmals verboten, so etwa unter Isabella II. im Zuge des Ersten Carlistenkriegs und später erneut in der Zweiten Republik, die im Spanischen Bürgerkrieg unterging.
Jesuiten in Deutschland heute
Die Jesuiten haben heute in Deutschland zahlreiche Niederlassungen.
Besonders wichtig sind:
- Die philosophisch-theologische Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt
- Die Hochschule für Philosophie München
- Die Gymnasien in Berlin (Canisius-Kolleg Berlin), St. Blasien (Kolleg St. Blasien) und Bonn-Bad Godesberg ([http://aloisiuskolleg.www.de Aloisiuskolleg]).
Alle Generäle der Societas Jesu (mit der Dauer ihrer Amtszeit)
- 1541–1556 Ignatius von Loyola
- 1558–1565 Diego Laínez
- 1565–1572 Francisco de Borja
- 1573–1580 Everard Mercurian
- 1581–1615 Claudio Aquaviva
- 1615–1645 Mutio Vitelleschi
- 1646–1649 Vincenzo Carafa
- 1649–1651 Francisco Piccolomini
- 1652 Luigi Gottifredi
- 1652–1664 Goswin Nickel
- 1664–1681 Gian Paolo Oliva
- 1682–1686 Charles de Noyelle
- 1687–1705 Thyrsus González
- 1706–1730 Michelangelo Tamburini
- 1730–1750 Franz Retz
- 1751–1755 Ignazio Visconti
- 1755–1757 Luigi Centurioni
- 1758–1775 Lorenzo Ricci
- 1782–1785 Stanislaw Czerniewicz
- 1785–1798 Gabriel Lenkiewicz
- 1799–1802 Francis Kareu
- 1802–1805 Gabriel Gruber
- 1805–1820 Tadeusz Brzozowski
- 1820–1829 Aloisius Fortis
- 1829–1853 Joannes Philippus Roothaan
- 1853–1887 Pierre Jean Beckx
- 1892–1901 Louis Martin
- 1906–1914 Franz Xaver Wernz
- 1915–1942 Wladimir Ledóchowski
- 1946–1964 Jean Baptiste Janssens
- 1965–1981 Pedro Arrupe
- 1981–1983 Paolo Dezza und Giuseppe Pittau
- 1983– Peter Hans Kolvenbach
weitere bekannte Jesuiten
A Rudolf Acquaviva (selig), Giulio Alenio, Jean Joseph Marie Amiot, Modest Andlauer, Juan Andres, Francois d'Aguillon, Jean Denis Attiret B Florian Bahr, Jakob Balde, Augustin Barruel, Kardinal Augustin Bea, Robert Bellarmin (heilig, Kirchenlehrer), Jacques Berthieu (selig), Andrew Bobola,Karl von Borango, Rudjer Josip Boskovitsch, Jean de Brébeuf (heilig) C Petrus Canisius (heilig, Kirchenlehrer),John Carroll, Giuseppe Castiglione, Michel de Certeau,Petrus Claver (heilig), Frederick C. Copleston D Alfred Delp, Heinrich Dumoulin, Jacques Dupuis, Aimé Duval E Ignacio Ellacuría, Hugo Makibi Enomiya-Lassalle, Luis Espinal F Peter Faber (selig), Luis Frois G Mario von Galli,Joseph Gelineau, Heiner Geißler (vorübergehend), Anton Gogeisl, Baltasar Gracián,Rutilio Grande, Francesco Maria Grimaldi, Alois Grillmeier, Johann Grueber H August von Hallerstein, Friedhelm Hengsbach, Franz de Hieronymo (heilig), Gerard Manley Hopkins J Philipp Jeningen, Isaak Jogues (heilig) K Albert Keller, Athanasius Kircher, Ignaz Kögler, Stanislaus Kostka (heilig) L Michael Florent van Langren, Rupert Lay, Johannes Baptist Lotz M Martin Malachi, Carlo Maria Martini, Julianus Maunoir (selig), Rupert Mayer (selig), Hans Bernhard Meyer, Anthony de Mello, Paul Miki (heilig) N Oswald von Nell-Breuning O Huub Oosterhuis R Hugo Rahner, Karl Rahner, Alexandre Rhodes, Matteo Ricci, Giovanni Riccioli, José María Rubio y Peralta (heilig) S Johann Michael Sailer, Jakob Salès (selig), Wilhelm Saultemouche (selig), Adam Schall von Bell, Georg Scherer, Gerolamo Sersale, Ignaz Sichelbarth, Friedrich Spee von Langenfeld, Georg Sporschill, Jón Sveinsson T Emanuele Tesauro, Pierre Teilhard de Chardin, Gottfried Thelen V Ferdinand Verbiest W Béla Weissmahr X Franz Xaver (Francisco de Xavier y Jassu)
Nicht unerwähnt bleiben soll auch die fiktive Figur des Jesuiten
Leo Naphta im Roman Der Zauberberg von Thomas Mann, die als Gegenspieler zu Settembrini agiert.
Literatur
- Jonathan Wright: Die Jesuiten. Mythos - Macht - Mission. Essen: Magnus Verlag 2005. 319 S., ISBN 3-88400-430-1
- Peter Claus Hartmann: Die Jesuiten. Beck'sche Reihe 2171. C.H. Beck, München 2001 ISBN 3-406-44771-6
- Stefan Kiechle / Clemens Maaß (Hrsg.): Der Jesuitenorden heute. TOPOSplus-Taschenbücher 328. 2. Aufl. Matthias-Grünewald-Verl., Mainz 2001 ISBN 3-7867-8328-4
- Jürgen Stillig: Jesuiten, Ketzer und Konvertiten in Niedersachsen. Untersuchungen zum Religions- und Bildungswesen im Hochstift Hildesheim in der Frühen Neuzeit. Schriftenreihe des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Hildesheim 22. Hildesheim, Bernward 1993. (574 S.) ISBN 3-87065-745-6
- Rüdiger Funiok/Harald Schöndorf (Hrsg.): Ignatius von Loyola und die Pädagogik der Jesuiten. Ein Modell für Schule und Persönlichkeitsbildung. Auer, Donauwörth 2000. (279 S.) ISBN 3-403-03225-6
- Klaus Mertes SJ: Verantwortung lernen - Schule im Geist der Exerzitien. Ignatianische Impulse. Echter, 2004. ISBN 3-429-02537-0
- Duhr, Bernhard: Text der Studienordnung von 1599 und 1832. In: Ders.: Die Studienordnung der Gesellschaft Jesu. Herdersche Verlagshandlung: Freiburg i. Breisgau 1896.
Weblinks
- [http://www.jesuiten.de/ www.jesuiten.de]
- [http://www.jesuiten.org/ www.jesuiten.org]
- [http://www.sjweb.info/ Kurie in Rom]
- [http://www.jesuiten.org/seelsorge/exerzitien/ Exerzitien]
- [http://www.jesuitennoviziat.de www.jesuitennoviziat.de (heutzutage Jesuit werden)] - Noviziat
- Leitbild der Kollegserziehung [http://www.kolleg-st-blasien.de/leitbild.php]
- Jesuitische Erziehung [http://www.kolleg-st-blasien.de/jesuitischeerziehung.php]
Kategorie:Gesellschaft apostolischen Lebens
Kategorie:Gegenreformation
!
ja:イエズス会
ko:예수회
zh-min-nan:Iâ-so·-hōe
Preußen
Preußen (lat.: Borussia, Prussia oder Prutenia; poln. Prusy; russ.: Prussija; lit. Prūsija) war ursprünglich das Gebiet des baltischen Volksstamms der Pruzzen, später eines der Länder des Deutschen Ordens und seit dem 16. Jahrhundert ein Herzogtum der Hohenzollern unter polnisch-litauischer Lehenshoheit, das seit 1618 in Personalunion mit der Mark Brandenburg verbunden war. Nachdem Teile Preußens 1660 im Frieden von Oliva souverän geworden waren, bildeten sie ab 1701 ein selbständiges Königreich, dessen Name schließlich alle Herrschaftsgebiete der Hohenzollern bezeichnete. Das Königreich Preußen gehörte von 1815 bis 1866 mit Ausnahme der Provinzen Posen, Ost- und Westpreußen dem Deutschen Bund und von 1867 bis 1871 mit seinem ganzen Territorium dem Norddeutschen Bund an. Von 1871 bis 1945 war Preußen ein Gliedstaat des Deutschen Reiches. 1947 verfügte der Alliierte Kontrollrat de jure die Auflösung Preußens.
Allgemeines
Der Name Preußen bezog sich bis Anfang des 18. Jahrhunderts nur auf die außerhalb der deutschen Reichsgrenzen gelegenen Gebiete zwischen Hinterpommern und Kurland, die den späteren Provinzen West- und Ostpreußen entsprachen. Von 1466 bis 1772 waren diese Gebiete zwischen dem König von Polen einerseits und dem Deutschen Orden beziehungsweise den hohenzollernschen Herzögen und späteren Königen von Preußen andererseits aufgeteilt.
Im 18. Jahrhundert setzte sich allmählich der Gebrauch des Landesnamens Preußen für alle von den Hohenzollern regierten Territorien durch, also auch für jene, die innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation lagen. Nach 1866 erstreckte sich das Königreich, seit 1918 der Freistaat, Preußen über nahezu ganz Norddeutschland und nahm etwa zwei Drittel der Fläche des Deutschen Reiches ein. Von preußischem Gebiet waren einige kleinere Staaten vollständig umschlossen. Preußische Haupt- und Residenzstädte waren im Laufe der Zeit das ostpreußische
Königsberg (heute: Kaliningrad), Potsdam und Berlin.
Seine größte Bedeutung erlangte Preußen im 18. und 19. Jahrhundert, als es unter der Regierung Friedrichs II. des Großen (1712–1786) zunächst zur fünften europäischen Großmacht aufstieg und später unter Ministerpräsident Otto von Bismarck die so genannte „kleindeutsche Einigungslösung” betrieb und Österreich als führende Macht in Deutschland ablöste.
Mit Preußen verbinden sich bis heute die von protestantischer Moral geprägten so genannten preußischen Tugenden, wie beispielsweise Zuverlässigkeit, Sparsamkeit, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Fleiß und Toleranz. Nach dem Selbstverständnis vieler Preußen trugen sie maßgeblich zum Aufstieg ihres Landes zur europäischen Großmacht bei. Allerdings war die Betonung dieser sogenannten Sekundär-Tugenden selbst innerhalb Preußens nicht unumstritten.
Die Landesfarben Preußens, schwarz und weiß, leiteten sich von dem mit einem schwarzen Kreuz bestickten weißen Mantel der Ritter des Deutschen Ordens her. Ihre Kombination mit den hanseatischen Farben Weiß-Rot der freien Städte Bremen, Hamburg und Lübeck ergab die schwarz-weiß-rote Handelsflagge des 1867 gegründeten Norddeutschen Bundes, die 1871 als Flagge des Deutschen Reiches übernommen wurde. Der Wappenspruch Preußens lautete seit der Reformation Suum cuique - Jedem das Seine.
Geschichte
Zur Vor- und Frühgeschichte sowie zur Geschichte des Ordensstaates siehe unter Ostpreußen.
Brandenburg-Preußen
Brandenburg-Preußen, das spätere Königreich Preußen, entstand im Wesentlichen aus zwei Landesteilen:
- aus der Mark Brandenburg, die zu den sieben Kurfürstentümern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gehörte,
- und aus dem 1466-1654 unter polnischer Lehenshoheit stehenden Herzogtum Preußen, das aus dem Staat der Deutschordensritter hervorgegangen war.
Das Kurfürstentum Brandenburg hatte Kaiser Sigismund (1368–1437) 1415 dem Burggrafen von Nürnberg, Friedrich von Hohenzollern (1371–1440), zu Lehen gegeben, nachdem das zuvor regierende Fürstenhaus der Askanier ausgestorben war. Auch das Herzogtum Preußen wurde seit dem 16. Jahrhundert von einer Linie des Hauses Hohenzollern regiert, nachdem der letzte Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht von Brandenburg-Ansbach (1490–1568), sich auf Anraten Martin Luthers (1483–1546) und mit Billigung des polnischen Königs Sigismund I. des Alten der Reformation angeschlossen und den Ordensstaat in ein erbliches Herzogtum umgewandelt hatte. Wie dessen Herrscher wurde auch die Bevölkerung evangelisch. Der Ordensstaat war bereits seit 1466 nicht mehr souverän gewesen, sondern unterstand der Lehenshoheit der polnischen Krone. Daher leistete Albrecht für das neue Herzogtum dem polnischen König Sigismund I. dem Alten (1467–1548) am 8. April 1525 in Krakau den Lehnseid.
Nach dem Erlöschen der herzoglich-preußischen Linie der Hohenzollern fiel ihr Herzogtum 1618 an ihre nächsten Verwandten, die Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg. Diese regierten von da an beide Länder in Personalunion. Bis zum Vertrag von Wehlau (1657) sollte ihr Herrschaftsgebiet jedoch politisch zweigeteilt bleiben: Brandenburg war Teil des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, Preußen weiterhin ein polnisches Lehen. Die Herrscher von Brandenburg-Preußen waren also sowohl dem deutschen Kaiser als auch der polnischen Krone lehenspflichtig.
Im Dreißigjährigen Krieg stand Brandenburg auf der Seite der evangelischen Union. Weite Teile des Landes wurden damals verwüstet und entvölkert. Kurfürst Friedrich Wilhelm I. (1620–1688), später der "Große Kurfürst" genannt, betrieb nach dem Krieg eine vorsichtige Schaukelpolitik zwischen den Großmächten, um sein wirtschaftlich und militärisch schwaches Land zu entwickeln. Er führte wirtschaftliche Reformen durch, baute ein schlagkräftiges Heer auf, entmachtete die Stände zugunsten einer absolutistischen Zentralverwaltung und holte Tausende aus Frankreich vertriebener Hugenotten ins Land. Er erwarb 1648 Hinterpommern, das restliche Ravensberger Land um Minden und Halberstadt sowie 1680 Magdeburg.
Friedrich Wilhelm betrieb zudem den Aufbau einer eigenen Kurbrandenburgischen Marine und verfolgte Kolonialprojekte in Westafrika und Westindien. Diese Pläne zeitigten aber erst gegen Ende seiner Regentschaft Erfolge. So wurde 1683 die Festung Groß Friedrichsburg im heutigen Guinea gegründet, die bis 1727 bestand.
Unter Kurfürst Friedrich Wilhelm I. wurde Brandenburg das nach Österreich mächtigste Land im Reich. Als infolge schwedisch-polnischer Auseinandersetzungen Polen geschwächt war, konnte er 1657 im Vertrag von Wehlau das Herzogtum Preußen aus der polnischen Oberhoheit lösen. Im Frieden von Oliva von 1660 wurde die Souveränität des Herzogtums endgültig anerkannt. Dies war eine entscheidende Voraussetzung für seine Erhebung zum Königreich unter dem Sohn des Großen Kurfürsten.
Königreich Preußen
Gründung des Königreichs
Rang, Reputation und Prestige eines Fürsten waren in der Zeit des Absolutismus wichtige politische Faktoren. Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg (1657-1713) kam daher die Tatsache sehr gelegen, dass das Herzogtum Preußen seit 1660 keiner anderen Krone mehr unterstand, also souverän war. Das ermöglichte es ihm, dessen Erhebung zum Königreich und seine eigene zum König anzustreben. Es ging ihm dabei vor allem darum, die Ranggleichheit mit dem Kurfürsten von Sachsen, der zugleich König von Polen war und mit dem Kurfürsten von Hannover, der Anwärter auf den englischen Thron war, zu wahren. Kaiser Leopolds I. stimmte daher zu dass er als Herrscher seiner außerhalb des Reichs gelegenen Territorien, also für das bisherige Herzogtum Preußen, den Königstitel führen dürfe. So krönte sich der Kurfürst am 18. Januar 1701 als Friedrich I. in Königsberg eigenhändig zum „König in Preußen“.
Die einschränkende Titulatur „in Preußen“ war nötig, weil die Bezeichnung als „König von Preußen“ als Herrschaftsanspruch auf das gesamte preußische Gebiet verstanden worden wäre. Da das Ermland und Westpreußen damals aber noch polnisch waren, hätte dies Konflikte mit dem Nachbarland heraufbeschworen, dessen Herrscher noch bis 1742 den Titel eines „Königs von Preußen“ beanspruchten. Seit 1701 bürgerte sich aber im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch allmählich die Landesbezeichnung „Königreich Preußen“ für alle von den Hohenzollern regierten Gebiete ein – ob innerhalb oder außerhalb des Heiligen Römischen Reiches gelegen.
Friedrich Wilhelm I. – Der Soldatenkönig
Der Sohn Friedrichs I., Friedrich Wilhelm I. (1713–1740) war weniger prunkliebend als sein Vater, sondern sparsam und praktisch veranlagt. Der „Soldatenkönig“ gilt als der eigentliche Schöpfer des preußischen Beamtentums und des stehenden Heers, das er zu einem der schlagkräftigsten in ganz Europa ausbaute. Zudem siedelte er über 20.000 Salzburger, protestantische Glaubensflüchtlinge, im dünn besiedelten Ostpreußen und weitere in anderen Landesteilen an. Von Schweden erwarb er 1720 Vorpommern bis zur Peene.
Friedrich II. - der Große
Peene (mitte) in Sanssouci mit Voltaire (links) und den führenden Köpfen der Berliner Akademie, 1850, ehemalige Nationalgalerie, Berlin, 1945 verbrannt.]]
Am 31. Mai 1740 bestieg sein Sohn Friedrich II. – später auch „Friedrich der Große“ genannt – den Thron. Als Kronprinz eher der Philosophie und den schönen Künsten zugeneigt, ließ er noch in seinem ersten Regierungsjahr die preußische Armee in Schlesien einmarschieren, auf das die Hohenzollern umstrittene Ansprüche erhoben. In den drei Schlesischen Kriegen (1740–1763) gelang es ihm, die Eroberung gegen Österreich zu behaupten, im letzten, dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763), sogar gegen eine Koalition aus Österreich, Frankreich und Russland. Dies war der Beginn der preußischen Großmachtstellung in Europa und des preußisch-österreichischen Dualismus im Reich.
In den letzten 23 Jahren seiner bis 1786 währenden Herrschaft förderte Friedrich II., der sich als „erster Diener des Staates“ verstand, den Landesausbau und die weitere Besiedelung brandenburgisch-preußischer Gebiete, etwa des Oderbruchs. Als Vertreter des Aufgeklärten Absolutismus schaffte er die Folter ab, führte die Schulpflicht ein, schuf das Allgemeine preußische Landrecht und lockte mit der Gewährung völliger Glaubensfreiheit weitere Exulanten ins Land. Nach seiner Auffassung sollte in Preußen „jeder nach seiner Fasson selig werden“. Bekannt wurde in diesem Zusammenhang auch sein Ausspruch: „Alle Religionen seindt gleich und gut, wan nuhr die leute, so sie profesieren, Ehrlige leute seindt, und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land pöplieren, so wollten wir sie Mosqueen und Kirchen bauen.“
Gemeinsam mit Österreich und Russland betrieb Friedrich die Zerstückelung Polens. Bei der ersten polnischen Teilung 1772 fielen Westpreußen, der Netzedistrikt und das Fürstbistum Ermland an Friedrich II., so dass er sich nun König von Preußen nennen konnte. Bereits 1744 war auch Ostfriesland preußisch geworden.
Die Politik gegenüber Polen wurde von Friedrich Wilhelm II. (1786–1797) fortgesetzt. Bei der 2. und 3. Teilung Polens (1793 und 1795) sicherte sich Preußen weitere polnische Gebiete bis nach Warschau.
Niederlage gegen Napoleon, Reformen und Freiheitskriege
Unter Friedrich Wilhelm II. (1786–1797) beteiligte sich Preußen zunächst an den Koalitionskriegen gegen das revolutionäre Frankreich, schied aber nach dem Frieden von Basel 1795 für mehr als ein Jahrzehnt aus der antifranzösischen Allianz aus.
Erst als 1806 Verhandlungen mit Frankreich über die Aufteilung der Machtsphären in Deutschland scheiterten, flammte der Krieg wieder auf. In der Schlacht bei Jena und Auerstedt erlitt Preußen eine vernichtende Niederlage gegen die Truppen Napoleons I.. König Friedrich Wilhelm III. (1797–1840) und seine Familie musste vorübergehend nach Memel fliehen. Der Staat verlor 1807 im Frieden von Tilsit etwa die Hälfte seines Gebietes und musste ein Bündnis mit Frankreich eingehen.
Die Niederlage Preußens hatte eine Erneuerung des Staates unumgänglich gemacht. Mit den Stein-Hardenbergschen Reformen unter Leitung von Freiherr vom Stein, Scharnhorst und Hardenberg wurde die Leibeigenschaft der Bauern aufgehoben (1807), das Bildungswesen neu gestaltet sowie die allgemeine Wehrpflicht und die Selbstverwaltung der Städte eingeführt (1808).
Nach der Niederlage Napoleons in Russland, kündigte Preußen das Bündnis mit Frankreich auf und beteiligte sich ab 1813 in den sogenannten Freiheitskriegen an der anti-französischen Koalition. Preußische Truppen unter Marschall Blücher trugen in der Schlacht von Waterloo 1815 entscheidend zum endgültigen Sieg über Napoleon bei.
Das während der Freiheitskriege seinem Volk gegebene Versprechen, dem Land eine Verfassung zu geben, löste Friedrich Wilhelm III. jedoch nie ein. Statt dessen rief er zusammen mit dem Zaren von Russland und dem Kaiser von Österreich die Heilige Allianz ins Leben, die auf die Unterdrückung aller Demokratiebestrebungen in Europa abzielte.
Beim Wiener Kongress 1815 erhielt Preußen beinahe sein altes Staatsgebiet zurück, zudem den Rest Vorpommerns, den nördlichen Teil des Königreichs Sachsen, Westfalen und die Rheinprovinz. Es behielt zwar die zuvor polnische Provinz Posen, verlor jedoch Gebiete der 2. und 3. polnischen Teilung an Russland. Preußen bestand seitdem aus zwei großen, aber räumlich getrennten Länderblöcken in Ost- und Westdeutschland. Es wurde Mitglied des Deutschen Bundes, des losen Verbandes der deutschen Staaten unter österreichischer Führung, der von 1815 bis 1866 existierte.
Märzrevolution und Industrialisierung
Für Preußen lag aufgrund der Zweiteilung seines Staatsgebiets die wirtschaftliche Einigung Deutschlands nach 1815 im ureigenen Interesse. Das Königreich gehörte daher zu den treibenden Kräften des Deutschen Zollvereins, dessen Mitglied es 1834 wurde. Infolge dessen setzten auch außerhalb des Landes immer mehr Befürworter der deutschen Einigung, insbesondere die Protestanten, ihre Hoffnungen darauf, dass Preußen Österreich als Führungsmacht des Bundes ablösen werde. Es war von „Preußens deutscher Sendung“ die Rede und davon, dass das Land immer mehr nach Deutschland hinein und Österreich aus Deutschland heraus wachse.
Der Regierungsantritt Friedrich Wilhelms IV. (1840–1861) weckte zunächst die Hoffnungen der Liberalen und der Anhänger der deutschen Einigung. Zwar wurden diese Hoffnungen bald enttäuscht, da der König sich lange Zeit weigerte, auch nur für das eigene Territorium einen gemeinsamen Landtag und eine einheitliche Verfassung einzuführen. Aber während der Märzrevolution von 1848 schien sich der König doch noch den Forderungen der Revolutionäre zu beugen. Erstmals wurde ein Vereinigter Landtag für ganz Preußen nach Berlin einberufen. Gleichzeitig fanden Wahlen zum ersten gesamtdeutschen Parlament, der Frankfurter Nationalversammlung, statt.
Dort setzten sich schließlich die Be | | |