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| Beobachtung |
BeobachtungBeobachtung bedeutet alltagssprachlich Überwachung, Observation, forschungsmäßige Untersuchung, Spionage.
Wissenschaftstheorie
Im Kontext von Wissenschaftstheorie und -geschichte ist der Begriff der Beobachtung deshalb zentral, weil im 20. Jahrhundert die Beobachterabhängigkeit aller Experimente, Urteile etc., d. h. schlicht aller Beobachtungen erkannt worden ist. Eines der wichtigsten Ergebnisse ist dabei die Formulierung der Unschärferelation durch Werner Heisenberg.
Beobachtungen zweiter Ordnung
Werner Heisenberg
Beobachtungen zweiter Ordnung sind dabei Beobachtungen von Beobachtungen, also insbesondere das Unterscheiden von Unterscheidungen. Wenn ein Beobachter also prüft, wie ein anderer Beobachter unterscheidet, so liegt Beobachtung zweiter Ordnung vor. Offenbar ist Beobachtung zweiter Ordnung auch immer stets Beobachtung erster Ordnung. Beobachtung zweiter Ordnung ist Voraussetzung moderner Wissenschaft (sie macht den Kern aller wissenschaftlichen, insbesondere aller naturwissenschaftlichen Disziplinen aus).
Als künstlerisches Thema erscheint die Beobachtung von Beobachtungen immer wieder im Bildwerk von Caspar David Friedrich, bei denen der Betrachter der Werke sehr häufig Personen im Vordergrund beobachten kann, die eine Landschaft o.ä. selber betrachten - nicht selten so platziert, dass sie mehr sehen können als er. (Vgl. Abb. rechts.)
Soziologie
Im Kontext der Beobachterabhängigkeit ist auch die teilnehmende Beobachtung in der Sozialforschung zu sehen.
Systemtheorie
Beobachtung ist ein zentraler Begriff in der Systemtheorie Niklas Luhmanns, der der Beobachterabhängigkeit Rechnung trägt. Beobachtung ist die Unterscheidung und anschließende Bezeichnung. Der Kern des Begriffs liegt also im Konzept der Differenz (Systemtheorie). Die Bezeichnung ermöglicht, die Unterscheidung gleichsam festzuhalten und für weitere Operationen (Anschlüsse) verfügbar zu machen.
"Der Begriff der Beobachtung ist zentral für Luhmanns gesamte Theorie. Als Vorbedingung der Beobachtung gilt die Operation, sie ermöglicht erst den Vollzug der Beobachtung, aber nicht jede Operation ist eine Beobachtung. Luhmann unterscheidet weiter nach Beobachtungen erster und zweiter Ordnung: Beobachtung erster Ordnung ist bloßer operativer Vollzug der Einheit von Unterscheidung und Bezeichnung. Die Beobachtung erfolgt somit blind, was bedeutet, dass sie nur das sichtbar macht, was sie sichtbar macht. Bei Beobachtungen erster Ordnung geht es um das „was“ der Beobachtung. Ein Beobachter erster Ordnung beobachtet somit nur das, was er beobachtet. Unterscheiden und Bezeichnen laufen operativ als Einheit ab und können damit in der Operation des Beobachtens nicht unterschieden werden. Beobachtung zweiter Ordnung macht sichtbar, dass die Beobachtung erster Ordnung nur des-halb das sichtbar macht, was sie sichtbar macht, weil sie eine bestimmte Unterscheidung benutzt. Es wird jetzt sichtbar, wie etwas, also was unterschieden wird und dass nicht gesehen wird, dass sich dies so verhält." (Daniel Dorniok, Vom operativen Konstruktivismus zu Luhmanns Systemtheorie als selbstreferenziell-zirkulären Universaltheorietheorie und ihre Konsequenzen für Wissen und Wissenschaft, 2004 (http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/36662.html).
Geodäsie
Unter einer Beobachtung versteht man in der Geodäsie die Messung einer bestimmten Größe. Jede Beobachtung ist mit Fehlern behaftet. Ist die Beobachtung ein Element eines größeren beobachteten Systems (z.B. Höhennetz, Bündelblockausgleichung), dann werden diese Fehler mithilfe der Ausgleichungsrechnung minimiert.
Kategorie:Wissenschaftstheorie
Kategorie:Empirie
ja:観測
th:การสังเกต
ÜberwachungÜberwachung oder Observation (v. lat. observare = beobachten) ist die aufmerksame Beobachtung von Personen bzw. Objekten zu technischen, politischen, militärischen oder anderen Zwecken.
Man unterscheidet u.a.:
#Verkehrsüberwachung
#technische Überwachung von Anlagen oder die Überwachung von Umweltdaten (z.B. des Ozonlochs). Erstere dient vor allem der Vermeidung von Störfällen (siehe auch TÜV), letztere zur Aufdeckung und Kontrolle von Umweltschäden.
#Eine medizinische Form der Überwachung ist z. B. die Überwachung von Kranken in der Intensivstation. Hier werden ständig lebenswichtige Daten wie Herzschlag, Blutdruck und Atmung kontrolliert, um im Notfall schnell eingreifen zu können.
#elektronische Überwachung: wird oft benutzt, um eine Beobachtung aus der Distanz mittels elektronischer Ausrüstung oder anderer technischer Mittel zu beschreiben.
#Neben technischen Maßnahmen kann Überwachung auch mit "low-tech" durchgeführt werden, etwa durch Beschattung.
#Militärische Überwachung von Räumen bzw. Gelände (siehe Gefechtsarten und Allgemeine Aufgaben im Einsatz)
Überwachungsmaßnahmen werden üblicherweise von staatlichen Geheimdiensten und der Polizei eingesetzt, können aber auch der Kontrolle von Arbeitnehmern in Unternehmen dienen. Diese zweite Art der Überwachung ist in Deutschland in hohem Maße illegal, während in USA oder auch in Großbritannien Arbeitgeber Angestellte beispielsweise völlig legal mittels am Arbeitsplatz installierten Kameras überwachen dürfen. Auch das Mitlesen des E-Mail-Verkehrs ihrer Angestellten ist Firmen in den USA im Gegensatz zu Deutschland erlaubt.
Der Grad der Überwachung ist ein heißumstrittenes und sehr problematisches Thema. Einerseits werden beispielsweise in den skandinavischen Ländern und in Großbritannien die neuen Formen der elektronischen Kontrolle als "Errungenschaft der Demokratie" gepriesen. Andererseits befürchtet beispielsweise der Europäische Gerichtshof in seiner Herleitung für das Recht auf Datenschutz eine Einschränkung der Meinungsfreiheit. Wenn die Bürger nicht mehr wissen, wann und in welchem Maße sie beobachtet werden, werden sie sich aus Angst vor Repressionen auch vorsichtiger verhalten.
Überwachung mit Videokameras
Repression
Eine andere Form der Überwachung, meist durch Kameras, wird an öffentlichen Plätzen, z.B. Bahnhöfen, als Sicherheitsmaßnahme eingesetzt. In Deutschland wurden diesbezüglich Modellprojekte, etwa in Regensburg durchgeführt, die auf heftigen Widerstand unter Datenschützern stießen. Mittlerweile ist die Video-Überwachung kein Modellprojekt mehr, sondern wird in vielen Städten an öffentlichen Plätzen eingesetzt. Als Begründung werden manchmal "Erfordernisse des Marketings" [http://derstandard.at/text/?id=1289108] genannt, wie etwa in der oberösterreichischen Stadt Wels. Auch Kaufhäuser werden in der Regel videoüberwacht, um Ladendiebstählen vorzubeugen.
Es gibt Anstrengungen, die Videoaufnahmen mittels einer Software, häufig Gesichtserkennung oder pattern matching genannt, automatisch auszuwerten und mit bestehenden Personenbildern zu vergleichen. Zur zweifelsfreien Erkennung genügen inzwischen schon kurze Aufnahmen von wenigen Signalen, beispielsweise der Augenpartie. Mit dem Einsatz dieser Technik wäre es nicht mehr möglich, anonym an beispielsweise politischen Demonstrationen teilzunehmen. Bürgerrechtler befürchten eine globale Demonstranten-Datenbank oder enorme Repressalien, wenn beispielsweise die Polizei Fotos von Demonstranten an die jeweiligen Arbeitgeber weiter geben würde.
Flugverkehr
Im Flugverkehr verlangen die USA die Weitergabe von Fluggastdaten. [http://www.ad.or.at/news/pw20030221.html#1]. Es wird ein System zur Früherkennung von "Terroristen" weiterentwickelt. Man sucht nach "verdächtigen" Mustern, um so Terroristen zu entlarven. Der Rüstungskonzern Lockheed-Martin wurde von der US-Transportbehörde "Transportation Security Administration" beauftragt, das System "Computer Assisted Passenger Pre-Screening" (CAPPS) weiter auszubauen. Dagegen formieren sich auch Widerstände ([http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=159028],[http://www.edri.org/cgi-bin/index?funktion=view&id=000100000085 edri.org]). Ausländer und Kriegsgegner werden besonders genau kontrolliert. ([http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/15375/1.html heise.de])
Deutschland
Die besondere Sensibilität der Deutschen gegenüber jeder Form der Überwachung im Gegensatz zu anglo-amerikanischen Ländern lässt sich unter anderem auf die im Nationalsozialismus praktizierte Überwachung der Bevölkerung durch ein System von Blockwarten zurückführen. Auch das in der DDR durch die Staatssicherheit etablierte und nach der Wende aufgedeckte Netz von Inoffiziellen Mitarbeitern, das weite Teile der Bevölkerung bespitzelte, trägt zu einer besonderen Sensibilität bei.
Überwachung des Briefverkehrs
Da heute mehr und mehr Menschen Fax und E-Mail verwenden, verringert sich die Bedeutung v. a. des internationalen Briefverkehrs. Das Abfangen von Post bleibt dennoch eine wichtige Aufgabe des Geheimdienstes.
Es gibt keinen einfachen Weg festzustellen, ob die persönliche Post gelesen wurde, oder nicht. Da die Post Sortiermaschinen benutzt, die gelegentlich Briefe beschädigen, ist auch eine solche Beschädigung kein sicheres Anzeichen für eine Überwachung.
Heute werden große Datenmengen auch mit CDs auf dem Postweg verschickt. Diese sollte man vor dem "Brennen" mit einem bekannt sicheren Verschlüsselungprogramm, etwa GPG verschlüsseln.
Audio - Überwachung
Neben den konventionellen Methoden wie versteckten Wanzen gibt es noch die ausgefallenere Methode der optischen Mithöreinrichtung. Hierbei wird ausgenutzt, dass eine Fensterscheibe im Takt mit der Sprache schwingt. Um diese Schwingungen zu ermitteln, wird ein Laserstrahl auf die Scheibe gerichtet und wieder aufgefangen. Aus den Abweichungen des Laserstrahls werden die gesprochenen Worte elektronisch rekonstruiert.
Telefonüberwachung
Das Abhören von Telefongesprächen ist in Deutschland für Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden relativ einfach möglich. Der Heise News-Ticker bezeichnet Deutschland sogar als Weltmeister der Telefonüberwachung [http://www.heise.de/newsticker/data/jwe-06.05.03-000/]. Im Jahr 2002 wurden von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post knapp 22.000 Telefonüberwachungen (nicht zu Verwechseln mit Abhöraktionen) in Deutschland gezählt.
Dieses gilt aber nur für die Zahl der überwachten Anschlüsse. Häufig haben die Betroffenen mehrere Anschlüsse (Bsp.: ISDN und verschiedene Pre-paid-Karten für Handy) und/oder wechseln diese auch während der laufenden Überwachung. Die hohe Zahl der überwachten Anschlüsse entsteht, da für jeden Anschluss (=Rufnummer), im Gegensatz zu anderen Ländern, ein Beschluss vorliegen muss. Bei der Zahl der überwachten Personen liegt Bundesrepublik im unteren Mittelfeld.
Neben dem direkten Abhören von Telefongesprächen und der gezielten Überwachung von Telefonanschlüssen kommt es verstärkt dazu, ungezielt eine große Anzahl von Anschlüssen zu überwachen. Dies wird mit Gefahrenabwehr (z.B. Terrorismusbekämpfung) begründet.
Hierbei werden einerseits die Verbindungsdaten aufgelistet und die Kommunikationszusammenhänge über lange Zeiträume ausgewertet. Beispielsweise wird überprüft, wer mit wem telefoniert und in welcher Beziehung die Partner stehen. Andererseits erlauben Spracherkennungsprogramme automatisch nach Stichworten wie Bombe oder nach verdächtigen Wortkombinationen wie Palästina und Freiheit zu horchen, die Verbindungsdaten zu markieren und für eine intensive Überprüfung zu empfehlen. Alle Auslandsleitungen der BRD liefen lange Zeit durch eine Computerstation der NSA in Frankfurt, welche unter dem Namen Echelon bekannt wurde.
Einige Bundesländer, darunter Thüringen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, haben mittlerweile in ihren Polizeigesetzen bzw. Gefahrenabwehrgesetzen Ermächtigungsnormen eingeführt, die die Telefonüberwachung zu präventiven Zwecken ermöglichen. Der landesgesetzlichen Regelung der präventiven Telekommunikationsüberwachung sind jedoch enge Grenzen gesetz, so hat das Bundesverfassungsgericht die fragliche Vorschrift (§ 33a NSOG) im Niedersächsischen Sicherheits- und Ordnungsgesetz für verfassungswidrig erklärt. Die sächsische Regelung wurde vom sächsischen Staatsgerichtshof als verfassungswidrig verworfen.
Für das Information Awareness Office des Pentagon soll ein geplantes Data-Mining-System im In- und Ausland alle verfügbaren Informationsquellen erschließen: Es wird an einem gigantischen, umfassenden elektronischen Überwachungssystem namens TIA (Total Information Awareness) gearbeitet.
Die namenhafte us- amerikanische Universität MIT hat als Gegenprojekt zu TIA das Informationsprojekt GIA (Government Information Awareness) ins Leben gerufen. Mit Hilfe dieser Plattform sollen Daten zu Personen und Institutionen von Regierungen zusammengetragen werden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
PC-Überwachungsprogramme
Mit bestimmten Überwachungsprogrammen können ahnungslose Computer-"Mitbenutzer" unbemerkt ausspioniert werden. Der "Controller" kann sämtliche Aktivitäten nachträglich observieren. Auch Passwörter (PIN, TAN) sind davor ungeschützt, bei Online-Bankgeschäften kann sich dadurch eine geänderte Haftung bei einem Schadensfall ergeben, da die Banken das Aufzeichnen der Passwörter verbieten. Die Anschaffung und Installation derartiger Programme ist legal - die Anwendung nur, wenn man seine eigenen Aktivitäten kontrolliert. Auch bei Besitzstörungen und Scheidungsverfahren ist der Einsatz illegal, er kann aber trotzdem in die freie Beweiswürdigung des Richters Eingang finden. In Österreich gibt es nur das Recht auf Unterlassung einer illegalen Überwachung.
Kontaktloser RFID-Chip
Völlig neue Möglichkeiten der Datensammlung und Überwachung bietet der Einsatz der RFID-Technologie. RFID steht für Remote Frequency Identifier bzw. Radio Frequency Identification und erlaubt das kontaktlose Lesen von Daten (einer weltweit eindeutigen ID) über Distanz, ursprünglich entwickelt, um den Strichcode z.B. auf Lebensmitteln oder anderen Objekten abzulösen. Um ein Objekt mittels RFID zu markieren, muss ein so genannter RFID-Tag angebracht werden, der teilweise nur wenige Millimeter groß sein muss, um Daten über mehrere Meter senden zu können. RFID-Tags werden stillschweigend in immer mehr Produkten des täglichen Lebens eingearbeitet, ohne die Kunden zu informieren. Da solch ein "Produkt-Kennzeichen" theoretisch eine unbegrenzte Lebensdauer besitzt, wird der Kunde zu einem wandelden Informationssender über die Waren bzw. Produkte, die er bei sich trägt.
Eingesetzt werden RFID unter anderem auch auf Ausweisdokumenten (Reisepaß) und in Geldkarten.
Überwachungsarten und ihre Umsetzung
- klassisches Abhören mit Wanzen (siehe auch Großer Lauschangriff)
- Telefonüberwachung
- IMSI-Catcher
- E-Mail-Überwachung
- Briefüberwachung
- Videoüberwachung
- Satellitenüberwachung
Risiken
Hauptrisiko der Überwachung ist, dass die bei der Überwachung anfallenden Daten zweckentfremdet oder gezielt missbraucht werden könnten.
Folgen
Überwachung hat unter anderem die Folge, dass die Überwachten sich konformer (zu dem, was nach den aktuellen Moral- und Wertvorstellungen jeweils vorgegeben wird) verhalten, jedenfalls dann, wenn sie sich überwacht glauben. Das heißt nicht notwendigerweise, dass dadurch der Wille der Überwachten dauerhaft gebeugt wird, doch achten sie in der Regel mehr auf ihre äußerliche Wirkung - ganz ähnlich der eines Schauspielers. Diesen "Zwang zum Schauspiel" erfährt der Überwachte in der Regel als Bürde, die ihn in seiner (gefühlten) Freiheit einschränkt.
[http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19703/1.html Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse] des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie haben ergeben, dass allein die Anwesenheit eines Gesichts in einem Raum (z.B. auf einem Foto) die Konformität des "durch das Gesicht Überwachten" erheblich erhöht, selbst wenn dem Überwachten klar ist, dass dieses Gesicht eben nur eine Abbildung ist. Offensichtlich ist der Vorgang, bei Überwachung sein Verhalten anzupassen, sehr tief im Menschen verwurzelt.
Literatur
- Blum, Elisabeth, "Schöne neue Stadt: wie der Sicherheitswahn die urbane Welt diszipliniert", Basel:Birkhäuser 2003
- Wehrheim, Jan, "Die überwachte Stadt. Sicherheit, Segregation und Ausgrenzung", Opladen: Leske + Budrich 2002
- George Orwell,"1984", Roman über die Zukunft des Überwachungsstaates
Film
- The conversation, Regie: Francis Ford Coppola, USA 1973, Spielfilm, Die Geschichte eines professionellen Abhörspezialisten
- Der Staatsfeind Nr. 1, Regie:Tony Scott, USA 1998, Spielfilm, mit Will Smith und Gene Hackman
Siehe auch
Überwachungsstaat
Post- und Fernmeldegeheimnis
RFID
Biometrie, Spionage, Echelon, Datenschutz, Telekommunikations-Überwachungsverordnung, Mitglied in einer kriminellen Vereinigung, Customer Relationship Management, Identität, Schutz der Sozialdaten, Telemetrie, Videoüberwachung, Monitor, Monitoring, Privatsphäre, Privacy, Stop 1984, Großer Bruder, Gegenobservation
Weblinks
- [http://www.surveillance-and-society.org/ Surveillance & Society] Englischsprachiges wissenschaftliches Journal mit transdisziplinärem Anspruch (Kriminologie, Soziologie, Kunst, u.a.)
- [http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/13580/1.html Totale Überwachung - Das Information Awareness Office] Telepolis Artikel, 11. November 2002
- [http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/17/0,1872,2044689,00.html ZDF.de - Maßloses Lauschen ]
- [http://home.arcor.de/m_enning/politik/ueberwachung.htm Projekt-L] - Mikrochip • DigitalAngel • MEU • GPS • ECHELON • TCPA • SAFE • Video • Zukunft ...
- [http://www.uni-bielefeld.de/Universitaet/Aktuelles/pdf/backes_kurzfassung_telefonueberwachung.pdf Zusammenfassung einer Studie der Universität Bielefeld zur Telefonüberwachung in Deutschland] (PDF)
- [http://www.zeit.de/2004/34/ueberwachung_liste "Auf den Spuren Big Brothers"] ZEIT-Artikel zur Überwachung (mit zahlreichen Links)
- [http://www.zeit.de/2004/34/Big_Brother "Unter Verdacht"] ZEIT-Artikel zur Überwachung in den USA
- Eine ausführliche Aufzählung von Überwachungstechnologien findet sich in http://sicherheitskultur.at/privacy.htm
- [http://www.datenreise.de Datenreise.de]
!
ForschungAls Forschung wird die systematische, oft auch die zufällige Suche nach neuen Erkenntnissen bezeichnet. Forschung wird in der Regel in wissenschaftlichen Disziplinen betrieben.
Die Forschung trägt zur Erweiterung unseres Wissens bei und stützt sich dabei auf Altbekanntes oder versucht, die bisherigen Systeme, Regeln, Theorien zu widerlegen und ein neues Verständnis von den Phänomenen in unserer Umwelt zu erlangen.
Ein bekanntes Beispiel ist die Relativitätstheorie von Einstein, die die bisherige Erklärung der Gravitation erweiterte. Die bisherige Erklärung beschreibt nur einen Extremfall in der speziellen Relativitätstheorie, nämlich wenn man Beschleunigungen weit unterhalb der Lichtgeschwindigkeit betrachtet. Ebenso hat schon die Newtonsche Gravitationslehre die bisherige Erklärung von Aristoteles, wonach alle Körper sich bewegen, weil sie durch jemanden angestoßen wurden, erweitert und nicht völlig widerlegt.
Forschung wird im Allgemeinen unterschieden in:
- Grundlagenforschung ("reine" Forschung), die - ggf. vorgeblich - ohne einen bestimmten Zwang und Zweck forscht, meist nur an Universitäten, in Deutschland darüber hinaus insbesondere die gemeinnützige Forschungsorganisation Max-Planck-Gesellschaft e.V. (MPG) sowie die Institute der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF).
- Angewandte Forschung (auch Zweckforschung), die ein bestimmtes, oft technisches Problem lösen will. Sie hat häufig eine wirtschaftliche Anwendung im Auge und findet sowohl an Universitäten als auch in der freien Wirtschaft, in Deutschland darüber hinaus insbesondere an den Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, statt. Im engeren Sinne werden hierbei noch Verfahrens- und Erzeugnisforschung getrennt betrachtet.
Siehe auch
- Liste der Fachgebiete, Wissenschaft, Wissenschaftler
- Forscher, Nachwuchsforscher, Forschungsfreiheit
- Wissenschaftssoziologie, Open Access
- Wissenschaftsforschung, Ressortforschung, Forschungsinstitute in Deutschland
- Objektivität der Forschung, Konjunkturforschung
Weblinks
- http://bdw.wissenschaft.de/ - Bild der Wissenschaft
- http://www.spektrum.de/ - Spektrum der Wissenschaft
- http://forschungsportal.net/ - Forschungsportal - Suchmaschine zu wissenschaftlichen Inhalten des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung
- http://www.produktionsforschung.de/ - Produktionsforschung
- http://www.sciencemag.org/ - Science Magazine (englisch)
Kategorie:Wissenschaftspraxis
ja:研究
SpionageSpionage ist die Auskundschaftung und Erlangung fremder Geheimnisse oder geschützten Wissens durch Wirtschaftsunternehmen oder Staaten. Die erlangten Informationen werden dann im eigenen wirtschaftlichen, politischen oder militärischen Machtbereich verwendet. Annähernd sämtliche Nationen bedienen sich der Spionage, um andere Staaten (unabhängig der feindseligen oder freundlichen Einstellung zum eigenen Staat) auszuspionieren. Die übliche Staatenpraxis ist jedoch, diese durchaus völkerrechtlich anerkannte Rechtswidrigkeit (unfreundlicher Akt) zu leugnen.
Spionage aus wirtschaftlichen Gründen wird als Industrie- oder Wirtschaftsspionage bezeichnet; Wirtschaftsunternehmen, die Spionage betreiben, erlangen einen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber Konkurrenten, da sie etwa fremde Forschungsergebnisse ausnutzen können, ohne dass eine eigenständige Forschungsarbeit erfolgen müsste.
Im Kalten Krieg kam es zu einer erheblichen gegenseitigen Spionage zwischen den USA und ihren Verbündeten einerseits sowie der Sowjetunion und der Volksrepublik China und deren Alliierten auf der anderen Seite. Insbesondere die Geheimnisse um den Bau von Nuklearwaffen waren dabei Gegenstand der Spionage.
Informationssammlungen mit nachrichtendienstlichen Mitteln werden nach dem Zusammenbruch des Ostblocks vor allem auf die Bekämpfung der Proliferation, des illegalen Rauschgifthandels und des Terrorismus gerichtet.
Wer ist Wer in der Spionagewelt?
Bundesrepublik Deutschland
Geheimdienstkoordinatoren der Bundesregierung
Ernst Uhrlau.
Der 58jährige ist seit 1999, als Nachfolger von Bernd Schmidtbauer, Geheimdienstkoordinator der Bundesregierung. Zuvor war der Mann mit den markanten Gesichtszügen Hamburger Polizeipräsident und Chef des Landesamts für Verfassungsschutz. Uhrlau arbeitet im Hintergrund. Schon die Tatsache, daß man selten etwas über ihn hört, spricht dafür, daß er unumstritten ist. Dabei ist seine Aufgabe alles andere als leicht: Uhrlau ist die Schnittstelle zwischen Regierung und den "Schlapphüten" vom Bundesnachrichtendienst (BND), dem Verfassungsschutz und dem Militärischen Abschirmdienst (MAD).
BND
Bekannte hauptberufliche Mitarbeiter
- Erhard Blum
- Volker Foertsch
- Gabriele Gast
- Reinhard Gehlen
- Gerhard Güllich
- August Hanning
- Heribert Hellenbroich
- Norbert Juretzko
- Klaus Kinkel
- Konrad Porzner
- Gerhard Wessel
- Hans-Georg Wieck
Verfassungsschutzbehörden
Bekannte hauptberufliche Mitarbeiter
- Gerhard Boeden
- Peter Frisch
- Heinz Fromm
- Hansjörg Geiger
- Heribert Hellenbroich
- Hanns Jess
- Otto John
- Klaus Kuron
- Richard Meier
- Günter Nollau
- Ludwig-Holger Pfahls
- Hubert Schrübbers
- Hansjoachim Tiedge
- Eckart Werthebach
Spione
- Werner Stiller
Spitzel
»Auch wenn ein Spitzel denunziert, so ist er doch von der Figur des Denunzianten zu unterscheiden: Ein Spitzel nutzt nicht nur Gelegenheiten aus, er hat den Auftrag, sie aktiv herzustellen. Und so steht selbst der Verräter noch über ihm. Zwar verrät auch ein Spitzel, doch im Unterschied zum Verräter hat er nie die Sache oder politischen Ziele und Träume geteilt, für die Menschen sich einsetzen (…). Ein Spitzel besitzt auch nicht den Hauch einer Souveränität, wie sie vielleicht ein Agent oder Spion im Sold einer ausländischen Staatsmacht beanspruchen kann.« (Aus: Spitzel. Eine kleine Sozialgeschichte)
Wolfgang Frenz
Militärischer Abschirmdienst MAD
Bekannte hauptberufliche Mitarbeiter
- Dr. Rudolf von Hoegen
- Joachim Krase
- Günter Poser
- Gerd-Helmut Kommossa
- Elmar Schmähling
Deutsche Demokratische Republik
Bekannte hauptberufliche Mitarbeiter
- Markus Wolf
Spione
Nach Erkenntnissen der Birthler-Behörde nach Auswertung der Rosenholz-Dateien waren zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs der DDR in der Bundesrepublik rund 1500 Spione der Stasi aktiv. Insgesamt habe das MfS rund 6000 Inoffizielle Mitarbeiter (IM) in der BRD eingesetzt.
Östliche und westliche Dienste pflegten einen verschiedenen Sprachgebrauch. In Ost-Diensten wurde ausschließlich Kundschafter des Friedens als Begriff für Agenten verwendet. Als Spione wurden Agenten der Gegenseite bezeichnet.
- Hans-Joachim Bamler
- Marianne Bamler
- Heinz Baude
- Inge Baude
- Hermann von Berg
- Lorenz Betzing
- Hagen Blau
- William Borm
- Dr. Friedrich Cremer
- Freiherr von Epp
- Dieter W. Feuerstein
- Ingrid Garbe
- Gabriele Gast
- Karl Gebauer
- Dieter Görsdorf
- Harald Gottfried
- Christel Guillaume
- Günter Guillaume
- James W. Hall
- Wolfram von Hanstein
- Wolfgang Hartmann
- Otto John
- Gerhard Kade
- Adolf Kanter
- Fritz Kolbe
- Johannes Koppe
- Joachim Krase
- Klaus Kuron
- Gerd Löffler
- Ursel Lorenzen
- Lothar-Erwin Lutze
- Renate Lutze
- Bernd Michels
- Johannes Naber
- Henning Nase
- Johanna Olbrich
- Dieter Popp
- Hannsheinz Porst
- Doris Pumphrey
- George Pumphrey
- Armin Raufeisen
- Klaus von Raussendorff
- Ursula Richter
- Helga Rödiger
- Rainer Rupp
- Karl Schabronat
- Dirk Schneider
- Alfred Spuhler
- Ludwig Spuhler
- Kurt Stand
- Julius Steiner
- Ulrich Steinmann
- Hansjoachim Tiedge
- Heinz D. Stuckmann
- Hans Voelkner
- Herbert Wehner
- Heinz Werner
- Karl Wienand
- Herbert Willner
- Herta-Astrid Willner
- Peter Wolter
- Hüseyin Yildirim
Der Spionageverdacht konnte nicht erwiesen werden
- Gerd Bastian
- Walter Böhm
- Erwin Feller
- Volker Foerscht
- Heinrich Lummer
Westliche Geheimdienste
MI6,
NSA,
CIA
Großbritannien
- Grewill Wynne
USA
Spione
- Carola Stern
- Oleg Penkowski
Geheimdienste der ehemaligen Ostblockstaaten
Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
Spione
- Rudolf Iwanowitsch Abel (geboren als William Genrikovich Fischer alias ("Willie") Vilyam Genrikovich (August) Fisher, Emil Robert Goldfus, Andrew Kayotis, Martin Collins)
- Aldrich Ames
- George Blake
- Heinz Felfe
- Cambridge Five
- Klaus Fuchs
- Reino Hayhanen
- Kim Philby
- Ethel und Julius Rosenberg
Tschechoslowakische Sozialistische Republik
Spione
- Alfred Frenzel
Geheimdienste sonstiger Staaten
Israel
- Jonathan Pollard
Kuba
- The Miami 5
Historische Spione
Bis 1933
- Alfred Redl
- Mata Hari
1933 bis 1945
- Rote Kapelle
- Fritz Kolbe
- Richard Sorge
- Ruth Werner
Literarische Spione und ihre Autoren
Als Agent versteht man im Spionageroman einen Spion, der Geheimnisse, besonders militärischer Art, bei einem Gegner auskundschaftet. Im „Kalten Krieg" hatten Agenten ihre Blütezeit innerhalb des Kriminalromans.
- James Bond Roman- und Filmfigur
- John Patrick Ryan (Jack Ryan) Romanfigur
- John Clark Romanfigur
- John le Carré Autor
- Domingo Chavez Romanfigur
- Len Deighton Autor
- Ian Fleming Autor
- Frederick Forsyth, Autor
- Maxwell Smart
- Harry Palmer Roman- und Filmfigur
- George Smiley Romanfigur
Nachrichtendienste
Liste von Nachrichtendiensten
Spionagetechnologien
- Kryptographie
- Steganographie
- Echelon
- SIGINT
- Spionagesatelliten
- Spionageflugzeug (U-2, SR-71 Blackbird)
- Gadgets
- Van-Eck-Phreaking
Siehe auch
- Nachrichtendienst
- Spionageabwehr
- Geheimagent
- Überwachung
- Netzwerksicherheit
- Militärische Aufklärung
- Doppelagent
- spymaster
- Schauprozess wegen angeblicher Spionage
Literatur
Gesamtdarstellungen
- Clifford Stoll: Kuckucksei: Die Jagd auf die deutschen Hacker, die das Pentagon knackten.. Fischer Taschenbücher, ISBN 3-596-13984-8
- Knopp: Top-Spione. Verräter im Geheimen Krieg. C. Bertelsmann Verlag, München 1994
Deutsch-Deutsche Spionage
Gesamtdarstellungen
- Eichner/Schramm: [http://www.kundschafter-frieden.de/ksiw/ Kundschafter im Westen, Spitzenquellen der DDR-Aufklärung erinnern sich]. edition ost, ISBN 3360010493
- Friedrich W. Schlomann: Die Maulwürfe. Universitasverlag, Tübingen 1993, ISBN 3-800-41285-3
Einzeldarstellungen
- Klaus Behling, Andrea Behling: Kundschafter a. D.. ISBN 3898500985
- Gabriele Gast: Kundschafterin des Friedens. ISBN 3746670349
- Günter Guillaume: Die Aussage. Wie es wirklich war. Universitas Verlag, München 1990
- Bernd Michels: Spionage auf Deutsch. Wie ich über Nacht zum Top-Agenten wurde. Zebulon Verlag, Düsseldorf 1992
- Stefan Henn: [http://www.8ung.at/flyshop/Human/Human.htm Der Natürliche Humanismus: Das Humanistische Buch zum realen Spionagefall]
Markus Wolf
- Markus Wolf: Spionagechef im geheimen Krieg. ISBN 3548365892
Spionage in der Innenpolitik
- Markus Mohr, Klaus Viehmann (Hrsg.): Spitzel. Eine kleine Sozialgeschichte. Assoziation A, Berlin, Hamburg 2004
Weblinks
- [http://www.mfs-insider.de/ Ministerium für Staatssicherheit - Insiderpage]
- [http://www.kundschafter-frieden.de/ Initiativgruppe Kundschafter des Friedens fordern Recht e.V.]
Kategorie:Nachrichtendienst
Kategorie:Nachrichtendienstlicher Begriff
ja:スパイ
nb:Spionasje
th:จารกรรม
Werner Heisenberg
Werner Karl Heisenberg ( - 5. Dezember 1901 in Würzburg; † 1. Februar 1976 in München) war einer der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts und Nobelpreisträger.
Leben
Werner Heisenberg wurde 1901 in Würzburg in einer Professorenfamilie geboren. Sein Vater war der Byzantinist August Heisenberg. Heisenberg war Neupfadfinder. Sein Studium der Physik in München unter Arnold Sommerfeld schloss er in der Mindeststudienzeit von drei Jahren ab, promovierte "Über Stabilität und Turbulenz von Flüssigkeitsströmen", wurde 1924 Assistent von Max Born in Göttingen und arbeitete mit Niels Bohr in Kopenhagen. In den folgenden Jahren begründete er mit Max Born und Pascual Jordan die Quantenmechanik. Mit nur 26 Jahren wurde Heisenberg 1927 als Professor an die Universität Leipzig berufen, 1932 Nobelpreis für Physik. Von 1942 bis 1945 leitete Heisenberg das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik in Dahlem und lehrte zudem als Professor an der Berliner Universität, wo er am Uranprojekt des Heereswaffenamtes beteiligt war.
Von 1945 bis 1946 kurze Internierung in England, danach Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik in Göttingen von 1946 bis 1958, zuletzt von 1958 bis 1970 war er Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik und Terrestrische Physik in München.
Mit seiner Frau Elisabeth (geb. Schumacher), die er 1936 heiratete, hatte Heisenberg sieben Kinder, darunter den Genetik-Professor Martin Heisenberg.
Werk
Heisenberg hat die Physik des 20. Jahrhunderts wesentlich mitbestimmt.
Indem er messbare Größen als nichtvertauschbare Operatoren beschrieb, vollzog er einen entscheidenden Bruch mit der klassischen Physik und legte die Grundlage für eine konsistente Formulierung der Quantenmechanik. Mit der Unschärferelation gab er seinen Erkenntnissen eine anschauliche, wenn auch oft missverstandene Interpretation.
Weitere wichtige Beiträge leistete er zur Kernphysik (Einführung des Isospins) und zur Elementarteilchenphysik. In der Nachkriegszeit gelang ihm trotz respektabler Einzelleistungen nicht mehr, den Anschluss an das internationale Forschungsgeschehen zu finden; insbesondere war sein Versuch einer Einheitlichen Feldtheorie den experimentellen Fakten nicht gewachsen und muss als auf der ganzen Linie gescheitert gelten.
Für seine Arbeiten zur Quantenmechanik, namentlich für die quantitative Erklärung des Wasserstoffspektrums, wurde er 1932 mit dem Nobelpreis in Physik ausgezeichnet. 1933 wurde ihm die Max-Planck-Medaille verliehen.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden er und andere Physiker (z.B. Otto Hahn und Carl Friedrich von Weizsäcker) in das Heereswaffenamt berufen.
Ihre Aufgabe im Rahmen des so genannten Uranprojektes sollte sein, Einsatzmöglichkeiten der Kernspaltung zu finden.
Heisenberg geriet während der NS-Zeit mit seiner Ansicht zur Quantentheorie in Konflikt mit den sog. "arischen Physikern", allen voran Johannes Stark. Sie verwarfen seine Theorien mit dem Hinweis, er sei ein theoretischer Formalist und der "Geist von Einsteins Geist".
Stark veröffentlichte 1937 in der SS-Zeitung "Das schwarze Korps" einen Artikel "Weiße Juden in der Wissenschaft", in dem er vor allem Heisenberg angriff.
1941 reiste Heisenberg mit Carl Friedrich von Weizsäcker nach Kopenhagen, um Niels Bohr für den Bau einer deutschen Atombombe zu gewinnen, was dieser jedoch aus moralischen Gründen ablehnte. Nach dem Krieg stellte Heisenberg sein Treffen mit Bohr als Versuch dar, die Entwicklung der Atombombe quasi auf globaler Ebene zu verhindern. Die Entdeckung eines von Niels Bohr verfassten Briefes machte der Wissenschaft erst sehr spät die wahren Motive Heisenbergs zugänglich.
Dieses Gespräch wurde von Michael Frayn unter dem Titel Copenhagen (1998) als Theaterstück dramatisiert. Verschiedene Spekulationen zum Gesprächsinhalt werden aus der Sichtweise der Beteiligten (Heisenberg, Bohr, Bohrs Frau) durchgesprochen und mögliche Motive analysiert.
Heisenberg und mehrere seiner Kollegen wurden nach dem Krieg arrestiert und verbrachten einige Monate in Kriegsgefangenschaft in England.
Später wurde er zum Direktor der Max-Planck-Gesellschaft für Physik und Atomphysik ernannt und war sehr aktiv als Berater der Wissenschaftspolitik der Regierung der Bundesrepublik Deutschland.
Heisenberg war Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften in Leipzig.
Im April 1957 sprach sich Heisenberg mit 17 Kernphysikern in Deutschland gegen die Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen aus (Göttinger Achtzehn).
Unter seinen nichtfachwissenschaftlichen Schriften ragt seine Autobiographie hervor: „Der Teil und das Ganze. Gespräche im Umkreis der Atomphysik“ (1969).
Aus über vier Jahrzehnten Abstand rekonstruiert Heisenberg Dialoge, die veranschaulichen, wie seine Beiträge zur Quantenmechanik in engem Austausch mit befreundeten Mitforschern (Arnold Sommerfeld, Niels Bohr, Wolfgang Pauli u.v.a.) erarbeitet wurden.
Bekannte Schüler Heisenbergs sind unter anderem der Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker, der sog. "Vater der Wasserstoffbombe" Eduard Teller, der spätere Nobelpreisträger Felix Bloch, der heutige ödp-Bundesvorsitzende Klaus Buchner und der physikalische Chemiker Friedrich Hund.
Zitate
:„Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaften macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“
:„Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß.“
:„Physik entsteht im Gespräch.“
Literatur
- David C. Cassidy: Werner Heisenberg. Leben und Werk. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1995, ISBN 3-86025-315-8
- Werner Heisenberg: Der Teil und das Ganze. Piper Verlag, 2001, ISBN 3492222978
- Werner Heisenberg: Ordnung der Wirklichkeit. Piper Verlag, 1989, ISBN 3492109454
- Paul Lawrence Rose: Heisenberg and the Nazi Atomic Bomb Project, 1939-1945: A Study in German Culture. University of California Press, 1998, ISBN 0520210778
Weblinks
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- [http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/HeisenbergWerner/ www.dhm.de/] Lebenslauf
Heisenberg, Werner
Heisenberg, Werner
Heisenberg, Werner
Heisenberg, Werner
Heisenberg, Werner
Heisenberg, Werner
ja:ヴェルナー・ハイゼンベルク
ko:베르너 하이젠베르크
Caspar David Friedrich
Caspar David Friedrich ( - 5. September 1774 in Greifswald, Vorpommern; † 7. Mai 1840 in Dresden) war einer der bedeutendsten Maler der deutschen Romantik, die er zusammen mit Philipp Otto Runge wie kaum ein anderer Künstler beeinflusste. Seine Werke sind vor allem durch mittelalterliche Motive, Natur- und Landschaftsdarstellungen und Heimatbezug geprägt und lassen sich teilweise besser verstehen, wenn man weiß, dass er in frühen Kindheitsjahren beim Schlittschuhlaufen im Eis einbrach und sein Bruder, der ihn retten wollte, bei der Rettung ertrank. Er erhielt seine Ausbildung durch ein Studium an der Königlichen Kunstakademie in Kopenhagen und arbeitete seit 1798 in Dresden, reiste aber oft in seine Geburtsstadt Greifswald und besuchte die nahegelegene Insel Rügen.
Seine bis in die heutige Zeit reichende Bedeutung kommt beispielsweise in der Benennung des Caspar-David-Friedrich-Instituts für Kunstwissenschaften der Universität Greifswald zum Ausdruck. Ebenso tragen Straßen in Dresden und im in der Nähe von Greifswald gelegenen Ort Lubmin seinen Namen.
Kunstschaffen
Grundeinstellung
Lubmin
Caspar David Friedrich verkörperte den typischen Romantiker: Er war eher introvertiert, weltscheu, naturverbunden und religiös. Seine Passion für mittelalterliche Motive wurde teilweise durch seinen Freund Goethe inspiriert.
Friedrichs Bilder werden oft als Ausdruck seiner seelischen Verfassung interpretiert: seine Gedanken kreisten demnach oft um Sein, Vergehen und Werden. Seine gotische Melancholie lässt sich durch seine ohnehin schon depressive Veranlagung erklären, die durch seine eingangs geschilderten Erfahrungen in seiner Jugend noch verstärkt wurde. Ihm war nicht die Schönheit dessen was er malte wichtig, sondern seine Weltanschauungen: so sah er die Erde als Jammertal, ähnlich wie die Künstler des Barock.
: "Warum, die Frag´ ist oft zu mir ergangen, wählst du zum Gegenstand der Malerei so oft den Tod, Vergänglichkeit und Grab? Um ewig einst zu leben, muss man sich oft dem Tod ergeben."
Caspar David Friedrich konnte aber auch fröhlich und ausgelassen sein, nicht nur in Zeiten seines Erfolges, was nur in wenigen seiner Bilder erkennbar ist. Er war weniger melancholischer Pessimist als realistischer Romantiker mit gefestigten politischen-religiösen Überzeugungen.
Verhältnis zur Natur
Barock
Caspar David Friedrich stand in seiner Auffassung von Natur im Gegensatz zum Realismus der Klassizisten. Er sah die Natur als Spiegel menschlicher Empfindungen.
: "Also nur was man mit leiblichen Augen gesehen und [..] nachgeäfft, sei Aufgabe und Forderung unserer Zeit [..]. Ich gestehe, dass ich nimmer und nie dieser Meinung beistimmen werde. Allerdings gestehe ich gerne, dass diese Bilder, so allen diesen Forderungen dieser Zeit entsprechen sollen, viele und große Verdienste haben, und mich der treuen Nachahmung des Einzelnen erfreut. Aber das ganze hat für mich wenig Anziehung, eben weil ich das innige geistige Durchdrungensein des Künstlers von der Natur vermisse."
Caspar David Friedrich folgte nicht dem italienischen Kunsttrend und war auch kein Anhänger der antiken Meister. In seinem Verständnis sollte Kunst zwischen den beiden Werken Gottes, Mensch und Natur, vermitteln. Aus dieser Sicht heraus näherte er sich den Naturschönheiten, in deren Darstellungen er Stimmungen und Empfindungen verarbeitete. Seine Werke sind demzufolge keine Abbilder der Natur, sondern sie vergegenständlichen zusätzlich das Unfassbare, das metaphysische Empfinden. Die realistisch-emotionale Darstellungsweise der Landschaften wird unter anderem durch eine unendlich scheinende Weite verstärkt.
Symbolik
antiken
- Die Farbe Violett (und allgemein ein Kontrast zwischen Dunkel im unteren Teil und heller Darstellung im oberen Teil eines Bildes) dominiert in einigen Bildern. Sie ist und war, nicht nur für Caspar David Friedrich, die Farbe der Trauer und Melancholie. Durch sie wirkt das gesamte Bild schwermütig, die häufig depressive Seelenverfassung Friedrichs ist anhand solcher Bilder gut nachzuvollziehen.
- Das Naturerlebnis in der nordeuropäisch-teutonischen (Um-)Welt war für Friedrich ein sehr persönliches mystisch-religiöses Ereignis. Er setzte die Natur dem Göttlichen gleich - eine sehr pantheistische Religionsauffassung und Grund dafür, dass er auch im Widerspruch zum zeitgenössischen Protestantismus stand, der Natur eher als "heidnische Mutter" sah denn als bewundernswertes Werk Gottes. In seinen Bildern nehmen die Figuren durch das Betrachten des Naturschauspiels Kontakt zum Göttlichen auf. Sie verbinden dadurch das dunkle irdische Leben, in dem sie sich befinden mit dem hellen überirdischen, in das sie posthum gelangen werden. Die Ferne ist Symbol für das angestrebte Jenseits.
- Der Lebensweg eines Menschen wird zum Beispiel in "Mondaufgang am Meer" durch Schiffe dargestellt, die sich zwar noch auf dem Meer befinden, aber irgendwann den Hafen anlaufen werden, was mit dem Tod gleichzusetzen ist.
- Das Fundament, auf dem sich die Personen befinden, bildet ein öfters gewaltiger Stein oder ein Felsen. Ebenso stellt der Glaube, nach Friedrichs Ansicht genauso unerschütterlich wie ein Findling, das geistige Fundament der Menschen dar. Die Menschen stehen meist gefestigt, beeindruckt und in guter Kleidung.
- Schnee wurde von Friedrich, anders als im Rokoko des 16. und 17. Jahrhundert, nicht als saisonaler Zuckerguss, sondern als dicht am schweigsamen Tode gesehen - eine für Friedrich typische Mystifizierung (ähnlich der von Kiefernwäldern und anderen Motiven).
Zeitgeist
Naturschauspiel
Darüber hinaus sind einige seiner Landschaftsbilder eine Allegorie auf die patriotische Stimmung um die Zeit der Befreiungskämpfe in den deutschen Staaten. Der Einsame Baum aus dem Jahre 1821 zum Beispiel, Synonym für Deutschland, ist durch die Besetzung der Franzosen beschädigt. In der Umgebung des Baumes deutet sich aber schon eine bessere Entwicklung an, zum Beispiel durch das aufgehende Tageslicht.
Die Bedeutung seiner Bilder kamen dem aktuellen deutschen Publikumsgeschmack entgegen, Friedrichs Bilder waren gefragt. Die Nachfrage nach seinen Werken besserte seine finanziellen Verhältnisse jedoch nur zeitweise auf. Nach den Befreiungskriegen schlug die patriotische Stimmung allerdings um in reaktionäres Verhalten der Regierungsverantwortlichen. Seine Bildthemen stießen daher später eher auf Ablehnung.
Die Bilder Friedrichs entstanden in einer Phase der Veränderungen Preußens: geistliche Gebiete wurden säkularisiert, Preußen unterlag Napoleon und wurde nach dem Wiener Kongress neu geordnet. Die folgende Zeit war gekennzeichnet durch Bemühungen zur Wiederherstellung der alten Zustände. Die Inhalte vieler Bilder wurden im Hinblick auf die damalige politische Situation Preußens oft als Allegorien verstanden.
Friedrichs Figuren sind in der alten deutschen Tracht gekleidet, für die auch der Rüganer Ernst Moritz Arndt in seiner Schrift "Über Sitte, Mode und Kleidertracht" warb. Durch die deutsche Tracht drückte Friedrich seine politische Überzeugung aus: wie auch viele andere Vertreter akademischer Kreise hat er:
: "...die Erinnerung an die Freiheitskriege und den politischen Enthusiasmus, an die Entwürfe für eine gerechtere soziale Ordnung, an die Verwirklichung einer demokratisch-republikanischen Ordnung festgehalten."
Komposition
Die Anordnung der Bildgegenstände wirkt auf den ersten Blick natürlich und emotionalisiert zugleich. Vielen Bildern Friedrichs liegt ein strenges Kompositionsprinzip zugrunde, das W. Wolfradt als "hyperbolisches Schema" bezeichnete. Der Horizont liegt fast immer in der vertikalen Bildmitte und dient als eine Art Spiegelungsachse. Außerdem gibt es häufig erkennbare vertikale Verläufe. Geometrische Dreiecke können entdeckt werden. Vordergrund und Hintergrund stehen in einem Verhältnis zueinander.
Rückenfiguren
Ernst Moritz Arndt
Personen, die dem Rezipienten den Rücken zukehren, nehmen in den Ölbildern Friedrichs ab 1807 eine zentrale Position ein. Weil Caspar David Friedrich kein Meister darin war, Personen zu zeichnen, vermutet man heute, dass sein Freund Georg Friedrich Kersting einige Figuren auf Friedrichs Bildern gemalt hat. Diese Figuren kopierte Friedrich dann sogar in weitere Gemälde. Dies könnte der Grund für die Ähnlichkeit vieler Rückenpersonen sein.
Die Rückenpersonen sind allerdings keine Erfindungen Friedrichs. Sie haben eine bis in die Antike zurück gehende Tradition. Caspar David Friedrich setzte sie der überwältigenden Natur in seinen Bildern als Kontrast entgegen. Sie sind nicht als Bestandteil der Natur wahrzunehmen, sondern als der Natur untergeben und nicht zugehörig. Die Figuren sind fast immer einsame und isolierte Individualisten, in denen sich oft der Künstler selbst wiedererkennen lässt. In einem Brief an seine Frau thematisierte er seine Vereinsamung:
: "Alles ist Stille-Stille-Stille um mich her; [..] allein und immer allein; es tut mir wohl, aber immer möchte ich es nicht so haben."
Auf Friedrichs Bildern befinden sich die Rückenfiguren meist in der Mitte, so dass sie den Fluchtpunkt verdecken. Dadurch wird der Betrachter animiert, sich in die Figur hinein zu versetzen und sich ebenfalls andächtig dem Naturereignis zu widmen.
Siehe auch: Beobachtung
Fazit
In seinen Gemälden erreichte Friedrich eine metaphysische Transparenz. Er malte akribisch genau, ergänzte und vertiefte seine Gemälde immer wieder. Dies führte manchmal dazu, dass er zur Fertigstellung eines Bildes mehrere Jahre brauchte. Typisch für die romantische Bewegung malte Friedrich Menschen immer als Silhouetten, als Staffagefiguren. Nur selten zeichnete er Gesichter.
Ohne Zweifel war Caspar David Friedrich einer der wichtigsten deutschen Vertreter der Romantik. Sein französischer Zeitgenosse, der Bildhauer David d'Angers, bezeichnete ihn einmal als den "Entdecker der Tragödie in der Landschaft". Er gilt mit seinen einfühlsamen Stimmungsbildern zu verschiedenen Jahreszeiten und Tageszeiten als der bedeutendste Landschaftsmaler der Romantik.
Deutungen
Zu Friedrichs Lebzeiten beschränkten sich Aussagen über seine Werke auf kurze und sachliche Besprechungen, so z. B. in Ausstellungsbesprechungen in Der Freimüthige oder im Journal des Luxus und der Moden. Manchmal wurde eine Todessehnsucht in seine Werke interpretiert oder Aussagen über das angeblich dargestellte jenseitige Leben getroffen. Sein Spätwerk wurde meist als originalsüchtig und idealistisch bezeichnet und damit degradiert. Einer der bedeutendsten Kritiker Friedrichs war Basilius von Ramdohr; dieser löste einen lang andauernden Kunststreit aus, der hauptsächlich in der Zeitung für die elegante Welt ausgetragen wurde.
Politischen Charakter erhielten Deutungen besonders während des zweiten Weltkrieges. Friedrich und sein Werk wurden für den Nationalsozialismus und die Rassenideologie missbraucht. Hier ist in erster Linie Kurt Karl Eberlein zu nennen. Während des Impressionismus richtete sich besondere Aufmerksamkeit auf Friedrichs Darstellung der Natur. Seine Landschaften waren laut Forschungen darauf ausgerichtet, menschliche Gefühle darzustellen und beim Betrachter bestimmte Emotionen auszulösen. Der allegorische und religiöse Charakter seiner Werke wurde nur von wenigen Autoren bemerkt.
Werke
- Wrack im Eismeer (Hamburg, Kunsthalle, Zuschreibung an Friedrich wird angezweifelt), 1798
- Blick auf Arkona mit aufgehendem Mond und Netzen (Privatbesitz von Jan Krugier), 1803
- Westfassade der Ruine Eldena mit Backhaus und Scheune (Angers, Musée des Beaux-Arts), 1806
- Der Sommer (München, Neue Pinakothek), 1807
- Hünengrab im Schnee (Dresden, Galerie Neue Meister), 1807
- Nebel (Wien, Kunsthistorisches Museum), 1807
- Ausblick ins Elbtal (Dresden, Galerie Neue Meister), um 1807
- Das Kreuz im Gebirge (Tetschener Altar) (Dresden, Galerie Neue Meister), 1808
- Morgennebel im Gebirge (Rudolstadt, Museum Schloss Heidecksburg), 1808
- Winter (Klosterruine Eldena), 1808 (1931 verbrannt)
- Der Mönch am Meer (Berlin, Alte Nationalgalerie), 1809/10
- Abtei im Eichwald (Berlin, Alte Nationalgalerie), 1809/10
- Gebirgslandschaft mit Regenbogen (Essen, Museum Folkwang), 1810
- Böhmische Landschaft mit dem Milleschauer (Dresden, Galerie Neue Meister), um 1810
- Landschaft mit Regenbogen (seit 1945 verschollen), um 1810
- Felspartie (Dresden, Galerie Neue Meister), 1811
- Winterlandschaft mit Kirche (Dortmund, Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Cappenberg), 1811
- Felsenschlucht im Harz (Greifswald, Pommersches Landesmuseum), 1811
- Kreuz und Kathedrale im Gebirge (Düsseldorf, Kunstmuseum), 1812
- Gräber gefallener Freiheitskrieger (Hamburg, Kunsthalle), 1812
- Kreuz an der Ostsee (Berlin, Schloss Charlottenburg), 1815
- Greifswalder Hafen (Potsdam, Schloss Sanssouci), 1815/16
- Neubrandenburg (Greifswald, Pommersches Landesmuseum), 1816/17
- Greifswald im Mondschein (Oslo, Norwegen, Nationalgalerie), 1816/17
- Küstenlandschaft in der Dämmerung (Lübeck, Museum für Kunst und Kulturgeschichte), 1816-18
- Der Wanderer über dem Nebelmeer (Hamburg, Kunsthalle), wohl 1817
- Gartenlaube in Greifswald (München, Neue Pinakothek), 1818
- Nacht im Hafen (Schwestern) (St. Petersburg, Eremitage), 1818
- Frau vor untergehender Sonne (Sonnenuntergang, Sonnenaufgang, Frau in der Morgensonne) (Essen, Museum Folkwang), um 1818
- Kreidefelsen auf Rügen (Winterthur, Sammlung Dr. Oscar Reinhardt), um 1818
- Auf dem Segler (St. Petersburg, Russland, Ermitage), 1818/19
- Schiffe im Hafen von Greifswald (Berlin, Alte Nationalgalerie), 1818-20
- Zwei Männer in Betrachtung des Mondes (Dresden, Galerie Neue Meister), 1819
- Mann und Frau in Betrachtung des Mondes, 1819
- Mondaufgang am Meer, (St. Petersburg, Eremitage), 1819
- Klosterfriedhof im Schnee, 1819 (1945 zerstört)
- Hünengrab im Herbst (Dresden, Galerie Neue Meister), um 1820
- Ziehende Wolken (Hamburg, Kunsthalle), wohl 1820
- Frau am Fenster (Berlin, Alte Nationalgalerie), 1822
- Der Abend (Hannover, Niedersächsisches Landesmuseum), um 1820-1821
- Der Morgen (Hannover, Niedersächsisches Landesmuseum), um 1820-1821
- Wiesen bei Greifswald (Hamburg, Kunsthalle), 1820-22
- Einsamer Baum (Berlin, Alte Nationalgalerie), 1822
- Am Stadtrand von Greifswald (Berlin, Alte Nationalgalerie), 1822/23
- Mondaufgang am Meer (Berlin, Alte Nationalgalerie), 1822/23
- Am Ryck in Greifswald mit Blick auf die Mühlen vor der Steinbecker Schanze (Berlin, Alte Nationalgalerie), 1822/23
- Eismeer (Hamburg, Kunsthalle), 1823/24
- Abend (Wolken) (Wien, Kunsthistorisches Museum), 1824
- Bäume im Mondschein (Köln, Wallraf-Richartz-Museum), um 1824
- Der Watzmann (Berlin, Alte Nationalgalerie), 1824/25
- Bäume und Sträucher im Schnee (Dresden, Galerie Neue Meister), um 1825
- Friedhofseingang (unvollendet, Dresden, Galerie Neue Meister), 1825
- Hügel mit Bruchacker bei Dresden (Hamburg, Kunsthalle), 1825
- Ruine Eldena (Berlin, Alte Nationalgalerie), 1825
- An der Stadtmauer (Dresden, Privatsammlung), 1. Viertel 19. Jh.
- Schiffe im Hafen am Abend (Dresden, Galerie Neue Meister) 1827/28
- Verschneite Hütte (Hütte im Schnee) (Berlin, Alte Nationalgalerie), um 1827
- Tannenwald mit Wasserfall (Hamburg, Kunsthalle), 1828
- Mondschein auf dem Meer (Berlin, Alte Nationalgalerie), 1830
- Abend am Ostseestrand (Dresden, Galerie Neue Meister), um 1830
- Sturzacker (Hamburg, Kunsthalle), um 1830
- Berglandschaft in Böhmen (Hamburg, Kunsthalle), wohl 1830
- Das Große Gehege bei Dresden (Dresden, Galerie Neue Meister), 1831/32 [http://www.dresden-reisefuehrer.de/dd/xpics/friedrst_grossgeh.jpg]
- Ruine Eldena im Riesengebirge (Greifswald, Pommersches Landesmuseum), 1830/34
- Flachlandschaft am Greifswalder Bodden (Schweinfurt, Sammlung Georg Schäfer), um 1830-1834
- Sumpfiger Strand (Hamburg, Kunsthalle), 1832
- Das Große Gehege (Ostra-Gehege) (Dresden, Gemäldegalerie), um 1832
- Junotempel in Agrient (Dortmund, Museum am Ostwall) um 1828-1830
- Das brennende Neubrandenburg (unvollendet, Hamburg, Kunsthalle), 1834
- Lebensstufen (Leipzig, Museum der Bildenden Künste), um 1834
- Erinnerungen an das Riesengebirge (St. Petersburg, Eremitage), vor 1835
- Erinnerung an das Riesengebirge (St. Petersburg, Eremitage, seit 1945 verschollen), um 1835
- Meeresufer im Mondschein (Hamburg, Kunsthalle), 1835
- Sonnenaufgang bei Neubrandenburg (Hamburg, Kunsthalle), um 1835
- Wald im Spätherbst (Waldwasser, Herbstwald) (Erfurt, Angermuseum), 1835
- Landschaft im Charakter des böhmischen Mittelgebirges (Riesengebirge) (seit 1945 verschollen), um 1830-1835
- Der Träumer (St. Petersburg, Eremitage), 1820-1840
Literatur
- Werner Busch: Caspar David Friedrich. Ästhetik und Religion. CH Beck, München 2003, ISBN 3-40-650308-X
- Herbert von Einem: Bildband über Caspar David Friedrich. 2. Auflage, Rembrandt-Verlag, Berlin 1938; 3. Auflage, Verlag Konrad Lemmer, Berlin (ohne Jahresangabe)
- Helmut Börsch-Supan & Karl Wilhelm Jähnig: Caspar David Friedrich. Gemälde, Druckgraphik und bildmäßige Zeichnungen. Prestel Verlag, München 1973. (Werkeverzeichnis Friedrichs mit Biographie).
- Helmut Börsch-Supan: Caspar David Friedrich. Prestel Verlag, München 2005, ISBN 3-79-133333-X
- Sabine Rewald(Herausgeberin): Caspar David Friedrich. Gemälde und Zeichnungen aus der UdSSR. Verlag Schirmer/Mosel München-Paris-London 1991, ISBN 3-88814-420-5 (120 Seiten, 28 Farbtafeln, 41 Abbildungen, übersetzter Austellungskatalog des Metropolitan Museum of Art in New York)
Weblinks
-
- [http://www.physik.uni-greifswald.de/~meyer/cdf/ Kurzbiographie und einige seiner Werke]
- [http://www.siu.edu/~dfll/German/friedrich.htm Einige seiner Werke darunter "Das Kreuz im Gebirge"]
- [http://www.greifswald-infoweb.de/caspar-david-friedrich.htm Friedrich und seine Heimatstadt Greifswald]
- [http://www.gasl.org/refbib/Friedrich__30_Bilder.pdf 30 meist farbige Bilder (PDF in der Arno-Schmidt-Referenzbibliothek der GASL)]
- [http://www.caspar-david-friedrich-gesellschaft.de/ Caspar-David-Friedrich Gesellschaft]
Friedrich, Casper David
Friedrich, Casper David
Friedrich, Caspar David
Friedrich, Casper David
Friedrich, Casper David
Friedrich, Caspar David
Friedrich, Caspar David
ja:カスパー・ダーヴィト・フリードリヒ
nb:Caspar David Friedrich
Teilnehmende BeobachtungDie teilnehmende Beobachtung ist eine Forschungsmethode der Soziologie, Psychologie, Ethnologie und anderer auf den Menschen ausgerichteten Forschungsdisziplinen, bei der entweder das Verhalten (direkte Beobachtung) oder die Auswirkungen des Verhaltens (indirekte Beobachtung) eines Untersuchungsobjektes (eine Person oder eine Gruppe von Personen) untersucht werden. Die teilnehmende Beobachtung ist eine Methode, bei der der "Beobachter selbst Interaktionspartner der beobachteten Personen ist" [1].
Unabhängig davon, ob eine Beobachtung teilnehmend oder nicht teilnehmend ist, unterscheidet man bei soziologischen Beobachtungen, was mitunter viel entscheidender für das Ergebnis ist, zwischen offenen und verdeckten Beobachtungen.
Bei der offenen Beobachtung ist der/den Versuchsperson(en) die Anwesenheit des Forschers bekannt, bei der verdeckten Untersuchung soll(en) die Versuchsperson(en) nicht von der Teilnahme des/der Beobachter(s) erfahren. Der Verhaltenskodex von Sozialforschern schreibt (implizit) vor, nach Möglichkeit offene Beobachtungen vorzuziehen, da es verständlicherweise unfair ist, an jemandem eine Untersuchung ohne dessen Kenntnis durchzuführen (vgl. dazu auch [http://www.soziologie.de/dgs/ethik-kodex.htm Ethik-Kodex der Deutschen Gesellschaft für Soziologie]). Dennoch ist manchmal eine verdeckte Beobachtung unabdingbar, denn es ist nachgewiesen, dass Versuchspersonen sich anders verhalten, wenn sie wissen, dass sie beobachtet werden. Dieser Effekt, der zu schweren Messfehlern führen kann, wird als Pygmalioneffekt, als Versuchsleiter-Effekt, oder nach dem Soziologen, der ihn erstmals ausführlich beschrieben hat, auch als Rosenthal-Effekt bezeichnet.
Umgekehrt entsteht auch durch das persönliche Involviertsein des Untersuchungsleiters in das untersuchte Szenario die Gefahr, dass die angestrebten, möglichst objektiven Erkenntnisse durch subjektive Erfahrungen überlagert oder verfälscht werden.
Die wohl berühmteste teilnehmende (verdeckte) Beobachtung in der deutschsprachigen Sozialforschung ist die 1933 veröffentlichte Studie "Die Arbeitslosen von Marienthal". Dabei hat eine Gruppe von österreichischen Soziologen am Beispiel der von der niedergegangenen Textilindustrie geprägten Kleinstadt Marienthal sozio-psychologische Auswirkungen von Arbeitslosigkeit nachgewiesen und gezeigt, dass Arbeitslosigkeit nicht zur Revolution, sondern vielmehr zur Resignation führt [2].
Quellen
[1] Schnell, Hill, Esser: Methoden der empirischen Sozialforschung. Oldenbourg, München, 6. Auflage 1999, S. 359
[2] Jahoda, Marie/Lazarsfeld, Paul F./Zeisel, Hans: Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch über die Wirkungen langandauernder Arbeitslosigkeit. Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1975 (erstmalig erschienen 1933)
Kategorie:Qualitative Sozialforschung
Kategorie:Ethnologie
Kategorie:Volkskunde
ja:参与観察
Niklas LuhmannNiklas Luhmann ( - 8. Dezember 1927 in Lüneburg; † 6. November 1998 in Oerlinghausen bei Bielefeld) war ein deutscher Soziologe, ab ca. 1967 von bedeutendem Einfluss auf die deutsche und internationale Soziologie, bis hin zur "Schulen"-Bildung. Als einer der Begründer der soziologischen Systemtheorie machte er sich auch in der Jurisprudenz und Philosophie einen Namen.
Leben
Niklas Luhmann wurde als Sohn eines Brauereibesitzers geboren und studierte von 1946 bis 1949 Rechtswissenschaft in Freiburg im Breisgau. Es folgte bis 1953 eine Referendarausbildung in Lüneburg. In dieser Zeit begann er auch mit dem Aufbau seiner Zettelkästen. Von 1954 bis 1962 war er dann als Verwaltungsjurist in der öffentlichen Verwaltung des Landes Niedersachsen tätig. 1960 heiratete er Ursula von Walter; 1960/61 erhielt er ein Fortbildungs-Stipendium für die Harvard-Universität, das er nach erteilter Beurlaubung wahrnehmen konnte. Dort kam er in Kontakt mit Talcott Parsons und dessen strukturfunktionaler Systemtheorie. Nach seiner Tätigkeit als Referent an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer von 1962 bis 1965 und seiner Tätigkeit als Abteilungsleiter an der Sozialforschungsstelle an der Universität Münster in Dortmund von 1965 bis 1968 (1965/66 daneben ein Semester Studium der Soziologie an der Universität Münster) promovierte er dort 1966 zum Dr. sc. pol. (Doktor der Sozialwissenschaften) und habilitierte sich fünf Monate später bei Dieter Claessens und Helmut Schelsky mit "Funktionen und Folgen formaler Organisation" bzw. "Recht und Automation in der öffentlichen Verwaltung. Eine verwaltungswissenschaftliche Untersuchung". 1968 bis 1993 lehrte er dann als Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld.
Niklas Luhmann wohnte mehrere Jahrzehnte in Oerlinghausen bei Bielefeld. Zwei Jahre nach seinem Tod wurde im Jahre 2000 das vorherige "Städtische Gymnasium Oerlinghausen" in "Niklas-Luhmann-Gymnasium" umbenannt.
Zur Systemtheorie
Die Luhmannsche Systemtheorie (in Abgrenzung zur allgemeinen Systemtheorie von Ludwig von Bertalanffy u. a. sowie zur Theorie sozialer Systeme von Talcott Parsons) gilt derzeit als eine der wohl erfolgreichsten und populärsten Theorieangebote im deutschen Sprachraum, nicht nur in der Soziologie, sondern auch in so diversen Feldern wie der Psychologie, der Theorie des Managements oder der Literaturtheorie. Auch international beeinflusst sie den sozialphilosophischen Diskurs. Luhmanns Systemtheorie handelt von selbstreferenziellen sozialen Operationen, Prozessen, Strukturen und Systemen, die sich auf sich selbst und auf ihre Umwelt beziehen können und dadurch den Unterschied von System und Umwelt erzeugen und reproduzieren.
Elemente sozialer Systeme
Kleinste Elemente sozialer Systeme, postuliert Luhmann, sind nicht etwa handelnde Menschen, sondern Kommunikationen. Ein soziales System steuert sich selbst, indem es ständig Kommunikationen produziert und anschlussfähig hält. Psychische Systeme (Bewusstsein) könnten nicht kommunizieren, sie denken; nur soziale Systeme (Interaktion, Organisation, Gesellschaft) können sich kommunikativ anregen.
Luhmann radikalisiert den "Kommunikations"-Begriff und definiert ihn als dreifache Selektion aus "Information, Mitteilung und Verstehen". Die Verständigung zwischen Akteuren erscheint als ein prinzipiell unwahrscheinliches Ereignis, da Kommunikationen stör- und fehleranfällig sind. Sein berühmtestes Bonmot zur weltgesellschaftlichen Kommunikation lautet: "Hier zählt jeder Fluch der Ruderer auf den Galeeren".
Luhmann hat Beschreibungen für einfache Interaktionssysteme (beispielsweise Liebesbeziehungen), Organisation, der Weltgesellschaft sowie für eine Vielzahl sozialer Funktionssysteme wie Recht, Wissenschaft, Wirtschaft, Religion, Erziehungswesen, Politik, Massenmedien, aber auch Sozialarbeit und Kunst angefertigt beziehungsweise angeregt. Dabei bedient er sich der Theoriefigur der "operativen Geschlossenheit" jedes der funktional differenzierten Systeme sowie des Gesellschaftssystems insgesamt. Diese Art der Analyse soll dem Soziologen/der Soziologin die trennscharfe Zurechnung von Kommunikationen, Ereignissen, Erlebnissen und Handlungen auf die gesellschaftlichen Subsysteme, ihre Codes, Medien, Strukturen, Frames und Programme ermöglichen.
Seit Anfang der 1980er Jahre übernimmt Luhmann den Grundbegriff der Autopoiesis für die Soziologie, der von Humberto Maturana und Francisco Varela in der Systembiologie erarbeitet wurde, doch nicht ohne ihn abzuwandeln. Ein System definiert sich danach selbst, indem es einen Unterschied zu seiner Umwelt markiert. Neben anderen inneren Komponenten ist die Systemgrenze Produkt des Systems. Erst durch die Ziehung seiner "Grenze" hebt es sich von der Umwelt ab und wird zu etwas von der Umwelt Verschiedenem. Mit anderen Worten: Das System schafft sich selbst. Deswegen spricht Luhmann mit Maturana von autopoietischen (griech.: selbsterzeugend), in operativer Hinsicht von geschlossenen Systemen.
Im Gegensatz zu Maturana, der den Begriff der "Autopoiesis" strikt auf Organismen beschränkt, findet Luhmann insbesondere in sozialen Phänomenen ein weiteres Anwendungsgebiet. Luhmanns theoretische Grundbausteine sind jedoch nicht Kommunikationsagenten, sondern Kommunikationen selbst. Dieser Schritt mutet prima facie höchst seltsam an: soziale Systeme bestehen ausdrücklich nicht aus Menschen, sondern eben nur aus Kommunikationen. Jedoch lässt sich Luhmanns theoretische Entscheidung einfach begründen: Bestünden soziale Systeme aus Menschen, würden sie - kraft ihrer Eigenschaft, autopoietisch zu sein - Menschen produzieren. Das wäre in gewisser Hinsicht absurd. Folglich wählt Luhmann die zugegebenermaßen unorthodoxe, aber zumindest weniger abwegige Variante, die sich für ihn durch Grundsatzentscheidung für autopoietische Systeme ergibt.
Aus der operationalen Abgeschlossenheit sozialer Systeme ergeben sich erkenntnistheoretische Konsequenzen, die Maturana als Vertreter des Radikalen Konstruktivismus als erster formuliert hat und die auch Luhmann im Weiten teilt, sich jedoch auf eine eigene Variante des operativen Konstruktivismus stützt. Eine logisch strenge Fundierung dieses Ansatzes, der zu postontologischen Perspektiven führt, findet sich für Luhmann in den Laws Of Form des britischen Mathematikers George Spencer-Brown.
Paradigmatisch geht es Luhmann darum, durch die System-Umwelt-Differenz die Menschen (körperlich, psychisch) in der Umwelt der Gesellschaft zu verorten sowie umgekehrt soziale Systeme in der Umwelt von psychischen. Eine emphatische Anthropologie im Sinne des Humanismus lehnt er ab und betont die Eigenlogik des Sozialen. Ferner übernimmt er das aus der Kybernetik, insbesondere von Heinz von Foerster, entwickelte Konzept der Beobachtung 2. Ordnung als spezifisch wissenschaftliche Perspektive.
Zusammenfassung
Luhmanns Systemtheorie basiert auf der Evolution von Kommunikation (von Sprache über Schrift bis hin zu elektronischen Medien) und parallel auf der Evolution von Gesellschaft durch funktionale Ausdifferenzierung (siehe auch soziale Differenzierung). Daraus ergeben sich drei Stränge:
# Systemtheorie als Gesellschaftstheorie,
# Kommunikationstheorie und
# Evolutionstheorie,
die sich durch sein gesamtes Werk ziehen (siehe dazu: Aufsatz von 1975 „Systemtheorie, Evolutionstheorie und Kommunikationstheorie“).
Luhmann bezeichnete sich zeitlebens als Soziologen, doch kann man - und hierin ist er Jürgen Habermas nicht unähnlich - ihn ebensowohl als Wissenschaftstheoretiker auffassen, der die Soziologie sehr angeregt hat und der eine bemerkenswerte soziologische Urteilskraft besaß. Für die Sucher nach einer "Großen Theorie" war sein Denkansatz verlockend, auffällig nach 1990 auch angesichts der Neuanhängerschaft zahlreicher vormaliger (Nenn-)Marxisten aus dem Ostblock.
Insgesamt bietet das Werk Luhmanns eine oft subtil ironische, distanzierte, desillusionierende gesellschaftstheoretische Perspektive. Philosophen mag es an Hegels Versuch erinnern, seine Zeit in Worte zu fassen. Absolutem Wissen erteilt Luhmann jedoch eine Absage.
Kritik
Luhmanns Systemtheorie hat eine teilweise heftige Debatte nicht nur in der Soziologie entfacht. Aus erkenntnistheoretischer Perspektive wird moniert, die Theorie laufe auf Grund ihres tautologischen Ansatzes leer und sage uns nicht mehr über die Welt, als was wir vermöge fachwissenschaftlicher Erkenntnisse nicht ohnehin schon über sie wissen oder wissen könnten.
Faktisch wird der Theorie vorgeworfen, sie definiere zu viele gängige Begriffe der Soziologie einfach systemtheoretisch um und führe sie damit weniger einer tieferen Analyse zu, als dass sie sie 'erledige', und dass das mit ihrer Schöpfung eingebrachte Problembewusstsein von ihr kupiert werde. Dem kommt zu Hilfe, dass sie es nach kleiner Einführung auch Adepten ohne gründliche positive Kenntnisse erlaubt, schnelle Urteile auszusprechen, für Studierende sehr verlockend.
Diesem "Ableitungs-Luhmannismus" auch auf Lehrstühlen stehen jedoch Wissenschaftler/innen gegenüber, die fruchtbare Weiterentwicklungen vorgelegt haben (vgl. unten "Wirkung").
Werke
Große Monographien-Reihe
:Soziale Systeme (1984) ISBN 3518282662
:Die Wirtschaft der Gesellschaft (1988), ISBN 3518287524
:Die Wissenschaft der Gesellschaft (1990) ISBN 3518286013
:Das Recht der Gesellschaft (1993) ISBN 3518287834
:Die Kunst der Gesellschaft (1995) ISBN 3518289039
:Die Realität der Massenmedien (1996) ISBN 3531128418
:Die Gesellschaft der Gesellschaft (1997) ISBN 3518289608
:Die Politik der Gesellschaft (2000) ISBN 3518291823
:Die Religion der Gesellschaft (2000) ISBN 3518291815
:Das Erziehungssystem der Gesellschaft (2002) ISBN 3518291939
Einzelmonographien
Einführend
: Einführung in die Systemtheorie (2002)
:Funktionen und Folgen formaler Organisationen (1964)
:Zweckbegriff und Systemrationalität (1968)
:Organisation und Entscheidung (2000), ISBN 3531134515
Zur Gesellschaftsstruktur und Semantik
:Gesellschaftsstruktur und Semantik, (Frankfurt am Main), (4 Bände)
:Liebe als Passion (1982)
:Soziologische Aufklärung (6 Bände)
Weitere Werke
:Grundrechte als Institution (1965)
:Vertrauen - ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität (1968)
:Zweckbegriff und Systemrationalität (1968)
:Legitimation durch Verfahren (1969), ISBN 3-518-28043-0
:Politische Planung (1972)
:Macht (1975)
:Funktion der Religion (1977)
:Rechtssoziologie (1980)
:Ökologische Kommunikation (1986)
:Soziologie des Risikos (1991), ISBN 3-11-012939-6
Zitate
Zur ontologischen Metaphysik: Bei allen Perlen der Philosophie, die man auf diesem Gebiet bewundern kann, wird man sich als Soziologe fragen, welche ursprüngliche Verschmutzung sie erzeugt haben mag. (1997)
Zur soziologischen Systemtheorie generell:
#Der Aufklärungseffekt dieses Konzepts liegt darin, dass es zahlreiche Denkgewohnheiten mit der Zäsur System/Umwelt durchschneidet und das auf die eine bzw. andere Seite dieser Grenzlinie verteilt, was häufig in recht unklarer Weise als Einheit behandelt wird - so insbesondere dasjenige Konglomerat von empirischen Prozessen und semantischen Idealisierungen, das ein Beobachter als "Mensch" identifizieren kann. (1990)
#Ein Problem, das man zu lösen versucht, bleibt eben deshalb ein Problem. Problembewusstsein und Kommunikation sensibilisieren die Gesellschaft, und dann mag man eines Tages strukturelle Veränderungen wahrnehmen, die, weil sie schon eingetreten sind, für eine Problemlösung verwendet werden können. (1984)
#Die Einheit von Identität und Differenz heißt Distanz.(1984)
Zur nicht kommunizierbaren Kommunikation von Aufrichtigkeit und ein Beispiel von Luhmanns Humor: Denn wenn man nicht sagen kann, dass man nicht meint, was man sagt, weil man dann nicht wissen kann, dass andere nicht wissen können, was gemeint ist, wenn man sagt, dass man nicht meint, was man sagt, kann man auch nicht sagen, dass man meint, was man sagt, weil dies dann entweder eine überflüssige und verdächtige Verdopplung ist oder die Negation einer ohnehin inkommunikablen Negation. (1998)
Zur Wirkung
Allgemein
Nicht wenig Begriffe der Soziologie wurden von ihm geschaffen, mehr noch aufgegriffen und systemtheoretisch neu interpretiert. Hierzu siehe im Einzelnen:
- Anschluss, Anschlussfähigkeit, Beobachtung, Differenz (Systemtheorie), Kommunikation (Systemtheorie), Medium-Form-Unterscheidung, Resonanz, Selektion, Soziales System, Strukturelle Kopplung, Zeitdimension
- Autopoiese, Doppelte Kontingenz (vgl. Kontingenz)
Als renommierte Luhmann-Nachfolger/innen gelten u.a. Dirk Baecker, Elena Esposito, Peter Fuchs, Armin Nassehi, Rudolf Stichweh.
Literatur zu Luhmann
- Baecker, Dirk, u.a. (Hrsg): Theorie als Passion
- Baecker, Dirk, (Hrsg.) (2005): Schlüsselwerke der Systemtheorie. VS Verlag
- Baraldi u.a. (1997): GLU. Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme
- Berghaus, Margot (2003): Luhmann leicht gemacht
- Fuchs, Peter (1992): Niklas Luhmann - beobachtet. Eine Einführung in die Systemtheorie, Opladen, Westdt. Verl.
- Gerth, Michael (2005): Luhmann für Einsteiger. Eine multimediale Einführung in die Systemtheorie von Niklas Luhmann
- Giegel, Hans-Joachim / Schimank, Uwe (2001): Beobachter der Moderne
- Gripp-Hagelstange (1997): Niklas Luhmann. Eine Einführung. 2. Auflage. München: Fink. (UTB)
- Gripp-Hagelstange (Hrsg.)(2000): Niklas Luhmanns Denken. Interdisziplinäre Einflüsse und Wirkungen. Konstanz: UVK.
- Hagen, Wolfgang (Hg.): Warum haben Sie keinen Fernseher, Herr Luhmann? Letzte Gespräche mit Niklas Luhmann. Berlin: Kulturverl. Kadmos 2004. ISBN 3-931659-59-3
- Heinrichs, Johannes Logik des Sozialen, Woraus Gesellschaft entsteht, Varna und anderen Orten 2005, Aktualisierte Neuauflage von Reflexion als soziales System, Bonn 1976
- Hellmann, Kai-Uwe / Fischer, Karsten (2003): Das System der Politik
- Horster, Detlef (1997): Niklas Luhmann, (Beck'sche Reihe)
- Kneer, Georg / Nassehi, Armin (1993): Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme
- Krause, Detlef (2001): Luhmann-Lexikon. 3. Aufl. Stuttgart: UTB.
- Reese-Schäfer, Walter: Niklas Luhmann zur Einführung, Hamburg: Junius, 1999, 3. Aufl., ISBN 3885063050
- Reitzig, Jörg (2004): Zwischen Selbstorganisation, Deliberation und Regulation, Sozialökonomischer Text 114, Hamburger Univ. für Wirtschaft und Politik, Hamburg (ISSN 0178174X)
- Schützeichel, Rainer (2003): Sinn als Grundbegriff bei Niklas Luhmann
- Schuldt, Christian (2003): Systemtheorie, Hamburg: Europäische Verlagsanstalt (Reihe "wissen 3000"), ISBN 3434461841
- Weber, Andreas (2005): Subjektlos. Zur Kritik der Systemtheorie. Konstanz: UVK.
- Weinbach, Christine (2004) Systemtheorie und Gender. VS Verlag
- Willke, Helmut (2000): Systemtheorie I: Grundlagen, Stuttgart
Weblinks
-
- [http://www.soziale-systeme.ch Zeitschrift Soziale Systeme]
- [http://www.rechercheportal.de/dc/soziologie.php Quellen zu Luhmann (u.A. eine Stunde Audiofeature und Interview) im rechercheportal.de]
- http://www.suhrkamp.de/autoren/luhmann/luhmann.htm
- http://www.systemische-beratung.de/selbstreferentiell.htm
- http://www.systems-thinking.de/luhmann.html
- [http://www.sozialarbeit.ch SozialArbeit.ch - Plattform für Soziale Arbeit und soziologische Systemtheorie]
- [http://www.fen.ch Systemtheorie und Präventionstheorie]
- [http://www.fh-lueneburg.de/u1/gym03/homepage/chronik/luhmann/luhmann.htm Johanneum Lüneburg: Niklas Luhmann]
- [http://www.niklas-luhmann-gymnasium.de Niklas Luhmann Gymnasium in Oerlinghausen]
- [http://www.luhmann-online.de Luhmann für Einsteiger, multimediale Einführung in die Systemtheorie]
Luhmann, Niklas
Luhmann, Niklas
Luhmann, Niklas
Luhmann, Niklas
Luhmann, Niklas
Luhmann, Niklas
Luhmann, Niklas
Luhmann, Niklas
Luhmann, Niklas
ja:ニクラス・ルーマン
BezeichnungEine Bezeichnung (althochdeutsch: bizeihhanunga Vorzeichen, Symbol) ist
in der Semiotik ein Code aus Zeichen und Symbolen, der auf einen Gegenstand oder
Begriff verweist. Beispielsweise ist der Name einer Person eine Bezeichnung für diese Person.
Besteht die Bezeichnung aus einem natürlichsprachlichen
Ausdruck, so spricht man auch von
einer Benennung (englisch term oder designation).
Während der Begriff eher eine mentale Vorstellung ist, besteht
die Benennung aus einem Wort (Einwortbenennung), z.B. Hund (Simplizium) oder Hundehalter (Kompositum) oder einer Wortgruppe (Mehrwortbenennung), z.B. Faradayscher Käfig.
Arten von Bezeichnungen und Benennungen sind jegliche Formen von
Kennzeichnung, Ausschilderung, Markierung, Namen...
Die meisten dieser Wörter werden ebenso wie Bezeichnung und
Benennung selbst sowohl für das jeweilige Zeichen (Name)
als auch für den Vorgang der Zeichengebung (Namensgebung)
verwandt.
In der Praxis wird oft nicht zwischen einem Begriff und seiner Benennung unterschieden. Dies ist insbesondere dort kein Problem, wo Begriffe eine eindeutige Benennung besitzen, zum Beispiel in Fachsprachen. Genau genommen besteht ein Terminus (Fachwort) aus einem Begriff und seiner Benennung. Den Gesamtbestand der Begriffe und Benennungen in einem Fachgebiet bezeichnet man als Terminologie. In der Alltagssprache oder zwischen verschiedenen Fachgebieten sind jedoch Homonyme (Bezeichnungen, die mehrere Bedeutungen haben können) ein Problem, da sie unterschiedlich interpretiert werden, sowie Synonyme, da mehrere Benennungen auf einen Begriff verweisen (z.B. Eingabetaste, Entertaste, Returntaste). Dort wo es notwendig ist (z.B. in der Dokumentation), versucht man das "terminologische Wirrwarr" deshalb mit kontrollierten Vokabularien (zum Beispiel Thesauri) zu ordnen.
Siehe auch: Semiotisches Dreieck
Kategorie:Semiotik
Kategorie:Zeichen
GeodäsieGeodäsie (griechisch γη = Erde, δαιζω = ich teile). Nach der klassischen Definition von F.R. Helmert ist die Geodäsie die "Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche". Dies umfasst die Bestimmung der geometrischen Figur der Erde, ihres Schwerefeldes und der Orientierung der Erde im Weltraum (Erdrotation).
Die Geodäsie zerfällt in die höhere Geodäsie (Erdmessung und Landesvermessung) und die niedere Geodäsie (Katastervermessung) (s.u.).
In der wissenschaftlichen Systematik stellt die Geodäsie einerseits das Bindeglied zwischen Astronomie und Geophysik dar, andrerseits sind viele ihrer Verfahren den Ingenieurwissenschaften zuzuordnen. Im englischen Sprachraum wird dem durch eine Unterscheidung zwischen Geodesy und Surveying Rechnung getragen. In der Mathematik verwendet man den Begriff "geodätisch" für lokal kürzeste Verbindungen zwischen Punkten auf gekrümmten Flächen, siehe Geodäte.
Kurze Geschichte der Geodäsie
Ihren Ursprung hat die Geodäsie in der Notwendigkeit, Land aufzuteilen, Eigentumsgrenzen zu definieren und Landesgrenzen zu dokumentieren. Die Geschichte der Geodäsie reicht bis in das alte Ägypten zurück.
Bemerkenswert war die Gradmessung des Eratosthenes zwischen Alexandria und Syene (heutiges Assuan) um 240 v. Chr.. Sie ergab den Erdumfang zu 252.000 Stadien, was dem wahren Wert trotz der unsicheren Entfernung auf etwa 10 Prozent nahekam. Er schätzte den Erdumfang um 240 v. Chr. aus dem um 7,2° unterschiedlichen Sonnenstand. Wichtige Marksteine der frühen Geodäsie waren die Entwicklung von Messinstrumenten im Arabien des 11. Jahrhunderts und in Nürnberg, sowie die Erfindung der Winkelfunktionen (Indien, Peuerbach), des Messtisches und der Triangulation (Snellius um 1615).
Ab etwa 1700 verbesserten sich die Landkarten durch exakte Rechenmethoden und die beginnende großräumige Erdmessung, die 1740 mit der Bestimmung der ellipsoidischen Erdradien durch die Franzosen Bouguer und Maupertuis einen ersten Höhepunkt erlebte. Um die Ergebnisse verschiedener Projekte und Landesvermessungen besser kombinieren zu können, entwickelten Roger Joseph Boscovich, Carl Friedrich Gauß et al. schrittweise die Ausgleichsrechnung, die auch präzisen Bezugssystemen und der Vermessung des Weltraums zugute kam.
Für die Geodäsie des 19. und 20. Jahrhunderts waren die wichtigsten Stationen:
- die Einführung des Meters, des Greenwicher Nullmeridians und ab 1950 eines globalen Zeitsystems mit Funktechnik und Quarzuhren
- die Geoid- und Schweremessung und Querverbindungen zur Geophysik
- Erhöhung der Messgenauigkeit auf etwa das Hundertfache (dm => mm pro km), wozu Weiterentwicklungen von Theodolit und Winkelmessung, die beginnende Distanzmessung und zuletzt die EDV beitrugen
- Ab 1960 der zunehmende Einsatz von Erdsatelliten mit der Möglichkeit interkontinentaler Messungen: die GPS-Systeme
- Radioastronomie (VLBI) als Basis hochpräziser Referenzsysteme ITRF, ETRS für globale Geodäsie und für die Geodynamik der Erdkruste.
Grundlagen und Teilgebiete
Die Geodäsie liefert mit ihren Vermessungsergebnissen (z.B. aus Kataster- und Landesvermessung, Ingenieurgeodäsie, Photogrammetrie und Fernerkundung) die Grundlagen für zahlreiche andere Fachgebiete und Tätigkeiten:
- im Bereich der Geo- und Naturwissenschaften z.B. für die Astronomie, Physik und Ozeanografie, für Geoinformatik u | | |