:: wikimiki.org ::
| Bergisel |
Bergisel
Der Bergisel ist ein 746 m hoher Hügel im Süden des Stadtteils Wilten von Innsbruck (Österreich). Er liegt am Ausgang der Sill (Wipptal) ins Inntal.
Der Name leitet sich von der vorrömischen Bezeichnung burgusinus (Berg) ab, weshalb Bergisel zusammen geschrieben wird. Funde zeugen von einer frühen Nutzung als Brandopferplatz und einer Siedlung in der Eisenzeit.
Der Bergisel ist von der Brennerbahn und der Brennerautobahn untertunnelt. An seinem Fuß befindet sich die Sillschlucht, ein Naherholungsgebiet.
Schlacht am Bergisel
1809 war der Bergisel viermal Schauplatz der Schlacht am Bergisel unter Oberbefehl des Freiheitskämpfers Andreas Hofer. 1892 wird zum Gedenken an diese Schlacht das Andreas-Hofer-Denkmal am Bergisel eröffnet. Die Ereignisse der dritten Schlacht am Bergisel am 13. August 1809 sind im Innsbrucker Riesenrundgemälde dargestellt.
Sport
Seit 1952 ist Innsbruck ein Austragungsort der Vierschanzentournee. Nachdem vorher schon eine kleinere Schanze bestanden hatte, wurde zu den Olympischen Winterspielen 1964 die Bergiselschanze aus Beton erbaut, die auch zu den Spielen 1976 Verwendung fand. Nachdem diese Schanze auch nicht mehr den Anforderungen entsprach, wurde nach Plänen der Architektin Zaha Hadid eine neue Schanze erbaut und 2003 eröffnet.
Bis zu einem Unglück nach einer Massenpanik, welche mehrere Todesopfer forderte, war das Bergisel-Stadion auch Austragungsort des Snowboard-Spektakels Air & Style.
Erreichbarkeit
Der Bergisel ist von Innsbruck mit der Stubaitalbahn, Station Sonnenburgerhof oder der Straßenbahnlinie 1, Station Bergisel erreichbar. Er wird auch von der Linie TS (Sightseer) angefahren.
Kategorie:Innsbruck
Kategorie:Berg in Tirol
Hügel
Ein Hügel ist eine mittelgroße Erhebung in einer Landschaft, meist mit eher abgerundeten Formen und mit Pflanzen bewachsen. Er ist kleiner als ein Berg, aber normalerweise größer als ein Fels oder eine Bodenwelle. Außerdem ist er normalerweise nicht wesentlich länger als breit.
Entstehung
Hügel können
- durch Erosion von Erdmaterial, Erdhügel
- durch den Druck und die Bewegung von Eismassen,
- durch Erosion von Bergen,
- durch Erdbeben und andere geologische Aktivitäten,
- durch Vulkanismus,
- durch Einschläge von Asteroiden oder vulkanischem Material,
- durch ungleichmäßige wind- und vegetationsbedingte Ablagerung von Staub, Sand usw. und
- durch Tiere Ameisenhügel, Termitenhügel
- durch menschliches Tun
entstehen.
Menschengemachte Erhebungen sind oft
- Grabhügel,
- Abraumhalden (Müllhalden) oder
- Siedlungen, bei denen Jahrtausende lang Häuser auf den Ruinen alter Häuser gebaut wurden ("Tell" im Orient, z.B. in Mesopotamien).
Erosion
Bei Hügeln greift die Erosion ringsum (in alle Richtungen) an, während sie im Bergland in nur zwei Vorzugsrichtungen (talwärts) wirkt. Daher sind Hügellandschaften meist unregelmäßiger strukturiert als z.B. Gebirgsketten.
Hügel als Siedlunsstätte
Hügel waren früher bevorzugte Orte zum Bau von Siedlungen und Verteidigungsanlagen, da man von dort einen Überblick über die umliegende Landschaft hatte und Angreifer größere Schwierigkeiten hatten, sie zu erobern, besonders mit einer schweren Ausrüstung. Mit dem Wachstum der Städte, der industriellen Verfügbarkeit von Sprengstoffen und der Änderung der Kriegstaktiken zugunsten erhöhter Mobilität haben sich derartige taktische Vorteile allerdings verflüchtigt.
Siehe auch:
- Pingo,
- Hügelland,
- Hochfläche,
- Mittelgebirge,
- Ringwall
Kategorie:Physische Geographie
ja:丘
simple:Hill
WiltenWilten ist ein Stadtteil (Katastralgemeinde) im Süden von Innsbruck, am Fuß des Bergisels. 1904 wurde er eingemeindet. Die Grenze zur inneren Stadt bildet die Triumphpforte. Zu Wilten gehören weiters noch Wiltenberg, Mentlberg und Sieglanger.
Erste Besiedelungen des Gebiets am Bergisel zeigen sich schon zur Zeit der Urnenfeldperiode (etwa 1000 v. Chr.). Unter den Römern erfolgte der Bau des Heerlagers und der Siedlung Veldidena, die erstmals im 3. Jhdt. n. Chr. urkundlich erwähnt wurde. Wilten war zu dieser Zeit eine wichtige Wegstation an der Via Claudia Augusta.
Der Sage nach soll das Stift Wilten im 9. Jhdt. vom Riesen Haymon gegründet worden sein, bevor es 1138 dem Prämonstratenserorden übergeben wurde. Bis zum Jahr 1180 gehörte das gesamte Gebiet zwischen dem heutigen Wilten und dem Inn den Wiltener Chorherren. Durch ein Tauschgeschäft mit den Andechser Grafen, die schon am linken Ufer eine kleine Marktsiedlung an einer Brücke (damals Inspruk genannt) errichtet hatten, konnte 1180 Innsbruck neu gegründet werden, dort wo sich die heutige Altstadt befindet.
1665 wurde die Stiftskirche erbaut. In Wilten befindet sich noch ein weiterer bedeutender Sakralbau, die 1756 von Franz de Paula Penz im spätbarocken Stil erbaute Basilika.
Wilten bildete bis zum 19. Jahrhundert keine eigene Gemeinde, sondern gehörte zum Herrschaftsgebiet des Stiftes. Im Zuge der (vorübergehenden) Abtretung Tirols an Bayern 1805 und der daraus folgenden Säkularisierung von Klöstern wurde das klösterliche Hofgericht aufgelöst und Wilten galt als eigene Gemeinde.
Ursprünglich noch ein bäuerliches Dorf, veränderte Wilten sein Erscheinungsbild mit dem Bau der Arlbergbahn und des Westbahnhofes im Jahr 1883, neue Viertel mit städtischem Charakter entstanden. Um infrastrukturielle Entscheidungen gemeinsam mit der Stadt Innsbruck lösen zu können, wurde nach Verhandlungen 1904 entschieden, Wilten mit Innsbruck zu vereinen.
Wiltenberg bezeichnet den Hang im Südwesten und das Gebiet beim Westbahnhof mit einer Gewerbezone. Mentlberg ist eine Siedlung am Hang, südlich der Straße nach Völs. Bemerkenswert ist das 1905 im Stil des Historismus nach dem Vorbild französischer Loireschlösser umgebaute Schloß Mentlberg. Sieglanger liegt nördlich davon am Inn, mit der Kirche Maria am Gestade mit Glasmosaiken von Max Weiler.
Wilten ist Ausgangspunkt mehrere Verkehrswege: der Brenner-Bundesstraße (mit einem Anschluss an die Brennerautobahn), der Stubaitalbahn und der Mittelgebirgsbahn.
Kategorie:Innsbruck
Österreich
Die Republik Österreich ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa mit der Staatsform einer parlamentarischen Demokratie. Das Land ist seit 1955 Mitglied in der UNO und seit 1995 in der Europäischen Union. Es grenzt im Norden an Deutschland und Tschechien, im Osten an die Slowakei und Ungarn, im Süden an Slowenien und Italien und im Westen an die Schweiz und Liechtenstein.
Geografie
Hauptartikel: Geografie Österreichs
Landschaft
Etwa 60 Prozent des Landes sind gebirgig und haben Anteil an den Ostalpen (vor allem Tiroler Zentralalpen, Hohe Tauern und Niedere Tauern, Nördliche Kalkalpen, Südliche Kalkalpen und Wienerwald). In Ober- und Niederösterreich liegt - bereits nördlich der Donau - die Böhmische Masse, ein altes Rumpfgebirge, das auch nach Tschechien und Bayern hinüberreicht, und an der Ostgrenze die Kleinen Karpaten.
Die fünf Großlandschaften Österreichs:
- Anteil an den Ostalpen (52.600 km², 62,8 % der Staatsfläche)
- Anteil am Alpen- und Karpatenvorland (9.500 km², 12,3 %)
- Vorland im Osten, Anteil an Randgebieten des Pannonischen Tieflands (9.500 km², 12,3 %)
- Granit- und Gneisplateau, Anteil am Mittelgebirgsland der Böhmischen Masse (8.500 km², 10,1 %)
- Anteil am Wiener Becken (3.700 km², 4,4 %)
Von der Gesamtfläche Österreichs (rd. 84.000 km²) entfällt etwa ein Viertel auf Tief- und Hügelländer. Nur 32 % liegen tiefer als 500 m.
Gebirge
km²
km²]
km²
km²]]
Die sieben höchsten Berge Österreichs sind:
Ebenen
Die großen Ebenen liegen im Osten entlang der Donau, vor allem das Alpenvorland und das Wiener Becken mit dem Marchfeld, sowie in der südlichen Steiermark, die wegen ihrer Landschaftsähnlichkeit zur
Toskana auch oftmals Steirische Toskana genannt wird.
tiefster Punkt: Hedwighof (Gemeinde Apetlon - Burgenland) 114 m
Seen
Der größte See ist der Neusiedler See im Burgenland, der mit ca. 77 % seiner Gesamtfläche von 315 km² in Österreich liegt, gefolgt vom Attersee mit 46 km² und dem Traunsee mit 24 km² in Oberösterreich. Auch der große Bodensee mit seinen 536 km² im Dreiländereck mit Deutschland (Freistaat Bayern und Land Baden-Württemberg) und der Schweiz liegt zu einem kleinen Anteil auf österreichischem Staatsgebiet. Allerdings sind die Staatsgrenzen innerhalb des Bodensees nicht genau bestimmt.
Für den Sommertourismus in Österreich haben die Seen neben den Bergen die größte Bedeutung, insbesondere die Kärntner Seen und jene des Salzkammerguts. Die Bekanntesten davon sind der Wörthersee, der Millstättersee, der Ossiachersee und der Weißensee. Weitere bekannte Seen sind der Mondsee und Wolfgangsee an der Grenze von Salzburg und Oberösterreich.
siehe auch: Liste der Seen in Österreich
Flüsse
Der größte Teil Österreichs wird über die Donau zum Schwarzen Meer entwässert, nur kleine Gebiete über Rhein oder Elbe zur Nordsee.
Große Nebenflüsse der Donau sind (von Westen nach Osten):
- Lech und Inn (entwässern Tirol) mit Salzach (entwässert Salzburg).
- die Ager, Traun, Enns, Ybbs, Erlauf, Traisen, Wien, und Fischa entwässern die südlich der Donau gelegenen Gebiete von Oberösterreich und Niederösterreich sowie Wiens.
- die Große und Kleine Mühl, Rodl und Aist, der Kamp, Göllersbach und Rußbach, sowie die March an der Ostgrenze entwässern die nördlich der Donau gelegenen Gebiete von Oberösterreich und Niederösterreich
Klima
Das Klima wird vom Westen nach Osten immer trockener (In Wien sind die Niederschläge nur noch halb so hoch wie in Salzburg) und erreicht in den östlichen und südöstlichen Landesteilen das pannonische Kontinentalklima, das teilweise im südlichen Seengebiet mediterran beeinflusst wird. Die schneereichen Winter bringen dem Tourismus eine zweite Saison. Die Sonnenscheindauer ist etwa um 10 bis 20 Prozent länger als beispielsweise in Norddeutschland.
Die niederschlagsreichsten Gegenden sind das gesamte Alpenvorland sowie das Tiroler Unterland, das Außerfern und der Bregenzer Wald. Dort fallen bis zu 3.000 mm Regen pro Jahr (Durchschnitt 900 mm). In diesen Regionen kann es auch sehr oft zu Überschwemmungen kommen.
Bundesländer
Bregenzer Wald
Die österreichischen Bundesländer: B Burgenland, K Kärnten, NÖ Niederösterreich, OÖ Oberösterreich, S Salzburg, St Steiermark, T Tirol, V Vorarlberg, W Wien
Die neun österreichischen Bundesländer sind in Bezirke aufgeteilt, diese wiederum in Gemeinden.
Städte
Siehe auch: Städte in Österreich
Das mit Abstand größte Siedlungsgebiet in Österreich ist die Metropolregion Wien mit einer Einwohnerzahl von 2.067.652 (Stand 1. Januar 2005). Damit konzentriert sich ein Viertel der Bevölkerung des Landes in der Hauptstadtregion. In Österreich besitzen rund 200 Gemeinden das Stadtrecht. Ein großes Problem, vor allem in wirtschaftlich schwachen Gegenden, ist die Abwanderung (Landflucht) der ländlichen Bevölkerung in die städtischen Ballungsräume.
Große Städte
Die größten Städte Österreichs (nach Einwohnerzahl) sind:
Landflucht]
Landflucht
Landflucht
Landflucht mit Bodensee (vom Pfänder gesehen)]]
Stand: 2001
Ballungsräume in Österreich
Die nachstehenden Gemeinden, die in einem größeren bebauten Siedlungsgebiet liegen, sind nach ihrer Einwohnerzahl sortiert.
Stand: 2001
Entfernungen (Luftlinie)
- Wien - Bregenz 505 km
- Wien - Innsbruck 390 km
- Wien - Salzburg 253 km
- Wien - Linz 155 km
- Wien - Graz 148 km
- Wien - Bratislava (SK) 55 km
- Salzburg - München (D) 116 km
- Wien - Berlin (D) 530 km
- Wien - Budapest (H) 255 km
- Bregenz - Paris (F) 568 km
- Villach - Triest (Mittelmeer) (I) 109 km
- Graz - Maribor (SLO) 70 km
Grenzlängen
- Staatsgrenzen insgesamt 2.562 km, davon zu:
- Deutschland (Bayern): 784 km
- Italien: 430 km
- Ungarn: 366 km
- Tschechische Republik: 362 km
- Slowenien: 330 km
- Schweiz: 164 km
- Slowakei: 91 km
- Liechtenstein: 35 km
Bevölkerung
siehe auch: Österreicher
Österreicher
Lebenserwartung
Die durchschnittliche Lebenserwartung in Österreich beträgt zur Zeit (2005) bei den Frauen 82,1 Jahre und bei den Männern 76,4 Jahre (im Vergleich 1971: 75,7 Frauen und 73,3 Männer). Die Kindersterblichkeit beträgt 0,45 %. siehe auch: Österreichisches Gesundheitssystem
Sprache
Deutsch ist Amts- und Muttersprache von etwa 98 % der österreichischen Bevölkerung. Die deutsche Sprache wird vielfach in Form eines der vielen oberdeutschen Dialekte gesprochen, die zu den Mundartfamilien des
- Alemannischen (gesprochen in Vorarlberg sowie dem Tiroler Außerfern) und
- Bairischen (gesprochen in allen anderen Bundesländern – siehe Sprachgebrauch in Österreich) gehören. Sieben Millionen Österreicher sprechen einen mittel- oder südbairischen Dialekt.
Daneben werden slawische und andere Sprachen von autochthonen Minderheiten gesprochen. Die alteingesessenen burgenlandkroatischen, slowenischen und ungarischen Bevölkerungsanteile in Österreich haben einen Anspruch auf muttersprachlichen Schulunterricht und Behördenverkehr. Burgenlandkroatisch und Slowenisch sind zusätzliche Amtssprachen in jenen Verwaltungs- und Gerichtsbezirken der Steiermark, des Burgenlandes und Kärntens mit kroatischer oder slowenischer, bzw. gemischter Bevölkerung. Auch die alteingesessene Roma-Bevölkerung hat ihre eigene Sprache.
Außerdem leben 35.000 Jenische in Österreich, wovon gerade noch 3.500 ein fahrendes Leben führen. Sie wurden in den 1960er Jahren im Burgenland, im Mühlviertel, im Waldviertel, auf dem Hausruck, im Toten Gebirge, in den Seetaler Alpen und Fischbacher Alpen angesiedelt.
Siehe auch: Minderheitssprachen in Österreich, Kärntner Slowenen
Zuwanderung
Das Land beherbergt Menschen aus vielen anderen Ländern, die aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen ins Land gekommen sind. Diese Zuwanderer oder vorübergehend im Land lebenden Menschen stammen vornehmlich aus Russland, dem ehemaligen Jugoslawien (v.a. Serbien und Montenegro), Deutschland, Georgien, dem asiatischen Raum (Indien, Türkei, Afghanistan, Pakistan, China u.a.), aber auch aus anderen Weltregionen; Deren Anteil an der einheimischen Bevölkerung beträgt etwa 12,5 % (Anfang 2005). Bereits in den 1960er und 1970er Jahren wurden viele damals noch als Fremdarbeiter wegen des herrschenden Arbeitskräftemangels von den Firmen direkt in den Herkunftsländern angeworben um in Österreich zu arbeiten. Viele dieser Familien leben mittlerweile in der zweiten oder dritten Generation im Land. Ungefähr die Hälfte aller Menschen mit Migrationshintergrund bzw. deren Nachkommen lebt im Großraum Wien, wo etwa ein Viertel der gesamten Bevölkerung Österreichs ansässig ist.
Der Rest verteilt sich vorwiegend auf die übrigen Ballungszentren, in denen ihr Anteil zwischen 10 und 20 % ausmacht. In einigen ländlichen Regionen liegt der Anteil der Migranten und Migrantinnen zwischen 0 und 5 %. In den vergangenen Jahren wurde pro Jahr an etwa 30.000 - 40.000 Menschen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen.
Prognose
Laut Prognosen der Statistik Austria, dem statistischen Amt der Republik Österreich, halten sich Geburten und Sterbefälle in Österreich noch für etwa 20 Jahre die Waage, danach werden die Geburten- voraussichtlich unter den Sterbezahlen liegen, was zu einem höheren Altersdurchschnitt führen wird. Durch Zuwanderung kann die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 auf rund 9 Millionen anwachsen und das Geburtendefizit teilweise ausgeglichen werden. Nur in Wien, als einzigem der neun Bundesländer, wird der Altersdurschnitt niedriger und das Bevölkerungswachstum höher als im Bundesdurchschnitt sein; bis 2050 kann Wien demnach wieder zur Zweimillionenstadt werden. Als Grund führt Statistik Austria an, dass die Geburtenraten höher liegen und rund 40% der Immigration nach Österreich auf die Bundeshauptstadt entfallen.
Religion
73,6 % der einheimischen Bevölkerung bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben und 4,7 % zum Protestantismus (überwiegend Augsburger Bekenntnis). Etwa 12 % der Bevölkerung gehören keiner Kirche oder Glaubensgemeinschaft an, die israelitische Kultusgemeinde zählt etwa 7.300 Mitglieder. Zum Buddhismus, der in Österreich 1983 als Religionsgemeinschaft anerkannt wurde, bekennen sich etwas über 10.000 Menschen. Etwa 20.000 sind aktive Mitglieder der Zeugen Jehovas. Von den zugewanderten Personen sind etwa 180.000 Mitglieder christlich-orthodoxer Kirchen, und rund 350.000 Menschen Mitglieder verschiedener muslimischer Religionsgemeinschaften (August 2005).
Siehe auch: Geschichte des Christentums in Österreich, Anerkannte Religionen in Österreich, Baptisten in Österreich, Buddhismus in Österreich, Religionsfreiheit in Österreich
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Österreichs
Franken- und Ostfrankenreich
Weite Gebiete des heutigen Österreich gehörten im späten 8. Jahrhundert zum bayrischen Stammesherzogtum im fränkischen Reich Karls des Großen.
Im folgenden Ostfrankenreich, in der Region des heutigen Niederösterreich, war seit 856 eine Marchia Orientalis den Karolingern unterstellt. Diese Grenzmark im Südosten des Reiches wurde zur Keimzelle des späteren Österreich. Dieses Gebiet ging 907 allerdings an die Ungarn verloren. Erst nach der Schlacht auf dem Lechfeld 955 konnte das ostfränkische Reich wieder nach Osten expandieren und es entstanden neue Herzogtümer und Markgrafschaften. Damit begann auch eine weitere Welle bajuwarischer (bayerischer) Siedlungstätigkeit.
Heiliges Römisches Reich (HRR) (962 - 1806)
955
Im Jahr 976 wurde die Marchia Orientalis von Kaiser Otto II. einem Babenberger-Grafen übereignet. In einer Urkunde von 996 wurde diese Marchia Orientalis erstmals Ostarrichi genannt; Aussprache und Schreibweise wandelten sich später zu Österreich. Das Gebiet wurde auch als Ostland (lat. Austria) oder Osterland bekannt und 1156 von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) zu einem Herzogtum erhoben.
Den Babenbergern folgten ab 1278 die Habsburger, die bis 1526 ihr Herrschaftsgebiet weiter ausdehnten und ein Erzherzogtum schufen, das ein bedeutender Faktor im Heiligen Römischen Reich wurde. Schon die späten Babenberger hatten die Steiermark mit Österreich verbinden können, die Habsburger schufen davon ausgehend mit der Erwerbung Kärntens, Tirols, Krains und anderer Gebiete einen Länderkomplex in den Ostalpen, der Herrschaft zu Österreich genannt wurde. Ab 1438 besaß das Fürstenhaus fast durchgehend die römisch-deutsche Königs- und die damit verbundene Kaiserwürde.
Vom späten 15. Jahrhundert bis 1690 waren die habsburger Länder von ständigen militärischen Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich geprägt. Die Reformation der Kirche konnte sich anfangs schnell durchsetzen, wurde aber im Laufe des 17. Jahrhunderts zurückgedrängt. 1713 wurde mit der Pragmatischen Sanktion erstmals ein für alle Länder gleichermaßen gültiges Grundgesetz in Kraft gesetzt. Im Österreichischen Erbfolgekrieg konnte das neue Haus Habsburg-Lothringen die Erbländer großteils für sich behaupten.
Die Kriege gegen Napoleon und seine Kaiserkrönung führten 1804 dazu, dass Kaiser Franz II. den Titel als Kaiser Franz I. von Österreich für seine Erbländer annahm und 1806 unter dem Druck Napoleons auf die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verzichtete.
Kaisertum Österreich (1804 – 1867); Österreich-Ungarn (1867 - 1918)
Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
Das neue Kaiserreich Österreich war ein Vielvölkerstaat und reichte von Böhmen und Mähren über die heutige Republik hinweg weiter über Ungarn bis tief in den Balkan hinein. 1815 erhielt Österreich den Vorsitz im Deutschen Bund.
Mit der Niederschlagung der Märzrevolution 1848 sicherte sich das Kaiserreich sein Überleben. Auch der ungarische Aufstand gegen die österreichische Vorherrschaft wurde niedergerungen. Der Krieg des Deutschen Bundes unter dem Vorsitz Österreichs gegen Preußen (Deutscher Krieg) führte 1866 nach dem Sieg Moltkes bei Königgrätz zur Auflösung des Bundes der deutschen Staaten.
1867 wurde im Zuge des Ausgleiches eine österreich-ungarische Doppelmonarchie unter der Herrschaft vom österreichischen Kaiser Franz Joseph I. geformt, der zugleich als König von Ungarn galt und über 40 Jahre an der Macht bleiben sollte. Da hierbei die Forderungen der „K.u.k.”-Völker nach mehr Selbstständigkeit außer Acht gelassen wurden spitzten sich die
Nationalitätenprobleme zu und trieben das Reich an den Rand der Unregierbarkeit. Ausgelöst vom Attentat von Sarajevo und weitergetrieben von den europäischen Beistandspakten begann 1914 der erste Weltkrieg, der 1918 zum Ende der „kaiserlich-königlichen Monarchie” führte.
I. Republik (1918 – 1938) und Drittes Reich (1938 – 1945)
Österreich-Ungarn wurde aufgelöst. Auf dem vorwiegend von Menschen mit deutscher Muttersprache bewohnten Gebiet der Doppelmonarchie entstand die Republik „Deutschösterreich”, wobei einige Gebiete, in welchen ebenfalls eine große Bevölkerungszahl vorwiegend Deutsch sprach (z.B.: Egerland, Südmähren, Südtirol) abgetrennt wurden. Im Vertrag von Saint-Germain wurde dieser Staatsname „Deutschösterreich” und der von vielen angestrebte Zusammenschluss mit der neuen Deutschen Republik untersagt. Am 21. Oktober 1919 wurde der Name in „Republik Österreich“ geändert und 1920 die neue österreichische Verfassung beschlossen. In den folgenden Jahren führten die schlechte Wirtschaftslage und politische Auseinandersetzungen Österreich immer tiefer in eine Krise die schließlich im Bürgerkrieg (1934) gipfelte.
Nachdem Bundeskanzler Engelbert Dollfuß 1933 den Nationalrat aufgelöst hatte, wurde in Österreich eine austrofaschistische Diktatur in Form eines autoritären Ständestaates etabliert. 1938 erfolgte der Anschluss an das Deutsche Reich. Der gebürtige Österreicher Adolf Hitler führte nach seinem beruflichen Scheitern in seinem Heimatland und seiner politischen Karriere in Deutschland Österreich in die nationalsozialistische Willkürherrschaft und ließ in der Folge alle Hinweise auf eine Eigenständigkeit des Landes tilgen. Österreich wurde in „Ostmark” und bald danach in „Donau- und Alpengaue” umbenannt. Der 1939 von ihm entfesselte Zweite Weltkrieg führte schließlich zum Untergang des „Dritten Reiches“.
II. Republik (ab 1945)
Dritten Reiches
Mit dem Kriegsende 1945, der Niederlage des Großdeutschen Reiches und der Befreiung von der Herrschaft Hitlers und der Nationalsozialisten, wurde von den Siegermächten ein Staat Österreich wiederhergestellt. Bereits am 27. April trat eine provisorische Staatsregierung mit Karl Renner als Staatskanzler zusammen und proklamierte die Wiedererrichtung der Republik. Nach Renners Tod wurde Theodor Körner als Kandidat der SPÖ am 27. Mai 1951 zum Bundespräsidenten gewählt. Dies war die erste Volkswahl des Staatsoberhauptes in der Österreichischen Geschichte überhaupt.
Bis 1955 war das neue Österreich, wie auch Deutschland, in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Erst mit der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags durch die Bundesregierung und Vertreter der Siegermächte am 15. Mai 1955, und damit dem Bekenntnis zur Neutralität und der Verpflichtung keinen neuen Anschluss anzustreben, erlangte die Republik ihre volle Souveränität.
Bis zum 25. Oktober 1955 verließen die letzten alliierten Truppen das Land. Tags darauf wurde die „immerwährende Neutralität” im Nationalrat in Form eines Verfassungsgesetzes festgeschrieben. Seit 1965 ist der 26. Oktober, in Erinnerung an den Beschluss der Neutralität, österreichischer Nationalfeiertag.
1960 war die Republik Mitbegründer der EFTA, die einen Wirtschaftszusammenhalt anstrebte. Bedingt durch die Neutralität konnten sowohl mit den westlichen Ländern als auch mit den damaligen Ostblockländern gute kulturelle und wirtschaftliche Bande geknüpft werden, was dem Land in der Zeit des Wiederaufbaues noch lange half. Nach dem Ende des Kalten Krieges 1991 wurde die strikte Neutralitätspolitik zwar gelockert, aber die angemessene Interpretation der Neutralität in der geänderten Weltordnung ist seitdem ein umstrittenes innenpolitisches Thema. 1995 trat Österreich der Europäischen Union (EU) bei. 1999 schaffte es seine bisherige Währung, den Schilling ab und führte zusammen mit anderen EU-Staaten den Euro ein.
Politik
Hauptartikel: Politisches System Österreichs
Siehe auch: Politische Parteien in Österreich, Endogene Regionalentwicklung, Bundesverfassung (Österreich)
System
Österreich ist nach der Bundesverfassung von 1920, die 1945 wieder eingeführt wurde, eine föderale, parlamentarisch-demokratische Republik, bestehend aus neun Bundesländern. Staatsoberhaupt ist ein Bundespräsident, der für 6 Jahre direkt von der Bevölkerung gewählt wird. "Regierungschef" und Vorsitzender der Bundesregierung ist ein Bundeskanzler, der vom Bundespräsidenten de facto entsprechend den Mehrheitsverhältnissen im Nationalrat ernannt wird. Die Bundesregierung kann durch ein Misstrauensvotum des Nationalrates abberufen werden.
Institutionen
Das österreichische Parlament besteht aus zwei Kammern. Die Zusammensetzung des Nationalrates mit seinen 183 Mitgliedern wird alle 4 Jahre durch freie und allgemeine Bürgerwahlen bestimmt. Eine 4-Prozent-Hürde verhindert eine zu große Zersplitterung der Parteienlandschaft im Nationalrat. Der Bundesrat wird von den einzelnen Landtagen (Parlamente der Bundesländer) beschickt. Der Nationalrat ist die dominierende Kammer in der österreichischen Gesetzgebung. Der Bundesrat besitzt in den überwiegenden Fällen nur ein aufschiebendes Vetorecht, das durch einen Beharrungsbeschluss des Nationalrates außer Kraft gesetzt werden kann. Vom 1. Juli 2003 bis 31. Jänner 2005 tagte ein Verfassungskonvent ("Österreich-Konvent") unter Franz Fiedler, der Vorschläge für eine Reform der österreichischen Bundesverfassung erarbeitete. Dabei kam man aber nicht zu einer einheitlichen Meinung über die zukünftige Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern. Diese muss in Verhandlungen der verschiedenen politischen Ebenen ausgearbeitet werden.
Politische Parteien
Hauptartikel: Politische Parteien in Österreich.
Seit der Gründung der Republik Österreich wird die Politik von zwei großen Parteien, der christlich-konservativen Volkspartei ÖVP (vor dem 2. Weltkrieg unter dem Namen Christlichsoziale Partei) sowie der sozialdemokratischen SPÖ (vorher Sozialdemokratische Arbeiterpartei Österreichs), geprägt. Beide entstanden schon während der Monarchie und erlebten jeweils nach dem 2. Weltkrieg eine Neugründung, der eine intensivierte Zusammenarbeit folgte. Die positiven Auswirkungen dieser Kooperation wurde unter dem Begriff der Sozialpartnerschaft, die negativen als Parteipolitischer Proporz bekannt. Drittes, allerdings wesentlich kleineres, parteipolitisches Kontinuum ist das deutschnationale Lager, welches sich in der ersten Republik vor allem in der Großdeutschen Volkspartei, danach in der FPÖ, der Freiheitlichen Partei Österreichs, sammelte. In den ersten Jahren der zweiten Republik spielte auch die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) ein Rolle in der Politik des Landes, seit den 60er Jahren ist sie jedoch als Kleinstpartei auf Bundesebene relativ bedeutungslos. Bei regionalen Wahlen, wie zB. in Graz, erreicht sie aber auch heute noch nennenswerte Stimmanteile.
In den 80er-Jahren brach das starre, manchmal auch als hyperstabil bezeichnete Parteiensystem (mit einer der höchsten Dichte an Pateimitgliedern weltweit) auf. Einerseits durch den Eintritt der Grünen Partei auf dem linken Parteienspektrum, andererseits durch die Forcierung der FPÖ als rechtspopulistische Partei. Von der bis zum Regierungseintritt im Jahr 2000 stark wachsenden Partei spaltete sich 1993 das Liberale Forum ab, das allerdings bald wieder von der politischen Bühne verschwinden sollte. Im Jahr 2005 erlebte die FPÖ mit der Gründung des BZÖ ihre zweite Spaltung.
Derzeit besteht die Bundesregierung aus einer Koalition zwischen ÖVP und BZÖ unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Vizekanzler ist derzeit Hubert Gorbach.
Rechtswesen
Die zentrale Privatrechtskodifikation Österreichs, das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch 1811 (ABGB), ist eine Naturrechtskodifikation, die 1914-1916 unter Einfluss der Historischen Rechtsschule tiefgreifend novelliert wurde. Weit reichende Änderungen erfolgten dann erst wieder ab 1970, insbesondere im Familienrecht. Große Bereiche des Privatrechts sind allerdings außerhalb des ABGB geregelt, wobei viele dieser Sondergesetze im Zuge des "Anschlusses" 1938 aus Deutschland in Österreich eingeführt wurden und nach 1945 in gegebenenfalls entnazifierter Fassung in Österreich beibehalten wurden; so etwa das Ehegesetz (EheG), das Handelsgesetzbuch (HGB) und das Aktiengesetz (AktG).
Auch das Verfassungsrecht ist zersplittert, da es - im Gegensatz etwa zum deutschen Grundgesetz - kein Inkorporationsgebot gibt, wonach Verfassungsbestimmungen nur in den Text der Verfassungsurkunde aufgenommen werden dürfen. Als solche kann das Bundesverfassungsgesetz vom 1. Oktober 1920 angesehen werden, welches sozusagen den "Kern" des Bundesverfassungsrechts enthält; daneben bestehen jedoch mehr als 1.300 (!) Verfassungsgesetze und Verfassungsbestimmungen in einfachen Gesetzen sowie Staatsverträge im Verfassungsrang. Als die wichtigsten sind das Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger vom 21. Dezember 1867, das Finanz-Verfassungsgesetz vom 21. Jänner 1948, das Neutralitätsgesetz vom 26. Oktober 1955 sowie die Europäische Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 zu nennen.
Das Strafrecht ist in einer modernen Kodifikation, dem Strafgesetzbuch vom 23. Jänner 1974, geregelt. Es kennt außer Strafen auch "vorbeugende Maßnahmen" (= Unterbringung von geistig abnormen, entwöhnungsbedürftigen oder potentiell rückfälligen Tätern in entsprechende Anstalten), beide dürfen nur wegen einer Tat verhängt werden, die schon zur Zeit ihrer Begehung mit Strafe bedroht war (Nulla poena sine lege, § 1 StGB). Die Todesstrafe ist im ordentlichen Verfahren seit 1950, im außerordentlichen Verfahren seit 1968 abgeschafft.
Die Gerichtsbarkeit wird in Zivilrechts- und Strafrechtssachen von Bezirksgerichten, Landesgerichten, Oberlandesgerichten und dem Obersten Gerichtshof als höchste Instanz wahrgenommen. Die Gerichtsbarkeit des öffentlichen Rechts wird vom Verwaltungsgerichtshof und vom Verfassungsgerichtshof wahrgenommen.
siehe auch: Gerichtsorganisation in Österreich
Militärische Landesverteidigung
Hauptartikel: Österreichisches Bundesheer.
Die militärische Landesverteidung fußt auf einer allgemeinen Wehrpflicht aller männlichen Staatsbürger im Alter von 17 - 50 Jahren. Frauen können einen freiwilligen Wehrdienst ableisten. Das Bundesheer besteht aus ca. 35.000 Mann im Präsenzstand und ca. 75.000 Mann der Miliz. Der Präsenzdienst dauert bisher acht Monate und ab 1. Jänner 2006 sechs Monate. Bis zum Jahr 2009 wird voraussichtlich die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft und durch ein Berufsheer ersetzt.
Die Hauptaufgaben des Bundesheeres sind:
- Militärische Landesverteidigung
- Schutz der verfassungsmäßigen Einrichtungen sowie der demokratischen Freiheiten der Bürger
- Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit im Inneren
- Hilfeleistung bei Elementarereignissen und Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfanges
- Hilfeleistung im Ausland
Wehrpflichtige, die einen Wehrdienst aus Gewissensgründen ablehnen, können einen Zivildienst ableisten. Dieser dauert zwölf Monate und ab 1. Jänner 2006 neun Monate.
Staatsverschuldung
Die Verschuldung des Gesamtstaates einschl. Parafisken wird 2005 ihren bisher höchsten Stand mit 154,86 Mrd. EUR erreichen, danach sollen die Schulden über 154,500 (2006) auf 154,200 Mrd. EUR (2007) zurückgeführt werden. Die Schuldenstandsquote wird für 2005 mit 63,3% veranschlagt (durch die Revision der VGR (Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung) fällt der Quotient niedriger aus als bisher). 1995 - im Jahre des EU-Beitritts - lag sie noch bei 69,2%.
Das Maastricht-Ziel eines Schuldenstands von höchstens 60% des BIP hatte Österreich zuletzt - vor dem Beitritt zur EU - 1992 erreicht.
Bundeshaushalt
Der Bundeshaushalt 2005 sieht bei Ausgaben in Höhe von 64,001 Mrd. EUR Einnahmen von 58,866 Mrd. EUR vor, so dass sich ein Defizit in Höhe von 5,135 Mrd. EUR oder 2,1% des BIP ergibt.
Infrastruktur
Verkehr
Die Verkehrsinfrastruktur ist geprägt einerseits durch die Lage in den Alpen und andererseits durch die zentrale Lage in Mitteleuropa. Dies gilt für Straßen- und Bahnverbindungen gleichermaßen. Die logistische Erschließung der Alpen erfordert viele Tunnel- und Brückenbauten, die extremen Witterungsbedingungen standhalten müssen. Durch die zentrale Lage gilt Österreich als typisches Transitland, vor allem in Nord-Süd- und Nord-Südost-Richtung, durch die Öffnung des Eisernen Vorhangs auch in Ost-Westrichtung. Das bedeutet aber oft eine wesentlich größere Dimensionierung der Verkehrswege, auch in ökologisch sensiblen Gebieten, was oft zu Widerständen der Bevölkerung führt.
Um diese Gratwanderung zwischen Ökonomie und Ökologie zu bewältigen, sind oft Maßnahmen notwendig, welche dem Land eine Vorreiterrolle im Umweltschutz gebracht haben, vor allem am Kraftfahrzeugsektor. Es wurde in der Alpenrepublik beispielsweise vergleichsweise früh gesetzlich vorgeschrieben, in jedem Kraftfahrzeug einen Katalysator einzubauen. Ebenso wurden auf bestimmten Strecken nur Lärmarme LKW zugelassen. Durch verschiedene Deregulierungen fühlen sich die Bewohner jedoch in bestimmten Regionen, wie im Inntal, von den verkehrsregelnden Institutionen auf nationaler und internationaler Ebene, vor allem von der EU, im Stich gelassen.
Straßenverkehr
Das österreichische Straßennetz umfasst derzeit:
- 2.000 km Autobahnen und Schnellstraßen
- 10.000 km Straßen mit Vorrang (früher Bundesstraßen)
- 24.000 km Landesstraßen
- 70.000 km Gemeindestraßen
Das Straßennetz ist großteils in öffentlicher Hand, wobei auf Autobahnen und Schnellstraßen die PKWs mit so genannten Mautvignetten und die LKWs kilometerabhängig durch die ASFINAG bemautet werden.
Siehe: Straßensystem in Österreich, Liste der Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich, Liste der österreichischen Kfz-Kennzeichen
Schienenverkehr
Liste der österreichischen Kfz-Kennzeichen
Der größte Teil der Eisenbahnstrecken wird durch die Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) betrieben. Ein geringerer Teil wird durch Privatbahnen, die aber auch teilweise im Besitz der Bundesländer sind, befahren.
S-Bahnen gibt es derzeit nur in der Hauptstadtregion Wien und in Salzburg. Weitere S-Bahn Systeme sind für die Städte Graz, Linz und Innsbruck geplant.
Die einzige U-Bahn Österreichs befindet sich in Wien. Des weiteren besitzt die Linzer Straßenbahn einige unterirdische Stationen.
Straßenbahnverkehr gibt es in den Städten Wien, Graz, Linz, Innsbruck und Gmunden.
Schiffsverkehr
Der Personenschiffsverkehr dient hauptsächlich dem Tourismus und findet sowohl auf der Donau, als auch auf den größeren Seen statt. Meist werden die Gewässer nur im Sommerhalbjahr befahren. Im Güterverkehr wird nur die Donau genutzt, die durch den Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals wesentlich aufgewertet wurde und so viel Transitverkehr von der Nordsee bis ans Schwarze Meer aufnehmen kann. Hauptsächlich werden Schüttgüter befördert. Die wichtigsten Häfen sind Linz, Krems und Wien.
Flugverkehr
Die größte nationale Fluggesellschaft ist die Austrian-Gruppe (Austrian Airlines, Lauda Air, Austrian Arrows). Mit FlyNiki besitzt Österreich seit 2003 auch eine Billigflugairline. Wichtigster Flughafen ist der Flughafen Wien-Schwechat, daneben sind Graz, Linz, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck internationale Anbindungen.
Energieversorgung
Hauptartikel: Energieversorgung in Österreich
Energieversorgung in Österreich
Elektrische Energie
Die Elektrische Energie wird zum größten Teil aus Wasserkraft, sowohl aus Laufkraftwerken an der Donau, der Enns, Drau und vielen kleineren, als auch aus Pumpspeicherkraftwerken, wie Kraftwerk Kaprun oder Maltakraftwerke hergestellt. Zur Deckung von Spitzenstrom werden auch Gaskraftwerke betrieben.
Strom aus Atomkraftwerken wird auf Grund des Atomsperrgesetzes nicht hergestellt. Das einzige Kernkraftwerk wurde zwar in Zwentendorf errichtet, ging aber nach einer Volksabstimmung 1978 nie in Betrieb.
Die Verteilung erfolgt hauptsächlich durch neun Landesgesellschaften, die auch die letzte Meile zum Endverbraucher haben. Daneben gibt es einige kleinere Versorger, die meist auch im Besitz der öffentlichen Hand sind.
Gasversorgung
letzte Meile
Bei der Erdgasversorgung ist Österreich weitgehend vom Ausland abhängig. Traditionellerweise ist die Hauptversorgung aus Russland. Verhältnismäßig kleine Erdgaslager befinden sich im Marchfeld und Weinviertel, wo sich auch unterirdische Pufferspeicher als Sicherheitslager befinden.
Die Verteilung erfolgt ebenfalls über neun Landesgesellschaften.
Ölversorgung
Dasselbe gilt für das Erdöl. Hauptimportland ist dabei Libyen. Die größte Raffinerie befindet sich in Schwechat und wird von der OMV AG betrieben.
Rechtliche und soziale Infrastruktur
Schule und Ausbildung
Siehe: Schulsystem in Österreich, Liste bedeutender Österreicher, Österreichische Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen, Schülerzeitung
Notrufdienste
Polizei
Österreichweit wurde 2005 die für ländliche Gebiete zuständige Bundesgendarmerie mit den in den Städten vorhandenen Bundessicherheitswachekorps und Kriminalbeamtenkorps zum neuen Wachkörper Bundespolizei zusammengelegt. Dadurch wurde versucht, Zweigleisigkeiten in der Organisation zu beseitigen und die Effizienz zu erhöhen. Der Beweis dieses Anspruchs konnte bis dato nicht erbracht werden.
Feuerwehr
Das österreichische Feuerwehrensystem basiert fast vollständig auf Freiwilligen Feuerwehren. Nur in den sechs größten Städten wird der Brandschutz von Berufsfeuerwehren wahrgenommen.
Hauptartikel:Feuerwehr in Österreich
Rettungsdienst
Bei Unfällen mit Verletzten wird in Österreich die Rettung informiert. Vor allem in den ländlichen Gebieten übernimmt das Österreichische Rote Kreuz den Rettungsdient. Daneben unterhalten andere Hilfsorganisationen wie des ASBÖ oder die Johanniter Rettungswachen. In Wien teilen sich die städtische Wiener Rettung und die Hilfsorganisationen die Aufgabe. Rettungshubschrauber spielen eine sehr wichtige Rolle im österreichischen Rettungsdienst. Das Land dürfte über die größte Dichte an Rettungshubschraubern weltweit verfügen. Flächendeckend stellt der Christophorus Flugrettungsverein des ÖAMTC 16 Hubschrauber. Daneben sind vor allem in den Tourismus-Regionen mehrere private Anbieter tätig. Siehe auch Luftrettung.
Wetterdienst
Wetterstationen befinden sich übers ganze Land verteilt, in größeren Städten und in allen Landeshauptstädten. Die nationale Einrichtung für meteorologische und geophysikalische Dienste ist die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) mit mehreren Zweigstellen in den Bundesländern. Die aktuellen Wetterdaten und Wetterentwicklungen lassen sich, auf Internetseiten gesammelt, für viele Orte abrufen und außerdem über Radio und Fernsehen verfolgen. In Zukunft soll außerdem ein zuverlässiger Unwetterwarndienst im Internet angeboten werden. Zusätzlich gibt es noch die Flugwetterdienste oder spezielle Systeme, wie das Blitzortungssystem ALDIS, die auch mit der ZAMG zusammenarbeiten und Daten austauschen.
Medien
Hauptartikel: Medien in Österreich
Wirtschaft
Hauptartikel: Österreichische Wirtschaft
In Österreich waren 2001 3.420.788 Personen in 396.288 Arbeitsstätten beschäftigt. Die größte Börse in Österreich ist die Wiener Börse, dessen größter Index der ATX ist.
Land- und Forstwirtschaft
Österreich hat eine sehr kleinstrukturierte Landwirtsch
SillDie Sill ist ein rechter Nebenfluss des Inn in Tirol, Österreich mit einer Länge von 35 km.
Sie entspringt östlich des Brennerpasses, fließt durch den Nordtiroler Teil des Wipptales, unterhalb des Bergisel in der Sillschlucht und mündet im Stadtgebiet von Innsbruck in den Inn.
Das natürliche Einzugsgebiet beträgt 854,4 km², davon sind 31,6 km² vergletschert.
Die Wasserkraft wird für drei Elektrizitätswerke genutzt: das Brennerwerk, das obere und untere Sillwerk.
Gemeinden an der Sill:
- Gries am Brenner
- Steinach am Brenner
- Mühlbachl
- Matrei am Brenner
- Pfons
- Innsbruck
rechte Nebenflüsse:
- Schmirnbach
- Valser Bach
- Navisbach
- Viggarbach
- Viller Bach
linke Nebenflüsse:
- Seebach
- Gschnitzbach
- Ruetz
Kategorie:Fluss in Österreich
Kategorie:Fluss in Tirol
Wipptal
Das Wipptal verläuft von Innsbruck entlang der Sill Richtung Süden, überschreitet am Brenner (1.374 m) seinen höchsten Punkt und führt in Südtirol entlang des Eisacks als südliches Wipptal über Sterzing bis nach Franzensfeste.
Durch das Wipptal führt die Brennerautobahn mit ihrem markantesten Bauwerk, der Europabrücke. Die Brennerautobahn (A13 nördlich des Brenners, A22 südlich davon) ist die wichtigste und meistbefahrene Nord-Süd-Querung der Alpen und liegt auf der Strecke München-Verona. Die Bewohner des Wipptales klagen seit Jahren über die Verkehrsbelastung.
Die Bezeichnung geht allem Anschein nach auf die römische Siedlung Vipitenum zurück. Nach dieser Siedlung wurde die Stadt Sterzing auf Italienisch Vipiteno genannt.
Kategorie:Tal in Nordtirol
Kategorie:Südtirol
SiedlungEine Siedlung ist ein Ort, wo Menschen in Gebäuden zum Zwecke des Wohnens und Arbeitens zusammen leben. Dazu gehören Baulichkeiten der Wirtschaft, Kultur, des Sozialwesens und Verkehrswesens.
Beispiele von Siedlungen
westliche Welt
- Anliegesiedlung
- Arbeitersiedlung
- Arbeitslosensiedlung
- Dorf
- Einfamilienhaussiedlung
- Eisenbahnsiedlung
- Einödhof
- Flecken
- Gewerbegebiet
- Historische Siedlung
- Hofgruppe
- Mittelpunktsiedlung
- Neubaugebiet
- Ökologische / Nachhaltige Siedlung, siehe: Ökosiedlung
- Reformsiedlung
- Schrebergartenkolonie
- Stadt
- Weiler
- Israelische Siedlung
Afrika
- Kral
Amerika
- Pueblo
Siehe auch
- Wohnplatz
Weblinks
- [http://www.schlumpfhausen.info/ Eine Salzburger Siedlung]
- http://www.lausitzer-bergbau.de/historisch/Arbeiterwohnen1.htm
Kategorie:Städtebau
Kategorie:Humangeographie
Eisenzeit
Die Eisenzeit ist nach der Steinzeit und der Bronzezeit die dritte Periode der Menschheitsgeschichte. In dieser Zeit begann man, Eisen für Werkzeuge und Waffen zu verwenden. Auf die Eisenzeit folgt – je nach Kulturkreis – die Antike oder die Völkerwanderungszeit.
Je nachdem, ob bereits die Schrift entwickelt wurde, fällt der Anfang der Eisenverhüttung und -bearbeitung in die Vorgeschichte (z. B. Mittel- und Nordeuropa) oder Frühgeschichte (Mittelmeerraum, Vorderer Orient, China, Indien). Während der Eisenzeit begannen Menschen in vielen Regionen damit, schriftliche Dokumente zu hinterlassen. Die Eisenzeit gilt daher vielerorts als Endpunkt der Vorgeschichte, da der Gebrauch des Schrifttums den Übergang zur Frühgeschichte markiert.
Mitteleuropa
Frühgeschichte, England]]
In Mitteleuropa beginnt die Eisenzeit im 8. Jahrhundert v. Chr. Sie wird unterteilt in
- Frühe oder Ältere Vorrömische Eisenzeit (800–450 v. Chr.), die Hallstattzeit,
- Späte oder Jüngere Vorrömische Eisenzeit (450–30/15 v. Chr.), die La-Tène-Zeit,
- Römische Kaiserzeit (nördlich und östlich des Limes, die Germania Magna).
Einige wichtige archäologische Fundstätten:
- der frühkeltische Fürstensitz auf der Heuneburg (Baden-Württemberg)
- das keltische Oppidum von Manching (Bayern)
- Grabfunde in Kleinbasel,
- Grabhügel in der Hard,
- das Dorf Biskupin im heutigen Polen,
- Hallstatt in Österreich,
- der Neuenburger Vorort La Tène.
Siehe auch: Portal:Vor- und Frühgeschichte - Dreiperiodensystem. In der Eisenzeit wurde viel neuer Schmuck hergestellt wie z.B. Armreifen, Ringe und kunstvolle Ketten
Weblinks
- [http://www.archaeologie-online.de/links/154/157/index.php Weblinks zur Eisenzeit] bei http://www.archaeologie-online.de.
- [http://www.porta-praehistorica.de Porta praehistorica et antiqua]. In diesem Diskussionsforum werden Fragen zur Lebensweise, Kleidung, Ernährung und Kultur der Menschen in der Ur- und Frühgeschichte und der Antike behandelt.
-
- [http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_761578781_1/Eisenzeit.html Eisenzeit]. Enzyklopädieartikel aus MSN Encarta.
- [http://www.landschaftsmuseum.de/seiten/lexikon/hallstattzeit.htm Hallstattzeit]. Im Landschaftsmuseum auf der Plassenburg ob Kulmbach werden auch viele Funde aus der Hallstattzeit gezeigt.
- [http://www.spuren-der-jahrtausende.de Die Ausgrabungen von Manching]
Kategorie:Zeitalter
ja:鉄器時代
ko:철기 시대
simple:Iron Age
Brennerautobahn
Die österreichische Brennerautobahn (A 13) wurde in den 1960er-Jahren gebaut und war eine der ersten Gebirgsautobahnen der Welt.
Allgemeines
Das wichtigste - und geologisch schwierigste - Teilstück der europäischen Autobahn von München nach Verona beginnt beim Knoten Innsbruck und führt zum Brennerpass (eigentl. "Brenner"), der mit einer Seehöhe von ca. 1.350 m der niedrigste und schon von den Römern vielbenützte Pass über den Alpenhauptkamm ist. Er bildet heute die Grenze zwischen Tirol und Südtirol/Italien, deren Verlauf großteils den Kämmen der Tiroler Hochgebirge folgt.
Die Brenner-Autobahn ist auf dem Großteil der Strecke Innsbruck - Brenner - Verona mit Kriechspuren ausgestattet, wenn die Steigung über 3 % beträgt. Vergleichbare Strecken z. B. in der Schweiz haben diesen als optimal angesehenen Grenzwert erst später aufgegriffen.
Brücken der Brennerautobahn
Die Brücken der Brennerautobahn A 13 von Norden nach Süden:
- Europabrücke (815 m lang, Bauzeit 1960 bis 1963) ist mit 190 m Höhe die zweithöchste Brücke Europas
- Gschnitztalbrücke (674 m)
- Erste Nößlachbrücke (340 m)
- Zweite Nößlachbrücke (202 m)
- Obernberg (458 m)
- Luegbrücke (1.804 m): eine lange und technisch komplizierte Hangbrücke über einem Rutschhang, der 30 bis 50° steil ist und auch Wildbachverbauungen aufweist. Die Spannbeton- und Stahltragwerke der Brücke (36-72 m lang) sind gelenkig verbunden und wurden 2002 generalsaniert.
Kategorie:Straßenverkehr
Kategorie:Verkehrsbauwerk
1809
- 13. April: Die Franzosen kapitulieren vor Andreas Hofer am Bergisel (Tirol)
- 5.–6. Juli: Schlacht bei Wagram
- 21.–22. Mai: Schlacht bei Aspern
- 16. August: Auf Initiative Wilhelm von Humboldts wird die Berliner Humboldt-Universität gegründet
- 14. Oktober: Friede von Schönbrunn
- Finnland. Der russische Zar Alexander I. erobert ganz Finnland
- Sprengung der Burg Theben durch Napoleonische Truppen
Kultur
- 30. November: Uraufführung der Oper Pimmalione von Luigi Cherubini in Paris
- 4. Januar: Louis Braille, Erfinder der Blindenschrift (Brailleschrift) († 1852)
- 13. Januar: Friedrich Ferdinand von Beust, österreichischer Politiker († 1886)
- 15. Januar: Pierre Joseph Proudhon, französischer Ökonom, Soziologe und Anarchist († 1865)
- 19. Januar: Edgar Allan Poe, US-amerikanischer Schriftsteller († 1849)
- 3. Februar: Felix Mendelssohn Bartholdy, deutscher Komponist († 1847)
- 7. Februar: Frederik Paludan-Müller, dänischer Schriftsteller († 1876)
- 11. Februar: Karl Bodmer, Schweizer Maler († 1893)
- 12. Februar: Abraham Lincoln, 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika († 1865)
- 12. Februar: Charles Darwin, britischer Naturforscher († 1882)
- 7. März: Wladimir Iwanowitsch Istomin, russischer Marineoffizier († 1855)
- 9. März: Eliza Wille, Romanschriftstellerin
- 12. März: Gustav Werner, evangelischer Pfarrer und Gründer der gleichnamigen Stiftung († 1887)
- 15. März: Joseph Jenkins Roberts, Präsident von Liberia († 1876)
- 19. März: Fredrik Pacius, deutscher Komponist
- 19. März – Moritz Ludwig Seyffert, Philologe und Pädagoge († 1831)
- 20. März: Georg Varrentrapp, deutscher Mediziner († 1886)
- 21. März: Carl Gustav Friedrich Hasselbach, Oberbürgermeister von Magdeburg († 1882)
- 21. März: Jules Favre, französischer Politiker († 1880)
- 24. März: Joseph Liouville, französischer Mathematiker († 1882)
- 27. März: Georges-Eugène Baron Haussmann, französischer Stadtplaner († 1891)
- 1. April: Nikolai Wassiljewitsch Gogol, russischer Schriftsteller († 1852)
- 5. April: Karl Felix Halm, deutscher Altphilologe und Bibliothekar († 1882)
- 6. April: Friedrich Johannes Jacob Cölestin von Schwarzenberg, Erzbischof von Prag († 1885)
- 7. April: James Glaisher, englischer Meteorologe und Aeronaut († 1903)
- 19. April: August Emil Braun, deutscher Archäologe († 1856)
- 10. Mai: Peter Tunner, steirischer Bergbaupionier († 1897)
- 18. Mai: William Wilson, britischer Maschineningenieur († 1862)
- 23. Mai: Friedrich Christian Benedikt Avé-Lallemant, Kriminalist, Schriftsteller und Sprachforscher
- 13. Juni: Heinrich Hoffmann, deutscher Arzt und Schriftsteller († 1894)
- 27. Juni: François-Certain Canrobert, französischer General, Marschall von Frankreich († 1895)
- 22. Juli: Heinrich Proch, österreichischer Komponist († 1878)
- 29. Juli: Etienne Vacherot, französischer Gelehrter und Philosoph († 1897)
- 8. August: Alfred Tennyson, britischer Dichter († 1892)
- 12. August: William Huntington Russell, Mitbegründer der Yale-Geheimgesellschaft Skull and Bones († 1885)
- 19. August: Heinrich Abeken, deutscher Theologe und preußischer Beamter († 1872)
- 27. August: Hannibal Hamlin, US-Vizepräsident († 1891)
- 31. August: Oswald Heer, Schweizer Paläontologe, Botaniker und Entomologe († 1883)
- 4. September: Juliusz Slowacki, Polnischer Dichter († 1849)
- 5. September: Wilhelm von Breithaupt, deutscher Offizier († 1889)
- 9. September: Bruno Bauer, deutscher Philosoph, Bibelkritiker und Schriftsteller († 1882)
- 9. September: Jakob Fürchtegott Dielmann, Maler († 1885)
- 9. September: Johann Daniel Eschenburg, Senator der Freien und Hansestadt Lübeck († 1884)
- 12. September: Julius von Bose, preußischer General der Infanterie († 1894)
- 4. Oktober: Albrecht von Preußen, preußischer Prinz und General († 1872)
- 16. Oktober: Hermann Heinrich Meier, Geschäftsmann und Politiker († 1898)
- 23. Oktober: August Howaldt, Ingenieur, Konstrukteur, Erfinder, Unternehmer († 1883)
- 2. November: Georg Beseler, deutscher Jurist und Politiker († 1888)
- 10. November: Moriz Adolph Briegleb, deutscher Politiker († 1872)
- 22. November: Benedict Augustin Morel, französischer Psychiater († 1873)
- 29. November: Gabriel Ferry, Schriftsteller († 1852)
- 6. Dezember: Edmond Leboeuf, französischer General, Marschall von Frankreich († 1888)
- 24. Dezember: Kit Carson, US-amerikanischer Pionier († 1868)
- 29. Dezember: Albert Pike, Rechtsanwalt, General, Autor und Freimaurer († 1891)
- 29. Dezember: William Ewart Gladstone, britischer Politiker († 1898)
- 6. Februar: Francesco Azopardi, maltesischer Komponist ( - 1748)
- 14. Februar: Heinrich Franz, Graf von Rottenhan, gehört zu den Feudalen ( - 1738)
- 7. März: Johann Georg Albrechtsberger, österreichischer Musiktheoretiker und Komponist ( - 1736)
- 7. März: Jean-Pierre Blanchard, französischer Ballonfahrer ( - 1753)
- 16. April: Wassili Jakowlewitsch Tschitschagow, russischer Admiral und Polarforscher ( - 1726)
- 17. April: Johann Christian Kittel, deutscher Komponist und Organist ( - 1732)
- 31. Mai: Joseph Haydn, österreichischer Komponist ( - 1732)
- 31. Mai: Jean Lannes, französischer General und Marschall von Frankreich ( - 1769)
- 31. Mai: Ferdinand von Schill, preußischer Offizier, führte das Freikorps Schillsche Jäger ( - 1776)
- 4. Juni: Nicolai Abraham Abildgaard, dänischer Maler, Bildhauer und Architekt der Neoklassik ( - 1743)
- 8. Juni: Thomas Paine, US-amerikanischer Publizist ( - 1737)
- 13. August: Marc Antoine Berdolet, 1. Bischof von Aachen ( - 1740)
- 7. September: Rama I., König von Siam ( - 1736)
- 7. September: Caroline Böhmer-Schlegel-Schelling, Inspiratorin verschiedener Dichter der Romantik ( - 1763)
- 14. September: Johannes Karasek, Räuberhauptmann ( - 1764)
- 18. September: Gottfried Christoph Beireis, deutscher Arzt und Chemiker ( - 1730)
- 20. September: Simon Kramer, Kärntener Räuber; gilt als 'Robin Hood von Kärnten' ( - 1785)
- 24. September: August Ludwig Hülsen, deutscher Philosoph der Frühromantik ( - 1765)
- 11. Oktober: Meriwether Lewis, US-amerikanischer Soldat und Entdecker ( - 1774)
- 17. Oktober: Friedrich Stapß, deutscher Attentäter ( - 1792)
- 9. November: Paul Sandby, britischer Maler ( - 1725)
- Franz Ignaz Beck, deutscher Komponist ( - 1734)
ko:1809년
simple:1809
Schlacht am BergiselDie vier Schlachten am Bergisel waren Teil des Tiroler Freiheitskampfes unter Führung von Andreas Hofer, die gegen die napoleonischen Franzosen und ihre Verbündeten, die Bayern am Bergisel bei Innsbruck geführt wurden. Im Gegensatz zu heute bezeichnete man damals auch die Berghänge von der Sillschlucht bis zum Anstieg nach Natters als Bergisel.
Ausgangssituation
Ursache der Schlachten am Bergisel war die bayrische Herrschaft in Tirol, die unter anderem zur Aufhebung des Landlibell von 1511 (Missachtung der Tiroler Wehrverfassung) und massiven Eingriffen in das traditionelle religiöse Leben führten. Auslöser war die Zwangsaushebung von Rekruten in Axams im Zuge der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Anfang April 1809 erhob sich in ganz Tirol der "Landsturm". Der Kampf um Innsbruck entbrannte am 12. April 1809.
Erste Bergiselschlacht (25. Mai 1809)
In den Morgenstunden des 25. Mai traf ein etwa 5000 Mann starkes Bauernheer in Matrei ein und begann mit der Besetzung der Berghänge südlich von Innsbruck. Josef Speckbacher rückte vom Unterinntal mit etwa 1000 Schützen an, weiters wurden die Tiroler von rund 1200 Mann österreichischer Infanterie unterstützt, die über 5 Geschütze verfügten. Es kam bald zu Kämpfen auf breiter Front mit den knapp 5000 bayrischen Soldaten unter General Deroy, ohne daß jedoch die Tiroler unter Andreas Hofer einen genauen Schlachtplan hatten.
Die anbrechende Nacht und ein Gewitterregen verhinderten einer Entscheidung - die Bayern behaupteten die Talebene, die Tiroler die Berghänge.
Zweite Bergiselschlacht (29. Mai 1809)
Nach herbeigerufener Verstärkung ließ Andreas Hofer noch einmal angreifen. Die bayrischen Truppen erlitten große Verluste und mußten den Rückzug in das Unterinntal antreten.
Am 21. und 22. Mai wurde Napoleon in Aspern bei Wien und Eßlingen von der österreichischen Armee unter Erzherzog Karl geschlagen, konnte jedoch seinerseits die Österreicher am 5. und 6. Juli bei Wagram schlagen und sie zu einem am 12. Juli in Znaim unterzeichneten Waffenstillstand zwingen.
Dritte Bergiselschlacht (13. August 1809)
In der zweiten Julihälfte marschierte eine 25.000 Mann starke Armee auf Napoleons Befehl hin auf allen Seiten nach Tirol ein, der jedoch in Kämpfen um die Lienzer Klause, an der Ehrenberger Klause bei Reutte, an der Pontlatzer Brücke zwischen Landeck und Prutz und in der Eisackschlucht zwischen Sterzing und Brixen große Verluste zugefügt wurden.
Die Entscheidungsschlacht wurde am 13. August am Bergisel geschlagen. 15.000 bayerische, sächsische und französische Soldaten unter der Führung von General Levèbvre standen einem ebenso großen Tiroler Schützenaufgebot unter Andreas Hofer gegenüber. Levèbvre blieb nach einem Ruhetag nichts anderes mehr übrig, als am 15. August den Rückzug durch das Unterinntal anzutreten.
Andreas Hofer regierte das Land als Oberkommandant in der Hofburg.
Der im Oktober 1809 unterzeichnete Friede von Schönbrunn beinhaltete die endgültige Aufgabe der Tiroler Gebiete durch den Kaiser.
Vierte Bergiselschlacht (1. November 1809)
Noch am Tag des Friedensschlusses gab Napoleon den Befehl, Tirol zu unterwerfen. Mitte Oktober traten bayrische Truppen zum Sturm auf Tirol an, und bereits am 24. Oktober standen sie vor Innsbruck. Hofer hatte die Landeshauptstadt schon verlassen und zögerte mit einem neuerlichen Angriff.
Nach leichten Gefechten traten die Bayern am 1. November in der Früh zum Sturm auf den Bergisel an, und nach einem knapp zweistündigen Gefecht war die letzte Bergiselschlacht für die Tiroler verloren.
Einzelne Erfolge Mitte November, etwa bei Meran oder St. Leonhard in Passeier konnten die Niederlage nicht verhindern, und Andreas Hofer wurde nach einem Verrat am 28. Januar 1810 gefangengenommen und am 20. Februar 1810 in Mantua in Italien erschossen.
Auswirkungen
Die südlichen italienischsprachigen Gebiete und der südlichste Teil des deutschsprachigen Tirol (mit Bozen) wurden zum italienischen Königreich geschlagen, und Osttirol mit Lienz, Sillian und Matrei wurde Teil der Illyrischen Provinzen Frankreichs.
Nach der Niederlage Napoleons 1813/1814 kam Tirol wieder zu Österreich und wurde um die bis 1805 salzburgischen Gebiete Zillertal, Brixental und Matrei vergrößert.
Zeitzeugnisse
Riesenrundgemälde, Andreas-Hofer-Denkmal am Bergisel, Grab in der Hofkirche
Siehe auch: Liste von Schlachten, Liste von Kriegen
Weblinks
- [http://www.geschichte-tirol.com www.geschichte-tirol.com]
Bergisel
Bergisel
Bergisel
Bergisel
Kategorie:Tirol
Kategorie:Südtirol
Kategorie:Bayerische Geschichte
Kategorie:1809
Andreas Hofer
Andreas Hofer ( - 22. November 1767 am Sandhof bei St. Leonhard in Passeier (Südtirol); † 20. Februar 1810 in Mantua) war Wirt, Viehhändler und ein Tiroler Freiheitskämpfer.
Leben
In den Befreiungskriegen von 1809 führte Andreas Hofer die Tiroler drei Mal siegreich zum Kampf gegen die französischen Truppen unter Napoleon.
Napoleon]
Tirol stand infolge der Niederlage Österreichs im 3. Koalitionskrieg seit 1805/1806 wieder unter bayerischer Herrschaft (Pressburger Frieden). Die Bayern begannen in der neuen bayerischen Provinz Tirol eine Reihe von Reformen durchzuführen, wobei vor allem die Missachtung der alten Tiroler Wehrverfassung (Landlibell Kaiser Maximilians I. von 1511) und die Wiedereinführung der josephinischen Kirchenreform für Unmut sorgten (Minister Maximilian von Montgelas). Gerade die massiven Eingriffe in das religiöse Leben führten zum so genannten Kirchenkampf des Klerus und der einfachen Bevölkerung.
Die Zwangsaushebung von Rekruten führte schließlich zum Aufstand, der am 9. April 1809 in der Tiroler Hauptstadt Innsbruck begann. Andreas Hofer stellte sich an die Spitze der antibayerischen Bewegung. Bereits am 11. April konnten er sich bei Sterzing gegen die Bayern durchsetzen, am 12. April kam es zu Kampfhandlungen um Innsbruck und schon am 14. April konnten die Österreicher in Innsbruck einziehen. Den bayerischen und französischen Truppen gelang es aber Teile Tirols wieder unter ihre Kontrolle zu bringen und Innsbruck einzunehmen. Am 25. Mai und 29. Mai kam es zu zwei Schlachten am Bergisel, wobei sich die bayerischen Truppen am 29. Mai geschlagen ins Unterinntal zurückziehen mussten. Es folgte der Znaimer Waffenstillstand, mit erneuter Besetzung Tirols durch napoleonische Truppen. Dem Aufruf zum Landsturm folgte ein erneuter Sieg am 13. August 1809 (15.000 bayerische, sächsische und französische Soldaten unter der Führung von General Levèbvre standen einem ebenso großen Tiroler Schützenaufgebot unter Andreas Hofer gegenüber), nach dem Andreas Hofer als Oberkommandant von Tirol in der Hofburg in Innsbruck residierte.
Innsbruck
Der Friede von Schönbrunn motivierte Hofer erneut zum Aufstand, der allerdings am 1. November 1809 mit der Niederlage der Tiroler am Bergisel endete. Ein weiterer Aufruf zum Widerstand vom 11. November hatte wenig Wirkung. Hofer musste flüchten, wurde von Franz Raffl verraten und am 28. Januar 1810 auf der Mähderhütte der Pfandleralm (Alm des Prantacher Hofs gegenüber St. Martin in Passeier) gefangen genommen. Nach Mantua in Oberitalien geführt, wurde er vor ein Kriegsgericht gestellt und am 20. Februar 1810 erschossen.
Seine letzten Worte sollen "Franzl, Franzl, das verdank ich dir!" gewesen sein. Hiermit bezog er sich auf Franz I., seit 1804 Kaiser von Österreich, der auf die Seite Napoleons übergetreten war. Es wird aber auch berichtet, Hofer habe, nachdem die erste Exekutionssalve das Ziel verfehlte, ausgerufen: „Ach, was schießt Ihr schlecht!“. Das Lied "Zu Mantua in Banden der treue Hofer war" ist Hymne des österreichischen Bundeslandes Tirol.
Andreas Hofer liegt seit 1823 in der Hofkirche in Innsbruck begraben. Er gilt Teilen der Bevölkerung als Nationalheld, und sein Einsatz wird in einer Reihe von Denkmälern geehrt. Alljährlich wird er am 20. Februar als Vaterlandsheld gefeiert.
In engem Zusammenhang mit den Kämpfen der napoleonischen Zeit steht auch das alljährlich in ganz Tirol feierlich begangene Herz-Jesu-Fest: Als 1796 Tirol von französischen Truppen bedroht war, gelobte der Tiroler Landtag, alljährlich das Herz-Jesu-Fest feierlich zu begehen. Was noch heute mit feierlichen Gottesdiensten, Prozessionen und Bergfeuern geschieht.
2001 wurde die Lebensgeschichte Andreas Hofers in dem Film 1809 - Die Freiheit des Adlers von Xaver Schwarzenberger verfilmt; Hauptrollen: Tobias Moretti (Andreas Hofer), Franz Xaver Kroetz (Joachim Haspinger) und Martina Ged | | |