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Bergkamen
Bergkamen ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Die Stadt gehört in der Verwaltungsgliederung zum Kreis Unna im Regierungsbezirk Arnsberg sowie zum Bereich Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Regionalverband Ruhr. Landesplanerisch ist Bergkamen ein Mittelzentrum in der Ballungsrandzone des Oberzentrums Dortmund.
Die erst 1966 durch den Zusammenschluss von sechs kleineren Gemeinden entstandene Stadt war früher als größte Bergbaustadt Europas ein Begriff. Heute befindet sich Bergkamen mitten im wirtschaftlichen Strukturwandel und ist bekannt für seine Vielfalt an Sport- und Freizeitangeboten und sein besonderes kulturelles Angebot.
Geographie
Bergkamen liegt im mittleren Westen der Bundesrepublik Deutschland, in Westfalen, am Ostrand des industriell geprägten Ruhrgebiets, zwischen den Großstädten Dortmund und Hamm.
Südlich der Stadt verläuft der Hellweg mit dem sich anschließenden Mittelgebirge des Sauerlandes, unmittelbar nördlich grenzt das Münsterland an Bergkamen. Im Osten liegt die fruchtbare Soester Börde.
Die Nordgrenze der Stadt bildet die Lippe. Ostgrenze und Südgrenze der Stadt bilden die beiden Autobahnen A 1 und A 2. Entlang der Westgrenze fließt die Seseke, ein Zufluss zur Lippe.
Der Datteln-Hamm-Kanal bindet Bergkamen an das Kanalnetz an.
Höchste Erhebung im Stadtgebiet ist mit 148,5 m ü.NN die "Adener Höhe" auf der künstlich aufgeschütteten Bergehalde "Großes Holz", einer Landmarke im Ruhrgebiet.
Angrenzende Nachbarstädte sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Werne, Hamm, Kamen und Lünen.
Wappen
Das Wappen der Stadt Bergkamen zeigt sechs im Wechsel von Rot und Weiß kranzförmig angeordnete Sechsecke auf gelbem Grund.
Die Zahl 6 weist darauf hin, dass die Stadt Bergkamen durch den Zusammenschluss von 6 Gemeinden (den heutigen Ortsteilen) entstanden ist. Die Anordnungsform der Sechsecke soll die chemische Strukturformel für Benzol versinnbildlichen und damit auf die damalige industrielle Grundlage der Stadt (Steinkohle, Kokerei, Kohlechemie) hinweisen.
Mit den Farben wird an die alte Territorialzugehörigkeit zur Grafschaft Mark erinnert.
Geschichte
Die Geschichte des Raumes der Stadt Bergkamen reicht zurück bis zu den alten Römern.
Im Spätsommer des Jahres 11 v. Chr. wurde im Zuge der geplanten Expansion des Römischen Reiches vom Rhein bis zur Elbe von römischen Legionen unter dem Oberbefehl des Feldherrn
Drusus, einem Stiefsohn des Kaisers Augustus, bei ihrem Vorstoß entlang der Lippe auf einem Hügel im heutigen Stadtteil Bergkamen-Oberaden ein Legionslager für zwei Legionen und Hilfstruppen errichtet. Im Jahre 8 v. Chr. wurde das Lager nach Unterwerfung der germanischen Stämme der Sugambrer und der Brukterer planmäßig wieder aufgegeben.
Seit der Entdeckung des Römerlagers im Jahre 1905 durch den Pfarrer Otto Prein wurden in mehreren Grabungskampagnen Teile der Anlage erforscht.
Das 56 ha große Lager gehört zu den wichtigsten frühgeschichtlichen Bodendenkmälern Westfalens. Es ist das größte römische Militärlager nördlich der Alpen und das älteste bekannte Lager in Westfalen.
Einige Funde und Rekonstruktionen finden sich im Stadtmuseum Bergkamen.
Aus sächsisch-fränkischer Zeit stammt eine noch gut erkennbare Doppelwall-Ringanlage im Nordosten des Stadtgebietes, die sog. "Bummansburg", die als Bodendenkmal unter Schutz steht.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestanden im Raum der heutigen Stadt Bergkamen nur kleinere Dörfer und Einzelgehöfte. Zu nennen ist das Gut Haus Velmede, das seit dem Jahre 1636 Sitz eines Teils der Familie von Bodelschwingh ist, der im 19. Jahrhundert zwei preußische Minister und auch Pfarrer Friedrich von Bodelschwingh, der Gründer der Krankeneinrichtungen in Bethel bei Bielefeld, entstammten.
Ende des 19. Jahrhunderts erreichte der Steinkohlenbergbau den hiesigen Raum. 1890 wurde der erste Schacht für das spätere Bergwerk "Grimberg 1/2" abgeteuft. Damit begann durch den Arbeitskräftebedarf des Bergbaus der starke Bevölkerungsanstieg in den Gemeinden des heutigen Stadtgebietes. So verneunfachte sich die Bevölkerung der Altgemeinde Bergkamen zwischen 1890 und 1912.
1965 schlossen sich die Gemeinden Bergkamen, Rünthe, Weddinghofen, Oberaden und Heil zur Großgemeinde Bergkamen zusammen, der am 14. Juni 1966 von der Landesregierung NRW die Stadtrechte verliehen wurden. Durch das sog. Unna-Gesetz kam schließlich zum 1. Januar 1968 als sechster Ortsteil die Gemeinde Overberge hinzu.
Politik
Wahl zum Rat der Stadt
Die Kommunalwahl in NRW vom 26. September 2004 brachte für die 44 Sitze des Rates der Stadt Bergkamen folgendes Ergebnis:
- SPD: 51,7 % = 23 Sitze
- CDU: 32,0 % = 14 Sitze
- Grüne/GAL: 8,4 % = 4 Sitze
- FDP: 3,7 % = 1 Sitz
- BergAUF (MLPD nahestehend): 4,3 % = 2 Sitze
Hinweis: Unter den 396 Kommunen Nordrhein-Westfalens gibt es lediglich drei Kommunen mit einer absoluten Ratsmehrheit der SPD: Rödinghausen, Bönen und Bergkamen.
Bürgermeisterwahl
Die Bürgermeisterwahl vom 26. September 2004 brachte im ersten Wahlgang folgendes Ergebnis:
- Roland Schäfer (SPD) 57,2 %
- Elke Middendorf (CDU) 35,6 %
- Thomas Griwotz (Grüne/GAL) 7,3 %
Damit ist Roland Schäfer zum zweiten Mal nach 1999 direkt zum hauptamtlichen Bürgermeister Bergkamens gewählt worden.
Bisherige Stadtdirektoren
- Alfred Gleisner (SPD) 1966 - 1973
- Heinrich Brüggemann (SPD) 1973 - 1988
- Roland Schäfer (SPD) 1989 - 1998
Bisherige Bürgermeister
- Edgar Pech (SPD) 1966 - 1975
- Heinrich Kook (SPD) 1975 -1989
- Wolfgang Kerak (SPD) 1989 - 1998
- Roland Schäfer (SPD) 1998 - heute
Abgeordnete für Bergkamen
- EU-Parlament: Bernhard Rapkay (SPD)
- Bundestag: Rolf Stöckel (SPD)
- Landtag NRW: bis zum 21. November 2005 Peer Steinbrück (SPD)
Daneben waren über die jeweilige Landesliste bis Oktober 2005 noch folgende Bergkamener Mitglied des 15. Deutschen Bundestages:
- Friedrich Ostendorff (Bündnis 90/Die Grünen)
- Martina Eickhoff (SPD)
Bei der Bundestagswahl am 18. September 2005 reichte für beide der jeweilige Listenplatz nicht.
Wirtschaft
Bergkamens Wirtschaft wurde bis vor wenigen Jahrzehnten vom Bergbau (Steinkohle) geprägt. Diverse Zechenschließungen haben jedoch die Arbeitslosigkeit in die Höhe schnellen lassen. Heute ist der Hauptarbeitgeber ein mittelgroßer Chemiekonzern aus Deutschland.
Verkehr
Bergkamen liegt am Kamener Kreuz und ist somit über die Autobahnen A 1 und A 2 zu erreichen (Auf- und Abfahrten im Stadtgebiet).
Die Bundesstraßen B 233 und B 61 verlaufen im Osten und im Westen des Stadtgebietes.
Die DB - Güterverkehrslinie Hamm - Recklinghausen (Hamm-Osterfelder Bahn) führt quer durchs Stadtgebiet mit den beiden Güterbahnhöfen Bergkamen und Oberaden.
Die nächsten Bahnhöfe für Schienen-Personenverkehr liegen in den Nachbarstädten Kamen und Werne. Ein zentraler Omnibus-Bahnhof befindet sich direkt am Bergkamener Rathaus. Abhilfe für den fehlenden Bahnhof schafft hier seit Januar 2005 der Schnellbus S30 der VKU, der Bergkamen über Weddinghofen, Dortmund-Derne und Dortmund-Reinoldikirche mit dem Zentralen Omnibus Bahnhof am Dortmunder Hauptbahnhof verbindet.
Bergkamen besitzt zwei industriegewerbliche Häfen am Datteln-Hamm-Kanal.
Außerdem befindet sich an diesem Kanal in Bergkamen ein Sportboothafen, die Marina Rünthe. Sie zählt zu den größten Freizeithäfen in Nordrhein-Westfalen.
Ansässige Großunternehmen
- Schering AG, ein mittelgroßer, deutscher Chemiekonzern.
- Chemtura, ehem. Crompton, nach Zusammenschluss der beiden US-amerikanischen Chemieunternehmen Crompton und Great Lakes Manufacturing im Bereich Industriechemikalien
- Huntsman GmbH und Co.KG, Herstellung von Basismaterial für Lacke, Bautenschutzmittel, Klebstoffe und Druckfarben für die weiterverarbeitende Industrie
Städtepartnerschaften
Bergkamen unterhält seit 1990 eine Städtepartnerschaft mit Hettstedt (Deutschland) und seit 1994/1995 Städtepartnerschaften mit Gennevilliers (Frankreich), Tasucu (Türkei) und Wieliczka (Polen).
Durch das Städt. Gymnasium Bergkamen und sein Jugendsinfonieorchester "Bachkreis Bergkamen" entstand eine Partnerschaft mit der chinesischen Stadt Xi'an.
Der Kreis Unna unterhält eine langjährige Partnerschaft mit dem britischen Partnerkreis Kirklees. In diesem Rahmen führt die Bergkamener Volkshochschule seit vielen Jahren entsprechende Sprachreisen durch.
Stadtgliederung
Die Stadt Bergkamen besteht aus folgenden sechs Stadtteilen: Heil, Mitte, Oberaden, Overberge, Rünthe und Weddinghofen.
Sehenswürdigkeiten
Kultur und Freizeit
- Das Römerlager im Ortsteil Oberaden ist als Zwei-Legionen-Lager mit 54 ha Grundfläche das größte römische Militärlager nördlich der Alpen und zugleich das älteste Legionslager in Westfalen. Funde, Modelle und Nachbildungen finden sich im Stadtmuseum.
- Die Bummannsburg im Ortsteil Rünthe als sächsisch-fränkische Wehranlage ist als Doppelwall-Ringanlage noch gut zu erkennen.
- Die städtische Kunstgalerie "sohle 1" ist die älteste kommunale Kunstgalerie der Bundesrepublik.
- Am Datteln-Hamm-Kanal liegt das Westfälische Sportbootzentrum mit der Marina Rünthe, einem der modernsten und größten Freizeithäfen Nordrhein-Westfalens mit ca. 250 Liegeplätzen und kompletter Bootsinfrastruktur. Im Hafen gibt es ein Hotel sowie mehrere Restaurants, Bistros, Biergärten und Fitnessangebote. Mit dem Fahrgastschiff "Santa Monika" ist die Fahrt nach Hamm und zum Schiffshebewerk Castrop-Rauxel-Henrichenburg möglich.
- Eissporthalle, Wellenbad und Naturfreibad Heil - in einem stillgelegten Lippearm - sind beliebte Anziehungspunkte.
- Durch Bergkamen führt der Fernradweg Römerroute.
Natur
Römerroute
- Die begrünte Bergehalde "Großes Holz" ist mit 148,5 m ü. NN der höchste Geländepunkt im Nordkreis Unna und zugleich eine Landmarke auf der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet.
- Auf Bergkamener Stadtgebiet gibt es drei Naturschutzgebiete, darunter die europäisch bedeutsamen Naturschutzgebiete Beversee und Lippeauen. In den Lippeauen liegt auch die Ökologie-Station, die vom Kreis Unna und dem Regionalverband Ruhr betrieben wird.
Theater
- Das Bergkamener Studiotheater ist eine Mittelbühne mit 420 Sitzplätzen. Schwerpunkt des Gastspielangebotes ist die Reihe "Cabaret/Kabarett".
- Die Kleinkunstbühne in der Galerie "sohle 1" bietet regelmäßig Aufführungen bekannter und noch unbekannter Kabarettistinnen und Künstlerinnen. Ebenfalls ein kulturelles Highlight: die "Kaffeehausnachmittage".
- Die Gaststätte Schmülling ist der Ort für die regelmäßigen Jazz-Frühschoppen mit bekannten Jazz- und Bluesbands.
Bauwerke
- Zechensiedlungen
- IBA-Projekte
- Busbahnhof, Platz der Partnerstädte
- Cityturm (1966 erbaut)
Persönlichkeiten der Stadt
- Ernst von Bodelschwingh - preußischer Innen- und Kabinettsminister
- Karl von Bodelschwingh - preußischer Finanzminister
- Ernst von Bodelschwingh (der Jüngere) - deutscher Politiker (MdB, CDU)
- Carl Friedrich Koepe - deutscher Pionier der Bergbautechnik
- Alfred Gleisner - deutscher Politiker, erster Stadtdirektor der Stadt Bergkamen
- Fritz Holthoff - deutscher Politiker, ehemals Lehrer an der Volksschule Bergkamen-Rünthe
- Jürgen Girgensohn - deutscher Politiker, ehemals Lehrer an der Realschule Bergkamen-Oberaden
- Heinrich Peuckmann - deutscher Schriftsteller, Lehrer am städt. Gymnasium Bergkamen
- Eugen Drewermann - katholischer Theologe und Schriftsteller
- Dietrich Schwanitz - Bestseller-Autor (Campus, Bildung, Männer), aufgewachsen in Bergkamen-Rünthe (geb. im Werner Krankenhaus)
- Wolfgang Fräger - Künstler
- Hans Güldenhaupt - Künstler
- Wilhelm Löbbe - Schlosser, Werksdirektor u. Konstrukteur. Erfinder des sog. Kohle-Hobels
- Dieter Treeck - Schriftsteller und Künstler
- Otto Prein - evgl. Theologe, Pfarrer und Frühgeschichtsforscher. Entdecker des Römerlagers im Stadtteil Bergkamen-Oberaden
Literatur
- Martin Litzinger: Region im Wandel - Geschichte des Raumes Bergkamen 1890 - 1991, Stadt Bergkamen, 1991
- Günter Stahlhut: Wenn ein Bergwerk erzählen könnte..., Werne, 1997, ISBN 3-929158-07-8
- Johann-Sebastian Kühlborn: Das Römerlager in Oberaden III. Aschendorff, Münster 1992, ISBN 3-402-05140-0 (Bodenaltertümer Westfalens 27)
- Die römische Okkupation nördlich der Alpen zur Zeit des Augustus. Kolloquium Bergkamen 1989. Vorträge. Aschendorff, Münster 1991, ISBN 3-402-05139-7 (Bodenaltertümer Westfalens 26)
- Friedhelm Schwemin: Die Römer in Oberaden, Werne, 1998, ISBN 3-929158-09-4
- Monika Lichtenhof: Bildband Bergkamen, Leipzig, 2003, ISBN 3-934572-57-X
- Martin Litzinger: Bergkamen - Vom Bauerndorf zum Industrieort, Stadt Bergkamen, 2003, ISBN 3-929675-05-6
- Frühe Lager, Dachau, Emslandlager: Der Ort des Terrors - Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager Kapitel Bergkamen: Martin Litzinger, ISBN 3-406-52962-3
Weblinks
- [http://www.bergkamen.de/ Website der Stadt Bergkamen]
- [http://www.bachkreis-bergkamen.de/ Website des Schulorchesters Bachkreis Bergkamen]
Kategorie:Ort in Nordrhein-Westfalen
Kategorie:Ruhrgebiet
Mittlere kreisangehörige StadtJe nach Größe, Bedeutung bzw. Aufgabenstellung werden die Gemeinden in den einzelnen deutschen Bundesländern in verschiedene Gemeindearten eingeteilt. Dabei kann man unterscheiden zwischen rechtlichen Bezeichnungen und Bezeichnungen für Werbezwecke. Im folgenden werden diese unterschiedlichen Begriffe alphabetisch aufgelistet und kurz erläutert.
Definition Gemeinde
Unter dem Begriff Gemeinde versteht man die Grundeinheit der kommunalen Selbstverwaltung, oder anders ausgedrückt, die unterste Stufe im Verwaltungsaufbau eines föderalistischen Staates. Die Gemeinde besitzt Rechtspersönlichkeit.
In Deutschland sind Gemeinden Gebietskörperschaften. Diese umfassen das ganze Spektrum von der kleinsten Landgemeinde (wie z.B. Wiedenborstel in Schleswig-Holstein mit 6 Einwohnern) bis zur großen Weltstadt (z.B. Berlin ca. 3,5 Mio. Einwohner).
Die Gemeinden haben Gebietshoheit (die Gemeinde hat die Hoheit über ihr Gebiet), die Allmitgliedschaft (alle Bewohner der Gemeinde sind "Mitglied" in der Gebietskörperschaft Gemeinde) und die Allzuständigkeit (die Gemeinde ist grundsätzlich zunächst einmal für alles zuständig in ihrem Gebiet). Für natürliche Personen ergibt sich die Mitgliedschaft in der Gebietskörperschaft aus dem Wohnsitz, für juristische Personen aus deren Sitz. Neben den Gemeinden sind z.B. der Staat (Bund und Bundesländer) sowie Gemeinde- bzw. Kommunalverbände (wie z. B. Landkreise) Gebietskörperschaften.
Siehe auch: Siedlung, Ort, Wohnplatz
Rechtliche bzw. historisch überlieferte Bezeichnungen
Siehe auch: Liste der kreisangehörigen Städte mit Sonderstatus in Deutschland
Amtsangehörige Gemeinde/Stadt
Kreisangehörige Gemeinde, die gleichzeitig einem Amt angehört. Das Amt ist eine Art der Verwaltungsgemeinschaft in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. In diesen Ländern können sich kreisangehörige Gemeinden desselben Landkreises zu einer neuen Körperschaft des öffentlichen Rechts (dem "Amt") zusammen schließen. Das Amt erledigt für seine amtangehörigen Gemeinden bestimmte festgelegte Aufgaben (Kostenersparnis). Im Gegensatz dazu gibt es die amtsfreie Stadt oder amtsfreie Gemeinde, die alle kommunalen Aufgaben in eigener Zuständigkeit erledigt.
Siehe auch: Verbandsangehörige Gemeinde, Verwaltungsgemeinschaftsangehörige Gemeinde, Ortsgemeinde
Amtsfreie Gemeinde/Stadt
Kreisangehörige Gemeinde, die keinem Amt angehört und insofern alle kommunalen Aufgaben in eigener Zuständigkeit erledigt. Es gibt sie in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Im Gegensatz dazu die amtsangehörige Stadt oder amtsangehörige Gemeinde.
Siehe auch: "Einheitsgemeinde", "Verbandsfreie Gemeinde", "Verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde"
Bergstadt
Eine Stadt, in der Bergbau betrieben wurde oder wird, durfte sich früher "Bergstadt" nennen. Diese Bezeichnung kann bis heute beibehalten werden, auch wenn die Stadt kein aktives Bergwerk mehr besitzt. Besondere Rechte hat die Stadt durch diesen Titel nicht. Beispiele für Bergstädte: Annaberg-Buchholz, Clausthal-Zellerfeld und Freiberg (Sachsen).
Einheitsgemeinde
#Umgangssprachlicher Begriff für alle selbständigen Gemeinden, insbesondere für solche Gemeinden, die aus mehreren Ortsteilen bestehen. Bsp.: Die Gemeinden A, B und C wurden zu einer neuen Einheitsgemeinde D vereinigt. Im Saarland auch Großgemeinde (z. B. Gersheim).
#In einigen Bundesländern die offizielle Bezeichnung für alle kreisangehörigen Gemeinden, die nicht Mitglied in einer Verwaltungsgemeinschaft (Bayern), Samtgemeinde (Niedersachsen) bzw. Verbandsgemeinde (Rheinland-Pfalz) sind. Sie erledigen alle kommunalen Aufgaben in eigener Zuständigkeit.
#In Hamburg und Berlin der verfassungsrechtliche Begriff dafür, dass Aufgaben der Kommune und des Landes nicht getrennt sind.
Flecken
Eine historisch überlieferte Bezeichnung für eine größere kreisangehörige Gemeinde mit stadtähnlichen Rechten. Der Titel "Flecken" war ursprünglich mit besonderen Rechten, wie etwa dem Marktrecht, verbunden. Nachdem diese Rechte heute anderweitig geregelt sind, hat die Bezeichnung Flecken faktisch keine Bedeutung mehr. Gemeinden dürfen jedoch nach dem jeweils geltenden Landesrecht (z.B. § 14 Abs. 2 Niedersächsische Gemeindeordnung NGO) ihre überlieferten Bezeichnungen führen. Flecken gibt es vor allem in Niedersachsen (z.B. Aerzen, Ahlden an der Aller, Bücken, Coppenbrügge, Dahlenburg, Diepenau, Lauenförde, Liebenau, Uchte) und Sachsen-Anhalt (z.B. Apenburg, Diesdorf). In Schleswig-Holstein gab es den Begriff bis 1932. Damals wurde der letzte Flecken "Arnis" zur Stadt erhoben.
Siehe auch: Minderstadt, "Freiheit", "Markt, Marktdorf, Marktflecken, Marktgemeinde, Marktort", "Weichbild"
Freiheit
Eine historisch überlieferte Bezeichnung für eine größere kreisangehörige Gemeinde mit stadtähnlichen Rechten. Der Titel "Freiheit" war vor allem im Sauerland üblich, heute jedoch meist nicht mehr verwendet, da sie inzwischen "Stadt" geworden sind, oder in eine andere Stadt/Gemeinde eingemeindet wurden; vgl. die Ausführungen bei "Flecken".
In diese Kategorie könnte auch die Bezeichnung "Freiung" oder "Freyung" fallen, die vor allem in Bayern auftaucht, z. B. "Freiyung Zeil" (auch dürfte die Stadt Freyung im Landkreis Freyung-Grafenau ihren Namen aus dieser alten Bezeichnung herleiten können). In Hessen gibt es darüber hinaus den Ort Freigericht, der ebenfalls in diese Kategorie gehört und in der Zeit der Staufer-Kaiser reichsunmittelbar war.
Große kreisangehörige Stadt
"Große kreisangehörige Stadt" ist ein Begriff aus dem Kommunalrecht der Länder Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen. Städte mit mehr als 60.000 Einwohnern, in Brandenburg mit mehr als 45.000 Einwohnern sowie in Rheinland-Pfalz und Thüringen teilweise schon mit 20.000 Einwohnern tragen diese Bezeichnung.
In Brandenburg erhalten laut "Gemeindeordnung für das Land Brandenburg", Paragraph 2, kreisangehörige Städte den Status durch Rechtsverordnung des Ministers des Innern, wenn sie an 3 aufeinander folgenden Stichtagen (30. Juni, 31. Dezember) die erforderliche Zahl von 45.000 Einwohnern erreichen. Die Entziehung dieses Status erfolgt ebenfalls durch Rechtsverordnung, wenn die erforderliche Einwohnerzahl an 5 aufeinander folgenden Stichtagen um mehr als 10 Prozent unterschritten wird und die Stadt den Entzug beantragt hat.
Größere kreisangehörige Städte erledigen zusätzlich Aufgaben, für die bei kleineren Gemeinden der Kreis zuständig ist. Große kreisangehörige Städte nehmen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit im Verhältnis zu den mittleren kreisangehörigen Städten ein umfangreicheres Aufgabenspektrum wahr.
Große Kreisstadt
In Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen kreisangehörige Städte, die teilweise Aufgaben des Landkreises übernehmen. Sie erhalten – wenn sie eine bestimmte Einwohnergrenze überschritten haben – auf Antrag der Stadt von der jeweiligen Landesregierung den besonderen Titel „Große Kreisstadt“. Mit der Verleihung des Titels werden dann auch die zusätzlichen Aufgaben übertragen. Eine Große Kreisstadt ist nicht notwendigerweise Kreisstadt (ihres Landkreises), d.h. es kann sogar mehrere Große Kreisstädte innerhalb eines Landkreises geben. Andererseits kann es Kreisstädte geben, also Städte, die Sitz einer Kreisverwaltung sind, die jedoch keine Große Kreisstädte sind (z.B. Tauberbischofsheim, Kreisstadt des Main-Tauber-Kreises; hingegen sind zwei andere Städte im Main-Tauber-Kreis, nämlich Bad Mergentheim und Wertheim Große Kreisstädte).
Die Einwohnergrenze ist unterschiedlich geregelt. In Baden-Württemberg und Sachsen liegt sie bei 20.000, in Bayern bei 30.000 Einwohner. Den Anträgen der jeweiligen Stadt wird in aller Regel entsprochen. Bei Gemeinden, die vorher noch kein Stadtrecht hatten, ist diese Erklärung automatisch mit dem Stadtrecht verbunden. Jüngstes Beispiel aus Baden-Württemberg: Die Gemeinde Remseck am Neckar, Landkreis Ludwigsburg, ist seit 1. Januar 2004 „Große Kreisstadt“ und darf sich somit „Stadt Remseck am Neckar“ nennen.
In Bayern wurde der Status „Große Kreisstadt“ mit der Gebietsreform 1972 eingeführt. Damals hatte Bayern noch sehr viele kreisfreie Städte, die man in die Landkreise eingliedern wollte. Dennoch wollte man ihnen gewisse Aufgaben überlassen. Es gibt daher auch Städte mit weniger als 30.000 Einwohner, die den Status „Große Kreisstadt“ haben, weil sie vor 1972 kreisfrei waren, z.B. Deggendorf oder Rothenburg ob der Tauber. Bei Neuverleihungen gilt jedoch die Einwohnergrenze von 30.000.
In Sachsen wurde der Titel „Große Kreisstadt“ nach 1990 im Zuge der Wiedererrichtung der Länder in Anlehnung an das baden-württembergische Kommunalrecht eingeführt.
Siehe auch: Große selbständige Stadt, Selbständige Gemeinde, Große kreisangehörige Stadt, Mittlere kreisangehörige Stadt, Mittelstadt
Große selbständige Stadt
In Niedersachsen sind "Große selbständige Städte" kreisangehörige Städte, die teilweise Aufgaben des Landkreises übernehmen. Sie sind in § 10 der Niedersächsischen Gemeindeordnung abschließend aufgezählt. Es handelt sich um die sieben Städte Celle, Cuxhaven, Goslar, Hameln, Hildesheim, Lingen (Ems) und Lüneburg. Sie haben in der Regel mehr als 50.000 Einwohner und kommen auf Grund ihrer zusätzlichen Aufgaben in weiten Teilen den "kreisfreien Städten" gleich.
Siehe auch: "Selbständige Gemeinde" "Große kreisangehörige Stadt" "Mittlere kreisangehörige Stadt" "Große Kreisstadt" "Mittelstadt"
Kreisangehörige Gemeinde/Stadt
Kreisangehörige Gemeinden sind Gemeinden, die räumlich und organisatorisch einem Landkreis/Kreis angehören, der je nach Leistungsfähigkeit der Gemeinde mehr oder weniger Aufgaben für sie wahrnimmt. Meistens gehören dazu der Bereich der Bauordnung, der Jugendpflege, die Schulträgerschaft für berufliche Schulen, das Krankenhauswesen, die Müllentsorgung, die Verkehrssicherung und -überwachung. Die Gemeinden sind in ihren Selbstverwaltungsangelegenheiten der Rechtsaufsicht des (Land-)Kreises unterstellt. Im Gegensatz dazu die kreisfreie Stadt, die sowohl die Aufgaben der Gemeinde wie die des (Land-)Kreises in eigener Zuständigkeit erledigt. Die Mehrzahl der Gemeinden in Deutschland sind kreisangehörige Gemeinden.
Im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung können sich kreisangehörige Gemeinden zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte auch zu Verwaltungsgemeinschaften zusammen schließen. Details dazu sind im Artikel "Zusammenarbeit von Gemeinden".
Kreisfreie Stadt
Größere Gemeinden - meist sind es Großstädte oder größere Mittelstädte - gehören in der Regel keinem Landkreis an. Man nennt sie daher "kreisfreie Städte". Sie erledigen alle Aufgaben, die bei kreisangehörigen Gemeinden der jeweilige Landkreis erledigt, in eigener Zuständigkeit. Da diese Städte somit quasi einen eigenständigen "Kreis" bilden, werden sie gelegentlich auch als "Stadtkreise" bezeichnet.
Siehe auch: Liste der kreisfreien Städte in Deutschland
Kreisstadt
Kreisstadt ist die Bezeichnung für eine Gemeinde, die Sitz der Landkreisverwaltung sowie gegebenenfalls weiterer zentraler Einrichtungen ist. Besondere Rechte ergeben sich aus dem Titel Kreisstadt grundsätzlich nicht. Der Begriff wird aber auch für Gemeinden verwendet, die kein Stadtrecht im eigentlichen Sinne besitzen, wenn sie jedoch Sitz einer Kreisverwaltung sind. Beispiel: Garmisch-Partenkirchen: Kreis"stadt" des Landkreises Garmisch-Partenkirchen. Die Gemeinde selbst hat kein Stadtrecht, sondern darf sich lediglich "Markt" nennen.
Landeshauptstadt
Landeshauptstadt ist die offizielle Bezeichnung der Hauptstädte in den Flächenstaaten (= Bundesländer ohne Stadtstaaten) der Bundesrepublik Deutschland. Entsprechende Regelungen ergeben sich aus den jeweiligen Gemeindeordnungen bzw. Kommunalverfassungen.
Markt, Marktdorf, Marktflecken, Marktgemeinde, Marktort
Marktgemeinde (Marktdorf, Marktort) war ursprünglich eine Bezeichnung für eine Gemeinde die das Recht hatte, Märkte abzuhalten (Marktrecht). Größere Marktgemeinden wurden auch als "Marktflecken" bezeichnet. Diese Gemeinden hatten dann stadtähnliche Rechte (Minderstadt).
Nachdem das Marktrecht heute anderweitig geregelt ist (grundsätzlich kann jede Gemeinde Märkte abhalten), hat die Bezeichnung "Markt" keine besondere inhaltliche Bedeutung mehr. In Bayern hingegen können größere kreisangehörige Gemeinden auf deren Antrag auch heute noch von der Landesregierung offiziell zu "Marktgemeinden" erklärt werden. Das bayerische Kommunalrecht unterscheidet insofern bei kreisangehörigen Gemeinden zwischen Städten, Marktgemeinden und sonstigen Gemeinden. Es kommt dort sogar vor, dass der Begriff "Markt" offizieller Bestandteil des Gemeindenamens ist, z.B. Markt Berolzheim, Markt Bibart, Markt Einersheim, Markt Erlbach, Markt Indersdorf, Markt Nordheim, Markt Rettenbach, Markt Schwaben, Markt Taschendorf, Markt Wald.
Mittelstadt
Eine Mittelstadt ist
#In der Statistik eine Stadt mit mehr als 20.000 aber weniger als 100.000 Einwohner
#Im Saarland ein rechtlicher Begriff, der nur den beiden Städten St. Ingbert und Völklingen vorbehalten ist. Beide Städte sind kreisangehörig bzw. stadtverbandsangehörig, haben jedoch auf Grund ihrer Größe teilweise Aufgaben des Landkreises übernommen. Sie wurden vom Gesetzgeber somit den Kreisstädten gleichgestellt. Als Besonderheit führen sie sogar ein eigenständiges Kfz-Kennzeichen (IGB bzw. VK), was sonst nur Landkreisen bzw. kreisfreien Städten vorbehalten ist.
Siehe auch: "Große selbständige Stadt" "Selbständige Gemeinde" "Große kreisangehörige Stadt" "Mittlere kreisangehörige Stadt" "Große Kreisstadt"
Mittlere kreisangehörige Stadt
Den Status Mittlere kreisangehörige Stadt gibt es nur in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg für kreisangehörige Gemeinden mit mehr als 25.000 Einwohnern. Zum Verfahren in Brandenburg siehe "Große kreisangehörige Stadt".
Ortsgemeinde
Ortsgemeinde ist in Rheinland-Pfalz die Bezeichnung für alle Gemeinden, die Mitglied in einer Verbandsgemeinde sind. Der Gesetzgeber wollte den allgemeinen Begriff "Gemeinde" stärker von der "Verbandsgemeinde" als einer besonderen Art der Verwaltungsgemeinschaft abheben.
Siehe auch: "amtsangehörige Gemeinde", "verbandsangehörige Gemeinde", "verwaltungsgemeinschaftsangehörige Gemeinde"
Selbständige Gemeinde
Eine selbständige Gemeinde ist
#ein umgangssprachlicher Begriff für eine Gemeinde im Gegensatz zum Ortsteil oder Wohnplatz
#in Niedersachsen eine kreisangehörige Stadt, die teilweise Aufgaben des Landkreises übernimmt. Nach § 12 der Niedersächsischen Gemeindeordnung haben alle Städte mit mehr als 30.000 Einwohner diese Rechtsstellung, sofern sie keine "Großen selbständigen Städte" bzw. keine "kreisfreien Städte" sind. Sinkt die Einwohnerzahl unter die Grenze von 30.000, so behält die Stadt dennoch ihren Status als "Selbständige Gemeinde" bei. Auch Städte zwischen 20.000 und 30.000 Einwohner können auf Antrag von der Landesregierung zu "Selbständigen Gemeinden" erklärt werden. Sofern dies geschieht, wird es im Ministerialblatt veröffentlicht. Wenn die Einwohnerzahl unter die Grenze von 20.000 absinkt, kann allerdings der Status der "Selbständigen Gemeinde" wieder entzogen werden.
Siehe auch: "Große Selbständige Stadt" "Große kreisangehörige Stadt" "Mittlere kreisangehörige Stadt" "Große Kreisstadt" "Mittelstadt"
Stadt
Eine Gemeinde, welche den Titel "Stadt" führen darf, ohne dass ihr dadurch sonstige Rechte und Pflichten entstehen.
Früher war die Stadterhebung mit vielen Privilegien (z.B. Marktrecht, das Recht eigene Steuern zu erheben) verbunden. Gemeinden, die den Titel Stadt aus historischer Zeit führen, können ihn auch heute weiter führen. Im Zuge der Gemeindereform konnte es sogar vorkommen, dass der Titel "Stadt" einer früheren Gemeinde auf die neu gebildete Gemeinde "übertragen" wurde (z.B. die Stadt Gochsheim (Baden) schloss sich 1971 mit anderen Gemeinden zur neuen Gemeinde Kraichtal zusammen; die neue Gemeinde darf sich seither "Stadt Kraichtal" nennen). Andererseits konnte es aber auch sein, dass der Titel "Stadt" für die neue Gemeinde keine Anwendung mehr findet, die ehemalige Stadt und heutiger Ortsteil darf diesen Titel jedoch weiter führen (z.B: Gemeinde Wachtendonk in NRW; der Ortsteil Wachtendonk darf sich weiterhin "Stadt Wachtendonk" nennen).
Auch heute können neue Gemeinden von der jeweiligen Landesregierung zu Städten erhoben werden. Meist geschieht dies auf Antrag der jeweiligen Gemeinde. Als Voraussetzung gilt heute i.d.R. das Überschreiten einer bestimmten Einwohnerzahl (etwa 10.000; in NRW 25.000) sowie das Aufweisen eines gewissen "städtischen Gepräges".
Stadtkreis
eine andere Bezeichnung für kreisfreie Stadt
Stadtverbandsangehörige Gemeinde/Stadt
Gemeinde die dem Stadtverband Saarbrücken angehört. Der Stadtverband Saarbrücken ist ein Kommunalverband besonderer Art. Seine Mitgliedsgemeinden sind den "kreisangehörigen Gemeinden" der Landkreise vergleichbar.
Siehe auch: "kreisangehörige Gemeinde"
(Gemeinde-)Verbandsangehörige Gemeinde/Stadt
Gemeinde, die Mitglied in einem Verwaltungsverband bzw. Gemeindeverwaltungsverband ist, an welchen sie bestimmte Aufgaben übertragen hat. Die Gemeinden behalten ihre rechtliche Selbständigkeit. Verbandsangehörige Gemeinden gibt es in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt, wobei die Bezeichnung sehr selten verwendet wird. Man spricht hier meist nur von "Gemeinden" bzw. "Mitgliedsgemeinden eines Verwaltungsverbands".
Verbandsgemeinde
Eine Verbandsgemeinde ist in Rheinland-Pfalz eine Gebietskörperschaft, die aus mehreren Ortsgemeinden besteht. Es handelt sich um eine besondere Art einer Verwaltungsgemeinschaft. Die einzelnen Ortsgemeinden sind weiterhin rechtlich selbständig. Die Verbandsgemeinde erledigt für ihre Ortsgemeinden jedoch viele Aufgaben.
Verbandsfreie Gemeinde/Stadt
In Rheinland-Pfalz eine kreisangehörige Gemeinde, die keiner Verbandsgemeinde angehört und insofern alle Aufgaben in eigener Zuständigkeit erledigt. Im Gegensatz dazu die "Ortsgemeinde", die Mitglied in einer Verbandsgemeinde ist.
Siehe auch: "Amtsfreie Gemeinde", "Einheitsgemeinde", "Verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde"
Verwaltungsgemeinschaftsangehörige Stadt/Gemeinde
Eine kreisangehörige Gemeinde, die einer Verwaltungsgemeinschaft angehört, die bestimmte Aufgaben für sie erledigt. Im Gegensatz dazu die verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde, die alle Aufgaben in eigener Zuständigkeit erledigt. Verwaltungsgemeinschaftsangehörige Gemeinden gibt es in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, wobei der Begriff äußerst selten gebraucht wird. Man spricht hier jeweils nur von "Gemeinden" bzw. Mitgliedsgemeinden einer Verwaltungsgemeinschaft.
Siehe auch: "Amtsangehörige Gemeinde", "Ortsgemeinde", "Verbandsangehörige Gemeinde"
Verwaltungsgemeinschaftsfreie Stadt/Gemeinde
In Sachsen-Anhalt eine kreisangehörige Gemeinde, die keiner Verwaltungsgemeinschaft angehört und insofern alle Aufgaben in eigener Zuständigkeit erledigt. Im Gegensatz dazu die Mitgliedsgemeinde einer Verwaltungsgemeinschaft, die bestimmte Aufgaben an diese Verwaltungsgemeinschaft abgegeben hat.
Auch in anderen Bundesländern, bei denen es Verwaltungsgemeinschaften gibt, bestehen verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinden, wenngleich dieser Begriff dort nicht üblich ist.
Siehe auch: "Amtsfreie Gemeinde", "Einheitsgemeinde", "Verbandsfreie Gemeinde"
Weichbild
Weichbild (Vergleiche niederländisch: wijk) ist eine historisch überlieferte Bezeichnung für eine größere kreisangehörige Gemeinde mit stadtähnlichen Rechten. Der Titel Weichbild war nur in einigen Regionen üblich und ist heute nahezu ganz verschwunden.
Siehe auch: "Flecken"
Bezeichnungen ohne verwaltungsrechtliche Bedeutung
Viele Städte verwenden auf Ihrem Ortsschild oder in der Werbung zusätzliche Bezeichnungen zur Charakterisierung. Diese Bezeichnungen haben keine verwaltungsrechtliche Bedeutung. Individuelle Bezeichnungen wie Goldstadt Pforzheim oder Reiterstadt Verden sind in dieser Liste nicht aufgeführt.
Fremdenverkehrsgemeinde, Luftkurort, Erholungsort
Für Gemeinden mit hohem Tourismus gibt es die staatlich vergebenen Prädikatsbezeichnungen: Fremdenverkehrsgemeinde, Luftkurort und Erholungsort.
Großstadt
Alle Städte, die mehr als 100.000 Einwohner haben, dürfen sich "Großstadt" nennen.
Hafenstadt
Städte, die einen Hafen haben, nennen sich gelegentlich "Hafenstadt".
Hansestadt
Städte, die im Mittelalter Mitglied des Städtebundes "Hanse" waren, nennen sich z.T. bis heute "Hansestadt". Die bekanntesten sind Bremen, Greifswald, Hamburg, Lübeck, Rostock, Stralsund und Wismar.
Kurstadt, Kurort, Bad
Gemeinden, die Kureinrichtungen besitzen, nennen sich oftmals Heilbad, Kurstadt, Kurort oder Luftkurort. Der Zusatz "Bad" wird von der Regierung verliehen. Zahlreiche Küstengemeinden in Mecklenburg-Vorpommern bezeichnen sich als Seebad.
Universitätsstadt
Seebad mit Zusatz Universitätsstadt]]
Städte, die eine Universität haben, nennen sich gelegentlich Universitätsstadt. Beispiele (im Ortsschild): Landau in der Pfalz, Mannheim, Marburg, Trier oder Würzburg.
Außerdem lautet die Bahnhofsansage in Göttingen/Paderborn immer "Herzlich Willkommen in der Universitätsstadt Göttingen/Paderborn".
Städte mit Fachhochschule tragen in Anlehnung daran hin und wieder die Bezeichnung Fachhochschulstadt auf Ortsschildern und in Bahnhofsansagen, so zum Beispiel Aschaffenburg.
Andere Bezeichnungen
In den 1980er Jahren benannten sich viele Städte zusätzlich als ABC-waffenfreie Zone, auf die auf Zusatzschildern hingewiesen wurde.
Siehe auch
- Zweckgemeinde
- Kommunalverfassung
- Kommunalrecht
- Eigener Wirkungskreis
- Übertragener Wirkungskreis
- Liste der kreisangehörigen Städte mit Sonderstatus in Deutschland
Kategorie:Politische Geographie
Kategorie:Kommunalpolitik
Kategorie:Kommunalrecht
Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen liegt im Westen Deutschlands und ist mit über 18 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Bundesrepublik Deutschland, flächenbezogen mit 34.080 km² das viertgrößte. Die Landeshauptstadt ist Düsseldorf, die größte Stadt ist Köln.
Geografie
Räumliche Lage
Nordrhein-Westfalen ist im Norden geprägt durch das Westfälische Tiefland. Sauerland, Bergisches Land und Siegerland im Süden sind dicht bewaldet mit beachtlichen Höhenzügen von 500 bis über 800 Metern. Im Westen schließen sich die Eifel und der Niederrhein daran an. Im Zentrum Nordrhein-Westfalens liegt das Ruhrgebiet mit den Städten Bottrop, Gelsenkirchen und Herne am Nordrand, Dortmund, Hamm und Hagen im östlichen Teil, Bochum, Essen und Mülheim an der Ruhr an der Südseite sowie Duisburg und Oberhausen im Westen. Weitere große Städte sind im Norden Münster, im Osten Bielefeld und Paderborn, im Süden Siegen und im (Süd-)Westen Bonn, Köln, Aachen, Mönchengladbach und Krefeld und die bergischen Städte Wuppertal, Remscheid und Solingen sowie die von Köln rheinabwärts, südlich des Ruhrgebiets liegende Landeshauptstadt Düsseldorf.
Nachbarländer
Nordrhein-Westfalen grenzt im Norden an das Land Niedersachsen, im Osten an Hessen und im Süden an Rheinland-Pfalz sowie im Westen an Belgien und an die Niederlande.
Regionen
Im Gegensatz zu anderen Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg) gibt es in Nordrhein-Westfalen keine einheitlichen Verwaltungsstrukturen mit der Bezeichnung "Region". Das Land ist als politisches Kunstgebilde durch die Britische Militätverwaltung 1946 zur Verhinderung einer Viermächteaufteilung des Ruhrgebiets ähnlich Berlins gebildet worden. Nordrhein-Westfalen unterteilt sich grob in die drei Landesteile: Nordrhein, steht für das nördliche Rheinland, dazu kommen Westfalen und Lippe (seit 1947). Darunter wird naturräumlich und sozio-kulturell in weitere Regionen mit landschaftlichen Bezügen unterteilt.
Landschaften
siehe: Liste der Landschaften in Nordrhein-Westfalen
Berge
Höchster Berg ist der Langenberg (843,1 m)
:Weitere Berge siehe: Liste der Berge und Erhebungen in Nordrhein-Westfalen
Verwaltungsgliederung
Liste der Berge und Erhebungen in Nordrhein-Westfalen]
Landesverwaltung
In Nordrhein-Westfalen besteht die Landesverwaltung aus den
- Landesministerien
- Landesoberbehörden
- Landesmittelbehörden und den
- Unteren Landesbehörden.
Bezirksregierungen
Landesministerien
Schon seit einiger Zeit wird diskutiert, die Zahl der Regierungsbezirke auf drei zu reduzieren. Alle Kommunen im Ruhrgebiet, die im Regionalverband Ruhr organisiert sind, sollen danach in einem Regierungsbezirk zusammengefasst werden. Die übrigen Teile des Landes sollen dann den Regierungsbezirken Rheinland und Westfalen zugeteilt sein. Die Landschaftsverbände sollen hierbei aufgelöst werden.
Die Umsetzung dieser Idee ist von der 2005 gebildeten CDU / FDP-Landesregierung bis 2012 angekündigt worden. Danach soll es künftig drei Regionalpräsidien Rheinland, Ruhrgebiet und Westfalen geben, die die noch aus preußischer Zeit übernommenen Regierungsbezirke anpassen sollen.
Diese Planungen berühren allerdings auch historische und staatsrechtliche Fragen, da sowohl der betroffene Regierungsbezirk Detmold als auch der bisherige Landschaftverband Westfalen-Lippe im Rahmen des Beitrittes des ehemaligen Freistaates Lippe nach Nordrhein-Westfalen 1947 in den [http://de.wikisource.org/wiki/Lippische_Punktationen Lippischen Punktationen] - 1) mit klaren Zusagen an Lippe geregelt wurden. Daneben gibt es regionale Widerstände, welche die angesprochenen Verwaltungseinheiten als zu groß und zentralistisch kritisieren.
- 1) über die staatsrechtliche Bedeutung gibt es gegenläufige Rechtsauffassungen
Kommunale Selbstverwaltung
Die Kommunale Selbstverwaltung wird in Nordrhein-Westfalen wahrgenommen von den Kreisen, den kreisangehörigen Gemeinden und Städten, den kreisfreien Städten, den verschiedenen Zweckverbänden, z.B. dem Regionalverband Ruhr, dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg sowie den beiden Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe.
Kreise
Das Land Nordrhein-Westfalen gliedert sich in 31 Kreise. Nicht zu den Kreisen gehören die kreisfreien Städte.
Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe
(Kfz-Kennzeichen)
Städte und Gemeinden
Das Land Nordrhein-Westfalen ist in 396 Städte und Gemeinden gegliedert. Davon sind 23 kreisfreie Städte und 373 kreisangehörige Städte und Gemeinden.
Größte Städte
siehe
- Liste der Orte in Nordrhein-Westfalen
Kreisfreie Städte
(Kfz-Kennzeichen)
Landschaftsverbände
In Nordrhein-Westfalen gibt es im Rahmen der Kommunalen Selbstverwaltung auf der staatlichen Mittelinstanz die Landschaftsverbände Rheinland in Köln und Westfalen-Lippe in Münster.
Bevölkerungsentwicklung
(jeweils am 31. Dezember d.J.)
Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen
Gründung
Nach dem Zweiten Weltkrieg erhält Nordrhein-Westfalen seine rechtlichen Grundlagen mit der Verordnung Nr. 46 der britischen Militärregierung vom 23. August 1946 „Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder“. Aus dem nördlichen Teil der preußischen Rheinprovinz und der preußischen Provinz Westfalen wird das neue Land Nordrhein-Westfalen gebildet. 1947 muss der bisherige Freistaat Lippe auf Betreiben der Briten seine Selbstständig aufgeben und entscheidet sich nach Verhandlungen mit beiden benachbarten Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (beide britische Verwaltungszone) für den Anschluss nach Nordrhein-Westfalen. Am 21. Januar 1947 tritt durch die britische Militärverordnung Nr. 77 die Vereinigung in Kraft.
Nordrhein-Westfalen hatte seinerzeit 11,8 Millionen Einwohner.
Historische Eckdaten
- 8. Mai 1949: Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland wird verabschiedet. Nordrhein-Westfalen wird Bundesland.
- 10. Mai 1949: Der Parlamentarische Rat bestimmt Bonn zur vorläufigen Bundeshauptstadt.
- 18. Juni 1950: Annahme der Verfassung durch Volksentscheid.
- 10. März 1953: Das Landesgesetz über die Landesfarben, -flagge und wappen wird verabschiedet.
- 12. Mai 1953: Die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe werden gegründet.
- 11. Mai 1954: Die Gründung des Westdeutschen Rundfunks wird beschlossen.
- 30. Juni 1965: Die Landesregierung eröffnet die Ruhr-Universität in Bochum.
- 12. Dezember 1968: Die Landesregierung eröffnet die Universität Dortmund.
- 1. Juli 1969: Die erste Stufe der Neugliederung der Gemeinden und Kreise tritt in Kraft. Hierdurch wird zunächst die Zahl der Gemeinden im Land reduziert.
- 1. August 1971: Das Bildungsangebot in Nordrhein-Westfalen wird um 15 Fachhochschulen in Aachen, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Hagen, Köln, Krefeld, Lemgo, Münster, Paderborn, Siegen und Wuppertal erweitert.
- 16. Mai 1972: Es folgen die Gesamthochschulen in Duisburg, Essen, Paderborn, Siegen und Wuppertal sowie
- 1975 die einzige deutsche Fernuniversität in Hagen.
- 1. Januar 1975: Die zweite Stufe der Neugliederung der Gemeinden und Kreise tritt in Kraft. Hierdurch wird nochmals die Zahl der Gemeinden reduziert und alle Kreise im Lande neugeordnet.
- 17. Oktober 1994: Die neue Kreisordnung und die neue Gemeindeordnung treten in Kraft, nach der die kommunale Doppelspitze abgeschafft wird. Gleichzeitig wird die Direktwahl der Landräte und der Oberbürgermeister bzw. Bürgermeister eingeführt.
- 6. Juli 1999: Der Verfassungsgerichtshof des Landes Nordrhein-Westfalen erklärt die Fünf-Prozent-Hürde bei Kommunalwahlen für verfassungswidrig. Die Klausel wird daraufhin im Kommunalwahlgesetz gestrichen.
- 1. Januar 2003: Alle Gesamthochschulen werden in ausschließliche Universitäten überführt.
- 22. Mai 2005 Die SPD verliert bei der Wahl des 14. Landtages nach 25 Jahren den Status als stärkste Fraktion und wird nach 39-jähriger Regierung (seit 1995 mit den Grünen) von den Wählern in die Oppositon geschickt. Die bisherige Opposition aus CDU und FDP tritt in Koalitionsverhandlungen ein.
- 22. Juni 2005 Knapp 39 Jahre nach dem Sturz von Franz Meyers durch ein konstruktives Misstrauensvotum am 8. Dezember 1966 wird mit Jürgen Rüttgers erstmals wieder ein CDU-Politiker zum Ministerpräsidenten gewählt.
Politik
Siehe Hauptarikel: Politisches System Nordrhein-Westfalens
Ministerpräsidenten
Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen ist Jürgen Rüttgers. Er wurde am 22. Juni 2005 der Nachfolger von Peer Steinbrück, nachdem die CDU am 22. Mai 2005 die Landtagswahl gewonnen hatte.
Wahlergebnis am 22. Mai 2005
Das amtliche Endergebnis der Wahl ist:
Siehe auch Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2005
Siehe auch Landtagswahlergebnisse aus Nordrhein-Westfalen seit 1947
Weitergehende Informationen beim [http://www.im.nrw.de/bue/75.htm Landeswahlleiter NRW]
Wappen und Flagge
Das Landeswappen spiegelt die räumliche Zusammensetzung des Landes wider. Es besteht auf der linken Seite aus dem Symbol für den Rhein, auf der rechten Seite aus dem Pferd, dem Symbol für die Region Westfalen, und im unteren Winkelfeld aus der Lippischen Rose für das Lipperland.
Wegen häufiger Anfragen hat das Land ein Wappenzeichen entwerfen lassen, das dem Wappen ähnelt aber im Gegensatz zu ihm von jedermann genehmigungsfrei verwendet werden kann. Die Benutzung des Landeswappens hingegen ist genehmigungspflichtig und grundsätzlich nur den Behörden gestattet.
Die Landesflagge ist den Farben des Wappens entsprechend grün-weiß-rot; die Landesdienstflagge trägt zusätzlich das Landeswappen.
Sprache
- Dialekte in Nordrhein-Westfalen.
Kulinarisches
- Nordrheinische Küche
- Westfälische Küche
Literatur
Hartmann, Jürgen (Hrsg.): Handbuch der deutschen Bundesländer. Bonn 1997
Siehe auch
- Portal:Nordrhein-Westfalen
Weblinks
- [http://www.nrw.de Website des Landes Nordrhein-Westfalen]
- [http://www.nrw-tourismus.de Nordrhein-Westfalen Tourismus e.V.]
- [http://www2.stadtplandienst.de/nordrheinwestfalen.asp Nordrhein-Westfalen im Deutschen Stadtplandienst]
- [http://www.im.nrw.de/bue/75.htm# Wahlergebnisse (Innenministerium)]
-
als:Nordrhein-Westfalen
ja:ノルトライン=ヴェストファーレン州
ko:노르트라인베스트팔렌 주
simple:North Rhine-Westphalia
Kreis Unna
Der Kreis Unna liegt im Zentrum des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Arnsberg.
Geographie
Der Kreis umschließt in einem Halbrund die östliche Stadtgrenze von Dortmund. Im Volksmund wird er aus diesem Grund bisweilen auch als "Bananenkreis" bezeichnet. Der Kreis Unna umfasst neben dem Ostende des Ruhrgebiets südliche Teile des Münsterlandes sowie nördliche Teile des Sauerlandes. Sowohl die Ruhr als auch die Lippe fließen durch den Kreis. Im Kreisgebiet entspringt die Emscher.
Kreisgliederung
Der Kreis Unna gliedert sich in 10 Gemeinden, von denen 8 Städte sind.
(Einwohnerzahlen vom 30. Juni 2005)
Der Kreis ist Mitglied im Regionalverband Ruhr.
Nachbarkreise bzw. -städte
Der Kreis Unna grenzt im Norden an den Kreis Coesfeld und die kreisfreie Stadt Hamm, im Osten an den Kreis Soest, im Süden an den Märkischen Kreis und die kreisfreie Stadt Hagen sowie im Westen an die kreisfreie Stadt Dortmund und den Kreis Recklinghausen.
Gebietsreform
Das Gebiet des Kreises Unna gehörte mit Ausnahme der Städte Selm und Werne zu der Grafschaft Mark und nach ihrem Ende zu Preußen. 1753 wurde dessen Aufteilung reformiert und der erste Kreis Hamm gegründet. Während der napoleonischen Zeit war es Teil des Ruhrdistrikts, später wurde der Kreis mit einigen Veränderungen neu gegründet. 1901 verließ die Stadt Hamm den Kreis um eine kreisfreie Stadt zu werden, trotzdem blieb die Verwaltung des Kreises bis 1929 in Hamm. Zeitgleich mit dem Umzug der Verwaltung änderte auch der Kreis seinen Namen um seinem neuen Verwaltungssitz Unna gerecht zu werden. Spätere Neuordnungen veränderten die Grenzen des Kreises weiter, wobei während der letzten Kreisreform im Jahr 1975 schließlich die Städte Lünen, Schwerte, Selm und Werne eingemeindet wurden.
Politik
Landrat
Landrat ist seit dem 13. Oktober 2004 Michael Makiolla von der Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Er gewann die Stichwahl am 10. Oktober mit 62,93 %.
Wappen
Das Wappen des Kreises Unna ist eine Kombination der beiden Symbole der Grafschaft Mark, dem rot-weißen Schachbrett und dem Löwen.
Kreispartnerschaften
Der Kreis Unna unterhält seit 1967 eine Kreispartnerschaft mit dem Kirklees Metropolitan Council in England.
Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde eine Partnerschaft zum brandenburgischen Landkreis Templin aufgebaut, die – nach kommunaler Neuordnung – von dessen Nachfolgekreis Uckermark fortgeführt wird.
Des Weiteren besteht seit 1997 eine Partnerschaft mit der polnischen powiat-freien (kreisfreien) Stadt Nowy Sacz.
Verkehr
Fernverkehr
Der Kreis Unna grenzt an Dortmund, den Verkehrsknotenpunkt Westfalens.
Im Straßenverkehr ist er über vier Autobahnen (A1, A2, A44, A45) sowie fünf Bundesstraßen (B1, B54, B61, B233, B236) an das deutsche Fernstraßennetz angebunden.
Im Schienenverkehr sind ist er über die Hauptbahnhöfe in Dortmund, Hagen und Hamm an den deutschen Fernverkehr angeschlossen.
An das europäische Flugnetz ist er über die Flughäfen Dortmund bei Holzwickede sowie den in etwa einer Stunde per Auto oder Zug erreichbaren Flughafen Düsseldorf angeschlossen. Der Flughafen Dortmund kann mit einem Shuttle-Bus vom Bahnhof Holzwickede/Dortmund-Flughafen sowie die Linie C41 der VKU vom Bahnhof Unna erreicht werden.
Personennahverkehr
Im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ist der Kreis durch die S-Bahn-Linie S4 Unna – Unna-Königsborn – Dortmund-Lütgendortmund (KBS 450.4) an die Dortmunder Innenstadt sowie den S-Bahn-Knotenpunkt DO-Dorstfeld angebunden. Der RE 1 verbindet Kamen mit Dortmund, Bochum, Essen, Mülheim an der Ruhr, Duisburg, D-Flughafen, Düsseldorf Hbf, Leverkusen, Köln, Düren, Aachen sowie in die andere Richtung mit Hamm. Des Weiteren ist Unna noch mit den Linien RE 7, RE 13, RB 54, RB 59 z.B. an Münster, Hamm, Wuppertal, Soest und Köln; Kamen mit der Linie RE 6 nach Bielefeld, Minden und Düsseldorf; Schwerte über die Linie RB 53 nach Dortmund und Iserlohn, mit der Linie RE17 nach Kassel über Fröndenberg, wo auch die Linie RE57 von Dortmund nach Winterberg hält sowie mit den Linien RE 7 und RE 13 an Hagen, Wuppertal, Düsseldorf, Köln und Hamm angeschlossen. Lünen ist über die Linie RB 50 an Dortmund und Münster, sowie über die Linie RB 51 der Prignitzer Eisenbahn an Dortmund sowie Coesfeld, Gronau und Enschede angeschlossen.
Bergkamen, dass über keinen eigenen Bahnhof verfügt, ist im Straßenpersonennahverkehr (ÖSPV) über den Schnellbus S 30 der VKU an den Dortmunder Hauptbahnhof und die Innenstadt Dortmunds angebunden. Der Busverkehr im Kreis Unna wird größtenteils von der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna mbH (VKU) durchgeführt. Vier Schnellbuslinien verbinden die einzelnen Städte und Gemeinden des Kreises miteinander, hinzu kommen Stadt-, Regio- und Taxibusse.
Sonstiges
Am 17. Januar 2005 wurde ein Teil der Kreisverwaltung wegen der Renovierung des Kreishauses für ca. 18 Monate nach Holzwickede verlegt.
Die Kreisverwaltung wird voraussichtlich im August 2006 in das sanierte Kreishaus in Unna zurückkehren.
Weblinks
- [http://www.kreis-unna.de/ Website des Kreises Unna]
Unna
Regierungsbezirk Arnsberg
Der Regierungsbezirk Arnsberg ist einer von fünf Regierungsbezirken im Land Nordrhein-Westfalen.
Geografie
Der Regierungsbezirk Arnsberg liegt im Südosten von Nordrhein-Westfalen. Er deckt in seinem nordwestlichen Bereich mit fünf Großstädten einen wesentlichen Teil des dicht besiedelten Ruhrgebiets ab. Im Gegensatz dazu weist das östliche und südliche Gebiet eine eher schwächere Bevölkerungsdichte auf.
Nachbarbezirke und -länder
Der Regierungsbezirk grenzt im Norden an die Regierungsbezirke Münster und Detmold, im Osten an das Bundesland Hessen, im Süden an das Land Rheinland-Pfalz und im Westen an die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf.
Geschichte
Die Geschichte des Regierungsbezirks geht auf die "Preußische Verordnung über die verbesserte Einrichtung der Provinzialbehörden" vom 30. April 1815 zurück. Damals wurde Preußens Regierung und Verwaltung nach dem Wiener Kongress neu geordnet und die Provinzen in insgesamt 28 Regierungsbezirke eingeteilt, einer davon der Regierungsbezirk Arnsberg. Wie die übrigen, so nahm auch die Regierung in Arnsberg mit dem 22. April 1816 ihre Tätigkeit auf.
Verwaltungsgliederung
Stand Ende 1974
Vor der Kreisreform, die 1975 in Nordrhein-Westfalen in Kraft getreten ist, umfasste der Regierungsbezirk Arnsberg folgende Kreise und Kreisfreien Städte:
Im Tausch mit dem Regierungsbezirk Münster : Stadt Castrop-Rauxel (Kreis Recklinghausen), erhielt der Reg. Bez. Arnsberg die Gemeinde Selm sowie Teilen der Stadt Lünen (Beide Kreis Unna).
Aktueller Stand
Der Regierungsbezirk besteht aus sieben Kreisen mit insgesamt 78 kreisangehörigen Gemeinden und fünf Kreisfreien Städten.
(Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2004)
Einige der Kreise bestehen bis heute. Sie hatten jedoch einen anderen Zuschnitt. Die Kreisfreien Städte Castrop-Rauxel, Iserlohn, Lüdenscheid (1968), Lünen, Siegen und Witten wurden bei der Kreisreform 1975 mit den umliegenden Kreisen vereinigt. Die Kreisfreie Stadt Wanne-Eickel wurde mit der Kreisfreien Stadt Herne und die Kreisfreie Stadt Wattenscheid mit der Kreisfreien Stadt Bochum vereinigt.
Seit dem 22. Juli ist Helmut Diegel CDU nun Regierungspräsident. Seine Vorgängerin war seit dem 1. Januar 2003 Renate Drewke SPD.
Bevölkerungsentwicklung
Bisherige Regierungspräsidenten und Regierungspräsidentinnen
# Friedrich von Bernuth (15. Juli 1816–24. März 1825)
# Karl Graf von Flemming (1825–1831)
# Philip-Ludwig Wolfart (1831–05. März 1836)
# Georg Wilhelm Keßler (05. März 1836–18. April 1845)
# Heinrich Friedrich August Graf von Itzenplitz (08. Juli 1845–August 1848)
# Heinrich Albert Moritz von Bardeleben (16. November 1848–04. Juni 1849)
# Karl von Bodelschwingh (18. Juli. 1849–1851)
# Ernst von Bodelschwingh (November 1851–18. Mai 1854)
# Franz von Spankeren (28. September 1854–03. Juli 1863)
# Heinrich Wilhelm von Holzbrinck (18. Juli 1863–Oktober 1874)
# Georg Maximilian Franz von Steinmann (29. Oktober 1874–14. November 1880)
# Alfred von Rosen (03. November 1880–22. Juni 1889)
# Wilhelm Julius Reinhold Winzer (26. Juni 1889–16. April 1901)
# Dr. Ludwig von Renvers (17. April 1901–13. Februar 1903)
# Dr. Franz Freiherr von Coels von der Brügghen (26. März 1903–18. Juni 1907)
# Friedrich Ernst von Schwerin (09. September 1907–Dezember 1907)
# Alfred Georg von Bake (06. Januar 1908–30. September 1919)
# Max König (16. Oktober 1919 - 15. Februar 1933)
# Dr. Max von Stockhausen (23. Februar 1933–20. September 1935)
# Dr. Ludwig Runte (Oktober 1935–31. August 1941)
# Lothar Eickhoff (01. Januar 1942–16. Mai 1945)
# Fritz Fries (01. Juni 1945–31. Juli 1949)
# Hubert Biernat (15. März 1950–28. Februar 1956)
# Ernst Schlensker (02. Juni 1956–31. Juli 1973)
# Fritz Ziegler (01. August 1973–12.Januar 1977)
# Richard Grünschläger (13. Januar 1977–19. Februar 1990)
# Dr. Raghilt Berve (20. Februar 1990–30. Juni 1998)
# Wolfram Kuschke (01.August 1998–12. November 2002)
# Renate Drewke (01. Januar 2003-22. Juli 2005)
# Helmut Diegel (seit 22. Juli 2005)
Weblinks
- [http://www.bra.nrw.de/ Website der Bezirksregierung Arnsberg]
- [http://www.nrw.de/ Website des Landes Nordrhein-Westfalen]
Arnsberg
Kategorie:Politik (Nordrhein-Westfalen)
Kategorie:Arnsberg
Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ist eine 1953 gebildete Gebietskörperschaft in Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Münster. Der LWL nimmt auf der Ebene der staatlichen Mittelinstanz im Rahmen der Kommunalen Selbstverwaltung regionale Aufgaben wahr. Der Zuständigkeitsbereich dieses Landschaftsverbandes umfasst die Landesteile Westfalen und Lippe.
Allgemeines
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet mit 12.000 Beschäftigten für die 8,5 Millionen Menschen in der Region.
Mit seinen 35 Förderschulen, 17 Krankenhäusern, 17 Museen und und als einer der größten deutschen Hilfezahler für behinderte Menschen erfüllt der LWL Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Alle Kreise und kreisfreien Städte in Westfalen-Lippe sind Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, der durch ein Parlament aus 100 Mitgliedern, die Landschaftsversammlung, aus den Kommunen kontrolliert wird.
Kulturförderung
Der Verband fördert die Kultur in der Region durch finanzielle Unterstützung von Landestheatern und -orchestern sowie von Projekten und Publikationen.
Außerdem vergibt er Auszeichnungspreise an Künstler und Wissenschaftler, die herausragende Leistungen erbracht haben in den Bereichen
- Musik: Hans-Werner-Henze-Preis
- Bildende Kunst: Konrad-von-Soest-Preis
- Literatur: Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis
- Landeskundliche Forschung: Karl-Zuhorn-Preis
Mitglieder
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat folgende 18 Kreise und 9 kreisfreien Städte als Mitglieder:
Kreise (Kfz-Kennzeichen)
Kreisfreie Städte (Kfz-Kennzeichen)
Siehe auch
- Landschaftsverband Rheinland
Weblinks
- http://www.lwl.org Website des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe
Kategorie:Politik (Nordrhein-Westfalen)
Kategorie:Kultur (Nordrhein-Westfalen)
Kategorie:Münster (Westfalen)
Kategorie:Westfalen
Regionalverband Ruhr
Der Regionalverband Ruhr (RVR) mit Sitz in Essen ist ein Zweckverband als übergreifende kommunale Organisation der kreisfreien Städte des Ruhrgebiets und der sie umgebenden Kreise.
Geschichte
Gegründet wurde er als Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk (SVR) 1920, als Zusammenschluss der Gemeinden und Kreise des Ruhrgebiets, um die Reparationsforderungen aus dem Versailler Vertrag erfüllen zu können. Etwa 150.000 Bergleute und etwa 600.000 weitere Menschen sollten im Ruhrgebiet zusätzlich angesiedelt werden. Die Planung sollte vom Verband zentral gelenkt werden.
Der Essener Beigeordnete Robert Schmidt (1869-1932) war der geistige Vater und bis 1932 erster Verbandsdirektor des SVR. Im Auftrag des Düsseldorfer Regierungspräsidenten und von Revier-Kommunen entwarf er 1912 einen Generalsiedlungsplan für die Region zwischen Emscher und Ruhr. Der Plan war politisch nicht mehrheitsfähig, bildete aber die geistige Grundlage der ersten überörtlichen Ruhrgebiets-Organisation. Am 5. Mai 1920 gaben die Reichsregierung, die preußische Landesversammlung und die beteiligten Ruhrgebietsstädte grünes Licht für die Gründung des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk.
Vorbild für den SVR waren die Berliner Stadtbezirke. Sie hatten sich 1911 zu einem Zweckverband zusammengeschlossen, welche die Keimzelle für die Großstadt Berlin bildete. Der SVR war der erste Siedlungsverband in Deutschland mit einer gesetzlichen Grundlage, die im weitreichende Planungsaufgaben zuwies.
Ein Ziel des SVR war es, eine Zersiedlung zu verhindern, damit unverzichtbare Grün- und Freiflächen erhalten werden konnten. Bereits in der Gründungsphase des SVR wurden Projekte wie der Ruhrschnellweg, eine Regionalschnellbahn und die Revierparks vorgedacht. Durch den Bau von Verbandsstraßen und der 1925 eingeführten einheitlichen Ortsbeschilderung sollte das Ruhrgebiet auch verkehrstechnisch zusammenwachsen.
Im Jahre 1933 während des Nationalsozialismus wurde die Organisation gleichgeschaltet, unter anderem, um auch der Wirtschaft mehr Einfluss zu sichern.
In den 1950er Jahren entwickelte der SVR Städtebauprojekte wie die beispielsweise Neue Stadt Wulfen.
Nachhaltigen Einfluss hatte der SVR vor allem in den 1960er Jahren. Eines der größten Projekte war zu dieser Zeit die Planung und Organisation der städteübergreifenden Abfallentsorgung.
Die Aufgaben des Verbandes bei der Raumordnung und beim Städtebau wurden 1962 im Landesplanungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen, 1975 jedoch eingeschränkt und 1979 mit dem Gesetz über den Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) für weitere 25 Jahre geregelt.
Zum 1. Oktober 2004 wurde der Kommunalverband Ruhrgebiet mit der Änderung des Verbandsgesetzes durch den Landtag Nordrhein-Westfalen in Regionalverband Ruhr umbenannt. Dabei erhielt er erweiterte Zuständigkeiten in der regionalen Selbstverwaltung.
Aufgaben
Heutiges Ziel der Organisation ist die Bündelung der Interessen der einzelnen, dem Verband angehörigen kreisfreien Städte und Kreise sowie die Koordination der Angebote und Aufgaben.
Der RVR ist für das Marketing des Ruhrgebiet sowie Umwelt- und Freizeitförderung, wie der Emscher Landschaftspark oder die Route der Industriekultur, zuständig. Außerdem entwickelt er sogenannte Masterpläne für die Raumordnung und erfasst kartografische Daten. Größte RVR-Tochtergesellschaft ist die Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet (ARG).
Verbandsstruktur
Der Regionaldirektor ist gesetzlicher Vertreter des RVR. Er wird von der Verbandsversammlung auf acht Jahre gewählt. Derzeitiger Regionaldirektor ist seit dem 1. März 2005 der ehemalige Dorstener Kämmerer Heinz-Dieter Klink (SPD), er löste die spätere NRW-Wirtschafsministerin Christa Thoben (CDU) ab.
Der Verbandsversammlung („Ruhrparlament“) gehören auf fünf Jahre gewählte Vertreter der Stadträte beziehungsweise Kreistage und seit der letzten Änderung des Verbandsgesetztes auch die Oberbürgermeister und Landräte an. Die 71 Stimmberechtigten Mitgliedern verteilen sich wie folgt auf die Parteien:
- 30 SPD
- 28 CDU
- 7 Bündnis 90/Die Grünen
- 4 FDP
- 2 PDS
Außerdem gehören 10 beratende Mitglieder als Vertreter von Gewerkschaften, Arbeitgeberverband, Industrie- und Handelskammer, Naturschutzverband und ähnlichem an.
Mitglieder
Landräte
Hinweis: Die in Klammern aufgeführten kreisangehörigen Gemeinden und Städte sind keine eigenständigen Mitglieder des RVR, sie werden von den jeweils zuständigen Kreisen vertreten.
- Bochum
- Bottrop
- Dortmund
- Duisburg
- Ennepe-Ruhr-Kreis (mit den Städten Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg, Hattingen, Herdecke, Schwelm, Sprockhövel, Wetter (Ruhr) und Witten)
- Essen
- Gelsenkirchen
- Hagen
- Hamm
- Herne
- Mülheim an der Ruhr
- Oberhausen
- Kreis Recklinghausen (mit den Städten Castrop-Rauxel, Datteln, Dorsten, Gladbeck, Haltern am See, Herten, Marl, Oer-Erkenschwick, Recklinghausen und Waltrop)
- Kreis Unna (mit den Gemeinden/Städten Bergkamen, Bönen, Fröndenberg, Holzwickede, Kamen, Lünen, Schwerte, Selm und Unna)
- Kreis Wesel (mit den Gemeinden/Städten Alpen, Dinslaken, Hamminkeln, Hünxe, Kamp-Lintfort, Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Schermbeck, Sonsbeck, Voerde (Niederrhein), Wesel und Xanten).
Weblinks
- [http://www.regionalverband-ruhr.de/ Regionalverband Ruhr]
- [http://www.rvr-online.de/der_rvr/verbandsgesetz_1.shtml Verbandsgesetz]
- [http://www.regionalverband-ruhr.de/daten/geodatenserver.shtml Geodatenserver Ruhrgebiet]
Kategorie:Ruhrgebiet
Ruhr, Regionalverband
Kategorie:Politik (Nordrhein-Westfalen)
Dortmund
Dortmund (westfälisch Düörpm, seltener Düöpm; lateinisch Tremonia) ist eine kreisfreie Stadt im östlichen Ruhrgebiet. Sie ist die größte Stadt sowie Wirtschafts- und Handelszentrum Westfalens und gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg im Bundesland Nordrhein-Westfalen der Bundesrepublik Deutschland. Die Stadt ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr. Je nach genauem Zähldatum und Quelle liegt sie an der sechsten bis achten Stelle der größten deutschen Städte. Flächenmäßig ist Dortmund die neuntgrößte kreisfreie Stadt Deutschlands.
Dortmund hat sich von einer Industriestadt zum führenden Hightech-Standort in NRW entwickelt: Früher vor allem bekannt durch Stahl, Kohle und Bier sowie durch den örtlichen Fußballverein, vollzog sich der Wandel von der Schwerindustrie über Dienstleistung und Forschung bis zur Hochtechnologie. Dortmund ist wichtigster Verkehrsknoten im östlichen Ruhrgebiet und Anziehungspunkt für das bis auf die westlichen Nachbarstädte ländlich geprägte Umland. Seit Überschreitung der 100.000-Einwohner-Grenze 1895 ist Dortmund Großstadt.
Wahrzeichen der Stadt sind die Reinoldikirche, das Dortmunder U und der Florianturm, sowie das Westfalenstadion und die Westfalenhallen.
Geografie
Geografische Lage
Dortmund liegt im mittleren Westen der Bundesrepublik Deutschland. Südlich der Stadt erheben sich die Ausläufer des Ardeygebirges und des Sauerlandes, nördlich grenzt das Münsterland an Dortmund. Im Osten liegt die fruchtbare Soester Börde und im Westen das industriell geprägte Ruhrgebiet, dem auch Dortmund angehört. Dortmund liegt am Oberlauf der Emscher und am Mittellauf der Ruhr. In letztere mündet südlich der Stadtgrenze (unterhalb der Hohensyburg und bereits auf dem Stadtgebiet von Hagen) die Lenne. Nördlich der Stadt fließt die Lippe. Der Dortmund-Ems-Kanal bindet Dortmund an das Binnenschifffahrtskanalnetz an.
Höchste Erhebung Dortmunds ist der Klusenberg mit 254 m über Normalnull. Der niedrigste Punkt befindet sich mit 50 m über Normalnull im Nordwesten des Stadteils Mengede an der Stelle, an der die Emscher aus dem Stadtgebiet austritt. Als Stadtmittelpunkt und damit allgemeiner Referenzpunkt gilt die Reinoldikirche, 85,42 m über Normalnull, auf 7° 28' 6" östlicher Länge und 51° 30' 58" nördlicher Breite gelegen. In Dortmund gilt wie in ganz Deutschland die Mitteleuropäische Zeit, die mittlere Ortszeit bleibt dieser gegenüber 30 Minuten und 7,7 Sekunden zurück.
Ortszeit
Blick auf Dortmund vom Ardeygebirge
Ausdehnung des Stadtgebiets
Das Stadtgebiet Dortmunds umfasst 280,347 km². Die längste Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt 21 km, in Ost-West-Richtung 23 km. Dortmunds Stadtgrenze ist insgesamt 126 km lang, 76 km teilt sie sich mit dem Kreis Unna, 21 km mit dem Kreis Recklinghausen, 17 km mit dem Ennepe-Ruhr-Kreis, 10 km mit der Stadt Bochum und 2 km mit der Stadt Hagen.
Nachbargemeinden
Im Nordwesten grenzt der Kreis Recklinghausen mit den Städten Castrop-Rauxel und Waltrop an Dortmund. Von Nordosten bis Südosten ist Dortmund vom Kreis Unna mit den Städten Lünen, Kamen, Unna, der Gemeinde Holzwickede sowie der Stadt Schwerte umklammert. Daran schließt sich die kurze Stadtgrenze zur kreisfreien Stadt Hagen direkt im Süden an. Weiter westlich stößt Dortmund an den Ennepe-Ruhr-Kreis mit den Städten Herdecke und Witten. Genau im Westen liegt schließlich die kreisfreie Stadt Bochum.
Stadtgliederung
Bochum
Dortmund gliedert sich in die zwölf Stadtbezirke
- Innenstadt-West,
- Innenstadt-Nord,
- Innenstadt-Ost,
- Eving,
- Scharnhorst,
- Brackel,
- Aplerbeck,
- Hörde,
- Hombruch,
- Lütgendortmund,
- Huckarde und
- Mengede.
Siehe auch: Liste der Stadtteile in Dortmund
Klima
Dortmund liegt wie ganz Deutschland in einer gemäßigten Klimazone. Tendenziell ist das Klima in Dortmund eher maritim als kontinental geprägt, es zeigen sich einige typische klimatische Merkmale dicht besiedelter Räume. Die Niederschlagsmenge ist mit jährlich 750 mm im langjährigen Durchschnitt deutlich niedriger als in den umliegenden Mittelgebirgen. Der meiste Regen fällt im Sommerzeitraum (Juli durchschnittlich 80-90 mm), der wenigste im Winterzeitraum (Februar durchschnittlich 40-50 mm). Die Winter sind mit -6°-11° C im Januar mild und die Sommer mit 10°-35° C im August relativ kühl. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 9-10° C.
Demografie
In Dortmund leben mehr Frauen als Männer. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung liegt bei 51,6 Prozent, der der männlichen Bevölkerung entsprechend bei 48,4 Prozent.
Seit gut 20 Jahren zeigt die natürliche Bevölkerungsbewegung eine negative Tendenz. Das bedeutet, dass die Anzahl der Sterbefälle höher ist als die der Geburten. Diese Bevölkerungsverluste werden teilweise durch den Zuzug von Menschen ausgeglichen. In den vergangenen fünf Jahren verzeichnete Dortmund einen Wanderungsüberschuss.
Der Ausländeranteil an der Dortmunder Bevölkerung liegt bei 12,7 Prozent, davon wiederum kommen 23,5 Prozent aus den EU-Mitgliedstaaten. Die größte Gruppe der ausländischen Einwohner bilden Türken, gefolgt von Jugoslawen und Polen. Zwischen den Stadtbezirken gibt es große Unterschiede beim Anteil der ausländischen Bevölkerung. In den Stadtbezirken Brackel und Aplerbeck leben nur etwa 5 Prozent ausländische Bürger, so sind es im Stadtbezirk Innenstadt-Nord 41,5 Prozent.
Quelle: [http://www2.dortmund.de/statistik-wahlen/publikationen/jahresberichte/173_2004_bevoelkerung.pdf Jahresbericht Dortmunder Bevölkerung 2005, Stadt Dortmund - Amt für Statitik und Wahlen]
Geschichte
Stadtgeschichte
Erste Spuren der Besiedlung auf dem heutigen Dortmunder Stadtgebiet reichen bis in die Bronzezeit zurück. Dortmund wurde um 880 bis 885 das erste Mal als "Throtmanni" (altsächsisch für "Schlundberg") erwähnt. 990 findet sich die | | |