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| Bergkette |
BergketteUnter Gebirgszug versteht man eine Folge hoher Berg-Gipfel oder eine zusammenhängende Bergkette innerhalb eines größeren Gebirges.
Ihre kettenförmige Anordnung ist eine Folge der gemeinsamen Entstehung durch gebirgsbildende Kräfte und hängt oft mit Störungszonen der Erdkruste zusammen, die zwischen einzelnen Bergketten in der Nähe größerer Flusstäler verlaufen.
Gebirgszüge haben im Wesentlichen ein einheitliches geologisches Alter, können aber aus mehreren Gesteinsarten bestehen. Manchmal besitzen sie Teile aus später angelagerten Gesteinen, z.B. Kalkstein von Korallenriffen (Dachstein, Leithagebirge, Westerwald).
Den Übergang von einer Bergkette zur nächsten bildet meist ein durch Straßen erschlossener Pass oder Sattel -- z. B. der Brenner zwischen den Tiroler Gebirgszügen der Zillertaler- und der Stubaier Alpen. Zwischen den einzelnen Bergen oder Berggruppen einer Kette sind die Übergänge merklich höher und werden regional verschieden benannt (Joch, Scharte, Lucke usw.)
Durch Erosion bilden Gebirgszüge oft sehr charakteristische Formen aus - je nach Gestein, Schichtung, Hangneigung, Gewässertypen und Geologie. Bekannt sind z.B. die Schuttkegel und schroffen Berge der Dolomiten in den südlichen Kalkalpen von Ost- und Südtirol, die aus dem kalkähnlichen Dolomit bestehen. Im Gegensatz dazu bilden sich bei Flysch oder Schiefer sanfte Bergformen, weil das Gestein weniger wasserdurchlässig ist.
Siehe auch: Gebirgsbildung, Hochgebirge, Plattentektonik, Tektonik, Vulkanismus,
Liste der größten Gebirge der Erde nach Ausdehnung
Kategorie:Physische Geographie
GipfelDas Wort Gipfel kann auf folgende Art und Weise verwendet werden:
- Es bezeichnet die höchste Stelle eines Berges oder eines Gebirgszuges. Der Gipfel ist von den nächsten Gipfeln durch Übergänge getrennt, die in den Alpen je nach ihrer Form und Steilheit Scharte, Joch, Pass oder Sattel genannt werden. In anderen Gebirgen gibt es dafür auch regionaltypische andere Bezeichnungen. Fast immer verlaufen über die Gipfel auch Gemeinde- oder Landes-Grenzen. Der Gipfel ist wie jede Kammlinie stets auch Wasserscheide. Der geologische Aufbau eines Gipfels kann sich von seiner Umgebung unterscheiden - was oft in den Kalkalpen der Fall ist. (siehe auch Zeugenberg)
Siehe auch: Berg, Inselberg, Tafelberg, Orographie, Geländeform
- Gipfel wird auch für ein politisches Spitzentreffen verwendet. (z.B. Umweltgipfel, Gipfeltreffen)
- Im deutschsprachigen Teil der Schweiz ist der Ausdruck Gipfel oder Gipfeli für das Croissant-Gebäck sehr gebräuchlich; in Österreich Kipfel oder Kipferl gennant.
Gebirge
Unter einem Gebirge versteht man
# im Bergbau die Gesteinsschichten, die Lagerstätten umschließen.
# in der Geologie und insbesondere Ingenieurgeologie die durch Trennfläche geprägte Struktureinheit über den Gesteinen
# im geografischen Sinne eine Gesamtheit von Bergen.
# eine Region mit Gebirge, Gebirgszug.
Es werden Mittelgebirge und Hochgebirge unterschieden. Die Unterscheidungsgrenze liegt bei etwa 1500 m.
Der längste oberirdische Gebirgszug der Erde wird von Anden und Rocky Mountains gebildet und reicht von Alaska im Norden bis nach Feuerland im Süden. Man nennt ihn amerikanische Kordilleren.
Daneben gibt es die längsten Gebirgszüge im Meer, dies sind die so genannten mittelozeanischen Rücken. Beispielsweise liegt der mittelatlantische Rücken an der Grenze zwischen den amerikanischen sowie der europäischen und afrikanischen Kontinentalplatte.
Hochländer, wie beispielsweise Tibet, gelten nicht als Gebirge.
Europäische Gebirge
Siehe auch: Liste der Gebirge Deutschlands
Hochgebirge
Die Bayerische Alpen an der Südgrenze Oberbayerns und Schwabens von Bad Reichenhall bis ins Allgäu
Mittelgebirge
Ahrgebirge, Bayerischer Wald, Ebbegebirge, Eifel, Elstergebirge, Erzgebirge, Fichtelgebirge, Fränkische Schweiz, Harz, Haßberge, Hunsrück, Kyffhäuser, Leinebergland, Nordpfälzer Bergland, Odenwald, Rhön, Rothaargebirge, Schwäbische Alb, Schwarzwald, Spessart, Taunus, Teutoburger Wald, Thüringer Wald, Vogelsberg, Weserbergland, Westerwald, Wiehengebirge, Zittauer Gebirge,
Hochgebirge
- Alpen (Zentralalpen, Hohe Tauern),
- Nördliche Kalkalpen,
- Südliche Kalkalpen, Karawanken
Mittelgebirge
- Voralpen, niedere Gebirgszüge der Kalkalpen
- Bayerischer Wald bzw. Böhmerwald
- Jura
- Alpen (Teile der Ost- und Westalpen), Kalkalpen
- Alpen (Süd- bzw. Westalpen), Kalkalpen
- Apennin, Ätna
- Das französische Zentralmassiv
Übriges Europa
Sudeten, Karpaten, Pyrenäen, Balkangebirge, schottische Highlands, Ardennen, Vogesen, Chibinen, Taurus, Pontisches Gebirge, Dinarisches Gebirge, Šar Planina, Rhodopen, Pirin, Rila
Gebirge der Erde
Altai, Himalaya, japanische Alpen, Ural, Pamir, Kaukasus, Hindukusch, Stanowojgebirge, Kuenlun, Tienschau
Atlas, Hoggar, Kilimandscharo-Massiv, Mount-Kenya-Massiv, Ruwenzori-Gebirge
Great Dividing Range, Snowy Mountains (auch Australische Alpen), Neuseeländische Alpen
Rocky Mountains, Appalachen, Sierra Nevada (USA), Green Mountains
Anden
Transantarktisches Gebirge
Siehe auch
- Gebirgsbildung
- Orographie
- Teufelskanzel
Kategorie:Physische Geographie
ja:山脈
Kraft
Kraft ist eine Fähigkeit, etwas zu bewirken. Als physikalischer Fachbegriff bezeichnet Kraft die Fähigkeit, Körper zu beschleunigen oder zu verformen.
Als physikalische Größe wird Kraft durch das Formelzeichen F (von frz./engl. force) bezeichnet. Ihre Einheit ist das Newton (N), zu Ehren von Sir Isaac Newton, der mit seinen Bewegungsgesetzen den modernen physikalischen Kraftbegriff schuf.
Wort- und Begriffsgeschichte
Das Wort Kraft ist altgermanischen Ursprungs; im Englischen hat craft infolge der Konkurrenz durch Altfrz. force eine eingeengte Bedeutungsentwicklung genommen. In der physikalischen Fachsprache ist Kraft spätestens im 17ten Jahrhundert mit Lat. vis, Frz. force gleichgesetzt worden (Kant: Von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte, 1747). Jenseits der Physik hat force im Engl. und Frz. breitere Bedeutungen als im Dt. und kann auch als Macht oder Stärke übersetzt werden (la force militaire d'un pays; la force du vent). Das griechische Wort für Kraft, δύναμις, lag der CGS-Einheit dyn zugrunde und lebt fort in Dynamik, was als physikalischer Fachbegriff die Lehre von der Bewegung unter dem Einfluss von Kräften bezeichnet.
Im Deutschen bezeichnet Kraft eine körperliche oder geistige Voraussetzung zu bestimmten Handlungen (Muskelkraft; Krafttraining). In der zweiten Bedeutung – der Ausführung der Tätigkeit selbst (eine Kraft ausüben; unter der Kraft zusammenbrechen) kommt die Alltagsvorstellung von Kraft dem physikalischen Fachbegriff nahe. Der umgangssprachliche Kraftbegriff umfasst jedoch auch die Arbeitskraft oder die Schreibkraft. Der Begriff wurde früh auch auf Nichtlebendiges übertragen, so in Heilkraft (getrockneter Kräuter oder eines bestimmten Wassers).
In der Rechtssprache bedeutet Kraft seit dem Mhd. Gültigkeit, heute nur noch in bestimmten Formeln: in/außer Kraft bleiben/treten/setzen, vgl. rechtskräftig. Aus in/durch Kraft entstand die Präposition kraft (kraft Amtes).
Als physikalischer Fachbegriff wurde Kraft von Archimedes eingeführt und von Galilei aufgegriffen. Isaac Newton gelang es in seinen Bewegungsgesetzen (veröffentlicht 1687) den Begriff Kraft in bis heute gültiger Weise zu präzisieren. Bis weit ins 19te Jahrhundert benutzten Physiker das Wort Kraft jedoch auch in Bedeutungen, die nicht durch die newtonschen Gesetze gedeckt waren, und zwar insbesondere auch in der Bedeutung von Energie, denn der moderne Energiebegriff wurde erst mit dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik (Julius Robert von Mayer, 1842) geschaffen.
Während die Kraft wie auch die Energie in der Physik von Newton über ihre Ursachen und Wirkungen differenziert betrachtet wird (Reibungskraft, Fliehkraft, Schwerkraft, kinetische Energie, potentielle Energie, Wärmeenergie usw.), unterscheidet die moderne Physik noch vier Grundkräfte und nennt sie auch Wechselwirkungen:
- Elektromagnetische Wechselwirkung
- Schwache Wechselwirkung
- Starke Wechselwirkung
- Gravitation
Die Erscheinungen, die durch den Magnetismus und "magnetische Kräfte" beschrieben werden, sind lediglich ein relativistischer Nebeneffekt elektrischer Ströme.
Alle newtonschen Kräfte lassen sich auf diese vier zurückführen. Eine wahrscheinliche Hypothese geht davon aus, dass auch sie in Wirklichkeit nur verschiedene Ausprägungen der selben Sache sind. Allerdings ist es bisher erst gelungen, die Elektromagnetische und die Schwache Wechselwirkung einheitlich zu erklären ("Elektroschwache Wechselwirkung").
Wirkung und vektorieller Charakter von Kraft
Kräfte erkennt man an ihren Wirkungen:
- Eine Kraft kann die Geschwindigkeit oder Bewegungsrichtung eines Körpers ändern.
- Eine Kraft kann einen Körper verformen (Deformation). Davon gibt es zwei Arten:
#Elastizität: Fähigkeit von Stoffen, eine Formänderung rückgängig zu machen, sobald die einwirkende Kraft wegfällt.
#Plastizität (Duktilität): Vermögen eines Werkstoffes, seine Gestallt beizubehalten, die durch eine Krafteinwirkung entstanden ist.
Um eine Kraft zu beschreiben, genügt es nicht, Zahlenwert und Einheit anzugeben; wichtig ist auch die Richtung, in die die Kraft wirkt:
- Wenn die Kraft in die gleiche Richtung zeigt wie die Geschwindigkeit des Körpers, auf den sie wirkt, beschleunigt sie ihn (Beschleunigung). Wenn die Kraft der Geschwindigkeit entgegengesetzt ist, bremst sie ihn ab. Bei jedem anderen Winkel zwischen Kraft und Geschwindigkeit bewirkt die Kraft auch eine Richtungsänderung (Querbeschleunigung).
- Die Verformung eines Körpers kommt genau genommen nicht durch eine einzelne Kraft zustande, sondern dadurch, dass an verschiedenen Angriffspunkten verschiedene Kräfte wirken (Spannung). Je nachdem, wie diese Kräfte gerichtet sind, wird der Körper gedehnt, komprimiert oder verzerrt.
Eine physikalische Größe, die wie die Kraft erst durch die Angabe von Zahlenwert, Einheit und Richtung festgelegt ist, nennt man eine vektorielle Größe. Solche Größen kann man als Pfeile darstellen.
In einem kartesischen Koordinatensystem hat ein Kraftvektor drei Komponenten:
:F = (Fx; Fy; Fz)
Hier und im Folgenden kennzeichnen wir Vektoren durch Fettdruck. Um beispielsweise die Gewichtskraft FG zu beschreiben, mit der ein Körper der Masse m von der Erde angezogen wird, wählt man ein Koordinatensystem mit vertikaler z-Achse und erhält (mit der Erdbeschleunigung g)
:FG=(0; 0; m · g).
Um mechanische Spannungen zu beschreiben, muss man Kraft sogar als ein vektorielles Feld auffassen: in jedem Angriffspunkt, bezeichnet durch den Ortsvektor r, kann prinziell eine andere Kraft F(r) herrschen.
Kraft in den newtonschen Gesetzen
Zum vektoriellen Charakter der Kraft gehört, dass sich entgegengerichtete Kräfte nach den Regeln der Vektoraddition aufheben können. Ist das der Fall, herrscht ein Kräftegleichgewicht. Ein Körper bewegt sich geradlinig, solange die auf ihn wirkenden Kräfte im Gleichgewicht sind. Insbesondere bleibt ein ruhender Körper in Ruhe. Auf diesem ersten newtonschen Axiom beruht die gesamte Statik.
Nach dem zweiten newtonschen Axiom bewirkt eine Kraft F, die auf einen freien Körper ausgeübt wird, eine Änderung von dessen Impuls p: in jedem infinitesimal kurzen Zeitraum dt ändert sich der Impuls des Körpers um dp gemäß
:F = d p / d t.
Der Impuls eines Körpers hängt über p = m v mit Masse m und Geschwindigkeit v zusammen; da die Masse des Körpers in den meisten Anwendungen konstant bleibt (bekannte Ausnahme: die Herleitung der Raketengleichung), schreibt man das zweite newtonsche Axiom meistens in der Form
:F = m d v / d t = m · a
wobei a für die auf den Körper wirkende Beschleunigung steht. Diese Gleichung ist der Prototyp einer Bewegungsgleichung: wenn die Kraft F(r; t), sowie die Anfangsposition und Anfangsgeschwindigkeit eines Körpers gegeben sind, dann legt die Gleichung F = m · a den gesamten weiteren Bewegungsverlauf des Körpers fest.
Die Hauptaufgabe der theoretischen Mechanik besteht darin, mit Hilfe der Vektoranalysis oder unter Nutzung des Lagrange- oder Hamilton-Formalismus diese Berechnung tatsächlich auszuführen.
Die grundsätzliche, wenn auch nicht praktische Möglichkeit, aus gegebenen Anfangsbedingungen und Kräften die Bewegung beliebig komplizierter Systeme vorauszuberechnen, trug im 18. Jahrhundert zur Verbreitung eines mechanistischen Weltbildes bei.
Das mechanistische Weltbild erklärt gut konservative Systeme, aus denen keine Energie entweicht. In der Praxis kommen jedoch nicht nur konservative Kräfte vor, sondern auch Reibungskräfte, die zur Erzeugung von Wärme führen, was nichts anderes ist, als ungeordnete Bewegung auf mikroskopischem Niveau. Die Entropie jedes Systems erhöht sich somit unumkehrbar, man spricht auch vom Wärmetod. Die Thermodynamik ergänzt die Mechanik entsprechend.
Die Paradoxa der statistischen Mechanik, die Quantenmechanik und die Chaostheorie zeigten seit ungefähr 1900 grundsätzliche Grenzen der Berechenbarkeit in Modellen der klassischen Physik auf.
Messung von Kräften
Die Definition der SI-Einheit Newton als abgeleitete Einheit, 1 N = 1 kg · m / s², beruht auf der Möglichkeit, gemäß F = m · a eine Kraft über die von ihr verursachte Beschleunigung zu messen.
Im Schulunterricht und in einigen anspruchslosen Anwendungen der Mechanik misst man Kräfte hingegen über die Verformung von Federn (die letztlich gegen F = m · a kalibriert sind). Dabei nutzt man das Hooke'sche Gesetz, demzufolge eine nicht zu starke Ausdehnung (Überdehnung) einer Spiralfeder der ausgeübten Kraft proportional ist. Die Kraft für das Zusammendrücken oder Auseinanderziehen ist jeweils: F = k · s, wobei s die Verlängerung oder Verkürzung in beispielsweise Zentimetern [cm] ist. Der Ausdruck k steht für die Federeigenschaft (weich oder hart), der sogenannten Federkonstante mit der Einheit [kp/cm]. Ist der Federweg z. B. 10 cm bei einer Feder mit k = 5 kp/cm, dann ist das Produkt F = 5 kp/cm · 10 cm = 50 kp
Verschiedene Kräfte
Gewichtskraft, träge und schwere Masse, ultra schwere Masse
Die Gravitation macht sich als Schwerkraft oder, gleichbedeutend, Gewicht oder Gewichtskraft bemerkbar. Gewichtskraft ist die Kraft, mit der ein Körper von der Erde angezogen wird. Diese Kraft ist proportional zur Masse m des Körpers,
:FG = m · g.
Der Proportionalitätsfaktor g ist schwach ortsabhängig; im Schulunterricht wird er daher Ortsfaktor genannt. Er hat in Mitteleuropa den ungefähren Zahlenwert g = 9,81 N / kg; für viele Anwendungen genügt es, mit der Näherung 10 N/kg zu rechnen.
Wenn man FG in die linke Seite der newtonschen Bewegungsgleichung F = m · a einsetzt, erhält man m · g = m · a, wobei g für einen senkrecht nach unten gerichteten Vektor mit Betrag g steht. Aus dieser Beziehung kürzt sich die Masse m heraus, so dass man den Ortsfaktor g als eine Beschleunigung, die Erdbeschleunigung, identifizieren kann; folglich gibt man g auch in der Einheit m/s2 an.
Dass die Masse eines Körpers sowohl in die Bewegungsgleichung F = m · a als auch in die Gewichtskraft FG = m · g eingeht, ist vielleicht der erstaunlichste Befund der newtonschen Mechanik. Man hat zwischen träger Masse (in der Bewegungsgleichung) und schwerer Masse (in der Bestimmung der Gewichtskraft) unterschieden und experimentell Abweichungen gesucht, aber nicht gefunden. Erst mit der allgemeinen Relativitätstheorie wurde erklärt, warum träge und schwere Masse tatsächlich exakt übereinstimmen.
Elektromagnetische Kräfte
Elektromagnetische Kräfte können als Anziehung oder Abstoßung zwischen elektrisch geladenen Körpern oder zwischen Magneten beobachtet werden. Viel bedeutsamer ist aber, dass solche Kräfte auch im Inneren von Materie wirken. Unsere Stoffwelt ist zusammengesetzt aus elektrisch positiv geladenen Atomkernen und negativ geladenen Elektronen. Positive und negative Ladungen kompensieren sich gegenseitig, so dass Alltagsgegenstände als ganze in der Regel elektrisch ungeladen sind. Selbst in elektrostatisch aufgeladenen Gegenständen herrscht, relativ gesehen, nur ein ganz geringer Elektronenüber- oder unterschuss. Deshalb sind die im Inneren von Materie wirkenden Kräfte um viele Größenordnungen stärker als elektrostatische Kräfte zwischen Alltagsgegenständen.
Im wesentlichen bestehen die elektromagnetischen Kräfte im Inneren von Materie aus der elektrostatischen Anziehung und Abstoßung zwischen Elektronen und Atomkerne sowie aus der Lorentzkraft, die auf in Magnetfeldern bewegte Elektronen wirkt.
Diese fundamentalen Kräfte machen sich in vielfältiger Weise bemerkbar:
- als Widerstand, den ein Körper einer Verformung entgegensetzt (Federkraft, Kompressibilität, Schubmodul);
- als Reibung zwischen den Oberflächen verschiedener Körper;
- als elektromotorische Kraft, die Elektronen durch einen Leiter treibt;
- in Fluiden als Kompressibilität und Viskosität.
Scheinkräfte
Im einfachsten Anwendungsfall beschreibt die newtonsche Bewegungsgleichung F = m · a die Bewegung eines einzelnen Körpers in einem gegeben Kraftfeld. In dieser Gleichung steht a für die zweite Zeitableitung des Ortsvektors r(t) des Körpers; die Kraft F ist in der Regel orts-, wenn nicht auch noch zeitabhängig. Das volle mathematische Problem der newtonschen Mechanik lautet also, unter gegebenen Anfangsbedingungen r(0) und v(0) aus der vektoriellen Differentialgleichung
:F(r(t)) = m · d2 r(t) / d t2
den zeitlichen Verlauf von r(t) zu bestimmen.
Die mathematische Struktur dieser Gleichung ist so anspruchsvoll, dass selbst eine so einfach formulierte Aufgabe wie die Berechnung einer Planetenbahn im Feld einer mit 1 / r2 abnehmenden Zentralkraft im gymnasialen Schulunterricht in aller Regel unzugänglich bleibt. Nichtsdestoweniger sind Ergebnisse der newtonschen Mechanik längst in unser Alltagsdenken eingedrungen. Das wurde möglich, indem man an diese Ergebnisse eine eigene Begrifflichkeit geknüpft hat. Diese Begrifflichkeit besteht insbesondere aus einer ganzen Reihe von Scheinkräften, hinter denen sich partielle Lösungen oder Umformungen der newtonschen Gleichung verbergen. Beispiele für solche Scheinkräfte sind
- die Zentrifugalkraft, (Fliehkraft; siehe auch Zentripetalkraft);
- die Coriolis-Kraft;
- diverse Zwangskräfte in der technischen Mechanik.
Ein Beispiel für einen anderen Begriff, der eine ganze Klasse von Kraftwirkungen zusammenfasst, ist das Drehmoment.
Eingeprägte Kräfte und Zwangskräfte, Auflagerkräfte
Um in der Technischen Mechanik technische Systeme (z. B. Tragwerke) einer Berechnung zugänglich zu machen, werden Bindungen zwischen den Körpern des Systems bzw. zwischen dem System und seiner Umwelt, die nur geringe Formänderungen zulassen, als starre Bindungen idealisiert. Solche starren Bindungen sind in der Regel Gelenke zwischen den Körpern oder Auflager. Damit geht der physikalische Charakter dieser Bindungen verloren, und die durch diese Bindungen bedingte mechanische Wechselwirkung der Körper wird durch die Zwangskräfte repräsentiert.
Im Gegensatz dazu stehen die eingeprägten Kräfte, die – wie oben erläutert – ihre Ursache in physikalischen Gesetzen haben. Eingeprägte Kräfte und Zwangskräfte erfüllen zusammen die Gleichgewichtsbedingungen.
Weblinks
- [http://www.physik.uni-muenchen.de/leifiphysik/web_ph08/m06_hooke.htm Krafteinführung und Gesetz von Hooke]
- [http://www.physik.uni-muenchen.de/leifiphysik/web_ph08/m07_zus_zerl.htm Kraftaddition und Zerlegung]
Kategorie:Physikalische Größe
Kategorie:Mechanik
ja:力
simple:Force (physics)
Erdkruste
Die Erdkruste ist die äußerste Schicht der Erde, vergleichbar der Haut eines Apfels. Unter ihr liegen der feste bzw. zäh-plastische Erdmantel und darunter auf halbem Weg zum Mittelpunkt der Erdkern. Letzterer ist in einen flüssigen und einen inneren, festen Bereich unterteilt.
Die Erdkruste setzt sich aus einem Mosaik vieler Erdplatten zusammen, deren Bewegung (einige Zentimeter pro Jahr) in der Theorie der Plattentektonik beschrieben wird. Erdbeben entstehen, wenn sich Spannungen in der Erdkruste ruckartig abbauen.
Es werden zwei Typen von Erdkruste unterschieden: die kontinentale Erdkruste (Sial genannt, da sie, nebst Sauerstoff, hauptsächlich aus Silizium und Aluminium besteht) und die ozeanische Erdkruste (Sima genannt, da sie, nebst Sauerstoff, hauptsächlich aus Silizium und Magnesium besteht). Sie unterscheiden sich in ihrer Entstehung, in ihrer Zusammensetzung und in ihrer Dicke.
Ozeanische Erdkruste entsteht an auseinander driftenden Plattengrenzen am Meeresgrund (Mittelozeanische Rücken MOR), wo Magma austritt und erstarrt. Das hier entstehende ozeanische Erdkrustengestein, hauptsächlich aus Basalt (basisch) bestehend, hat eine relativ hohe Dichte, was mit der geringen Dicke der ozeanischen Erdkruste von 5-7 km einhergeht.
Kontinentales Erdkrustengestein, bestehend hauptsächlich aus Granit ("sauer", SiO2 >66%), ist das Endprodukt eines Prozesses, der weniger dichte Mineralien im Laufe der Erdzeit zur Erdoberfläche transportiert hat. Vulkanismus hat dabei eine bedeutende Rolle gespielt, aber auch Metamorphose und chemische Umwandlungen bei Verwitterungsprozessen, die zur Ablagerung von Sedimenten führen.
Die kontinentale Erdkruste hat eine Dicke von 30 - 60 km; wegen ihrer geringen Gesteinsdichte (Mittel 2,7 g/cm³) „schwimmt“ sie höher im Erdmantel als die dichtere ozeanische Kruste. Da sich Gesteine bei geologisch langsamen Bewegungen plastisch verhalten, hat sich im Laufe der Jahrmillionen fast ein Gleichgewicht eingestellt. Diese Isostasie und seismische Methoden zeigen, dass die Erdkruste unter Gebirgen 2x dicker ist als unter Ebenen.
93 der chemischen Elemente findet man in der Erdkruste mitsamt Ozeanen und Atmosphäre. Sauerstoff macht dabei mit 49,5 % (Gewicht) den größten Teil aus, gefolgt von Silicium mit 25,8 % und Aluminium mit 7,6%. Weitere wichtige Bestandteile: Eisen (4,7 %), Calcium (3,4 %), Natrium (2,6 %), Kalium (2,4 %), Magnesium (1,95 %). Alle anderen machen jeweils unter einem Prozent aus.
Ozeanisches Erdkrustengestein besteht hauptsächlich aus Basalt und Gabbro. Ozeanische Kruste entsteht laufend an den mittelozeanischen Rücken durch die Ozeanbodenspreizung. Dieser Prozess wird nach unserem heutigen Wissen durch Konvektionsströme im Erdmantel vorangetrieben. Zwei ozeanische Lithosphärenplatten weichen dabei typischerweise mit Geschwindigkeiten von einigen Millimetern bis Zentimetern im Jahr auseinander (Spreizungsrate).
Siehe auch: Geologie, Geophysik, Erdschwerefeld, Lithosphäre
Lithosphäre
Kategorie:Geologie
Kategorie:Erde
ja:地殻
ms:Kerak bumi
simple:Crust
th:เปลือกโลก
Fluss (Gewässer)
Ein Fluss (althochdeutsch.: fluz zu fliozan «fließen») ist ein größerer natürlicher Wasserlauf, ein Fließgewässer.
Im Alpenraum werden Flüsse oft auch als Achen (zu althochdeutsch aha [st. f.], «Fluss») bezeichnet.
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Ein Fluss wird aus Niederschlägen gespeist und entwickelt sich aus dem Zufluss mehrerer Bäche oder anderer Flüsse.
Ein Fluss hat mindestens zwei Ufer. Die meisten Flüsse haben eine Quelle und eine Mündung.
An flachen Wasserscheiden können Gabelungen, so genannte Bifurkationen gebildet werden.
Große Flüsse, die nicht Nebenfluss eines größeren Flusses sind, sondern im offenen Meer münden, werden auch als Strom bezeichnet. Sie bilden als Mündung entweder einen Ästuar oder ein Flussdelta.
Manche Flüsse versickern auch in der Wüste oder in anderen porösen Gesteinsschichten. Andere gehen nach der Mündung unter dem Meer noch als Flussrinne (bekannteste Kongo-Rinne) weiter. Bisweilen bilden Flüsse Staatsgrenzen. Oftmals durchfließen Flüsse mehrere Staaten.
Man unterscheidet hinsichtlich des zeitlichen Bestehens perennierende (beständige, ausdauernde), episodische (manchmal, in unregelmäßigen Abständen) und periodische (manchmal, in regelmäßigen Abständen) Flüsse.
Stürzt ein Fluss über eine Felskante hinab, so bildet sich dabei ein Wasserfall oder eine Kaskade.
Ein Fluss wird in vier Regionen aufgeteilt (siehe Flussregionen).
Flora, Fauna und menschliche Nutzung
Die meisten Flüsse führen Süßwasser und sind somit der Lebensraum einer besonderen Süßwasserflora und -fauna.
Wirtschaftlich werden Flüsse vor allem für den Transport (siehe auch: Transportweg), zur Trinkwassergewinnung, zur Elektrizitätserzeugung in Laufkraftwerken und zur Kühlung von konventionellen und nuklearen Elektrizitätswerken genutzt. Oft werden sie als Abwasserkanal missbraucht.
Die 10 längsten Flüsse der Erde
# 7.250 km - Amazonas: Apurimac-Ene-Tambo-Ucayali-Amazonas - (Südamerika). Länge seit Bestätigung des Río Apurímac als Quellfluss (2001).
# 6.671 km - Nil: Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Kagera-Weißer Nil-Nil - (Afrika)
# 6.300 km - Cháng Jiāng - (Asien)
# 6.051 km - Mississippi-Missouri - (Nordamerika)
# 5.940 km - Jenissei-Angara-Selenga-Ider - (Asien)
# 5.410 km - Ob-Irtysch - (Asien)
# 5.052 km - Amur-Argun-Kerulen - (Asien). Der Amur-Argun-Kerulen entsteht nur in niederschlagsreichen Jahren.
# 4.845 km - Huáng Hé (Gelber Fluss) - (Asien)
# 4.500 km - Mekong - (Asien)
# 4.374 km - Kongo - (Afrika)
Weitere "Längste Flüsse" siehe: Die längsten Flüsse der Erde
Die 10 längsten Flüsse, die durch Deutschland fließen
# 2.852 km - Donau
# 1.320 km - Rhein
# 1.165 km - Elbe
# 866 km - Oder
# 545 km - Mosel
# 524 km - Main
# 510 km - Inn
# 433 km - Weser
# 413 km - Saale
# 343 km - Spree
Weitere "Deutsche Flüsse" siehe: Liste der Flüsse in Deutschland
Die 5 längsten Flüsse, die durch die Schweiz fließen
# 1.320 km - Rhein (davon 375 km in der Schweiz) - mündet in die Nordsee
# 812 km - Rhône (davon 264 km in der Schweiz) - mündet ins Mittelmeer
# 510 km - Inn (davon 104 km in der Schweiz) - mündet in die Donau
# 291 km - Aare - mündet in den Rhein
# 248 km - Ticino - mündet in den Po
Weitere Schweizer Flüsse siehe: Liste der Flüsse in der Schweiz, :Kategorie:Fluss in der Schweiz
Orografie
Blickt man von der Quelle zur Mündung, dann kann man das rechte und linke Ufer als orografisch rechtes oder linkes Ufer eindeutig festlegen.
Siehe auch
- Die längsten Flüsse der Erde
- Flussbegradigung
- Hydrologie, Limnologie
- Liste der Flüsse (weltweit), Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Flüsse in der Schweiz, Liste europäischer Flüsse
- Wadi
- Flussordnungszahl
- Fluss des Jahres
Kategorie:Hydrologie
Kategorie:Limnologie
Kategorie:Physische Geographie
Kategorie:Geomorphologie
Kategorie:Biotop
Kategorie:Fluss
ja:川
ko:강
ms:Sungai
simple:River
th:แม่น้ำ
zh-min-nan:Hô
GeologieDie Geologie (von griechisch γη, ge „Erde“ und λογος, logos „Wort“) ist die Wissenschaft vom Aufbau, von der Zusammensetzung und Struktur der Erde, ihren physikalischen Eigenschaften und ihrer Entwicklungsgeschichte, sowie der Prozesse, die sie formten und auch heute noch formen.
Die Bezeichnung Geologie im heutigen Sinn findet man zuerst 1778 bei Jean-André de Luc (1727–1817). Horace-Bénédict de Saussure (1740–1799) führte Geologie im Jahr 1779 als feststehenden Begriff ein. Davor war der Begriff Geognosie gebräuchlich.
Geognosie
Das Material, mit dem sich Geologen hauptsächlich beschäftigen, sind Gesteine.
Im Gelände, oder unter Tage, gliedert der Geologe die aufgeschlossenen (offen zugänglichen) Gesteine, an Hand von äußeren Merkmalen, in definierte Einheiten. Diese Kartiereinheiten müssen sich bei dem gewählten Maßstab auf einer geologischen Karte, oder in einem geologischen Profil, darstellen lassen. Durch Extrapolation kann er so vorhersagen, wie die Gesteine im Untergrund gelagert sind. Die genauere Untersuchung der Gesteine (Petrografie, Petrologie) findet aber meist im Labor statt. Mit den einzelnen, z.T. mikroskopisch kleinen, Bestandteilen der Gesteine, den Mineralen, befasst sich die Mineralogie. Mit dem Fossilinhalt, die Paläontologie.
Die Geologie hat vielfältige Berührungspunkte mit anderen Naturwissenschaften, die als Geowissenschaften zusammen gefasst werden. Selbst die Mathematik hat einen speziellen Zweig, die Geostatistik, hervorgebracht, der besonders im Bergbau Verwendung findet. Aber auch in anderen Feldern der Geowissenschaften werden oft statistische Methoden angewandt. Im Grenzgebiet zur Astronomie bewegt sich die Planetengeologie, die sich seit Beginn der Erforschung unseres Sonnensystems mit Sonden und Satelliten, mit fremden Himmelskörpern zu beschäftigen beginnt.
Geschichte der Geologie
Siehe Geschichte der Geologie.
Allgemeine Geologie
Die allgemeine Geologie befasst sich mit den Kräften, die auf den Erdkörper einwirken und zur Gesteinsbildung beitragen. Jedes Gestein kann an Hand seiner spezifischen Ausbildung (Gefüge, Struktur) einer der drei großen Gesteinsfamilien zugeordnet werden: Sedimentite, Magmatite und Metamorphite. Jedes Gestein kann durch geologische Vorgänge in ein Gestein der jeweils anderen beiden Familien umgewandelt werden, (siehe dazu: Kreislauf der Gesteine). Die Prozesse, die an der Erdoberfläche wirken, werden als exogen, die im Erdinneren als endogen bezeichnet.
Die exogene Dynamik führt zur Bildung von Sedimentgesteinen. Dies geschieht durch
- physikalische Erosion anderer Gesteine durch Wind, Wasser oder Eis, und Massenbewegungen großer Gesteinsmengen unter dem Einfluss der Schwerkraft,
- chemische Verwitterung,
- physikalische Ablagerung des zerkleinerten Materials (Detritus), z.B. als Sand,
- chemische Ausfällung von Evaporiten (wie z.B. anorganische Kalke, Gips, Salz) und
- biogene Bildung von Sedimenten (wie die meisten Kalksteine oder Diatomit).
- Ein eigenes, komplexes Gebiet exogener Prozesse behandelt die Bodenkunde.
Die endogene Dynamik führt zur Bildung von Metamorphiten und Magmatiten. Sie beginnt mit der
- Erhöhung des Drucks, unter der andauernden Ablagerung von weiteren Sedimenten auf die unterlagernden Schichten. Durch Entwässerung, Kompaktion und Verfestigung (Diagenese) wird aus den Lockersedimenten festes Gestein, wie z.B. Sandstein.
- Die Verformung von Gesteinen und die Rekristallisierung von Mineralen unter zunehmend höheren Temperaturen und Drücken wird als Metamorphose bezeichnet. Dabei bleibt das Gestein aber zunächst noch in festem Zustand. Aus magmatischen Gesteinen und grobkörnigen Sedimenten entstehen dabei oft Gneise, aus feinen Sedimenten Schiefer.
- Schließlich kann es aber doch zur Aufschmelzung der Gesteine kommen (Anatexis). Glutflüssige Magmen steigen dann wieder aus dem Erdmantel auf.
- Wenn die Magmen in der Erdkruste stecken bleiben und erkalten, bilden sich Plutonite, z.B. aus Granit, wenn sie die Erdoberfläche erreichen, kommt es zur Bildung von Vulkaniten wie Lava oder vulkanische Asche.
Die Bewegungen, die die Oberflächengesteine in die Tiefe verfrachten, verformen und falten, aber gleichzeitig die Tiefengesteine wieder an die Oberfläche bringen, sowie die Spuren, die diese Kräfte in den Gesteinen hinterlassen, wie Faltung, Scherung und Schieferung, werden von der Tektonik und der Strukturgeologie untersucht.
Historische Geologie
Die historische Geologie erforscht die Geschichte der Erde im Allgemeinen und die Entwicklungsgeschichte (Evolution) der Lebewesen im Besonderen.
Um aus der heutigen Situation Rückschlüsse auf die Vergangenheit ziehen zu können, bedienen sich die Geologen des Prinzips des Aktualismus. Dieses lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Der Schlüssel zur Vergangenheit ist die Gegenwart. Auf die geologische Wirklichkeit angewandt:
Findet ein Geologe alte Gesteine, die z.B. fast identisch mit ausgeflossenen Laven eines heute aktiven Vulkans sind, dann geht er davon aus, dass es sich bei dem gefundenen Gestein ebenfalls um vulkanisches Material handelt. Allerdings lässt sich der Aktualismus nicht auf alle Gesteine anwenden. Z.B lässt sich die Bildung von Eisenerzlagerstätten (BIF—„Banded Iron Formations“) heute nicht mehr beobachten, da sich die chemischen Bedingungen auf der Erde derart geändert haben, dass die Entstehung solcher Gesteine nicht mehr stattfindet. Andere Gesteine bilden sich eventuell in solchen Tiefen, dass ihre Bildung außerhalb des Zugriffs des Menschen liegt. Um die Entstehung solcher Gesteine zu verstehen, greifen die Geowissenschaftler auf Laborexperimente zurück.
Geologen unterscheiden sich von anderen Naturwissenschaftlern in ihrer Haltung gegenüber der Zeit.
Physiker und Chemiker beobachten Vorgänge, die oftmals nur Bruchteile von Sekunden andauern: eine rasch ablaufende chemische Reaktion wie eine Explosion oder radioaktiver Zerfall von Atomkernen.
Die Bildung eines Gebirges, oder die Ablagerung mächtiger Sedimentschichten, kann aber mehrere Dutzend Millionen Jahre dauern.
Um sich in diesen riesigen Zeiträumen zurechtzufinden, wurde die geologische Zeitskala entwickelt. (siehe auch geologische Zeitskala (Tabelle))
Als Instrument zur Entwicklung einer geologischen Zeittafel oder -skala benutzen Geologen die Stratigraphie.
Die Grundlage der Stratigraphie bildet ein einfaches Prinzip: die Lagerungsregel. Eine Schicht im Hangenden ('oben') wurde später abgelagert, als die Schicht im Liegenden ('unten'). Allerdings sollte beachtet werden, dass ursprünglich horizontal abgelagerte Schichten durch spätere tektonische Bewegungen verstellt oder sogar überkippt sein können. In diesem Fall ist man auf die Existenz von eindeutigen Oben-Unten-Kriterien angewiesen, um die ursprüngliche Lagerung zu bestimmen. Weiterhin gilt, dass Schichten, die solche verstellten Gesteine mit einer Diskordanz, dh. schiefwinklig zur Schichtung, überlagern, ebenfalls jünger sind als letztere. Dasselbe gilt aber auch für magmatische Gänge und Intrusionen aus der Tiefe, die die Schichten von unten durchschlagen.
Bei der Erstellung eines stratigraphischen Profils werden besonders Erkenntnisse der Paläontologie angewandt. Wenn die Reste eines bestimmten Lebewesens (Fossil) nur in ganz bestimmten Schichten auftreten, gleichzeitig aber eine weite, überregionale Verbreitung haben, und möglichst unabhängig von örtlichen Variationen der Ablagerungsbedingungen (Fazies) sind, dann spricht man von einem Leitfossil. Alle Schichten, in denen sich diese Leitfossilien finden, haben somit das selbe Alter. Nur wenn keine Fossilien vorhanden sind muss man Zuflucht zur Lithostratigraphie nehmen. Dann kann die Zeitgleichheit bestimmter Schichten nur bei seitlicher Verzahnung nachgewiesen werden.
Um tektonische Abläufe zu rekonstruieren, untersucht der Geologe den Versatz und die Verformung der Gesteine durch Klüftung, Schieferung, Störung und Faltung. Auch hier sind diejenigen Strukturen die jüngsten, die die anderen durchschlagen, aber selbst nicht versetzt sind. Die Kunst ist hier Verwickeltes einfach, Ruhendes bewegt zu sehen. (Hans Cloos)
Ein prinzipielles Problem ist die Tatsache, dass man mit obigen Methoden nur eine relative Zeitskala (Geochronologie), ein Vorher-Nachher der verschiedenen Gesteinsbildungen, aber keine absoluten Datierungen erhält. Zwar hatte man schon früh versucht die Sedimentationsraten bestimmter Gesteine zu schätzen, aber leider steckt die meiste Zeit ja nicht in den Schichten selbst, die sich in relativ kurzer Zeit gebildet haben können, sondern v.a. in den Lücken zwischen den Schichten und in den Diskordanzen zwischen verschiedenen Schichtpaketen. Deshalb reichte die absolute Zeitskala, die mit Hilfe von Jahresringen in Bäumen (Dendrochronologie, oder durch Auszählung der Warven-Schichtung in Ablagerungen der letzten Eiszeit gewonnen wurden, nur wenige tausend Jahre zurück. Erst mit der Entdeckung der natürlichen Radioaktivität fanden sich zuverlässige Methoden für die absolute Datierung, auch von ältesten Gesteinen. Siehe auch: Rubidium-Strontium-Methode, Kalium-Argon-Methode, Radiokarbon-Methode.
Angewandte Geologie
Die angewandte Geologie gliedert sich in eine Vielzahl unterschiedlichster Felder, die sich sowohl unter einander als auch mit anderen Wissenschaften verzahnen. Der Nutzen besteht nicht nur in der effizienten Ausbeutung der natürlichen Ressourcen der Erde, sondern auch in der Vermeidung von Umweltschäden und der Frühwarnung vor Naturkatastrophen, wie Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis. Siehe: Geowissenschaften
Einige wichtige Teilgebiete der angewandten Geologie sind beispielsweise:
- Hydrogeologie
- Ingenieurgeologie
- Lagerstättenkunde
Es besteht eine enge Verzahnung angewandter geologischer Gebiete mit anderen Disziplinen, wie z.B. Bauingenieurwesen, Bergbau- und Hüttenwesen, Materialkunde oder Umweltschutz.
Liste bedeutender Geologen
- Georgius Agricola (1494 - 1555)
- Friedrich August von Alberti (1795 - 1878)
- Leopold von Buch (1774 - 1853)
- Johann Georg von Charpentier (1786 - 1855)
- Hans Cloos (1885 - 1951)
- Alcide Dessalines d'Orbigny (1802 - 1857)
- James Dwight Dana (1813 - 1895)
- Bartholomäus Eberl (1883-1960)
- Rudolf Falb (1838-1903)
- Karl von Fritsch (1838 - 1906)
- Gerard Freiherr von de Geer (1858 - 1943)
- James Hutton (1726 - 1797)
- Charles Lyell (1797 - 1875)
- Albrecht Penck (1858 - 1945)
- Karl von Raumer (1783 - 1865)
- William Smith (1769 - 1839)
- Hans Stille (1876 - 1951)
- Eduard Suess (1831 - 1914)
- Otto Martin Torell (1828 - 1900)
- Alfred Wegener (1880 - 1930)
- Abraham Gottlob Werner (1749 - 1817)
Siehe auch
- Geowissenschaften
- Geschichte der Geologie
- Liste geologischer Begriffe
- Wollaston-Medaille
- Geological Society of London
Literatur
- Frank Press und Raymond Siever (3. Aufl. 2003): Allgemeine Geologie, Spektrum Akademischer Verlag, ISBN 3-8274-0307-3 (Originalausgabe: Understanding Earth, W.H.Freeman & Co. New York)
- Heinrich Bahlburg, Christoph Breitkreuz: Grundlagen der Geologie., 2. Aufl. 2003. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, ISBN 3-8274-1394-X
- Georg Agricola: Vom Berg- und Hüttenwesen, Dünndruckausgabe im dtv, ISBN 3-423-06086-7.
- Helmut Hölder (1989): Kurze Geschichte der Geologie und Paläontologie, Springer-Verlag, ISBN 3-540-50659-4
- Hans Murawski und Wilhelm Meyer (11. Aufl. 2004): Geologisches Wörterbuch, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, ISBN 3-8274-1445-8
- Steven M. Stanley: Historische Geologie, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, ISBN 3-86025-009-4. (Originalausgabe: Earth and Life through Time, W. H. Freeman, New York)
- Alan Cutler: Die Muschel auf dem Berg, Knaus, ISBN 3813501884
Weblinks
- [http://www.chgeol.org CHGEOL - Schweizer Geologen Verband]
- [http://www.geoforum.ch GEOforumCH - Die Platform für Geowissenschaften der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz]
- [http://www.erlebnis-geologie.ch Erlebnis Geologie]
- [http://www.g-o.de g-o.de – Internetmagazin für Geo- und Naturwissenschaften]
- [http://www.geologieinfo.de/geolexikon/ Geo-Glossar - Wörterbuch für Begriffe aus der Geologie, Mineralogie, Paläontologie...]
- [http://www.vulkanweg.de/geo-lexikon_a.html Geo-Lexikon]
- [http://www.geosciences-forum.com/ Geosciences-Forum: Geologie]
- http://themenpark-umwelt.baden-wuerttemberg.de
- [http://www.geodienst.de/geschichte.htm Personen und Daten zur Geschichte der Geologie und Paläontologie]
- [http://www.eldey.de/Geologie/geologie.html Texte zur allgemeinen Geologie und regionalen Geologie Islands]
- [http://elm-asse-kultur.de/html/geologie.html Zur Geologie des norddeutschen Raums]
Kategorie:Naturwissenschaft
!
ja:地質学
ko:지질학
nb:Geologi
th:ธรณีวิทยา
Kalkstein
Kalkstein ist ein biogenes Sedimentgestein, das hauptsächlich aus Kalziumcarbonat in den beiden Mineralformen Kalzit und Aragonit (beide CaCO3) sowie aus Dolomit (CaMg(CO3)2) besteht.
Kalkstein-Formen
- Kalkstein allgemein ist biogen, aber stärker verfestigt als Kreide. Er ist entweder direkt oder indirekt durch Lebewesen gebildet. Direkt wurde und wird er durch Schnecken, Muscheln, gesteinsbildende Korallen und Schwämme gebildet, die Kalziumkarbonat zum Aufbau von Außen- oder Innenskeletten abscheiden. Indirekt wird er dadurch gebildet, dass Lebewesen, vor allem phototrophe, CO2 assimilieren und so das Milieu alkalisieren, was zur Ausfällung von Kalziumkarbonat führt. Die Größe der Karbonatkristalle liegt zwischen derjenigen von Kreide und Marmor. Große Kalkstein-Vorkommen befinden sich im französischen Orgon sowie in Burgberg (Deutschland). Kalkgesteine finden sich auch auf der Schwäbischen und Fränkischen Alb, sowie in den Kalkalpen.
- Kreide ist ein feines, mikrokristallines Sedimentgestein, das durch Ablagerung von gefälltem Kalzit (siehe Kalkstein) sowie der Schalen von fossilen Kleinlebewesen wie Coccolithen der Coccolithophoriden und Schalen der Kammerlinge (Foraminifera) entstanden ist. Kreide tritt an zahlreichen Standorten entlang des europäischen Kreidegürtels zutage, von Großbritannien über Frankreich bis hin zur Insel Rügen in Norddeutschland, und wird stellenweise auch abgebaut. Seekreide am Grund von Seen oder in verlandeten Seebecken besteht fast vollständig aus gefälltem Kalzit. Siehe auch Kreide (Chemie).
- Marmor ist ein grobkristallines, metamorphes Gestein, das entsteht, wenn Karbonatgestein unter dem Einfluss hoher Temperaturen und Drücke umkristallisiert werden. Große Marmor-Vorkommen finden sich in Nordamerika und in Europa beispielsweise in Österreich, Norwegen oder im italienischen Carrara, der Heimat des reinweißen "Statuario", aus dem Michelangelo seine Skulpturen schuf.
- Dolomit
- Korallenkalk
- Tropfstein
- Sinter
- Mondmilch
- Plattenkalk
- Muschelkalk
- Repopierstein
Besondere Vorkommen
- Wachsender Felsen
- Kalk-Sinterterrassen von Pamukkale und Mammoth Hot Springs,
Siehe auch
- Liste der Gesteine
- Liste der Gesteine nach Genese
- Karst
- Kalkablagerung
Kategorie:Gestein
ja:石灰岩
ko:석회암
DachsteinDas Dachsteingebirge, verkürzt der Dachstein, ist ein stark verkarsteter Hochgebirgsstock der Nördlichen Kalkalpen in den Ostalpen. Das Gebirge befindet sich in Österreich. Anteil haben die Bundesländer Salzburg, Oberösterreich und Steiermark. Das Massiv erreicht im Hohen Dachstein mit 2.995 m seine größte Höhe. Dies ist gleichzeitig der zweithöchste Gipfel der Nördlichen Kalkalpen sowie der höchste Gipfel Oberösterreichs und der Steiermark.
Kenner der Alpen bezeichnen das Dachsteingebirge als großartigsten und schönsten Gebirgsstock der Nördlichen Kalkalpen. Das Gebirge verfügt über die größten Gletscher der Nördlichen Kalkalpen. Die Seenlandschaft im Norden, die Hochflächen und Gletscher in der Mitte sowie die höchsten Steilwände der Nördlichen Kalkalpen im Süden untermauern die herausragende Bedeutung dieser Untergruppe.
Benachbarte Gebirgsgruppen
Das Dachsteingebirge grenzt an die folgenden anderen Untergruppen der Alpen:
- Salzkammergut-Berge (im Norden)
- Totes Gebirge (im Nordosten)
- Rottenmanner und Wölzer Tauern (im Südosten)
- Schladminger Tauern (im Süden)
- Salzburger Schieferalpen (im Südwesten)
- Tennengebirge (im Westen)
Topografie
Tennengebirge
Das Dachsteingebirge bietet zwei sehr unterschiedliche Ansichten: Vom Norden, etwa von den Gosauseen aus, beherrschen die weißen Gletscherflächen das Bild, die von den dahinter liegenden Felsgipfeln überragt werden. Vom Süden dagegen fallen vor allem die beinahe senkrecht aufragenden Südwände auf.
Das gesamte Massiv umfasst etwa 20 x 30 km mit Dutzenden Gipfeln über 2.500 m, deren höchste im Südwesten und Süden liegen:
- Hoher Dachstein 2.995 m
- Torstein 2.948 m
- Mitterspitz 2.925 m
- Koppenkarstein 2.863 m.
- Hoher Gjaidstein 2.792 m
Im Massiv befinden sich drei großen Eisflächen. Sie bilden die nördlichsten und östlichsten Gletscher der Alpen.
- Hallstätter Gletscher
- Großer Gosaugletscher
- Schladminger Gletscher
Weiters existieren auch noch kleinere Eisflächen wie der Kleine Gosaugletscher und der Schneelochgletscher. Die Gletscher schrumpfen sehr stark. So hat der Hallstätter Gletscher im Jahr 2003 um 20 m abgenommen. Es wird vermutet, dass in 80 Jahren das Gebiet völlig eisfrei sein wird.
Durch seine exponierte Lage zwischen Hallstätter See, dem Tal der Traun, dem breiten Ennstal und einigen nur niedrigen Pässen hat er großen Einfluss auf das lokale Wetter.
Nach Osten schließt sich die große Karsthochfläche "Auf dem Stein" an, die weiter östlich in das Kemetgebirge (Stoderzinken, Kammspitze) und den Grimming übergeht.
Im Westen geht das Dachsteinmassiv in den schroffen Gosaukamm über, dessen isoliert stehende Bischofsmütze (2.458 m) trotz ihres brüchigen Gesteins zum Klettern sehr beliebt ist. Im Norden des Massivs, im Einzugsgebiet der Traun, liegen die bekannte Riesen-Eishöhle und die Koppenbrüller Höhle (Tropfstein).
Tropfstein
Geologie
Es herrscht der weit verbreitete Dachsteinkalk vor, der auch in den südlichen Kalkalpen, z. B. den Südtiroler Dolomiten, steile Wände bildet. Der Kalk bildete sich im jüngeren Trias vor rund 220 Millionen Jahren.
Der Dachstein ist ein typisches Karst-Gebiet und so existieren unzählige Höhlen. Am Nordrand befinden sich u. a. einige der größten Höhlen Österreichs wie z. B. die Dachstein-Mammuthöhle und die Hirlatzhöhle.
Der Dachstein ist bekannt für sein großes Fossilienvorkommen. So führt etwa der Linzer Weg direkt über sogenannte "Kuhtritte" (Muschelreste).
Der massigere Dachstein-Riffkalk baut unter anderem den markanten Gosaukamm auf.
Geschichte
1810 gelingt Erzherzog Johann die erste Überquerung des Dachsteingebirges. Den Hauptkamm überquert er dabei über die Feisterscharte im Bereich des heutigen Guttenberghauses. Zwei Jahre später unternimmt Erzherzog Karl einen Versuch, den Gipfel des Hohen Dachsteins zu erreichen, muss aber am Hallstätter Gletscher umkehren.
1819 wird der Torstein, der westlichste Gipfel in der Dachsteinsüdwand, erstmals von Jakob Buchsteiner bestiegen; 1832 folgt der Hauptgipfel, der Hohe Dachstein, durch Peter Gappmayr.
Friedrich Simony widmete im 19. Jahrhundert viele Jahre der Erforschung des Gebietes. Im Jahr 1847 führte er die erste Winterbesteigung durch. Simony legte auch zahlreiche Wege und Hütten an, um den Dachstein für andere zugänglich zu machen. Am 14. August 1872 ist sein älterer Sohn Oskar Simony der Erste, der am Mitterspitz steht, das ist der dritte große Gipfel im Dachstein-Hauptkamm. Schließlich folgt der jüngere Sohn, Arthur Simony, als Erstbesteiger des Koppenkarsteins am 20. August 1873.
Am 17. Juli 1910 gelingt es Georg Lahner und anderen tiefer in die Dachstein-Rieseneishöhle vorzustossen.
1910 Beginn der Erforschung der Dachstein-Mammuthöhle.
Heilbronner Tragödie
Am Gründonnerstag 1954 starten zehn Schüler und drei Lehrer aus Heilbronn bei gutem Wetter zu einer Tageswanderung rund um den Krippenstein. Als das Wetter umschlägt werden sie von Einheimischen gewarnt, dennoch setzen sie ihren Weg fort. Innerhalb kürzerster Zeit fällt ein Meter Schnee und der dichte Nebel im baumlosen Karstgelände macht jede Orientierung unmöglich.
Es beginnt die größte Hilfsaktion in der österreichischen Geschichte der alpinen Bergrettung. Erst nach 43 Tagen konnten die letzten beiden Vermissten gefunden werden. Alle Mitglieder der Gruppe sind erfroren.
Das Heilbronner-Kreuz im Dachsteinmassiv ist eine Gedenkstätte, die an dieses Unglück erinnert.
Besteigung
Krippenstein
Krippenstein
Da der Hohe Dachstein als Hauptgipfel der höchste Gipfel Oberösterreichs und der Steiermark ist, wird dieser von vielen Bergsteigern, im Winter als auch im Sommer, besucht. An Tagen mit guten Wetterverhältnissen sind oft über 100 Bergsteiger unterwegs und lange Staus an Schlüsselstellen sind möglich. Aber auch andere Gipfel und Verbindungswege sind beliebte Ziele für hochalpine Wanderungen:
- Hoher Gjaidstein (2.794 m): kann von der Bergstation der Dachsteinsüdwandbahn aus unschwer erreicht werden
- Hoher Krippenstein (2.108 m): Endpunkt der Obertrauner Dachsteinseilbahn
- Zinken (1.854 m): im Nordosten vorgelagerter Gipfel, der nur in einer anstrengenden Tagestour von Bad Aussee aus erreichbar ist.
- Kufstein (2.049 m): östlichster Gipfel mit hervorragender Aussicht auf die umliegende Bergwelt.
- Scheichenspitze (2.667 m): südlichster Gipfel
- Rötelstein (Rettenstein, 2.247 m): im Südwesten etwas vorgelagert, mit interessanten Blicken in die Dachsteinsüdwand.
Viel begangen ist auch die Längsüberquerung des Dachsteinmassivs von der Hofpürgelhütte im Gosaukamm bis zum Stoderzinken. Diese Bergtour kann entweder in der "Gletschervariante" (mit Überquerung von Gosaugletscher, Hallstätter Gletscher und Schladminger Gletscher) oder in der "gletscherfreien Variante" (die im ersten Teil am Fuß der Südwandabstürze entlangführt) ausgeführt werden.
Daneben gibt es zahlreiche Kletterrouten im gesamten Gebiet. Die bekanntesten und interesantesten sind dabei im Bereich der beinahe senkrecht abstürzenden Südwände:
- Steinerweg (Hoher Dachstein, klassische Route, IV+)
- Pichlweg (Hoher Dachstein, klassische Route, IV)
- Koppenkarstein-Südwand (klassische Route, IV)
- "Merci Cerri" (Koppenkarstein, Sportkletterroute)
- "Der Johann" (Dachsteinwarte, Klettersteig)
- "Ramsauer Klettersteig" (Scheichenspitze, Klettersteig)
Als Besonderheit kann der Dachstein mit einem Fußgängertunnel aufwarten, der die Bergstation der Dachsteinsüdwandbahn mit dem Einstieg zum Ramsauer Klettersteig und mit der Skitourenabfahrt durch das Edelgries verbindet.
Tourismus
Bergbahnen
Das Gebiet ist touristisch durch zwei Seilbahnanlagen erschlossen:
- Dachsteinseilbahn in Obertraun: Diese aus insgesamt vier Seilbahnen bestehende Anlage führt die Ausflügler zu den Eishöhlen und auf den Krippenstein. Im Winter stehen hier auch einige Skiabfahrten zur Verfügung. Neuerdings hat sich der Krippenstein als ein wichtiges Zentrum des Freeridens in Österreich etabliert.
- Dachsteinsüdwandbahn in Ramsau am Dachstein: Die Seilbahn überwindet ohne eine einzige Stütze 1.000 m und endet am Hunerkogel (2.687 m), einem der niedrigsten Gipfelpunkte des Südwandverlaufs. Mit ihr erreicht man auch das kleine Sommerskigebiet und das Trainingszentrum für den Skilanglauf am Schladminger Gletscher.
Fern-/ Weitwanderwege
Die Via Alpina, ein grenzüberschreitender Weitwanderweg mit fünf Teilwegen durch die ganzen Alpen, verläuft auch durch das Dachsteingebirge.
Der Violette Weg der Via Alpina verläuft mit zwei Etappen durch das Dachsteingebirge wie folgt:
- Etappe A33 verläuft von Gosau zur Theodor-Körner-Hütte über die Gablonzer Hütte
- Etappe A34 verläuft von der Theodor-Körner-Hütte nach Lungötz über die Hofpürglhütte
Weitere Attraktionen für den Fremdenverkehr sind:
- Dachstein-Rieseneishöhle, Dachstein-Mammuthöhle und Koppenbrüllerhöhle: alle drei Höhlensysteme sind von Obertraun aus erreichbar.
- Viele Wanderwege vor allem auf den bewaldeten Kuppen, die im Süden vorgelagert sind: Bachlalm, Brandriedl etc.
- Silberkarklamm: kleine, steile Klamm im Südosten
- Alpinmuseum: Kleine alpinhistorische Sammlung in den Kellerräumen der Austriahütte am Brandriedl.
Im Winter gibt es sowohl an der Süd- als auch an der Nordseite kleine Skigebiete. Bei Skibergsteigern ist die Überquerung des Massivs von Süden (Ramsau) nach Norden (Obertraun oder Hallstatt) sehr beliebt.
Bekannte Talorte sind Hallstatt, Obertraun, Gosau, Schladming, Ramsau am Dachstein und Filzmoos.
Berghütten
Nördlich des Hauptgrates (von Westen nach Osten):
- Adamekhütte (2.196 m)
- Dachsteinwartehütte (2.741 m)
- Simonyhütte (2.205 m)
- Wiesberghaus (1.872 m)
- Lodge am Krippenstein (2.060 m)- ehemaliges Schutzhaus Krippenstein
Südlich des Hauptgrates (von Westen nach Osten):
- Dachsteinsüdwandhütte (1.871 m)
- Austriahütte (1.638 m)
- Guttenberghaus (2.147 m)
- Silberkarhütte (1.223 m)
Weblinks
- [http://www.planai.at/planai_dachstein/sommer/klettern/sommer_d_1699_DEU_HTML.htm Klettern & Klettersteige in Dachstein-Südgebiet]
- [http://members.aon.at/anisa/gletscher%20dachstein%20index.htm Gletscher, Geschichte und Erforschung, Alm-Sage]
- [http://www.m-klueber.de/Foto/Alpen/Dachstein/Dachstein.htm Bildgalerie 'Dachstein' auf M. Klüber Fotografie]
- [http://photos.eisenbach.at/wanderungen/dachstein/ Bergtour Dachstein via Simonyhütte]
- [http://www.aeiou.at/aeiou.photo.data.image.fw1/fw08040h.jpg Foto des Dachsteinmassivs von Süden/Hochwurzen]
- [http://www.dachstein.at/s_eishoehle.htm Riesen-Eishöhle]
Kategorie:Alpen
Kategorie:Zweitausender
Kategorie:Berg in Oberösterreich
Kategorie:Berg in Salzburg
Kategorie:Berg in der Steiermark
Kategorie:Gletscher in Österreich
Kategorie:Weltkulturerbe
LeithagebirgeDas Leithagebirge liegt geografisch an der Landesgrenze zwischen Niederösterreich und dem Burgenland.
Das Leithagebirge oder die Leithaberge, wie sie umgangssprachlich auch heißen, ist ein ca. 35 km langer und 5-7 km breiter Höhenrücken am Rand des Wiener Beckens im Westen zwischen Brucker Pforte im Norden und Wiener Neustädter Pforte im Süden. Als Ausläufer der Alpen ist das Leithagebirge eine Verbindung zu den Karpaten im Norden.
Die höchste Erhebung ist mit 484 m NN der Sonnenberg. Der Gebirgsrücken ist stark bewaldet. Laubbäume, wie Eichen, Hainbuche und Rotbuche, sind vorherrschend. An den Südosthängen des Gebirges auf burgenländischer Seite, die flach bis zum Neusiedlersee abfallen, sind Weingärten landschaftsbestimmend.
Geologisch besteht das Leithagebirge aus Gneis und Glimmerschiefer und darüber liegend Kalkstein, der als Leithakalk bekannt ist. Der Kalk wird wegen seiner Reinheit hauptsächlich zur Kreideherstellung verwendet.
Besiedelt ist das Leithagebirge selbst kaum, die Orte liegen alle am Rand. Die wichtigsten Orte sind Mannersdorf mit einer großen Zementfabrik und St. Margarethen mit dem Kalksteinbruch. Auch ein Truppenübungsplatz des Bundesheeres befindet sich in Bruckneudorf.
Auch militärisch war das Leithagebirge immer von Bedeutung, da es zwar einen geringen Schutzwall gegen Angreifer aus dem Osten bot, aber doch leichter zu verteidigen war als die beiden Pforten.
Kategorie:Gebirgsgruppe im Burgenland
Kategorie:Gebirgsgruppe in Niederösterreich
WesterwaldDer Westerwald ist ein deutsches Mittelgebirge im Bundesland Rheinland-Pfalz mit kleineren Anteilen in Hessen bzw. Nordrhein-Westfalen.
Das bis zu 657 m hohe, geologisch alte Rumpfgebirge überdeckt ein Gebiet von etwa 50 x 70 km und hat im flacheren Westteil (Vorderer oder Unterer Westerwald) den Charakter eines Hügellandes. Typisch für die Wirtschaft der des zu etwa 40% bewaldeten "Oberen Westerwaldes" ist der traditionelle Abbau von Schiefer, Ton und Basalt, die Töpferei und die Eisenindustrie. Der Hauptort des Westerwaldkreises ist Montabaur; in 10-20 km Entfernung liegen die Städte Bonn, Koblenz, Siegen und Wetzlar.
Bonn
Geografie
Morphologisch gehört der Westerwald zum Rheinischen Schiefergebirge und bildet den Großteil von dessen östlicher, rechtsrheinischer Hälfte. Er wird im Uhrzeigersinn durch folgende Flüsse bzw. Flussläufe begrenzt:
das untere Mittel-Rheintal zwischen Koblenz und Linz, die gesamte Sieg, den Oberlauf der Dill und ab deren Mündung bei Wetzlar den Unterlauf der Lahn. Geomorphologisch gehört allerdings auch das östlich der Dill gelegene Gladenbacher Bergland zum Westerwald, während die bis 680 m hohen Berge beim Haiger Sattel und östlich von Siegen schon zum Rothaargebirg gezählt werden.
Der Westerwald hat trotz seiner relativ geringen Höhe ein eher rauhes Klima. Flächenmäßig gehört er mit etwa 3000 km² zu den größeren Gebirgen Deutschlands, und wirtschaftlich-kulturell auch zu den bekanntesten. Seine Bergwelt geht in Richtung Norden nahtlos in das Rothaargebirge und nach Nordosten in das Lahn-Dill-Bergland über.
Höhenmäßig gliedert er sich in 3-4 Regionen:
- Unterer Westerwald: der an den Rhein grenzende West- und Südwestteil, zertaltes Hügelland in Höhenlagen von 100-400m.
- Zu ihm werden meist auch das Siebengebirge bei Bonn (bis 464m) und der Montabaurer Westerwald (bis 545m) gezählt.
- Oberer Westerwald: teils bewaldetes Hochland, etwa 350 bis 500m über dem Meer.
- Hoher Westerwald: kahle, wellige Basaltfläche mit rauhem Klima, Gipfelflur rund 500 bis 657m.
Kreisstädte im Westerwald sind: Altenkirchen (AK), Montabaur (WW) und Neuwied (NR). Darüber hinaus haben der Lahn-Dill-Kreis (LDK), der Landkreis Mayen-Koblenz (MYK), der Rhein-Lahn-Kreis (EMS) und der Landkreis Limburg-Weilburg (LM) geringere Anteile am Westerwald. Nimmt man die Sieg als nördliche geografische Begrenzung des Westerwaldes an, so gehört ebenfalls der rechtsrheinische Rhein-Sieg-Kreis (SU, NRW) zu Teilen (z.B. das Siebengebirge) dazu.
Namensherkunft und Geschichte (...)
Der Name des Westerwaldes leitet sich von der aus dem Mittelalter stammenden Eingrenzung des Gebietes als Wald westlich von Herborn ab. Er ist aber erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts allgemein gebräuchlich. Bekannt wurde er durch das Volkslied [http://www.mightymueller.de/wald/westerwaldlied.html "Oh, du schöner Westerwald / über deine Höhen pfeift der Wind so kalt"].
Geologie
Geologisch ist der Westerwald Teil des Rheinischen Schiefergebirges und stellt wie dieses einen stark erodierten Rest des großen variszischen Gebirgssystems dar, welches in der Erdmittelalter große Teile Europas prägte.
Das devonische Grundgebirge wird von alten vulkanischen Massen überlagert, insbesondere Basalten und Tuffen. Wirtschaftlich bedeutend war/ist neben der Gewinnung von Schiefer, Kalk und Ton auch das Eisen und seine verarbeitende Industrie zwischen Rheintal (Unkel, Linz) und unterer Wied, der Bimskies im Neuwieder Becken, verschiedene Mineralquellen und früher der Abbau von Braunkohle.
Die höchste Erhebung des Westerwalds ist die östlich liegende Fuchskaute die sich mit 657 m um etwa 400 m über das Siegener Tal erhebt. Noch einige weitere der Dutzenden Gipfel übersteigen die 600m-Grenze. Das ganze Gebiet lag im Erdaltertum (vor 600 bis 270 Mill. Jahren) unter einem tropisch warmen Meeresarm. Dieses Meer lagerte viele Kilometer dicke Sedimente in die variszische Geosynklinale ab, die bei der folgenden Gebirgsbildung stark gefaltet wurden. Die am Nord- und Westrand des Westerwalds gelegenen Städte Siegen und Koblenz gaben auch zwei Schichten des Unter-Devon mit ihren bunten Schiefern ihre Namen.
In einigen Gebieten baut man seit langem Schiefer und Tonminerale ab, die im so genannten Kannenbäckerland, aber auch an einigen anderen Orten in Töpfereien weiter verarbeitet werden. Auch der Export, insbesondere nach Italien ist bedeutend (über eine Million Tonnen pro Jahr). Im östlichsten Westerwald (hessischer Teil) finden sich interessante Kalksteinvorkommen aus unterschiedlichsten geologischen Zeiträumen. Der Erdbacher Kalk aus dem Unterkarbon gab einer kleinen Zeitstufe den Namen "Erdbachium".
Bei Breitscheid finden sich Reste eines Atolls (ringförmiges Riff) aus dem subtropischen Devonmeer vor 380 Millionen Jahren. Teile dieser Kalkformation werden im Tagebau gewonnen; bei Homberg wurde ein Fossilien-Schutzgebiet eingerichtet, in dem Institute mehrerer Hochschulen Forschungen und Exkursionen betreiben.
Einige Karsthöhlen sind Forschungsthemen der Speläologie und bewirken das zeitweilige Verschwinden und Wiederauftauchen des Erdbaches.
Berge
- Fuchskaute (657 m; Aussichtsturm), Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz
- Stegskopf (654 m; früher Aussichtsturm, Quelle der Daade), Landkreis Altenkirchen, Rheinland-Pfalz
- Höllberg (643 m; Fernsehturm), Lahn-Dill-Kreis, Hessen
- Auf der Baar (618 m), Lahn-Dill-Kreis, Hessen
- Nenkersberg (610 m), Kreis Siegen-Wittgenstein, Nordrhein-Westfalen.
- Knoten (605 m), Landkreis Limburg-Weilburg, Hessen
- Großer Weißenstein (516 m), Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz
- Montabaurer Höhe (545 m; Fernsehturm), Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz
- Köppel (540 m; Aussichtsturm), Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz
- Watzenhahn (475 m), Girkenroth/Weltersburg, Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz
- Beulskopf (388 m; Aussichtsturm), Landkreis Altenkirchen, Rheinland-Pfalz
Flüsse und Bäche
Flüsse, die das Gebirge begrenzen (im Uhrzeigersinn):
- Rhein - südwestliche Begrenzung des Westerwalds
- Sieg - nördliche Begrenzung
- Dill - östliche Begrenzung, Nebenfluß der Lahn
- Lahn - südöstliche Begrenzung.
Kleinere Flüsse im Innern des Gebirges:
- Sayn - im südlichen ("Unteren") Westerwald, fließt nach Westen zum Rhein
- Wied (zwischen Sieg und Sayn) - nach Westen zum Rhein
- Nister (im Nordosten, Grenze zum Ober-Westerwald) - nach Nordwesten zur Sieg
- Elbbach (nach Süden zur Lahn).
Größere Bäche:
- Brexbach, Dietzhölze, Erdbach, Gelbach, Hellerbach, Holzbach, Kerkerbach, Masselbach, Saynbach, Ulmbach.
Persönlichkeiten
- Annegret Held (Schriftstellerin)
- Johannes Kalpers (Sänger)
- Freiherr vom Stein (Preußischer Politiker)
- Friedrich Wilhelm Raiffeisen (Begründer des Genossenschaftswesens in Mitteleuropa)
- August Sander (Fotograf)
- Rudolf Scharping (deutscher Politiker, SPD)
- Martin Stadtfeld (Pianist)
Weblinks
- http://www.ge-li.de/broschre2.htm (Erdgeschichte und Karstlehrpfad)
- http://www.westerwald-links.com/wester/geo/geo1.shtml (Geschichte, Amtliches)
- http://www.mightymueller.de/wald/westerwald.html (Älteste Westerwaldseite, satirische Darstellung der Westerwälder)
- http://www.raimund-schaefer.de/westerwald.htm (Geschichte des Westerwaldes)
Kategorie:Deutsches Mittelgebirge
Kategorie:Rheinland-Pfalz
Kategorie:Rheinland
Kategorie:Geographie (Hessen)
Kategorie:Geographie (Nordrhein-Westfalen)
Kategorie:Geographie (Rheinland-Pfalz)
Kategorie:Gebirge
Kategorie:Historische Geologie
Kategorie:Historische Landschaft
Kategorie:Waldgebiet
Gebirgspass
Als Gebirgspass oder kurz Pass bezeichnet man die tiefste Stelle eines Bergrückens oder Gratverlaufs zwischen zwei Bergen oder zwischen zwei Gebirgsgruppen. In manchen Gegenden wird ein solcher Grateinschnitt auch als Joch bezeichnet. So verbinden Pässe zumeist zwei Täler die durch einen Bergrücken getrennt sind. In der Meteorologie bilden Pässe nicht selten Wettergrenzen aus.
In der Geomorphologie wird eine solche Einsenkung innerhalb eines Gebirgskammes als Sattel bezeichnet. Diese Einsenkung kann durch lokale Verwitterungsunterschiede, insbesondere aber durch Gletscherschliff (Transfluenzsattel) entstehen.
Oft ist ein Pass von einem Weg bzw. einer Straße erschlossen, die diesen tiefsten Punkt des Gebirges oder Bergstocks als Verbindung zwischen zwei Tälern nutzt. In diesem Fall wird die Bezeichnung Pass oft als Synonym für diesen Weg verwendet. Neben der Verbindung über einen Gebirgskamm hinweg, haben Pässe häufig auch die Funktion der Erschließung besonderer Landschaftsregionen, die das "Naturerlebnis" oder die besondere sportliche Herausforderung (siehe Tour de France) betont.
Die Geschichte vieler Pässe als Konzentrationspunkte vieler länderverbindenden Wege ist durch Ausgrabungen über Jahrtausende hinweg belegt.
Bekannte Pässe in den Alpen
findet man unter :Kategorie:Alpenpass
Bekannte Pässe in aller Welt
- Kardung La (5606 m, Ladakh, Kaschmir, Indien, höchster befahrbarer Pass der Welt)
- Taglang La (5317 m, Ladakh, Kaschmir, Indien, zweithöchster befahrbarer Pass der Welt)
- Kunjerab-Pass (4730 m, Karakorum, Pakistan/VR China, der höchste Grenzübergang der Welt)
- Abra Anticona (4800 m, Anden, Peru, der höchste Eisenbahnpass der Welt)
- Khyber-Pass (1070 m, Hindukusch, Pakistan/Afghanistan, historisch wichtiger Pass zwischen Orient und Südasien)
- Línea 5 in Kolumbien die höchste für Lastwagen befahrbare Passstraße der Welt überquert in Höhen bis 3200 m die Kordilleren
Siehe auch
- Talpass
- Liste der Alpenpässe
- Liste der Pässe in der Schweiz
- Liste der italienischen Gebirgspässe
- Alpenpässe zu römischer Zeit
Kategorie:Physische Geographie
Kategorie:Gebirgspass
ja:峠
BrennerpassDer Brenner (auch Brennerpass, italienisch Brennero) ist ein wichtiger Grenzpass in den Ostalpen zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und dem zu Italien gehörenden Südtirol (Autonome Provinz Bozen-Südtirol).
Er ist die meistbefahrene Verbindung zwischen Österreich und Italien und auch für Süddeutschland von großer Bedeutung. Im Gegensatz zu den Schweizer Pässen liegt das Schwergewicht hier nicht auf der Eisenbahn, sondern im Straßenverkehr. Der Brenner ist mit 1.374 m über dem Meeresspiegel der niedrigste Pass des Alpenhauptkamms in den Zentralalpen.
Brennerachse
ZentralalpenDie Brennerroute ist zwar der wichtigste Übergang zwischen beiden Hälften Tirols, aber heute für den internationalen Verkehr von wesentlich größerer Bedeutung als für das in Nord-Süd-Richtung relativ schmale Tirol.
Die Verkehrsverbindung umfasst:
- eine vierspurige Autobahn - die in den 1960ern gebaute Brennerautobahn (A 13) - mit Mautpflicht und zahlreichen technisch-geologisch anspruchsvollen Brücken,
- eine Eisenbahnstrecke (Brennerbahn) - die in nächster Zukunft durch den Brennerbasistunnel (BBT) ergänzt werden soll
- sowie die „alte“ Bundesstraße (auf österreichischer Seite) bzw. Staatsstraße (auf italienischer Seite).
Die Brenner-Route verbindet München und Innsbruck (575 m) über Bozen (262 m) mit der Poebene. Zusätzlich soll bis zum Jahr 2015 ein langer Eisenbahntunnel fertiggestellt sein, der Brennerbasistunnel (BBT). Er soll die Alpen in einer Länge von etwa 70 km zwischen Innsbruck und Franzensfeste unterqueren. An der Finanzierung wird sich die EU beteiligen, doch über das Ausmaß und die Problematik des enormen Transitverkehrs wird noch verhandelt.
Geographie
Der Brenner und die von ihm nach Osten und Westen verlaufenden Gebirgsketten bilden die Wasserscheide zwischen der Sill (siehe auch Wipptal) und dem Eisack - und damit die Hauptwasserscheide zwischen der Adria und dem Schwarzen Meer. Regional trennt diese Wasserscheide die Einzugsgebiete der großen Nordalpenströme Inn und Donau vom Gebiet südlich des Alpenhauptkamms (Trient-Südtirol und Oberitaliens, das hauptsächlich von der Etsch (italienisch Adige) und dem Po entwässert wird.
Geschichte
Schon in der Steinzeit gab es Wege, die über den Brenner führten (der Eismann „Ötzi“ verunglückte vor 5.300 Jahren 50 km westlich auf 3.200 m). Die Römer bauten die alten, unbefestigten Pfade aus und errichteten befestigte Straßen, die jedoch relativ schmal und teilweise auch sehr steil waren.
Aufgrund der guten Bauweise und des Unterbaus hielt sich die Handelsroute in Teilen bis ins Mittelalter, allerdings machte der zunehmende Verfall auf vielen Abschnitten nur mehr den Transport mit Saumtieren möglich. Die enge Schlucht des Eisacks nördlich von Bozen (Kunterschlucht) war völlig weglos geworden; Reisende und Transporte mussten bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts südlich von Brixen über das Ritten-Massiv ausweichen.
Wie alle anderen Alpenpässe war auch dieser nicht ungefährlich: Hochwasser im Sommer, Lawinen im Winter machten die Alpenquerung unsicher. Erst 1777 baute Kaiserin Maria Theresia die Römerstraße aus, 90 Jahre später (1867) wurde die erste Eisenbahnlinie fertiggestellt.
1957 begann der Bau der Europabrücke - und somit die Umsetzung des Pionierprojektes Brennerautobahn. Am 17. November 1963 wurde die Autobahn für den Verkehr freigegeben.
Etymologie
Im Altertum war der Brenner ein wichtiges Glied der Bernsteinstraße, die von der Ostsee an die Adria führte. Der Name Brenner stammt vom damaligen Handel mit dem (brennbaren) Bernstein, der über mehrere Alpenpässe abgewickelt wurde.
Zahllose Städte und Gebirgspässe verweisen auf den Handel mit Bernstein, u. a. Bern, Brandenburg, Brunsbüttel usw.
Zusammen mit dem Brennerpass sind viele der Alpenüberquerungen mit Zugang zu Italien Bernsteinpässe. Diese „Brenner-Pässe“ sind am Wortstamm Bern oder Bren leicht zu identifizieren. Jeder „Bernsteinpass“ ist Teil der wichtigen Nord-Süd-Verbindungen der Bernsteinstraßen:
- Lukmanierpass am Fluss Brenno (Rheintal-Mailand)
- Berninapass (Inntal-Mailand)
- Brennerpass (Inntal-Wipptal-Etschtal)
Weblinks
- [http://www.kidweb.de/hwgarda.htm Von Innsbruck über den Brenner...]
- [http://www.videomaut.at PKW-Maut für den Brennerpass online bezahlen]
- [http://www.joannesrichter.homepage.t-online.de/Androgyn/DasBuchTuisco.pdf Übersicht der Bernsteinpässe, Kapitel 10 des Manuskripts Das Buch Tuisto (PDF-Format, 1,3 Megabyte)]
Kategorie:Alpenpass
Kategorie:Gebirgspass
Kategorie:Pass in Italien
Kategorie:Pass in Österreich
Kategorie:Straßenverkehr
ja:ブレンネル峠
Zillertaler Alpen Die Zillertaler Alpen sind eine Untergruppe der Zentralalpen in den Ostalpen. Anteil haben Österreich mit den Bundesländern Tirol und Salzburg sowie Italien mit der Region Trentino-Alto Adige. Der Salzburger Anteil beschrä | | |