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Bergkiefer
Die Bergkiefer (Pinus mugo), auch Latschenkiefer (kurz Latsche), Legföhre, Leg-Kiefer oder Krummholz-Kiefer genannt, ist ein Nadelholzgewächs (Pinophyta) aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Sie bildet eine eigene Art innerhalb der Gattung der Kiefern (Pinus).
Dieser Artikel beschreibt die Unterart Pinus mugo subsp. mugo (inkl. Pinus mugo subsp. pumilio)
Beschreibung
Die Bergkiefer wird zwischen 1 bis 3 m hoch und ist gekennzeichnet durch ihren krummen Wuchs mit niederliegenden bis bogig aufsteigenden Stämmen und Ästen. Diese bilden oft ein undurchdringliches Gewirr (Latschenfilz oder Latschenfelder).
Die dunkelgrünen, spitzen Nadeln paarweise an den Kurztrieben und sind bis 5 cm lang. Deren Lebensdauer beträgt 5 bis 10 Jahre.
Die Bergkiefer ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), es kommen somit männliche und weibliche Zapfen auf einem Individuum vor. Die Pollen werden am Grund junger Langtriebe gebildet, anstelle von beblätterten Kurztrieben in den Achseln von Schuppenblättern. Weibliche Zapfen gedeihen nahe dem Ende junger Langtriebe. Sie werden kaum länger als 10 mm, sind blassrosa bis rot und wachsen bis zum ersten Herbst kaum. Im zweiten Jahr wachsen die weiblichen Zapfen und reifen.
Samen und reifende Zapfen
Die harten, eiförmigen Zapfen sind im zweiten Jahr reif und geben geflügelte Samen frei. Diese sind
beflügelt und werden 4 bis 5 mm groß. Die Samenanlagen sitzen offen auf schuppenförmigen
Fruchtblättern, sind also nicht in einem Fruchtknoten eingeschlossen (Nacktsamer!).
Die Samenzapfen sind symmetrisch (Zapfenstiel - sofern vorhanden - zentrisch und gerade, d.h. in der Zapfenachse liegend). Der Schild der Samenschuppen ist meist flach, selten etwas aufgewölbt bis kegelig. Die Zapfen werden zwischen 3 und 7 cm lang. Sind die Zapfen geöffnet, erreichen sie eine Breite zwischen 2 und 5 cm. Auf die Blütezeit während den Sommermonaten Juni und Juli folgt die Samenreife im Oktober. Die Entwicklung der Früchte erfolgt über einen Zeitraum von drei Jahren.
Das Holz der Latsche ist hart und schwer spaltbar, d.h. es weist eine gute Querfestigkeit auf
und ist wenig elastisch. Weiter ist es harzhaltig, hat einen rötlichen Kern, der unter Lichteinfluss nachdunkelt und einen Splint der 2 bis 4 cm breit und gelblich weiss ist.
Weiter typisch sind die seifige Oberfläche, relativ grosse Äste von dunkelbrauner Farbe und der angenehme Harzgeruch.
Vorkommen
Holz
Die Latschenkiefer kommt vor allem in der subalpine Zone ozeanischer Hochgebirge vor. Als Gartenform werden sie aber auch außerhalb derselben angetroffen.
Hauptvorkommen hierbei ist in den Pyrenäen, Alpen, Erzgebirge, Karpaten, nördliches Appenin bis zum Balkan zwischen 1.000 m bis 2.700 m. In Österreich ist sie bis auf Wien und Burgenland in allen Bundesländern häufig vertreten.
Als Standort werden mäßig trockene, felsige Stellen bevorzugt. Die Pflanze ist etwas schneeschutzbedürftig.
Verwendung
Verwendung ähnlich wie bei Wald-Kiefer.
Da die Stämme und Äste nicht sehr dick werden, sind sie allenfalls als Drechsler und
Schnitzholz verwertbar, evtl. für einfache Möbel, als Hobelware im Innen und
Aussenbau und im Fensterbau. Frisch geschnitten ist der Splint allerdings sehr anfällig
auf Bläuepilze.
Aus frischen Nadeln, Zweigspitzen und Ästen gewinnt man Latschenkiefernöl für
kosmetische Produkte. In der Brennerei wird das Öl mittels Wasserdampfdestillation
gefiltert und tropfenweise in einem Glas aufgenommen. Als fertiges Latschenkiefernöl
kann es naturrein abgefüllt und zum Verkauf angeboten werden. Es dient zur äusserlichen sowie innerlichen Anwendung bei Katharren der oberen und unteren Atemwege. In medizinischen Bädern zur unterstützenden Behandlung bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises im nicht akuten Stadium.
Systematik
Es gibt zwei Unterarten:
- Pinus mugo subsp. mugo, die Legföhre. Sie ist karpatisch-ostalpisch verbreitet.
- Pinus mugo subsp. uncinata, die Spirke oder Aufrechte Bergkiefer. Bei manchen Botanikern ist sie eine eigene Art: Pinus uncinata. Die Spirke ist pyrenäisch-westalpisch verbreitet. Die Pflanze bis zu 20 m hoch und hat asymmetrische Zapfen.
Die beiden Unterarten bilden Bastarde; sie sind also hybridogen verbunden und so gibt es eine recht variable Zwischensippe (P. mugo nothosubsp. rotundata).
Sorten
- Pinus mugo (Bergföhre) - breit kegelförmiger Wuchs, 4-5 m hoch, vielseitig verwendbar, auch für Sichtschutz
- Pinus mugo 'Alpenzwerg' - kegelförmiger, kompakter, langsamer Wuchs, bis 1,5 m hoch, für Tröge und kleine Gärten
- Pinus mugo 'Gnom' - dichtverzweigte, aufrecht und langsam wachsende Form, bis 3 m hoch, Nadeln dicht gedrängt
- Pinus mugo 'Henry' - ausgesprochen zwergiger und langsamer Wuchs, dicht und kugelig, bis 40 cm hoch und 50 cm breit, sehr kurze Abstände zwischen den Verzweigungen, Jahreszuwachs nur 1 bis 3 cm, für kleinste Raumverhältnisse
- Pinus mugo 'Humpy' - breit kissenförmiger, dichter Wuchs, bis 30 cm hoch und 100 cm breit, sehr kurze, dicht gedrängte Nadeln, für kleine Raumverhältnisse
- Pinus mugo 'Mops' - kugeliger Wuchs, bis 1,5 m hoch, langsam wachsend, für Tröge gut geeignet
- Pinus mugo mughus (Legföhre) - weniger stark, aber breiter wachsend als Pinus mugo, 2-3 m hoch und breit, zur Abdeckung und als niedriger Sichtschutz
- Pinus mugo pumilio (Kriechföhre) - dichter und langsamer Wuchs, zudem breit und niederliegend, bis 80 cm hoch und 150 cm breit, für kleine Räume
- Pinus mugo 'Wintergold' - breiter buschiger Wuchs, bis 80 cm hoch und 120 cm breit, Nadeln im Sommer leicht gelb und im Winter schön goldgelb.
Sonstiges
In Nordlagen, bei zu langer Schneebedeckung, wird die Latsche sehr durch den Pilz Herpotrichia nigra (Schwarzer Schneeschimmel) geschädigt (schwärzliche, zusammengeklebte Nadelbüschel) und von der Grünerle ersetzt.
Die elastischen Äste sind vorzüglich dem winterlichen Schneedruck der Hochlagen angepasst.
Image:Kosodrzewina (Sosna górska) Pinus mugo mugo.jpg|Pinus mugo subsp. mugo, blühende Legföhre.
Image:Pinus-mugo.JPG|Pinus mugo subsp. mugo, Legföhre im Garten.
Image:Pinus mugo.jpg|Pinus mugo subsp. mugo, Legföhre im Garten.
Image:Pinus uncinata.jpg|Pinus mugo subsp. uncinata, Spirke oder Aufrechte Bergkiefer.
Image:Bonsai.jpg|Pinus mugo subsp. uncinata, Spirke als untypischer "natürlicher Bonsai".
Literatur
- Johanna Graßmann, Renate Spitzenberger, Susanne Hippeli, Renate Vollmann, Erich F. Elstner: Etherische Öle aus der Latschenkiefer. Naturwissenschaftliche Rundschau 58(3), S. 127 - 133 (2005),
- Manfred A. Fischer: Exkursionsflora von Österreich, Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Weblinks
Kategorie:Nacktsamer
Kategorie:Baum
Kategorie:Alpenflora
Nadelholzgewächse
Die Nadelholzgewächse (Pinophyta) oder auch Koniferen genannt, von lateinisch conifera = "Zapfenträger", bilden eine monophyletische Abteilung von Samenpflanzen (Spermatophyta).
Sie wurden früher zusammen mit den Palmfarnen (Cycadophyta), den Ginkgopflanzen (Ginkgophyta)
und den Gnetophyta zu den Nacktsamigen Pflanzen gezählt,
und sind von den Bedecktsamigen Blütenpflanzen (Magnoliophyta), deren Samenanlagen besser geschützt sind, deutlich abgegrenzt.
Verbreitung
Nadelholzgewächse gibt es fast überall auf der Welt. In ihren Habitaten sind sie oft die dominierenden Pflanzen, zum Beispiel in der Taiga, dem borealen Nadelwaldgürtel.
Beschreibung
Die heute lebenden Pinophyta sind mehrjährige holzige Pflanzen, die meisten Arten sind Bäume. Die Mehrzahl der Taxa hat einen monopodialen Wuchs, also einen Hauptstamm mit Seitenzweigen. Die Wuchshöhe von ausgewachsenen Koniferen reicht von weniger als einem Meter bis über einhundert Meter. Die am höchsten wachsende Art ist der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens), mit einer maximalen Höhe von 112,34 Metern. Das größte Volumen hat ein Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), mit 1486,9 Kubikmetern. Der dickste Nadelbaum ist die Montezuma-Zypresse (Taxodium mucronatum), mit einem Durchmesser von 11,42 Metern. Der älteste Baum ist eine Grannen-Kiefer (Pinus longaeva), sie ist 4700 Jahre alt.
Blätter
Grannen-Kiefer (Pseudotsuga menziesii)]]
Grannen-Kiefer (Chamaecyparis pisifera)]]
Die Blätter der meisten Nadelbäume sind lang, dünn und nadelförmig. Aber es gibt auch Taxa mit anderen Blattformen, dazu gehören die meisten Zypressengewächse (Cupressaceae) und einige der Steineibengewächse (Podocarpaceae), sie haben flache Blätter. Einige Taxa, besonders die Kauri Agathis innerhalb der Araukariengewächse (Araucariaceae) und Nageia innerhalb der Podocarpaceae, haben breite flache Blätter . Bei der Mehrzahl der Nadelholzgewächse sind die Blätter spiralig um die Zweige angeordnet, Ausnahmen hierbei sind die Cupressaceae und eine bei Podocarpaceae, bei denen sie in gegenständigen Paaren oder in zu drei bis vier in Wirteln angeordnet sind. Es gibt Blattgrößen von 2 mm bis zu 400 mm Länge (sehr lange Nadeln hat zum Beispiel Pinus engelmannii). Die Stomata sind in Linien oder Haufen auf den Blättern angeordnet. Sie können bei kalter oder sehr trockener Witterung geschlossen werden. Bei der Mehrzahl der Gattungen sind die Blätter immergrün und bleiben an den Pflanzen für mehrere (2 bis 40) Jahre bis sie abfallen. Aber drei Gattungen: Lärchen (Larix), Sumpfzypressen (Taxodium) und Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) sind laubabwerfend, sie verlieren ihr Laub im Herbst und sind während des Winters blattlos. Die Keimlinge der meisten Nadelgehölze, dazu gehören die meisten Cupressaceae, und die Kiefern (Pinus), haben Jugendblätter die stark verschieden sind zu den Blättern älterer Pflanzen.
Kiefern
Samen und Zapfen
Die meisten Nadelbäume sind monözisch, einige sind diözisch. Alle Pinophyta sind windbestäubt (anemophil). Die Koniferen-Samen entwickeln sich in einem sie schützenden Zapfen. Die Zapfen brauchen bis zur Reife vier Monate bis drei Jahre. Sie werden 2 mm bis 600 mm lang.
Bei den Pinaceae, Araucariaceae, Sciadopityaceae und den meisten Cupressaceae, sind die Zapfen holzig. Wenn die Zapfen reif sind öffnen sich normalerweise die Schuppen und ermöglichen, dass die Samen herausfallen können um vom Wind verbreitet zu werden.
Windn, Beispiel Eibe (Taxus baccata), in unterschiedlichen Reifestadien.]]
Bei den Familien der Podocarpaceae, Cephalotaxaceae, Taxaceae und der Gattung Wacholder (Juniperus) der Cupressaceae sind die Schuppen weich, fleischig, süß und leuchtend gefärbt. Sie werden von Vögeln gefressen, die Samen werden unbeschädigt wieder ausgeschieden. Diese fleischigen Schuppen werden Arillus genannt (außer bei Juniperus).
Systematik
In der Abteilung Nadelholzgewächse (Pinophyta) gibt es nur die eine Ordnung Pinales mit nur der einen Klasse Pinopsida: darin gibt es insgesamt sieben Familien mit über 600 Arten:
Familien
- Zypressengewächse (Cupressaceae)
- Kopfeibengewächse (Cephalotaxaceae)
- Eibengewächse (Taxaceae)
- Schirmtannengewächse (Sciadopityaceae)
- Steineibengewächse (Podocarpaceae)
- Araukariengewächse (Araucariaceae)
- Kieferngewächse (Pinaceae)
Kieferngewächse
Weblinks
- [http://www.markuswelz.de/pflanzen/index.html Koniferen in Deutschland] - Übersicht über die in Deutschland heimischen und eingeführten Nadelholzgewächse mit vielen detailreichen Bildern.
- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Coniferophyta Fossile Coniferophyta im Mineralienatlas WiKi]
- [http://www.conifers.org/taxa.htm Pinophyta: viele Infos zur Systematik.]
- [http://tolweb.org/tree?group=Conifers&contgroup=Spermatopsida Pinophyta: Infos zur Systematik.] (engl.)
Kategorie:Nacktsamer
ja:針葉樹
Kieferngewächse
Die Kieferngewächse (Pinaceae) bilden eine Familie der Nadelholzgewächse (Pinophyta). Ab der Kreide gibt es Fossilfunde von Pinaceae.
Beschreibung
Die Pflanzen sind mit Ausnahme der Lärchen und der Goldlärche immergrüne Bäume. Die nadelförmigen Blätter sind spiralig oder büschelig angeordnet.
Sie bilden Zapfen, in denen auch die Samen reifen.
Systematik
Die Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) wird in vier Unterfamilien unterteilt und umfasst elf Gattungen und etwa 230 Arten.
- Unterfamilie Abietoideae
- Tannen (Abies): Mit 51 Arten.
- Zedern (Cedrus): Mit vier Arten.
- Keteleeria: Mit drei Arten.
- Nothotsuga: Ist eine monotypische Gattung.
- Hemlocktannen (Tsuga), auch Schierlingstannen genannt: Mit acht Arten.
- Goldlärche (Pseudolarix): Ist eine monotypische Gattung.
- Unterfamilie Piceoideae
- Fichten (Picea): Mit 33 Arten.
- Unterfamilie Pineoideae
- Kiefern (Pinus): Mit 112 Arten.
- Unterfamilie Laricoideae
- Lärchen (Larix): Mit etwa elf Arten.
- Taubenbaum (Cathaya): Ist eine monotypische Gattung.
- Douglasien (Pseudotsuga): Mit etwa 22 Arten.
Weblinks
- [http://pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de/systematik/5_famili/pinaceae.htm Familienbeschreibung]
- [http://www.conifers.org/pi/index.htm Familienbeschreibung] (engl.)
Kategorie:Nacktsamer
Gattung (Biologie)Die Gattung ist eine hierarchische Stufe der biologischen Systematik.
Eine Gattung enthält eine oder mehrere Arten. Ein Beispiel einer Gattung ist die Abies (Tanne). Alle Arten innerhalb einer Gattung haben immer einen zweiteiligen (binominalen) Namen, der neben der Gattungsbezeichnung noch ein Art-Epipheton enthält. Abies alba (die Weißtanne) ist eine Art in der Gattung Abies (Tanne). Diese durchgehend binominale Benennung geht auf Carl von Linné zurück, der sie in seinem Werk Systema Naturae einführte.
Wenn eine Gattung nur eine Art enthält, nennt man die Gattung monotypisch.
Gattungen selbst werden in Familien zusammengefasst.
Strukturierung einer Gattung
Wenn eine Gattung viele Arten enthält, die nach unterschiedlichen Kriterien geordnet werden können, stehen die folgenden hierarchischen Ränge zur Verfügung:
- Untergattung
- Sektion
- Untersektion
- Serie
- Unterserie
Dabei ist es im Ermessen des Biologen, welcher der Ränge angemessen erscheint.
Bedeutende Unterschiede werden in der Regel durch Untergattungen ausgedrückt; bei unscheinbaren Variationen wird eher die Sektion benutzt. Es gibt also keine Vorschrift, dass bestimmte Ränge bevorzugt zu benutzen sind. Allerdings wird die Untersektion (bzw. Unterserie) nur gebraucht, wenn auch die Sektion (bzw. Serie) benutzt wird.
Kategorie:Taxonomie
als:Gattung (Biologie)
ms:Genus
th:สกุล (ชีววิทยา)
Blatt (Pflanze)Als Blatt (lat. Phyllum) bezeichnet man in der Botanik ein Grundorgan der höheren Pflanzen, das als seitlicher Auswuchs an den Knoten der Sprossachse steht und im allgemeinen der Fotosynthese, Atmung und Transpiration dient.
Blätter sind nur an Pflanzen mit echter Sprossachse zu finden; sie kommen bei Moosen, Farnen und allen höheren Pflanzen vor. Dagegen fehlen sie bei Algen, Pilzen und Flechten, an deren Thallus allerdings blattähnliche Gebilde auftreten können, die jedoch nur als Analoga der Blätter zu betrachten sind.
Formell gliedert sich ein Blatt in seine Spreite, den Blattstiel und den Blattgrund mit Nebenblättern. Als Spreite wird dabei der flächige Hauptteil bezeichnet, der möglichst effizient Lichtenergie auffangen soll und mit seinen Spaltöffnungen maßgeblich für den Wasserhaushalt verantwortlich ist. Die Spreite ist standartmäßig mehrschichtig aufgebaut, d.h. sie besteht aus drei maßgeblichen Gewebetypen: der oberen und unteren Epidermis, dem Palisadenparenchym und dem Schwammparenchym, wie an Blattquerschnitten wie dem folgenden zu erkennen ist:
Schwammparenchym
Der Reichtum an Blattformen ist enorm. Im Laufe der Evolution entwickelten sich aus dem sehr ursprünglichen Nadelblatt unterschiedlichste Blatterscheinungen; in einigen Fällen auch Blattorgane, die mit der eigentlichen Funktion des Blattes, nämlich der Photosynthese und Transpiration zu dienen, nicht mehr viel zu tun haben: zum Beispiel Blütenblätter, Blattdornen und Blattranken, und nicht zu vergessen die Knospenschuppen, die noch junge Blatt- und Blütenanlagen in der kalten Jahreszeit schützend umschließen.
Knospenschuppen]
Knospenschuppen
Die Blattanlagen
Der Ursprung eines jeden Blattes liegt im Apikalmeristem der Sprossspitze. Dort befinden sich besonders teilungsfähige Zellen (Meristeme). Durch die erhöhte Teilungsaktivität bestimmter Zellzonen wölben sich nach außen kleine Zellerhebungen vor. Da sich nun die Zellen innerhalb dieser Ausbuchtungen und meist auch die direkt unter ihnen liegenden Zellen stärker als die übrigen Zellen des Vegetationskegels durch Teilung in Richtung des Stängelradius vermehren, wird aus der zunächst schwachen Erhebung allmählich ein kleiner, meist stumpf konischer Zellgewebshöcker, der auch Blattprimordium oder junge Blattanlage genannt wird.
Im weiteren Wachstumsverlauf des Blattprimordiums passieren Zellteilungs- und –streckungsvorgänge nicht im gesamten Blattkörper gleichmäßig, sondern nur innerhalb meristematisch (bzw. teilungs-) aktiver Zonen. Ob, zu welchem Zeitpunkt, und wie intensiv diese Zonen aktiv sind, ist genetisch festgelegt und führt zu einer charakteristischen Blattformen.
Aufbau eines Blattes
Man unterscheidet folgende Teile des Blattes, die jedoch nicht bei allen Blättern in gleichem Maße ausgebildet sein müssen und in ihren speziellen Ausprägungsformen eine große Mannigfaltigkeit aufweisen:
Blattgrund
Der Blattgrund oder die Blattbasis, d. h. der unterste Teil, mit welchem das Blatt am Stängel ansitzt, nimmt entweder nur einen Teil oder den ganzen Umfang des Stängels ein. Im letzteren Fall spricht man von einem stängelumfassenden Blatt. Bei gegenständiger Stellung sind bisweilen die Basen der beiden Blätter vereinigt (wie beispielsweise beim Geißblatt). Bisweilen zieht der Blattgrund beiderseits als ein flügelartiger Streifen weit am Stängel herab; solche Stängel nennt man geflügelt.
Blattscheide
Bei einigen Pflanzenfamilien, etwa bei Gräsern und Doldengewächsen, kommt eine so genannte Blattscheide vor. Es handelt sich dabei um einen mehr oder weniger breiten, meist über der Basis des Blattes zu findenden, scheidenartig den Stängel umschließenden Teil. Meistens ist dabei die Scheide gespalten, d. h. die Ränder sind frei, nur übereinandergelegt. Dagegen haben die Blätter der Halbgräser geschlossene Scheiden oder solche, an denen keine freien Ränder vorhanden sind. Bei vielen Blättern aber ist der Scheidenteil nur angedeutet oder fehlt ganz.
Nebenblätter
Bei manchen Pflanzen kommen beiderseits neben der Basis des Blattes blattartige Anhänge vor, die so genannten Nebenblätter. Dass diese nur Teile des Blattes sind, geht daraus hervor, dass sie zu einander symmetrisch und mit dem Blatt mehr oder weniger verwachsen sind. Ungewöhnlich groß und als grüne Gebilde erscheinen sie bei den Schmetterlingsblütlern, z. B. bei der Erbse. Meistens sind sie weit kleiner und bei vielen Laubhölzern als häutige, nicht grüne Schuppen ausgebildet, die schon während der Entfaltung der Blätter abfallen. Nicht selten sind die Nebenblätter beiderseits am Blattstiel angewachsen, so zum Beispiel bei der Rose. Die Blatthäutchen der Gräser sind ebenfalls eine Form von Nebenblättern.
Gräser
Blattstiel
Der Blattstiel ist der auf die Blattscheide folgende, durch seine zusammengezogene, schmale, stielförmige Gestalt vom folgenden Teil des Blattes mehr oder minder scharf abgegrenzte Teil des Blattes. Er kann unterschiedlich lang sein oder auch ganz fehlen. Im letzteren Fall hat man ein sitzendes Blatt, in den anderen Fällen ein gestieltes Blatt vor sich. Es gibt sogar Blätter, die nur aus dem Stiel bestehen, der dann flach und breit ist und an welchem die eigentliche Blattfläche ganz fehlt. Es handelt sich dabei um ein so genanntes Blattstielblatt.
Blattspreite
Die Blattfläche oder Blattspreite bildet in den meisten Fällen den Hauptteil des Blattes, den man oft als das eigentliche Blatt bezeichnet. Wenn die Spreite eine einzige zusammenhängende Ausbreitung darstellt, heißt das Blatt "einfach". Im Unterschied dazu gibt es auch so genannte "zusammengesetzte" Blätter. Bei ihnen ist die Zerteilung der Blattfläche so weit fortgeschritten, dass die einzelnen Abschnitte als vollständig voneinander geschiedene Teile erscheinen. Diese werden als Blättchen bezeichnet. Sie ahmen die Gestalt einfacher Blätter nach und sind häufig sogar mit einem Blattstielchen versehen. Nach ihrer gegenseitigen Anordnung lassen sich grob drei Typen unterscheiden:
- gefiederte Blätter,
- handförmige Blätter und
- fußförmige Blätter.
Bei den ersteren heißt der gemeinschaftliche Stiel, an welchem die einzelnen Fiederblättchen meist in Paaren sitzen, Blattspindel. Schließt letztere mit einem Endblättchen ab, hat man ein unpaarig gefiedertes Blatt vor sich. Dagegen spricht man von einem paarig gefiederten Blatt, wenn ein solches Endblättchen fehlt. Die handförmigen Blätter unterscheidet man nach der Anzahl der Teilblättchen als dreizählig, fünfzählig etc. Es gibt auch Blätter, die mehrfach zusammengesetzt sind; dies ist besonders häufig bei gefiederten Blättern der Fall. Die Abschnitte werden hier Fiedern genannt.
Die sehr mannigfaltigen Blattformen werden in der Botanik durch zahlreiche terminologische Ausdrücke zu bezeichnen versucht, von denen nachfolgend einige aufgelistet sind:
- ganzrandig
- gezähnt
- gesägt
- doppeltgesägt
- schrotsägeförmig
- gebuchtet
- gekerbt
- mit tiefen Einschnitten
- fiederspaltig
- handförmig geteilt oder gelappt.
- kammförmig gefiedert
- fiederteilig
- einfach gefiedert
- gefingert
Nervatur
In der Regel wird die Spreite von Blattrippen oder Blattnerven durchzogen. Diese zeigen bei den verschiedenen Pflanzen eine bestimmte Anordnung, welche man Nervatur nennt. In den meisten Fällen tritt ein die Mitte des Blattes durchlaufender, die Fortsetzung des Stiels bildender Nerv stärker hervor, der als Mittelrippe bezeichnet wird. Die übrigen, von der Mittelrippe meist seitlich abzweigenden schwächeren Nerven nennt man Seitenrippen. Noch feinere Verzweigungen, die gewöhnlich keine bestimmte Richtung haben, sondern unter sich netzförmig verbunden sind, heißen Adern.
Man unterscheidet zwei Formen von Blättern hinsichtlich ihrer Nervatur:
- Blätter mit Parallelnervatur oder bogennervige Blätter
- Blätter mit Netznervatur oder winkelnervige Blätter
Bei den ersteren entspringen die Seitenrippen entweder mit der Mittelrippe zugleich am Blattgrund, oder sie gehen in seichtem Bogen aus der Mittelrippe hervor und verlaufen dann entweder parallel, oder konvergierend, oder divergierend gegen die Spitze oder den Rand des Blattes. Die Parallelnervatur kommt bei den meisten Einkeimblättrigen vor. Bei den winkelnervigen Blättern zweigen von der Mittelrippe aus die Seitennerven in einem scharfen Winkel ab, um dann in Richtung Blattrand zu ziehen. Die Netznervatur ist ein Kennzeichen der Zweikeimblättrigen.
Blattstellungen
Blätter sind am Stängel in artenspezifischer Weise angeordnet; ihre Anordnung folgt bestimmten Regeln, für die einige Botaniker eine eigene Disziplin, die Lehre von der Blattstellung (Phyllotaxis), gegründet haben. Siehe Hauptartikel Phyllotaxis.
Nieder-, Laub- und Hochblätter
Bei den blattbildenden Moosen und Farnen bleibt mit unbedeutenden Ausnahmen am gesamten Spross und an allen Zweigen die Gestalt der Blätter ziemlich unverändert. Dagegen treten uns bei den Samenpflanzen ausnahmslos, wenn auch in unterschiedlichem Ausprägungsgrad, am Stängel mehrere aufeinanderfolgende Regionen entgegen, deren jede sich durch ein besonderes Gepräge ihrer Blattbildung auszeichnet. Am Stängel des Schneeglöckchens finden sich als erste Blätter an seinem unteren, im Boden befindlichen Ende fleischige, farblose, nur scheidenförmige Gebilde, welche die Zwiebel ausbilden. Darauf folgen Blätter, die zwar auch an ihrem Grund eine Scheide bilden, die sich aber in eine vollkommene Blattfläche, ein grün gefärbtes, bandartig langes, über die Erde hervortretendes Organ, fortsetzt. Wiederum höher am Stängel, unterhalb der Blüte, steht ein kleines Blattgebilde, an dem wiederum der Scheidenteil vorherrscht und bei dem die Blattfläche nur als kleine, grüne Spitze angedeutet ist. Die Blütenblätter weichen noch stärker von den grünen Blättern ab.
Die drei hier charakterisierten Regionen des Stängels bezeichnet man als Niederblatt-, Laubblatt- und Hochblattregion. Auch bei anderen Samenpflanzen finden sich Nieder-, Laub- und Hochblätter. Die drei Regionen können am selben Stängel vorhanden sein oder sich auf mehrere Achsen verteilen. Im letzteren Fall können Stängel einer Ordnung nur die Niederblätter, solche einer höhern Ordnung nur die Laubblätter und solche einer dritten Ordnung erst die Hochblätter tragen.
Die Kotyledonen (Keimblätter), welche die ersten Blätter der keimenden Samenpflanzen darstellen, haben fast immer eine einfachere Gestalt als die Laubblätter. Sie stellen, wenn auf sie sogleich vollkommene Laubblätter folgen, allein die Niederblattregion dar.
Auch die Hochblattregion tritt bisweilen nur schwach hervor, wenn nämlich auf die letzten vollkommenen Laubblätter keine Deckblätter des Blütenstandes, sondern sogleich die Blüte mit ihren Blättern folgt. Bei vielen Holzgewächsen wechseln periodisch Laubblatt- und Niederblattregion miteinander ab. Jeder Trieb beginnt hier als Knospe mit den einfach gestalteten Knospenschuppen, welche den Charakter der Niederblätter haben; nachdem er eine Anzahl Laubblätter gebildet hat, schließt sich sein Ende wieder zu einer Knospe, indem abermals Knospenschuppen erzeugt werden. Erst spät und keineswegs an allen Trieben folgt die Hochblattregion.
Sonstiges
In der Bonsai-Kultivierung ist der Blattschnitt eine wichtige Technik. Dabei werden alle Blätter der Pflanze am Blattstiel abgeschnitten, um einen kompletten Blattneuaustrieb anzuregen und die Pflanze zur Bildung kleinerer Blätter zu stimulieren.
Literatur
- Stefan Klotz, Dieter Uhl, Christopher Traiser, Volker Mosbrugger: Physiognomische Anpassungen von Laubblättern an Umweltbedingungen. Naturwissenschaftliche Rundschau 58(11), S. 581 - 586 (2005), ISSN 0028-1050
Weblinks
- [http://www.zum.de/Faecher/Materialien/beck/12/bs12-3.htm Aufbau eines typischen Laubblattes]
- [http://www.uni-karlsruhe.de/~botanik/anf-prakt/hel-bla.jpg Blattquerschnitt (Übersicht)]
- [http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d02/02c.htm Blattformen und Blattstellungen]
Kategorie:Pflanzenmorphologie
ja:葉
ko:잎
th:ใบไม้
ZapfenAls Zapfen bezeichnet man:
- in der Technik ein hervorstehendes Stück zur Übertragung von Kräften, siehe Zapfen (Technik)
- in der Botanik die weiblichen Blütenstände der Nadelholzgewächse, siehe Zapfen (Botanik)
- in der Zoologie und Medizin sehr kleine, in der Netzhaut (Retina) des Auges liegende Sehzellen (Photorezeptoren), die für das Farbensehen verantwortlich sind, siehe Zapfen (Auge)
- in der Gastronomie den Spund des Schänkfasses, siehe Zapfhahn
- im Schweizerischen Hochdeutsch entspricht der Zapfen dem Korken
Siehe auch: Zapfenstreich, Zapfenverbindung
MonözieMonözisch (einhäusig) ist ein Fachbegriff aus der Botanik und der Zoologie.
Botanik
Eine Pflanzenart wird einhäusig genannt, wenn männliche und weibliche Befruchtungsorgane immer zusammen auf einer einzigen Pflanze zu finden sind, wenn auch in getrennten Pflanzenteilen. Einhäusige Pflanzen haben also keine unterschiedlichen männlichen und weiblichen Exemplare.
Beispiele für einhäusige Pflanzen sind der Rohrkolben und die Haselnuss.
Pflanzen, bei denen männliche und weibliche Organe auf getrennten Exemplaren wachsen, nennt man diözisch (zweihäusig).
Pflanzen, bei denen männliche und weibliche Organe in einer einzigen Blüte oder einem einzigen Zapfen vereinigt sind, werden als zwittrig bezeichnet.
Zoologie
Parasiten, die keinen Wirtswechsel ausführen, nennt man ebenfalls monözisch.
- Beispiele:
- Eichenbaumlaus
- Buchenblattlaus
- Tannentrieblaus
Kategorie:Botanik
Kategorie:Zoologie
SamenDer Begriff Same bezeichnet
- den - in aller Regel in der Mehrzahl, als "Samen" - von der Pflanze abfallenden, von einer Schutzhülle umgebenen Keim (Embryo), siehe Same (Pflanze).
- das von den männlichen Geschlechtsorganen produzierte Sperma (der Samen); siehe auch Spermium (Samenzelle)
- einen Angehörigen eines nomadisch lebenden Volks im Norden Europas, siehe Sámi
- eine Traktorenmarke, siehe Same (Traktormarke)
- die Hauptstadt des osttimorischen Distriktes Manufahi
- SAME(Sender=>Aussage=>Medium=>Empfänger) ist ein Kommunikationsmodel, welches unteranderem das vorhandensein eines gemeinsamen Codes/Zeichenvorrat zwischen Sender und Empfänger hervorhebt.
Holz
Holz (v. althochdt.: holz = Abgehauenes) bezeichnet die feste harte Substanz des Stammes, der Äste und Zweige von Bäumen und Sträuchern. Es wird in den Pflanzen von den Zellen des Meristems gebildet. Der nachwachsende Rohstoff Holz ist eine der ältesten Nutzpflanzen.
Es besteht aus:
- Zellulose (40-50 %)
- Lignin (20-30 %)
- Hemicellulose (Polyosen) (20-30 %)
- Akzessorische Bestandteile (auch Begleit-, Inhalts- oder Extrastoffe) (1-3 %, Tropenholz bis 15 %!): Fette, Stärke, Zucker, Eiweiß, Phenole, Wachse, Pektine, Gerbstoffe (nur bei Laubhölzern), Sterine, Harz, Terpene
- Asche (0,1-0,5 %, Tropenholz bis 5 %)
Im Wald befindliches, nicht lebendes Holz nennt man auch Totholz.
Gewinnung und Verwendung
Bei der Gewinnung von Holz für industrielle oder sonstige Zwecke ist zwischen nachhaltiger Forstwirtschaft und devastierendem Raubbau zu unterscheiden.
Holz wird genutzt als:
# Brennstoff: Holz weist als nachwachsender Rohstoff eine extrem günstige Energiebilanz auf, ohne dass die Produktionsfläche nur der Produktion dient. Aus diesem Grund fand Holz Verwendung als Brennstoff in Holzöfen. Durch die Entwicklung bequemer Befeuerungsanlagen wie der Holzpelletheizung oder die einfache Handhabung von Hackschnitzel kommt die Nutzung von Holz als Brennstoff inzwischen wieder häufiger vor.
# Rohstoff für Zellstoff, aus dem wiederum Papier hergestellt werden kann.
# Rohstoff für chemische Prozesse.
# Baustoff (Bauholz): Das höchste Holzgebäude der Welt steht in Magdeburg, Deutschland. Es handelt sich um den Jahrtausendturm (eröffnet 1999 im Rahmen der Bundesgartenschau auf dem Gelände des Elbauenparks).
# Ausgangsstoff für Holzwerkstoffe wie beispielsweise Spanplatten, Tischlerplatten oder Sperrholz.
# für Energieversorgungsmasten und Holzschwellen für die Eisenbahn stellt es mit seinen hervorragenden Eigenschaften, auch als nachwachsender Rohstoff, eine sinnvolle Möglichkeit der Nutzung dar.
# Material für Möbel in Form von Massivholzplatten, Furnier
# Rahmenkonstruktion im Fenster-Bau
# Gebrauchtes Holz wird als Altholz bezeichnet und dient zerkleinert als Rohstoff für die Holzwerkstoffindustrie. Altholz wird zunehmend aber auch als Brennmaterial in Biomassekraftwerken zur regenerativen und CO2-neutralen Energiegewinnung genutzt.
# Ausgangsmaterial für die Herstellung von Branntwein, siehe Holzbranntwein
# Klanghölzer für Musikinstrumente
Holzarten
Nadelholz
Holzbranntwein
Entwicklungsgeschichtlich sind Nadelhölzer älter als Laubhölzer, haben daher einen einfacheren anatomischen Zellaufbau und besitzen nur zwei Zellarten.
#Tracheiden: Langgestreckte (prosenchymatische) an den Enden spitz zulaufende Zellen, die nur mit Luft oder Wasser gefüllt sind. Sie haben einen Anteil von 90-95 % der Holzsubstanz. Über so genannte Tüpfelpaare erfolgt der Wasseraustausch zwischen den Zellen. In radialer Richtung sorgen die Holzstrahlen (Quertracheiden) für den Wassertransport. Sie haben einen Anteil von 4-12 % an der gesamten Holzsubstanz.
#Parenchymzellen: Meist rechteckige Zellen, die die Leitung von Nähr- und Wuchsstoffen sowie die Speicherung von Stärke und Fetten übernehmen. In radialer Richtung bilden sie ebenfalls Holzstrahlen und umgeben die Harzkanäle, hier spricht man dann auch von Epithelzellen. Diese Epithelzellen produzieren das Harz, welches sie in den Harzkanal ausscheiden. Auch Nadelbäume, die keine Harzkanäle besitzen (z.B. Tanne), können so im Falle einer Verwundung traumatische Harzkanäle bilden.
Die Nadelbäume Fichte, Lärche, Kiefer und Douglasie besitzen Harzkanäle, Eibe, Tanne und Wacholder nicht.
Laubholz
Wacholder
Die Zellen von Laubholz sind wesentlich differenzierter als die von Nadelholz. Man kann sie in drei funktionale Gruppen einteilen.
#Leitgewebe: Gefäße (Tracheen), Gefäßtracheiden, vasizentrische Tracheiden. Die beiden letzteren sind Zwischenstufen in der Entwicklung von der Tracheide zum Gefäß.
#Festigungsgewebe: Libroformfasern, Fasertracheiden
#Speichergewebe: Holzstrahlenparenchymzellen, Längsparenchymzellen, Epithelzellen
Charakteristisch für Laubhölzer sind die in Nadelhölzern nicht vorhandenen Gefäße. Sie sind oft mit bloßem Auge als kleine Löcher im Holzquerschnitt und als Rillen im Tangentialschnitt zu erkennen. Man unterscheidet hier, je nach Anordnung dieser Tracheen, ringporige Hölzer (z. B. Eiche, Edelkastanie, Esche, Robinie, Ulme ...), halbringporige Hölzer (z. B. Nussbaum, Kirsche ...) und zerstreutporiger Hölzer (z. B.Birke, Erle, Linde, Pappel, Rotbuche, Weide ...).
Tropenholz
Weide]
Der Begriff Tropenholz ist eher unpräzise und nicht alternativ zu Laub- oder Nadelholz zu verstehen. Er bezeichnet aus mitteleuropäischer Sicht die in den tropischen oder subtropischen Regionen der Erde wachsenden Holzarten. Viele tropische Hölzer zeichnen sich durch vorteilhafte mechanische Eigenschaften und höhere Beständigkeit gegen Bewitterung, Insekten- oder Pilzbefall aus, oftmals wird auch die Farbe oder Maserung als ansprechend empfunden. Der Konsum von Tropenholz wurde in den Industrieländern seit den 1970er Jahren kritisch diskutiert, da der Bestand der tropischen Regenwälder unter anderem durch Raubbau gefährdet ist. Andererseits stellt Holz einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für viele tropische Länder dar und ist (wie auch in den gemäßigten Zonen) eine wichtige Einkommensquelle für die ländliche Bevölkerung.
Beispiele: Bangkirai, Bongossi, Abachi,Teak,Framiere
Verkernung
Als Splintholz bezeichnet man den Bereich des Stammes, der aktiv am Wasser- und Nährstofftransport teilnimmt.
Bei Splintholzbäumen (z. B. Bergahorn, Birke, Erle, Pappel, Spitzahorn, Weißbuche ...) ist es der ganze Stammquerschnitt. Er weist eine einheitliche Farbgebung auf.
Von der Verkernung von Holz spricht man, wenn die inneren Wasserleitbahnen des Stammes unterbrochen werden und die Zellen absterben. Dies geschieht bei Nadelhölzern durch Verschließen der Hoftüpfel und bei Laubhölzern durch eine Verthyllung und ein Füllen der Zelllumen. Danach werden Kerninhaltsstoffe gebildet und in die Zellwände eingelagert, was oft zu einer Erhöhung der natürlichen Dauerhaftigkeit führt. Ist der Kernbereich deutlich durch eine dunkle Färbung zu erkennen, spricht man von Kernholzbäumen (z. B. Eiche, Walnuss, Kiefer, Kirschbaum, Douglasie, Lärche, Robinie ...).
Wenn kein Farbunterschied zu erkennen ist, aber über den verringerten Feuchtigkeitsgehalt darauf geschlossen werden kann, dass der Innenbereich verkernt ist, spricht man von Reifholzbäumen (z. B. Fichten, Tanne, Linde, Birnbaum, Rotbuche ...).
Bei Kern-Reifholzbäumen (z. B. Esche, Ulme ...) ist der Kern farblich abgesetzt, gefolgt von einem Reifholzbereich, der ebenso wie der Kern nicht mehr am Nährstofftransport teilnimmt und einem äußeren Splintbereich.
Entstehung von Holz
Kern-Reifholzbäumen; 2 = Harzkanäle; 3 = Primäre Holzstrahlen; 4 = Sekundäre Holzstrahlen; 5 = Kambium; 6 = Holzstrahlen des Bastes; 7 = Korkkambium; 8 = Bast; 9 = Borke]]
Die Entstehung von Holzsubstanz findet in teilungsfähigen Zellen der Pflanze statt. Man unterscheidet hier zwei verschiedene Arten von Bildungsgeweben (Meristeme):
- Das Scheitelmeristem (Vegetationskegel) sorgt für das Längenwachstum (primäres Wachstum) an den Spross-, Zweig- und Wurzelspitzen.
- Das Kambium, welches sich zwischen Holz und Rinde befindet, sorgt für das Dickenwachstum (sekundäres Wachstum). Bei der Teilung einer Kambiumzelle entstehen zwei gleiche Zellen, von denen jedoch nur eine ihre Teilungsfähigkeit behält und zu einer neuen Initialzelle heranwächst. Aus der anderen wird eine Dauerzelle die sich noch ein- oder mehrmals teilt. Schließlich entsteht je nach Lage eine Bastzelle (Phloem), aus denen die Innenrinde und die daraus später entstehende Borke besteht, oder eine Holzzelle (Xylem). Hierbei ist zu beachten, dass die Zellteilung nach innen, also die Bildung von Holzzellen wesentlich öfter stattfindet und so der Rindenanteil am gesamten Stamm nur etwa 5-15 % beträgt. Nachdem sich die Dauerzelle ein letztes mal geteilt hat, findet eine Differenzierung der Holzzelle zu einer Leitungs-, Festigungs- oder Speicherzelle statt.
In unseren Breiten gibt es klimatisch bedingt vier Wachstumsphasen:
- Ruhephase (November-Februar)
- Mobilisierungsphase (März, April)
- Wachstumsphase (Mai-Juli): Holzzellen, die in dieser Jahreszeit entstehen sind großlumig, dünnwandig und von heller Farbe und bilden das so genannte Frühholz.
- Depositionsphase (August-Oktober): Holzzellen, die in dieser Jahreszeit entstehen sind kleinlumig, dickwandig und von dunkler Farbe und bilden das so genannte Spätholz bzw. Herbstholz.
Durch dieses zyklische Wachstumsverhalten entstehen Jahresringe, die deutlich in einem Querschnitt durch einen Stamm erkennbar sind (siehe auch Dendrochronologie).
Bei manchen Bäumen entsteht ab einem Alter von etwa 20-40 Jahren im Inneren das Kernholz. Im Gegensatz zu dem Splintholz besteht es nur noch aus toten Zellen. Hier findet also keine Wasserleitung oder Speicherung von Nährstoffen mehr statt.
Aufbau der Zellwand
Bewegt man sich von außen in das Innere einer Holzzelle, durchschreitet man mehrere Schichten die zusammen die Zellwand bilden und unter einem Elektronenmikroskop erkennbar sind. Zwischen den Zellen befindet sich die Mittellamelle, die zusammen mit der Primärwand die so genannte Mittelschicht bildet. Danach folgt die Sekundärwand 1 (S1) und Sekundärwand 2 (S2), wobei die S2-Schicht die mächtigste und dominierenste ist. Die anschließende Tertiärwand (S3) wird von einer Warzenschicht bedeckt und bildet den Abschluss. Die einzelnen Schichten oder Lamellen bestehen aus Fibrillen (Mikrofibrillen), die wiederum aus Elementarfibrillen (Mizellen) gebildet werden. Elementarfibrillen sind Bündel aus mehreren Zellulosemakromolekülen, die aus 10 - 14.000 Glukosebausteinen bestehen und in eine Matrix aus Hemizellulosen und Lignin eingebettet sind und bilden amorphe und kristalline Bereiche. Das Quellen und Schwinden des Holzes bei Wasseraufnahme und Abgabe lässt sich durch die Orientierung dieser kristallinen Bereiche, in denen die Elementarfibrillen streng parallel verlaufen, dicht gepackt sind und eine Wassereinlagerung praktisch nicht stattfindet, in der dominaten S2-Schicht erklären. Hier sind diese Bereiche so gut wie parallel zur Stammachse angeordnet; amorphe Bereiche in denen deutlich mehr Wasser gebunden werden kann und das Volumen so vergrößert wird sind in radialer und tangentialer Stammrichtung also häufiger anzutreffen als in Stammlängsrichtung, in welcher das Holz deshalb 10 - 20mal weniger Quellungsverformungen aufweist. In der verhältnismäßig dünnen S1- und S3-Schicht verlaufen die kristallinen Bereiche orthogonal zu denen in der dicken S2-Schicht.
Einsatzbereiche
orthogonal
Wie jeder andere Werkstoff hat auch Holz seine Vor- und Nachteile. Unter ökologischem Gesichtspunkt ist die Reproduzierbarkeit sicherlich ein wichtiger Punkt, doch auch die leichte Bearbeitbarkeit und der damit verbundene niedrige Energiebedarf bei der Gewinnung sowie bei der Verarbeitung spielen hier eine wichtige Rolle. Wandert das Holz schließlich auf den Müll oder fallen bei der Produktion Abfälle an, kann es problemlos entsorgt werden. Im Idealfall kann es sogar kompostiert werden.
Lassen Begleitstoffe wie Holzschutzmittel, Lacke oder Leime dies nicht zu, ermöglicht moderne Rauchgasreinigung auch in diesen Fällen eine thermische Nutzung.
Aufgrund seines geringen Wärmeleitvermögens ist Holz ein hervorragendes Dämmmaterial (z. B. Faserdämmplatten, Balsa zur Isolation von Flüssiggastanks). Zudem ist Holz relativ resistent gegen Chemikalien, so wird Holz erst bei einem pH-Wert unter 2 oder über 9 angegriffen.
Zur Brandgefährlichkeit von Holzhäusern ist anzumerken, dass Holz bei großen Dimensionen als brandhemmend eingestuft ist, da auf seiner Oberfläche unter Feuereinwirkung eine Kohleschicht entsteht. Auch durch die Art der Bauweise und durch bestimmte Anstriche lässt sich die Widerstandsdauer einer Holzkonstruktion steigern. Die Gebäudestabilität sinkt im Brandfall langsam und abschätzbar durch die Abnahme der Masse. Bei Stahlkonstruktionen können dagegen hitzebedingte Verformungen zum plötzlichen Zusammenbruch führen, s. a. Weblink [http://www.pro-fertighaus.de/html/body_bau_lexikon.html]. Prinzipiell steht dem Bau selbst von Hochhäusern aus Holz nichts entgegen; dies ist aber aus statischer Sicht nur für die obersten Etagen überhaupt sinnvoll und aufgrund der Pflegeanfälligkeit (Holzschutzmittel) nicht ökonomisch.
Holzschutzmittel
Im Unterschied zu Metallen ist Holz elektrisch nicht leitfähig. Aus diesem Grund baute man in den dreißiger Jahren zahlreiche Sendetürme für Mittelwellensender aus Holz, wobei der Antennendraht im Innern des Turmes aufgehängt wurde. Mit Ausnahme des Sendeturms des Sender Gleiwitz wurden alle diese Bauwerke entweder am Ende des 2. Weltkriegs zerstört oder inzwischen abgerissen. Weiterhin nutzt die Deutsche Telekom AG in Brück zwei 54 Meter hohe Holztürme, die ohne Verwendung von Metallteilen hergestellt wurden. Diese dienen zur Aufnahme von auszumessenden Antennen. Durch die metallfreie Konstruktion der Türme ist ein ungestörtes Ausmessen der Antennendiagramme möglich.
Die Brennbarkeit kann natürlich auch als Nachteil ausgelegt werden. Ebenso können Wuchsmerkmale oder Holzfehler positiv wie negativ gewertet werden. Ein wesentlich größerer Nachteil von Holz ist seine Anfälligkeit gegenüber biotischen Faktoren, es kann also von z. B. Insekten, Pilzen oder Bakterien angegriffen werden und in seiner Substanz nachhaltig zerstört werden.
Über einen langen Zeitraum schädigt auch UV-Strahlung das Holz. Dabei reagiert das Lignin als Kittsubstanz und kann danach z. B. vom Regenwasser ausgespült werden. Zudem wird das Holz unter UV-Einwirkung grau wie Beton. Die Wirkung des Sonnenlichts ist auf die äußeren Schichten begrenzt, ihr kann durch Lackierung begegnet werden.
Ein weiterer Minuspunkt ist die hygroskopische Eigenschaft von Holz, d. h. es kann Wasser aufnehmen und abgeben. Die Holzfeuchtigkeit passt sich ihrem Umgebungsklima an. Diese Feuchtigkeitsänderungen unterhalb des Fasersättigungspunktes gehen mit Formänderungen einher (es quillt und schwindet), die auch noch abhängig von den drei anatomischen Grundrichtungen des Holzes sind. So schwindet Holz z. B. in tangentialer Richtung am meisten. Genaueres steht im Abschnitt Aufbau der Zellwand weiter oben.
Diese Nachteile lassen sich durch konstruktiven Holzschutz - die Anwendung oft alten Wissens, wie Holz zu verbauen ist - umgehen. Eine neue Möglichkeit, Holz gegen Feuchtigkeitseinflüsse unempfindlicher zu machen, ist der Thermoholz-Prozess.
Die langfristige Nutzung von Holz stellt einen über die natürliche Zersetzung hinausgehende CO2-Speicherung dar.
Zertifizierung
Im Zuge der Diskussion zur nachhaltigen Bewirtschaftung in den Tropen wurden angesichts des dort überwiegenden Raubbaus weltweit gültige Kriterien für eine nachhaltige Waldwirtschaft diskutiert und Siegel entwickelt, die zur Zertifizierung von ökologisch- und sozialverträglich produziertem Holz verwendet werden.
Das für die Tropen wichtigste Siegel wird vom Forest Stewardship Council (FSC) vergeben. In den gemäßigten Zonen ist dagegen PEFC von überwiegender Bedeutung. Beide Systeme sind hinsichtlich ihrer Kriterien neben den naturräumlichen Gegebenheiten an staatlichen Verwaltungseinheiten gebunden. 2 der bekanntesten Hölzer: Teak und Mahagoni
Holzmängel
Allgemein: Wuchsmerkmal
Hier: nur Rissbildungen:
Natürliche Mängel
- Frostrisse: Senkrechte Spaltung durch Zusammenziehen des Splintholzes bei großer Kälte
- Blitzrisse: verlaufen radial und weisen einen nachgedunkelten Rand auf
Trockenmängel
- Trockenrisse: Radialer verlauf von außen nach innen, radiale Schwindrisse
- Kernrisse: Verlauf von außen nach innen, durch überschnelle Austrocknung an der Schnittlänge beginnend
- Sternrisse: Wie Kernrisse, entstehen nach dem Fällen am Stammende
- Ringrisse: Im Kern- und Reifholz längs der Jahrringe entstehend
Zitate
- "Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder." - Theodor Heuss
Siehe auch
- Hölzer
- Holzmiete
- Forstwirtschaft
Literatur
- R. Bruce Hoadley: Holz als Werkstoff. O. Meier Verlag, Ravensburg 1990, ISBN 3473425605
- P. Niemz: Physik des Holzes und der Holzwerkstoffe. DRW-Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3871813249
- Wagenführ Holzatlas Fachbuchverlag Leipzig, Leipzig 1996, ISBN 3-446-00900-0
- H.H. Bosshard Holzkunde Teil 1-3 Birkhäuser Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-7643-1328-5
- Paul Lehfeldt: Holzbaukunst[Reprint]. Reprint-Verlag Leipzig, Leipzig und Holzminden o.J., ISBN 3-8262-1210-X
- Anselm Spring, Maximilian Glas: Holz. Das fünfte Element. Frederking & Thaler, München 2005, ISBN 3-89405-523-5
- Udo Mantau, Jörg Wagner, Janett Baumann: Stoffstrommodell HOLZ: Bestimmung des Aufkommens, der Verwendung und des Verbleibs von Holzprodukten. Müll und Abfall 37(6), S. 309 - 315(2005),
Weblinks
- [http://www.regenwaldschutz.de/austausch.shtml Vergleich tropische/einheimische Hölzer]
- [http://www.holz-voegel.de/Holzer/holzer.html Liste verschiedenster Holzarten]
- [http://www.holzwurm-page.de/holzarten/abisz.htm Sammlung verschiedenster Holzarten mit Bildern]
- [http://www.hobbithouseinc.com/personal/woodpics/indextotal.htm Bildersammlung von Holzarten (englisch)]
- [http://www.pentol.ch/lexicon.asp?code=10 Holzlexikon]
- [http://www.uni-wuerzburg.de/mineralogie/palbot/teach/ringteach.html Linkverzeichnis zu Holzanatomie und Dendrochronologie (in Englisch)]
- [http://www.bfafh.de Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft]
- [http://www.holz.net Suchmaschine rund ums Holz]
- [http://www.tischlerlinks.de/links/Werkstoffe/ Ausführliche Linkliste Thema Holz]
- [http://www.infoholz.de Holzabsatzfonds, Absatzförderungsfonds der deutschen Forst- und Holzwirtschaft]
- [http://www.informationsdienst-holz.de Informationsdienst Holz]
- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Holz Verkieseltes Holz im Mineralienatlas]
- [http://www.holzcheck.at FSC Holzprodukt Datenbank]
ja:木材
!Holz
Kategorie:Biomasse
Kategorie:Forstwirtschaft
PyrenäenDie Pyrenäen sind ein rund 430 km langes Grenzgebirge zwischen Frankreich und Spanien. Sie trennen die Iberische Halbinsel vom übrigen Europa.
Europa]
Sie bestehen aus zwei etwa gleich langen Gebirgsketten, die sich vom Golf von Biscaya und im Osten vom Cap Cébère kommend im Bereich des Val d'Aran überlappen. Das Val d'Aran wird vom Port de Bonaigua überbrückt, wodurch diese beiden Gebirgsketten verbunden werden.
Geografie
Val d'Aran
Val d'Aran
Die Pyrenäen werden unterteilt in die westlichen oder atlantischen Pyrenäen, die Hoch- oder Zentralpyrenäen und die östlichen Pyrenäen. Der Bereich der Hochpyrenäen erstreckt sich im Westen vom Port de Canfranc bis zum Val d'Aran im Osten.
Höchster Berg ist der Pico de Aneto im Maladeta-Massiv mit 3.404 m. Es gibt rund zweihundert Gipfel über 3000 m in den Pyrenäen. Die höchsten Berge sind auch noch vergletschert, wenn auch seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts ein starker Rückgang der Gletscher zu beobachten ist. Der ehemals sehr beeindruckende Ossoue-Gletscher am Vignemale hat viel von seiner einstigen Größe verloren.
Politik, Geschichte und Wirtschaft
Die Pyrenäen bilden die Grenze zwischen Frankreich und Spanien. Das kleine Fürstentum Andorra liegt in den östlichen Pyrenäen.
Es wird extensive Weidewirtschaft mit Schafen, Rindern und Ziegen betrieben, in den Sommermonaten auch auf den Hochalmen. Vor allem in den westlichen Pyrenäen werden verschiedene Käsesorten hergestellt. In dem dort überwiegenden Kalkgestein sind vielfach Höhlen vorhanden, in denen der Käse auf den Almen reifen kann. Produziert werden Käse aus Kuh- und Schafmilch, häufig auch gemischt. Bekannte Sorten sind der Ossau-Iraty aus dem Vallee d'Aspe, dem Vallee d'Ossau und dem angrenzenden spanischen Pyrenäen, und der im Baskenland aus Kuhmilch hergestellte Pyrenäenkäse mit seiner schwarzen Wachsschicht. Auch aus Ziegenmilch wird frischer und gelagerter Ziegenkäse hergestellt. In den Vorgebirgen wird sowohl auf der französischen (Jurançon, Corbières), als auch auf der spanischen Seite Weinbau betrieben. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts spielte Schmuggel eine wichtige Rolle.
Geologie
Die Pyrenäen entstanden wie die Alpen vor rund 50 bis 100 Millionen Jahren im Tertiär. Die westlichen Pyrenäen bestehen überwiegend aus Kalkstein, wogegen in den Zentralpyrenäen verschiedene Granite dominieren.
Das Faltengebirge wurde vor allem während der Würmeiszeit mit einer geschlossenen Eisdecke überzogen. Durch die Eiszeit haben sich etliche Hängetäler und viele tausend Gletscherseen gebildet.
Flora und Fauna
Hängetäler
Auf der französischen Seite leben in den großen Mischwäldern bis in etwa 1800 m Höhe auch noch einige Braunbären. In den hochalpinen Bereichen ist die Pyrenäengemse, der Isard anzutreffen. Obwohl ursprünglich nicht heimisch, haben sich die aus den Alpen eingewanderten Murmeltiere sehr verbreitet. Selten und in seinem Bestand bedroht ist der Pyrenäen-Desman, eine Unterart der Familie der Maulwürfe. An Vögeln sind etwa der Stein-, Zwerg-, und Habichtsadler sowie Gänse-, Mönchs- und Bartgeier zu nennen. Es gibt eine große Anzahl von Insekten, hier fallen vor allem die rund 300 Schmetterlingsarten sowie Heuschrecken und Käfer auf.
Nationalparks
Käfer
Es gibt in den Pyrenäen drei Nationalparks. Der älteste ist der 1917 auf der spanischen Seite geschaffene Nationalpark Ordesa y Monte Perdido, südlich vom Cirque de Garvanie gelegen. Dieser umfasst eine Fläche von etwa 2175 ha und ist damit der kleinste der drei Nationalparks. Gleichfalls in Spanien liegt der Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici mit einer Ausdehnung von rund 105 Quadratkilometern.
Auf der französischen Seite wurde 1967 der Bereich von den Bergen südlich von Lescun im Vallee d'Aspe im Westen bis einschließlich zum Néouvielle-Massiv im Osten zum Nationalpark (Parc National des Pyrénées) erklärt.
Erforschung der Pyrenäen
Einer der bedeutendsten Pyrenäenforscher war der französische Kartograph Franz Schrader (1844-1924), dessen Vater zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus Magdeburg nach Frankreich übergesiedelt war. Er hat verschiedene bedeutende Massive der Pyrenäen kartiert, besonders bekannt wurde er für die Erforschung der Cirque de Garvanie, zu deren Füßen im kleinen Ort Garvanie er auch begraben liegt, neben einem anderen berühmten Pyrenäenforscher, Henri Russell. Schrader war der Erstbesteiger der Grand Bachimale (3144 m), der Dreitausender wurde ihm zu Ehren Pic Schrader benannt. Schrader war Präsident des CAF und Ritter der Ehrenlegion.
Weblinks
- [http://www.parc-pyrenees.com/index_english.htm Offizielle Seite des PNP] (engl.)
- http://www.pyrenees-team.com/ (franz.)
Kategorie:Gebirge in Frankreich
Kategorie:Gebirge in Spanien
Kategorie:Weltkulturerbe
Kategorie:Weltnaturerbe
Kategorie:Geographie (Andorra)
Kategorie:Geographie (Frankreich)
Kategorie:Geographie (Spanien)
ja:ピレネー山脈
ko:피레네 산맥
ErzgebirgeDas Erzgebirge (tschechisch: Krušné hory) bildet die natürliche Grenze zwischen Sachsen und Böhmen. Knapp nördlich der Kammlinie verläuft die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Tschechien. Die höchsten Erhebungen sind Fichtelberg (1214m ü.NN) und Keilberg (tschech. Klínovec) (1244m ü. NN).
Das westliche Erzgebirge gehört mit seinem oberen Teil dem Naturpark Erzgebirge/Vogtland an. Das östliche Erzgebirge steht als LSG Osterzgebirge unter Landschaftsschutz.
Naturpark Erzgebirge/Vogtland
Topografische Beschreibung
Das Gebirge ist etwa 150 km lang und durchschnittlich 40 km breit. Östlich schließt sich das Elbsandsteingebirge, westlich das Elstergebirge und der sächsische Teil des Vogtlandes an. Südlich des Osterzgebirges liegt das Nordböhmische Becken, gegenüber das Böhmische Mittelgebirge. Südlich des Westerzgebirges liegen Ohřegraben (Egergraben) und Duppauer Gebirge. Nach Norden hin ist die Grenze unscharf, weil das Erzgebirge - als eindeutigster Vertreter der Pultschollengebirge - sehr flach abfällt. Geologisch läßt sich diese Grenze zwar feststellen - sie befindet sich wesentlich weiter nördlich auf der Höhe des Collmberges. Topographisch aber ist sie schwer zu definieren, da es keine klare landschaftliche Ausprägung gibt. Man bezeichnet diese landschaftliche Übergangszone, die zwischen Zwickau und Chemnitz liegt, auch als Erzgebirgsvorland.
Erzgebirgsvorland
Der Tradition folgend zählt Zwickau noch zum Erzgebirge, Chemnitz liegt knapp außerhalb dessen und Freiberg wird wiederum dazugerechnet. Die mutmaßliche Grenze des Erzgebirges läuft dann südwestlich Dresdens auf das Elbsandsteingebirge zu. Nördlich des Erzgebirges geht die Landschaft allmählich in das Sächsische Hügelland und das Sächsische Elbland über.
Die Grenze zwischen Tschechien und Deutschland (Sachsen) verläuft meist nördlich des Erzgebirgskamms.
Das Erzgebirge innerhalb der Mittelgebirgsschwelle zählt einerseits zum Böhmische Masse genannten Gebirgsstock, der außerdem aus Oberpfälzer Wald, Böhmerwald, Bayerischem Wald, Lausitzer Gebirge, Isergebirge, Riesengebirge und den innerböhmischen Gebirgen besteht. Gleichfalls bildet es mit Oberpfälzer Wald, Böhmerwald, Bayerischem Wald, Fichtelgebirge, Frankenwald, Thüringer Schiefergebirge und Thüringer Wald einen ypsilonförmigen Gebirgskomplex, der zwar keinen Eigennamen trägt, klimatisch aber recht einheitlich zu bewerten ist.
Bemerkenswerte Erhebungen
- Keilberg (Klinovec), höchster Berg des Erzgebirges
- Fichtelberg, höchster Berg Sachsens
- Auersberg
- Plattenberg (Blatenský vrch)
- Pleßberg (Plešivec)
- Gottesgaber Spitzberg (Božídarský Špičák)
- Scheibenberg
- Pöhlberg
- Bärenstein
- Schwartenberg
- Kahleberg, höchste Erhebung im sächsischen Osterzgebirge
- Wieselstein (Loučna), höchster Berg des Osterzgebirges
- Geisingberg
- Sattelberg (Špičák)
- Mückenberg, bekannt als Mückentürmchen (Komáří hůrka)
siehe auch: Liste der Berge in Sachsen
Wichtige Flüsse
- Zwickauer Mulde
- Freiberger Mulde
- Zschopau
- Schwarzwasser
- Flöha
siehe auch: Liste der Gewässer in Sachsen
Klima
Das Klima der Erzgebirgs-Kammlagen ist rauh. Das obere Erzgebirge wird oft scherzhaft mit dem weiteren Beinamen "Sächsisches Sibirien" bezeichnet. Die Temperaturen liegen das ganze Jahr über erheblich niedriger, als man es vom Tiefland her gewohnt ist. Der Sommer ist merklich kürzer, kühle Tage sind auch in dieser Jahreszeit häufiger. Die von Nordwest nach Südost ansteigende Pultscholle des Gebirges, die ein lang anhaltendes Abregnen als Stauregen bei West- und Nordwestwetterlagen ermöglicht, ruft eine im Vergleich zum Tiefland fast doppelt so hohe Niederschlagsmenge und eine mächtige und in vielen Jahren im Winter bis in den April anhaltende Schneedecke hervor. Die Kammlagen des Erzgebirges gehören zu den schneesichersten Gebieten der Mittelgebirge. Es können Föhnwinde, aber auch der so genannte Böhmische Wind bei besonderen Südwetterlagen auftreten.
Aufgrund dieses Klimas und der großen Schneemengen gibt es bei Satzung im Bereich der Grenze zu Böhmen auf knapp 900 m ü. NN ein natürliches Latschen-Kiefern-Gebiet. Zum Vergleich: In den Alpen kommen Latschen erst ab 1.600 - 1.800 m ü.NN vor.
Mitteltemperatur Fichtelberg Oberwiesenthal Annaberg Chemnitz Leipzig
in °C
Januar -5,3 -4,0 -2,3 -1,2 0,2
Juni 11,3 13,6 15,4 16,6 18,7
Jahr 2,8 4,7 6,4 7,9 9,3
Mittlere
Niederschlagssumme Fichtelberg Oberwiesenthal Annaberg Chemnitz Leipzig
in mm
Januar 85 83 74 43 37
Juni 123 120 112 90 75
Jahr 1094 1073 982 701 560
Geologische Beschreibung
Latschen-Kiefern-Gebiet
Das Erzgebirge zählt erdgeschichtlich zum Variszischen Gebirge und ist ein Pultschollengebirge, was durch eine ganze Reihe von Flusstälern, deren Flüsse zur Mulde bzw. direkt zur Elbe entwässern, durchschnitten wird. Es entstand durch einseitige Anhebung einer Scholle. Auf deutscher Seite steigt das Gebirge langsam an, auf tschechischer Seite fällt es steil ab. Sehr gut beobachten kann man dies auf dem Mückentürmchen in einer Höhe von 807,5 m NN (tschechisch: Komáří vížka) (östlich von Zinnwald auf tschechischer Seite), welches sich genau auf der Kante des Pultes befindet. Dem Erzgebirge nördlich vorgelagert, westlich von Chemnitz und um Zwickau liegt das, jedoch nur in geologischer Hinsicht bekannte, Erzgebirgische Becken. Hier befinden sich Steinkohlelagerstätten, in denen der Bergbau bereits aufgelassen worden ist. Ein ähnliches, jedoch kleineres Becken mit aufgelassenen Steinkohlelagerstätten, das Döhlener Becken, befindet sich südwestlich von Dresden am Nordrand des Osterzgebirges. Es bildet den Übergang zur Elbtalzone und ist gleichfalls vorwiegend in geologischer Hinsicht bekannt.
Das Erzgebirge ist geologisch als eines der weltweit am besten erforschten Gebirge zu sehen.
Wichtige vorkommende Gesteine: Glimmerschiefer, Phyllite und Granite mit Kontakthöfen im Westen, Basalt als Reste im Pleßberg (Plesivec), Scheibenberg, Bärenstein, Pöhlberg, Geisingberg sowie Gneise und Quarzporphyr (Kahleberg) im Osten. Die Böden, die im westlichen und mittleren Teil des Gebirges aus verwittertem Granit bestehen, bestehen aus Grus und werden schnell ausgelaugt. Phyllite ergeben einen lehmigen Boden. Schnell verwitternde Gneise im Osten des Gebirges ergeben einen leichten Boden. Die Bodennutzung besteht auf den Untergründen aus Granit und Quarzporphyr aus Wald, auf den Gneisböden ist der Anbau von Flachs in früheren Jahrhunderten, später Roggen, Hafer und Kartoffeln bis in hohe Lagen möglich gewesen und betrieben worden. Heute ist die überwiegende Nutzung Weidegrünland. Mehr und mehr trifft man aber naturnahe Bergwiesen an.
Wirtschaftsgeschichte
Weide
Mit dem Beginn der Besiedelung des Erzgebirges im 12.Jahrhundert wurden schließlich auch die ersten Silbererze in der Umgebung des heutigen Freiberg entdeckt. Berggeschrey erhob sich. Nahezu zeitgleich wurden auch die ersten Zinnerze am Südfuß des Erzgebirges entdeckt. Zinnkörner (Graupen) wurden im Seiffenbergbau gewonnen und gaben der böhmischen Bergstadt Graupen (tschech. Krupka) ihren Namen. Mit der weiteren Besiedlung des Erzgebirges wurden im 15.Jahrhundert schließlich neue, reiche Erzvorkommen um Schneeberg, Annaberg und
St.Joachimsthal (Jáchymov) entdeckt. Das Zweite Berggeschrey erhob sich und löste eine gewaltige Besiedelungswelle aus. In kurzer Folge entstanden im ganzen Erzgebirge neue, planmäßig errichtete Bergstädte in der Nähe weiterer neu entdeckter Erzvorkommen. Typische Beispiele dafür sind die Städte Marienberg, Oberwiesenthal, Gottesgab (Boží Dar), Sebastiansberg (Hora Sv. Šebestiána), Platten (Horní Blatná), und Johanngeorgenstadt. Dabei wurden zu dieser Zeit nur die Silber- und Zinnerze wirtschaftlich genutzt. Der Reichtum Sachsens wurde schließlich zu jener Zeit begründet. Als Münzmetall wurde Silber vor Ort in den Bergstädten zu Geld verarbeitet, berühmt geworden sind die in Joachimsthal geprägten (Joachims-)Thaler. Dieser Erzbergbau kam im 17. Jahrhundert weitgehend zum Erliegen. Durch den jetzt sehr stark zurückgehenden Bergbau, mussten sich die Erzgebirger neue Erwerbszweige suchen. Viele Einwohner waren in dieser Zeit schon in der Textilproduktion tätig. Da diese aber nicht zum Lebensunterhalt reichte, machten Sie sich Ihre Flexibilität und Handwerklichkeit zu Nutze und siedelten die Holzwaren- und Spielzeugherstellung vor allem im Osterzgebirge an. Nach der Erfindung des Kobaltblaues lebte der Bergbau jedoch erneut auf. Vor allem in Schneeberg wurde nun Kobalt gefördert, der in den staatlichen Blaufarbenwerken zu Kobaltblau verarbeitet wurde. Es gelang das Produktionsgeheimnis für lange Zeit zu wahren, so daß die Blaufarbenwerke für ca.100 Jahre das Welt-Monopol innehatten. Ab ca. 1820 wurde in Johanngeorgenstadt auch Uranerz abgebaut, welches zur Farbenherstellung verwendet wurde. Noch reichere Vorkommen an Uranerz befanden sich jedoch in Joachimsthal. Durch reiche Erzanbrüche wird die Himmelfahrt Fundgrube zur ertragreichsten Freiberger Grube im 19. Jahrhundert. Doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam der Bergbau dann langsam zum Erliegen.
Zur Rohstoffgewinnung in den Kriegsjahren des 1. und 2. Weltkrieges wurde der Bergbau im Erzgebirge nochmals intensiviert. Danach siedelte sich Holzwaren- und Spielzeugherstellung vor allem im Osterzgebirge an. Die Uhrenindustrie hat in Glashütte einen Schwerpunkt. Im Westerzgebirge waren wirtschaftliche Alternativen Maschinenbau und Textilindustrie. In den Jahren vor 1945 galten die Bergwerke in Joachimsthal als einzige Uranerzgrube der Welt. An Joachimsthaler Uran wird die Radioaktivität durch Marie Curie entdeckt. Ende der 1930er Jahre wird schließlich nach der Entdeckung der Kernspaltung das Uranerz auch für militärische Zwecke interessant. Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland 1938 wird die gesamte Produktion von Uran für die Entwicklung von Kernwaffen beschlagnahmt. Nach dem Einsatz der amerikanischen Atombombe in Japan 1945 beginnt auch die Sowjetunion fieberhaft mit der Entwicklung solcher Waffen. Unmittelbar darauf beginnt unter dem Tarnnamen Wismut A.G. die Förderung von Uranerz für die Sowjetunion im gesamten Erzgebirge. Zum dritten Mal in der Geschichte des Erzgebirges strömten Tausende von Menschen ins Erzgebirge, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Schwerpunkte des Abbaues waren Johanngeorgenstadt, Schlema und Aue. Auch im böhmischen Joachimsthal wurden die Uranerzlagerstätten restlos für die Sowjetunion ausgebeutet. Bis 1991 wurden Uranerze dann noch in Aue-Alberoda und Pöhla abgebaut. Der seit 1168 in Freiberg betriebene Bergbau wurde nach 800 Jahren schließlich 1968 beendet.In Altenberg und Ehrenfriedersdorf betrieb man bis 1991 Erzbergbau auf Zinnerz, Bleierz und Zinkerz. Die Verhüttung dieser Erze fand in Freiberg bis Anfang der 1990er Jahre statt. Im westerzgebirgischen Pöhla wurden bei Erkundungsarbeiten in den 1980er Jahren für die SDAG Wismut neue, reiche Zinnerzlagerstätten gefunden. Die damals entstandenen Versuchsabbaue gelten heute als die größten Zinnkammern in Europa. In Sankt Egidien befand sich ein Standort für Nickelverhüttung. Ein weiterer bekannter Ort des Erzabbaus ist Seiffen. Das Dorf im Osterzgebirge ist heute Mittelpunkt der Holzwaren- und Spielzeugherstellung. Hier werden Räuchermänner, Nussknacker, Schwibbögen, Weihnachtspyramiden und Spieldosen aus Holz gefertigt. Bei Zwickau, Lugau, Oelsnitz sowie bei Freital wurde bis in das vorletzte Drittel des 20. Jahrhunderts Steinkohle abgebaut.
Das bis vor über 800 Jahren (11. Jahrhundert) noch vollständig mit Wald (Miriquidi) bestandene Gebirge ist durch Bergbau und Besiedlung fast vollständig zur Kulturlandschaft umgestaltet worden. Bis in hohe Lagen des Gebirges ist die Bevölkerungsdichte hoch und mit Oberwiesenthal liegt im Erzgebirge die höchstgelegene Stadt Deutschlands. Nur in den relativ unzugänglichen, klimatisch ungünstigeren Kammlagen, findet man noch größere zusammenhängende Waldgebiete, die allerdings seit dem 18. Jahrhundert forstwirtschaftlich genutzt werden (Monokultur von Fichten). In den 1980er Jahren wurden bei Altenberg und bei Reitzenhain erste Anzeichen von Waldsterben festgestellt.
Tourismus
Waldsterben
Als am Ende des 19. Jahrhunderts auch das obere Erzgebirge durch die Eisenbahn erschlossen wurde, entwickelte sich der Fremdenverkehr. Berggasthäuser wurden auf den höchsten Erhebungen errichtet und Skisportler entdeckten schon damals die schneesicheren Kammlagen. Heute sind die aus dieser Zeit stammenden mit Dampflokomotiven betriebenen Schmalspurbahnen beliebte Touristenattraktionen. Mit der Fichtelbergschwebebahn entstand 1924 die erste Seilschwebebahn in Deutschland, die bis auf den heutigen Tag Besucher auf den höchsten Berg Sachsens bringt. Mit dem Kammweg wurde schließlich einer der ersten Fernwanderwege geschaffen. Dieser führte einst vom Hainberg bei Asch über das Erzgebirge, die Böhmische Schweiz und das Lausitzer Gebirge bis zur Schneekoppe im Riesengebirge. Heute existiert nicht nur ein dichtes Netz von Wanderwegen, sondern auch ausgedehnte Loipennetze und Abfahrtspisten für den Wintersport. Mit der Skimagistrale Erzgebirge gibt es dabei eine deutsch/tschechische Skiwanderstrecke über den gesamten Erzgebirgskamm.
In Anlehnung an die historische Silberstraße wurde nach 1990 eine, zwischen Zwickau und Dresden das ganze Erzgebirge durchquerende, Touristenstraße geschaffen, die alle bedeutenden Sehenswürdigkeiten erschließt. Zu diesen gehören neben Besucherbergwerken, Bergbaulehrpfaden und einer Vielzahl von technischen und heimatkundlichen Museen vor allem die mittelalterlichen Stadtzentren der alten Berstädte und ihre bedeutenden Sakralbauten wie der Freiberger Dom, die St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz oder die Schneeberger St. Wolfgangskirche.
In der Advents- und Weihnachtszeit ist das Erzgebirge mit seinen Traditionen, den weitbekannten Weihnachtsmärkten und großen Bergparaden ein beliebtes Reiseziel für Kurzurlauber.
Seit 2004 wird durch den Tourismusverband Erzgebirge die ErzgebirgsCard angeboten. Mit dieser Karte können über 100 Museen und andere Sehenswürdigkeiten kostenlos besichtigt werden.
Bevölkerung
Im Erzgebirge leben je nach dessen genauer Abgrenzung zwischen 800.000 und über 1,2 Millionen Menschen. Zu den größten Städten gehören Freiberg (42.000), Annaberg-Buchholz (23.000) und Aue (19.000), sowie Teplice (55.000), Chomutov (55.000), Most (68.000) und Karlovy Vary (52.000) auf tschechischer Seite. Bereits seit mehreren Jahrhunderten gehört es zu den am dichtesten besiedelten Gebirgsregionen Europas, was primär auf seine Tradition als Erzabbaugebiet zurückzuführen ist. Die größeren Städte befinden sich mehrheitlich am Südhang des Erzgebirges. Auf deutscher Seite nimmt die Bevölkerungsdichte vom Westerzgebirge (Kreis Aue-Schwarzenberg), mit seinen vielen kleineren Städten, hin zum ländlichen Osterzgebirge beständig ab. Die Bevölkerung hat innerhalb des letzten Jahrzehntes um durchschnittlich 10% bis 15% abgenommen, was auf die allgemein schlechte wirtschaftliche Lage zurückzuführen ist. Gegenwärtig beträgt die Bevölkerungsdichte etwa 210 Einwohner je km² (etwa Bundesschnitt), welche auf Grund der Abwanderung aber weiter fallen kann.
Kultur
Die Kultur des Erzgebirges wurde vor allem durch den, seit dem Mittelalter betriebenen, Bergbau nachhaltig geprägt. Der Besucher erkennt dies bereits bei seiner Ankunft durch die hier alltäglich benutzte Begrüßungsformel "Glück Auf!".
Überregional bekannt sind auch die vielfältigen erzgebirgischen Weihnachtsbräuche, insbesondere in Form von traditionellem Weihnachtsschmuck wie Räuchermännchen, Weihnachtspyramiden, Schwibbogen oder Bergmanns- und Engelfiguren. Vor allem im Oberen Erzgebirge verwandeln sich in der Weihnachtszeit die Städte und Dörfer mit ihren geschmückten Fenstern in ein Lichtermeer. Aber auch die überall zu Weihnachten stattfindenden Christmetten ziehen durch ihren Bekanntheitsgrad verschiedenerorts viele Besucher an.
Musikalischer Botschafter des Erzgebirges war zu Anfang des 20. Jahrhunderts Anton Günther. Heute sind es De Randfichten.
Interessant ist auch die erzgebirgische Küche, die reich an Traditionen ist.
siehe auch: Liste der Landschaften in Sachsen
Literatur
- Harald Häckel, Joachim Kunze: Unser schönes Erzgebirge. 4. Aufl. Häckel 2001. ISBN 3980368009
- NN: Erzgebirge, Vogtland, Chemnitz. HB Bildatlas, Heft Nr. 171. 2., akt. Aufl. 2001. ISBN 3616062713
- Bernd Wurlitzer: Erzgebirge, Vogtland. Marco Polo Reiseführer. 5., akt. Aufl. Mairs Geographischer Verlag 2001. ISBN 3829700059
- NN: Kompass Karten: Erzgebirge West, Mitte, Ost. Wander- und Radwanderkarte. GPS kompatibel. 1:50.000. Kompass Verlag 2002. ISBN 3854919549
- NN: Das Gesicht der Erde, Band I, VEB F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1970
Weblinks
- [http://www.tourismus-erzgebirge.de Offizielle Homepage des Tourismusverband Erzgebirge e.V.]
- [http://www.erzgebirge.de Tourismus und Freizeit im Erzgebirge]
- [http://www.naturpark-erzgebirge-vogtland.de/ Naturpark Erzgebirge-Vogtland mit Karte und Panoramabildern]
- [http://www.gupf.tu-freiberg.de/geologie/erzgebirge_anim.html sehr gute Animation zur geologischen Entstehung des Erzgebirges]
- [http://www.erzgebirgsverein.de/ Offizielle Seite des Erzgebirgsvereins]
- [http://www.wiwi.tu-freiberg.de/iwtg/unesco/index.html Projekt UNESCO Welterbe "Montanregion Erzgebirge"]
Kategorie:Deutsches Mittelgebirge
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ja:エルツ山地
Karpaten
]]
- Das Tal "Dolina 5 Stawow", Polen]]
("Morskie Oko"), Polen]]
- eine Polonina, Polen]]
Polonina - Gebirgsbach Wetlina ("Sine Wiry"), Polen]]
Polonina
Die Karpaten (früher: Karpathen, tschechisch, slowakisch und polnisch Karpaty, ukrainisch Карпати [Karpaty], rumänisch Carpaţi, ungarisch Kárpátok) sind ein Hochgebirge in Mitteleuropa, Osteuropa und Südosteuropa. Sie bilden einen über 1.300 km langen, 100 – 350 km breiten, nach Westen offenen Bogen, der bei Bratislava (Pressburg) und bei Wien als Fortsetzung der Alpen beginnt und an der Porta Orientalis in Rumänien beziehungsweise am Eisernen Tor endet.
Höchster Berg der Karpaten ist mit 2.665 m über dem Meeresspiegel der Gerlachovský štít (die Gerlsdorfer Spitze) in der Hohen Tatra – gleichzeitig auch der höchste Berg der Slowakei. Neben den Alpen bilden die Karpaten das bestimmende Gebirgssystem in Europa.
Anteil an den Karpaten haben Österreich, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Polen, die Ukraine, Rumänien und Serbien und Montenegro.
Name
Der Name Karpaten ist vorrömischen Ursprungs, die Herkunft ist umstritten. Zu den Vorschlägen gehören das indogermanische kar (loben) beziehungsweise das albanische karpe (Fels) und - sker/ker (schneiden). Die Form Karpaten wird in griechischen (ó Karpátes oros [so bei Ptolemäus, 2. Jahrhundert n. Chr.], tó Karpafon oros), römischen (Carpates montes, Carpatae) und mittellateinischen Texten (Carpati montes, Alpes Bastarnicae [Tabula Peutingeriana]) erwähnt und war für das Volk der Karpen (2. Jahrhundert n. Chr.) östlich der Ostkarpaten namengebend. Da der Name vorrömischen Ursprungs ist, sind ältere Ansichten, dass der Name vom slawischen Wort chrb (Gebirgskamm) abgeleitet ist, falsch.
In der römischen Zeit wurden die Karpaten nach den Sarmaten auch als Montes Sarmatici bezeichnet. In offiziellen Dokumenten des Königreichs Ungarn aus dem 13. und 14. Jahrhundert wurden die Karpaten als Thorchal, Tarczal, oder als Montes Nivium bezeichnet.
Gliederung
Die Karpaten gliedern sich – ähnlich den Alpen – in verschiedene Teile. Üblich sind zwei Gliederungen: einerseits horizontal, andererseits vertikal.
horizontale Gliederung
Diese ergibt sich aufgrund des Alters, der Gesteinsart und der Oberflächenart.
- Die Äußeren Karpaten ziehen sich von Wien und von Bratislava über das Grenzgebiet zwischen Tschechien und der Slowakei, dann über das Grenzgebiet zwischen der Slowakei und Polen (oberhalb der Gebrige Fatra, Tatra, Vihorlat), dann über die meisten Waldkarpaten, über Teile Rumäniens bis zu einer Stelle nördlich von Bukarest. Höchster Berg ist Babia Gora (1.725 m).
- Die Inneren Karpaten entsprechen den übrigen Karpaten. Vereinfachend kann man sagen, dass die Inneren Karpaten die höchsten Teile der Karpaten umfassen (Tatra, Niedere Tatra, Slowakisches Erzgebirge, Bükk, Rodnaer Gebirge, Retezatgebirge, Munţii Paringului, Harghita-Gebirge und so weiter). Die Inneren Karpaten werden in den Mittelslowakischen Block im Norden, den Ostkarpatischen Block und Südkarpatischen Block im Südosten, das isolierte Bihor-Massiv im Apusenigebirge sowie in die vulkanischen Gebirge unterteilt. Die vulkanischen Gebirge (Vihorlat, Bükk, Munţii Calimani, Gurghiuer Gebirge, Harghita-Gebirge und so weiter), die den innersten und jüngsten Teil des Karpatenbogens bilden, werden oft als eine eigenständige Gruppe (die "innersten" Karpaten) ausgegliedert.
vertikale Gliederung
Diese beruht auf geologisch-tektonischen, physiographischen und groben morphographischen Kriterien:
- Westkarpaten. Diese entsprechen weitgehend dem Gebiet der Slowakei und den angrenzenden Gebieten Österreichs (nordöstlichstes Österreich ab dem Wiener Becken), Tschechiens (östliches Mähren), Polens (südliches Polen, Landesteil Kleinpolen) sowie Ungarns (nördliches Ungarn). Die Grenze zu den Waldkarpaten (Ostkarpaten im weiteren Sinne) verläuft im Nordosten der Slowakei etwa entlang der Linie Bardejov – Michalovce. Der höchste Teil der Westkarpaten und zugleich der gesamten Karpaten ist die Tatra (Gerlsdorfer Spitze mit 2.655 m ü.NN.). Die (Äußeren) Westkarpaten umfassen auch eine Serie von Gebirgen, die traditionell den Namen Beskiden tragen. Die Niederen Beskiden (sk: Nízke Beskydy, pl: Beskid Niski) in der Ostslowakei und in Polen gehören jedoch bereits zu den (Äußeren) Ostkarpaten.
- Südostkarpaten (auch: Ostkarpaten im weitesten Sinne):
- Ostkarpaten im weiteren Sinne: Diese bestehen geomorphologisch aus den Ostbeskiden (Niedere Beskiden + Bieszczady + Bukovské vrchy + das Lemberg-Gebiet in der Ukraine), den Ukrainischen Karpaten (sk: Ukrajinské Karpaty, ua: Ukrajins'ki Karpaty) und den Ostkarpaten im engeren Sinne. Die Bezeichnungen der einzelnen Hauptteile der Ostkarpaten sind recht umstritten. Die Ostbeskiden und die Ukrainischen Karpaten werden im deutschen Sprachraum eher frei auch als Waldkarpaten (sk: Poloniny, ua: Lisysti Karpaty) bezeichnet. Manchmal werden aber die Waldkarpaten auch mit den Ukrainischen Karpaten oder aber mit den Ostbeskiden gleichgesetzt, wobei bei den Ostbeskiden das zusätzliche Problem entsteht, dass diese selbst nicht genau abgegegrenzt sind (siehe unter Beskiden). Früher, aber häufig auch heute noch, werden sogar die gesamten Ostkarpaten im weiteren Sinne als Waldkarpaten bezeichnet. Folgt man - wie in der heutigen Geographie verbreitet - der ersten vorstehend genannten Unterteilung, so ergibt sich die folgende Einteilung der Ostkarpaten im weiteren Sinne:
- Waldkarpaten: Die Waldkarpaten liegen in der Ostslowakei (siehe oben), in Polen, der Ukraine sowie ein kleines Stück in Rumänien. Sie enden am Prisloppass in Rumänien. Ihre höchste Erhebung ist die Hoverla (Gowerla, 2.060 m) in der Ukraine, zugleich der höchste Berg der Ukraine.
- Ostkarpaten im engeren Sinne: Diese liegen vollständig auf dem Gebiet Rumäniens, zwischen dem Prisloppass und dem Predealpass. Mit dem Pietros erreichen sie 2.305 m. Viele Gebirgszüge sind vulkanisch (siehe oben unter Innere Karpaten).
- Südkarpaten (auch: Transsilvanische Alpen, Siebenbürger Alpen): Sie folgen vom Predealpass aus nach Westen. Sie befinden sich in Rumänien und zum kleineren Teil in Serbien. Sie erreichen mit dem Moldoveanu 2544 Meter Höhe. Wichtigste Gebirge sind das Fogarascher Gebirge und das an Bergseen besonders reiche Retezatgebirge. Das Banater Gebirge ist der letzte Gebirgszug im Westen. Rumänien bezeichnet das Banater Gebirge und das Westsiebenbürgische Gebirge als Westkarpaten (Carpaţii Occidentali).
Flora und Fauna
Die niedrigeren Lagen der Karpaten sind bewaldet. Die Waldgrenze schwankt zwischen 1.150 m und 1.900 m. Die Vegetation und die Tierwelt ähneln zum Teil derjenigen der Alpen.
Die rumänischen Karpaten überzieht das größte noch bestehende, geschlossene Waldgebiet Europas. Mehr als ein Drittel aller in Europa noch wildlebenden Großraubtiere - Braunbären, Wölfe und Luchse - sind hier beheimatet.
Wichtigste Flüsse
in Österreich und Tschechien:
- March
in Polen:
- Wisła (Weichsel)
- San
- Wisłok (Weisslog)
- Osława (Oslawa)
- Wisłoka
- Dunajec (Dunajez)
in der Slowakei:
- Váh (Waag)
- Dunajec (Dunajez)
- Hron (Gran)
- Ipeľ (Eipel)
- March
- Nitra ( | | |