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Bergmannssprache

Bergmannssprache

Die Bergmannssprache ist eine berufsgruppenspezifische Fachsprache (Soziolekt) im Bergbau. Sie zeichnet sich durch Schaffung und Entwicklung eigenständiger oder abgewandelter Termini aus. Beispiele der Bergmannssprache:

A


- Aak, Aake - Ruhrkahn mit Segel zum Kohlentransport. Länge ca. 30 m, Breite: ca. 5 m, Ladefähigkeit bis 175 t.
- Abbau - Lösen vom Mineralien aus einer Lagerstätte.
- abkehren - den Dienst aufgeben.
- Ablegen - Entlassen eines Bergmanns.
- Abraum - im Tagebau das die Lagerstätte überdeckende Gestein.
- abteufen - Herstellen eines Schachtes von oben nach unten.
- abtreiben - loses Gestein aus Sicherheitsgründen herunterreißen, "die Firste hart machen".
- Alter Mann - Bereich, in dem der Abbau beendet ist. Ursprünglich der Bergmann, der im Mittelalter schon in der selben Lagerstätte tätig war, dann auch die vom diesem hinterlassenen Grubenbaue.
- Anlegen - Einstellen eines Bergmanns.
- Arschleder - Gesäßschutz des Bergmanns, insbesondere, wenn er auf dem Leder einfährt (über tonnlägige Schächte in den Berg rutscht).
- aufbereiten - gewonnene Mineralien zerkleinern, sortieren, klassieren, anreichern, konzentrieren.
- Aufbruch - von unten, von einer tieferen Sohle her, nach oben hergestellter Schacht.
- auffahren - eine Strecke herstellen.
- Aufhauen - eine in einer Lagerstätte aufwärts führende Strecke, z. B. Strebaufhauen zur Vorrichtung eines Strebbaus, Wetteraufhauen zur Wetterführung.
- aufwältigen - einen verbrochenen (eingestürzten) Grubenbau wiederherstellen.
- Ausbeißen - das Hervortreten einer Lagerstätte an der Tageoberfläche (Ausbiss).
- Ausbau - Abstützung innerhalb des Bergwerkes.
- Ausbeute - Überschuss aus dem Ertrag eines Bergwerks.
- Ausbringen - gesamte Rohförderung an nutzbaren Mineralien.
- Ausrichtung - Erschließung eines Grubenfeldes durch die Anlage von Schächten und Strecken.

B-E


- beibrechendes Mineral - fällt mit an beim Abbau des Minerals, das eigentlich Ziel der Gewinnung ist.
- Blindschacht - Schacht ohne Verbindung zur Tagesoberfläche.
- berauben - abschlagen lockeren Gesteins von Firsten und Stößen
- Berg - geneigte Verbindungsstrecke zwischen Grubenbauen unterschiedlicher Teufe, z. B. zwischen den Sohlen eines Bergwerks.
- Berge - vom Bergmann aus dem Gebirge gelöstes Gestein.
- bergfrei - Der Landesherr konnte bestimmte wirtschaftlich wichtige Mineralien für bergfrei erklären und damit ihre Gewinnung anregen. Ein bergfreis Mineral durfte jeder Finder sich aneignen - ohne Rücksicht auf den Grundbesitz. Vorausgesetzt war die Verleihung von Bergwerkseigentum.
- Bergwerkseigentum - das Recht, innerhalb festgelegter Grenzen ein Mineral zu gewinnen. Bergwerkseigentum wird aufgrund einer Mutung durch den Landesherrn verliehen.
- Bremsberg - Berg, in dem mit Hilfe gebremster Fahrzeuge abwärts gefördert wird.
- Bruch - Einsturz eines Teiles eines Bergwerkes.
- Bruchbau - Abbaumethode, bei der der Alte Mann planmäßig zu Bruch geht.
- Bühnloch - ein in das feste Gestein gehauene Vertiefung, um den Fuß eines Stempels oder das Ende einer Kappe unverrückbar aufzunehmen.
- Besatz - Masse, mit der ein sprengstoffgefülltes Bohrloch verschlossen, abgedämmt wird.
- Butzen - eine kleine selbständige Masse eines bestimmten Minerals im Gestein.
- Drittel - bei Belegung eines Orts mit mehreren sich ablösenden Arbeitsgruppen eine dieser Schichten. Ein Ort kann auch mit zwei oder mit vier Dritteln belegt sein.
- Durchschlag - Herstellung einer offenen Verbindung zwischen zwei Grubenbauen.
- Einfallen - Neigungswinkel der Lagerstätte, das ist die Neigung in Falllinie.
- Erbstollen - Stollen zur Wasserlösung und zur Wetterführung in einem oder mehreren Bergwerken. Dem Erbstöllner, der den Stollen herstellte, stand dafür ein Anteil an der Ausbeute der Bergwerke zu.

F-J


- fahren - allgemeiner Ausdruck für die Bewegung des Bergmannes im Bergwerk. Anfahren, einfahren: sich in das Bergwerk begeben; ausfahren: das Bergwerk verlassen; befahren: beschauen, kontrollieren.
- Fahrkunst - historische Vorrichtung zum Ein- und Ausfahren der Bergleute. Im engeren Sinne zwei im Schacht nebeneinander angebrachte Gestänge, die durch Kurbelantrieb mit etwa 2 m Hub gegenläufig auf- und abbewegt werden. Sie tragen Trittbühnen und Haltegriffe derart, dass man durch regelmäßiges Übertreten von einer Stange auf die andere ein- oder ausfahren kann.
- Fahrt - Leiter im Schacht (auch Fahrte).
- Fahrtrum - im Streckenquerschnitt freizuhaltender Raum, der der Fahrung, d.h. der Bewegung der Bergleute in der Strecke dient (auch Fahrweg). Schachtbereich, der die Fahrten (Schachtleitern) enthält. Nicht zu verwechseln mit dem Fördertrum für die Seilfahrt.
- Firste - obere Begrenzungsfläche eines Grubenbaus. Beim Firstenbau (z. B. in einem Erzgang) das oberhalb des Abbauhohlraums anstehende Mineral, das demnächst abzubauen ist.
- flach - in der Neigung der Lagerstätte. Flachriss - zeichnerische Projektion eines Flözes oder eines Gangs auf eine Ebene parallel zur Lagerstätte.
- Flöz - durch Sedimentation entstandene plattenförmige flächig ausgedehnte Lagerstätte (z. B. Kohlenflöz, Eisensteinflöz).
- Fluder - auch Gefluder: Gerinne aus Holz oder Metall zum zu- oder ableiten von Wasser.
- Fördergerüst - das über dem Schacht stehende Gerüst ("Förderturm"), das die Seilscheiben trägt.
- Förderkorb - auch Fördergestell, am Förderseil hängendes Transportmittel für Material, Personen und gewonnenes Mineral im Schacht. Schacht
- Fördermaschine - Antriebsmaschine zum Treiben des Förderseils und damit des Förderkorbes.
- Fundgrube - Grubenfeld, das aufgrund eines Mineral-Fundes in bauwürdiger Lagerstätte an den Muter als Bergwerkseigentum verliehen wurde. Die Feldesgröße einer Fundgrube betrug z. B. auf einem Erzgang im Harz 42 Lachter (80,6 m) streichender Länge, bei einem Steinkohlenflöz im Ruhrgebiet 2,5 km².
- Gang - durch Ausfüllung einer Kluft entstandene Lagerstätte (z. B. Erzgang).
- Gangart - jedes Mineral in der Gangausfüllung, das nicht Ziel der Gewinnung ist.
- Gebirge - das Gestein, in dem sich die Grubenbaue des Bergwerks befinden.
- Gedinge - Vertrag über für eine für ein bestimmtes Entgelt zu erbringende Arbeitsleistung (Akkord). Das Gedinge wird zwischen Belegschft bzw. Arbeitsgruppe und Betriebsleitung subjektiv ausgehandelt.
- Geleucht - vom Bergmann mitgeführte Lampe, z. B. Frosch, Bombe, Wetter-, Karbid-, Kopflampe.
- Grubenwehr - eine für den Einsatz im Bergbau speziell ausgebildete Rettungstruppe, die unter Tage Aufgaben ähnlich der Feuerwehr über Tage, jedoch unter wesentlich schwierigeren Bedingungen erfüllt und aus freiwilligen, qualifizierten Bergleuten besteht.
- Gesenk - von einer oberen Sohle her abgeteufter Schacht.
- Getriebezimmerung - Methode zum Vortrieb in lockerem Gestein. Hölzer oder Profileisen werden - in zweckmäßiger Weise abgestützt - um den herzustellenden Hohlraum herum in das Lockergestein getrieben.
- Gewerke - Anteilseigner einer Gewerkschaft.
- Gewerkschaft - historische Unternehmensform im Bergbau, zulässig bis zum Inkrafttreten des Bundesbergbaugesetzes 1980. Aus dem ursprünglichen Zusammenschluss mehrerer Bergleute zum gemeinschaftlichen Betrieb eines Bergwerks wurden im späten Mittelalter Kapitalgesellschaften mit einer festgelegten Anzahl (meist 128) von Anteilen (Kuxen). Die Gewerken- (Anteilseigner-)Versammlung verteilte die Baukosten in Form einer Zubuße auf die Anteile, entsprechend wurde der Gewinn als Ausbeute verteilt.
- Gewinnen - Lösen des abzubauenden Minarals aus der Lagerstätte..
- Gezähe - Werkzeug des Bergmannes.
- Glück auf - Ein Bergmannsgruß, der im sächsischen Erzgebirge Ende des 16. Jahrhunderts entstand.
- Göpel - historische Förderanlage, bei der eine senkrechte Antriebswelle von umlaufenden Pferden gedreht wird, im w. S. eine stärkere Fördermaschine.
- Hangendes - das Gestein oberhalb der Lagerstätte.
- Hängebank - Stelle im Fördergerüst, seltener in einem Förderschacht (dann auf Höhe der Stollensohle) an der der Förderkorb bzw. die Fördertonne be- oder entaden wird. In der Regel weit oberhalb der Erdoberfläche, um Fallhöhe für die Weiterverarbeitung des geförderten Gutes zu haben (s. Rasenhängebank).
- Hängen - Abwärtsfördern im Schacht, auch Einhängen.
- Haspel - Maschine zum Aufwickeln des Förderseiles.
- Haspelschacht - ältere Bezeichnung für Förderschacht.
- Hauer - Berg-Facharbeiter; Lehrhauer: entspricht etwa Lehrling.
- Hobel - Maschine zur schälenden Gewinnung von Steinkohle und Erz siehe auch Gleithobel
- Hunt - offener Förderwagen.
- Huthaus - Haus über einem Tagschacht, enthält die Haspel, die Seilscheiben für die Förderseile oder den Ventilator. Nicht zu Verwechseln mit Malakow-Turm, Förderturm oder Fördergerüst. Ein Huthaus für die Seilscheiben wird heute meistens Seilscheibenhaus genannt.

K-R


- Kammerbau - Abbauverfahren im Untertagebau
- Kappe - Balken aus Holz oder Metall, Bestandteil des Türstocks.
- Kaue - Gebäude über dem Schacht, Umkleide- und Waschraum.
- Kehrrad - Wasserrad mit umkehrbarer Drehrichtung zum Antrieb der Schachtförderung.
- Knappe - Berg-Facharbeiter.
- Koepeförderung - Schachtförderung (nach Friedrich Koepe), bei der zwei sich gegenläufig bewegende Förderkörbe an den beiden Enden eines Förderseiles hängen. Das Seil wird von einer Treibscheibe durch Haftreibung mitgenommen.
- Kunst - historisch: Maschine. Wasserkunst: Maschine zum Heben von Wasser aus der Grube zum Beispiel mit Hilfe von Kolbenpumpen. Nägel, die die Kunstknechte am Gestänge einschlugen führten zur Fahrkunst, mit der der Bergmann ein- und ausfahren konnte.
- Kunstknecht - historisch: Bergmann, der die Kunst baut und wartet.
- Kunstrad - Wasserrad mit Krummem Zapfen (Kurbel) zum Antrieb der Pumpen für die Wasserhaltung.
- Kux - Anteilschein an einer Gewerkschaft. Kuxe wurden nicht verkauft, sondern an Beteiligungswillige vergeben, später aber auch wie Aktien gehandelt.
- Lachter - (von Klafter) altes Längenmaß, heute 1,70 m. Das Clausthaler Lachter betrug 1,92 m, das alte Freiberger Lachter 1,942 m, das neue sächsische 2 m.
- Lager - sedimentäre Lagerstätte, die im Gegensatz zum Flöz nicht flächig ausgedehnt ist.
- Letten - knetbarer Ton, als Lettenbesatz verwendet.
- Liegendes - das Gestein unterhalb der Lagerstätte.
- Lochstein - ein die Markscheide kennzeichnender Grenzstein über Tage.
- Lutte - Luftleitung zur Heranführung frischer Wetter.
- Maaß - Maß für Teile eines Grubenfeldes, das über die Fundgrube hinaus verliehen werden konnte (etwa weil im Anschluss an die Fundgrube kleinere Feldesteile noch nicht verliehen waren). Im Oberharz 1 Maaß = 28 Lachter = 53,8 m.
- Markscheide - Grenze eines Grubenfeldes, Grenze zwischen Grubenfeldern.
- Markscheider - Vermessungsingenieur unter Tage.
- Mundloch - Ende eines Stollens an der Tagesoberfläche.
- Muten - die Verleihung von Bergwerkseigentum an einem bergfreien Mineral beantragen.
- Ort - die Stelle, wo abgebaut wird oder eine Strecke vorgetrieben wird ("vor Ort"). Ende einer Strecke.
- Ortsbrust - Wand am Ende einer Strecke
- Pinge - von früherem Bergbau zurückgebliebene meist mulden- oder trichterförmige Vertiefung an der Tagesoberfläche, entstanden durch oberflächennahen Abbau, Einsturz eines Schachts (Schachtpinge) oder eines untertägigen Hohlraums.
- Pöngel - Wäschebündel (Wäschenetz) des Bergmanns zur Aufbewahrung von Arbeitskleidung.
- Querschlag - eine Strecke, die quer zum Einfallen der Gebirgsschichten aufgefahren wird.
- Rampe - geneigte (auch spiralige) Verbindung zwischen Grubenbauen (meist Füllort) und der Tagesoberfläche. Im Unterschied zum Berg haben Rampen Mundlöcher. Moderne Rampen sind so gebaut, dass sie mit Lastkraftwagen befahren werden können.
- Rasen - die natürliche Erdoberfläche.
- Rasenhängebank - Hängebank zu ebener Erde.
- Raubbau - auf kurzfristigen Höchstgewinn gerichteter Abbau, unter Verzicht auf vollständige Gewinnung und nachhaltigen Betrieb.
- Richtschacht - Schacht, der geradlinig (ohne besondere Rücksicht auf den Verlauf der Lagerstätte) abgeteuft wird.
- Richtstrecke - Strecke, die geradlinig im mittleren Streichen ("Generalstreichen") abseits der Lagerstätte aufgefahren wird.
- Rolle - saigerer oder tonnlägiger Schacht von einer oberen Strecke in eine darunterliegende. Durch diese Verbindung kann Material von der oberen Strecke in eine Fördereinrichtung der unteren Strecke geschüttet werden.
- Rösche - kurze Strecke zum Abführen von Wasser.

S


- Salband - Grenzfläche zwischen Gang und Nebengestein.
- Sargdeckel - ein sich an vorgegebenen Trennflächen plötzlich aus dem Hangenden lösender sehr großer Stein, häufig einem Sargdeckel ähnlich.
- Schacht - saigerer, seltener auch tonnlägiger Grubenbau zum Fördern (Förderschacht) oder Bewettern (Wetterschacht). Schächte, die nur untertägige Grubenbaue verbinden, aber nicht zur Tagesoberfläche führen, werden Blindschächte genannt.
- Schicht - regelmäßige tägliche Arbeitszeit.
- Schießen - Sprengen unter Tage.
- Schlepper - Hilfsarbeiter unter Tage, vorwiegend in der Förderung.
- schrämen - einen Schram herstellen.
- Schram - möglichst weit reichender Schlitz zum leichteren Lösen des hereinzugewinnenden Minerals.
- Schürfen - Aufsuchen einer Lagerstätte durch Aufdecken nahe der Erdoberfläche, aber auch durch unterirdische Grubenbaue und Bohrlöcher.
- seiger - senkrecht.
- Seilfahrt - Ein- und Ausfahrt der Bergleute in dem am Seil hängenden Förderkorb. seiger
- Seilscheibenhaus - Ein Häuschen über einem Tagschacht, das die Seilscheiben für das Förderseil enthält. Ein Seilscheibenhaus wird statt eines Förderturms verwendet, wenn sich die Hängebank unter Tage und die Fördermaschine über Tage befindet.
- Sicherheitssteiger - Sicherheitsingenieur im Bergbau.
- Sohle - 1. die Gesamtheit aller in einer Ebene gelegenen Teile eines Bergwerkes; 2. untere Begrenzungsfläche eines Grubenbaus, z. B. einer Strecke.
- söhlig - horizontal, totsöhlig: absolut söhlig, ohne Gefälle zum Abführen des Wassers.
- Spitzeisen - meißelartiges Werkzeug, das mit einem Stiel gehalten wird. Es gehört zum historischen Gezähe "Schlägel und Eisen".
- Steiger - Grubenaufseher, Bergingenieur
- Stempel - Stütze aus Holz oder Metall zum Abstützen des Gebirges.
- Stollen - Strecke mit einem Mundloch an der Tagesoberfläche.
- Stoß - seitliche Begrenzungsfläche eines Grubenbaus (z. B. Seitenwand einer Strecke), aber auch Abbaustoß: Angriffsfläche für den Abbau.
- Strebbau - Untertage-Abbauverfahren, bei dem der Abbauraum im Flöz weiterrückt.
- Strecke - horizontaler Grubenbau.
- Streichen - Verlauf einer flächigen Lagerstätte (Flöz oder Gang) in horizontaler Richtung, das ist der Verlauf einer Höhenlinie.
- Strosse - Beim Strossenbau (z. B. in einem Erzgang) das unterhalb des Abbauhohlraums anstehende Mineral, das demnächst abzubauen ist.
- Stufe - kleines Gesteinsstück, insbesondere Erzstufe.
- Stunde - die horizontale Richtung (weist auf eine ursprünglichen Bedeutung des Wortes als Richtung, in der die Sonne steht). Der Grubenkompass war in 24 Stunden geteilt.
- Sümpfung - Absenkung des Grundwasserspiegels

T-Z


- Tagesoberfläche - alles, was außerhalb des Bergwerkes liegt.
- taub - nennt man einen Lagerstättenteil, der keine abbauwürdigen Mineralien enthält.
- Teufe - die Tiefe eines Schachtes oder einer Sohle.
- teufen - Herstellen eines Schachtes von oben nach unten, siehe abteufen.
- Tiefbau - Bergbau unter Tage (unter dem tiefsten Wasserlösungsstollen). Gegensatz: Tagebau .
- tonnlägig - ist ein Schacht, der nicht senkrecht ins Bergwerk führt, die Fördertonne liegt auf einer Bohlenbahn auf. Tonnlägige Schächte folgten im Gangerzbergbau dem von der Vertikalen abweichenden Einfallen des Ganges. Gegensatz: Seigerschacht. Bergbau
- Tradde Entschädigung bei Bergschäden
- Trommelförderung - Schachtförderung, bei der das Förderseil auf eine Trommel gewickelt wird (Haspel). Häufig sind zwei Seiltrommeln derart miteinander verbunden, dass ein Seil auf- und das andere abgewickelt wird.
- Trum - 1.) von einem Gang abgetrennter Zweig des Ganges; 2.) vertikal abgetrennter Teil eines Schachtes, z. B. Fahr-, Förder-, Rohrleitungstrum.
- Tunnelbrust - Begriff aus dem Tunnelbau: Ort einer im Bau befindlichen Tunnelstrecke, an dem der Stollen vorwärtsgetrieben wird. Tunnelbau
- Türstock - Ausbaukonstruktion, bestehend aus einer Kappe mit zwei unterstützenden Stempeln. Beim Deutschen Türstock sind - anders als beim Polnischen - Kappe und Stempel miteinander verzahnt, um auch seitlichem Gebirgsdruck zu widerstehen.
- Verleihung - Zueignung von Bergwerkseigentum durch den Landesherrn.
- Versatz - Verfüllung eines durch den Abbau entstandenen Hohlraums mit Bergen (Bergeversatz).
- Vorrichtung - nach erfolgter Ausrichtung die Vorbereitung des Abbaus durch Erschließen der Lagerstätte und den Einbau von Gewinnungs- und Fördereinrichungen.
- Walzenlader - Maschine zur schneidenden Gewinnung von Steinkohle und Erz.
- Wasserhaltung - Anlagen und Maßnahmen zum Abführen des einer Grube zufließenden Wassers.
- Wasserlösung - Abführen von Wasser, z. B. durch Wasserlösungsstollen.
- Wetter - die Luft und ihre Bewegung im Bergwerk. Frische Wetter - unverbrauchte Luft; matte Wetter: sauerstoffarme Luft; schlagende Wetter: Luft mit einem Methangehalt zwischen 5 % und 14 % (explosiv), böse Wetter: Luft mit hohem Schadstoffgehalt, z.B. Sprengschwaden. Wetter
- Weiberarsch - Bezeichnug einer Pfannenschaufel (in Damme).
- Zeche - anderer Name für Grube, Schachtanlage.

Weblinks


- [http://www.gupf.tu-freiberg.de/fw_buch.htm Fachwörterbuch innerhalb des Geo- und Umweltportals Freiberg]
- [http://www.meinemineraliensammlung.de/lexikon/index.html Lexikon mit Begriffen aus Bergbau und Geowissenschaften] Kategorie:Bergbau Kategorie:Fachsprache

Beruf

Unter dem Beruf versteht man diejenige institutionalisierte Tätigkeit, die ein Mensch für (a) finanzielle oder (b) herkömmliche Gegenleistungen oder (c) im Dienste Dritter regelmäßig erbringt, bzw. für die er ausgebildet, erzogen oder berufen ist. Im Allgemeinen dient die Ausübung eines Berufes der Sicherung des Lebensunterhaltes. Die erwirtschafteten Geld-, Sach- oder Tauschleistungen dienen der Stillung der persönlichen Bedürfnisse oder denen der sozialen Gemeinschaft (z.B. der Familie), der der Ausübende angehört. Dazu gehören in erster Linie die Ernährung, die Bekleidung, der (häusliche) Schutz vor Gefahr und Krankheit und die Vorratsbildung. Darüber hinaus üben viele Menschen berufsähnliche Tätigkeiten, die nicht oder nur indirekt entlohnt werden (durch soziale Anerkennung oder persönliche Befriedigung). Ehrenämter, amateurhaft ausgeübte Tätigkeiten (z.B. Kunst oder Sport) und intensiv betriebene Hobbys bilden daher Schnittmengen zum "Beruf".

Sozialgeschichtliches

Die Fähigkeiten und Kenntnisse, die in einem Beruf benötigt werden, werden also durch Ausbildung, durch Praxis oder Selbststudium oder durch Zuschreibung (adscription) (etwa bei Erbfolge Bauer, zünftiger Handwerker, Reichs-Kämmerer] oder durch Gelöbnisse Beamte oder durch Weihe Priester) erworben. Die meisten Berufe sind das Ergebnis fortschreitender Differenzierung der Arbeit. Sie verfügen also über Jahrhunderte lange Traditionen, da viele von der Gesellschaft gewünschten Leistungen im Wesentlichen konstant sind. Daher rührt auch die soziale Erscheinung auffälliger Berufsvererbung. Zu den ältesten, frühgeschichtlichen Berufen gehören Schmiede, Zimmerleute, Heiler, Priester, Wandererzähler und -sänger oder auch Prostituierte. Seit dem Mittelalter fanden sich die Berufsgruppen in Zünften und Gilden zusammen, welche auch die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses übernahmen. Doch gliederten sich auch "Unehrliche" Berufe aus. In einigen Berufen wird auf die "Berufung" des/der Einzelnen von 'oben' oder von 'innen' besonderen Wert gelegt (zum Beispiel Pfarrer/in, Priester/in, aber auch Arzt/Ärztin, Lehrer/in, Apotheker/in, Richter/in). Diese Berufe sind eine so genannte Profession (siehe hierzu: Freier Beruf). In diesen ist die tatsächliche Arbeitszeit nicht geregelt, ihr Auftrag ist die Erfüllung der anfallenden Aufgaben (häufig territorial und/oder inhaltlich begrenzt) in eigener Zeit und Verantwortung. Der fortschreitende, mit der Industrialisierung einhergehende soziale und technische Wandel ließ neue Berufe entstehen und alte, zumeist handwerklicher Berufe aussterben. Mit der durchdringenden Verbreitung der Informationstechnologie in allen gesellschaftlichen Bereichen setzt sich dieser Trend fort. Zu unterscheiden ist der ausgeübte vom nicht ausgeübten Beruf.

Reglementierung der Berufsausübung

Heute wird die Berufsausbildung (Inhalte, Dauer) in den meisten europäischen Ländern staatlich festgelegt. Die staatliche Reglementierung der Berufswahl findet aber in Deutschland wie auch in den meisten anderen Ländern seine Grenzen in dem Grundrecht der Berufsfreiheit. Wer welchen Beruf ausüben darf, wurde und wird kulturell unterschiedlich gehandhabt. In Europa gilt prinzipiell das Recht der freien Berufsausübung, das jedoch einigen Einschränkungen unterliegt. So ist für die Ausübung bestimmter Berufe eine entsprechende Ausbildung erforderlich: Als Arzt oder Rechtsanwalt darf beispielsweise nur tätig sein, wer ein medizinisches bzw. juristisches Hochschulstudium erfolgreich abgeschlossen und entsprechende Praxiserfahrung (Referendariat) nachweisen kann. Ebenfalls unterliegt die Ausübung handwerklicher Berufe bestimmten Einschränkungen: So ist zur selbstständigen Ausübung eines Handwerks in Deutschland beispielsweise der Meister-Brief erforderlich. In anderen Ländern, beispielsweise den USA, kennt man diese Einschränkung nicht. Alle erfolgreich sozial heraus gebildeten Berufe entwickeln eine (mehr oder minder ausgeprägte) Berufsethik.

Gefahrgeneigte Berufe

Die britische Versicherung Churchill Insurance hat im Jahr 2004 eine Liste der zehn risikoreichsten Berufe veröffentlicht. Bei Ausübung seiner Tätigkeit verunglückt danach (in absteigender Reihe) tödlich am häufigsten, wer tätig ist als
- Fensterputzer
- Soldat
- Feuerwehrmann
- Hochseefischer
- Pilot
- Polizeibeamter
- Dachdecker
- Gerüstarbeiter
- Zirkusartist.

Siehe auch


- Arbeit (Tätigkeit), Berufsbezeichnung, Berufsberatung
- Berufsethik, Arbeitsethik
- Berufssoziologie, Arbeit (Soziologie)
- Profi, Freier Beruf, Unehrlicher Beruf, Verdienst, Zunft
- Liste von Berufen, Berufswissenschaft
- Sozialstruktur
- Ausbildungsinitiationsriten: Derbe Späße, die die Unerfahrenheit von Berufsanfängern ausnutzen.
- Berufsbeschreibung

Weblinks


- [http://www.berufsberatung.ch/dyn/1203.asp Ausbildungsberufe in der Schweiz]
- [http://www.bibb.de/ Bundesinstitut für Berufsbildung]
- [http://www.c6-magazin.de/monatsthema/2005/11-berufe-arbeit-ausbildung/ Dossier zum Thema Berufe] ! ! Kategorie:Berufsrecht Kategorie:Personalwesen ja:職業

Soziolekt

Als Soziolekt werden in der Soziolinguistik diejenigen Varietäten bezeichnet, die auf gesellschaftlichen Faktoren beruhen. Obwohl Soziolekte traditionell als Sonderfall von Dialekten aufgefasst wurden, geht man heute oft auch den umgekehrten Weg und rechnet die Dialekte zu den Soziolekten. Eigentlich aber sind Dialekte alle einer Hochsprache untergeordneten Varietäten, die man sowohl geographisch (horizontal) als auch nach sozialen Faktoren (vertikal) einordnen kann. Danach wären sowohl das Hochdeutsche als auch die Umgangssprache in einer bestimmten Ausformung Dialekte (im besonderen Soziolekte). Wichtige Untersuchungsgebiete der Soziolinguistik sind der spezifische Sprachgebrauch sozialer Schichten und das Auftreten von Sprachbarrieren. Eine grobe Einteilung unterscheidet restringierten und elaborierten Sprachcode:

Restringierter Code

Der restringierte Code ist üblicherweise die Sprache ungebildeter Unterschichten. Hier einige Beispiele:
- Was guckst Du?
- Watt kuckse?
- Sach mich dat nochma!
- Aufe Fresse?
- Schinken her, sonst kloppe!

Merkmale


- kurze, grammatisch einfache, häufig unvollständige Sätze
- begrenzte Anzahl von Adjektiven und Adverben
- Verwendung von Sprichwörtern

Elaborierter Code

Der elaborierte Code ist normalerweise die Sprache gebildeter Ober- und Mittelschichten. Beispiele:
- Warum sehen Sie mich so sonderbar an?
- Würden Sie das eventuell zurücknehmen?

Merkmale


- Häufiger Gebrauch von Fachwörtern
- Häufiger Gebrauch des Passivs
- Explizitheit
- grammatische Korrektheit
- logische bzw. argumentative Strukturiertheit

Siehe auch


- Ethnolekt
- Ruhrdeutsch
- Received Pronunciation Kategorie:Soziolinguistik Kategorie:Spezialsprache

Bergbau

Als Bergbau bezeichnet man die Gewinnung von mineralischen Rohstoffen aus unserem Planeten. Häufig geförderte Rohstoffe sind z. B.: Kohle, Eisen- und Metallerze, Salze , Gold, Silber, Flussspat (Fluorit), Schwerspat (Baryt) und radioaktive Uranerze wie Pechblende. Die Förderung von Erdöl und Erdgas gehört ebenso wie die Gewinnung von Steine und Erden dazu. Abzubauende Stoffe liegen in einer Lagerstätte vor. In Deutschland ist der Bergbau grundsätzlich durch das Bundes-Berggesetz geregelt.

Abbautechniken

Hier werden 2 Grundtechniken unterschieden:
1. Übertage: Hier werden die Rohstoffe in offenen Gruben gefördert; siehe --> Tagebau
- Steinbruch
- Schürfen 2. Untertage: Förderung durch Stollen oder Schächte in sog. Gebirge; --> Untertagebau
- Solen

Geschichte

Sole] Sole] Frühste archäologische Zeugnisse des Bergbaus weisen in die Jungsteinzeit. Kupfer wurde schon um 5000 v. Chr. im Sinai, Kupfer, Gold und Türkise um 3000 v Chr. in Ägypten abgebaut. Wahrscheinlich gab es gegen 3000 v. Chr. auch schon Metallgruben in Indien und China. Um 2500 v. Chr. begann dann auch die Kupferförderung in Mitteldeutschland. Eisenerz wurde ab etwa 800 v. Chr. in den Alpen abgebaut und Steinkohle ist seit dem 9. Jahrhundert in England bekannt.

Bergbau in Deutschland

Erste schriftliche Zeugnisse über den Metallabbau mittelalterlichen Mitteleuropa berichten aus Böhmen im 8. Jahrhundert, Goslar im 10. Jahrhundert, dem Erzgebirge in Freiberg und Joachimsthal im 12. Jahrhundert und in allen Fällen vorwiegend im Zusammenhang mit Silber und Kupfer. Mitte des 16. Jahrhunderts veröffentlichte Georgius Agricola mehrere für den Bergbau entscheidende Werke, wie das 1556 erschienene De re metallica libri XII. Ab dem Mittelalter lassen sich Bergordnungen nachweisen, die den Bergbau umfassend regelten. Mitte des 19. Jahrhunderts traten an ihre Stelle Berggesetze. Steinkohleförderung im Aachener Steinkohlenrevier an Inde und Wurm wird in den Annales Rodenses des Klosters Roda (heute Rolduc/NL) bereits für das Jahr 1113 bezeugt. Abbauort war der Beckenberg (schwarze Berg) direkt bei der Burg und Siedlung Rode (heute Herzogenrath/D). Der Eschweiler Kohlberg wird 1394 urkundlich erwähnt, der Eschweiler Bergwerksverein 1838 gegründet. Im Ruhrgebiet wird Steinkohle seit dem 14. Jahrhundert gefördert, Mitte des 18. Jahrhunderts begann man an der Saar Steinkohle abzubauen, später auch in Schlesien. Schlesienes Wieliczka bei Krakau (Polen)]] Durch die Industrialisierung, besonders die 1798 von James Watt erfundene Dampfmaschine wurde vor allem der Abbau von Kohle und Eisenerz erheblich gesteigert und sorgte so für die Häufung von Industrie zum Beispiel im Ruhrgebiet und in Oberschlesien. Gebraucht wurde z.B. Steinkohle zu Heizzwecken, auch in Form von Brikett (in Deutschland seit 1861) oder als Treibstoff für Lokomotiven und stationären Dampfmaschinen zum Antrieb von Arbeitsmaschinen in Industriebetrieben. Später stellten die kohlebefeuerten Dampfkraftwerke das Rückrat der Stromversorgung dar, und dies ist auch heute noch so. Nachdem Rohstoffe immer günstiger vom Ausland eingeführt werden konnten, verloren besonders die heimischen Eisen- und Metallerzlagerstätten an Bedeutung, da diese nur schwierig und somit teuer zu gewinnen waren. Auch die Steinkohlengewinnung ist bei uns geologisch bedingt schwierig und daher teuer. Steinkohlenzechen werden aber als sichere Energiequelle im eigenen Land benötigt, aber auch, um unseren hohen Stellenwert bei der Bergbautechnologie auf dem Weltmarkt behalten zu können. Die Förderung von Braunkohle, die 30% der deutschen Energieversorgung darstellt, sowie von Kali- und Steinsalz werden in großem Umfang weiter betrieben. Kali und Steinsalze werden unter anderem in der heimischen Agrarwirtschaft als Dünger eingesetzt und auch weltweit exportiert.Deutschland besitzt die weltweit modernsten und leistungsfähigsten Kalibergwerke. Ein erheblicher Wirtschaftsfaktor stellt auch der Bergbau auf Steine und Erden dar, die i.d.R. im Tagebau abgebaut werden.

Siehe auch

Weblinks


- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Kategorie/Bergbau Bergbaulexikon Mineralienatlas WiKi]
- [http://www.erzwege.at Bergbaugeschichte online]
- [http://www.erzwege.at/mailform/lexikon.htm Bergbau-Lexikon]
- [http://www.bergschaeden.info Bergbaustandorte in Deutschland]
- [http://www.meinemineraliensammlung.de/index.html Lexikon mit Begriffen aus Bergbau und Geowissenschaften]
- [http://wirtschaft.fh-trier.de/ri/fell/besucherbergwerke/besucherbergwerke.php5?nr=15&unr=0&eTyp=h&Art=Mineral Besucherbergwerke mit deutschsprachigen Internetseiten]
-
- [http://www.bergbaumuseum.de Deutsches Bergbau-Museum Bochum] ! Kategorie:Ingenieurwissenschaft Kategorie:Geographie ja:鉱業

Terminus

Das Wort Terminus (von lat.: terminus = Grenze, Grenzstein, Bezeichnung) steht für
- die sprachliche Benennung eines gedanklich klar umrissenen, abgegrenzten Begriffs - siehe z.B. auch terminus medius (Mittelbegriff), terminus major (Oberbegriff), terminus minor (Unterbegriff) des Syllogismus
- ein Fachwort einer Fachsprache
- u.A. in der Biochemie der Proteine das Ende einer Proteinkette: N- bzw. C-Terminus
- in der römischen Mythologie den Gott und die Personifikation der Grenzsteine - siehe Terminus (Mythologie)
- als geplante Endstation der Western & Atlantic Railroad den ursprünglichen Namen von Atlanta in Georgia
- im Foundation-Zyklus des Autors Isaac Asimov den Sitz der "First Foundation".
- Titel einer Kurzgeschichte des Autors Stanisław Lem - siehe Terminus (Roman)
- Ende (der Zahlungsfrist) = Termin

Siehe auch

Termin, Terminologie, Terminal, Terminator

Abteufen

Abteufen oder Teufen (auch: Niederbringen) ist ein Begriff aus der Bergmannssprache. Es bezeichnet die Herstellung von senkrechten Hohlräumen (Schächten oder Bohrlöchern) von oben nach unten zur Erschließung von Lagerstätten. Der Begriff wird hergeleitet aus der bergmännischen Bezeichnung Teufe für „Tiefe“. Die wichtigsten Verfahren beim Abteufen sind das Bohren, das Sprengen („Schießen“) und das Graben. Die Verfahren finden Verwendung im Bergbau beim Niederbringen eines „Grubengebäudes“ (Schacht oder Blindschacht) zu einer Lagerstätte untertage, bei der Herstellung eines senkrechten Bohrloches zur Erschließung von Erdgas- und Erdölvorkommen, und beim Brunnenbau zur Erschließung von Grundwasservorkommen. In der Bergbaugeschichte wurde das Abteufen von Schächten früher häufig nicht von dem eigentlichen Abbaubetrieb durchgeführt, sondern als eigenes Gewerk von Fremdbetrieben durchgeführt, es wurde „verakkordiert“. Der Gegensatz des bergmännischen Begriffs „Abteufen“ ist „Hochbrechen“. Kategorie:Bergbau

Arschleder

Das Arschleder zählt zur Kleidung des Bergmannes. Es diente als Schutz vor dem Durchwetzen des Hosenbodens bei der Arbeit, insbesondere beim Einfahren in tonnlägige Schächte. Georg Agricola schrieb in seinem Buch De re metallica 1556: „so sitzend die Berghäwer auf ihr Arsleder, das um die Lenden gebunden, dahinter herabhanget.“ Später wurde es auch in schmuckvollen Ausführungen zum Habit (Paradeuniform) bei Bergparaden getragen. Bei bergmännischen Brauchtumsveranstaltungen wird dieses Utensil auch für den so genannten Arschledersprung genutzt. Das Arschleder hat auch seinen Eingang ins bergmännische Liedgut gefunden. So heißt es in der letzten Strophe der im Ruhrgebiet gesungenen Fassung des Steigerlieds: Die Bergleut sein kreuzbrave Leut' / denn sie tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht / denn sie tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht / und saufen Schnaps, und saufen Schnaps.

Siehe auch


- Bergmannssprache
- Bergbau

Weblinks


- [http://www.schalkeistdergeilsteclubderwelt.de/Songtexte/Songtexte/glueckauf_der_steiger_kommt.htm Vollständiger Ruhrgebiets-Liedtext von Glückauf, Glückauf, der Steiger kommt!]
- [http://www.jugendheim-gersbach.de/Schwazer-Bergbuch-Vorderoesterreich-Tirol-Bergknappe-Arschleder-Hunt.jpg Abbildung eines Bergmannes mit Arschleder] Kategorie:Bergbau Kategorie:Kleidung

Sortieren

Sortierung bezeichnet den Vorgang des Ordnens. Davon leiten sich die Worte sortieren (als Tätigkeit), sortiert (als Zustand) und Sortiment (als Oberbegriff) ab. Beim Sortieren wird über die sortierte Menge nach einem einheitlichen Sortierkriterium eine festgelegte Ordnungsreihenfolge hergestellt. Dies geschieht im allgemeinen aufsteigend (abc..., 123..., klein/mittel/groß...), aber auch absteigende Sortierung (rückwärts) ist möglich (zyx..., 99 98 97..., groß/mittel/klein...) und kann sinnvoll sein. Zweck der Sortierung ist, durch die hergestellte Ordnung
- eine bessere Übersicht zu erhalten
(Minimum, Maximum, Anzahl unterschiedl. Elemente, Histogrammbildung)
- die spätere Suche in der sortierten Menge (ggf. durch Indizierung über das Sortierkriterium) zu vereinfachen und vor allem zu beschleunigen
- eine bessere Qualität zu erhalten (Sortierung in Toleranzbereiche, nach gut - schlecht, nach Haltbarkeit, Erhaltungszustand und ähnlichem
- Prioritäten festzulegen (zum Beispiel Handlungsreihenfolge nach Katastrophen). Ein griffiges Sprichwort besagt: Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen.
Dabei wird auf den gewonnenen Zeitvorteil beim Suchen im Verhältnis zum einmaligen Aufwand für das Einordnen abgehoben. Offensichtlich wird der Vorteil des Sortierens vor allem beim Suchen in sehr umfangreichen Mengen und wenn dies sehr häufig geschieht, wie z.B. im Lager eines Versandhandels, in einem Lexikon oder in einer Datenbank wie hier bei diesem Artikel in Wikipedia. Sortieren kann man sowohl Gegenstände als auch Informationen (Daten). Typisch gegenständliche Sortierungen werden nach Farbe, Größe, Gewicht, Volumen, Material und Typ vorgenommen. Es liegt somit oftmals eine messtechnisch bestimmbare Größe zugrunde, deren Zahlenwert das Sortierkriterium bildet. Andere nicht-messbare Sortierkriterien müssen in der Reihenfolge festgelegt werden, z.B. bei Farben (rot, blau, grün ist nicht besser oder schlechter als blau, grün, rot). In der Informationsverarbeitung werden meist Namen, Nummern und ähnliche Größen geordnet. Karteien, Listen und Verzeichnisse sind die typischen Ergebnisse eines Sortiervorgangs. Das ideale Beispiel für eine Sortierung ist eine Enzyklopädie in Buchform oder ein Telefonbuch. Die Informatik kennt verschieden leistungsfähige Sortieralgorithmen, z.B. Quicksort. Bei einer alphabetischen Sortierung werden Zeichenketten entsprechend der Reihenfolge der Buchstaben im Alphabet angeordnet.

Weitere Sortierungen


- Beim topologischen Sortieren einer Halbordnung kann es mehrere gültige Reihenfolgen geben.
- Das Sortieren bewerteter Objekte führt zu einer Rangordnung (Ranking).
- Mechanische, chemische oder physikalische Sortierverfahren beschreibt Trennverfahren. Kategorie:Klassifikation

Klassieren

Klassieren oder Klassierung nennt man in der mechanischen Verfahrenstechnik ein großtechnisches Trennverfahren zur Zerlegung eines Feststoffgemisches nach dem Kriterium Korngröße oder Sinkgeschwindigkeit. Das Ergebnis sind mindestens zwei Fraktionen, die sich dadurch unterscheiden, dass die Mindestgrenze der einen Fraktion zugleich die Höchstgrenze der anderen Fraktion ist. Feststoffpartikel, die genau dazwischen liegen nennt man Grenzkorn. Ziel des Klassierens ist:
- die Herstellung von mehreren möglichst sauber voneinander getrennten Teilmengen des ursprünglichen Feststoffgemischs (Konfektionieren) oder
- die Abtrennung von Ober- bzw. Unterkorn, um Störungen oder Überlastungen bei nachfolgenden Prozesse zu vermeiden. Man unterscheidet folgende Klassierverfahren:
- Siebklassieren mittels Sieben
- Stromklassieren mit dem Trennmedium Luft oder andere Gase, z.B. mittels Windsichten
- Stromklassieren mit dem Trennmedium Wasser oder andere Flüssigkeiten, z.B. mittels Schwimm-Sink-Verfahren
- Gleichfälligkeitsklassieren. Vom Klassieren zu unterscheiden ist das Sortieren. Bei großtechnischen Trennverfahren wird damit ein Trennen nach dem Kriterium Stoffart oder Farbe bezeichnet. Zerkleinerungs-, Klassier- und Sortiertechnik werden im Bergbau, im Steinbruch, im Kieswerk und in der Recyclingindustrie zusammen als Aufbereitungstechnik bezeichnet. Siehe auch Klassierung für weitere Begriffsanwendungen. ! Kategorie:Verfahrenstechnik

Blindschacht

Der Schacht ist im Bergbau ein vertikaler Grubenbau, der dem Transport von Personen (Seilfahrt) und Material, der Förderung der Abbauprodukte sowie der Frischluftversorgung (Bewetterung) dient. Schächte sind in der Regel seiger, d.h. senkrecht, und können eine Teufe (Tiefe) von mehreren tausend Metern haben. Es gibt auch Schächte, die stark geneigten Lagerstätten (z.B. Erzgängen) folgen und deshalb von der Senkrechten abweichen. Sie werden tonnlägig genannt, weil die Fördertonne auf einer schrägen Bohlenbahn liegt. Ein Vorteil von tonnenlägigen Schächten besteht darin, dass man bei der Anlage einer weichen Gesteinsschicht folgen kann. Das Abteufen geht dadurch schneller. Ein Nachteil ist, dass der Korb auf Rollen entlang von Führungsschienen herabgelassen wird, dadurch kommt es zu einem höheren Seilverschleiß. Ein Schacht, der mit der Erdoberfläche in Verbindung steht, heißt Tageschacht. Ein Blindschacht hingegen ist ein Schacht, der nur „unter Tage“ verläuft, er führt nicht bis an das Tageslicht. Mit der Einführung der Dampfkraft war die Technik des Tiefbauschachts im großen Stile möglich. Die Dampfkraft war notwendig um die in großen Massen anfallenden Grundwasserzuflüsse abzupumpen. Ein stillgelegter Schacht wird mit Gestein verfüllt und mit einem Deckel aus Beton gesichert. Zur sicheren Ableitung der Grubengase wird Protegohaube in den Deckel eingesetzt. Kategorie:Bergbau

Erbstollen

in der Steiermark.]] Steiermark] Stollen sind grundsätzlich waagerecht oder leicht aufwärts geneigt von der Erdoberfläche aus in eine Berg- oder Hügelflanke getriebene unterirdische Gänge. Im allgemeinen dienen Stollen zur Verbindung der Erdoberfläche mit unterirdischen Anlagen. Dies können Bergwerke, aber auch beliebige andere Bauwerke (Kavernen, Bunker etc.) sein. Kennzeichnend für einen Stollen ist, dass im Gegensatz zum Tunnel lediglich eines seiner Enden, das sog. Stollenmundloch an der Erdoberfläche liegt. Im Bergbau werden alle waagerechten ("söhligen") oder fast waagerechten Verbindungen zwischen Erdoberfläche und Lagerstätte als Stollen bezeichnet. Eine besondere Aufgabe, nämlich die der Entwässerung oberhalb gelegener Bergwerke haben die sog. Wasserlösungsstollen. In Zeiten, als es noch keine leistungsfähigen Pumpen gab, waren diese Stollen von großer Bedeutung. Der in einem Bergbaugebiet jeweils am tiefsten gelegene Stollen führte meist nicht nur das Wasser des Bergwerkes ab, zu dem er gehörte, sondern "erbte" auch die Abwässer höhergelegener Bergwerke. Das alte Bergrecht kannte für solche Stollen den Begriff des Erbstollens, dessen Besitzer das Recht hatte von allen Bergwerken, deren Wasser er ableitete, eine Abgabe zu verlangen. Dies war mitunter ein so lukratives Geschäft, dass nur zum Zweck des Baus und der Unterhaltung solcher Stollen Unternehmen gegründet wurden. Erbstollen erreichten zum Teil beträchtliche Längen. Der längste Erbstollen des Ruhrgebietes, der Schlebuscher Erbstollen, hatte schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Länge von 13 km. Zuweilen werden auch vergleichbare unterirdische Gänge, die jedoch auf natürliche Weise entstanden sind (Gänge in Höhlen) als Stollen bezeichnet. Einem speziellen militärischen Zweck dienten Stollen, die sog. Mineure bei der Belagerung einer Festung unter das Fundament einer Festungsanlage grub, um entweder das Bauwerk mit Sprengladungen zum Einsturz zu bringen, oder um für einen Überraschungsangriff einen Zugang in die Festung zu schaffen. Kategorie:Bergbau Kategorie:Befestigungsanlage

Wetter (Bergbau)

Die Wetter bezeichnet im Bergbau die Gesamtheit der in einem Bergwerk befindlichen Luft. Die Bezeichnung stammt aus einer Zeit, als die durch ein Bergwerk strömende Luft tatsächlich noch von der meteorologischen Wetterlage abhing. Diese Form der Wetterführung nannte man eine "wilde Wetterführung". Es haben sich in der Bergmannssprache weitere Bezeichnung für die Wetter eingebürgert:
- "Frische Wetter" für die unverbrauchte frische Luft
- "Matte Wetter" für verbrauchte und erstickend wirkende Luft mit einem geringen Anteil an Sauerstoff, dafür meist einem hohen Anteil an Kohlendioxid.
- "Böse Wetter", die giftige Gase, meistens Kohlenmonoxid, enthalten.
- "Schlagende Wetter" mit einem Anteil an explosiven Gasen in der Luft, meistens Methan
- "ein-" bzw. "ausziehende Wetter" für die in den Grubenbau ein- bzw. ausströmende Luft Vor allem die schlagenden Wetter sind wegen der großen Explosionsgefahren im Bergbau gefürchtet. Zu den zerstörenden Wirkungen einer Schlagwetterexplosion kommt auch noch die Erstickungsgefahr der Bergleute durch die matten Wetter, da derartige Explosionen sämtlichen Sauerstoff der Luft verbrauchen und im Extremfall die Luft mit giftigem Kohlenmonoxid anreichern. In den Bergwerken der früheren Zeiten reichte der natürliche Luftstrom durch eine Grube oftmals nicht aus. Es wurden daher in den Schächten so genannte Wetteröfen aufgestellt, um mit der durch die Wärme hervorgerufenen Konvektion die Grube mit frischen Wettern zur versorgen. Zur Verbesserung der Wirkung dieser Öfen wurde oftmals auf einem der umliegenden Bergen ein Wetterschornstein gebaut, der mit dem Ofen über einen Rauchkanal verbunden war. In modernen Bergwerken wird die Bewetterung mit Hilfe großer Ventilatoren durchgeführt, die unabhängig von der herrschenden Witterung die Grube über den sogenannten "Wetterschacht" mit frischer Luft versorgen. Bei nur einem Wetterschacht ist dieser meist ausziehend und mit einem Ventilator versehen, die frischen Wetter ziehen dann über Stollen oder Förderschächte ein. Bei zwei Wetterschächten ist in der Regel einer ausziehend und der andere einziehend. Kategorie:Bergbau

Bergwerk

Als Bergbau bezeichnet man die Gewinnung von mineralischen Rohstoffen aus unserem Planeten. Häufig geförderte Rohstoffe sind z. B.: Kohle, Eisen- und Metallerze, Salze , Gold, Silber, Flussspat (Fluorit), Schwerspat (Baryt) und radioaktive Uranerze wie Pechblende. Die Förderung von Erdöl und Erdgas gehört ebenso wie die Gewinnung von Steine und Erden dazu. Abzubauende Stoffe liegen in einer Lagerstätte vor. In Deutschland ist der Bergbau grundsätzlich durch das Bundes-Berggesetz geregelt.

Abbautechniken

Hier werden 2 Grundtechniken unterschieden:
1. Übertage: Hier werden die Rohstoffe in offenen Gruben gefördert; siehe --> Tagebau
- Steinbruch
- Schürfen 2. Untertage: Förderung durch Stollen oder Schächte in sog. Gebirge; --> Untertagebau
- Solen

Geschichte

Sole] Sole] Frühste archäologische Zeugnisse des Bergbaus weisen in die Jungsteinzeit. Kupfer wurde schon um 5000 v. Chr. im Sinai, Kupfer, Gold und Türkise um 3000 v Chr. in Ägypten abgebaut. Wahrscheinlich gab es gegen 3000 v. Chr. auch schon Metallgruben in Indien und China. Um 2500 v. Chr. begann dann auch die Kupferförderung in Mitteldeutschland. Eisenerz wurde ab etwa 800 v. Chr. in den Alpen abgebaut und Steinkohle ist seit dem 9. Jahrhundert in England bekannt.

Bergbau in Deutschland

Erste schriftliche Zeugnisse über den Metallabbau mittelalterlichen Mitteleuropa berichten aus Böhmen im 8. Jahrhundert, Goslar im 10. Jahrhundert, dem Erzgebirge in Freiberg und Joachimsthal im 12. Jahrhundert und in allen Fällen vorwiegend im Zusammenhang mit Silber und Kupfer. Mitte des 16. Jahrhunderts veröffentlichte Georgius Agricola mehrere für den Bergbau entscheidende Werke, wie das 1556 erschienene De re metallica libri XII. Ab dem Mittelalter lassen sich Bergordnungen nachweisen, die den Bergbau umfassend regelten. Mitte des 19. Jahrhunderts traten an ihre Stelle Berggesetze. Steinkohleförderung im Aachener Steinkohlenrevier an Inde und Wurm wird in den Annales Rodenses des Klosters Roda (heute Rolduc/NL) bereits für das Jahr 1113 bezeugt. Abbauort war der Beckenberg (schwarze Berg) direkt bei der Burg und Siedlung Rode (heute Herzogenrath/D). Der Eschweiler Kohlberg wird 1394 urkundlich erwähnt, der Eschweiler Bergwerksverein 1838 gegründet. Im Ruhrgebiet wird Steinkohle seit dem 14. Jahrhundert gefördert, Mitte des 18. Jahrhunderts begann man an der Saar Steinkohle abzubauen, später auch in Schlesien. Schlesienes Wieliczka bei Krakau (Polen)]] Durch die Industrialisierung, besonders die 1798 von James Watt erfundene Dampfmaschine wurde vor allem der Abbau von Kohle und Eisenerz erheblich gesteigert und sorgte so für die Häufung von Industrie zum Beispiel im Ruhrgebiet und in Oberschlesien. Gebraucht wurde z.B. Steinkohle zu Heizzwecken, auch in Form von Brikett (in Deutschland seit 1861) oder als Treibstoff für Lokomotiven und stationären Dampfmaschinen zum Antrieb von Arbeitsmaschinen in Industriebetrieben. Später stellten die kohlebefeuerten Dampfkraftwerke das Rückrat der Stromversorgung dar, und dies ist auch heute noch so. Nachdem Rohstoffe immer günstiger vom Ausland eingeführt werden konnten, verloren besonders die heimischen Eisen- und Metallerzlagerstätten an Bedeutung, da diese nur schwierig und somit teuer zu gewinnen waren. Auch die Steinkohlengewinnung ist bei uns geologisch bedingt schwierig und daher teuer. Steinkohlenzechen werden aber als sichere Energiequelle im eigenen Land benötigt, aber auch, um unseren hohen Stellenwert bei der Bergbautechnologie auf dem Weltmarkt behalten zu können. Die Förderung von Braunkohle, die 30% der deutschen Energieversorgung darstellt, sowie von Kali- und Steinsalz werden in großem Umfang weiter betrieben. Kali und Steinsalze werden unter anderem in der heimischen Agrarwirtschaft als Dünger eingesetzt und auch weltweit exportiert.Deutschland besitzt die weltweit modernsten und leistungsfähigsten Kalibergwerke. Ein erheblicher Wirtschaftsfaktor stellt auch der Bergbau auf Steine und Erden dar, die i.d.R. im Tagebau abgebaut werden.

Siehe auch

Weblinks


- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Kategorie/Bergbau Bergbaulexikon Mineralienatlas WiKi]
- [http://www.erzwege.at Bergbaugeschichte online]
- [http://www.erzwege.at/mailform/lexikon.htm Bergbau-Lexikon]
- [http://www.bergschaeden.info Bergbaustandorte in Deutschland]
- [http://www.meinemineraliensammlung.de/index.html Lexikon mit Begriffen aus Bergbau und Geowissenschaften]
- [http://wirtschaft.fh-trier.de/ri/fell/besucherbergwerke/besucherbergwerke.php5?nr=15&unr=0&eTyp=h&Art=Mineral Besucherbergwerke mit deutschsprachigen Internetseiten]
-
- [http://www.bergbaumuseum.de Deutsches Bergbau-Museum Bochum] ! Kategorie:Ingenieurwissenschaft Kategorie:Geographie ja:鉱業

Leiter (Gerät)

Die Leiter (von althochdeutsch: leitara lehnen, die Angelehnte) ist ein Gerät mit Sprossen zum Hinauf- und Hinabsteigen, die links und rechts in zwei Holme eingepasst sind. Es existieren Leitern aus Holz und Leitern aus Leichtmetall; letztere sind oft zusammenklappbar. Eine grundsätzlich andere Bauform sind die nicht auf dem Boden stehenden, sondern hängenden Strickleitern. Sprichwörter:
- "Nie unter einer angelehnten Leiter durchgehen!"

- "Das Leben ist wie eine Hühnerleiter, man kommt vor lauter Dreck nicht weiter." (auch in der Version "Das Leben ist wie eine Hühnerleiter, kurz und beschissen")

Leiterlänge und Arbeitshöhe

Da fast alle Leitern (mit Außnahme der Hakenleiter bzw. Strickleiter) in einem bestimmten Winkel aufgestellt werden müssen (Vermeidung des Umkippens), ist die Arbeitshöhe geringer als die reine Leiterlänge.

Tragbare Leitern

"Tragbare Leitern" sind im Allgemeinen Leitern, die von relativ wenigen Menschen getragen werden können. Dadurch können diese Leitern flexibel und schnell an verschiedenen Orten eingesetzt werden.

Leiterarten

Steckleiter

Die Steckleiter ist eine Anstellleiter und besteht aus mehreren langen Teilen, die ineinander gesteckt werden können. Folgenden Längen ergeben sich bei Steckleitern nach Norm (siehe unten): Die Differenz zwischen der Leiterlänge mehrerer Teile und der Summe der Länge der Einzelteile ergibt sich aus der Überschneidung der Teile beim Zusammenstecken. Es werden so genannte A-Teile und B-Teile unterschieden: Die A-Teile haben auch in Fußhöhe Sprossen, so dass sie nicht auf ein Leiterteil gesteckt werden können. Ein A-Teil ist also immer das unterste Leiterteil. Mittlerweile verwendet man statt einem A-Teil ein B-Teil mit einem Einsteckteil mit Sprossen. Beispielsweise können so im Feuerwehrbereich zwei Löschfahrzeuge mit nur je 2 Leiterteilen trotzdem eine 4-teilige Leiter zusammenbauen. Außerdem gibt es noch ein Verbindungsteil, um 2 Leiterteile zu einer so genannten Bockleiter zu verbinden.

Schiebleiter

Die dreiteilige Schiebleiter ist eine Anstellleiter und besteht aus drei beweglich verbundenen Leiterteilen, die mittels eines Zugseils auseinander gezogen werden kann. Nach Norm (siehe unten) hat sie zusammengeschoben eine Transportlänge von 5,60 m, komplett ausgezogen eine Einsatzlänge von 14 m, was eine Arbeitshöhe von 12,20 m (3. OG) ermöglicht.

Klappleiter

Bockleiter Die Klappleiter (auch Doppelleiter) ist eine Anstellleiter. Nach Norm (siehe unten) hat sie zusammen geklappt eine Länge von 3,26 m, auseinander geklappt eine Länge von 3 m und ist somit die einzige genormte Leiter, deren Transportlänge größer als die Einsatzlänge ist. Früher war es erlaubt, doch heute darf man sie nicht mehr als Rammbock benutzen, da die Verletzungsgefahr zu hoch ist!

Hakenleiter

Die Hakenleiter hat nach den Normen eine Länge (siehe unten) 4,40 m und besitzt an der Oberseite einen Haken, mit dem sie in eine höhergelegene Öffnung eingehängt werden kann. Sie darf nicht als Anstellleiter verwendet werden, da sie nur für Zug- jedoch nicht für Druckbelastungen ausgelegt ist.
Da sie wie oben beschrieben z. B. an jeden Balkon oder in jedes Fenster gehängt werden kann ist ihre Arbeitshöhe als einzige Leiter praktisch unbegrenzt.

Hinweise zur Benutzung und Wartung

Als Belastungsgrenze gilt eine Person pro Leiterteil. Anlegeleitern dürfen nur bei festem Untergrund an feste Punkte (z.B. Hauswände) angestellt werden. Der Anstellwinkel soll ca. 65° - 75° betragen, und die Leiter mindestens 3 Sprossen über eine mögliche Einstiegsöffnung herausragen. Leitern aus Holz dürfen nur mit Klarlack lackiert sein, damit Risse oder andere Beschädigungen erkennbar bleiben.

Normen

Es existieren folgenden Normen für Tragbare Leitern:

Tragbare Leitern bei der Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen

Klarlack Die Vorteile von tragbaren Leitern macht sich die vor allem die Feuerwehr zu nutze. Beispielsweise bei einer schnellen Evakuierung von Menschen aus einen brennenden Haus. Diese Leitern sind auf Feuerwehrfahrzeugen untergebracht und werden von der Mannschaft an den Einsatzort getragen werden. Sie dienen als Rettungs- oder Angriffsweg (werden also bestiegen), oder werden als Hilfsgerät eingesetzt. Der Einsatz von tragbaren Leitern ist in der FwDV 10 festgeschrieben. Es dürfen nur Leitern nach Norm (siehe oben) verwendet werden. Bei der Feuerwehr wird die Arbeitshöhe bzw. die Einsatzhöhe als Rettungshöhe bezeichnet. Zur Menschenrettung darf die vorgeschriebene Belastungsgrenze überschritten werden.

Verwendete Arten

Die Steckleiter ist die am meisten verwendete Leiter in der Feuerwehr, da sie am dynamischsten eingesetzt werden kann. Je nach Einsatzzweck entsprechend können Leiterteile ineinander gesteckt werden. Zum Besteigen dürfen höchstens 4 Leiterteile ineinander gesteckt werden (Ausnahme Menschenrettung). Auf den Feuerwehrfahrzeugen sind entweder 2 oder meistens 4 Steckleiterteile untergebracht. Weiterhin kann ein Leiterteil auch als Behelfstrage oder zur Rettung von im Eis eingebrochenen Personen verwendet werden. Die Klappleiter findet auch als Rammbock Verwendung. Da das Steigen mit der Hakenleiter meist nicht leicht und außerdem gefährlich ist, wurde die Nutzung der Hakenleiter in einigen Bundesländern der Feuerwehr verboten. Dieser steht jedoch dann keine Leiter mehr zur Verfügung, die Stockwerke außerhalb der Reichweite der Drehleitern erreichen kann. Die so genannte Multifunktionsleiter ist keine Rettungsleiter wie die übrigen oben vorgestellten Leitern. Sie wird als Mehrzweckleiter in der neuesten Norm für Rüstwagen aufgeführt.

Drehleitern

Rüstwagen Drehleitern sind so genannte Hubrettungsfahrzeuge der Feuerwehr. Sie können je nach Bauart Höhen von bis zu 50 m erreichen. Kategorie:Werkzeug Kategorie:Feuerwehrausrüstung

Schacht (Bergbau)

Der Schacht ist im Bergbau ein vertikaler Grubenbau, der dem Transport von Personen (Seilfahrt) und Material, der Förderung der Abbauprodukte sowie der Frischluftversorgung (Bewetterung) dient. Schächte sind in der Regel seiger, d.h. senkrecht, und können eine Teufe (Tiefe) von mehreren tausend Metern haben. Es gibt auch Schächte, die stark geneigten Lagerstätten (z.B. Erzgängen) folgen und deshalb von der Senkrechten abweichen. Sie werden tonnlägig genannt, weil die Fördertonne auf einer schrägen Bohlenbahn liegt. Ein Vorteil von tonnenlägigen Schächten besteht darin, dass man bei der Anlage einer weichen Gesteinsschicht folgen kann. Das Abteufen geht dadurch schneller. Ein Nachteil ist, dass der Korb auf Rollen entlang von Führungsschienen herabgelassen wird, dadurch kommt es zu einem höheren Seilverschleiß. Ein Schacht, der mit der Erdoberfläche in Verbindung steht, heißt Tageschacht. Ein Blindschacht hingegen ist ein Schacht, der nur „unter Tage“ verläuft, er führt nicht bis an das Tageslicht. Mit der Einführung der Dampfkraft war die Technik des Tiefbauschachts im großen Stile möglich. Die Dampfkraft war notwendig um die in großen Massen anfallenden Grundwasserzuflüsse abzupumpen. Ein stillgelegter Schacht wird mit Gestein verfüllt und mit einem Deckel aus Beton gesichert. Zur sicheren Ableitung der Grubengase wird Protegohaube in den Deckel eingesetzt. Kategorie:Bergbau

Gezähe

Gezähe ist eine Bezeichnung aus der Fachsprache des Bergbaus für Werkzeuge und Arbeitsgeräte, die bei bergmännischen Arbeiten benötigt werden.

Beispiele


- Abbauhammer, ein Presslufthammer für den Abbau von Hand,
- Arschleder, eine lederne Schürze vor dem Gesäß zum Schutz des Hosenbodens,
- Eisen, ein spitzer in der Mitte mit einer Öffnung versehener Meißel,
- Beil, eine Spezialform des Handbeiles mit einer Hammerbahn am stumpfen Ende,
- Dicker Hammer, ein schwerer Vorschlaghammer,
- Geleucht oder Blitzer, die persönlich getragene Grubenlampe,
- Gezähekiste, der Werkzeugkasten des Bergmanns,
- Säge, eine Säge zum Zuschneiden von Stempeln,
- Schlägel, ein kurzer Fäustel Kategorie:Bergbau

Glück auf

Das Glückauf (alternative Schreibweise Glück Auf; Glück auf! als Ausruf) ist ein Bergmannsgruß, der im sächsischen Erzgebirge Ende des 16. Jahrhunderts entstand. Er beschreibt die Hoffnung der Bergleute, "es mögen sich Erzgänge auftun". Vor allem aber wird das gesunde Ausfahren nach der Schicht aus dem Bergwerk mit diesem Gruß verbunden. Der Gruß entstand in einer Zeit, als die Bergleute noch zu Fuß/per Leiter bzw. mit der Fahrkunst ein- und ausgefahren sind. (man fährt in ein Bergwerk immer ein und nicht (!) hinein, egal ob man zu Fuß oder mit der Grubenbahn einfährt) Das hieß, dass der Bergmann nach einer 10-Stundenschicht oft noch eine anstrengende und gefährliche 2-Stunden-Kletterpartie an der Leiter vor sich hatte, etwas, bei dem man Glück gebrauchen konnte. Hinzu kommt, dass in jener Zeit (16.-18. Jahrh.) tödliche Unfälle sehr häufig waren, nicht nur beim Ein- und Ausfahren. Es kam oft vor, dass Kumpel der nächsten Schicht, die man beim Ausfahren noch gegrüßt hat, im Berg geblieben sind. Der Bergmannsgruß ist heute noch im Bergbau anzutreffen. Er wird z.B. bei festlichen bergbaulichen Anlässen und unter Knappschaften benutzt. Neben dem mündlichen Gruß wird das Glückauf im Bergbau oft auch im dienstlichen und privaten Schriftverkehr als Grußformel genutzt. In Ländern mit Bergbautradition wie dem Saarland oder dem Ruhrgebiet wird er auch von Nichtbergleuten verwendet. Es ist ebenfalls der Gruß des Technischen Hilfswerks. Im Erzgebirge oder auch im Oberharz findet der Gruß heute auch im alltäglichen Leben noch Verwendung (erzgebirgisch: Glick Auf!, Gliggauf) - vorzugsweise unter Männern. Er wird in Abwandlungen ("Auf!", "Aup!", "Aupen!") auch in der regionalen Jugendsprache verwendet. In Freiberg hatte und hat der Gruß teilweise immer noch eine offizielle Funktion, zum Beispiel bei der Begrüßung und Eröffnung von Unterrichtsstunden in der Schule. Da die Verhüttung der Erze teilw. nahe an den Gruben erfolgte (vorwiegend bei der Nichteisenverhüttung (Silber, Zinn, Zink, Blei, etc.)), hat sich dieser Gruß an einigen Standorten (Harz, Freiberg) auch bei den Hüttenleuten eingebürgert. Die vielfach beschworene Zusammenhalt von Hütten- und Bergleuten (Kohle und Stahl) hat ein Übriges dazu beigetragen, auch wenn diese Tradition heute bei den Stahlarbeitern zunehmend in Vergessenheit gerät. Der Bergmannsgruß wurde in dem Lied mit dem Namen "Glück Auf, der Steiger kommt" (bekannt als das "Steigerlied") künstlerisch umgesetzt. In der Luftschifffahrt wird der entgegengesetzte Gruß "Glück ab!" verwendet. Die Luftlandetruppe der Bundeswehr (von der ein Drittel im Saarland stationiert war) verwendet die Abwandlung: "Glück ab und fette Beute!" Kategorie:Bergbau Kategorie:Grußhandlung Kategorie:Erzgebirge Kategorie:Sachsen Kategorie:Ruhrgebiet Kategorie:Harz

Göpel

] Ein Göpel ist eine mechanische Vorrichtung zur Erzeugung einer Antriebskraft durch Menschen oder Tiere. Man unterscheidet Rundgang- und Tretgöpel. Die Zugkraft der Tiere wird beim Rundganggöpel verwendet, die im pyramidenförmigen Göpelstuhl an den Hebebäumen der senkrecht stehenden Göpelspindel in kreisförmiger Bahn ziehen. Durch Stirn- oder Kegelräder wird die Bewegung in der gewünschten Form weitergeleitet. Tretgöpel funktionierten hingegen wie ein Tretwerk. Der Göpel kam in Mitteleuropa vor allem im historischen Bergbau als Förderanlage seit 1500 zum Einsatz. Viele Göpel wurden nicht mit Rindern, sondern mit zugkräftigen Pferden als Zugtiere, betrieben, daher rührt auch die Bezeichnung Pferdegöpel. Beim Pferdegöpel befand sich in der Regel am oberen Ende der Göpelspindel eine Seiltrommel, die gegenläufig zwei Förderseile aufnahm, an denen sich Fördertonnen befanden. Meist war am Göpelstuhl noch ein Treibehaus angebaut, das sich direkt über der Schachtöffnung befand. Es gab aber auch ortsveränderliche Göpel auf Rädern.

Weblinks


- [http://www.pferdegoepel.de/ www.pferdegoepel.de] - Infos zu Geschichte und Technik Kategorie:Bergbau Kategorie:Mühle

Hangendes

In der Geologie wird unter Hangendem die Gesteinsabfolge verstanden, die topographisch über einem bestimmten Horizont liegt. Das Hangende muss nicht notwendigerweise jünger als der Bezugshorizont sein. Der Begriff stammt aus der Bergmannssprache und bezieht sich auf das über einem Flöz oder einem Gang folgende Gestein. Die Schicht im unmittelbaren Kontakt zum Bezugshorizont heißt "First" bzw. "Dach". Siehe auch: Liegendes Kategorie:Bergbau Kategorie:Geologie

Erz

)]] ] ] ] Erze sind natürlich vorkommende Mineralaggregate von wirtschaftlichem Interesse, aus denen durch Bearbeitung ein oder mehrere Wertbestandteile extrahiert werden können. (Definition nach UK Institution of Mining and Metallurgy) Die Geschichte der Menschheit ist seit langem auch mit der Gewinnung von Stoffen aus der Natur verbunden. Stand zuerst nur die Gewinnung von Erden und Mineralen durch mehr oder wenig zufälliges Sammeln von frei vorkommenden Mineralen und Verwitterungsprodukten im Vordergrund, so wurde doch bald auch ein gezieltes Suchen und der Bergbau zur Beschäftigung des Menschen, die dann auch seine Sprache prägten. Viele Begriffe wurden geschaffen, um Bilder zu vermitteln, einer davon war der Begriff Erz.

Definitionen

Es gibt unterscheidende Definitionen für den Begriff "Erz": Historisch gesehen war der Begriff Erz immer mit metallischen Komponenten verbunden.

Historische Definitionen

Definition nach James F. Kemp 1909: Erz ist ein mehr oder weniger mit Gangart verwachsenes, metallhaltiges Mineral oder Mineralgemenge, das - vom Standpunkt des Bergmanns oder Aufbereiters betrachtet - mit Gewinn abgebaut, bzw. gewinnbringend weiterverarbeitet werden kann. Die Frage, ob ein Metall oder mehrere Metalle Gewinn abwerfen, scheint das einzig mögliche Kriterium zu sein, welches benutzt werden kann.

Weitere Informationen

Kategorie:Bergbau Kategorie:Petrologie Kategorie:Geologie Welche Erze gibt es? wieviel Prozent Metall ist üblicherweise drin? Entstehung? Welches Bild wird mit dem Begriff vermittelt?)

Hunt

Ein Hunt bezeichnet in der Bergmannssprache einen offenen kastenförmigen Förderwagen, der zwar nicht ursprünglich, aber doch später meist schienengebunden war. Die Begriffe Hunt und Hund werden synonym verwendet (vgl. [http://de.wiktionary.org/wiki/Hund Wiktionary]) Aus dem Prinzip des schienengebundenen Huntes entwickelte sich das gesamte Eisenbahnwesen. Der Hunt befördert unter Tage das Abbaumaterial vom Abbauort über das unterirdische Schienensystem zum Förderkorb und wird in diesem mit dem Abbaumaterial über Tage gehoben, wo ein oberirdisches Schienensystem ihn aufnimmt und das Material seiner weiteren Zweckbestimmung zugeführt wird. Der Name Hunt soll dadurch entstanden sein, dass die im Mittelalter verwendeten Hunte aus Holz beim Schieben durch den Huntstößer auf sogenannten Spurlatten (hölzerne Schienen) besonders in Kurven ein bellendes Geräusch verursacht haben. Da die Spurlatten keine Führung über die Räder ermöglichten, waren diese in einem geringen Abstand zueinander verlegt. Ein fest eingebauter Spurnagel zwischen den Rädern des Huntes benutzte diesen Spalt als Führung, damit dieser nicht vom Weg abkam. Transportwagen zum Lastentransport, Möbeltransport usw. werden ebenfalls als Hunt bezeichnet. Dabei wird auf die oben erwähnte Bergmannssprache zurückgegriffen. Die Transportwagen können einfache Bretter mit Rollen sein, oder sogar auch mit Motorenkraft betrieben werden. In Supermärkten und Lagerhäusern werden oft sogenannte Elektrohunte oder Elektrohunde eingesetzt, die ähnlich wie Gabelstapler eine Gabel zum Transport von Paletten besitzen, jedoch im Unterschied zu diesen Fahrzeugen keine Führerstand haben. Der moderne Huntstösser läuft also auch hinter dem Hunt her, muss aber nicht mehr schieben sondern nur noch einen Steuerhebel bedienen. Siehe auch: Lore, Bergbau, Schacht, Schienenfahrzeug, Waggon, Grubenbahn Kategorie:Bergbau

Malakow-Turm

Ein Malakow-Turm auch Malakoff-Turm ist eine Form des Förderturms im Bergbau. Benannt sind diese Türme nach dem Fort Malakow, einer Befestigung bei Sewastopol, die 1855 im Krim-Krieg belagert wurde. Der Zusammenhang besteht darin, dass diese Fördertürme ähnlich massiv gebaut wurden wie die Bauwerke des Fort Malakow. Der Krimkrieg war der erste Krieg, bei dem eine umfangreiche Kriegsberichterstattung erfolgte. Nur so ist es zu erklären, dass in diesem Zeitraum im Ruhrgebiet gebaute Türme zur Förderung von Kohle auf den Namen Malakow-Turm getauft wurden. Bemerkenswert ist dabei, dass die Ähnlichkeit mit dem Fort Malakow gering war. Die Festung hatte runde Türme, die auch deutlich niedriger waren. Der Stil der Türme ist den englischen Ingenieuren zu verdanken, die man zum Bau der ersten Zechen dieser Bauart engagiert hatte. Diese Fördertürme bestanden aus massiven Mauerwerk aus Ziegeln mit meterdicken Wänden und rechteckigem Grundriss, waren bis zu 30 m hoch und dem Geschmack der Zeit entsprechend mit historischem Zierrat versehen, wie zum Beispiel mit Ecktürmchen, Zinnen, Rundbogenfenstern und Maschikulis. Sie lösten Fördergerüste aus Holz und Gusseisen ab. Gebaut wurden sie im Zeitraum 1855 bis 1890, danach ersetzten die Werkstoffe Stahl und später Beton das Mauerwerk. Von den etwa 100 Malakow-Türmen stehen im Ruhrgebiet noch 14 Bauwerke:
- Zeche Carolinenglück in Bochum-Hamme
- Zeche Brockhauser Tiefbau in Bochum-Stiepel
- Zeche Julius-Philipp in Bochum-Wiemelhausen
- Zeche Hannover in Bochum-Hordel
- Zeche Prosper in Bottrop
- Zeche Fürst Hardenberg in Dortmund
- Zeche Westhausen in Dortmund-Bodelschwingh
- Zeche Rheinpreußen in Duisburg-Homberg
- Zeche Carl in Essen-Altenessen
- Zeche Holland 1/2 in Gelsenkirchen-Ückendorf mit zwei Türmen, letzte erhaltene Doppelanlage
- Zeche Unser Fritz in Herne-Wanne
- Zeche Ewald in Herten
- Zeche Alte Haase in Sprockhövel Die Schreibweise der Türme differiert in der Literatur ein wenig. So findet sich auch der Begriff Malakoff-Turm. Auch in Luxemburg gibt es einen Tour Malakoff als ein Bestandteil der dortigen Festung. Er wurde 1861 erbaut und gilt als jüngstes Bauwerk der Festung. In der Stadt Ingelheim wurde 1856 ein Turm der Stadtmauer, der zuvor Alte Wache hieß, gleichfalls in Malakoffturm umbenannt. Der letzte erhaltene Fördeturm des ehemaligen Bleibergwerkes in Mechernich / Eifel trägt ebenfalls den Namen "Malakowturm" In Bannewitz bei Dresden gibt es auch noch einen sehr gut erhaltenen Malakowturm der von einem Verein erhalten wird. Nicht vergessen werden soll der [http://www.cityalbum.de/germany/rundgaenge/koeln0049.htm Malakoffturm] in Köln, der gegenüber dem Schokoladenmuseum an der Drehbrücke die Einfahrt zum Rheinauhafen bewacht.

Siehe auch

Liste von Bergwerken in Deutschland

Bildersammlung

Bild: Malakoff01.jpg|Der Malakow-Turm der Zeche Julius-Phillipp Bild:Bochum Malakoffturm.jpg|Der Malakow-Turm der Zeche Julius-Phillipp Bild:Malakowturm Prosper Haniel.JPG|Zeche Prosper Haniel in Bottrop Bild:Zeche Westhausen Malakowturm.jpg|Zeche Westhausen Malakowturm in Dortmund Bild:Malakowturm Zeche Hardenberg Dortmund.jpg|Zeche Hardenberg Malakowturm in Dortmund Bild:Malakowturm Alte Haase.jpeg|Malakowturm der ehemaligen Zeche Alte Haase in Niedersprockhövel

Weblinks

[http://www.zeit.de/2003/33/A-Krimkrieg Der Krim-Krieg in der Wochenzeitung "DIE ZEIT"] Kategorie:Turm Kategorie:Bergbau

Kammerbau

Mit Kammerbau bezeichnet man ein spezielles Abbauverfahren im Bergbau. Kammerbau kommt sowohl in massigen als auch in flözartigen Lagerstätten zum Einsatz. Das anstehende Mineral wird abgebaut, indem man untertage innerhalb der Lagerstätte lang gestreckte Kammern aus dem Gestein bricht, die gleichmäßig über das Abbaufeld verteilt werden. Damit das Hangende nicht in die Kammer hineinbricht, müssen zur Abstützung zwischen den einzelnen Kammern Zwischenwände von einer bestimmten Stärke stehen bleiben, so genannte Bergfeste. Kategorie:Bergbau

Kaue

Eine Kaue ist ein Überbau über einen Bergwerks-Schacht, der diesen vor Regen und Wind schützt. Kauen waren oftmals nur ein spitzes Dach über dem Schacht, ähnlich einer Finnhütte. Die Darstellung einer Bergbaulandschaft ca. 1520 bei Annaberg-Buchholz (Erzgebirge/Sachsen) durch Hans Hesse auf dem so genannten Annaberger Bergaltar zeigt eindrucksvoll, wie die Landschaft übersät ist von Bergwerksschächten, die oben durch eine Kaue geschützt sind. Annaberger Bergaltar Im modernen bergmännischen Sprachgebrauch wird damit allgemein ein umbauter übertage gelegener Raum bezeichnet, der z.B. als Aufenthalts- oder Umkleidemöglichkeit (Waschkaue) genutzt wird. Siehe auch: Bergbau, Bergmannssprache Kategorie:Bergbau Kategorie:Gebäude

Kux

Kux (im 15. Jh. aus mlat. cucus abgeleitet) ist die Bezeichnung für den Anteil an einem Bergwerk, das in der Rechtsform einer bergrechtlichen Gewerkschaft betrieben wird. Seit der Zwangumwandlung aller bergrechtlichen Gewerkschaften in andere Unternehmensformen 1985 existieren in Deutschland keine Kuxe mehr. Ursprünglich waren Kuxe Bodenrechte an einem Bergwerk. Im 15./16. Jahrhundert waren Kuxe verbreitete Spekulationsobjekte; davon leitete sich wahrscheinlich das fnhd. Verb vergucken (verspekulieren) ab. In neuerer Zeit wurden Kuxe vergleichbar mit anderen Grundrechten in einem Berggrundbuch eingetragen. Später ging man dazu über, Kuxe wie Inhaberaktien frei handelbar zu gestalten. Eine eigene Kuxbörse bestand vor dem Zweiten Weltkrieg in Essen. Im Unterschied zu Aktien waren die Gewerken, also die Inhaber von Kuxen, zur Zubuße verpflichtet, hatten also eine Nachschusspflicht, wenn die Gewerkschaft Kapital benötigte. Kuxe ohne Zubußepflicht werden Freikuxe genannt. Vergleichbar zu vinkulierten Namensaktien bedurfte die Weiterveräußerung von Kuxen oft der Zustimmung der anderen Gewerken. Kategorie:Bergbau Kategorie:Wertpapiere und Börse

Lachter

Die Lachter (auch: Berglachter) war ein im Bergbau übliches Längenmaß, mit dem meist Tiefen bestimmt wurden. Eine Lachter entsprach in etwa dem Klafter, war aber in der Regel etwas größer. Sie wurde meist in 8 Achtel oder Spann (Gräpel) zu 10 Lachterzoll zu 10 Primen (Prinen) zu 10 Sekunden eingeteilt. Nach dem Dezimalsystem wurde sie aber auch in 10 Fuß (Lachterfuß) zu 10 Zoll zu 10 Linien eingeteilt. Die Lachter war in verschiedenen Regionen unterschiedlich groß:
- Preußen: 1 Lachter = 80 preuß. Zoll = 2,092 m
- Sachsen: 1 Lachter = 2 m oder 7 Lachterfuß (bis 1830 = 7 Dresdener oder sächsische Fuß)
- Hannover (in Clausthal): 1 Lachter = 8 Spann zu 10 Lachterzoll = 1,919 m
- Freiberg: 1 (altes Freiberger) Lachter = 1,942 m
- Braunschweig: 1 Lachter = 1,919 m
- Idria (Krain) 1 Lachter = 6 idrianische Fuß = 1,957 m
- Joachimsthal 1 Lachter = 1,918 m
- Schemnitz 1 Lachter = 2,022 m. Eine Lachterschnur war eine geölte, 10-12 Lachter lange Schnur, welche als Meßwerkzeug diente.

Siehe auch

Alte Maße und Gewichte Kategorie:Alte Maße und Gewichte

Mundloch

Ein Mundloch ist in der Bergmannssprache die Bezeichnung für das Ende eines Stollens an der Tagesoberfläche. Er bezeichnet also den Stolleneingang eines Bergwerkes oder einer Höhle. Eine anderer Ausdruck hierfür lautet Tagesöffnung. Als Stollenmundloch bezeichnet man einen Eingang, der annähernd waagerecht (söhlig: 0-45°) in den Berg hineinläuft. In Anlehnung an den Bergbau werden die Tribüneneingänge der Schalker VELTINS-Arena heute auch offiziell als Mundloch bezeichnet. Kategorie:Bergbau Kategorie:Speläologie

Pöngel

Deutsches Dialektwort für "Bündel", im Sinne von einem Gepäckstück, bei dem das Gepäck durch ein Tuch zusammengehalten wird. Ein Pöngel ist ein netzartiger Wäschebündel eines Bergmanns, in dem dieser seine Arbeitskleidung aufbewahrt. Dieser Wäschesack wird in der Waschkaue an einer für ihn bestimmten Kette befestigt und bis unter die Hallendecke hochgezogen. Kategorie:Bergbau

Lastkraftwagen

Mit Lastkraftwagen (Lkw, LKW) bezeichnet man Kraftfahrzeuge, die vorwiegend zum Transport von Gütern geeignet sind. Die übergeordnete Kategorie ist Nutzfahrzeug, darüber Fahrzeug. Rechtlich gibt es sehr viele verschiedene Klassifikationen von LKW. Sie richten sich nach Gewicht, Bauart und Nutzungsart und haben unterschiedliche Auswirkungen bezüglich Kraftfahrzeugsteuer, Versicherung und Straßenverkehrsordnung. Dieser Artikel befasst sich mit dem umgangssprachlichen Lastwagen oder Laster. Er besteht im Allgemeinen aus einem selbsttragenden Chassis, einer Fahrerkabine und einem geeigneten Aufbau. umgangssprachlichen]

Geschichte

umgangssprachlichen umgangssprachlichen 1896 baute Gottlieb Daimler in Cannstatt bei Stuttgart den ersten motorisierten Lastwagen. Dieser hatte einen 2-Zylinder-Viertaktmotor mit 2,2 l Hubraum und eine Leistung von 6 PS. Die Höchstgeschwindigkeit wurde mit 16 km/h angegeben. Es folgen motorisierte Feuerspritzen, eine fahrbare Säg- und Spalt-Maschine mit Daimler-Motor, ein Beleuchtungswagen sowie Daimler-Lokomobile.

Allgemein

Die Größe eines LKW reicht vom Kleinlieferwagen bis zum Großtransporter. In Europa gibt es je nach Kraftfahrzeuggesetzgebung der einzelnen Staaten Klein-LKW bis 3,5 t, leichte LKW bis 7,5 t, mittelschwere LKW bis 12 t und schwere LKW (SKW) ab 12 t bis zu 60 t höchstem zulässigem Gesamtgewicht (in Österreich: Solo-LKW bis 32 t, mit Anhänger: bis zu 44 t; in der Schweiz: bis 40 t). Um mit einem LKW fahren zu dürfen, benötigt man je nach zulässigem Gesamtgewicht in Europa die Lenkberechtigung der Klasse C1 oder C (mit Anhänger CE). Eine Typisierung eines Fahrzeuges als LKW hat aber meist Folgen bei der Kraftfahrzeugsteuer und auch bei anderen Steuern. Beispielsweise ist in Österreich nur bei LKW im Gegensatz zum PKW ein Vorsteuerabzug möglich. Beschrieben werden sollen hier nur leichte und schwere LKW. Klein-LKW finden sich unter Kombinationskraftwagen, Kleintransporter, Kastenwagen, Hochdachkombi und Pritschenwagen (engl. Pickup truck). LKW sind entweder dazu ausgelegt, zusätzlich einen Anhänger zu ziehen oder sind als Sattelschlepper (in Österreich: Sattelzugfahrzeug) gebaut. Sie können aber auch für Sonderanwendungen mit Zusatzgeräten konzipiert sein, wie Schneepflug, Kehrmaschine, Feuerwehrfahrzeuge, Kran, usw. Es gibt auch LKW, die zusätzliche Radsätze haben, um damit auf Eisenbahnschienen fahren zu können (Zweiwegefahrzeug). Die Fahrgestelle sind normalerweise in Rahmenbauweise ausgeführt. Auf diesen Rahmen werden die verschiedenen Aufbauten aufgesetzt. Es gibt auch Mittelrohrrahmen, bei denen der Aufbau sehr weit zum Boden herunterreicht, beispielsweise für Getränketransporter. Fahrgestell]

Achsen und Bereifung

Die Bereifung eines LKW erfolgt je nach Achse, das heißt es gibt unterschiedliche Grundprofile, je nach Achs-Art. Während Lenkachsen einfach bereift sind, werden an LKW-Triebachsen hauptsächlich Zwillingsreifen verwendet. Dazu werden jeweils zwei Räder miteinander verschraubt. Spezielle Geländefahrzeuge haben auch auf der Hinterachse meist nur eine Single-Bereifung. Man unterscheidet die Achsarten nach Lenk-Achse, Trieb-Achse und Schlepp-Achse, worunter auch die Achsen eines Anhängers oder Aufliegers fallen.
- Die Lenk-Achse hat die Aufgabe, den gesamten Zug zu führen und mäßige Bremskraft zu übertragen. Sie wird mit Reifen versehen, die ein ausgeprägtes Längsprofil und mäßig ausgelegte Quer-Rillen haben.
- Die Trieb-Achse trägt die größte Achslast. Sie überträgt neben der Antriebskraft auch die größte Bremskraft. Auf ihren Rädern kommen daher Reifen zum Einsatz, die ein ausgeprägtes stollenartiges Profil aufweisen - oft mit M+S-Kennung (Winterprofil).
- Ein Zusatz-Achse ist als Schlepp-Achse oder Nachlaufachse oder Vorlauf-Achse die Aufgabe hat, das Gewicht des Fahrzeuges zu verteilen. Ist diese Achse zwischen der Lenk-Achse und der Trieb-Achse angebracht, spricht man von einer Vorlauf-Achse; zur Verbesserung des Wendekreises kann eine Vorlauf-Achse auch als Lenk-Achse konstruiert sein. Ist sie hinter der Trieb-Achse angebracht, spricht man von einer Nachlauf-Achse. Hier kommen Reifen mit einem Schlangen- oder 'Zick-Zack'-Profil zum Einsatz.
- Die Lift-Achse ist eine anhebbare Zusatz-Achse, die nur bei schwerer Beladung abgesenkt wird und damit die Belastung mehr aufteilt. Im Gegensatz zum PKW ist ein LKW vielfach mit einem Ganzjahresreifen ausgerüstet und benötigt dann keine unterschiedliche Bereifung für Sommer und Winter. Winterreifen beim PKW weisen eine weichere Gummi-Mischung auf, die bei einer Temperatur unter 7 Grad Celsius eine größere Haftung aufweist. Die Reifen eines LKW unterliegen wegen ihres größeren Durchmessers und der geringeren Geschwindigkeit des LKW weitaus kleineren Drehzahlen. Das Erfordernis der härteren Mischung für höhere Geschwindigkeiten stellt sich damit nicht, aber die eines groberen Profils, dass bei Schnee besser greift. Bleibt ein LKW im Winter auf glatter Fahrbahn stecken, so liegt kann dies daran liegen, dass er noch auf Sommerreifen unterwegs ist, oder dass er nur sehr leicht oder gar überhaupt nicht beladen ist. Gibt der Fahrer zu viel Gas, drehen die Räder durch und er hat damit keinen Kraftschluss zwischen Rad und Fahrbahn. Ein verantwortungsbewusster Fahrer zieht in diesem Fall Schneeketten auf oder bricht die Fahrt vorher ab.

Antrieb

SchneekettenSchneeketten Angetrieben werden heute die LKW in Europa meist mit Dieselmotoren, während in den USA auch Benzinmotoren sehr verbreitet sind. Die Bremsen sind mit Druckluft betätigt. Seit den 1980er Jahren müssen Fahrzeuge ABS haben. Je nach Größe haben die LKW zwei, drei oder vier Achsen, wobei die hinteren eins oder zwei angetrieben werden und die eins oder zwei vorne lenkbar sind. Eine der Hinterachsen kann auch eine Liftachse sein. Die Federung erfolgt oft über Luftfedern, die auch eine Niveauregulierung erlauben.

Aufbauarten


- Pritschenaufbau ohne Plane: Auf diesem Aufbau können feuchtigkeitsunempfindliche Güter transportiert werden.
- Pritschenaufbau mit Plane: Zum Schutz vor Witterungseinflüssen werden die Güter unter einer Plane verladen.
- Kofferaufbau: Der Aufbau ist vollständig mit festen Wänden umschlossen.
- Kühlaufbau: Der Kastenaufbau ist zusätzlich mit einem Kühlaggregat und einer Isolierung ausgestattet.
- Muldenaufbau oder Kipperaufbau dient vorwiegend zum Transport von Schüttgütern
- Tankaufbau zum Transport von Flüssigkeiten (Tankwagen).
- Siloaufbau zum Transport von feineren Schüttgütern.
- WAB-Aufbau (Wechselaufbau) für Container. Container

Ausstattung

Die LKW werden auch für den Nahverkehr oder den Fernverkehr sehr unterschiedlich gebaut. Während LKW für den Nahverkehr oft mit Allradantrieb, Kipper (beispielsweise bei Baustellenfahrzeugen) oder Ladebordwand ausgestattet werden, werden Fernverkehrsfahrzeuge mehr mit automatisierten Schaltgetrieben und einer Schlafkabine (da der Fahrer meist auch seine Ruhezeiten im Fahrzeug verbringt), Standheizung und Klimaanlage ausgestattet. Da die Aufbauvarianten so vielfältig sind, wird der Aufbau meist nicht vom LKW-Hersteller, sondern von anderen Firmen durchgeführt. Hier gibt es neben einigen internationalen Herstellern eine Vielzahl von Handwerksbetrieben die spezielle Aufbauten herstellen sowie Wartung und Instandsetzung für die meisten Aufbauformen anbieten. Autotransporter

Technische Überprüfung

In Österreich ist der LKW so wie alle anderen Kraftfahrzeuge der § 57-a Begutachtung zu unterziehen (allerdings jährlich) und bekommt das Pickerl. In Deutschland unterliegen alle gewerblich genutzten Fahrzeuge, also auch LKW, der jährlichen Haupt- und Abgasuntersuchung durch den TÜV oder eine andere anerkannte Kfz.-Sachverständigenorganisation (wobei die Abgasuntersuchung auch von einer zugelassenen Werkstatt vorgenommen werden kann). LKW und Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von 10 t oder mehr benötigen außerdem ein Prüfbuch und müssen jährlich zu einer Sicherheits-Prüfung. Diese kann von einer zugelassenen Werkstatt durchgeführt werden.

EG-Kontrollgerät (Tachograf)

Alle LKW ab einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 t müssen nach EU-Recht mit einem so genannten EC-Tachographen, (neu: EG - Kontrollgerät) und mit einem Geschwindigkeitsbegrenzer ausgestattet sein. Diese müssen alle zwei Jahre auf Unversehrtheit (Manipulationssicherheit) und angemessene Genauigkeit überprüft werden. Das Kontrollgerät dient zur Aufzeichnung der Fahrgeschwindigkeit zu einer bestimmten Uhrzeit, der zurückgelegten Wegstrecken sowie der Lenk- und Ruhezeiten der Besatzung. Ab 2005 werden neue LKW statt der Tachografen mit elektronischen Fahrtenschreibern ausgestattet, die wesentlich manipulationssicherer sind. Während bisher die Aufzeichnungen auf einer Papierscheibe erfolgten, wird dann jeder Fahrer / jede Fahrerin eine persönliche Chipkarte benötigen, auf der die notwendigen Aufzeichnungen elektronisch gespeichert werden.

Wichtige Fahrzeughersteller schwerer Lkw

Produzierende Hersteller


- BIAC
- Chongqing
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