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Bergseil
Allgemeines
Kletterseile oder Bergseile sind Hilfsmittel beim Klettern, die der Sicherung der Kletternden und im Alpinen Klettern auch der Fortbewegung dienen (Abseilen, Jümarn).
Bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts waren die Bergsteiger auf Seile aus Hanf angewiesen. Seilrisse waren nicht selten und führten zu zahlreichen tödlichen Unfällen. Seile aus Kunstseide, die annähernd die Seilnormen heutiger Bergseile erfüllten, waren ebenso selten wie teuer.
Heutzutage bestehen Kletterseile aus dem Kunststoff Polyamid und weisen meist eine Kernmantelkonstruktion auf: Ein Kern aus verflochtenen Fasern wird von einem Mantel umgeben, der ihn vor Beschädigung schützt. Der Kern trägt die Hauptlast (Ausnahme Baumkletterseile).
Kletterseile werden unterschieden in dynamische Seile und halbstatische Seile.
Die heute in Deutschland erhältlichen Kletterseile sind nach Festlegungen der UIAA genormt (Mindestfestigkeitswerte).
Nach den Seilnormen werden Einfachseile, Halbseile und Zwillingsseile unterschieden.
Kletterseile werden sowohl im Klettersport, als auch von Bergwacht und Höhenrettung, sowie von der Feuerwehr im Bereich der Absturzsicherung eingesetzt.
Seiltypen
Einfachseil
In der Halle und im Klettergarten kommen Einfachseile zum Einsatz, deren Durchmesser zwischen 9 und 11 mm liegt.
Solch ein Seil muss folgende Anforderungen erfüllen:
- Normstürze: 5 Stürze mit 80kg bei Sturzfaktor 1,8.
- Fangstoß: max. 12 kN (Kilonewton)
- Seildehnung: max. 8%
- Knotenweite: max. 1,1fache des Seildurchmessers
- Mantelverschiebung 2%
Zwillingsseil
Zwillingsseile (7-8 mm) kommen nur doppelstrangig zum Einsatz. Sie werden verwendet, wenn man lange Routen mit guten Zwischensicherungspunkten klettert und danach über diese auch wieder abseilt. Dazu benutzt man zwei dünne Zwillingsseile parallel so, wie man auch ein Einfachseil verwenden würde, d.h. man hakt immer beide Seile in die Zwischensicherungen ein. Ein einzelnes Zwillingsseil hält der Maximalbelastung, die ein Einfachseil aushalten könnte, nicht stand, daher darf es niemals alleine verwendet werden.
Beim Alpinen Klettern wird in der Regel mit Halb- oder Zwillingsseilen geklettert. In der neueren alpinen Literatur wird zwischen den beiden letztgenannten Seilarten oft nicht deutlich unterschieden. Ihre Hauptvorteile liegen in der Möglichkeit des Abseilens über die volle Seillänge, und in der größeren Sicherheitsreserve durch Redundanz (in der Alpingeschichte gab es noch keinen Seilunfall mit Doppelseil, bei dem beide Stränge gerissen wären).
Bei den Normsturz-Tests werden Zwillingsseile im Doppelstrang mit einem Gewicht von 80 kg getestet. Sie müssen 12 solcher Normstürze aushalten.
Halbseil
Halbseile (8-9 mm) können, im Unterschied zu Zwillingsseilen, zum gleichzeitigen Sichern von zwei Nachsteigern verwendet werden und bei der Vorstiegssicherung einzeln eingehangen werden (Hierdurch verminderte Seilreibung, wenn ein Seil in Sicherungen links, das andere in Sicherungen rechts der Kletterlinie eingehängt wird). Sie sind aber geringfügig schwerer als Zwillingsseile. Der Normsturztest wird mit einem 55 kg Gewicht am Einzelstrang durchgeführt.
Statikseil
Statikseile (9-13 mm) (auch: 'Speleoseile') haben im Vergleich zu dynamischen Seilen eine geringere Gebrauchsdehnung (maximal 5 %), was ihre Handhabung als Fixseil verbessert. Daher finden sie beim Canyoning oder in der Speläologie, der Bergrettung, der Höhenrettung und beim Bau mobiler Hochseilgärten Verwendung.
Zur Sicherung im Vorstieg dürfen sie nicht verwendet werden, da bei einem Sturz ein hoher Fangstoß, der zu schweren Verletzungen führen kann, die Folge wäre.
Aufbau und Aussehen ähneln dem eines Kletterseils. Statikseile bestehen aus Polyamidfasern und sind in einer Kernmantelkonstruktion aufgebaut.
Baumkletterseil
Eine Ausnahme hinsichtlich der Konstruktion bilden die Kletterseile zum Baumklettern, wie sie vor allem in der seilunterstützten Baumpflege benutzt werden. Diese Seile weisen einen höheren Mantelanteil auf. Hier trägt der Mantel die Hauptlast. Sie werden deshalb auch als Mantelkernseile bezeichnet.
Literatur
- Pit Schubert, Die Anwendung des Seiles in Eis und Fels. Bergverlag Rudolf Rother, München. ISBN 3-7633-6082-4
- M. Larcher, H. Zak: Seiltechnik. Hg.: Österreichischer Alpenverein. ISBN 3-900122-00-8
Kategorie:Klettern
Klettern
Unter Klettern versteht man heutzutage hauptsächlich das Klettern als Freizeitbeschäftigung am Fels oder als Sportart, die in zahlreichen Varianten betrieben werden kann. In den meisten Fällen ist das Ziel das Durchklettern einer vorgegebenen Strecke, der so genannten Route, deren erfolgreiche Bewältigung gewöhnlich in einem Gipfelbuch dokumentiert wird. Der Kletterer wird dabei üblicherweise von einem Partner/einer Partnerin mit einem Seil gegen Absturz gesichert.
Klettern bedeutet aber auch das Ersteigen eines Obst- oder anderen Baumes oder das Erklimmen einer Stange, eines Maibaums usw. Das Wort selbst hängt mit "Klette" zusammen.
Varianten des Kletterns
Technisches Klettern
Beim technischen Klettern werden das Seil und eine Vielzahl von Hilfmitteln - bis hin zu Trittleitern und Steigklemmen - zur Fortbewegung benutzt. Diese Art des Kletterns entstand in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg und erreichte in den Sechziger Jahren ihren Höhepunkt und blieb bis in die 1970er und 1980er Jahre sehr populär.
1980er
Einseiltechnik (SRT)
Früher wurden viele Höhlen mit Hilfe von Leitern und Strickleitern erforscht. Allerdings war diese Art der Höhlenbefahrung sehr aufwendig und schwierig. Auch mit den Techniken des alpinen Kletterns stiess man schnell an Grenzen. Lediglich aus dem Bereich des technischen Klettern konnten viele Techniken übernommen werden. Viele Ausrüstungteile waren für den Einsatz in Höhle nicht geeignet und so entstand im Laufe der Zeit eine neue Art der technischen Kletterei - die Einseiltechnik (SRT).
Die Einseiltechnik wird meistens im deutschen Sprachraum nur SRT genannt. SRT ist eine Abkürzung für "single rope technique" (engl.).
Die grundlegende Ausrüstung besteht aus Höhlensitzgurt, Brustgurt, Sicherungsset (Cowtail), Bruststeigklemme, Handsteigklemme mit Fußschlinge und Abseilgerät. Zum Auf- und Absteigen in Schächten werden Statikseile benutzt.
Freiklettern
Beim Freiklettern (engl. Free Climbing) darf zur Fortbewegung nur der Fels und der eigene Körper genutzt werden. Seil und technische Hilfsmittel dienen lediglich zur Sicherung gegen Abstürze (der Begriff bezeichnet also nicht das Klettern ohne Sicherung). Diese Art des Kletterns wurde schon seit Ende des 19. Jahrhunderts in der Sächsischen Schweiz praktiziert und dort seitdem beibehalten. Es geriet außerhalb der Sächsischen Schweiz mit dem aufkommenden Technischen Klettern ins Hintertreffen, und wurde in den 1970er und 1980er Jahren in Westeuropa und den USA als Gegenbewegung wiederentdeckt. Es ist heute die populärste Form des Kletterns.
Sportklettern
Das Sportklettern ist eine Variante des Freikletterns, bei der der sportliche Aspekt im Vordergrund steht. Sportkletterrouten sind meist mit zahlreichen fest angebrachten Sicherungspunkten abgesichert, um das Risiko bei einem Sturz zu minimieren. Der Kletterer kann daher gefahrlos bis an seine Leistungsgrenze gehen und sich voll auf seine Klettertechnik konzentrieren. Sportklettern wird sowohl an künstlichen Anlagen (Kletterhallen) als auch an natürlichen Felsen, in so genannten Klettergärten, betrieben. Die Athleten können sich in nationalen und internationalen Wettkämpfen messen.
Felsklettern
Das klassische freie Felsklettern (engl: Trad Climbing oder Freeclimbing) wird an natürlichen Felsen betrieben. In der Regel sind die Kletterrouten mit Bohr- oder Klebehaken (Haltekraft mindestens 2500 kg nach UIAA-Norm) ausgerüstet.
Toprope, Nachstieg, Vorstieg
Üblicherweise klettern Anfänger zuerst mit Toprope-Sicherung. Danach folgt meist der Nachstieg in längeren Touren und der Vorstieg an der Kletterwand oder im Fels.
: - Toprope
:Beim Topropeklettern läuft das Sicherungsseil vom Sichernden nach oben, dort durch eine Umlenkung und wieder nach unten zum Kletternden. Das Sicherungsseil kommt also von oben; daher kommt auch der englische Name. Wenn man beim Topropeklettern stürzt, fällt man nicht tief und man wird sanft aufgefangen. Die Sturzhöhe ist hauptsächlich abhängig von der Länge und Elastizität des Seils sowie dem Durchhang des Seils, genannt Schlappseil.
:Nachdem man das Ende der Route erreicht hat (oder man keine Lust, Zeit oder Kraft mehr hat) wird man vom Sichernden abgelassen. Man setzt sich ins Seil und der Sichernde lässt das Seil langsam durch das Sicherungsgerät laufen.
:Wenn man das erste Mal Toprope klettert, sollte man erstmal dicht über dem Boden üben, wie man sich ins Seil setzt. Es erfordert eine gewisse Überwindung, mit den Händen die Griffe loszulassen und sein Gewicht dem Seil anzuvertrauen. Manchen Anfängern fällt das leichter, wenn sie sich mit einer Hand am Seil festhalten und dann erst die Griffe loslassen.
:Toprope wird als Sicherungsform oft in Kletterhallen oder Klettergärten angewendet. Der sportliche Wert des Topropekletterns wird im Vergleich zum Vorstiegsklettern als gering angesehen, was aber nicht heißt, dass es keinen Spaß macht. Fast alle Kletterer machen ihre ersten Klettererfahrungen mit Topropesicherung. Außerdem ist es üblich, schwierige Routen Toprope auszuboldern (d.h. die einzelnen Kletterzüge auszuprobieren, bevor man die ganze Route klettert).
: - Nachstieg
:Wenn man zu zweit (in "Zweierseilschaft") oder zu dritt ("Dreierseilschaft") klettert, steigt der erste Kletterer vor. Sobald er einen Standplatz (Stelle im Fels mit Möglichkeit zum Sichern, z.B. Klebehaken) erreicht und eingerichtet hat, können die weiteren Kletterer nachsteigen.
:Beim Nachstieg kommt das Seil wie beim Topropeklettern von oben. Trotzdem sind Stürze nicht so harmlos wie beim Topropeklettern. (Gestuftes Gelände, Quergang mit Pendler, Schlappseil und Seildehnung)
: - Vorstieg
:Bei Vorstiegen wird man vom Sicherungspartner von dem Punkt aus gesichert, an dem man mit dem Klettern nach oben oder seitlich beginnt. Somit wird von unten oder eher seitlich gesichert. In gewissen Abständen hängt man das Seil in Zwischensicherungen ein. Zwischensicherungen können entweder bereits vorhanden sein (Ringe, Haken) oder müssen vom Vorsteiger selber gelegt werden (Klemmkeile, Friends, Schlingen). Im Falle eines Sturzes stürzt man dabei dann nur so weit unter die letzte Zwischensicherung, bis das Seil gestrafft ist (doppelter Abstand zwischen Zwischensicherung und Sturzstelle plus Schlappseil plus Seildehnung). Die gefährlichste Situation ist damit prinzipiell dann gegeben, wenn noch keine Zwischensicherung eingehängt ist. Hier kann es zu Stürzen mit Bodenkontakt oder dem maximalen Sturzfaktor 2 kommen, falls man am Sichernden vorbei stürzen kann.
:Am harmlosesten sind Stürze im Vorstieg bei eingehängter Zwischensicherung in stark überhängenden Gelände, da man dort frei fällt und nirgends anschlägt. In sehr einfachem, gestuftem Gelände sollte man hingegen nach Möglichkeit nicht stürzen, da man Wand- oder Bodenkontakt bekommt, bevor das Seil gestrafft ist.
Begehungsstile
Die wichtigsten Begehungsstile sind Rotpunkt und On Sight.
: - Rotpunkt
:Als Rotpunkt wird die sturzfreie Begehung einer Route im Vorstieg bezeichnet. Dabei müssen alle Sicherungspunkte (also Express-Schlingen, Keile, Schlingen und andere Sicherungsgeräte) selbst angebracht werden. Vorhandene Haken dürfen benutzt werden. Nach einem Sturz wird erneut vom Einstieg begonnen. Dabei müssten streng genommen alle Sicherungen wieder entfernt und erneut gelegt werden. Es ist aber üblich, bereits gelegte Sicherungen hängen zu lassen.
:Bei extrem schweren Kletterrouten hängen meist schon Express-Schlingen in der Route. Streng genommen handelt es sich dann um eine Pinkpointbegehung, die aber in aller Regel als Rotpunktbegehung bezeichnet wird. Zwischen Rotpunkt und Pinkpoint wird mittlerweile kaum noch unterschieden.
: - On Sight
:Als On Sight wird die Rotpunktbegehung einer Route im ersten Versuch bezeichnet. Dabei sind vor dem Einstieg nur die Informationen über die Route bekannt, die durch Betrachten vom Boden aus möglich sind. Tipps oder "Ansagen" von anderen Klettern, Abseilen über die Route oder anderen beim Klettern der Route zusehen ist ausdrücklich verboten. Bei Kletterwettkämpfen werden die Routen On Sight geklettert.
: - Flash
:Rotpunktbegehung einer Route im ersten Versuch, aber mit Zusatzinformationen ("Ansagen" durch andere, Tipps, Zusehen bei anderen, über die Route vorher abseilen etc).
: - a.f. (alles frei)
:Im Gegensatz zum Rotpunkt-Stil darf an Sicherungspunkten ausgeruht werden. Das Weiterklettern muss dabei aus der letzten Kletterstellung erfolgen. a.f. spielt in den meisten Klettergebieten keine große Rolle, eine Ausnahme ist die Sächsische Schweiz.
: - Hangdogging
:Begehung einer Route im Vorstieg. Nach einem Sturz wird von der letzten Zwischensicherung aus weitergeklettert.
: - Pinkpoint
:Sturzfreie Begehung im Vorstieg, wobei Sicherungspunkte bereits vorher angebracht wurden. Rotpunkt und Pinkpoint werden inzwischen kaum noch unterschieden, vor Allem im oberen Schwierigkeitsbereich wird im Allgemeinen nur mit vorgehängten Expressschlingen geklettert.
: - Rotkreis
:Begehung einer Route im Vorstieg, wobei bei einem Sturz zum letzten Stand, No-Hand-Rest (Stelle, an der man sich ohne Hände halten kann) oder bis zum Boden abgelassen wird und die Route/Seillänge wieder von Anfang an geklettert wird, das Sicherungsseil aber in den bis dahin eingehängten Zwischensicherungen verbleibt. Auch als "Yo-yo-ing" bekannt.
: - Clean
:Die Kriterien sind identisch zu Rotpunkt, wobei keine permanenten Zwischensicherungen in der Kletterroute angebracht sind. Die Sicherungspunkte sind wiederentfernbar anzubringen wie zum Beispiel durch Klemmkeile, Schlinge in Sanduhren oder um Felsköpfe, etc. Alle Zwischensicherungen werden normalerweise nach der Begehung wieder entfernt.
:Clean ist daher mehr eine Eigenschaft der Kletterroute. Die zusätzliche Anforderung ist das Legen der Zwischensicherungen durch den Kletternden. Dies kann als Erschwernis eines Begehungsstils angesehen werden. Jedoch kann auch in einer Kletterroute, die clean ist, im Pinkpoint-Begehungsstil geklettert werden.
Klettervarianten ohne Sicherung
Free Solo
Als Free-Soloklettern (engl: Free-Solo-Climbing) bezeichnet man das Klettern ohne jede Sicherung. Da hier jeder Sturz zu schwersten Verletzungen oder zum Tode führen kann, wird das Soloklettern meist nur von sehr erfahrenen Kletteren betrieben.
In der Regel erkunden professionelle Kletterer die Route, die sie Free-Solo begehen wollen, vor der endgültigen Begehung ausführlich. Vor dem Free-Solo liegt eine lange Phase der sportlichen und mentalen Vorbereitung. Nicht zuletzt wagt der erfahrene Kletterer ein Free-Solo an der eigenen Leistungsgrenze nur unter idealen Bedingungen und keineswegs unüberlegt oder spontan.
Für erfahrene Kletterer kann das Soloklettern eine besondere mentale Herausforderung darstellen. Die meisten Kletterer begehen manchmal Routen solo, die unter ihrer Leistungsgrenze liegen, beispielsweise wenn die "Einstiege" der Routen bis zum ersten Sicherungspunkt ohne Absicherung geklettert werden müssen.
Immer wieder kommt es zu lebensgefährlichen und tödlichen Unfällen durch unerfahrene und allzu wagemutige Kletterer, die die notwendige Vorbereitung außer Acht lassen und ihre eigenen Fähigkeiten grob fahrlässig überschätzen.
Bouldern
Bouldern ist das Klettern an Felsblöcken (engl: Boulder) in Absprunghöhe. Eine Seilsicherung ist hier nicht notwendig, zur Dämpfung von Stürzen können Matten (Crash-Pad) oder die Hilfestellung eines Sicherungspartners (Spotter) dienen. Dieser greift nur beim Sturz ein, hat aber während des eigentlichen Kletterns keinen Kontakt zum Kletternden. Beim Bouldern konzentriert sich der Kletterer vor allem auf die Ausführung einzelner, schwieriger Kletterbewegungen (Züge). Das Bouldern ist auch eine Disziplin des Sport- und Wettkampfkletterns.
Klettern in besonderem Gelände
Alpines Klettern
Das alpine Klettern ist ein Teil des Bergsteigens. Ziel ist hier meist das Erreichen des Gipfels. Bei Bergtouren ist das Klettern nur ein Teilaspekt, genau so wichtig sind Routenplanung, Ausrüstung, Beobachtung des Wetters und ähnliches. Alpine Routen können je nach Können und Geschmack frei oder technisch geklettert werden.
Die Ausrüstung unterscheidet sich vom Sportklettern darin, dass im alpinen Bereich normalerweise Halbseile statt eines Einfachseils verwendet werden und Ausrüstungsgegenstände wie Prusikschnüre, Bandschlingen und Helm obligatorisch sind.
Die Absicherung erfolgt in der Regel durch Keile und Friends, die vom Vorsteiger zu legen sind. Bohrhaken sind in vielen alpinen Routen nur selten zu finden.
Bigwall-Klettern
Das Bigwall-Klettern ist das Beklettern sehr hoher Felswände wie z. B. denen im Yosemite Valley in den USA. Da ein durchschnittlicher Kletterer für die Besteigung einer Big Wall meist mehrere Tage benötigt, sind Mitnahme von Vorräten und das Übernachten in der Wand notwendig.
Eisklettern
Eisklettern ist das Klettern an Eisformationen wie z.B. gefrorenen Wasserfällen. Die Kletterer verwenden Steigeisen und Eispickel um sich im Eis festzuhalten.
Klettersteig-Klettern
Klettersteige sind mit fest angebrachten Sicherungsmitteln wie Leitern und Stahlseilen gesicherte Kletter- oder Wanderwege. Der Kletterer ist durch eine Sicherheitsvorrichtung - dem Klettersteigset - mit dem Stahlseil oder der Leiter verbunden.
Mixed- Klettern
Mixed- Kletten ist die jüngste Spielform des Eis- (Wasserfall-) Kletterns, bei der man sich mit Eisgeräten und Steigeisen in Fels und Eis bewegt. Zum Beispiel werden überhängende Felszonen durchklettert, indem die Eisgeräte auf Felsleisten aufgelegt oder in Rissen verklemmt werden, und auf diese Art wird ein freihängender Eiszapfen errreicht und dann erklettert.
Höhlenklettern
Beim Höhlenklettern findet ein Klettern oder Abseilen häufig in beengten Situationen statt. Beim Abseilen in einer freien großen Halle in einer Höhle muss anschließend gegebenenfalls direkt am Seil ohne Wandkontakt - etwa mittels spezieller Knotentechniken und Steigklemmen - aufgestiegen werden. Heutzutage werden Knotentechniken aus Gründen der Sicherheit und Effektivität nicht mehr eingesetzt. Das Spektrum der Gefahren ändert sich beim Höhlenklettern verglichen zu anderen Kletterarten.
Diese Tatsache bringt es mit sich, dass die Geräte, Techniken, Fertigkeiten und Kenntnisse, die man zum normalen Klettern benötigt, sich im Vergleich zum Höhlenklettern unterscheiden können oder zumindest anderen Stellenwert erhalten. So sollte grundsätzlich Helm mit Lampe benutzt werden und im vollen Gegensatz zu anderen Klettervarianten ein statisches Seil nahezu ohne Dehnung, anstatt dem sonst üblichen und sonst vernünftigeren dynamischen Seil, das Sturzenergie durch Dehnung absorbiert, bevorzugt werden. Die Benutzung von Rettungstechniken - etwa Flaschenzüge und Prusik - beim normalen Klettern kann beim Höhlenklettern den Stellenwert der normalen Art der Fortbewegung bekommen, also nicht zwingend nur in Rettungssituationen Verwendung finden. Diese sind meist an statischen Seilen - fast ohne Dehnung - leichter durchzuführen.
Vgl. auch den Artikel zum Begriff der Speläologie.
Buildering/Gebäudeklettern
Das Gebäudeklettern (engl. buildering) findet - nicht selten illegal - an Fassaden und architektonischen Monumenten statt. Diese Variante, die mehr Anhänger hat als man allgemein denkt, geht nahtlos in die Amateurartistik über.
Bewertung von Kletterrouten
Die Schwierigkeiten verschiedener Kletterrouten werden durch Bewertungsskalen vergleichbar.
Der Erstbegeher einer Route bewertet ihre subjektive Schwierigkeit nach einer der regional gebräuchlichen Bewertungsskalen. In Deutschland ist zur Einteilung die UIAA-Skala üblich, die im Augenblick von 1 (extrem leicht) bis 11 (extrem schwer) reicht. Die einzelnen Grade werden noch mit Minus (leichter) und plus (schwerer) unterteilt. Im Osten Deutschlands, vor allem in der Sächsischen Schweiz und im Zittauer Gebirge, ist die in römischen Ziffern geschriebene sächsische Skala üblich, die nach oben offen ist und derzeit bis zum XII. Grad reicht; hierbei wird ab dem VII. Grad in a, b und c unterschieden. In anderen Ländern sind oft andere Schwierigkeitseinteilungen üblich.
Andere Kletterarten
Andere Kletterarten sind z.B.: Baumklettern, Speed-Climbing, Aktionsklettern oder auch Stangen- und Seilklettern (Seilklettern war zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehrfach olympische Disziplin)
Klettern und Risiko
Klettern gilt oft als eine besonders gefährliche Beschäftigung, insbesondere da es dabei immer wieder zu tödlichen Unfällen kommt. Auch die Darstellung besonders spektakulärer und daher risikoreicher Kletteraktionen in den Medien könnte zu dieser Einschätzung beigetragen haben.
Kletterer vertreten dagegen die Auffassung, dass ihre Sportart durch die korrekte Anwendung und Verbesserung der Sicherungstechnik sehr sicher ausgeübt werden kann. Die meisten Kletterer seien sehr verantwortungsbewusst und suchten beim Klettern nicht das Risiko, sondern sportliche Herausforderungen.
Tatsächlich ist die Rate der schweren Unfälle im Vergleich zur Anzahl der Kletterer gering (Weitere Informationen siehe [http://www.alpenverein.de/pdf/amicaro/pdf670.pdf Bergunfallstatistik 2000-2001]). Dies gilt insbesondere für das Sportklettern, das meist an gut abgesicherten Routen betrieben wird. Um das Risiko zu minimieren, wird dazu geraten, die Sicherheitstechnik sorgfältig zu erlernen und die anerkannten Sicherheitsregeln zu beachten. Informationen hierzu erhält man bei den Sektionen der verschiedenen Alpenvereine (http://alpenverein.de; http://www.alpenverein.at; [http://www.alpenverein.it www.alpenverein.it]; [http://www.sac-cas.ch www.sac-cas.ch]). Zusätzlich bietet der Deutsche Alpenverein seit Anfang 2005 die Möglichkeit seine Fähigkeiten beim Sichern und Klettern durch eine Prüfung bestätigen zu lassen. Wer die Prüfung besteht erhält den sog. Kletterschein Diese Regeln sind bei künstlichen Kletteranlagen meist Teil der Benutzungsordnung.
Umweltschutz
Da das Klettern traditionell in der freien Natur ausgeübt wird und Felsen oft empfindliche Ökosysteme beherbergen, kam es mit zunehmender Popularität der Sportart zu Konflikten zwischen den Bedürfnissen der Kletterer und Umweltschutzbelangen.
Vertreter des Umweltschutzes verweisen darauf, das die Felsen oft empfindliche Biotope bilden und die Heimat seltener Tiere, vor allem von Vögeln, seien. Dem Umweltschutzaspekt sei hier der Vorrang zu geben und das Erholungsinteresse der Kletterer müsse im Zweifel dahinter zurücktreten. Im Extremfall wird die Meinung vertreten, das Klettern sollte nur an künstlichen Anlagen ausgeübt werden, um die Natur so stark wie möglich zu schonen.
Viele Kletterer vertreten dagegen die Meinung, dass Umweltschutz und Klettern schon mit relativ geringen Einschränkungen für die Kletterer vereinbar sind. Gerade die Ausübung des Sportes in der freien Natur fördere eine Verbundenheit mit der Natur und das Interesse an deren Erhaltung. Bei der Einführung von Umweltschutzmaßnahmen solle man deshalb auf die Interessen der Kletterer Rücksicht nehmen. Insgesamt sollte das Klettern möglichst wenig reguliert werden und notwendige Einschränkungen (wie z.B. die Sperrung von Felsen) seien auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Die Kletterer verweisen auch darauf, dass der Umweltschutz in anderen Bereichen sehr viel stärker hinter den Interessen der Menschen zurücktreten muss, beispielsweise bei der Erschließung von Skigebieten oder Verkehrswegen.
Interessenvertretungen der Kletterer, wie der Deutsche Alpenverein (DAV), versuchen Kompromisslösungen (z.B im [http://www.alpenverein.de/pdf/amicaro/pdf631.pdf Leitbild Klettern]) zu erarbeiten, bei denen der Erhaltung von Klettermöglichkeiten ebenso Rechnung getragen wird wie dem Umweltschutz. Viele Kletterer fühlen sich allerdings von "ihrem" DAV nicht mehr repräsentiert und organisieren sich zum Bewahrung von Klettermöglichkeiten an Felsen in sogenannten Interessensgemeinschaften, IGs.
Die Lage in der Bundesrepublik ist im Augenblick uneinheitlich. Während in einigen Klettergebieten fast alle Felsen komplett gesperrt wurden - so etwa in Nordrhein-Westfalen - ist in anderen Regionen das Klettern recht ungehindert möglich. Anderswo wurden Kompromisslösungen, wie zeitlich und räumlich beschränkte Kletterverbote oder ein freiwilliger Verzicht, gefunden, so etwa in der Sächsischen Schweiz , wo gemeinsam mit der dortigen Nationalparkverwaltung Kletterkonzeptionen für alle Teilgebiete erarbeitet wurden und sich Kletterer auch aktiv an Schutzmaßnahmen - etwa durch Bewachung brütender Wanderfalken an temporär gesperrten Klettergipfeln - beteiligen.
Aktuelle Informationen findet man beim DAV, der auch eine Seite mit Kletterregelungen für alle deutschen Klettergebiete anbietet - [http://www.alpenverein.de/kleregelungen/index.php Kletterregelungen in Deutschland]
Weiteres
Klettern ist auch für die Jugend sehr interessant, da keine spezielle Ausrüstung für den ersten Start notwendig ist.
Den ersten Versuch im Fels sollte man mit einem erfahrenen Kletterer
unternehmen, und dieser sollte über das notwendige Material verfügen.
Auch weniger sportliche Kinder werden schon zu Beginn gute Erfolge erleben können.
Danach ist die Ausrüstung einmal gekauft bei guter Behandlung viele Jahre verwendbar und die Benutzung des Felsen ist kostenlos.
Der Beitritt in einen Verein ist nicht notwendig.
Wer sich gerne dem Klettern zuwenden will, kann dies auch organisiert tun, indem er einer der Sektionen des Deutscher Alpenvereins beitritt, oder einer regionalen IG Klettern. Mittlerweile gibt es flächendeckend Kletterhallen, wo das Sportklettern und das Bouldern erlernt und trainiert werden kann.
Dies ersetzt aber für viele Kletterer nie den Ausflug an die Felsen.
Den hohen pädagogischen Wert des Sportkletterns haben auch einige unserer Schulen bereits erkannt (oder den Franzosen abgeschaut) und bieten mittlerweile schuleigene Kletterwände und Unterricht im Fach Sport an.
Um sich im Fels zurecht zu finden sollte man sich einen Kletterführer zulegen. Zahlreiche Autoren haben diese topographischen Führer der einzelnen Klettergebiete mit Anfahrtsskizzen, Wegbeschreibung, Routenauflistungen und möglicherweise zu beachtenden Kletterbeschränkungen herausgegeben.
Da auch weiterhin neue Routen erschlossen und neue Felsen mit Routen versehen werden, müssen Kletterführer ständig überarbeitet werden
Diese Erschließung von Neurouten wird meist von lokal ansässigen Sportkletterern durchgeführt, die ein noch unbeklettertes Stück Fels mit Sicherungshaken versehen oder mit z.B. Klemmkeilen und Schlingen absichern. Bis zur erfolgreichen Durchsteigung dieser Neuroute bezeichnet man diese als Projekt. Üblich ist es ein Projekt durch ein kurzes Bändel im untersten Haken zu markieren, damit andere Kletter wissen, das sie diese Route noch nicht klettern können.
Nach einer erfolgreichen Durchsteigung gibt der Erstbegeher der Route einen Namen und bewertet die Schwierigkeiten, um den Wiederholern einen Anhalt über den Charakter der Route geben zu können.
Neurouten werden heute oftmals in Fachzeitschriften oder auf Internet-Kletterseiten veröffentlicht.
Klettergebiete
Wichtige Sportklettergebiete in Deutschland sind die Mittelgebirge mit Wandhöhen bis ca. 150m:
Frankenjura,
Steinwald,
Altmühltal,
Sächsische Schweiz,
Südpfalz,
Schwäbische Alb,
Donautal,
Zittauer Gebirge,
Eifel,
Thüringen uvm.
Daneben gibt es auch in den Alpen so genannte Klettergärten (meist mit Wandhöhen bis ca. 250m) oder Sportkletterrouten durch hohe Wände.
Siehe auch
Klettertechnik, Klettergebiet, Kletterseil, Klettertraining, Sicherungsgerät,
Deutscher Alpenverein (DAV),
Österreichischer Alpenverein (OeAV),
Schweizer Alpen-Club (SAC)
Weblink
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Sport/Klettern_und_Wandern/Klettern/ dmoz-Kategorie Klettern]
- [http://www.kletter-forum.de/lexicon.php Kletterlexikon]
- [http://www.alpinisten.info/sicherheit.klettern.regeln.html Die Grundregeln für sicheres Klettern]
- [http://www.einstieg.tk www.einstieg.tk eine sehr umfangreiche Kletterlinkssammlung]
- [http://www.kletterwiki.de/ http://www.kletterwiki.de/ Klettermöglichkeiten in Deutschland ]
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Kategorie:Bergsteigen
KlettersicherungAls Sicherungstechnik bezeichnet man beim Klettern die Geräte und Methoden, mit denen ein Fall auf den Boden (Absturz) verhindert werden soll. Wichtigstes Sicherungsgerät ist dabei immer das Berg- oder Kletterseil, durch das der Kletterer bei einem Sturz aufgefangen wird. Das Seil verläuft durch Fixpunkte in oder über der Wand; die Verbindung zum Kletterer erfolgt durch einen Klettergurt (üblicherweise ein Hüftgurt).
Die gebräuchlichste Form der Sicherung ist die Partnersicherung, bei der zwei Kletterer eine Seilschaft bilden. Der eigentliche Kletterer befestigt ein Seilende an seinem Gurt; der Sicherungspartner hält das andere Endes des Seiles von einer sicheren Position aus. Er reguliert die Länge des Seiles und hält den Kletterer bei einem Sturz. Damit der Sichernde das Seil bei einem Sturz des Kletterers festhalten kann, läuft es durch einen Umlenkpunkt mit einen Sicherungsknoten (HMS) oder einem Sicherungsgerät (z.B. ein Abseilachter, des weiteren gibt es noch weitere Sicherungsgeräte von speziellen Herstellern wie z.B. Grigri, Reverso, Tre, ... ). Das Sicherungsgerät erzeugt Reibung im Seil, so dass der Sichernde sein Seilende auch bei einem Sturz problemlos festhalten kann. Die Rollen des Sicherden und des Kletterers werden von den Mitgliedern der Seilschaft abwechselnd übernommen.
Ist das Sicherungsgerät am Klettergurt des Sichernden befestigt, spricht man von einer Körpersicherung; bei einer Fixpunktsicherung ist das Sicherungsgerät mit einem Fixpunkt in der Wand verbunden. Eine Körpersicherung ist im allgemeinen nur möglich, wenn sich der Sichernde auf dem Boden befindet.
Je nach Vorgehen unterscheidet man verschiedene Arten der Sicherung:
- Vorstiegssicherung: Man sichert den ersten Kletterer der das Seil beim Klettern mitführt und sich selbst über Zwischensicherungen sichert.
- vorsteigender Kletterer: Der vorsteigende Kletterer ist an einem Seilende eingebunden und führt damit das Seil mit sich. In möglichst regelmäßigen Abständen nutzt der Vorsteiger Zwischensicherungen (eingebohrte Haken) oder legt selbst welche (mit Klemmkeilen, Friends, Schlingen etc.)
- Sicherungspartner: Der Sicherungspartner steht auf sicherem Terrain am Einstieg der Kletterroute (oder ist bei Mehrseillängenrouten fixiert in einem Standplatz, z.B. mit Mastwurf). Normalerweise wird eine Form von Sicherungsgerät wie Abseilachter und Schraubkarabiner verwendet (bei Mehrseillängenrouten HMS). Mit dem zunehmenden Fortschritt des Kletterers wird mehr und mehr Seil ausgegeben.
- Nachstiegssicherung: Das Seil ist bereits am obersten Haken (im sog. Top-Rope) eingehängt, man sichert den Kletterer durch sukzessives Einnehmen des Seiles.
- Kletterer: Der Kletterer selbst ist durch das bereits über ihm eingehängte Seil vollkommen durch seinen Partner gesichert.
- Sicherungspartner: Der Sicherungspartner steht auf sicherem Terrain am Einstieg der Kletterroute (oder ist am oberen Ende der Kletterroute im Standplatz, z.B. mit Mastwurf). Normalerweise wird eine Form von Sicherungsgerät wie Abseilachter und Schraubkarabiner verwendet (bei Sicherung vom Standplatz mit HMS). Mit dem zunehmenden Fortschritt des Kletterers wird mehr und mehr Seil eingenommen.
Standards
Die beim Sichern eingesetzte Kletterausrüstung muss bestimmten Sicherheitsnormen genügen. Weltweit existieren zwei wichtige Standards:
- UIAA (Internationale Bergsteigervereinigung)
- CEN (Europäisches Kommitte für Standardisierung)
In Europa muss Kletterausrüstung den Anforderungen des CEN entsprechend der Personal and Protective Equipment (PPE) Directive entsprechen.
Siehe auch
Klettern, Zwischensicherung, Klemmkeil, Karabiner, Friend, Camalot
Weblinks
- http://www.uiaa.ch/ - UIAA
- http://www.stichel-frei.de/sicherung/index.shtml - Stichel frei (Sicherungstechnik)
Kategorie:KletternKategorie:Bergsteigen
SeilklemmeUnter einer Seilklemme (Steigklemme) versteht man beim Klettern einen technischen Ausrüstungsgegenstand, der ein Seil in die eine Richtung ohne großen Kraftaufwand durchgleiten lässt, in die andere Richtung jedoch blockiert.
Funktionsweise
Die meisten Steigklemmen haben ein bewegliches Teil (im Bild silbern), das durch eine Feder gegen das Seil gedrückt wird (Ausnahme Tibloc von Petzl). Unter Belastung klemmt es sich zusätzlich fest. Meistens sind an der Klemmfläche kleine Zähnchen angebracht, die zwischen die Fasern des Seils eindringen, jedoch ohne das Seil zu beschädigen. So ist die Klemmwirkung auch bei vereisten Seilen gegeben.
Ausserdem verfügt die Steigklemme über ein Loch zum Einhängen eines Karabiners (unten im Bild). In das obere Loch (Bild) kann ein Karabiner eingehangen werden, der verhindern soll, dass das Seil seitlich herausrutscht.
Um die Steigklemme vom Seil lösen zu können und um die Klemmwirkung aufzuheben (beispielsweise beim Abssteigen) ist ein kleiner Hebel (Schwarzes Teil im Bild) vorhanden.
Oft haben Steigklemmen auch einen großen Griff mit dem sie sich am Seil hochschieben lassen (Bild: Steigklemme ohne Griff).
Als behelfsmäßiger Ersatz für eine Steigklemme kann der Prusikknoten verwendet werden.
Anwendung
Hauptanwendung ist das so genannte Jümarn (der Begriff leitet sich von der Schweizer Firma Jümar und den gleichnamigen Steigklemmen ab), d.h. das Aufsteigen am Seil mit zwei Seilklemmen.
Hierbei wird eine Steigklemme am Klettergurt befestigt, eine zweite an einer Bandschlinge in die man mit dem Fuß steigt.
Abwechselnd steigt der Bergsteiger nun in die Trittschlinge und schiebt die so entlastete Steigklemme am Klettergurt am Seil hoch und setzt sich anschließend in den Klettergurt und schiebt die Steigklemme an der Trittschlinge hoch.
Seilklemmen finden außerdem Verwendung bei Flaschenzügen, sowie zum Selbstsichern beim Soloklettern.
Kategorie:Klettern
KunstseideAls Kunstseide werden Textilfasern bezeichnet, die durch Modifizieren und Verspinnen von Naturmaterialien erzeugt werden. Beispiele sind Regeneratfasern wie Viskosefasern, z.B. Rayon und andere Fasern aus Celluloseacetat (Zellwolle) und Kunstfasern wie z.B. Nylon aus Polyamid 6 bzw PA66.
Weblinks
- http://www.deutsches-strumpfmuseum.de/technik/garne/kunstseide/kunstseide.htm
- http://www.enka.de/
Kategorie:Faser
NormEine Norm ist
- allgemeine Bedeutung: eine als verbindlich anerkannte Regel oder Richtschnur, Leitfaden;
- der Sinn eines Normsatzes;
- ein von einer Normungsorganisation geschaffener Standard, siehe auch Normung;
- Recht: eine Rechtsnorm als eine gesetzliche Vorschrift (Gesetz, Verordnung, Richtlinie, Satzung);
- Mathematik (siehe auch Normalisierung (Mathematik)):
- Vektornorm: eine Verallgemeinerung der Begriffe Absolutbetrag einer Zahl und Länge eines Vektors für Elemente beliebiger Vektorräume: normierter Raum;
- Körpernorm: in der Algebra eine kanonische multiplikative Abbildung aus einem Erweiterungskörper in den zugehörigen Grundkörper, siehe Norm (Körpererweiterung);
- Soziologie: eine Werteordnung innerhalb einer Gesellschaft (Gesellschaftliche Norm)
- in einer Planwirtschaft zu leistende Arbeit, siehe Arbeitsnorm;
- in der Planwirtschaft der DDR eine Kennziffer, siehe Normativ (DDR).
Kategorie:Nachricht
Einfachseil
Allgemeines
Kletterseile oder Bergseile sind Hilfsmittel beim Klettern, die der Sicherung der Kletternden und im Alpinen Klettern auch der Fortbewegung dienen (Abseilen, Jümarn).
Bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts waren die Bergsteiger auf Seile aus Hanf angewiesen. Seilrisse waren nicht selten und führten zu zahlreichen tödlichen Unfällen. Seile aus Kunstseide, die annähernd die Seilnormen heutiger Bergseile erfüllten, waren ebenso selten wie teuer.
Heutzutage bestehen Kletterseile aus dem Kunststoff Polyamid und weisen meist eine Kernmantelkonstruktion auf: Ein Kern aus verflochtenen Fasern wird von einem Mantel umgeben, der ihn vor Beschädigung schützt. Der Kern trägt die Hauptlast (Ausnahme Baumkletterseile).
Kletterseile werden unterschieden in dynamische Seile und halbstatische Seile.
Die heute in Deutschland erhältlichen Kletterseile sind nach Festlegungen der UIAA genormt (Mindestfestigkeitswerte).
Nach den Seilnormen werden Einfachseile, Halbseile und Zwillingsseile unterschieden.
Kletterseile werden sowohl im Klettersport, als auch von Bergwacht und Höhenrettung, sowie von der Feuerwehr im Bereich der Absturzsicherung eingesetzt.
Seiltypen
Einfachseil
In der Halle und im Klettergarten kommen Einfachseile zum Einsatz, deren Durchmesser zwischen 9 und 11 mm liegt.
Solch ein Seil muss folgende Anforderungen erfüllen:
- Normstürze: 5 Stürze mit 80kg bei Sturzfaktor 1,8.
- Fangstoß: max. 12 kN (Kilonewton)
- Seildehnung: max. 8%
- Knotenweite: max. 1,1fache des Seildurchmessers
- Mantelverschiebung 2%
Zwillingsseil
Zwillingsseile (7-8 mm) kommen nur doppelstrangig zum Einsatz. Sie werden verwendet, wenn man lange Routen mit guten Zwischensicherungspunkten klettert und danach über diese auch wieder abseilt. Dazu benutzt man zwei dünne Zwillingsseile parallel so, wie man auch ein Einfachseil verwenden würde, d.h. man hakt immer beide Seile in die Zwischensicherungen ein. Ein einzelnes Zwillingsseil hält der Maximalbelastung, die ein Einfachseil aushalten könnte, nicht stand, daher darf es niemals alleine verwendet werden.
Beim Alpinen Klettern wird in der Regel mit Halb- oder Zwillingsseilen geklettert. In der neueren alpinen Literatur wird zwischen den beiden letztgenannten Seilarten oft nicht deutlich unterschieden. Ihre Hauptvorteile liegen in der Möglichkeit des Abseilens über die volle Seillänge, und in der größeren Sicherheitsreserve durch Redundanz (in der Alpingeschichte gab es noch keinen Seilunfall mit Doppelseil, bei dem beide Stränge gerissen wären).
Bei den Normsturz-Tests werden Zwillingsseile im Doppelstrang mit einem Gewicht von 80 kg getestet. Sie müssen 12 solcher Normstürze aushalten.
Halbseil
Halbseile (8-9 mm) können, im Unterschied zu Zwillingsseilen, zum gleichzeitigen Sichern von zwei Nachsteigern verwendet werden und bei der Vorstiegssicherung einzeln eingehangen werden (Hierdurch verminderte Seilreibung, wenn ein Seil in Sicherungen links, das andere in Sicherungen rechts der Kletterlinie eingehängt wird). Sie sind aber geringfügig schwerer als Zwillingsseile. Der Normsturztest wird mit einem 55 kg Gewicht am Einzelstrang durchgeführt.
Statikseil
Statikseile (9-13 mm) (auch: 'Speleoseile') haben im Vergleich zu dynamischen Seilen eine geringere Gebrauchsdehnung (maximal 5 %), was ihre Handhabung als Fixseil verbessert. Daher finden sie beim Canyoning oder in der Speläologie, der Bergrettung, der Höhenrettung und beim Bau mobiler Hochseilgärten Verwendung.
Zur Sicherung im Vorstieg dürfen sie nicht verwendet werden, da bei einem Sturz ein hoher Fangstoß, der zu schweren Verletzungen führen kann, die Folge wäre.
Aufbau und Aussehen ähneln dem eines Kletterseils. Statikseile bestehen aus Polyamidfasern und sind in einer Kernmantelkonstruktion aufgebaut.
Baumkletterseil
Eine Ausnahme hinsichtlich der Konstruktion bilden die Kletterseile zum Baumklettern, wie sie vor allem in der seilunterstützten Baumpflege benutzt werden. Diese Seile weisen einen höheren Mantelanteil auf. Hier trägt der Mantel die Hauptlast. Sie werden deshalb auch als Mantelkernseile bezeichnet.
Literatur
- Pit Schubert, Die Anwendung des Seiles in Eis und Fels. Bergverlag Rudolf Rother, München. ISBN 3-7633-6082-4
- M. Larcher, H. Zak: Seiltechnik. Hg.: Österreichischer Alpenverein. ISBN 3-900122-00-8
Kategorie:Klettern
Halbseil
Allgemeines
Kletterseile oder Bergseile sind Hilfsmittel beim Klettern, die der Sicherung der Kletternden und im Alpinen Klettern auch der Fortbewegung dienen (Abseilen, Jümarn).
Bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts waren die Bergsteiger auf Seile aus Hanf angewiesen. Seilrisse waren nicht selten und führten zu zahlreichen tödlichen Unfällen. Seile aus Kunstseide, die annähernd die Seilnormen heutiger Bergseile erfüllten, waren ebenso selten wie teuer.
Heutzutage bestehen Kletterseile aus dem Kunststoff Polyamid und weisen meist eine Kernmantelkonstruktion auf: Ein Kern aus verflochtenen Fasern wird von einem Mantel umgeben, der ihn vor Beschädigung schützt. Der Kern trägt die Hauptlast (Ausnahme Baumkletterseile).
Kletterseile werden unterschieden in dynamische Seile und halbstatische Seile.
Die heute in Deutschland erhältlichen Kletterseile sind nach Festlegungen der UIAA genormt (Mindestfestigkeitswerte).
Nach den Seilnormen werden Einfachseile, Halbseile und Zwillingsseile unterschieden.
Kletterseile werden sowohl im Klettersport, als auch von Bergwacht und Höhenrettung, sowie von der Feuerwehr im Bereich der Absturzsicherung eingesetzt.
Seiltypen
Einfachseil
In der Halle und im Klettergarten kommen Einfachseile zum Einsatz, deren Durchmesser zwischen 9 und 11 mm liegt.
Solch ein Seil muss folgende Anforderungen erfüllen:
- Normstürze: 5 Stürze mit 80kg bei Sturzfaktor 1,8.
- Fangstoß: max. 12 kN (Kilonewton)
- Seildehnung: max. 8%
- Knotenweite: max. 1,1fache des Seildurchmessers
- Mantelverschiebung 2%
Zwillingsseil
Zwillingsseile (7-8 mm) kommen nur doppelstrangig zum Einsatz. Sie werden verwendet, wenn man lange Routen mit guten Zwischensicherungspunkten klettert und danach über diese auch wieder abseilt. Dazu benutzt man zwei dünne Zwillingsseile parallel so, wie man auch ein Einfachseil verwenden würde, d.h. man hakt immer beide Seile in die Zwischensicherungen ein. Ein einzelnes Zwillingsseil hält der Maximalbelastung, die ein Einfachseil aushalten könnte, nicht stand, daher darf es niemals alleine verwendet werden.
Beim Alpinen Klettern wird in der Regel mit Halb- oder Zwillingsseilen geklettert. In der neueren alpinen Literatur wird zwischen den beiden letztgenannten Seilarten oft nicht deutlich unterschieden. Ihre Hauptvorteile liegen in der Möglichkeit des Abseilens über die volle Seillänge, und in der größeren Sicherheitsreserve durch Redundanz (in der Alpingeschichte gab es noch keinen Seilunfall mit Doppelseil, bei dem beide Stränge gerissen wären).
Bei den Normsturz-Tests werden Zwillingsseile im Doppelstrang mit einem Gewicht von 80 kg getestet. Sie müssen 12 solcher Normstürze aushalten.
Halbseil
Halbseile (8-9 mm) können, im Unterschied zu Zwillingsseilen, zum gleichzeitigen Sichern von zwei Nachsteigern verwendet werden und bei der Vorstiegssicherung einzeln eingehangen werden (Hierdurch verminderte Seilreibung, wenn ein Seil in Sicherungen links, das andere in Sicherungen rechts der Kletterlinie eingehängt wird). Sie sind aber geringfügig schwerer als Zwillingsseile. Der Normsturztest wird mit einem 55 kg Gewicht am Einzelstrang durchgeführt.
Statikseil
Statikseile (9-13 mm) (auch: 'Speleoseile') haben im Vergleich zu dynamischen Seilen eine geringere Gebrauchsdehnung (maximal 5 %), was ihre Handhabung als Fixseil verbessert. Daher finden sie beim Canyoning oder in der Speläologie, der Bergrettung, der Höhenrettung und beim Bau mobiler Hochseilgärten Verwendung.
Zur Sicherung im Vorstieg dürfen sie nicht verwendet werden, da bei einem Sturz ein hoher Fangstoß, der zu schweren Verletzungen führen kann, die Folge wäre.
Aufbau und Aussehen ähneln dem eines Kletterseils. Statikseile bestehen aus Polyamidfasern und sind in einer Kernmantelkonstruktion aufgebaut.
Baumkletterseil
Eine Ausnahme hinsichtlich der Konstruktion bilden die Kletterseile zum Baumklettern, wie sie vor allem in der seilunterstützten Baumpflege benutzt werden. Diese Seile weisen einen höheren Mantelanteil auf. Hier trägt der Mantel die Hauptlast. Sie werden deshalb auch als Mantelkernseile bezeichnet.
Literatur
- Pit Schubert, Die Anwendung des Seiles in Eis und Fels. Bergverlag Rudolf Rother, München. ISBN 3-7633-6082-4
- M. Larcher, H. Zak: Seiltechnik. Hg.: Österreichischer Alpenverein. ISBN 3-900122-00-8
Kategorie:Klettern
Zwillingsseil
Allgemeines
Kletterseile oder Bergseile sind Hilfsmittel beim Klettern, die der Sicherung der Kletternden und im Alpinen Klettern auch der Fortbewegung dienen (Abseilen, Jümarn).
Bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts waren die Bergsteiger auf Seile aus Hanf angewiesen. Seilrisse waren nicht selten und führten zu zahlreichen tödlichen Unfällen. Seile aus Kunstseide, die annähernd die Seilnormen heutiger Bergseile erfüllten, waren ebenso selten wie teuer.
Heutzutage bestehen Kletterseile aus dem Kunststoff Polyamid und weisen meist eine Kernmantelkonstruktion auf: Ein Kern aus verflochtenen Fasern wird von einem Mantel umgeben, der ihn vor Beschädigung schützt. Der Kern trägt die Hauptlast (Ausnahme Baumkletterseile).
Kletterseile werden unterschieden in dynamische Seile und halbstatische Seile.
Die heute in Deutschland erhältlichen Kletterseile sind nach Festlegungen der UIAA genormt (Mindestfestigkeitswerte).
Nach den Seilnormen werden Einfachseile, Halbseile und Zwillingsseile unterschieden.
Kletterseile werden sowohl im Klettersport, als auch von Bergwacht und Höhenrettung, sowie von der Feuerwehr im Bereich der Absturzsicherung eingesetzt.
Seiltypen
Einfachseil
In der Halle und im Klettergarten kommen Einfachseile zum Einsatz, deren Durchmesser zwischen 9 und 11 mm liegt.
Solch ein Seil muss folgende Anforderungen erfüllen:
- Normstürze: 5 Stürze mit 80kg bei Sturzfaktor 1,8.
- Fangstoß: max. 12 kN (Kilonewton)
- Seildehnung: max. 8%
- Knotenweite: max. 1,1fache des Seildurchmessers
- Mantelverschiebung 2%
Zwillingsseil
Zwillingsseile (7-8 mm) kommen nur doppelstrangig zum Einsatz. Sie werden verwendet, wenn man lange Routen mit guten Zwischensicherungspunkten klettert und danach über diese auch wieder abseilt. Dazu benutzt man zwei dünne Zwillingsseile parallel so, wie man auch ein Einfachseil verwenden würde, d.h. man hakt immer beide Seile in die Zwischensicherungen ein. Ein einzelnes Zwillingsseil hält der Maximalbelastung, die ein Einfachseil aushalten könnte, nicht stand, daher darf es niemals alleine verwendet werden.
Beim Alpinen Klettern wird in der Regel mit Halb- oder Zwillingsseilen geklettert. In der neueren alpinen Literatur wird zwischen den beiden letztgenannten Seilarten oft nicht deutlich unterschieden. Ihre Hauptvorteile liegen in der Möglichkeit des Abseilens über die volle Seillänge, und in der größeren Sicherheitsreserve durch Redundanz (in der Alpingeschichte gab es noch keinen Seilunfall mit Doppelseil, bei dem beide Stränge gerissen wären).
Bei den Normsturz-Tests werden Zwillingsseile im Doppelstrang mit einem Gewicht von 80 kg getestet. Sie müssen 12 solcher Normstürze aushalten.
Halbseil
Halbseile (8-9 mm) können, im Unterschied zu Zwillingsseilen, zum gleichzeitigen Sichern von zwei Nachsteigern verwendet werden und bei der Vorstiegssicherung einzeln eingehangen werden (Hierdurch verminderte Seilreibung, wenn ein Seil in Sicherungen links, das andere in Sicherungen rechts der Kletterlinie eingehängt wird). Sie sind aber geringfügig schwerer als Zwillingsseile. Der Normsturztest wird mit einem 55 kg Gewicht am Einzelstrang durchgeführt.
Statikseil
Statikseile (9-13 mm) (auch: 'Speleoseile') haben im Vergleich zu dynamischen Seilen eine geringere Gebrauchsdehnung (maximal 5 %), was ihre Handhabung als Fixseil verbessert. Daher finden sie beim Canyoning oder in der Speläologie, der Bergrettung, der Höhenrettung und beim Bau mobiler Hochseilgärten Verwendung.
Zur Sicherung im Vorstieg dürfen sie nicht verwendet werden, da bei einem Sturz ein hoher Fangstoß, der zu schweren Verletzungen führen kann, die Folge wäre.
Aufbau und Aussehen ähneln dem eines Kletterseils. Statikseile bestehen aus Polyamidfasern und sind in einer Kernmantelkonstruktion aufgebaut.
Baumkletterseil
Eine Ausnahme hinsichtlich der Konstruktion bilden die Kletterseile zum Baumklettern, wie sie vor allem in der seilunterstützten Baumpflege benutzt werden. Diese Seile weisen einen höheren Mantelanteil auf. Hier trägt der Mantel die Hauptlast. Sie werden deshalb auch als Mantelkernseile bezeichnet.
Literatur
- Pit Schubert, Die Anwendung des Seiles in Eis und Fels. Bergverlag Rudolf Rother, München. ISBN 3-7633-6082-4
- M. Larcher, H. Zak: Seiltechnik. Hg.: Österreichischer Alpenverein. ISBN 3-900122-00-8
Kategorie:Klettern
Klettersport
Unter Klettern versteht man heutzutage hauptsächlich das Klettern als Freizeitbeschäftigung am Fels oder als Sportart, die in zahlreichen Varianten betrieben werden kann. In den meisten Fällen ist das Ziel das Durchklettern einer vorgegebenen Strecke, der so genannten Route, deren erfolgreiche Bewältigung gewöhnlich in einem Gipfelbuch dokumentiert wird. Der Kletterer wird dabei üblicherweise von einem Partner/einer Partnerin mit einem Seil gegen Absturz gesichert.
Klettern bedeutet aber auch das Ersteigen eines Obst- oder anderen Baumes oder das Erklimmen einer Stange, eines Maibaums usw. Das Wort selbst hängt mit "Klette" zusammen.
Varianten des Kletterns
Technisches Klettern
Beim technischen Klettern werden das Seil und eine Vielzahl von Hilfmitteln - bis hin zu Trittleitern und Steigklemmen - zur Fortbewegung benutzt. Diese Art des Kletterns entstand in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg und erreichte in den Sechziger Jahren ihren Höhepunkt und blieb bis in die 1970er und 1980er Jahre sehr populär.
1980er
Einseiltechnik (SRT)
Früher wurden viele Höhlen mit Hilfe von Leitern und Strickleitern erforscht. Allerdings war diese Art der Höhlenbefahrung sehr aufwendig und schwierig. Auch mit den Techniken des alpinen Kletterns stiess man schnell an Grenzen. Lediglich aus dem Bereich des technischen Klettern konnten viele Techniken übernommen werden. Viele Ausrüstungteile waren für den Einsatz in Höhle nicht geeignet und so entstand im Laufe der Zeit eine neue Art der technischen Kletterei - die Einseiltechnik (SRT).
Die Einseiltechnik wird meistens im deutschen Sprachraum nur SRT genannt. SRT ist eine Abkürzung für "single rope technique" (engl.).
Die grundlegende Ausrüstung besteht aus Höhlensitzgurt, Brustgurt, Sicherungsset (Cowtail), Bruststeigklemme, Handsteigklemme mit Fußschlinge und Abseilgerät. Zum Auf- und Absteigen in Schächten werden Statikseile benutzt.
Freiklettern
Beim Freiklettern (engl. Free Climbing) darf zur Fortbewegung nur der Fels und der eigene Körper genutzt werden. Seil und technische Hilfsmittel dienen lediglich zur Sicherung gegen Abstürze (der Begriff bezeichnet also nicht das Klettern ohne Sicherung). Diese Art des Kletterns wurde schon seit Ende des 19. Jahrhunderts in der Sächsischen Schweiz praktiziert und dort seitdem beibehalten. Es geriet außerhalb der Sächsischen Schweiz mit dem aufkommenden Technischen Klettern ins Hintertreffen, und wurde in den 1970er und 1980er Jahren in Westeuropa und den USA als Gegenbewegung wiederentdeckt. Es ist heute die populärste Form des Kletterns.
Sportklettern
Das Sportklettern ist eine Variante des Freikletterns, bei der der sportliche Aspekt im Vordergrund steht. Sportkletterrouten sind meist mit zahlreichen fest angebrachten Sicherungspunkten abgesichert, um das Risiko bei einem Sturz zu minimieren. Der Kletterer kann daher gefahrlos bis an seine Leistungsgrenze gehen und sich voll auf seine Klettertechnik konzentrieren. Sportklettern wird sowohl an künstlichen Anlagen (Kletterhallen) als auch an natürlichen Felsen, in so genannten Klettergärten, betrieben. Die Athleten können sich in nationalen und internationalen Wettkämpfen messen.
Felsklettern
Das klassische freie Felsklettern (engl: Trad Climbing oder Freeclimbing) wird an natürlichen Felsen betrieben. In der Regel sind die Kletterrouten mit Bohr- oder Klebehaken (Haltekraft mindestens 2500 kg nach UIAA-Norm) ausgerüstet.
Toprope, Nachstieg, Vorstieg
Üblicherweise klettern Anfänger zuerst mit Toprope-Sicherung. Danach folgt meist der Nachstieg in längeren Touren und der Vorstieg an der Kletterwand oder im Fels.
: - Toprope
:Beim Topropeklettern läuft das Sicherungsseil vom Sichernden nach oben, dort durch eine Umlenkung und wieder nach unten zum Kletternden. Das Sicherungsseil kommt also von oben; daher kommt auch der englische Name. Wenn man beim Topropeklettern stürzt, fällt man nicht tief und man wird sanft aufgefangen. Die Sturzhöhe ist hauptsächlich abhängig von der Länge und Elastizität des Seils sowie dem Durchhang des Seils, genannt Schlappseil.
:Nachdem man das Ende der Route erreicht hat (oder man keine Lust, Zeit oder Kraft mehr hat) wird man vom Sichernden abgelassen. Man setzt sich ins Seil und der Sichernde lässt das Seil langsam durch das Sicherungsgerät laufen.
:Wenn man das erste Mal Toprope klettert, sollte man erstmal dicht über dem Boden üben, wie man sich ins Seil setzt. Es erfordert eine gewisse Überwindung, mit den Händen die Griffe loszulassen und sein Gewicht dem Seil anzuvertrauen. Manchen Anfängern fällt das leichter, wenn sie sich mit einer Hand am Seil festhalten und dann erst die Griffe loslassen.
:Toprope wird als Sicherungsform oft in Kletterhallen oder Klettergärten angewendet. Der sportliche Wert des Topropekletterns wird im Vergleich zum Vorstiegsklettern als gering angesehen, was aber nicht heißt, dass es keinen Spaß macht. Fast alle Kletterer machen ihre ersten Klettererfahrungen mit Topropesicherung. Außerdem ist es üblich, schwierige Routen Toprope auszuboldern (d.h. die einzelnen Kletterzüge auszuprobieren, bevor man die ganze Route klettert).
: - Nachstieg
:Wenn man zu zweit (in "Zweierseilschaft") oder zu dritt ("Dreierseilschaft") klettert, steigt der erste Kletterer vor. Sobald er einen Standplatz (Stelle im Fels mit Möglichkeit zum Sichern, z.B. Klebehaken) erreicht und eingerichtet hat, können die weiteren Kletterer nachsteigen.
:Beim Nachstieg kommt das Seil wie beim Topropeklettern von oben. Trotzdem sind Stürze nicht so harmlos wie beim Topropeklettern. (Gestuftes Gelände, Quergang mit Pendler, Schlappseil und Seildehnung)
: - Vorstieg
:Bei Vorstiegen wird man vom Sicherungspartner von dem Punkt aus gesichert, an dem man mit dem Klettern nach oben oder seitlich beginnt. Somit wird von unten oder eher seitlich gesichert. In gewissen Abständen hängt man das Seil in Zwischensicherungen ein. Zwischensicherungen können entweder bereits vorhanden sein (Ringe, Haken) oder müssen vom Vorsteiger selber gelegt werden (Klemmkeile, Friends, Schlingen). Im Falle eines Sturzes stürzt man dabei dann nur so weit unter die letzte Zwischensicherung, bis das Seil gestrafft ist (doppelter Abstand zwischen Zwischensicherung und Sturzstelle plus Schlappseil plus Seildehnung). Die gefährlichste Situation ist damit prinzipiell dann gegeben, wenn noch keine Zwischensicherung eingehängt ist. Hier kann es zu Stürzen mit Bodenkontakt oder dem maximalen Sturzfaktor 2 kommen, falls man am Sichernden vorbei stürzen kann.
:Am harmlosesten sind Stürze im Vorstieg bei eingehängter Zwischensicherung in stark überhängenden Gelände, da man dort frei fällt und nirgends anschlägt. In sehr einfachem, gestuftem Gelände sollte man hingegen nach Möglichkeit nicht stürzen, da man Wand- oder Bodenkontakt bekommt, bevor das Seil gestrafft ist.
Begehungsstile
Die wichtigsten Begehungsstile sind Rotpunkt und On Sight.
: - Rotpunkt
:Als Rotpunkt wird die sturzfreie Begehung einer Route im Vorstieg bezeichnet. Dabei müssen alle Sicherungspunkte (also Express-Schlingen, Keile, Schlingen und andere Sicherungsgeräte) selbst angebracht werden. Vorhandene Haken dürfen benutzt werden. Nach einem Sturz wird erneut vom Einstieg begonnen. Dabei müssten streng genommen alle Sicherungen wieder entfernt und erneut gelegt werden. Es ist aber üblich, bereits gelegte Sicherungen hängen zu lassen.
:Bei extrem schweren Kletterrouten hängen meist schon Express-Schlingen in der Route. Streng genommen handelt es sich dann um eine Pinkpointbegehung, die aber in aller Regel als Rotpunktbegehung bezeichnet wird. Zwischen Rotpunkt und Pinkpoint wird mittlerweile kaum noch unterschieden.
: - On Sight
:Als On Sight wird die Rotpunktbegehung einer Route im ersten Versuch bezeichnet. Dabei sind vor dem Einstieg nur die Informationen über die Route bekannt, die durch Betrachten vom Boden aus möglich sind. Tipps oder "Ansagen" von anderen Klettern, Abseilen über die Route oder anderen beim Klettern der Route zusehen ist ausdrücklich verboten. Bei Kletterwettkämpfen werden die Routen On Sight geklettert.
: - Flash
:Rotpunktbegehung einer Route im ersten Versuch, aber mit Zusatzinformationen ("Ansagen" durch andere, Tipps, Zusehen bei anderen, über die Route vorher abseilen etc).
: - a.f. (alles frei)
:Im Gegensatz zum Rotpunkt-Stil darf an Sicherungspunkten ausgeruht werden. Das Weiterklettern muss dabei aus der letzten Kletterstellung erfolgen. a.f. spielt in den meisten Klettergebieten keine große Rolle, eine Ausnahme ist die Sächsische Schweiz.
: - Hangdogging
:Begehung einer Route im Vorstieg. Nach einem Sturz wird von der letzten Zwischensicherung aus weitergeklettert.
: - Pinkpoint
:Sturzfreie Begehung im Vorstieg, wobei Sicherungspunkte bereits vorher angebracht wurden. Rotpunkt und Pinkpoint werden inzwischen kaum noch unterschieden, vor Allem im oberen Schwierigkeitsbereich wird im Allgemeinen nur mit vorgehängten Expressschlingen geklettert.
: - Rotkreis
:Begehung einer Route im Vorstieg, wobei bei einem Sturz zum letzten Stand, No-Hand-Rest (Stelle, an der man sich ohne Hände halten kann) oder bis zum Boden abgelassen wird und die Route/Seillänge wieder von Anfang an geklettert wird, das Sicherungsseil aber in den bis dahin eingehängten Zwischensicherungen verbleibt. Auch als "Yo-yo-ing" bekannt.
: - Clean
:Die Kriterien sind identisch zu Rotpunkt, wobei keine permanenten Zwischensicherungen in der Kletterroute angebracht sind. Die Sicherungspunkte sind wiederentfernbar anzubringen wie zum Beispiel durch Klemmkeile, Schlinge in Sanduhren oder um Felsköpfe, etc. Alle Zwischensicherungen werden normalerweise nach der Begehung wieder entfernt.
:Clean ist daher mehr eine Eigenschaft der Kletterroute. Die zusätzliche Anforderung ist das Legen der Zwischensicherungen durch den Kletternden. Dies kann als Erschwernis eines Begehungsstils angesehen werden. Jedoch kann auch in einer Kletterroute, die clean ist, im Pinkpoint-Begehungsstil geklettert werden.
Klettervarianten ohne Sicherung
Free Solo
Als Free-Soloklettern (engl: Free-Solo-Climbing) bezeichnet man das Klettern ohne jede Sicherung. Da hier jeder Sturz zu schwersten Verletzungen oder zum Tode führen kann, wird das Soloklettern meist nur von sehr erfahrenen Kletteren betrieben.
In der Regel erkunden professionelle Kletterer die Route, die sie Free-Solo begehen wollen, vor der endgültigen Begehung ausführlich. Vor dem Free-Solo liegt eine lange Phase der sportlichen und mentalen Vorbereitung. Nicht zuletzt wagt der erfahrene Kletterer ein Free-Solo an der eigenen Leistungsgrenze nur unter idealen Bedingungen und keineswegs unüberlegt oder spontan.
Für erfahrene Kletterer kann das Soloklettern eine besondere mentale Herausforderung darstellen. Die meisten Kletterer begehen manchmal Routen solo, die unter ihrer Leistungsgrenze liegen, beispielsweise wenn die "Einstiege" der Routen bis zum ersten Sicherungspunkt ohne Absicherung geklettert werden müssen.
Immer wieder kommt es zu lebensgefährlichen und tödlichen Unfällen durch unerfahrene und allzu wagemutige Kletterer, die die notwendige Vorbereitung außer Acht lassen und ihre eigenen Fähigkeiten grob fahrlässig überschätzen.
Bouldern
Bouldern ist das Klettern an Felsblöcken (engl: Boulder) in Absprunghöhe. Eine Seilsicherung ist hier nicht notwendig, zur Dämpfung von Stürzen können Matten (Crash-Pad) oder die Hilfestellung eines Sicherungspartners (Spotter) dienen. Dieser greift nur beim Sturz ein, hat aber während des eigentlichen Kletterns keinen Kontakt zum Kletternden. Beim Bouldern konzentriert sich der Kletterer vor allem auf die Ausführung einzelner, schwieriger Kletterbewegungen (Züge). Das Bouldern ist auch eine Disziplin des Sport- und Wettkampfkletterns.
Klettern in besonderem Gelände
Alpines Klettern
Das alpine Klettern ist ein Teil des Bergsteigens. Ziel ist hier meist das Erreichen des Gipfels. Bei Bergtouren ist das Klettern nur ein Teilaspekt, genau so wichtig sind Routenplanung, Ausrüstung, Beobachtung des Wetters und ähnliches. Alpine Routen können je nach Können und Geschmack frei oder technisch geklettert werden.
Die Ausrüstung unterscheidet sich vom Sportklettern darin, dass im alpinen Bereich normalerweise Halbseile statt eines Einfachseils verwendet werden und Ausrüstungsgegenstände wie Prusikschnüre, Bandschlingen und Helm obligatorisch sind.
Die Absicherung erfolgt in der Regel durch Keile und Friends, die vom Vorsteiger zu legen sind. Bohrhaken sind in vielen alpinen Routen nur selten zu finden.
Bigwall-Klettern
Das Bigwall-Klettern ist das Beklettern sehr hoher Felswände wie z. B. denen im Yosemite Valley in den USA. Da ein durchschnittlicher Kletterer für die Besteigung einer Big Wall meist mehrere Tage benötigt, sind Mitnahme von Vorräten und das Übernachten in der Wand notwendig.
Eisklettern
Eisklettern ist das Klettern an Eisformationen wie z.B. gefrorenen Wasserfällen. Die Kletterer verwenden Steigeisen und Eispickel um sich im Eis festzuhalten.
Klettersteig-Klettern
Klettersteige sind mit fest angebrachten Sicherungsmitteln wie Leitern und Stahlseilen gesicherte Kletter- oder Wanderwege. Der Kletterer ist durch eine Sicherheitsvorrichtung - dem Klettersteigset - mit dem Stahlseil oder der Leiter verbunden.
Mixed- Klettern
Mixed- Kletten ist die jüngste Spielform des Eis- (Wasserfall-) Kletterns, bei der man sich mit Eisgeräten und Steigeisen in Fels und Eis bewegt. Zum Beispiel werden überhängende Felszonen durchklettert, indem die Eisgeräte auf Felsleisten aufgelegt oder in Rissen verklemmt werden, und auf diese Art wird ein freihängender Eiszapfen errreicht und dann erklettert.
Höhlenklettern
Beim Höhlenklettern findet ein Klettern oder Abseilen häufig in beengten Situationen statt. Beim Abseilen in einer freien großen Halle in einer Höhle muss anschließend gegebenenfalls direkt am Seil ohne Wandkontakt - etwa mittels spezieller Knotentechniken und Steigklemmen - aufgestiegen werden. Heutzutage werden Knotentechniken aus Gründen der Sicherheit und Effektivität nicht mehr eingesetzt. Das Spektrum der Gefahren ändert sich beim Höhlenklettern verglichen zu anderen Kletterarten.
Diese Tatsache bringt es mit sich, dass die Geräte, Techniken, Fertigkeiten und Kenntnisse, die man zum normalen Klettern benötigt, sich im Vergleich zum Höhlenklettern unterscheiden können oder zumindest anderen Stellenwert erhalten. So sollte grundsätzlich Helm mit Lampe benutzt werden und im vollen Gegensatz zu anderen Klettervarianten ein statisches Seil nahezu ohne Dehnung, anstatt dem sonst üblichen und sonst vernünftigeren dynamischen Seil, das Sturzenergie durch Dehnung absorbiert, bevorzugt werden. Die Benutzung von Rettungstechniken - etwa Flaschenzüge und Prusik - beim normalen Klettern kann beim Höhlenklettern den Stellenwert der normalen Art der Fortbewegung bekommen, also nicht zwingend nur in Rettungssituationen Verwendung finden. Diese sind meist an statischen Seilen - fast ohne Dehnung - leichter durchzuführen.
Vgl. auch den Artikel zum Begriff der Speläologie.
Buildering/Gebäudeklettern
Das Gebäudeklettern (engl. buildering) findet - nicht selten illegal - an Fassaden und architektonischen Monumenten statt. Diese Variante, die mehr Anhänger hat als man allgemein denkt, geht nahtlos in die Amateurartistik über.
Bewertung von Kletterrouten
Die Schwierigkeiten verschiedener Kletterrouten werden durch Bewertungsskalen vergleichbar.
Der Erstbegeher einer Route bewertet ihre subjektive Schwierigkeit nach einer der regional gebräuchlichen Bewertungsskalen. In Deutschland ist zur Einteilung die UIAA-Skala üblich, die im Augenblick von 1 (extrem leicht) bis 11 (extrem schwer) reicht. Die einzelnen Grade werden noch mit Minus (leichter) und plus (schwerer) unterteilt. Im Osten Deutschlands, vor allem in der Sächsischen Schweiz und im Zittauer Gebirge, ist die in römischen Ziffern geschriebene sächsische Skala üblich, die nach oben offen ist und derzeit bis zum XII. Grad reicht; hierbei wird ab dem VII. Grad in a, b und c unterschieden. In anderen Ländern sind oft andere Schwierigkeitseinteilungen üblich.
Andere Kletterarten
Andere Kletterarten sind z.B.: Baumklettern, Speed-Climbing, Aktionsklettern oder auch Stangen- und Seilklettern (Seilklettern war zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehrfach olympische Disziplin)
Klettern und Risiko
Klettern gilt oft als eine besonders gefährliche Beschäftigung, insbesondere da es dabei immer wieder zu tödlichen Unfällen kommt. Auch die Darstellung besonders spektakulärer und daher risikoreicher Kletteraktionen in den Medien könnte zu dieser Einschätzung beigetragen haben.
Kletterer vertreten dagegen die Auffassung, dass ihre Sportart durch die korrekte Anwendung und Verbesserung der Sicherungstechnik sehr sicher ausgeübt werden kann. Die meisten Kletterer seien sehr verantwortungsbewusst und suchten beim Klettern nicht das Risiko, sondern sportliche Herausforderungen.
Tatsächlich ist die Rate der schweren Unfälle im Vergleich zur Anzahl der Kletterer gering (Weitere Informationen siehe [http://www.alpenverein.de/pdf/amicaro/pdf670.pdf Bergunfallstatistik 2000-2001]). Dies gilt insbesondere für das Sportklettern, das meist an gut abgesicherten Routen betrieben wird. Um das Risiko zu minimieren, wird dazu geraten, die Sicherheitstechnik sorgfältig zu erlernen und die anerkannten Sicherheitsregeln zu beachten. Informationen hierzu erhält man bei den Sektionen der verschiedenen Alpenvereine (http://alpenverein.de; http://www.alpenverein.at; [http://www.alpenverein.it www.alpenverein.it]; [http://www.sac-cas.ch www.sac-cas.ch]). Zusätzlich bietet der Deutsche Alpenverein seit Anfang 2005 die Möglichkeit seine Fähigkeiten beim Sichern und Klettern durch eine Prüfung bestätigen zu lassen. Wer die Prüfung besteht erhält den sog. Kletterschein Diese Regeln sind bei künstlichen Kletteranlagen meist Teil der Benutzungsordnung.
Umweltschutz
Da das Klettern traditionell in der freien Natur ausgeübt wird und Felsen oft empfindliche Ökosysteme beherbergen, kam es mit zunehmender Popularität der Sportart zu Konflikten zwischen den Bedürfnissen der Kletterer und Umweltschutzbelangen.
Vertreter des Umweltschutzes verweisen darauf, das die Felsen oft empfindliche Biotope bilden und die Heimat seltener Tiere, vor allem von Vögeln, seien. Dem Umweltschutzaspekt sei hier der Vorrang zu geben und das Erholungsinteresse der Kletterer müsse im Zweifel dahinter zurücktreten. Im Extremfall wird die Meinung vertreten, das Klettern sollte nur an künstlichen Anlagen ausgeübt werden, um die Natur so stark wie möglich zu schonen.
Viele Kletterer vertreten dagegen die Meinung, dass Umweltschutz und Klettern schon mit relativ geringen Einschränkungen für die Kletterer vereinbar sind. Gerade die Ausübung des Sportes in der freien Natur fördere eine Verbundenheit mit der Natur und das Interesse an deren Erhaltung. Bei der Einführung von Umweltschutzmaßnahmen solle man deshalb auf die Interessen der Kletterer Rücksicht nehmen. Insgesamt sollte das Klettern möglichst wenig reguliert werden und notwendige Einschränkungen (wie z.B. die Sperrung von Felsen) seien auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Die Kletterer verweisen auch darauf, dass der Umweltschutz in anderen Bereichen sehr viel stärker hinter den Interessen der Menschen zurücktreten muss, beispielsweise bei der Erschließung von Skigebieten oder Verkehrswegen.
Interessenvertretungen der Kletterer, wie der Deutsche Alpenverein (DAV), versuchen Kompromisslösungen (z.B im [http://www.alpenverein.de/pdf/amicaro/pdf631.pdf Leitbild Klettern]) zu erarbeiten, bei denen der Erhaltung von Klettermöglichkeiten ebenso Rechnung getragen wird wie dem Umweltschutz. Viele Kletterer fühlen sich allerdings von "ihrem" DAV nicht mehr repräsentiert und organisieren sich zum Bewahrung von Klettermöglichkeiten an Felsen in sogenannten Interessensgemeinschaften, IGs.
Die Lage in der Bundesrepublik ist im Augenblick uneinheitlich. Während in einigen Klettergebieten fast alle Felsen komplett gesperrt wurden - so etwa in Nordrhein-Westfalen - ist in anderen Regionen das Klettern recht ungehindert möglich. Anderswo wurden Kompromisslösungen, wie zeitlich und räumlich beschränkte Kletterverbote oder ein freiwilliger Verzicht, gefunden, so etwa in der Sächsischen Schweiz , wo gemeinsam mit der dortigen Nationalparkverwaltung Kletterkonzeptionen für alle Teilgebiete erarbeitet wurden und sich Kletterer auch aktiv an Schutzmaßnahmen - etwa durch Bewachung brütender Wanderfalken an temporär gesperrten Klettergipfeln - beteiligen.
Aktuelle Informationen findet man beim DAV, der auch eine Seite mit Kletterregelungen für alle deutschen Klettergebiete anbietet - [http://www.alpenverein.de/kleregelungen/index.php Kletterregelungen in Deutschland]
Weiteres
Klettern ist auch für die Jugend sehr interessant, da keine spezielle Ausrüstung für den ersten Start notwendig ist.
Den ersten Versuch im Fels sollte man mit einem erfahrenen Kletterer
unternehmen, und dieser sollte über das notwendige Material verfügen.
Auch weniger sportliche Kinder werden schon zu Beginn gute Erfolge erleben können.
Danach ist die Ausrüstung einmal gekauft bei guter Behandlung viele Jahre verwendbar und die Benutzung des Felsen ist kostenlos.
Der Beitritt in einen Verein ist nicht notwendig.
Wer sich gerne dem Klettern zuwenden will, kann dies auch organisiert tun, indem er einer der Sektionen des Deutscher Alpenvereins beitritt, oder einer regionalen IG Klettern. Mittlerweile gibt es flächendeckend Kletterhallen, wo das Sportklettern und das Bouldern erlernt und trainiert werden kann.
Dies ersetzt aber für viele Kletterer nie den Ausflug an die Felsen.
Den hohen pädagogischen Wert des Sportkletterns haben auch einige unserer Schulen bereits erkannt (oder den Franzosen abgeschaut) und bieten mittlerweile schuleigene Kletterwände und Unterricht im Fach Sport an.
Um sich im Fels zurecht zu finden sollte man sich einen Kletterführer zulegen. Zahlreiche Autoren haben diese topographischen Führer der einzelnen Klettergebiete mit Anfahrtsskizzen, Wegbeschreibung, Routenauflistungen und möglicherweise zu beachtenden Kletterbeschränkungen herausgegeben.
Da auch weiterhin neue Routen erschlossen und neue Felsen mit Routen versehen werden, müssen Kletterführer ständig überarbeitet werden
Diese Erschließung von Neurouten wird meist von lokal ansässigen Sportkletterern durchgeführt, die ein noch unbeklettertes Stück Fels mit Sicherungshaken versehen oder mit z.B. Klemmkeilen und Schlingen absichern. Bis zur erfolgreichen Durchsteigung dieser Neuroute bezeichnet man diese als Projekt. Üblich ist es ein Projekt durch ein kurzes Bändel im untersten Haken zu markieren, damit andere Kletter wissen, das sie diese Route noch nicht klettern können.
Nach einer erfolgreichen Durchsteigung gibt der Erstbegeher der Route einen Namen und bewertet die Schwierigkeiten, um den Wiederholern einen Anhalt über den Charakter der Route geben zu können.
Neurouten werden heute oftmals in Fachzeitschriften oder auf Internet-Kletterseiten veröffentlicht.
Klettergebiete
Wichtige Sportklettergebiete in Deutschland sind die Mittelgebirge mit Wandhöhen bis ca. 150m:
Frankenjura,
Steinwald,
Altmühltal,
Sächsische Schweiz,
Südpfalz,
Schwäbische Alb,
Donautal,
Zittauer Gebirge,
Eifel,
Thüringen uvm.
Daneben gibt es auch in den Alpen so genannte Klettergärten (meist mit Wandhöhen bis ca. 250m) oder Sportkletterrouten durch hohe Wände.
Siehe auch
Klettertechnik, Klettergebiet, Kletterseil, Klettertraining, Sicherungsgerät,
Deutscher Alpenverein (DAV),
Österreichischer Alpenverein (OeAV),
Schweizer Alpen-Club (SAC)
Weblink
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Sport/Klettern_und_Wandern/Klettern/ dmoz-Kategorie Klettern]
- [http://www.kletter-forum.de/lexicon.php Kletterlexikon]
- [http://www.alpinisten.info/sicherheit.klettern.regeln.html Die Grundregeln für sicheres Klettern]
- [http://www.einstieg.tk www.einstieg.tk eine sehr umfangreiche Kletterlinkssammlung]
- [http://www.kletterwiki.de/ http://www.kletterwiki.de/ Klettermöglichkeiten in Deutschland ]
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Kategorie:Bergsteigen
BergwachtDie Bergwacht ist eine Hilfsorganisation, die in Deutschland den Bergrettungsdienst durchführt.
In Deutschland gibt es elf Landesverbände der Bergwacht. Der einzige selbständige Verband ist die Bergwacht Schwarzwald als eingetragener Verein. Die übrigen Landesverbände sind Gemeinschaften des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). In Bayern ist sie dem Bayerischen Roten Kreuz angegliedert.
Aufgaben der Bergwacht
Die Aufgaben der Bergwacht sind vielfältig:
Leben retten
- Rettung aus alpinem und unwegsamen Gelände
- Medizinische Versorgung von Verunfallten
- Suche von vermissten Personen (siehe auch Search and Rescue)
- Rettung aus Lawinen, Schluchten und Höhlen
- Bergung von tödlich Verunfallten
- Betreuung und Unterstützung von Angehörigen (u.a. KIT Berg)
- Unterstützung des DRK bei Auslandeinsätzen
- Unterstützung des Landrettungsdienstes und Katastrophenschutz
Natur bewahren
- Durchführung von Naturschutzstreifen und Naturschutzprojekten
- Unterstützung der Naturschutzwacht und der Naturschutzbeiräte
- Unterstützung der geförderten Naturschutzprojekte (z. B. Wildtiere und Skilauf im Gebirge)
- Öffentlichkeits- und Jugendarbeit im Natur und Umweltschutz (z. B. Jugendcamp Natur)
Geschichte
Einige Münchner Männer gründeten 1920 die erste deutsche Bergwacht mit dem Ziel, Ordnung, Sitte und Anstand im Gebirge wieder herzustellen. Die ziemlich wüsten Zustände nach dem Ersten Weltkrieg in den Bergen, mit Wilderei, Hütteneinbrüchen, Vieh- und Holzdiebstählen veranlassten die Gründer sich zusammen zu schließen zum „Schutz des Berges vor den Menschen“.
1920 Kurze Zeit später gründete das Rote Kreuz den Gebirgsunfalldienst kurz GUD genannt, einen Verbund von Rotkreuz-Sanitätern.
1923 umfasst die Bergwacht bereit 3 Abteilungen, [http://www.bergwacht-muenchen.de München], [http://www.bergwacht-bayern.de/regionen.html?abschnitt=1 Allgäu] und [http://www.bergwacht-bayern.de/regionen.html?abschnitt=3 Chiemgau]. Die Bergwacht erhält die Aufgaben einer „Vororthilfsstelle für das alpine Rettungswesen“ übertragen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in der US-amerikanischen Besatzungszone die Auflösung der Bergwacht verfügt. Die Abteilungen schlossen sich dem jeweiligen Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes an. In der französischen Besatzungszone genehmigten die Behörden die Gründung der selbständigen Bergwacht Schwarzwald.
1955 schlossen sich die Bergwacht-Landsverbände auf Bundesebene zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Aus dieser entstand der Bundesausschuss Bergwacht des DRK. Die Bergwacht Schwarzwald ist in diesem Ausschuss als korporatives Mitglied vertreten.
Die Bergwacht ist heute Mitglied in der Internationalen Kommission für alpines Rettungswesen, kurz IKAR.
Landesverbände
Die Landesverbände
- [http://www.bergwacht-bayern.de Bergwacht Bayern]
- [http://www.bergwacht-harz.de Bergwacht Harz]
- [http://www.bergwacht-hessen.de Bergwacht Hessen]
- [http://www.drk-nordrhein.net/index.php?nav=2&pid=45 Bergwacht Nordrhein]
- [http://www.bergwacht-goeppingen.de/Home/Service/Bergrettung_3/Bergwacht/Bergwacht_Rheinland-Pfalz/bergwacht_rheinland-pfalz.html Bergwacht Rheinland Pfalz]
- [http://www.bergwacht-goeppingen.de/Home/Service/Bergrettung_3/Bergwacht/Bergwacht_Sachsen/bergwacht_sachsen.html Bergwacht Sachsen]
- [http://www.sachsen-anhalt.drk.de/NHG/berg.html Bergwacht Sachsen Anhalt]
- [http://bw1.schrein.com:8080/ocbws050412ts/opencms/bergwacht-schwarzwald/de/Home/index.html Bergwacht Schwarzwald e.V.]
- [http://www.lv-thueringen.drk.de/aktiv/bwacht/main.htm Bergwacht Thüringen]
- [http://www.lv-westfalen-lippe.drk.de/orga/kernaufgaben/inhalt8.html Bergwacht Westfalen Lippe]
- [http://www.bergwacht-wuerttemberg.de/ Bergwacht Württemberg]
Siehe auch
- Portal:Rotes Kreuz
- Österreichischer Bergrettungsdienst
Weblinks
- http://www.bergwacht.de/ Vom Bergwacht Schwarzwald e.V. eingerichtete Seite
- http://www.drk.de/bergwacht/index.html Startseite des DRK zum Thema Bergwacht
Kategorie:Deutsche Organisation
Kategorie:Bergrettung
Kategorie:Rotes Kreuz
Höhenrettung
Die Höhenrettung ist eine Spezialeinheit der öffentlichen Gefahrenabwehr und wird von Feuerwehr, Hilfsorganisation und Betreibern von großen Objekten (Strommasten / Energierversorger) vorgehalten. Höhenrettung ist technisch eng mit der Bergrettungsdienst und dem medizinischen Rettungsdienst verwandt. Sie ist darauf spezialisiert, Arbeiten in großen Höhen und Tiefen, stets im Seil, zu verrichten und Menschen aus exponierten Lagen zu retten.
Rettungsdienst
Typische Einsätze für diese Gruppen sind Suizidversuche, Herzinfarkte oder Schlaganfälle von Bauarbeitern, Rettungseinsätze an Hochhäusern oder Kletterunfälle.
Ein Höhenretter bei der Feuerwehr muss zusätzlich zur Feuerwehrausbildung eine 72-stündige Grundausbildung und jährlich weitere Ausbildungs- und Übungsstunden leisten. Ein Höhenretter im Rettungsdienst muss zusätzlich zu seiner Ausbildung zum Rettungssanitäter (Ausbildungsdauer 520 Stunden) oder Rettungsassistenten (Ausbildungsdauer zwei Jahre) eine 80-stündige Ausbildung zum Höhenretter absolvieren und mindestens 50 Stunden Training im Jahr nachweisen.
Seit der deutschen Wiedervereinigung sind Höhenrettungsgruppen immer weiter verbreitet.
Anerkannte Ausbildungseinrichtung ist die Brand- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge, wo Haverney und Wölke seit Jahren ausbilden und zahlreiche Lehrmedien produziert haben.
Auf EU-Ebene gibt es das Projekt EUSR und EUSR2 [http://www.eusr.org], das sich mit spezieller Rettung aus Höhen und Tiefen beschäftigt.
Weitere Schrittmacher im Bereich der Höhenrettung sind die Berufsfeuerwehren Hamburg und Stuttgart, die Bundeswehr (Winterkampfschule Mittenwald) und die Rettungsdienste (Die Johanniter in Gießen und in Oldenburg).
Aus der Industrie sind die Firmen Skylotec, Bornack und Petzl im Bereich Höhenrettung aktiv.
Weblinks
deutschen Wiedervereinigung
- [http://www.lfv-bayern.de/index-hoerg.htm Landesfeuerwehrverband Bayern]
- [http://www.fw-marl.de fw-marl.de]
- [http://www.KletterRetter.de KletterRetter: Höhenrettung im Rettungsdienst]
Kategorie:Feuerwehreinsatzart
Feuerwehr
Hier finden Sie allgemein gültige Informationen zur Feuerwehr. Spezielle Informationen zu bestimmten Feuerwehren finden Sie in den jeweiligen Länderseiten.
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Die Feuerwehr ist eine Hilfsorganisation, deren Aufgabe es ist, dem Einzelnen und der Allgemeinheit im Notfall und bei öffentlichen Notständen Hilfe zu leisten, Menschen zu retten, Tiere und Sachwerte zu bergen oder vor Schaden zu schützen, Brände zu bekämpfen und technische Hilfe zu leisten.
Da sich in den letzten Jahrzehnten die Zahl der Brände stark zurückentwickelt hat, übernimmt die Feuerwehr zunehmend Aufgaben, die über die traditionelle Brandbekämpfung hinausgehen, wie zum Beispiel Rettungseinsätze. Die Art der neu übernommenen Aufgaben und die Strukturen der Feuerwehren sind regional sehr unterschiedlich.
Organisationsformen
Eine Feuerwehr kann sein:
- eine Einrichtung der Kommune (Körperschaft des öffentlichen Rechtes).
- eine betriebliche Einrichtung (Werk- und Betriebsfeuerwehr).
- ein privates Unternehmen, das im Auftrag der Kommune oder des Betriebes die Aufgaben einer Feuerwehr wahrnimmt (beispielsweise Falck in Dänemark).
Gründe für Unterschiede in der Welt
Dänemark
Der Aufbau einer Feuerwehr ist von den ihr gesetzlich übertragenen Aufgaben abhängig. Neben dem abwehrenden Brandschutz kann die Feuerwehr auch zuständig sein für den vorbeugenden Brandschutz, die technische und allgemeine Hilfeleistung, den Rettungsdienst, sowie den Umweltschutz und den Katastrophenschutz.
Für die unterschiedlichen möglichen Einsatzarten muss die Feuerwehr entsprechend ausgestattet sein. Dies macht insbesondere eine Auswahl und Anpassung der Technik bezüglich der Topographie (z.B. Seen, Gebirge, Waldflächen) und der Bebauung (z.B. Hochhäuser, Gewerbegebiete) notwendig.
Die Leistungsfähigkeit einer Feuerwehr ist abhängig von der von ihr verwendeten Technik und vom Ausbildungsstand des Personals. Gerade Feuerwehren in Entwicklungsländern können ihre Aufgaben auf Grund fehlender Geldmittel oftmals nicht flächendeckend und nicht optimal erfüllen.
Abhängig von der Bevölkerungsstruktur und -dichte sind auch die Strukturen der Feuerwehrorganisationen. Sind es im deutschsprachigen Raum die freiwilligen Feuerwehren, die den flächenmäßig größten Teil des Brandschutzes abdecken, haben andere Länder auf Stützpunktfeuerwehren mit hauptamtlichem Personal gesetzt. Wieder andere setzen auf den Brandschutz durch militärische Strukturen.
Hauptartikel:
- Feuerwehr in Deutschland
- Feuerwehr in Luxemburg
- Feuerwehr in Lettland
- Feuerwehr in Österreich
- Feuerwehr in der Schweiz
- Feuerwehr in Südtirol
Feuerwehr in Südtirol
Aufgaben
Die Aufgabe der Feuerwehren ist die Gefahrenabwehr, der Auftrag wird in den Gesetzen der jeweiligen Staaten geregelt. International weit verbreitet, sind ihre Aufgaben in den vier Worten Retten, Löschen, Bergen und Schützen als Leitbild enthalten.
In Deutschland sind die Aufgaben: Abwehrender Brandschutz, Vorbeugender Brandschutz und Technische Hilfeleistung.
Nachfolgend werden Aufgaben, die für einen Großteil der Feuerwehren grundlegend sind, beschrieben.
Retten
Retten ist die Abwendung einer Lebensgefahr von Menschen durch Sofortmaßnahmen (Erste Hilfe), die der Erhaltung oder Wiederherstellung von Atmung, Kreislauf oder Herztätigkeit dienen und/oder Befreien aus einer Zwangslage durch technische Rettungsmaßnahmen. Tätigkeitsfelder hierfür sind z.B. Feuer, Überschwemmungen oder Verkehrsunfälle.
Löschen
Verkehrsunfälle
Das Löschen ist die älteste Aufgabe der Feuerwehr. Bei diesem so genannten abwehrenden Brandschutz werden unterschiedlichste Brände mit Hilfe der technischen Feuerwehrausrüstung bekämpft.
Im Laufe der Zeit ist jedoch die Zahl der Brandbekämpfungen weltweit zurückgegangen. Aufgrund der zunehmenden Aufgabenvielfalt der Feuerwehr nehmen die Technischen Hilfeleistungen stark zu und die Feuerwehr entwickelt sich zur Hilfeleistungsorganisation.
Bergen
bekämpft
Die Feuerwehr kann weiterhin für das Bergen von Sachgütern, Tieren oder Toten, zum Beispiel bei Hochwasser, technischen Hilfeleistungen wie das Auspumpen von Kellern, Hilfe bei Verkehrsunfällen und Unwettern verantwortlich sein.
Schützen
Zum vorbeugenden Brandschutz kann die Bereitstellung von Brandsicherheitswachen bei öffentlichen Veranstaltungen und die Kontrolle von Hydranten und Löscheinrichtungen gehören. Der vorbeugende Brandschutz ist eine wichtige Einrichtung, um Brände im Vorfeld zu vermeiden und die Bevölkerung schon im Kindesalter auf Gefahren aufmerksam zu machen und das richtige Verhalten in Notsituationen aufzuzeigen. So wird Brandschutzerziehung in Kindergärten und Grundschulen durchgeführt. Besonders in Industrienationen wird dem Betriebsbrandschutz immer mehr Augenmerk geschenkt, sei es durch eigene betriebliche oder auch durch öffentliche Feuerwehren.
Grundschule
Darüber hinaus wird die Feuerwehr im Rahmen behördlicher Baugenehmigungsverfahren größerer Bauvorhaben häufig hinzugezogen und um Stellungnahme gebeten (Stellungnahmeersuchen).
Außerdem kann die Feuerwehr aktiven Umweltschutz betreiben, wie die Eindämmung von Ölunfällen, Beseitigung von Ölspuren auf Straßen und Eindämmung chemischer, biologischer und atomarer Gefahren (siehe Gefahrgut).
Auch bei der Erstellung von Alarmplänen oder bei verschiedenen Genehmigungsverfahren kann es nötig sein, die Feuerwehr heranzuziehen. Weiterhin bringt die Feuerwehr bei der Erstellung von Standards in verschiedenen Fachgebieten ihre Erfahrung und Verbesserungsvorschläge ein.
Allgemein
Um einem alten Vorurteil gegenüber der Feuerwehr, das besagt Was das Feuer nicht kaputt machte, erledigte das Löschwasser entgegenzuwirken, musste auch die Feuerwehr ihre Arbeitsweise bei allen Einsatzarten ändern, um professioneller zu arbeiten. Es muss bei jeder Art von Einsätzen darauf geachtet werden, dass nicht nur die unmittelbare Gefahr gebannt wird, sondern auch die Folgeschäden (u. a. verursacht durch Rauch und Löschwasser), die oft wesentlich die Primärschäden übersteigen, möglichst gering zu halten. Dadurch wirkt ein Einsatz oft wesentlich unspektakulärer als früher, weil nicht mehr nur die Geschwindigkeit sondern auch ein überlegtes, manchmal langsamer erscheinendes Handeln zählt.
Geschichte
Standard]]
Standard]
Bereits die alten Ägypter hatten die ersten organisierten Feuerlöscheinheiten.
Im Römischen Reich entstanden Millionenstädte wie Rom. Die Häuser waren meist mehrstöckig und standen sehr eng beieinander, auch die Gassen waren sehr eng. Vielfach wurden hölzerne An- und Vorbauten an den Häusern errichtet. Etliche Male vernichteten Feuersbrünste ganze Stadtteile von Rom.
Im Jahr 21 v. Chr. wurde eine erste Feuerwehr mit 600 Sklaven gegründet.
Siehe auch: Feuerwehren im Römischen Reich
Schon im Mittelalter waren die Gemeinden verpflichtet, den Brandschutz aufzubauen. So wurden zuerst die Innungen und Zünfte dazu verpflichtet im Notfall einzugreifen. Da sehr viele Gebäude Fachwerkbauten aus Holz waren und oft innerhalb der Stadtmauern auf engstem Raum errichtet wurden, kamen Großbrände, bei denen ganze Stadtviertel abbrannten, sehr oft vor.
Es wurden auch erstmals Feuerknechte in den Feuerlöschverordnungen verankert, so dass von den ersten Berufsfeuerwehren gesprochen werden kann, wie zum Beispiel in Wien 1685.
Die feuerwehrtechnische Ausrüstung war in der vorindustriellen Zeit auf einfache Hilfsmittel wie Eimer, Leitern oder Einreißhaken beschränkt. Im 17. Jahrhundert wurde der Schlauch erfunden, der zuerst aus genähtem Leder angefertigt wurde; später wurde das Leder vernietet.
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden noch Handpumpen, sogenannte Feuerspritzen verwendet, die von Pferden oder der Löschmannschaft an die Einsatzstelle gezogen wurden.
Mit der Erfindung des Verbrennungsmotors verbesserte sich auch die Ausrüstung der Feuerwehren erheblich: Motorspritzen und selbstfahrende Feuerwehrfahrzeuge erhöhten die Leistungsfähigkeit um ein Vielfaches.
In den USA wurden erst Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten, privatwirtschaftlich organisierten, Berufsfeuerwehren gegründet. Teilweise wurden nur Häuser, die die Plakette eines solchen Unternehmens trugen, gelöscht.
Hauptartikel: Geschichte der Feuerwehr und Feuerwehren im Römischen Reich
Ausrüstung
Feuerwehren im Römischen Reich]
Feuerwehren im Römischen Reich]
Zur Erfüllung der ihr übertragenen Aufgaben verfügt die Feuerwehr in der Neuzeit über eine Vielzahl von technischem Gerät, dies umfasst neben den Feuerwehrfahrzeugen auch deren Beladung und die persönliche Ausrüstung eines jeden Feuerwehrmannes, die in einer so genannten Feuerwache untergebracht sind. Darüber hinaus kommen bei der Feuerwehr auch Kommunikationssysteme, wie das BOS-Funksystem und Technik zur Alarmierung der Feuerwehrangehörigen zum Einsatz.
In manchen Ländern gehören auch Rettungshunde zur Feuerwehr. Sie werden hauptsächlich im Katastrophenhilfsdienst nach Erdbeben oder anderen Katastrophen, aber auch bei der Suche nach einzelnen vermissten Personen eingesetzt.
In einigen Ländern ist die Feuerwehr auch für den Rettungsdienst zuständig und hält somit entsprechende Fahrzeuge und Geräte vor. In Deutschland wird diese Aufgabe überwiegend im Bereich von Berufsfeuerwehren wahrgenommen.
Struktur
Die Feuerwehr muss nach bestimmten Kriterien in Einheiten strukturiert sein, damit die Mitglieder der Feuerwehr möglichst effizient zusammen arbeiten können. In einigen Ländern wurden die Strukturen vom dortigen Militär übernommen, in anderen Ländern wurden neue Strukturen geschaffen.
Hauptartikel: Feuerwehreinheiten
Ausbildung und Dienst
Da die Feuerwehren einerseits effektiv und professionell arbeiten sollen, andererseits auch der Selbstschutz nicht zu kurz kommen darf, ist eine gute Ausbildung notwendig. Deshalb müssen Lehrgänge, Übungen und Dienste von den Feuerwehrleuten besucht werden. Der größte Teil der Ausbildung erfolgt in so genannten Feuerwehrschulen.
Außerdem muss eine körperliche und geistige Eignung vorhanden sein. Diese kann je nach Gesetzeslage durch ärztliche Tests und Untersuchungen festgestellt werden.
ärztliche Tests und Untersuchungen]]
ärztliche Tests und Untersuchungen
Durch die verstärkte Technisierung der gesamten Gesellschaft ist die Art der Einsätze wesentlich komplizierter geworden. So werden immer mehr Spezialisten benötigt. Aus diesem Grund bilden sich in manchen Feuerwehren Schwerpunkte heraus, wie zum Beispiel im Chemiebereich oder im Strahlenschutz. Diese Feuerwehren können andere mit Fachleuten unterstützen.
Der aktive Dienst kann in einigen Ländern schon mit 16 Jahren beginnen, in anderen Ländern erst ab 18. Da der Dienst körperlich sehr viel abverlangt, gibt es auch bei Freiwilligen ein bestimmtes Höchstalter. Meist endet er mit dem Erreichen des 60. oder 65. Lebensjahres.
Der Übungsbetrieb ist nicht leicht durchzuführen da die Übungssituationen möglichst realistisch sein sollen, und es nicht einfach möglich ist Übungsobjekte anzünden oder Fahrzeuge zu zerschneiden. Noch schwieriger wird es, wenn es um Menschenrettung geht. So bleibt jede Übung nur ein Trockentraining,das den Feuerwehrleuten in Fleisch und Blut übergehen muss, um im Ernstfall richtig entscheiden zu können. Nur in sehr wenigen Fällen können so genannte Heißübungen durchgeführt werden; diese sind jedoch sehr wichtig um Feuerwehrpersonal an den Umgang mit dem Feuer zu gewöhnen.
Da auch sehr viel theoretisches und rechtliches Wissen abverlangt wird, finden zusätzlich zu den zahlreichen praktischen Übungen auch theoretische Unterrichtseinheiten statt, in der Regel während der kalten Jahreszeit.
Um in den einfachen Handgriffen sattelfest zu werden, werden regelmäßig Feuerwehrleistungsbewerbe durchgeführt, die schon nahe dem Leistungssport liegen. Sie werden bis zu Weltmeisterschaften durchgeführt.
Jugendarbeit
Weltmeisterschaften
In vielen Ländern gibt es Abteilungen der Feuerwehr, die sich speziell um die Anwerbung von jungen Menschen kümmern. Damit können sie leichter Nachwuchs rekrutieren, andererseits fällt ihnen auch bei der Jugenderziehung eine verantwortungsvolle Tätigkeit zu.
Hauptartikel: Jugendfeuerwehr
Kameradschaft
Jugendfeuerwehr]
In der Öffentlichkeit ist die Feuerwehr auch durch ihre Kameradschaft bekannt. Da Feuerwehrleute sich während ihrer Einsatztätigkeit aufeinander verlassen müssen und unter Umständen einander ihr Leben gegenseitig anvertrauen, ist eine ausgeprägte Vertrauensbasis wichtig. Das soziale Miteinander und das oft starke Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Feuerwehrleuten wird als Kameradschaft bezeichnet. Vor allem bei den freiwilligen Feuerwehren hält diese Kameradschaft auch über den aktiven Dienst hinaus und manifestiert sich in gemeinsamer Freizeitgestaltung.
Gerade in kleinen Orten ist die Feuerwehr häufig ein gesellschaftlicher Mittelpunkt. Der Prozentsatz, den die Feuerwehrkameraden an der Ortsbevölkerung stellt, ist in diesen Orten wesentlich höher als in städtischen Gebieten. Oft hat die Mitgliedschaft in der Feuerwehr Familientradition. Die meisten Feuerwehrleute verlassen nach Ende ihre aktiven Dienstzeit die Wehr nicht einfach, sondern wechseln in die Seniorengruppe, die - regional unterschiedlich - Alters-, Reserve- oder Ehrenabteilung genannt wird. | | |