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Beringia

Beringia

Beringia (nicht zu verwechseln mit der Beringbrücke) war eine durchgängige Landbrücke zwischen Nordamerika und Asien, über welche vermutlich die ersten Menschen von Asien nach Nordamerika einwanderten.

Geographie

Beringia befand sich an der Stelle der heutigen Beringstraße, dem nördlichen Abschluss des Beringmeers, und lag somit zwischen der Westküste des heutigen Alaskas (USA) und der Ostküste des heutigen Sibiriens (Russland). Die Landbrücke war Teil eines 34 Mio. km² umfassenden Gebietes, das vom Fluss Lena in Ostsibirien bis zum Mackenzie River in Alaska reichte und somit einen Teile des Nordpolarmeers einnahm.

Geschichte

Noch vor ungefähr 10.000 Jahren, als die letzte Eiszeit zu Ende ging und der Meeresspiegel noch weit abgesunken war, befand sich am nördlichen Abschluss des Beringmeers (der heutigen Beringstraße) die durchgängige Landbrücke Beringia, welche die vorgenannten Kontinente miteinander verband. Damals war der Meeresspiegel durch die Eismassen, die große Wassermengen der Ozeane in sich banden, um bis zu etwa 125 m abgesunken, so dass eine rund 40 bis 50 km breite und bis zu 85 km lange, wellenartige Landschaft entstand, welche die beiden Festländer miteinander verband. Dort entwickelte sich eine Grassteppe - wegen ihrer spezifischen Besonderheiten auch Mammutsteppe genannt -, über die Menschen - abgesehen von eventuellen Bächen und Flüssen, die sie zu überqueren hatten - trockenen Fußes von der einen zur anderen Küste gelangen konnten. Lange Zeit galt diese versunkene Landbrücke als der Weg, über den die ersten Einwanderer nach Amerika gelangten. [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/254984.html Neuere Forschungen] lassen jedoch vermuten, dass bereits vor 40.000 Jahren Menschen in Amerika lebten. Nach einer noch unbestätigten genetischen Studie der Rutgers University in New Jersey, stammen alle Indianer Amerikas von nur etwa 70 Vorfahren ab, die während der letzten Eiszeit vor etwa 14.000 bis 12.000 Jahren aus Asien über die Landbrücke auf das nordamerikanische Festland einwanderten. Zu dieser Zeit war die heutige Beringstraße eine bemerkenswert fruchtbare Graslandschaft, die von vielen Großtieren wie Mammut, Wollnashorn, Rentier und Moschusochse besiedelt wurde. Die jagenden Nomadenvölker folgten den riesigen Herden und erreichten auf diese Weise die Neue Welt. Neben Beringia befand sich an der Südseite des Beringmeers die teils durch tiefe Meerbereiche unterbrochene Beringbrücke, über die damals - nach heute gängigen Theorien - ebenfalls Einwanderer nach Nordamerika gelangt sein könnten. Kategorie:Historische Geologie ko:베링 육교

Landbrücke

Ein Isthmus (aus dem Griechischen ισθμός, isthmos, Plural isthmi) ist ein relativ schmaler Streifen Land, der zu beiden Seiten von Wasser begrenzt ist und zwei größere Landmassen miteinander verbindet. Auch die Bezeichnungen Landenge oder auch Landbrücke sind gebräuchlich. Der eigentliche Isthmus ist die Stelle, an der die Breite des Landstreifens am geringsten ist. Ein Isthmus ist oft eine geeignete Stelle für den Bau von Kanälen, da hier die durch den Kanal zu überwindende Distanz am geringsten ist. Herausragende Beispiele hierfür sind der Suezkanal und der Panamakanal, die beide die Länge von bestimmten Schifffahrtsverbindungen drastisch reduzieren. Früher waren Isthmen bevorzugte Stellen um Schiffe von einem Meer zum anderen über Land zu schleifen. So hatte schon Thukydides (3,15) bezeugt, dass Schiffe über den Isthmus von Korinth gezogen wurden. Auch Odysseus Spruch "...Schiff werden einen Weg hinaufgeschleift; alle haben nämlich jeder für sich ein Gestell" (6,264-265) könnte sich gut, nach einer gängigen Theorie, auf den Isthmus von Kalabrien (Landenge von Tirolo) beziehen, wo unter Ausnutzung der Flüsse eine nur 3500 m lange Landenge vom Thyrenischen Meer zum Ionischen zu überwinden war. Während der Isthmus die geeignete Stelle ist Land zu überwinden, ist die Landbrücke die geeignete Stelle, um von einer Landmasse zur anderen zu gelangen.

Beispiele


- Isthmus von Korinth
- Isthmus von Panama
- Isthmus von Sues
- Isthmus von Guatemala
- Isthmus von Tehuantepec
- Isthmus von Kra
- Isthmus zwischen Nord- und Ostsee

Literatur

Armin Wolf, Hatte Homer eine Karte? Karlsruhe 1997. ISBN 3-89063-009-X Kategorie:Geographie ja:地峡

Asien

Asien ist der zentrale-südliche und östliche Teil Eurasiens.

Begriff

Das Wort Asien (Asia) stammt aus dem Assyrischen und bedeutet Sonnenaufgang. Es entspricht also dem lateinischen Wort Orient oder dem deutschen Morgenland. Der vor dem Zweiten Weltkrieg gebräuchliche Begriff Fernost wird heute selten verwendet, da er eine eurozentristische Weltsicht widerspiegelt. Das chinesische Zeichen 亞 (Kurzzeichen 亚, Pinyin yà) ist eine klangliche Adaption und bedeutet ursprünglich das Zweite, subordiniert.

Innereurasische Grenze

Aus historischen Gründen werden Europa und Asien in Europa (teilweise nicht jedoch in Asien!) als verschiedene Kontinente betrachtet. Das Ural-Gebirge, der Ural-Fluss, das Kaspische Meer, der Kaukasus, das Schwarze Meer sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen bilden u.a. die Grenze von Europa und Asien (siehe Eurasien).

Lage und Küstengliederung

Eurasien Asien liegt mit seiner kontinentalen Landmasse bis auf die Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien ganz in der östlichen Hemisphäre, nördlich des Äquators. Nur die südöstlichsten Inseln (Teile Indonesiens) befinden sich auf der Südhalbkugel der Erde. Der nördlichste Punkt der Landmasse ist das Kap Tscheljuskin auf der Taimyr-Halbinsel (Sibirien) 77° 40' n. Br., der südlichste Punkt der Landmasse ist die Spitze der Malaiischen Halbinsel (Kap Buru) 1° 16' n. Br. Westlichster Punkt ist das Kap Baba in Kleinasien 26° 4' westl. L., der östlichste Punkt ist auf Kap Deschnjow (an der Nordostspitze von Sibirien) 169° 44' westl. L. Die Küstenlänge Asiens beträgt etwa 82.300 km, davon entfallen auf den Arktischen Ozean 15.900 km, auf den Pazifischen Ozean 27.300 km, auf den Indischen Ozean 33.600 km und auf das Mittelmeer einschließlich Schwarzes Meer 5.500 km. Die Küsten verlaufen im Norden, Osten und Süden. Im Westen bildet das Mittelmeer nur teilweise die Landbegrenzung. Mit Afrika verbindet sich Asien nördlich des Roten Meeres über die Halbinsel Sinai (Landenge von Sues, 145 km breit) und mit Europa bildet die Strecke zwischen dem Karischen Golf und dem Kaspischen Meer eine 2.700 km lange Grenze. Ganz im Osten bildet die Beringstraße mit einer Breite von etwas mehr als 80 km eine Grenze zu Amerika. Im Südosten bildet die Inselwelt des Indonesischen Archipels eine Verbindung zu Australien. Der riesigen Landmasse sind zahlreiche größere Halbinseln vorgelagert. Im Westen Kleinasien (Anatolien) (früher wurde auch die Insel Zypern hinzugerechnet), im Süden die Arabische Halbinsel zwischen dem Roten Meer und dem Persischen Golf, Indien zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Bengalen (mit der vorgelagerten Insel Sri Lanka) und im Südosten Hinterindien zwischen dem Golf von Bengalen und dem Chinesischen Meer. An der Ostküste Asiens zeigen sich mehrere südwärts gerichtete Halbinseln mit vorgelagerten Inselreihen. Dies sind Korea und Kamtschatka mit den Kurilen, Sachalin und den Inseln Japans: Hokkaidō, Honshū, Shikoku und Kyūshū. Im Norden ist die sibirischen Küste mehr durch die Mündungen mächtiger Ströme geprägt.

Einwohner und Größe

Asien ist mit etwas mehr als 44 Mio. km² der flächenmäßig größte Erdteil, der von mehr als der Hälfte der Erdbevölkerung (etwa 3,5 Milliarden Menschen) bewohnt wird. In der [http://www.datenbank-asien.de Datenbank Asien] sind Informationen zu vielen Ländern Asiens zu finden.

Geschichte

Asien ist die Wiege zahlreicher Kulturen, beispielsweise in China, in Indien sowie Babylonien und Assyrien in Vorderasien. Alle großen Weltreligionen (auch das Christentum, das Judentum und der Islam) sind in Asien entstanden. Asien und Europa verbindet eine Lange Tradition an Kriegen (beispielsweise Alexander der Große, die Perserkriege, die Kreuzzüge, die Einfälle der Hunnen und der Türken) und an Entdeckungsreisen (beispielsweise Sven Hedin). Asien ist seit jeher von Großreichen geprägt und nicht so zersplittert wie Europa. Die chinesische Kultur hat in der Welt, vor allem jedoch in Ostasien, ihre Spuren hinterlassen (Papier, Buchdruck, Kompass, Seide, Porzellan uvm.). Aus Indien hat sich der Buddhismus verbreitet. Nordasien (insbesondere Sibirien) blieb lange Zeit nahezu unbesiedelt, erst als sich das Russische Reich weiter ausdehnte, wurden dort größere Städte gegründet. Zentralasien war traditionell die Heimat von Steppenvölkern (Reitervölker), (beispielsweise den Mongolen), die in früheren Zeiten eine Bedrohung für Europa darstellten. Der Nahe Osten ist seit dem 7. Jahrhundert vom Islam geprägt und hat einen stark prägenden Einfluss auf Nordafrika gehabt.

Politische Einteilung nach Regionen

Nordafrika

Zentralasien


- Afghanistan
- Kasachstan
- Kirgisistan
- Mongolei
- Tadschikistan
- Turkmenistan
- Usbekistan siehe auch: Turkstaaten

Nordasien


- Russland (Sibirien)

Ostasien


- Volksrepublik China
  - Hongkong (Sonderverwaltungszone)
  - Macao (Sonderverwaltungszone)
- Japan
- Korea
  - Nordkorea
  - Südkorea
- Taiwan (Republik China)

Südostasien


- Brunei
- Indonesien
- Kambodscha
- Laos
- Malaysia
- Myanmar (früher Burma)
- Philippinen
- Singapur
- Thailand (früher Siam)
- Timor-Leste
- Vietnam :Siehe auch: Tigerstaaten

Südasien


- Bangladesch
- Bhutan
- Indien
- Malediven
- Nepal
- Pakistan
- Sri Lanka (früher Ceylon)

Vorderasien


- Armenien
- Aserbaidschan
- Bahrain
- Georgien
- Irak
- Iran
- Israel
- Jemen
- Jordanien
- Katar
- Kuwait
- Libanon
- Oman
- Palästinensische Autonomiegebiete
- Saudi-Arabien
- Syrien
- Türkei
- Vereinigte Arabische Emirate
- Zypern

Regionale Organisationen


- ASEAN
- ASEM
- ADB - Asia Development Bank
- AHRC - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission]

Siehe auch


- Portal Asien
- Kleinasien
- Naher Osten
- Liste asiatischer TV-Programme in Europa

Weblinks


- [http://www.inasien.de Magazin „in Asien!“]
- [http://www.Kultur-in-Asien.de Kultur in Asien: Kunst, Religion, Kult, Feste, Kalender, Architektur, Geschichte (von Dr. Bernhard Peter)] (ein breit angelegtes Informationsforum über verschiedene asiatische Länder, das Essays, Photogalerien und Reiseberichte vereint)
- [http://www.zmag.org/asiawatch/asiawatch.cfm ZNet's Resource on Asia (engl.)]
- [http://www.weltkarten-landkarten.de/landkarten/asien/d_default.asp Umfangreiche Landkartensammlung von Asien]
- [http://www.askasia.org/ a resource of the Asia Society (engl.)]
! Kategorie:Kontinent ja:アジア ko:아시아 ms:Asia simple:Asia th:ทวีปเอเชีย zh-min-nan:A-chiu


Beringstraße

Die Beringstraße ist eine Meerenge zwischen dem östlichsten Punkt (169° 44' W) des asiatischen und dem westlichsten Punkt des amerikanischen Kontinents (168° 05' W) und somit zwischen Russland und den USA (Alaska). Die ungefähr 85 km breite und durchschnittlich nur etwa 30 bis 50 m tiefe Meerenge verbindet die Tschuktschensee (ein kleines Randmeer des Arktischen Ozeans) im Norden mit dem Beringmeer (Randmeer des Pazifischen Ozeans) im Süden. Sie ist benannt nach Vitus Bering, einem Entdecker aus Dänemark, der die Meerenge 1728 durchfuhr. Durch die Beringstraße, in der sich die Diomedes-Inseln befinden, verläuft die globale Datumsgrenze. Nur zeitweise, wenn die Temperatur unter -70 Grad Celsius fällt, ist die Beringstraße zugefroren. Noch vor etwa 10.000 Jahren, als die letzte Eiszeit zu Ende ging, war die Beringstraße eine Landbrücke - Beringia genannt - zwischen den beiden Kontinenten. Diese verband die beiden Festländer miteinander - so dass die ersten Menschen - nach heute gängigen Theorien - nach Nordamerika gelangt sein könnten.

Entdeckung

Zum Ende der Herrschaft Peters des Großen befand sich ganz Sibirien in russischem Besitz. Die Frage, ob es eine Landverbindung zwischen Sibirien und Amerika gab, war noch ungeklärt. Der Zar beauftragte den dänischen Seefahrer Vitus Jonassen Bering damit, den Sachverhalt festzustellen. Bering durchquerte 1725 Sibirien auf dem Landweg und erreichte die Halbinsel Kamtschatka. 1728 segelte er von hier aus nach Norden und erreichte das Nordpolarmeer, ohne auf Land gestoßen zu sein. Am 15. August 1728 jedoch gab Bering aufgrund schlechten Wetters das Wendemanöver. Bei 67°18´ nördlicher Breite kehrte Bering um. Er hatte die später nach ihm benannte Meeresenge zwar schon durchquert, den letzten Beweis dafür, dass es keine Landverbindung zwischen Asien und Nordamerika gibt blieb er jedoch schuldig. Dies war ein Grund dafür, dass Bering fünf Jahre später zur Zweiten Kamtschatka-Expedion, die auch als Große Nordische Expedition bekannt wurde, aufbrach. Zu Ehren des Entdeckers wurde die Meerenge Beringstraße und das Meer südlich davon Beringmeer genannt. Im Rahmen der der Großen Nordischen Expedition (1733-43) entdeckte der deutsche Historiker Professor Gerhard Friedrich Müller, Mitglied der Petersburger Akademie der Wissenschaften, dass Bering 1728 keineswegs der erste Seefahrer war, der die Beringstraße durchfahren hatte. Im Archiv der Jakutsker Kanzlei fand er Belege dafür, dass schon Jahre vorher, der Pelztierjäger und Händler Semjon Deshnew mit seinen Leuten die Meerenge zwischen den beiden Kontinenten durchfahren hatte. Deshnew war vom nordsibirischen Fluß Kolyma um das Ostkap herum durch die Berigstraße zum Anadyr gefahren, um hier die noch unberührten Jagdgründe auszubeuten. Nach Deshnew burde später ein Kap im Nordmeer benannt. Siehe auch: Polarkreis

Brückenprojekt

Seit einigen Jahren wird der Bau einer Brücke über die zwar 85 km breite aber durchschnittlich nur etwa 30 bis 50 m tiefe Meerenge geplant.

Weblinks


- [http://biology.plosjournals.org/perlserv/?request=get-document&doi=10.1371/journal.pbio.0030193 Originalartikel der Rutgers University über die Erstbesiedelung Amerikas (auf Englisch)]
- [http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/9/0,1872,2054377,00.html Artikel im ZDF]
- [http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/sven.kessler/twr.htm Hausarbeit von Sven Kessler]
- [http://www.arctic.net/~snnr/tunnel/index.html Projektsite von George Koumal] Kategorie:Meerenge ja:ベーリング海峡 ko:베링 해협

Alaska

Alaska [] (aleut. alyeska: Großes Land) ist der flächenmäßig größte (etwa 20 %) und nördlichste und westlichste Bundesstaat der USA sowie die größte Exklave der Erde.

Geographie

Lage

liegt als geographisch getrennter US-Bundesstaat im äußersten Nordwesten Nordamerikas. Es grenzt im Osten an das kanadische Territorium Yukon, im Süden an den Golf von Alaska im Pazifischen Ozean, im Westen an das Beringmeer, die Beringstraße und den Tschuktschensee sowie im Norden an die Beaufortsee im Nordpolarmeer.

Landesgestalt / Gebirge / Berge

Im Südwesten von Alaska liegt die schmale Alaska Peninsula, an die sich die Alëuten anschließen; sowohl auf der Halbinsel als auch auf der langgestreckten Inselkette befindet sich die Alëutenkette, die im Mount Redoubt bis 3.109 m hoch aufragt. Im nördlichen Mittelteil des US-Bundesstaats befinden sich die Berge der Alaskakette, zu der auch der Mount McKinley - mit 6.194 m der höchste Berg dieser Kette und Nordamerikas - gehört. Im arktischen Norden erhebt sich die Brookskette, die bis 2.749 m hoch aufragt. Im Südwesten ragen die Wrangell Mountains im Mount Blackburn bis 4.996 m, die Waxell-Barkley Ridge bis 3.261 m und die an Kanada grenzenden Saint Elias Mountains mit dem in Alaska liegenden Mount Saint Elias bis 5.489 m hoch auf. Im äußersten Südosten liegt der Alaska Panhandle (Landzipfel), ein schmaler Streifen entlang des Pazifiks, westlich der kanadischen Provinz Britisch-Kolumbien, dessen Orte größtenteils nur per Schiff/Flugzeug zu erreichen sind. Dort liegt auch die Hauptstadt Juneau. Die restlichen Gebiete Alskas sind von teils sehr dicht bewaldeten Hügelländern und zahllosen Fjorden an der Küste gekennzeichnet. Alaska besteht aus drei landschaftlichen Großräumen: der Gebirgskette entlang der gesamten südlichen Pazifikküste, der Yukon-Niederung mit seinem Berg- und Hügelland sowie der Küstenebene am Nordpolarsee. Das Gebirgssystem entlang der Pazifikküste ist ein geologisch instabiles Gebiet, in dem es gelegentlich zu Vulkanausbrüchen und Erdbeben kommt. Die Südseite dieses Gebirgssystems ist stark vergletschert: Der Malaspina im Südosten Alaskas nahe der Küste am Golf von Alaska ist mit 4.275 km² der größte außerpolare Gebirgsgletscher der Erde. An seiner dicksten Stelle weist der etwa 100 km lange und bis 65 km breite Gletscher eine Mächtigkeit von mehr als 600 m auf. Zum mittleren Teil des Bundesstaates gehören die Niederungen des Yukon und des Kuskokwim River. Die Küstenebene im Norden fällt von der Brookskette allmählich zum Nordpolarmeer ab. Auf dem Gebiet von Alaska befinden sich Tausende Seen, die größten davon (Becharof, Iliamna, Naknek und Ugashik) befinden sich auf der Alaska Peninsula bzw. am Übergang des Festlands zu dieser Halbinsel.

Der größte Fluss

Der größte Fluss bzw. Strom des Landes ist der Yukon, der in den kanadischen Rocky Mountains entspringt und die Mitte Alaskas in Richtung Westen fließend durchschneidet und in das Beringmeer mündet.

Die größten Städte

Neben der Hauptstadt Juneau sind Anchorage und Fairbanks wichtige Städte.
- Liste der Städte in Alaska

Zucht und Anbau

Nur in den Flusstälern (beispielsweise am Yukon) sind Anbaugelegenheiten möglich. Angebaut werden Getreide, Gemüse und Futterpflanzen, wobei es nur sehr wenige Anbauflächen gibt. Gezüchtet werden vorwiegend Pelztiere.

Industrie und Wirtschaft

Wegen der großen Waldgebiete ist die Holz- und Papierindustrie eine wichtige Einnahmequelle. In den Bergen wird Gold, Kupfer, Silber, Blei, Zinn und Eisen abgebaut. In der Fischerei wird überwiegend Lachs und Kabeljau exportiert. In gibt es Kohlevorkommen und eine 1968 entdeckte Erdöllinie. Dies lässt Alaska und der Trans-Alaska-Pipeline eine wichtige Rolle auf dem Welt-Rohölmarkt zukommen.

Bevölkerung

hat 655.435 Einwohner (Stand: 2004), davon sind 69,3 % Weiße, 15,6 % Indianer, ca. 50.000 Inuit, Aleuten und Indianer (höchster Prozentsatz in den USA), 4,1% Hispanics, 4,0 % Asiaten, 3,5 % Afroamerikaner, 0,5 % Hawaiianer und von anderen Pazifkinseln. Es gibt 221.600 Haushalte.

Verkehr

Nur sehr wenige befestigte Straßen erschließen den riesigen Bundesstaat. Seit 1942 gibt es den Alaska Highway, der Alaska mit dem US-amerikanischen Festland verbindet. Ebenfalls von Bedeutung ist der Alaska-Marine-Highway - eine Fährverbindung von Bellingham im US-Bundesstaat Washington bis zu den Aleuten - der zahlreiche Ortschaften entlang der Inside Passage // ansteuert.

Ökologie

siehe Arctic National Wildlife Refuge

Geschichte

Besiedlung und Ureinwohner

Arctic National Wildlife Refuge] Alaska war der erste Teil des amerikanischen Kontinents, der von Menschen besiedelt wurde. Aus Sibirien kommend, erreichten die ersten Nomaden die Gegend vor etwa 16.000 bis 12.000 Jahren über die damals noch bestehende Beringia, eine Landbrücke zwischen Asien und Nordamerika. Erst mit dem Ende der Eiszeit hob sich der Meeresspiegel, und vor rund 10.000 Jahren wurden die beiden Kontinente durch die heutige Beringstraße getrennt. Zunächst verhinderte noch eine Eisbarriere ein weiteres Vordringen, erst nach einer zwischenzeitlichen Warmzeit öffnete sich ein Korridor und ermöglichte die Besiedlung des amerikanischen Doppelkontinents. Die heutigen Indianerstämme der Südostküste (Tlingit, Haida, Tsimshian) und des Inlandes (Athabasca) sind Nachfahren dieser ersten Siedler, die Inuit (Inupiat, Yupik) stammen von einer späteren Siedlungswelle ab. Die Vorfahren der heutigen Unangan besiedelten die Aleuten vor rund 4000 Jahren von Sibirien aus. Diese Völker gehören verschiedenen Kulturarealen an und haben entsprechend erheblich verschiedene Sozialstrukturen, religiöse und kulturelle Eigenheiten. Einige Stämme der Pazifikküste sind vor allem für ihre reichhaltige Schnitzkunst bekannt, die sie sich bis in die heutige Zeit bewahrt haben.

Russische Kolonisation

Der erste Europäer, der Alaska sichtete, war möglicherweise der russische Entdecker Semjon Iwanowitsch Deschnjow, der 1648 die Tschuktschenhalbinsel umschiffte und so die These widerlegte, dass Amerika und Asien zusammenhängen. 1728 und 1729 scheiterte der im Auftrag des russischen Zaren segelnde Däne Vitus Bering bei dem Versuch, Alaska zu erreichen. Erst 1741 gelang das Unterfangen im Ramen der Zweiten Kamtschatka-Expedition. Den ersten Landgang unternahm am 15. Juli des Jahres allerdings der Russe Aleksei Tschirikow, Kapitän der St. Paul, des zweiten Schiffs von Berings Expedition, in der Nähe des heutigen Sitka. Bering erreichte tags darauf die Küste rund 600km weiter nördlich - die Schiffe waren zuvor bei einem Sturm getrennt worden. Auf der Rückfahrt musste die St. Peter, das Schiff Berings auf der später nach ihm benannten Insel anlanden, wo er am 19. Dezember 1741 verstarb. Der Rest der Besatzung kam im August 1742 wieder im Ausgangshafen, dem heutigen Petropawlowsk auf Kamtschatka, an. Von Bedeutung waren bei dieser Expedition auch die Beobachtungen des Botanikers und Zoologen Georg Wilhelm Steller, der einige amerikanische Tier-und Pflanzenarten erstmals beschrieb, darunter auch die nach ihm benannte und heute ausgerottete Stellersche Seekuh. Ab 1745 ergründeten die Russen ihre spätere Kolonie Russisch-Alaska auf der Suche nach Seeottern und ihren wertvollen Pelzen. Weil Alaska aber allzu unerschlossen und abgelegen war, waren diese Unternehmungen kaum profitabel. 1783 landete Grigori Iwanowitsch Schelikow mit zwei Schiffen auf der Insel Kodiak. Nach feindlichen Übergriffen der Koniag-Indianer ließ er das Feuer auf sie eröffnen und tötete und verwundete Hunderte. Nachdem er so seine Autorität sichergestellt hatte, gründete er die erste permanente Siedlung in Alaska an der heutigen Three Saints Bay. 1792 wurde die Siedlung an die Stelle der heutigen Stadt Kodiak verlegt, die sich zum Hauptumschlagsplatz für Pelze auch vom Festland entwickelte. Nach einiger Zeit gestaltete sich auch das Zusammenleben von Einheimischen und Russen halbwegs harmonisch. Der russischen Expansion traten bald Spanien und Großbritannien entgegen. Spanien erhob Anspruch auf die gesamte amerikanische Pazifikküste. Um diese zu verdeutlichen, entsandte König Karl III. zwischen 1774 und 1791 mehrere Expeditionen zu deren Erkundung. Eines von zwei Schiffen der zweiten Expedition erreichte unter Francisco de la Bodega y Quadra 1775 auch Alaska, 1791 gelang dies auch Alessandro Malaspina, der im Auftrag der Krone nach der Nordwestpassage suchte. Letztlich erscheinen den Spaniern die Anstrengungen im Nordpazifik jedoch zu kostspielig, und 1819 gab es seine Ansprüche auf. Das Erbe der Spanier beschränkt sich auf einige Ortsnamen, darunter der Malaspina-Gletscher und die Ortschaft Valdez. 1778 kartografierte der Brite James Cook den Verlauf der Pazifikküste von Kalifornien bis zur Beringstraße und entdeckte dabei den nach ihm beannten Cook Inlet, George Vancouver setzte diese Unternehmungen 1791-1795 fort. Zunehmend drängten in den nächsten Jahren auch britische Felljäger und -händler nach Alaska. Die englische Hudson Bay Company unterhielt im gesamten frühen 19. Jahrhundert Handelsposten in Fort Yukon, am Stikine River und in Wrangell. 1795 gründete Alexander Baranow rund 10km nördlich des heutigen Sitka die erste Niederlassung auf dem Festland, um den russischen Alleinanspruch zu verdeutlichen. Schelikow gründete gemeinsam mit Nikolai Rezanov die Russisch-Amerikanischen Kompanie, eine Handelsgesellschaft, die 1799 von Zar Paul I. auf zwanzig Jahre das Monopol für den Pelzhandel in Alaska erhielt. Rezanov schmiedete Pläne, die gesamte Pazifikküste Nordamerikas für Russland in Besitz zu nehmen, nachdem er 1805 die Bucht von San Francisco erreicht hatte, musste er dieses Vorhaben aber auf spanischen Druck hin aufgeben. Noch 1812 errichtete seine Kompanie jedoch einen Handelsposten in Kalifornien - Fort Ross bestand bis 1841. Die Aktivitäten der Kompanie waren kaum profitabel, und so übernahm 1818 die russische Regierung die Kontrolle über sie und setzte Ferdinand von Wrangel als Gouverneur ein.

Der Ver-/Ankauf von Alaska

Alaska war für die aufstrebende Weltmacht Russland die einzige Übersee-Kolonie, die aber kaum rentabel und schwierig zu verwalten war. Da die Passage durch das Eismeer zu gefährlich war, führte der einzige Weg dorthin von der damaligen russischen Hauptstadt Sankt Petersburg rund um das Kap der Guten Hoffnung und dauerte mehr als ein halbes Jahr. Mit der Zeit wurden die Pelztiere, insbesondere der Seeotter, in Folge der Bejagung immer seltener und das Territorium für Russland immer schwieriger zu unterhalten. Zudem machten die einheimischen Indianer, vornehmlich die Tlingit, den Russen immer wieder Schwierigkeiten. Um die Staatskasse nach dem verlorenen Krimkrieg wieder aufzufüllen, stimmte Zar Alexander II. einem Vertrag zu, den sein Botschafter in den USA, Baron Eduard von Stoeckl, am 30. März 1867 mit US-Außenminister Seward in Washington unterzeichnet hatte. Danach verkaufte das Zarenreich Alaska für 7,2 Millionen Dollar an die Vereinigten Staaten. Der Ankauf war in den USA sehr umstritten. Der Senat stimmte dem Kaufvertrag mit nur einer Stimme Mehrheit zu, und Spötter nannten das erworbene Land Seward's ice box ("Sewards Gefriertruhe") oder auch "Johnsons Eisbärengehege". Am 18. Oktober 1867 ging Alaska offiziell in amerikanischen Besitz über; in Sitka wurde die russische Fahne eingeholt und die Flagge der USA gehisst. die Datumsgrenze wurde gen Westen verschoben und der gregorianische Kalender in Alaska eingeführt. So kam es auch, dass die Bewohner Alaskas am 6. Oktober 1867 (nach dem julianischen Kalender) zu Bett gingen und tags darauf am 18. Oktober 1867 aufwachten. Der 18. Oktober ist als "Alaska Day" bis heute ein Feiertag und wird vor allem in der alten Hauptstadt Sitka gefeiert. 1867-77 wurde Alaska von der US-Armee, 1877-79 vom Finanzministerium und 1879-1884 von der Kriegsmarine verwaltet. Bis 1884 war der Name des Gebiets Department of Alaska. Erst danach entdeckte man das erste Gold, was zum bekannten Goldrausch führte. Besonders die Goldgewinnung im Klondikegebiet von 1896 war bis etwa 1945 sehr wichtig. Am 3. Januar 1959 wurde Alaska der 49. Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika.

Politik

Am 19. Oktober 2005 tritt im US-Bundesstaat Alaska ein Waffengesetz in Kraft, das sowohl den Waffenbesitz von Handfeuerwaffen, als auch ihr Mitführen im PKW liberalisiert. Das Bundesgesetz war auf Betreiben der National Rifle Association verabschiedet worden, um den restriktiveren lokalen Grundsätzen der Kommunen und Counties zuvor zu kommen. Alaska soll nach dem Willen der NRA Vorbild für die anderen Bundesstaaten werden.
- Liste der Boroughs und Census Areas in Alaska (Verwaltungseinheiten)
- Liste der Gouverneure von Alaska

Literatur

Sachbücher


- Littke, Peter: Vom Zarenadler zum Sternenbanner. Die Geschichte Russisch-Alaskas. Magnus-Verlag, Essen, 2003, ISBN 3884000195.

Romane


- Boyle, Thomas Coraghessan: "Drop City". Auseinandersetzung mit einer Hippie-Kommune und einer Trappergesellschaft in Alaska. Hanser Verlag, München.
- Krakauer, Jon: "In die Wildnis". Die Geschichte des Top-Studenten Christopher McCandless, der sein ganzes Vermögen einer Hilfsorganisation spendet, aufbricht und in Alaska verhungert. Piper Verlag, München. ISBN 3-492-22708-2

Spiel

Es existiert ein Brettspiel des englischen Spieleerfinders Eric Solomon mit dem Namen Alaska. Siehe dazu auch Alaska (Spiel).

Weblinks


- [http://www.state.ak.us/ Homepage Alaskas]
- [http://www.alaska-info.de/ Deutschsprachige Infos]
- [http://www.dot.state.ak.us/amhs/ Alaska Marine Highway System]
- [http://www.hicker.de/alaska-bilder.html Alaska Bilder] Kategorie:US-Bundesstaat Kategorie:Ehemalige Kolonie ja:アラスカ州 ko:알래스카 주 ms:Alaska simple:Alaska th:มลรัฐอะแลสกา

Sibirien

Sibirien (russisch Sibir / Сибирь) ist die Bezeichnung für ein Gebiet, das den größten Teil Nordasiens bzw. des asiatischen Teils Russlands umfasst. Es umfasst rund die Hälfte des russischen Territoriums und misst 9,6 Mio. km², ist also flächenmäßig etwas größer als die gesamte USA.

Überblick

Problem der Grenzziehung

Die Grenzen Sibiriens sind nicht eindeutig definiert. Die Bestimmung des Sibirischen Territoriums unterscheidet sich je nach Betrachtungsweise: geografisch, historisch, politisch. Föderale Subjekte Sibiriens Die aus dem Mongolischen stammende Landesbezeichnung mit der Bedeutung "Schlafendes Land" bezog sich ursprünglich auf das Khanat Sibir im heutigen Westsibirien, einem Zerfallsprodukt der Goldenen Horde. Heute wird damit außerhalb Russlands meist der gesamte asiatische Teil Russlands bezeichnet. Dieser erstreckt sich in west-östlicher Richtung ca. 7.000 Kilometer weit vom Ural bis zu den Gebirgen der pazifischen Wasserscheide. Von Norden nach Süden umspannt er etwa 3.500 km vom Arktischen Ozean (Nordpolarmeer) bis zum Kasachischen Hügelland und der Grenze zur Mongolei und zur Volksrepublik China. Der Ferne Osten (Dal'nij Vostok / Дальний Восток), von Jakutien bis zur Pazifikküste, der mit 6,179.900 km² Fläche grösser ist als das übrige Sibirien, wird zwar außerhalb Russlands zumeist als Teil dieser Landschaft subsummiert, gilt jedoch in Russland selbst als eigene Region. So verstehen Einwohner Kamtschatkas oder Sachalins unter "Sibirien" eine Region, die sich mehrere tausend km westlich ihrer Heimat befindet.

Horizontale Gliederung

Der horizontalen Gliederung nach kann Sibirien grob in sieben Teilregion unterteilt werden: Westsibirisches Tiefland, Nordsibirisches Tiefland, Mittelsibirisches Bergland, Südsibirische Gebirge, Mitteljakutische Niederung, Ostsibirisches Tiefland und Ostsibirisches Bergland.

Flüsse

Die größten Flüsse sind der Ob (Ob / Обь, fem.) der die riesige Ebene hinter dem Ural entwässert, der Jenissej, die Lena und der Amur. Bei Irkutsk befindet sich der Baikalsee, der tiefste Süßwassersee der Erde. Weit im Osten liegt die große Halbinsel Kamtschatka mit ihren vielen Vulkanen.

Klima

In den meisten Regionen Sibiriens herrscht ein ausgeprägtes Kontinentalklima: Heiße Sommer (bis +40°C) werden von extrem kalten Wintern (bis -67°C) abgelöst. Oft wird das Land bis zu 9 Monate von einer Schneedecke bedeckt. Die Landschaft wird großteils von borealen Wäldern (Taiga) dominiert, in den arktischen Regionen herrscht baumlose Tundra vor. Dazwischen existiert mit den Waldtundra-Zonen eine Übergangsform. Im Süden geht die Taiga in Steppe über. Weite Teile Sibiriens werden von Permafrost (dauerhaft gefrorener Boden) eingenommen. Der Kältepol der bewohnten Welt befindet sich im ostsibirischen Oimjakon (südlich von Werchojansk).

Bevölkerung

Mit rund 23 Millionen Einwohnern ist Sibirien nur schwach besiedelt, die Bevölkerungsdichte liegt im Mittel bei nur 2,7 Menschen pro km². Die Bevölkerung konzentriert sich in einem relativ schmalen Streifen im Süden und Südwesten, wo die Transsibirische Eisenbahn wichtige Großstädte verbindet und Ackerbau möglich ist. Novosibirsk, Omsk, Krasnojarsk, Tjumen' ,Tomsk, Irkutsk, Chabarowsk, Chita, Ulan-Ude und die fernöstliche Pazifik-Metropole Wladiwostok gehören zu den größten Städten in diesem Streifen. Wichtige Industriezentren, in denen weitere Großstädte liegen, sind der Autonome Kreis der Chanten und Mansen und der Autonome Kreis der Jamal-Nenzen, die den Schwerpunkt der Öl- und Gasindustrie darstellen sowie das südsibirische Kusnezker Kohlebecken (Kusbass) mit der Industriestadt Kemerowo. Den Großteil der Bevölkerung stellen die in den letzten Jahrhunderten zugewanderten Russen. Sie überwogen schon im 18. Jahrhundert die Urbevölkerung. Schon zu Zarenzeiten dienten die abgelegenen und unwirtlichen Gebiete Sibiriens und Mittelasiens zur Verbannung von politischen Gegnern und Straftätern. Schreckliche Berühmtheit erlangte der Archipel GULAG, das unter der Herrschaft Stalins aufgebaute System von Gefängnissen und Straflagern. Erst mit dem Zerfall der Sowjetunion hörten die Deportationen in diese Gebiete auf. Ab den 1920er Jahren wurde die Industrie Sibiriens forciert, was die Bevölkerungsstruktur zugunsten der Einwanderer fixierte. Die indigenen Völker des Nordens, Sibiriens und des Russischen Fernen Ostens setzen sich aus Völkern der altaischen, der Uralischen Sprachfamilien, der paläoasiatischen Sprachen und weiteren zusammen. Die größeren sind die Tuwiner, Burjaten, Chakassen, Jakuten und Altaier. Zu den kleineren Ethnien ohne eigene Teilrepublik gehören u.a. Tschuktschen, Ewenken, Korjaken, Nenzen, Chanten und Mansen. In der Sowjetunion waren die meisten indigenen Völker Sibiriens von zwangsweiser Ansiedlung und Kollektivierung in Sowchosen betroffen. Die stärkste Bedrohung für die indigenen Völker geht von der industriellen Erschließung Bodenschätze wie Öl, Gas, Kohle, Diamanten und Gold im asiatischen Teil Russlands aus. Daneben stellt der Alkoholismus ein gewaltiges Problem dar. Die Sprachen vieler kleinerer Völker befinden sich am Rande des Aussterbens, insbesondere dort, wo aufgrund industrieller Erschließung das Umfeld verloren geht, in welchem diese verwendet werden. Seit dem Zerfall der UdSSR siedeln sich verstärkt Chinesen in Sibirien an, welche dort vorwiegend als Händler oder Unternehmer tätig sind.

Siehe auch


- Geschichte Sibiriens
- Indigene Völker des russischen Nordens, Sibiriens und des russischen Fernen Ostens
- Neusibirische Inseln
- Ostsibirien
- Verwaltungsgliederung Russlands

Literatur


- Klaus Bednarz: "Östlich der Sonne", Rowohlt 2002, ISBN 3498006290
- Norbert Wein: "Sibirien", Klett-Verlag 1999, ISBN 623006939
- Gudrun Ziegler: "Der achte Kontinent", Ullstein 2005, ISBN 3550076126

Weblinks


- [http://www.presidentz.org/misc/sibirien/index.htm Kurzreferat über Rohstoffe, Wasserkraft, Eisenbahn und Schifffahrt.]
- [http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0004/sb00.htm Karten & Photos (SWR)]
- http://www.trans-sibirien.de
- [http://www.infoe.de/home/Sibirien/ Informationen zu den indigenen Völkern Sibiriens]
- http://www.prosibiria.de/ Partnerschaft mit Sibirien (indigene Völker)
- [http://www.gasl.org/refbib/Kennan__Sibirien.pdf George Kennan: Sibirien. Schilderungen (des Verbannungssystems). Leipzig: Reclam, 1890-1891] (PDF; Fraktur-Reprint in der Arno-Schmidt-Referenzbibliothek der GASL)
- [http://www.gasl.org/refbib/Kennan__Zeltleben.pdf George Kennan: Zeltleben in Sibirien. Leipzig: Reclam 1891] (PDF; Fraktur-Reprint in der Arno-Schmidt-Referenzbibliothek der GASL)
- http://www.inrussland.net/sibirien.html Kategorie:Geographie (Russland) ja:シベリア ko:시베리아

Lena (Fluss)

Die 4.400 km lange Lena (russisch Лена) ist ein Fluss bzw. Strom in Sibirien (Russland, Asien).

Flusslauf

Sie entspringt im Baikalgebirge nur wenig westlich des Baikalsees, fließt von dort aus zuerst in westlicher Richtung nach Katschug und dann nach Norden bzw. Nordosten. In diesem Bereich, bei Ust-Kut, von wo aus die Lena schiffbar ist, gelangt sie in das Mittelsibirische Bergland und fließt ein Stück parallel zur Unteren Tunguska und nur wenige Kilometer von dieser entfernt. Danach fließt ihr der Witim zu; wenig später schlägt sie einen Rechtsbogen um das Patomhochland. Sie fließt von dort aus in östlicher Richtung, nimmt das Wasser der Olekma auf und gelangt nach Jakutsk, wo sie in die Mitteljakutische Niederung eintritt. Ungefähr 300 km flussaufwärts der eben genannten Großstadt befinden sich die Lenafelsen, die sich auf etwa 80 km Länge entlang des östlichen Ufers ausbreiten. In der eben erwähnten weiträumigen Niederung fließt der Lena erst der Aldan und dann der Wiljui zu. In dieser Landschaft fließt sie zwischen dem Werchojansker Gebirge und dem Mittelsibirischen Bergland nach Norden. Schließlich erreicht das Wasser der Lena ihr eigenes, 30.000 km² großes Mündungsdelta, das von West nach Ost ca. 230 km und von Nord nach Süd etwa 150 km misst. Nach dem Durchfließen dieses weit verästelten Fluss-Systems erreicht das Wasser der Lena die Laptewsee, die ein Randmeer des Arktischen Ozeans ist.

Flusslänge

Die Lena ist etwa 4.400 km lang und somit einer der längsten Flüsse auf der Erde.

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet der Lena umfasst etwa 2.500.000 km²; das entspricht etwa der 7-fachen Fläche der BRD.

Klima & Schiffbarkeit

Von Oktober bis zum Juni des Folgejahres ist der Fluss zugefroren, so dass das Eis als Straße genutzt wird. Wenn dies dann zu tauen beginnt, wird die Lena zum reißenden Strom, dessen Wasser alles mit sich reißt, was sich ihm in den Weg stellt, dabei steigt es bis zu 25 m an. Besonders verheerende Auswirkungen haben dabei die Eisstauungen, durch deren Folgen im Mai 2001 unter anderem die Stadt Lensk verwüstet wurde und auch große Teile von Jakutsk unter Wasser standen. Wenn der Fluss dann endlich eisfrei ist, ist die Lena ab Ust-Kut bis zu ihrem großen Mündungsdelta auf 3.500 km Länge schiffbar.

Lenin

Wladimir Iljitsch Uljanows Pseudonym Lenin leitet sich vom Namen der Lena ab.

Nebenflüsse


- Witim
- Olekma
- Aldan
- Wiljui

Städte


- Ust-Kut
- Katschug
- Lensk
- Olekminsk
- Jakutsk

Siehe auch


- Die längsten Flüsse der Erde Kategorie:Fluss in Russland ja:レナ川

Mackenzie River

Der Mackenzie ist ein 1.903 km langer Strom im nordnordwestlichen Teil Kanadas. Er entspringt westlich des Großen Sklavensees und durchfließt in nordwestliche Richtung die Täler zwischen dem Mackenziegebirge und den Franklin Mountains, ehe er in einem großen Delta in die Mackenzie-Bucht der Beaufortsee mündet. Das Einzugsgebiet des Mackenzie umfasst ab dem Großen Sklavensee 886.300 km², unter Berücksichtigung des gesamten Flusssystems, das mehrere Quellflüsse und drei Seens miteinbezieht, sind es gar 1.805.200 km². Benannt wurde der Fluss nach dem Schotten Alexander Mackenzie, der ihn 1789 entdeckte.

Mackenzie-Flusssystem

Während mit dem Mackenzie nur den Fluss nordwestlich des Großen Sklavensees bezeichnet, umfasst das ganze Flusssystem (Finlay-Peace-Slave-Mackenzie) den 4.241 km langen Flusslauf von der Quelle des Finlay River in Britisch-Kolumbien bis zur Beaufortsee. Der Finlay entspringt inmitten der Rocky-Mountains-Bergketten Finlay, Sifton und Muskwa und mündet nach rund 90 km in den Willistonsee, aus dem der Peace River hervorgeht und der seinen Weg in Richtung Alberta fortsetzt. Dort schlängelt er sich in nordöstliche Richtung durch die Hochebenen der Great Plains und vereint sich nahe dem Athabascasee mit dem Slave River (Sklavenfluss). Der selbst geht im Athabascasee aus dem zum Flusssystem gehörenden Athabasca hervor, der im südwestlichen Teil Albertas an der Grenze von Britisch-Kolumbien entspringt, und sich in nordwestliche Richtung seinen Weg zum Athabascasee bahnt. Der Slave River fließt in nördliche Richtung in den Großen Sklavensee, aus dem schließlich westseits der eigentliche Mackenzie entspringt und das Flusssystem in nordwestliche Richtung zur zur Beaufortsee abschließt.

Orte am Fluss


- Fort Providence (Nordwest-Territorien, NWT)
- Fort Simpson (NWT)
- Fort Norman (NWT)
- Norman Wells (NWT)
- Fort Good Hope (NWT)
- Artic River (NWT)

Siehe auch


- Das Fluss-System des Mackenzie Rivers (bezüglich seiner Quellflüsse):
  - Athabasca River
  - Finlay River
  - Mackenzie River
  - Mackenzie-Slave-Athabaska - Flusslauf, der aus Mackenzie-, Slave- und Athabasca River besteht
  - Mackenzie-Slave-Peace-Finlay - Flusslauf, der aus Mackenzie-, Slave-, Peace- und Athabasca River besteht
  - Peace River
  - Slave River
- Die längsten Flüsse der Erde Kategorie:Fluss in Kanada ja:マッケンジー川

Nordpolarmeer

Der bis 5.449 m tiefe Arktische Ozean, der auch Nordpolarmeer, Nördliches Eismeer, Arktik (nicht zu verwechseln mit Arktis) oder Arktisches Mittelmeer genannt wird, ist mit 12,26 Mio. km² der kleinste Ozean der Erde.

Geographie

Lage

Der Arktische Ozean, der sich im äußersten Norden der Nordhalbkugel der Erde befindet, liegt im Rahmen der 4 Pole der nördlichen Hemisphäre zwischen den jeweils in südlichen Himmelsrichtungen angrenzenden Kontinenten Asien, Europa und Nordamerika. Weil er zwischen mehreren Kontinenten liegt und obgleich er wissenschaftlich betrachtet einer der 5 Ozeane der Erde ist, gilt er auch als Interkontinentales Mittelmeer. Mit dem Atlantik ist die Arktik durch das etwa 1.500 km breite Europäische Nordmeer zwischen Grönland und Nordeuropa bzw. Skandinavien verbunden sowie durch einige verwinkelte Meeresstraßen, die durch die stark zergliederte nordkanadische Inselwelt zur breiten Davisstraße westlich von Grönland führen. Mit dem Pazifik ist es nur durch die etwa 85 km breite Beringstraße verbunden.

Anrainerstaaten

Die Arktik grenzt jeweils an die nördlichen Gebiete von diesen Ländern und Landteilen: Alaska (USA), Kanada, Grönland (zu Dänemark), Island, Norwegen und Russland.

Inselwelt

Außerdem grenzt es nördlich unter anderen an diese Inseln und Inselgruppen: Banks Island, Königin-Elizabeth-Inseln, Ellesmere-Insel, Grönland, Island, Spitzbergen, Kolgujew, Franz-Josef-Land, Nowaja Semlja, Sewernaja Semlja, Neusibirische Inseln und Wrangelinsel.

Nordpol

Innerhalb des Arktischen Ozeans bzw. auf dessen Inseln liegen die 4 Pole der nördlichen Hemisphäre (Nordpol).

Daten

Der Arktische Ozean hat eine Ausdehnung von rund 12,26 Mio. km² und ist großflächig von Eis bedeckt. In der Litketief, die sich im Eurasischen Becken nördlich von Spitzbergen befindet, ist er bis 5.449 m tief.

Meeresboden

Innerhalb des Arktischen Ozeans bzw. auf dessen Meeresboden befinden sich Schwellen, Tiefseebecken und ein Meerestief. Zu den Schwellen gehören der Fletcherrücken, der Gakkelrücken, die Lomonssow-(Harris)-schwelle, die Ostsibirische Schwelle und die Tschuktschenschwelle. Die 3 großen Tiefseebecken, die sich alle im Zentrum der Arktik befinden, sind das in der Litketief bis 5.449 m tiefe Eurasische Becken, das bis 4.994 m tiefe Kanadische Becken und das bis 3.290 m tiefe Zentralarktische Becken. Das Meerestief ist die eben erwähnte Litketief, welche die tiefste Stelle der Arktik darstellt.

Nebenmeere

Zwischen Grönland und Skandinavien grenzt der Arktische Ozean an das Europäische Nordmeer (das nördlichste Randmeer des Atlantiks) und zwischen Alaska und Ostsibirien an die Beringstraße, die zum Beringmeer (das nördlichste Randmeer des Pazifiks) überleitet. Weitere eisige Nebenmeere der Arktik sind: Beaufort See, Grönlandsee, Europäisches Nordmeer (die beiden zuletzt genannten sind auch Randmeere des Atlantiks, weil sie zu diesem Ozean überleiten), Barentssee, Karasee, Laptewsee, Ostsibirische See und Tschuktschensee.

Zuflüsse

Die wichtigsten Zuflüsse von asiatischer Seite sind Ob, Jenissei, Lena und Kolyma; in Nordamerika ist dies der Mackenzie River.

Siehe auch


- Arktis
- Kap Deschnjow
- Kap Morris Jesup
- Kap Tscheljuskin
- Nordpol

Webtipps


- [http://www.wissenschaft.ag/Polarmeer.php4 Newsletter zu den Polarmeeren] Kategorie:Ozean Kategorie:Arktis ja:北極海 ko:북극해 simple:Arctic Ocean th:มหาสมุทรอาร์กติก zh-min-nan:Pak-ke̍k-iûⁿ

Meeresspiegel

Der Meeresspiegel bezeichnet, wie hoch das Meer gerade steht. Der Meeresspiegel ist im Gegensatz zu Normalnull keine Konstante. Er richtet sich zum Beispiel nach den Gezeiten, die vom Mond abhängig sind, und außerdem hängt die Höhe des Meeresspiegels langfristig von Klimaschwankungen und anderen Einflüssen ab. So steigt heute der Meeresspiegel durch das Abtauen der Gletscher aufgrund der globalen Klimaerwärmung an, möglicherweise auch durch eine geringe Ausdehnung der obersten Meeresschichten (Deckschicht) oberhalb der Thermokline. Auswertungen von Pegelmessungen und Satellitenmessungen von Topex/Poseidon weisen darauf hin, dass der Meeresspiegels zur Zeit um etwa 18 cm pro Jahrhundert ansteigt. Siehe auch:
- Meer
- Gezeiten
- Wasserstand
- Überschwemmung
- Normalnull Kategorie:Geographischer Begriff

Festland

Unter Festland versteht man im Allgemeinen jenen Teil der Landfläche der Erde, der einer kontinentalen Hauptmasse angehört bzw. mit dieser direkt verbunden ist. Landflächen, die nicht zum Festland gehören, nennt man Inseln. Bei Inselgruppen werden gelegentlich auch die Hauptinseln als Festland bezeichnet - im Gegensatz zu den Nebeninseln. Sonderfälle:
- Wenn die Bewohner Großbritanniens vom Festland sprechen, verstehen sie darunter den europäischen Kontinent. Kategorie:Physische Geographie

Mammutsteppe

Die Mammutsteppe ist eine besondere Form der Grassteppe, wie sie auf Beringia vorherrschte. Der Rückzug des Meeres hatte ein trockenes kontinentales Klima zu Folge. Durch die Schleiftätigkeit der Gletscher entstand außerdem ein feiner Lößstaub, der auf der Beringia eine trockene Erdschicht bildete. Dies bot den idealen Entwicklungsraum zur Entwicklung der Mammutsteppe, eine Steppenform, bei der sich Steppen- und Tundrapflanzen vermischen. Zu den vorherrschenden Pflanzenarten zählten Gräser, Riedgräser, Kräuter, Zwerg-Birken und Polarweiden. Zu den Bewohnern dieser Steppe zählte vor allem das Wollhaarmammut. Nicht geklärt ist, ob durch die Weideaktivitäten dieser Vertreter der Mammuts diese spezifische Landschaftsform entstand und sie verschwand, nachdem die Tier ausstarben oder ob das Verschwinden dieser Landschaftsform dazu führte, dass die Wollhaarmammuts ausstarben. Kategorie:Ökologie

Indianer

Indianer (englisch Indians bzw. American Indians, Native Americans oder First Nations spanisch indios bzw. pueblos indigenas) ist die verbreitete Bezeichnung aller Menschen, die den Kontinent Amerika (Nord-, Mittel- und Südamerika) bereits vor der europäischen Kolonisierung bevölkert haben. Diese Völker sind ihrerseits allmählich durch Völkerwanderungen auf verschiedenen Wegen von Asien und möglicherweise auch von weiteren Kontinenten nach Amerika gelangt und haben sich dort vielfältig weiterentwickelt. Sie werden im Unterschied zu europäischen Einwanderern auch "Ureinwohner Amerikas" oder "indigene Völker Amerikas" genannt. Asien

Der Begriff

Die Bezeichnung "Indianer" (ursprünglich spanisch: indios) geht auf ein Missverständnis von Christoph Columbus zurück, der glaubte, in "Indien" gelandet zu sein, als er Amerika im Jahre 1492 für die Europäer entdeckte. "Indien" nannten die europäischen Seefahrer allgemein Ostasien, das sie über den westlichen Seeweg zu erreichen suchten. Auch nachdem sie ihren Irrtum erkannt hatten, behielten sie den Begriff bei. "Indianer" ist die deutsche Version des englischen "Indians", mit dem die nordeuropäischen Kolonialmächte besonders die Ureinwohner Nordamerikas meinten. In Süd- und Mittelamerika dagegen wurden die voreuropäischen Bewohner auf Spanisch "Indios" genannt. "Indianer", "Indians" oder "Indios" ist ein von Europäern verwendeter Sammelbegriff, der viele verschiedene Ethnien umfasst, die kulturell zum Teil sehr stark voneinander abweichen. Damit vereinheitlichten die Kolonialherren die Bewohner der eroberten Gebiete als fremde "Rasse". Deshalb unterliegt der Begriff bis heute dem Verdacht einer diskriminierenden "Markierung". Die so genannten Völker Amerikas selbst kannten vor Columbus keine entsprechende Gesamtbezeichnung; sie definierten sich ausschließlich über ihre jeweilige Volksgruppe. Im Zuge der weißen Vorherrschaft, Verfolgung und Genozide gewannen besonders die Ethnien Nordamerikas jedoch zunehmend ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Heute verwenden sie in den USA für sich die englischen Begriffe American Indian (Indianer) oder Native American (amerikanische Ureinwohner), wobei ersterer - besonders von politisch aktiven Menschenrechtskämpfern - bevorzugt wird [http://www.infoplease.com/ipa/A0762158.html]. In Kanada ist First Nations (Erste Nationen) synonym dafür üblich. Dieser Begriff umfasst auch die Inuit, Unangan und Yupik in Alaska und der nordkanadischen Arktis. Sie trafen wesentlich später in Amerika ein und unterscheiden sich genetisch und kulturell stark von den vorherigen Einwanderern. Dies gilt auch für die Ureinwohner Hawaiis, Amerikanisch-Samoas und der Osterinseln. Sie werden daher in der Regel nicht in den Begriff "Indianer" eingeschlossen. Dies gilt auch für die Métis, die Nachfahren von europäischen Pelzhändlern und indianischen Frauen. In Lateinamerika heißen Nachkommen von Europäern und Indianern "Mestizen". Für die Ureinwohner herrscht hier die Bezeichnung Pueblos Indígenas (Indigene Völker Süd- bzw. Mittelamerikas) vor. Weniger gebräuchlich ist Indios. Im brasilianischen Portugiesisch versteht man unter "Indio" allgemein "Ureinwohner". Man kennt also nicht nur den "Indio latinamericano" sondern auch den "Indio africano" oder den "Indio australiano".

Besiedlung Amerikas

Mittelamerikas Siehe Hauptartikel: Besiedlung Amerikas Die Besiedelungsgeschichte Amerikas ist stark umstritten. Wahrscheinlich ist aber, dass der amerikanische Kontinent in mehreren Einwanderungswellen besiedelt worden ist und dass diese im Zeitraum von 28.000 v. Chr. und 9.000 v. Chr. Amerika erreichten. Die am häufigsten erwähnte Route führte von Sibirien über die Beringstraße nach Alaska und von da nach Süden über den ganzen Doppelkontinent. Nimmt man eine alleinige Einwanderung über diese Route an, so hätte man in Alaska die ältesten Spuren finden müssen. Der bisher älteste gesicherte archäologische Fund (ca. 13.800 v. Chr.) stammt jedoch aus Chile. Die Inuit als Bewohner der nördlichsten Regionen Amerikas sind erst mit der letzten großen voreuropäischen Einwanderungswelle dorthin gelangt. Darum kommen für frühere Ethnien auch andere mögliche Einwanderungswege in Frage, etwa über Polynesien oder den Nordatlantik. Für letzteres spricht u.a. die frappierende Ähnlichkeit von Steinklingen der Clovis-Kultur mit europäischen Steinklingen derselben Zeit. Clovis-Kultur Die Indianer passten sich ihrer jeweiligen neuen Umwelt an, wurden Fischer, nomadische Jäger und Sammler oder sesshafte Ackerbauern. Sie züchteten Pflanzen wie Mais, Kürbis und Kartoffel. In Mittel- und Südamerika entwickelten die Indianer städtische Hochkulturen, die großteils erst von den spanischen Kolonisten vernichtet wurden. Tenochtitlan, die Hauptstadt des Aztekenreiches, war vor der Zerstörung durch Hernando Cortez' Truppen eine der größten Städte der Welt, größer als die europäischen Städte der Zeit. In Nordamerika existierten im östlichen Einzugsgebiet des Mississippi komplexe Gemeinwesen (Templemound-Kulturen), die jedoch bis kurz vor Ankunft der ersten europäischen Siedler weitgehend zerfallen waren, wahrscheinlich wegen zahlreichen Krankheitserregern, die frühe europäische Entdecker mitgebracht hatten. An ihre Stelle traten kleinere Gemeinwesen von Überlebenden der Epidemien, die in dörflichen Gemeinschaften lebten und Ackerbau betrieben. Im Südwesten der heutigen USA entstanden teilweise mehrstöckige Lehmbausiedlungen mit bis zu 500 Räumen, die Pueblos. Viehzucht konnte sich unter den indianischen Kulturen fast gar nicht entwickeln, da es außer dem Lama, anderen Kameloiden wie Alpaca und Vicuña im Reich der Inka, dem Truthahn und dem Wolf keine domestizierbaren Tierarten gab. Man ging zu Fuß und transportierte Lasten selbst. Würdenträger in hierarchischen Gesellschaften Mittel- und Südamerikas wurden mitunter auch in Sänften getragen. Als Lasttiere standen neben dem Lama der Inka nur noch Hunde für kleinere Lasten zur Verfügung, die man in Nordamerika in einfache dreieckige Schleppgeschirre, Travois, einspannte. Obwohl Amerika von weitverzweigten Handelsnetzen überzogen war, erwiesen sich die großen Wüsten Nordmexikos und die undurchdringlichen Urwälder Mittelamerikas als erhebliche Barrieren für den Technologieaustausch in der westlichen Hemisphäre. Außer einigen mittelamerikanischen Kulturen, die eine Art Bilderschrift besaßen (die Maya entwickelten diese zu einem echten Schriftsystem), hinterließen die Kulturen der westlichen Hemisphäre keine schriftlichen Zeugnisse der Vergangenheit. Unter den Prärieindianern existierten Chroniken, die graphische Symbole für das wichtigste Ereignis eines jeden Jahres innerhalb einer Gruppe verwendeten. Ohne mündlichen Kommentar waren diese Chroniken jedoch nicht verständlich. Die bedeutendste Bilderschrift ist die auf Baumrinde festgehaltene Stammes-Sage der im Osten der heutigen USA beheimateten Lenni Lenape, bekannt als Walam Olum. Indianische Überlieferung erfolgte daher großteils mündlich, wobei Tatsachenberichte und Mythen oft fließend ineinander übergehen. In jüngerer Zeit haben archäologische und geologische Funde jedoch bewiesen, dass indianische oral history Jahrhunderte und teilweise gar Jahrtausende zurückliegende Ereignisse bewahrt hat. Um 1000 n. Chr. fand eine Gruppe Wikinger unter Leif Eriksson den Weg nach Amerika. Sie gründete in Neufundland eine Kolonie. Unklar ist, wie lange diese bevölkert war. Möglicherweise gab es im 12. Jahrhundert eine Gruppe um den walisischen Prinz Madoc, die nach Nordamerika segelte und den Indianerstamm der Mandan gründeten. Nach der Ankunft von Christoph Columbus in Amerika wurde der Doppelkontinent in grossem Stil von Europäern besiedelt.

Kolonialgeschichte

Christoph Columbus Siehe Hauptartikel: Indianer Nordamerikas, Indigene Völker Südamerikas Die europäischen Kolonisten änderten das Leben der Indianer stark. Viele indianische Volksgruppen wurden durch Vernichtungskrieg, eingeschleppte Krankheiten, Umsiedlungen und Versklavung gänzlich vernichtet. Umstritten ist, wie zahlreich die Bevölkerung Amerikas vor Ankunft der Europäer war. Bevölkerungsschätzungen erfolgten oft erst, nachdem große Teile von regionalen Bevölkerungen bereits vernichtet worden waren. Viele Völker verschwanden nach 1492 durch eingeschleppte Seuchen, ohne dass ein Europäer sie überhaupt zu Gesicht bekommen hatte. Im 19. Jahrhundert und bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Schätzungen präkolumbianischer Bevölkerungen besonders durch US-amerikanische Anthropologen von Generation zu Generation auf Bruchteile vorheriger Schätzungen reduziert. Um 1940 ging man nach einer Publikation des einflussreichen Anthropologen Alfred Kroeber offiziell davon aus, dass 1492 in der gesamten westlichen Hemisphäre insgesamt lediglich acht Millionen und nördlich des Rio Grande nur etwa eine Million Menschen lebten (der US-Zensus von 1890 hatte 235.116 überlebende Indianer registriert). Diese Schätzungen waren maßgeblich politisch motiviert, da sie die stattgefundene Vernichtung indianischer Völker möglichst klein erscheinen ließ und den Mythos aufrecht erhielt, die Weißen hätten einen weitgehend "leeren" Kontinent erobert. In den 1960er Jahren machte sich die Berkely School unter Zuhilfenahme moderner Methoden daran, die präkolumbianischen Bevölkerungen einzelner Regionen insbesondere unter dem Gesichtspunkt damaliger Landwirtschaftstechniken und Carrying Capacities zu rekonstruieren. Demzufolge wurde die Bevölkerung von Hispaniola allein auf acht Millionen geschätzt, die von Zentralmexiko sogar auf 25 Millionen. Borah korrigierte demzufolge die Schätzung für Nordamerika auf 7,5 Millionen. Dobyns ermittelte später sogar eine präkolumbianische Bevölkerung Nordamerikas von 18 Millionen. Heutzutage schätzt die Mehrheit der führenden Anthropologen, dass die Gesamtbevölkerung der westlichen Hemisphäre um 1500 ca. 75 bis 110 Millionen Menschen betrug und nördlich des Rio Grande ca. 12 Millionen Menschen lebten. Ein Erklärungsansatz besagt, dass die später beobachteten rießigen Büffelherden Weidetiere der stark dezimierten Indianer waren. Die Herdengröße stellte keineswegs ein natürliches Gleichgewicht dar, sondern beruhte auf in wenigen Generationen eingetretener Übervermehrung nach dem starken Rückgang der menschlichen Population (drittes Volterra-Gesetz). Das in dieser Hinsicht als sehr konservativ bekannte Smithsonian Institute hat seine Schätzung für Nordamerika vor einiger Zeit auf drei Millionen Menschen verdreifacht. Smithsonian Institute Hernán Cortés gelang es, mit 180 Soldaten und mit verbündeten Indianern, das mächtige Reich der Azteken gänzlich zu vernichten. Auch in der Karibik wurde die Bevölkerung innerhalb kürzester Zeit fast völlig ausgelöscht. Bei anderen Eroberungen, vor allem Perus, kam es zu exzessiven Massakern. Um die Frage der Behandlung der Indianer in Lateinamerika entspann sich ein umfassender ideologischer Konflikt mit den Exponenten Bartolomé de Las Casas als "Generalverteidiger der Indios" und Juán Ginés de Sepúlveda, der die Indios als eine Art Untermenschen betrachtete. Bemühungen zum Schutz der Indios scheiterten, stattdessen wurden die Überlebenden zur Arbeit zum Beispiel in Minen gezwungen. Die spanischen und portugiesischen Kolonisten in Mittel- und Südamerika sandten Unmengen an Gold, Silber und anderen Rohstoffen nach Hause. Die Mutterländer in Europa ihrerseits entsandten Männer nach Übersee, die sich dort mit indianischen Frauen verbanden. Rasch wurden die Länder mit Mestizen bevölkert. Es entstand eine Zweiklassengesellschaft: Die herrschende Klasse bildeten die Spanier und Portugiesen, die untere Klasse die Mestizen und Indianer. In Nordamerika richteten vor allem Krankheiten wie Pocken, Masern und Grippe bei den Indianern katastrophale Schäden an. Die Auswirkungen stehen somit den Opferzahlen der spanischen Grippe nicht nach. Die Indianer verfügten über keinerlei Abwehrstoffe gegen diese für sie neuartigen Krankheiten. Europäische Kolonisten machten sich dies zunutze, indem sie pockeninfizierte Decken an Indianer verteilten. Weiter trugen in den britischen Kolonien in Nordamerika und später in den US-Bundesstaaten die Skalpprämien zur Vernichtung der Indianer bei, manche Bundesstaaten bis in die 1880er Jahren. Ein Skalp wurde als Beweis für die Tötung eines Indianers betrachtet und finanziell entlohnt. Durch dieses System wurde der Massenmord an Indianern zu einem lukrativen Wirtschaftszweig, der ohne den Einsatz der Armee auskam. In Kalifornien beispielsweise wurden so nach dem Goldrausch von 1849 innerhalb von nur zwei Jahrzehnten mehrere zehntausend Indianer ermordet. Skalpprämien Welchen Anteil wirtschaftliche Ausbeutung und desolate Sozialverhältnisse, kriegerische Auseinandersetzungen, Epidemien und geplanter Genozid an dieser demographischen Katastrophe tatsächlich hatten und in welchem Verhältnis sie zueinander standen, wird vermutlich dauerhaft einen ideologischen Streitfall darstellen, der sich aufgrund mangelnder Quellenlage nicht versachlichen kann. Fest steht nur, dass hunderte von Völkern mitsamt ihrer Kultur und Sprache vollständig vernichtet worden sind und die Vernichtung der indianischen Völker die größte demographische Katastrophe in der Geschichte der menschlichen Spezies darstellt. Sowohl in Nord- wie auch Mittel- und Südamerika trugen Missionare unterschliedlichster christlicher Glaubensgemeinschaften das ihre zur Vernichtung der indianischen Kulturen bei. Oft wurden Indianer gezwungen, ihren traditionellen Glauben zu Gunsten des Christentums aufzugeben. Damit verbunden war das Verbot kultureller Eigenheiten. So mussten Männer ihre Haare schneiden, Polygamie war ebensowenig erlaubt wie die Verwendung der Stammessprache. Spanische und teilweise auch andere europäische Kolonisten führten Pferde mit sich, von denen einige flohen und sich besonders in der Wildnis der nordamerikanischen Plains ausbreiteten. Rasch entstanden so indianische Reitervölker. Die Pferde erleicherten die Jagd und den Transport der nomadischen Völker ungemein und führten zu einem veränderten Kräfteverhältnis unter den Völkern. In Nordamerika dauerten die Widerstandskämpfe indianischer Völker gegen die Unterwerfung durch die Weißen bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Seither unterstehen alle der kanadischen respektive US-amerikanischen Staatsgewalt.

Leben der Indianer in der Gegenwart

Mittel- und Südamerika

Plains]] Siehe Hauptartikel: Indigene Völker Südamerikas In vielen Staaten Mittel- und Südamerikas bilden Nachkommen der Indianer heute einen großen Teil der Bevölkerung. In Mexiko wird die indigene Bevölkerung auf 10-30 Prozent geschätzt; Mestizen machen rund 60 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. 10 Prozent der Menschen in Belize sind Indigene, 45 Prozent Halbblute. In Guatamala sind 45 Prozent Nachkommen der Maya. In Bolivien und Peru stellen die Indigenen die Mehrheit. Wenig zahlreich sind sie in Costa Rica, Kuba, in der Dominikanischen Republik und in Uruguay. Nur wenige indigene Sprachen sind amtlich anerkannt, Ausnahmen sind Aymara in Bolivien, Quechua in Bolivien und Peru sowie Guaraní in Paraguay. In Guatamala sprechen 40 Prozent der Menschen Maya, trotzdem gilt sie nicht als offizielle Amtssprache.

Nordamerika

Siehe Hauptartikel: Indianer Nordamerikas In Nordamerika leben die Indianer oft in Reservationen oder Reservaten. In Kanada sind die Reservate ursprünglich eine Nachfolge der Verträge (treaties), die die Indianer mit der Regierung unterschrieben, und die den Indianern bestimmte Stücke Land für ihre eigenen Zwecke "schenkten" und auf denen sie wohnen dürfen, ohne Steuern zu bezahlen. Viele Indianer sind aber in den letzten Jahren in Städte umgezogen, ebenso in den USA. Die Indianerpolitik der USA war wankelmütig und wechselte je nach Regierung. Als Ergebnis leben die Indianer heute meist desillusioniert in Armut. In den USA sind Indianer eher eine Randgruppe mit wenig bis keiner Anerkennung. Gemäss Volkszählung 2000 machen die Indianer und Indigene Alaskas rund 1 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, wovon etwa 85 % außerhalb von Reservationen leben, meist in Städten.

Kultur

Die indianischen Völker Amerikas unterschieden sich vor der Unterwerfung durch die europäsichen Einwanderer stark voneinander. Einige waren Jäger- und Sammler, andere lebten vom Fischfang oder betrieben Landwirtschaft. Einige lebten in kleinen Gruppen, andere hatten hoch entwickelte Nationen gebildet. Trotz der deutlichen kulturellen Unterschiede zwischen den einzelnen Kulturen lassen sich einige Elemente feststellen, die bei den meisten indianischen Ethnien ähnlich sind. Dazu gehören der weit verbreitete Glaube an Tiergeister, das visionäre Fasten sowie der Mythos, dass Amerika auf dem Rücken einer Wasserschildkröte errichtet worden war. Dieser Mythos ist quer durch den ganzen Doppelkontinent anzutreffen. In Nordamerika werden die Kulturen üblicherweise in zehn Kulturareale eingeteilt.

Sprache

Kulturareale Siehe Hauptartikel: Indigene amerikanische Sprachen Schätzungen zufolge waren in Südamerika um 1500 rund 1500 Sprachen verbreitet, davon existieren heute noch 350. Im Gegensatz zu Nordamerika sind die südamerikanischen Indigenensprachen noch wenig erforscht. In Nordamerika werden die Sprachen in rund 30 Sprachfamilien eingeteilt, einige darunter sind umstritten. Rund 10% der nordamerikanischen Indianer sprechen noch ihre traditionelle Stammessprache.

Siehe auch


- Indianerpolitik der USA
- Indianer und Deutsche
- Indianische Literatur
- Indigene amerikanische Sprachen
- Indigene Sprachen Nordamerikas
- Indigene Völker Südamerikas
- Indianer Nordamerikas
- Indigene Völker Mittelamerikas und der Karibik
- Liste berühmter Indianer
- Liste indianischer Kulturen
- Liste nordamerikanischer Indianerstämme
- Mythologie der Indianer

Literatur


- Fagan, Brian M. : Ancient North America - The Archaeology of a Continent (3rd ed, 2000).
- Hurst Thomas, David (Hrsg.):Die Welt der Indianer. Geschichte, Kunst, Kultur von den Anfängen bis zur Gegenwart.
- Josephy, Alvin M. (Hrsg.): Amerika 1492. Die Indianervölker vor der Entdeckung, S. Fischer : Frankfurt/a.M. 1992, ISBN 3-10-036712-X, 594 S.
- Leonard Peltier - Die Bedeutung eines Häftlings für die Indigenen Amerikas. 2000: Incomindios Schweiz (Hg.), Zürich
- Uranwirtschaft in Nordamerika - Die Folgen für die Indigenen. 2001: Incomindios Schweiz (Hg.), Zürich
- Sturtevant, William C.: Handbook of North American Indians. 1978-present: Smithsonian Institution (Hg.), Washington D.C.

Weblinks


- [http://www.aktionsgruppe.de Aktionsgruppe Indianer & Menschenrechte]
- http://www.indianer-wiki.org
- http://www.travallo.de/laender/usa/geschichte/Indians.html
- http://www.incomindios.ch
- http://www.indianer-welt.de/
- http://www.indianerwww.de/ ! Kategorie:Indigene Völker Kategorie:Altamerikanistik Kategorie:Ethnische Gruppe der USA ja:アメリカ大陸の先住民 simple:Native American

Megafauna

Als Megafauna bezeichnet man den Anteil der Tiere, der in einem Habitat die körperlich größten Organismen stellt. Diese Einteilung ist willkürlich, hält sich aber an allgemein gültige Konventionen. Die nächst kleinere Kategorie ist die Makrofauna und die kleinste die Mikrofauna. So werden zum Beispiel im Boden lebende Organismen, die größer als 20 mm sind ist als Megafauna des Bodens bezeichnet. Damit umfaßt die Megafauna des Bodens folgende Tiere: Regenwürmer, große Schnecken, große Gliederfüßer wie die Laufkäfer oder größere Spinnen sowie alle Wirbeltiere, die ganz oder teilweise im Boden leben (Wühlmäuse, Maulwürfe, Kaninchen, diverse Mausarten und weitere Klein- und Großsäuger). Zur Abgrenzung der Megafauna bei den landlebenden Wirbeltieren gibt es verschiedene Definitionen. Eine zählt alle Tiere mit einem Gewicht von mehr als 45 kg dazu, eine andere Raubtiere (Carnivore) über 2 kg plus Pflanzenfresser (Herbivore) über 10 kg. Kategorie:Ökologie Kategorie:Tierwelt

Mammut

Wikipedia:Paläoboxen Wikipedia:Paläoboxen Mammut (v. frz. mammouth < russ.: mamont < vermutlich a. d. Jakutischen) bezeichnet eine Gattung von ausgestorbenen Elefanten, die in der letzten Eiszeit und kurz davor in zahlreichen Formen in Nordamerika, Europa, Asien und Afrika bis zum 40. Breitengrad vorkamen.

Systematik

Die Mammuts haben sich aus einer tertiärzeitlichen Rüsseltiergruppe über mehrere Zwischenformen entwickelt. Dabei spezialisierten sie sich zunehmend auf Grasnahrung und entwickelten Anpassungen an die Kälte:
- Mammuthus (=Mammonteus) primigenius (Wollhaar-Mammut) - jüngeres Pleistozän
- Mammuthus (=Mammonteus) trogontherii (Steppen-Mammut) - mittleres Pleistozän
- Mammuthus (=Archidiskodon) meridionalis (Südelefant) - älteres Pleistozän Im Allgemeinen meint man mit "Mammut" das während der letzten Eiszeit in Europa und Nordasien verbreitete Wollhaarmammut; die meisten Mammutarten waren aber weitgehend unbehaart. Das Wollhaarmammut war eines der beliebtesten Jagdtiere der Menschen im Spätpleistozän. Dies ist durch zahlreiche Höhlenmalereien dokumentiert. Ob eine übermäßige Bejagung das Aussterben der Tiere verursacht hat oder die Klimaveränderungen zum Ende der Eiszeit, ist bis heute nicht vollständig geklärt, aber um 8000 v. Chr. verschwanden die letzten "klassischen" Mammuts in Europa und Asien. Nur auf der ostsibirischen Wrangelinsel überlebten kleine Populationen bis 1700 v. Chr.. Der lateinische Gattungsname Mammut bezeichnet interessanterweise nicht die Mammuts, sondern die nur entfernt verwandten Mastodonten (mit vier Stoßzähnen), die in der letzten Eiszeit ebenfalls behaarte Formen entwickelten.

Entdeckung erhaltener Mammuts

Im asiatischen Teil Russlands werden immer wieder nahezu vollständig im Eis eingeschlossene gut erhaltene Mammut-Körper gefunden. Entdeckt werden diese interessanterweise meist durch den kilometerweit wahrnehmbaren, beißenden Geruch des einsetzenden Verwesungsprozesses, sobald Teile des Tierkörpers durch den Auftauvorgang freigelegt wurden. Neben der raschen Verwesung sorgen auch Aasfresser dafür, dass solche über Jahrtausende gefrorenen Kadaver oft schon binnen Wochen vollständig zerstört werden. Man konnte bereits intaktes Zellmaterial bergen, es wird in Japan, Russland, USA, Deutschland, Frankreich und in den Niederlanden aufbewahrt. Man hofft, eines Tages daraus Mammuts klonen zu können, dies ist zur Zeit jedoch noch ein unbezahlbares utopisches Unterfangen.

Fundorte und Museen

Sieben vollständige Mammutskelette sind im Mammutheum Siegsdorf, ein großes im Naturkundemuseum Siegsdorf im Chiemgau und ein Teilskelett im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Eichstätt zu besichtigen. Weitere, mehr oder weniger vollständige Mammutskelette findet man in Ahlen, Bottrop, Darmstadt, Halle an der Saale, Münster u.a.. Zu wichtigen Fundorten, die viel zur Analyse der Lebensweise der Mammuts beigetragen haben, gehören die Teergruben von Rancho La Brea und die Bechan Cave, eine Höhle, die vor 15.000 Jahre über eine Dauer von 1.500 Jahren von Präriemammuts genutzt wurden.

Literatur


- Garutt, W. E.: Das Mammut, Westarp Wissenschaften, 2004. ISBN 3-89432-171-7
- Lister, Adrian und Bahn, Paul: Mammuts - Riesen der Eiszeit, Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1997. ISBN 3-7995-9050-1
- Stone, Richard: Mammut - Rückkehr der Giganten?, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2003. ISBN 3-440-09520-7
- Ward, Peter D.: Ausgerottet oder ausgestorben? Warum die Mammuts die Eiszeit nicht überleben konnten?, Birkhäuser Verlag, Basel 1998. ISBN 3-7643-5915-3
- Probst, Ernst: Deutschland in der Urzeit, C. Bertelsmann, 1986
- Ziegler, Reinhard (1994): Das Mammut (Mammuthus primigenius BLUMENBACH) von Siegsdorf bei Traunstein (Bayern) und seine Begleitfauna, Münchner Geowissenschaftliche Abhandlungen, 26, Seite 49-80, Verlag Dr.Friedrich Pfeil, München

Links


- [http://www.ylm.se/pressfil/mammut.jpg Foto der Rekonstruktion eines Mammuts in Schweden. Gebaut von Bernard Raymond von Bredow Mammutheum]
- [http://www.mammutheum.de Mammutheum]
- [http://www.mammutmuseum.ch Mammutmuseum] Niederweningen
- [http://www.museum-siegsdorf.de Naturkundemuseum] Siegsdorf Kategorie:Ausgestorbenes Säugetier ja:マンモス

Wollnashorn

Das Wollnashorn (Coelodonta antiquitatis) war eine eiszeitliche Art der Nashörner. Verbreitet war es in den Kältesteppen zwischen Westeuropa und Ostasien. Dass es vom Neandertaler in Mitteleuropa vor 70.000 Jahren gejagt wurde, geht aus mehreren Funden hervor, u.a. aus der Gudenushöhle. Das Wollnashorn lebte als Einzelgänger und dürfte mit einer Kopfrumpflänge von 350 cm und zwei mächtigen Hörnern (das vordere bis 1 m lang) eine schwer zu erjagende Beute gewesen sein. Mit der Klimaänderung starb das Wollnashorn vor etwa 20.000 Jahren aus. Sein nächster Verwandter unter den heute lebenden Nashörnern ist das Sumatra-Nashorn. Siehe auch: Altsteinzeit Kategorie:Unpaarhufer Kategorie:Ausgestorbenes Säugetier

Weblinks


- [http://www.lonetal.net/urtiere_wollnashorn.html Das Wollnashorn]

Moschusochse

Der Moschusoch