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Berlin-Charlottenburg-Nord
Charlottenburg-Nord ist ein Ortsteil im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, der hauptsächlich aus Wohngebieten und Kleingartenanlagen besteht. Hier befinden sich auch der Charlottenburger Teil von Siemensstadt, der Volkspark Jungfernheide und die Gedenkstätte Plötzensee.
Geografie
Geografische Lage
Charlottenburg-Nord liegt östlich der Havel und nördlich der Spree in dem von beiden Flüssen gebildeten Winkel im Berliner Urstromtal.
Ausdehnung des Ortsteilgebiets
Berliner Urstromtal
Charlottenburg-Nord liegt zwischen Hohenzollernkanal im Norden und Osten, Westhafenkanal (Autobahn-Stadtring, Ringbahn) und Spree im Süden. In diesem Gebiet liegen der Volkspark Jungfernheide, die Siedlung Charlottenburg-Nord, die Paul-Herz-Siedlung, die Jungfernheide und Plötzensee.
Nachbarortsteile
Der Ortsteil Charlottenburg-Nord grenzt
im Norden an den Ortsteil Reinickendorf des gleichnamigen Bezirkes,
im Nordosten an den Ortsteil Wedding und im Südosten an den Ortsteil Moabit des Bezirkes Mitte,
im Süden an den Ortsteil Charlottenburg
und im Westen am den Spandauer Ortsteil Berlin-Siemensstadt.
Ortslagen
Der Ortsteil besteht u.a. aus den Ortslagen
Jungfernheide, Paul-Hertz-Siedlung, Plötzensee und der Siedlung Charlottenburg-Nord mit Charlottenburg-Siemensstadt.
Geschichte
Der Ortsteil wurde mit Beschluß der Bezirksverordnetenversammlung vom 30. September 2004 geschaffen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Gedenkstätten
Linkspartei
- Die unter Denkmalschutz stehende Gedenkstätte Plötzensee am Hüttigpfad wurde 1952 auf dem Gelände des ehemaligen NS-Zuchthauses Plötzensee zur Erinnerung an die etwa 2500 hier durch Fallbeil oder Strang hingerichteten Männer, Frauen und Jugendlichen als Gedenk- und Dokumentationsraum nach Plänen von Bruno Grimmek eingerichtet. Hier werden auch Originalakten des Volksgerichtshofes ausgestellt. Die Zugangsstraße wurde nach dem ersten 1934 hier hingerichteten politischen Gefangenen, dem Kommunisten Richard Hüttig, benannt.
- Die Gedächtniskirche Maria Regina Martyrium für von den Nazis hingerichtete Katholiken wurde nach Plänen des Würzburger Dombaumeisters Hans Schädel und des Architekten Friedrich Ebert 1960-63 im Gemeindeteil Plötzensee erbaut. Das Areal gilt als herausragendes Beispiel einer gelungenen Einheit von Kirchenbau und Bauplastik. Der markante Glockenturm am Eingang des kopfsteingepflasterten, von mit schwarz-grauen Basaltkieselplatten verkleideten Mauern eingefaßten Feierhofs mit bronzenem Kreuzweg und Freialtar von Otto Herbert Hajek besteht aus zwei Betonpfeilern, die ein Eingangstor und den zweigeschossigen Glockenstuhl mit fünf Glocken zwischen sich nehmen. Auf der langgestreckten Fassade der Oberkirche befindet sich die dreigliedrige vergoldete Plastik Apokalyptische Frau von Fritz Koenig. Im indirekt beleuchteten Kirchenraum befinden sich unter anderem ein monumentales Altargemälde von Georg Meistermann und eine Sitzende Madonna aus Südfrankreich um 1320.
Bauwerke
- Die im Bezirk um den Goebelplatz liegende östliche Erweiterung der Spandauer Großsiedlung Siemensstadt wurde 1929-31 unter der Gesamtplanung von Hans Scharoun errichtet, wobei bekannte Architekten der Weimarer Republik wie Walter Gropius, Otto Bartning, Hugo Häring, Fred Forbat und Paul Rudolf Henning beteiligt waren. Die Freiflächen gestaltete Leberecht Migge. Markant für die Siedlung sind die an Schiffsarchitektur erinnernden Bauformen, etwa bei Scharouns "Panzerkreuzer". Die Ringsiedlung, wie sie in Anlehnung an den Zusammenschluss progressiver Architekten genannt wird, gilt als beispielhaft für den fortschrittlichen Wohnungsbau der 1920er Jahre mit ihren aufgelockerten, von Freiräumen und Grünstreifen umgeben, meist fünfstöckigen Wohnzeilen. Die Straßen und Plätze wurden nach Technikern, Erfindern und Physikern benannt, auf deren Entdeckungen der Erfolg der Siemens AG beruhte. Dieser Kiez wird auch als Charlottenburg-Siemensstadt bezeichnet.
- Von 1956 bis 1961 entstand die zweite Erweiterung der Siedlung Siemensstadt im westlichen Teil Charlottenburg-Nords mit annähernd 4000 Wohnungen für 12000 Menschen.
- Die Paul-Hertz-Siedlung im Osten wurde mit fast 2700 Wohnungen 1961-1965 nach Planungen von Hans Scharoun und Otto Bartning errichtet. Hans Scharoun nannte seine Bauten "Wohngehöfte".
- Das ehemalige Strafgefängnis Plötzensee am Friedrich-Olbricht-Damm steht als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Es wurde 1868-72 erbaut und ist eine der frühesten Berliner Gefängnisanlagen mit lockerer Bebauung in Rohziegelbauweise: Torhaus, Gefängnistrakte, Beamtenwohnhäuser, Küchenbauten und Kessel- und Maschinenhaus. Die Anstaltskirche befindet sich im oberen Stock des Hauptgebäudes, das jüdische Bethaus wurde 1939 abgerissen, einige Gebäude im Zweiten Weltkrieg zerstört. Auf dem Gelände befinden sich heute die Jugendstrafanstalt Berlin und die Gedenkstätte Plötzensee für die Opfer des Nationalsozialismus. Gegenüber befindet sich ein moderner Erweiterungsbau der JVA.
Parks
- Der Volkspark Jungfernheide wurde 1920 – 1926 auf 112ha nach Plänen des Charlottenburger Gartendirektors Erwin Barth gestaltet. Die Arbeiten wurden hauptsächlich mit Arbeitslosen im Rahmen eines Notstandsprogramm durchgeführt. Aus Geldmangel wurden 1927 die Arbeiten eingestellt, obwohl noch nicht alle Pläne realisiert waren.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
- Die U-Bahn Linie 7 erschließt den Ortsteil mit den Bahnhöfen Jungfernheide, Jakob-Kaiser-Platz und Halemweg.
- Die S-Bahn (Ringbahn) berührt den Ortsteil am U- und S-Bahnhof Jungfernheide, der auch als Regionalbahnhof ausgebaut wurde.
- Während der Bus 123 die Wohnquartiere erschließt und mit der U-Bahn verbindet, dienen die Busse M21, X21, 109 und 128 eher als Zubringer.
- Die Anschlußstelle Jakob-Kaiser-Platz des Autobahnstadtringes und die Anschlußstellen Heckerdamm, Flughafen Tegel und Saatwinkler Damm der Hamburger Autobahn liegen im Ortsteil.
Bildung
Grundschulen
- Die Erwin-von-Witzleben-Grundschule -benannt nach dem Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944- am Halemweg 34 wurde 1962 gegründet. Etwa 340 Schüler werden hier unterrichtet. Französisch kann als 1. Fremdsprache gewählt werden, daneben gibt es einen sportbetonter Zug. Ein Hort ist angeschlossen.
- Die Hermann-Löns-Grundschule -benannt nach dem Journalisten und Schriftsteller am Jungfernheideweg 32 beteiligte sich am Modellprojekt Qualitätsbezogene Innovationen in Grund- und Sonderschulen (QuIGS). Da ihr Einzugsbereich vornehmlich im Spandauer Teil von Siemensstadt liegt, ist eine Übertragung der Hermann-Löns-Grundschule in die Schulträgerschaft des Bezirks Spandau mit der Folge der "Verlagerung" des Einschulungsbereiches nach Spandau daher unverändert sinnvoll, wie das Bezirksamt in der Beantwortung einer schriftlichen Anfrage festhielt.
- Die Helmuth-James-von-Moltke-Grundschule -benannt nach dem Juristen und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime- am Heckerdamm 221 bietet auch Klassen mit Montessori-Pädagogik an. Sie ist eine von elf Berliner gebundenen Ganztagsgrundschulen, die an vier Tagen in der Woche verlässliche Öffnungszeiten zwischen 7:30-16:00 Uhr gewährleisten.
Gymnasien
- Die Poelchau-Gesamtschule -bennant nach dem Anstaltspfarrer in Plötzensee und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus- am Halemweg 24 wurde 1973 eröffnet. Hier werden etwa 1000 Schüler in der sportbetonten Gesamtschule unterrichtet.
Berufsbildende Oberschulen
- Die Anna-Freud-Oberschule -benannt nach der Psychoanalytikerin- am Halemweg 22 ist eine staatliche Fachschule für Sozialwesen mit gymnasialer Oberstufe (Oberstufenzentrum für Sozialwesen). Sie wurde 1977 gegründet und hat etwa 950 Schüler.
Sportstätten
Stadien und Sportplätze
- Sportanlage Jungfernheide, Jungfernheideweg 80
- Sportplatz Heckerdamm, Heckerdamm 206
- Sportplatz Volkspark Jungfernheide, Jungfernheideweg 62
Freibäder
- Freibad Jungfernheide, Jungfernheideweg 60
Persönlichkeiten
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
- Harald Poelchau ( - 5.10. 1903 in Potsdam; † 29.4. 1972 in Berlin). Evangelischer Gefängnisseelsorger in den Haftanstalten Berlin-Tegel und Berlin-Plötzensee 1933-1945, Mitglied der Widerstandsbewegung und des Kreisauer Kreises.
Literatur
- Brigitte Oleschinski: Gedenkstätte Plötzensee. Berlin: Gedenkstätte Dt. Widerstand, 1997 (3. Auflage), ISBN 3-926082-05-4; 2. Auflage Online unter http://www.gdw-berlin.de/pdf/deutsch-screen.pdf
Weblinks
- [http://www.charlottenburg-wilmersdorf.de/wissenswertes/lexikon/charl_nord.html Charlottenburg-Nord]
- [http://www.charlottenburg-wilmersdorf.de/aktuelles/rundgaenge/010224.html Spaziergang durch Charlottenburg-Nord]
- [http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/bvv/drucksachen/02/02551.html Beschluss der BVV zur Bildung neuer Ortsteile]
Charlottenburg-Nord
OrtsteilEin Ortsteil ist ein abgegrenzter bzw. mit eigenem Namen versehener Teil einer Stadt oder Gemeinde (auch "Stadtteil" oder "Gemeindeteil"). Entweder handelt es sich um ehemals selbstständige Gemeinden, die durch eine Eingemeindung im Zuge einer Gemeindereform ihre Selbstständigkeit aufgeben mussten und zu Ortsteilen einer benachbarten oder neuen Gemeinde wurden oder es handelt sich um neue Wohnviertel einer Stadt/Gemeinde ("Neubaugebiete") mit einem eigenen Namen, wenn die Besiedelung abgeschlossen ist.
Je nach Regelung in der Gemeindeordnung des Bundeslandes können Ortsteile auch Ortsteilvertretungen ("Ortschaftsrat", "Ortsrat", "Ortsbeirat") und eigene Ortschaftsverwaltungen sowie einen Ortsvorsteher bzw. einen Ortsbürgermeister haben. Hier spricht man dann meist von der Ortschaft (im rechtlichen Sinne).
Die Benennung neuer Ortsteile ist Angelegenheit der jeweiligen Gemeinde. Dabei muss sie verschiedene Stellen (z.B. Archivverwaltung, Statistische Ämter, Post, Vermessungsämter etc.) hören und darauf achten, dass innerhalb der Gemeinde keine gleichlautenden Ortsteilnamen auftreten.
In größeren Städten werden Ortsteile je nach Bundesland als Stadtbezirke bezeichnet oder zu solchen zusammengefasst. Im Gegensatz zu Ortsteilen, welche eine eigene Ortschaftsvertretung haben können, müssen Stadtbezirke meist eine solche haben. Name, Wahlmodus und Zuständigkeiten dieser Bezirksvertretungen variieren ebenfalls von Bundesland zu Bundesland.
In nordrhein-westfälischen Großstädten bilden Ortsteile inoffizielle Unterordnungen von Stadtteilen, die wiederum Teilmengen eines Stadtbezirks sind.
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Siehe auch Gemeindearten, Kiez, Ortslage
Kategorie:Politische Geographie
Kategorie:Raumplanung
Berlin
Berlin ist Hauptstadt, bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands. Sie ist Stadtstaat und ein eigenständiges Bundesland. Berlin ist nach London die zweitgrößte Stadt der EU.
Historisch war Berlin mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten wie des Markgrafentums/Kurfürstentumes Brandenburg, des Königreiches Preußen, des Deutschen Reiches oder der DDR (nur der damalige Ostteil der Stadt). Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt und seit dem Hauptstadtbeschluss des Deutschen Bundestages von 1991 nimmt die Stadt seit 1999 auch die Funktion als Parlaments- und Regierungssitz Deutschlands wahr.
Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern, Museen und Baudenkmälern.
Geordnete Links auf Artikel mit Berlinbezug finden sich im Portal:Berlin.
Geografie
Geografische Lage
Portal:Berlin
Berlin ist gänzlich vom Bundesland Brandenburg umgeben und liegt im Osten der Bundesrepublik Deutschland, etwa 70 km westlich der Grenze zu Polen. Die Stadt ist einer der Verdichtungsräume der Bundesrepublik.
Berlin befindet sich in eiszeitlich geprägter Landschaft im Warschau-Berliner Urstromtal zwischen den Hochebenen des Barnim und des Teltow. Das historische Zentrum Berlins liegt an der schmalsten Stelle des von der Spree in ost-westlicher Richtung durchflossenen Urstromtals. Im westlichsten Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft, die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee.
Wesentliche Teile des heutigen Berlins liegen auf den beiden Hochebenen: Große Teile der Bezirke Reinickendorf und Pankow liegen auf dem Barnim, während der Hauptteil der Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln auf dem Teltow gelegen ist.
Weder zum Urstromtal noch zum Barnim oder Teltow gehört Berlin-Spandau westlich der Havel, das zum Teil der Nauener Platte zuzurechnen ist.
Die höchsten Erhebungen Berlins sind der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg (115 m ü. NN) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Müggelberge (115 m) im Bezirk Treptow-Köpenick.
Siehe auch: Liste der Erhebungen in Brandenburg und Berlin
Stadtgliederung
Nach dem Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 wurde die Zahl der Verwaltungsbezirke zum 1. Januar 2001 von 23 auf 12 reduziert. Berlin ist seitdem gegliedert in die Bezirke:
- Charlottenburg-Wilmersdorf
- Friedrichshain-Kreuzberg
- Lichtenberg
- Marzahn-Hellersdorf
- Mitte
- Neukölln
- Pankow
- Reinickendorf
- Spandau
- Steglitz-Zehlendorf
- Tempelhof-Schöneberg
- Treptow-Köpenick
Siehe auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins
Klima
Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 9,2 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 578 Millimeter.
Die wärmsten Monate sind Juni, Juli und August mit durchschnittlich 16,6 bis 18,4 Grad Celsius und die kältesten Dezember, Januar und Februar mit 0,5 bis 1,8 Grad Celsius im Mittel.
Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten Juni und August mit 62 bis 67 Millimeter im Durchschnitt, der wenigste im Februar, April und Oktober mit 36 bis 38 Millimeter im Mittel.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Berlins
Die Stadt Cölln, Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln (auf der Spreeinsel gelegen), wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt, 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, welches sich auf dem nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun. Er geht vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück.
1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg und blieb dies bis 1440. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als deutsche Kaiser. Die Einwohner von Berlin haben diese Veränderungen nicht immer begrüßt.
Preußen
Preußen
Preußen]
1448 revoltierten sie im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin dann Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben.
Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: ein Drittel der Häuser wurden beschädigt, die Bevölkerung halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er startete eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Ab dem folgenden Jahr kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt.
1671 wurde fünfzig jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg.
1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrich I. zum König den Status der Hauptstadt Preußens. Per 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Aber schon bald entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten. 1861 kam es zur Eingemeindung von Wedding, Moabit sowie der Tempelhofer, der Schöneberger, der Spandauer und weiteren Vorstädten. 1871 wurde Berlin dann Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte dann mit dem Groß-Berlin-Gesetz erneut eine umfassende Eingemeindung mehrerer Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke rund um Berlin. Berlin hatte damit rund vier Millionen Einwohner.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches. Die Nazis nutzten die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Sommerspiele für Propagandazwecke. Es gab auch Pläne, Berlin zur Welthauptstadt Germania umzubauen. Diese wurden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg vereitelt.
Während des Krieges wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf zerstört. Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und die Kapitulation 1945 wurde Berlin, analog zu der Regelung für das gesamte Deutschland, in vier Sektoren aufgeteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion von nun an den Ostteil bildete.
Für Gesamtberlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Alliierten mit der so genannten Luftbrücke erfolgreich zu umgehen versuchten.
Nach der Gründung der demokratischen Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands, beides im Jahr 1949, verschärfte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihre Hauptstadt nach Bonn verlegte, was zunächst als Provisorium gedacht war, ernannte die DDR Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR. Der Ost-West-Konflikt gipfelte im Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961.
Berlins Osten und Westen waren nun vollkommen voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins. 1971 wurde das Viermächte-Abkommen über Berlin unterzeichnet. Während die Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Vier-Mächte-Status über Gesamt-Berlin.
1989 kam es unter dem Druck der ostdeutschen Bevölkerung zur Wende in der DDR, die Mauer fiel. Bereits 1990 wurden die beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt. 1991 beschloss der Bundestag nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt auch wieder Sitz der deutschen Bundesregierung sein sollte. Am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf.
Bevölkerung
Parlament
Parlament
In Berlin leben 3.389.078 Einwohner (Stand Ende März 2005) auf einer Fläche von 891,75 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte der Region beträgt 3.811 Einwohner pro Quadratkilometer.
Der durchschnittliche Berliner im Jahre 2004 war 41,7 Jahre alt. Das entspricht einer Erhöhung von 2,5 Jahren über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Im Juni 2005 lebten rund 458.600 Einwohner mit ausländischem Pass aus 185 Staaten in Berlin. Das entspricht rund 13,5 Prozent. Insgesamt wohnen rund 36.000 Bürger aus dem nächstgelegenen Nachbarland, Polen, sowie rund 119.000 Türken in Berlin. Berlin hat außerhalb der Türkei die größte türkische Gemeinde in Europa. 2004 erhielten nach Angaben des statistischen Landesamts 6507 Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft
Laut dem Statistischen Landesamt (2005) sind 60 Prozent der Berliner nicht Mitglied einer Religionsgemeinschaft, 23 Prozent evangelische Christen, 9 Prozent Katholiken und sechs Prozent Mitglied der islamischen Gemeinde.
Einwohnerentwicklung
Im Jahre 1919 lebten in Berlin 1,9 Millionen Menschen. Mit der Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin verdoppelte sich die Einwohnerzahl am 1. Oktober 1920 sprunghaft auf 3,9 Millionen. Die neue Stadtgemeinde vergrößerte sich in der Fläche auf das Dreizehnfache: von 66,93 auf 878,1 Quadratkilometer.
811,17 Quadratkilometer mit 1,9 Millionen Menschen waren aus der damaligen Provinz Brandenburg an die neue Stadtgemeinde gekommen; das waren zwei Prozent des Territoriums, jedoch fast 44 Prozent der Bevölkerung Brandenburgs. Die neue Fläche entsprach damit fast der Größe der Insel Rügen (926,4 Quadratkilometer). Berlin war 1920 zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt der Welt nach Los Angeles und nach der Einwohnerzahl – hinter London und New York – zur drittgrößten Stadt der Erde geworden.
Bis 1934 wuchs die Bevölkerung Berlins auf einen Höchststand von 4,464 Millionen, sank dann aber, bedingt durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und der Teilung der Stadt, bis 1980 um 30 Prozent auf einen Tiefststand von drei Millionen. Der Bevölkerungsverlust in den Jahren 1950 bis 1960 wurde vor allem durch Abwanderungen aus Ost-Berlin verursacht. Während West-Berlin einen Zuwachs von 2,58 % verzeichnete, sank in Ost-Berlin die Einwohnerzahl um 9,86 %. Diese so genannte Abstimmung mit den Füßen war Ausdruck der Unzufriedenheit vieler Ostberliner. Seit 1980 verzeichnete die Stadt wieder einen Anstieg um 350.000 auf circa 3,39 Millionen Einwohner im Januar 2005.
Nach Berechnungen wird die Einwohnerzahl Berlins wegen der niedrigen Geburtenraten bis 2050 auf rund drei Millionen sinken.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.
¹ Volkszählungsergebnis
Politik
2005]
Hauptartikel: Politik in Berlin
Berlin ist seit der Wiedervereinigung der ehemals getrennten beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ein vollwertiges Bundesland und zugleich eine kreisfreie Stadt, die in nunmehr zwölf Bezirke untergliedert ist. Daneben ist Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland.
Der Deutsche Bundestag entschied im so genannten Hauptstadtbeschluss am 20. Juni 1991, dass Berlin auch Regierungs- und Parlamentssitz des vereinigten Deutschlands werden soll. Somit ist die Stadt heutzutage Sitz der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates.
Das Land Berlin
Das Landesparlament des Landes Berlin, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zur Zeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Die Linkspartei., Bündnis 90/Die Grünen und FDP vertreten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Linkspartei.PDS bilden eine Koalition.
Die Landesregierung, die Exekutive, ist der Senat von Berlin, bestehend aus dem Regierenden Bürgermeister (derzeit Klaus Wowereit, SPD) und bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist dabei zugleich Repräsentant des Landes und der Stadt.
1996 scheiterte eine Volksabstimmung zur Vereinigung der Bundesländer Berlin und Brandenburg am Widerstand der Brandenburger Bevölkerung.
Wappen und Flagge
Hauptartikel: Hoheitszeichen Berlins
Die Verwaltung
Hoheitszeichen Berlins
Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar und sind somit stark vom Senat und auf Verwaltungsebene von den Senatsverwaltungen abhängig, die die Fachaufsicht ausüben. Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene – allerdings nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete – Volksvertretung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), welche das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt. Bürgermeister und Stadträte haben daher trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahlbeamten inne.
Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät.
Berlin hat pro Kopf der Bevölkerung die meisten Landesbeamten. Dies entstammt zum Teil noch der Situation der geteilten Stadt mit Westberliner Exklave, deren Beamtenschaft für das Bundesland übernommen wurden.
Siehe auch: Bezirksverwaltung in Berlin
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Hauptartikel: Sehenswürdigkeiten in Berlin
Theater
Sehenswürdigkeiten in Berlin]
Berlin ist bekannt für seine zahlreichen Theater- und Kleinkunstbühnen. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und das Deutsche Theater Berlin. Es verfügt außerdem über drei Opernhäuser, die Staatsoper, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Jedes Jahr finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele, die Berlinale, mit der Verleihung des Goldenen Bären statt.
Daneben besitzt Berlin mehrere Orchester und Chöre. Neben den Berliner Philharmonikern und dem Berliner Sinfonie Orchester gibt es mehrere Orchester und Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Dies sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Kent Nagano), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und der RIAS Kammerchor (Daniel Reuss). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit Chor) im Konzerthaus, der Philharmonie oder in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf. Im Berliner Sängerbund sind 236 Laienchöre mit über 10 000 Mitgliedern vereinigt.
Museen
Berliner Sängerbund ]
Hauptartikel: Museen in Berlin
Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel durch königliche Order zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“ bestimmt. In der Folge entstanden dort mehrere Museen, wie das Alte Museum im Lustgarten, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bodemuseum und das Pergamonmuseum. Diese Museen stellen vor allem Exponate aus der Zeit der Antike aus.
Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen über vielfältige Themen. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen, das Bauhaus-Archiv ein Architekturmuseum. Das Jüdische Museum zeigt eine ständige Ausstellung zu 2.000 Jahren jüdisch-deutscher Geschichte. Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. In Dahlem konzentrieren sich zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg wurde auf dem Areal des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Stasi-Museum eingerichtet. Das Museum am Checkpoint Charlie, auch als Mauermuseum bekannt, zeigt Momente aus der Teilungsgeschichte.
Bauwerke
Checkpoint Charlie]
Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Viktoria gekrönt, die von ihrem Schöpfer Johann Gottfried Schadow jedoch als Friedensgöttin Eirene gedacht war. Das Tor ist das westliche Ende der Straße Unter den Linden, die sich bis zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom hinzieht. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften.
1990
In diesem Areal liegen die im Jahre 1743 im Rokokostil erbaute Deutsche Staatsoper, die zwischen 1774 und 1780 errichtete Staatsbibliothek, das von 1695 bis 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter gebaute barocke ehemalige Zeughaus und die zwischen 1747 und 1773 errichtete Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Bistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Die im Jahre 1809 eröffnete Humboldt-Universität zu Berlin, an welcher der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel lehrte, brachte 27 Nobelpreisträger hervor.
Eine beliebte Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften, Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde zwischen 1891 und 1895 erbaut. Sie markiert das östliche Ende des Boulevards. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Gleich daneben entstand nach Plänen Egon Eiermanns von 1959 bis 1961 eine neue Kirche auf achteckigem Grundriss mit einem sechseckigen frei stehenden Kirchturm.
Die östliche Verlängerung des Kurfürstendammes bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das zwischen 1963 und 1965 erbaute Europa-Center befinden. Das 22-stöckige Gebäude beherbergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros, ein Kino und eine Aussichtsplattform. In nordöstlicher Richtung erstreckt sich mit über drei Kilometern Länge die größte Parkanlage Berlins, der Tiergarten.
Tiergarten
In der Nähe des Brandenburger Tores befinden sich die 1957 errichtete Kongresshalle und das zwischen 1884 und 1894 gebaute Reichstagsgebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Seit dem Jahre 1999 ist das Gebäude Sitz des Deutschen Bundestages. Einen Besuch wert ist auch der Zoologische Garten von Berlin, einer der größten und ältesten der Welt, und das 1785 errichtete Schloss Bellevue, einst Sommerwohnung von Prinz August Ferdinand, des Bruders Friedrich des Großen, heute Amtssitz des Bundespräsidenten.
Bundespräsident]
Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Zu deren Wiederaufbau gehörte unter anderem die Restaurierung der 1866 fertig gestellten Neuen Synagoge. Sie wurde durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. 1995 wieder eröffnet dient sie heute als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur. In nördlicher Richtung liegt der älteste jüdische Friedhof der Stadt.
Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Gebäude Deutschlands – und das Rote Rathaus. Zwei Statuen, eine männliche und eine weibliche, mit Blick auf den Eingang des Rathauses sollen an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Sehenswert im östlichen Zentrum Berlins sind der alte Stadtteil Prenzlauer Berg und die Einkaufsstraßen Schönhauser Allee und Kastanienallee.
Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins, von der mehrere große Straßen ausgehen. Er wurde 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen angelegt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern.
1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der fühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. Durch die Hochhausbebauung des Potsdamer Platzes, die eine große Anzahl an Geschäften und Restaurants beherbergen, hat dieser sich als Bindeglied zwischen den bis zur Wende getrennten Stadthälften entwickelt.
In Charlottenburg wurde das Olympiastadion für die Olympischen Sommerspiele von 1936 errichtet, sowie der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau und das im Stil des Klassizismus erbaute Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss), ehemals Wohnsitz des Naturforschers und Geographen Alexander von Humboldt.
Parkanlagen
Alexander von Humboldt ]]
Alexander von Humboldt]
Alexander von Humboldt]
Der Große Tiergarten liegt im Zentrum Berlins, im Ortsteil Berlin-Tiergarten des Bezirks Mitte. Mit 210 Hektar ist er der größte Berliner Park. Einige große Straßen durchschneiden den Park, darunter die Ost-West-Achse Straße des 17. Juni. Sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte die Siegessäule steht.
Der erste Tiergarten wurde schon 1527 angelegt, allerdings an anderer Stelle, nämlich in der Nähe des Berliner Schlosses, westlich der Cöllner Stadtmauer. Das kleine Gebiet wurde seit 1530 nach Westen und Norden hin durch Zukäufe erweitert, bis zu den Grenzen des heutigen Tiergartens und darüber hinaus.
Neben dem Tiergarten mit seinen zahlreichen historischen Gebäuden gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt und war 1896 Schauplatz der Großen Berliner Gewerbeausstellung. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821 und 1822 als Neues Gartenhaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte.
Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten Berlin. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt. Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Kleistparks in Schöneberg, ab 1897 folgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem. Mit einer Fläche von über 43 Hektar und etwa 22.000 verschiedenen Pflanzenarten gehört er zu den größten und weltweit bedeutendsten Botanischen Gärten und ist der größte in Europa. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt.
Im Südwesten von Berlin an der historischen Brücke zu Potsdam liegt unter anderem die Pfaueninsel mit dem zwischen 1794 und 1797 im Stil einer Ruine erbauten Lustschloss und einem englischen Garten.
Freizeit und Erholung
englischen Garten]
Der von der Havel durchflossene Große Wannsee bedeckt eine Fläche von 260 Hektar. Mit ihm besitzt Zehlendorf, eine der bevorzugtesten Wohngegenden der Stadt, Berlins beliebtestes Naherholungsgebiet, das Wassersport, Ausflugsschifffahrt und das Strandbad Wannsee bietet.
In der Villa Am Großen Wannsee 56-58 allerdings fand am 20. Januar 1942 die sogenannte Wannsee-Konferenz "zur Endlösung der Judenfrage" statt. Heute ist dort eine Gedenkstätte eingerichtet.
Der Müggelsee und die Müggelberge im Südosten Berlins sind zu allen Jahreszeiten beliebte Ausflugsziele. Das Strandbad ist in den Sommermonaten ein Besuchermagnet. Der Müggelsee ist der größte der Berliner Seen. Vielfach findet man die Bezeichnung Großer Müggelsee, da er mit dem Kleinen Müggelsee einen Bruder hat, der allerdings lediglich 0,16 Quadratkilometer umfasst.
Der See dehnt sich über 7,4 Quadratkilometer aus (maximal 4,3 Kilometer lang; 2,6 Kilometer breit) und ist bis zu acht Meter tief. Der See und die am Südrand gelegenen Müggelberge, mit 115 Meter die höchsten Berliner Erhebungen, entstanden während des Pleistozäns. Auf dem sogenannten Kleinen Müggelberg wurde 1889 der vielbesuchte und beliebte Müggelturm errichtet, der einen Ausblick über den See und die Wälder bis hin zur Stadtsilhouette Berlins bietet beziehungsweise bot.
Sport
Müggelturm]
In Berlin gibt es zahlreiche Sportvereine, wobei sich die meisten dem Breitensport widmen. Ein paar Vereine sind aber zusätzlich auch im Bereich des professionellen Sports tätig. Dazu zählen insbesondere im Fußball Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, im Eishockey die Eisbären, im Basketball Alba und im American Football Berlin Thunder. In der Volleyball-Bundesliga ist die Hauptstadt gleich mit drei Vereinen vertreten.
Jedes Jahr findet in Berlin der weltbekannte Berlin-Marathon sowie das ISTAF statt. Nachdem Berlin die Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2000 verloren hatte, wird im Jahr 2006 nun das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin ausgetragen werden. Dazu wurde das Olympiastadion komplett saniert. Im Jahr 2009 werden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion ausgetragen.
Wirtschaft
Leichtathletik-Weltmeisterschaften]
Hauptartikel: Wirtschaft Berlins
Das Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin betrug im Jahr 2001 75,8 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Hamburg erzielte ein Bruttoinlandsprodukt von 73,7 Mrd. Euro, im Land Brandenburg waren es 42,3 Mrd. Euro (Quelle: IHK-Bericht 2000/2001).
In Berlin gab es 2001 insgesamt 138.688 der Industrie- und Handelskammer zugehörige Betriebe. Davon waren 48.289 im Handelsregister eingetragen und 90.399 so genannte Kleingewerbetreibende (IHK-Bericht 2000/2001).
Über 80 Prozent der Unternehmen Berlins gehören dem Tertiärsektor an. Mit 1,2 der 1,5 Millionen Arbeitnehmer Berlins sind in diesem Bereich ebenfalls weit über 80 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Berlin ist also Hochburg des Dienstleistungssektors. Die Bruttowertschöpfung liegt bei rund 69 Mrd. Euro pro Jahr.
Medien
Bruttowertschöpfung
Hauptartikel: Berliner Medienlandschaft
Berlin ist der Sitz vieler regional und bundesweit sendender Rundfunkanstalten. Neben Fernsehsendern wie MTV, Nick, bald auch VIVA und VIVA Plus, Sat.1, N24, TV.Berlin oder FAB gibt es in Berlin eine große Anzahl so genannter Privatradios. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender RBB und Deutsche Welle TV haben hier ihren Sitz. Der politischen Bedeutung als Hauptstadt tragen die meisten überregionalen Sender wie ARD, ZDF, RTL oder DeutschlandRadio mit einem „Hauptstadtstudio“ Rechnung.
In Berlin erscheinen die meisten Tageszeitungen Deutschlands. Die größten Abonnement-Zeitungen sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel, die alle drei jeweils einen umfangreichen Berlin-Teil aufweisen. Bundesweite Bedeutung haben die linksliberale taz, die konservative Welt, das Linkspartei-nahe Neue Deutschland und die Linkspartei-kritische Junge Welt. Außerdem gibt es in Berlin die Boulevardzeitungen B.Z., Bild Berlin und Berliner Kurier.
Neben den Zeitungen gibt es verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner Abendblatt oder die Zweite Hand; außerdem erscheinen verschiedene Stadtmagazine wie der Tip, (030) oder die Zitty.
In Berlin haben der Verlag Walter de Gruyter und der Springer-Verlag ihren Sitz. Sie bieten neben Büchern und Zeitschriften auch viele multimediale Angebote.
Infrastruktur
Öffentlicher Verkehr
Springer-Verlag
Springer-Verlag]
Dem innerstädtischen Verkehr dienen die S-Bahn – betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH – sowie die U-Bahn, Straßenbahnen und Busse – betrieben von der BVG.
Wie man der Netzspinne leicht entnehmen kann, wird die Innenstadt in Ost-West-Richtung von der als Hochbahn angelegten Stadtbahn durchquert, welche parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet das Westkreuz mit dem Ostkreuz, und passiert dabei den Bahnhof Charlottenburg, den Zoologischen Garten, den Lehrter Bahnhof, den Bahnhof Friedrichstraße, den Alexanderplatz und den Ostbahnhof.
Auf der Nord-Süd-Achse übernimmt die U-Bahnlinie 9 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die teilweise unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Die S-Bahntrasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Noch im Bau befindet sich die größtenteils unterirdische Fernbahntrasse vom Bahnhof Papestraße über den Lehrter Bahnhof bis nach Gesundbrunnen (als Teil des so genannten Pilzkonzeptes). Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, welche die Innenstadt einschließt.
Zum Eisenbahnknotenpunkt Berlin gehört auch der bei Potsdam gelegene Rangierbahnhof Seddin. Für den Regionalverkehr verkehren Regionalbahn- und Regionalexpresslinien der Deutschen Bahn sowie zwei InterConnex-Linien.
Siehe auch: Liste Berliner Bahnhöfe
Autobahnen
Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahn-Halbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (Berliner Ring).
Von der A 100 gibt es innerhalb des Stadtgebiets folgende Autobahnen Richtung Berliner Ring:
- A 111 in Richtung Nordwesten (Richtung Hamburg und Rostock)
- A 113 in Richtung Südosten (Richtung Dresden und Cottbus). Diese Autobahn beginnt derzeit erst am Dreieck Treptow im äußersten Südosten der Stadt. Bis 2007 soll der im Bau befindliche Anschluss von der A 100 (beginnend am Dreieck Neukölln) bis zur Berliner Stadtgrenze fertig gestellt sein. Am 14. Juli 2004 wurde dazu das erste Teilstück vom Dreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Späthstraße für den Verkehr freigegeben.
- A 115 in Richtung Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig), deren anfängliches gerades Teilstück umgangssprachlich auch heute noch AVUS genannt wird.
Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt noch die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin.
Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100)) nach Süden hin mit Berlin-Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam.
Flughäfen
Berlin besitzt drei Flughäfen: Tegel (TXL), Tempelhof (THF) und Schönefeld (SXF). Letzterer liegt allerdings knapp hinter der Berliner Stadtgrenze und befindet sich somit im Land Brandenburg. Langfristig ist geplant, den Flughafen Schönefeld zu vergrößern, um die im Innenstadtbereich liegenden Flughäfen Tegel und Tempelhof zu entlasten beziehungsweise zu schließen. Das Großprojekt Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) stößt bei einigen Anwohnern in Berlin und Brandenburg auf Widerstand.
Mit dem bereits geschlossenen Flugplatz Johannisthal besaß Berlin den ersten Flugplatz Deutschlands.
Energieversorgung
Die Energieversorgung von Berlin verfügt über einige Besonderheiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde geplant, Berlin über eine als Erdkabel ausgeführte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) vom Kraftwerk Dessau zu speisen. Mit dem Bau dieser Anlage wurde 1943 begonnen, sie konn
Gedenkstätte PlötzenseePlötzenseeKategorie:Widerstand gegen den Nationalsozialismus
HohenzollernkanalHohenzollernkanal ist der ursprüngliche Name des am 17. Juni 1914 eröffneten und noch heute bewirtschafteten Oder-Havel-Kanals. Zwischenzeitlich hieß der Kanal Großschiffahrtskanal.
Kategorie:Gewässer in Berlin
Kategorie:Kanal
Bundesautobahn 100
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Berliner Ringbahn
Die Ringbahn in Berlin ist eine ringförmige, rund 37,5 km lange Bahn-Trasse, die um die Innenstadt herum verläuft. Wegen ihrer Form wurde sie auch Hundekopf genannt. Sie besteht aus dem S-Bahn-Ring und dem Güterinnenring. Vom S-Bahn-Ring bestanden Verbindungen zur Stadtbahn im Westen zum Westend (abgebaut) und nach Halensee (nur noch eingleisig), im Osten Verbindungskurven am Ostkreuz zur Warschauer Straße (nördliche Kurve außer Betrieb).
Geschichte
Der Bau der Ringbahn wurde 1862 vom damaligen preußischen König Wilhelm I. beschlossen. Sie sollte außerhalb der damaligen Stadtgrenzen verlaufen. 1877 wurde die Trasse fertiggestellt. Anfangs fuhren die Züge im südlichen Teil, dem so genannten Südring, zum Potsdamer Ringbahnhof (ein Flügelbahnhof des Potsdamer Bahnhofs am Potsdamer Platz) und kehrten dort wieder um.
Ab 1929 war die S-Bahn - Strecke vollständig elektrifiziert. Von 1944 bis 1961 herrschte Vollring-Betrieb: Die Züge fuhren ohne zu kehren im Kreis, weil die Spitzkehre durch die Bombardierungen zerstört worden war. Der Mauerbau unterbrach den durchgehenden Betrieb: Während auf West-Berliner Seite die Fahrgastzahlen zwischen Gesundbrunnen und Sonnenallee durch politisch motivierte Aufrufe zum Boykott immer weiter abnahmen, entwickelte sich die Ost-Berliner Strecke von Schönhauser Allee nach Treptower Park zu einer wichtigen Nord-Süd-Tangente.
Der S-Bahnbetrieb auf dem westlichen Ringteil wurde 1980 eingestellt und erst am 17. Dezember 1993 mit dem Abschnitt (Baumschulenweg –) Neukölln – Westend wieder aufgenommen. Bis zur vollständigen Schließung des S-Bahnringes erfolgten abschnittweise Wiederinbetriebnahmen Westend – Jungfernheide (15. April 1997), Neukölln – Treptower Park (19. Dezember 1997) und Jungfernheide – Westhafen (19. Dezember 1999). Als vorletzte Ringschließung fahren seit September 2001 wieder S-Bahnen über die ehemalige Grenze zwischen Schönhauser Allee und Gesundbrunnen.
Erst mehr als zwölf Jahre nach dem Mauerfall gelang es am 16. Juni 2002, die letzte Lücke der S-Bahn zwischen Westhafen und Gesundbrunnen mit der Zwischenstation Wedding wieder zu schließen. Werbemäßig wurde diese Eröffnung auch „Wedding-Day“ genannt.
Seitdem ist der S-Bahnbetrieb wieder durchgehend, es wird jedoch kein Vollring, sondern nach dem Schneckenkonzept gefahren: Die Züge kommen von Süden in Neukölln auf den Ring und umrunden ihn anderthalb mal, bis sie auf einem Ringbahnhof enden. Dies liegt vor allem daran, dass die Fahrt genau 63 Minuten dauert, wodurch sich kein günstiger Takt ergibt.
Jedoch ist es geplant ab dem 28. Mai 2006 die Ringbahn wieder nach dem Vollring-Konzept fahren zu lassen, dafür sollen dann die auf den Ring kommenden Linien S45 in Hermannstraße, die S46 in Westend und die S47 in Papestraße enden. Bisher fahren diese noch bis Gesundbrunnen. Dies soll durch durchgängigen Einsatz von Neubauzügen der Reihe 481 sowie Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer (abgekürzt ZAT) erreicht werden. Dann braucht die S-Bahn für eine Vollringrunde nur noch 60 Minuten.
Seitenäste
Von der Ringbahn gehen und gingen Seitenäste in folgende Richtungen:
- von Gesundbrunnen und Schönhauser Allee über Bornholmer Straße nach Pankow und Schönholz
- von Treptower Park und Neukölln nach Schöneweide
- von Jungfernheide
- über Wernerwerk nach Gartenfeld („Siemensbahn“, ohne Verkehr, teilweise abgebaut)
- über Siemensstadt–Fürstenbrunn (Berlin) nach Spandau (ohne Verkehr, teilweise abgebaut)
Eine Verbindungskurve zur Stadtbahn exisitiert noch zwischen Halensee und Charlottenburg.
Bahnhöfe auf der Ringbahn
S-Bahnhöfe
Gesundbrunnen - Wedding - Westhafen - Beusselstraße - Jungfernheide - Westend - Messe Nord / ICC - Westkreuz - Halensee - Hohenzollerndamm - Heidelberger Platz - Bundesplatz- Innsbrucker Platz - Schöneberg - Papestraße - Tempelhof - Hermannstraße - Neukölln - Sonnenallee - Treptower Park - Ostkreuz - Frankfurter Allee - Storkower Straße - Landsberger Allee - Greifswalder Straße - Prenzlauer Allee - Schönhauser Allee - Gesundbrunnen.
Güterbahnhöfe
Moabit – Greifswalder Straße – Frankfurter Allee – Güterbahnhof Treptow – Neukölln – Tempelhof – Wilmersdorf – Halensee (abgebaut) – vom Ring abzweigend der Güterbahnhof Charlottenburg (abgebaut)
Siehe auch
- Liste Berliner Bahnhöfe
- Liste von Eisenbahnstrecken in Deutschland
Literatur
- Berliner S-Bahn Museum: Strecke ohne Ende – Die Berliner Ringbahn. Verlag GVE, Berlin. ISBN 3892180741
- Michael Bienert, Ralph Hoppe: Eine Stunde Stadt. ISBN 3814800966
Weblink
- [http://www.epilog.de/Berlin/Eisenbahn/Ringbahn/Chronik_Ringbahn_Chronik131.htm Sehr ausführliche Chronik]
- [http://www.stadtschnellbahn-berlin.de/strecken/02/index.html Viele Informationen und Bilder zur Ringbahn]
Kategorie:Bahnstrecke
Ringbahn
JungfernheideJungfernheide ist ein ehemaliger Gutsbezirk und nunmehr eine Ortslage im Ortsteil Charlottenburg-Nord des Berliner Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Volkspark Jungfernheide (Jungfernheidepark) gehört zu dieser Ortslage.
Namensabstammung
Der Name dieser Gegend ist von den Jungfern abgeleitet, womit die Angehörigen des Spandauer Nonnenklosters gemeint sind.
Geschichte
Forst- und Jagdland
Das östlich von Spandau gelegene Wald- und Heideland wurde bis um 1800 als kurfürstliches und königliches Jagdrevier genutzt.
Im Jahre 1823 wurden aus den Forstrevieren Charlottenburg und Tegel die Gutsbezirke Tegeler Forst und Jungfernheide gebildet.
Militärische Nutzung
Ab 1824 befanden sich Exzerzier- und Schießplätze in der Jungfernheide. Unter anderem wurde 1828 der Reinickendorfer Artillerie-Schießplatz von König Friedrich II. hierher verlegt.
Verkehrsanbindung
Der Bahnhof Jungfernheide wurde 1877 eröffnet. In diesem Jahr wurde der westliche Teil der Ringbahn vollendet, der vor allem für militärische Zwecke gebaut worden war. Er führte etwa 500 Meter am damaligen westlichen Stadtrand vorbei.
Der Flughafen Berlin-Tegel entstand nach dem 2. Weltkrieg in der eigentlichen Jungfernheide.
Der S-Bahnhof "Berlin-Jungfernheide", von dem seit 1980 mit der Stilllegung der Strecke "Sonnenallee - Jungfernheide" keine S-Bahn mehr fuhr, entwickelte sich seit der Wiedereröffnung im Jahre 1997 zu einem wichtigen Umsteigeknoten im Nordwesten Berlins. Hier gibt es Umsteigemöglichkeiten zwischen den S-Bahn-Linien S41, S42, S45, S46, S47, der U-Bahnlinie 7, Regionalzügen und Schnellbussen zum nahe gelegenen Flughafen Tegel.
Wasseraufbereitung
Im Jahre 1896 wurde das Wasserwerk Jungfernheide in Betrieb genommen. Hier wurde das Trinkwasser aus dem Tegeler See aufbereitet. Seit 2001 ist das Wasserwerk stillgelegt mit der Option der jederzeitigen Wiederaufnahme des Betriebs.
Der 38m hohe Wasserturm wurde als expressionistischer Klinkerbau 1927 erbaut.
U-Bahnhof
1927
Den U-Bahnhof Jungfernheide wurde am 1. Oktober 1980 im Zusammenhang der Streckeninbetriebnahme Rohrdamm - Richard-Wagner-Platz der Linie U7 eröffnet. Eigentlich war an diesem Punkt ein Umsteigen zur S-Bahn geplant, die jedoch infolge des Reichsbahnerstreiks zwei Wochen vorher stillgelegt wurde. Die Gestaltung übernahm, wie bei allen U-Bahnneubauten dieser Zeit, der Architekt Rainer Rümmler. Es zeigt sich ein mit bunten Blumen verzierter Bahnhof, der jedoch durch die karge Beleuchtung sehr dunkel erscheint.
Dennoch war dieser U-Bahnhof nicht irgendeine Station, hier sollte zukünftig eine weitere Linie zum Flughafen Tegel beziehungsweise zum Lehrter Bahnhof fahren. Dafür wurden zwei Bahnsteige übereinander errichtet, jeweils die westliche Bahnsteigkante wird von der U7 genutzt, die andere ist durch einen großen Zaun abgesperrt. Diese Planung gibt es bis heute, hier soll die U5 aus Hönow fahren, dies ist jedoch sehr utopisch.
Seitdem die Ringbahn wieder in Jungfernheide hält wurde auch ein direkter Übergang zur S-Bahn hergestellt, ebenfalls zur kurzzeitig fahrenden Regionalbahn, die ab 2006 wieder einen immerwährenden Halt bekommt.
S-Bahnhof
Ringbahn
Ringbahn
Nachdem der preußische König Wilhelm I. den Bau einer Ringbahn um Berlin beschloss, wurde in diese in mehreren Schritten zwischen 1871 und 1877 dem Verkehr aufgenommen. In der Nähe der Jungfenheide wurde gleichnamiger Bahnhof mit einem Mittelbahnsteig nachträglich im Jahr 1894 eingefügt. Da ab 1908 auch Vorortbahnen vom an der Spree gelegenen Lehrter Bahnhof in die Vorstädte Wustermark, Nauen, etc. hier halten sollten, wurde neben dem schon vorhandenen Bahnsteig (mit 'A' bezeichnet) ein weiterer hinzugefügt (Buchstabe 'B').
In den Zwanziger Jahren wurden nach und nach die Vorortstrecken mit Stromschienen elektrifiziert, da dort das neue S-Bahn-System Einzug erhalten sollte. Am Bahnhof Junfgernheide geschah das am B-Bahnsteig im Jahr 1929. Doch nicht nur die Elektrifizierung sondern auch ein dritter Mittelbahnsteig machte dieses Jahr für die Station bedeutsam. Der Siemenskonzern hatte für seine Werkarbeiter eine eigene S-Bahnstrecke finanziert, die selbstverständlich auch einen Anschluss ans restliche Netz erhalten. Dafür wurde der nächstgelegene Bahnhof Jungfernheide ausgewählt. Dafür wurde etwas weiter östlich der schon vorhandene Perrons ein weiter Bahnsteig, der mit 'C' bezeichnet wird, errichet. Damit war ein einzigartiges Kuriosum geschaffen, da die S-Bahn von Gartenfeld, das heißt von der Siemensbahn, zweimal an der Station Jungfernheide hielten: Zuerst am Bahnsteig B und nach etwa 200 Metern am Bahnsteig C.
In Zeiten des Zweiten Weltkrieges wurde der Betrieb bis April 1945 aufrecht gehalten, erst dann wurder der Verkehr stillgelegt. Doch bereits im Juni fuhren hier erste Dampfzüge im provisorischen Verkehr, im August elektrische Züge. Um endlich auch S-Bahnzüge über die Strecke Jungfernheide - Spandau wurde der Abschnitt im August 1951 elektrifziert, damit auch endlich der Bahnsteig A.
Durch den S-Bahn-Boykott in West-Berlin ging die Fahrgastzahlen rapide zurück. Im Gegenzug wurde zahlreiche neue U-Bahnstrecken gebaut, auch nach Spandau. Dafür wurde nun der Bahnsteig C abgerissen, der Bahnsteig B wurde noch verbreitert. Ein Umsteigen von S- zu U-Bahn ging jedoch nicht mehr, durch den Reichsbahnerstreik im September 1980 wurde der Betrieb der S-Bahn komplett stillgelegt, nur noch ein Rumpfnetz im Stadtinnern wurden noch von der deutschen Reichsbahn betrieben.
Für einen provisorischen Betrieb fuhren von 1992 bis 1994 Regionalzüge in Richtung Nauen. Wenige Monate später wurde dann der Betrieb eingestellt und nach Westkreuz verlegt, damit hier die Reaktivierung der Ringbahn betrieben werden konnte. Nach jahrenlangen Arbeiten ging 1997 der S-Bahnsteig in Betrieb. Nun fuhren hier seit 17 Jahren wieder rot-gelbe Züge. 1999 fuhren die Ringzüge jetzt bereits bis zum zwei Stationen weiter gelegenen Bahnhof Westhafen. Und endlich ging im Jahr 2002 die komplette Ringbahn wieder in Betrieb.
Ab 2006 sollen am gegenüberliegen Bahnsteig ('A') wieder stündlich Regionalexpresse halten. Diese sollen dann weiter zum Lehrter Bahnhof fahren.
Junfernheidepark
Lehrter Bahnhof
Im Jahre 1904 erwarb die Stadt Charlottenburg ein etwa 200 Hektar großes Teil der Jungfernheide, um hier einen großen Stadtpark anzulegen. Die Realisierung dieses Ziels zog sich jedoch wegen der damit verbundnen Kosten hin.
Im gleichen Jahr wurde die Kolonie „Gartenfeld Jungfernheide, Kolonie Rotes Kreuz“ auf dem Dienstacker der Försterei als eine der ersten Arbeitergärten-Anlage in Berlin gegründet.
Mit der Bildung der Stadtgemeinde Berlin im Jahre 1920 wurde Charlottenburg zusammen mit Teilen der ehemaligen Gutsbezirke Heerstraße und Jungfernheide zum 7. Verwaltungsbezirk Berlins.
Anlage
In der Zeit von 1920 bis 1926 wurde auf 112 Hektar der Jungfernheidepark nach Plänen des Charlottenburger Gartendirektors Erwin Barth als axial angelegter Landschaftspark gestaltet.
Der Park erstreckt sich über eine Länge von 1800 m, bei einer Breite von 800 m.
Die Arbeiten am Park wurden durch die Garten- und Hochbauverwaltung hauptsächlich unter Einbeziehung von Arbeitslosen im Notstandsprogramm erbracht.
Die Eröffnung des Parks fand am 27. Mai 1923 im Rahmen der Spiel- und Sportwochen im Bezirk statt. Im Jahre 1925 wurde ein Ehrenhain für die im 1. Weltkrieg gefallenen Niederdeutschen errichtet. Die Vorlage hierzu stammen ebenfalls vom Gartendirektor Erwin Barth. Dieser Ehrenhain existiert heute nicht mehr, er wurde nach 1945 im Zuge der Verbreiterung des Tegeler Wegs (heute Kurt-Schumacher-Damm) entfernt.
Nach der Parkeröffnung wurde ein Freilufttheater, die Gustav-Böß-Bühne nach dem Vorbild des antiken Theaters in Ephesos für 2000 Besucher errichtet.
Weitere Arbeiten wurden aus Geldmangel im Jahre 1927 eingestellt.
Rekonstruktion und Ausbau
Im 2. Weltkrieg erlitt der Park zahlreiche Zerstörungen. Nach dem 2. Weltkrieg wurden durch zahlreiche Straßenausbauten des Kurt-Schumacher-Damms und der Autobahn Teile des Heideparks, insbesondere der historische Haupteingang, zerstört. Mittlerweile wurden Ersatzeingänge geschaffen, so der Eingang am Heckerdamm und an der Westseite des Parks am Jungfernheideweg.
Der im Park befindliche große Teich, Jungfernheideteich genannt, erhält frisches Wasser über den Nonnengrabenkanal aus dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal. Er gibt sein Wasser an die tiefer gelegene Spree ab. Das künstlich geschaffene Teichbecken dient als Freibad mit Planschbecken.
Zur Ausstattung des Jungfernheideparks gehören:
- ein 1956 angelegter Ferienspielplatz für 500 Kinder
- eine Liegehalle für körperbehinderte Kinder
- ein Sportplatz
- die bezirkliche Baumschule
Ein am Eingang Kurt-Schumacher-Damm stehendes Gedenkkreuz erinnert an Ludwig von Hinckeldey, ein Berliner Polizeipräsident, der sich um den kommunalen Aufbau der Stadt verdient gemacht hat und 1856 bei einem Duell in der Jungfernheide von Hans-Wilhelm vom Rochow-Plessow erschossen wurde.
Im ehemaligen Wildgehege der Jungfernheide befindet sich ein etwa 3500 Quadratmeter großes eingezäuntes Areal, welches zum Hundeauslaufgebiet erklärt wurde.
Kategorie:Ort in Berlin
Kategorie:Berliner Geschichte
Berlin Jungfernheide
Berlin Jungfernheide
Berlin-Reinickendorf
Reinickendorf ist ein Ortsteil im gleichnamigen Bezirk Reinickendorf von Berlin.
Stadtentwicklung
Der Ortsteil ähnelt in seiner Bebauung dem südlich angrenzenden Ortsteil Wedding im Bezirk Mitte. Der Ortsteil liegt unter der Anflugbahn zum westlich angrenzenden Flughafen Berlin-Tegel. Zwischen dem Ortsteil Reinickendorf und dem nordöstlichen Alt-Tegel liegen die (ehemaligen) Industriegebiete von Borsigwalde. Nach Norden grenzt der Ortsteil an die Heidekrautbahn, hinter der die Ortsteile Wittenau und das Märkisches Viertel liegt. Im Osten grenzt es ebenfalls an einen Bahndamm, hinter dem der Bezirk Pankow liegt.
Der Ortsteil Reinickendorf liegt so als Fortführung der Bebauung von Wedding im Übergang zu den grüneren Gebieten. Ursprünglich war der Ortsteil sehr viel bürgerlicher als das angrenzende Arbeiterviertel Wedding, er hat jedoch durch den Flughafen Tegel an Lebensqualität eingebüßt.
Geschichte
1230 gründete der niedersächsische Bauer Reinhardt ein Dorf, welches damals Reinhardts Dorf, auf plattdeutsch Renekentorp, benannt wurde. Dieses bildete den Ausgangspunkt der Ortschaft Reinickendorf, die erstmals unter diesem Namen im Jahre 1345 erschien.
Schon ab 1397 war die Stadt Berlin im Besitz des Guts Reinickendorf, das 1632 verkauft, aber 1710 wieder zurückerstanden wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auch Reinickendorf von der Industrialisierung erfasst und erlebte einen erheblichen Aufschwung mit der Fertigstellung der Nordbahn 1877. Im Jahre 1893 folgte dann die Kremmener Bahn und 1901 die Heidekrautbahn, womit Reinickendorf zu einem gut erschlossenen Berliner Vorort wurde.
1920 in das entstehende Groß-Berlin eingemeindet, wurde Reinickendorf Namensgeber des gleichnamigen Bezirks, zu dem auch Wittenau, Tegel, Heiligensee, Hermsdorf und Lübars gehören.
Der Flughafen Tegel wurde 1948 fertiggestellt, zwecks Unterstützung der Berliner Luftbrücke zur Zeit der Berliner Blockade.
Weblinks
- http://reinickendorf.berlin-1a.de
- http://people.freenet.de/reinickendorf/
Reinickendorf
Bezirk Reinickendorf
Der Bezirk Reinickendorf ist der 12. Verwaltungsbezirk von Berlin. Er ist benannt nach dem gleichnamigen Ortsteil Reinickendorf.
Der Bezirk liegt im Norden der Stadt und grenzt an den Landkreis Oberhavel von Brandenburg. In der Zeit nach 1945 gehörte in der "Vier-Mächte-Stadt" Berlin der Bezirk Reinickendorf zum "Französischen Sektor von Berlin" und damit bis zur Wiedervereinigung zu West-Berlin.
Stadtentwicklung
Reinickendorf ist ein wald- und wasserreicher Bezirk. Die südlichen Teile des Bezirks haben aber in der Bebauung viele Ähnlichkeiten mit der des angrenzenden Ortsteils Wedding des Bezirks Mitte. Darüber hinaus liegt in Reinickendorf das Märkische Viertel, welches in den 1970er Jahren als Großbausiedlung geschaffen wurde und in dem heute über 30.000 Menschen wohnen. In den restlichen Ortsteilen herrscht Einzelhausbebauung vor, die in einigen Bereichen wie Hermsdorf und v.a. Frohnau auch villenartigen Charakter annimmt. Reinickendorf verfügt mit dem Flughafen Berlin-Tegel über den wichtigsten Flughafen Berlins.
Wappen
Auf dem Reinickendorfer Wappen sieht man den roten "Reinecke Fuchs", der auf einem goldenen Schrägbalken läuft. Auf beiden Seiten des Balkens sieht man jeweils drei goldene Ähren auf schwarzen Hintergrund. Auf dem gesamten Schild liegt eine dreitürmige Mauerkrone, deren mittlere Krone das Berliner Wappen ziert.
Ortsteile
- 12 Bezirk Reinickendorf
- 1201 Reinickendorf
- 1202 Tegel
- Cité Guynemer
- 1203 Konradshöhe
- Tegelort
- Jörsfelde
- 1204 Heiligensee
- 1205 Frohnau
- 1206 Hermsdorf
- 1207 Waidmannslust
- Cité Foch
- 1208 Lübars
- 1209 Wittenau
- Borsigwalde
- 1210 Märkisches Viertel
Partnerstädte
- Antony (Frankreich, 1966)
- Greenwich (England, 1966)
- Kiryat-Ata (Israel, 1976)
- Bad Steben (Bundesland Bayern, 1988)
- Blomberg (Bundesland Nordrhein-Westfalen)
- Melle (Bundesland Niedersachsen)
- Vogelsbergkreis (Bundesland Hessen, 1964)
- Stadt Lauterbach (Kreisstadt des Vogelsbergkreises, 1966)
Literatur
- Michael Zaremba: Reinickendorf im Wandel der Geschichte (Bezirks-Chronik) ISBN 3-930863-63-4
Weblinks
- http://www.reinickendorf.de
- http://www.ev-kg-alt-reinickendorf.de
- http://reinickendorf.berlin-1a.de
- http://people.freenet.de/reinickendorf/
Reinickendorf, Bezirk
Berlin-Moabit
Moabit ist ein Ortsteil im Bezirk Mitte von Berlin. Bis zur Verwaltungsreform 2001 war Moabit ein Ortsteil des ehemaligen Stadtbezirks Tiergarten.
Über Berlin hinaus ist Moabit durch die Untersuchungshaftanstalt und das Kriminalgericht bekannt, weswegen Moabit oft als Synonym für das Gefängnis verwendet wird: „Er sitzt in Moabit“ meint „Er ist Insasse der Untersuchungshaftanstalt Moabit“.
Geografie
Der Stadtteil wird von den Wasserstraßen Spree, Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, Westhafenkanal und Charlottenburger Verbindungskanal umschlossen. Die Insel Moabit wird durch 23 Straßen-, Bahn- und Fußgängerbrücken mit der umgebenden Stadtlandschaft verbunden. Die trennende Wirkung der Wasserläufe wird im Norden und Osten durch ausgedehnte Bahnanlagen und den Westhafen noch verstärkt.
Name
Die Herkunft des Namens Moabit ist umstritten. Sehr wahrscheinlich lässt sich die Bezeichnung auf die ersten Bewohner dieses Gebietes, die Hugenotten, zurückführen. Die französischen Glaubensflüchtlinge nannten ihren neuen Wohnsitz in Anlehnung an das Alte Testament terre de Moab, denn sie fanden hier ebenso Zuflucht, wie die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten im Land der Moabiter, bevor ihnen der Einzug ins Land Kanaan gestattet wurde.
Möglich, wenn auch weniger wahrscheinlich, ist eine Herkunft von terre maudit (verfluchtes Land) oder dem slawischen Wort moch (Moor) bzw. einer verkürzten Aussprache des Wortes Moorjebiet.
Geschichte
Beginn der Besiedelung
Das Gebiet des heutigen Moabit war ab dem 13. Jahrhundert als Große Stadtheide unter Berliner Verwaltung und diente als Viehweide. Im 15. Jahrhundert wurden die Ländereien westlich Berlins Eigentum der brandenburgischen Kurfürsten, die die wildreichen Wälder südlich der Spree zu ihrem Jagdgebiet, dem Tiergarten, machen. Dem Wachstum der Residenzstadt unter dem Großen Kurfürst Friedrich Wilhelm fallen Teile des Tiergartens zum Opfer, was durch die Erweiterung um den Hinteren Tiergarten nördlich der Spree kompensiert wird. Das gesamte Jagdrevier wird bis 1859 mit einem Wildgatter versehen.
Die Besiedelung des heutigen Moabit beginnt 1685 mit dem Bau des Staakensetzerhaus an der Westgrenze des Wildparks. 1698 überlässt Kurfürst Friedrich III. den auf dem Areal des heutigen Humboldthafens liegenden Weinberg dem Hugenotten Menardié, der hier ein Gasthaus betreibt. Im Jahr 1717 siedelt König Friedrich Wilhelm I. zwischen der heutigen Straße Alt-Moabit und der Spree Hugenotten an. Die Glaubensflüchtlinge sollen hier Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht anpflanzen, was jedoch an der unzulänglichen Qualität der Böden scheitert. So werden die Grundstücke schon zehn Jahre später für andere, meist gärtnerische Zwecke verwendet und es entstehen hier die ersten Sommersitze Berliner Bürger.
In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts beginnt auch die militärische Nutzung großer Teile des Gebiets von Moabit. Die königlichen Pulverfabriken westlich des Moabiter Weinbergs machen 1717 den Anfang und bis 1734 dehnen sich die militärischen Anlagen bis dicht an die Hugenotten-Kolonie aus. Die Bezeichnung Pulverwiesen für die Spreewiesen südlich der Militäranlagen hält sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.
Im westlichen Teil des heutigen Moabit, der damals noch zu Charlottenburg gehört, eröffnet 1735 ein Franzose eine Schenke. Der wegen seiner geringen Größe petit Martin oder berlinisch Martinicken genannte Wirt gibt dem damals unbebauten Feld den Namen Martinickenfelde. Es ist das Gebiet des späteren Fabrikenviertels von Moabit.
Zwei Westfalen erhalten um 1769 Ländereien von Friedrich II. im Gebiet des heutigen Westfälischen Viertels von Moabit. Ihnen wird auferlegt, die Brandenburger darin zu unterrichten, lebende Hecken nach westfälischer Art zur Einfriedung ihrer Höfe anzulegen. Die Westfalen errichten auf ihren Anwesen Gaststätten, die sich steigender Beliebtheit bei der Stadtbevölkerung des ausgehenden 18. Jahrhunderts erfreuen. Moabit ist damit zu dieser Zeit ein Naherholungsgebiet mit ländlichem Charakter.
Industrialisierung
Moabit wurde besonders im ausgehenden 19. Jahrhundert immer stärker bevölkert. Die besiedelte Fläche nahm zu und viele Großindustrien wurden durch den Neubau von Mietskasernen nach Wedding verdrängt. Die Großindustriellen rechneten sich aus, dass mit Miete mehr Geld zu verdienen sei als mit der Produktion von Gütern. Außerdem sind Mietwohnungen weniger von der Wirtschaftlichen Lage abhänging, sondern bringen immer einen regelmäßigen Ertrag. So wurde aus dem ehemligen Produktionsgebiet ein reines Arbeiter-Wohnviertel. Lediglich im Westen Moabits sind noch Industrieanlagen wie z.B. das berühmte AEG-Turbinenwerk erhalten.
Arbeiterbewegung
Große Teile von Moabit sind traditionelle Arbeiterwohnviertel; Teile davon hatten politisch aktive Bewohner, so beispielsweise der rote Beusselkiez oder der benachbarte Rostocker Kiez, und galten nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 als kommunistische Widerstandszellen.
Bevölkerungsentwicklung
Moabit war lange Zeit so gut wie unbewohnt, die Einwohnerzahl wuchs nach der Eingemeindung (1861) jedoch rasch:
- 1716: Entstehung der Kolonie Moabit ("Alt-Moabit")
- 1801: 120 Einwohner
- 1805: 201 Einwohner
- 1818: Entstehung von Neu-Moabit, Zusammenwachsen mit Alt-Moabit zu einer Industrievorortgemeinde
- 1835: 709 Einwohner
- 1861: etwa 6.534 Einwohner, Eingemeindung nach Berlin
- 1871: 14.818 Einwohner
- 1880: 29.693 Einwohner
- 1910: 190.000 Einwohner
- 2004: 74.631 Einwohner
- 2005: 75.543 Einwohner
Verkehr
Moabit wird von S-Bahn tangiert und U-Bahn durchquert. Im Norden verläuft die S-Ringbahn und hält an den Stationen Beusselstrasse und Westhafen. Im Süden schneidet die Stadtbahn mit der Haltestelle Hauptbahnhof/Lehrter Bahnhof in Insel. Die U-Bahnlinie 9 durchquert Moabit mittig in Nord-Süd-Richtung mit den Bahnhöfen Westhafen, Birkenstrasse und Turmstrasse.
Zusätzlich verläuft der nördliche Abschnitt des Berliner Regional- und Fernbahnnetzes parallel zur S-Bahn mit Abzweigung zum Lehrter Bahnhof/Hauptbahnhof.
Die Buslinien 101, 123, 126, 187, 245, 342, 343, M27, TXL durchqueren ebenfalls Moabit.
Bauwerke
Moabit beherbergt einige architektonisch und industriegeschichtlich bedeutende Bauten:
- St. Johannis, erbaut 1835 von Karl Friedrich Schinkel, erweitert 1857 von Friedrich August S | | |