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Berlin-Plötzensee

Berlin-Plötzensee

Der 7,7 ha große und 5,5 m tiefe Plötzensee ist ein nordöstlich des Hohenzollernkanals am Volkspark Rehberge gelegener See im ehemaligen Berliner Bezirk Wedding, der heute zum Verwaltungsbezirk Berlin-Mitte gehört.

See

Berlin-Mitte Berlin-Mitte Der Plötzensee ist nach dem Karpfenfisch Plötze benannt, der in großen Schwärmen in ihm lebte. Der See gehört zu einer eiszeitlichen Seenrinne, die von Nordosten zum Spreetal führte. Vor 1443 hatte das Spandauer Nonnenkloster St. Marien die Nutzungsrechte, die dann vom Preußischen Fiskus übernommen wurden. 1817 kaufte die Stadt Berlin den See und verpachtete die Nutzungsrechte für die Ufer und die Fischfangrechte. Bereits im 19. Jahrhundert entstand am See eine Sportanlage des Heeres, die 1891 zu einem Schwimmbad ausgebaut wurde. 1845-51 gab es schon mal ein Freibad, 1877 entstand auf Initiative des Turnlehrers Auerbach eine bewachte Badestelle (Auerbachsches Wellenbad), die es bis 1918 gab. Ab 1923 begann unter dem Gartenbaudirektor Rudolf Germer (1884-1938) der Ausbau der 7,5 ha großen Grünanlagen samt der Ufer und einem Promenadenweg. Das wieder geöffnete Freibad erhielt eine Freitreppe, die zum künstlichen Sandstrand führt. 1926–1928 bauten Walter (1888–1971) und Johannes Krüger (1890–1975) das zweigeschossige, aus zwei U-förmigen Teilen bestehende Eingangsgebäude einschließlich Gaststätte. Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Westlich des Plötzensees befinden sich außer dem Freibad auch Sportanlagen und ein Kinderheim, nördlich desselben der Friedhof am Plötzensee.

Strafanstalt Plötzensee

Die Strafanstalt Plötzensee liegt im angrenzenden Charlottenburg. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden hier über 2.000 Widerstandskämpfer, unter anderem die Mitglieder der Roten Kapelle und die gescheiterten Hitlerattentäter vom 20. Juli 1944 (Kreisauer Kreis), hingerichtet. Um der Toten zu mahnen und zu Ehren der Opfer wurde dort 1953 vom Land Berlin die Gedenkstätte Plötzensee errichtet. Über die Massenhinrichtungen in den Nächten vom 7. bis zum 12. September 1943, bei denen durch fehlerhafte Telefonübermittlung auch versehentlich Insassen ermordet wurden, berichtet der evangelische Gefängnisseelsorger Harald Poelchau: :Mit Einbruch der Dunkelheit am 7. September begann der Massenmord. Die Nacht war kalt. Ab und zu wurde die Dunkelheit durch Bombeneinschläge erhellt. Die Strahlen der Scheinwerfer tanzten über den Himmel. Die Männer waren in mehreren Gliedern hintereinander angetreten. Sie standen da, zunächst ungewiß, was mit ihnen geschehen sollte. Dann begriffen sie. Immer je acht Mann wurden namentlich aufgerufen und abgeführt. Die Zurückbleibenden verharrten fast bewegungslos. Nur hin und wieder ein Flüstern mit mir und mit meinem katholischen Amtsbruder [ Peter Buchholz ] ... :Einmal unterbrachen die Henker ihre Arbeit, weil Bomben in der Nähe krachend niedersausten. Die schon angetretenen fünf mal acht Mann mußten für eine Weile wieder in ihre Zellen eingeschlossen werden. Dann ging das Morden weiter. Alle diese Männer wurden gehängt. ... Die Hinrichtungen mußten bei Kerzenlicht durchgeführt werden, da das elektrische Licht ausgesetzt hatte. Erst in der Morgenfrühe, um acht Uhr, stellten die erschöpften Henker ihre Tätigkeit ein, um sie am Abend mit frischen Kräften aufnehmen zu können. ---- Im Drama "Der Hauptmann von Köpenick" von Carl Zuckmayer wird dieses Zuchthaus auch am Rande erwähnt. Es begleitet Wilhelm Voigt (die Hauptfigur) im gesamten Drama und tritt immer wieder in Erscheinung.

Prominente Opfer

Cato Bontjes van Beek - Liane Berkowitz - Eugen Bolz - Eva-Maria Buch - Hans Coppi - Hilde Coppi - Alfred Delp - Robert Dorsay - Julius Fucik - Carl Friedrich Goerdeler - Arvid Harnack - Ulrich von Hassell - Albert Hensel - Liselotte Herrmann - Helle Hirsch - Caesar von Hofacker - Helmuth Hübener - Johanna Kirchner - Hans Georg Klamroth - Theodor Korselt - Adam Kuckhoff - Julius Leber - Wilhelm Leuschner - Helmuth James Graf von Moltke - Johannes Popitz - Adolf Reichwein - Rudolf von Scheliha - Harro Schulze-Boysen - Libertas Schulze-Boysen - Elisabeth Schumacher - Robert Stamm - Maria Terwiel - Adam von Trott zu Solz - Carl Wentzel - Erwin von Witzleben

Literatur


- Brigitte Oleschinski: Gedenkstätte Plötzensee. Berlin: Gedenkstätte Dt. Widerstand, 1995 (2. Auflage), ISBN 3926082054

Weblink


- [http://www.gedenkstaette-ploetzensee.de/ Gedenkstätte Plötzensee] Plötzensee Plötzensee Plötzensee Kategorie:Widerstand gegen den Nationalsozialismus Kategorie:Gefängnis

Volkspark Rehberge

Der Volkspark Rehberge liegt in Berlins Ortsteil Wedding und wurde in den Jahren 1926-1929 erbaut.

Daten zum Volkspark Rehberge


- Größe: ca. 78 ha (mit Goethepark ca. 115 ha)
- Freizeitangebote: Spazierwege, Liegewiesen, Disckörbe für Disc-Golf, vielfältige Spielmöglichkeiten v.a. für Kinder, Naturerlebnis, Information, Gastronomie
- Sonderanlagen: Tiergehege, Rodelbahn, Freilichtbühne, Sportplätze
- Rechtsstatus: Gewidmete öffentliche Grün- und Erholungsanlage, Gartendenkmal
- Entstehungszeit: 1926-1929
- Landschaftsarchitekt: Gartenbaudirektoren Rudolf Germer (1884-1938) und Erwin Barth (1880-1933); erste Entwürfe durch Albert Brodersen.
- Verkehrsverbindungen: U-Bahn, verschiedene Buslinien

Weblinks


- [http://www.diegeschichteberlins.de/geschichteberlins/berlinabc/stichworteot/rehberge.html Verein für Geschichte Berlins, Rehberge] Kategorie:Parkanlage in Berlin

Bezirk Wedding

Der Wedding ist ein Ortsteil im Bezirk Mitte von Berlin. Bis zur Verwaltungsreform 2001 gab es den eigenständigen Stadtbezirk Wedding mit seinem Bezirksteil Gesundbrunnen. Der ehemalige Bezirk Wedding wurde mit den ehemaligen Stadtbezirken Mitte und Tiergarten zum Verwaltungsbezirk Mitte fusioniert. Der Wedding gehört zu den wenigen Ortsnamen, die im Deutschen mit Artikel benutzt werden, der Wedding (erinnert an den Ursprung als Gutshof und Vorwerk) und folglich sagte man er wohnt auf dem Wedding (im Stadtdialekt er wohnt uff´m Wedding) bzw. "am Wedding". Heute jedoch "im Wedding" bevorzugt. Wichtige Plätze im Wedding: Leo (Leopoldplatz), Nettelbeckplatz, Ackerstraße. Grünanlagen im Wedding: Volkspark Humboldthain, Schillerpark, Volkspark Rehberge

Geschichte

Im 13. Jahrhundert wurde das Dorf Wedding erstmals als Wüstung, also als verlassene Siedlung, erwähnt. Die Mühle des Ortes wurde an das Benediktinerinnenkloster in Spandau verkauft, das auf der Gemarkung des Dorfes liegende Lehngut wurde Besitz der Stadt Berlin. Im 14. Jahrhundert wurden die Flächen von Berliner Bürgern noch zum Ackerbau genutzt, danach überwuchs es vollständig mit Kiefern und Eichen und wurde als Berliner Stadtheide bezeichnet. Im 17. Jahrhundert wurde auf dem Gebiet des heutigen Nettelbeckplatzes ein Gutshof angelegt der bereits 1603 an den brandenburgischen Kurfürsten übergeben wurde. Dieser lies daraus ein Vorwerk errichten. Damit war der Gutshof kurfürstliche Domäne und rechtlich nicht mehr zur Stadt Berlin gehörend. Im Zusammenhang mit dem Ausbau Berlins und dem dafür benötigten Holz wurde die Stadtheide wieder fast vollständig gerodet, so dass das Land um den Wedding verödete. Im 18. Jahrhundert begann die umfangreiche Besiedlung des Gebietes nördlich Berlins, damit auch des Weddings. 1778 wurden die ersten Kolonistenhäuser im Bereich des heutigen Weddingplatzes errichtet. 1782 ließ Friedrich II. eine Kolonie gründen, welche auf Grund ihrer Nähe zum Gutshof den Namen Wedding oder Neu-Wedding erhielt. Mitte des 18. Jahrhunderts, während der zum Wedding gehörende Gesundbrunnen zu einem Bade- und Kurort ausgebaut wurde, hielt das Glücksspiel und die Prostitution im Wedding Einzug. Er wandelte sich damit zu einem Vergnügungsviertel. Zum Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Wedding durch die anhaltende Landflucht in einen Arbeiterbezirk. Dicht gedrängt lebten die Arbeiter in sogenannten Mietskasernen. Die schlimmsten Auswucherungen dieses städtischen Moloches entstanden im Meyers Hof. Diese Mietskaserne gilt immer noch als einzigartiges Beispiel für extrem komprimierte Bebauung. Zur Zeit der Weimarer Republik war der Wedding auch eine Hochburg der Arbeiterparteien und als Roter Wedding bekannt. Am 1. Mai 1929 kam es zum blutigen Zusammenstoß zwischen Polizei und Demonstranten, der als Blutmai bekannt geworden ist. Neben dem Bezirk Reinickendorf gehörte der Bezirk Wedding in den Jahren von 1945 bis 1990 zum französischen Sektor von Berlin. Heute wird der Bezirk vorwiegend von Migranten und sozial Schwächeren bewohnt. So liegt der Ausländeranteil, Ende Juni 2005 an den Schulen im Bezirk Mitte, bei 63,1%. (Vergleich: Friedrichshain-Kreuzberg 56,2%, Pankow 8,1%, Charlottenburg-Wilmersdorf 2,3%, Spandau 27,3%, Steglitz-Zehlendorf 16,3%, Tempelhof-Schöneberg 35,2%, Neukölln 50,9%, Treptow-Köpenick 7,5%, Marzahn-Hellersdorf 11,9%, Lichtenberg 20,5%, Reinickendorf 23,7%)

Berühmte Weddinger


- Eberhard Diepgen, ehem. Regierender Bürgermeister
- Helmut Damerius, Antifaschist, Agitpropagandist und Autor
- Roland Kaiser, Schlagersänger
- Harald Juhnke, Schauspieler
- Niko Kovac, Fußballspieler
- Robert Kovac, Fußballspieler
- Kurt Krömer, Komiker
- Hardy Krüger, Schauspieler und Weltenbummler
- Hans Rosenthal, Fernsehmoderator
- Ulrich Roski, "Barde", Spötter
- Tima die Göttliche, Schauspieler, Tunte, Allroundtalent
- Flying Steps, Breakdancer, Tänzer
- Karin Baal, Schauspielerin

Städtepartnerschaft

Der ehem. Bezirk Wedding (jetzt Mitte) unterhält seit 1980 eine Städtepartnerschaft mit Bottrop (Nordrhein-Westfalen).

Weblinks


- [http://www.berlin-mitte.de/index_493_de.html Wedding-Seite des Bezirksamts Berlin-Mitte]
- [http://www.sparrplatz-quartier.de/easytool/index/75/ Historische Daten zum Wedding]
- [http://www.inscrire.com/index.php?navi=content&npoint=12,0,0,0 Über die Inschriften am U-Bahnhof Westhafen]
- [http://www.perspicuitas.de/wedding/wedding.htm Private Wedding-Seite mit vielen Erläuterungen und Bildern]
- [http://www.kurort-wedding.de/index.htm Private Kunst und Kultur Initiative, aus dem Wedding für den Wedding]
- [http://www.muellerstrasse.de/orte/afrikanisches_viertel.html Über das Afrikanische Viertel]
- [http://berlin.wikicities.com/wiki/Wedding //berlin.wikicities.com/wiki/Wedding] Wedding

Berlin-Mitte

Mitte ist ein Ortsteil im Bezirk Mitte von Berlin. Der Ortsteil umfasst die Stadtteile des historischen Berlin/Cölln. In den Ortsteilen Mitte und Tiergarten befinden sich fast alle in Berlin gelegenen Institutionen von Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung, sowie die meisten Botschaften. Bis zur Verwaltungreform 2001 war der Ortsteil ein eigener Stadtbezirk. Der ehemalige Stadtbezirk Mitte wurde mit den ehemaligen Stadtbezirken Tiergarten und Wedding zum neuen Bezirk Mitte von Berlin fusioniert. Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte ist Joachim Zeller (CDU), der sich in der Bezirksverordnetenversammlung auch auf die Stimmen der Verordneten der PDS und der Grünen stützen kann, die im Rahmen einer Zählgemeinschaft mit der CDU gegen die SPD Zeller zum Bezirksbürgermeister wählten. Gesprochen wird Mitte immer ohne Artikel, also „Ich wohne in Mitte“, „Wir fahren nach Mitte“. Im Volksmund ist dann immer der Ortsteil Mitte gemeint, nicht der neue Fusionsbezirk Mitte von Berlin.

Ortslagen

SPD
- 01 Bezirk Mitte
  - 0101 Mitte
    - Friedrichstadt
    - Dorotheenstadt
    - Friedrichswerder
    - Cölln / Spreeinsel Der Ortsteil Mitte umfasst das Gebiet des alten Berlins. Die Festungsmauern wurden jedoch schon vor Jahrhunderten abgetragen. Die Grenzen Alt-Berlins sind vor allem in Bezeichnungen von Straßen und Plätzen sichtbar. So ist das Brandenburger Tor das Zolltor nach Westen in Richtung der Stadt Brandenburg, und es ist auch heute der westlichste Punkt des Ortsteils Mitte, hinter dem der Tiergarten liegt. Einige Bezeichnungen, die auf Stadttore hinweisen, liegen heute in angrenzenden Ortsteilen, wie etwa Kottbusser Tor oder Frankfurter Tor (im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg).

Sehenswürdigkeiten

Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Blick nach Westen auf den Tiergarten]]
- Berliner Fernsehturm
- Brandenburger Tor
- Dorotheenstädtischer Friedhof
- Alexanderplatz
- Staatsoper Unter den Linden
- Humboldt-Universität zu Berlin
- Gendarmenmarkt
- Scheunenviertel
- Museumsinsel Das alte Berlin entstand an einer Gabelung der Spree, sodass sich eine seichte Furt mit vielen Sandbänken herausbildete. Auf einer erhöhten Sandbank in der Mitte der Spree siedelten die ersten Fischer (genannt Fischerinsel auf der Spreeinsel von Berlin) und es bildete sich ein Marktflecken heraus - am Molkenmarkt stand auch der Roland von Berlin (heute gegenüber auf der anderen Spreeseite am Märkischen Museum). Märkischen Museum Die beiden Spreearme sind heute stark umbaut, auf der Insel steht heute im Norden die Museumsinsel, in der Mitte der der Palast der Republik, der bald abgerissen wird, im Süden liegen Gebäude des Wohngebietes Fischerinsel. Am Ostufer der Spree breitet sich heute ein großer Platz mit dem Fernsehturm hin zum Alexanderplatz. Nur einen Steinwurf von der Fischerinsel und dem Molkenmarkt steht das Rote Rathaus und das Nikolaiviertel mit der ältesten Kirche Berlins.

Bauten

Das St. Hedwigskrankenhaus (Berlin) von 1846 ist das zweitälteste Großkrankenhaus Berlins.

Verkehr

Am Westufer der Spree steht das Zeughaus Berlin, von dem sich die Straße Unter den Linden mit vielen Prachtbauten zum Pariser Platz mit dem Brandenburger Tor erststreckt. Etwas weiter südlich spannt sich vom Molkenmarkt die Leipziger Straße zum Potsdamer Platz. Nördlich der Spreeinsel streckt sich die Oranienburger Straße von den Hackeschen Höfen zum Dorothenstädtischen Friedhof und weiter über das Gelände der Charite zum Hannoveraner Tor (Platz am Neuen Tor).

Partnerstädte

Partnerstadt ist Shinjuku in Japan. So wie Berlin-Mitte das Herz der deutschen Hauptstadt darstellt, so ist Shinjuku das Herz der japanischen Hauptstadt Tokio. Mitte

Karpfenfische

Die Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) umfasst zahlreiche Fische des Süßwassers. Sie gehört zur Ordnung der Karpfenartigen (Cypriniformes). Die Karpfenfamilie ist mit über 2000 Arten eine der artenreichsten Fischfamilien. Sie umfasst recht kleine (unter 10 cm Länge), jedoch auch mittelgroße (2 m) Arten. Fische aus dieser Familie gibt es in Nordamerika, Europa, Afrika und Asien. Die Fische aus dieser Familie haben zahnlose Kiefer. Auf den Schlundknochen befinden sich zahnartige Fortsätze, die man zur Bestimmung der Arten benutzen kann. Übersicht über einige Gattungen und Arten:
- Abramis
  - Blei, Brachsen oder Brasse (Abramis brama)
  - Zobel oder Scheibpleinzen (Abramis sapa)
  - Zope oder Spitzpleinzen (Abramis ballerus)
- Alburnoides
  - Schneider (Alburnoides bipunctatus)
- Alburnus
  - Ukelei (Alburnus alburnus)
- Aspius
  - Rapfen (Aspius aspius)
- Barbus
  - Barbe (Barbus barbus)
- Blicca
  - Güster oder Blicke (Blicca bjoerkna)
- Carassius
  - Giebel (Carassius auratus gibelio)
  - Goldfisch (Carassius auratus auratus)
  - Karausche (Carassius carassius)
- Chondrostoma
  - Nase (Chondrostoma nasus)
- Ctenopharyngodon idella
  - Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella)
- Cyprinus
  - Karpfen (Cyprinus carpio)
- Danio
  - Zebrabärbling (Danio rerio)
- Gobio
  - Gründling (Gobio gobio)
- Hypophthalmichthys
  - Silberkarpfen (Hypophthalmichthys molitrix)
- Leucaspius
  - Moderlieschen (Leucaspius delineatus)
- Leuciscus
  - Aland, Orfe oder Nerfling (Leuciscus idus)
  - Döbel oder Aitel (Leuciscus cephalus)
  - Hasel (Leuciscus leuciscus)
  - Strömer (Leuciscus souffia)
- Pelecus
  - Ziege oder Sichling (Pelecus cultratus)
- Phoxinus
  - Elritze (Phoxinus phoxinus)
- Rasbora
  - Keilfleckbärbling (Rasbora heteromorpha)
- Rhodeus
  - Bitterling (Rhodeus sericeus)
- Rutilus
  - Rotauge oder Plötze (Rutilus rutilus)
- Scardinus
  - Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus)
- Tinca
  - Schleie (Tinca tinca)
- Vimba
  - Zährte oder Rußnase (Vimba vimba)

Weblink

Kategorie:Karpfenartige

Rotaugen

Rotaugen (Rutilus) sind eine Gattung der Karpfenfische, die in Eurasien verbreitet ist. Die Nominatform ist das Rotauge (Rutilus rutilus), auch Plötze oder Schwal genannt.

Merkmale

Die Plötze lebt als anspruchsloser Schwarmfisch im Süßwasser aller Gewässertypen, ist aber auch im Brackwasser und in der Nord- und Ostsee zu finden. Sie erreicht eine Länge von 25 bis 45 Zentimetern, ein Gewicht von bis zu 1,5 Kilogramm und hat einen silbrig gefärbten Körper mit weißer Bauchseite und rötliche Augen und Flossen. Die Plötze ist ein beliebter Angelfisch, regional auch ein begehrter Speisefisch. Allerdings ist anzumerken, dass Rotaugen sehr grätenreich sind und daher der Verzehr etwas beschwerlich. Abhilfe schafft, wenn man die gebratenen oder gegrillten Fische in einer Essigmarinade nach Art der Bratheringe einlegt. Dann werden die feinen Gräten derart weich, dass man sie mitessen kann.

Ernährung

Die Nahrung der Plötze besteht einerseits aus halbverrotteten Pflanzenteilen und verschiedenen Wasserpflanzen wie z.B. Wasserpest, Tausendblatt (Myriophyllum), Wasserlinsen und Armleuchteralgen (Characeae) und andererseits diversen Kleintieren wie Plankton, Würmer, Insektenlaven, Insekten, kleine Schnecken und Muscheln.

Systematik

Weitere Arten der Rotaugen sind beispielsweise der Frauennerfling (Rutilus pigo virgo), der sich von der Plötze nur durch kleinere Schuppen unterscheidet und der bis zu 55 Zentimeter lange, in Flüssen und Seen der Alpen lebende Perlfisch (Rutilus frisii meideringi) mit sehr kleinen Schuppen. Siehe auch: Weißfische Kategorie:Karpfenartige Kategorie:Speisefisch und Meeresfrucht

Spree

]] Die Spree ist ein Nebenfluss der Havel im Osten Deutschlands.

Name

Die Bezeichnung "Spree" hat ihren Ursprung im slawischen "zpriav", "zspriawa" oder auch "spiawe", was soviel heißt wie "Sorbenfluss", nach dem heute noch im Oberlauf lebenden Westslawischen Volk der Sorben.

Flusslänge und Einzugsgebiet

Die Länge der Spree beträgt rund 400 km (andere Quellen geben 382 km, 398 km bzw. 403 km an), davon sind nur etwa 182 km schiffbar. Das Einzugsgebiet des Flusses umfasst 10.105 km².

Flusslauf

Der Fluss entsteht aus drei verschiedenen Quellen bei Spreedorf im Lausitzer Bergland (Sachsen), nahe der Grenze zu Tschechien in Ebersbach/ Neugersdorf und am Kottmar in der Oberlausitz. Die Spree fließt durch die Bundesländer Sachsen, Brandenburg und Berlin. In ihrem Oberlauf bildet die Spree zwischen Neugersdorf und Ebersbach die Grenze zu Tschechien. Unterhalb Neusalza-Spremberg durchfließt der Fluss den Fugauer Zipfel. Diese Stelle, an der sich das abgerissene Dorf Fugau befand, ist die einzige, in der die Spree ausschließlich auf tschechischem Gebiet verläuft. Vom zuvor genannten Quellgebiet fließt die Spree auf dem Weg nach Norden unter anderen über Bautzen und Cottbus zunächst in den Oberen Spreewald, wo sie sich stark verzweigt, also ein Binnendelta bildet, und nach Westen wendet. Nach Lübben (Spreewald) wendet sie sich wieder nach Norden und erreicht den Unteren Spreewald. Von hier aus fließt sie in östlicher Richtung und erreicht den Schwielochsee, um diesen in nordwestlicher Richtung zu verlassen. Die Spree passiert Beeskow und fließt an Fürstenwalde vorbei - wo der Oder-Spree-Kanal teils mit ihr das Flussbett teilt - in den Müggelsee. Das folgende Teilstück zwischen Müggelsee und Berlin-Köpenick wird als Müggelspree bezeichnet. In Berlin-Köpenick mündet die Dahme in die Spree, der auf Höhe des Spreewaldes über den Spree-Dahme-Umflutkanal Spreewasser zugeführt wurde. Dieser Abflusskanal zur Dahme sollte den Spreewald vor Hochwasser schützen. Die Spree ist das größte Fließgewässer Berlins und linker Nebenfluss der Havel (durch Berlin fließender Nebenfluss der Elbe). Der 46 km lange und stellenweise nahezu 50 m breite Streckenabschnitt der Spree auf Berliner Gebiet verläuft von Südosten nach Nordwesten, bildet im Berliner Zentrum eine Insel mit dem Kern des alten Berlin und Cölln und mündet nach weiterem Verlauf durch das Berliner Kanal- und Schleusensystem bei Berlin-Spandau in die Havel.

Sonstiges

Im Spreewald, der sich in Oberspreewald und Unterspreewald teilt, nimmt die Spree den Charakter eines Binnendelta an. Da die Spree in ihrem Verlauf mehrere Seen durchfließt, ist der Abflussgang des Flusses relativ ausgeglichen. Der Fluss fließt sehr langsam (ca. 50 cm pro Sekunde), da er ein sehr geringes Gefälle aufweist. Zwischen Cottbus und Berlin-Köpenick sind es pro Sekunde nur 17 Zentimeter und in Berlin sogar nur noch neun Zentimeter pro Sekunde Fliessgeschwindigkeit. Seit dem Jahr 1997 legen Berlin und Brandenburg Speicherseen an, die einen Mindestzufluss garantieren sollen. Nördlich von Bautzen und südlich von Spremberg wurden schon zu DDR-Zeiten Stauseen, die Talsperre Bautzen und die Talsperre Spremberg angelegt. Südöstlich von Berlin ist der Fluss durch den Oder-Spree-Kanal mit der Oder verbunden. Von der Quelle bis Erkner am südöstlichen Berliner Stadtrand folgt der Spreeradweg dem Verlauf des Flusses.

Kurioses

Im Sommer 2003 wurde beobachtet, dass die Spree in Köpenick rückwärts floss. ([http://idw-online.de/pages/de/news68121 Quelle])

Siehe auch

Portal:Brandenburg

Weblinks


- [http://www.mueggel-spree-park.de/ Regionalpark Müggel-Spree]
- [http://www.grossschutzgebiete.brandenburg.de Landesanstalt für Großschutzgebiete Brandenburg]
- [http://www.igb-berlin.de/abt2/ms/ms_dat.shtml Mehrmals täglich aktuelle Messwerte des Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei für den Müggelsee]
- [http://sambamarco.piranho.de/Mueggelsee.htm Historische s/w-Bilder aus den 70er Jahren vom Müggelsee im DDR-Fotoarchiv]
- [http://www.fuerstenwalde.de Stadt Fürstenwalde/Spree] Kategorie:Fluss in Deutschland Kategorie:Gewässer in Berlin Kategorie:Fluss in Brandenburg Kategorie:Fluss in Sachsen Kategorie:Lausitz ko:슈프레 강 nb:Spree simple:Spree

1443

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 22. Juli: Schlacht bei St. Jakob an der Sihl
- 11. Dezember: 800 Verteidiger der Festung Luxemburg ergeben sich einer Armee von 2.500 Burgundern. Das Herzogtum Luxemburg ist an Herzog Philipp den Guten von Burgund verpfändet worden
- Personalunion zwischen Königreich Neapel-Sizilien und Königreich Aragon

Geboren


- 23. Februar: Matthias Corvinus, König von Ungarn († 1490)
- 31. Mai: Margaret Beaufort, Tochter von John Beaufort, 1. Herzog von Somerset († 1509)
- 17. Juli: Albrecht III., Herzog von Sachsen und Begründer der albertinischen, später königlich sächsischen Linie († 1500)
- 5. Dezember: Julius II., Papst († 1513)

Gestorben


- Dietrich Tanke, Priester des Deutschen Orden
- 5. Juni: Ferdinand der Heilige, Großmeister des Avizordens (
- 1402)
- 17. Dezember: Georg von Stubai, Fürstbischof von Brixen ko:1443년 simple:1443

Preußen

Preußen (lat.: Borussia, Prussia oder Prutenia; poln. Prusy; russ.: Prussija; lit. Prūsija) war ursprünglich das Gebiet des baltischen Volksstamms der Pruzzen, später eines der Länder des Deutschen Ordens und seit dem 16. Jahrhundert ein Herzogtum der Hohenzollern unter polnisch-litauischer Lehenshoheit, das seit 1618 in Personalunion mit der Mark Brandenburg verbunden war. Nachdem Teile Preußens 1660 im Frieden von Oliva souverän geworden waren, bildeten sie ab 1701 ein selbständiges Königreich, dessen Name schließlich alle Herrschaftsgebiete der Hohenzollern bezeichnete. Das Königreich Preußen gehörte von 1815 bis 1866 mit Ausnahme der Provinzen Posen, Ost- und Westpreußen dem Deutschen Bund und von 1867 bis 1871 mit seinem ganzen Territorium dem Norddeutschen Bund an. Von 1871 bis 1945 war Preußen ein Gliedstaat des Deutschen Reiches. 1947 verfügte der Alliierte Kontrollrat de jure die Auflösung Preußens.

Allgemeines

Der Name Preußen bezog sich bis Anfang des 18. Jahrhunderts nur auf die außerhalb der deutschen Reichsgrenzen gelegenen Gebiete zwischen Hinterpommern und Kurland, die den späteren Provinzen West- und Ostpreußen entsprachen. Von 1466 bis 1772 waren diese Gebiete zwischen dem König von Polen einerseits und dem Deutschen Orden beziehungsweise den hohenzollernschen Herzögen und späteren Königen von Preußen andererseits aufgeteilt. Im 18. Jahrhundert setzte sich allmählich der Gebrauch des Landesnamens Preußen für alle von den Hohenzollern regierten Territorien durch, also auch für jene, die innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation lagen. Nach 1866 erstreckte sich das Königreich, seit 1918 der Freistaat, Preußen über nahezu ganz Norddeutschland und nahm etwa zwei Drittel der Fläche des Deutschen Reiches ein. Von preußischem Gebiet waren einige kleinere Staaten vollständig umschlossen. Preußische Haupt- und Residenzstädte waren im Laufe der Zeit das ostpreußische Königsberg (heute: Kaliningrad), Potsdam und Berlin. Seine größte Bedeutung erlangte Preußen im 18. und 19. Jahrhundert, als es unter der Regierung Friedrichs II. des Großen (1712–1786) zunächst zur fünften europäischen Großmacht aufstieg und später unter Ministerpräsident Otto von Bismarck die so genannte „kleindeutsche Einigungslösung” betrieb und Österreich als führende Macht in Deutschland ablöste. Mit Preußen verbinden sich bis heute die von protestantischer Moral geprägten so genannten preußischen Tugenden, wie beispielsweise Zuverlässigkeit, Sparsamkeit, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Fleiß und Toleranz. Nach dem Selbstverständnis vieler Preußen trugen sie maßgeblich zum Aufstieg ihres Landes zur europäischen Großmacht bei. Allerdings war die Betonung dieser sogenannten Sekundär-Tugenden selbst innerhalb Preußens nicht unumstritten. Die Landesfarben Preußens, schwarz und weiß, leiteten sich von dem mit einem schwarzen Kreuz bestickten weißen Mantel der Ritter des Deutschen Ordens her. Ihre Kombination mit den hanseatischen Farben Weiß-Rot der freien Städte Bremen, Hamburg und Lübeck ergab die schwarz-weiß-rote Handelsflagge des 1867 gegründeten Norddeutschen Bundes, die 1871 als Flagge des Deutschen Reiches übernommen wurde. Der Wappenspruch Preußens lautete seit der Reformation Suum cuique - Jedem das Seine.

Geschichte

Zur Vor- und Frühgeschichte sowie zur Geschichte des Ordensstaates siehe unter Ostpreußen.

Brandenburg-Preußen

Brandenburg-Preußen, das spätere Königreich Preußen, entstand im Wesentlichen aus zwei Landesteilen:
- aus der Mark Brandenburg, die zu den sieben Kurfürstentümern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gehörte,
- und aus dem 1466-1654 unter polnischer Lehenshoheit stehenden Herzogtum Preußen, das aus dem Staat der Deutschordensritter hervorgegangen war. Das Kurfürstentum Brandenburg hatte Kaiser Sigismund (13681437) 1415 dem Burggrafen von Nürnberg, Friedrich von Hohenzollern (13711440), zu Lehen gegeben, nachdem das zuvor regierende Fürstenhaus der Askanier ausgestorben war. Auch das Herzogtum Preußen wurde seit dem 16. Jahrhundert von einer Linie des Hauses Hohenzollern regiert, nachdem der letzte Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht von Brandenburg-Ansbach (14901568), sich auf Anraten Martin Luthers (14831546) und mit Billigung des polnischen Königs Sigismund I. des Alten der Reformation angeschlossen und den Ordensstaat in ein erbliches Herzogtum umgewandelt hatte. Wie dessen Herrscher wurde auch die Bevölkerung evangelisch. Der Ordensstaat war bereits seit 1466 nicht mehr souverän gewesen, sondern unterstand der Lehenshoheit der polnischen Krone. Daher leistete Albrecht für das neue Herzogtum dem polnischen König Sigismund I. dem Alten (14671548) am 8. April 1525 in Krakau den Lehnseid. Nach dem Erlöschen der herzoglich-preußischen Linie der Hohenzollern fiel ihr Herzogtum 1618 an ihre nächsten Verwandten, die Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg. Diese regierten von da an beide Länder in Personalunion. Bis zum Vertrag von Wehlau (1657) sollte ihr Herrschaftsgebiet jedoch politisch zweigeteilt bleiben: Brandenburg war Teil des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, Preußen weiterhin ein polnisches Lehen. Die Herrscher von Brandenburg-Preußen waren also sowohl dem deutschen Kaiser als auch der polnischen Krone lehenspflichtig. Im Dreißigjährigen Krieg stand Brandenburg auf der Seite der evangelischen Union. Weite Teile des Landes wurden damals verwüstet und entvölkert. Kurfürst Friedrich Wilhelm I. (16201688), später der "Große Kurfürst" genannt, betrieb nach dem Krieg eine vorsichtige Schaukelpolitik zwischen den Großmächten, um sein wirtschaftlich und militärisch schwaches Land zu entwickeln. Er führte wirtschaftliche Reformen durch, baute ein schlagkräftiges Heer auf, entmachtete die Stände zugunsten einer absolutistischen Zentralverwaltung und holte Tausende aus Frankreich vertriebener Hugenotten ins Land. Er erwarb 1648 Hinterpommern, das restliche Ravensberger Land um Minden und Halberstadt sowie 1680 Magdeburg. Friedrich Wilhelm betrieb zudem den Aufbau einer eigenen Kurbrandenburgischen Marine und verfolgte Kolonialprojekte in Westafrika und Westindien. Diese Pläne zeitigten aber erst gegen Ende seiner Regentschaft Erfolge. So wurde 1683 die Festung Groß Friedrichsburg im heutigen Guinea gegründet, die bis 1727 bestand. Unter Kurfürst Friedrich Wilhelm I. wurde Brandenburg das nach Österreich mächtigste Land im Reich. Als infolge schwedisch-polnischer Auseinandersetzungen Polen geschwächt war, konnte er 1657 im Vertrag von Wehlau das Herzogtum Preußen aus der polnischen Oberhoheit lösen. Im Frieden von Oliva von 1660 wurde die Souveränität des Herzogtums endgültig anerkannt. Dies war eine entscheidende Voraussetzung für seine Erhebung zum Königreich unter dem Sohn des Großen Kurfürsten.

Königreich Preußen

Gründung des Königreichs

Rang, Reputation und Prestige eines Fürsten waren in der Zeit des Absolutismus wichtige politische Faktoren. Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg (1657-1713) kam daher die Tatsache sehr gelegen, dass das Herzogtum Preußen seit 1660 keiner anderen Krone mehr unterstand, also souverän war. Das ermöglichte es ihm, dessen Erhebung zum Königreich und seine eigene zum König anzustreben. Es ging ihm dabei vor allem darum, die Ranggleichheit mit dem Kurfürsten von Sachsen, der zugleich König von Polen war und mit dem Kurfürsten von Hannover, der Anwärter auf den englischen Thron war, zu wahren. Kaiser Leopolds I. stimmte daher zu dass er als Herrscher seiner außerhalb des Reichs gelegenen Territorien, also für das bisherige Herzogtum Preußen, den Königstitel führen dürfe. So krönte sich der Kurfürst am 18. Januar 1701 als Friedrich I. in Königsberg eigenhändig zum „König in Preußen“. Die einschränkende Titulatur „in Preußen“ war nötig, weil die Bezeichnung als „König von Preußen“ als Herrschaftsanspruch auf das gesamte preußische Gebiet verstanden worden wäre. Da das Ermland und Westpreußen damals aber noch polnisch waren, hätte dies Konflikte mit dem Nachbarland heraufbeschworen, dessen Herrscher noch bis 1742 den Titel eines „Königs von Preußen“ beanspruchten. Seit 1701 bürgerte sich aber im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch allmählich die Landesbezeichnung „Königreich Preußen“ für alle von den Hohenzollern regierten Gebiete ein – ob innerhalb oder außerhalb des Heiligen Römischen Reiches gelegen.

Friedrich Wilhelm I. – Der Soldatenkönig

Der Sohn Friedrichs I., Friedrich Wilhelm I. (17131740) war weniger prunkliebend als sein Vater, sondern sparsam und praktisch veranlagt. Der „Soldatenkönig“ gilt als der eigentliche Schöpfer des preußischen Beamtentums und des stehenden Heers, das er zu einem der schlagkräftigsten in ganz Europa ausbaute. Zudem siedelte er über 20.000 Salzburger, protestantische Glaubensflüchtlinge, im dünn besiedelten Ostpreußen und weitere in anderen Landesteilen an. Von Schweden erwarb er 1720 Vorpommern bis zur Peene.

Friedrich II. - der Große

Peene (mitte) in Sanssouci mit Voltaire (links) und den führenden Köpfen der Berliner Akademie, 1850, ehemalige Nationalgalerie, Berlin, 1945 verbrannt.]] Am 31. Mai 1740 bestieg sein Sohn Friedrich II. – später auch „Friedrich der Große“ genannt – den Thron. Als Kronprinz eher der Philosophie und den schönen Künsten zugeneigt, ließ er noch in seinem ersten Regierungsjahr die preußische Armee in Schlesien einmarschieren, auf das die Hohenzollern umstrittene Ansprüche erhoben. In den drei Schlesischen Kriegen (17401763) gelang es ihm, die Eroberung gegen Österreich zu behaupten, im letzten, dem Siebenjährigen Krieg (17561763), sogar gegen eine Koalition aus Österreich, Frankreich und Russland. Dies war der Beginn der preußischen Großmachtstellung in Europa und des preußisch-österreichischen Dualismus im Reich. In den letzten 23 Jahren seiner bis 1786 währenden Herrschaft förderte Friedrich II., der sich als „erster Diener des Staates“ verstand, den Landesausbau und die weitere Besiedelung brandenburgisch-preußischer Gebiete, etwa des Oderbruchs. Als Vertreter des Aufgeklärten Absolutismus schaffte er die Folter ab, führte die Schulpflicht ein, schuf das Allgemeine preußische Landrecht und lockte mit der Gewährung völliger Glaubensfreiheit weitere Exulanten ins Land. Nach seiner Auffassung sollte in Preußen „jeder nach seiner Fasson selig werden“. Bekannt wurde in diesem Zusammenhang auch sein Ausspruch: „Alle Religionen seindt gleich und gut, wan nuhr die leute, so sie profesieren, Ehrlige leute seindt, und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land pöplieren, so wollten wir sie Mosqueen und Kirchen bauen.“ Gemeinsam mit Österreich und Russland betrieb Friedrich die Zerstückelung Polens. Bei der ersten polnischen Teilung 1772 fielen Westpreußen, der Netzedistrikt und das Fürstbistum Ermland an Friedrich II., so dass er sich nun König von Preußen nennen konnte. Bereits 1744 war auch Ostfriesland preußisch geworden. Die Politik gegenüber Polen wurde von Friedrich Wilhelm II. (17861797) fortgesetzt. Bei der 2. und 3. Teilung Polens (1793 und 1795) sicherte sich Preußen weitere polnische Gebiete bis nach Warschau.

Niederlage gegen Napoleon, Reformen und Freiheitskriege

Unter Friedrich Wilhelm II. (17861797) beteiligte sich Preußen zunächst an den Koalitionskriegen gegen das revolutionäre Frankreich, schied aber nach dem Frieden von Basel 1795 für mehr als ein Jahrzehnt aus der antifranzösischen Allianz aus. Erst als 1806 Verhandlungen mit Frankreich über die Aufteilung der Machtsphären in Deutschland scheiterten, flammte der Krieg wieder auf. In der Schlacht bei Jena und Auerstedt erlitt Preußen eine vernichtende Niederlage gegen die Truppen Napoleons I.. König Friedrich Wilhelm III. (17971840) und seine Familie musste vorübergehend nach Memel fliehen. Der Staat verlor 1807 im Frieden von Tilsit etwa die Hälfte seines Gebietes und musste ein Bündnis mit Frankreich eingehen. Die Niederlage Preußens hatte eine Erneuerung des Staates unumgänglich gemacht. Mit den Stein-Hardenbergschen Reformen unter Leitung von Freiherr vom Stein, Scharnhorst und Hardenberg wurde die Leibeigenschaft der Bauern aufgehoben (1807), das Bildungswesen neu gestaltet sowie die allgemeine Wehrpflicht und die Selbstverwaltung der Städte eingeführt (1808). Nach der Niederlage Napoleons in Russland, kündigte Preußen das Bündnis mit Frankreich auf und beteiligte sich ab 1813 in den sogenannten Freiheitskriegen an der anti-französischen Koalition. Preußische Truppen unter Marschall Blücher trugen in der Schlacht von Waterloo 1815 entscheidend zum endgültigen Sieg über Napoleon bei. Das während der Freiheitskriege seinem Volk gegebene Versprechen, dem Land eine Verfassung zu geben, löste Friedrich Wilhelm III. jedoch nie ein. Statt dessen rief er zusammen mit dem Zaren von Russland und dem Kaiser von Österreich die Heilige Allianz ins Leben, die auf die Unterdrückung aller Demokratiebestrebungen in Europa abzielte. Beim Wiener Kongress 1815 erhielt Preußen beinahe sein altes Staatsgebiet zurück, zudem den Rest Vorpommerns, den nördlichen Teil des Königreichs Sachsen, Westfalen und die Rheinprovinz. Es behielt zwar die zuvor polnische Provinz Posen, verlor jedoch Gebiete der 2. und 3. polnischen Teilung an Russland. Preußen bestand seitdem aus zwei großen, aber räumlich getrennten Länderblöcken in Ost- und Westdeutschland. Es wurde Mitglied des Deutschen Bundes, des losen Verbandes der deutschen Staaten unter österreichischer Führung, der von 1815 bis 1866 existierte.

Märzrevolution und Industrialisierung

Für Preußen lag aufgrund der Zweiteilung seines Staatsgebiets die wirtschaftliche Einigung Deutschlands nach 1815 im ureigenen Interesse. Das Königreich gehörte daher zu den treibenden Kräften des Deutschen Zollvereins, dessen Mitglied es 1834 wurde. Infolge dessen setzten auch außerhalb des Landes immer mehr Befürworter der deutschen Einigung, insbesondere die Protestanten, ihre Hoffnungen darauf, dass Preußen Österreich als Führungsmacht des Bundes ablösen werde. Es war von „Preußens deutscher Sendung“ die Rede und davon, dass das Land immer mehr nach Deutschland hinein und Österreich aus Deutschland heraus wachse. Der Regierungsantritt Friedrich Wilhelms IV. (18401861) weckte zunächst die Hoffnungen der Liberalen und der Anhänger der deutschen Einigung. Zwar wurden diese Hoffnungen bald enttäuscht, da der König sich lange Zeit weigerte, auch nur für das eigene Territorium einen gemeinsamen Landtag und eine einheitliche Verfassung einzuführen. Aber während der Märzrevolution von 1848 schien sich der König doch noch den Forderungen der Revolutionäre zu beugen. Erstmals wurde ein Vereinigter Landtag für ganz Preußen nach Berlin einberufen. Gleichzeitig fanden Wahlen zum ersten gesamtdeutschen Parlament, der Frankfurter Nationalversammlung, statt. Dort setzten sich schließlich die Befürworter einer kleindeutschen Einigung unter Preußens Führung durch, da Österreich nicht bereit war, auf seine nichtdeutschen Landesteile zu verzichten. Demokratie und deutsche Einheit scheiterten aber 1849, als Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone ablehnte, die ihm die Nationalversammlung angetragen hatte. Die Revolution wurde in Süddeutschland mit Hilfe preußischer Truppen endgültig niedergeschlagen. Preußen erhielt 1850 eine vom König oktroyierte Verfassung. Im Zuge der Industrialisierung wurden eine Anzahl von Land-, Wasserwegen und Kanälen gebaut, welche quer durch Deutschland den Westen mit dem Osten verbanden. Im Oberland West- und Ostpreußens entstand der Oberländische Kanal, der die Ostsee und Elbing im Norden mit Masuren im Süden verband. In den 1860er Jahren wurde der Bau der Ostbahn begonnen, die von Berlin über Thorn und Königsberg bis zur Ostgrenze führte und bis zum Zweiten Weltkrieg eine der Hauptverkehrsachsen Preußens bildete.

Verfassungskonflikt um die Heeresreform

Wilhelm I., der schon 1858 die Regentschaft für seinen nach mehreren Schlaganfällen regierungsunfähigen Bruder Friedrich Wilhelm IV. übernommen hatte, bestieg 1861 den preußischen Thron. Mit Kriegsminister Roon strebte er eine Heeresreform an, die längere Dienstzeiten und eine Aufrüstung der preußischen Armee vorsah. Die liberale Mehrheit des Preußischen Landtags, dem das Budgetrecht zustand, wollte die dafür nötigen Gelder jedoch nicht bewilligen. Es kam zu einem Verfassungskonflikt, in dessen Verlauf der König die Abdankung in Erwägung zog. Als letzten Ausweg entschloss er sich 1862, Otto von Bismarck als Ministerpräsident zu berufen. Dieser war ein vehementer Befürworter des königlichen Alleinherrschaftsanspruchs und regierte jahrelang gegen Verfassung und Parlament und ohne gesetzlichen Haushalt.

Bismarck und die Einigungskriege

Aus der Erkenntnis heraus, dass die preußische Krone nur dann Rückhalt im Volk gewinnen könne, wenn sie sich an die Spitze der deutschen Einigungsbewegung setzte, führte Bismarck Preußen in drei Kriege, die König Wilhelm die deutsche Kaiserkrone einbrachten: Deutsch-Dänischer Krieg 1864: Der König von Dänemark war in Personalunion Herzog von Schleswig-Holstein, das seit 1460 eine Einheit bildete. Nur das Teilherzogtum Holstein gehörte aber zum Deutschen Bund. Der Versuch der Kopenhagener Regierung, Schleswig unter Ausschluss Holsteins in den dänischen Gesamtstaat einzugliedern, führte 1864 unter der Führung Preußens und Österreichs zum Krieg des Deutschen Bundes gegen das nördliche Nachbarland. Nach ihrem Sieg musste die dänische Krone auf Schleswig und Holstein verzichten. Beide Teilherzogtümer wurden nun von Preußen und Österreich gemeinsam verwaltet. Deutscher Krieg 1866: Der Anlass dieses Krieges waren Konflikte zwischen Österreich und Preußen um die Verwaltung und die Zukunft Schleswig-Holsteins. Die tiefere Ursache war jedoch das Ringen um die Vorherrschaft in Deutschland. Auf der Seite Österreichs standen die mitteldeutschen Staaten, auf Seiten Preußens neben einigen norddeutschen Staaten auch Italien. Nachdem preußische Truppen unter Moltke am 3. Juli 1866 in der Schlacht von Königgrätz den entscheidenden Sieg errungen hatten, verlor Österreich seine Vormachtstellung und schied aus dem Deutschen Bund aus. Der Friede von Prag am 23. August 1866 brachte Preußen das Königreich Hannover, Hessen-Kassel, das Nassau, die Freie Stadt Frankfurt und ganz Schleswig-Holstein ein. Damit waren nun fast alle preußischen Gebiete miteinander verbunden. An die Stelle des Deutschen Bundes trat 1867 der kleinere, von Preußen dominierte Norddeutsche Bund, dessen Verfassung in wesentlichen Punkten die des Deutschen Reiches vorweg nahm. Die süddeutschen Staaten mussten Bündnisverträge mit Preußen eingehen. Deutsch-französischer Krieg 1870/71: Bismarck spitzte den Streit mit Frankreich um die spanische Thronkandidatur eines katholischen Hohenzollernprinzen bewusst zu (siehe auch Emser Depesche), um die Regierung Napoleons III. zu einer Kriegserklärung zu provozieren. Dies stellte für die süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg und Baden den Bündnisfall dar. Nach dem raschen Sieg waren sie gezwungen, dem Norddeutschen Bund beizutreten. Damit war das Deutsche Reich in der kleindeutschen Version gegründet worden, die schon als eines der Modelle in der Nationalversammlung von 1848/49 gehandelt worden war. Im Spiegelsaal zu Versailles ließ sich Wilhelm I. am 18. Januar 1871 – genau 170 Jahre nach der Königskrönung Friedrichs I. – zum Deutschen Kaiser ausrufen. Zwischen 1871 und 1887 führte Bismarck den sogenannten Kulturkampf gegen die katholischen Bevölkerungsteile, insbesondere gegen die polnische Bevölkerung, die Bismarck zu germanisieren versuchte. Die Germanisierungspolitik wurde nach Bismarcks Abdanken vom 1894 in Posen gegründeten Deutschen Ostmarkenverein fortgeführt.

Preußen im Deutschen Reich

Deutschen Kaiser Preußen ging von 1871 an ebenso sehr in Deutschland auf, wie Deutschland preußischen Charakter annahm. Der König von Preußen war auch Deutscher Kaiser und der preußische Ministerpräsident zugleich Reichskanzler. Der Ministerpräsident und Kanzler musste aber nicht unbedingt Preuße sein, wie im Fall von Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst. Auf Wilhelm I. folgte im März 1888 der bereits schwerkranke Friedrich III., der nach einer Regierungszeit von nur 99 Tagen verstarb. Im Juni des „Drei-Kaiser-Jahres“ bestieg Wilhelm II. den Thron. Bis zur Abdankung des Kaisers im Zuge der Novemberrevolution von 1918 blieben preußische und Reichspolitik aufs engste miteinander verbunden.

Freistaat Preußen

Infolge der Niederlage im Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution von 1918/19 dankte Wilhelm II. als Deutscher Kaiser und König von Preußen ab. Damit endete die Realunion Preußens mit dem Deutschen Reich wie sie seit der Zeit Bismarcks bestanden hatte. Das Land wurde zum eigenständigen Freistaat innerhalb des Reichsverbands proklamiert und erhielt 1920 eine demokratische Verfassung. Die im Vertrag von Versailles festgelegten Gebietsabtretungen Deutschlands betrafen – bis auf das nach dem deutsch-französischen Krieg gebildete Reichsland Elsass-Lothringen – ausschließlich preußisches Territorium: Eupen-Malmedy ging an Belgien, Nordschleswig an Dänemark, das Memelland an Litauen, das Hultschiner Ländchen an die Tschechoslowakei, große Teile der Gebiete, die Preußen im Rahmen der polnischen Teilungen erhalten hatte und Ost-Oberschlesien an Polen. Danzig wurde Freie Stadt unter Verwaltung des Völkerbunds. Wie schon vor den polnischen Teilungen hatte Ostpreußen keine Landverbindung mit dem übrigen Deutschen Reich und konnte nur per Schiff (Seedienst Ostpreußen) oder per Bahn durch den Polnischen Korridor erreicht werden. Auch das Saargebiet wurde überwiegend aus preußischen Gebietsteilen gebildet. Von 1919 bis 1932 regierten in Preußen Regierungen der Weimarer Koalition (SPD, Zentrum und DDP), 1921 bis 1925 um die DVP erweitert. Anders als in einigen anderen Ländern des Reichs war die Mehrheit der demokratischen Parteien bei Wahlen in Preußen nie gefährdet. Der von 1920 bis 1932 fast ununterbrochen regierende Ostpreuße Otto Braun, der bis heute als einer der fähigsten sozialdemokratischen Politiker der Weimarer Republik gilt, verwirklichte zusammen mit seinem Innenminister Carl Severing mehrere zukunftsweisende Reformen, die später für die Bundesrepublik beispielgebend waren. Dazu gehörte zum Beispiel das Konstruktive Misstrauensvotum, das die Abwahl des Ministerpräsidenten nur dann ermöglichte, wenn gleichzeitig ein neuer Ministerpräsident gewählt wurde. Auf diese Weise konnte die Preußische Landesregierung solange im Amt bleiben, wie sich im Landtag keine "Positive Mehrheit" bildete, also eine Mehrheit derjenigen Oppositionsparteien, die auch wirklich zusammen arbeiten wollten. Als Stütze der Weimarer Demokratie wurde Preußen nicht durch die Wähler, sondern erst durch den Preußenschlag des Reichskanzlers Franz von Papen beseitigt. In diesem Staatsstreich setzte die Reichsregierung am 20. Juli 1932 per Verordnung die Preußische Landesregierung unter dem Vorwand ab, sie habe die Kontrolle über die öffentliche Ordnung in Preußen verloren (siehe auch: Altonaer Blutsonntag). Vom Großteil des Staatsapparats begrüßt, übernahm Papen selbst die Macht im Freistaat Preußen als Reichskommissar. Im deutschen Reich war damit die wichtigste Landesregierung entmachtet, die demokratisch-republikanisch ausgerichtet war. Der Preußenschlag hat nur ein halbes Jahr später die Machtergreifung Hitlers entscheidend erleichtert, da ihm von Anfang an die Machtmittel der preußischen Regierung - vor allem der Polizeiapparat - zur Verfügung standen. Ergebnisse der Landtagswahlen 1919–1933
1919: SPD 36,4 % – 145 Sitze | Zentrum 22,3 % – 94 Sitze | DDP 16,2 % – 65 Sitze | DNVP 11,2 % – 48 Sitze | USPD 7,4 % – 24 Sitze | DVP 5,7 % – 23 Sitze | DHP 0,5 % – 2 Sitze | SHBLD 0,4 % – 1 Sitz
1921: SPD 25,9 % – 109 Sitze | DNVP 18,0 % – 76 Sitze | Zentrum 17,9 % – 76 Sitze | DVP 14,0 % – 59 Sitze | KPD 7,5 % – 31 Sitze | USPD 6,4 % – 27 Sitze | DDP 5,9 % – 26 Sitze | DHP 2,4 % – 11 Sitze | WP 1,2 % – 4 Sitze | Polen 0,4 % – 2 Sitze
1924: SPD 24,9 % – 114 Sitze | DNVP 23,7 % – 109 Sitze | Zentrum 17,6 % – 81 Sitze | DVP 9,8 % – 45 Sitze | KPD 9,6 % – 44 Sitze | DDP 5,9 % – 27 Sitze | NSFP 2,5 % – 11 Sitze | WP 2,4 % – 11 Sitze | DHP 1,4 % – 6 Sitze | Polen 0,4 % – 2 Sitze
1928: SPD 29,0 % – 137 Sitze | DNVP 17,4 % – 82 Sitze | Zentrum 15,2 % – 71 Sitze | KPD 11,9 % – 56 Sitze | DVP 8,5 % – 40 Sitze | WP 4,5 % – 21 Sitze | DDP 4,4 % – 21 Sitze | NSDAP 1,8 % – 6 Sitze | CNBL 1,5 % – 8 Sitze | VRP 1,2 % – 2 Sitze | DVFP 1,1 % – 2 Sitze | DHP 1,0 % – 4 Sitze
1932: NSDAP 36,3 % – 162 Sitze | SPD 21,2 % – 94 Sitze | Zentrum 15,3 % – 67 Sitze | KPD 12,3 % – 57 Sitze | DNVP 6,9 % – 31 Sitze | DVP 1,5 % – 7 Sitze | DStP 1,5 % – 2 Sitze | CSVD 1,2 % – 2 Sitze | DHP 0,3 % – 1 Sitz
1933: NSDAP 43,2 % – 211 Sitze | SPD 16,6 % – 80 Sitze | Zentrum 14,1 % – 68 Sitze | KPD 13,2 % – 63 Sitze | DNVP 8,9 % – 43 Sitze | DVP 1,0 % – 3 Sitze | CSVD 0,9 % – 3 Sitze | DStP 0,7 % – 3 Sitze | DHP 0,2 % – 2 Sitze
An 100 % fehlende = nicht im Parlament vertretene Gruppierungen

Nationalsozialismus und das Ende Preußens

Nach der Machtergreifung Hitlers wurde Hermann Göring 1933 preußischer Ministerpräsident. Damit standen den Nationalsozialisten von Anfang an die Machtmittel der preußischen Landesregierung zur Verfügung, vor allem die Polizeikräfte. Wenige Wochen später, am 21. März 1933, fand der sogenannte „Tag von Potsdam“ statt. Dabei wurde der am 6. März neu gewählte Reichstag in Anwesenheit des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg symbolträchtig in der Potsdamer Garnisonkirche eröffnet, der Grabstätte der preußischen Könige. Die propagandistische Veranstaltung, in der Hitler und die NSDAP „die Vermählung des alten Preußen mit dem jungen Deutschland“ feierte, sollte preußisch-monarchistische und deutschnationale Kreise für den nationalsozialistischen Staat gewinnen und die Konservativen im Reichstag zur Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz bewegen, die zwei Tage später anstand. Im nationalsozialistischen Einheitsstaat wurden seit 1933 Preußen wie auch alle übrigen deutschen Länder gleichgeschaltet. Das „Gesetz über den Neuaufbau des Reiches“ vom 30. Januar 1934 und das „Reichsstatthaltergesetz“ vom 30. Januar 1935 lösten die Länder zwar nicht formell auf, beraubten sie aber ihrer Eigenständigkeit. Die Landesregierungen wurden von Reichsstaathaltern kontrolliert, die vom Reichskanzler ernannt wurden. Parallel dazu erlangten die Einteilung in (Partei-)Gaue zunehmend Bedeutung, deren Gauleiter wiederum vom "Führer und Reichskanzler" ernannt wurden, der zugleich Parteichef der NSDAP war. In Preußen ging diese anti-föderalistische Politik noch weiter: Seit 1934 wurden nahezu alle seine Landes- mit den entsprechenden Reichsministerien zusammengelegt. Nur das preußische Finanzministerium, die Archivverwaltung und wenige andere Landesbehörden blieben bis 1945 eigenständig. Reichsstatthalter für Preußen wurde formell Hitler selbst. Seine Funktionen wurden allerdings von Hermann Göring als preußischem Ministerpräsidenten ausgeübt. Im Zuge des Großhamburg-Gesetzes fanden noch gewisse Gebietsveränderungen statt. Preußen wurde am 1. April 1937 u. a. um die bis dahin Freie und Hansestadt Lübeck erweitert. Die im Zweiten Weltkrieg annektierten polnischen, vormals preußischen, Gebiete wurden überwiegend nicht in das angrenzende Preußen eingegliedert, sondern sogenannten Reichsgauen zugeteilt. Mit dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft, der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen und der Abtretung aller Gebiete östlich von Oder und Neiße hörte Preußen 1945 de facto endgültig auf zu bestehen. Einzelne Gebiete wurden aus dem Land Preußen herausgelöst, um neue Länder zu bilden. Mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 46 vom 25. Februar 1947 beschloss der Alliierte Kontrollrat auch formell die Auflösung des verbliebenen preußischen Staates, da er ein „Hort des deutschen Militarismus“ und damit für den Ersten und Zweiten Weltkrieg verantwortlich gewesen sei. (Siehe hierzu auch Kriegsschulddebatte). Die Begründung des Kontrollratsbeschlusses verkannte die rechtsstaatlichen Traditionen des Landes ebenso wie die Tatsache, dass es in der Weimarer Republik bis zum Preußenschlag ein Bollwerk der Demokratie gewesen war.

Räumliche Entwicklung und Gliederung

Verwaltungsgliederung Preußens

Die hohenzollernschen Gebiete, für die sich nach 1701 allmählich der Name "Königreich Preußen" einbürgerte, bestanden Anfang des 18. Jahrhunderts aus den Landesteilen Brandenburg, Pommern, Preußen, Geldern, Kleve, Moers, Krefeld, Tecklenburg, Lingen, Minden, Mark, Ravensberg, Lippstadt, Magdeburg, Halberstadt, Neuenburg und Valangin. 1713 wurden die Landesteile in folgende Provinzen gegliedert: Mittel-, Ucker- und Altmark, Neumark-Pommern-Kassuben, Preußen, Geldern-Kleve, Minden-Mark-Ravensberg, Magdeburg-Halberstadt, Neuenburg (Land) und Valangin (Land). 1740 wurden die Provinzen in Kriegs- und Domänekammern überführt oder neu gegliedert. Auch deren Gestalt änderte sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte mehrmals, als weitere Gebiete zu Preußen kamen. Provinz Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde der Staat Preußen mit der „Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden“ vom 30. April 1815 in zehn Provinzen eingeteilt (in Klammern die Hauptstadt), die mit Ausnahme von Ostpreußen, Westpreußen und Posen dem Deutschen Bund beitraten: # Provinz Brandenburg (Potsdam) # Provinz Ostpreußen (Königsberg) # Provinz Westpreußen (Danzig) # Provinz Pommern (Stettin) # Provinz Schlesien (Breslau) # Provinz Posen (Posen) # Provinz Jülich-Kleve-Berg (Köln) # Provinz Großherzogtum Niederrhein (Koblenz) # Provinz Westfalen (Münster) # Provinz Sachsen (Magdeburg) Seit 1822 bildeten die Provinzen „Jülich-Kleve-Berg“ und „Großherzogtum Niederrhein“ die Rheinprovinz mit der Hauptstadt Koblenz. 1829 wurden Ost- und Westpreußen zur „Provinz Preußen“ (Hauptstadt Königsberg) vereinigt. Damit verringerte sich die Zahl der Provinzen auf acht. 1849 verzichteten die Fürsten von Hechingen und Sigmaringen auf ihre Herrschaft, wodurch beide Fürstentümer an Preußen fielen. Sie wurden zum Regierungsbezirk Sigmaringen zusammen gefasst, der später auch als „Hohenzollernsche Lande“ bezeichnet wurde. 1853 erwarb Preußen von Oldenburg einen Landstrich an der Jade, auf dem ein Hafen angelegt wurde. 1869 erhielt dieses Gebiet zusammen mit der umliegenden Siedlung den Namen Wilhelmshaven und wurde der 1867 gebildeten Provinz Hannover angegliedert. Nach dem Deutschen Krieg von 1866 annektierte Preußen das Königreich Hannover, das Kurfürstentum Hessen, das Herzogtum Nassau, die Fürstentümer Schleswig und Holstein sowie die Freie Stadt Frankfurt am Main. Aus diesen Gebieten wurden drei Provinzen gebildet:
- Provinz Hannover (Hannover)
- Provinz Hessen-Nassau (Kassel)
- Provinz Schleswig-Holstein (Kiel, 1879–1917 Schleswig) Preußen umfasste damit elf Provinzen. Die zahl erhöhte sich auf zwölf, als aus der Provinz Preußen zwei neue hervorgingen: „Ostpreußen“ und „Westpreußen“. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Preußen einige seiner Gebiete und wurde Freistaat. Die Provinz Posen wurde nahezu ganz an Polen abgetreten. Die Provinz Westpreußen kam überwiegend an Polen und an die Freie Stadt Danzig. Nur der östliche Teil Westpreußens blieb bei Preußen und wurde der Provinz Ostpreußen angegliedert. Die ebenfalls bei Preußen verbleibenden restlichen Gebiete von Posen und Westpreußen wurden 1922 zu einer neuen (zweigeteilten) Provinz vereinigt, die den Namen „Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen“ erhielt. Inzwischen waren 1919 die Provinz Schlesien in zwei Provinzen „Niederschlesien“ und „Oberschlesien“ aufgeteilt worden. Ein Jahr später schied Berlin aus dem Provinzialverband Brandenburg aus und bildete eine eigene Provinz. Ab 1922 bestand der Freistaat Preußen somit aus den folgenden 12 Provinzen (in Klammern die Gebietskörperschaften, denen die Gebiete der jeweiligen Provinzen heute entsprechen): 1922 # Berlin (Bundesland Berlin, Deutschland) # Provinz Brandenburg (Bundesland Brandenburg, Deutschland und Teil der Woiwodschaft Lebus, Polen) # Provinz Hannover (Teile der Bundesländer Niedersachsen und Hamburg, Deutschland) # Provinz Hessen-Nassau (Teile der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz, Deutschland) # Provinz Ostpreußen (Oblast Kaliningrad, Russland; Woiwodschaft Ermland-Masuren und Teil der Woiwodschaft Pommern, Polen) # Provinz Pommern (Teil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, Woiwodschaft Westpommern, Polen) # Grenzmark Posen-Westpreußen (Teil der Woiwodschaft Großpolen, Polen) # Rheinprovinz (Teile der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, Deutschland) # Provinz Sachsen (Teil der Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen, Deutschland) # Provinz Niederschlesien (Woiwodschaft Niederschlesien und Teil der Woiwodschaft Lebus, Polen; Teil des Bundeslandes Sachsen, Deutschland) # Provinz Oberschlesien (Teil der Woiwodschaften Oppeln und Schlesien, Polen) # Provinz Schleswig-Holstein (Teile der Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg, Deutschland) # Provinz Westfalen (Teil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Deutschland) dabei als Teil der Rheinprovinz die so genannten
- Hohenzollernschen Lande (Teil des Bundeslandes Baden-Württemberg, Deutschland) 1938 wurden die beiden schlesischen Provinzen wieder vereinigt und die Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen aufgelöst auf die Nachbarprovinzen Pommern, Brandenburg und Schlesien aufgeteilt. Somit bestand Preußen bis zu seiner formellen Auflösung 1947 nur noch aus elf Provinzen. Nicht berücksichtigt sind dabei die Teilungen der Provinzen Hessen-Na

1817

Ereignisse


- 12. Juni: Karl Drais unternimmt in Mannheim die erste öffentliche Fahrt mit der von ihm erfundenen Draisine (Vorläufer des Fahrrads)
- 18./19. Oktober: Wartburgfest in Eisenach
- James Monroe wird nach James Madison US-Präsident
- Inthronisation Kaiser Ninkos in Japan
- Am 12. April wird durch den Zusammenschluss der Universität Halle und der Universität Wittenberg die Vereinigte Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg beschlossen

Kultur


- 31. Mai: Uraufführung der Oper La gazza ladra (Die diebische Elster) von Gioacchino Rossini am Teatro alla Scala di Milano in Mailand
- 30. Dezember: Uraufführung der Oper Adelaide e Comingo von Giovanni Pacini am Teatro Regio Ducale in Mailand

Geboren


- 2. Januar: François Chabas, französischer Ägyptologe († 1882)
- 22. Januar: Eugen Adam, deutscher Schlachtenmaler († 1880)
- 23. Januar: George Frederic Watts, britischer Maler († 1904)
- 17. Februar: Christoph Moufang, Diözesanadministrator von Mainz († 1890)
- 18. Februar: Johannes Bosboom, niederländischer Maler († 1890)
- 19. Februar: Wilhelm III., niederländischer König († 1890)
- 22. Februar: Carl Wilhelm Borchardt, Mathematiker († 1880)
- 22. Februar: Karl Wilhelm Borchardt, deutscher Mathematiker († 1880)
- 22. Februar: Niels Wilhelm Gade, dänischer Komponist und Dirigent († 1890)
- 22. Februar: Ottilie Wildermuth, deutsche Schriftstellerin († 1877)
- 28. Februar: Ryszard Wincenty Berwinski, Polnischer Dichter († 1879)
- 1. März: Giovanni Dupré, italienischer Bildhauer († 1882)
- 4. März: August Peters, deutscher Erzähler († 1864)
- 5. März: Moritz Carrière, deutscher Schriftsteller und Philosoph († 1895)
- 27. März: Carl Wilhelm von Nägeli, Schweizer Botaniker († 1891)
- 3. April: Mathilde Franziska Anneke, Schriftstellerin und Journalistin († 1884)
- 16. April: Rudolf von Delbrück, deutscher Politiker († 1903)
- 29. April: Vincent Graf Benedetti, französischer Diplomat († 1900)
- 4. Mai: Florian Ceynowa, Landwirt und Schriftsteller, praktizierte unerlaubt als Arzt († 1881)
- 10. Mai: Emma Herwegh, deutsche Revolutionärin († 1901)
- 12. Mai: Edmund Heusinger von Waldegg, deutscher Maschinenbauingenieur und Eisenbahnpionier († 1886)
- 14. Mai: Alexander Kaufmann, deutscher Schriftsteller († 1893)
- 20. Mai: Edward Armitage, englischer Historienmaler († 1896)
- 21. Mai: Niklaus Riggenbach, Ingenieur, Erfinder der Zahnradbahn († 1899)
- 31. Mai: Georg Herwegh, deutscher Dichter des Vormärz und Revolutionär († 1875)
- 3. Juni: Pauline von Mallinckrodt, Ordensgründerin († 1881)
- 14. Juni: Theobald Kerner, deutscher Arzt und Dichter († 1907)
- 27. Juni: Marie Louise von François, deutsche Schriftstellerin († 1893)
- 30. Juni: Joseph Dalton Hooker, englischer Botaniker und Reisender († 1911)
- 7. Juli: Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski, russischer Marinemaler († 1900)
- 12. Juli: Henry David Thoreau, US-amerikanischer Philosoph († 1862)
- 13. Juli: Franz Leopold Sonnenschein, Chemiker († 1879)
- 15. Juli: John Fowler, britischer Ingenieur und Erfinder († 1898)
- 15. Juli: John Fowler, englischer Erfinder und Ingenieur († 1898)
- 24. Juli: Adolf I. (Luxemburg), Herzog zu Nassau und Großherzog von Luxemburg († 1905)
- 26. Juli: Bernhard Windscheid, deutscher Jurist († 1892)
- 29. Juli: Wilhelm Griesinger, deutscher Psychiater und Internist († 1868)
- 1. August: Richard Dadd, englischer Maler († 1886)
- 3. August: Albrecht Friedrich Rudolf von Habsburg, Erzherzog von Österreich und Feldherr († 1895)
- 3. August: Erzherzog Albrecht, Erzherzog von Österreich und Feldherr († 1895)
- 5. August: Carl Friedrich Zimmermann, deutscher Instrumentenbauer
- 20. August: Cölestin Joseph Ganglbauer, Erzbischof von Wien († 1889)
- 6. September: Mihail Kogalniceanu, rumänischer Staatsmann, Historiker und Publizist († 1891)
- 9. September: Johann Gottfried Piefke, Militärmusiker und Komponist († 1884)
- 11. September: Matthäus Hörfarter, katholischer Theologe († 1896)
- 14. September: Theodor Storm, deutscher Schriftsteller († 1888)
- 5. Oktober: Eduard Franck, deutscher Komponist († 1893)
- 8. Oktober: Eduard Hölzel, österreichischer Buchhändler und Verleger († 1885)
- 23. Oktober: Pierre Larousse, französischer Schriftsteller († 1875)
- 27. Oktober - Antoni Kątski, polnischer Komponist und Pianist († 1889)
- 12. November: Baha'u'llah, Religionstifter der Baha'i-Religion (†