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Berlin-Reinickendorf

Berlin-Reinickendorf

Reinickendorf ist ein Ortsteil im gleichnamigen Bezirk Reinickendorf von Berlin.

Stadtentwicklung

Der Ortsteil ähnelt in seiner Bebauung dem südlich angrenzenden Ortsteil Wedding im Bezirk Mitte. Der Ortsteil liegt unter der Anflugbahn zum westlich angrenzenden Flughafen Berlin-Tegel. Zwischen dem Ortsteil Reinickendorf und dem nordöstlichen Alt-Tegel liegen die (ehemaligen) Industriegebiete von Borsigwalde. Nach Norden grenzt der Ortsteil an die Heidekrautbahn, hinter der die Ortsteile Wittenau und das Märkisches Viertel liegt. Im Osten grenzt es ebenfalls an einen Bahndamm, hinter dem der Bezirk Pankow liegt. Der Ortsteil Reinickendorf liegt so als Fortführung der Bebauung von Wedding im Übergang zu den grüneren Gebieten. Ursprünglich war der Ortsteil sehr viel bürgerlicher als das angrenzende Arbeiterviertel Wedding, er hat jedoch durch den Flughafen Tegel an Lebensqualität eingebüßt.

Geschichte

1230 gründete der niedersächsische Bauer Reinhardt ein Dorf, welches damals Reinhardts Dorf, auf plattdeutsch Renekentorp, benannt wurde. Dieses bildete den Ausgangspunkt der Ortschaft Reinickendorf, die erstmals unter diesem Namen im Jahre 1345 erschien. Schon ab 1397 war die Stadt Berlin im Besitz des Guts Reinickendorf, das 1632 verkauft, aber 1710 wieder zurückerstanden wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auch Reinickendorf von der Industrialisierung erfasst und erlebte einen erheblichen Aufschwung mit der Fertigstellung der Nordbahn 1877. Im Jahre 1893 folgte dann die Kremmener Bahn und 1901 die Heidekrautbahn, womit Reinickendorf zu einem gut erschlossenen Berliner Vorort wurde. 1920 in das entstehende Groß-Berlin eingemeindet, wurde Reinickendorf Namensgeber des gleichnamigen Bezirks, zu dem auch Wittenau, Tegel, Heiligensee, Hermsdorf und Lübars gehören. Der Flughafen Tegel wurde 1948 fertiggestellt, zwecks Unterstützung der Berliner Luftbrücke zur Zeit der Berliner Blockade.

Weblinks


- http://reinickendorf.berlin-1a.de
- http://people.freenet.de/reinickendorf/   Reinickendorf

Berlin

Berlin ist Hauptstadt, bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands. Sie ist Stadtstaat und ein eigenständiges Bundesland. Berlin ist nach London die zweitgrößte Stadt der EU. Historisch war Berlin mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten wie des Markgrafentums/Kurfürstentumes Brandenburg, des Königreiches Preußen, des Deutschen Reiches oder der DDR (nur der damalige Ostteil der Stadt). Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt und seit dem Hauptstadtbeschluss des Deutschen Bundestages von 1991 nimmt die Stadt seit 1999 auch die Funktion als Parlaments- und Regierungssitz Deutschlands wahr. Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern, Museen und Baudenkmälern. Geordnete Links auf Artikel mit Berlinbezug finden sich im Portal:Berlin.

Geografie

Geografische Lage

Portal:Berlin Berlin ist gänzlich vom Bundesland Brandenburg umgeben und liegt im Osten der Bundesrepublik Deutschland, etwa 70 km westlich der Grenze zu Polen. Die Stadt ist einer der Verdichtungsräume der Bundesrepublik. Berlin befindet sich in eiszeitlich geprägter Landschaft im Warschau-Berliner Urstromtal zwischen den Hochebenen des Barnim und des Teltow. Das historische Zentrum Berlins liegt an der schmalsten Stelle des von der Spree in ost-westlicher Richtung durchflossenen Urstromtals. Im westlichsten Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft, die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee. Wesentliche Teile des heutigen Berlins liegen auf den beiden Hochebenen: Große Teile der Bezirke Reinickendorf und Pankow liegen auf dem Barnim, während der Hauptteil der Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln auf dem Teltow gelegen ist. Weder zum Urstromtal noch zum Barnim oder Teltow gehört Berlin-Spandau westlich der Havel, das zum Teil der Nauener Platte zuzurechnen ist. Die höchsten Erhebungen Berlins sind der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg (115 m ü. NN) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Müggelberge (115 m) im Bezirk Treptow-Köpenick. Siehe auch: Liste der Erhebungen in Brandenburg und Berlin

Stadtgliederung

Nach dem Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 wurde die Zahl der Verwaltungsbezirke zum 1. Januar 2001 von 23 auf 12 reduziert. Berlin ist seitdem gegliedert in die Bezirke:
- Charlottenburg-Wilmersdorf
- Friedrichshain-Kreuzberg
- Lichtenberg
- Marzahn-Hellersdorf
- Mitte
- Neukölln
- Pankow
- Reinickendorf
- Spandau
- Steglitz-Zehlendorf
- Tempelhof-Schöneberg
- Treptow-Köpenick Siehe auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins

Klima

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 9,2 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 578 Millimeter. Die wärmsten Monate sind Juni, Juli und August mit durchschnittlich 16,6 bis 18,4 Grad Celsius und die kältesten Dezember, Januar und Februar mit 0,5 bis 1,8 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten Juni und August mit 62 bis 67 Millimeter im Durchschnitt, der wenigste im Februar, April und Oktober mit 36 bis 38 Millimeter im Mittel.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Berlins Die Stadt Cölln, Teil der Doppelstadt Berlin-Cölln (auf der Spreeinsel gelegen), wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt, 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, welches sich auf dem nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun. Er geht vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück. 1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg und blieb dies bis 1440. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als deutsche Kaiser. Die Einwohner von Berlin haben diese Veränderungen nicht immer begrüßt. Preußen Preußen Preußen] 1448 revoltierten sie im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin dann Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben. Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: ein Drittel der Häuser wurden beschädigt, die Bevölkerung halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er startete eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Ab dem folgenden Jahr kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt. 1671 wurde fünfzig jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg. 1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrich I. zum König den Status der Hauptstadt Preußens. Per 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Aber schon bald entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten. 1861 kam es zur Eingemeindung von Wedding, Moabit sowie der Tempelhofer, der Schöneberger, der Spandauer und weiteren Vorstädten. 1871 wurde Berlin dann Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte dann mit dem Groß-Berlin-Gesetz erneut eine umfassende Eingemeindung mehrerer Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke rund um Berlin. Berlin hatte damit rund vier Millionen Einwohner. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches. Die Nazis nutzten die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Sommerspiele für Propagandazwecke. Es gab auch Pläne, Berlin zur Welthauptstadt Germania umzubauen. Diese wurden jedoch durch den Zweiten Weltkrieg vereitelt. Während des Krieges wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf zerstört. Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und die Kapitulation 1945 wurde Berlin, analog zu der Regelung für das gesamte Deutschland, in vier Sektoren aufgeteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion von nun an den Ostteil bildete. Für Gesamtberlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Alliierten mit der so genannten Luftbrücke erfolgreich zu umgehen versuchten. Nach der Gründung der demokratischen Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands, beides im Jahr 1949, verschärfte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihre Hauptstadt nach Bonn verlegte, was zunächst als Provisorium gedacht war, ernannte die DDR Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR. Der Ost-West-Konflikt gipfelte im Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961. Berlins Osten und Westen waren nun vollkommen voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins. 1971 wurde das Viermächte-Abkommen über Berlin unterzeichnet. Während die Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Vier-Mächte-Status über Gesamt-Berlin. 1989 kam es unter dem Druck der ostdeutschen Bevölkerung zur Wende in der DDR, die Mauer fiel. Bereits 1990 wurden die beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt. 1991 beschloss der Bundestag nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt auch wieder Sitz der deutschen Bundesregierung sein sollte. Am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf.

Bevölkerung

Parlament Parlament In Berlin leben 3.389.078 Einwohner (Stand Ende März 2005) auf einer Fläche von 891,75 Quadratkilometern. Die Bevölkerungsdichte der Region beträgt 3.811 Einwohner pro Quadratkilometer. Der durchschnittliche Berliner im Jahre 2004 war 41,7 Jahre alt. Das entspricht einer Erhöhung von 2,5 Jahren über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Im Juni 2005 lebten rund 458.600 Einwohner mit ausländischem Pass aus 185 Staaten in Berlin. Das entspricht rund 13,5 Prozent. Insgesamt wohnen rund 36.000 Bürger aus dem nächstgelegenen Nachbarland, Polen, sowie rund 119.000 Türken in Berlin. Berlin hat außerhalb der Türkei die größte türkische Gemeinde in Europa. 2004 erhielten nach Angaben des statistischen Landesamts 6507 Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft Laut dem Statistischen Landesamt (2005) sind 60 Prozent der Berliner nicht Mitglied einer Religionsgemeinschaft, 23 Prozent evangelische Christen, 9 Prozent Katholiken und sechs Prozent Mitglied der islamischen Gemeinde.

Einwohnerentwicklung

Im Jahre 1919 lebten in Berlin 1,9 Millionen Menschen. Mit der Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin verdoppelte sich die Einwohnerzahl am 1. Oktober 1920 sprunghaft auf 3,9 Millionen. Die neue Stadtgemeinde vergrößerte sich in der Fläche auf das Dreizehnfache: von 66,93 auf 878,1 Quadratkilometer. 811,17 Quadratkilometer mit 1,9 Millionen Menschen waren aus der damaligen Provinz Brandenburg an die neue Stadtgemeinde gekommen; das waren zwei Prozent des Territoriums, jedoch fast 44 Prozent der Bevölkerung Brandenburgs. Die neue Fläche entsprach damit fast der Größe der Insel Rügen (926,4 Quadratkilometer). Berlin war 1920 zur flächenmäßig zweitgrößten Stadt der Welt nach Los Angeles und nach der Einwohnerzahl – hinter London und New York – zur drittgrößten Stadt der Erde geworden. Bis 1934 wuchs die Bevölkerung Berlins auf einen Höchststand von 4,464 Millionen, sank dann aber, bedingt durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und der Teilung der Stadt, bis 1980 um 30 Prozent auf einen Tiefststand von drei Millionen. Der Bevölkerungsverlust in den Jahren 1950 bis 1960 wurde vor allem durch Abwanderungen aus Ost-Berlin verursacht. Während West-Berlin einen Zuwachs von 2,58 % verzeichnete, sank in Ost-Berlin die Einwohnerzahl um 9,86 %. Diese so genannte Abstimmung mit den Füßen war Ausdruck der Unzufriedenheit vieler Ostberliner. Seit 1980 verzeichnete die Stadt wieder einen Anstieg um 350.000 auf circa 3,39 Millionen Einwohner im Januar 2005. Nach Berechnungen wird die Einwohnerzahl Berlins wegen der niedrigen Geburtenraten bis 2050 auf rund drei Millionen sinken. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. ¹ Volkszählungsergebnis

Politik

2005] Hauptartikel: Politik in Berlin Berlin ist seit der Wiedervereinigung der ehemals getrennten beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ein vollwertiges Bundesland und zugleich eine kreisfreie Stadt, die in nunmehr zwölf Bezirke untergliedert ist. Daneben ist Berlin die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Der Deutsche Bundestag entschied im so genannten Hauptstadtbeschluss am 20. Juni 1991, dass Berlin auch Regierungs- und Parlamentssitz des vereinigten Deutschlands werden soll. Somit ist die Stadt heutzutage Sitz der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates.

Das Land Berlin

Das Landesparlament des Landes Berlin, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zur Zeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Die Linkspartei., Bündnis 90/Die Grünen und FDP vertreten. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Linkspartei.PDS bilden eine Koalition. Die Landesregierung, die Exekutive, ist der Senat von Berlin, bestehend aus dem Regierenden Bürgermeister (derzeit Klaus Wowereit, SPD) und bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist dabei zugleich Repräsentant des Landes und der Stadt. 1996 scheiterte eine Volksabstimmung zur Vereinigung der Bundesländer Berlin und Brandenburg am Widerstand der Brandenburger Bevölkerung.

Wappen und Flagge

Hauptartikel: Hoheitszeichen Berlins

Die Verwaltung

Hoheitszeichen Berlins Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar und sind somit stark vom Senat und auf Verwaltungsebene von den Senatsverwaltungen abhängig, die die Fachaufsicht ausüben. Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene – allerdings nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete – Volksvertretung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), welche das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt. Bürgermeister und Stadträte haben daher trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahlbeamten inne. Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät. Berlin hat pro Kopf der Bevölkerung die meisten Landesbeamten. Dies entstammt zum Teil noch der Situation der geteilten Stadt mit Westberliner Exklave, deren Beamtenschaft für das Bundesland übernommen wurden. Siehe auch: Bezirksverwaltung in Berlin

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hauptartikel: Sehenswürdigkeiten in Berlin

Theater

Sehenswürdigkeiten in Berlin] Berlin ist bekannt für seine zahlreichen Theater- und Kleinkunstbühnen. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und das Deutsche Theater Berlin. Es verfügt außerdem über drei Opernhäuser, die Staatsoper, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Jedes Jahr finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele, die Berlinale, mit der Verleihung des Goldenen Bären statt. Daneben besitzt Berlin mehrere Orchester und Chöre. Neben den Berliner Philharmonikern und dem Berliner Sinfonie Orchester gibt es mehrere Orchester und Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Dies sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Kent Nagano), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und der RIAS Kammerchor (Daniel Reuss). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit Chor) im Konzerthaus, der Philharmonie oder in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf. Im Berliner Sängerbund sind 236 Laienchöre mit über 10 000 Mitgliedern vereinigt.

Museen

Berliner Sängerbund ] Hauptartikel: Museen in Berlin Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel durch königliche Order zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“ bestimmt. In der Folge entstanden dort mehrere Museen, wie das Alte Museum im Lustgarten, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bodemuseum und das Pergamonmuseum. Diese Museen stellen vor allem Exponate aus der Zeit der Antike aus. Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen über vielfältige Themen. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen, das Bauhaus-Archiv ein Architekturmuseum. Das Jüdische Museum zeigt eine ständige Ausstellung zu 2.000 Jahren jüdisch-deutscher Geschichte. Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. In Dahlem konzentrieren sich zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg wurde auf dem Areal des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Stasi-Museum eingerichtet. Das Museum am Checkpoint Charlie, auch als Mauermuseum bekannt, zeigt Momente aus der Teilungsgeschichte.

Bauwerke

Checkpoint Charlie] Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Viktoria gekrönt, die von ihrem Schöpfer Johann Gottfried Schadow jedoch als Friedensgöttin Eirene gedacht war. Das Tor ist das westliche Ende der Straße Unter den Linden, die sich bis zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom hinzieht. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften. 1990 In diesem Areal liegen die im Jahre 1743 im Rokokostil erbaute Deutsche Staatsoper, die zwischen 1774 und 1780 errichtete Staatsbibliothek, das von 1695 bis 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter gebaute barocke ehemalige Zeughaus und die zwischen 1747 und 1773 errichtete Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Bistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Die im Jahre 1809 eröffnete Humboldt-Universität zu Berlin, an welcher der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel lehrte, brachte 27 Nobelpreisträger hervor. Eine beliebte Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften, Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde zwischen 1891 und 1895 erbaut. Sie markiert das östliche Ende des Boulevards. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Gleich daneben entstand nach Plänen Egon Eiermanns von 1959 bis 1961 eine neue Kirche auf achteckigem Grundriss mit einem sechseckigen frei stehenden Kirchturm. Die östliche Verlängerung des Kurfürstendammes bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das zwischen 1963 und 1965 erbaute Europa-Center befinden. Das 22-stöckige Gebäude beherbergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros, ein Kino und eine Aussichtsplattform. In nordöstlicher Richtung erstreckt sich mit über drei Kilometern Länge die größte Parkanlage Berlins, der Tiergarten. Tiergarten In der Nähe des Brandenburger Tores befinden sich die 1957 errichtete Kongresshalle und das zwischen 1884 und 1894 gebaute Reichstagsgebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Seit dem Jahre 1999 ist das Gebäude Sitz des Deutschen Bundestages. Einen Besuch wert ist auch der Zoologische Garten von Berlin, einer der größten und ältesten der Welt, und das 1785 errichtete Schloss Bellevue, einst Sommerwohnung von Prinz August Ferdinand, des Bruders Friedrich des Großen, heute Amtssitz des Bundespräsidenten. Bundespräsident] Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Zu deren Wiederaufbau gehörte unter anderem die Restaurierung der 1866 fertig gestellten Neuen Synagoge. Sie wurde durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. 1995 wieder eröffnet dient sie heute als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur. In nördlicher Richtung liegt der älteste jüdische Friedhof der Stadt. Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Gebäude Deutschlands – und das Rote Rathaus. Zwei Statuen, eine männliche und eine weibliche, mit Blick auf den Eingang des Rathauses sollen an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Sehenswert im östlichen Zentrum Berlins sind der alte Stadtteil Prenzlauer Berg und die Einkaufsstraßen Schönhauser Allee und Kastanienallee. Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins, von der mehrere große Straßen ausgehen. Er wurde 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen angelegt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern. 1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der fühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. Durch die Hochhausbebauung des Potsdamer Platzes, die eine große Anzahl an Geschäften und Restaurants beherbergen, hat dieser sich als Bindeglied zwischen den bis zur Wende getrennten Stadthälften entwickelt. In Charlottenburg wurde das Olympiastadion für die Olympischen Sommerspiele von 1936 errichtet, sowie der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau und das im Stil des Klassizismus erbaute Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss), ehemals Wohnsitz des Naturforschers und Geographen Alexander von Humboldt.

Parkanlagen

Alexander von Humboldt ]] Alexander von Humboldt] Alexander von Humboldt] Der Große Tiergarten liegt im Zentrum Berlins, im Ortsteil Berlin-Tiergarten des Bezirks Mitte. Mit 210 Hektar ist er der größte Berliner Park. Einige große Straßen durchschneiden den Park, darunter die Ost-West-Achse Straße des 17. Juni. Sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte die Siegessäule steht. Der erste Tiergarten wurde schon 1527 angelegt, allerdings an anderer Stelle, nämlich in der Nähe des Berliner Schlosses, westlich der Cöllner Stadtmauer. Das kleine Gebiet wurde seit 1530 nach Westen und Norden hin durch Zukäufe erweitert, bis zu den Grenzen des heutigen Tiergartens und darüber hinaus. Neben dem Tiergarten mit seinen zahlreichen historischen Gebäuden gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt und war 1896 Schauplatz der Großen Berliner Gewerbeausstellung. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821 und 1822 als Neues Gartenhaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte. Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten Berlin. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt. Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Kleistparks in Schöneberg, ab 1897 folgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem. Mit einer Fläche von über 43 Hektar und etwa 22.000 verschiedenen Pflanzenarten gehört er zu den größten und weltweit bedeutendsten Botanischen Gärten und ist der größte in Europa. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt. Im Südwesten von Berlin an der historischen Brücke zu Potsdam liegt unter anderem die Pfaueninsel mit dem zwischen 1794 und 1797 im Stil einer Ruine erbauten Lustschloss und einem englischen Garten.

Freizeit und Erholung

englischen Garten] Der von der Havel durchflossene Große Wannsee bedeckt eine Fläche von 260 Hektar. Mit ihm besitzt Zehlendorf, eine der bevorzugtesten Wohngegenden der Stadt, Berlins beliebtestes Naherholungsgebiet, das Wassersport, Ausflugsschifffahrt und das Strandbad Wannsee bietet. In der Villa Am Großen Wannsee 56-58 allerdings fand am 20. Januar 1942 die sogenannte Wannsee-Konferenz "zur Endlösung der Judenfrage" statt. Heute ist dort eine Gedenkstätte eingerichtet. Der Müggelsee und die Müggelberge im Südosten Berlins sind zu allen Jahreszeiten beliebte Ausflugsziele. Das Strandbad ist in den Sommermonaten ein Besuchermagnet. Der Müggelsee ist der größte der Berliner Seen. Vielfach findet man die Bezeichnung Großer Müggelsee, da er mit dem Kleinen Müggelsee einen Bruder hat, der allerdings lediglich 0,16 Quadratkilometer umfasst. Der See dehnt sich über 7,4 Quadratkilometer aus (maximal 4,3 Kilometer lang; 2,6 Kilometer breit) und ist bis zu acht Meter tief. Der See und die am Südrand gelegenen Müggelberge, mit 115 Meter die höchsten Berliner Erhebungen, entstanden während des Pleistozäns. Auf dem sogenannten Kleinen Müggelberg wurde 1889 der vielbesuchte und beliebte Müggelturm errichtet, der einen Ausblick über den See und die Wälder bis hin zur Stadtsilhouette Berlins bietet beziehungsweise bot.

Sport

Müggelturm] In Berlin gibt es zahlreiche Sportvereine, wobei sich die meisten dem Breitensport widmen. Ein paar Vereine sind aber zusätzlich auch im Bereich des professionellen Sports tätig. Dazu zählen insbesondere im Fußball Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, im Eishockey die Eisbären, im Basketball Alba und im American Football Berlin Thunder. In der Volleyball-Bundesliga ist die Hauptstadt gleich mit drei Vereinen vertreten. Jedes Jahr findet in Berlin der weltbekannte Berlin-Marathon sowie das ISTAF statt. Nachdem Berlin die Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2000 verloren hatte, wird im Jahr 2006 nun das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Berlin ausgetragen werden. Dazu wurde das Olympiastadion komplett saniert. Im Jahr 2009 werden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion ausgetragen.

Wirtschaft

Leichtathletik-Weltmeisterschaften] Hauptartikel: Wirtschaft Berlins Das Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin betrug im Jahr 2001 75,8 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Hamburg erzielte ein Bruttoinlandsprodukt von 73,7 Mrd. Euro, im Land Brandenburg waren es 42,3 Mrd. Euro (Quelle: IHK-Bericht 2000/2001). In Berlin gab es 2001 insgesamt 138.688 der Industrie- und Handelskammer zugehörige Betriebe. Davon waren 48.289 im Handelsregister eingetragen und 90.399 so genannte Kleingewerbetreibende (IHK-Bericht 2000/2001). Über 80 Prozent der Unternehmen Berlins gehören dem Tertiärsektor an. Mit 1,2 der 1,5 Millionen Arbeitnehmer Berlins sind in diesem Bereich ebenfalls weit über 80 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Berlin ist also Hochburg des Dienstleistungssektors. Die Bruttowertschöpfung liegt bei rund 69 Mrd. Euro pro Jahr.

Medien

Bruttowertschöpfung Hauptartikel: Berliner Medienlandschaft Berlin ist der Sitz vieler regional und bundesweit sendender Rundfunkanstalten. Neben Fernsehsendern wie MTV, Nick, bald auch VIVA und VIVA Plus, Sat.1, N24, TV.Berlin oder FAB gibt es in Berlin eine große Anzahl so genannter Privatradios. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender RBB und Deutsche Welle TV haben hier ihren Sitz. Der politischen Bedeutung als Hauptstadt tragen die meisten überregionalen Sender wie ARD, ZDF, RTL oder DeutschlandRadio mit einem „Hauptstadtstudio“ Rechnung. In Berlin erscheinen die meisten Tageszeitungen Deutschlands. Die größten Abonnement-Zeitungen sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel, die alle drei jeweils einen umfangreichen Berlin-Teil aufweisen. Bundesweite Bedeutung haben die linksliberale taz, die konservative Welt, das Linkspartei-nahe Neue Deutschland und die Linkspartei-kritische Junge Welt. Außerdem gibt es in Berlin die Boulevardzeitungen B.Z., Bild Berlin und Berliner Kurier. Neben den Zeitungen gibt es verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner Abendblatt oder die Zweite Hand; außerdem erscheinen verschiedene Stadtmagazine wie der Tip, (030) oder die Zitty. In Berlin haben der Verlag Walter de Gruyter und der Springer-Verlag ihren Sitz. Sie bieten neben Büchern und Zeitschriften auch viele multimediale Angebote.

Infrastruktur

Öffentlicher Verkehr

Springer-Verlag Springer-Verlag] Dem innerstädtischen Verkehr dienen die S-Bahn – betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH – sowie die U-Bahn, Straßenbahnen und Busse – betrieben von der BVG. Wie man der Netzspinne leicht entnehmen kann, wird die Innenstadt in Ost-West-Richtung von der als Hochbahn angelegten Stadtbahn durchquert, welche parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet das Westkreuz mit dem Ostkreuz, und passiert dabei den Bahnhof Charlottenburg, den Zoologischen Garten, den Lehrter Bahnhof, den Bahnhof Friedrichstraße, den Alexanderplatz und den Ostbahnhof. Auf der Nord-Süd-Achse übernimmt die U-Bahnlinie 9 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die teilweise unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Die S-Bahntrasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Noch im Bau befindet sich die größtenteils unterirdische Fernbahntrasse vom Bahnhof Papestraße über den Lehrter Bahnhof bis nach Gesundbrunnen (als Teil des so genannten Pilzkonzeptes). Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, welche die Innenstadt einschließt. Zum Eisenbahnknotenpunkt Berlin gehört auch der bei Potsdam gelegene Rangierbahnhof Seddin. Für den Regionalverkehr verkehren Regionalbahn- und Regionalexpresslinien der Deutschen Bahn sowie zwei InterConnex-Linien. Siehe auch: Liste Berliner Bahnhöfe

Autobahnen

Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahn-Halbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (Berliner Ring). Von der A 100 gibt es innerhalb des Stadtgebiets folgende Autobahnen Richtung Berliner Ring:
- A 111 in Richtung Nordwesten (Richtung Hamburg und Rostock)
- A 113 in Richtung Südosten (Richtung Dresden und Cottbus). Diese Autobahn beginnt derzeit erst am Dreieck Treptow im äußersten Südosten der Stadt. Bis 2007 soll der im Bau befindliche Anschluss von der A 100 (beginnend am Dreieck Neukölln) bis zur Berliner Stadtgrenze fertig gestellt sein. Am 14. Juli 2004 wurde dazu das erste Teilstück vom Dreieck Neukölln bis zur Anschlussstelle Späthstraße für den Verkehr freigegeben.
- A 115 in Richtung Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig), deren anfängliches gerades Teilstück umgangssprachlich auch heute noch AVUS genannt wird. Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt noch die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin. Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100)) nach Süden hin mit Berlin-Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam.

Flughäfen

Berlin besitzt drei Flughäfen: Tegel (TXL), Tempelhof (THF) und Schönefeld (SXF). Letzterer liegt allerdings knapp hinter der Berliner Stadtgrenze und befindet sich somit im Land Brandenburg. Langfristig ist geplant, den Flughafen Schönefeld zu vergrößern, um die im Innenstadtbereich liegenden Flughäfen Tegel und Tempelhof zu entlasten beziehungsweise zu schließen. Das Großprojekt Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) stößt bei einigen Anwohnern in Berlin und Brandenburg auf Widerstand. Mit dem bereits geschlossenen Flugplatz Johannisthal besaß Berlin den ersten Flugplatz Deutschlands.

Energieversorgung

Die Energieversorgung von Berlin verfügt über einige Besonderheiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde geplant, Berlin über eine als Erdkabel ausgeführte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) vom Kraftwerk Dessau zu speisen. Mit dem Bau dieser Anlage wurde 1943 begonnen, sie konn

Bezirk Mitte

Der Bezirk Mitte von Berlin ist der zentrale Stadtbezirk der Bundeshauptstadt. Er entstand im Zuge des Groß-Berlin-Gesetzes am 1. Oktober 1920. Am 1. Januar 2001 fusionierten die drei Bezirke Mitte, Tiergarten und Wedding zum „neuen“ Bezirk Mitte von Berlin. Die ehemaligen Bezirke existieren als Ortsteile fort. In Mitte befinden sich fast alle in Berlin gelegenen Institutionen von Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung, sowie die meisten Botschaften. Gesprochen wird Mitte immer ohne Artikel, also „Ich wohne in Mitte“, „Wir fahren nach Mitte“. Im Volksmund ist dann jedoch immer der Ortsteil Berlin-Mitte gemeint, nicht der neue Fusionsbezirk.

Ortsteile

# Mitte # Moabit # Hansaviertel # Tiergarten # Wedding # Gesundbrunnen

Sehenswürdigkeiten

Gesundbrunnen, Blick nach Westen auf den Tiergarten]]
- Berliner Fernsehturm
- Brandenburger Tor
- Dorotheenstädtischer Friedhof
- Alexanderplatz
- Reichstagsgebäude
- Potsdamer Platz
- Das Hanf Museum Berlin
- und viele andere (die meisten historischen Sehenswürdigkeiten Berlins befinden sich in Mitte).

Partnerstädte

Durch die Bezirksfusion wurden alle drei Berliner Bezirke, die eine Partnerschaft mit einer japanischen Stadt pflegten, zusammengeschlossen:
- Shinjuku in Japan. So wie Berlin-Mitte das Herz der deutschen Hauptstadt darstellt, so ist Shinjuku das Herz der japanischen Hauptstadt Tokio.
- Higashiosaka 1959 mit dem Bezirk Wedding begründet.
- Tsuwano zurückgehend auf den Gelehrten Mori Ogai, der einige Zeit in Berlin lebte. weitere Partnergemeinden sind:
- Holon in Israel
- Bottrop und der Schwalm-Eder-Kreis in Deutschland
- Der Petrogradskij Rajon, Stadtbezirk von St. Petersburg in Russland
- Tourcoing in Frankreich Darüber hinaus bestehen freundschaftliche Beziehungen zu Bejing (Peking) Chaoyang in der Volksrepublik China, dem Lahn-Dill-Kreis, Hamm und Kassel in Deutschland, der Frogn Kommune in Norwegen, dem Wasileostrowskij Raion, Stadtbezirk von St. Petersburg in Russland sowie dem Landkreis Fethiye in der Türkei.

Panorama

Türkei
Mitte

Heidekrautbahn

Die Heidekrautbahn ist eine Eisenbahnstrecke, die aus dem Norden Berlins über Basdorf in den heutigen Landkreis Barnim in Brandenburg führt. Im Jahr 1901 wurde diese Strecke eröffnet. Der ursprüngliche Berliner Ausgangspunkt war ein eigener Bahnhof neben dem heutigen S-Bahnhof Wilhelmsruh. Die Bahn führte über die Stationen Berlin-Rosenthal, Berlin-Blankenfelde, Schildow, Schildow-Mönchmühle, Mühlenbeck und Schönwalde nach Basdorf. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 lag der Berliner Streckenteil im Todesstreifen auf Ostberliner Gebiet. Die Strecke war an der Grenze zwischen den Berliner Bezirken Pankow und Reinickendorf errichtet worden. Die Berliner Bahnhöfe wurden daher für den Reisezugverkehr stillgelegt; für die Güterversorgung der Fabrik Bergmann-Borsig (heute ABB, bzw. Gewerbegebiet PankowPark) in Wilhelmsruh war die Strecke während der Teilung Berlins durchgängig in Betrieb. - Der Bahnhof Basdorf wurde durch Anbindung an den S-Bahnhof Berlin-Karow von Berlin aus erreichbar gemacht. Dieser Streckenast wies die Stationen Schönerlinde Hp (Haltepunkt), Schönerlinde und Schönwalde Hp auf, und erreicht dann Basdorf. - Im S-Bahnhof Berlin-Karow hält die Heidekrautbahn am gleichen Bahnsteig, von dem auch die S-Bahn fährt, eine Besonderheit, die im Berliner S-Bahnnetz relativ selten ist. Basdorf ist der Betriebsmittelpunkt der Heidekrautbahn. Hier verzweigt die Eisenbahn in zwei Äste nach Norden. Die beiden nördlichen Streckenäste werden jeweils im Stundentakt bedient. Dadurch ergibt sich zwischen Basdorf und Berlin-Karow ein 30-Minuten-Takt. Der westliche Ast führte ursprünglich nach Liebenwalde und ist seit dem 1. Dezember 1997 nur noch bis Wensickendorf in Betrieb. Die Stationen hießen: Zühlsdorf (in Betrieb), Wensickendorf (in Betrieb), Zehlendorf, Kreuzbruch, Sandberge und Liebenwalde. Derzeit (2004) wird die Strecke bis Wensickendorf im Ein-Stundentakt bedient. An Wochenenden verkehren die Züge eine Station weiter bis nach Schmachtenhagen, einem Haltepunkt, der nicht an der eigentlichen Heidekrautbahn liegt, sondern an der unmittelbar hinter Wensickendorf abzweigenden Strecke nach Fichtengrund (nördlich von Oranienburg). Nach Nordosten führt die Strecke nach Groß Schönebeck über die Bahnhöfe Wandlitz, Wandlitzsee, Klosterfelde, Lottschesee, Ruhlsdorf-Zerpenschleuse, Klandorf nach Groß Schönebeck. Eigentümer der Heidekrautbahn ist die Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB) mit Sitz in Basdorf. Der Betrieb wird von der Deutschen Bahn AG durchgeführt, die Strecke ist in den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) integriert. Im Jahr 2004 wurde der Betrieb erneut ausgeschrieben. Da die Deutsche Bahn AG die Betriebsdurchführung weiterhin in ihrer Hand behalten wollte, versuchte die DB mit einer extra gegründeten Gesellschaft DB Heidekrautbahn die Ausschreibung zu gewinnen. Letztendlich gewann jedoch die NEB die Heidekrautbahn zurück und wird diese ab Dezember 2005 betreiben. Es sollen Züge des Typs Talent eingesetzt werden.

Weblinks


- [http://home.t-online.de/home/AnnettJens.Schulze/fvhkb.htm Förderverein Heidekrautbahn]
- [http://www.epilog.de/Berlin/Eisenbahn/Werkbahnen/Heidekrautbahn_T000157A.htm Heidekrautbahn] Kategorie:Bahnstrecke Kategorie:Berlin (Verkehr) Kategorie:Verkehr (Brandenburg)

Berlin-Wittenau

Wittenau ist ein Ortsteil des Berliner Bezirks Reinickendorf. Bis 1999 war das östlich gelegene Märkische Viertel Teil von Wittenau. Im Norden schließen sich die Ortsteile Waidmannslust und Hermsdorf an, nach Westen der Ortsteil Tegel. Im Süden liegt der Flughafen Berlin-Tegel. Nach (Süd-) Osten hin schließt sich der für den Bezirk namensgebende Ortsteil Berlin-Reinickendorf an. Wittenau, ursprünglich Dalldorf, bestand in seiner Anfangszeit (erstmalige Nennung 1322) fast ausschließlich aus Wald und Heideland. Erste Einwohnerzahl gegen 1734 ist mit 124 benannt, die bis zur Eingemeindung nach Berlin 1920 auf 10.203 wuchs. 1905 wurde Dalldorf nach dem damaligen Amtsvorsteher Peter Witte in Wittenau umbenannt, nach dem auch die Grundschule benannt wurde, um dadurch dem negativ wirkenden Zusammenhang mit der 1877/79 errichteten Nervenheilanstalt, der heutigen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik (im Volksmund: Bonnys Ranch), zu entrinnen. Ein erheblicher Entwicklungsschritt Wittenaus ergab sich durch den Bau der Eisenbahn nach Oranienburg (Nordbahn) und Kremmen (Kremmener Bahn), da nun an beiden Ortsenden eine Bahnanbindung bestand. Die Dorfkirche auf dem Dorfanger ist seit ihrer Errichtung Ende des 15. Jahrhundert im Aussehen fast unverändert geblieben. Auf der ca. 200 Morgen großen Fläche der "Dalldorfer Heide" nahe der Tegeler Feldmark entstand 1899/1900 eine Werkssiedlung der Fa. Borsig, Borsigwalde.  

Weblinks


- http://www.mein-wittenau.de - private Seite mit Informationen über den Ortsteil Wittenau
- http://www.ev-kirche-alt-wittenau.de Evangelische Kirchengemeinde Alt-Wittenau Wittenau, Berlin

Märkisches Viertel

Das Märkische Viertel (MV) in Berlin ist eine Großwohnsiedlung oder Trabantenstadt in – und zugleich ein Ortsteil von – Berlin-Reinickendorf. Die Siedlung wurde von 1963 bis Frühjahr 1974 gebaut und war mit ihren circa 17.000 Wohnungen für bis zu 50.000 Einwohner vorgesehen. Für 2003 wird die Bevölkerungszahl des Ortsteils mit 36.000 angegeben. Den Status eines Ortsteils (mit eigenem Wappen) erhielt das Märkische Viertel erst im Juni 1999. Davor gehörte es zum Ortsteil Wittenau. Neben dem Märkischen Viertel entstanden in West-Berlin zwei weitere Großwohnsiedlungen: die etwa gleichgroße Gropiusstadt (Neukölln) und das etwas kleinere Falkenhagener Feld (Spandau). In Ost-Berlin entstanden etwas später Großbausiedlungen in Marzahn und Hellersdorf. Allen ist gemeinsam, dass sie jeweils am Stadtrand liegen.

Größe

Ohne wirklich kreisrund zu sein: ein ungefährer Durchmesser von zwei Kilometern. Im Norden und Süden abgeplattet. Größte Ost-West-Ausdehnung im nördlichen Drittel mit etwa 2,5 km, an der südlichen Kante dagegen weniger als ein Kilometer. Die Fläche umfasst 3,2 km².

Lage und Ausdehnung

km²] Der Ortsteil liegt am Ostrand des Bezirkes Reinickendorf, relativ genau auf halber Höhe von dessen Nord-Süd-Ausdehnung. Im Süden und Osten grenzt das Märkische Viertel an den Bezirk Pankow und lag dadurch direkt an der Berliner Mauer. Im Nordosten ist die Siedlung durch den Verlauf der Quickborner Straße begrenzt, während der Ortsteil das dahinterliegende Industriegebiet bis zur Bezirksgrenze nach Pankow einschließt. Im Norden stellt eine ehemalige Eisenbahnstrecke – ein Teil der Industriebahn Tegel – Friedrichsfelde – eine Begrenzung dar. Nördlich liegt der ländliche Ortsteil Lübars. Die Abgrenzung an dieser Stelle wirkt fast brutal: Unmittelbar südlich der Gleise erheben sich teils zehnstöckige Hochhäuser, während auf der Nordseite Kleingärten und Getreidefelder liegen. Im Nordwesten ist die Begrenzung der Siedlung nicht ganz eindeutig. Die Eisenbahnstrecke knickt leicht nach Süden ab, nähert sich jedoch nicht mehr den Hochhäusern. Allerdings liegt nördlich der Bahn, an der Kreuzung mit dem Eichhorster Weg, das Fernheizwerk des Märkischen Viertels. An dieser Stelle sind die nächsten Hochhäuser bereits rund 500 Meter entfernt. Gleichzeitig finden sich nach außen blickend in etwa 200 Meter Entfernung weitere Hochhäuser nördlich der Wittenauer Straße (bis zum Zabel-Krüger-Damm und um die dazwischenliegende Titiseestr.), die nicht mehr zum Märkischen Viertel gerechnet werden – obwohl sie aus der gleichen Zeit stammen. Sie gehören zum Reinickendorfer Ortsteil Waidmannslust. Die westliche Begrenzung stellt eindeutig der Bahndamm der Nordbahn dar, eine Eisenbahnstrecke, die heute von der S-Bahn befahren wird. Nach Westen schließt sich der Ortsteil Wittenau an. Der Kreis schließt sich im Süden an der Stelle wo die S-Bahn den Nordgraben überquert, der gleichzeitig Abgrenzung nach Pankow ist. Unmittelbar südlich des Nordgrabens liegt das Fabrikgelände Bergmann-Borsig, das seit etwa 2000 zu einem Gewerbepark namens Pankow-Park umstrukturiert wird. Im Osten stößt der Nordgraben nach etwa einem Kilometer auf die Gleise der Heidekrautbahn, von denen er überquert wird, und die – auf Pankower Gebiet liegend – die Begrenzung nach Osten hin bilden.

Entstehung

Es handelt sich beim Märkischen Viertel um die erste große Neubausiedlung des damaligen West-Berlins. Die zahlreichen Gebäude wurden von über 20 in- und ausländischen Architekten geplant, was nahezu automatisch zu abwechslungsreichen Gebäude- und Wohnungsformen führte. Dabei entstanden jeweils Hochhausketten mit unregelmäßigen Grundrissen und gestaffelten Höhen, die größere Flächen mit Einfamilienhäusern umrahmen. Auch die Infrastruktur war durchdacht geplant worden: Neben einem großen, zentralen Einkaufszentrum, dem Märkischen Zentrum (mit Kaufhaus, Marktplatz, Arztpraxen, Oberschule, Stadtteilbibliothek, Kultureinrichtung (Fontanehaus), Postamt, Kino, Hallenschwimmbad und Volkshochschule) entstanden weitere, wesentlich kleinere Zentren, bei denen sich mehrere Geschäfte (Friseur, Zeitungsläden) um einen kleineren Supermarkt ansiedelten. Grundschulen und Kindergärten wurden ebenfalls nicht (nur) im zentralen Bereich vorgesehen, sondern ringsum am Rand zwischen den einzelnen Hochhaus-"Gruppen". Innerhalb der Hochhaus-Gruppen entstanden zahlreiche Spielplätze nah bei den Wohnungen. Trotzdem entwickelte das MV anfangs einen schlechten Ruf, der weit über Berlin hinausreichte. In einem vom Land Berlin herausgegebenen Reiseführer "Berlin für junge Leute" (3. Aufl. - 1983) wurde dies begründet mit: [Das] kam daher, daß in den ersten Jahren nur eine mangelhafte Infrastruktur vorhanden war. Das heißt, es gab zu wenig Geschäfte, Restaurants und Kneipen; zu wenig Schulen, Kindergärten und Spielplätze. (S. 103) - Mit anderen Worten: Die Planung auf dem Papier hatte nicht mit der Umsetzung Schritt gehalten; die Anzahl der Wohnungen (und Einwohner) stieg schneller als die erforderliche Infrastruktur errichtet wurde. Ein weiteres "Problem" stellten die neuen Einwohner selbst dar: Sie kamen oft aus Altbauten von Sanierungsgebieten der Innenstadt und mussten aus ihrem gewohnten, vertrauten Kiez hierher umziehen, weil ihre alten Wohnhäuser abgerissen wurden. Dadurch verloren sie zum einen ihre bisherigen sozialen Bindungen und konnten sich zum anderen mit dem neuen - aus ihrer Sicht anonymen, kalten, unfreundlichen - Wohnumfeld nicht identifizieren und vereinsamten. Es kam zu einer Häufung von Selbsttötungen, die von den Medien aufgenommen wurden und ebenfalls ein schlechtes Bild auf die Siedlung warfen. Es soll für Touristen organisierte "Nonstop"-Busfahrten durch das so "schlimme Wohngebiet" gegeben haben. Fotografische und filmische Darstellungen zeigten die Siedlung oft "grau in grau" und in der düsteren Stimmung der Wintermonate oder im regnerischen Wetter. Durch Ergänzung und Ausbau der Infrastruktur konnte die negative Entwicklung des Images gestoppt werden. Auch kleinere Umbauten in einzelnen Häusern, die z.B. freundlichere Eingangsbereiche schafften, wurden durchgeführt. Anfang der 1990er Jahre wurde auch der Marktplatz vor dem Kulturzentrum Fontanehaus umgestaltet und 1992 der von Emanuel Scharfenberg gestaltete Bronze-Brunnen Fontanebogen aufgestellt. Bei einer Höhe von 4,60 m hat das zugehörige Brunnenbecken eine Ausdehnung von 12 x 8 m. Zusammen mit weiteren Verschönerungen wurde eine Umgebung geschaffen, in der zum 40-jährigen Jubiläum des Märkischen Viertels die durchschnittliche Wohndauer bei 17 Jahren liegt und es Mieter gibt die bereits seit der Fertigstellung in der gleichen Wohnung leben. Ebenso lässt sich beobachten, dass Kinder der Erstbezieher in der Siedlung bleiben und eigene Familien gründen. Das Märkische Viertel zählt heute nicht zu den ausgewiesenen sozialen Brennpunkten Berlins, wie zum Beispiel die Rollbergsiedlung in Neukölln.

Grünflächen, Wasserflächen

Neukölln Konzeptionell von Anfang an vorgesehen waren neben Kinderspielplätzen zahlreiche Grünflächen und Wege zwischen den Hochhäusern und auch größere Grünzüge. Die nahezu komplett neugepflanzten Gewächse benötigten Zeit zum Wachsen, wodurch sich unmittelbar nach Fertigstellung der Großsiedlung der Eindruck einer kahlen Betonwüste ergab. Im Märkischen Viertel gibt es im nördlichen Bereich zwei Seen. Das kleinere Mittelfeldbecken, das nur über Parkwege zu erreichen ist. Und das doppelt so große Seggeluchbecken (der Name leitet sich von Segge für Riedgras und Luch für Sumpf her), das durch eine Straßenbrücke geteilt wird. Beide Seen sind durch kleine Gräben miteinander verbunden. Das Grabensystem durchzieht das ganze nördliche Viertel und diente ursprünglich der Entwässerung. Beim Bau des Märkischen Viertels wurden die Gräben kanalisiert, behielten jedoch ihren gewundenen Verlauf und wurden in Grünzüge integriert. Im Süden übernahm der wesentlich größere Nordgraben die Entwässerung. - Teile des heutigen Märkischen Viertels waren ursprünglich ein Feuchtgebiet, der Grund aus dem viele der Hochhäuser keine Keller aufweisen, sondern Abstellräume im Erdgeschoß haben, während die Wohnungen erst darüber liegen.

Verkehr

Feuchtgebiet Die Anbindung an das Schnellbahnnetz Berlins geschieht über den Bahnhof Wittenau am westlichen Rand des Märkischen Viertels. Innerhalb der Trabantenstadt wird der Öffentliche Personennahverkehr mit Autobussen abgewickelt, die fast alle Hauptstraßen befahren.

Straßen

Die zentrale Ost-West-Achse ist der Wilhelmsruher Damm. Weitere Hauptstraßen sind: Dannenwalder Weg (Erschließung des südlichen und nordöstlichen Teils), Finsterwalder Straße (Nordwesten), Eichhorster Weg und Schorfheidestraße (Nord-Süd-Verbindung im westlichen Drittel). Eine besondere Rolle nimmt der Senftenberger Ring ein. Er ist zwar keine Hauptverkehrsstraße, jedoch wesentlicher Teil der verkehrlichen Erschließung im Norden des Märkischen Viertels. Er zweigt nördlich vom Wilhelmsruher Damm ab, teilt sich nach 350 m und bildet einen kompletten Ring mit einem Durchmesser von etwa 500 m, der nur an zwei weiteren Stellen Verbindung nach außen hat (Calauer und Wesendorfer Straße). Die Straßennamen erklären gleichzeitig die Herkunft des Namens der Großsiedlung: Sie bezeichnen Orte in der Mark Brandenburg, im Märkischen. Eine Ausnahme davon bildet lediglich der Wilhelmsruher Damm, der nach dem nahegelegenen Ortsteil Wilhelmsruh des Bezirks Pankow benannt ist (jedoch nördlich an diesem vorbeiführt). Diese Straße gab es bereits vor dem Bau des Märkischen Viertels.

Schienenverkehr

Pankow Bereits vor dem Bau des Märkischen Viertels vorhanden war der S-Bahnhof Wittenau (Nordbahn). Er liegt auf dem Bahndamm, der die westliche Begrenzung bildet. Aus zwei Gründen wurde er ursprünglich nicht als Verkehrsanbindung für die Siedlung beachtet: Er liegt zwar an der Ost-West-Hauptachse, leider befand sich der Zugang auf der nördlichen, dem Wilhelmsruher Damm abgewandten Seite (am Göschenplatz). Der zweite - und wesentlichere - Grund lag in den besonderen politischen Verhältnissen West-Berlins und der Berliner S-Bahn, die bis 1984 von der (DDR-) Reichsbahn betrieben wurde. Von der West-Berliner Bevölkerung des Märkischen Viertels wurde die S-Bahn nahezu komplett boykottiert. Erst nach der Betriebsübernahme der Berliner S-Bahn durch die BVG im Jahre 1984 änderte sich diese Situation. Nach Modernisierungsarbeiten an der S-Bahn-Strecke wurde 1986 der Südzugang des S-Bahnhofes in Betrieb genommen. Trotz des Boykotts der Berliner S-Bahn wurden im Zuge der Errichtung des Märkischen Viertels in den 1970er Jahren zwei Maßnahmen im Zusammenhang mit der S-Bahnstrecke durchgeführt: Die Brücke über den Wilhelmsruher Damm wurde neu errichtet und dabei vorausschauend so angelegt, dass zwischen den beiden S-Bahn-Gleisen Platz für einen Bahnsteigzugang blieb und dadurch der Bahnsteig unmittelbar am Wilhelmsruher Damm beginnen konnte. Die zweite Maßnahme bestand in einer neuen S-Bahnbrücke über der neu angelegten Schorfheidestraße etwas weiter südlich. Hier war auch ein weiterer S-Bahnhof vorgesehen; ungefähr auf halber Strecke zwischen den Bahnhöfen Wittenau (Nordbahn) und Wilhelmsruh. 1970er Bereits den ersten Bewohnern des Märkischen Viertels wurde Ende der 1960er Jahre ein Anschluss an die Berliner U-Bahn versprochen. Frühe Pläne sahen eine Anbindung direkt von Süden vor, die im Märkischen Zentrum bzw. eine Station weiter am Senftenberger Ring enden sollte. Angeblich soll es kleinere Vorleistungen (eher: konstruktive Berücksichtigungen) im Bereich einzelner Hochhausfundamente oder -gründungen geben. Südlich des Wilhelmsruher Damms fällt eine freie Trasse auf, die nicht von Hochhäusern bebaut ist (zum Tornower Weg hin). Diese Planungen wurden nie verwirklicht und spätestens in den 1970er Jahren verworfen. Stattdessen wurde eine U-Bahn, von Westen her kommend, unter dem Wilhelmsruher Damm geplant. Während die Führung bis zum Märkischen Zentrum klar war, gab es Überlegungen, auf eine nordwärts schwenkende Verlängerung zum Senftenberger Ring zu verzichten, um nach einer – nicht erwarteten – Wiedervereinigung die Strecke geradeaus nach Pankow, zur Bezirksgrenze, verlängern zu können. Realisiert wurde diese Planung nur zum Teil, nämlich bis unter den S-Bahnhof am Westrand. Am 24. September 1994 – zwanzig Jahre nach der Fertigstellung des Märkischen Viertels – wurde der U-Bahnhof mit dem Namen Wittenau (Wilhelmsruher Damm) eröffnet. Es handelt sich um die Verlängerung der U-Bahnlinie 8 vom Bahnhof Paracelsus Bad her. Gleichzeitig wurde der S-Bahnhof von Wittenau (Nordbahn) in Wittenau (Wilhelmsruher Damm) umbenannt. Die Betriebsführung der S-Bahn war zwischenzeitig (nach der Wiedervereinigung) von der BVG an die S-Bahn Berlin GmbH, einem Unternehmen der Deutsche Bahn AG übergegangen. Am Ostrand des Märkischen Viertels sind seit dem Fall der Berliner Mauer die Gleise der Heidekrautbahn zugänglich. Der Eigentümer der Bahnstrecke, die Niederbarminer Eisenbahn AG, plant grundsätzlich eine Wiederinbetriebnahme der Strecke von Basdorf bis zum S-Bahnhof Wilhelmsruh oder darüber hinaus. Ein Zeitpunkt ist nicht abzusehen. An manchen Sommerwochenenden werden auf der Strecke nach Basdorf hin Sonderzug- und Museumszugfahrten von den Berliner Eisenbahnfreunden e.V. durchgeführt. Die Strecke im Norden, ein Teilstück der Industriebahn Tegel – Friedrichsfelde, ist stillgelegt, ohne dass Aussicht auf Reaktivierung besteht. Die Strecke war nie für den Personenverkehr vorgesehen.

Siehe auch


- Aggro Berlin - Von Rappern dieses Labels wird das Märkische Viertel oft erwähnt.
- Sido
- B-Tight   Kategorie:Ort in Berlin Kategorie:Großsiedlung

Bezirk Pankow

Der Bezirk Pankow ist der 3. Verwaltungsbezirk von Berlin. Bis zur Verwaltungsreform 2001 gab es einen kleineren Stadtbezirk Pankow. Der heutige Bezirk Pankow gliedert sich in 13 Ortsteile. Der ehemalige Stadtbezirk Pankow umfasste davon die heutigen Ortsteile Blankenfelde, Buch, Französisch Buchholz, Niederschönhausen, Rosenthal, Wilhelmsruh und den namensgebende Ortsteil Pankow.

Beschreibung

Der heutige Bezirk Pankow entstand mit der Verwaltungsreform 2001 durch Fusion der ehemaligen Stadtbezirke Prenzlauer Berg und Weißensee mit dem ehemaligen Stadtbezirk Pankow. Die drei ehemaligen Stadtbezirke Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee waren jeweils bis zur Wiedervereinigung Bezirke der Hauptstadt der DDR (Ost-Berlin). Pankow liegt im Nordosten Berlins und grenzt an die Bezirke Lichtenberg, Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Reinickendorf sowie an die Landkreise Oberhavel und Barnim in Brandenburg. Volksvertretung des Bezirks ist die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow von Berlin.

Bezirksbürgermeister

Groß-Pankow
- 20012002: Alex Lubawinski (SPD)
- ab 2002: Burkhard Kleinert (PDS) Die Bezirksbürgermeister der damals eigenständigen drei Bezirke Pankow, Prenzlauer Berg sowie Weißensee in den Nach-Wende-Jahren von 1990 bis 2001: Pankow
- 1990–1992: Harald Lüderitz (SPD)
- 1992–1999: Dr. Jörg Richter (SPD)
- 1999–2001: Dr. Gisela Grundwald (PDS) Prenzlauer Berg
- 1990–1995: Dr. Manfred Dennert (SPD)
- 1996–2001: Reinhard Kraetzer (SPD) Weißensee
- 1990–2001: Dr. Gert Schilling (SPD)

Ortsteile


- Bezirk Pankow
  - 0301 Prenzlauer Berg
  - 0302 Weißensee
  - 0303 Blankenburg
  - 0304 Heinersdorf
  - 0305 Karow
    - Karow-Nord
    - Karow-Süd
    - Neu-Karow
    - Stadtrandsiedlung Karow
  - 0306 Stadtrandsiedlung Malchow
    - Kleingartenanlage Märchenland
  - 0307 Pankow
  - 0308 Blankenfelde
    - Schildow-Waldeck (Kleingartenanlage)
  - 0309 Buch
    - Lindenhof
  - 0310 Französisch Buchholz
    - Buchholz-West
  - 0311 Niederschönhausen
    - Schönholz
  - 0312 Rosenthal
    - Nordend
  - 0313 Wilhelmsruh

Verkehr

Straßenverkehr

Der Straßenverkehr im Bezirk wird geprägt durch die drei radial vom Stadtzentrum nach Norden bzw. Nordosten verlaufenden Bundesstraßen B 96a (Schönhauser Allee/Berliner Straße, B 109 (Prenzlauer Allee/Prenzlauer Promenade), die am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf in die Autobahn 114 mündet, und die B 2 (Greifswalder Straße/Berliner Allee). Von großer Bedeutung für den Straßenverkehr sind auch die beiden Ringstraßen, die durch die Danziger Straße bzw. Ostseestraße/Wisbyer Straße/Bornholmer Straße gebildet werden.

Straßenbahn

Das Straßenbahnnetz im Bezirk folgt im Wesentlichen den im Abschnitt Straßenverkehr beschriebenen Hauptstraßen. Daneben gibt es noch eine von Südwesten nach Nordosten verlaufende Ergänzungslinie. Die aus der Schönhauser Alle nach Norden verlaufende Straßenbahnlinie verästelt sich im Ortsteil Pankow in drei Zweige. Die Strecke in der Berliner Allee wird bis voraussichtlich November 2005 saniert.

S-Bahn/Regionalbahn

2005 Im Bezirk Pankow liegt fast der gesamte nördliche Teil des Ostrings der Ringbahn mit den Bahnhöfen Storkower Straße, Landsberger Allee, Greifswalder Straße, Prenzlauer Allee und Schönhauser Allee. An dem auf der Grenze zum Ortsteil Wedding des Bezirks Mitte gelegenen Bahnhof Bornholmer Straße teilen sich die von Süden kommenden Linien in die Strecken Richtung Oranienburg/Hennigsdorf und Bernau auf. Auf der Grenze zum Bezirk Reinickendorf liegen dann die Bahnhöfe Wollankstraße, Schönholz und Wilhelmsruh, während auf dem nach Nordosten führenden Ast die Bahnhöfe Pankow, Pankow-Heinersdorf, Blankenburg, Karow und Buch liegen. Am Bahnhof Berlin-Karow beginnt die Regionalbahn-Linie RB 27 der Niederbarnimer Eisenbahn AG nach Groß Schönebeck bzw. Wensickendorf.

U-Bahnhöfe

Im Bezirk Pankow gibt es fünf U-Bahnhöfe der Berliner U 2, und zwar im Ortsteil Prenzlauer Berg die Bahnhöfe Senefelderplatz, Eberswalder Straße und Schönhauser Allee sowie im Ortsteil Pankow die Bahnhöfe Vinetastraße und Pankow. Dabei sind die Bahnhöfe Schönhauser Allee und Pankow Umsteigebahnhöfe zur S-Bahn.

Sehenswürdigkeiten

Besonders sehenswert sind das Rathaus Pankow sowie das Schloss Schönhausen. In Prenzlauer Berg locken die schönen Straßenzüge mit den charakteristischen breiten Bürgersteigen, die von den Cafés und Kneipen gern als Freifläche genutzt werden. Die Masse der erhaltenen Gründerzeithäuser bilden heute trotz einiger Kriegszerstörungen das größte noch erhaltene Altbauquartier in Berlin. Die Kulturbrauerei, der Wasserturm an der Knaackstraße und der vor allem an Sommerabenden belebte Kollwitzplatz bilden das "Herz"stück des alten Bezirks Prenzlauer Berg. Rund um den Kollwitzplatz bis hoch zum Helmholtzplatz finden sich eine Unzahl kleiner Geschäfte einer lebendigen, jungen "Szene". Alternativ hierzu und zugleich sehenswert sind die Großsiedlungsbauten aus den 20er Jahren, die wie die Wohnstadt Carl Legien das neue Bauen der damaligen Zeit dokumentieren.

Persönlichkeiten

Berühmte Pankower


- Johannes R. Becher
- Reinhold Burger
- Ernst Busch
- Königin Elisabeth Christine
- Josef Garbáty
- Max und Emil Skladanowsky
- Walter und Lotte Ulbricht

In Pankow lebende Persönlichkeiten


- Johannes Biebel
- Michael Gwisdek
- Corinna Harfouch
- André Hermlin
- Jens Reich
- Gunter Schoß
- Werner Schulz
- Wolfgang Thierse
- Jürgen Trittin
- Christa Wolf

Städtepartnerschaften

Der heutige Großbezirk Pankow unterhält eine vom Altbezirk Pankow im Mai 1994 begründete Partnerschaft mit der Stadt Kolberg (Kołobrzeg) in Polen. Im Rahmen dieser Partnerschaft findet ein Austausch ín den Bereichen von Kultur, Wirtschaft und Verwaltung statt. Auf Grund des EU-Beitritts Polen zur Europäischen Union steht zu erwarten, dass die Partnerschaft Pankows zu Kolberg noch weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die vom Altbezirk Weißensee in den 2001 neu gegründeten Großbezirk Pankow eingebrachte Partnerschaft mit Ashkelon besteht offiziell noch, wird aber nicht mehr aktiv betrieben.

Sonstiges

Pankow ist auch ein Name einer Berliner Rockband.

Siehe auch


- Panke
- Bürgerpark Berlin-Pankow
- Schloss Schönhausen
- Berlin-Schönholz
- Schönholzer Heide
- Karower Teiche
- Majakowskiring

Weblinks


- [http://www.berlin.de/ba-pankow/index.html Bezirksamt Pankow]
Pankow, Bezirk

Berlin-Wedding

Der Wedding ist ein Ortsteil im Bezirk Mitte von Berlin. Bis zur Verwaltungsreform 2001 gab es den eigenständigen Stadtbezirk Wedding mit seinem Bezirksteil Gesundbrunnen. Der ehemalige Bezirk Wedding wurde mit den ehemaligen Stadtbezirken Mitte und Tiergarten zum Verwaltungsbezirk Mitte fusioniert. Der Wedding gehört zu den wenigen Ortsnamen, die im Deutschen mit Artikel benutzt werden, der Wedding (erinnert an den Ursprung als Gutshof und Vorwerk) und folglich sagte man er wohnt auf dem Wedding (im Stadtdialekt er wohnt uff´m Wedding) bzw. "am Wedding". Heute jedoch "im Wedding" bevorzugt. Wichtige Plätze im Wedding: Leo (Leopoldplatz), Nettelbeckplatz, Ackerstraße. Grünanlagen im Wedding: Volkspark Humboldthain, Schillerpark, Volkspark Rehberge

Geschichte

Im 13. Jahrhundert wurde das Dorf Wedding erstmals als Wüstung, also als verlassene Siedlung, erwähnt. Die Mühle des Ortes wurde an das Benediktinerinnenkloster in Spandau verkauft, das auf der Gemarkung des Dorfes liegende Lehngut wurde Besitz der Stadt Berlin. Im 14. Jahrhundert wurden die Flächen von Berliner Bürgern noch zum Ackerbau genutzt, danach überwuchs es vollständig mit Kiefern und Eichen und wurde als Berliner Stadtheide bezeichnet. Im 17. Jahrhundert wurde auf dem Gebiet des heutigen Nettelbeckplatzes ein Gutshof angelegt der bereits 1603 an den brandenburgischen Kurfürsten übergeben wurde. Dieser lies daraus ein Vorwerk errichten. Damit war der Gutshof kurfürstliche Domäne und rechtlich nicht mehr zur Stadt Berlin gehörend. Im Zusammenhang mit dem Ausbau Berlins und dem dafür benötigten Holz wurde die Stadtheide wieder fast vollständig gerodet, so dass das Land um den Wedding verödete. Im 18. Jahrhundert begann die umfangreiche Besiedlung des Gebietes nördlich Berlins, damit auch des Weddings. 1778 wurden die ersten Kolonistenhäuser im Bereich des heutigen Weddingplatzes errichtet. 1782 ließ Friedrich II. eine Kolonie gründen, welche auf Grund ihrer Nähe zum Gutshof den Namen Wedding oder Neu-Wedding erhielt. Mitte des 18. Jahrhunderts, während der zum Wedding gehörende Gesundbrunnen zu einem Bade- und Kurort ausgebaut wurde, hielt das Glücksspiel und die Prostitution im Wedding Einzug. Er wandelte sich damit zu einem Vergnügungsviertel. Zum Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Wedding durch die anhaltende Landflucht in einen Arbeiterbezirk. Dicht gedrängt lebten die Arbeiter in sogenannten Mietskasernen. Die schlimmsten Auswucherungen dieses städtischen Moloches entstanden im Meyers Hof. Diese Mietskaserne gilt immer noch als einzigartiges Beispiel für extrem komprimierte Bebauung. Zur Zeit der Weimarer Republik war der Wedding auch eine Hochburg der Arbeiterparteien und als Roter Wedding bekannt. Am 1. Mai 1929 kam es zum blutigen Zusammenstoß zwischen Polizei und Demonstranten, der als Blutmai bekannt geworden ist. Neben dem Bezirk Reinickendorf gehörte der Bezirk Wedding in den Jahren von 1945 bis 1990 zum französischen Sektor von Berlin. Heute wird der Bezirk vorwiegend von Migranten und sozial Schwächeren bewohnt. So liegt der Ausländeranteil, Ende Juni 2005 an den Schulen im Bezirk Mitte, bei 63,1%. (Vergleich: Friedrichshain-Kreuzberg 56,2%, Pankow 8,1%, Charlottenburg-Wilmersdorf 2,3%, Spandau 27,3%, Steglitz-Zehlendorf 16,3%, Tempelhof-Schöneberg 35,2%, Neukölln 50,9%, Treptow-Köpenick 7,5%, Marzahn-Hellersdorf 11,9%, Lichtenberg 20,5%, Reinickendorf 23,7%)

Berühmte Weddinger


- Eberhard Diepgen, ehem. Regierender Bürgermeister
- Helmut Damerius, Antifaschist, Agitpropagandist und Autor
- Roland Kaiser, Schlagersänger
- Harald Juhnke, Schauspieler
- Niko Kovac, Fußballspieler
- Robert Kovac, Fußballspieler
- Kurt Krömer, Komiker
- Hardy Krüger, Schauspieler und Weltenbummler
- Hans Rosenthal, Fernsehmoderator
- Ulrich Roski, "Barde", Spötter
- Tima die Göttliche, Schauspieler, Tunte, Allroundtalent
- Flying Steps, Breakdancer, Tänzer
- Karin Baal, Schauspielerin

Städtepartnerschaft

Der ehem. Bezirk Wedding (jetzt Mitte) unterhält seit 1980 eine Städtepartnerschaft mit Bottrop (Nordrhein-Westfalen).

Weblinks


- [http://www.berlin-mitte.de/index_493_de.html Wedding-Seite des Bezirksamts Berlin-Mitte]
- [http://www.sparrplatz-quartier.de/easytool/index/75/ Historische Daten zum Wedding]
- [http://www.inscrire.com/index.php?navi=content&npoint=12,0,0,0 Über die Inschriften am U-Bahnhof Westhafen]
- [http://www.perspicuitas.de/wedding/wedding.htm Private Wedding-Seite mit vielen Erläuterungen und Bildern]
- [http://www.kurort-wedding.de/index.htm Private Kunst und Kultur Initiative, aus dem Wedding für den Wedding]
- [http://www.muellerstrasse.de/orte/afrikanisches_viertel.html Über das Afrikanische Viertel]
- [http://berlin.wikicities.com/wiki/Wedding //berlin.wikicities.com/wiki/Wedding] Wedding

19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert begann am 1. Januar 1801 und endete am 31. Dezember 1900. Es gehört zur Epoche der Neuzeit, die um die Jahrhundertwende zum 16. Jahrhundert begonnen hatte.

Neue Organisationsformen: Der Nationalstaat

Fragt man nach den Organisationsformen, danach in welchen Einheiten sich die Menschen wahrnahmen, dann dürfte dies die große Veränderung sein, die mit den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts eintrat: Der Nationalstaat wurde als neue politische Institution aufgebaut. Er forderte neue Themen, neue Bildungssysteme, neue wirtschaftliche Strukturen, eine neue Vorstellung seitens derer, die in ihm lebten: die Bereitschaft, sich als Bürger zu sehen und sich dementsprechend zu organisieren. Herrschaft geht im 18. Jahrhundert noch von den Herrschaftshäusern und politischen Parteiungen aus, sowie von mächtigen Adeligen, die hinter den Parteiungen stehen. Kriege werden im 18. Jahrhundert dementsprechend wahrgenommen: Reg