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Beryllium

Beryllium

Beryllium ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Be und der Ordnungszahl 4. Das zweiwertige, stahlgraue Leichtmetall ist sehr hart und spröde. Es wird meist als Legierungszusatz verwendet.

Geschichte

Beryllium (von griech. βηρυλλος = Beryll, ein Edelstein, der Beryllium enthält) wurde 1798 durch Louis-Nicolas Vauquelin in Form seines Oxides aus den Edelsteinen Beryll und Smaragd dargestellt. 1828 gelang Friedrich Wöhler und Antoine Bussy die Reduktion des Berylliumchlorids mit Kalium zum metallischen Beryllium.
Wegen des süßen Geschmackes der Berylliumsalze wurde in Frankreich bis 1957 für das vierte Element die Bezeichnung Glucinium verwendet.

Vorkommen

Das seltene Element Beryllium kommt in 30 verschiedenen Mineralien vor. Die wichtigsten sind Bertrandit (USA) und Beryll (China und Brasilien). Die schönsten und wertvollsten sind die Edelsteine Aquamarin, Smaragd, Roter Beryll, Euklas, Gadolinit, Chrysoberyll, Phenakit und Alexandrit.
Die Herstellung des metallischen Beryllium erfolgt überwiegend durch Reduktion von Berylliumfluorid mit Magnesium.

Eigenschaften

Beryllium besitzt für ein Leichtmetall einen bemerkenswert hohen Schmelzpunkt. Neben der sehr hohen Wärmekapazität besitzt es einen um 1/3 höheren Elastizitätsmodul als Stahl, die Schwingungsdämpfung ist ebenfalls sehr hoch. Zusätzlich besitzt es eine hohe Durchlässigkeit für Röntgenstrahlen. Alphateilchen setzen aus Beryllium Neutronen frei.
Bei Raumtemperatur ist Beryllium an trockener Luft beständig, es bildet sich eine passivierende Oxidhaut, die dem Angriff konzentrierter Salpetersäure widersteht. In Salzsäure wird es schnell angegriffen. An feuchter Luft überzieht es sich mit einer Schicht aus Hydroxid.

Verwendung


- als Konstruktionswerkstoff in Legierungen mit Aluminium für besonders beanspruchte und sehr leichte Produkte in der Flugzeug- und Weltraumtechnik.
- als Legierungsbestandteil in Berylliumbronzen. Daraus werden u. a. funkenfreie nichtmagnetische Werkzeuge hergestellt, die in Ex(plosionsgefährdeten)-Bereichen, die Wasserstoff in der Luft haben, eingesetzt werden.
- Ventilsitze (Motorenbau)
- als Moderator und Reflektor für Neutronen in Reaktoren, Kernwaffen und im JET (Joint European Torus).
- als Neutronenmultiplikator in Schnellen Brütern und zukünftig möglicherweise in Fusionsreaktoren: :\mathrm
- wegen seiner Durchlässigkeit für Röntgenstrahlen als Fenster in Röntgenröhren. Überwiegend wird Beryllium aber zur Herstellung von Kontakt- und Federwerkstoffen aus Berylliumbronzen verwendet. Sie zeichnen sich durch hohe Härte, Elastizität, Ermüdungsfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit, Nichtmagnetisierbarkeit sowie elektrische und thermische Leitfähigkeit aus. Die herausragenden Eigenschaften von Beryllium machen es trotz seines hohen Preises und seiner Toxizität für viele Anwendungen geeignet. Weitere Anwendungen:
- Relaiskontakte
- die Fangspiegel (70 kg schwer) der 4 8-Meter Spiegelteleskope des Very Large Telescope (VLT) am Paranal in Chile, sowie der Fangspiegel des Spitzer-Weltraumteleskops sind aus verspiegeltem Beryllium.
- Uhrenfedern aus Eisen-Nickel-Beryllium
- Elektroden für das Punktschweißen
- Bremsscheiben des Space Shuttles (geringes Gewicht und hohe Wärmekapazität)
- Rotoren in Kreiselkompassen, bewegliche Spiegel in optischen Systemen, Antriebssysteme in Magnetbandgeräten
- Golfschläger aus Berylliumbronze (Steifigkeit und Schwingungsdämpfung)
- Neutronenquelle: Bestrahlung mit Alphateilchen erzeugt freie Neutronen
- Nickel-Beryllium-Legierungen für temperaturbelastete Verbindungselemente
- Hochtöner von High-End-Lautsprechern

Sicherheitshinweise

Beryllium und Berylliumsalze sind giftig und krebserregend. Beryllium kann zu Haut-, Lungen-, Milz- und Leberschäden führen. Beryllium akkumuliert sich im menschlichen Körper und führt nach jahrelanger Latenzzeit zur Bildung von Tumoren. Gefährlich ist vor allen Dingen inhaliertes Beryllium, es führt zur Berylliose. Verschlucktes Beryllium ist relativ ungefährlich, da es überwiegend wieder ausgeschieden wird. Beryllium reichert sich im Tabak an, das beim Rauchen in die Luft gelangt. In schlecht gelüfteten Räumen sind Konzentrationen oberhalb der maximalen Arbeitsplatzkonzentration nachgewiesen worden.

Weblinks


- [http://www.webelements.com/webelements/elements/text/Be/index.html WebElements.com - Beryllium]
- [http://www.chemie-master.de/pse/pse.php?modul=Be Beryllium (Periodensystem für den Schulgebrauch), mit Fotos]
- [http://environmentalchemistry.com/yogi/periodic/Be.html EnvironmentalChemistry.com - Beryllium]
- [http://education.jlab.org/itselemental/ele004.html It's Elemental - Beryllium]
- [http://www.pniok.de/be.htm Abbildung in der Elementansammlung von Heinrich Pniok auf www.Pniok.de]
- [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&g2=1&f=050413.rm Alpha Centauri: Was ist die Beryllium-Barriere?] Kategorie:Chemisches Element Kategorie:Gift Kategorie:ErdalkalimetallKategorie:Periode-2-Element ja:ベリリウム ko:베릴륨 ms:Berilium simple:Beryllium th:เบริลเลียม

Chemisches Element

Stoffe, die ausschließlich aus Atomen mit gleicher Anzahl an Protonen im Kern (Kernladungszahl) bestehen, bezeichnet man als chemische Elemente. Sie treten im Universum mit einer bestimmten Elementhäufigkeit auf. Im Gegensatz zu den Elementen stehen die Verbindungen und die Stoffgemische. Früher war die Definition dieses Begriffs intuitiver, aber unpräziser: Robert Boyle definierte ein chemisches Element als einen Reinstoff, der mit chemischen Methoden nicht weiter zerlegt werden kann. Diese Definition hat den Nachteil, dass man nie sicher sein kann, ob man die chemischen Methoden völlig ausgeschöpft hat. Hätte man es z. B. im Labor nicht geschafft, Wasser zu zerlegen, so hätte man es als Element einordnen müssen. Der heutige Element-Begriff, der für die Stoffe eine Einteilung nach ihren Bestandteilen, den Atomen, vornimmt, ist abstrakter, dafür aber präzise. Seine praktische Bedeutung liegt darin, dass er Atome mit gleichem chemischen Verhalten (dem Verhalten bei chemischen Reaktionen) zusammenfasst. Das physikalische Verhalten von Atomen ein und desselben Elements kann dabei durchaus unterschiedlich sein, z. B. können die Atome eines Elements sich in der Masse unterscheiden (Isotope) und bei nuklearen Reaktionen unterschiedlich verhalten. Nach der Kernladungszahl (auch Ordnungszahl) ihrer Atome ordnet man die Elemente im Periodensystem der Elemente (PSE) an. Dieses System wurde vom russischen Gelehrten Dmitri Iwanowitsch Mendelejew zeitgleich mit dem deutschen Lothar Meyer 1869 begründet.

Kernladungszahl und Masse

Die Erklärungen dafür, dass die Massezahl nicht genau dem Vielfachen der Masse des Wasserstoffatoms entspricht, sind:
- Protonen und Neutronen, die den Hauptanteil der Masse bilden, sind fast, jedoch nicht genau, gleich schwer.
- Natürliche Elemente bestehen aus einer Mischung von Atomen mit unterschiedlicher Neutronenzahl. Eine Atomart überwiegt meist bei weitem, diese bestimmt dann die Massenzahl (Ausnahme Chlor Cl mit der 35,5-fachen Masse)
- Das natürliche Mischverhältnis ist bei einem Element meist gleich (Ausnahme ist Blei, das unterschiedliche durchschnittliche Atommassen zeigt, wenn man es aus verschiedenen Lagerstätten gewinnt)
- Bei sehr genauen Messungen zeigt sich die Bindungsenergie als Massendefekt, so dass die Kernmasse stets minimal kleiner ist als die Summe der Massen der Protonen und Neutronen.

Rein- und Mischelemente

Der Kern des Wasserstoffs besteht fast immer aus nur einem Proton. Wasserstoff mit einem Proton und einem Neutron im Kern (Deuterium) tritt in natürlichem Wasserstoff mit einem Anteil von 0,015 % auf. Der Heliumkern besteht aus zwei Protonen und zwei Neutronen. Es existieren aber auch Helium-Atome, die zwei Protonen, aber nur ein Neutron, enthalten. Diese treten in natürlichem Helium jedoch nur mit einem Anteil von 0,000137 % auf. Chlor (17 Protonen) besteht aus einer Mischung aus Atomen mit 18 Neutronen (75,8 %) und 20 Neutronen (24,2 %). Chemische Elemente, die nur aus einer Atomart bestehen, heißen Reinelemente, wenn sie dagegen aus zwei oder mehr Atomarten bestehen, heißen sie Mischelemente. Atome des gleichen Elements mit unterschiedlicher Neutronenzahl nennt man Isotope.

Chemische Verbindungen

Chemische Elemente können, bis auf wenige Ausnahmen, chemische Verbindungen eingehen. Dabei sind mehrere der elementaren Atome zu Molekülen zusammengeschlossen. Natürliche oder künstliche Stoffe sind entweder Elemente oder Verbindungen. Gewöhnliches Wasser H2O ist eine Verbindung aus den Elementen Wasserstoff H (2 Atome pro Molekül) und Sauerstoff (1 Atom pro Molekül). Metalle wie Eisen Fe oder Kupfer Cu sind dagegen stets Elemente. Elemente können auch eine Verbindung mit sich selbst eingehen. Bei vielen Gasen wie Chlor Cl oder Fluor F verbinden sich zwei Atome desselben Elements zu einem Molekül, also Cl2 bzw. F2.

Die Entstehung von Elementen

Bereits beim Urknall entstanden die leichten Elemente Wasserstoff (ca. 75%) und Helium (ca. 25%), zusammen mit geringen Mengen Lithium und Beryllium. Schwerere Elemente entstehen im Universum durch Kernreaktionen in den Sternen (meist durch Kernfusion). Am Anfang steht der Wasserstoff mit einem Atomgewicht von ca. 1,0 (ein Proton). In Hauptreihen-Sternen, wie auch unserer Sonne, verschmilzt unter hoher Temperatur (mehrere Millionen C°) und hohem Druck Wasserstoff zu Helium. (Atomgewicht ca. 4,0) Dabei verschmelzen 4 Wasserstoffatomkerne über mehrere Zwischenstufen zu einem Heliumatomkern. Dieser ist ein wenig leichter als die vier Protonen zusammen, die Massendifferenz wird als Energie in Form von (Gamma-)Strahlung frei. Die Fusion geht auf diese Art (Atome mit geringerer Protonenzahl und Atomgewicht verschmelzen zu höheren unter Abgabe von Energie) in den meisten Sternen bis zum Kohlenstoff, in massereichen bis zum Eisen weiter. Die Energieausbeute wird dabei immer geringer. Eisen ist der am dichtesten gepackte Atomkern, bei Fusionsreaktionen darüber hinaus wird Energie verbraucht anstatt freigesetzt. Sterne sind auf Energiegewinnung aus Kernfusion angewiesen, um ihren Gravitationskollaps aufzuhalten, daher können derartige Reaktionen nicht in nennenswertem Umfang stattfinden. Elemente schwerer als Eisen entstehen in Sternen am Ende ihrer Lebensdauer. Dabei fangen Atomkerne Neutronen ein und werden so in Elemente höherer Ordnungszahl umgewandelt. Dies geschieht im sogenannten s-Prozess (bei massearmen Sternen) oder im r-Prozess (bei massereichen Sternen während einer Supernova). Ein Stern verliert am Ende seiner Lebensdauer große Mengen Material (kontinuierlich durch Sonnenwind oder explosiv in einer Supernova), dadurch gelangen die entstandenen Elemente zurück in das interstellare Medium. Jüngere Sternensysteme enthalten daher bereits von Anfang an auch geringe Mengen schwererer Elemente, die z.B. Planeten wie in unserem Sonnensystem bilden können.

Liste chemischer Elemente

A Actinium - Aluminium - Americium - Antimon - Argon - Arsen - Astat B Barium - Berkelium - Beryllium - Bismut - Blei - Bohrium - Bor - Brom C Cadmium - Cäsium - Calcium - Californium - Cer - Chlor - Chrom - Curium D Darmstadtium - Dubnium - Dysprosium E Einsteinium - Eisen - Erbium - Europium F Fermium - Fluor - Francium G Gadolinium - Gallium - Germanium - Gold H Hafnium - Hassium - Helium - Holmium I Indium - Iod - Iridium J Jod siehe Iod K Kalium - Kobalt - Kohlenstoff - Krypton - Kupfer L Lanthan - Lawrencium - Lithium - Lutetium M Magnesium - Mangan - Meitnerium - Mendelevium - Molybdän N Natrium - Neodym - Neon - Neptunium - Nickel - Niob - Nobelium O Osmium P Palladium - Phosphor - Platin - Plutonium - Polonium - Praseodym - Promethium - Protactinium Q Quecksilber R Radium - Radon - Rhenium - Rhodium - Roentgenium - Rubidium - Ruthenium - Rutherfordium S Samarium - Sauerstoff - Scandium - Schwefel - Seaborgium - Selen - Silber - Silizium - Stickstoff - Strontium T Tantal - Technetium - Tellur - Terbium - Thallium - Thorium - Thulium - Titan U Unnilpentium (
- ) - Unnilquadium (
- ) - Ununoctium - Ununhexium - Ununquadium - Ununbium - Ununtrium - Ununpentium - Ununseptium - Ununnilium (
- ) - Uran V Vanadium W Wasserstoff - Wolfram X Xenon Y Ytterbium - Yttrium Z Zink - Zinn - Zirkonium
- veralteter Name

weitere Darstellungsformen


- Sortierung nach Symbol
- Liste der chemischen Elemente nach der Ordnungszahl
- Periodensystem
- Periodensystem mit Elektronenkonfiguration

Literatur


- Lucien F. Trueb: Die chemischen Elemente. Ein Streifzug durch das Periodensystem. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-7776-1356-8

Weblinks


- [http://www.chemieseite.de/ www.chemieseite.de] enthält ausführliche Beschreibungen der Hauptelemente.
- [http://chemlab.pc.maricopa.edu/periodic/lyrics.html] Lied der chemischen Elemente Kategorie:Chemie

Siehe auch


- Elektronegativitäten der Elemente,
- Elementnamensgebungskontroverse,
- Systematische Elementnamen,
- Verdampfungswärme der chemischen Elemente
- Nebulium
- Kalzium ist ein Computerprogramm für das Betriebssystem Linux, das sehr viele Informationen zum Periodensystem und den Elementen bietet.
- Phlogiston
- Nukleosynthese ja:元素 ko:화학 원소 ms:Unsur kimia simple:Element th:ธาตุเคมี

Ordnungszahl

Die Ordnungszahl, auch Atomnummer oder Kernladungszahl, gibt die Anzahl der Protonen in einem Atomkern an. Ihr Formelzeichen ist Z. Atome mit gleicher Ordnungszahl gehören zum selben Element und haben somit das gleiche Verhalten bei chemischen Reaktionen. Sie wird links unten neben dem Elementsymbol angegeben, Beispiele: :1H (Wasserstoff) oder 8O (Sauerstoff) Da aber das Elementsymbol eindeutig die Ordnungszahl bestimmt, wird die Ordnungszahl selten – meist nur in tabellarischen Übersichten – in dieser Form angegeben. Siehe auch: Massenzahl, Isotop, Periodensystem Kategorie:Atomphysik Kategorie:Kernphysik als:Ordnungszahl ja:原子番号 ko:원자 번호 th:เลขอะตอม

Wertigkeit (Chemie)

Allgemein

Die Wertigkeit (auch Valenz) eines Atoms eines chemischen Elements gibt an, wie viele Atome es im Falle einer chemischen Bindung an sich binden kann, bzw. wie viele Einfachbindungen es mit anderen Atomen eingehen müsste, um den Oktettzustand zu erreichen. Sie dient somit der Berechnung von chemischen Formeln (Summenformeln) einfacher chemischer Verbindungen. Bei komplexeren chemischen Verbindungen muss beachtet werden, dass das betreffende Atom nicht mit allen im Molekül der chemischen Verbindung vorhandenen Atomen eine Bindung eingehen muss, um ein Teil der Verbindung zu sein. Dies hat zur Folge, dass z.B. ein dreiwertiges Atom auch mit neun anderen Atomen ein Molekül bilden kann, wobei es sich mit maximal drei der neun Atome über eine chemische Bindung verbindet. Die Wertigkeit wird in der Regel mit einer römischen Zahl notiert.

Geschichtliches

1852 stellte der englische Chemiker Sir Edward Frankland fest, dass jedes Atom eine bestimmte Bindefähigkeit gegenüber anderer Atome hat. Aus dieser Feststellung entstand der Begriff der Wertigkeit.

Die Wertigkeit von chemischen Elementen

Wertigkeit von Sauerstoff und Wasserstoff:


- Die Wertigkeit von Sauerstoff ist II
- Die Wertigkeit von Wasserstoff ist I

Die Wertigkeit von Hauptgruppenelementen gegenüber Sauerstoff

Die Wertigkeit eines chemischen Elements aus einer der Hauptgruppen des Periodensystems gegenüber Sauerstoff entspricht immer der Hauptgruppennummer des chemischen Elements. Die Elemente der VIII. Hauptgruppe sind dabei nicht mit einbegriffen, da diese Edelgase in der Regel keine chemischen Bindungen eingehen.

Die Wertigkeit von Hauptgruppenelementen gegenüber Wasserstoff

Die Wertigkeit eines chemischen Elements aus einer der Hauptgruppen des Periodensystems gegenüber Wasserstoff entspricht bis zur IV. Hauptgruppe der Hauptgruppennummer des chemischen Elements. Ab der V. und bis zur VII. Hauptgruppe entspricht die Wertigkeit dem Wert 8 minus der Hauptgruppennummer des chemischen Elements.

Die Wertigkeit von Nebengruppenelementen

Die Wertigkeit von Nebengruppenelementen wird im Namen der Atome der Nebengruppenelemente angegeben: z.B. Eisen(II)- und Eisen(III)-Atome.

Berechnung chemischer Verbindungen

Aus Atomen zweier verschiedener chemischer Elemente

Zur Berechnung von chemischen Verbindungen aus Atomen zweier chemischer Elemente muss das kleinste gemeinsame Vielfache (kurz: KGV) der Wertigkeiten der beiden beteiligten chemischen Elemente gebildet werden. Um nun die Anzahl der in der Verbindung vorhandenen Atome des jeweiligen Elements zu ermitteln, muss das KGV durch die Wertigkeit dividiert werden. Beispiel: Die Ermittlung der chemischen Formel von Wasser:
- Wertigkeit von Wasserstoff I (bzw. 1) da Wasserstoff immer einwertig ist
- Wertigkeit von Sauerstoff II (bzw. 2) da Sauerstoff immer zweiwertig ist
- KGV 2
- 1 = 2
- Anzahl der beteiligten Sauerstoffatome \frac = \frac = 1
- Anzahl der beteiligten Wasserstoffatome \frac = \frac = 2
- Fertige Chemische Formel: H_2O_1 und da die Zahl Eins im Index von ‚O’ nicht mit notiert wird: H_2O Beispiel: Die Ermittlung der chemischen Formel von Aluminiumoxid:
- Wertigkeit von Aluminium III (bzw. 3) da Aluminium in der III. Hauptgruppe steht
- Wertigkeit von Sauerstoff II (bzw. 2) da Sauerstoff immer zweiwertig ist
- KGV 3
- 2 = 6
- Anzahl der beteiligten Sauerstoffatome \frac = \frac = 3
- Anzahl der beteiligten Aluminiumatome \frac = \frac = 2
- Fertige Chemische Formel: Al_2O_3 Beispiel: Die Ermittlung der chemischen Formel von Ammoniak:
- Wertigkeit von Stickstoff VIII – V = III (bzw. 8 – 5 = 3) da Stickstoff in der V. Hauptgruppe steht
- Wertigkeit von Wasserstoff I (bzw. 1) da Wasserstoff immer einwertig ist
- KGV 3
- 1 = 3
- Anzahl der beteiligten Wasserstoffatome \frac = \frac = 3
- Anzahl der beteiligten Stickstoffatome \frac = \frac = 1
- Fertige Chemische Formel: N_1H_3 und da die Eins im Index von Stickstoff nicht notiert wird: NH_3 Kategorie:Chemie

Leichtmetall

Leichtmetalle sind Metalle, aber auch Legierungen, deren Dichte unter 5 g/cm3 liegt.

Liste der Leichtmetalle

Eine vollständige Liste der Leichtmetall-Elemente mit ihren Dichten: Alkalimetalle:
- Lithium: 0,53 g/cm3
- Natrium: 0,97 g/cm3
- Kalium: 0,86 g/cm3
- Rubidium: 1,53 g/cm3
- Cäsium: 1,90 g/cm3
- Francium: 1,87 g/cm3 Erdalkalimetalle:
- Beryllium: 1,85 g/cm3
- Magnesium: 1,74 g/cm3
- Kalzium: 1,54 g/cm3
- Strontium: 2,63 g/cm3
- Barium: 3,65 g/cm3 Nebengruppenelemente:
- Scandium: 2,99 g/cm3
- Yttrium: 4,47 g/cm3
- Titan 4,51 g/cm3 Element der 3. Hauptgruppe
- Aluminium: 2,70 g/cm3

Leichtmetall-Brände

Beim Löschen von Bränden von Leichtmetallen muss beachtet werden, dass Wasser nicht verwendet werden darf. Leichtmetalle (insbesondere Alkali- und Erdalkalimetalle) neigen dazu mit Wasser unter Bildung einer Lauge und Wasserstoff zu reagieren. Im Falle eines Löschversuchs mit Wasser würde sich der Wasserstoff entzünden und es käme zu einer Explosion. Siehe auch: Schwermetalle Kategorie:Stoffgruppe ja:卑金属 th:โลหะหลังทรานซิชั่น

Griechische Sprache

Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen. Siehe: Griko in Italien Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden. Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis 1453) grc.

Geschichte

1453 Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist. Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert. Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden. Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt. Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus). Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt. Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.

Grammatik

Altgriechisch

Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie. Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen. Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.

Nominale Wörter

Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
Numeri

- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Genera

- (allgemeine) Regeln:
  - Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
  - Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
  - Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache. Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
  - echter Akkusativ (direktes Objekt)
  - adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
  - echter Genitiv (Bereich)
  - Separativ (Herkunft)
- Dativ
  - echter Dativ (indirektes Objekt)
  - Soziativ (Gemeinschaft)
  - Instrumental (Mittel)
  - Lokativ (Ort, Zeit)

Verben

Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm. Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt. Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen) Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung. Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens) Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt. Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten). Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.) Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung. Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden. Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck. Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint. In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt. Der Imperativ drückt einen Befehl aus. Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt). Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung. Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus. Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn: Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.) Beispiele: Aktiv: er löst (etwas) transitives Medium: er löst (etwas) für sich intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
Numeri

- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Personen
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural). Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.

Neugriechisch (Dimotiki)

Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation. Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache: Vokale geschlossen halbgeschlossen offen Alle Vokale werden kurz ausgesprochen. laut IPA Konsonanten p t k b d g v δ z γ f θ s χ m n l r

Siehe auch


- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen

Literatur


- Geschichte:
  - Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
  - Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
  - Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
  - Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
  - Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
  - Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
  - Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
  - Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
  - Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
  - Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992

Weblinks


- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Einzelsprache als:Griechische Sprache ja:ギリシア語 ko:그리스어 ms:Bahasa Greek simple:Greek language th:ภาษากรีก

Edelstein

Schmucksteine sind Minerale, welche im Allgemeinen als schön empfunden werden und als Schmuck Verwendung finden. Zu den Schmucksteinen werden vor allem Edel- und "Halbedelsteine" in Schmuckqualität gezählt, aber auch andere Steine, wie beispielsweise Bernstein, Pechkohle oder relativ kleine und formschöne Fossilien. Die Lehre von Edelsteinen wird auch Gemmologie genannt. Gemmologie Der Handel zählt auch Perlen und Korallen zu den Schmucksteinen. Manche Minerale sind entweder zu selten oder zu brüchig, um zu Juwelen verarbeitet zu werden (beispielsweise Leucit), werden aber trotzdem von Sammlern und Museen hoch geschätzt, obwohl sie nicht zu den Schmucksteinen im eigentlichen Sinne zählen.

Allgemeine Geschichte

Vermutlich schon seit der Altsteinzeit finden Steine auch als Schmuck Verwendung, beispielsweise wurden versteinerte Seelilienstielglieder (Trochiten), ähnlich wie Perlen, zu einer Halskette verarbeitet und getragen. In der Antike wurden Edelsteine neben Gold, Silber und anderen Materialien zu Schmuck verarbeitet. Der Diamant zählte schon damals zu den wertvollsten Edelsteinen. Daneben waren auch Smaragd, Rubin, Saphir und Beryll bekannt. Als Schmuckstein fand aber auch der Bernstein Verwendung. Da Schmucksteine meist auch einen beträchtlichen Wert darstellten, wurden diese nicht selten gefälscht. Die Farbe von einigen, billig zu beschaffenden Mineralien, beispielsweise Achat, wurde durch Brennen oder Einfärben verändert und anschließend unter falscher Bezeichnung teurer weiterverkauft. Im Altertum und Mittelalter wurden Juwelen nur mehr oder weniger rund geschliffen, der Facettenschliff kam erst in der frühen Neuzeit auf.

Minerale

Minerale in entsprechender Qualität finden oft als Schmuckstein Verwendung. In Abhängigkeit von der Mineralart (beispielsweise Diamant, Bernstein, Malachit) werden unterschiedliche Kriterien zur Qualitätsbestimmung angewandt. Oft entscheidet die Lichtdurchlässigkeit, Reinheit und Farbe über die Verwendung und den Wert als Schmuckstein. Bei dem wertvollsten Schmuckstein, dem Diamanten, zieht man vier Eigenschaften heran, die Schliffform, das Gewicht in Karat, die Farbe und die Reinheit, von denen sich nur die erste vom Menschen beeinflussen lässt. Manche Minerale besitzen Einschlüsse aus Fremdmaterial, die den Wert des Steins mindern, aber auch steigern können. Auch der Fundort kann einen Unterschied in feinen Details der individuellen Ausprägung machen, die wiederum einem Spezialisten die Herkunft des Steins verraten. Schmucksteine werden zum Teil wärme- oder radioaktiv behandelt, um ihre optischen Eigenschaften zu verbessern oder zu ändern. Die Farbe von Amethysten schlägt beispielsweise nach einer Wärmebehandlung von violett zu gelb um. Anschließend wird das behandelte Mineral als „Topas“ in den Handel gebracht. In Deutschland müssen diese künstlich behandelten Minerale entsprechend gekennzeichnet sein. Minerale in Schmuckqualität werden auch synthetisch hergestellt, so beispielsweise Zirkonia oder Korund. Die Qualität von synthetischen Diamanten konnte in den letzten Jahren stark verbessert werden, so dass diese zum Teil jetzt auch als Schmuckstein Verwendung finden.

Edelsteine

Korund Edelsteine sind sehr seltene Minerale, die sich durch besondere Schönheit sowie große mechanische Widerstandsfähigkeit auszeichnen. Welches Mineral zu den Edelsteinen gezählt wird oder nicht ist eine rein subjektive Wahrnehmung und steht in direktem Zusammenhang mit dem jeweiligem Kulturkreis sowie dem entsprechendem Zeitalter. Bekannte Edelsteine sind beispielsweise Diamant, Rubin, Saphir und Smaragd. Meist werden Edelsteine heute zu kristallähnlichen Formen geschliffen, um die Lichtreflexion und den Glanz zu erhöhen, aber auch um dem Mineral eine ansprechende Form zu geben. Bei in Brillantschliff geschliffenen Diamanten spricht man von Brillanten. Allgemein werden geschliffene Edelsteine auch als Juwelen bezeichnet.

Klassifikation

Neben den weiter oben schon erwähnten Klassifikationsmerkmalen, wie Lichtdurchlässigkeit, Reinheit und Farbe, gibt es unter anderem noch folgende Kriterien, die an die Kriterien der Mineralbestimmung angelehnt sind: Zu den angewandten Kriterien zählt zunächst die chemische Zusammensetzung, Diamanten bestehen beispielsweise aus Kohlenstoff, Rubine aus chromgefärbtem Aluminiumoxid (Al2O3). Weiterhin werden Edelsteine auch nach ihrem Kristallsystem, der Art des Kristallgitters unterschieden, das beispielsweise kubisch, trigonal oder monoklin sein kann. Der so genannte Habitus, die Form, in welcher der Edelstein in der Natur zu finden ist, ist ein weiteres Klassifikationskriterium. Edelsteinsorten werden oft weiter in unterschiedliche Varietäten unterteilt: Die Bezeichnung des Korund wird durch seine Farbe festgelegt: Roter Korund wird etwa als Rubin gehandelt, ein spezielles rot-orange als Padparatscha. Die restlichen Farben firmieren unter der Sammelbezeichnung Saphir. Auch Diamanten können in unterschiedlichen Farbtönungen vorkommen, die dann als „fancy diamond“ bekannt sind. Beryll findet man als Smaragd (grün), Aquamarin (blau), Bixbit (rot), Goschenit (farblos), Heliodor (gelb) oder Morganit (rosa). Physikalische Unterschiede manifestieren sich im Brechungsindex, der Dispersion, der spezifischen Dichte, der Härte, Spaltbarkeit, Sprödigkeit und dem Glanz. Edelsteine wie Alexandrit können durch Pleochroismus mehrfarbig oder doppelbrechend sein. Charakteristisch ist auch ihr Absorptionsspektrum. Für den Wert eines Edelsteins spielt schließlich auch sein Gewicht eine bedeutende Rolle.

Halbedelsteine

„Halbedelsteine“, ein eher umgangssprachlicher Begriff, der heute gemäß Nomenklatur nicht mehr verwendet werden soll, sind seltene Minerale, die sich durch ihre Schönheit auszeichnen, im Gegensatz zu den Edelsteinen aber wesentlich häufiger in der Natur vorkommen; sie sind meist nicht so hart und weniger wertvoll als diese. Zu den „Halbedelsteinen“ werden unter anderem Alexandrit, Amethyst, Beryll, Granat, Lapislazuli, Malachit, Quarz, Topas, Türkis (Mineral), Zirkon, Hämatit und Pyrit in Schmucksteinqualität gezählt.

Klassifikation

Die Verwendbarkeit und der Wert eines „Halbedelsteins“ richten sich nach Kriterien, die sehr stark abhängig von der Mineralart sind. So gibt es für Erze wie Hämatit und Pyrit keine weiteren Kriterien als den Glanz und unter Umstanden die Form. Bei Granaten, Quarzen und anderen Mineralen spielen ähnlich wie bei Edelsteinen Lichtdurchlässigkeit, Reinheit und Farbe eine Rolle. Siehe auch: Cabochon, Strass, Liste_mineralischer_Schmuck-_und_Edelsteine

Weblinks


- http://www.beyars.com/de/de_edelstein-lexikon-beschreibung.html (sehr umfassend!)
- http://www.schmuckecke.de/edelsteine/eigenschaften.html (ein wenig Physik und Chemie)
- http://sternburg.de/kompend.htm
- http://www.min.uni-bremen.de/kabinett/ (Mineralienkabinett der Uni Bremen) Kategorie:Mineralogie ja:宝石 simple:Gemstone

1798

Ereignisse


- 4. Januar: Die Republik Mülhausen stimmt für ihren Beitritt zu Frankreich
- 15. Februar: Frankreich zerstört den Kirchenstaat und errichtet die „Römische Republik”
- 12. April: Ausrufung der Helvetischen Republik, nachdem seit der Jahreswende 1797/1798 Revolutionen in verschiedenen Kantonen der Alten Eidgenossenschaft ausgebrochen und französische Truppen eingefallen waren
- 1. Mai: Das von den Franzosen besetzte linksrheinische Gebiet führt das staatliche Personenstandswesen ein
- Mai: Napoléon startet mit einem französischen Heer von 40 000 Mann nach Ägypten
- 24. Juli: Napoléon besiegt das ägyptische Heer und zieht in Kairo ein
- 1. August: Der britische Admiral Horatio Nelson vernichtet die französische Flotte im Nildelta
- 8. November: Der britische Kapitän John Fearn entdeckt die Insel Nauru
- Georgia verbietet als letzter der US-Bundesstaaten den Sklavenhandel, nur der Handel, der Einsatz von Sklaven ist nicht verboten
- England schlägt einen Aufstand in Irland blutig nieder
- Napoléon besetzt die Insel Malta und vertreibt die dort ansässigen Ritter des Malteserordens
- Henry Cavendish entwickelt sein Verfahren zur Messung der Gravitationskonstante
- Goethe gibt die erste Nummer der periodische Schrift Propyläen heraus (Organ für die Anschauungen der Weimarer Klassik)

Kultur


- 6. Juli: Uraufführung der Oper Die Geisterinsel von Johann Friedrich Reichardt an der Hofoper Berlin
- 25. Juli: Uraufführung der Oper L'Hôtellerie portugaise von Luigi Cherubini am Théâtre Feydeau in Paris
- 5. August: Uraufführung der Oper Le Rendez-vous supposé ou Le Souper de famille von Henri Montan Berton an der Opéra-Comique in Paris
- 12. Juni: Uraufführung der Oper „Der zweite Teil der Zauberflöte“, von Emanuel Schikaneder/Peter von Winter, im Freihaustheater Wien

Geboren


- 26. Januar: Albert August Wilhelm Deetz, preußischer Soldat und Abgeordneter († 1859)
- 31. Januar: Carl Gottlieb Reißiger, Komponist und Hofkapellmeister in Dresden († 1859)
- 31. Januar: Henriette von Bissing, deutsche Erzählerin († 1879)
- 19. Februar: Auguste Comte, Begründer der Soziologie († 1857)
- 30. März: Luise Hensel, deutsche Dichterin († 1876)
- 2. April: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, deutscher Germanist und Dichter († 1874)
- 3. April: Charles Wilkes, US-amerikanischer Marineoffizier und Polarforscher († 1877)
- 15. April: Ludwig Hofacker, Evangelischer Theologe († 1828)
- 24. April: Karl von Holtei, deutscher Schriftsteller, Schauspieler und Theaterleiter († 1880)
- 26. April: Eugène Delacroix, französischer Maler († 1863)
- 5. Mai: Christian Friedrich Scherenberg, deutscher Dichter († 1881)
- 19. Mai: Antonio Rolla, italienischer Violinvirtuose († 1837)
- 20. Mai: Heinrich August Wilhelm Stolze, deutscher Stenograph († 1867)
- 23. Mai: Ludwig Benjamin Henz, deutscher Eisenbahningenieur († 1860)
- 21. Juni: Wolfgang Menzel, deutscher Dichter der Spätromantik († 1873)
- 29. Juni: Giacomo Graf Leopardi, italienischer Dichter († 1837)
- 29. Juni: Giacomo Leopardi, italienischer Dichter († 1837)
- 29. Juni: Willibald Alexis, deutscher Schriftsteller und Dichter († 1871)
- 14. Juli: Alessandro Antonelli, Italienischer Architekt († 1888)
- 16. Juli: Eduard Friedrich Poeppig, deutscher Forschungsreisender († 1868)
- 25. Juli: Albert Knapp, deutscher Dichter († 1864)
- 29. Juli: Carl Blechen, deutscher Landschaftsmaler († 1840)
- 15. August: Henry de Labouchère, 1. Baron Taunton, britischer Staatsmann († 1869)
- 20. August: Paul Wilhelm Eduard Sprenger, österreichischer Architekt († 1854)
- 21. August: Jules Michelet, französischer Historiker († 1874)
- 25. August: Henrik Hertz, dänischer Schriftsteller († 1870)
- 28. August: Harro Paul Harring, Revolutionär, Dichter und Maler († 1870)
- 31. August: Georg Friedrich Puchta, deutscher Jurist († 1846)
- 1. September: Jean Augustin Franquelin, französischer Kunstmaler († 1839)
- 4. September: Hippolyte Dussard, französischer Wirtschaftswissenschafter (VWL) († 1876)
- 9. September: Joseph Anselm Feuerbach, Archäologe und Professor der Philologie († 1851)
- 11. September: Franz Ernst Neumann, deutscher Physiker († 1895)
- 25. September: Henry Scheffer, französischer Maler († 1862)
- 2. Oktober: Carlo Alberto I., König von Piemont-Sardinien und Herzog von Savoyen († 1849)
- 7. Oktober: Jean Baptiste Vuillaume, französischer Geigenbauer († 1875)
- 12. Oktober: Peter IV., König von Portugal, Kaiser von Brasilien († 1834)
- 22. Oktober: Jodocus Donatus Hubertus Temme, deutscher Politiker, Jurist und Schriftsteller († 1881)
- 5. November: Maria-Carolina von Bourbon-Sizilien, älteste Tochter König Franz' I. von Neapel († 1870)
- 23. November: Robert Oettel, Kaufmann, Stadtverordneter, Begründer der dt. Rassegeflügelzucht († 1884)
- 18. Dezember: Heinrich Smidt, deutscher Schriftsteller († 1867)
- 20. Dezember: Friedrich Robert Fählmann, deutsch-estnischer Philologe († 1850)
- 24. Dezember: Adam Mickiewicz, polnischer Dichter († 1855)
- Jigma Lingpa: Dzogchen-Meister der buddhistischen Nyingma-Tradition des Vajrayana
- Sojourner Truth, US-amerikanische Abolitionistin und Frauenrechtlerin († 1883)

Gestorben


- 26. Januar: Christian Gottlob Neefe, deutscher Komponist und Musikwissenschaftler (
- 1748)
- 11. Februar: Karl Wilhelm Ramler, deutscher Dichter und Denker/Philosoph (
- 1725)
- 12. Februar: Stanisław August Poniatowski, der letzte polnische König (
-  1732)
- 13. Februar: Wilhelm Heinrich Wackenroder, deutscher Jurist und Schriftsteller (
- 1773)
- 10. Mai: George Vancouver, Britischer Offizier der Royal Navy und Entdecker (
- 1757)
- 14. Mai: David Ruhnken, niederländischer Gelehrter (
- 1723)
- 4. Juni: Giacomo Casanova, italienischer Abenteurer (
- 1725)
- 1. Juli: Johann Friedrich Mende, deutscher Maschinenbauer (
- 1743)
- 15. Juli: Gaetano Pugnani, Italienischer Violinist und Komponist (
- 1731)
- 21. Juli: Charles Joseph de Croix, Graf Clerfait, österreichischer Feldmarschall (
- 1733)
- 1. August: François-Paul Brueys d'Aigalliers, französischer Admiral (
- 1753)
- 1. August: Aristide Aubert Dupetit-Thouars, französischer Admiral und Seefahrer (
- 1760)
- 10. November: Gabriel Lenkiewicz, Ordensgeneral
- 26. November: Friedrich Albrecht Carl Gren, deutscher Chemiker (
- 1760)
- 1. Dezember: Christian Garve, bekannter Philisoph (
- 1742)
- 4. DezemberLuigi Galvani, italienischer Arzt und Naturforscher (
- 1737)
- 9. Dezember: Johann Reinhold Forster, deutscher Naturwissenschaftler (
- 1729)
- 19. Dezember: Charles Joseph Panckoucke, französischer Schriftsteller und Verleger (
- 1736) ko:1798년

Louis-Nicolas Vauquelin

Louis Nicolas Vauquelin (
- 16. Mai 1763 in Saint-André-d'Hébertot (Normandie); † 14. November 1829 in Saint-André-d'Hébertot), war ein französischer Apotheker und Chemiker. Seine erste Bekanntschaft mit der Chemie machte Vauquelin in einer Apotheke in Rouen, wo er von 1777 bis 1779 als Laborassistent arbeitete und eine Apothekerlehre absolvierte. Nach mehreren Wechseln war er von 1783 bis 1791 Assistent des Chemikers Fourcroy. Anfangs erschienen Vauquelins Veröffentlichungen als die seines Vorgesetzten, später unter Nennung beider Namen. Ab 1790 publizierte Vauquelin unter seinem Namen. Bis zum Jahr 1833 erscheinen 376 Veröffentlichungen. Meist beschreiben sie aufwändige Trennungsgänge und Analysen. Bei der Vielzahl der untersuchten Substanzen ist es überraschend, dass Vauquelin nur zwei chemische Elemente entdeckte, Beryllium und Chrom. Im November 1829 verstarb Vauquelin während eines Besuches in seiner Heimatstadt. Vauquelin nahm im Laufe seines Arbeitslebens, oft auch gleichzeitig, viele Aufgaben war und hatte mehrere Positionen inne. Eine unvollständige Liste: Nach seiner Pensionierung 1822 beschäftigte sich Vauquelin fast nur mit wissenschaftlichen Arbeiten.

Besondere Leistungen

Durch seine analytischen und präperativen Arbeiten bereicherte Vauquelin die Chemie sowie die Mineralogie seiner Zeit. Neben Gay-Lussac, Berthollet, und Descroizilles gehörte er zu den Pionieren der Titrimetrie. Auch der Gravimetrie als analytische Methode verhalf er neben Klaproth und Kirwan zu neuem Ansehen. Wichtig war vor allen Dingen seine "Beschreibungswut", mit der Erkenntnisse und Methoden schnell verbreitet wurden und nachvollziehbar machten.
1797 entdeckte Vauquelin unabhängig von Klaproth das Element Chrom im Rotbleierz (Krokoit), einem sibirischen Erz. Präparative Arbeiten zur Darstellung von Chromverbindungen wie Kaliumdichromat und Bleichromat schlossen sich an. Ein Jahr später wies er nach, dass Beryll das neue Element Beryllium enthält. Gemeinsam mit Fourcroy untersuchte er Rohplatinerz. Allerdings kam ihnen Tennant bei der Entdeckung des Osmiums und Iridiums zuvor. Neben wichtigen mineralogischen Untersuchungen gelang ihm die Isolierung der Hippursäure (1797), des Harnstoffs aus Tierharn (1800), des Asparagins aus Spargel (1805 zusammen mit Robiquet), der Chinasäure (1,3,4,5-Tetrahydroxycyclohexancarbonsäure-(1)) aus Chinarinde (1806) und der Fumar- und Maleinsäure (1817). Gemeinsam mit Jöns Jacob Berzelius bestimmte er die Zusammensetzung des von Lampadius 1796 erstmals hergestellten Kohlenstoffdisulfids.

Veröffentlichungen


- Instruction sur la combustion de vegetaux, 1794 (Untersuchung von Tabakrückstand)
- Manuel de l'essayeur, Tour 1799 und 1812
- Dictionnaire de chimie et de metallurgie, 1815
- These sur le oprations chimiques et pharmaceutiques, 1820 Vauquelin, Louis-Nicolas Vauquelin, Louis-Nicolas Vauquelin, Louis-Nicolas Vauquelin, Louis-Nicolas Vauquelin, Louis-Nicolas ja:ルイ=ニコラ・ヴォークラン

Oxid

Ein Oxid (v. grch. oxys scharf, spitz, sauer) ist eine Sauerstoff-Verbindung, in der dieser die Oxidationszahl -II hat. Das O2--Ion ist nur in Schmelzen existent, nicht jedoch in wässriger Lösung, da es quantitativ zum Hydroxid-Ion reagiert. Sauerstoff bildet mit fast allen Elementen Oxide, mit Ausnahme von Helium, Neon, Argon, Krypton und Fluor. Fluor nimmt hierbei eine Sonderstellung ein, weil zwar die Sauerstoffverbindungen OF2, O2F2 und O4F2 darstellbar sind, diese Stoffe aber wegen der höheren Elektronegativität des Fluors als Sauerstofffluoride bezeichnet werden. Der überwiegende Teil der Erdkruste und des Erdmantels besteht aus Oxiden (vor allem Siliziumoxid, also Quarz/Silikaten, und Aluminiumoxid). Bekannte Oxide sind:
- Aluminiumoxid
- Calciumoxid (Gebrannter Kalk)
- Eisenoxide (Rost)
- Kohlenstoffdioxid
- Kohlenmonoxid
- Magnesiumoxid (Magnesia)
- Phosphorpentoxid
- Schwefeldioxid
- Schwefeltrioxid
- Siliziumdioxid
- Stickoxide
- Zinkoxid und nicht zuletzt
- Diwasserstoffoxid (Wasser) Sauerstoffverbindungen in anderen Oxidationsstufen sind Peroxide (-1), Hyperoxide (-½), Ozonide (-1/3) und Dioxygenyle (+½). Kategorie:Stoffgruppe ja:酸化物

Smaragd

Smaragd ist eine im hexagonalen Kristallsystem kristallisierende Varietät des Silikat-Minerals Beryll und hat eine Härte von 7,5 bis 8. Seine chemische Zusammensetzung ist durch Be3Al2Si6O18 beschrieben. Die Farbe ist durch Beimengung von Chrom- und Vanadium-Ionen grün, Strichfarbe ist weiß.

Vorkommen

Smaragde finden sich in Pegmatit-Adern, insbesondere in Graniten, aber auch in metamorphen Gesteinen wie Gneis und als Mineralseife in Flusssedimenten. Die Kristalle sind selten größer als einige Zentimeter und meist durch Risse, Einschlüsse (häufig Biotit und andere Glimmer oder Flüssigkeiten) und Beimengungen anderer Minerale in ihrer Qualität beeinträchtigt. Ihr Vorkommen ist an tektonische Störungszonen geknüpft. Es ist möglich, Smaragde synthetisch herzustellen. Wichtige Vorkommen finden sich in Brasilien, Kolumbien und dem Uralgebirge. Die einzige in Europa relevante Fundstelle befindet sich im Habachtal in Österreich.

Verwendung als Rohstoff

Smaragde wurden und werden von vielen Kulturen der Erde als besonders wertvolle Schmuck- bzw. Edelsteine geschätzt. Besonders die Smaragde aus Brasilien können durch ihr kräftiges grün z. T. höhere Preise als ein gleichgroßer Diamant erzielen und sind somit die teuersten Schmucksteine überhaupt.

Geschichte

Die Anfänge des Smaragd-Abbaus liegen im alten Ägypten. Bereits um das 13. Jahrhundert v. Chr. wurden die Edelsteine dort gewonnen; die Bergwerke von Sikait und Sabara versorgten Europa mehr als tausend Jahre lang mit den kostbaren Mineralen. Auch im Orient bei Persern, Osmanen und den Mogulherrschern Indiens waren die edlen Steine sehr begehrt. Als schließlich die Spanier im 16. Jahrhundert Südamerika eroberten, stießen sie auch dort auf einen regen Handel mit den Steinen, der von Kolumbien aus bis weit nach Chile und Mexiko reichte. Das von ihnen 1573 erbeutete Muzo-Bergwerk ersetzte fortan die ägyptischen Quellen. Siehe auch: Liste von Mineralen

Weblinks


- [http://smaragd.granat.at Fundstellen und Fotos]
- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Smaragd Mineralienatlas - Smaragd]
- [http://www.meinemineraliensammlung.de/ Animierte Fotos von Mineralien]
- [http://www.jurziczek.de/miseroni/ Edelsteinschneider Miseroni bearbeitete 1641 den größten Smaragd von 2680 Karat] Kategorie:Schmuckstein Kategorie:Mineral ja:エメラルド

Friedrich Wöhler

Friedrich Wöhler (
- 31. Juli 1800 in Eschersheim/Frankfurt am Main; † 23. September 1882 in Göttingen) war ein deutscher Chemiker.

Leben

Chemiker Chemiker Wöhler wurde am 31. Juli 1800 als Sohn eines Stallmeisters geboren. Ab 1820 studierte er Medizin in Marburg, ab 1821 in Heidelberg Medizin und Chemie, letzteres bei Prof. Leopold Gmelin. 1823 promovierte er in Heidelberg zum Dr. med. Da sein Interesse an der Chemie überwog, lernte er anschließend ein Jahr lang analytische Chemie bei Prof. Jöns Jakob Berzelius in Stockholm. Sie hielten dort zusammen unter gehobener Gemeinschaft, Vorträge. Von 1825 bis 1831 war er Lehrer an der Gewerbeschule in Berlin, ab 1828 mit dem Titel eines Professors; 1831 bis 1836 war er Professor an der Gewerbeschule in Kassel und arbeitete 1836 bis 1882 als ordentlicher Professor der Chemie und Pharmazie an der Universität Göttingen . Friedrich Wöhler erhielt während seines Lebens zahlreiche Orden und Ehrungen. So wurde er u. a. Mitglied des Institut de France und Offizier der französischen Ehrenlegion.

Leistungen

Wöhler gilt als Pionier der organischen Chemie wegen seiner Synthese von Harnstoff aus Ammoniumcyanat im Jahre 1828. Diese Harnstoffsynthese eröffnete das Feld der Biochemie, da zum ersten Mal ein Stoff, der bisher nur von lebenden Organismen bekannt war, nämlich Harnstoff, aus "unbelebter" Materie künstlich erzeugt werden konnte, nämlich aus Ammoniumcyanat. Diese in vitro-Synthese widerlegte die Theorie des Vitalismus, eine transzendente Lebenskraft (vis vitalis) sei zur Erzeugung organischer Stoffe unabdingbar. Im Jahr seiner Harnstoffsynthese wurde Wöhler Professor. . Schon ein Jahr zuvor, 1827, hatte er eine Reduktionsmethode entwickelt zur Herstellung von metallischem Aluminium; mit dem gleichen Verfahren gelang ihm 1828 die Isolierung von Beryllium und Ytterbium, sowie 1856 die Darstellung von kristallinem Silizium. Wöhler ist auch bekannt als Entdecker der Synthese von Kalziumkarbid (1862, entdeckt auch die Synthese von Ethin daraus), von Oxalsäure aus Dicyan, von Benzoesäure aus Benzaldehyd, von Hydrochinon aus Chinon. Ferner gelang ihm die Gewinnung von Nickel aus Arsennickel.

Weblinks


- Wöhler, Friedrich Wöhler, Friedrich Wöhler, Friedrich Wöhler, Friedrich Wöhler, Friedrich ja:フリードリヒ・ヴェーラー

Antoine Bussy

Antoine Alexandre Brutus Bussy (
- 29. Mai 1794 in Marseille; † 1. Februar 1882 in Paris) war ein französischer Apotheker und Chemiker.

Leben und Werk

Nach einem Chemiestudium an der Pariser École de Pharmazie promovierte er 1823 in Chemie und später auch in Medizin. Er lehrte anschließend bis 1874 an der École de Pharmacie in Paris. 1828 isolierte er erstmals, unabhängig von Friedrich Wöhler, das Element Beryllium. In der organischen Chemie stammt die Benennung des Acetons von ihm. Bussy, Antoine Bussy, Antoine Bussy, Antoine

Reduktion

Das Wort Reduktion (Verb reduzieren) ist aus dem latein. reducere (= zurückführen) abgeleitet und bedeutet in der gehobenen Alltagssprache eine Verringerung des Ausmaßes einer Eigenschaft. Dies kann sich sowohl auf messbare Größen (zum Beispiel Anzahl, Umfang, Gewicht) als auch auf abstrakte Größen beziehen:
- „Man einigte sich auf eine Reduktion der Gehälter im Ausmaß von [...]“
- „Der Abgeordnete XY wurde auf seine normale Bedeutung reduziert.“
- „Der Transitverkehr reduziert die Lebensqualität der Anwohner merklich.“ In einigen Wissenschaften hat das Wort Reduktion vielfach eine spezielle Bedeutung, deren Gemeinsamkeit in der Rückführung auf eine tiefere oder günstigere Stufe oder auf zugrundeliegende Tatsachen besteht („vom Besonderen zum Allgemeinen“) (Siehe: Reduktionismus): # In der Mathematik die Verringerung des Grades von Gleichungen, von Polynomen usw. Siehe: Differenzialgleichungen # in den messenden Naturwissenschaften die Bereinigung der Messwerte von modellierbaren Störeinflüssen, manchmal auch allgemein die Auswertung von Messungen, wenn die gesuchten Größen nicht unmittelbar selbst gemessen wurden: ## die topographische Reduktion bei Schwereanomalien ## Neigungsreduktion bei astronomischen oder geodätischen Messungen, siehe Libelle oder Reduktion auf Horizont oder Geoid ## bei Vermessungsarbeiten die Korrektur physikalischer Signallaufzeiten wegen der Refraktion usw. ## in der Meteorologie das Umrechnen des auf Standorthöhe gemessenen Luftdrucks auf Meereshöhe ## in der Astronomie die Bestimmung von Sternkoordinaten beispielsweise aus Durchgangszeiten an einem Meridiankreis und ähnliches # in der Chemie das Maß der Fähigkeit chemischer Verbindungen zur Abgabe von Sauerstoffmolekülen in einer bestimmten Versuchsanordnung. Siehe: Reduktion (Chemie), Metallreduktion, Reduktionsmittel # in der Komplexitätstheorie (einem Teilgebiet der theoretischen Informatik) das Ausdrücken eines Problems als Instanz eines anderen Problems. Siehe: Reduktion (Theoretische Informatik) # in den Geisteswissenschaften ganz allgemein die Erklärung eines Phänomens durch seine zugrundeliegenden Aspekte # in der Philosophie die Befreiung der Erfahrung von der natürlichen „Offensichtlichkeit“ – nach Edmund Husserl als transzendentale Reduktion bezeichnet. Siehe: Reduktionismus #in der Wissenschaftstheorie eine neopositivistische Lehre (der Reduktionimus). Siehe: Reduktionismus # in der Pädagogik und Anthropologie der Weg vom Beobachten von Details zum Ganzen und das dadurch vertiefte Verstehen (anthropologische Reduktion) # in der Malerei eine Reduzierung auf wesentliche Elemente und Ausdrücke. Siehe: Romantische Reduktion Das Wort Reduktionen bezeichnet die in Südamerika von Jesuiten im 17. und 18. Jahrhundert eingerichteten Schutzgebiete, um indigene Völker vor der Ausbeutung zu schützen. Siehe: Jesuitenreduktionen

Geschmack

Geschmack (v. mittelhochdeutsch: gesmac das Vermögen zu Schmecken) bezeichnet
- in der Sinnesphysiologie den Geschmackssinn im engeren Sinn
  - den Sinneseindruck, der sich aus gustatorischen (Geschmackssinn), olfaktorischen (Geruchssinn), haptischen (Tastsinn) und auch optischen Eindrücken (das Auge ißt mit) zusammensetzt (süßer, heißer, kräftiger Geschmack). Diese Faktoren bestimmen auch den kulinarischen Genuss. Siehe Geschmack (Sinneseindruck)
- die Fähigkeit ästhetischer, modischer oder kulinarischer Urteilsbildung (erlesener Geschmack), Geschmack (kulturell)
- einen einheitlichen ästhetischen Wertmaßstab einer bestimmten Zeit oder Epoche (Geschmack des Jugendstil)
- ein subjektives Werturteil über etwas, was jemandem gefällt, wofür er eine Vorliebe entwickelt (das Geschenk trifft genau meinen Geschmack) Siehe auch: Sinne Gefühl

1957

Ereignisse

Politik


- 1. Januar: Hans Streuli wird Bundespräsident der