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Bulgarien

Bulgarien

Bulgarien, bulg. България // ist eine Republik in Südosteuropa. Es grenzt an Griechenland, Mazedonien, Rumänien, Serbien und die Türkei und liegt am Schwarzen Meer.

Geographie

Schwarzen Meer Bulgarien wird durch den Balkan (Стара Планина = Altes Gebirge) in die nördlich gelegene Donauebene und die Oberthrakische Tiefebene im Süden geteilt. Im Südwesten erheben sich die Rhodopen mit Pirin und Rila-Gebirge. In letzterem befindet sich das Rila-Kloster (Рилски Манастир).

Bevölkerung

Bulgarien hat etwa 7,81 Millionen Einwohner (Juli 2005). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 70 Einwohnern/km². Die Wachstumsrate der Bevölkerung nahm in den vergangenen Jahren immer stärker ab, 2001 betrug sie –1,14%. Die Lebenserwartung liegt laut Weltgesundheitsorganisation für Männer bei 69 und für Frauen bei 76 Jahren. Etwa 83,5% der Bevölkerung sind ethnische Bulgaren, außerdem leben im Land viele indifferente Minderheiten u.a. Türken (9,5%), Roma (4,6%), Armenier, Juden, Griechen, Mazedonier und in den Großstädten auch Araber und Afrikaner. Die städtische Bevölkerung beträgt 68% und 32% leben auf dem Land. 15% der Bevölkerung sind unter 15 Jahren alt. Die Fruchtbarkeitsrate liegt etwa bei 1,3 Geburten pro Frau. Die Amtssprache ist Bulgarisch, weitere Landessprachen sind Türkisch, Griechisch, Mazedonisch und Romani. Während Mazedonisch wegen der sehr engen geschichtlichen Verwandtschaft als Dialekt angesehen wird und zwar gepflegt aber kaum unterrichtet wird, gibt es in den Siedlungsbieten der türkischen Minderheit oft Türkisch als Schulfach, der Vollunterricht in Türkisch ist seit einer Slawisierungskampagne 1986 verboten. 84% der Bevölkerung sind orthodoxe Christen, 12% Muslime und 4% sind anderen Glaubens. Zuverlässige Daten über Minderheiten sind kaum vorhanden. Während die Ausländer- und Staatsbürgerschaftsgesetzgebung recht liberal sind und im Wesentlichen ein Augenmerk auf gesetzestreues Verhalten und Unterhalt haben, konzentrieren sich die häufigen Zensusdatenerhebungen wegen des Bevölkerungsrückgangs auf die Staatsbürger und den internationalen Reiseverkehr. International wurde oft Kritik geübt, etwa seitens der OECD, dass die Statistikbögen teilweise sehr ausführlich ethnische und religiöse Merkmale abfragen und teilweise sehr grob, so dass der Datenbestand verfälscht werde. Auch wird von offizieller Seite eingeräumt, dass speziell die Gruppen der Muslime und ethnischen Türken unter den Staatsbürgern und selbst der Ausländer aus der Türkei von der Bevölkerung mehrheitlich und undifferenziert als „Türken“ bezeichnet und wahrgenommen werden, was auf ihr Selbstverständnis einwirke. Trotz dieser eigentypischen Distanz partizipieren gerade diese Gruppen in reger Weise am gesellschaftlichen und politischen Leben des Landes. Sie finden in der Bewegung für Bürgerrechte und Freiheiten (DPS) eine starke politische Stimme, diese Partei war seit der demokratischen Wende 1990 in fast jeder Koalitionsregierung vertreten, so dass die Stellung dieser Gruppe trotz oder gerade wegen des geschichtlichen Hintergrundes ein Unikum sui generis ist.

Religion

Etwa 84% sind orthodoxe Christen, 12% sind Muslime, der Rest teilt sich in anderen Kirchen auf, außerdem gibt es auch eine jüdische Bevölkerung.

Geschichte

siehe Hauptartikel: Geschichte Bulgariens

Anfänge und Erstes Bulgarisches Reich

Bulgarien war zuerst von den indogermanischen Thrakern und Makedoniern bewohnt. Nach der Eroberung 29 v. Chr. durch die Römer begann die Romanisierung der Bewohner. Auf dem Gebiet des heutigen Bulgarien wurden als Teile des römischen Reichs die Provinzen Macedonia, Thracia, Moesia und Dacia etabliert. Seit dem 6. Jahrhundert drangen Slawen ein, 679 zusätzlich die turkstämmigen Protobulgaren unter Asparuch, die das Erste Großbulgarische Reich mit Hauptstadt in Pliska (679/681 bis 802) und Preslaw (802 bis 1018) gründeten, das fast die ganze Balkanhalbinsel umfasste. Nach dem Eindringen der Protobulgaren (Wolgabulgaren) wurde ein mehrjähriger Krieg ausgelöst. Bemerkenswert ist, dass dieser damit endete, dass die sezessive Staatsgründung in einem völkerrechtlichen Vertrag neuerer Prägung anerkannt wurde. Dies war für die damalige Praxis des Völkerrechts (ius gentium) ein einmaliger Vorgang. Dieser vom oströmischen Kaiser Konstantin IV. Pogonatos 681 geschlossene Vertrag regelte befriedete Staatsgrenzen, ein Flottenmoratorium und eine gewisse Tributpflichtigkeit Konstantinopels. Aus der Verschmelzung der rund 10.000 Einwanderer mit der örtlichen Bevölkerung entstand das Volk der Bulgaren, nach einer Übergangszeit der Völkertrennung, die darin bestand, dass die protobulgarische Oberschicht die Staatsmacht militärisch nach Innen und Außen sicherte. Der neue Staat trug den Namen Bulgarien (vom Stammesnamen der Einwanderer von der Wolga; die Bezeichnung stammt vom alttürkischen „Türük-Bolqar/Turuk-Bulkha“ ab) und offizielle Sprache war das Altbulgarisch, Hauptstadt war das nah am Schwarzen Meer gelegene Pliska. Zar Boris I. von Bulgarien wollte das Christentum als Staatsreligion für seinen Mehrvölkerstaat nutzbar machen und neben einer Stärkung der zentralistischen Staatsgewalt nach römischem Vorbild auch eine Homogenisierung der Völker erleichtern, was ihm in der Folgezeit gelang. In der Folge gingen die Bulgaren und Thraker in der slawischen Bevölkerungsmasse auf, aus der protobulgarischen Sprache blieben nachweislich nur 7 Wörter erhalten, sie ging in der slawischen auf. Eines davon war der Name: Bulgaren (zum Vergleich: Bolgar, Name der ehemaligen Residenz der Protobulgaren an der Wolga). Nach simultanen Verhandlungen mit Rom und Konstantinopel trat Boris I. 864 zum byzantinischen Christentum über, weshalb die Mehrzahl der Bulgaren bis heute dem orthodoxen Glauben angehört. Auch die bulgarische Kultur ist stark von der byzantinischen geprägt. Den massiven Widerstand gegen das Christentum in der Führungsschicht der Bojaren beseitigte er mit harter Hand, indem er sie absetzte und die entschiedensten Widersacher auf einem Konvent in Preslaw umbringen ließ. Boris' Sohn Simeon I. (893-927), der bedeutendste Herrscher Bulgariens, besiegte die Serben, errichtete das bulgarische Patriarchat und förderte die altbulgarische Literatur. Auf sein Betreiben hin wurde das kyrillische Alphabet entwickelt, um Bibelübersetzungen in die slawischen Sprachen und ausgedehnte christliche Missionierungskampagnen bis tief in das Gebiet des heutigen Russland zu ermöglichen. Aus diesem Grund gilt Bulgarien als prägender Ursprung der sprachlichen und politischen Kultur vieler slawischer Völker bis in die Neuzeit sowie der Orthodoxie. Bulgarien war lange Zeit ein mächtiges Königreich, das sich militärisch mit dem Byzantinischen Reich messen konnte. In seiner wechselhaften Ausdehnung umfasste es die Gebiete des heutigen Griechenlands, Mazedonien, Serbien, Bosnien, Rumänien und kleine Teile der Ukraine. Bis zur osmanischen Eroberung erfolgte keine Assimilation der unterworfenen Völker, so dass sie unverändert ihre ethnische und kulturelle Identität pflegen konnten. Die bei der ersten Reichsgründung erwähnte Tributpflicht wechselte in den zahlreichen Kriegen mit Byzanz die Seiten zugunsten des Siegers genauso traditionell wie die Gebiete des heutigen Griechenlands. Diese kulminierten u.a. darin, dass nach einer Niederlage der byzantinische Kaiser Basileios II. die gesamte bulgarische Armee bis auf jeden Centurio blenden ließ, um eine dauerhafte Unterwerfung zu ermöglichen. Ab 972 und 1018 kam Bulgarien unter die Herrschaft von Byzanz.

Zweites Bulgarisches Reich

Die Brüder Assen und Peter errichteten das 2. Großbulgarische Reich mit Hauptstadt in Weliko Tarnowo, welches von 1186 bis 1393 bestand. Dem zweiten Bulgarischen Reich gelangs es wieder neue Höhepunkte zu erreichen. Das geschah bei dem jüngeren Bruder von Assen und Peter, bei dem Zaren Kalojan, dessen Truppen gegen die Ritter des Vierten Kreuzzuges erfolgreich kämpften und bei dem Zaren Ivan Assen II., dessen diplomatische Fähigkeiten dazu führten, dass Bulgarien an das Schwarze Meer im Osten, an das Adriatische und Ägäische Meer im Süden, an die Karpaten und den Fluss Dnestr im Norden und Nordosten grenzte. Mit dem Niedergang von Byzanz während der türkischen Eroberungen wurde auch Bulgarien ein Teil des erstarkenden türkischen Reichs der Osmanen.

Türkische Herrschaft und Unabhängigkeit

1393 bzw. 1398 kam ganz Bulgarien unter türkische Herrschaft, die fast 500 Jahre andauerte. 1444 scheiterte die Befreiung Bulgariens durch ein polnisch-ungarisches Heer unter Wladyslaw I. (Ungarn) in der Schlacht bei Varna. In dieser Zeit hielten die Bulgaren der Islamisierung im Wesentlichen stand. Um 1800 erhob sich der geistig-nationale Widerstand, mit der Forderung nach Unabhängigkeit. In Bulgarien kam es zu einer Ära der nationalen Wiedergeburt (Възраждане). Ähnlich wie in Westeuropa knüpfte sie an antike und frühere byzantinische Traditionen. Die blutige Niederschlagung des April-Aufstands durch die Türken 1876, der an einem Genozid grenzte und Empörung in ganz Europa auslöste, führte zum russisch-türkischen Krieg 1877-78. Dieser wurde mit ungeahnter Härte und massiven Verlusten auf beiden Seiten geführt. Nach einer Hannibal-ähnlichen Überquerung der Donau und des Balkans mitten im Winter siegten die russischen Truppen und rückten bis kurz vor İstanbul vor, wo der Waffenstillstand von San Stefano geschlossen wurde. San Stefano Der Berliner Kongress errichtete ein Fürstentum Bulgarien als konstitutionelle Monarchie, das aber dem Sultan tributpflichtig blieb. Fürst Alexander von Battenberg (1879-86) versuchte innere Reformen und besiegte die Serben, wurde aber durch eine von den Russen veranlasste Verschwörung gestürzt. 1887 wurde Ferdinand von Coburg-Gotha bulgarischer Fürst, der 1908 die völlige Loslösung von der Türkei erklärte und den Titel als Zar annahm.

Die Republik und jüngere Vergangenheit

Die glänzenden Erfolge der bulgarischen Truppen im 1. Balkankrieg (Eroberung von Adrianopel) wiederholten sich im 2. Balkankrieg nicht. Während die bulgarische Streitmacht an der griechischen und serbischen Front gebunden war, drangen die Rumänen bis nach Sofia vor, die Türken eroberten Adrianopel wieder zurück. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg kämpfte Bulgarien auf der Seite der Mittel- bzw. Achsenmächte. Dies war durch die engen Bindungen der Monarchie zu Deutschland zu erklären. Das Königshaus und die Bevölkerung widersetzten sich zum Teil erfolgreich der Verfolgung und der Deportation der bulgarischen Juden (Holocaust) durch die Nazis und weigerten sich Truppen gegen die Russen an die Ostfront zu entsenden. Juden aus den von Bulgarien besetzten Gebieten in Mazedonien und Griechenland wurden jedoch deportiert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geriet Bulgarien unter sowjetischen Einfluss und wurde Teil des Warschauer Paktes. 1946 wurde es zur Republik. 1986 zwangen die bulgarischen Behörden die türkische Minderheit zur Annahme slawischer Namen und verboten den Schulunterricht in türkischer Sprache. Rund 380.000 ethnische Türken akzeptieren dies nicht und wanderten bis zum Anfang der 90er Jahre in die Türkei aus. Das Ende der kommunistischen Ära wurde 1990 durch freie Wahlen eingeleitet. Bulgarien rief eine Große Verfassungsgebende Volksversammlung als erstes Parlament ein und gab sich eine reformierte demokratische Verfassung. Seitdem wurden weitere politische und wirtschaftliche Reformen vorangetrieben. Auf dem NATO-Gipfel in Prag wurden am 22. November 2002 sieben osteuropäische Staaten – darunter auch Bulgarien – offiziell zu Aufnahmegesprächen eingeladen. Am 26. März 2003 wurden die Beitrittsprotokolle unterzeichnet, und am 29. März 2004 wurden Bulgarien und die anderen sechs Kandidaten in die NATO aufgenommen. Ein Assoziationsabkommen mit der Europäischen Union wurde ebenfalls unterzeichnet und weitgehend implementiert. Die Betrittsverhandlungen wurden 2004 erfolgreich abgeschlossen. Als weiterer Schritt billigte am 13. April 2005 das Europaparlament den Beitritt zur Europäischen Union mit 522 von 660 Stimmen, und am 25. April 2005 wurde der Beitrittsvertrag in Luxemburg unterzeichnet. Danach wird Bulgarien planmäßig am 1. Januar 2007 Mitglied der EU. Siehe auch: Liste der bulgarischen Zaren, Liste bulgarischer Präsidenten, Liste bulgarischer Ministerpräsidenten

Politik

Von 1990 an war die demokratische Oppositionsbewegung Union Demokratischer Kräfte SDS (Съюз на демократичните сили, СДС), die den friedlichen Wandel des kommunistischen Bulgariens herbeiführte, fast immer stärkste Partei. Anfangs regierte jedoch in mehreren Legislaturperioden die Sozialistische Partei BSP (Българска социалистическа партия, БСП) in einer Koalitionsregierung. Die EU-Integration wurde jedoch erst von der konservativ geführten SDS Regierung beschleunigt, die auch wirksamere Reformen anpackte. Sie stellte umfängliche Kooperation mit internationalen Institutionen her, senkte die Inflation und stabilisierte die Wirtschaftslage. Der NATO und EU Beitritt wurden in dieser Zeit initiiert. Die Parlamentswahlen am 17. Juni 2001 gewann überraschend mit 42,7% der Stimmen die erst kurz zuvor gegründete Nationale Bewegung Simeon II. (NDSV) um den ehemaligen König Simeon II. von Sachsen-Coburg-Gotha, der nach 55 Jahren aus dem spanischen Exil zurück gekehrt war. Wegen des stark betonten republikanischen Prinzips in der Verfassung slawisierte er seinen Namen zu Simeon Sakskoburggotski und legte monarchische Namenszusätze ab, nachdem die Wahlbehörden die Rechtsauffassung äußerten, er sei wahlinkompatibel. Wesentlichen Anteil an dem Erfolg hatte das Versprechen, innerhalb von 800 Tagen eine deutliche Verbesserung des Lebensstandards herbeizuführen. Dazu schlug er eine Erhöhung des Lohnniveaus und Steuersenkungen vor. Im Wesentlichen jedoch behielt die amtierende Regierung den konservativen Kurs ihrer Vorgängerin bei, insbesondere die Politik der EU-Integration. 2003/2004 amtierte Bulgarien als Mitglied des UNO-Sicherheitsrates und schloss sich mit Chile und Spanien demonstrativ der von den USA geführten Anti-Irak-Fraktion an, die einen gewaltsamen Regierungswechsel im Irak unterstützte. Die tendenziell US-freundliche Außenpolitik Bulgariens und der Dissens mit der reservierten deutsch-französischen Seite führten unter anderem dazu, dass auf Betreiben des Außenministers Solomon Pasi die deutschen Anti-ABC-Einheiten umgehend von bulgarischen und polnischen Truppen ersetzt wurden. Historisch pikant ist dieser Umstand wegen der Beziehungen zum Irak bereits vor dem Zweiten Golfkrieg, als Bulgarien in dieser Zeit umfangreiche konventionelle Waffenlieferungen vorgenommen hatte, ähnlich der USA. In der Wirtschaft kam es aufgrund von Simeons Reformen zu weiter fortschreitendem Aufschwung, von dem allerdings eher in- und ausländische Investoren und die städtische Oberschicht als der Durchschnittsbürger profitierten. In ländlichen Gebieten herrschen oft hohe Arbeitslosigkeit (im Landesdurchschnitt etwa 14%) und Korruption und die sehr traditionelle Landwirtschaft, die bei 26% der Beschäftigten 13% zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt, ist noch weit von den EU-Normen entfernt. siehe auch
[http://www.government.bg Regierung der Republik Bulgarien] | [http://www.mfa.government.bg Außenministerium] | [http://www.portal.government.bg Portal der Bulgarischen staatlichen Institutionen] | [http://www.evroportal.bg Offizielles Europortal]

Parlamentswahlen 2005

Bruttoinlandsprodukt Die Parlamentswahlen für die 40. Nationalversammlung fanden am 25. Juni 2005 statt. Die Regierung erlitt eine Niederlage, nachdem die BSP erneut stärkste Kraft wurde. Die SDS verlor ebenfalls empfindlich nach einer Zersplitterung in mehrere kleinere Parteien, die jedoch alle im Parlament vertreten sein werden. Die Mehrheitsverhältnisse deuten auf eine schwierige Regierungsbildung, nachdem selbst eine Koalition mit der Bewegung für Bürgerrechte und Freiheiten DPS (Движение за права и свободи, ДПС) die absolute Mehrheit verfehlt. Diese stützte bisher sowohl linke als auch konservative und auch die amtierende Regierung. Negativ und großenteils schockiert zeigte sich die Öffentlichkeit durch den spontanen Erfolg der Wählerinitiative Attacke (Aтaкa), die einen rassistischen und EU-feindlichen Wahlkampf führte. Die Wahlbehörde musste diese zur Teilnahme an der Wahl zulassen, führt jedoch wegen die Art des Wahlkampfs mit der Generalstaatsanwaltschaft Ermittlungen gegen mehrere Mitglieder der Wahlinitiative wegen des Verdachts der Förderung ethnischer Feindseligkeiten, was nach bulgarischer Gesetzgebung als Verbrechen strafbar ist. siehe auch: [http://www.bta.bg/site/izbori2005/index.html Seite zur Wahl (Bulgarische Nachrichtenagentur BTA)]

Bezirke

Hauptartikel: Bezirke in Bulgarien Bulgarien ist ein Zentralstaat, welcher in 28 Verwaltungsbezirke (oбласт) gegliedert ist.

Größte Städte

Infrastruktur

Bulgarien ist ein wichtiges Transitland zwischen Mitteleuropa und dem Nahen Osten. Das Land besitzt ein dichtes Eisenbahn- und Straßennetz. Internationale Flughäfen befinden sich in Sofia, Plovdiv, Varna und Burgas, Seehäfen in den letztegenannten beiden Städten.

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Bulgariens Bulgarien gehört zu den Ländern, die als Agrarstaat in den RGW ("COMECON") eingetreten sind und die ihre Industrialisierung diesem im Wesentlichen zu verdanken haben. Das bedeutete die Steigerung der energie- und rohstoffintensiven Schwerindustrie, von denen einige Bereiche (Pharmazeutika, Maschinenbau, Elektronik) durchaus erfolgreich in den ehemaligen Märkten agierten. Nach dem Wegfall des Marktes der Sowjetunion, zu dem am meisten Beziehungen bestanden, geriet die Wirtschaft in eine schwere Krise, aus der sie sich bis heute nicht erholt hat. In den Jahren 1989 bis 1995 gingen die Realeinkommen um fast 70 Prozent zurück, der Lebensstandard fiel um 40 %. Das Sozialsystem, insbesondere das System der Kranken- und Rentenversicherungen, brach weitgehend zusammen. Die sozialistische Regierung unter Schan Widenow schaffte hier keine Abhilfe, sondern bediente eher die Interessen der ehemaligen Nomenklatura: Die ehemaligen Direktoren der staatseigenen Betriebe wurden schnell zu Millionären. Im Frühling 1996 kam es infolge der hohen Staatsverschuldung zu einer schweren Wirtschaftskrise. Banken brachen praktisch über Nacht zusammen, der Staat geriet in Zahlungsschwierigkeiten gegenüber seinen ausländischen Kreditgebern. In der Hoffnung auf Unterstützung von Weltbank und IWF verabschiedete die sozialistische Regierung ein Strukturprogramm. 134 marode Staatsbetriebe sollten geschlossen werden, durch Steuervergünstigungen versuchte man - vor allem ausländische - Investoren anzulocken. Doch die Privatisierung ging dem IWF zu langsam und er forderte als Bedingung für weitere Kredite die Einführung eines currency boards (Währungsrates) mit der Bindung des bulgarischen Lew an die D-Mark im Verhältnis 1:1. Mit Wirkung vom 7. Juli 1997 wurden diese Bedingungen von der neuen konservativen Regierung erfüllt. So konnte das Land die notwendigen Kredite bekommen und ein Budget für das kommende Jahr verabschieden, hatte aber die Hoheit über die Staatsfinanzen an die internationalen Finanzinstitutionen abgegeben. Denn die Einführung des currency boards bedeutet, dass die Regierung kein Budget ohne die Einwilligung des IWF verabschieden darf. Durch diese Maßnahmen konnte Bulgarien im internationalen Vergleich seine Wirtschaftsdaten bis 2000 verbessern. Das Haushaltsdefizit konnte auf 1 % des BIP reduziert werden, das Bruttoinlandsprodukt stieg um 5 %, die Inflationsrate hielt sich bei etwa 11 % und die Arbeitslosigkeit stagnierte auf 18 %. Doch die Annäherung an den Weltmarkt wird bis jetzt nicht durch eine Ankurbelung der Wirtschaft, sondern durch eiserne Sparmaßnahmen erreicht. Für die nationale Wirtschaft und für die Bevölkerung haben Einsparungen und Verteuerungen in erster Linie negative Folgen. Die ausländischen Investoren sind bis jetzt ausgeblieben, ein eigener unternehmerischer Mittelstand hat sich - nicht zuletzt aufgrund der hohen Zinspolitik - bis jetzt kaum entwickelt. Seit 1997 hat Bulgarien eine negative Handelsbilanz. Von der Bevölkerung kämpfen etwa 80 % ums tägliche Überleben. Ein Durchschnittslohn reicht kaum für die Ernährung, die Haushaltseinkommen sinken bei steigenden Preisen für so essentielle Dinge wie Heizung, Wasser und Müllabfuhr. Die vom IWF geforderte Erhöhung der Energiepreise führte dazu, dass sich viele Haushalte von der Energieversorgung abmeldeten. 1999 waren 45 % der Bevölkerung auf selbst hergestellte Nahrungsmittel angewiesen. Die Bewegung vom Land in die Kleinstadt und von dort in die Großstadt kehrt sich deshalb heute um. Die Krise der Wirtschaft zwingt zu einer neuen Subsistenzwirtschaft, oft mit einfachsten Geräten wie Sichel und Pflug, da nur wenige Dorfgemeinschaften genug Geld haben, um kollektiv einen Traktor anzuschaffen. Der IWF sieht diese Situation als notwendige Übergangsphase und glaubt, dass Investitionen in das - aufgrund von Arbeitslosigkeit und Schattenwirtschaft - chronisch unterfinanzierte Sozialsystem die Überwindung der Krise unmöglich machen würden. Er setzte Mindestlöhne fest, die unter dem Existenzminimum liegen und verbietet Investitionen ins Verwaltungssystem. Im öffentlichen Dienst wurden ein Achtel der Stellen gestrichen. Die Einschränkungen des Handlungsspielraums der Politiker durch den IWF steht im Widerspruch zu den Erwartungen der EU, die von ihren Beitrittsländern erwartet, dass sie eigenverantwortlich rechtsstaatliche und marktwirtschaftliche Systeme aufbauen. Sollten die Stabilisierungsmaßnahmen nicht bald greifen, fürchten Experten eine wirtschaftliche Abwärtsspirale mit ähnlichen Folgen wie in Argentinien. Ein solcher wirtschaftlicher Zusammenbruch wäre eine Gefahr für die Stabilität der gesamten Balkan-Region. Selbst der IWF, der zugeben musste, dass der Lew trotz der Fixierung an den Euro zwischen 22,1 und 28,7 % seines Wertes eingebüßt hat, denkt bereits über Ausstiegsstrategien aus dem currency board nach. Er schlägt - analog zur Einführung des Dollar in manchen lateinamerikanischen Ländern - eine Euro-Einführung noch vor dem EU-Beitritt vor. Dies wird allerdings von der Europäischen Zentralbank abgelehnt, die um die Stabilität des Euro fürchtet. Der Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz plädierte für einen vorgezogenen EU-Beitritt Bulgariens.

Kultur

Bulgarische Musik

Bulgarien verfügt über eine große Tradition des Chorgesangs. Der staatliche Chor wurde durch einen eigenen Stil sehr erfolgreich, zahllose bulgarische Frauenchöre wie z.B. Angelite sind heute international bekannt. Bekannte bulgarische Sänger sind u.a. Ari Leschnikow, der von 1928 bis zur Auflösung in den 30er Jahren den Comedian Harmonists als Tenor angehörte und der Opernsänger Boris Christow, der als einer der weltbesten Bassisten galt.

Bulgarische Malerei

Bulgarien ist schon seit dem 13. und 14. Jahrhundert bekannt für seine Ikonenmalerei. Die Vertreter der Malschule von Weliko Tarnowo überschritten die überlieferten Regeln der traditionellen Ikonenmalerei und schufen damit die bedeutendste eigenständige Schule der ostkirchlichen Kunst. Mit der bulgarischen Wiedergeburt nach dem Ende der türkischen Besatzung entstanden überall im Land neue Kunstschulen. Die bekannteste ist die Kunstschule von Samokow. Aus ihr gingen viele der Maler hervor, die die Bemalung der Kirche im Kloster Rila ausführten, unter ihnen Sachari Sograf. Bekannte Künstler der neueren Zeit sind Jules Pascin der 1885 in Vidin geboren wurde. Eigentlich hieß er Julius Pinkas. Da er lange Zeit in Frankreich verbrachte, wo er auch 1930 starb, wird er als bulgarisch-französischer Maler und Grafiker bezeichnet. Der bekannteste lebende bulgarische Künstler ist wohl Christo Jawaschew, der unter seinem Vornamen und zusammen mit seiner Frau Jeanne-Claude bekannt wurde. Er verhüllte u.a. das Reichstagsgebäude in Berlin und den Pont Neuf in Paris.

Bulgarische Literatur


- siehe auch Liste bulgarischer Schriftsteller

Theater

In Bulgarien hat auch das Puppentheater (nicht nur für Kinder) eine lange Tradition.

Bulgarisches Brauchtum

Ein beliebter Brauch ist das Verschenken eines Marteniza, kleinen rot-weißen Stoffanhängern oder Armbändern, zum Frühlingsanfang am 1. März. Die Armbänder sollen, damit sie Glück und Gesundheit bringen, getragen werden, bis man den ersten Storch sieht. Siehe auch: Tschubriza, Ljuteniza

Bibliothekswesen

siehe Hauptartikel Bibliothekswesen Bulgariens

Sport

Ebenso wie in der Türkei gibt es eine große Tradition im Kraftsport (Ringen, Gewichtheben). Die Wurzeln liegen in der Folklore, wo der "starke Mann" ein hohes Ansehen hat, aber auch im griechischen Erbe, das über Byzanz nach Bulgarien kam. In den 1980ern wurde die türkische Minderheit diskrimininert und türkische Namen slawisiert, u.a. weil die damalige kommunistische Regierung für die Außenwirkung keine Sportler mit türkischen Namen duldete. Siehe auch: Fußball in Bulgarien.

Feiertage

weiterführende Literatur


- Sabine Riedel: Bulgarien zwischen Subsistenzwirtschaft und Weltmarkt. Überlegungen zum Gestaltungsspielraum der Wirtschafts- und Sozialpolitik. In: Osteuropa 1/2003. S.58-76
- Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus, BoD 2004, ISBN 3-8334-0977-0

Weblinks


- [http://www.bulgaria.de Aktuelle News aus Bulgarien (in deutsch)]
- [http://www.bulgarien-web.de/Service/sprache.html Bulgarien-Web.de - Portal]
- [http://www.deutsch-bulgarisches-forum.org Deutsch-Bulgarisches Forum]
- [http://www.zaedno.de Das Webportal der Bulgaren in Deutschland]
- [http://bulgariantour.com Bulgarien Reise und Tourismus]
- [http://www.nationallibrary.bg/ Nationalbibliothek "St. Kyrill und Method"(NBKM)]
- [http://www.weltkarte.com/europa/indexindex.htm online Landkarten und Stadtpläne von Bulgarien]
Kategorie:Staat Kategorie:Bulgarien ja:ブルガリア ko:불가리아 ms:Bulgaria roa-rup:Vurgarii th:ประเทศบัลแกเรีย zh-min-nan:Bulgariya

Bulgarische Sprache

Die bulgarische Sprache (Bulgarisch) gehört zur südslawischen Gruppe des slawischen Zweiges der indogermanischen Sprachen. Sie wird von ca. 9 Millionen Menschen gesprochen: vor allem in Bulgarien (ca. 7,3 Millionen), aber auch in anderen Staaten Osteuropas, in Griechenland, Rumänien, Mazedonien, Weißrussland und in der Türkei. Neben den Bulgaren spricht auch die Volksgruppe der Pomaken Bulgarisch. Es gibt mehrere Dialekte, die in zahlreichen Mundarten gegliedert sind.

Schrift

Das Bulgarische verwendet die kyrillische Schrift, wobei sich einige kleine Unterschiede zum Russischen ergeben. Der wichtigste Unterschied ist der, dass das Zeichen ъ kein Härtezeichen, sondern einen dem Bulgarischen eigenen Vokal darstellt. Sein Lautwert entspricht ungefähr einem stummen e, z. B. in ich hatte. Der Laut ist dunkler als das russische ы, welches in der bulgarischen Schrift nicht vorkommt. Auch das Zeichen э existiert im Bulgarischen nicht. In alten Texten können die Buchstaben Ѣ/ѣ (Jat) sowie Ѫ/ѫ (Großes Jus, nicht zu verwechseln mit dem Buchstaben Kleines Jus: Ѧ/ѧ) auftauchen. Im heutigen Bulgarisch werden diese alten Zeichen jedoch nicht mehr verwendet. Für die Kleinbuchstaben werden häufig die so genannten kursiven Formen auch in der aufrechten Schrift verwendet. Da sich diese von den (russischen) Standardformen teilweise stark unterscheiden, die auch in den meisten Lexika erscheinen, entstehen für Personen ohne Kenntnisse slawischer Sprachen (Touristen etc.) oft Probleme beim Entziffern etwa von Straßenschildern. Eine tabellarische Übersicht über die Unterschiede zwischen den kursiven und nichtkursiven Formen findet man im Artikel über die kyrillische Schrift.

Wortschatz

Der Wortschatz besteht überwiegend aus slawischen Erbwörtern; Lehnwörter entstammen vor allem dem Griechischen und dem Türkischen. Seit dem 19. Jahrhundert gab es immer wieder Bestrebungen, türkische Wörter durch Slawismen, die vorwiegend aus dem Russischen stammen, zu ersetzen. Auswirkungen hatten diese Bemühungen vor allem auf die Schriftsprache, die Umgangssprache ist nach wie vor reich an türkischen Elementen.

Grammatik

Die bulgarische Grammatik unterscheidet sich in vielen Punkten von anderen slawischen Sprachen. Nur im Bulgarischen und Mazedonischen gibt es Artikel; diese werden an das Nomen (bzw. das erste Wort seiner Nominalgruppe) angehängt. Im Bulgarischen gibt es ferner nur sehr schwach ausgeprägte Kasūs; außer bei Pronomina sowie bei den Artikelformen der Maskulina treten sie nicht in Erscheinung. (Treten sie doch einmal in Erscheinung, so unterscheidet man Nominativ, Dativ und Akkusativ; der Genitiv wird durch Präposition на+Dativ ersetzt.) Diese Eigenarten sind entweder thrakischer Herkunft oder das Ergebnis einer Sprachreform. Auch benachbarte Sprachen (z. B. Albanisch, Rumänisch, dies sind keine slawischen Sprachen) weisen z. T. die gleichen Eigenheiten auf, weshalb man diese Sprachen auch unter dem Begriff Balkansprachen zusammenfasst, obwohl sie nicht nahe miteinander verwandt sind. Das Bulgarische verfügt über eine sehr ausgeprägte Formenvielfalt bei den Verben. Man unterscheidet neun verschiedene Zeitformen: Präsens, zwei Futurformen (Futurum und Futurum exactum), vier Vergangenheitsformen (Imperfekt, Aorist, Perfekt, Plusquamperfekt), sowie zwei interessante "Mischformen" aus Zukunft und Vergangenheit, nämlich das Futurum präteriti sowie das recht ungebräuchliche Futurum exactum präteriti. Mit den letzteren beiden Formen lässt sich ausdrücken, dass man in der Vergangenheit davon ausgegangen ist, dass etwas geschehen würde; eine Entsprechung im Deutschen wäre ungefähr eine Konstruktion wie "Ich dachte, dass er es erledigen würde" oder "Er wollte es erledigen" (Futurum präteriti) bzw. "Ich dachte, er würde es mittlerweile erledigt haben" oder "Er wollte es schon bis gestern erledigt haben" (Futurum exactum präteriti). Aufgrund der Tatsache, dass die beschriebene Handlung möglicherweise doch nicht ausgeführt wurde, nehmen diese eigentlich indikativischen Formen oft auch die Funktion des Konjunktivs ein. Als genera verbi (Verbmodi) existieren neben Indikativ, Imperativ und Konditional (welches ungefähr die Funktion des Konjunktivs im Deutschen übernimmt) auch den Konklusiv (zeigt an, dass man einen Sachverhalt aus einem anderen logisch erschließt), den Renarrativ (zeigt an, dass der Sprecher einen Sachverhalt nicht selbst erlebt hat, sondern dass er Schilderung eines Dritten weitergibt, vergleichbar der indirekten Rede im Deutschen) sowie den dubitativen Renarrativ (wie Renarrativ; allerdings zweifelt der Sprecher den Wahrheitsgehalt an). Interessanterweise existiert jedoch keine separate Infinitivform; in Wörterbüchern etc. verwendet man stattdessen die erste Person Singular Präsens. Diese erste Person Singular wird als Infinitiv verwendet. Interessanterweise wird im Ungarischen die 3.Person Singular als Präsensform verwendet. Wie andere slawische Sprachen gebraucht auch das Bulgarische den sogenannten Verbalaspekt in (fast?) allen Zeitformen, wenn auch einige Aspekt-Tempus-Paare wohl nur selten vorkommen. Ebenfalls typisch für slawische Sprachen ist die Vielfalt an Partizipien: Partizip Präsens, Partizip des Imperfekts, Partizip des Aorists, Passivpartizip Präsens, Passivpartizip präteriti, Adverbialpartizip, sowie der nur selten anzutreffende sog. "Restinfinitiv".

Deutsche Worte, die unverändert in die bulgarische Sprache übernommen wurden

(Die Worte werden lediglich härter ausgesprochen und die einzelnen Silben oft getrennt betont.)
- Landschaft
- Leberwurst
- Witz
- Wunderkind
- Zeitnot
- Bohrmaschine (бормашина)

Kurzer Vergleich mit der russischen Sprache

Es gibt praktisch keine Fälle. Es gibt Artikel. Es gibt sehr viel mehr Zeitformen. ъ ist kein Härtezeichen, sondern ein eigener Vokal (daher gibt es sowohl kleines ъ als auch großes Ъ). Sein Lautwert ist vergleichbar mit dem stummen e in murmeln oder mit dem ă im Rumänischen. щ wird "шт" ausgesprochen. Die nicht jotierten Vokale werden normalerweise klar ausgesprochen, also nicht jotiert oder diphtongiert wie im Russischen. Beispielsweise wird bulgarisch е wie russisch э ausgesprochen. Eine Palatalisierung von Konsonanten tritt wesentlich seltener auf (nämlich nur vor е, и, я und ьо). Die Rechtschreibung ist wesentlich einfacher:
- Es gibt kein Weichheitszeichen (bzw. ausschließlich im Zusammenhang mit о als ьо)
- Es gibt kein Härtezeichen (s.o.)
- die Entscheidung, ob з oder stimmloses c geschrieben wird, ist einfacher
- keine Entscheidung, ob и oder ы (da es kein ы gibt)
- keine Entscheidung, ob e oder э (da es kein э gibt)
- beim Lesen eines Textes keine Entscheidung, ob ein е evtl. ein nicht ausgeschriebenes ё ist (da man statt ё immer ьо schreibt, s.o.) Viele Alltagswörter sind aus der alten bulgarischen Kirchensprache (Altkirchenslawisch) in die russische Sprache übernommen worden.

Weblinks


- Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Bulgarien Kategorie:Slawische Sprache ja:ブルガリア語 ko:불가리아어 th:ภาษาบัลแกเรีย

Republik

Die Republik (über franz. république von lat. res publica »öffentliche Angelegenheit«, ursprünglich »Kriegskasse«) ist eine Staatsform, in der das Staatsoberhaupt gewählt wird, im Gegensatz zur Monarchie also nicht durch Erbfolge auf den Kreis der Familie des Monarchen beschränkt ist. Die Wahl kann direkt durch das Volk (zum Beispiel in Österreich oder Frankreich) oder durch Repräsentanten(Vertreter) des Volkes (zum Beispiel in Deutschland oder den USA) erfolgen. Die Wahl muss nicht demokratisch sein. Die Idee der Republik besteht also wesentlich darin, Macht zur Vereitelung von Missbrauch zu teilen und zu begrenzen sowie sie jenen in die Hände zu geben, die Gewähr dafür bieten, dass politische Entscheidungen nicht von einer kleinen Gruppe (Königsfamilie, Junta, Partei etc.) ausgeübt werden, sondern dass diese das Resultat einer politischen Führung sind, welche zumindest theoretisch den öffentlichen Konsens vertritt. Es muss hierbei deutlich gesagt werden, dass dies nur theoretisch der Fall ist, da oftmals bestimmte Teile der Gesellschaft über bzw. unterrepräsentiert sind.

Republikbegriffe

Wird die Regierung durch eine privilegierte Minderheit gewählt, wird die Staatsform aristokratische Republik bzw. Adelsrepublik genannt. Beispiele waren der polnisch-litauische Staat im 16. Jahrhundert und die Republik Venedig. In Deutschland war der Begriff Freistaat lange als Synonym für Republik gebräuchlich. Die Bundesländer Bayern, Sachsen und Thüringen führen dieses Wort noch als Namensbestandteil. In der Geschichte gab es (z.B. in der Räterepublik) Versuche, die Staatsform Republik mit einem basisdemokratischen Regierungssystem zu verbinden. In der Regel haben heutige Republiken jedoch ein repräsentatives demokratisches Regierungssystem. In Russland bezeichnet man mit Republik diejenigen Gliedstaaten, die ein höchstmögliches Maß an Autonomie genießen (siehe auch: Verwaltungsgliederung Russlands).

Entstehung

Die Republik als politisches Konzept zur Lenkung des Gemeinwesens und als Bezeichnung desselben tauchten erstmalig mit der antiken römischen Republik auf. Ihre Entstehung hat die Republik im wesentlichen dem auch heutzutage noch zu beobachtenden Phänomen zu verdanken, daß große oder gar uneingeschränkte Macht in den Händen eines einzelnen nicht selten zum Zweck persönlicher Bereicherung eingesetzt wird, einhergehend mit Unterdrückung und Ausbeutung der Beherrschten. Eine solche Situation führte ca. 500 v. Chr. zum Aufstand der Bevölkerung Roms gegen die königliche Herrschaft und zur Vertreibung des Regenten. Es wurde beschlossen, fortan niemals wieder einen König zu dulden. An seiner Statt wurden Konsuln (von lat. "consules" ["Berater"]) zur Führung des Gemeinwesens bestimmt, deren Macht mehrfach begrenzt war: Zum einen wurden sie von der Bürgerschaft lediglich für ein Jahr gewählt (Prinzip der Annuität). Zum anderen wurden für jede Amtsperiode zwei Konsuln bestimmt (Prinzip der Kollegialität), wenngleich jeder mit voller Gewalt ausgestattet war. Zunehmend wurden die Konsuln auch dazu bestimmt, für gewisse Aufgaben Gehilfen einzusetzen.

Republiken heute

Sowohl das Staatsoberhaupt als auch die örtlichen Vertreter werden deshalb auch in den heutigen Republiken auf Zeit gewählt. Das Prinzip der Kollegialität klingt in Deutschland etwa für die Struktur der Bundesregierung in Art. 65 S. 3 GG an. Republiken bieten ihren Bürgern im allgemeinen große persönliche, finanzielle und politische Freiheiten. Die weltweit kleinste souveräne Republik ist die Republik Nauru, die flächenmäßig größte ist die Russische Föderation, von der Bevölkerungszahl betrachtet die Republik Indien.

Republik: Gegensatz zur Monarchie

Anders als in der Monarchie werden politische Positionen nicht durch Geburtsrecht oder göttliches Recht gewährt. Die Republik wird somit als Gegenmodell zur Monarchie verstanden, in der das Staatsoberhaupt auf Lebenszeit eingesetzt wird. Eine neuere Ansicht, welche den Gedanken des Machteinsatzes zum Allgemeinwohl stärker betont, geht dahin, die Republik darüber hinaus als Absage an jede Herrschaft aus höherem Recht zu begreifen und setzt sie somit in Widerspruch etwa zum Führer-, Gottes-staat. Hiernach steht die Republik für einen rationalen Staat.

Republik im deutschen Verfassungsrecht

Nach der Weimarer Verfassung war das republikanische Prinzip in Art. 1 Abs. 1 WRV verankert. Es war symbolisch die Abkehr vom überkommenen Kaiserreich. Der republikanische Gedanke ist in allen Landesverfassungen der Bundesrepublik Deutschland festgeschrieben. Das Grundgesetz nennt das republikanische Prinzip nicht explizit. Es wird vielmehr in Art. 20 Abs. 1 GG hineingelesen ("Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.") und durch Art. 28 Abs. 1 GG konkretisiert. Eine Definition des Begriffes ist kaum möglich, zu sehr werden die Vorstellungen vom Begriff der "Republik" heute von den Begriffen der "Demokratie" und des "Rechtsstaats" überdeckt. Die deutsche Verfassung sieht das republikanische Prinzip jedoch nicht ohne Funktion: In Verbindung mit der Ewigkeitsgarantie des Art. 79 Abs. 3 GG ist die Monarchie auf Dauer ausgeschlossen.

Begrifflicher Unterschied: Republik und Demokratie

Unterschied

Der bedeutende Unterschied in der Definition ist folgender:
- Republik: Die Staatsgewalt liegt beim Volk (Volkssouveränität).
- Demokratie: Das Entscheidungsverfahren, bei dem das Mehrheitsprinzip gilt.

Nichtdemokratische Republiken

Heute wird die Bezeichnung Republik in manchen Staaten als Beschönigung für Diktatur verwendet. Eine Vielzahl von Staaten bezeichnen sich seit dem Siegeszug des republikanisch-demokratischen gegenüber dem monarchischen Prinzip selbst als Republik, auch wenn das Staatsoberhaupt faktisch auf Lebenszeit regiert oder das Politische System kaum Machtschranken kennt. Beispiele sind eine Reihe von Diktaturen und Staaten des ehemaligen Ostblocks oder China. Staaten mit hohem islamischen Bevölkerungsanteil nennen die Staatsform ihres Politischen Systems oft Islamische Republik, wodurch eine Rücksichtnahme auf islamische traditionelle religiöse Wertvorstellungen ausgedrückt werden soll. Auch hier ist das Kriterium für eine tatsächliche Republik die Wählbarkeit der Führung durch das Volk und die zeitliche Einschränkung der Machtausübung.

Übersicht: Mögliche Kombinationen und Beispiele


- Demokratie und Republik: Deutschland, Schweiz, USA
- Demokratie aber nicht Republik: konstitutionelle Monarchie, Großbritannien
- keine Demokratie aber Republik: Volksrepublik China, DDR
- keine Demokratie und keine Republik: Monarchien mit Erbfolge

Irreführende Definitionen zur Unterscheidung

Die Begriffe Republik und Demokratie sind häufig unscharf von einander getrennt. Beispiel: Quelle: (nach Mayers großes Taschenlexikon):
- Republik: Ggs. zur Monarchie, Staatsvolk ist Träger der Staatsgewalt
- Demokratie: Volk als eigentl. Träger der Staatsgewalt (Mehrheitsmeinung). Der Begriff Demokratie wird oft in einer missverständlichen Weise benutzt , die vermutlich auf das US-amerikanische Verständnis von "Democracy" zurückgeht, d.h. zur Abgrenzung gegenüber Staaten, welche weder eine republikanische Staatsform, noch eine freie Marktwirtschaft und eine offene Gesellschaft haben. In dem Zusammenhang wird auch der Begriff westliche oder liberale Demokratie verwendet. So gesehen verstecken sich hinter dem o.g. Demokratiebegriff, wie er v. a. von Medien und Politikern transportiert wird, republikanische Prinzipien. Siehe auch: Regierungsform, Römische Republik, Demokratie

Übertragene Wortbedeutungen

"Gelehrtenrepublik", "Republik der freien Geister" u.ä. Kategorie:StaatsformKategorie:Politischer Begriff ja:共和制 simple:Republic

Südosteuropa

Der Balkan oder die Balkanhalbinsel (protobulg. für „Großer Khan“, oft synonym mit Südosteuropa verwendet) ist eine Halbinsel in Südosteuropa.

Geographie

Die Halbinsel mit ca. 560.000 km² Fläche (inklusive vorgelagerter Inseln) liegt zwischen dem Adriatischen und dem Schwarzen Meer. Nach Norden hin wird sie typischerweise durch die Save-Donau-Linie abgegrenzt. Politisch gliedert sich die Balkanhalbinsel demnach heute in die Länder Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Mazedonien, Rumänien, Serbien und Montenegro und den europäischen Teil der Türkei. In einigen Definitionen werden auch Moldawien, Slowenien, Kroatien und Ungarn dazugezählt.

Geomorphologie

Parallel zur Südwestküste der gebirgigen Halbinsel bilden die Dinarischen Alpen einen großteils verkarsteten Wall. Den Südosten und Osten durchziehen das Rhodopen- und das Balkangebirge. Sowohl die Westküste (Dalmatien, Montenegro, Albanien) wie auch die Ostküste der Balkanhalbinsel sind stark zerrissen und in zahlreiche Inseln und Halbinseln aufgelöst. Zwischen den überwiegend kahlen, nur dünn besiedelten Gebirgen liegen zahlreiche fruchtbare und wirtschaftlich bedeutsame Becken.

Hydrologie

Vegetation

Becken Phytogeographisch läßt sich der Balkan in den basophilen ozeani-schen Westen - Illyrien und konti-nentalen azidophilen Osten – Moesien gliedern. Illyrien ist Zentrum mesophiler Buchenwälder, die submontan bis subalpin dominieren, während in Moesien subalpin Fichte boreale Wälder bildet. Stärker unterschieden sind colline Stufen; die Eichen im O (Quercus frainetto, Q. cerris) werden im W durch humide Eichen-Hainbuchenwälder (Quercus petrea, Carpinus betulus) ersetzt. Die balkanische Region ist durch viele endemische (tertiäre) Arten bereichert: z.B. Acer heldreichii, Picea omorika, Aesculus hippocastanum, Corylus collurna, Pinus peuce P. heldreichii, Rhamonda serbica, Amphoricarpos neumayerii Die Vegetation großer Ökosysteme (phytogeographische Territorien oder Vegetationsgürtel) ist ökologisch, chorologisch, floristisch-entwicklungsgeschichtlich sehr einheitlich. Durch Relief und den Beziehungen, die sich aus der Lage, insbesondere zu den Meeren ergeben, erfolgt innerhalb dieser Horione eine aus den klimatischen Faktoren und den Aspekten des Naturraumes differenzierte Teilung . Die Balkanhalbinsel Teil des holarktischen Florenreiches. Sie ist weiter in eine mediterrane-, sowie zirkumboreale Region zu ordnen . Die westliche sowie östliche zentrale Balkanhalbinsel ist in zwei Phytohorione, illyrisch und moesisch (nach den röm. Provinzen Illyria und Moesia) zu teilen. Thrakien ist pontische Unterregion. Als Subhorione der mitteleuropäischen Florenregion, ist Illyrien mit basophilen, Moesien mit azidophilen Typen verbunden. Die reich-gegliederte Küste Dalmatiens gehört zur adriatischen Provinz der mediterranen Florenregion. Die epirische und ägäische Küste mit den griechischen Inselgruppen sind Teil der ostmediterranen Provinz. Damit sind floristische Prinzipien vorgegeben. Unterschiede resultieren aus der Mischung der Horoelemente einzelner Gebiete, die wiederum von naturräumlichen Gegebenheiten und der Vegetationsgeschichte abhängen.

Flora

Becken]Die Genese der balkanischen Flora vollzog sich während tertiärer, glazialer und postglazialer Phasen. Rezent sind keine alten mesozoischen Vertreter vorhanden (wie z.B. in den Floren Ostasiens oder Argentiniens). Der Basisbestand insbesondere der Waldflora ist dennoch seit der Kreide bekannt (z.B. Quercus, Fagus, Castanea, Alnus, Salix). Die thermophilere tertiäre Flora war an tropischen Elementen reicher als heute, wo nur eine kleine Zahl reliktischer Arten (Adiantum capillusveneris), Gattungen (Dioscorea) und Familien (Gesneraceae) überlebt hat. Außertropische tertiäre Formen sind dagegen reichlich vertreten (z.B. Platanus, Aesculus, Scopolia, Sibiraea, Thelygonum, Picea omorika, Pinus peuce, Forsythia europaea, Syringa vulgaris). Durch die isolierte Stellung, die nächsten Verwandten sind zumeist in Ostasien oder dem vorderen Orient zu finden und die heterogene phytogeographische Genese, sind alle paläoendemischen Tertiärrelikte ökologisch und horologisch sehr differenzierte Vertreter unterschiedlicher Vegetations-geographischer Einheiten. Seit dem Tertiär erfolgte die Evolution der mediterranen Gebirgsflora, dies unabhängig arktoalpiner Einflüsse. Die Grenze zwischen den florenhistorisch determinierten alpinen- und oromediterranen Systemen fand man anhand 1350 Gefäßpflanzen balkanischer Gebirge nördlich des Parnass. Die südliche Grenze der arktoalpinen Gemeinschaften ist zugleich auch die nördliche Grenze der Hochgebirgspflanzen südlicher Herkunft. Diese Grenze stimmt außerdem mit den Gebieten der stärksten pleistozänen Vereisung der Gebirge überein, deren signifikanteste Ausnahme sind der Orjen, der stark vereist war, aber wenig Alpenarten aufweist, wie auch der entfernt gelegene Olymp. Im Velebit (Nord-West Kroatien), der obwohl fast unvereist, ganz arktoalpin geprägt ist, spielt die abkühlende Wirkung der Bora eine zentrale Rolle. Die höchsten Horione sind folgenden Zono- und Orobiomen zuzurechnen: 1. der mediterranen Region mit zwei Provinzen a. Adriatisch- Ionischen b. Ägäischen 2. Mitteleuropäische Region mit zwei Provinzen a. Illyrischen b. Balkanischen 3. Pontische Region 4. zirkumboreale Region (Supalpine Stufe kontinentaler Gebirge) 5. alpin-nordische Region (Gebirgstundra) Geoelemte anderer Regionen wie der irano-turanischen, arktischen, atlantischen, orientalischen sind vereinzelt vorhanden, bilden aber nur kleine disjunkte und sporadische Populationen auf entsprechenden Standorten. Der geringen Durchsnittshöhe wegen sind die mittelhohen dinarisch-hellenidischen, sowie bulgarischen Hochgebirge heute unvergletschert. Damit fehlen großteils arktische Horoelemente. Nur wenige Firnfelder sind ganzjährig im Durmitor insbesondere aber in den Prokletije vorhanden. Hier finden sich damit auch subnivale Zonen. Orobiome der Gebirge lassen eine Anordnung der Horione als Stufen erkennen. Als Beispiel sei hier die Höhenzonierung im Orjen erwähnt. Hier sind 4 Horione ausgebildet wobei die nur zirkumboreale rudimentär vorkommt (die mitteleuropäische reicht hier max. 1700 m hoch). Die Vegetation im Orjen gehört zum Südostdinarischen Typ und ist durch ausgeprägte mediterrane Prägung herausstechend. Nach TURRILL (1929) finden sich auf der Balkanhalbinsel 6.340 Arten. Mit den in der Flora Europaea aufgeführten 10.500 Arten verglichen, kommt der Balkanhalbinsel auch die Schlüsselrolle der europäischen Vegetationsgeschichte zu. Folgende Konditionen sind dafür anzuführen: -eine Flora, die viele tertiäre Arten enthält, welche hier die Eiszeiten überleben konnten –paläoendemische Relikte -Isolation der Landmassen, Inseln und Gebirgsgruppen. Änderungen des Meeresspiegels. Fragmentierung, Isolation und Migration von Arten, Bildung neuer Habitate – autonome Evolutionszentren der Nähe zu anderen Florenzentren -Einflussnahme des Menschen durch Zerstörung und Wechsel der natürlichen Landbedeckung, Schaffung neuer Habitate und Introduzierung neuer Arten. Griechenland als endemitenreichsten Teilraum besitzt 1100 endemische Arten. Der Endemismus beruht vor allem auf der hohen Spezifikation der illyrisch-balkanischen Florenprovinz. Die vergleichsweise höhere Artenvielfalt zu Alpen und Pyrenäen, durch größere petrographische Heterogenität als Pyrenäen und gegen die Alpen die Einbettung zwischen Florenprovinzen macht die komplexen Dinariden zu dem auffälligen Endemitenzentrum mit hohem Artenpotential. Die illyrische Provinz besitzt vier endemische Gattungen: Petteria, Halacsya, Haberlea, Jankaea. Endemiten sind: Picea omorika (Serbien, Bosnien), Pinus peuce (Gebirge zwischen 41°-43° N) Primula deorum (Bulgarien), Saxifraga ferdinandi-coburgii, Petteria ramentacea (Dalmatien, Herzegowina, Montenegro, Nord Albanien), Oxytropis prenja, Acer heldreichii, Forsythia europaea (Nord Albanien, Kosovo), Moltkia petrea, Wulfenia baldaccii (Montenegro, Nord Albanien), Haberlea rhodopensis (Bulgarien, Nordost Griechenland), Ramonda serbica, Jankae heldreichii (Olymp), Amphoricarpos neumayeri (Orjen), Cicerbita pancicii, Lilium jankae, Dioscorea balcanica (Montenegro, Nord Albanien). Reliktarten der illyrisch-balkanischen Provinz sind: Ostrya carpinifolia, Juglans regia, Syringa vulgaris, Corylus colurna, Aesculus hippocastanum etc. Reliktische Pflanzengesellschaften finden sich zumeist in Schluchten, die der Flora als Refugium dienten. Eiserne Tor (Donau), Neretva, Drina, Tara, Cijevna, Morača, Vikos Aoos, Radika etc. sind die bekanntesten. Klimatisch gliedern sich die Gebirge des Balkans in humid-temperate, submediterrane und mediterrane sowie subhumid-kontinentale Typen was den Gebirgsklimatypen X1, X2 und X3 entspricht. Edaphische Abweichung der generellen Typen ergeben sich in Karstgebieten in ansonsten humiden Klimaten. Zudem reihen sich Karstgebirge von den Julischen Alpen zum Pelopones. Somit sind klimatische und edaphische Faktoren stärker kombiniert in Alpen, Pyrenäen oder Karpaten. Ein klimatischer Makrogradient ist primär für zönotische Unterschiede verantwortlich Karstgebirge des NW sind generell humid, im SO semihumid bis semiarid.

Klima

Im Winter wird es im Innern des Balkans sehr kalt, hingegen im Sommer sehr drückend heiß. An den Küsten herrscht durchgehend angenehmes Mittelmeerklima. Im Winter wird es dort kühl und im Sommer sehr heiß.

Bevölkerung

Die Balkanhalbinsel ist insbesondere bevölkert von Albanern (vermutlich ein Rest der Urbevölkerung), Bosniaken, Bulgaren, Griechen, Kroaten, Mazedoniern, Rumänen, Serben, Türken und je nach der genauen geographischen Definition auch von Slowenen und Ungarn (letztere jedenfalls in bedeutender Zahl in Serbien und Rumänien). Außerdem bilden die Roma in mehreren Balkanländern eine große ethnische Minderheit.

Geschichte

Die nach Osten hin offenen Küsten und die Durchgängigkeit des Nordens machen den Balkan seit jeher zu einer wichtigen Brücke zwischen Asien und Europa, aber auch immer wieder zum Schauplatz von Konflikten, Bürgerkriegen und ethnischen Unruhen. Siehe auch: Balkanbund, Balkanentente, Balkankonflikt, Balkankriege, Balkanpakt

Balkan als Begriff

Der Begriff Balkan war und ist in Westeuropa oft negativ konnotiert ("Pulverfass Europas"). Metternich meinte, der Balkan beginne schon am Rennweg in Wien-Landstraße. Bismarck wird der Spruch nachgesagt, der Balkan sei "nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert". Als politisch korrekter Begriff bürgert sich nicht zuletzt deshalb immer mehr der (geographisch nicht ganz deckungsgleiche) Terminus Südosteuropa ein. In den Balkanländern selbst ist die Bezeichnung Balkan aber zum Teil ein durchaus positiver Begriff: In Bulgarien etwa ist Balkan Namensbestandteil vieler Unternehmen und touristischer Einrichtungen, und die Bulgaren pflegen ein recht positives Verhältnis zu ihrer "Balkan-Identität". Ein Grund hierfür dürfte die Tatsache sein, dass dieses Gebirge über Jahrhunderte als Zufluchtsort verschiedener bulgarischen Freiheitskämper wie z.B. die Heiducken (im Kampf gegen die osmanische Herrschaft) und die Partisanen (beim kommunistisch geführten Widerstand gegen die Zusammenarbeit der bulgarischen Regierung mit Nazi-Deutschland) diente. Ganz anders ist die Situation dagegen in Kroatien, Ungarn oder Slowenien: Als Bestandteil Österreich-Ungarns gehörten diese Staaten jahrhundertelang zum mitteleuropäischen Kulturkreis und distanzieren sich aufgrund der negativer historischer Erfahrungen gerne vom Balkan. Aus diesem Grund wird in diesen Staaten die eigene historische Verbundenheit mit Mitteleuropa betont. Diese Staaten empfinden die Bezeichnung Balkan gar als Beleidigung. Siehe auch: Balkanisierung

Gemeinsamkeiten der Balkanländer

Die Staaten am Balkan weisen trotz aller Gegensätze doch zahlreiche Gemeinsamkeiten auf:
- Fast alle waren ehemals Teil des Osmanischen Reichs.
- In fast allen kam es erst relativ spät zur Bildung von Nationalstaaten.
- Die noch aus der osmanischen Zeit herrührende regional starke ethnische Vermischung löst immer wieder Konflikte aus (siehe auch "ethnische Säuberungen").
- In allen Ländern spielte in den vergangenen Jahrhunderten der Konflikt zwischen der römisch-katholischen und den orthodoxen Kirchen eine wichtige Rolle, außerdem das Spannungsverhältnis zwischen Islam und Christentum.
- Die Balkanländer waren nicht zuletzt wegen ihrer strategischen Bedeutung immer wieder Schauplatz von Stellvertreterkriegen und Durchgangsgebiet für fremde Heere (Kreuzritter, Osmanen) und wurden als solche oft schwer in Mitleidenschaft gezogen (teilweise ähnlich wie im Nahen Osten). Zu den vielen kulturellen Gemeinsamkeiten siehe auch Balkanküche, Balkanspiele, Balkanologie, Balkansprachen.

Literatur

Bücher
- Maria Todorova: Die Erfindung des Balkans. Europas bequemes Vorurteil, Primus Verlag 1999, ISBN 3896782096
- Karl Kaser: Freundschaft und Feindschaft auf dem Balkan. Euro-balkanische Herausforderungen, Wieser-Verlag 2001, ISBN 3851293622
- Richard Wagner: Der leere Himmel. Reise in das Innere des Balkan, Aufbau-Verlag 2003, ISBN 3351025483
- Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus, BoD 2004, ISBN 3833409770 Zeitschriften
- [http://www.suedosteuropa-gesellschaft.com/framescontent/publ_liste.cfm?Kategorie=8 Südosteuropa Mitteilungen]

Siehe auch


- Portal:Südosteuropa
- Mitteleuropa
- Ostmitteleuropa

Weblinks


- [http://www.bertelsmann-stiftung.de/medien/pdf/DiscussionPaper_RethinkingtheBalkans.pdf Discussion Paper – Rethinking the Balkans, Balkan Forum 2004, Bertelsmann-Stiftung 2004 (PDF-Format, englisch)]
- [http://www.rferl.org/balkan-report/ Radio Free Europe/Radio Liberty Balkan Report]
- [http://www.balkantimes.com/ Southeast European Times]
- [http://www.balkanalysis.com/ Balkanalysis.com]
- [http://www.csees.net/ The Centre for South East European Studies]
- [http://www.civilitasresearch.org/ Civilitas Research]
- [http://www.balkans.eu.org/ Le Courrier des Balkans – Nachrichten zu Politik, Kultur und Wirtschaft der Balkanländer] (französisch) Kategorie:Balkan Kategorie:Halbinsel ja:バルカン半島 ko:발칸 반도 th:คาบสมุทรบอลข่าน

Griechenland

Griechenland (griechisch früher Ελλάς, Hellás, heute Ελλάδα, Elláda; amtliche Vollform: Hellenische Republik) liegt in Südost-Europa und grenzt an Albanien, Mazedonien (von Griechenland nicht unter diesem Namen anerkannt, sondern als FYROM bezeichnet), Bulgarien und die Türkei und ist ein Anrainerstaat des Mittelmeers. Griechenland ist eine parlamentarische Demokratie und hat ein Einkammerparlament mit 300 Abgeordneten, von denen 288 auf vier Jahre gewählt und 12 von den Parteien gestellt werden.

Geographie

parlament Ungefähr ein Viertel der Fläche Griechenlands entfällt auf etwa 9841 Inseln, von denen 167 bewohnt sind. Die größten davon sind:
- Kreta (ca. 8.260 km²)
- Euböa (ca. 3.657 km²)
- Lesbos (ca. 1.630 km²)
- Rhodos (ca. 1.400 km²)
- Chios (ca. 840 km²)
- Kephalonia (ca. 780 km²)
- Korfu (ca. 579 km²)
- Samos (ca. 480 km²)
- Náxos (ca. 432 km²) Siehe auch: Liste griechischer Inseln Regionen auf dem griechischen Festland:
- Attika
- Epirus
- Makedonien
- Mittelgriechenland
- Peloponnes
- Thessalien
- Thrakien Die Region Makedonien im Norden Griechenlands ist nicht mit dem selbständigen Staat ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien zu verwechseln. Siehe auch: Liste der Städte in Griechenland

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Griechenlands Griechenland ist in 13 Verwaltungsregionen (griech. περιφέρειες/periphéries, Sg. περιφέρεια/periphéria) gegliedert, die wiederum in 51 Präfekturen (griech. νομοί/nomí, Sg. νομός/nomós) untergliedert sind.

Bevölkerung

Neben den Neugriechen bzw. der griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren noch einige sprachliche Minderheiten. Die wichtigsten Minderheitssprachen sind:
- Albanisch
- Aromunisch (in Zentralgriechenland ca. 100.000 aktive Sprecher der Gruppe der Aromunen oder auch Vlachen, ca. 300.000 passive Sprecher)
- Bulgarisch, gesprochen von ca. 30.000 muslimischen Pomaken
- Slawomazedonisch, gesprochen von slawischsprachigen Bewohnern Nordwestgriechenlands
- Türkisch 150.000 in Thrakien Türken und Pomaken sind zusammen als muslimische Minderheit anerkannt und genießen einige besondere Rechte, wie Schulunterricht in türkischer Sprache, Verwendung von Schulbüchern aus der Türkei (gem. bilateraler Vereinbarungen), Koranschulen etc. Sie sind über je 3 Abgeordnete von Nea Dimokratia und PASOK im Parlament vertreten.

Religion

Nominell gehören 95% der Bevölkerung der Griechisch-orthodoxen Kirche an, auf dem größten Teil des Festland dem Autokephalen Orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen, auf den Inseln und dem Ostzipfel des Festlandes um Thessaloniki dem "Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel" mit Sitz in İstanbul. Die Zahl regelmäßiger Kirchenbesucher ist in Griechenland noch deutlich höher als in den meisten anderen Ländern Europas. Die Orthodoxe Kirche übt auch wesentlichen Einfluss auf das Bildungswesen aus und ihre besondere Stellung als Staatskirche ist in der griechischen Verfassung festgelegt; andererseits untersteht sie teilweise dem Staat, zum Beispiel müssen alle Bischöfe vom Parlament bestätigt werden. Daneben gibt es unter den Bürgern mindestens 150.000 Muslime (größtenteils türkischer Abstammung), etwa 121.000 katholische Christen des griechischen und des lateinischen Ritus,
- [http://www.catholic-hierarchy.org/country/scgr1.html] dann etwa 50.000 Zeugen Jehovas, etwa 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen verschiedener Richtungen, und etwa 5.000 Juden. Die etwa 700.000 Albaner in Griechenland sind meist nominell Muslime, Katholiken oder Orthodoxe, aber die überwiegende Mehrheit praktiziert ihren Glauben nicht. Siehe auch: Katholische Kirche in Griechenland

Religionsgeschichte

Zur vorchristlichen Religionsgeschichte siehe Griechische Mythologie

Politik

Innenpolitik

Am 7. März 2004 fand in Griechenland ein Regierungswechsel statt. Die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) löste die bisher regierende sozialistische Partei PASOK ab. Am 8. März 2004 beauftragte Staatspräsident Konstantinos Stefanopoulos den Spitzenkandidaten der Konservativen Kostas Karamanlis mit der Regierungsbildung. Schon einen Tag später, am 9. März 2004, stellte er seine neue Regierungsmannschaft vor. Zum neuen Außenminister ernannte er den Diplomaten Petros Molyviatis. Dieser gilt als Fachmann für die Zypernfrage. Die Verhandlungen über die Wiedervereinigung der Insel scheiterten jedoch durch die Ablehnung des Annan-Planes durch die griechischen Zyprioten Ende April 2004. Die neue griechische Regierung hat 19 Minister, darunter zwei Frauen. Karamanlis erklärte zudem die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele im August 2004 zur Chefsache, da sein Regierungsteam in dieser Hinsicht unter großem Zeit- und Handlungsdruck stand. Die mit Hilfe der UNO geführten Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns scheiterten, weshalb am 1. Mai 2004 nur der griechische Teil der Mittelmeerinsel der Europäische Union beitrat. Die neue Regierung wird nach Presseberichten weiter eine Annäherung mit der Türkei anstreben. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan war einer der ersten Politiker, die Karamanlis zu seinem Sieg gratulierten. Die beiden größten Parteien Nea Dimokratia und Pasok beherrschen seit 1974 die griechische Politik, daneben spielt auch die kommunistische KKE eine wesentliche Rolle. Die Sitzverteilung im griechischen Parlament, der Vouli ton Ellinon, sieht derzeit wie folgt aus: Nea Dimokratia - 165 PASOK - 117 KKE - 12 SYN - 6 Siehe auch: Politische_Parteien_in_Griechenland Innenpolitisch steht Griechenland vor zahlreichen Herausforderungen. Diese liegen im wesentlichen in den Bereichen der Haushaltspolitik und der Konsolidierung des immer noch dramatisch defizitären Staatshaushalts und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die trotz des konstanten beachtenswerten Wirtschaftswachstums der letzten Jahre immer noch auf hohem Niveau verharrt bei gleichzeitig massiver Teuerung. Ein weiteres ungelöstes Problem ist der massive Zuzug, vor allem illegaler als in der Landwirtschaft geschätzter billiger Arbeitskräfte, von Ausländern v.a. aus Albanien, Rumänien und Bulgarien. Mit einer gleichzeitig steigenden Kriminalitätsrate v.a. im Bereich der Eigentumsdelikte -in der Vergangenheit eine quantité negligeable- begünstigt dieses Umfeld vermehrt soziale Spannungen und latent fremdenfeindliche Tendenzen in der Bevölkerung.

Außenpolitik

Der außenpolitische Kurs Griechenlands steht oftmals im Gegensatz zu dem seiner Bündnispartner in EU und NATO. Der Ministerpräsident der 90er Jahre Andreas Papandreou galt mit seinen immer wiederkehrenden nationalistischen Eskapaden als Enfant terrible in der EU. Der in der Bevölkerung tief verwurzelte Anti-Amerikanismus und das schwierige Verhältnis Griechenlands zu seinen Nachbarn sowie tiefe Prägungen aus der Geschichte machen Griechenlands Außenpolitik zu einem komplexen Thema. Insofern sind die schrittweise Aussöhnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen Erzfeind Türkei ein revolutionärer Schritt. Griechenland gilt als einer der größten Befürworter eines EU-Beitritts Ankaras. Auch wenn Griechenlands Position zum Zypern-Konflikt eindeutig ist, so hat die Ablehnung des Annan-Plans das Verhältnis zur Türkei nicht wesentlich belastet. Das Verhältnis zu Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde, kann mittlerweile als ausgeglichen betrachtet werden, die Kontakte zu Sofia und Bukarest sind sehr gut. Mit Bulgarien wurde die Eröffnung 3 neuer Grenzübergänge vereinbart. Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Mazedonien befinden sich zwar im Ausbau und der Ausblick ist positiv. Das Verhältnis bleibt jedoch wegen des nach wie vor ungelösten Namensstreits belastet, verstärkt wieder nach Anerkennung der Republik Mazedonien durch die USA im November 2004. Die Beziehungen zu Serbien sind traditionell exzellent. Serbien gilt immer noch als jahrhundertealter einziger Verbündeter, den man auf dem Balkan hat. Die durchweg pro-serbische Haltung im Jugoslawienkrieg und die dezidiert geschlossen ablehnende Haltung gegen das NATO-Bombardement auf Serbien 1999 belasteten jedoch das gespannte Verhältnis zur NATO, auch wenn Griechenland offiziell seine Bündnistreue betont.

Gesundheitswesen

Im griechischen Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in Großbritannien, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wählen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden: Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden. Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung, sowie von Landärzten wahrgenommen. Die staatliche Versorgung ist nicht ganz auf mitteleuropäischem Stand (v.a. spezielle OP-Verfahren betreffend), während die Privatversorgung mitteleuropäischen Standard hat. Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär behandelt wird. Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten.

Kultur und Gesellschaft

Griechische Philosophie

Artikel: Philosophie der Antike

Griechische Kunst

Hauptartikel: Kunstgeschichte Griechenlands

Griechische Küche

Hauptartikel: Griechische Küche

Griechische Literatur

Hauptartikel: Griechische Literatur

Griechische Musik

Hauptartikel: Griechische Musik

Griechischer Wein

Hauptartikel: Weinbau in Griechenland

Sport


- Fußball ( Fußball in Griechenland )
- Basketball ( Griechischer Basketball )
- Volleyball
- Wasserball
- Gewichtheben
- Handball
- Marathonlauf (dieser geht der Legende nach auf den Läufer Pheidippides zurück, der die Nachricht vom Sieg der Griechen über die Perser nach Athen brachte)

Adel

Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden "griechischen Staatsbürgern (...) Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt."

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Griechenlands, siehe auch: Liste der Herrscher von Griechenland. Das antike Griechenland samt den kleinasiatischen Städten wird als Wiege Europas bezeichnet, insbesondere aufgrund der griechischen Philosophie (siehe: Platon, Aristoteles). Nachdem Rom Griechenland im Jahre 146 v. Chr. zur römischen Provinz machte, wurde es nach der Reichsteilung 395 Bestandteil des oströmischen bzw. byzantinischen Reiches bis zu dessen Untergang. Zu Details siehe: Antikes Griechenland und Byzantinisches Reich Byzantinisches Reich Seit 1453 Teil des Osmanischen Reichs kam es ab 1821 zum großen Volksaufstand. Als einer der wichtigsten geistigen Wegbereiter dieses Volksaufstands gilt Rigas Velestinlis (1757-1798). Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April anerkannt, wurde Griechenland zum selbständigen Staat erklärt. Somit war Ioannis Kapodistrias bis zu seiner Ermordung das erste Staatsoberhaupt. Im Jahr 1832 wurde dann Prinz Otto von Bayern als Otto I. Griechenlands erster (neuzeitlicher) König. Allerdings umfasste dieser Staat nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Thessalien wurde 1881, Kreta 1908 erworben. Die meisten Inseln sowie der Norden Epirus und Nordosten Makedonien des heutigen Staates (mit Thessaloniki) kamen erst durch die beiden Balkankriege 1912-1913 an Griechenland, als das geschwächte Osmanische Reich sich dort nicht mehr gegenüber den mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbündeten Griechen behaupten konnte. Nach dem Ersten Weltkrieg versuchte das mit der Entente verbündete Griechenland mit Billigung der Siegermächte (Völkerbundsmandat) die türkische Niederlage zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnen Westthrakien auch Osthrakien und das damals mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet von Smyrna (heute İzmir) unter seine Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea (Großen Idee), welche vom damaligen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck "Griechenland der zwei Kontinente und fünf Meere" als außenpolitisches Ziel konkretisiert wurde. Doch 1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg mit einer verheerenden griechischen Niederlage in der Kleinasiatischen Katastrophe. Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein radikaler Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahme der Istanbuler Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Mio.), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkische Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Die Flüchtlingsquote in Griechenland nach diesem Krieg betrug ca. 25 %, wesentlich mehr als etwa in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General Metaxas ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab. (Der Tag der Ablehnung, der 28. Oktober 1940 wird heute als Nationalfeiertag, der sogenannte "Nein-Tag", begangen, da Metaxas ein Telegramm lediglich mit dem Wort Όχι, also Nein, an Italien gesendet haben soll.) Daraufhin wurde Griechenland von Italien angegriffen, konnte aber die italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das militärische Eingreifen der deutschen Wehrmacht im April-Mai 1941 über Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmächte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch: In verschiedenen Orten, unter anderem in Kalavrita und Distomo, wurde als "Vergeltung" für Partisanenüberfälle die jeweilige Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder "Sondereinheiten" ermordet. Die Frage nach einer Entschädigung von deutscher Seite für diese Aktionen ist bis heute immer wieder Gegenstand politischer Diskussion. Der bewaffnete Widerstand ging hauptsächlich von der kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS aus. Gleichzeitig gab es aber auch rivalisierende royalistische Partisanen, die durch Großbritannien unterstützt wurden. Nach militärischer Intervention Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert. Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland quasi direkt in den Griechischen Bürgerkrieg über, der sich bald als Stellvertreterkrieg der beiden politischen Pole entpuppte: Die griechischen Kommunisten, welche die Hauptlast des Partisanenkampfes gegen das Besatzungsregime der deutschen Wehrmacht getragen hatten, versuchten nun, nur halbherzig unterstützt von der Sowjetunion und anfangs auch Jugoslawien (siehe Landkarte mit Umfang jugoslawischer Ansprüche gegen Griechenland:[http://www.macedonian-heritage.gr/Images/Maps/Borders_Symbols_Stability/map4.gif 1]), die Herrschaft über das befreite Griechenland zu erlangen, stießen jedoch auf vornehmlich royalistische Gegenwehr, welche v.a. von Großbritannien und den USA großzügig unterstützt wurde. Im Gegensatz zu allen anderen osteuropäischen Staaten gelang den Kommunisten die Machtübernahme in Griechenland jedoch nicht: Im auf beiden Seiten mit äußerster Härte, auch gegenüber der Zivilbevölkerung, geführten Bürgerkrieg wurden die kommunistischen Verbände immer mehr nach Nordwesten zurückgedrängt. Das Ende der Unterstützung durch Jugoslawien besiegelte schließlich das Ende ihrer militärischen Macht. Grund für die spärliche Unterstützung durch die kommunistischen "Bruderstaaten" war ein Geheimabkommen am Rande der Konferenz von Jalta 1945: Churchill und Stalin hatten dort ein Einflussverhältnis von "90% West zu 10% Ost" für Griechenland vereinbart; dies wurde später von vielen griechischen Kommunisten als "sowjetischer Verrat" empfunden, da man lediglich ein Bauernopfer Stalins gewesen sei. Seit dieser Zeit gibt es in Griechenland zwei Kommunistische Parteien (griechisch "KKE" für Κομμουνιστικό Κόμμα Ελλάδας, lat.: Kommunistiko Komma Elladas, dt.: Kommunistische Partei Griechenlands): die damals Desillusionierten bildeten die "Inlands-KKE", die weiterhin linientreuen Stalinisten die "Auslands-KKE". Im Sinne eines strikten Antikommunismus blieben noch bis in die 1960er Jahre viele bürgerliche Freiheiten eingeschränkt, was die NATO jedoch nicht davon abhielt, Griechenland 1952 aufzunehmen und so strategisch im Westen zu verankern. 1967 ergriff in Reaktion auf Liberalisierungstendenzen ein Militärregime unter Georgios Papadopoulos die Macht, während dessen zahlreiche Oppositionelle eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben wurden, darunter der Komponist Mikis Theodorakis (sog. Obristenputsch). Das Zypernabenteuer der Junta führte 1974 zum Zusammenbruch der Diktatur und zur Rückkehr zur Demokratie unter Konstantin Karamanlis. Seit 1981 ist Griechenland Mitglied der EU. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Modernisierung wurde durch die hohen EU-Hilfsgelder (unter anderem für die Landwirtschaft) gefördert, doch der Abstand zu den entwickelteren EU-Staaten blieb bestehen. Angesichts der Umwälzungen im ehemaligen Jugoslawien ab 1989 versuchte Griechenland eine eigenständige, proserbische außenpolitische Rolle zu spielen, oft in deutlicher Abgrenzung von EU und NATO. Dies zeigte sich in der Namensfrage mit Mazedonien oder im Bosnien- und Kosovokonflikt. Dies lag vor allem an den wirtschaftlichen Interessen Griechenlands in dieser Region (Transitwege), aber auch ideologische Parallelen spielten hierbei eine gewichtige Rolle. In jüngster Zeit wurden unter der Regierung Simitis Schritte zur Entkrampfung des griechisch-türkischen Verhältnisses, aber auch der Beziehungen zu den Nachbarstaaten auf dem Balkan unternommen, die wirtschaftlich zunehmend interessant werden für den griechischen Außenhandel und für Auslandsinvestitionen.

Literatur


- Bötig, Klaus: Griechenland: Festland und Peloponnes, DuMont : Köln 1996, 396 S., ISBN 3-7701-3456-7
- Müller, Michael (Hrsg.): Griechenland. Reisehandbuch, Michael Müller Verlag : Erlangen, 8. Aufl. 2002, 768 S., ISBN 3-9232-7860-8
- Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus, BoD 2004, ISBN 3-8334-0977-0

Siehe auch


- Portal: Griechenland

Weblinks


- 20px Wiki-Portal Griechenland
- [http://www.griechische-botschaft.de/ Griechische Botschaft in Berlin]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=52 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.mythos-griechenland.de Der Mythos Griechenland über die Jahrhunderte]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Europa/Griechenland/ Open Directory Project: Griechenland]
- [http://home.nikocity.de/schmengler/texte/griech.htm Agrarsektor und Agrarstrukturen in Griechenland]
- [http://de.greece-museums.com/ Griechische Museen]
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechenland.html Bibliographie Griechenland]
Kategorie:Land in der EU Kategorie:Staat Kategorie:Mittelmeer fiu-vro:Kriika ja:ギリシャ ko:그리스 ms:Yunani roa-rup:Gârţii simple:Greece th:ประเทศกรีซ zh-min-nan:Hi-lia̍p

Republik Mazedonien

Mazedonien (seltener auch in etymologischer Schreibung Makedonien) ist ein Staat im südöstlichen Europa. Er hat derzeit zwei offizielle Namen. Die amtliche Selbstbezeichnung ist Republik Mazedonien (mazedonisch Република Македониjа/Republika Makedonija, albanisch Republika e Maqedonisë), von der UNO ist der Staat seit 1993 völkerrechtlich provisorisch unter der Bezeichnung Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (englisch Former Yugoslav Republic of Macedonia) anerkannt. Der Staat Mazedonien entspricht etwa der nordwestlichen Hälfte der historischen Region Makedonien. Mazedonien liegt im Zentrum der Balkan-Halbinsel und war die südlichste Teilrepublik des früheren Jugoslawien und rief erst etwas später als Kroatien und Slowenien seine Unabhängigkeit aus. Es grenzt an Serbien (inkl. Kosovo), Bulgarien, Griechenland und Albanien.

Geographie

Mazedonien ist ein ausgesprochenes Gebirgsland mit mehreren Dutzend Zweitausender, darunter einigen Gipfeln von 2.700 bis 2.800 m. ü. Adria. Der höchste Berg ist der Golem Korab. Im Nordwesten liegt das Gebirge Šar Planina. Der Fluss Vardar entspringt im westlichen Hochgebirge nahe der Grenze zu Albanien bzw. dem Kosovo und durchfließt das gesamte Land in Richtung Südosten. Er bildet die Hauptorientierungsachse des Landes und hat vier größere Nebenflüsse. Im Südwesten an der Grenze zu Albanien hat Mazedonien je etwa zur Hälfte Anteil am Ohridsee und am Prespasee. Diese Seen (Höhe 700 bzw. 900 m. ü. Adria) sind etwa 400 km² groß und sind durch Tektonik in einer geologischen Schwächezone der Erdkruste entstanden. Der Prespasee ist sehr tief und reich an Fossilien; beide Seen und der Nationalpark ringsum zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Klima ist im Gebirge des Landesinneren relativ rau. Generell liegt es im Übergang zwischen dem mediterranen und dem kontinentalen Klima.

Bevölkerung

Nationalitäten

Nach der Volkszählung von 2002 setzt sich die Bevölkerung nach Nationalitäten wie folgt zusammen:
- Mazedonier 1.297.981 (64,18 %)
- Albaner 509.083 (25,17 %)
- Türken 77.959 (3,85 %)
- Roma 53.879 (2,66 %)
- Serben 35.939 (1,78 %)
- Bosniaken 17.018 (0,84 %)
- Aromunen 9.695 (0,48 %)
- sonstige 20.993 (1,04 %)

Religionen

Nach den Zahlen der Volkszählung von 2002 sind etwa 32,4% der Bevölkerung orthodoxe Christen, 16,9% sind Muslime und schätzungsweise 5% gehören anderen Religionsgemeinschaften an, unter anderem der Römisch-Katholischen Kirche. Etwa 45% haben keine Angaben zu ihrer Konfession gemacht oder sind nicht gläubig. Die orthodoxen Christen in Mazedonien sind größtenteils Angehörige der Mazedonischen autokephalen Kirche.

Größte Städte

Die größten Städte Mazedoniens sind nach der Volkszählung von 2002 (Einwohnerzahlen bezogen jeweils auf das Gebiet der gesamten Gemeinde): #Skopje 467.257 #Kumanovo 103.205 #Bitola 86.408 #Prilep 73.351 #Tetovo 70.841 #Veles 57.602 #Ohrid 56.520 #Gostivar 49.545 #Štip 49.371 #Strumica 48.065 Siehe auch: Liste der Städte in Mazedonien

Politische Gliederung

Seit dem 11.08.2004 ist ein neues Territorialverwaltungsgesetz in Kraft, das den Staat Mazedonien nunmehr in 84 Gemeinden (opštini) untergliedert. Die bisherigen 123 Gemeinden wurden teilweise zusammengefasst, jedoch wurden im Großraum Skopje die bisherigen 8 Gemeinden auf 10 erhöht. Siehe auch: Liste der Gemeinden Mazedoniens

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Mazedoniens
- Einwanderung slawischer Stämme im 6 - 7. Jahrhundert n. Chr. und damit einhergehende, tiefgreifende ethnische Veränderung der Bevölkerung.
- Vom 14. Jahrhundert bis 1912 osmanische Herrschaft auf dem Gebiet der heutigen Republik Mazedonien
- Ende des 19. Jahrhunderts zunehmender Widerstand gegen die türkische Fremdherrschaft, Einfluss der benachbarten Nationalstaaten Bulgarien, Serbien und Griechenland, Gründung der Inneren Mazedonischen Revolutionären Organisation (IMRO)
- 1903: Ilinden-Aufstand
- 1912/13: Balkankriege, Ende der türkischen Herrschaft, die Region Mazedonien wird zwischen Griechenland, Serbien und Bulgarien aufgeteilt. (Der serbische Teil, das so genannte Vardar-Mazedonien wird viel später als Republik Mazedonien unabhängig werden.)
- 1914–1918: Im Ersten Weltkrieg ist Vardar-Mazedonien bulgarisch besetzt.
- 1918–1941: Mazedonien gehört zu Jugoslawien
- 1941–1944: Erneute bulgarische Besetzung, Partisanenbewegung. Die kommunistischen Partisanen Jugoslawiens erkennen 1943 die Existenz einer eigenständigen mazedonischen Nation an.
- 1944: Gründung der jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien.
- 1991: Staatliche Unabhängigkeit infolge des Zerfalls Jugoslawiens, Namens- und Symbolstreit mit Griechenland.
- 2000/2001: Aufstand der albanischen Minderheit für mehr Rechte.
- 2001: Rahmenabkommen von Ohrid

Politik

Die Innenpolitik war in den letzten Jahren vor allem durch Konflikte zwischen den beiden größten Nationalitäten, den slawischen Mazedoniern und den Albanern, geprägt. Außenpolitisch i