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Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland ist eine Vereinigung von autonomen Ortgemeinden verschiedener freikirchlicher Traditionen. In diesem Bund haben sich 1942 zusammengeschlossen
- Baptistengemeinden
- Brüdergemeinden (Darbyisten oder Brüderbewegung) und
- Elim-Gemeinden Die einzelnen Gemeinden werden meist auch als Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden bezeichnet.

Verbreitung

Elim-Gemeinden abgefassten "Glaubensbekenntniß der Evangelischen Taufgesinnten (Baptisten) Gemeinden in Amerika, Großbritanien, Hamburg pp und Jever"]] Zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland gehören derzeit 86.100 Mitglieder in 862 Gemeinden (davon gehören 8.900 zu den 139 Brüdergemeinden des Bundes). Der BEFG ist einer der 51 Bünde der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) in Europa und dem Nahen Osten mit insgesamt 750.000 Mitgliedern sowie einer der 206 Bünde der Baptist World Alliance (BWA) mit insgesamt 44,4 Millionen Mitgliedern. Neben den Baptisten im BEFG gibt es in Deutschland auch noch rund 300.000 Baptisten in Aussiedler-Gemeinden sowie unabhängige Baptisten und Brüdergemeinden. 2001 wurden 2029 Taufen durchgeführt.

Lehre

Grundlegende Anschauungen


- Für Lehre, Glauben und Leben ist die Bibel alleinige Richtschnur.
- Die Gemeinde Jesu ist eine Schöpfung des Wortes Gottes. Die Verkündigung weckt, stärkt und korrigiert den Glauben des einzelnen Menschen und verlangt nach dessen Antwort. Die Verkündigung des Evangeliums ist die Voraussetzung dafür, dass ein Mensch zum Glauben kommt. Wer zum Glauben an Jesus Christus gekommen ist, wird eingeladen, sich aufgrund seines persönlichen Bekenntnisses taufen zu lassen.
- Die örtliche Gemeinde der Glaubenden "verwaltet" das Wort und die von Jesus Christus eingesetzten Zeichen Taufe und Abendmahl. Sie delegiert diese Aufgabe an einzelne Gemeindemitglieder.
- Wie alle Baptisten sehen die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in der Evangelisation die vordringlichste Aufgabe sowohl des einzelnen Gemeindemitglieds (Johann Gerhard Oncken: "Jeder Baptist ein Missionar!") als auch der Gemeinde und ihrer regionalen und nationalen Zusammenschlüsse.
- Gemeinsam mit den anderen Baptisten treten sie weltweit für Glaubens- und Gewissensfreiheit des Menschen ein. Staat und Kirche sind zu trennen. Keine Religion darf vom Staat bevorzugt behandelt werden (siehe dazu: Julius Köbner, Das Manifest des freien Urchristentums von 1848).

Taufe

Manifest Die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden lehnen die Säuglingstaufe ab. Der Beitritt soll auf einer bewussten persönlichen Entscheidung für ein Leben in der Nachfolge Jesu Christi beruhen und deshalb in der Glaubenstaufe seinen Ausdruck finden. Mitglieder von Freikirchen führen diese Entscheidung häufig auf ein so genanntes "Bekehrungs-Erlebnis" zurück, von dem sie "Zeugnis" ablegen. Ungetaufte Kinder nehmen in Freikirchen trotzdem am Gemeindeleben teil und haben keinen Status geringeren "Seelenheils", da Jesus ja im Evangelium von ungetauften Kindern sagt, dass ihnen das Reich Gottes gehört. Die Taufe hat damit in den freikirchlichen Gemeinden eine andere Bedeutung als in den Großkirchen, insbesondere der katholischen. Nichtsdestotrotz wird die Taufe der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden von den anderen evangelischen und der katholischen Kirche anerkannt.

Rolle des Pastors

Einen besonderen "Priesterstand", wie ihn etwa die katholische Kirche kennt und in dem der Priester zwischen Gott und Mensch vermittelnd tätig wird, lehnen die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden ab. Sie folgen der biblischen Idee vom "allgemeinen Priestertum der Gläubigen". Pastorinnen und Pastoren sind demnach für die Gemeindearbeit freigestellte Mitglieder, deren Lebensunterhalt von der Gemeinde ganz oder teilweise getragen wird. Die Pastorenausbildung erfolgt unter anderem am Theologischen Seminar (Fachhochschule) in Wustermark-Elstal (bei Berlin). Manche Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden lehnen aus Prinzip Pastoren ab (z.B. Brüdergemeinden), andere haben Pastoren, die ihren Unterhalt durch eigene Arbeit erwirtschaften. Grundsätzlich darf jedes Gemeindemitglied predigen, das Abendmahl austeilen und taufen

Mission

Da die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden, wie fast alle großen christlichen Kirchen, die Erlösung des Menschen von Schuld und ein Leben nach dem Tod an den Glauben an Kreuz und Auferstehung Jesu Christi geknüpft verstehen, ist für sie Mission nicht nur biblischer Auftrag sondern auch moralische Verpflichtung aus der Verantwortung für den Mitmenschen. Evangelistische Großveranstaltungen, Zeltmission und Gästegottesdienste sind in Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden regelmäßiges Angebot für glaubens- und kirchendistanzierte Menschen.

Theologie

Die Theologie der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden ist gewöhnlich evangelikal in calvinistischer Tradition, wobei es große Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden geben kann.

Gottesdienst und Praxis

calvinistischer Tradition Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden haben in der Regel keine festgelegte Liturgie. In vielen Gemeinden folgt einer lockeren Begrüßung und einem Infoteil eine längere Anbetungszeit, die durch Lieder, Lesungen biblischer Texte und frei formulierte Gebete geprägt ist. Musikalisch steht meist weniger die Orgel im Mittelpunkt, mehr Rhythmus- und Tasteninstrumente. Auch persönliche Erfahrungsberichte, so genannte "Zeugnisse" kommen häufig vor. Die meisten Freikirchen besitzen Chöre, Singkreise oder Musikbands, die den sonntäglichen Gottesdienst mitgestalten. Die Predigt steht im Mittelpunkt. Fürbitte und Segnung beschließen den Gottesdienst. In charismatisch geprägten Gemeinden gehören auch Gottesdienst-Elemente wie Glossolalie (Zungengebet) und Prophetie. Das Abendmahl wird in Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden baptistischer Herkunft in der Regel einmal im Monat gefeiert. Brüdergemeinden halten in der Regel an jedem Sonntag Abendmahl. Es finden allerdings auch häufig Mahlfeiern im häuslichen Kreis statt. Viele Gemeinden praktizieren auch die Krankensalbung nach Jakobus 5. Neben den Sonntagsgottesdiensten trifft sich die Gemeinde zum wöchentlichen Bibelgespräch und zum Gebet in Kleingruppen. Für Kinder gibt es das Angebot der Sonntagsschule bzw. Kinderkirche. Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden sind in der Regel starke soziale Verbände. Über die von den Gemeindemitglieder erwartete aktive Beteiligung am religiösen Gemeindeleben verstehen sich viele dieser Gemeinden auch als Solidargemeinschaften, die sich am Vorbild der Urgemeinden orientieren, das heißt die Gemeindemitglieder unterstützen sich auch im Lebensalltag.

Organisation

Ein besonderes Merkmal der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden ist die weitgehende Autonomie der einzelnen Ortsgemeinde. Die Ortsgemeinden einer Region schließen sich zu sogenannten Landesverbänden (früher auch Vereinigungen genannt) zusammen. Diese wiederum arbeiten unter dem Dachverband des "Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden". Die jährlichen Ratstagungen der Landesverbände und des Bundes, bei denen die Gemeinden entsprechend ihrer Größe mit Abgeordneten vertreten sind, fassen Beschlüsse, die die überörtliche Arbeit der Gemeinden betreffen. Sie können jedoch in der Regel wiederum nur als "Empfehlung" an die einzelne Ortsgemeinde weiter gegeben werden.

Sitz und Leitung des Bundes

Der zentrale Sitz des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden befindet sich in Wustermark-Elstal. Geleitet wird der von einem 13-köpfigen Präsidium, an deren Spitze zur Zeit der Pastor Siegfried Großmann und der Kaufmann Dr. Raimund Utsch stehen. Generalsekretärin ist Regina Claas.

Liste der Landesverbände im BEFG


- Baden-Württemberg: 58 Gemeinden, 24 Zweiggemeinden
- Bayern: 43 Gemeinden, 10 Zweiggemeinden
- Berlin-Brandenburg: 58 Gemeinden, 21 Zweiggemeinden
- Hessen-Siegerland: 55 Gemeinden, 11 Zweiggemeinden
- Mecklenburg-Vorpommern: 19 Gemeinden, 12 Zweiggemeinden
- Niedersachsen-Ostwestfalen-Sachsen-Anhalt (nur Südniedersachsen): 85 Gemeinden, 29 Zweiggemeinden
- Norddeutschland (Schleswig-Holstein, Hamburg, nordöstliches Niedersachsen): 54 Gemeinden, 17 Zweiggemeinden
- Nordwestdeutschland (Bremen, nordwestliches Niedersachsen mit Emsland, Ostfriesland und Oldenburg (Land)): 42 Gemeinden, 8 Zweiggemeinden - Offizieller Name dieses Landesverbandes seit 9. April 2005: Baptisten im Nordwesten
- Rheinland (Nordrhein): 86 Gemeinden, 15 Zweiggemeinden
- Sachsen: 57 Gemeinden, 29 Zweiggemeinden
- Südwestdeutschland (Rheinland-Pfalz, Saarland): 25 Gemeinden, 7 Zweiggemeinden
- Thüringen: 25 Gemeinden, 9 Zweiggemeinden
- Westfalen (ohne Ostwestfalen): 49 Gemeinden, 8 Zweiggemeinden

Gemeindejugendwerk

Das Gemeindejugendwerk (GJW) verantwortet die Kinder-, Jungschar-, Teenie- und Jugendarbeit des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Neben der Bundesgeschäftsstelle in Elstal gibt es 13 regionale GJW's.

Brüdergemeinden im BEFG

Die Brüdergemeinden bilden innerhalb des Bundes eine eigenständige [http://www.agb-online.de Arbeitsgemeinschaft], deren Verwaltungsstelle sich zur Zeit in Leipzig befindet. Diese Arbeitsgemeinschaft wird von Bruderrat geleitet. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Neulandmission, Evangelisation und die Begleitung der hauptamtlichen Gemeindemitarbeiter.

Fremdsprachige Gemeinden im BEFG

Die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden bieten zum Teil in Zusammenarbeit mit ausländischen Baptistenbünden - fremdsprachigen Mitbürgern Gottesdienste in ihrer Sprache an. Aus diesen Angeboten sind an vielen Orten eigenständige Gemeinden und Zweiggemeinden geworden, die dem BEFG angeschlossen oder assoziert sind.
- Amharisch: 1 Gemeinde
- Arabisch: 4 Gemeinden
- Chinesisch: 4 Gemeinden
- Englisch: 48 Gemeinden
- Französisch: 17 Gemeinden
- Griechisch: 3 Gemeinden
- Indonesisch:1 Gemeinde
- Italienisch: 9 Gemeinden
- Koreanisch: 5 Gemeinden
- Lingala: 2 Gemeinden
- Persisch: 8 Gemeinden
- Portugiesisch: 3 Gemeinden
- Rumänisch: 5 Gemeinden
- Russisch: 31 Gemeinden
- Serbokroatisch: 2 Gemeinden
- Spanisch: 17 Gemeinden
- Tamil: 17 Gemeinden
- Tigrinya: 1 Gemeinde
- Türkisch: 6 Gemeinden
- Ungarisch: 1 Gemeinde
- Vietnamesisch: 11 Gemeinden

Mission und Diakonie

Die Evangelisch-Freikirchliche Außenmission arbeitet in Afrika (Kamerun, Sierra Leone, im Tschad und in Mosambik) und in Südamerika (Argentinien, Brasilien und Peru). Die so genannte Heimatmission betreibt eine Zeltmission, führt besondere missionarische Aktionen durch, schult ehren- und hauptamtlicheMitarbeiter und hilft bei Gemeindegründungen. Im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden existieren viele große und kleine Diakoniewerke, die in allen Segmenten sozialer Arbeit tätig sind. Größere Werke sind:
- Albertinen-Diakoniewerk in Hamburg
- Diakoniewerk Bethel in Berlin und Baden-Württemberg
- Diakoniewerk Tabea in Hamburg
- Diakoniewerk "Neues Land" in Hannover Weitere diakonische Einrichtungen in Auswahl:
- "Allein mit Kind" - Initiative für Einelternfamilien e.V. (Fulda)
- "Christliche Wohnstätten Schmalkalden" (Schmalkalden)
- "Diakoniewerk Pilgerheim Weltersbach" (Leichlingen)
- "Immanuel-Krankenhaus" (Berlin-Wannsee)
- "Rehabiltationsklinik Märkische Schweiz" - Fachklinik für onkologische Erkrankungen (Buckow (Märkische Schweiz))

Geschichte

Buckow (Märkische Schweiz)

Überblick

Das offizielle Gründungsjahr Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden baptistischer Prägung ist 1834. Der Begründer der deutschen Baptistengemeinden Johann Gerhard Oncken wurde mit sechs weiteren Täuflingen in der Elbe bei Hamburg durch den amerikanischen Baptistenpastor Barnas Sears getauft. Diese sieben Getauften bildeten die erste deutsche Baptistengemeinde, welche zur Keimzelle des späteren Bundes der Baptistengemeinden und ab 1942 - nach Zusammenschluss von Baptisten-, Brüder- und Elimgemeinden - des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden wurde.

Wichtige Daten zur Geschichte der Baptisten


- siehe Zeittafel zur Geschichte der Baptisten

Ökumene

Die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden werden zu den evangelischen Freikirchen gezählt, gehören zur ACK und zur Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde ist Körperschaft des öffentlichen Rechts und von den großen Volkskirchen in Deutschland als christliche Kirche anerkannt. Sie engagiert sich sowohl überregional als auch in den meisten Einzelgemeinden in der ökumenischen Arbeit Deutschlands. Viele Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden beteiligen sich an der interkonfessionellen Diskussion beispielsweise im Ökumenischen Rat der Kirchen. Eine Ausnahme bilden hier die Brüdergemeinden, die die Ökumene ablehnen.

Siehe auch


- Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR
- Portal:Freikirchen
- Taufgesinnte
- Wiedertaufe

Literatur


- Günter Balders: Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (Baptisten), in: Hans-Beat Motel (Hrsg.): Glieder an einem Leib - Freikirchen in Selbstdarstellung, Stuttgart 1975, S.95-133 [ISBN 3-7673-6520-0]
- Günter Balders (Hrsg.): Ein Herr - ein Glaube - eine Taufe - 150 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland, Wuppertal/Kassel 1985, [ISBN 3-7893-7883-6]
- Frank Fornaçon: Offene Türen, Eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde stellt sich vor, Kassel, 2004

Weblinks


- [http://www.baptisten.org Seite des Bundes Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden K.d.ö.R] mit Detailinformationen Glaubensgrundsätzen, Zahlen und Statistiken etc.
- [http://web56.server13.greatnet.de/baptistentop100/gemeinden.htm Evangelisch-Freikirchliche Ortsgemeinden im Internet]
- [http://www.gjw.de Gemeindejugendwerk des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.]
- [http://www.die-gemeinde.org Webseite der GEMEINDE, des Magazins des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland]
- [http://www.baptisten.org/efg/Dortmund/Mitte/taufe_high.rm Videoclip einer baptistischen Taufhandlung]
Kategorie:Baptismus Kategorie:Freikirche Kategorie:Körperschaft des öffentlichen Rechts (kirchenrechtlich) Kategorie:Christentum in Deutschland

1942

Ereignisse


- 1. Januar: Philipp Etter wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Der weitere Ausbau der Reichsautobahn wird eingestellt. Nahezu 4.000 km wurden fertiggstellt
- 1. Januar: In Schweden werden Textilien ab sofort rationiert: Einführung der Kleiderkarte
- 1. Januar: Venezuela bricht seine diplomatischen Beziehungen zu Italien, Japan und dem Deutschen Reich ab
- 1. Januar: Unterzeichnung der Gründungserklärung der Vereinten Nationen durch 26 Staaten in Washington, D.C.
- 2. Januar: Die 39. sowjetische Armee durchbricht die Ostfront der 9. deutschen Armee
- 2. Januar: Die deutschen und italienischen Truppen in Bardijja, Libyen, kapitulieren
- 2. Januar: Die britische Kronkolonie Singapur wird von der japanischen Luftwaffe bombardiert
- 2. Januar: Japanische Truppen besetzen Manila, die Hauptstadt der Philippinen
- 20. Januar: Wannsee-Konferenz in Berlin
- 20. Januar: Japan marschiert in Burma ein
- 29. Januar: Ecuador verliert fast die Hälfte seines Landes an Peru. (Protokoll von Rio de Janeiro)
- 28. März-29. März: Lübeck wird als erste deutsche Großstadt bombardiert
- 1. Mai: Joseph Frings wird Erzbischof von Köln
- 10. Juni: Vernichtung des tschechischen Dorfes Lidice und seiner erwachsenen Einwohner durch den Nazi-Terror
- 15. Juni: Japans 4 größte Flugzeugträger werden Nähe der Midway-Inseln durch US-amerikanische Kriegsschiffe vernichtet
- 17. August: erster Luftangriff der USAAF in Europa im 2. Weltkrieg (Ziel ist ein Verschiebebahnhof bei Le Havre)
- 19. August: Kommandounternehmen britischer und kanadischer Truppen bei der nordfranzösischen Hafenstadt Dieppe
- 31. August: Generalstreik in Luxemburg gegen die deutsche Besatzungsmacht
- 3. Oktober 15.58 Uhr: erster erfolgreicher Versuchstart der A4-/V2-Rakete in Peenemünde mit einer Gipfelhöhe von 84,5 Kilometern und einer Reichweite von 190 Kilometern. Diesem erfolgreichen Start gingen drei Fehlstarts am 16. März, 13. Juni und 17. August des gleichen Jahres voraus
- 19. November - Zweiter Weltkrieg: In der Schlacht um Stalingrad beginnt die Gegenoffensive der Roten Armee.
- Dezember: Schlacht von Stalingrad, entscheidende Niederlage Deutschlands
- 2. Dezember: Erste Energiegewinnung durch Atomspaltung
- Zusammenschluss der deutschen Baptisten- Elim- und Brüdergemeinden zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
- Gründung der Widerstandsgruppe Weiße Rose
- Schlacht um Singapur

Kultur


- 10. Januar: Uraufführung der Oper Birgitta von Natanael Berg am Kungliga Teatern in Stockholm
- 15. August der Fotograf Toni Catany wird in Llulcmajor auf Mallorca geboren

Katastrophen


- 18. Februar: Der Zerstörer „Truxtun“ (USA) strandet bei schlechtem Wetter während eines Geleiteinsatzes in der Plancentia Bay (Kanada), bricht auseinander und sinkt. Über 100 Tote
- 24. Februar: Der bulgarische Dampfer Struma wird mit 764 jüdischen Flüchtlingen an Bord in der Nähe des Bosporus durch ein sowjetisches U-Boot versenkt. Es gibt nur einen Überlebenden. Die Struma war zuvor von türkischen Behörden zur Rückkehr in das Schwarze Meer gezwungen worden. Man hatte weder eine Weiterreise noch eine Landung der Flüchtlinge gestattet
- 22. August: Untergang des zur Geleitsicherung eingesetzten Zerstörers „Ingraham“ (USA) westlich von Halifax im Nordatlantik nach der Kollision mit dem Tankschiff Chemung. Von den 200 Mann Besatzung des Zerstörers sterben 189 Mann, der Tanker wurde schwer beschädigt
- 2. Oktober: Untergang des Flakkreuzers „Curacoa“ vor der Nordküste Irlands nach einer Kollision mit dem als Truppentransporter fahrenden Passagierschiff „Queen Mary“ (beide Großbritannien). 331 Mann von der 430 Mann starken Besatzung des Kreuzers kommen ums Leben
- 26. November: Erdbeben der Stärke 7,6 in der Türkei, ca. 4.000 Tote
- 20. Dezember: Erdbeben der Stärke 7,3 in Erbaa, Türkei, rund 3.000 Tote

Sport

Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren

1. Halbjahr


- 1. Januar: Anne Duden, deutsche Schriftstellerin
- 1. Januar: Alassane Ouattara, ehemaliger Ministerpräsident der Republik Côte d'Ivoire
- 1. Januar: Joe McDonald, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1. Januar: Edward Joseph Hoffman, US-amerikanischer Wissenschaftler († 2004)
- 2. Januar: Hans Werner Schmöle, deutscher Politiker
- 3. Januar: László Sólyom, ungarischer Politiker, Präsident Ungarns
- 4. Januar: John McLaughlin (Musiker), britischer Musiker, Gittarist, Songwriter
- 5. Januar: Ernst Meincke, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
- 5. Januar: Maurizio Pollini, italienischer Pianist und Dirigent
- 6. Januar: Bernd Neumann, deutscher Politiker
- 6. Januar: Hilmar Kabas, österreichischer Politiker
- 7. Januar: Wassili Iwanowitsch Alexejew, sowjetischer Gewichtheber
- 7. Januar: Danny Williams (Musiker), südafrikanischer Musiker
- 7. Januar: Paul Revere (Musiker), US-amerikanischer Musiker
- 8. Januar: Stephen Hawking, britischer Physiker
- 8. Januar: Koizumi Junichirō, japanischer Premierminister
- 8. Januar: John Peterson (Musiker), US-amerikanischer Musiker
- 10. Januar: Walter Hill, Action-Regisseur in Hollywood
- 16. Januar: Nicole Fontaine, französische Politikerin
- 16. Januar: Sigrid Combüchen, schwedische Schriftstellerin und Literaturkritikerin
- 16. Januar: Barbara Lynn, US-amerikanische Sängerin, Gitarristin und Songautorin
- 17. Januar: Muhammad Ali, Boxweltmeister
- 17. Januar: Ulf Hoelscher, deutscher Violinist
- 17. Januar: Rudolf Hickel, deutscher Wirtschaftswissenschaftler
- 17. Januar: Ulf Grahn, schwedischer Komponist
- 19. Januar: Michael Crawford, britischer Schauspieler
- 20. Januar: Heinz-Günter Bargfrede, deutscher Politiker, MdB
- 20. Januar: Billy Powell, US-amerikanischer Sänger († 1977)
- 21. Januar: Freddy Breck, deutscher Schlagersänger
- 22. Januar: Anke Hartnagel, deutsche Politikerin († 2004)
- 23. Januar: Willy Bogner junior, deutscher Skirennläufer
- 23. Januar: Hans Alser, schwedischer Tischtennisspieler († 1977)
- 24. Januar: Ingo Friedrich, deutscher Politiker
- 25. Januar: Martin Dolde, Ingenieur und Kirchenpolitiker
- 25. Januar: Eusébio, portugiesischer Fußballspieler
- 27. Januar: Steve Wynn (Unternehmer), Multimillionär und Kasinobetreiber
- 28. Januar: André Waignein, belgischer Komponist und Dirigent
- 28. Januar: Hans-Jürgen Bäumler, deutscher Eiskunstläufer
- 29. Januar: Claudine Longet, französische Sängerin und Schauspielerin
- 29. Januar: Karen Susman, US-amerikanische Tennisspielerin
- 30. Januar: Heidi Brühl, deutsche Schauspielerin und Sängerin († 1991)
- 31. Januar: Derek Jarman, britischer Filmregisseur († 1994)
- 31. Januar: Daniela Bianchi, ehemalige italienische Schauspielerin
- 31. Januar: Daniel Goeudevert, französischer Autoverkäufer, Manager und Unternehmensberater
- 1. Februar: Terry Jones, britischer Komiker, Regisseur und Schriftsteller
- 1. Februar: Hans Peter Heinzl, österreichischer Kabarettist († 1996)
- 1. Februar: Vural Öger, Türkischstämmiger deutscher Unternehmer („Öger Tours“) und Politiker
- 2. Februar: Graham Nash, britischer Sänger und Songwriter
- 2. Februar: Ron Williams, deutsch-amerikanischer Schauspieler, Sänger, Kabarettist und Moderator
- 3. Februar: Otto Fräßdorf, Fußballspieler
- 4. Februar: Frank Zander, deutscher Musiker und Fernsehstar
- 8. Februar: Terry Melcher, US-amerikanischer Musikproduzent und Songwriter († 2004)
- 9. Februar: Carole King, US-amerikanische Rock-/Pop-Musikerin
- 10. Februar: Lawrence Weiner, US-amerikanischer bildender Künstler, Vertreter der Konzeptkunst
- 11. Februar: Fritz Hähle, deutscher Politiker
- 12. Februar: Ehud Barak, israelischer General, Politiker und Ministerpräsident
- 13. Februar: Otto Bernhardt, deutscher Politiker
- 13. Februar: Volker Bigl, Mediziner († 2005)
- 14. Februar: Michael Gwisdek, deutscher Schauspieler
- 14. Februar: Michael Rubens Bloomberg, US-amerikanischer Politiker
- 14. Februar: Andrew Robinson, US-amerikanischer Schauspieler
- 15. Februar: Glyn Johns, britischer Toningenieur und Musikproduzent
- 16. Februar: Gabriel Brnčić, chilenischer Komponist
- 16. Februar: Kim Jong-il, Machthaber Nordkoreas
- 17. Februar: Heinrich Breloer, deutscher Filmregisseur
- 17. Februar: Dieter Laser, deutscher Schauspieler
- 18. Februar: Martin Ness, deutscher Tischtennisspieler († 1987)
- 18. Februar: Katsuaki Asai, japanischer Aikido--Lehrer, tätig in Deutschland
- 20. Februar: Phil Esposito, Eishockeyspieler (NHL)
- 20. Februar: Claude Miller, französischer Filmregisseur und Drehbuchautor
- 20. Februar: Mitch McConnell, US-Politiker, Senator
- 21. Februar: Margarethe von Trotta, Regisseurin und Drehbuchautorin
- 24. Februar: Chris Doerk, deutsche Schlagersängerin
- 24. Februar: Keto von Waberer, deutsche Schriftstellerin
- 24. Februar: Joseph Lieberman, Kandidat der Demokraten
- 24. Februar: John Neumeier, Tänzer, Choreograph
- 26. Februar: Franz Romer, deutscher Politiker
- 27. Februar: Klaus-Dieter Sieloff, deutscher Fußballspieler
- 27. Februar: Robert Grubbs, US-amerikanischer Chemiker
- 28. Februar: Brian Jones (Musiker), britischer Musiker (The Rolling Stones) († 1969)
- 28. Februar: Dino Zoff, italienisches Fußball-Torwart-Idol
- 28. Februar: Bernado Adam Ferrero, spanischer Komponist und Dirigent
- 1. März: Bernhard Heitz, altkatholischer Bischof Österreichs
- 1. März: Harald Kujat, deutscher General
- 2. März: Lou Reed, US-amerikanischer Musiker und Songautor
- 2. März: John Irving, US-amerikanischer Romanautor
- 5. März: Felipe González, spanischer Rechtsanwalt und Politiker
- 6. März: Paco Cepero, spanischer Flamenco-Gitarrist
- 6. März: Robin Kenyatta, US-amerikanischer Saxofonist († 2004)
- 8. März: Ann Elizabeth Packer, britische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 9. März: John Cale, britischer Artrock-Musiker
- 10. März: Peter Friedrich (Altenburg), deutscher Politiker
- 11. März: Willi Weber, Manager
- 12. März: Ratko Mladić, ehemaliger Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Truppen
- 12. März: Fred Julsing, niederländischer Cartoonzeichner († 2005)
- 13. März: David N. Cutler, Leiter der Entwicklung von RSX-11, VMS und Windows NT
- 13. März: Scatman John, US-amerikanischer Scat-Sänger († 1999)
- 15. März: Klaus Buß, deutscher Politiker
- 17. März: Monika Wulf-Mathies, Gewerkschaftsfunktionärin
- 17. März: Dietmar Keller, Minister für Kultur in der DDR
- 17. März: John Wayne Gacy, US-amerikanischer Serienmörder († 1994)
- 18. März: Doris Pack, deutsche Politikerin
- 21. März: Françoise Dorléac, französische Schauspielerin († 1967)
- 21. März: Fradique de Menezes, Präsident von São Tomé und Príncipe
- 22. März: Jorge Ben, brasilianischer Popmusiker
- 22. März: Gerhard Stratthaus, deutscher Politiker
- 22. März: Bernd Herzsprung, deutscher Schauspieler
- 23. März: Walter Rodney, Historiker und Politiker aus Guyana († 1980)
- 23. März: Michael Haneke, österreichischer Theater- und Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmkritiker
- 25. März: Aretha Franklin, Bluesmusiker
- 25. März: Eden Kane, britischer Sänger
- 25. März: Richard O'Brien, englischer Schauspieler, Autor und Komponist
- 26. März: Alfred Kieser, Professor für allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Organisation
- 26. März: Erica Jong, US-amerikanische Schriftstellerin
- 27. März: Michael York, britischer Schauspieler
- 27. März: John E. Sulston, britischer Wissenschaftler und Nobelpreisträger
- 27. März: Dick Advocaat, niederländischer Fußballtrainer
- 28. März: Mike Newell, britischer Regisseur
- 28. März: Hartmut Perschau, deutscher Politiker
- 28. März: Conrad Schumann, erster Grenzflüchtling der NVA († 1998)
- 28. März: Jerry Sloan, US-amerikanischer Basketballtrainer
- 28. März: Daniel Dennett, US-amerikanischer Philosoph
- 28. März: Neil Kinnock, Vizepräsident der EU-Kommission
- 1. April: Samuel R. Delany, US-amerikanischer Science-Fiction-Schriftsteller
- 2. April: Leon Russell, US-amerikanischer Musiker
- 4. April: Horst Schild, Politiker und MdB
- 4. April: Michel Fourniret, Serienmörder
- 5. April: Peter Greenaway, Experimentalkünstler und Filmemacher der Gegenwart
- 5. April: Irmgard Schwaetzer, deutsche Politikerin
- 5. April: Pascal Couchepin, Schweizer Politiker
- 6. April: Barry Levinson, US-amerikanischer Filmregisseur
- 8. April: Roger Chapman, britischer Sänger
- 8. April: Wolf Werner, deutscher Fußballtrainer
- 8. April: Douglas Trumbull, US-amerikanischer Spezialist für Spezialeffekte im Film
- 13. April: Otto Marchi, Schweizer Schriftsteller und Historiker († 2004)
- 13. April: Bill Conti, US-amerikanischer Komponist
- 14. April: Waleri Nikolajewitsch Brumel, sowjetischer Leichtathlet († 2003)
- 16. April: Frank Williams, Teamchef und Mitinhaber des Williams F1 Rennteams
- 17. April: Aziz Mian, einer der bedeutendsten Vertreter des Qawwali († 2000)
- 17. April: Katia Krafft, französische Vulkanologin († 1991)
- 17. April: Lisa Seuster, Politikerin
- 18. April: Jochen Rindt, österreichischer Autorennfahrer († 1970)
- 19. April: Alan Price, britischer Musiker
- 19. April: Frank Elstner, deutscher TV-Showmaster
- 20. April: Arto Paasilinna, Schriftsteller Finnlands
- 23. April: Sandra Dee, US-amerikanische Schauspielerin († 2005)
- 24. April: Werner Teske, Hauptmann des MfS und letztes Opfer der Todesstrafe in Deutschland († 1981)
- 24. April: Barbra Streisand, US-amerikanische Filmschauspielerin, Sängerin und Filmregisseurin
- 26. April: Manfred Korfmann, deutscher Archäologe († 2005)
- 26. April: Werner Biskup, deutscher Fußballspieler und Fußballtrainer
- 26. April: Wolfgang Börnsen, deutscher Politiker
- 26. April: Bobby Rydell, US-amerikanischer Sänger und Entertainer
- 2. Mai: Jacques Rogge, belgischer orthopädischer Chirurg und Präsident des IOC
- 2. Mai: Udo Ehrbar, deutscher Politiker
- 2. Mai: Bernd Ziskofen, Persönlichkeit in der Geschichte des Rallycross († 1993)
- 2. Mai: Wojciech Pszoniak, polnischer Schauspieler
- 3. Mai: Henning Frenzel, deutscher Fußballer
- 3. Mai: Udo Steinke, deutschsprachiger Schriftsteller († 1999)
- 3. Mai: Antoni Piechniczek, ehemaliger polnischer Fußballspieler und Fußballtrainer
- 3. Mai: Věra Čáslavská, Kunstturnerin
- 5. Mai: Peter Rubin, deutscher Sänger, Moderator und Gitarrist
- 5. Mai: Tammy Wynette, US-amerikanische Country-Sängerin († 1998)
- 5. Mai: Marc Alaimo, US-amerikanischer Schauspieler
- 6. Mai: Ariel Dorfman, chilenischer Autor und Dramatiker
- 6. Mai: Amadeus August, deutscher Schauspieler († 1992)
- 7. Mai: Gerhard Polt, bayerischer Kabarettist
- 7. Mai: Justin Hinds, jamaikanischer Sänger († 2005)
- 9. Mai: John Ashcroft, US-amerikanischer Politiker
- 10. Mai: Jim Calhoun, US-amerikanischer Basketballtrainer
- 11. Mai: Elisabeth Gehrer, österreichische Politikerin
- 12. Mai: Klaus Solmecke, Alt-Bürgermeister von Gevelsberg
- 12. Mai: Friedhelm Hofmann, Bischof von Würzburg
- 12. Mai: Heinz Köhler, deutscher Politiker
- 12. Mai: Ian Dury, englischer Musiker, Songwriter und Schauspieler († 2000)
- 12. Mai: Barry B. Longyear, US-amerikanischer SF-Autor
- 13. Mai: Pál Schmitt, ungarischer Fechter, Diplomat und Politiker
- 14. Mai: Dieter Pützhofen, deutscher Politiker
- 14. Mai: Jörg-Otto Spiller, deutscher Politiker und MdB
- 14. Mai: Rüdiger Vogler, Schauspieler
- 14. Mai: Prentis Hancock, schottischer Schauspieler
- 17. Mai: Eberhard David, Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld
- 17. Mai: Taj Mahal (Musiker), US-amerikanischer Blues-Musiker
- 18. Mai: Rodney Dillard, US-amerikanischer Country-Musiker
- 19. Mai: Doris Nefedov, deutsche Sängerin († 1969)
- 19. Mai: Otto Jägersberg, deutscher Schriftsteller und Filmemacher
- 19. Mai: Hans-Jürgen Ewers, Präsident der TU Berlin († 2002)
- 19. Mai: Gary Kildall, US-amerikanischer Informatiker († 1994)
- 20. Mai: Egon Jüttner, deutscher Politiker und MdB
- 20. Mai: Charles B. Blankart, Schweizer Volkswirt
- 22. Mai: Theodore Kaczynski, US-amerikanischer Briefbomben- Attentäter
- 27. Mai: Karl Heinz Roth, Historiker, Sozialforscher und Arzt
- 27. Mai: Kenneth Bernard, Leichtathlet und Olympiateilnehmer
- 27. Mai: Peter Grottian, Professor für Politikwissenschaft
- 28. Mai: Stanley Prusiner, Professor für Biochemie
- 3. Juni: Michael Bürsch, deutscher Politiker
- 3. Juni: Curtis Mayfield, US-amerikanischer Soul-Musiker († 1999)
- 5. Juni: Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, Präsident von Äquatorialguinea
- 5. Juni: Charles Dodge, US-amerikanischer Komponist
- 6. Juni: Klaus Bednarz, deutscher Journalist
- 6. Juni: Norberto Rivera Carrera, Erzbischof von Mexiko-Stadt und Kardinal
- 7. Juni: Anneke Grönloh, niederländische Sängerin
- 8. Juni: Horst Wolter, deutscher Fußballspieler
- 8. Juni: Patrizius, deutscher Sänger, Komponist, Moderator und Musikverleger
- 10. Juni: Herwig van Staa, Landeshauptmann von Tirol
- 11. Juni: Reinhard Riegel, deutscher Rechtswissenschaft und Datenschutzexperte († 2000)
- 11. Juni: Gunter Gabriel, deutscher Sänger
- 11. Juni: Peter Blusch, ehemaliger deutscher Fußballspieler
- 12. Juni: Helga Daub, deutsche Politikerin und MdB
- 12. Juni: Bert Sakmann, deutscher Nobelpreisträger
- 15. Juni: John McLaughlin (Politiker), Direktor der Central Intelligence Agency
- 15. Juni: Herman Berkien, niederländischer Entertainer und Sänger († 2005)
- 16. Juni: Giacomo Agostini, italienischer Mototrradrennfahrer
- 16. Juni: Walter Schwimmer, österreichischer Politiker, Generalsekretär des Europarats
- 17. Juni: Mohammed el-Baradei, Generaldirektor der IAEO, Friedensnobelpreisträger
- 18. Juni: Nick Tate, australischer Schauspieler
- 18. Juni: Paul McCartney, britischer Sänger, Musiker und Komponist (The Beatles)
- 18. Juni: Thabo Mbeki, derzeitiger Staatspräsident von Südafrika
- 18. Juni: Jürgen May, deutscher Leichtathlet
- 18. Juni: Wolfgang Zöller, deutscher Politiker und MdB
- 18. Juni: Roger Ebert, Filmkritiker der USA
- 18. Juni: Hans Vonk, niederländischer Dirigent († 2004)
- 20. Juni: Heinz Kindermann, deutscher Europaabgeordneter
- 20. Juni: Brian Wilson, US-amerikanischer Musiker (The Beach Boys)
- 21. Juni: Helmut Linssen, deutscher Politiker
- 22. Juni: Erhart Körting, deutscher Politiker
- 22. Juni: Laila Freivalds, schwedische Politikerin
- 23. Juni: Hannes Wader, Liedermacher, Sänger und Gitarrist
- 24. Juni: Eduardo Frei Ruiz-Tagle, chilenischer Politiker
- 24. Juni: Gerhard Roth (Autor), österreichischer Schriftsteller
- 25. Juni: Volker David Kirchner, deutscher Komponist
- 25. Juni: Ivan Binar, tschechischer Schriftsteller und Übersetzer
- 25. Juni: Willis Reed, US-amerikanischer Basketballspieler
- 27. Juni: Waltraud Schoppe, deutsche Politikerin
- 28. Juni: Rupert Sheldrake, britischer Autor und Biologe
- 28. Juni: Hans-Joachim Walde, deutscher Leichtathlet
- 28. Juni: Chris Hani, südafrikanischer Politiker († 1993)
- 29. Juni: Gilberto Gil, brasilianischer Musiker und Politiker
- 30. Juni: Friedrich von Thun, österreichischer Schauspieler
- 30. Juni: Robert Ballard, US-amerikanischer Schriftsteller und Tiefsee-Wissenschaftler

2. Halbjahr


- 1. Juli: Geneviève Bujold, frankokanadische Filmschauspielerin
- 2. Juli: Gert Neumann, deutscher Schriftsteller
- 2. Juli: Vicente Fox, Präsident von Mexiko
- 3. Juli: Uwe Nickel (Maler), Grafiker und Maler
- 5. Juli: Hennes Löhr, ehemaliger deutscher Fußballspieler und Trainer
- 5. Juli: Matthias Bamert, Schweizer Komponist und Dirigent
- 7. Juli: Rosel Zech, Theaterschauspielerin
- 10. Juli: Mirjana Marković, Ehefrau des jugoslawischen und serbischen Präsidenten Slobodan Miloševic'
- 10. Juli: Hermann Burger, Schweizer Schriftsteller († 1989)
- 11. Juli: Andrae Crouch, Gospelsänger und Komponist
- 11. Juli: Tomasz Stańko, polnischer Jazztrompeter
- 12. Juli: Lothar Ledderose, deutscher Kunsthistoriker
- 13. Juli: Rudolf Albrecht, Vertreter der kirchlichen Friedensbewegung in der DDR
- 13. Juli: Roger McGuinn, US-amerikanischer Musiker
- 13. Juli: Harrison Ford, US-amerikanischer Schauspieler
- 14. Juli: Javier Solana, spanischer Politiker und Außenminister der EU
- 16. Juli: Margaret Smith Court, australische Tennisspielerin
- 16. Juli: Desmond Dekker, jamaikanischer Reggae-Sänger
- 17. Juli: Connie Hawkins, US-amerikanischer Basketballspieler
- 18. Juli: Giacinto Facchetti, ehemaliger italienischer Fußballspieler
- 18. Juli: Adolf Ogi, Schweizer Politiker
- 21. Juli: Alfred Gomolka, deutscher Politiker und Mitglied des Europäischen Parlaments
- 21. Juli: Klaus-Rüdiger Landowsky, Politiker
- 22. Juli: Bernd Schröder, deutscher Fußballtrainer
- 22. Juli: Peter Habeler, Extrembergsteiger, Abenteurer
- 23. Juli: Edda Müller, deutsche Politikerin
- 23. Juli: Myra Hindley, englische Serienmörderin († 2002)
- 26. Juli: Hannelore Elsner, deutsche Schauspielerin
- 26. Juli: Barry Graves, Journalist, Autor und Radiomoderator († 1994)
- 26. Juli: Vladimír Mečiar, slowakischer Politiker
- 29. Juli: Sten Nadolny, ein deutscher Schriftsteller
- 30. Juli: Harald Bretschneider, deutscher evangelischer Pfarrer
- 30. Juli: Sergio Ferrero, Politikwissenschaft
- 31. Juli: Hartmut Mehdorn, Maschinenbauingenieur und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG
- 1. August: Adriano Sofri, italienischer Journalist
- 1. August: Jerry Garcia, Musiker und Bandleader der Grateful Dead († 1995)
- 1. August: Claes-Håkan Ahnsjö, schwedischer Tenor
- 2. August: Chester Leo Helms, Mitgründer der Gruppe Big Brother & the Holding Company († 2005)
- 2. August: Leo Beenhakker, niederländischer Fußballtrainer
- 3. August: Friedel Grützmacher, deutsche Politikerin
- 4. August: David Lange, Premierminister von Neuseeland 1984–1989 († 2005)
- 4. August: Walter Stürm, Schweizer Ausbrecherkönig in den 1970er bis 1990er Jahren († 1999)
- 4. August: Don S. Davis, US-amerikanischer Schauspieler
- 4. August: Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG
- 5. August: Sergio Ramírez, nicaraguanischer Schriftsteller und Politiker
- 6. August: Evelyn Hamann, deutsche Schauspielerin
- 7. August: Caetano Veloso, brasilianischer Sänger, Komponist und Liedermacher
- 7. August: Sigfried Held, deutscher Fußballspieler
- 9. August: Jack DeJohnette, US-amerikanischer Jazz-Schlagzeuger und Pianist
- 12. August: Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der evangelischen Kirche
- 13. August: Sheila Armstrong, englische Sopranistin
- 13. August: Son Seals, US-amerikanischer Blues-Musiker († 2004)
- 15. August: Pete York, britischer Rockmusiker, Schlagzeuger
- 15. August: Friede Springer, deutsche Verlegerin
- 15. August: Gerhard Roth (Biologe), Professor für Verhaltensphysiologie
- 16. August: Reinhard Klimmt, deutscher Politiker
- 16. August: Lesley Turner, ehemalige australische Tennisspielerin
- 20. August: Hannelore Hoger, deutsche Schauspielerin
- 20. August: Bernd Kannenberg, deutscher Leichtathlet
- 20. August: Isaac Hayes, US-amerikanischer Soulmusiker und Komponist
- 21. August: Herbert Bönnen, deutscher Fußballspieler
- 21. August: Tommy Kent, deutscher Schlagersänger, Schauspieler, Maler und Architekt
- 21. August: Ernst Welteke, deutscher SPD-Politiker und Volkswirt; ehemal. Bundesbankpräsident
- 21. August: Volker Danner, ehemaliger Fußballspieler († 2005)
- 22. August: Harald Norpoth, ehemaliger deutscher Leichtathlet


Brüdergemeinde

Die Brüdergemeinde ist einer christlichen Freikirche vergleichbar, wobei die örtlichen Brüdergemeinden selbstständig, aber in Lehre und Praxis der Gesamtheit der "Versammlung" verbunden sind. Einige haben sich auch mit den deutschen Baptisten 1942 zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden vereinigt. Die Brüdergemeinden (ab 1829) sind nicht zu verwechseln mit den Herrnhuter Brüdergemeinden (ab 1722), noch mit den beiden württembergischen Brüdergemeinden Korntal und Wilhelmsdorf. Deren Ursprung ist der württembergische Pietismus, der keine gemeinsamen historischen Wurzeln mit den Brüdergemeinden hat, obwohl in einigen Punkten theologische Nähe festgestellt werden kann.

Andere Bezeichnungen für die Brüdergemeinde

Ursprünglich lehnte es die Brüderbewegung ab, ihren Versammlungen einen offiziellen Namen zu geben. Sie beanspruchten für sich, jeweils Gemeinde (Versammlung) Gottes am Ort zu sein. Eine besondere Bezeichnung hätte sie wieder zu einer der verschiedenen Konfessionen gemacht, was sie unbedingt, jedoch letztendlich vergeblich zu verhindern suchten. Ihre strikte Ablehnung, ihrer Bewegung einen Namen zu geben, führte dazu, dass sie von ihrem Umfeld mit unterschiedlichen Bezeichnungen belegt wurde. Hinzu kam, dass viele Gemeinden der Brüderbewegung sich spalteten bzw. sich gegenseitig ihre Rechtmäßigkeit absprachen. Insofern wurden weitere Bezeichnungen notwendig, um zum Beispiel die Offenen Brüdergemeinden von den Exklusiven zu unterscheiden. Folgende Bezeichnungen für die Brüderbewegung bzw. einige ihrer Teile finden heute Verwendung:
- Brüderversammlung
- Brüderbewegung
- Christen ohne Benennung oder Christen ohne Namen
- Christliche Versammlung oder Versammlung (nach der Übersetzung der Elberfelder Bibel, in der das griechische "ekklesia" (Luther: Gemeinde) mit "Versammlung" wiedergegeben wird)
- Darbysten (keine Eigenbezeichnung, nach dem Begründer der Brüdergemeinden John Nelson Darby
- Exklusive (Bezeichnung für die "geschlossenen Brüdergemeinden")
- De Fienen (= "die Feinen"; ironisierende Bezeichnung im Dialekt des Bergischen Landes; sie zielt auf die Tatsache ab, dass viele Männer der Brüdergemeinden den oberen Schichten des Bürgertums angehören)
- Plymouth-Brethren (Brüder)

Geschichte

Irland und England

Keimzelle der Brüderbewegung war ein kleiner Kreis in Dublin, Irland, der sich seit dem Frühjahr 1829 angeregt durch den Zahnarzt Anthony Norris Groves(1795-1853) regelmäßig zum Bibelstudium versammelte. Zentrum der Lehren war, dass sich Jünger Christi frei und unabhängig von Denominationen versammeln, das Wort Gottes verkündigen, das Brot miteinander brechen, sich von der Welt absondern und gleichzeit die Wiederkunft Jesu erwarten sollten. Man sah die Not der vielen bestehenden Kirchen und Benennungen und man hatte den Wunsch, auch der Einheit der Gläubigen, die vor Gott trotzdem besteht (Epheserbrief 4,4a), Ausdruck zu geben, indem man so viel als möglich verwaltende Organisation aufgab und einfach als lebendiger Organismus zusammenkam. Jeder überzeugte Christ war willkommen, von welcher Konfession er auch kam. Kurze Zeit später wagte man in diesem Kreis aufgrund den Belehrungen des Neuen Testaments das sonntägliche Abendmahl zu feiern, was dort nicht gebunden an eine Institution gesehen wird. Groves war der Überzeugung, dass Gläubige, die sich als Jünger Christi versammeln, frei seien, das Brot miteinander zu brechen, wie ihr Herr es ihnen anvertraut hat. Bald fand auch der ehemalige anglikanische Priester John Nelson Darby Kontakt durch den Juristen John Gifford Bellett zu diesen Kreisen. Diese Kreise sollten der Ursprung einer aufbrechenden Brüderbewegung werden. Innerhalb weniger Jahre entstanden auch in Großbritannien ähnliche Kleingemeinden. Ab 1832 erfolgten diese Zusammenkünfte dann in der Bethesda-Kapelle. Ursprünglich waren beide Versammlungen noch miteinander verbunden und tauschten sich im Verkündigungsdienst aus. Durch Benjamin Wills Newton kam Darby zusammen mit George Vicesimus Wigram, dem Autor der Wigram-Konkordanzen, nach Plymouth. Dort gab es einen kleinen Kreis von Gläubigen um den ehemaligen Marineoffizier Percy Francis Hall. Plymouth, wurde bald das Zentrum dieser Bewegung, weshalb die Brüdergemeinden lange auch unter dem Namen Plymouth Brethren bekannt waren. Es gab auch Anfeindungen von Seiten der kirchlichen Kreise. Im Laufe der Zeit erlangte Darby entscheidende Bedeutung für die Bewegung und wurde der informelle Führer der konservativeren Richtung dieser Brüderbewegung. Ein anderer Kreis stand unter dem Einfluss des Deutschen Georg Müller (1805-1898) aus Halle an der Saale und Henry Craik (1805-1866). Diese missionarisch orientierten Versammlungen trafen sich seit 1832 im englischen Bristol. Während Darby die "Philadelphia-Gemeinde" jenseits aller christlichen Denominationen um den einen Tisch sammeln wollte, legten Georg Müller und seine Heimatversammlung Wert auf Begegnung und Zusammenarbeit mit aktiven Christen aus anderen Konfessionen.

Trennung

Zum endgültigen Bruch der beiden Gruppierungen kam es im Jahr 1848 als es um die Frage nach der überörtlichen Verbindlichkeit von Gemeindeausschlüssen und um Newton und seinen Lehren über die Leiden Christi ging. Die Plymouth Brethren um Darby entwickelten ein sehr enges Gemeinschafts- und Gemeindeverständnis und verlangten, dass alle mit ihnen Verbundenen z.B. Gemeindeausschlüsse zu akzeptieren und ebenfalls nachzuahmen hätten. Die Versammlung in Bristol schloss sich nicht dem strengeren Weg Darbys an und nannte sich später deshalb die ’’Offenen Brüder’’ während Darbys Gemeinden als ’’Exklusive Brüder’’ bekannt wurden. Die Bezeichnung "exklusiv" von lat. ex-cludere ist entstanden, weil dieser Zweig das Mahl des Herrn "aus-schließend" feiert im Bewusstsein der kollektiven Verantwortung der örtlichen Versammlung (s. u., gemäß 1. Korintherbrief Kap. 10) und nicht nur in persönlicher Verantwortung (1. Korintherbrief Kap. 11). Er kommt also nicht daher, dass sich diese Christen sich für etwas Besseres hielten oder angesehener waren (wie es spöttisch oder irrtümlich im Volksmund verwendet wurde). Kurz vor und nach dem Tode Darbys trennten sich führende Männer der Brüderbewegung (unter anderem Kelly, Raven, Stoney, Stuart) von den Darbysten und gründeten eigene Gemeinden, die zum Teil heute noch bestehen (zum Beispiel die so genannten Raven-Brüder). Große Teile konnten jedoch auch wieder zueinander finden. Die Trennung "offen-geschlossen" besteht grundsätzlich aber bis heute. Heutzutage versteht man im englisch-sprachigen Raum unter den Exclusive Brethren hauptsächlich die Raven-Taylor-Richtung.

Deutschland

Beide Richtungen der Brüderbewegung fanden den Weg nach Deutschland.

Offene Brüder in Deutschland

Die deutsche Geschichte der Brüderbewegung beginnt mit der Entstehung einer Versammlung in Stuttgart 1843 unter dem Einfluss Müllers, später entsteht auch eine in Tübingen. Zu den eigentlichen Gründern der deutschen Brüderbewegungen zählt der Jurist Julius Anton Eugen von Poseck, der sich seit 1851 in Düsseldorf und Wuppertal mit erweckten Gläubigen versammelte und mit diesen auch das Abendmahl feierte. Zudem übersetzte er schriftliche Werke Darbys ins Deutsche. Poseck ging danach nach England und wirkte auch dort führend in den Versammlungen. Erste Versammlungen der offenen Brüder entstehen am Ende des 19. Jahrhunderts. Die "Offenen Brüder" standen in Beziehung zu dem Evangelisten Friedrich Wilhelm Baedeker. Bei seinen zahlreichen Missionsreisen, die ihn bis zur russischen Strafkolonie Sachalin führten, wurde er zum entscheidenden Gemeindegründer der Brüderbewegung in West- und Osteuropa. Die "Offenen Brüder" suchten auch in Deutschland die Begegnung und Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Sie nahmen an Veranstaltungen der Evangelischen Allianz teil, waren engagiert im "Verband gläubiger Offiziere" und waren Mitbegründer der Allianz-Bibelschule Berlin, der heutigen Bibelschule Wiedenest im Oberbergischen.

Exklusive Brüder in Deutschland

Darby fand Kontakt zu dem Elberfelder Pädagogen Carl Brockhaus, über den er Zugang zu vielen suchenden christlichen Kreisen erhielt. Er leistete den maßgeblichen Beitrag zur Entstehung der deutschen Brüderbewegungen. Brockhaus war bereits evangelistisch tätig und war Mitarbeiter des Evangelischen Brüdervereins. Nach Meinungsverschiedenheiten trat er mit einigen Mitarbeitern aus und sie gründeten in Wuppertal-Elberfeld zunächst eine eigene Versammlung, die sich aber dann mit der immer größer werdenen Brüderbewegung verbunden wusste. Überaus schnell breitete sich die Brüderbewegung von Elberfeld aus. Glaubensgeschwister versammelten sich im Bergischen Land, im Siegerland, im Dillkreis und im Wittgensteiner Land. Zudem reiste Brockhaus ausgiebig durch die deutschen Länder und in die Niederlande und in die Schweiz und vielerorts entstanden neue Gemeinden. Erwartungsgemäß kam es dabei vielerorts zu Anfeindungen und Verfolgungen. Dennoch wuchs die Anhängerzahl der Brüderbewegung. Um 1900 wurden 20.000 Anhänger in den Elberfelder Versammlungen geschätzt. Später gab Brockhaus mit Darby und von Poseck die Elberfelder Bibel heraus, eine wortgetreue Übersetzung der Heiligen Schrift. Später gaben die Offenen Brüder eine Revision dieser Übersetzung, die Revidierte Elberfelder Übersetzung, heraus, die aber nicht mehr so konkordant ist wie das ursprüngliche Werk. Vom Gedankengut der Brüderbewegung beeinflusst ist auch die von Cyrus I. Scofield bearbeitete Scofield-Bibel, die das dispensationistische Modell der Heilsgeschichte einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machte. Adolph Ernst Knoch, ein amerikanischer Darbyst, führte diesen textgetreuen Ansatz konsequent weiter und gab ein Konkordantes Neues Testament heraus, das jetzt vom Konkordanten Verlag Pforzheim verlegt wird.

Brüderbewegung im Dritten Reich

Am 14. Juli 1937 wurden die Brüdergemeinden von den Nationalsozialisten verboten. Ein Grund dafür war die Annahme, 1.) die Bewegung verweigere die Mitwirkung am Staat und 2.) ihre Organisationslosigkeit; Hauptverantwortliche waren offiziell nicht "bestellt". Ende 1937 trafen sich - mit Erlaubnis der Behörden - rund 1000 Brüder aus den exklusiven und offenen Brüdergemeinden, um den Bund freikirchlicher Christen (BfC) zu gründen, aber sie mussten mit dem nationalsozialistischen Staat zusammenarbeiten. 1942 vereinigte sich diese Vereinigung mit dem Bund der Baptisten zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BefG). Allerdings hatten längst nicht alle Brüdergemeinden diesen Zusammenschluss vollzogen. Viele - vor allem die "Exklusiven Brüder" - arbeiteten und versammelten sich während der NS-Zeit im Untergrund. Andere waren für die Zeit der Diktatur formelle Mitglieder, traten jedoch nach 1945 wieder aus dem Bund aus, kamen allerdings auch nicht zurück in die sich wieder formierende (fortan) "Alte Versammlung". Man nennt sie die "bundes-freien Brüder" oder den "Freien Brüderkreis". In Deutschland gibt es auch Baptistengemeinden, die nicht dem BefG angehören, sog. Freie Baptisten.

Nachkriegszeit und heutige Situation in Deutschland

In den 90er Jahren spaltete sich ein Teil der "Exklusiven Brüder" ab, teils freiwillig, teils gezwungenermaßen. Hintergrund waren v.a. Streitigkeiten über strittige Ausschlussverfahren und über Fragen der Gastzulassung zum Abendmahl. So entstanden zahlreiche "Blockfreie Brüdergemeinden." Damit gibt es heute vier Versammlungsgruppen:
- Die Bundesgemeinden, die dem BEFG und damit dem VEF und der Evangelischen Allianz angehörig sind. Sie haben enge Beziehungen zu anderen Freikirchen und arbeiten mit ihnen zusammen und besitzen typische "offene" Lehrgrundsätze. Frauen beteiligen sich vermehrt an den Zusammenkünften und es sind charismatische Einflüsse zu erkennen. Älteste werden gewählt und benannt. Abweichende Ansichten werden geduldet, soweit sie nicht öffentlich gelehrt werden. Die Bundesgemeinden bestehen aus 120 Gemeinden mit etwa 9.000 Gliedern.
- Die bundesfreien Gemeinden sind keinem übergeordneten Gemeindeverbund zugehörig, pflegen aber, je nach Gemeinde, Beziehungen zu anderen Freikirchen, teilweise arbeitet man in der Evangelischen Allianz und bei ProChrist mit. Es bestehen Verbindungen zu solchen Versammlungen, bei denen man für charismatische Einflüsse offen ist. Bundesfreie Gemeinden vertreten typisch "offene" Lehrgrundsätze". Frauen dürfen sich in der Regel nicht an den Zusammenkünften beteiligen. Es werden keine kardinalen Irrlehren geduldet. Vor Irrlehren wird öffentlich gewarnt. Es gibt rund 230 bundesfreie Gemeinden mit 30.000 Gliedern.
- Die geschlossenen Versammlungen haben keine gemeindlichen Beziehungen zu Kirchen und Freikirchen, nur zu anderen geschlossenen Versammlungen. Sie lehnen die Mitarbeit in allianz-orientierten Aktionen grundsätzlich ab. Sie sind geschlossen für charismatische Einflüsse. Abendmahlsgastzulassungen aus "nichtgeschlossenen" Gemeinden werden manchmal praktiziert. Zurzeit gibt es etwa 250 Gemeinden mit 15.000 Gliedern.
- Die blockfreien Gemeinden sind ebenfalls keinen überörtlichen Verband angehörig, sie pflegen vor allem Beziehungen zu bundesfreien Gemeinden, jedoch keine Kontakte zu geschlossenen Gemeinden. Sie arbeiten teilweise in allianzorientierten Aktionen mit. Teilweise werden auch Älteste benannt. Es werden keine kardinalen Irrlehren geduldet. Zu dieser Versammlungsgruppe gehören etwa 50 Gemeinden mit 3.000 Gliedern
- Seit ca 1980 entstanden vermehrt Gemeindegründungen, die sich allgemein brüdergemeindlich orientieren. Diese Gemeinden haben meist kaum einen Bezug zur Geschichte der Brüdergemeinden, orientieren sich aber an einem Grossteil der Lehren und suchen die Gemeinschaft zu den Brüdergemeinden in Konferenzen und Werken. Zu den Werken, die die Gemeindegründung unter den Brüdergemeinden fördern, gehören die Deutsche Inland-Mission (DIM) und indirekt die Konferenz für Gemeindegründung (KfG).

Lehre und Praxis

Die Brüdergemeinden verstehen sich als "bibeltreue" christliche Gemeinden, wobei das gemeindliche Leben wie auch das Lehrverständnis mit anderen freikirchlichen Gruppierungen in weiten Teilen konform gehen. Im Folgenden sollen daher nur die wesentlichen Unterschiede dargestellt werden.

Struktur

Einige Brüdergemeinden außerhalb des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden lehnen fest geschriebene Organisationsstrukturen ab. Die Zeit der biblischen Gemeindeämter (Hirten, Lehrer, Älteste und Diakone) ist entsprechend ihrer heilsgeschichtlichen Schau der Kirchengeschichte unwiederbringlich vorbei. Einer der Gründe: Es gibt keine Apostel mehr; nur sie konnten - so die Sicht einiger Brüdergemeinden - in die genannten Ämter berufen. Für die Gegenwart gilt allein das Wort Jesu: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte" (Matthäus 18,20). Über die Fragen des Gemeindelebens wird in so genannten "Brüderstunden" gesprochen, zu denen Brüder eingeladen sind, die der Gemeinde durch ihren Dienst vorstehen. Bei den Beschlüssen wird Einmütigkeit angestrebt. "Bewährte" und begabte Brüder werden von der Brüderversammlung mit der Durchführung der Gesprächsergebnisse beauftragt. Da im Bereich der Vermögens- und Immobilienverwaltung ein gewisses Maß an Organisation von staatlicher Seite vorgeschrieben ist, hat man innerhalb vieler Brüdergemeinden einen kleinen Trägerverein gegründet, der die genannten Aufgaben übernimmt. Dieser Verein ist meist als gemeinnützig anerkannt und kann auch die erforderlichen Spendenquittungen ausstellen. Die überregionale Verbindung zwischen den einzelnen Ortsgemeinden wird vor allem durch jährlich statt findende Bibelkonferenzen gefördert. Bekannte Konferenzen bei den Bundgemeinden waren u.a. die Berlin-Hamburger und die Köln-Elberfelder Konferenz. Im Jugendbereich erfreut sich die Wiedenester Konferenz zu Pfingsten großer Beliebtheit. Von mehreren Brüdergemeinden fest angestellte Reiseprediger tragen ebenfalls zur Vernetzung der Gemeinden bei.

Taufe

Zu einem großen Teil wird in den Brüdergemeinden die Gläubigentaufe - fälschlicherweise oft als Erwachsenentaufe bezeichnet - praktiziert. Hier entscheidet sich der Einzelne bewusst für den Glauben an Jesus Christus und meldet sich bei Brüdern seines Vertrauens, um getauft zu werden. Eine Ausnahme bilden hier die so genannten "Englischen Versammlungen", die auch Säuglinge taufen, sofern sie einer Gemeindefamilie entstammen und ihre christliche Erziehung gewährleistet ist. Z. T. wird dies auch in Frankreich und in der französischen Schweiz praktiziert, einem Wirkungsgebiet John Nelson Darbys, der diesbezüglich ein differenziertes Schriftverständnis hatte. Die Taufe findet in einem größeren Becken (Baptisterium) statt, in dem der Täufling ganz untergetaucht wird (entsprechend der biblischen Taufpraxis). Diese Becken befinden sich häufig im Versammlungsraum der Gemeinde; die Taufe kann aber zum Beispiel auch im Schwimmbad oder in einem offenen Gewässer vollzogen werden bzw. in der Badewanne einer Privatwohnung.

Abendmahl

Das sonntägliche Abendmahl - die Brüdergemeinden bezeichnen es als "Brotbrechen" - bildet das geistliche Zentrum des gemeindlichen Lebens. Die Gestaltung der Feier unterliegt keiner festgeschriebenen Liturgie, hat jedoch oft folgende Elemente: Die Gemeinde versammelt sich in aller Stille um den Abendmahlstisch, auf welchem sich Brot und Wein befinden. Die beiden Substanzen des Abendmahls - Brot und Wein - werden als Zeichen des Todes Jesus Christus aber auch als "Zeichen der Liebe Gottes" verstanden. Nicht Menschen, sondern der Heilige Geist soll die Feier gestalten. Er bewegt nach Auffassung der Brüdergemeinde verschiedene Männer der Gemeinde, zur Gestaltung der Feier beizutragen. So werden in nicht festgelegter Reihenfolge freie Gebete gesprochen, gemeinsam zu singende Lieder vorgeschlagen und Bibeltexte gelesen, mitunter auch kurze Ausführungen dazu. Auffällig ist allerdings, dass in den meisten Brüdergemeinden die Frauen - abgesehen vom gemeinsamen Gesang – im Gottesdienst schweigen. In vielen Brüdergemeinden sitzen die Frauen auch von den Männern getrennt. Am Abendmahl teilnehmen kann in der Regel nur, wer zum Abendmahl zugelassen wurde. Diese Zulassung setzt den persönlichen Glauben an Jesus Christus, die Gläubigentaufe und ein Gespräch mit den Brüdern voraus, die den Betreffenden der Gemeinde vorschlagen. Erfolgen keinerlei Bedenken in einem kurzen Zeitraum, darf derjenige mit am Brotbrechen teilnehmen. Auswärtige Abendmahlsteilnehmer haben in einigen Gemeinden ein Empfehlungsschreiben ihrer Heimatgemeinde vorzulegen oder zumindest glaubhaft zu versichern, dass sie auch dort "in Gemeinschaft sind".

Predigt

Die Brüdergemeinde hat in der Regel keinen Pastor oder fest angestellten Prediger. Den Predigtdienst versehen Brüder der Gemeinde, die dazu begabt sind. Hin und wieder werden auch Männer auswärtiger Gemeinden als Gastprediger eingesetzt. Es kommt selten vor, dass ein und derselbe Prediger an zwei aufeinander folgenden Sonntagen den Verkündigungsdienst versieht (sehr kleine Gemeinden ausgenommen). Man ist der Überzeugung, dem biblischen Grundsatz des "Priestertums aller Gläubigen" zu entsprechen. Außerdem - so die Brüdergemeinde - verhindert die wechselnde Predigtverantwortung die Verengung der Verkündigung auf eine einseitige Lehre.

Stellung der Frau in der Gemeinde

In den Brüderversammlungen nimmt man das Schweigegebot für Frauen (1. Korintherbrief 14:33) sehr ernst, interpretiert es jedoch unterschiedlich. Traditionell beteiligen sich Frauen nur am gemeinsamen Gesang, in offenen Gemeinden aber vermehrt auch am Gebet, an der Schriftlesung und dem Bibelgespräch. Frauen führen aber keine Wortverkündigung (Predigt oder Bibelauslegung) durch, leiten die Gemeinde auch nicht (1. Timotheusbrief 2:12). In unterschiedlichen Gemeinden (meist Bundesgemeinden) ist eine stärker werdende Beteiligung von Frauen in den Zusammenkünften zu bemerken.

Tätigkeitsfelder (Werke) und Einrichtungen


- Barmer Zeltmission
- Christliche Bücherstuben GmbH, Dillenburg
- Christliche Jugendpflege e.V., Basdahl und Dillenburg
- Christliche Verlagsgesellschaft mbH, Dillenburg
- Christliche Schriftenverbreitung, Hückeswagen
- Christliche Literatur-Verbreitung, Bielefeld
- CRG Reisen GmbH, Basdahl
- Missionswerk Werner Heukelbach
- Kinder-Radio vom Missionswerk Werner Heukelbach
- Mission Süd-Ost-Europa
- Missionshaus Bibelschule Wiedenest
- Deutsche Inland-Mission
- Freizeitheime in:
  - Basdahl
  - Berthelsdorf
  - Besenfeld
  - Rehe
  - Retzow
  - Sagar
  - Wrist
  - Zavelstein
- Internetportal "christ-online"
- media C GmbH, Dillenburg
- Stiftung der Brüdergemeinden, Bergisch Gladbach

Literatur


- Ulrich Bister: Die Brüderbewegung in Deutschland von ihren Anfängen bis zum Verbot des Jahres 1937. - Marburg, Univ. Diss., 1983
- Erich Geldbach: Christliche Versammlung und Heilsgeschichte bei John Nelson Darby. - Wuppertal : Brockhaus, 1975
- Erich Geldbach: Freikirche : Erbe, Gestalt und Wirkung. - Götingen : Vandenhoek & Ruprrecht, 2004. - ISBN 3-525-87193-7
- Wolfgang E. Heinrichs: Freikirchen - eine moderne Kirchenform : Entstehung und Entwicklung von fünf Freikirchen im Wuppertal. - Gießen : Brunnen-Verl., 1989 (2. Aufl. 1990). - ISBN 3-7655-9346-X
- Gerhard Jordy (Hrsg.), 150 Jahre Brüderbewegung in Deutschland. - Dillenburg : Christl. Verlagsges., 2003
- Kurt Karrenberg: Warum Versammlungen der "Brüder"?. - Dillenburg : Christl. Verlagsges., 1960
- Karl H. Voigt: Freikirche in Deutschland. - Leipzig : Evangel. Verlagsanst., 2004. - ISBN 3-374-02230-8
- Andreas Steinmeister: ... ihr alle aber seid Brüder. - Lychen : Daniel-Verlag, 2004 - ISBN 3-935955-34-0
- Andreas Liese: Verboten - geduldet - verfolgt. Die nationalsozialistische Religionspolitik gegenüber der Brüderbewegung. - Hammerbrücke : Jota-Publikationen, 2003 - ISBN 3-935707-12-6
- Gerhard Jordy: "Die Brüderbewegung in Deutschland" ,3 Bände, R. Brockhaus-Verlag, Wuppertal 1979, ISBN 3-417-24060-3
- Andrew Miller: "Die Brüder", Ernst Paulus-Verlag, Neustadt, 1981
- Arend Remmers: "Gedenket eurer Führer", Heijkoop-Verlag, Schwelm 1983
- Friedhelm Menk: "Die Brüderbewegung im Dritten Reich" CLV Bielefeld, 1986

Siehe auch


- Portal:Freikirchen
- Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
- Hermann Heinrich Grafe, Gründer der Freien evangelischen Gemeinden
- Ernst Schrupp (1915 - 2005), Theologe, Leiter des Missionshauses und der Bibelschule Wiedenest
- Johannes Warns, Begründer der Bibelschule Wiedenest
- Georg Müller, der "Waisenvater von Bristol"
- Carl Brockhaus
- Roger Liebi
- Karl-Heinz Vanheiden

Weblinks


- [http://www.bruederbewegung.de Umfangreiche unabhängige Seite zur Geschichte und Theologie der Brüderbewegung]
- [http://www.bruederbewegung.de/internationalelinks.html Zusammenstellung fremdsprachiger Links]
- [http://www.bruederbewegung.de/bibliothek/literatur.html Ausführlichere Literaturliste]
- [http://www.bruederbewegung.de/bibliothek/download.html Zahlreiche Dokumente zum Download] Kategorie:Christliche Konfession Kategorie:Freikirche

Elim-Gemeinden

Elim-Gemeinden sind freikirchlich orientierte Gemeinden. Sie gehören konfessionskundlich zur Pfingstbewegung. Organisatorisch gehört ein Teil der deutschen Elim-Gemeinden zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, ein anderer - die sogenannten Christengemeinden Elim - zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden.

Ursprünge

Als Gründer der Elim-Bewegung gilt Heinrich Vietheers (1883 - 1968), dessen ursprüngliche geistliche Heimat der Gnadauer Gemeinschaftsverband (Gemeinschaftsbewegung) und der CVJM war. Hier erlebte er auch seine Bekehrung. Er engagierte sich in der Zeltmission Jacob Vetters, die sowohl von der waliser Erweckungsbewegung als auch von der Pfingstbewegung beeinflußt war. 1906 läßt er sich in einer taufgesinnten Gemeinde taufen, worauf sich der Gemeinschaftsverband von ihm trennte. Vietherrs arbeitete zunächst als freier Evangelist und gründete 1922 eine eigene Zeltmission, die "Zeltmission Berlin-Lichterfelde e.V". Aus der Arbeit dieser Zeltmission entstand 1926 in Hamburg die erste "Christengemeinde Elim". In ihr sammelten sich Gläubige, die aufgrund ihrer charismatischen Erfahrungen oder ihrer pfingstlicher Lehren in anderen Kirchen und Freikirchen abgewiesen worden waren. Diese Gemeinde gilt als Keimzelle der Elim-Bewegung.

Ausbreitung

In den 12 Jahren ihrer selbständigen Existenz breitete sich die Elim-Bewegung erstaunlich schnell aus. In ganz Deutschland entstanden 42 Gemeinden. Geografische Schwerpunkte waren Norddeutschland, Sachsen, Ostpreußen und Schlesien. Zu Gemeindegründungen im Ausland kam es allerdings nicht. 1938 gehörten 4589 Mitglieder zu den Elimgemeinden. Sie wurden von 24 vollzeitlichen Predigern betreut.

Lehre und Praxis

Eine eigenständige Theologie konnte sich in den Elim-Gemeinden aufgrund der kurzen Zeit ihrer selbständigen Existenz nicht heraus bilden. Allerdings zeigten sich dennoch besondere Merkmale dieser freikirchlichen Bewegung:
- Missionarischer Eifer
- Taufe von Gläubigen, Ablehnung der Kindertaufe
- Betonung der Wirksamkeit des Heiligen Geistes- Im Bekenntnis der Elim-Gemeinden heißt es unter anderem: "Die Elim-Gemeinden sind charismatische Gemeinden ... Es wird Wert darauf gelegt, dass seitens des Evangeliums nicht nur von der Lösung der Schuldfrage durch Jesus Christus gesprochen wird, sondern auch von der Lösung der Kraftfrage durch Jesus Christus im Heiligen Geist".
- Gebetsgottes