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Chronologie der Mars-MissionenÜbersicht der Marssonden
Legende: Name der Sonde - Startdatum - Startland - Ergebnisse
1960er
- Marsnik 1 (Mars 1960A) - 10. Oktober 1960 - Sowjetunion - Geplanter Vorbeiflug am Mars (Erreicht wegen Versagens der dritten Stufe der Molnija-Trägerrakete die Erdumlaufbahn nicht)
- Marsnik 2 (Mars 1960B) - 14. Oktober 1960 - Sowjetunion - Geplanter Vorbeiflug am Mars (Erreicht wegen Versagens der dritten Stufe der Molnija-Trägerrakete die Erdumlaufbahn nicht)
- Sputnik 22 (Mars 1962A) - 24. Oktober 1962 - Sowjetunion - Geplanter Vorbeiflug am Mars (Erreicht wegen Versagens der vierten Stufe der Molnija-Trägerrakete nur die Erdumlaufbahn)
- Mars 1 - 1. November 1962 - Sowjetunion - Geplanter Vorbeiflug am Mars (Der Kontakt bricht am 21. März 1963 in 106 Millionen Kilometern Entfernung zur Erde ab)
- Sputnik 24 (Mars 1962B) - 4. November 1962 - Sowjetunion - Geplanter Vorbeiflug am Mars (Erreicht wegen Versagens der vierten Stufe der Molnija-Trägerrakete nur die Erdumlaufbahn)
Molnija
- Mariner 3 - 5. November 1964 - USA - Geplanter Vorbeiflug am Mars (Verbleibt wegen einer Fehlfunktion der Nutzlastverkleidung der Atlas-Agena Trägerrakete in einer Erdumlaufbahn)
- Mariner 4 - 28. November 1964 - USA - Fliegt am 15. Juli 1965 in 9.846 km Entfernung am Mars vorbei. Liefert erste Nahaufnahmen vom Mars, insgesamt 22 Fotos
- Zond 2 - 30. November 1964 - Sowjetunion - Geplanter Vorbeiflug am Mars (Der Kontakt bricht am 2. April 1965 wegen eines fehlerhaften Solarpanels ab. Fliegt am 6. August 1965 ohne Kontakt in 1.500 km Entfernung am Mars vorbei)
- Zond 3 - 18. Juli 1965 - Sowjetunion - Vorbeiflug am Mond und erfolgreiche Tests der Kommunikation über Mars-Entfernung, kein Flug Richtung Mars. Diese Sonde wird von vielen Autoren nicht zu den Marssonden gezählt.
- Mariner 6 - 24. Februar 1969 - USA - Fliegt am 31. Juli 1969 in 3.431 km Entfernung am Mars vorbei. Liefert insgesamt 75 Aufnahmen
- Mariner 7 - 27. März 1969 - USA - Fliegt am 5. August 1969 in 3.430 km Entfernung am Mars vorbei. Liefert insgesamt 126 Aufnahmen, darunter erste Aufnahmen vom Marsmond Phobos
- Mars 1969A - 27. März 1969 - Sowjetunion - Geplanter Mars-Orbiter (Erreicht wegen Versagens der dritten Stufe der Proton-Trägerrakete die Erdumlaufbahn nicht)
- Mars 1969B - 2. April 1969 - Sowjetunion - Geplanter Mars-Orbiter (Erreicht wegen Versagens der ersten Stufe der Proton-Trägerrakete die Erdumlaufbahn nicht)
1970er
- Mariner 8 - 8. Mai 1971 - USA - Geplanter Mars-Orbiter (Erreicht wegen Versagens der Atlas-Centaur-Trägerrakete die Erdumlaufbahn nicht)
- Kosmos 419 - 10. Mai 1971 - Sowjetunion - Geplanter Mars-Orbiter und Lander (Erreicht wegen Versagens der vierten Stufe der Proton-Trägerrakete nur die Erdumlaufbahn)
- Mars 2 - 19. Mai 1971 - Sowjetunion - Mars-Orbiter und Lander. Orbiter erreicht erfolgreich die Marsumlaufbahn und macht einige Aufnahmen und Messungen, der Lander wird jedoch bei der Landung zerstört
1971
- Mars 3 - 28. Mai 1971 - Sowjetunion - Mars-Orbiter und Lander. Orbiter erreicht am 2. Dezember 1971 eine unplanmässige Marsumlaufbahn und macht einige Aufnahmen und Messungen, der Lander erreicht erfolgreich die Marsoberfläche, verstummt aber bereits 20 Sekunden nach der Landung (Ursache ist möglicherweise ein dort gerade tobender heftiger Staubsturm, der den Lander umgeworfen haben könnte)
- Mariner 9 - 30. Mai 1971 - USA - Schwenkt am 14. November 1971 als erster küstlicher Satellit in eine Marsumlaufbahn, kartografiert die gesamte Marsoberfläche. Liefert insgesamt 7.329 Aufnahmen.
- Mars 4 - 21. Juli 1973 - Sowjetunion - Geplanter Mars-Orbiter, wegen fehlerhafter Bremstriebwerke nur ein Vorbeiflug am 10. Februar 1974 in 2.200 km Entfernung vom Mars. Liefert etwa 20 Aufnahmen.
- Mars 5 - 25. Juli 1973 - Sowjetunion - Schwenkt am 12. Februar 1974 in eine Marsumlaufbahn, im 22. Orbit erzwingt ein Fehler in der Sendeanlage das Ende der Mission. Liefert in einem Zeitraum von neun Tagen etwa 60 Bilder und einige andere Daten
- Mars 6 - 5. August 1973 - Sowjetunion - Geplanter Mars-Lander. Der Kontakt bricht kurz vor der Landung ab, wahrscheinliche Ursache sind fehlerhafte Bremsraketen, die kurz über dem Boden gezündet werden und die Sonde vor einer harten Landung schützen sollen. Liefert beim Abstieg einige Daten über die Atmosphäre
- Mars 7 - 9. August 1973 - Sowjetunion - Geplanter Mars-Lander. Durch einen Fehler beim Abtrennen der Landeeinheit nur ein Vorbeiflug
1973
- Viking 1 - 20. August 1975 - USA - Mars Orbiter und Lander, erreicht am 19. Juni 1976 die Marsumlaufbahn, Landung am 20. Juli 1976. Orbiter bleibt bis zum 7. August 1980 in Betrieb und liefert etwa 37.000 Aufnahmen. Lander funktioniert bis November 1982 und liefert u.a. etwa 2.300 Fotos von der Landestelle
- Viking 2 - 9. September 1975 - USA - Mars Orbiter und Lander, erreicht am 7. August 1976 die Marsumlaufbahn, Landung am 4. September 1976. Orbiter bleibt bis zum 27. Juli 1978 in Betrieb und liefert etwa 19.000 Aufnahmen. Lander funktioniert bis zum 11. April 1980 und liefert u.a. etwa 2.250 Fotos von der Landestelle
1980er
- Fobos 1 - 7. Juli 1988 - Sowjetunion - Geplanter Mars-Orbiter und Phobos-Lander, der Kontakt bricht am 2. September 1988 wegen eines falschen Befehls an die Sonde ab
- Fobos 2 - 12. Juli 1988 - Sowjetunion - Geplanter Mars-Orbiter und Phobos-Lander, schwenkt am 29. Januar 1989 in die Marsumlaufbahn ein, am 27. März 1989 bricht der Kontakt ebenfalls ab (Ursache war ein falscher Befehl, wodurch die Sonde sich von der Sonne wegdrehte und ihre Batterie daraufhin ausfrohr)
1990er
- Mars Observer - 25. September 1992 - USA - Geplanter Mars-Orbiter, der Kontakt bricht am 21. August 1993, drei Tage vor dem Einschwenken in die Marsumlaufbahn, ab (die Ursache ist wahrscheinlich ein fehlerhafter Transistor von einigen Cent wert)
- Mars Global Surveyor - 7. November 1996 - USA - erfolgreicher Mars-Orbiter, nach mehrfacher Missionsverlängerung immer noch in Betrieb (Stand: August 2005)
- Mars 96 - 16. November 1996 - Russland - Geplanter Mars-Orbiter mit mehreren Landestationen. Erreicht die Erdumlaufbahn wegen des Versagens der vierten Stufe der Proton-Trägerrakete nicht
Proton
- Mars Pathfinder - 4. Dezember 1996 - USA - Mars-Lander und kleiner Rover (Sojourner). Erfolgreiche Landung, bleibt 3 Monate in Betrieb. Einsatz des ersten Rovers auf der Marsoberfläche
- Nozomi (Planet-B) - 3. Juli 1998 - Japan - Geplanter Mars-Orbiter. Aufgrund von Problemen mit dem Einschuss in die Marstransferbahn beträgt die Flugzeit zum Mars mehr als vier Jahre. In der Zeit leidet die Sonde unter Sonnenstürmen, wodurch das Haupttriebwerk beschädigt wird. Aus diesem Grund kann die Sonde nicht in einen Marsorbit einschwenken und fliegt am 14. Dezember 2003 in 870 km Entfernung am Mars vorbei
- Mars Climate Orbiter - 11. Dezember 1998 - USA - Geplanter Mars-Orbiter. Verlust der Sonde am 23. September 1999 beim Einschwenken in die Marsumlaufbahn aufgrund zu geringer Anflughöhe (57 km) und anschliessender Zerstörung in der Atmosphäre. Der Fehler kam durch das Verwenden zweier verschiedener Maßsysteme (SI-Einheitensystem und das angloamerikanische System)
- Mars Polar Lander mit Deep Space 2 Proben - 3. Januar 1999 - USA - Geplanter Mars-Lander. Geht bei der Landung am 3. Dezember 1999 aufgrund eines fehlerhaften Sensors verloren
2000er
1999
- 2001 Mars Odyssey - 7. April 2001 - USA - Erfolgreicher Mars-Orbiter, erreicht am 24. Oktober 2001 die Marsumlaufbahn, bisher (Stand: Ende 2005) in Betrieb
- Mars Express mit Beagle 2 - 2. Juni 2003 - ESA (Europa) - Erfolgreicher Mars-Orbiter und geplanter Lander. Orbiter erreicht am 25. Dezember 2003 die Marsumlaufbahn, Lander geht bei der Landung verloren. Orbiter bisher (Stand: Ende 2005) in Betrieb
- MER-A Spirit - 10. Juni 2003 - USA - Mars Rover, Landung am 4. Januar 2004 im Gusev-Krater, bisher (Stand: Ende 2005) in Betrieb
- MER-B Opportunity - 7. Juli 2003 - USA - Mars Rover, Landung am 25. Januar 2004 in Meridiani Planum, bisher (Stand: Ende 2005) in Betrieb
- Rosetta - 2. März 2004 - ESA (Europa) - Eine Raumsonde zur Erforschung eines Kometen, soll im März 2007 am Mars vorbeifliegen und dabei einige Messungen vornehmen
- Mars Reconnaissance Orbiter - 10. August 2005 - USA - Mars-Orbiter, soll am 10. März 2006 den Marsorbit erreichen
Geplant
- Phoenix - August 2007 - USA - Mars Scout 2007 Lander
- Fobos-Grunt - Oktober 2009 - Russland - Mars-Orbiter und Rückführung von Phobos-Proben zu Erde
- Mars Science Laboratory - 2009/2011 - USA - Großer Rover
- ExoMars - 2011 - ESA (Europa) - Großer Rover im Rahmen des Aurora-Programms
- Mars Scout 2011 - 2011 - USA - Mission des Scout-Programms (wie Phoenix), wird aus verschiedenen Vorschlägen ausgewählt
- Mars Sample Return - frühestens 2013 - ESA (Europa) - Rückführung von Mars-Proben zur Erde im Rahmen des Aurora-Programms. Startdatum wird höchstwahrscheinlich auf einen späteren Zeitpunkt verschoben (auch eine gemeinsame NASA/ESA Mission ist denkbar)
Gestrichen
- Mars Telecommunications Orbiter - gestrichen um Juli 2005 (war für November 2009 geplant) - USA - Mars-Orbiter für Kommunikationszwecke
Fazit
Von 1960 bis Ende 2005 wurden 37 Raumsonden zum Mars geschickt (Sond 3 und Rosetta nicht mitgezählt), davon waren 18 sowjetisch/russisch, 17 amerikanisch, eine europäisch und eine japanisch. Davon waren nur 12 erfolgreich - 11 amerikanische und eine sowjetische (Mars 5). Die restlichen Missionen waren entweder nur Teilerfolge (z.B. Mars Express/Beagle 2, Fobos 2) oder komplette Fehlschläge (z.B. Mars Polar Lander, Mars Observer, Mars 96). Einige der in den 1960er und 1970er gestarteten Sonden erreichten nicht einmal die Erdumlaufbahn, doch war dies auf die damals mangelnde Zuverlässigkeit der Trägerraketen zurückzuführen.
Weblinks
- [http://www.bernd-leitenberger.de/mars-missionen1.html Chronologie der Mars-Missionen Teil 1] (dt.)
- [http://www.bernd-leitenberger.de/mars-missionen2.html Chronologie der Mars-Missionen Teil 2] (dt.)
- [http://www.extrasolar-planets.com/specials/erforschung_mars.php extrasolar-planets.com - Die Erforschung des Roten Planeten (dt.)]
- [http://www.seds.org/~spider/mars/mars-l.html Mars Mission Launch Sequence] (engl.)
Siehe auch: Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen, Chronologie der Venus-Missionen
Kategorie: Marssonde
Mars-Missionen
Mars (Raumsonde)
Die Mars Raumsonden waren eine Serie von russischen Raumsonden welche zum Planeten Mars gestartet wurden. Neben den benannten Raumsonden gab es eine Reihe von Fehlstarts, die entweder bei einer Explosion der Rakete keine Bezeichnung erhielten, oder im Falle des Erreichens der Erdumlaufbahn als Satelliten unter Sputnik und Kosmos Decknamen ausgewiesen wurden. Außerdem flog im Rahmen des Zond-Programms eine Raumsonde (Zond 2) zum Mars, sowie eine weitere (Zond 3), die vermutlich ihr Startfenster verpasste, erprobte Kommunikation über interplanetare Entfernungen.
Am 10. Oktober 1960 und 14. Oktober 1960 unternahm man die ersten Starts zum Mars. Beide Sonden gingen bei Fehlstarts von Molnija-Trägerraketen verloren. Sie wurden zusammen mit der Raumsonde Venera 1 entwickelt und verwandten denselben Bus. Sie waren 480 kg schwer und trugen neben Experimenten zur Untersuchung des interplanetaren Raumes auch ein Kamerasystem. Diese Starts werden in der Literatur oft als Mars 1960A und Mars 1960B bezeichnet.
Mars 1 startete am 1. November 1962. Zwei weitere baugleiche Sonden erreichten am 24. Oktober und 4. November 1962 wegen Versagens der vierten Stufe der Molnija-Trägerrakete nur die Erdumlaufbahn. Diese Starts werden als Sputnik 22 und Sputnik 24 bezeichnet. Mars 1 führte neben Experimenten zur Untersuchung kosmischer Strahlung und Teilchen auch ein Kamerasystem und einen UV Spektrographen mit. Beide belichteten Film, der an Bord entwickelt und später digitalisiert wurde. Ein Experiment zur Suche nach Leben durch Spektrometrie wurde vor dem Start entfernt. Mars 1 wog beim Start mit einer Molnija Rakete 893,5 kg.
Schon nach dem Start stellte man fest, dass der Druck in den Treibstofftanks für die Lageregelung auf Null gefallen war. Solange man nahe der Sonne war, konnte man die Sonde durch ihre Gyroskope stabiliseren. Mit steigender Entfernung von der Sonne nahm die Leistung der Solarzellen ab und man hatte dann nicht mehr genügend Strom die Kreisel zu betreiben. So verlor Mars 1 die Lage im Raum und der Kontakt ging am 21. März 1963 in 106 Millionen Kilometern Entfernung zur Erde verloren. Am 19. Juni 1963 passierte die Raumsonde den Mars.
Im Jahre 1969 starteten zwei weitere Marssonden. Gegenüber Mars 1 war die Startmasse durch die wesentlich stärkere Proton Trägerrakete erheblich vergrößert worden. Die Sonden wogen nun über 3800 kg. Ein Lander sollte mitgeführt werden, wurde jedoch vor dem Start wieder entfernt. Beide Sonden, die in der Literatur oft als Mars 1969A und Mars 1969B bezeichnet werden, gingen am 27. März und 2. April durch Fehlstarts verloren.
Mars 2 und Mars 3 waren identische Sonden. Eine weitere Sonde, die die Bezeichnung Kosmos 419 erhielt, verblieb durch Ausfall der Oberstufe am 10. Mai 1971 in einem Erdorbit. Aufgabe war es einen Lander auf dem Mars abzusetzen und dessen Daten zu übertragen. Danach sollten die beiden Orbiter den Mars aus der Umlaufbahn untersuchen. Die Sonden waren mit 4650 kg Startmasse die schwersten im Mars Programm. Nach dem Start am 19. Mai 1971 und 29. Mai 1971 gelangten beide Sonden problemlos zum Mars. Bei beiden Orbitern versagte jedoch das automatische Kontrollsystem, welches den Kurs berechnen sollte. Die Orbiter gelangten beide in unplanmäßige Orbits am 27. November 1971 und 2. Dezember 1971. Auch bei den Landern führte eine falsche Ausrichtung zum Verlust von Mars 2. Der Lander trat zu steil in die Atmosphäre ein. Eventuell ist er auch im Landegebiet, das sich bei späteren Aufnahmen als sehr zerklüftet entpuppte, zerschellt.
Der Lander von Mars 3 fing nach der Landung an ein Panorama zu übertragen, verstummte jedoch nach wenigen Sekunden. Die Ursache für den Ausfall ist eventuell in einem globalen Staubsturm zu suchen, der damals tobte. Die Orbiter nahmen Bilder auf Film auf. Bevor der Staubsturm sich legte hatten sie den Film belichtet, so dass die Bilder nur wenige Details zeigen.
Mars 4-7 sollten vor den Viking Sonden als erste eine Marslandung erfolgreich durchführen. Man hatte nun die Aufgaben geteilt und startete mit Mars 4 und 5 zwei Orbiter und mit Mars 6 und 7 zwei Lander. Dies war nötig, da 1973 Mars nicht so günstig zur Erde stand und die Sonden so leichter sein mussten.
Wenige Monate vor dem Start stellte man fest, dass die Kontakte der Transistoren des Typs 2T-312 korrodiert waren und so die Stromversorgung einer der Sonde ausfiel. Eine Untersuchung zeigte das dieser Fehler systematisch war und darauf beruhte, dass man im Herstellerwerk Gold bei den Kontakten durch Aluminium ersetzt hatte. Eine Umstellung der Produktion hätte 6 Monate gedauert und eine Verschiebung des Starts auf 1975 notwendig gemacht. Die politische Führung entschloss sich die Sonden trotzdem zu starten, obgleich es nur eine 50 prozentige Chance gab, dass die Sonden den Mars erreichen würden. Die Startmasse lag bei den beiden Orbitern bei 3440 kg und bei den Landern bei 3250 kg.
Mars 4 startete am 21. Juli 1973. Auf dem Weg zum Mars fiel die Elektronik des Busses aus. Die Instrumente, die autonom davon waren, konnten beim Vorbeiflug am Mars am 10. Februar 1974 aktiviert werden und übertrugen einige Daten. Der Bus, der in einen Orbit einschwenken sollte war jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ansprechbar.
Mars 5 startete am 25. Juli 1973. Nach zwei Kurskorrekturen gelangte er planmäßig am 12. Februar 1974 in einen 1760 × 32586 km hohen Orbit. Man beschleunigte das Messprogramm, doch am 28. Februar 1974 fiel der Orbiter aus. Ursache war nicht ein Veragen der Elektronik sondern der Druckverlust im Bus durch einen Mikrometeoritentreffer. Etwa 100 Fotos sowie weitere Messungen wurden gewonnen.
Mars 6 startete am 5. August 1973. Wenige Tage nach dem Kurskorrekturmanöver am 13. August 1973 fiel ein Telekommunikationskanal des Senders wegen des defekten Transistors aus. Der Lander wurde von der stummen Sonde automatisch am 12. März 1974 abgetrennt. Er lieferte Messungen bis zum Aufsetzen, verstummte dann jedoch. Eventuell ist er auf der Oberfläche zerschellt oder bei der Landung umgekippt.
Mars 7 startete am 9. August 1973 als letzter des Quartetts. Am 16. August 1974 gab es das einzige Kurskorrekturmanöver. Durch die defekten Transistoren blieb bald darauf nur noch ein Kommunikationskanal zu der Sonde. Die Abtrennung des Landers erfolgte automatisch am 9. März 1974, jedoch vier Stunden zu früh, so dass der Lander in einer Entferung von 2200 km am Mars vorbeiflog.
Fazit
Das sowjetische Marsprogramm in 60er und 70er Jahren war einer der größten Fehlschläge in der Geschichte der sowjetischen Raumfahrt. Von den 14 gestarteten Sonden des Mars-Programms war nur Mars 5 ein relativer Erfolg. Später gab es noch drei sowjetisch-russische Marsmissionen: Fobos 1+2 im Jahr 1988 und Mars 96 im Jahr 1996. Fobos 1 und Mars 96 waren komplette Fehlschläge, lediglich Fobos 2 konnte einen kleinen Teil seines geplanten Forschungsprogramms durchführen, bevor auch er verloren ging. Mit Fobos-Grunt ist für 2009 bereits die nächste russische Marsmission geplant, es bleibt zu hoffen, dass sie nicht den Schicksal ihrer Vorgänger teilen wird.
Weblinks
- [http://www.bernd-leitenberger.de/mars.html Die Mars Raumsonden] (dt.)
- [http://www.svengrahn.pp.se/histind/Soviemar/soviemar.htm Soviet/Russian Mars Probe Launches] (engl.)
- [http://hometown.aol.de/SLVehicles4/Sondes/HEL.htm Bilder aller Interplanetaren Sonden]
- [http://wikisource.org/wiki/%D0%A1%D0%BE%D0%BE%D0%B1%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B5_%D0%A2%D0%90%D0%A1%D0%A1_%D0%BE_%D0%BF%D0%BE%D1%81%D0%B0%D0%B4%D0%BA%D0%B5_%D0%B0%D0%B2%D1%82%D0%BE%D0%BC%D0%B0%D1%82%D0%B8%D1%87%D0%B5%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B9_%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D1%86%D0%B8%D0%B8_%D0%9C%D0%B0%D1%80%D1%81-3 Originale TASS-Meldung über die Landung von Mars-3 (russ.)] (Wikisource)
Siehe auch: Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen
Kategorie:Marssonde
10. OktoberDer 10. Oktober ist der 283. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 284. in Schaltjahren) - somit bleiben 82 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
Schaltjahren
- 680 - Geschichte des Islam: In der Schlacht von Kerbela fällt Al-Husain ibn 'Alī gegen die Umayyaden.
- 1847 - Auf der Heppenheimer Tagung entwerfen die gemäßigten Liberalen ihr politisches Programm zur Einigung Deutschlands.
- 1911 - Mit einem Aufstand kaiserlicher Truppen in Wuhan geht das Kaiserreich in China seinem Ende entgegen.
- 1913 - In Manchester gründen die britische Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst und ihre Tochter Christabel die Woman's Social and Political Union (WSPU) als militanten Flügel der Suffragetten.
- 1920 - Bei der Volksabstimmung in Kärnten gemäß dem Vertrag von Saint-Germain stimmt die Mehrheit gegen eine Angliederung an Slowenien.
- 1935 - In Langenberg zerstört eine Windhose den 160 Meter hohen Sendeturm. Als Folge dieses Ereignisses wird der Bau von Sendetürmen aus Holz in der Folgezeit in Deutschland praktisch vollständig eingestellt.
- 1941 - Die Luxemburger benutzen die rassistisch motivierte Personenstandsaufnahme von Gauleiter Gustav Simon, um ein eindeutiges Bekenntnis für ihr unterjochtes Vaterland abzulegen.
- 1964 - In Tokio beginnen die 18. Olympischen Sommerspiele.
- 1970 - Die Fidschi-Inseln erlangen ihre vollständige Unabhängigkeit von Großbritannien.
- 1973 - Der US-amerikanische Vizepräsident Spiro Theodore Agnew tritt wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung und Bestechlichkeit zurück.
- 1974 - Erstes Volkskonzert von Mikis Theodorakis nach dem Sturz der griechisches Militärjunta vor mehreren zehntausend begeisterten Menschen im Karaiskakis-Stadion in Athen.
- 1982 - Nach Wahlen in Bolivien wird Siles Zuazo Regierungschef.
- 2002 - Kommunalwahlen in Algerien, aus denen die FLN erneut siegreich hervorging.
- 2002 - Parlamentswahlen in Pakistan.
Wirtschaft
Wissenschaft und Technik
- 1874 - J. C. Watson entdeckt als Teilnehmer einer China-Expedition anlässlich eines Venustransits den Asteroid Juewa.
Kultur
- 1784 - Uraufführung des Dramas I due supposti ossia Lo sposo senza moglie von Domenico Cimarosa am Teatro alla Scala di Milano in Mailand.
- 1935 - Am New Yorker Alvin Theatre, einem der Broadway-Theater, wird George Gershwins Oper Porgy and Bess uraufgeführt.
- 1943 - Uraufführung der komischen Oper Barbe-bleue von Jacques Ibert
Religion
Katastrophen
- 1955 - Eine jugoslawische Verkehrsmaschine stürzt über dem Leopoldsberg in Wien ab, wobei 6 Passagiere ums Leben kommen.
- 1956 - Atlantik. Eine Transportmaschine der U.S. Air Force mit 59 Menschen an Bord verschwindet nördlich der Azoren.
- 1980 - Ein Erdbeben der Stärke 7,7 zerstört El-Asnam (ehemals Orleansville), Algerien, fast vollständig und fordert ca. 20.000 Menschenleben.
- 1986 - Ein Erdbeben der Stärke 5,5 in El Salvador fordert über 1.000 Menschenleben.
- 1997 - Während eines Gewitters stürzt in Uruguay eine argentinische Douglas DC-9 ab. Alle 74 Insassen sterben.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 2004 - Der Teamchef der Deutschen Fußballnationalmannschaft, Jürgen Klinsmann, entlässt den Bundestorwarttrainer Sepp Maier
Geboren
Sepp Maier
Sepp Maier
Sepp Maier
- 1520 - Alessandro Farnese, italienischer Kardinal
- 1528 - Adam Lonitzer, deutscher Naturforscher, Arzt und Botaniker
- 1593 - Georg Pauli-Stravius, Weihbischof in Köln
- 1669 - Johann Nikolaus Bach, deutscher Komponist
- 1675 - Peter Kolb, deutscher Lehrer und Völkerkundler
- 1684 - Jean-Antoine Watteau, französischer Maler
- 1731 - Henry Cavendish, britischer Naturwissenschaftler
- 1738 - Benjamin West, englischer Maler
- 1766 - Leopold Maximilian Graf von Firmian, Fürsterzbischof der Erzdiözese Wien
- 1813 - Giuseppe Verdi, italienischer Komponist
- 1813 - Mark Pattison, englischer Autor
- 1825 - Paul Kruger, südafrikanischer Politiker und Gründer des Kruger-Nationalparks
- 1830 - Isabella II., Königin von Spanien
- 1834 - Aleksis Kivi, finnischer Nationalschriftsteller
- 1839 - Francisco Giner de los Ríos, spanischer Philosoph und Pädagoge
- 1845 - Anton Jörgen Andersen, norwegischer Komponist
- 1861 - Fridtjof Nansen, norwegischer Polarforscher und Diplomat
- 1862 - Emil Mayrisch, luxemburgischer Stahlindustrieller, Präsident des Direktoriums der ARBED
- 1865 - Rafael Merry del Val y Zulueta, englischer Kardinal spanischer Abstammung der römisch-katholischen Kirche
- 1870 - Josephine Siebe, deutsche Schriftstellerin
- 1880 - Maximilian Kaller, Bischof von Ermland in Ostpreußen
- 1885 - Walter Anderson, deutscher Folklorist
- 1889 - Henricus Antonius van Meegeren, niederländischer Maler und Kunstfälscher
- 1891 - Jomo Kenyatta, kenianischer Politiker
- 1891 - Ludwig Manfred Lommel, deutscher Humorist
- 1892 - Ivo Andrić, serbischer Schriftsteller
- 1895 - Wolfram Freiherr von Richthofen, Generalfeldmarschall im Dritten Reich
- 1898 - Karl Bielig, deutscher Politiker und MdB
- 1899 - Wilhelm Röpke, deutscher Ökonom
- 1900 - Helen Hayes, US-amerikanische Schauspielerin
- 1900 - Karl Kaufmann, NS-Gauleiter in Hamburg
- 1900 - Walter Stahlecker, SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei
- 1901 - Alberto Giacometti, schweizerischer Künstler
- 1906 - Klaus Mehnert, deutscher Politologe und Journalist
- 1909 - Mercè Rodoreda, katalanische Schriftstellerin
- 1913 - Claude Simon, französischer Schriftsteller
- 1914 - Agostino Straulino, italienischer Sportler (Segeln)
- 1914 - Ivory Joe Hutter, US-amerikanischer Musiker
- 1917 - Thelonious Monk, US-amerikanischer Jazzpianist und -komponist
- 1918 - Erich Schwertner, deutscher Politiker
- 1918 - Werner Dollinger, deutscher Politiker
- 1922 - Gail Halvorsen, US-amerikanischer Pilot
- 1924 - Ed Wood, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1924 - Huey Smith, US-amerikanischer Musiker und Songschreiber
- 1924 - James Clavell, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1927 - Dana Elcar, US-amerikanischer Schauspieler († 2005)
- 1929 - Hans-Joachim Hoffmann, Minister für Kultur der DDR
- 1930 - Eugenio Castellotti, italienischer Rennfahrer
- 1930 - Harold Pinter, englischer Theaterautor und Regisseur
- 1930 - Reinhard Selten, deutscher Ökonom
- 1932 - Hans Watzek, Minister für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft der DDR
- 1934 - Clauss Dietel, deutscher Designer
- 1935 - Hermann Nuber, deutscher Fußballspieler
- 1935 - Werner Groß, von 1982 bis 2000 Richter am Bundesgerichtshof
- 1938 - Horst Rehberger, deutscher Politiker
- 1939 - Norbert Henke, Vorsitzender Richter am Bundesozialgericht a.D.
- 1941 - Franziska Eichstaedt-Bohlig, Stadtplanerin und Architektin, deutsche Politikerin
- 1941 - Gerd Honsik, österreichischer Schriftsteller und Dichter, Holocaustleugner
- 1941 - Gert Voss, deutscher Bühnenschauspieler
- 1941 - Kenule Beeson Saro-Wiwa, nigerianischer Bürgerrechtler und Schriftsteller
- 1942 - Peter Coyote, US-amerikanischer Schauspieler
- 1943 - Dennis D'Ell, britischer Musiker und Sänger
- 1943 - Jerry LaCroix, US-amerikanischer Musiker und Sänger
- 1943 - Reinhard Libuda, deutscher Fußballspieler
- 1945 - Alan Cartwright, britischer Rockmusiker
- 1946 - John Prine, US-amerikanischer Country-Sänger und Songwriter
- 1949 - Hans-Joachim Hacker, deutscher Politiker
- 1951 - Eugen Egner, deutscher Zeichner und Schriftsteller
- 1951 - Willi Brase, deutscher Politiker
- 1953 - Midge Ure, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber (Ultravox)
- 1955 - David Lee Roth, US-amerikanischer Sänger (Van Halen)
- 1957 - Christel Justen, deutsche Schwimmerin und Sporttherapeutin
- 1957 - Rumiko Takahashi, japanische Mangaka
- 1958 - Hans-Jürgen Schatz, deutscher Schauspieler
- 1958 - Tanya Tucker, US-amerikanische Sängerin
- 1959 - Kirsty MacColl, britische Sängerin und Songwriterin
- 1960 - Arlene McCarthy, britische Abgeordnete im Europäischen Parlament
- 1961 - Danuta Stenka, polnische Schauspielerin
- 1961 - Martin Kemp, britischer Musiker
- 1963 - Anita Mui, chinesische Musikerin und Schauspielerin
- 1963 - Vegard Ulvang, norwegischer Skilangläufer
- 1964 - Maxi Gnauck, deutsche Kunstturnerin
- 1966 - Elana Meyer, südafrikanische Leichtathletin und Olympionikin
- 1968 - Andreas Türck, deutscher TV-Moderator
- 1969 - Robert Quiroga, US-amerikanischer Boxer
- 1970 - Bai Ling, chinesische Schauspielerin
- 1970 - Corinna May, deutsche Sängerin
- 1970 - Matthew Pinsent, britischer Ruderer und vierfacher Olympiasieger
- 1970 - Silke Kraushaar, deutsche Rennrodlerin
- 1971 - Jewgeni Igorewitsch Kissin, russischer Pianist
- 1971 - Markus Heitz, deutscher Fantasy- und Science-Fiction-Autor.
- 1974 - Chris Pronger, kanadischer Eishockeyspieler der National Hockey League
- 1974 - Dale Earnhardt Jr., US-amerikanischer Rennfahrer (NASCAR)
- 1978 - Caroline Evers-Swindell, neuseeländische Ruderin
- 1979 - Mya, US-amerikanische Sängerin
- 1981 - Michael Kurz, österreichisches Superesse-Mitglied :dafuer :alive
- 1982 - Franziska Holzapfel, Versicherungsmaklerin
- 1984 - Chiaki Kuriyama, japanische Filmschauspielerin
- 1985 - Silvie Ketelaars, niederländische Schwimmerin
Gestorben
Silvie Ketelaars
Silvie Ketelaars
Silvie Ketelaars
- 19 - Germanicus, römischer Feldherr
- 680 - Hussein ibn Ali, arabischer Imam
- 1488 - Andrea del Verrocchio, italienischer Künstler
- 1659 - Abel Tasman, niederländischer Seefahrer
- 1676 - Sebastian Knüpfer, deutscher Komponist
- 1791 - Christian Friedrich Daniel Schubart, deutscher Dichter
- 1825 - Dmytro Bortnjanskyj, ukrainischer Komponist
- 1854 - Sir Gordon Drummond, britischer General und Kolonialadministrator
- 1858 - Karl August Varnhagen von Ense, deutscher Erzähler und Diplomat
- 1872 - William H. Seward, US-amerikanischer Politiker und Außenminister
- 1889 - Adolf Henselt, deutscher Komponist und Klaviervirtuose
- 1899 - Albert Böhler, österreichischer Industrieller
- 1914 - Carol I., rumänischer Fürst und König aus dem Hause Hohenzollern
- 1918 - Elisabeth Werner, deutsche Schriftstellerin
- 1919 - Anatole Mallet, schweizerischer Ingenieur
- 1921 - Otto von Gierke, deutscher Jurist und Historiker
- 1927 - Gustav Weißkopf, deutsch-amerikanischer Pionier des Motorflugs
- 1931 - Carl von Bach, deutscher Maschineningenieur
- 1942 - Richard von Schaukal, österreichischer Dichter
- 1943 - Charlotte Salomon, deutsche Malerin
- 1948 - Mary Eaton, US-amerikanische Schaspielerin
- 1960 - Basil Ruysdael, US-amerikanischer Schauspieler
- 1964 - Konrad Bayer, österreichischer Schriftsteller und Dandy
- 1966 - Otto Pankok, deutscher, Maler, Zeichner und Bildhauer
- 1968 - Nikifor, polnischer Maler
- 1971 - Ernst Kuntscher, deutscher Politiker der CDU
- 1971 - Sir Cyril Lodowic Burt, britischer Psychologe
- 1971 - Arne Benary, deutscher Wirtschaftswissenschaftler
- 1973 - Ludwig von Mises, österreichischer Wirtschaftswissenschaftler
- 1974 - Marie Luise Kaschnitz, deutsche Lyrikerin und Erzählerin
- 1975 - August Dvorak, US-amerikanischer Psychologe und Pädagogikprofessor
- 1977 - Lea Grundig, deutsche Malerin und Grafikerin
- 1978 - Ralph Metcalfe, US-amerikanischer Leichtathlet, Olympiasieger und Politiker
- 1983 - Heinrich Schulte, deutscher Psychiater
- 1985 - Orson Welles, US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur
- 1985 - Yul Brynner, US-amerikanischer Schauspieler
- 1990 - Emil Joseph Diemer, deutscher Schachspieler
- 1994 - Germain Muller, französischer Politiker, Kabarettist und Dichter
- 1999 - Leo Lionni, US-amerikanischer Grafiker, Maler und Buchautor italienischer Abstammung
- 2002 - Keith Uncapher, US-amerikanischer Computerspezialist
- 2003 - Eugene George Istomin, US-amerikanischer Pianist
- 2003 - Isamu Wakabayashi, japanischer Künstler
- 2004 - Christopher Reeve, US-amerikanischer Schauspieler
- 2005 - Milton Obote, ugandischer Präsident von 1966 bis 1971 und 1980 bis 1985
Feier- und Gedenktage
- Namenstag des Heiligen Gereon
- Tag gegen die Todesstrafe (amnesty international)
- Welttag der geistigen Gesundheit (WHO)
- Nationalfeiertag der Republik China (Taiwan)
- Nationaler Gedenktag für die Opfer des 2. Weltkriegs (Journée de la Commémoration Nationale, Luxemburg)
- Kärntner Landesfeiertag (Volksabstimmung 1920 für den Verbleib Kärntens bei Österreich)
Siehe auch
- 9. Oktober - 11. Oktober
- 10. September - 10. November
- Historische Jahrestage - Zeitskala
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Sowjetunion
Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (kurz UdSSR oder Sowjetunion, bzw. russisch Союз Советских Социалистических Республик (СССР), Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik (SSSR) ) war ein Staat in Osteuropa und Nordasien. Sie bestand vom 30. Dezember 1922 – nach der russischen Oktoberrevolution - bis zur offiziellen Auflösung am 8. Dezember 1991 – auf dem Gebiet des ehemaligen russischen Reiches. Später dehnte sie sich auf die von den Nachbarstaaten Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Deutschland, Rumänien und Polen eroberten Gebiete aus.
Die Sowjetunion war damit der geographisch grösste Staat in der neueren Geschichte der Menschheit. Ihr Rechtsnachfolger (mit 78% der früheren Fläche) ist seit 1991/92 die Russische Föderation.
Formal war die Sowjetunion ein Staatenbund von Teilstaaten (Unionsrepubliken); de facto war sie ein zentralistisch regierter und von Russland dominierter Staat. Nominell wurde sie demokratisch durch Räte (Sowjets) bzw. ein Parlament regiert. Die tatsächliche Macht lag aber stets bei der Führung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, die das Land besonders unter Stalin totalitär, später eher diktatorisch regierte. Gegen Ende der UdSSR unternahm Michail Gorbatschow unter dem Stichwort Perestroika Anstrengungen, tatsächlich demokratische Institutionen einzuführen.
Politik
Die Regierung der Sowjetunion war nicht nur für die Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit des Landes zuständig, sondern verwaltete auch die Wirtschaft. Die grundlegenden politischen Entscheidungen wurden von der wichtigsten politischen Institution des Landes, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) getroffen.
In den späten 1980ern war der Aufbau des Staates in der Theorie ähnlich wie bei westlichen politischen Systemen organisiert. So setzte eine Verfassung alle Staatsorgane ein und garantierte den Bürgern eine Reihe von politischen Rechten und Bürgerrechten. Eine legislative Gewalt, der Kongress der Volksbeauftragten und ein ständiger legislativer Rat, der Oberste Sowjet, als Volksvertretung repräsentierten die Souveränität des Volkes. Der Oberste Sowjet wählte das Präsidium, dessen Vorsitzender auch als Staatsoberhaupt fungierte und überwachte den Rat der Volkskommissare, später der Ministerrat, der als die exekutive Gewalt agierte. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, dessen Wahl von der Legislative bestätigt werden musste, war der Regierungschef. Eine verfassungsbasierte Judikative wurde durch ein System von Gerichtshöfen, dessen oberster der Oberste Gerichtshof war, repräsentiert. Der Oberste Gerichtshof war verantwortlich für die Überwachung der Gesetzmäßigkeit der Regierungsinstitutionen. Nach der Verfassung von 1977 hatte das Land eine föderale Struktur, die den einzelnen Teilrepubliken bestimmte souveräne Rechte (z. B. die Entscheidung über Minderheitenpolitik) zusprach.
In der Praxis jedoch wurden viele der Aufgaben der einzelnen Regierungsinstitutionen von der einzigen erlaubten Partei, der KPdSU, wahrgenommen. Die eigentlichen Grundlagen- und Richtlinienentscheidungen wurden von der Partei getroffen und von der Regierung übernommen, die eher die Entscheidungen der Partei ratifizierte als selbst Gesetze zu beschließen. Eine Reihe verschiedener Mechanismen sorgte dafür, dass die Regierung die Entscheidungen der Partei mit trug. Zwar konnten die Bürger der Sowjetunion sich bei allen Wahlen entscheiden, welchen Kandidaten sie wählten, aber da alle Kandidaten der KPdSU angehören mussten und von der Partei aufgestellt wurden, konnte die Kommunistische Partei alle wichtigen Positionen in der Regierung mit Personen setzen, die der Parteiführung gegenüber loyal waren. Die Personen in Regierungsämtern wurden strikt von der KPdSU überwacht, um zu verhindern, dass sie von der offiziellen Linie abwichen.
Die Hauptaufgabe der Exekutive, des Ministerrats, war die Verwaltung der Wirtschaft. Der Ministerrat war über die gesamte Zeit seines Bestehens mit der Kommunistischen Partei gegenüber loyalen Politikern besetzt, der Vorsitzende des Ministerrats war immer auch ein Mitglied des Politbüros, der zentralen Entscheidungsinstanz der KPdSU. Oft war es auch der Generalsekretär der Partei selbst. Der Vorsitzende hatte eine dominante Stellung gegenüber den anderen Ministern.
Nach der Verfassung von 1988 war das höchste legislative Gremium der Sowjetunion der Kongress der Volksbeauftragten. Die wichtigste Aufgabe des Kongresses war die Wahl einer kleineren, ständigen legislativen Versammlung, dem Obersten Sowjet mit seinem Vorsitzenden, der gleichzeitig Staatsoberhaupt war. Obwohl der Kongress der Volksbeauftragten theoretisch allein das Recht hatte, Gesetze zu beschließen, trat er nur selten zusammen, um Gesetzesentwürfen der Partei, des Ministerrats und des Obersten Sowjets zuzustimmen. Der Oberste Sowjet hatte das Recht, das geltende Recht der Sowjetunion zu interpretieren und zusammen mit dem Ministerrat Dekrete zu beschließen, falls es in den bestehenden Gesetzen Unklarheiten gab.
Das Rechtssystem unterschied sich von dem in westlichen Staaten gepflegten. Statt dass ein Verteidiger und ein Staatsanwalt für bzw. gegen den Angeklagten argumentierten, arbeitete der Richter mit den Staatsanwalt und dem Verteidiger zusammen, um sicherzustellen, dass die Prozesse die Wahrheit zu Tage förderten, was auch zu Missbrauch führte.
Die Sowjetunion war offiziell ein föderaler Staat, der aus 15 Republiken gebildet wurde, die theoretisch auch das Recht hatten, wieder aus der Union auszutreten. Die Republiken hatten ihre eigenen Verfassungen, die, wie die Verfassung der gesamten Union, theoretisch die Gewaltenteilung in der Sowjetunion garantieren sollten. In der Praxis hatte die zentrale Regierung jedoch alle wichtigen Befugnisse an sich gezogen und traf Entscheidungen, die von den regionalen Behörden nur ausgeführt wurden.
Fläche und Bevölkerung
Die Sowjetunion grenzte nach 1945 im Westen an Rumänien, Ungarn, die Tschechoslowakei, Polen, die Ostsee, Finnland und Norwegen; im Norden an die Barentssee, die Karasee, die Laptewsee sowie an die Ostsibirische See; im Osten an das Ochotskische Meer, das Beringmeer sowie an den Pazifischen Ozean; im Süden an Nordkorea, die Volksrepublik China, die Mongolei, Afghanistan, den Iran und die Türkei.
Das Territorium der UdSSR umfasste mit 22,4 Millionen Quadratkilometern fast ein Sechstel des Festlandes der Erde. In West-Ost-Richtung erstreckte es sich vom Schwarzen Meer und der Ostsee bis zum Pazifischen Ozean über fast 10.000 Kilometer. Von Norden nach Süden hatte es eine Ausdehnung von fast 5.000 Kilometern. Die Sowjetunion berührte 11 der 24 Zeitzonen der Erde.
Nach Stand der Volkszählung von 1988 hatte die Sowjetunion in 15 Unionsrepubliken 286,717 Mio. Einwohner. Die RSFSR (Russische Sozialistische Föderalistische Sowjetrepublik) war sowohl flächen- als auch bevölkerungsmäßig die bei weitem größte Unionsrepublik und auch in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht dominierend.
Religion in der Sowjetunion
In dieser Zeit wurde die Religionsausübung verboten,
waren um 1920 noch etwa 90 % der Russen in der Orthodoxe Kirche organisiert, so sank die Zahl bis 1940 auf unter 30 %.
Tausende Priester wurden hingerichtet oder in Arbeitslager deportiert.
Ebenso in Zentralasiatischen Republiken wo mehrheitlich Muslime lebten, wurden die meisten Moscheen geschlossen und die Religiosausübung ebenfalls verboten.
Viele Gläubige waren Repressalien ausgesetzt.
Mehr dazu in der englischen wikipedia.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Sowjetunion
Das damalige Zarenreich Russland wurde mit der Oktoberrevolution, benannt nach den - allerdings schnell entmachteten - Räten (russ. Sowjets), zur Sowjetunion. Die frühe Sowjetregierung, in der die Revolutionsführer Wladimir Iljitsch Lenin und Leo Trotzki als Regierungs- bzw. Armeechefs, als Vorsitzender des Rates der Volkskommissare fungierten, versuchten eine zentralwirtschaftliche nachholende Industrialisierung des Landes durchzuführen. Ein vorher in sämtlichen Bereichen rückständiges Bauernland, in dem zum Teil mittelalterliche, präziser ausgedrückt feudal-asiatische Produktionsverhältnisse herrschten, sollte innerhalb von 20 Jahren zur Industriemacht und zum militärischen Ausgangspunkt der Weltrevolution umgestaltet werden. Dies geschah durch den forcierten, in seiner Ausführung berserkerartigen Aufbau der Schwerindustrie von 1928 an. Die ideologische Macht der Partei sollte durch umfassende Alphabetisierungskampagnen unter der unwissenden Bevölkerung gefestigt werden.
Da durch den während der Revolution, der Bekämpfung ihrer vorgeblichen Gegner ("Konterrevolutionäre") und während des nachfolgenden Bürgerkrieges (1917-1921) praktizierten Kriegskommunismus eine katastrophale wirtschaftliche Lage entstanden war, wurde 1921 die so genannte Neue Ökonomische Politik (NEP) eingeführt, die eine Reihe marktwirtschaftlicher Zugeständnisse enthielt. Die herrschende Kaste der Bürokratie, die ihren Führer in Josef Stalin gefunden hatte, ging nach jahrelangem Zögern und einer den Kleinbürgern und russischen Großbauern (Kulaken) entgegenkommenden Politik zu einer willkürlichen und fehlerhaften Planwirtschaft über. Die Landwirtschaft wurde in Sowchosen und Kolchosen in einer Weise zwangskollektiviert, dass es die Union wirtschaftlich wiederum in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand versetzte.
Außenpolitik
Ein wichtiger Schritt aus der selbst gewählten Isolierung bildete der Ausgleich mit Deutschland im Vertrag von Rapallo von 1922, das die UdSSR als erster ausländischer Staat diplomatisch anerkannte. Am 18. September 1934 trat die Sowjetunion dem Völkerbund bei.
Das Verhältnis zum nationalsozialistischen Regime in Deutschland war von Anfang an sehr gespannt. Hitlers aggressive Außenpolitik und seine Herabwürdigung der slawischen Völker als "Untermenschen", ebenso wie seine extreme Feindschaft zum Kommunismus, beeinträchtigten die deutsch-sowjetischen Beziehungen sehr stark. Dennoch schlossen die Sowjetunion und Deutschland am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt, den so genannten Hitler-Stalin-Pakt. In einem geheimen Zusatzprotokoll legten die Sowjetunion und Deutschland ihre Interessensphären in Osteuropa fest.
Nachdem Deutschland am 1. September 1939 Polen überfallen und dessen westlichen Teil bis zur vereinbarten Interessengrenze besetzt hatte, marschierte die Rote Armee am 17. September 1939 im östlichen Teil Polens ein. Stalin begründete diesen Schritt offiziell damit, dass er die verwandten Völker der Weißrussen und Ukrainer gegen die deutsche Bedrohung schützen wolle. Am 28. September, einen Tag nach der Kapitulation der Stadt Warschau, schloss die Sowjetunion mit Deutschland einen Grenz- und Freundschaftsvertrag ab. Am 10. Februar 1940 folgte ein Wirtschaftabkommen zwischen den beiden Staaten. Die Gründe für den Hitler-Stalin-Pakt sind in der modernen Geschichtsforschung umstritten. Eine gewisse Rolle spielte sicherlich, dass beide Staaten ihren Einfluss in Osteuropa vergrößern wollten und Stalin hoffte, mit einem Nichtangriffspakt dies ohne einen Krieg bewerkstelligen zu können. Das Handeln der Sowjetunion wird von einigen auch unter Hinweis auf die z. T. antisowjetische Stoßrichtung der britischen Appeasement-Politik als eine notwendige Absicherung der Sowjetunion gegen einen Angriff aus dem Westen (sei es nun von Deutschland oder von den westeuropäischen Staaten und den USA) verteidigt.
Am 30. November 1939 begann die Sowjetunion den so genannten Winterkrieg mit Finnland. Wegen dieses Angriffs wurde die Sowjetunion aus dem Völkerbund ausgeschlossen. Infolge des Krieges musste Finnland Teile seines Staatsgebietes in Karelien an die Sowjetunion abtreten, die dort die Karelo-Finnische Sozialistische Sowjetrepublik errichtete.
Im Juni 1940 annektierte und okkupierte die Sowjetunion die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie im Juli 1940 Bessarabien (das spätere Moldawien) sowie die Bukowina.
Am 22. Juni 1941 wurde die Sowjetunion von Deutschland angegriffen. Im sowjetischen bzw. russischen Geschichtsbewusstsein beginnt hier (nicht 1939) der Zweite Weltkrieg als der Große Vaterländische Krieg. Die Sowjetunion versuchte nach dem deutschen Angriff eine Allianz mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika zu schließen. Hauptanliegen der Sowjetunion war dabei die Errichtung einer Zweiten Front.
Zwar war vor allem das Verhältnis zu Großbritannien von wechselseitigem Misstrauen geprägt, jedoch unterstützten die von der Sowjetunion zuvor als Imperialisten angesehenen Alliierten sie nach Kräften. In den großen Konferenzen von Teheran und Jalta gelang es schließlich, eine Antihitlerkoalition zu schmieden und den Kampf gegen Deutschland abzustimmen. Die Sowjetunion trug in dem Kampf gegen Deutschland, nach Ansicht der meisten Historiker, die Hauptlast. Davon zeugt auch, dass über 80% der deutschen Verluste an der Ostfront zustande kamen.
Die kriegsverwüstete Sowjetunion ging 1945 aus dem Zweiten Weltkrieg innerlich geschwächt, jedoch auch als Siegermacht in Europa hervor. Mehrere Staaten in Mittel- und Osteuropa gerieten unter sowjetische Kontrolle. Die Sowjetunion war Besatzungsmacht im mittleren Teil Deutschlands (u. a. in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)) und darüber hinaus auch in ganz Osteuropa.
In der Konferenz von Potsdam versuchten sich die drei Siegermächte des Krieges in Europa auf eine Nachkriegsordnung zu einigen, was jedoch nur zum Teil gelang. Die Antihitlerkoalition, die gegen den gemeinsamen Feind Deutschland mühsam zustande gekommen war, zerbrach nach dem Sieg über Hitler am gegenseitigen Misstrauen. Aus den unterschiedlichen Vorstellungen über die europäische Nachkriegsordnung entwickelte sich schließlich der Ost-West-Konflikt.
Innere Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg
Michail Sergejewitsch Gorbatschow
Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte die Sowjetunion, den gewonnenen territorialen Machtbereich abzusichern. Das im Hitler-Stalin-Pakt vereinbarte sowjetische Interessengebiet in Ostpolen sowie das gesamte Baltikum schloss die UdSSR dauerhaft ihrem Staatsgebiet an; darüber hinaus bildete sie zahlreiche Satellitenstaaten, in denen sie, vor allem in Osteuropa, so genannte Volksdemokratien errichtete.
Der XX. Parteitag der KPdSU 1956 proklamierte die Abkehr vom Stalinismus, Nikita Chruschtschow rief eine grundlegende Wende in der sowjetischen Politik aus. Trotz der vorsichtigen Liberalisierung im Inneren ("Tauwetter") kann von einer grundlegenden Wende in der sowjet. Politik nicht gesprochen werden. Die Reformbewegung in Ungarn 1956 wurde blutig niedergeschlagen. Trotz nun intensiverer diplomatischer Kontakte zu den USA, ging der Kalte Krieg weiter und brachte die Welt 1962 in der Kubakrise an den Rand eines Atomkrieges. Auf Druck der USA zog Chrutschschow im letzten Moment die geplanten Raketen ab und verhinderte die drohende Eskalation.
Erfolge verbuchte der Staat bei der prestigeträchtigen "Eroberung" des Weltalls. Mit dem Hund Leica entsandte man das erste Lebewesen und mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All.(1961)
1964 wurde Chruschtschow durch den konservativen Leonid Breschnew als Generalsekretär ersetzt (bis 1983. Reformversuchen in anderen sich selbst als kommunistisch bezeichnenden Staaten widersetzte sich das Regime vehement. Die Freiheitsbewegung des "Prager Frühling" in der Tschechoslowakei (1968) wurde mit Panzern des Warschauer Pakts niedergeschlagen. Auch die Verhängung des Kriegsrechts in Polen 1980 (Niederschlagung der Reformbewegung der Gewerkschaft) Solidarität, geschah unter dem Druck Moskaus.
1979 marschierten sowjetische Truppen in Afghanistan ein. Nach hohen Verlusten musste man die Truppen jedoch 1985 wieder abziehen.
Die von Michail Gorbatschow ab 1985 eingeleiteten Programme von Perestrojka (Umbau) und Glasnost (Offenheit) sollten den Realsozialismus reformieren, führten aber letztendlich zum Untergang des Staates.
In Jahren 1990 - 1991 erklärten die baltischen Republiken Litauen, Lettland und Estland als erste ihre Unabhängigkeit. Die zentralasiatischen und kaukasischen Republiken sowie Moldawien folgten ihrem Beispiel. Am 8. Dezember 1991 beschlossen die Staatsoberhäupter der drei letzten in der Union verbliebenen Republiken – der russischen, ukrainischen und weißrussischen – die offizielle Auflösung der Sowjetunion und gründeten gleichzeitig die Gemeinschaft unabhängiger Staaten GUS.
Die Mitglieder im Überblick
- 20px Armenien
- 20px Aserbaidschan
- 20px Estland ( - ) ( - )
- 20px Georgien
- 20px Kasachstan
- 20px Kirgisien
- 20px Lettland ( - ) ( - )
- 20px Litauen ( - ) ( - )
- 20px Moldawien
- 20px Russland
- 20px Tadschikistan
- 20px Turkmenistan ( - )
- 20px Ukraine
- 20px Usbekistan
- 20px Weißrussland
Die mit ( - ) gekennzeichneten Staaten sind seit 2004 Mitglieder der EU und der NATO.
Die mit ( - ) gekennzeichneten Staaten waren Teilrepubliken der UdSSR, sind jedoch nicht Mitglied der GUS.
Führungsspitze der Sowjetunion
Parteichefs der Bolschewiki (1903–1918), der Kommunistischen Partei Russlands (1918–1925) bzw. der Kommunistischen Partei der Sowjetunion/ KPdSU (1925–1991), und somit eigentliche Machthaber, waren:
#1903–1924: Wladimir Lenin (eigentlich: Uljanow)
#1922–1953: Josef Stalin (eigentlich: Dschugaschwili) (Generalsekretär)
#1953–1964: Nikita Chruschtschow (Erster Sekretär)
#1964–1982: Leonid Breschnew (ab 1966 Generalsekretär)
#1982–1984: Juri Andropow (Generalsekretär)
#1984–1985: Konstantin Tschernenko
#1985–1991: Michail Gorbatschow
Regierungschefs der Sowjetunion: (1917–1946: Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, 1946–1991: Vorsitzende des Ministerrates, 28.8.1991–25.12.1991: Ministerpräsident der UdSSR und Vorsitzender des Interrepublikanischen Wirtschaftskomitees)
#1917–1924: Wladimir Lenin (eigentlich: Uljanow) Begründer der Bolschewistischen Partei
#1924–1930: Alexei Rykow
#1930–1941: Wjatscheslaw Molotow
#1941–1953: Josef Stalin (eigentlich: Dschugaschwili)
#1953–1955: Georgi Malenkow
#1955–1958: Nikolai Bulganin
#1958–1964: Nikita Chruschtschow
#1964–1980: Alexei Kossygin
#1980–1985: Nikolai Tichonow
#1985–1991: Nikolai Ryschkow
#1991: Walentin Pawlow (Januar bis August)
#1991: Iwan Silajew (August bis September)
#1991: Oleg Lobow (September bis November)
Staatsoberhäupter der Sowjetunion (1922–1938: Vorsitzender des Zentralen Exekutivkomitees, 1938–1989: Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets, 1989–1990: Vorsitzender des Obersten Sowjets, 1990–1991: Staatspräsident)
1991
#1919–1946: Michail Kalinin
#1946–1953: Nikolai Schwernik
#1953–1960: Kliment Woroschilow
#1960–1964: Leonid Breschnew
#1964–1965: Anastas Mikojan
#1965–1977: Nikolai Podgorny
#1977–1982: Leonid Breschnew
#1983–1984: Juri Andropow
#1984–1985: Konstantin Tschernenko
#1985–1988: Andrei Gromyko
#1988–1991: Michail Gorbatschow (ab 1990 Präsident der Sowjetunion)
Nationalhymne
Bis 1944 war die Internationale die Nationalhymne der Sowjetunion. Im Jahre 1943 komponierte Alexander Wassiljewitsch Alexandrow ( - 1883; † 1946) eine eigens für die Sowjetunion bestimmte Hymne (siehe Hymne der Sowjetunion) und Sergei Wladimirowitsch Michalkow ( - 1913) schrieb den Text. Diese Hymne wurde erstmals am 1. Januar 1944 der Öffentlichkeit präsentiert. Dreieinhalb Monate später, am 15. März 1944, wurde dieses Lied zur offiziellen Nationalhymne der Sowjetunion erklärt.
Von 1955 (nach Stalins Tod) bis 1977 wurde die Hymne stets ohne Text interpretiert.
Diese Hymne erfuhr 1977 als Folge der Entstalinisierung ihre einzige Änderung, bei der unter anderem Stalins Name aus dem Text entfernt wurde.
Nach dem Zusammenbruch der UdSSR warf das neue Russland das Sowjeterbe ab und gab sich eine komplett neue Hymne. Da sich diese nie großer Beliebtheit erfreute, wurde im Jahr 2000 die alte Sowjethymne mit neuem Text wieder zur Nationalhymne Russlands.
Text
Vgl. hierzu den Artikel Hymne der Sowjetunion
Literatur
- Leonid Luks: Geschichte Russlands und der Sowjetunion: von Lenin bis Jelzin. Pustet, Regensburg 2000, ISBN 3-7917-1687-5
- Helmut Altrichter: Kleine Geschichte der Sowjetunion 1917-1991. München 2001 ISBN 3406459706
- Manfred Hildermeier: Die Sowjetunion 1917 – 1991. Oldenbourg, München 2001, ISBN 3-486-56497-8
- Thomas M. Bohn (Hrsg.): Geschichte des russischen Reiches und der Sowjetunion. Böhlau, Köln 2002, ISBN 3-412-14098-8
- Karl Held (Hrsg.): Das Lebenswerk des Michail Gorbatschow: Von der Reform des realen Sozialismus zur Zerstörung der Sowjetunion. Gegenstandpunkt Verlag, München 1992. ISBN 3-929211-00-9
- Mark R. Beissinger: Nationalist Mobilization and the Collapse of the Soviet State. Cambridge University Press, Cambridge 2002, ISBN 052100148X
Siehe auch
- Russland
- GUS
- Geschichte der Sowjetunion
- Oktoberrevolution
- Wissenschaft in der Sowjetunion
- Zweiter Weltkrieg
- Ostblock
- Liste der Vertreter der UdSSR im Ausland
Weblinks
- [http://www.ib.hu-berlin.de/~pbruhn/russgus.htm Datenbank des deutschsprachigen Schrifttums über Russland/UdSSR]
- [http://mdz.bib-bvb.de/digbib/sowjetunion/@Generic__CollectionView;cs=default;ts=default;pt=reichstag;lang=de Helmut Altrichter: Die Sowjetunion. Von der Oktoberrevolution bis zu Stalins Tod. München 1986 – Online Ausgabe]
- [http://www.linksnet.de/artikel.php?id=865 Domenico Losurdo: Scheitern - Verrat - Lernprozess. Drei Ansätze zur Interpretation der Geschichte der kommunistischen Bewegung]
- [http://www.tinius.org/mp3/musik/Hymne_der_Sowjetunion.mp3 Nationalhymne der UdSSR als MP3]
- [http://noise-over-ip.de/music/gimn_sowjetskowo_sojusa.mp3 Melodie der Nationalhymne der UdSSR als MP3]
- [http://herbert-thiess.de/Sowjetunion/ Die Sowjetunion - erlebt von einem deutschen Kriegsgefangenen (1945-1949)]
!Sowjetunion
Kategorie:Staat (historisch) Kategorie:Osteuropa
ja:ソビエト連邦
ko:소비에트 연방
simple:Soviet Union
th:สหภาพโซเวียต
Molnija (Rakete)
Molnija (russisch Молния für Blitz, engl. Molniya) ist der Name einer sowjetischen Rakete, die aus der R-7 entwickelt wurde. Die Molnija (Herstellerbezeichnung 8K78) ist eine vierstufige Rakete, die speziell zum Starten von hochfliegenden Satelliten und interplanetaren Raumsonden ausgelegt ist. Der erste Start einer Molnija fand am 10. Oktober 1960 in Baikonur statt, seitdem wurden mit ihr bis Ende 1960er Mond-, Mars- und Venus-Raumsonden gestartet. Sehr viele frühe Molnija-Starts endeten damit, dass die Nutzlast in einer zu niedrigen Erdumlaufbahn verblieb. Dies lag an der fehleranfälligen Technik der vierten Stufe der Rakete. Molnija ist heute noch im Einsatz und wird derzeit zum Starten von Molnija-Kommunikationssatelliten und militärischen Frühwarnsatelliten vom Typ Oko verwendet. Molnija gilt als eine der zuverlässigsten Raketen Russlands, am 21. Juni 2005 erlitt sie den ersten Fehlstart seit 1990. Da die Technik der Molnija bereits veraltet und im Einsatz nicht flexibel genug ist, soll sie nun schrittweise durch die modernere Sojus-Fregat abgelöst werden.
Technik
Die ersten zwei Stufen der Molnija (Herstellerbezeichnung 8K78) entsprechen den der Wostok-Rakete, auf deren Grundlage sie basierte. Für die dritte Stufe wurde jedoch nicht der Block E der Wostok genommen, sondern eine stärkere Raketenstufe namens Block I entwickelt, die später auch in der Woschod und Sojus Verwendung fand. Block I wurde von einem RD-0108 Triebwerk angetrieben, das Kerosin und flüssigen Sauerstoff (LOX) als Treibstoff nutzte.
Die vierte Stufe der Molnija (Block L) verbrannte ebenfalls Kerosin und flüssigen Sauerstoff und wurde von einem S1.5400 Triebwerk mit 66.7 kN Schub angetrieben. Die Stufe verfügte über 1.050 kg Leermasse und konnte etwa 3.700 kg Treibstoff mitnehmen. Block L konnte nur einmal gezündet werden und musste daher zu einem genauen Zeitpunkt gezündet werden, um die für den Satelliten nötige Umlaufbahn zu erreichen. Dadurch war Block L fehleranfällig und unflexibel, was oftmals, insbesondere bei den frühen Starts, zu einem Aussetzen der Nutzlast in einer unbrauchbaren Umlaufbahn führte.
Ab 1964 wurde Molnija-M (Herstellerbezeichnung 8K78M) eingeführt, die über geringfügige Modifizierungen an den ersten beiden Stufen und einen Block L mit dem verbessertem S1.5400A Triebwerk verfügte. Später entstanden viele Varianten des Blocks L, die sich nur in dem an die jeweilige Nutzlast angepassten Flugprofil unterschieden. Die Höhe der Molnija-M beträgt 43,5 m, die Startmasse 305.000 kg.
Weblinks
- [http://www.bernd-leitenberger.de/semjorka.html Molnija-Trägerrakete] (dt.)
Kategorie:Raketentyp
Mars (Raumsonde)
Die Mars Raumsonden waren eine Serie von russischen Raumsonden welche zum Planeten Mars gestartet wurden. Neben den benannten Raumsonden gab es eine Reihe von Fehlstarts, die entweder bei einer Explosion der Rakete keine Bezeichnung erhielten, oder im Falle des Erreichens der Erdumlaufbahn als Satelliten unter Sputnik und Kosmos Decknamen ausgewiesen wurden. Außerdem flog im Rahmen des Zond-Programms eine Raumsonde (Zond 2) zum Mars, sowie eine weitere (Zond 3), die vermutlich ihr Startfenster verpasste, erprobte Kommunikation über interplanetare Entfernungen.
Am 10. Oktober 1960 und 14. Oktober 1960 unternahm man die ersten Starts zum Mars. Beide Sonden gingen bei Fehlstarts von Molnija-Trägerraketen verloren. Sie wurden zusammen mit der Raumsonde Venera 1 entwickelt und verwandten denselben Bus. Sie waren 480 kg schwer und trugen neben Experimenten zur Untersuchung des interplanetaren Raumes auch ein Kamerasystem. Diese Starts werden in der Literatur oft als Mars 1960A und Mars 1960B bezeichnet.
Mars 1 startete am 1. November 1962. Zwei weitere baugleiche Sonden erreichten am 24. Oktober und 4. November 1962 wegen Versagens der vierten Stufe der Molnija-Trägerrakete nur die Erdumlaufbahn. Diese Starts werden als Sputnik 22 und Sputnik 24 bezeichnet. Mars 1 führte neben Experimenten zur Untersuchung kosmischer Strahlung und Teilchen auch ein Kamerasystem und einen UV Spektrographen mit. Beide belichteten Film, der an Bord entwickelt und später digitalisiert wurde. Ein Experiment zur Suche nach Leben durch Spektrometrie wurde vor dem Start entfernt. Mars 1 wog beim Start mit einer Molnija Rakete 893,5 kg.
Schon nach dem Start stellte man fest, dass der Druck in den Treibstofftanks für die Lageregelung auf Null gefallen war. Solange man nahe der Sonne war, konnte man die Sonde durch ihre Gyroskope stabiliseren. Mit steigender Entfernung von der Sonne nahm die Leistung der Solarzellen ab und man hatte dann nicht mehr genügend Strom die Kreisel zu betreiben. So verlor Mars 1 die Lage im Raum und der Kontakt ging am 21. März 1963 in 106 Millionen Kilometern Entfernung zur Erde verloren. Am 19. Juni 1963 passierte die Raumsonde den Mars.
Im Jahre 1969 starteten zwei weitere Marssonden. Gegenüber Mars 1 war die Startmasse durch die wesentlich stärkere Proton Trägerrakete erheblich vergrößert worden. Die Sonden wogen nun über 3800 kg. Ein Lander sollte mitgeführt werden, wurde jedoch vor dem Start wieder entfernt. Beide Sonden, die in der Literatur oft als Mars 1969A und Mars 1969B bezeichnet werden, gingen am 27. März und 2. April durch Fehlstarts verloren.
Mars 2 und Mars 3 waren identische Sonden. Eine weitere Sonde, die die Bezeichnung Kosmos 419 erhielt, verblieb durch Ausfall der Oberstufe am 10. Mai 1971 in einem Erdorbit. Aufgabe war es einen Lander auf dem Mars abzusetzen und dessen Daten zu übertragen. Danach sollten die beiden Orbiter den Mars aus der Umlaufbahn untersuchen. Die Sonden waren mit 4650 kg Startmasse die schwersten im Mars Programm. Nach dem Start am 19. Mai 1971 und 29. Mai 1971 gelangten beide Sonden problemlos zum Mars. Bei beiden Orbitern versagte jedoch das automatische Kontrollsystem, welches den Kurs berechnen sollte. Die Orbiter gelangten beide in unplanmäßige Orbits am 27. November 1971 und 2. Dezember 1971. Auch bei den Landern führte eine falsche Ausrichtung zum Verlust von Mars 2. Der Lander trat zu steil in die Atmosphäre ein. Eventuell ist er auch im Landegebiet, das sich bei späteren Aufnahmen als sehr zerklüftet entpuppte, zerschellt.
Der Lander von Mars 3 fing nach der Landung an ein Panorama zu übertragen, verstummte jedoch nach wenigen Sekunden. Die Ursache für den Ausfall ist eventuell in einem globalen Staubsturm zu suchen, der damals tobte. Die Orbiter nahmen Bilder auf Film auf. Bevor der Staubsturm sich legte hatten sie den Film belichtet, so dass die Bilder nur wenige Details zeigen.
Mars 4-7 sollten vor den Viking Sonden als erste eine Marslandung erfolgreich durchführen. Man hatte nun die Aufgaben geteilt und startete mit Mars 4 und 5 zwei Orbiter und mit Mars 6 und 7 zwei Lander. Dies war nötig, da 1973 Mars nicht so günstig zur Erde stand und die Sonden so leichter sein mussten.
Wenige Monate vor dem Start stellte man fest, dass die Kontakte der Transistoren des Typs 2T-312 korrodiert waren und so die Stromversorgung einer der Sonde ausfiel. Eine Untersuchung zeigte das dieser Fehler systematisch war und darauf beruhte, dass man im Herstellerwerk Gold bei den Kontakten durch Aluminium ersetzt hatte. Eine Umstellung der Produktion hätte 6 Monate gedauert und eine Verschiebung des Starts auf 1975 notwendig gemacht. Die politische Führung entschloss sich die Sonden trotzdem zu starten, obgleich es nur eine 50 prozentige Chance gab, dass die Sonden den Mars erreichen würden. Die Startmasse lag bei den beiden Orbitern bei 3440 kg und bei den Landern bei 3250 kg.
Mars 4 startete am 21. Juli 1973. Auf dem Weg zum Mars fiel die Elektronik des Busses aus. Die Instrumente, die autonom davon waren, konnten beim Vorbeiflug am Mars am 10. Februar 1974 aktiviert werden und übertrugen einige Daten. Der Bus, der in einen Orbit einschwenken sollte war jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ansprechbar.
Mars 5 startete am 25. Juli 1973. Nach zwei Kurskorrekturen gelangte er planmäßig am 12. Februar 1974 in einen 1760 × 32586 km hohen Orbit. Man beschleunigte das Messprogramm, doch am 28. Februar 1974 fiel der Orbiter aus. Ursache war nicht ein Veragen der Elektronik sondern der Druckverlust im Bus durch einen Mikrometeoritentreffer. Etwa 100 Fotos sowie weitere Messungen wurden gewonnen.
Mars 6 startete am 5. August 1973. Wenige Tage nach dem Kurskorrekturmanöver am 13. August 1973 fiel ein Telekommunikationskanal des Senders wegen des defekten Transistors aus. Der Lander wurde von der stummen Sonde automatisch am 12. März 1974 abgetrennt. Er lieferte Messungen bis zum Aufsetzen, verstummte dann jedoch. Eventuell ist er auf der Oberfläche zerschellt oder bei der Landung umgekippt.
Mars 7 startete am 9. August 1973 als letzter des Quartetts. Am 16. August 1974 gab es das einzige Kurskorrekturmanöver. Durch die defekten Transistoren blieb bald darauf nur noch ein Kommunikationskanal zu der Sonde. Die Abtrennung des Landers erfolgte automatisch am 9. März 1974, jedoch vier Stunden zu früh, so dass der Lander in einer Entferung von 2200 km am Mars vorbeiflog.
Fazit
Das sowjetische Marsprogramm in 60er und 70er Jahren war einer der größten Fehlschläge in der Geschichte der sowjetischen Raumfahrt. Von den 14 gestarteten Sonden des Mars-Programms war nur Mars 5 ein relativer Erfolg. Später gab es noch drei sowjetisch-russische Marsmissionen: Fobos 1+2 im Jahr 1988 und Mars 96 im Jahr 1996. Fobos 1 und Mars 96 waren komplette Fehlschläge, lediglich Fobos 2 konnte einen kleinen Teil seines geplanten Forschungsprogramms durchführen, bevor auch er verloren ging. Mit Fobos-Grunt ist für 2009 bereits die nächste russische Marsmission geplant, es bleibt zu hoffen, dass sie nicht den Schicksal ihrer Vorgänger teilen wird.
Weblinks
- [http://www.bernd-leitenberger.de/mars.html Die Mars Raumsonden] (dt.)
- [http://www.svengrahn.pp.se/histind/Soviemar/soviemar.htm Soviet/Russian Mars Probe Launches] (engl.)
- [http://hometown.aol.de/SLVehicles4/Sondes/HEL.htm Bilder aller Interplanetaren Sonden]
- [http://wikisource.org/wiki/%D0%A1%D0%BE%D0%BE%D0%B1%D1%89%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B5_%D0%A2%D0%90%D0%A1%D0%A1_%D0%BE_%D0%BF%D0%BE%D1%81%D0%B0%D0%B4%D0%BA%D0%B5_%D0%B0%D0%B2%D1%82%D0%BE%D0%BC%D0%B0%D1%82%D0%B8%D1%87%D0%B5%D1%81%D0%BA%D0%BE%D0%B9_%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D1%86%D0%B8%D0%B8_%D0%9C%D0%B0%D1%80%D1%81-3 Originale TASS-Meldung über die Landung von Mars-3 (russ.)] (Wikisource)
Siehe auch: Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen
Kategorie:Marssonde
1960
Politik
- 1. Januar: Max Petitpierre wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Das Atomgesetz zur friedlichen Kernenergieverwendung tritt in | | |