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EntstehungDie Genesis oder die Genese (alt- / neugriechisch γένεσις / γέννηση - die Geburt, Schöpfung, Entstehung) bezeichnet:
- -genese, einen Teil eines Fachbegriffs der Wissenschaften und der Medizin
- Pathogenese, die Entstehung einer Krankheit
- Werden (Philosophie), in der Philosophie den Prozess des Werdens
- Genese (Geologie), in der Geologie die Art der Entstehung von Gesteinen
- das 1. Buch in der Bibel, hebräisch Bereschit (jüdische Darstellung), griechisch Genesis, deutsch 1. Buch Mose (christliche Darstellung).
Das Wort Genesis als benennt:
- Genesis (Sonde), eine US-amerikanische Raumsonde
- Aktion Genesis, eine nationale Polizeiaktion gegen Pädokriminalität in der Schweiz
- Genesis - das Gemeinsame Neue Statistische Informations-System der Statistischen Landesämter und des Statistischen Bundesamtes in Deutschland
- Genesis (Band), den Namen einer Rockband
- Sega Genesis, den Namen einer Spielekonsole von Sega
- (Genesis 3D), den Namen einer 3D-Engine
Griechische Sprache
Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen.
Siehe: Griko in Italien
Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden.
Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el
bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis
1453) grc.
Geschichte
1453
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist.
Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert.
Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden.
Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt.
Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus).
Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt.
Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.
Grammatik
Altgriechisch
Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie.
Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen.
Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.
Nominale Wörter
Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
- (allgemeine) Regeln:
- Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
- Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
- Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache.
Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
- echter Akkusativ (direktes Objekt)
- adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
- echter Genitiv (Bereich)
- Separativ (Herkunft)
- Dativ
- echter Dativ (indirektes Objekt)
- Soziativ (Gemeinschaft)
- Instrumental (Mittel)
- Lokativ (Ort, Zeit)
Verben
Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm.
Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt.
Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen)
Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung.
Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens)
Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt.
Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen
Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten).
Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.)
Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung.
Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden.
Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck.
Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint.
In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt.
Der Imperativ drückt einen Befehl aus.
Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt).
Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung.
Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus.
Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn:
Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.)
Beispiele:
Aktiv: er löst (etwas)
transitives Medium: er löst (etwas) für sich
intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen
Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural).
Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.
Neugriechisch (Dimotiki)
Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation.
Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache:
Vokale
geschlossen
halbgeschlossen
offen
Alle Vokale werden kurz ausgesprochen.
laut IPA
Konsonanten
p t k
b d g
v δ z γ
f θ s χ
m n
l
r
Siehe auch
- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen
Literatur
- Geschichte:
- Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
- Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
- Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
- Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
- Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
- Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
- Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
- Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
- Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
- Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992
Weblinks
- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Einzelsprache
als:Griechische Sprache
ja:ギリシア語
ko:그리스어
ms:Bahasa Greek
simple:Greek language
th:ภาษากรีก
SchöpfungSchöpfung meint die Handlung des Erschaffens oder das Entstehenlassen von etwas oder jemandem. Es kann sich auch auf das Geschaffene oder Hervorgebrachte beziehen.
Religion und Theologie
Die Schöpfung ist in verschiedenen Religionen die Bezeichnung für die Erschaffung der Welt, der Dinge und der Entstehung des Menschen, meist durch eine eigenständige Macht (Gott). Die Schöpfung wurde und wird vielfach thematisiert.
Ein Schöpfungsmythos ist eine zumeist theologische oder religiöse Erklärung zur Entstehung der Welt und des Universums.
Manchmal wird in Schöpfungsmythen auch der Ursprung des Menschen und sein Stand in der Welt durch den Mythos begründet.
Bekannte Schöpfungsmythen
Viele Schöpfungsberichte gehen von einer Macht oder mehreren Mächten (gewöhnlich als Gott oder Götter personifiziert) aus, die bereits vor der Existenz des Universums/der Schöpfung existent gewesen ist/sind.
Auch heute noch gibt es aktuelle Schöpfungsmythen, die teilweise nicht dem aktuellen Wissen der Naturwissenschaften entgegensprechen wie die Gaia-Hypothese oder Hypothesen, dass das Leben aus dem All auf die Erde gekommen sei.
Schöpfungsmythen gibt es in allen Kulturen, die eine eigene Weltanschauung oder Religion entwickelt haben.
Sie beantworten meist bildhaft die Frage nach der Herkunft der Götter, der Menschen und der Welt.
Babylonischer Schöpfungsmythos
Siehe Enuma Elish
Ägyptische Mythen
- Ägyptische Mythologie
Ozeanische Mythen
- Nauruische Mythologie: Areop-Enap
- ...
Zarathustra-Mythos
- Die oberste Gottheit Ahura Masda schuf den Himmel durch einen sehr langen, hauchenden Atemzug. Der Himmel war eiförmig, sodass aus ihm das Leben und zuletzt die Menschheit entstehen konnte. Vor dem Leben jedoch bildeten sich das Wasser und die Erde (siehe auch Babylons Weltbild).
Zarathustras Lehren haben vermutlich in der Babylonischen Gefangenschaft das Judentum beeinflusst. Ähnliche Vorstellungen von Himmel, Hölle und engelhaften Wesen finden sich teilweise im Christentum.
Siehe auch: Parsen
Anfangs gab es nichts. Dieses Nichts nannte man Ginnungagap. Man stellte es sich als eine tiefe Schlucht des Nichts und der Windstille vor. Da schuf Allvaters Geist das Sein und im Süden dieser Schlucht entstand Muspelheim, ein Reich, in dem Feuer und Hitze herrschte. Später kam Niflheim (nördl. von Ginnungagap) hervor, ein Reich voller Nebel, Kälte und Eis. Im Zentrum von Niflheim ist der Brunnen Hvergelmir. Aus dieser Quelle entsprangen 12 Flüsse von denen jeder Elivagar genannt wurde. Sie überfluteten ganz Niflheim und es bildete sich eine Eisschicht über die andere, bis sie sích zur Schlucht Ginnungagap vorschlugen. Erst seit diesem Ereignis gab es in Niflheim Eis und Schnee. Die Feuerfunken von Muspelheim brachten das Eis am Rand zum Schmelzen.
Weiter in: Germanische Schöpfungsgeschichte
- Nach Hesiods Theogonie stand am Anfang das Chaos. Aus ihm entstanden Gaia und Eros. Siehe auch Stammbaum der griechischen Götter
Biblischer Schöpfungsbericht
Das hebräische Wort bará´ und das griechische Wort ktízo, die beide »schaffen«, »erschaffen« bedeuten, werden ausschließlich mit Bezug auf die göttliche Schöpfung gebraucht.
Die Bibel nennt Gott den Schöpfer. Beispiele:
- Denn so spricht der HERR, der den Himmel geschaffen hat – er ist Gott; der die Erde bereitet und gemacht hat – er hat sie gegründet; er hat sie nicht geschaffen, daß sie leer sein soll, sondern sie bereitet, daß man auf ihr wohnen solle: Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr. Jesaja 45,18
- siehe, er ist's, der die Berge macht und den Wind schafft; er zeigt dem Menschen, was er im Sinne hat. Er macht die Morgenröte und die Finsternis Amos 4,13
Darüber hinaus ist diese Glaubensaussage in Geschichten formuliert.
Im 1. Buch Mose (Genesis) der Bibel sind zwei komplementäre Versionen der Schöpfungsgeschichte überliefert. Nach der Dokumenten-Hypothese der historisch-kritischen Theologie wurde der Pentateuch nicht wie überliefert durch einen Autor (nämlich Moses) niedergeschrieben (siehe Biblische Verfasserschaft), sondern entstand durch das Verschmelzen verschiedener Traditionsströme während der mündlichen und schriftlichen Überlieferung. Konservative Theologen bezweifeln die Dokumenten-Hypothese, auch angesichts neuerer archäologischer Erkenntnisse.
Genesis 1,1.2.4a Hier wird in stark formalisierter Sprache das bekannte Sieben-Tage-Schöpfungswerk beschrieben. Am Anfang eines jeden Tages steht das Wort Gottes, gefolgt von der Bestätigung »und es geschah so«. Gott betrachtet sein »Tageswerk« und »sah, dass es gut war« (außer am 2. Tag »und es rief Gott dem Gewölbe: Himmel und es wurde Abend und es wurde Morgen«). Am Ende des 2. Tages wird aus »Abend und Morgen« der nächste Tag. Hier wird hauptsächlich die Erschaffung des gesamten Universums beschrieben, der Mensch wird nur am Rande erwähnt.
Direkt auf die erste Version folgt eine zweite:
Genesis 2,4b.25 »Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte...« Genesis 2 konzentriert sich auf die Erschaffung des Menschen und seiner Umwelt, des Gartens. Die einzelnen Schöpfungstaten folgen in anderer Anordnung als bei der Erschaffung der gesamten Welt. Jetzt ist die Erde zunächst trocken, eine unfruchtbare Steppe. Gott erschafft zuerst die Menschen, dann die Pflanzen des Gartens. Die zweite Schöpfungsgeschichte mündet in die Erzählung der Begebenheiten im Garten Eden.
Beide Überlieferungen geben gemeinsame Grundgedanken wieder –etwa:
- die Schöpfung der gesamten Welt durch einen – und nur einen Gott.
- Einsetzung des Menschen über die Welt, nicht durch eigenen Verdienst, sondern durch Gott.
Sophia
Wenig beachtet findet sich in der hebräischen Bibel (AT, Tenach) eine weitere Darstellung der Schöpfung. Die Weisheit (Sophia) berichtet dort:
Sprüche 8,22-31 Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als die Meere noch nicht waren, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, als er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens. Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über den Fluten der Tiefe, als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich als sein Liebling bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern.
Der christliche Gott als Schöpfer
Die griechische Bibel (NT) nennt Jesus Christus den Sohn Gottes, der seinen Schöpfer als denjenigen würdigte, der die Menschen erschuf und sie männlich und weiblich machte.
Der Apostel Paulus schreibt über Jesus, den Mitschöpfer, im Kolosserbrief (1,15-18) folgende Worte: »Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der erstgeborene Sohn des Vaters; er ist der Anfang der Schöpfung. Durch ihn ist alles geschaffen worden, was im Himmel und auf der Erde lebt, alles, was man sehen kann, und auch die unsichtbaren Mächte und Gewalten. Alles hat Gott durch ihn geschaffen, und in ihm findet alles sein letztes Ziel. Er war vor allem anderen da, und alle Dinge bestehen durch ihn. Er ist auch das Haupt des Leibes, und dieser Leib ist die Gemeinde. Er ist der Anfang der neuen Schöpfung, denn er ist der erste von allen Toten, der zu neuem Leben geboren wurde; in allem muß er der Erste sein.«
Siehe auch
Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube, Pierre Teilhard de Chardin, Schöpfungsgeschichte, Schöpfungsgeschichte (Priesterschrift), Ussher-Lightfoot-Kalender
Die Frage der Schöpfung stellt aber auch ein philosophisches Grundproblem dar.
- Wurde die Welt erschaffen oder war sie schon immer da?
- Ist der Schöpfer nur Ursprung (Deismus) oder begleitet er die Welt handelnd weiter (Theismus)?
- Existierte vor der Schöpfung bereits so etwas wie Materie, die durch den Schöpfer geformt wurde, oder hat der Schöpfer alles (Materie, Form und Raum) erschaffen?
- Ist die Schöpfung mit dem Schöpfer identisch (Pantheismus, Panentheismus)?
- Wenn es eine Schöpfung gibt – was ist ihr Ziel?
Hier zeigt sich die enge Wechselwirkung zwischen philosophischen und theologischen Problemen.
Platon sieht in seiner Ideenlehre die Welt und ihre Bestandteile als Abbild göttlicher Ideen an.
Aristoteles sieht den unbewegten Beweger als Anfangspunkt jeder Bewegung an.
Diese Gedanken finden sich auch in den sogenannten Gottesbeweisen der Antike und des Mittelalters wieder (siehe insbesondere Thomas von Aquin sowie Natürliche Theologie).
Buddha verneinte die Schöpfung von Welt und auch die Schöpfung einer Seele, durch eine äußere Wesenheit oder ein göttliches Prinzip. Er sprach in Abgrenzung zu hinduistisch-theistischen Vorstellungen ausdrücklich von, wörtlich übersetzt, Nicht-Seele, sanskrit: Anatman.
Nach buddhistischer Auffassung entsteht die Welt aus einer fehlgeleiteten Wahrnehmung der fühlenden Wesen. Letztlich sind alle Phänomene, Welt und auch der eigene Körper, leer von einem ihnen innewohnenden Sein (Shunyata). Der buddhistische Gelehrte Longchenpa (1308-63) drückt das Aufkommen der Phänomene wie folgt aus: Die Welt und alle Dinge, sind bloße Erscheinungen im grundlegenden Raum der Phänomene. Sie entstehen als energetisches Spiel im Kontinuum des Geistes, sind aber weder Geist selbst noch von wahrer Existenz. Daher wird die Wahrnehmung von Welt und Phänomenen als relative Wirklichkeit, oder anders ausgedrückt Wirklichkeit in der Wahrnehmung fühlender Wesen bezeichnet, im Gegensatz zur Wahrnehmung eines erleuchteten Wesen, das alle Phänomene rein, unverschleiert ohne Aufspaltung in Subjekt und Objekt als Ausdruck des energetischen Spiels im grundlegenden Raum erkennt. Diese erleuchtete Wahrnehmung wird auch als Erfahrung absoluter Wirklichkeit bezeichnet. Die Vorstellung einer wie auch immer gearteten Schöpfung und die eines Schöpfers, sei es nun eine göttliche Wesenheit oder ein abstraktes Prinzip, wird im Buddhismus letztlich überwunden.
Zwar kann man mit Methoden der Naturwissenschaft nicht in die »Zeit vor aller Zeit« vordringen, doch geben einige Ergebnisse der Astronomie interessante Hinweise.
Schon Johannes Kepler dachte über die Frage nach, ob das Universum unendlich sei, und zu Ende des 18. Jahrhunderts konnte Wilhelm Olbers (Entdecker des 2. und 4. Asteroiden) diese Frage durch sein berühmtes Paradoxon verneinen. Sein Argument ist allerdings wegen der allgemeinen Relativitätstheorie nicht mehr stichhaltig.
Die Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung gab um 1970 den Anstoß zur Entwicklung der Urknall-Theorie. Für die Forscher hat es etwas Faszinierendes und gleichzeitig Seltsames, an diese absolute Grenze der Wissenschaft zu stoßen, und viele sehen sie als Moment der Schöpfung. Die seither entwickelten Verfeinerungen des Urknall-Modells zeigen jedenfalls keine Widersprüche – im Gegensatz zur Steady-State-Theorie, nach der das Weltall im Wesentlichen immer dieselbe Struktur hätte.
Kunst
- "Die Schöpfung", Oratorium von Joseph Haydn
Literatur
- Knauer, Peter: Unseren Glauben verstehen, Würzburg, 2001 (6. Auflage), 20-33.
- Prolingheuer, Wilhelm: Der Schöpfung Zweck und Ziel, Konkordanter Verlag, Pforzheim
- Löhde, Detlef: Die Schöpfungsgeschichte: Bericht oder gleichnishafte Erzählung?, Gr. Oesingen, 1989, ISBN 3-922534-50-3
Weblinks
- [http://www.wort-und-wissen.de Wort und Wissen - Schöpfungslehre aus wissenschaftlicher Sicht]
- The Matrix (2 Makkabäer 7,28 Siehe an die Welt und alles was darinnen ist. Dies alles hat Gott aus Nichts gemacht und wir Menschen sind auch also gemacht.) Ontologie
- [http://www.forum-grenzfragen.de/grenzfragen/open/webtodate/diskurs/index.html forum-grenzfragen: Dialog zwischen Naturwissenschaft - Philosophie - Theologie]
- [http://www.lichtstr.de/de/risale/download/11wort.pdf Sinn und Weisheist der Schöpfung des Kosmos und des Menschen] Ein Ausschnitt aus dem Gesamtwerk Risale-i Nur von Bediüzzaman Said Nursi
- [http://robert.matthees.net/pdfs/Adam_Eva.pdf Über Adam und Eva, seine zweite Frau.], ein Essay der etwas anderen Art über den beduinischen Schöpfungsmythos, von Robert Matthees, inkl. Zeichnung (pdf)
Kategorie:Religion
Kategorie:Religionsphilosophie
PathogeneseUnter Pathogenese (von griech. πάθος [páthos] Mißgeschick, Ungemach, Unglück, Leid, Schmerz, Empfindung, Gefühlsbewegung, Affekt und γένεσις [génesis] Ursprung, Erzeugung, Entstehung, Geburt, Leben) wird in der Medizin gewöhnlich die Entstehung und Entwicklung von krankheitswertigen Störungen, Defekten und sonstigen Veränderungen und damit von behindernden Mißbildungen und Krankheiten aller Art, einschließlich "funktioneller" und psychischer Störungen verstanden.
In einer auf die Person des Kranken ausgerichteten umfassenden bio-psycho-soziologischen Perspektive in einer "integrierten" und gleichzeitig ganzheitlich ausgerichteten psychosomatischen oder personalistischen Medizin wird unter Pathogenese allgemein die durch die jeweilige Einschränkung individueller Handlungsfähigkeit bedingte Leidensentstehung verstanden, in der auch der persönliche Umgang mit Krankheit, individuelle Kompensationsleistungen und biopsychische Regulationsprozesse in Betracht gezogen werden können und eine Betreuung von Kranken ermöglicht, in der deren individuell möglichen Eigenleistungen und Selbständigkeit nicht aus dem Blick gerät, sondern im Gegenteil gefördert werden kann.
Siehe auch Ätiologie, Pathologie
Kategorie: Pathologie
Genese (Geologie)In der Geologie bezeichnet die Genese die Art der Entstehung von Gesteinen.
Es wird unterschieden zwischen:
- Vulkanismus
- Sedimentation
- Metamorphose
Kategorie:Geologie
Bereschit
Das 1. Buch Mose, auch Genesis (Gen.) oder Bereschit genannt, ist das erste Buch der jüdischen Torah und der Bibel.
Die Bezeichnung Bereschit (hebr. בְרֵאשִית, deutsch "Im Anfang" nach den ersten Worten) reflektiert den Gebrauch der Bibeltexte für die Lesung im Synagogengottesdienst.
Die deutsche Bezeichnung folgt gewöhnlich dem kirchlichen Sprachgebrauch und nennt dieses Buch 1. Buch Mose oder Genesis. Dieses Wort stammt aus der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel (Septuaginta), die als Titel des ersten Buches den Anfangsvers zusammenfasste: "Im Anfang schuf (hebräisch bara, griechisch ἐγένετο egeneto) Gott Himmel und Erde."
Im Anfang
Das Wort "Genesis" (γένεσις) heißt Ursprung, Geburt oder Entstehung. Es beschreibt die Schöpfung Gottes im Allgemeinen - auch als Wiege der Menschheit bezeichnet - und die Erwählung des Gottesvolks Israel, im Besonderen.
Übersicht
Das 1. Buch Mose handelt von Gottes Schöpfung, die auf den Menschen zielt, ihm dient und ihm anvertraut ist. Die biblische Schöpfungserzählung knüpft an Entstehungsmythen und Kosmogonien in Israels antiker Umwelt (vor allem das Gilgamesch-Epos) an, grenzt sich aber auch deutlich gegen mythische Vorstellungen (z. B. die Astralgötter Babyloniens) ab. Eine Theogonie und Mythologie, das heißt eine Differenzierung und Darstellung verschiedener Götter – wie etwa in den griechischen Sagen Homers – kann man ihm nicht entnehmen. Hier wirkt das 1. Gebot der Bibel bereits retrospektiv.
Von der Schöpfung der Welt ausgehend wird zunächst eine Frühgeschichte der Menschheit (Adam und Eva, Kain und Abel, Noach, die mit der Völkertafel Gen. 10 endet) erzählt. Es folgt die Frühgeschichte des Volkes Israel, beginnend mit der Berufung des Erzvaters Abraham. Die Lebens- und Familiengeschichten der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob stellen den Ursprung der Israeliten, ihrer Gesetze, Bräuche und religiösen Vorstellungen unter dem Aspekt der göttlichen Erwählung und des Bundes mit Israel dar.
Hiervon ausgehend ziehen die abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam ihre jeweiligen Interpretationen.
Das 1. Buch Mose steht in engem Zusammenhang zu den anderen vier Büchern Mose der schriftlichen Tora oder des Pentateuch: 2. Buch Mose, 3. Buch Mose, 4. Buch Mose, 5. Buch Mose.
Inhaltliche Zusammenfassung
Das Buch lässt sich inhaltlich grob in zwei Teile gliedern: Urgeschichte (Kap. 1-11) und Vätergeschichte (Kap. 12-50).
Die Urgeschichte umfasst die zwei Schöpfungsgeschichten (Kap. 1 und 2, christlich Hexaemeron genannt), die Geschichte vom Garten Eden und der Vertreibung Adams und Evas daraus; Kain und Abel, Kap. 3 und 4), die Sintflut um Noach (Kap. 6-9) und den Turmbau zu Babel (Kap. 11, erster Teil).
Diesem einführenden Teil folgen die Vätergeschichten: die Erzählungen im Land Israel um die Patriarchen Abraham (Kap. 12-25) sowie Isaak, Jakob und Esau (Kap. 25-35). Durch sie setzt Gott in die zerrüttete Welt einen segensvollen Neuanfang (Gen. 12,1-3).
Das Buch schließt mit der Geschichte um Josef und seine Brüder (Kap. 36-50), die die Handlung nach Ägypten verlagert, wo dann das 2. Buch Mose ansetzt.
Die Schöpfung
Das 1. Buch Mose beginnt mit der Schöpfung der Welt durch Gott in sechs Phasen, die oft als Tage bezeichnet sind.
#Das Licht wird geschaffen.
#Das Himmelsgewölbe wird errichtet.
#Land und Wasser werden getrennt, und Pflanzen werden erschaffen.
#Himmelskörper werden ans Himmelsgewölbe gebracht.
#Meerestiere und Vögel werden erschaffen.
#Menschen werden erschaffen, weiblich und männlich. Landtiere werden den Menschen zur Seite gestellt.
#Sabbat: Gott ruht.
Die Quelle des Lichts vor der Entstehung der Himmelskörper wird dabei nicht thematisiert, ebensowenig wie die Quelle der Existenz Gottes selbst. Es ist ein sehr kurzer Bericht.
Die kunstvolle Erzählung soll etwa zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft entstanden sein. In Abgrenzung zur polytheistischen Weltsicht der Babylonier stellt sie die Einzigartigkeit Jahwes heraus, der Herr über die gesamte Schöpfung ist.
Adam und Eva
Die zweite Schöpfungsgeschichte handelt mehr von der Welt und den Menschen in weniger idealistischer Weise: Gott schafft Adam ("Mensch"), den ersten Menschen, aus Erde ("adama") und gibt ihm den Garten Eden als Wohnsitz. Da Adam einsam ist und unter den Tieren keinen Gefährten finden will, schafft Gott aus einer Rippe Adams Eva (hebräisch: Chava), die erste Frau. Die Rebellion gegen Gott (nur christlich als: Sündenfall bezeichnet), bei dem Adam und Eva verbotenerweise vom "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" essen, führt zur Vertreibung aus dem Paradies, da Gott nicht riskieren will, dass die beiden Menschen auch noch vom Baum des ewigen Lebens, neben dem Baum der Erkenntnis, essen.
Die ersten zwei Kinder von Adam und Eva, Kain und Abel, werden geboren. Kain erschlägt seinen Bruder und wird verbannt, jedoch von Gott gezeichnet, dass die Menschen ihn nicht ob seiner Mordschuld töten (die Herkunft dieser anderen Menschen wird nicht erklärt); Enoch, einer seiner Söhne, gründet die erste Stadt, d.h. die erste Stadtgründung wird in Zusammenhang mit dem ersten Mord gesetzt. Der Ursprung der weiteren Menschen bleibt unklar; die weiteren Kinder Adams und Evas werden nur beiläufig erwähnt.
Fundamentalistische Gruppierungen, die diese Erzählung als historischen Tatsachenbericht ansehen, weisen oft darauf hin, dass die Söhne und Töchter der beiden ersten Menschen untereinander geheiraten haben müssen. Das Heiratsverbot unter Geschwistern, das v.a. dem Schutz vor genetischen Missbildungen dient, konnte damals noch nicht greifen, da Adam und Eva und ihre Kinder noch ohne genetische Defekte waren. Erst im Laufe der Erdgeschichte würden sich die versteckten genetischen Defekte im Erbmaterial der Menschen angehäuft haben.
Die Geschichte Noachs beginnt mit einer kurzen, relativ kryptischen Bemerkung über "Söhne der Götter" bzw. "Gottes", oder "Riesen", die mit Menschenfrauen Kinder bekamen. Die vorsintflutlichen Menschen werden "uralt" 800 oder 400 etc. Jahre. Der in den folgenden Generationen beginnenden Sündhaftigkeit der Menschen setzt Gott die Vernichtung aller Menschen mit Ausnahme Noachs und seiner Familie entgegen. Noach baut ein Schiff, die Arche, auf der er mit seiner Familie und einem Paar jeder Tierart -- nach einem anderen Vers bis zu sieben Paaren -- die folgende Sintflut überlebt. Gott erkennt, dass die überlebenden Menschen, Noach und seine Familie immer noch die vorsintflutlichen Verderbtheiten in sich tragen, verspricht aber in einem Bund mit den Menschen, nie wieder alles Leben durch eine Sintflut zu tilgen, der Regenbogen wird das Symbol hierzu.
Die Erzählung über die Sintflut wurde möglicherweise von den Sumerern übernommen und als Erzählung über den Bund Gottes mit dem Menschen umformuliert.
Der Turmbau zu Babel
Eine summarische Beschreibung der Völker, der Nachkommen Noachs, wird durch die Geschichte vom Turmbau zu Babel (Bawel) unterbrochen, welche in Genesis Kapitel 10 beginnt und in Gen. Kapt. 11,10 fortgesetzt wird. Die Menschen rebellieren gegen Gott und dieser antwortet mit der Sprachverwirrung und der Zerstreuung der Völker, die gleichzeitig eine mythologische Deutung der Vielfalt der Sprachen liefert.
Der Turm zu Babel soll während der babylonischen Gefangenschaft erbaut worden sein bzw. existiert haben und der obersten Gottheit Babylons gehört haben.
Abram und Sarai
Abram (später Abraham genannt), ein Nomade, folgt dem Ruf Gottes aus seiner Heimat Ur im Lande der Chaldäer in ein ihm und seinen Nachkommen verheißenes Land Kanaan. Ihn begleiten seine Frau Sarai (später Sarah genannt) und seine Familie sowie sein Neffe Lot mit dessen Familie. Nach einem dürrebedingten Aufenthalt in Ägypten trennen sich Abram und Lot, um Konflikte über Weidegründe zu vermeiden. Lot siedelt im Tal von Sodom.
Sodom und Gomorra
Drei Boten (Engel) erscheinen bei Abram und bestätigen, dass er und Sarai trotz ihres hohen Alters binnen Jahresfrist einen Sohn haben werden. Weiterhin berichten sie vom Plan Gottes, die Städte Sodom und Gomorra aufgrund der Sünden ihrer Einwohner zu vernichten.
Abrahams Bitte, doch keine Unschuldigen umzubringen, wird von Gott angenommen, führt aber nur zur Rettung Lots und seiner Familie; alle anderen kommen um. Lots Frau erstarrt beim Blick auf den Ort der Zerstörung zur Salzsäule; Lots Töchter glauben offenbar, die ganze Menschheit sei zerstört, und gebären daher von ihrem Vater Kinder, die Stammväter der Stämme Ammon und Moab.
Sarahs Kinderlosigkeit: Ismael und Isaak
Um der Kinderlosigkeit zu entgehen, beschließen Abram und Sarai, dass Hagar, eine Magd Abrams, für Nachkommen Abrams sorgen soll.
Das Kind Abrams mit Hagar, genannt Ismael, wird der Stammvater der Araber. Gott tadelt Abram und Sarai wegen ihres Unglaubens und schließt einen Bund mit ihnen, in dem er sie in Abraham und Sarah umbenennt und die Beschneidung aller männlichen Nachkommen als Zeichen des Bundes vorschreibt. Sarah gebärt bald darauf Isaak. Gott prüft Abrahams Glauben, indem er von ihm verlangt, seinen Sohn zu opfern. Abraham ist gehorsam, Isaak bleibt durch Gottes Einhaltgebieten im letzten Augenblick am Leben. Siehe Opfer Isaaks.
Abraham soll 100, Sarah 90 gewesen sein, als ihnen Isaak geboren wurde. Dies wird glaubhaft, wenn man nicht 100 bzw 90 Jahre, sondern 100 bzw 90 Ernten ansetzt, die etwa zweimal in 12 Monaten stattfanden. Das Jahr als Zusammenfassung von 12 Monaten war mangels Jahreszeiten in der Wüste wohl unbekannt.
Isaak heiratet Rebekka und hat Zwillingssöhne: Esau, der ein Jäger wird, und Jakob, der Nomade wird. Es folgt die Geschichte vom Recht des Erstgeborenen, das Jakob Esau für ein Linsengericht abkauft. Als Jakob auch noch den Segen Isaaks für sich durch Täuschung erhält, flieht er auf Rat seiner Mutter, um Esaus Zorn zu entgehen. Bei dem Bruder seiner Mutter wirbt er um dessen Töchter Rachel und Leah, die er beide heiratet, wobei er für sie 14 Jahre dienen muss. Mit beiden Frauen und deren zwei Mägden hat er schließlich zwölf Söhne: Ruben, Simeon, Levi, Juda, Dan, Naphtali, Gad, Ascher, Issachar, Zebulon, Josef und Benjamin. Er hat auch eine Tochter namens Dina.
Bei Jakobs Rückkehr in seine Heimat findet er sich eines Nachts im Ringkampf mit einem mysteriösen Wesen, das unterschiedlich als Gott selbst, ein Engel oder ein Mensch verstanden wird. Jakob geht aus dem Ringkampf überlegen hervor und verlangt von seinem Gegner gesegnet zu werden, bevor er ihn freigibt. Dieser gibt Jakob darauf einen neuen Namen: Israel, soviel wie "der mit Gott ringt".
Josef und seine Brüder
Josef ist Jakobs Lieblingssohn und verpetzt seine Brüder öfters beim Vater, er wird daher von seinen Brüdern gehasst. Sie verkaufen ihn als Sklave an eine nach Ägypten ziehende Karawane und berichten Jakob, er sei von wilden Tieren getötet worden.
Josef wird in Ägypten als Sklave an einen Hofbeamten des Pharaos verkauft. Dessen Ehefrau läßt Josef mit falschen Anschuldigungen ins Gefängnis werfen, als er sich weigert mit ihr zu schlafen. Aufgrund seiner Fähigkeit, Träume zu deuten, kommt Josef jedoch wieder frei und wird zu einem einflussreichen Mann in Ägypten. Als er sieben fette und sieben dürre Jahre in Ägypten richtig vorhersagt und das Land durch einen Vorratshaltungs-Plan vor der Hungersnot rettet, ist seine Position als Wesir gesichert.
Weil seine Familie in Kanaan unter der Dürre leidet und in Ägypten Getreide einkaufen will, kann er sie zu sich nach Ägypten holen. Er versöhnt sich mit seinen Brüdern und kann noch von seinem sterbenden Vater Abschied nehmen.
Jüdische Darstellung
Im Judentum hat auch die erste Parascha (jüdischer Wochenabschnitt) den Namen Bereschit, welcher am ersten Schabbat nach Simchat Torah gelesen wird.
Entstehung
Nach der jüdische Lehre deckt das Buch den Zeitraum von der Erschaffung der Welt im ersten Jahr bis zu Josefs Tod im Jahr 2309 (1452 v.d.Z.) ab. Nach dieser Lehre ist der Autor dieses Buches Mosche (Mose), welcher erst nach Josefs Tod im Jahre 2368
geboren wird (siehe Schemot, 2. Buch Mose). Hierbei hat Mosche die gesamte Torah schon am Sinai von G'tt erhalten.
Andere Überlieferungen dieser Offenbarungen sind heute nicht mehr bekannt, finden sich aber in veränderter Form auch in anderen Kulturen.
Bedeutung
Bereschit ist ein Teil der Torah und ist damit die Basis für das Judentum und mit Ausgangspunkt für das Christentum und den Islam, wobei beide die Erzählungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten oder Änderungen wiedergeben.
So finden sich in diesem Buch auch schon viele Inhalte, welche auch heute noch für das Judentum grosse Bedeutung haben, obwohl die eigentliche Entstehung des jüdischen Volkes erst im nächsten Buch beschrieben wird.
So lernen die Juden aus Bereschit u.a.:
: - daß G'tt die Welt erschaffen hat und erschafft.
: - daß G'tt in den Lauf der Welt eingreift.
: - welche Bedeutung und Aufgaben der Mensch in der Welt hat.
: - daß alle Menschen von den gleichen Vorfahren abstammen und in diesem Sinne gleich sind.
: - den Bund zwischen G'tt und Noach und seinen Nachkommen
: - was G'tt in wohlgefällig ist und welche Mitzwot (Gebote) Nichtjuden für ein gerechtes Leben erfüllen müssen.
: - die Aufteilung der Menschheit in verschiedene Völker.
: - den Bund zwischen G'tt und Awraham (Abraham) und seinen Nachkommen.
: - den Bund zwischen G'tt und Ischmael (Ismael) und seinen Nachkommen.
: - die Entstehung des jüdischen Volkes.
Mitzwot in Bereschit
Folgende Mitzwot (Gebote) sind in Bereschit enthalten:
- Seid fruchtbar und mehrt euch (siehe Bereschit 1:28)
- Brit Mila (siehe Bereschit 17:2ff)
- Nicht die Vene des Oberschenkels essen (Gen. 32:33)
Kommentare
Christliche Darstellung
Autorschaft
Das 1. Buch Mose selbst nennt keinen Autor.
Der deutsche Name folgt der jüdischen und christlichen Tradition einer Autorschaft Moses, die den gesamten Pentateuch (die "5 Bücher Mose") als von Mose verfasst sieht.
Eine weitverbreitete, aber besonders unter konservativen Auslegern umstrittene Lehrmeinung sieht mehrere Autoren, die das 1. Buch Mose aus einer Reihe älterer Überlieferungen zusammengestellt und geglättet haben.
Die Frage der Autorschaft und Entstehungszeit ist im Artikel zum Pentateuch ausführlicher behandelt.
Inhaltlich gibt es einige direkte Hinweise zur Datierung des Textes. Anachronismen wie die Erwähnung von Kamelen (Kap. 12, Vers 14-16; Kap. 24, Vers 10-11) und Karawanen (Kap. 37, Vers 25-28) sowie der Bezug auf israelitischer Könige (Kap. 36, Vers 31) deuten auf eine Entstehung nach dem 10. vorchristlichen Jahrhundert hin; erst seit jener Zeit fanden sich Könige in Israel. Kamele wurden im 12. oder 11. vorchristlichen Jahrhundert domestiziert, und die ältesten Hinweise auf Kamelkarawanen im Nahen Osten stammen aus dem 7. Jahrhundert. Der Bezug auf Könige der Philister (Kap. 26, Vers 1) im Nahen Osten stützt diese Datierung: Archäologische Ausgrabungen finden erste philisische Ansiedlungen seit dem 13. Jahrhundert, und erste Städte (Gerar) im 7. Jahrhundert.
Mit der Datierung der Patriarchen auf die Zeit zwischen dem 25. und dem 16. vorchristlichen Jahrhundert (je nach Lehrmeinung) ergibt sich eine Entstehung von einigen Jahrhunderten nach den Ereignissen.
Wichtige Aussagen und Themen
Der Hauptteil und das Augenmerk liegt auf dem zweiten Teil. Der erste Teil ist rahmengebender Natur, für die Erzählungen über und um das Volk Israel. In diesem Licht sollte auch die Diskussion der Kreationisten und der fundamentalistischen Christen mit ihrer Kritik der Evolutionstheorie gesehen werden.
Gottesbild
Das 1. Buch Mose begründet eine monotheistische Weltanschauung, in der die Welt von einem Gott geschaffen wurde. Dieser Gott wird teilweise in antropomorphischen Begriffen beschrieben, und er erscheint ausgewählten Menschen, denen er Mitteilungen macht. Im Gegensatz zu anderen Mythologien des Nahen Ostens kennt das 1. Buch Mose nur einen einzigen, allein schöpfenden Gott; alle anderen nicht-menschlichen intelligenten Wesen wie zum Beispiel ,,Engel"(im hebräischen Ursprungstext ,,Boten" genannt) sind ihm im Rang unterlegen und von ihm geschaffen. Es erfolgt allerdings keine philosophische oder formelle Begründung oder Definition dieses Gottes. Seine Beschreibung folgt praktischen Gesichtspunkten des religiösen Lebens der Menschen, denen er begegnet.
Teilweise werden Referenzen zu anderen Gottheiten im 1. Buch Mose als Hinweis auf eine henotheistische Vorgängerreligion verstanden, die nur noch in Spuren erkennbar ist. Nach dieser Sichtweise wäre der alttestamentliche Monotheismus dem des Zoroastrismus zeitlich nachgeordnet.
Menschenbild
Das Menschenbild des 1. Buch Mose beginnt mit der Beschreibung der Schöpfung des Menschen "im Bilde Gottes" und implizit als die Krone der Schöpfung. Wie in vielen anderen Schöpfungsmythen auch, stammt die gesamte Menschheit von einem Menschenpaar, hier Adam und Eva, ab. Genau genommen folgt mit Noach ein zweiter "Flaschenhals", nach dem alle Menschen auf die drei Söhne Noachs und deren Ehefrauen zurückgehen.
Der Mensch wird in erster Linie in Bezug auf Gott gesehen; in dieser Beziehung besteht sein Zweck und seine Erfüllung.
Dies wird auch deutlich mit der Bedeutung des Bundes, den Gott mit allen Menschen schließt: Einmal mit Noach und später mit Abraham, jeweils stellvertretend für alle Nachkommen. Insbesondere der Bund mit Abraham führt zur Sichtweise des Volks Israel als des von Gott ausgewählten Volkes, dem spezielle Versprechungen gemacht werden.
Weltbild
Das Weltbild des 1. Buch Mose ist nicht im Wesentlichen das eines Kreationismus, sondern das einer mythischen Erzählung, verwoben in den Mythen der antiken vorderorientalischen Welt, es handelt von göttlichen Mächten und den Menschen, im Anfang von den ersten Menschen, dann von den Menschen der ersten Generationen des Volkes Israel und es wandelt sich zu einer geschichtlichen Erzählung. Gott erscheint teilweise als eindeutig über der Welt stehend, teilweise aber auch als innerhalb der Welt wirksam und lebend (siehe auch Gan Eden).
Aus der Abfolge der Generationen und den angegebenen Jahreszahlen wurde von religiösen Juden und Christen versucht, das Alter der Welt zu bestimmen. Dies erfolgt unter der Annahme einer wörtlichen Interpretierbarkeit der Erzählungen. Da sich die Jahreszahlen in der hebräischen Bibel von denen der Griechischen Bibel unterscheiden, und einige Angaben mehrdeutig sind, kam man zu mehreren verschiedenen möglichen Ergebnissen. Schon im Mittelalter wurde ein derartiges Vorgehen von rationalistisch ausgerichteten Theologen abgelehnt und eine allegorische Lesart vertreten.
Heute wird die Geschichte des 1. Buch Mose weitgehend als Versuch verstanden, die zu jener Zeit im Nahen Osten lebenden Stammes- und Volksgruppen in ihrer Beziehung zum Volk Israel zu verstehen.
Literatur
jüdisch
- Leopold Zunz: Die Heilige Schrift, ISBN 3857050020
- Rabb. Samson Raphael Hirsch: Bereschit
- Rabb. W. Gunther Plaut: Die Tora, Hebräisch-Deutsch, 5 Bde., Bd.1, Genesis, ISBN 3579026461
- W. Gunther Plaut (Hrsg.): Die Tora in jüdischer Auslegung, Bd. 1: Bereschit.
- Oberrabbiner J.H. Hertz: Der Pentateuch, hebräisch-deutsch
- Rödelheimer-Ausgabe, mit deutscher Übersetzung von J. Wohlgemuth
christlich
- Bruce Vawter: On Genesis: A New Reading
- Detlef Löhde: Die Schöpfungsgeschichte - Bericht oder gleichnishafte Erzählung? 1989, ISBN 3-922534-50-3
- Helmut Thielicke: Wie die Welt begann. Der Mensch in der Urgeschichte der Bibel, 1960, ISBN 3791821148
- Claus Westermann: Genesis. ISBN 3534052846 (Genesis 1-11) und ISBN 3534060423 (Genesis 12-50)
Siehe auch
- Torah
- Parascha
- Jüdische Religion
- Christentum
- Bibelstudium
- Portal:Bibel
- Barbara Renz
Weblinks
- [http://12koerbe.de/arche/genesis.htm Genesis (Bereschijt) 1-11, hebr./griech./lat./dt.]
- [http://bible.ort.org/intro1.asp?lang=1 navigate the Bible] (engl.)
- [http://www.progenesis.ch ProGenesis]: Versuch der Plausibilisierung der Genesis (Schöpfung) als wissenschaftlich
- [http://www.bibel-online.net/buch/01.1-mose/ Das 1. Buch Mose]: - Online-Version bei bibel-online.net
- http://www.people.freenet.de/biblische_lehre : Aufsatz "Adam, der erste Mensch" nach 1.Mose 1-3
Mose, 1. Buch
Bereschit
Kategorie:Heilige Schrift (Judentum)
ja:創世記
ko:창세기
zh-min-nan:Chhòng-sè-kì
Genesis (Sonde)
Die Raumsonde Genesis (benannt nach dem ersten Buch Mose der Bibel - griechisch Γέννησις) ist eine NASA-Mission zur Erforschung des Sonnenwindes, die am 8. August 2001 mit einer Delta II Rakete von der Erde abhob. Sie erreichte ihre endgültige Position, den Lagrange-Punkt L1 des Sonne-Erde-Systems, im November 2001.
An Bord der Sonde befanden sich vier Instrumente:
- drei hochreine Kollektorarrays, die unter anderem aus Gold, Saphir, Silizium und Diamant bestehen. Zwischen dem 3. Dezember 2001 und dem 1. April 2004 fingen sie die Teilchen des Sonnenwindes auf. Dabei wurde jedes dieser Arrays einem der drei unterschiedlichen Sonnenwindregimes ausgesetzt. Diese Arrays wurden in einer Probenkapsel zur Erde zurückgebracht, wobei sie allerdings durch den ungebremsten Aufprall beschädigt und kontaminiert wurden.
- ein Ionendetektor, der die Geschwindigkeit, Dichte, Temperatur und ungefähre Zusammensetzung der Ionenkomponente bestimmt
- ein Elektronenmonitor, der die Energie und Dichte der Elektronen bestimmt
- ein Ionenkonzentrator, der Elemente wie Sauerstoff und Stickstoff herausfiltert und auf einen speziellen Kollektor leitet.
Nach dem Aussetzen der Kapsel mit den Proben wurde die Genesis-Muttersonde in eine der Erde vorauseilende Umlaufbahn um die Sonne gebracht.
Am 8. September 2004 stürzte die Kapsel mit den Kollektoren in der Wüste von Salt Lake City auf den Boden, ohne dass sich die Bremsfallschirme geöffnet hatten. Ein Hubschrauber hätte den Probenbehälter in der Luft auffangen und sicher auf die Erde bringen sollen.
Die Probenkapsel schlug nahe einer Station der US-Armee auf, somit konnten Einsatzkräfte die Kapsel schnell untersuchen. Die Kollektoren, welche aufgefangenen Sonnenwind enthielten, sind mit großer Wahrscheinlichkeit zerstört, bzw. durch die irdische Atmosphäre und Staub kontaminiert worden, da die Kapsel offenbar beim Aufprall enthermetisiert wurde.
Der wissenschaftliche Status des Projektes ist derzeit unklar. Laut offizieller Stellungnahme der NASA sind zumindest Teile der Kollektoren intakt geblieben. Zur Zeit werden die geborgenen Überreste des Kollektoren-Behälters in einem Reinraum examiniert und verschiedene Methoden untersucht, die durch irdischen Staub kontaminierten Kollektoren zu reinigen. Als problematisch erweist sich dabei die geringe Menge (ca. 3-4 Mikrogramm) und Eindringtiefe der eingefangenen Sonnenpartikel.
Um das Versagen der Landefallschirme aufzuklären, wurde von der NASA eine Untersuchungskommission eingerichtet. Deren Ergebnisse beeinflussen Sicherheitsüberlegungen für die ähnlich angelegte Stardust-Mission und die Planung zukünftiger "Sample-Return"-Missionen. Erste Hinweise deuten dabei auf ein technisches Versagen der Steuerungsmechanismen der Sonde. Das vorläufige Ergebnis der Untersuchungskommission deutet dabei auf einen Designfehler der Schwerkraftsensoren hin, die fehlerhaft eingebaut wurden.
Weblinks
- [http://genesismission.jpl.nasa.gov NASA - JPL] (engl.)
- [http://www.bernd-leitenberger.de/genesis.html Detaillierte Beschreibung der Genesis-Mission] (dt.)
- [http://www.extrasolar-planets.com/raumfahrt/genesis.php extrasolar-planets.com - Genesis Mission] (dt.)
- [http://anon.nasa-global.speedera.net/anon.nasa-global/genesis/genesis.mov Video vom Aufschlag] (6.4 Mb, Quicktime)
Siehe auch: Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen
Kategorie:Sonnensonde
ja:ジェネシス (探査機)
Genesis (Statistik) Gemeinsames Neues Statistisches Informationssystem
In der Amtlichen Statistik Deutschlands steht GENESIS als Akronym für „GEmeinsames NEues Statistisches Informations-System“. Dabei handelt es sich um ein von den Statistischen Landesämtern und dem Statistischen Bundesamt gemeinsam entwickeltes metadatengestütztes Datenbanksystem. GENESIS soll die Trägersysteme der in den statistischen Ämtern bestehenden Datenbanken ablösen und damit die Datenhaltung softwaremäßig deutschlandweit auf eine einheitliche Plattform stellen. Als Grundlage wird Adabas für das Datenbankmanagement und Natural für die Entwicklung der statistischen Kernprozesse genutzt; dies nicht zuletzt wegen der Portabilität dieser Systemsoftware, die sicherstellt, dass GENESIS auf den unterschiedlichen Hardware- und Betriebssystemplattformen vom Mainframe- bis zum Unix-Server lauffähig ist.
Neben dieser technischen Harmonisierung wurden für 78 Einzelstatistiken gemeinsame Inhalte für die Datenbanken der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder festgelegt. Ziel dabei war und ist die systematische und einheitliche Darstellung von sachlichen Strukturen, aber auch die intertemporale Vergleichbarkeit von Zeitreihengliedern.
Die GENESIS-Datenbanken bieten Recherchezugänge in Form einer Stichwort-Suche oder als hierarchische Suche nach Themenbereichen/Sachgebieten. Dazu gibt es variabel gestaltbare Tabellen, d.h. für bestimmte Tabellenpositionen können Merkmale ausgewählt und Abrufe gestartet werden. Mit Hilfe einer Vorschau-Funktion kann sich der Nutzer zuvor einen Eindruck davon verschaffen, welches Aussehen und welchen Umfang der Abruf einer Tabelle haben wird. Ergebnisse werden nicht nur auf dem Bildschirm angezeigt, sondern können in den Formaten Excel, CSV oder HTML gespeichert werden. Ergänzend stehen dem Nutzer umfangreiche Hintergrund- und Zusatzinformationen zur Verfügung: Statistiken, Merkmale und deren Ausprägungen werden methodisch beschrieben bzw. erläutert, um eine korrekte Interpretation zu erleichtern.
GENESIS-Online
Um das breit gefächerte Datenangebot der Amtlichen Statistik für Internet-Nutzer in einheitlicher und komfortabler Weise zu erschließen, bauen die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zunehmend auf der GENESIS-Technologie basierende Internet-Zugänge zu ihren statistischen Auskunftsdatenbanken auf. Diese GENESIS-Online-Datenbanken bieten den Interessenten eine Reihe von Vorteilen:
- Einheitlichkeit: Alle GENESIS-Online-Datenbanken bieten die gleiche Nutzeroberfläche und Recherche-Funktionalität.
- Aktualität: Neueste statistische Ergebnisse sind in den Datenbanken in der Regel früher verfügbar als durch gedruckte Veröffentlichungen.
- Flexibilität: Statt einer starren Frage-Antwort-Struktur können Nutzer die sachliche, regionale und zeitliche Auswahl sowie die Anordnung der Daten auf ihre spezifischen Informationsanforderungen abstimmen. Variabel gestaltete Tabellen bieten die Möglichkeit, für bestimmte Tabellenpositionen einzelne Merkmale oder auch nur bestimmte Positionen aus Gliederungen auszuwählen und dann entsprechende Werteabrufe zu starten. Auch Daten aus verschiedenen Erhebungen können kombiniert in einer Tabelle zur Verfügung gestellt werden.
- Meta-Informationen: Umfangreiche und detaillierte Informationen zu den Daten für die richtige Interpretation ohne umständliche, zeitintensive Suche.
- Preisvorteile: Für die Nutzer entfallen Bereitstellungs- und Versandkosten. Viele Eckdaten aus der amtlichen Statistik liegen im Rahmen der „informationellen Grundversorgung“ sogar kostenlos vor.
Weblinks
Zurzeit (Stand Mai 2005) sind folgende GENESIS-Online-Datenbanken im Internet erreichbar:
- [https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/logon Datenbank des Statistischen Bundesamtes mit Ergebnissen für Deutschland und seine Bundesländer]
- [https://www.regionalstatistik.de/genesis/online/logon Gemeinsame Datenbank der Statistischen Landesämter und des Statistischen Bundesamtes mit Ergebnisse für Deutschland, die Bundesländer, die Regierungsbezirke sowie die kreisfreien Städte und Landkreise]
- [https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online/logon Statistisches Informationssystem Bayern]
- [https://www.landesdatenbank-nrw.de/ldbnrw/online/logon Landesdatenbank NRW – Das Statistische Informationssystem Nordrhein-Westfalens]
- [http://www.statistik.sachsen.de/genonline/online/logon Statistisches Informationssystem Sachsen]
Kategorie:Statistik
Sega Genesis
Das Sega Mega Drive (in den USA: Sega Genesis) ist eine 16-Bit-Videospielkonsole des japanischen Herstellers Sega.
Entstehung und Werdegang
16-Bit-Computer wie der Commodore Amiga und der Atari ST, sowie 16-Bit-Arcade-Geräte liefen den 8-Bit-Videospielkonsolen den Rang ab. Darüber hinaus hielt Segas Konkurrent Nintendo 95 Prozent des nordamerikanischen Videospielmarktes und 92 Prozent des japanischen Markts inne, lediglich in Europa waren Nintendos 8-Bit- und 16-Bit-Geräte nicht derartig erfolgreich. Sega wusste, dass das Sega Master System es nicht schaffen würde, diese Stellung in Nordamerika und Japan anzufechten, also entschloss man, die Herstellung einer neuen Konsole einzuleiten.
Segas System 16-Arcade-Spiele machten das Unternehmen sehr bekannt, so dass sich Hayou Nakayama, Segas damaliger CEO, dazu entschied, die neue Konsole als 16-Bit-Gerät zu produzieren. Das aktuelle Design lief großartig, und so verwendete man drei neue Arcade-Boards: Das Megatech, das Megaplay, und das System C. Alle für diese Systeme gemachten Spiele konnten auf der neuen Konsole funktionieren.
Der erste Name, den Sega für die neue Konsole ins Auge fasste, war MK-1601, jedoch entschied man sich im Endeffekt für den Namen Mega Drive. Mega strahlte Überlegenheit aus, und Drive ließ den Konsumenten an Geschwindigkeit und Kraft denken. Dieser Name wurde für die japanischen, europäischen, asiatischen und australischen Versionen der Konsole verwendet. Aus markenrechtlichen Gründen wurde das Gerät auf dem nordamerikanischem Markt, der rund die Hälfte der Gesamtverkäufe ausmachte, Genesis (altgriech. für "Schöpfung") genannt.
Als NEC die PC Engine am 30. Oktober 1987 in Japan veröffentlichte, schien sie als Bedrohung für Sega und Nintendo. Es sorgte jedoch nur für wenig Wirbel auf dem japanischen Markt, kaum mehr als das Mega Drive.
Das Sega Mega Drive wurde in Japan am 29.Oktober 1988 zum Preis von ¥21,000 veröffentlicht. Die Europa-Veröffentlichung war am 30. November 1990 in Großbritannien, zum Preis von £190.
Das Mega Drive stand anfangs in Konkurrenz mit dem 8-Bit Famicom-System in Japan und seinem Äquivalent Nintendo Entertainment System in Europa und Nordamerika.
Die japanischen Spieler waren stärker auf das Famicom fixiert. Als das Mega Drive den Markt zu übernehmen begann, kam das Super Famicom und übertraf das Mega Drive in Japan. Das Super Famicom hielt dort etwa 80 Prozent des Marktes inne. Das Mega Drive erlitt auf dem japanischen Markt ein schlechteres Schicksal als die PC Engine, trotz seiner technischen Überlegenheit gegenüber PC Engine und Famicom.
Der europäische NES-Markt war sehr konfus, verschiedene Firmen vertrieben das NES auf verschiedenen Märkten. Das Sega Master System hatte wie das Mega Drive keine Probleme, sich in Europa zu etablieren.
Das Mega Drive stand in Europa in Konkurrenz zu Nintendos Super Nintendo Entertainment System, während das japanische Mega Drive mit der japanischen Version des SNES, dem Super Famicom konkurrierte.
Ein ungewöhnlicher Markt, auf dem das Mega Drive Erfolg hatte, war Brasilien. Dort konnten das Sega Master System und das Mega Drive sich in diesem Gebiet bis 1998 behaupten. Dank Tec Toy, dem brasilianischen Vertriebsunternehmen, hielten beide Systeme dort 75% des Marktes inne.
Erweiterungen und Peripherie
Mehrere Add-On-Komponenten erschienen in Japan für das Mega Drive, ein Teil davon erschienen auch in den anderen Märkten. Das Sega Meganet-Modem erschien nur in Japan. Das Sega CD erschien weltweit für alle Versionen der Konsole, die PAL-Version in Europa und Australien allerdings unter dem Namen Mega CD. Das 32X, die 32-Bit-Erweiterung des Mega Drive, die später von vielen Seiten als Segas größter Flop bezeichnet wurde und sich auch nicht gegen die 32bit-Konsolen Sega Saturn und Sony Playstation behaupten konnte, wurde in Japan als Super 32X, in Nordamerika als Genesis 32X und in Europa als Mega Drive 32X auf den Markt gebracht.
Die ursprüngliche Konsole wurde kurz nach Markteinführung geringfügig verändert, unter anderem wurden der EXT-Port (ein Modemanschluß) an der Rückseite entfernt und das BIOS um eine patentierte Startupsequenz erweitert, wodurch nur noch lizenzierte Spiele gestartet werden konnten. 1993 wurde mit dem Sega Mega Drive 2 ein Redesign der Konsole auf den Markt gebracht. Es reduzierte Kosten, indem Chips verdichtet, die Platine verkleinert und der Kopfhöreranschluß entfernt wurden. Kurz darauf wurde auch eine billigere Version des Sega CD respektive Mega CD veröffentlicht, das Sega CD 2 bzw. Mega CD 2. Aus dem Frontloader wurde ein Toploader, der nicht mehr komplett unter sondern sich zum Teil auch neben dem Hauptgerät befand.
Mit dem Mega Drive 2 wurden 6-Button-Controller zum Standard, allerdings unterstützten alle Spiele weiterhin die vorhandenen 3-Button-Controller.
Ein Sega Master System-Adapter war für das Mega Drive erhältlich. Der Powerbase-Konverter wird auf den Modulschacht der Konsole gesteckt. Wie beim Master System war der Pausenknopf nicht am Controller sondern am Gerät. Sämtliches Master System-Zubehör inklusive Lightgun und 3D-Brille sind mit diesem Konverter kompatibel. Bauformbedingt passte dieser Adapter nicht mehr auf das Mega Drive 2, eine neuere Version erschien in Europa. Auch hier wurde gespart, der Kartenschacht wurde entfernt, so dass nur noch Modulspiele verwendet werden konnten. Der Mega Master war ein Third-Party Master System-Konverter von Fire und Datel, der in England erschien. Es sah aus wie der offizielle Mega Drive 2-Konverter, aber der Pausenknopf war an der Seite als Schalter angebracht.
Obwohl Sega einen Game Gear-Konverter im Gespräch hatte ("Mega Game Gear"), wurde dieser nie produziert.
Versionen und Varianten
- Sega Mega Drive 1 in Japan
- japanische Einstellmöglichkeiten
- Kopfhörerausgang
- AUX Port
- Unterstützung des Sega Mega-CD und Sega Super 32X
- Cartridge-Sicherheitsblockierung
- Auf dem Gehäuse ist der Text „High Grade Multi Purpose Intelligent Terminal“ eingraviert.
- Belüftungsschlitze auf der linken Seite.
- 'Sega Mega Drive' ist in weiß rechts unten auf die Konsole gedruckt.
- Die Tasten Reset und Start auf dem Joypad sind blau.
- Sega Mega Drive 1 in Europa, Australien und Neuseeland
- PAL 50 Hz-Signal
- Englischsprachige Einstellungen
- Inkompatibel mit japanischen Mega Drive-Spielen wegen Form von Cartridge und Konsole.
- Cartridge-Blockierung entfernt
- Der Text „High Definition Graphics·Stereo Sound“ hinter dem Cartridge-Slot.
- Reset und Start sind weiß.
- Sega Mega Drive 1 in Asien (Variante des europäischen Mega Drive und oft fälschlich für ein japanisches Mega Drive gehalten)
- Größeres 16-Bit-Logo
- Start und Reset blau
- identisch mit dem europäischen Mega Drive mit PAL Output
- Sega Mega Drive 2 in Japan
- Neue Form
- Kein Kopfhörerausgang
- 1 Custom Multi Output für Bild und Sound
- Der Text High Grade Multi Purpose Intelligent Terminal hinter dem Cartridge-Slot.
- Inklusive standardmäßigem 6-Button-Pad.
- Im Gegensatz zu den europäischen und nordamerikanischen Varianten ist der Stromschalter weiterhin ein Schiebeschalter, die Power-LED konnte dadurch entfallen.
- Sega Mega Drive 2 in Europa
- Neue Form
- Kein Kopfhörerausgang
- anderer AC Adapter
- kein RF Ausgang
- Sega Genesis 3 in Nordamerika
- nochmals verkleinerte Form (kaum größer als eine Modulhülle)
- inkompatibel zum 32X und zum Sega CD
- Wondermega (Xeye in Nordamerika) - Ein Mega Drive kombiniert mit Mega-CD von JVC - Nicht in Europa erschienen
- Verbesserter Klang
- MIDI-Unterstützung
- 2-Mikrofon-Eingänge
- S-VHS Connector
- Inklusive einer CD namens Game Garden mit den Spielen Flicky (Quiz) und Pyramid (Puzzlespiel). Die CD ist kompatibel mit CDG (CD and Graphics)-unterstützenden CD-Playern.
- Der späteren japanischen Version lag ein Plattformspiel von Core namens Wonderdog bei.
- Unterstützung der 'Wonder CD'-Peripherie zum Erstellen von Musik und dem Verbinden mit MIDI-Geräten.
- Unterstützung des Keyboards 'Piano Player' zum Erstellen von Musik und dem Erlernen des Keyboardspielens.
- Später in neuem Design mit softerem Look. Einige Zusatzmerkmale wurden entfernt, und die Joypads wurden in Infrarot-Joypads umgewandelt.
- Sega Mega LD (Japan)/Multimega (Europa) (CDX in Nodamerika)
- Mega Drive und Mega-CD mit Fähigkeiten eines tragbaren CD-Players.
- Für £350.00 in England erschienen, Einführungspreis in Deutschland waren 999 DM, etwa 510 Euro.
- Kein eingebauter Bildschirm.
- Als CD-Player verwendbar. CD-Bedientasten (Play, Stop, etc.) oben auf der Konsole. Hinterleuchtetes LC-Display für die Titelanzeige. Ein separater Line-Out-Port für Stereo-Unterstützung enthalten.
- 2 AA Batterien können nur den CD-Player betreiben, zum Spielen ist die Steckdose nötig.
- Megatech - Arcade-Gerät mit 10 austauschbaren Mega Drive-Spielen.
- 1989 erschienen mit einigen der besten Titel seiner Zeit wie Thunderforce II, Altered Beast, Tetris, Last Battle, Space Harrier 2 und Golden Axe.
- Spiele jederzeit austauschbar, und weitere Titel wie Sonic the Hedgehog waren bald erhältlich. Die Spiele waren identisch mit ihren Vorbildern.
- Obwohl die Module des Megatech äußerlich denen des japanischen Mega Drives gleichen, sind sie nicht zueinander kompatibel.
- Ein zweiter, kleinerer 9-inch-Monitor befindet sich oben. Er zeigte Anweisungen zu jedem Spiel an. Der Spieler bezahlt für eine bestimmte Zeitspanne. Bei ablaufender Zeit blinkte der Bildschirm grün, um den Spieler zum Einwerfen weiterer Münzen aufzufordern, um weiterzuspielen.
- Mega Jet
- ein displayloser Handheld, der zur Benutzung in Flugzeugen gedacht war
- wird an einen Bildschirm angeschlossen
- 6 Buttons
- Laseractive - Laserdisc-Player von Pioneer mit Modulschacht. Eines der Module erlaubt das Spielen von Mega Drive und Mega-CD-Spielen.
- Das Mega LD-Format hatte nur eine Handvoll Spiele.
- 3D-Brille für kompatible Spiele erhältlich.
- Andere Module unterstützten PC Engine-Spiele und Karaoke.
- TeraDrive
- Ein Personal Computer von IBM zum Spielen von Mega Drive-Spielen und Computer-Anwendungen.
- Das TeraDrive erschien in Japan mit Entwicklungstools. Der Preis von umgerechnet $3000 machte das System für Japaner unattraktiv. Es erschienen insgesamt 3 Modelle, in denen sich nur der PC-Teil unterschied. Der Prozessor war ein 80286 mit 10 MHz, die RAM-Ausstattung war zwischen 640 KiB und 2,5 MiB groß und es gab bis zu zwei 3,5"-Floppylaufwerke und im 3. Modell eine 30 MB Festplatte.
- Der Mega PC erschien von Amstrad in Europa, es war ein 386er von AMD mit 25Mhz und hatte 1 MiB RAM und eine 40 MB IBM-kompatible Festplatte.
- Es erschien 1993 in England und die Farbe wurde von dunkelgrau in cremefarben geändert.
- Das TeraDrive/Mega PC kann auch mit dem Mega CD verwendet werden.
- Das Mega Plus war eine erweiterte Version mit Mega CD. Es war ein 486er mit 33 MHz und 4 MiB RAM.
- MSX - Ein Name für zwei Geräte, die nur in arabischen Ländern von einer Firma namens Universal veröffentlicht wurden. Die Geräte spielten Mega Drive-Cartridges ab.
- Das A330 MSX hatte einen Cartridge-Slot oben. Programme namens Painting, Calendar, Arabic Writing, und English Writing waren enthalten.
- Das AX990 hatte 50 Programme.
- Sega Nomad
- Eine tragbare Variante des Mega Drive, die 1995 in den USA erschien und etwa so groß wie ein Sega Game Gear war.
- 6 Buttons
Technische Daten
- CPU: 16-Bit Motorola 68000 16 Bit-Prozessor mit 7.61 MHz
- Sound CPU: Zilog Z80a mit 3.58 MHz (im Mega Drive 2 als „Custom Chip“ verbaut)
- ROM: 1 MiB
- RAM: 64 KiB
- Video RAM: 64 KiB
- Grafik: VDP (Video Display Processor) für Playfield und Sprite Control
- 3 Planes: 2 Scrolling Playfields, 1 Sprite Plane
- Hauptsoundchip: Yamaha YM2612 6 channel FM
- Zusätzlicher Soundchip: 4-Kanal Texas Instruments PSG (Programmable Sound Generator) SN76489
- Colour RAM: 64 x 9 bit
- Farbpalette: 512 Farben (RGB, 3 Bit pro Farbkanal)
- Maximale Farben gleichzeitig: 64
- Maximale Sprites: 80
- Auflösung: 320 x 224 (NTSC), 320 x 240 (PAL), 40 x 28 Textmodus
- Signal/Noise Ratio: 14 dB
- Sound RAM: 8 KiB
- Ein-/Ausgänge:
- nur Mega Drive 1:
- Stereo-Kopfhörerausgang vorn
- Antennenausgang
- 8-polige DIN-Buchse für RGB-Video und Mono-Audio
- 9-poliger EXT-Port (Nur in früher Original-Version.)
- nur Mega Drive 2:
- 9-polige Mini-DIN-Buchse für RGB-Video und Stereo-Audio
- Expansionport rechts für Sega Mega-CD
- zwei 9-polige Joypadanschlüsse vorn
Herausragende Spiele
- Altered Beast
- Alien Storm
- Another World
- Bubba 'n Stix
- Castlevania: Bloodlines
- Chuck Rock
- Comix Zone
- Dune II
- Earthworm Jim 1-2
- Ecco The Dolphin 1-2
- Empire of Steel
- Flashback
- Golden Axe 1-3
- Gunstar Heroes
- Gynoug
- Kid Chaemeleon
- Kolibri (nur mit 32X)
- Marble Madness
- Mega Probotector
- Revenge of Shinobi
- Phantasy Star III
- Phantasy Star IV
- Pitfall
- Road Rash 1-3
- Sensible Soccer
- Shadow of the Beast 1-2
- Shadowrun
- Shining Force 1-2
- Shining in the Darkness
- Sonic The Hedgehog 1-3
- Sonic & Knuckles
- Streets of Rage 1-3
- The Story of Thor
- Street Fighter 2
- Thunderforce 3
- Thunderforce 4
- Mega Turrican
- Toejam & Earl 1-2
- Virtua Racing (Deluxe nur mit 32X)
Weblinks
- [http://www.consoledatabase.com/consoleinfo/segamegadrive/ Sega Mega Drive/Genesis Console Information] @ ConsoleDatabase.com
- [http://www.skillreactor.org/tutortxt/megadrv/index.htm The history of the Sega Mega Drive / Genesis series]
- [http://www.segafanpage.de SEGAfanPage.de] - Hardwaredaten zur SEGA Mega Drive
Kategorie:Spielkonsole
Kategorie:Sega
ja:メガドライブ
Muslim LeagueAll India Muslim League, den politiska rörelse i Indien, grundad 1906 som bildades för att i den muslimska befolkningen parallellt med den hindudominerade Nationalkongressen driva frågan om större autonomi eller full självständighet för Indien.
Muslim League lyckades under ledarskap av Jinnah få till stånd en separat muslimsk statsbildning vid den indiska självständigheten 1947. I Pakistan kom ett flertal olika organisationer att arbeta under namnet Muslim League efter självständigheten.
I Indien kom resterna av Muslim League föra en tynande tillvaro efter självständigheten, mycket p.g.a. det indiska valsystemet som försvårar för muslimska partier att vinna mandat. Endast i Kerala har rörelsen fått fotfäste. Rörelsen har flera gånger splittrats och omgrupperats.
Den absolut viktigaste grupperingen idag är Indian Union Muslim League. Ett annat parti som arbetar under namnet Muslim League, är Pachim Banga Rajya Muslim League ("Västbengalens delstats muslimska förbund"). I valet till Lok Sabha lanserade PBRML en kandidat i valkretsen Murshidabad, som fick 10 446 röster (1,04%).
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