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CountdownEin Countdown (engl. "herunterzählen", "das Zurückzählen") dient den unmittelbaren technischen Vorbereitungen vor Beginn eines besonderen Ereignisses.
Er bedeutet einen Zählvorgang von großen zu kleineren Zahlen - also in umgekehrter Reihenfolge - und endet im Regelfall bei Null mit dem geplanten Vorgang.
Der Countdown wurde erstmals im Fritz-Lang-Film Die Frau im Mond (1929) inszeniert, um die Dramatik vor dem Abheben zu erhöhen.
1) Countdowns gibt es fast immer bei Starts in der Raumfahrt, wo vor dem Startvorgang - insbesondere bei Flüssigkeitsraketen - zahlreiche Kontrollen in einem engen Zeitfenster unterzubringen sind.
Die letzten Sekunden werden vielfach laut heruntergezählt: 10 - 9 - 8 ... 3 - 2 - 1 - Zero (oder "Go"). Auch bei Fernseh-Übertragungen aus Kontrollzentren ist dies üblich geworden.
2) De facto beginnt der Count-Down aber schon viel früher - besonders bei der bemannten Raumfahrt. Einige kritische Momente heißen dann z.B.:
"t minus 6 Stunden" (etwa für Betanken der Rakete) ...
"t minus 60 Minuten" (Aufzug für die Astronauten)
"t minus 10 Minuten" (z.B. letzte Dichtheitskontrollen)
Bei t minus 60 Sekunden beginnt dann das tatsächliche "Herabzählen".
Tritt ein schwereres Problem auf, wird der Count Down unterbrochen - bis zum Auffinden der Fehlerursache. Werden dadurch vorherige Fehler aufgedeckt, springt der Count Down zurück oder wird abgebrochen.
Sind zu große Verzögerungen aufgetreten, schließt sich manchmal das Startfenster mit den energetisch günstigen Konstellationen von Erde und dem betreffenden Himmelskörper bzw. der Übergangsbahn, und der Start muss z.B. um 1 Umlaufzeit, 1 Tag, 1 Monat (beim Mond) oder gar 1 synodische Periode verschoben werden.
3) Ein Countdown ist auch bei anderen wichtigen Ereignissen mit komplexeren Vorbereitungen üblich - etwa für die Bühnenarbeiter im Theater, beim Soundcheck eines großen Konzertes usw. -
- und im privaten Bereich natürlich zu Silvester in den letzten Minuten vor Mitternacht.
4) Manchmal wird auch ein Count Down als Art Werbegag veranstaltet, wo er technisch gar nicht nötig wäre - etwa durch einen Verlag vor dem Erscheinen eines zu erwartenden Bestsellers.
Siehe auch:
- Zeitfenster
- Timer
Kategorie:Zeitbegriff
Weblinks
- http://www.timeanddate.com/counters/ (englisch) - Verschiedene Countdowns in kalendarischer Hinsicht
ja:カウントダウン
Null
Anschaulich betrachtet ist die Null ein Symbol für das Nichtvorhandensein von Elementen oder Gegenständen. Vom Lateinischen nullus (keiner).
Viele Kulturen des Altertums hatten keine Zahl Null, weil sie sie nicht benötigten (sie rechneten nur mit positiven Zahlen). Im Lateinischen wurde anstatt einer Zahl Null das Wort "nihil" (dt.: nichts) verwendet.
Im arabischen Zahlensystem wird die Zahl Null durch die Ziffer 0 dargestellt.
Von der Ziffer 0 und der Zahl Null ist zu unterscheiden der Wert NULL in Feldern von Datenbanken oder Programmiersprachen, der leer, unbestimmt meint. Siehe dazu Nullwert.
Die Ziffer 0
Die Ziffer 0 ermöglichte die Bildung des Dezimalsystems, also des Stellenwertsystems mit der Basis 10, und damit auch die Entwicklung der modernen Mathematik. Auch das Begreifen des Wesens der Null als Zahl entwickelte sich wohl erst nach der Erfindung der Null als Ziffer.
Die Anfänge des Dezimalsystems entwickelten sich im 3. Jahrhundert v. Chr. in Indien. Allerdings wurden je nach anzuzeigender Zehnerpotenz unterschiedliche Ziffernsymbole verwendet. Die Ziffer für die "eins" von "einhundert" war also eine andere als für die "eins" von "eintausend". Im 5. Jahrhundert nach Chr. kam man dann - ebenfalls in Indien - auf die Idee, das System so zu vereinfachen, dass man für jede dezimale Stelle dieselbe Menge von 9 Ziffern (die heute als 1 bis 9 geschrieben werden) verwenden konnte: Dazu war es notwendig, für fehlende Werte auf einer bestimmten Zehnerpotenz ein neues Symbol zu verwenden, eine zehnte Ziffer. Unter dem Sanskrit-Wort sunya (für leer) wurde die Null geboren. Die philosophische Grundlage dafür war der gleichlautende buddhistische Begriff für Leere. In Hindi wird noch heute die Null mit sunya bezeichnet.
Die Null bezeichnet also keinen Wert, doch bringt sie eine Zahl, die links vor ihr steht, dazu, mehr zu bezeichnen, als wenn sie allein stünde. (In den ursprünglichen indischen Systemen war die Reihenfolge der Potenzen jedoch umgedreht, die Einer wurden zuerst genannt, dann die Zehner etc. Die Null erhöhte damit den Wert der folgenden Ziffer.)
Führende Nullen werden üblicherweise weggelassen bzw. bei einer formatierten Ausgabe durch Leerzeichen ersetzt.
Bei Dezimalzahlen werden Nullen nach dem Komma üblicherweise weggelassen, wenn ihnen keine andere Ziffer mehr folgt. Bei einer formatierten Ausgabe werden sie entsprechend dem Ausgabeformat geschrieben.
Die Zahl Null
Die Zahl Null hat einige besondere Eigenschaften, die bei der Untersuchung von Rechenregeln hervortreten.
Addition
Die Null symbolisiert im mathematischen Sinne das neutrale Element der Addition in einem Monoid, das heißt: Für jedes Element a des Monoids gilt
:
Die Null im mathematischen Sinne (als neutrales Element eines Monoids) ist stets eindeutig.
In Restklassenkörpern und Restklassenringen gibt es zwar nur eine Null, die aber von unendlich vielen ganzen Zahlen repräsentiert wird.
Multiplikation
Durch Einführung der Rechenoperation der Multiplikation, mathematisch formal in der Definition eines Ringes, erhält man folgende Regel:
:
Man sagt auch, die Null ist ein absorbierendes Element der Multiplikation.
Potenzrechnung
Die Erweiterung der Rechenoperationen zur Potenzierung, formal in einem Körper definiert, erfordert, dass
:
immer gilt.
Aus dieser Definition ergibt sich auch der unanschauliche Spezialfall
:
Dass dieser Wert der „richtige“ ist, ergibt sich beispielsweise aus dem binomischen Satz:
:
Grenzwertargumente sind zur Motivation der Festlegung von ungeeignet, da man zu jeder beliebigen nichtnegativen reellen Zahl Funktionen mit angeben kann, für die
:
gilt: Die Funktion ist an der Stelle unstetig.
Division durch Null
Das Ergebnis der Division einer Zahl durch Null ist nicht eindeutig bestimmt, und bleibt deshalb in der Mathematik undefiniert.
Für natürliche Zahlen kann die Division als wiederholte Subtraktion angesehen werden:
:Um die Frage „Wie oft muss man 4 von 12 abziehen, um 0 zu erhalten?“ zu beantworten, also 12 : 4 zu bestimmen, kann man so rechnen:
:12 − 4 = 8
:8 − 4 = 4
:4 − 4 = 0
:Die Anzahl der Subtraktionen ist 3.
:Also ist 12 : 4 = 3.
Bei 12 : 0 lautet die Frage: "Wie oft muss man 0 von 12 abziehen um 0 zu erhalten?"
Antwort: Keine Anzahl von Operationen bringt das gewünschte Ergebnis.
Für beliebige Zahlmengen ist die Division als Umkehrung der Multiplikation definiert. Bei der Division von b durch a sucht man eine Zahl x, welche die Gleichung erfüllt. Diese Zahl x - sofern sie eindeutig bestimmt ist - schreibt man als Quotienten . Falls a gleich 0 ist, dann suchen wir also eine Lösung der Gleichung .
- Im Fall b ungleich 0 ist die Gleichung unlösbar, weil es keine Zahl x gibt, für die ungleich 0 ist.
- Im Fall b gleich 0 wird die Frage, welche Zahl x die Gleichung erfüllt, trivial: Jede Zahl x erfüllt die Gleichung .
In beiden Fällen gibt es kein eindeutiges Ergebnis bei der Division durch Null.
Beim Rechnen mit reellen (oder komplexen) Zahlen ist es also nicht möglich, durch Null zu dividieren, da diese Operation kein eindeutiges Ergebnis hätte: Die Multiplikation mit 0 ist nicht umkehrbar.
Dies gilt allgemein für jeden Ring.
Nota bene: In der Didaktik der Mathematik werden Verbote ("durch Null darf man nicht dividieren") als schädlich angesehen, da der Gedankengang leicht herzuleiten ist, und den Schülern nicht ein Eindruck von Willkürlichkeit im Fach Mathematik vermittelt werden soll.
Besser ist es also, die Aussage "durch Null kann man nicht dividieren" zu begründen.
Division durch Null auf Computern
Für ganze Zahlen (integer und andere Datentypen) ist im Computer eine Division durch 0 nicht definiert. Der Versuch eines Programms, eine ganze Zahl durch 0 zu teilen, erzeugt in der Regel einen Laufzeitfehler, der unbehandelt meist zum Abbruch des Programms führt.
Für Gleitkommazahlen (float und andere Datentypen) ist aber durch den Gleitkommastandard IEEE 754 unter anderem eine Division durch 0 definiert.
Dieser Standard definiert zwei Gleitkommazahlen namens +Inf und -Inf (infinity = unendlich) und unterscheidet zwei Zahlen mit dem Wert 0: eine positive Zahl +0 und eine negative Zahl -0.
Für das Rechnen mit +0, -0, +Inf und -Inf legt der Standard naheliegende und natürliche Regeln fest, wann immer es möglich ist. So ist zum Beispiel folgendes festgelegt:
- +Inf + +Inf = +Inf und -Inf + -Inf = -Inf.
- Für x > +0 gilt:
- :x / +0 = +Inf,
- :x / -0 = -Inf,
- Für x < -0 gilt:
- :x / +0 = -Inf,
- :x / -0 = +Inf.
Es gibt aber auch kompliziertere Spezialfälle, die sich nicht so einfach regeln lassen, z. B.
- +Inf - +Inf,
- +Inf + -Inf.
Für diese Fälle wurden Unzahlen eingeführt, so genannte NaN-Werte (NaN steht dabei für not a number). Ebenso liefern die Divisionen
- 0/0,
- Inf/Inf
in allen Vorzeichenvarianten ein NaN.
Nullteiler
In Restklassenringen (aber nicht nur dort) existieren so genannte Nullteiler, zum Beispiel gilt im Restklassenring modulo 6 die Gleichung 2 · 3 = 0. Daraus folgt jedoch nicht, dass 0 / 2 = 3 ist, denn auch 2 · 0 = 0, man kann also diesen Quotienten nicht eindeutig (und damit sinnvoll) definieren. Man kann also nicht nur nicht durch Null teilen, sondern auch nicht durch einen Nullteiler dividieren.
Erweiterung der reellen Zahlen
Es ist, ähnlich zum Vorgehen bei Gleitkommazahlen, möglich, die reellen Zahlen um zwei Symbole ∞ und -∞ zu erweitern, so dass einige Rechenregeln auch für die beiden Unendlich-Symbole gelten. Zum Beispiel ist dann a / 0 = ∞ für positive a, b / 0 = -∞ für negative b, jedoch ist 0 · ∞ nicht a, sondern undefiniert, genauso wie auch 0 / 0 und ∞ / ∞ undefiniert bleibt.
Beachte, dass diese erweiterte Menge keine algebraische Struktur mehr ist, weil einige Summen und Produkte undefiniert sind. Die üblichen Rechenregeln sind jedoch gültig, falls alle auftretenden Teilausdrücke definiert sind.
Diese Herangehensweise entspricht der Verwendung bei der Berechnung von Grenzwerten in der reellen Analysis.
Siehe auch die Regel von de L'Hospital.
Alltäglicher Sprachgebrauch
Die Formulierung "Null Uhr" meint Mitternacht (nicht zu verwechseln mit der Stunde Null).
Es wird unterschieden zwischen "24:00 Uhr" und "0:00 Uhr". Dabei kommt es darauf an, ob der Tag endet (24:00 Uhr), oder ob der Tag beginnt (00:00 Uhr).
Das Wort "Null" kommt auch in zahlreichen Redensarten vor (zum Beispiel jemanden auf Null bringen, etwas bei Null anfangen, jemand sei menschlich gesehen eine Null).
Weblink
- [http://www-x.nzz.ch/folio/archiv/2002/02/articles/cerutti.html Herbert Cerutti im Magazin der Neuen Zürcher Zeitung über die schwere Geburt der Null]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/255287.html www.wissenschaft.de: Der afrikanische Graupapagei kennt trotz seines nur walnussgroßen Gehirns die Bedeutung der "Null"]
Literatur
- Charles Seife: Zwilling der Unendlichkeit. Eine Biographie der Zahl Null. ISBN 3-442-15054-X
- Robert Kaplan: Die Geschichte der Null, ISBN 3-492-23918-8. (Frankfurt/Main: Campus, 2000. ISBN 3-593-36427-1)
0
ja:0
ko:0
simple:Zero
th:0 (จำนวน)
START
START, offiziell Strategic Arms Reduction Treaty, waren Abrüstungsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion.
START I
Es wurde ursprünglich 1982 von US-Präsident Ronald Reagan initiiert und am 31. Juli 1991, fünf Monate vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion, von seinem Nachfolger George H. W. Bush und Michail Gorbatschow unterzeichnet. Das Abkommen limitiert die Anzahl der Raketen und Atomsprengköpfe beider Seiten. Nach dem Ende der Sowjetunion gilt das Regelement des Vertrags für die USA, Russland, Weißrussland, Kasachstan und die Ukraine. Die letzteren drei haben seitdem ihre Atomwaffen vollständig abgerüstet.
Nachdem sich zu Beginn der 1990er Jahre ein weiteres Abkommen, START II, abzeichnete, wurde START in START I umbenannt.
START II
START II (engl. Strategic Arms Reduction Treaty = Vertrag zur Verringerung der Strategischen Nuklearwaffen) wurde am 3. Januar 1993 von George H. W. Bush und Boris Jelzin unterzeichnet. Der Nachfolger von START I verlangte die Deaktivierung aller landgestützten MIRVs (damit auch der mächtigen sowjetischen SS-18 und amerikanischen Peacekeeper-Raketen).
Dieser historische Vertrag nahm seinen Beginn am 17. Juni 1992 mit der Unterzeichnung des sogenannten Joint Understanding. Die offizielle Unterzeichnung des Abkommens durch die Präsidenten fand am 3. Januar 1993 statt. Die Ratifikation durch den US-Senat erfolgte am 26. Januar 1996 mit einer Mehrheit von 87 zu 4 Stimmen. Die russische Duma jedoch verzögerte die Umsetzung mehrere Jahre aufgrund US-amerikanischer Militäreinsätze im Irak und Kosovo sowie der NATO-Erweiterung.
Im Lauf der Jahre wurde das Abkommen weniger relevant und beide Seiten verloren ihr Interesse. Der wichtigste Punkt für die USA war die Modifikation des ABM-Vertrages, der ihnen erlauben sollte, ein Verteidigunssystem durch Ballistische Raketen zu errichten – eine Aktion, der Russland deutlich ablehnend gegenübersteht. Am 14. April 2000 wurde START II schließlich von der Duma in einer symbolischen Geste ratifiziert, da dies zur Bedingung für den Verbleib der USA im ABM-Vertrag gemacht wurde.
Die Nachfolge von START II besteht im SORT-Abkommen, beschlossen von George W. Bush und Wladimir Putin bei ihrem Gipfeltreffen im November 2001 und unterzeichnet auf dem Moskauer Gipfeltreffen am 24 Mai 2002. Beide Seiten erklärten sich bereit, das bisherige Abkommen mit seinen genauen Beschränkungen bestimmter Waffen zu beenden und
stattdessen unilateral die Gesamtzahl der Sprengköpfe zu reduzieren.
Siehe auch
- SALT 1, SALT 2: Strategic Arms Limitation Talks - Gespräche zur nuklearen Rüstungsbegrenzung von 1969 bis 1979
Weblinks
- [http://www.fas.org/nuke/control/start2 Dokumente und Hintergründe zu START II] (Federation of American Scientists]
- [http://www.hsfk.de/downloads/rep0303.pdf US-Nuklearpolitik nach dem kalten Krieg] (Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung)
Kategorie:Vertrag
Kategorie:Rüstungskontrolle
Kategorie:US-Außenpolitik
Kategorie:Atomwaffe
RaumfahrtAls Raumfahrt bezeichnet man Reisen oder Transporte in oder durch den Weltraum. Der Übergang zwischen Erde und Weltraum ist fließend und wurde durch die FAI auf eine Grenzhöhe von 100 Kilometern festgelegt. Ein Raumfahrzeug muss zusätzlich auch noch die erste kosmische Geschwindigkeit von rund 7,9 km/s erreichen, um zu einem Erdsatelliten zu werden. Die klassische Trennung zwischen Luft- und Raumfahrt wird zunehmend durch die technische Entwicklung der Raumfahrzeuge aufgeweicht.
Man unterscheidet zwischen
- bemannter Raumfahrt, bei der Menschen die Reise in den Weltraum antreten - zu ihr sind derzeit die USA, Russland und die Volksrepublik China in der Lage.
- unbemannter Raumfahrt, die das Befördern und den Betrieb von Satelliten und Sonden im Weltraum umfasst. Zu unbemannten Starts von eigenen Trägerraketen sind derzeit etwa zehn Länder und die ESA befähigt (siehe unten).
ESA
Geschichte
Ein chronologische Liste der bisherigen Raumfahrtmissionen ist hier erreichbar:
- Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen
- Liste der bemannten Raumfahrtmissionen
- Siehe auch Geschichte der Raumfahrt.
Allgemeines
Obwohl schon lange die Vorstellung von Reisen zum Mond oder anderen Planeten und Sternen bestand, wurde erst im 20. Jahrhundert mit der Entwicklung der Raketentechnik eine brauchbare und die bisher einzige Methode gefunden, die ausreichend lange so hohe Beschleunigung ermöglicht, dass ein dauerhaftes Verlassen des Planeten möglich wird.
Theoretische Grundlagen und Raketen-Pioniere
Die Theorie der Raumfahrt wurde unter anderem vom Russen Konstantin Ziolkowski (1857-1935) untersucht, der 1898 die mathematischen Grundprinzipien des Raketenantriebs formulierte (siehe Raketengrundgleichung). Auch der Siebenbürger Deutsche Hermann Oberth (1894-1989) stellte 1923 die Grundgleichung der Raketentechnik auf und zeigte wie Ziolkowski mit dem Konzept der Stufenrakete, wie man große Nutzlasten energetisch günstig in die gewünschte Flugbahn bringen kann.
Von den ersten Ingenieuren und experimentellen Wissenschaftlern sei der Amerikaner R. H. Goddard (1882-1945) erwähnt, der ab etwa 1910 kleine Raketenmotoren entwickelte. 1926 gelang ihm der Start der ersten Flüssigkeitsrakete. Noch früher tätig war hierin der Südtiroler Astronom und Raketenpionier Max Valier (1895-1930). Er wagte als erster Europäer Experimente mit flüssigen Treibstoffen und baute u.a. ein Raketenauto (heute Deutsches Museum). Bei einem Labortest in Berlin explodierte ein Aggregat und ein Metallsplitter tötete den nur 35-Jährigen.
Diese Grundlagenforschung enthusiastischer Einzelpersonen bis Anfang der 30er Jahre war Grundstock für die Entwicklung zur Hochtechnologie, die nur in Symbiose mit militärischen Interessen und staatlicher Finanzierung möglich war. Einen großen Anteil an solchen Weiterentwicklungen hatte Wernher von Braun (1912-1977) - von Peenemünde 1934 und der A4 (dem Vorbild vieler russischer und US-Raketen) bis zur Saturn V der Mondlandungen 1969-1972.
Militär und Industrie entdecken die Raumfahrt
Dieser Prozess setzte zunächst im Deutschen Reich ein, das in der neuen Technologie eine Möglichkeit erkannte, die Bestimmungen des Versailler Vertrags zu umgehen. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges entstand so der Forschungs- und Produktionskomplex Peenemünde unter Wernher von Braun, der schließlich die A4/V2-Rakete hervorbrachte. Diese erste Großrakete der Welt wurde als verheerende Fernwaffe vor allem gegen London und Antwerpen eingesetzt. Augrund der relativen Treffungenauigkeit und dem ausserordentlich schlechten Verhältnis aus Kosten und Zerstörungswirkung war dieser Raketenyp militärökonomisch eine Fehlentscheidung. Die Militärstrategen und Politiker der Sowjetunion und der USA erkannten das Potential der Raketentechnik, das vor allem darin lag, dass Raketen praktisch nicht abgefangen werden konnten und versuchten, aus dem besetzten Deutschland nicht nur Geräte und Blaupausen, sondern auch Know-How zu erbeuten. Damit begann bereits in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges ein Wettlauf zwischen den beiden Staaten, der Jahrzehnte andauern sollte. Nach dem Krieg wurden sowohl vollständige Raketen, wie Produktionsanlagen und zahlreiche Wissenschaftler und Techniker in die USA und die Sowjetunion verbracht und bildeten dort die Grundlage der Raketenentwicklung für die nächsten Jahrzehnte.
Der Wettlauf ins Weltall im Kalten Krieg
Know-How
Im nun einsetzenden Kalten Krieg kam der Raumfahrt vor allem eine massenpsychologische und propagandistische Bedeutung zu. Neben dem offensichtlichen militärischen Wert wurde sie von den Zeitgenossen als Messlatte für die Leistungsfähigkeit und Fortschrittlichkeit der beiden konkurrierenden Systeme wahrgenommen.
Als Folge des so genannten Sputnikschocks im Oktober 1957 wurde der amerikanischen Öffentlichkeit schlagartig bewusst, dass die Sowjetunion den technologischen Rückstand fast vollständig aufgeholt hatte. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Raumfahrt auch in den USA nach Kräften gefördert, und es kam zu einem regelrechten Wettlauf. Die sowjetische Raumfahrt erbrachte dabei zahlreiche bedeutende Erstleistungen. Sie brachten einen Monat nach dem Start von Sputnik 1 das erste Lebewesen, die Hündin Laika in den Weltraum. Am 12. April 1961 umkreiste Juri Alexejewitsch Gagarin als erster Mensch im Weltall die Erde und die Sonden Lunik 2 und Luna 9 führten 1959 und 1966 erstmals auf dem Mond eine harte bzw. weiche Landung durch. Dagegen konzentrierten sich die Anstrengungen der USA unter Präsident Kennedy auf die bemannte Mondlandung, die am 20. Juli 1969 mit einer halben Milliarde TV-Zuschauern das vielleicht größte Medienereignis zur Zeit des Kalten Krieges war.
Obwohl die zivile Raumfahrtbehörde NASA im Mittelpunkt der Öffentlichkeit stand und steht, wurde die Entwicklung der Raumfahrt abseits der öffentlichkeitswirksamen Prestigeprojekte ausschließlich von militärischen Erwägungen bestimmt. Etwa drei Viertel aller Satellitenstarts bis heute dienten militärischen Zwecken. Die USA verfügten seit 1959 über Aufklärungssatelliten, seit 1960 über Wetter-, Navigations- und Frühwarnsatelliten.
Das beiderseits stetig anwachsende Atomwaffenarsenal mündete schließlich im nuklearen Patt. Dieser höchst bedrohliche Aspekt der Raumfahrt, der sich ab den 70er Jahren auch in einer immer stärker werdenden Friedensbewegung niederschlug, hatte eine Reihe von Abrüstungsverträgen (START-Verträge) und Abkommen zur Begrenzung strategischer Waffensysteme (ABM-Vertrag) zur Folge.
Die Sowjetunion führte ihre bereits in den 60er Jahren begonnenen Forschungen an Kopplungsmanövern, Langzeitflügen und Weltraumausstiegen von Kosmonauten über die erste Raumstation "Saljut 1" weiter bis zu gemeinsamen Kopplungsmanövern mit den USA 1975 und schließlich zur permanent bemannten Raumstation Mir.
Ab den 70er Jahren spielte die Kommerzialisierung der Raumfahrt bzw. aus der Raumfahrtforschung hervorgegangener Technologien eine immer größere Rolle. Beispiele sind Nachrichten- und TV-Satelliten, CD-Spieler und zahllose mikroelektronische und informatische Anwendungen bis hin zu GPS und Digitalfotografie.
Kooperation und Globalisierung der Raumfahrt
Digitalfotografie
Schon während der MIR-Ära konnte man eine verstärkte Kooperationsbereitschaft zwischen den USA und Russland beobachten. So dockte der Space Shuttle mehrmals an der alternden Raumstation an und trug damit wesentlich zum Erhalt bei.
Die gemeinsamen Bemühungen mündeten schließlich in der Planung und dem Bau der Internationalen Weltraumstation (ISS). Nach dem Absturz der Raumfähre Columbia und einer Strategieänderung bei der NASA ist die Zukunft der ISS nach 2010 aber nicht mehr gesichert, da man in den USA ab diesem Zeitpunkt mit dem Space Shuttle die ISS nicht mehr bedienen will.
Und so beschleunigt Russland nun den Bau des neuen Allround-Raumschiffes Kliper. Es soll vorbehaltlich der Finanzierung etwa im Jahr 2012 fertig sein. Russlands neuer Kosmosagentur-Chef Anatoli Perminow hat deshalb die europäische Weltraumorganisation ESA aufgefordert, sich an dem nach eigenen Angaben 350-Millionen-Dollar-Projekt zu beteiligen.
Weitere Raumfahrtnationen
Als Raumfahrtnation bezeichnet man ein Land, das in der Lage ist mit eigenen Trägerraketen eigene Satelliten in den Weltraum zu befördern. Zusätzlich werden hier Länder aufgeführt, die an Projekten eigener Trägerraketen arbeiten, jedoch bisher nicht erfolgreich waren (z.B. Brasilien).
Brasilien
Auch Brasilien versucht im Weltraum Fuß zu fassen. Bisher jedoch mit wenig Glück. 1997 stürzte die erste brasilianische Trägerrakete VLS-1 kurz nach dem Start in den Atlantik. 1999 musste eine Rakete kurz nach dem Abschuss zerstört werden und am 23. August 2003 forderte eine Explosion der Rakete VLS-1 auf dem Stützpunkt Alcântara im Bundesstaat Maranhao 21 Menschenleben. Bei einem Jahresetat von 30 Millionen US-Dollar ist selbst das Ziel, im Jahr 2006 wieder einen Satelliten aus eigener Kraft zu starten, nur schwer erreichbar, alleine die Reorganisation nach dem Unfall kostet 100 Millionen US-Dollar.
China
Seit längerem fördert die Volksrepublik China die Raumfahrt in verstärktem Maße. Am 15. Oktober 2003 hat es den ersten Taikonauten (Bezeichnung aus der englischen Presse für einen chin. Raumfahrer) mit einem Shenzhou-Raumschiff in die Erdumlaufbahn geschickt. Neben Russland und den USA ist China somit als drittes Land in der Lage, bemannte Raumflüge durchzuführen. Der Schwerpunkt des Landes liegt momentan auf der weiteren Entwicklung des Shenzhou-Programms. Geplant sind auch eine eigene Raumstation und eine unbemannte Mondlandemission bis zum Jahr 2020, der erste Start einer unbemannten Mondsonde mit dem Namen Chang'e 1 soll noch im Jahr 2006 stattfinden.
Zum zweiten bemannten chinesischen Raumflug sind am 12. Oktober 2005 zwei Taikonauten vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi gestartet und erfolgreich zurückgekehrt.
Europa
Europa hat mit der Ariane-Rakete eine marktbeherrschende Stellung beim Transport von kommerziellen Satelliten in den Weltraum eingenommen, nachdem zuvor in den 1960er und 1970er Jahren die Entwicklung einer eigenen Trägerrakete Europa erfolglos blieb. Nachdem die ESA in den 1980er Jahren sehr eng mit den USA zusammenarbeitete, beispielsweise mit dem Spacelab-Projekt, ergaben sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs auch andere Kooperationsmöglichkeiten. Erste Schritte wurden durch den Besuch von europäischen Astronauten auf der Raumstation Mir vollzogen.
Indien
Auch Indien verstärkt seine Raumfahrtaktivitäten und kann bereits auf mehrere im eigenen Land gebaute Satelliten und Trägerraketen verweisen. Den ersten erfolgreichen Satellitenstart führte Indien am 18. Juli 1980 aus. Nun ist für 2007 der Start einer eigenen Mondsonde angekündigt. Die internationale Kooperation, vor allem mit den USA, spielt dabei in der Strategie eine große Rolle, so werden bei der unbemannten Mondmission auch zwei amerikanische Instrumente eingesetzt werden. Weitere Triebfeder der Entwicklung ist der jetzige Staatspräsident Abdul Kalam. Er war früher für die Entwicklung des Raketen- und Raumfahrtprogramms des Landes zuständig und gilt neben Vikram Sarabhai als Vater der indischen Raumfahrt.
Israel
Israel führte 1988 den ersten erfolgreichen Start seiner Trägerrakete Shavit durch. Weitere Starts mit militärischen Ofeq-Satelliten als Nutzlast folgten.
Japan
In Japan werden ebenfalls eigene Trägerraketen, Satelliten und Raumsonden entwickelt. Daneben beteiligt sich Japan mit dem Kibo-Modul auch an der Internationalen Raumstation. Die sehr visionär ausgerichtete Weltraumpolitik konnte aber bisher nicht vollständig in die Praxis umgesetzt werden. Immer wieder führten Rückschläge und Finanzprobleme zu Verzögerungen, obwohl die Bevölkerung im Gegensatz zu den Europäern den Projekten aufgeschlossener gegenüber steht.
Südkorea
Seit 2002 plante Südkorea auf der Basis der eigenständig entwickelten Höhenforschungsrakete KSR eine eigene Trägerrakete mit der Bezeichnung „KSLV-I“ zu bauen, um kleine bis zu 100 Kilogramm wiegende Satelliten in den Weltraum transportieren zu können. Doch schon bald entschied die südkoreanische Regierung, dass Südkorea bis 2015 zu den zehn führenden Raumfahrtnationen gehören soll. Um die ehrgeizigen Pläne zu verwirklichen, war das ursprüngliche KSLV-Programm zu limitiert. Daraufhin wurde Ende 2004 das russische Unternehmen „Khrunichev“ mit der Entwicklung der ersten Stufe des KSLV-I beautragt, die nun auf der weitaus größeren Angara basieren soll. Der erste Start der KSLV-I soll Ende 2007 von der auf der Insel Oenaro entstehenden Startanlage erfolgen. Südkorea will die Entwicklung weiterführen, um dann die stärkeren Nachfolgemodelle „KSLV-2“ und „KSLV-3“ zu bauen. Außerdem wird ein neues Weltraumzentrum gebaut, im Jahr 2007 ist der Flug eines südkoreanischen Astronauten zur ISS geplant.
Nichtstaatliche Raumfahrt
Am 21. Juni 2004 erreichte mit SpaceShipOne zum ersten mal ein ausschließlich von nichtstaatlichen Organisationen finanzierter bemannter Flugkörper die als Grenze zum Weltraum definierte Höhe von 100 Kilometern, ohne jedoch eine Erdumlaufbahn zu erreichen. Im Juli 2005 gründete der Entwickler Burt Rutan eine eigene private Raumfahrtorganisation.
Zukünftige Entwicklung
Technische Aspekte
Grundlagenforschung und die allgemeine technische Innovation produzieren immer neue Materialien oder Verfahren, auf der auch neue Konzepte beruhen.
Kombinierte Luft- und Raumfahrzeuge oder der Weltraumlift sollen künftig die Startkosten weiter senken und der Raumfahrt zum wirtschaftlichen Erfolg verhelfen. Andere Techniken wie Ionentriebwerke, Lichtbogentriebwerk oder Sonnensegel sollen es ermöglichen, schnell den interplanetaren Raum zu erreichen und eines Tages vielleicht sogar in andere Sonnensysteme vorzustoßen.
Ökonomische Aspekte
Privatisierung
Große Erwartungen setzen Unternehmen der Raumfahrtindustrie in Entwicklungen wie den Weltraumtourismus und andere Privatisierungsversuche. Größere Umsätze aus dem Weltraumtourismus sind auf Grund der Entwicklungen in den letzten fünf Jahren wahrscheinlicher geworden. Dazu beigetragen haben vor allem die Flüge von Weltraumtouristen zur Internationalen Raumstation und des Ansari X-Prize, der von einem US-amerikanischen Unternehmen gewonnen wurde. Ab dem Jahr 2008 sollen von der Firma Space Adventures Oribitalflüge für 200.000 US-Dollar angeboten werden.
Hohe Kosten der bemannten Raumfahrt
Um Astronauten sicher in den Weltraum und wieder zurück zu transportieren, sind teure Sicherheits- und Lebenserhaltungssysteme notwendig. Aus diesem Grund streiten Raumfahrtexperten, ob der Schwerpunkt der weiteren Entwicklung - zumindest bei wissenschaftlichen Missionen - nicht eher auf unbemannte Systeme verlegt werden sollte.
Auf der anderen Seite müssen bei unbemannten wissenschaftlichen Missionen die Experimente mit weit höherem Aufwand gegen eventuelle Fehler abgesichert oder auf unerwartete Ergebnisse vorbereitet werden als bei bemannten Missionen, da hier der Astronaut eingreifen kann.
Weitere Fernziele
Neben der Definition einer allgemeinen philosophischen Begründung definieren Wissenschaftler, Politiker und Philosophen Fernziele für zukünftige Raumfahrtaktivitäten. Solche Fernziele sind: Energiegewinnung im Weltraum, Rohstoffgewinnung außerhalb der Erde und die Kolonisierung anderer Planeten.
Die Suche nach Leben außerhalb der Erde (siehe Exobiologie) rückte in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Argumentationen.
Weiterführende Begriffe
- Allgemeine Begriffe: Bemannte Raumfahrt – Raumfähre – Raumfahrer – Raumflugzeug – Raumstation – Raumschiff – Satellit – Raumsonde – Rakete – Weltraumschrott
- Wichtige Raumfahrtprogramme/projekte: Apollo-Projekt – Ariane – Bemannter Marsflug – Cassini-Huygens – Galileo-Raumsonde – Gemini-Projekt – Hubble-Weltraumteleskop – Internationale Raumstation – Luna Mission – Mariner – Mars Exploration Rover: Spirit, Opportunity – Mars Express – Mars Global Surveyor – Mercury-Programm – Mars Pathfinder – Pioneer – Raumstation Mir – Sojus – Space Shuttle – SpaceShipOne – Sputnik – Surveyor – Venera-Mission – Viking – Voyager 1 – Voyager 2
- Wichtige Ereignisse: Katastrophen der Raumfahrt – Wettlauf ins All – Sputnik-Schock – Technik & Bahn der ersten Sputniks – Mondlandung
- Listen: Liste der Raketentypen – Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen – Liste der bemannten Raumfahrtmissionen – Weltraumbahnhöfe
- Portal Astronomie & Raumfahrt
Raumfahrt-Agenturen
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
- Europäische Raumfahrtagentur (ESA)
- Europäischer Weltraumrat
- Französische Raumfahrtbehörde (CNES)
- Israelische Raumfahrtbehörde (ISA)
- Italienische Raumfahrtbehörde (ASI)
- Russische Luft- und Raumfahrtagentur (Roskosmos)
- Ukrainische Raumfahrtbehörde (NSAU)
- US-Raumfahrtagentur (NASA)
- Brasilianische Weltraumbehörde (INPE)
- Chinesische Raumfahrtagentur (CNSA)
- Indische Weltraumbehörde (ISRO)
- Japanische Weltraumagentur (JAXA)
Weblinks
- [http://www.wissenschaft.ag/Raumfahrt.php4 Täglicher Raumfahrt-Newsletter mit Presseschau] der Bremer AG Wissenschaft
- [http://www.deutsches-museum.de/ausstell/dauer/raum/raumf.htm Deutsches Museum], Raumfahrt- und Raketentechnik
- [http://www.raumfahrtgeschichte.de Raumfahrtgeschichte]
- [http://www.raumfahrer.net Raumfahrt-Nachrichten und -Artikel]
- [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/raum/default.html Telepolis Weltraum]
- [http://www.hyaden.de Astronomie und Raumfahrt für Kinder]
- [http://www.cenap.alien.de/ CENAP]
- [http://www.astronautix.com/ Encyclopedia Astronautica] (engl.)
- [http://www.russianspaceweb.com/ Russische Raumfahrt] (engl.)
- [http://www.vfr.de/ Verein zur Förderung der Raumfahrt e.V.]
- [http://www.internationaleraumfahrt.de/ Internationaleraumfahrt.de]
- [http://www.raumfahrt24.de Tägliche News aus den Bereichen Raumfahrt und Astronomie]
Kategorie:Raumfahrt
FlüssigkeitsraketeFlüssigkeitsraketen werden vor allem in der Raumfahrt eingesetzt. Im Gegensatz zu den Feststoffraketen, wo im Raketenkern ein fertiges Gemisch von Brennstoff und Oxydator abbrennt, werden diese zwei Komponenten von chemischen Raketen getrennt mitgeführt und mit Pumpen in die Düse befördert.
- Als Brennstoff werden z.B. häufig Alkohol, Hydrazin, Kerosin oder verflüssigter Wasserstoff verwendet,
- als Oxydator zunehmend flüssiger Sauerstoff.
Die energiereichste Treibstoffmischung, die heute bei den Flüssigraketen angewandt wird, ist flüssiger Sauerstoff und flüssiger Wasserstoff (LOX/LH2).
Wie die Geschichte der Raketentechnik und das Schicksal einiger Raketenpioniere zeigt, dass der Einsatz von Flüssigkeitsraketen anfangs mit größeren Gefahren verbunden war als mit Feststoffen. Die Gründe sind vielfältig:
Gefahr von Undichtheiten, Verdampfen und Explosionen, Schäden an Pumpen und anderen Aggregaten, Luftblasen oder unzureichende Durchmischung in der Brennkammer, oder variable Gewichtsverteilung beim Abbrand.
Dennoch werden sie vermehrt eingesetzt, weil sie etwas effizienter arbeiten, sich an- und abstellen lassen und eine Änderung der Schubkraft zulassen. Zudem können Flüssigtriebwerke noch vor dem Abheben der Rakete geprüft werden, indem man sie Sekunden vor dem Start mit niedrigerem Schub hochfährt. Einige Flüssigtriebwerke wie z.B. das SSME des Space Shuttles oder RD-170 der Energija-Rakete können wiederverwendet werden.
Siehe auch:
- Durchfluss, Lavaldüse, Schwenkdüse, Steuerung
- A4, Ariane 4, Delta IV Heavy, Langer Marsch, R-7, Saturn V, Thor, Agena
- Brenndauer, Brennschluss, Massenverhältnis
- Raketengleichung, Stufenrakete, Space Shuttle
- Robert Goddard, Hermann Oberth, Max Valier, Hellmuth Walter, Wernher von Braun
Kategorie:Rakete
Bemannte RaumfahrtBemannte Raumfahrt ist der Sammelbegriff für alle Weltraummissionen, bei der Menschen in Raumschiffen in den Weltraum vorstoßen und nach Ende der Mission unversehrt zur Erde zurückkehren. Zur bemannten Raumfahrt zählen auch die Langzeitaufenthalte der Astronauten auf der russischen Mir-Raumstation und der Internationalen Raumstation (ISS). Sind Astronauten gezwungen, außerhalb der schützenden Hülle ihres Raumschiffs oder Raumstation zu arbeiten (Weltraumspaziergang), so müssen sie aufwendige Raumanzüge tragen.
Raumanzüge
Länder
Derzeit gibt es drei Länder, deren Raumfahrtbehörden bemannte Raumfahrtmissionen durchführen können: Russland (Roskosmos), die USA (NASA) und seit kurzem die Volksrepublik China (CNSA). Darüber hinaus sind erste Aktivitäten privater Unternehmen zu beobachten.
Ein chronologischer Überblick der ist in der Liste der bemannten Raumfahrtmissionen verzeichnet.
Stellenwert in der Berichterstattung
Bemannte Raumfahrtmissionen haben einen relativ hohen Stellenwert in den Medien und es wird daher im Vergleich zu unbemannten Missionen oft darüber berichtet. Trotzdem haben bemannte Missionen heutzutage keine höhere wissenschaftliche Bedeutung als unbemannte, ferngesteuerte Missionen. Fehlschläge und Unfälle, bei der Astronauten gefährdet oder gar getötet wurden, bleiben der Öffentlichkeit lange im Gedächtnis und sorgen für einen langanhaltenden Imageverlust der Beteiligten.
Notwendigkeit bemannter Missionen
Aufgrund des enormen technischen Aufwands wird diskutiert, ob und wann bemannte Missionen sinnvoll sind. Notwendige Lebenserhaltungssysteme und Rettungssysteme, die das Risiko für die Astronauten minimieren sollen, verursachen erhebliche Kosten. Viele Tätigkeiten, die ein Astronaut vollbringen könnte, wären mit einer teilweise ferngesteuerten Sonde ebenso möglich. Zukünftige Fortschritte in der Robotik und der autonomen Steuerung würden beispielsweise eine weiter ausgedehnte, wissenschaftliche Erforschung des Mars erlauben, ohne dass ein Mensch die Erde verlassen müsste. Andererseits können Menschen im Gegensatz zu Maschinen intelligent und intuitiv handeln. Je nach Missionsart und Missionsziel ist das wiederum ein Vorteil.
Siehe auch: Liste der Weltraumspaziergänge
Geschichte
Kalter Krieg - Wettlauf ins All
Im Zeitalter des kalten Krieges begann ein zwischen den verfeindeten Großmächten USA und der Sowjetunion ein Wettlauf ins All, zuerst mit unbemannten Flügen, später mit bemannten Starts. Am 12. April 1961 umkreiste Juri Gagarin mit einer Wostok-Raumkapsel als erster Mensch die Erde.
Die USA konnten wenige Wochen später, am 5. Mai 1961, im Rahmen des Mercury-Programms einen 16-minütigen suborbitalen Flug von Alan Shepard vorweisen.
1968 flogen dann mit Apollo 7 die ersten Menschen im Rahmen des Apollo-Programms ins Weltall, was schließlich in der ersten bemannten Mondlandung 1969 mit Apollo 11 gipfelte. Danach konzentrierte man sich auf den erdnahen Weltraum. Die Raumstationen Saljut, Mir und Skylab boten den Menschen ím All ein bescheidenes Zuhause.
Siehe auch: Geschichte der Raumfahrt, Liste der bemannten Raumfahrtmissionen, Liste bemannter Missionen zur Raumstation Mir
Derzeitiger Stand
Internationale Raumstation (ISS)
Außer in der Volksrepublik China ist die Basis für alle gegenwärtigen Aktivitäten der staatlichen Raumfahrtagenturen die Internationale Raumstation (ISS).
Bis zum Unglück der US-Raumfähre Columbia wurde die ISS von den US-Raumfähren und den russischen Sojus-Raumschiffen angeflogen. Nach dem Unglück im Februar 2003 startete zweieinhalb Jahre kein Spaceshuttle mehr, erst im Juli 2005 wurden ein neuer Flug (STS-114) gestartet. Ob die US-Raumfähren in naher Zukunft wieder regelmäßig zur ISS fliegen können, ist noch ungewiss.
Siehe auch: Liste bemannter Missionen zur Internationalen Raumstation
Das veraltete Shuttle-Konzept für kommende Aufgaben
Bereits in der 1970er Jahren erfolgte die Entwicklung der US-Raumfähren, die aber in der Zwischenzeit vom technischen Konzept her als veraltet gelten. Zwar kommen sie nach dem Unglück der Columbia nochmal zum Einsatz, ein Nachfolgesystem ist aber bereits im Planungs- und Entwicklungsstadium. Im Zuge der strategischen und organisatorischen Neuausrichtung der NASA Anfang 2004 werden für die geplanten Mond- und Marsflüge andere Raumfahrzeuge benötigt, außerdem ist die weitere Zukunft der ISS ungewiss.
Siehe auch: Liste der Space-Shuttle-Missionen
Sonderweg China
Eine Sonderweg beschreitet momentan die Volksrepublik China, indem sie eine eigene Infrastruktur im Weltall aufbaut. Der 2003 durchgeführte, bemannte Raumflug wurde zwar größtenteils durch Verwendung eines modifizierten Nachbaus der russischen Sojus-Kapsel ermöglicht, die eigenen Entwicklungen und Programme stehen aber in der Zwischenzeit im Vordergrund.
Weitere Informationen zur chinesischen Raumfahrt: Chinesische Raumfahrt, Shenzhou, Langer Marsch (Rakete), Taikonaut, Chinesische Weltraumbehörde
Privat finanzierte bemannte Raumfahrt
Suborbitale Flüge einzelner Länder oder privater Firmen zählen streng genommen nicht zur bemannten Raumfahrt, da keine Umlaufbahn erreicht wird und es somit keine Weltraummissionen im eigentlichen Sinn sind. Privat finanzierte und entwickelte Raumfahrt jeglicher Art steht erst am Anfang ihrer Entwicklung, wenn auch erste Erfolge, etwa der Flug von SpaceShipOne am 21. Juni 2004, vorzuweisen sind.
Weltraumtourismus
Seit dem Jahr 2001 konnten drei Weltraumtouristen mit zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegen. Dabei handelte es sich aber um Ausnahmen, da die Transportkapazitäten zur ISS derzeit begrenzt sind.
Zukünftige Entwicklungen
Da Russland mit seinen Sojus-Raumkapseln nur begrenzte Transportkapazitäten anbieten kann, denkt man in Europa über einen eigenen Raumtransporter nach, der der ESA mehr Unabhängigkeit verleihen würde. Die Entwicklung des anspruchsvollen Hermes-Konzepts wurde aus finanziellen und technischen Schwierigkeiten abgebrochen. Ein neuer Versuch ist der Hopper, eine Raumfähre, die ohne Zuhilfenahme zusätzlicher Raketen eine erdnahe Umlaufbahn erreichen soll. Der maßstabsgetreu verkleinerte Prototyp (Phoenix) wurde in Nordschweden im Mai 2004 erfolgreich getestet. Jedoch wird erst in Zukunft entschieden, ob der Hopper tatsächlich gebaut wird.
Siehe auch: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, EADS
Für den Ausbau der ISS oder den Anflug von Zielen, die über die erdnahe Umlaufbahn hinausgehen, sind jedoch zwingend neue Raumschiffe und Konzepte erforderlich.
Ein von US-Präsident George W. Bush im Januar 2004 verkündetes, strategisches Programm soll Menschen auf den Mond und später bis auf den Mars befördern. Allerdings wären für eine bemannte Marsmission völlig neue Raumschiffe erforderlich, die zunächst zu entwickeln sind. Ein erster Schritt dazu ist der Bau des Crew Exploration Vehicles.
Siehe auch: Bemannter Mondflug nach Apollo
Die ESA entwickelt ebenfalls ein Programm für einen bemannten Flug zum Mars, das Aurora-Programm. Es hat zum Ziel, den Erdmond und den Mars weiter zu erforschen und Vorbereitungen für einen bemannten Marsflug (geplant für das Jahr 2033) zu treffen.
Siehe auch
- Russische Raumfahrt
- Liste der Sojus-Missionen
- Sojus (Raumkapsel)
- Sojus (Rakete)
- Europäische Raumfahrt
- Katastrophen der Raumfahrt
- Liste der Raumfahrer
- Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen
Weblinks
-
- [http://www.urbin.de/index.htm urbin.de]
- [http://www.esa.int/esaHS/index.html ESA: Human Spaceflight (engl.)]
- [http://www.nasa.gov/vision/space/features/index.html NASA: Humans in Space (engl.)]
- [http://spaceflight.nasa.gov NASA: Human Space Flight (engl.)]
Kategorie:bemannte Raumfahrtmission
Astronaut
Der Begriff Raumfahrer oder Weltraumfahrer bezeichnet den Teilnehmer an einer bemannten Expedition in den Weltraum. Der erste Raumfahrer war im Jahr 1961 der Russe Juri Gagarin. Je nach ihrer Herkunft bezeichnet man Raumfahrer als Astronauten (USA, Westeuropa), Kosmonauten (Russland, ehemalige DDR und Ostblock) und Taikonauten (Volksrepublik China) - Taikonaut ist allerdings nur eine Bezeichnung in der englischen Presse, die chinesische Bezeichnung ist yǔháng yuán (宇航員, wörtlich "Universum-Navigator"). Siehe Liste der Raumfahrer für eine Liste aller Raumfahrer aller Nationen der Erde.
Astronaut
Der Begriff Astronaut (v. griech.: astron = Stern + nauta = Seefahrer) wurde geprägt durch das Buch Les Astronautes (Die Astronauten) (1927) des französischen Science-Fiction-Autors J.-H. Rosny Aîne. Dies geschah in Anlehnung an den Begriff Aeronaut (Luftschiffer). Dieser Begriff hat sich durch die US-amerikanische Raumfahrt fest etabliert, so auch für den (west-)deutschen Begriff Raumfahrer.
Durch die Teilung Deutschlands und der in dieser Zeit durch die Fortschritte in der Raumfahrt gebräuchlich gewordene Begriff entstand im deutschen Sprachraum eine Besonderheit. Während im westlichen Teil der Begriff „Astronaut“ benutzt wurde, wurde im östlichen Teil der Begriff „Kosmonaut“ verwendet. Die Bundesrepublik Deutschland als Teil des Westbündnisses war wirtschaftlich und wissenschaftlich zu den USA orientiert, die DDR hingegen in den beiden Bereichen zur Sowjetunion.
Kosmonaut
Der Begriff Kosmonaut (v. griech.: kosmos = Weltraum + nauta = Seefahrer) bezeichnet einen russischen Raumfahrer. Diese Prägung entstand während des Wettlaufs zum Weltall der 1950er Jahre, als der Begriff Astronaut der sowjetischen Raumfahrt bereits amerikanisch besetzt und möglicherweise auch zu hoch gegriffen und unpassend erschien („Astronauten“ fahren zu den Sternen oder wenigstens zu anderen Himmelskörpern). So entschied man sich für diese eigene Neuprägung. Diese Bezeichnung ist heute noch im gesamten ehemaligen Ostblock verbreitet.
Taikonaut
Taikonaut (v. chines.: tai (太) = universal + kong (空) = Himmel; zusammen: Weltraum + griech.: nautes (ναύτης) = Seefahrer) ist ein für die internationalen Medien erschaffenes Kunstwort für chinesische Raumfahrer. Chinesische Funktionäre und Medien bevorzugen das Wort Yuhangyuan (chines.: Weltraumfahrer, gesprochen: Jü-hang-jüän, geschrieben: 宇航員). Ob China bei dieser offiziellen Bezeichnung bleibt oder das für Ausländer leichter ausprechbare Taikonaut übernimmt, ist noch offen. In offiziellen Veröffentlichungen der chinesischen Regierung für die internationale Presse wird meist das Wort „Astronaut“ verwendet. Die chinesische Regierung startete am 15. Oktober 2003 mit dem Raumschiff Shenzhou 5 (siehe auch: Shenzhou–Reihe) und dem Taikonauten Yang Liwei den ersten bemannten chinesischen Weltraumflug (siehe auch: Chinesische Raumfahrt).
Spacionaut / Euronaut
Der Begriff Spacionaut bzw. Spationaut ist abgeleitet vom französischen Wort espace für (Welt-)Raum, dem englischen space entsprechend. Es ist also die französische Übersetzung für Raumfahrer – egal, ob dieser französische Raumfahrer nun zusammen mit russischen Kosmonauten oder amerikanischen Astronauten reist. Innerhalb der europäischen Raumfahrtagentur ESA ist zudem der Begriff Euronaut für alle ESA-Raumfahrer angeregt, aber noch nicht durchgesetzt worden, da die ESA bisher keine eigenen Missionen startet. Österreichiche Raumfahrer werden auch gerne als "Austronauten" bezeichnet.
Wann welche Bezeichnung für welchen Raumfahrer?
Die Bezeichnung hängt i. d. R. von der Nation ab, deren Raumfahrzeug für den Start in den Weltraum gewählt wird. Kosmonauten werden meist mit der Sojus in den Weltraum befördert, während Astronauten in jüngerer Zeit das Space Shuttle verwenden. Taikonauten (bzw. Yuhangyuan) sind bisher nur zwei mal mit Shenzhou gestartet. Es gibt auch „Astrokosmonauten“, die an russischen und amerikanischen Missionen beteiligt waren.
Diese Wahl der Bezeichnungen hat einen rein nationalen, jedoch keinen sachbezogenen Hintergrund, ist ihr Nutzen fragwürdig. Sinnvoller wäre die Bezeichnung allein nach der Art des Raumfluges, z. B. Kosmonaut für mindestens erdnahe Umlaufbahnen, Astronaut für Flüge zu anderen Himmelskörpern (z. B. den Mond) und etwa „Exonaut“ für suborbitale Weltraumflüge wie SpaceShipOne.
Ausbildung
Körperliche Anforderungen
Belastungen
Ausbildungsstätten
In Russland werden die Kosmonauten im Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum ausgebildet.
- Alan Shepard, (1961) erster Amerikaner im Weltraum (ohne die Erde zu umkreisen), 5. Mensch auf dem Mond
- Neil Armstrong, erster Mensch auf dem Mond (1969)
- John Glenn, erster Amerikaner, der die Erde umkreiste, ältester Mensch im Weltraum (77 Jahre)
- Ulf Merbold, erster westdeutscher Astronaut im Weltraum (zweiter Deutscher im All nach Sigmund Jähn, zugleich erster Deutscher, der sowohl mit Amerikanern als auch Russen im Weltraum war)
- James A. Lovell, Kommandant von Apollo 13
- John W. Young, erster Kommandant des Space Shuttle Columbia (1981)
- Claude Nicollier, erster Schweizer Astronaut im Weltraum (1992)
- Sally Kristen Ride, erste US-amerikanische Frau im Weltraum (1983)
- Kathryn Sullivan, erste Amerikanerin, die einen Weltraumspaziergang machte
- Mae Carol Jemison, erste afroamerikanische Astronautin 1987
- Kathy Thornton, längster Spaziergang im Weltall (1992)
- Eileen Collins, erste US-amerikanische Raumfähren-Pilotin
- Shannon Lucid, längster Weltraumflug einer Frau (1996)
- Michael Melvill, erster Astronaut, der mit einem privaten Raumschiff den Weltraum erreichte (2004)
- Juri Alexejewitsch Gagarin, erster Mensch im Weltraum (1961)
- German Stepanowitsch Titow, zweiter Mensch im Weltraum (1961) und bis heute jüngster Raumfahrer
- Walentina Wladimirowna Tereschkowa, erste Frau im Weltraum (1963)
- Alexei Archipowitsch Leonow, erster Weltraumspaziergang (1965)
- Wladimir Komarow, erster Mensch, der bei einer Weltraummission starb (1967)
- Sigmund Jähn, erster Deutscher im Weltraum (1978)
- Swetlana Sawizkaja, zweite Frau im Weltraum (1982), erster Weltraumspaziergang einer Frau (1984)
- Franz Viehböck, erster Österreicher („Austronaut“) im Weltraum (1991)
- Waleri Poljakow, längster Aufenthalt im All bzw. auf einer Raumstation (1994/95)
- Sergei Krikaljow, Start als letzter Sowjetbürger, Rückkehr als erster Bürger Russlands (1991), trägt den aktuellen Rekord der längsten Gesamtaufenthaltsdauer im Weltraum
- Vladimír Remek, erster Raumfahrer einer dritten Nation, als Tscheche Partner der Sowjets (1978)
- Jean-Loup Chrétien, erster Westeuropäer im All, als Franzose („Spationaut“) Gast der Sowjets (1982)
- Thomas Reiter, deutscher Raumfahrer an Bord der russischen Raumstation MIR (1995/96)
Berühmte Taikonauten
- Yang Liwei, chinesischer Staatsbürger und erster Taikonaut im Weltraum (2003)
Siehe auch
- Raumfahrt, Liste der Raumfahrer, Liste der Weltraumspaziergänge
- NASA, Mercury Projekt, Gemini Projekt, Apollo-Projekt, Skylab, Space Shuttle
- Russische Raumfahrtbehörde, Wostok, Woschod, Sojus, Mir, Saljut, Buran
- Internationale Raumstation
- Bilanzierte Nahrung
- Fliegerkosmonaut der UdSSR
Weblinks
- [http://www.raumfahrer.net/ Raumfahrer.net (deutsch)]
- [http://www.spacefacts.de/german/d_russia.htm Astronauten- und Kosmonauten-Kandidaten aus der UdSSR / Russland]
- [http://www.spacefacts.de/german/bio_cosm.htm Kosmonauten aus der UdSSR / Russland]
- [http://www.spacefacts.de/german/bio_taikonauts.htm Taikonauten]
- [http://www.astronautix.com/ Astronautix (englisch)]
- [http://www1.edspace.nasa.gov/text/what/whatis.html NASA’s Educator Astronaut], [http://edspace.nasa.gov/apply/educator_astronaut_blank.pdf Application package (PDF)]
Raumfahrer
ja:宇宙飛行士
simple:Astronaut
th:นักบินอวกาศ
Startfenster
Startfenster bezeichnet den Zeitraum, zu dem ein Start eines Raumflugkörpers mit einer gegebenen Rakete möglich ist. Es wird neben der Leistungsfähigkeit der zur Verfügung stehenden Rakete auch durch die Bahnverhältnisse der zu erreichenden Objekte bestimmt.
Der Begriff des Startfensters spielt vor allem bei Missionen zum Mond, zu anderen Planeten, Planetoiden aber auch für Rendezvous-Manöver im Erdorbit eine Rolle, da zum Erreichen dieser Objekte wegen des begrenzten zur Verfügung stehenden Treibstoffvorats die Bahn möglichst optimal gewählt werden muss. Auch bei Flügen zur Internationalen Raumstation - beispielsweise mit dem Spaceshuttle - muss ein Startfenster eingehalten werden.
Die Länge eines Startfensters beträgt für interplanetare Missionen bis zu einigen Wochen, für Orbitalmissionen mitunter nur bis zu fünf Minuten.
Kategorie:Raumfahrt
ÜbergangsbahnUnter der Hohmannbahn oder Hohmann-Ellipse versteht man in der Raumfahrt die energetisch günstigste Bahn, um von einer kreisförmigen Umlaufbahn in eine andere zu wechseln, bzw. von einem Planeten zu einem anderen zu gelangen. Gleichzeitig verlängert sich aber die Reisezeit um ein vielfaches. Die Übergangsbahn ist eine Ellipse, die sowohl den Anfangspunkt, als auch den Endpunkt tangential berührt.
Der Name geht zurück auf den deutschen Ingenieur Walter Hohmann und seine Schrift Die Erreichbarkeit der Himmelskörper (1925).
Beispiel
Transferbahn zum Mars
Himmelskörper
Himmelskörper
Der Mars ist der Erde in Oppositionsstellung am nächsten. Ein Satellit kann die geometrische Nähe nur unter hohem Aufwand nutzen, da er gegen die Bahnbewegung der Erde anfliegen muss.
Nach Hohmann ist der energetisch günstigste Transfer der, wenn der Satellit den Mars in Konjunktion zur Position der Erde erreicht, die die Erde bei seinem Abflug inne hatte. In der Abbildung startet die Sonde auf der Erde bei (1) und erreicht den Mars bei Position (3). Die Sonne steht dabei in einem der Brennpunkte der Transferbahn (gelb). Die doppelte Halbachse der Transferellipe ist die Summe aus der Entfernung Erde-Sonne und Sonne-Mars. Daraus ergibt sich nach dem dritten Keplerschen Gesetz eine halbe Umlaufzeit von 2 Jahren.
Das Bild rechts zeigt die Transferbahn des Mars Reconnaissance Orbiters. Sie erfordert einen höheren Energieaufwand als die Hohmann-Bahn, dafür ist die Sonde nur 7 Monate zum Mars unterwegs.
Transfer auf geostationäre Bahn
Mars Reconnaissance Orbiter
Um Satelliten in eine geostationäre Bahn (GEO) zu positionieren, werden sie zunächst auf eine niedrige kreisförmige Umlaufbahn gebracht, siehe (1) in der Zeichung. Dort erfolgen zwei Bahnkorrekturen. Die erste weitet die Kreisbahn auf eine Ellipse mit dem Apogäum beim zu erreichenden GEO, siehe (2). Die zweite Korrektur erfolgt im Apogäum und bringt den Satelliten auf den gewünschten kreisförmigen GEO, siehe (3). Vereinfachend wird angenommen, dass eine kurzzeitige Zündung des Triebwerks für die Geschwindigkeitsänderung genügt. In Wirklichkeit wird sich der notwendige Schub nur über eine längere Brenndauer erreichen lassen, wodurch weitere Bahnkorrekturen erforderlich werden.
Nach den keplerschen Gesetzen beträgt die Geschwindigkeit v(r) eines Körpers am Ort r auf einer Ellipsenbahn mit der großen Halbachse a um die Erde:
: (1)
mit , wobei die Erdmasse und die Gravitationskonstante sind.
Bezeichnen den Perigäum-Radius, den Apogäum-Radius und die große Halbachse der Transferellipse, so gilt für die Perigäums- und Apogäumsgeschwindigkeit:
: (2)
: (3)
und für die entsprechenden Kreisbahn-Geschwindigkeiten bzw v(r_a)_a:
: (4)
Zahlenbeispiel
Folgende Werte seien gegeben:
:
: (gemessen vom Erdmittelpunkt bei einer Flughöhe von 300km)
:
Dann betragen die Kreis-Umlaufgeschwindigkeiten:
: (5) [http://www.google.com/search?q=sqrt%28398600+%2F+6678%29&btnG=Google+Search]
: (6) [http://www.google.com/search?hl=en&lr=&q=sqrt%28398600+%2F+42164%29&btnG=Search]
Und die Geschwindigkeiten im Perigäum bzw. Apogäum:
: (7) [http://www.google.com/search?hl=en&lr=&q=sqrt%28398600%2A2+%2F+%2842164%2B6678%29+%2A+42164%2F6678%29&btnG=Search]
: (8) [http://www.google.com/search?hl=en&lr=&q=sqrt%28398600%2A2+%2F+%2842164%2B6678%29+%2A+6678%2F42164%29&btnG=Search]
Daraus ergeben sich die beiden Geschwindigkeitsänderungen.
: Für die Änderung von der Kreisbahn auf die elliptische Bahn: (7)-(5) = 2,4 km/s
: Für die Änderung von der Ellipse auf den GEO: (6)-(8) = 1,46 km/s
Siehe auch
- Swing-by
- Hillsche Gleichungen
Weblinks
- http://www.urbin.de/next_step/next_step.htm (Das Problem der idealen Flugbahn)
- http://www.schulphysik.de/java/physlet/applets/hohmann1.html (Hohmann Bahn - von Planet zu Planet) - mit Java Applet
Kategorie:Raumfahrtphysik
Synodische PeriodeDie synodische Periode oder synodische Umlaufzeit (v. griech.: synodos = Versammlung) ist die Zeit, die ein Himmelskörper zum Wiedererreichen gleicher Elongation benötigt, beispielsweise um von Opposition zu Opposition bzw. Konjunktion zu Konjunktion zu gelangen. Bezugspunkt ist der Winkel Sonne-Erde-Himmelskörper.
Winkel
Im Bild steht Planet B links in Konjunktion zu Planet A. Nach einer synodischen Periode stehen sie erneut in Konjunktion, dieses Mal rechts unten. Dabei haben beide Planeten die durch Pfeile markierten Wege zurück gelegt. Von Planet B aus betrachtet stellt sich die Situation genauso dar, bis auf die Bezeichnung Opposition statt Konjunktion.
Bei Monden ist die synodische Periode die Zeitspanne zwischen zwei gleichen Mondphasen. Beim Erdmond heißt sie Lunation.
Die Länge des synodischen Monats des Erdtrabanten beträgt 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 2,9 Sekunden (Tabelle siehe Siderische Periode).
Während die siderische Periode einen (unendlich weit entfernten) Fixstern und die tropische Periode den Frühlingspunkt als Bezugspunkt wählen, bestimmt sich die synodische Periodendauer aus der Wiederkehr der Elongation eines von der Erde aus beobachteten Planeten oder Mondes in Relation zur Sonne.
Planeten
Bei Planeten innerhalb der Erdbahn ist die synodische Umlaufzeit größer als die siderische. Die Wiederkehr derselben Venus-Phase - also des Winkels Sonne-Erde-Venus - dauert länger als der siderische Umlauf, weil Venus die Sonne in der gleichen Richtung umkreist wie die Erde und der Erde davonläuft.
Wegen der geringen Bahngeschwindigkeit der äußeren Planeten bestimmt die Bahngeschwindigkeit der Erde maßgeblich die synodische Periodendauer. Für einen stillstehenden Planeten würde sie gerade ein Jahr betragen.
Die mittleren Periodendauern weichen von den tatsächlichen ab. Beispielsweise liegt bei der Venus die synodische Periode für einen Umlauf zwischen 579-589 Tagen, die mittlere Periode bei 584 Tagen.
Tabelle
Nachfolgende Tabelle enthält die Zeiten für die synodischen und siderischen Perioden sowie die mittleren Bahngeschwindigkeiten der Planeten und einiger Transneptune des Sonnensystems:
Bedeutung
Der Höchststand der Sonne lässt sich täglich beobachten, der des Mondes monatlich. Demgegenüber treten die Unterschiede zu den siderischen Perioden erst nach Jahrhunderten (z.B. Kalenderumstellung von julianisch auf gregorianisch), und zu tropischen Perioden erst nach Jahrtausenden (z.B. Wanderung des Frühlingspunkts) deutlich hervor.
Deshalb sind es nur die synodischen Perioden, die in einfachen Kulturen Eingang gefunden haben.
Religiöse Feste wie Ostern richten sich nach dem synodischen Mond, der Kalender der Mayas zusätzlich auch nach der Venusbahn.
Siehe auch
- siderische Periode
- Anomalistische Periode
- Drakonitische Periode
- Metonischer Zyklus
- Sarosperiode
Kategorie:Astronomische Größe der Zeit
SoundcheckUnter Soundcheck (engl. sound = Klang, check = Überprüfung) versteht man die Kontrolle und Einstellung der Beschallungsanlage vor dem eigentlichen Einsatz. Der englische Begriff wird auch auf deutschsprachigen Bühnen verwendet und im Regelfall nicht übersetzt.
Mit der zunehmenden Komplexität der Beschallungsanlagen ("PA", von Public Address – an das Publikum gerichtet) ist es unabdingbar geworden, diese Anlagen, insbesondere im mobilen Einsatz auf Tourneen vor jedem Auftritt einzustellen und zu überprüfen. Je nach Komplexität der PA, Anforderungen der Künstler, insb. aber der Vertrautheit aller beteiligten Personen untereinander (es kommt nicht selten vor, dass sich Musiker und Beschaller kurz vor dem Konzert zum ersten mal sehen), kann ein Soundcheck zwischen wenigen Minuten bis hin zu mehreren Stunden dauern.
Vorstufe zum Soundcheck ist der sog. Linecheck, bei dem lediglich überprüft wird, ob alle Signalkanäle richtig angeschlossen sind und funktionieren. Das ist auch der Moment, an dem so banale Phrasen wie "Eins, zwo, Test" oder "One, two, test" zu hören sind.
Es ist ein Zeichen sowohl für die Kompetenz der Musiker wie auch der Beschaller, wenn sie sich z.B. bei Festivals mit knappen Umbauzeiten mit einem kurzen Linecheck begnügen können, ohne dass die Qualität der Darbietung erkennbar darunter leidet.
Kategorie:Elektroakustik
Silvester
Als der Silvester (der Waldbewohner, vom lateinischen silva - Wald) wird im westlichen Sprachraum der letzte Tag des Jahres bezeichnet, der 31. Dezember. Auf Silvester folgt der Neujahrstag, der 1. Januar des Folgejahres.
Die Schreibweise "Sylvester" für das Fest ist - obwohl weit verbreitet - falsch. Sie tritt lediglich als eine Nebenform für Silvester als Personenname auf (z.B. Sylvester Stallone oder Sylvester und Tweety).
Herkunft
Die Namensbezeichnung dieses Tages geht auf das Jahr 1582 zurück. Zu diesem Zeitpunkt wurde der letzte Tag des Jahres vom 25. Dezember auf den 31. Dezember verlegt, den Todestag des Papstes Silvester I. Der Liturgische Kalender führt diesen Tag auch als seinen Namenstag. Bis dahin feierte man an diesem Tag die jüdische Beschneidung Jesu. In einigen Gegenden wird dieser Tag, quasi als Gegenstück zum folgenden Neujahrestag, auch Altjahr oder das Alte Jahr genannt.
Brauchtum
Neujahr
Im deutschsprachigen Raum wird das Jahr oft mit Feuerwerk, Böllern, Orakel (Bleigießen) oder Mitternachtsgottesdiensten (Mette) beendet, so in Berlin mit einer Silvesterparty am Brandenburger Tor. Während Feuerwerk früher dazu diente, "böse Geister" zu vertreiben, ist es heute ein Ausdruck von Vorfreude auf das neue Jahr. Bei privaten Silvesterpartys ist Bleigießen weit verbreitet, bei öffentlichen und privaten das Öffnen einer Flasche Sekt zum Jahreswechsel. In Deutschland hat sich neben dem Klassiker Dinner for One auch die Folge Silvesterpunsch der Serie Ein Herz und eine Seele einen festen Platz im Fernsehprogramm zu Silvester gesichert.
In Österreich hat sich der Brauch entwickelt, das neue Jahr mit einem getanzten Straußwalzer, bevorzugt "An der schönen blauen Donau" zu beginnen, besonders durch das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.
In den letzten Jahren wird immer wieder aufgerufen, auf das Feuerwerk zu verzichten, um etwas Wohltätiges mit dem ersparten Geld zu machen: "Brot statt Böller" bzw. 2004: "Reis statt Böller". Ende Dezember 2004 rief wegen der Flutkatastrophe die deutsche Bundesregierung dazu auf, lieber Geld für die Hilfsorganisationen zu spenden, als es für Feuerwerk auszugeben.
In den meisten anderen europäischen Ländern ist Silvester dagegen wesentlich stiller. In Italien beispielsweise wird nur vereinzelt ein kleines Feuerwerk inszeniert und in Norwegen werden hauptsächlich nur Raketen gezündet. Das in Deutschland übliche stundenlange Knallen mit Böllern ist dort völlig unüblich.
Siehe auch
- Silvester (Vorname)
- Jesus Ben Joseph
Kategorie:Weihnachten
ja:大晦日
MitternachtMitternacht (Ortszeit) ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne ihren tiefsten Stand ihrer Bahn am Himmel durchläuft. Zwischen den Polarkreisen steht die Sonne mitternachts stets unterm Horizont, ist also nicht sichtbar.
Da die Erdbahn um die Sonne eine Ellipse und kein Kreis ist, ist der Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Mitternächten nicht konstant, sondern von der Jahreszeit abhängig (siehe Zeitgleichung). In der Praxis verwendet man daher eine mittlere Zeit und definiert den Zeitpunkt Mitternacht mit 0:00 Uhr der jeweils gültigen Zonenzeit. Da die Zonenzeit meist etwas von der Ortszeit abweicht und die Länge des Sonnentages schwankt, weicht der Zeitpunkt des tiefsten Sonnenstandes mehr oder weniger von 0.00 Uhr Mitternacht ab.
In Abhängigkeit von der Größe der Zeitzonen (in Längengraden) kann die Abweichung zwischen Mitternacht (Zonenzeit) und Mitte der Nacht entsprechend stark abweichen. So war in der Nacht vom 09. auf den 10. März 2005 für die Stadt Köln um 0:44:36 Uhr Mitte der Nacht.
Literatur
- Mitternacht ist ein Roman von Dean Koontz aus dem Jahre 1989, der zum Genre Phantastische Literatur zählt.
Siehe auch:
Mitternachtssonne
Kategorie:Zeitbegriff
VerlagDer Verlag ist ein Medien-Unternehmen, das Werke der Literatur, Kunst, Musik oder Wissenschaft vervielfältigt und verbreitet. Der Verkauf kann über den Handel (Kunst-, Buchhandel etc.) oder durch den Verlag selbst erfolgen.
Der Verlag oder die Person des Verlegers erwirbt in der Regel das Nutzungsrecht am Manuskript eines Autors (Urheberrecht) auf Grund eines Vertrages und sorgt für Herstellung (Vorbereitung für den Druck) und eben den Druck des Werkes. Zweitens besorgt er die Werbung und den Vertrieb über die verschiedenen Vertriebswege, zum Beispiel über den Buchhandel oder den Pressegroßhandel. Die dritte Funktion liegt in der Vorfinanzierung, wie schon der Wortursprung deutlich macht, denn Verlegen kommt von Vorlegen.
Angestellte in einem Verlag üben den Beruf des Verlagskaufmanns aus oder sind in der Verlagsherstellung tätig.
Selbst- und Kleinverlag
Sofern ein Autor seine Bücher nicht über einen Verlag in den Handel bringt, sondern selbst für Druck und Vertrieb sorgt, spricht man von einem Selbstverlag. Der Selbstverlag ist zu unterscheiden von einem Kleinverlag, in dem ein Verleger als Gewerbetreibender fremde oder eigene Werke verlegt. Zahlenmäßig sind weitaus die meisten Verlage in der Kategorie, viele sind winzig. Privatvermögen fliesst hinein, sowie die eigene, geradezu unbezahlte Leistung. Meist ist man persönlich engagiert, bestimmte Inhalte zu verbreiten und hat Freude an dem Metier. Weil Autoren auch bei gewissem Erfolg immer noch wenig verdienen, sind sie meist darauf angewiesen, zu größeren Verlagen zu wechseln, wenn sie etwas Erfolg haben – was die Kleinverlage weiter klein hält.
Zuschussverlage
Eine Besonderheit sollen sog. Zuschussverlage bzw. genauer Druckkostenzuschussverlage darstellen. Insbesondere wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten wie Diplomarbeiten oder Dissertationen können die Druck- und Vertriebskosten des Verlegers kaum decken. Deshalb haben die Autoren einen Zuschuss zu den Druckkosten zu leisten. Solche Druckkostenzuschüsse sind bei renommierten, großen Verlagen völlig unüblich, sie honorieren ihre Autoren von Anfang an. Ein Reihe von Unternehmen haben sich auf das Geschäft mit Zuschussbüchern spezialisiert. Sie verlegen nicht allein wissenschaftliche Literatur sondern auch literarische Texte von Amateuren.
Von Zuschussverlagen im klassischen Sinne zu unterscheiden sind manche Book on demand-Verlage.
Der Begriff Zuschussverlag ist relativ neu. Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts nahm diese Aufgabe der Kommissionsverlag wahr, der bis in die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts kaum vom selbstfinanzierenden Verlag getrennt war. In Meyers Konversationslexikon von 1893 steht für den Verlag "Zuweilen trägt auch der Schriftsteller einen Teil der Kosten, oder er lässt sein Werk ganz auf eigene Kosten drucken ..." (Bd.3 S.627).
Selbstverständlich und doch schwer zu erringen sind Druckkostenzuschüsse (fester Begriff) für wissenschaftliche Arbeiten. Sie gehen an renommierte Verlage, der Definition kein richtiger Verlag zu sein, weil die Autoren selbst zahlen, fern. Druckkostenzuschüsse kommen meist von der grössten Unterstützerin der Wissenschaft hierzulande, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Verlagsarten
Verlage lassen sich nach ihren Hauptprodukten ordnen:
- Buchverlag (siehe auch Fachbuchverlag)
- Kunstverlag und Musikverlag,
- Zeitungsverlag,
- Zeitschriftenverlag,
- Spieleverlag,
- Kartenverlag
- Wissenschaftsverlag
- und Sondergebiete (z.B. Formularverlag).
Siehe auch
- Liste von Verlagen in Deutschland, Österreich und Schweiz
- Liste internationaler Verlage
- Copyright, Urheberrecht, Verlagsrecht
- Erstausgabe, Börsenverein des Deutschen Buchhandels
- Verlagsbranche, Verlagsnummer, backlist, Universitätsverlag
- Kommissionsverlag
- Verlagsystem (oder Verlag) als Organisationsform der Handwerksproduktion - z.B. Bierverlag
Literatur
- Reinhard Mundhenke, Marita Teuber: Der Verlagskaufmann. Berufsfachkunde für Kaufleute in Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchverlagen. 9. völlig überarbeitete Auflage 2002, 696 Seiten, ISBN 3-7973-0792-6
- Kurt Tohermes, Eckhard Bremenfeld, Holger Knapp: Fachwissen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage. Leitfaden für Verlagsberufe und Quereinsteiger. Heidelberg 1999, ISBN 3-9806-28604
- Dietrich Kerlen: Lehrbuch der Buchverlagswirtschaft. Stuttgart 2003, ISBN 3-7762-1002-8
- Manfred Plinke: Mini-Verlag. Selbstverlag, Publishing on Demand, Verlagsgründung, Buchherstellung, Buchmerketing, Buchhandel, Direktvertrieb, 6. überarbeitete und erweiterte Auflage, Berlin: Autorenhaus Verlag, 2005
- Schiffrin, André: Verlage ohne Verleger : über die Zukunft der Bücher, Berlin : Wagenbach, 2000
Weblinks
- [http://www.verlagskaufleute.info Ausbildung und Beruf von Verlagskaufleuten]
- [http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/toolbox/verlagde.html Liste von Verlagen in Deutschland] (Service des Hochschulbibliothekszentrums Nordrhein-Westfalen)
- [http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/toolbox/verlagat.html Verlage in Österreich]
- [http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/toolbox/verlagch.html Verlage in der Schweiz].
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Kategorie:Medien
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ja:出版社
ZeitfensterEin Zeitfenster ist ein für ein bestimmtes Ereignis zur Verfügung stehendes Zeitkontingent. Zeitfenster existieren in allen Bereichen und Situationen. Der Begriff wird insbesondere in der Technik und in der Betriebswirtschaft verwandt (Arbeits-, Projekt- und Aufgabenzeit).
Beispiele:
- Einem deutschen Mann steht zum Leben im arithmetischen Mittel ein Zeitfenster von 75 Jahren zur Verfügung (Lebenserwartung).
- An einer Fertigungsstraße wird einer Station ein Zeitfenster von 25 Sekunden zur Erfüllung einer Aufgabe an einem Werkstück eingeräumt, anschließend wird es weitertransportiert (wobei es für den Transport unerheblich ist, ob die Aufgabe erfüllt worden ist)
- Für eine Expedition in einem menschenleeren Gebiet ist ein Zeitfenster für den Proviant zu beachten (der Zeitraum, für den der Proviant maximimal ausreichen würde).
- Bei der Empfängnis einer Mutter von Samen gibt es das Zeitfenster, in dem sie überwiegend risikolos schwanger werden kann.
- Ein weiteres Beispiel findet sich in der Signalanalyse, wo ein Zeitsignal zur digitalen Erfassung in einzelne Zeitfenster unterteilt und verarbeitet wird.
Siehe auch:
- Slot (Luftfahrt), Countdown, Zeitplanung, Zeitmanagement, Ablauforganisation, Prozess
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放鸡岛旅游渡假区放鸡岛位于电白县南部海面,距博贺上岛码头8.6海里。岛上自然风光秀丽,天然景物奇异多姿。为了充分挖掘放鸡岛这块沉睡数千年的旅游资源,台湾企业家陈明哲先生拟投资3亿元将放鸡岛建成粤西地区最具规模的旅游景区。
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