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Der Goldene Hahn

Der goldene Hahn

Der goldene Hahn ist eine Oper in 3 Akten mit Prolog und Epilog nach Puschkin von Wladimir Bielski. Musik von Nikolai Rimski-Korsakow. Handlung: Prolog: Ein Astrloge erscheint auf der Bühne und kündigt die nachfolgende Handlung an. 1. Akt: In der Palasthalle des Dodons. Auf den alt gewordenen König Dodon lasten schwere Sorgen. Sein Reich wird von allen Seiten bedroht und seine Erfolge auf dem Schlachtfeld liegen weit zurück. Er sucht Rat bei seinen Söhnen, den Prinzen Gwidon und Afron, aber die Maßnahmen, die sie vorschlagen, sind absurd. Nun betritt der Astrologe die Szenerie und bietet als Lösung einen goldenen Hahn an der mit den Schwingen schlägt und laut zu krähen beginnt, sobald Gefahr droht. Der König und seine Berater gehen freudig auf diese bequeme Lösung ein. Der Astrologe verschiebt die angebotene königliche Belohnung auf später. Fortan erfüllt der goldene Hahn seine Wächterpflicht zu aller Zufriedenheit. Bei seinem ersten Alarm rücken die Königssöhne mit den Soldaten ins Feld. Der zurückbleibende Hofstaat verfällt wiederum in süßes Nichtstun und auch Dodon träumt von der schönen Königin von Schemacha. Doch schon bald warnt der goldene Hahn vor neuem Unheil. Das Volk versammelt sich angstvoll vor dem Palast und endlich weckt General Polkan den schlafenden König. Mißgelaunt zieht Dodon mit den verbleibenden Soldaten unter dem Jubel der Menschen in die Schlacht um seinen Söhnen zu helfen. 2. Akt: Der König in einer in einer engen Schlucht. Seine Armee ist geschlagen und seine Söhne liegen tot zu seinen Füßen. Dodon will Rache. Er vermutet den Feind in einem plötzlich aus dem Nebel auftauchendem prunkvollem Zelt. Sogleich läßt er seine letzte verbliebene Kanone laden doch dann tritt aus dem Zelt eine junge, betörend schöne Frau. Sie besingt die aufgehende Sonne, es ist die Königin von Schemacha aus Dodons Traum und sie will sein Reich. Aber nicht mit Gewalt sondern mit Schönheit soll es erobert werden. Rätselhaft und spöttisch lächelnd umgarnt sie den den geschlagenen König. In ihrer Erinnerung lebt das Gelage mit Gwidon und Afron wieder auf, die ihr beide die Krone boten und sich für sie durchborten. Dodon verfällt ihr völlig und merkt nicht wie ihn die Königin verhöhnt. Er bietet ihr blindlings sich selbst und sein Reich, in das beide mit vielen Sklaven, Soldaten und kostbaren Schätzen dann ziehen. 3.Akt: Die Aufseherin Amelfa verkündet dem Volk den Ausgang der Schlacht und das Heimkommen Dodons mit der neuen, fremden Königin. Schon naht der Zug und der ebenfalls erscheinende Astrologe verlangt vom König als Preis für den goldenen Hahn die Königin von Schemacha. Wütend schlägt Dodon den Astrologen mit dem Zepter nieder und tötet ihn. Ein Unwetter zieht auf, die Königin lacht verstohlen und Dodon sieht Unheil auf sich zukommen. Als er sie küssen will stößt sie ihn zurück weil die Strafe für seine Verbrechen nahe sei. Da stürzt sich der goldene Hahn auf ihn und hackt solange mit dem Schnabel auf ihn ein, bis er leblos zusammensinkt. Die Königin entflieht mit dem Wundervogel in einem sich entladenden Gewitter. Verlegen und ohne Einsicht betrachtet das Volk die neue Lage. Epilog: Ein letztes Mal betritt der Astrologe die Bühne und rät dem Publikum den düsteren Schluss des Märchens nicht zu ernst zu nehmen. Kategorie:Oper

Oper

Als Oper (ital. opera in musica, von lat. opus - Arbeit, Werk) bezeichnet man seit etwa 1650 eine musikalische Gattung, in der eine szenisch-dramatische Handlung durch Musik gestaltet wird. Zur Gesamtwirkung der Oper vereinigen sich:
- Musik (Ausführende sind hierbei Orchester und Sänger)
- Dichtung (in Gestalt des Librettos)
- Darstellende Kunst bzw. Schauspiel
- Ballett und Tanz
- Bühnenbild (Malerei, Plastik, Dekoration und Architektur)
- Beleuchtung und div. Effekte
- Maske und Kostüme Hierbei wird vor allem die Musik zum Träger der Handlung, der Stimmung und der Gefühle - im Gegensatz zur simultanen Untermalung eines Sprechstücks mit Musik (Melodram) oder der einlagenartigen musikalischen Auflockerung einer Handlung (Singspiel, Bühnenmusik). Die Vielfalt der zusammenwirkenden Künste schafft viele Möglichkeiten für eine Oper, Gestalt anzunehmen, lässt aber auch Widersprüche entstehen. Die Musikgeschichte kennt daher viele unterschiedliche Ausprägungen der Oper. Als Oper bezeichnet man auch die Aufführungsstätte, das Opernhaus, oder die Oper aufführende Kompagnie. Opernhaus Opernhaus

Form

Formal gesehen ist die Oper seit der Barockzeit eine Aneinanderreihung in sich geschlossener Musikstücke (Nummernoper), die durch Rezitative miteinander verbunden werden. Wie auch im Schauspiel kann eine Oper in Akte, in Bilder, in Szenen bzw. Auftritte gegliedert sein. Das Textbuch zu einer Oper heißt Libretto. Die musikalischen Bestandteile der Oper sind
- Instrumentalstücke :Ein anfangs eigenständiges Musikstück ist die Ouvertüre, ital. oft Sinfonia, die eine Oper oder einen Akt eröffnet. Oft wird thematisches Material aus der Oper selbst zitiert (z.B. "Hänsel und Gretel", Engelbert Humperdinck), oder die Ouvertüre schildert die wesentlichen Züge der Handlung im Voraus (Programmouvertüre). Das Vorspiel ist meist kürzer als eine Ouvertüre und geht oft direkt in die Musik der Szene über (Bsp. "Der Rosenkavalier", Richard Strauss). Ein Zwischenspiel, französisch Entr'acte, verbindet unterschiedliche Akte. Innerhalb der Opernakte finden sich Ballettmusik bzw. Tänze (z.B. "Tannhäuser", Richard Wagner), Märsche, Pantomimen, Auftrittsmusiken etc.
- Gesangsnummern mit Handlung schildernder Funktion
  - Rezitativ, recht direkt der Sprache folgende, offene Formen
  - Szene, ital. Scena, im 19. Jh aus dem Rezitativ hervorgegeangene, orchesterbegleitete Handlungsmusik
  - Melodram, musikbegleitetes Sprechen
- Gesangsnummern als geschlossene Form
  - Arie, Oberbegriff für alle Sologesänge in der Oper. Andere Bezeichnungen für Solostücke können sein: Lied, Couplets, Rondo, Ariette, Cabaletta, Romanze etc.
  - Ensembles für mehrere Stimmen: Duett, Terzett, Quartett etc., ein vielstimmiges Ensemble heißt in Italien (pezzo) concertato
  - Vaudeville, ein von mehreren Solisten gesungenes Strophenlied, oft mit gemeinsamem Refrain
  - Chöre
  - Introduktion und Finale, längere einleitende oder einen Akt beschließende Formen mit wechselnden Formen und Besetzungen Durchkomponierte symphonische Großform Richard Wagner schuf ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Form, welche die musikalische Nummernstruktur ersetzt und in welcher sich Musik und Dichtung zu einem durchkomponierten sinfonischen Ganzen verbinden. Wagners Opern bezeichnet man als "Musikdrama", das eine "unendliche Melodie" formt. Sein Werk Tristan und Isolde bezeichnete Wagner dementsprechend nicht als Oper, sondern als Handlung in Musik. Man bemerke hier die Ähnlichkeit zu Monteverdis Gattungsbezeichnung für seinen Orfeo: Favola in musica. Die durchkomponierte Oper ist im Prinzip für alle Komponisten nach Wagner maßgeblich, auch wenn viele Komponisten immer wieder auf geschlossene Formen in Opern zurückgegriffen haben (z. B. Zoltán Kodály oder Kurt Weill). Die 'Nummernoper' lebt außerdem in Operette und Musical weiter.

Geschichte

Vorgeschichte

Bereits im der antiken griechischen Theater verband man szenische Aktion mit Musik. Der Chor hatte hierbei eine tragende Rolle: Chorgesang wurde einerseits zu den pantomimischen Tänzen herangezogen, welche das Theaterstück in verschiedene Teile gliederten; andererseits hatte der Chor auch die Aufgabe, die Handlung kommentierend zu begleiten (Bsp. "Antigone", Sophokles). Es ist nicht bekannt, ob die Römer diese Tradition übernommen hatten. Mit der Zerstörung der römischen Theater im 6. Jahrhundert sind Aussagen hierüber nicht mehr zu belegen - das gilt auch für alle anderen Aktivitäten, die das Theater betreffen. Im Mittelalter wurde die Tradition von musikbegleiteter Handlung fortgesetzt. Geistliche Themen wurden herangezogen, um dem einfachen Volk die Aussage der Bibel anschaulicher zu machen. Ganze Teile eines Gottesdienstes wurden mit den Mitteln des Theaters dargestellt. Beliebtes Thema war dabei die Geburt oder Auferstehung Christi. Dabei wurde durch das ganze Stück hindurch gesungen. Daraus entstanden die auch außerhalb der Kirche aufgeführten Mysterienspiele. Weltliche Stücke, wie z.B. kurze Komödien, wurden in einigen Szenen nur teilweise mit Musikeinlagen unterstützt. Adam de la Halles melodienreiches Stück "Jeu de Robin and Marion", das um 1280 geschrieben wurde, bildet hier eine Ausnahme. Auch in Intermedien, Tanzspielen, Masken- und Triumphaufzügen der Renaissance findet man die Verbindung von Szene und Musik. Unmittelbare Vorläufer der Oper sind beispielsweise
- das im Mittelalter entstandene geistliche Mysterienspiel
- italienische Pastoralen (Schäferspiele) mit Musikbegleitung, etwa "Favola d'Orfeo" von Angelo Poliziano, 1471
- Madrigalkomödien, etwa "L'Amfiparnasso" O. Vecchi 1597
- das französische "Ballet comique de la Reine" (1581)

Entstehung der Oper

Die Oper selbst entstand am Ende des 16. Jahrhunderts in Florenz. Die Florentiner Camerata versuchte, die antike Form und auch die Vertonungsprinzipien der griechischen Tragödie wiederzubeleben, indem man nun textlich ausgearbeitete Dramenstoffe komplett mitsamt der Dialoge vertonte, statt wie zuvor nur die Zwischenchöre mit Musik zu versehen. Das bei den Florentinern vorherrschende System des vom Generalbass begleiteten rezitativischen Gesangs verzichtete zugunsten der Textverständlichkeit und -deklamation weitgehend auf freiere Formen- und Melodiebildung und setzte nur zuweilen Akzente durch kantablere Passagen oder dramatische Akzente. Als erstes Werk der Gattung Oper gilt La Dafne von Jacopo Peri (1597). Weitere wichtige Werke aus der Anfangszeit der Oper sind L'Euridice von Jacopo Peri (1600) als älteste erhaltene Oper sowie Euridice (1602) und Il Rapimento di Cefalo von Giulio Caccini. Die erste deutsche Oper ist 1627 die (verschollene) Daphne von Heinrich Schütz, der die Oper bei seinem Studienaufenthalt 1609-1613 in Italien kennen gelernt hatte. Besondere Bedeutung hat Claudio Monteverdis erste Oper L’Orfeo (1607). Hier sind im Vergleich zu seinen Vorgängern erstmals eine reichere Instrumentation, ausgebautere Harmonik, tonmalerisch-psychologische und bildhafte Ausdeutung von Wort und Figuren sowie eine personencharakterisierende Auswahl der Instrumente zu hören. Zwar nimmt Monteverdis persönliche Entwicklung im Orfeo erst ihren Anfang, seine Spätwerke „Il ritorno d'Ulisse in patria“ (1640) und L'incoronazione di Poppea (1643) stellen aber in Hinblick auf die Musikdramatik Höhepunkte der gesamten Opernentwicklung dar. In der Geschichte der Oper unterscheidet man grob zwei Traditionsstränge, die sich jedoch vielfach berühren und mischen:
- Große, 'ernsthafte' Werke meist tragischen Inhalts, verwandt mit Tragödie und dem Historischen Drama, die Stoffe entspringen meist der Tragödie oder epischen Heldendichtung, später auch Roman und Novelle:
  - Dramma per musica oder ähnliche Bezeichnungen der frühen Oper
  - Opera seria – große oder ernsthafte Oper, meist über Helden und tragisch endend;
  - Opera semiseria – Form des Barock, in der neben der heroischen Handlung auch volkstümlichere, komische Figuren vorkommen
  - Melodramma – häufig verwendete Bezeichnung im Italien des 19. Jahrhunderts
  - Grand Opéra in Frankreich (z. B. Giacomo Meyerbeer)
  - Tragédie lyrique in Frankreich (z.. B. Jules Massenet)
  - Musikdrama – durchkomponierte große Oper der Romantik, geprägt durch Richard Wagner
  - Literaturoper – Form des 20. Jahrhunderts unter enger Anlehnung an bestehende Theaterstücke oder andere literarische Vorlagen
- Heitere, komische Formen, häufig mit gesprochenen Szenen - diese führen historisch weiter zu Operette und Musical, wobei auch hier die Grenzen fließend sind. Die Stoffe stammen aus dem Volkstheater und der Komödie. Stark beeinflusst durch die italienische commedia dell'arte, aber auch durch die deutsche Hanswurstiade, ferner Posse und Schwank nahestehend
  - Opera buffa, (Opéra bouffe) – komische oder scherzhafte Oper, mit volkstümlichen oder komischen Szenen
  - Singspiel – deutsches Pendant zur italienischen Opera buffa, allerdings mit Sprechszenen anstelle der Rezitative
  - Opéra comique – französische Form des Singspiels im 19. Jahrhundert, nicht unbedingt heiteren Inhalts, aber in Abgrenzung zur Grand Opéra ohne Ballett und mit gesprochenen Dialogen (z. B. Carmen). siehe auch:
- Geschichte der Oper
- Opernreform

Bedeutende Opernkomponisten (chronologisch)

Die hier aufgeführten Komponisten sind heute einerseits "Klassiker" des modernen Opernbetriebs und haben andererseits durch eines oder mehrere Werke Entscheidendes zur Entwicklung der Kunstform Oper beigetragen.

Claudio Monteverdi

Aus heutiger Perspektive der erste bedeutende Opernkomponist. Er komponierte Anfang des 17. Jahrhunderts. Heute bekannteste Werke sind sein L'Orfeo sowie L'Incoronazione di Poppea - letztere ist insbesondere wegen ihres wenig moralischen Schlusses (die "Bösen" gewinnen und singen ein Liebesduett) bedeutsam.

Georg Friedrich Händel

Überaus produktiver Opernkomponist und einer der wichtigsten Komponisten des Barock. Geboren in Halle (Saale) wanderte er nach Aufenthalten in Hamburg (wo er seine erste Oper komponierte) und Italien nach England aus. Betrieb dort auch eine eigene Opernkompagnie. Wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts langsam wieder als Opernkomponist entdeckt, galt davor vor allem als Schöpfer großer Oratorien. Einige seiner heute wieder häufiger aufgeführten Werke sind: Alcina, Giulio Cesare, Serse, Rinaldo und Ariodante.

Christoph Willibald Gluck

Reformierte die bis dahin gängige Opera Seria. Während noch G. F. Händel dem strengen Korsett der barocken Opera Seria blieb, die vor allem durch die strikte Trennung von Rezitativen und Arien und damit zwischen Reflexion und Emotion gekennzeichnet ist, beginnt Gluck damit, diese Elemente stärker ineinander zu verflechten. Wichtigstes Werk: Orfeo ed Euridice.

Wolfgang Amadeus Mozart

Neben Verdi, Wagner, Puccini und Strauss sicherlich der bedeutendste Komponist im heutigen Opernbetrieb. Seine frühen Opern, die er als Jugendlicher verfasste, waren noch stark am Modell der barocken Opera Seria orientiert. Entwickelte später mit Opern wie Don Giovanni oder Le nozze di Figaro und deutschsprachigen Singspielen wie Die Entführung aus dem Serail und Die Zauberflöte seinen eigenen unverwechselbar "klassischen" Stil. Mit letzteren wurde er zum Wegbereiter der deutschsprachigen Oper des 19. Jahrhunderts.

Gioacchino Rossini, Gaetano Donizetti, Vincenzo Bellini

Prägten Anfang des 19. Jahrhunderts wesentlich den heute Bel Canto genannten Opernstil. Wie der Name Bel Canto (Schöner Gesang), (auch: Belcanto) bereits impliziert, sind die Werke dieser Komponisten stark auf virtuosen Gesang ausgerichtet. Partien wie Lucia di Lammermoor (Donizetti), Norma (Bellini) oder Semiramide (Rossini) sind eine Herausforderung für jede Sopranistin, da sie gleichermaßen Koloraturfähigkeit (Koloratur: auf einer Silbe gesungene Verzierung, früher oft Improvisationen, die sich die Sänger und Sängerinnen selbst schrieben) sowie dramatische Wucht erfordern. Eine herausragende Interpretin, insbesondere der Norma und der Lucia, war Maria Callas.

Giuseppe Verdi

Entwickelte die italienische Tradition des Bel Canto weiter und stärkte den eigenständigen Charakter der Orchestermusik, ohne den Anspruch auf höchste Kantabilität (etwa: Gesanglichkeit) aufzugeben. Gleichzeitig nahm er sich für seine Kompositionen anspruchsvoller literarischer Vorlagen an. So zum Beispiel Alexandre Dumas' Kameliendame (Verdis La Traviata); vier seiner Opern gehen auf Theaterstücke Friedrich Schillers zurück (Don Carlo u.a.), mit den beiden Shakespeare-Opern Otello und Falstaff beendete er sein Opernschaffen. Weitere wichtige Opern: Nabucco, Macbeth, Rigoletto, Il Trovatore, Aida.

Richard Wagner

Zeitgenosse Verdis. Prägte als deutscher Antipode zu Verdi einen ganz eigenen Stil. Mit seinen Musikdramen verfolgte er das Ziel, ein Gesamtkunstwerk zu errichten. Widmete sich stark germanischen und mittelalterlichen Stoffen als Vorlagen für seine Werke. Der philosophische Überbau, den Wagner seinen Werken verpasste, führt auch heute noch dazu, dass er der vermutlich meistdiskutierte Opernkomponist aller Zeiten ist. Wichtiges musikalisches Mittel, dass seine Opern kennzeichnet, sind die so genannten Leitmotive - signifikante "Erkennungsmelodien" für bestimmte Charaktere oder Situationen, die im Verlauf eines Werkes mehrfach wiederkehren. Berühmteste Werke:
Der Ring des Nibelungen (bestehend aus den 4 Teilen: Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung) und Tristan und Isolde.

Giacomo Puccini

Neben Verdi berühmtester italienischer Opernkomponist des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Werke wie
La Bohème, Madama Butterfly, Tosca oder Turandot finden sich im Repertoire jedes Opernhauses.

Richard Strauss

Neben Berg der wohl bedeutendste deutsche Opernkomponist des frühen 20. Jahrhunderts. Im Unterschied zu Alban Berg und anderen Komponisten dieser Zeit vollzog er nicht den Schritt in die Atonalität, auch wenn Werke wie
Salome und Elektra mit diesen Stilelementen spielen. Strauss blieb auch während des Dritten Reiches als Komponist und Dirigent in Deutschland und war deshalb im Ausland umstritten. Obwohl er als Präsident der "Reichsmusikkammer" den wichtigsten offiziellen Musikerposten im NS-Staat bekleidete, stritt er später immer wieder ab, Sympathisant der Nationalsozialisten gewesen zu sein. Geistig lag ihm Mozart mehr als Wagner, und er wünschte sich, mit Werken wie Ariadne auf Naxos oder Der Rosenkavalier die mozartsche Komödie wiederzubeleben. Insbesondere "Der Rosenkavalier" ist eine Referenz an Mozart, nämlich an dessen Le Nozze di Figaro, dem nicht nur der Plot ähnelt, sondern vor allem die Besetzung mit jeweils zwei Sopranen in zentralen Frauenrollen und einer "Frau in Hosen" (einer so genannten Hosenrolle) als jugendlichen Liebhaber.

Alban Berg

Einer der wichtigsten Schüler von Arnold Schönberg. Schuf mit seinen freitonalen Opern
Wozzeck (nach Büchners "Woyzeck") und dem Fragment Lulu, das von Friedrich Cerha vollendet wurde, Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts.

Opernkomponisten nach 1950

Auch im 20. Jahrhundert wurden Opern komponiert, auch wenn das 19. Jahrhundert sicherlich als das Jahrhundert der Oper betrachtet werden muss, wenn man sowohl das Opernschaffen als auch die Rezeption bzw. das Publikum in Rechnung stellt. Im 17. und 18. Jahrhundert war die Oper ein überwiegend höfisches und somit adeliges Vergnügen. Wichtige Komponisten nach 1950 sind beispielsweise Benjamin Britten, Luigi Nono, Bernd Alois Zimmermann, Luciano Berio, Philip Glass, Aribert Reimann und Hans Werner Henze.

Karlheinz Stockhausen

Stockhausen entwarf mit seinem Zyklus "LICHT", der 1981 begonnen und 2005 vom Komponisten vollendet wurde, eine monumentale Heptalogie, aufgeschlüsselt auf die sieben Tage der Woche. Der Zyklus um Eva, Michael und Luzifer setzt enorme aufführungstechnische Schwierigkeiten, verlangt sehr spezialisierte Chöre, Solisten, Tänzer und Instrumentalisten. In seinen revolutionären Anforderungen lässt sich das Lebenswerk als zweiter "Ring der Nibelungen" für unsere Zeiten begreifen.

Oper heute: Weitere Aspekte

Regie

Bis etwa 1800 war Operntheater vor allem Uraufführungstheater. Komponist und Publikum lebten in derselben Zeit und somit in derselben Gesellschaft. Die Konventionen und "Spielregeln" für Theater waren für Aufführende wie Zuschauer allgemein klar. Mit der Aufführung auch älterer Werke bildete sich im 19. Jahrhundert das Repertoiretheater, das neben neuen Werken auch diejenigen historischen Opern aufführte, die in ihrer Zeit ein Publikum fanden. Hierbei änderte sich der Theaterstil der Aufführung gegenüber der Zeit ihrer Entstehung oft erheblich, da sich die Sicht der Zeit auf Stoffe, Themen und Motive verändert hatte. Die Werke Mozarts z. B. erfuhren im 19. Jahrhundert eine deutliche
Romantisierung. Je weiter Entstehung und Aufführung eines Werkes zeitlich auseinander klafften, desto mehr bedurfte es der Interpretation eines Werkes. Dies führte schließlich zum Beruf des Regisseurs, also eines künstlerischen Gesamtleiters einer Opernaufführung, der Spielweise und ästhetische Gestaltung des Werkes festlegt.

Werktreue und Regietheater

Unter diesen Schlagworten lassen sich zwei gegensätzliche Positionen zur Aufführung von Opern heute fassen, die unter Zuschauern und Künstlern oft heftig und kontrovers gegeneinander gestellt werden.
- Werktreue. Anhänger der Auffassung, dass eine Oper "werktreu" aufgeführt werden solle, vertreten die Auffassung, dass die Absicht der Autoren eines Werkes für die Aufführung eine Gültigkeit hat und eine Oper entsprechend aufzuführen sei. Da die Autoren meist nicht mehr am Leben sind und es auch keine Ton- oder Bildaufzeichnungen aus deren Zeit gibt, ist nicht immer einfach, herauszufinden, was die Absicht der Autoren gewesen ist. Oft bezieht sich das Postulat der Werktreue daher auf eine Aufführungstradition, namentlich auf diejenige aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, fast immer sind Bühnenbild und Kostüm hier die maßgeblichen Kriterien für die Beurteilung. Zweifellos kann die Herangehensweise an eine Oper zunächst beim Werk und seiner Analyse beginnen. Ziel der Gestaltung ist dann vorrangig die Aufführung des Werkes selbst und seiner Inhalte im Sinne des Werkes. Hierfür ist der Begriff "Werkgerechtigkeit" wohl treffender als der der "Werktreue".
- Regietheater. Bei vielen Regisseuren steht bei einer Opernaufführung der Bezug zur heutigen Zeit und Gesellschaft oder zu ihrer eigenen Person im Vordergrund. Oftmals versuchen diese, eine Gestaltung zu wählen, die optisch einen deutlichen Bezug zur Jetztzeit hat. Aspekte des Werkes, die nur in der Entstehungszeit klar verständlich waren, werden interpretiert - oder uminterpretiert. Die Aufführungen dieser Regisseure können den Charakter von Werkbearbeitungen annehmen, bei denen die persönliche Interpretation durch den Regisseur das Werk überdeckt. Hierfür hat sich der Begriff
Regietheater etabliert. Da seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch zunehmend im Schauspiel ausgebildete Regisseure Opern inszenieren, treten zuweilen auch musikalisch-praktische Notwendigkeiten in den Hintergrund. Zwischen diesen beiden Polen steht heute jede Opernaufführung. Der Anspruch der meisten Künstler in der Oper ist jedoch, gleichermaßen dem Werk und der heutigen Realität gerecht zu werden. Adolf Dresen hat hierzu (sinngemäß) formuliert: Die Werktreue ist für eine Oper ebenso schädlich wie die Werkverwurstung.

Originalsprache

Bis zur Mitte der 1960er Jahre wurden Opern in der jeweiligen Landessprache des Aufführungsortes aufgeführt, so wurden Verdi-Opern in Deutschland in deutscher Sprache und Wagner-Opern in Italien in italienischer Sprache gesungen, wie auch Radio- und Fernsehaufzeichnungen belegen. Erst durch Herbert von Karajan kam die Wende. Mit seiner Begründung, die Einheit von Wort und Musik gehe bei Übersetzungen in eine andere Sprache verloren, wurden Opern allmählich immer mehr in der Originalsprache aufgeführt. Auch der Schallplatten-Markt, der sich zunehmend internationalisierte, trug entscheidend zu dieser Entwicklung bei. In der DDR gab es hingegen weiterhin eine große Tradition von Übersetzungen, jedoch wurde mit neuen Übertragungen (z.B. Walter Felsenstein, Siegfried Schoenbohm) versucht, den Inhalt des Originals genauer, sprachlich gelungener und vor allem musikalisch passender umzusetzen. Heute werden in fast allen Opernhäusern simultan zur Aufführung Übertitel eingeblendet. An vielen kleineren Theatern, vor allem im Osten Deutschlands, gibt es noch Aufführungen in deutscher Sprache. Auch gibt es in einigen Städten (z.B. Berlin, München, Wien) mehrere Opernhäuser, von denen eines Opern in Übersetzungen aufführt, wie etwa die Komische Oper Berlin. Hin und wieder gibt es auch eine autorisierte Übersetzung (wie im Falle der Opern Leoš Janáčeks, deren deutscher Text von Janáčeks Freund Max Brod stammt, so dass der deutsche Text als original gelten darf). Schwierig gestaltet sich die Aufführung in Originalsprache auch immer dann, wenn Dialoge in dem Werk vorkommen. Hier gibt es auch Mischformen, d.h. gesprochene Texte werden übersetzt, gesungene erklingen jedoch in Originalsprache. Im Bereich Singspiel, Operette, Musical ist daher die übersetzte Musiktheateraufführung weit verbreitet.

Opernführer und Programmhefte

Max Brod Italienisch als
lingua franca vergangener Jahrhunderte war den Opernbesuchern eine vertraute Sprache. Seit den Bemühungen Karajans werden die meisten Werke wieder in ihrer Originalsprache aufgeführt. Die Verständnisschwierigkeiten für heutige Zuschauer werden neben den Übertiteln auch durch Opernführer und Programmhefte ausgeglichen. Durch die große Anzahl von Opern, die seit Richard Wagners Bayreuth-Repertoire stetig neu wiederholt werden, hat sich ein allgemeiner Kanon an Werken herausgebildet, die zum Repertoire vieler Theater gehören. Um dem wissenshungrigen Zuschauer eine Einführung in das ihm fremde Werk zu geben, sind im Buchhandel verschiedene Opernführer erhältlich, welche die bekanntesten Werke zu katalogisieren versuchen. Für die Inszenierung der jeweiligen Aufführung werden die Programmhefte des Theaters herangezogen. Nicht alle Werke sind in Opernführern aufgelistet, ebenso wie sich die Zusammensetzung der "Standards" sich auch zeit- und gesellschaftsbedingt wandelt. (So finden sich z.B. in Opernführern der DDR wesentlich mehr Werke russischer Komponisten.) Programmhefte bieten hier eine unverzichtbare Alternative für schwer zugängliche Werke.

Literatur


- Rudolf Kloiber, Wulf Konold, Robert Maschka:
Handbuch der Oper, München (dtv) und Kassel (Bärenreiter), 9., erweiterte Auflage 2002, ISBN 3423325267 und ISBN 376181605,
-
Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters, 6 Bände und ein Registerband, hrsg. von Carl Dahlhaus und Sieghart Döhring, München: Piper 1986
- Ulrich Schreiber:
Die Kunst der Oper, Bände 1-3, Frankfurt/Main: Büchergilde Gutenberg, 1988/1991/2000
-
Praxis Musiktheater. Ein Handbuch, hrsg. von Arnold Jacobshagen, Laaber-Verlag, 2002, ISBN 3890075126
- Silke Leopold / Robert Maschka:
Who's who in der Oper, Kassel [u.a.]: dtv, 2004, ISBN 3-423-34126-2
- Johannes Jansen:
Schnellkurs Oper, Köln: Dumont Buchverlag, 1998 ISBN 3-7701-4280-2

Siehe auch


- Geschichte der Oper bis 1880
- Liste von Opern
- Singspiel, Operette, Musical, Kinderoper, Fernsehoper, Semi-Oper
- Chinesische Oper
- Liste berühmter Sängerinnen und Sänger klassischer Musik
- Stimmlagen
- Portal:Musik
- Liste bekannter Regisseure

Weblinks


- http://www.karadar.com - Opernlibretti in Originalsprache
- http://operone.de
- http://www.theaterportal.de - Opern in den Spielplänen deutschsprachiger Bühnen
- http://www.sirene.at/ Musiktheater für Uraufführungen Kategorie:Gattungen und Formen (Musik) ! Basisartikel ja:オペラ ko:오페라 simple:Opera th:อุปรากร


Akt (Theater)

Ein Akt ist im Drama ein Hauptabschnitt der Handlung, dessen Schluss durch das Fallen des Vorhangs bezeichnet wird. Insofern jede dramatische Handlung in drei Unterabteilungen, Auseinandersetzung oder Exposition, die Spitze oder die Höhe der Verwickelung und die Lösung oder Katastrophe zerfällt, wäre die Einteilung in drei Akte die naturgemäßeste. Da indes die Entwicklung im Verhältnis zur Exposition und Katastrophe bei weitem der reichhaltigere Teil ist und sich meist nicht in einen Akt zusammendrängen lässt, so zerfällt dieselbe in den größeren Stücken in der Regel wieder in drei Teile, sodass das Ganze aus fünf Akten besteht. Schon die Komödien der römischen Dichter Plautus und Terenz haben alle fünf Akte. Einfache, wenig verwickelte Handlungen lassen sich auch in einem oder zwei Akten durchführen. Am Schluss eines Aktes tritt ein Stillstand (Zwischenakt genannt) ein, der dem Zuschauer Zeit gönnen soll, sich des empfangenen Eindrucks bewusst zu werden und sich in die rechte Stimmung für das Folgende zu versetzen. Abgesehen hiervon machen in größeren Dramen auch äußere Umstände, wie neue Szenierung und dergleichen, das Eintreten solcher Ruhepunkte nötig. Der ganz unpassende Name Zwischenakt rührt wahrscheinlich davon her, dass früher (namentlich in den englischen Volkstheatern) in den Pausen von anderen Schauspielern kleine Zwischenstücke oder Tänze aufgeführt wurden, an deren Stelle später im modernen Theater musikalische Produktionen traten. Übrigens ist es eine Hauptforderung der Dramatik, dass die Akte nicht nach Willkür oder lediglich in Berücksichtigung jener Äußerlichkeiten gemacht, sondern durch innere Notwendigkeit geboten sind. Jeder einzelne Akt soll für sich eine Art Ganzes bilden, zugleich aber auch wieder ein Glied, das erst in Verbindung mit anderen Gliedern, das heißt mit den übrigen Akten, einen lebendigen Organismus ausmacht. Wiewohl also jeder Akt schon an und für sich dem Zuschauer eine gewisse Befriedigung gewähren soll, so darf er doch die Spannung desselben auf die weitere Entwicklung nicht schwächen, sondern soll sie vielmehr noch steigern. Mehr als fünf Akte kommen selten vor und lassen sich, als mit der dramatischen Einheit unvereinbar, schwerlich auf Grund innerer und organischer Verhältnisse rechtfertigen. Wenn der Stoff von solchem Umfang ist, dass ihn der Dichter in fünf Akten nicht unterbringen zu können meint, so hängt er ein Vor- oder Nachspiel an. In vier Akte lässt sich ein dramatischer Stoff naturgemäß und mit innerer Notwendigkeit nicht wohl zerlegen, wiewohl es gerade in neuerer Zeit öfters geschieht; dagegen ist das einaktige Lustspiel eine Gattung des Dramas, welche sich für beschränktere Stoffe vortrefflich eignet. In ältern deutschen Stücken ist der Ausdruck Akt wörtlich durch Handlung wiedergegeben; in anderen findet man Aufzug, vom Aufziehen des Vorhangs beim Beginn jedes Aktes hergenommen. Kategorie:Kunst

Prolog (Literatur)

Der Prolog (griechisch πρόλογος, prólogos - das Vor-Wort, die Vor-Rede) bedeutet soviel wie "Vorwort". Es besteht aus den Bestandteilen "pro" (griechisch "vor") und "logos" (griechisch "Wort"). Entsprechend bezeichnet der Epilog das Nachwort. Ein Prolog ist eine Einleitung, Vorrede oder auch ein Vorwort. Im Drama dient diese Vorrede der Erläuterung des Sinnes des Stücks. Dabei kann die Handlung des Prologes mit dem Stück verbunden sein, jedoch auch losgelöst von dem eigentlich Drama in die Thematik einführen. Der Prolog kann ein Dialog von zwei Protagonisten, jedoch auch ein Monolog einer dem Stück zugehörigen oder neutralen Person sein. Das Gegenstück des Prologs ist der Epilog. Ein Meister des Vorwortes war Erich Kästner, der seinen "heiteren Romanen" für Erwachsene gern ein ausführliches, ironisches und teilweise selbstkritisches Vorwort voranstellte Das Wort hat seinen Weg auch in andere Bereiche gefunden: So gibt es z.B. am ersten Tag der Tour de France jeweils den Prolog, bei dem es sich normalerweise um ein kurzes Einzelzeitfahren handelt, welches allerdings schon voll in die Gesamtwertung eingeht.

Verwandte Themen


- Entsprechung beim Film ist der Vorspann, in der Musik das Intro, bei Verträgen die so genannte Präambel und in der antiken Literatur das Proömium. Kategorie:Literarischer Begriff

Alexander Sergejewitsch Puschkin

Alexander Sergejewitsch Puschkin (russisch Алекса́ндр Серге́евич Пу́шкин, wiss. Transliteration Aleksandr Sergeevič Puškin;
- 26. Mai/6. Juni 1799 in Moskau; † 29. Januar/10. Februar 1837, Sankt Petersburg) gilt als der bedeutendste russische Dichter und der Begründer der modernen russischen Literatur.

Leben

Puschkin wird in Moskau geboren und verbringt die Sommer von 1805 bis 1810 üblicherweise bei seiner Großmutter, Maria Alexejewna (einer Tochter des äthiopischen Sklaven Ibrahim Petrowitsch Gannibal, der später Patenkind Peters des Großen wurde), im Dorf Sacharow bei Svenigorod nahe Moskau. Diese frühen Kindheitseindrücke spiegeln sich in seinen ersten Versuchen als Dichter wieder, z.B. in den bald darauf entstandenen Gedichten Mönch, (Монах, 1813), Wowa, (Вова, 1814), sowie in seinen im Lyzeum entstandenen Poslanije k Judinu (Послание к Юдину 1815) und Traum (Сон, 1816). Sechs Jahre verbringt Puschkin im Lyzeum in Zarskoje Selo (das heute seinen Namen trägt), einer Elite-Lehranstalt, die am 19. Oktober 1811 eröffnet worden ist. Von dort aus erlebt der Junge auch die Ereignisse des "Vaterländischen Krieges" gegen Napoleon (1812). Anfang 1815 schreibt Puschkin im Beisein G. R. Derschawins sein patriotisches Gedicht "Erinnerungen an Zarskoje Selo", (Воспоминание о Царском Селе) das in der Zeitschrift Russisches Museum (Русский Музей) gedruckt wurde. Noch als Schüler wird Puschkin in Abwesenheit in die Petersburger literarische Gesellschaft Arsamas des W. A. Schukowski aufgenommen, die sich gegen tradierte, verkrustete Sprachvorstellungen der etablierten Literatur wendet und sich für eine Weiterentwicklung der russischen Hoch-/Schriftsprache einsetzte. Die frühe Poesie des Dichters strahlt seine unstillbare Lebenslust aus. 1816 erfährt Puschkins Lyrik eine entscheidende Wendung, als die Elegie zu seiner Haupt-Dichtform wird. Als Puschkin 1817 das Lyzeum abschließt, nimmt er mit dem Titel eines "Kollegiensekretärs" eine Stellung im Petersburger "Kollegium für Auswärtige Angelegenheiten" an. Er wird zum ständigen Theaterbesucher, nimmt an den Sitzungen der Arsamas-Gesellschaft teil und wird Mitglied der Literatur- und Theatergemeinschaft Grüne Lampe (Зеленая лампа), die von den Anfängen der Dekabristenbewegung beeinflusst ist. Obwohl Puschkin am frühen, geheimen Wirken der Dekabristen nicht teilnimmt, ist er doch mit vielen der aktiven Mitglieder in Freundschaft verbunden und schreibt politische Epigramme und Gedichte wie "К Чаадаеву" (Liebe, Hoffnung, stiller Ruhm...), Вольность, Н. Я. Плюсковой, (alle 1818), Деревня (1819). In diesen Jahren ist er beschäftigt mit der dem märchenhaften Versepos Ruslan und Ljudmila (Руслан и Людмила), das er schon im Lyzeum begonnen hat und mit der er ganz auf der Linie von Arsamas bezüglich der Notwendigkeit der Schaffung nationaler Heldenepen liegt. Das Gedicht wird im Mai 1820 abgeschlossen und ruft ein erbittertes Echo in der Kritik hervor, die sich über den Niedergang des "Hohen Kanons" empört. 1820] 1820] Im Frühjahr 1820 muss sich Puschkin für einige seiner Spottgedichte verantworten, in denen er Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie den Kriegsminister oder den Bildungsminister lächerlich macht. Einer Verbannung nach Sibirien entgeht er aufgrund der Protektion einflussreicher Freunde, muss Petersburg jedoch im Frühsommer des Jahres verlassen und wird auf die Krim versetzt. Er lebt einige Zeit bei seinem noch aus Petersburg stammenden Freund General Rajewskij und lernt dessen Tochter Maria kennen. Hier schreibt er das romantische Gedicht Der Brunnen von Bakhchisaraj. Bis 1824 lebt Puschkin an verschiedenen Orten im Süden Russlands, u.a. Odessa und Chişinău. 1823 beginnt er sein bedeutendstes Werk, das Versepos Eugen Onegin, das er erst 1830 abschließt. 1824 bis 1825 lebt Puschkin bei seinen Eltern auf dem Gut in Michajlowskoje, eine Zeit, die durch Konflikte mit dem Vater und einem intensiven literatischen Briefwechsel mit seinen Freunden geprägt ist. Seine Tragödie Boris Godunow, mit der er die eingefahrenen Wege der russischen Dichtung weit verlässt, erlebt in dieser Zeit ihre Anfänge. Nach einer Audienz bei Zar Nikolaus I. darf Puschkin von 1826 bis 1831 zwar wieder in Moskau und Petersburg leben, seine Werke werden vom Zar persönlich zensiert und sein Werk und Leben stark kontrolliert (auch aufgrund seiner Verbindungen zu den Aktivisten des Dekabristenaufstands). Dies prägt auch die Weiterarbeit von Eugen Onegin. Puschkin ist unzufrieden, da er weder seine dichterischen noch seine privaten Vorstellungen leben kann. Einen Wechsel in Puschkins Lebensumständen bewirkt seine Heirat mit Natalja Gontscharowa 1831. Das Paar zieht nach Petersburg, wo sie mit Unterstützung von Gontscharowas wohlhabender Verwandtschaft am mondänen Leben des Zarenhofes teilnehmen können - was Puschkin, der sich nach Unabhängigkeit sehnt, frustriert. Er duelliert sich häufig und oft aus trivialen Gründen; seine Werke in dieser Zeit entstehen unter großem psychischen Druck. Erst 1836 darf er die Literaturzeitschrift Sowremennik (Der Zeitgenosse) herausgeben, ein Fortschritt in seiner stark zensierten Tätigkeit. Im Winter des Jahres 1836/1837 duelliert er sich in Folge einer Intrige mit dem französischen Gardeoffizier Georges-Charles d'Anthès und wird dabei durch einen Bauchschuss schwer verletzt. Am 29. Januar 1837, zwei Tage später, stirbt er. D'Anthès, den die Kugel an Brust und Arm streifte, erleidet dagegen nur leichte Verletzungen. Aus Angst vor Sympathiekundgebungen überführt man Puschkin in das Swjatogorski-Kloster bei Pskow und beerdigt ihn dort.

Bedeutung

Puschkin ist für alle seine Landsleute der russische Nationaldichter (mit weitem Abstand vor im Ausland wohl bekannteren Schriftstellern wie Tolstoi, Dostojewski, Gogol oder Pasternak; im Deutschen vergleichbar nur einer Kombination aus Schiller und Goethe) schlechthin. Er bereitete in seinen Gedichten, Dramen und Erzählungen der Verwendung der Umgangssprache den Weg; er schuf einen erzählerischen Stil, der Drama, Romantik und Satire mischte - ein Stil, der seitdem untrennbar mit der russischen Literatur verbunden ist und der zahlreiche russische Dichter massiv beeinflusste. Seine romantischen Zeitgenossen waren Byron und Goethe; er wurde beeinflusst von Voltaire und den Shakespeare'schen Tragödien.

Werke

Tragödie]

Gedichte und Verserzählungen


- Erinnerungen an Zarskoje Selo (1815)
- Ruslan und Ljudmila (1820)
- Eugen Onegin (1825-1831)
- Boris Godunov (1825)
- Poltava (1829)
- Der eherne Reiter (1833)
- Das Märchen vom Fischer und Fischlein
- Das Märchen vom goldenen Hahn
- Die Nixe
- Das Fest während der Pest
- Szenen aus Ritterzeiten
- Der Gefangene im Kaukasus / Der Berggefangene (1822)
- Das Räuberbrüderpaar
- Die Fontäne von Bachtschisarai / Der Springbrunnen von Bachtschisaraj (1824)
- Die Zigeuner (1825/1827)
- Zar Saltan
- Das Märchen von der toten Prinzessin und den sieben Recken
- Das Häuschen in Kolomna (1830)

Dramen


- Der geizige Ritter (1830)
- Der steinerne Gast (1830)
- Mozart und Salieri (1832)
- Boris Godunov (1828)
- Die Meerjungfrau

Romane


- Die Hauptmannstochter (1836)
- Der Mohr Peters des Großen / Der Mohr des Zaren (unvollendet, begonnen 1827)
- Dubrovsky (unvollendet, begonnen 1823/33)

Erzählungen


- Die Geschichten des verstorbenen Iwan Petrowitsch Belkin/Erzählungen Belkins (1831)
  - Der Sargmacher
  - Der Postmeister
  - Der Schneesturm
  - Der Schuss
  - Das Fräulein als Bäuerin
- Pique Dame (1834)
- Der Sargtischler
- Roslavlev
- Kirdžali
- Ägyptische Nächte (Fragment, 1835)

Tagebücher


- Die Reise nach Arzrum während des Feldzug im Jahre 1829

Literatur


- Menno Aden: Puschkin. Rußland und sein erster Dichter. Tübingen: Attempto. 2000. ISBN 3-89308-324-3
- Ulrich Busch: Puschkin. Leben und Werk. München: Wewel. 1989. (= Quellen und Studien zur russischen Geistesgeschichte; 7) ISBN 3-87904-105-9
- Andreas Ebbinghaus: Puskin und Russland. Zur künstlerischen Biographie des Dichters. Wiesbaden: Harrassowitz. 2004. (= Opera Slavica; N.F., 46) ISBN 3-447-04999-5
- Robin Edmonds: Puschkin. Biographie. Zürich u.a.: Benziger. 1996. ISBN 3-545-34139-9
- Natalia Hergett: "Ehre" in der russischen Literatur. Analyse des Begriffs in ausgewählten Werken von Aleksandr S. Puskin. Hamburg: Kovac. 2003. (= Studien zur Slavistik; 6) ISBN 3-8300-1053-2
- Rolf-Dietrich Keil: Puschkin. Ein Dichterleben. Biographie. Frankfurt am Main u.a.: Insel. 2001. (= Insel Taschenbuch; 2782) ISBN 3-458-34482-9
- Wolfgang Kissel: Der Kult des toten Dichters und die russische Moderne. Puskin - Blok - Majakovskij. Köln u.a.: Böhlau. 2004. (= Bausteine zur slavischen Philologie und Kulturgeschichte: Reihe A, Slavistische Forschungen; N.F., 45) ISBN 3-412-16503-4
- Ute Lange-Brachmann (Hrsg.): Alexander Puschkin. Baden-Baden: Nomos. 1998. (= Baden-Badener Beiträge zur russischen Literatur; 4) ISBN 3-7890-5605-7
- Reinhard Lauer u. Alexander Graf (Hrsg.): A. S. Puskins Werk und Wirkung. Beiträge zu einer Göttinger Ringvorlesung. Wiesbaden: Harrassowitz. 2000. (= Opera Slavica; N.F., 38) ISBN 3-447-04364-4
- Jurij M. Lotman: Alexander Puschkin. Leipzig: Reclam. 1989. (= RUB; 1317: Biografien) ISBN 3-379-00487-1
- Jurij N. Tynjanov: Puschkin. Diogenes-Taschenbuch. 1987. ISBN 3-257-21535-5
- Gerhard Ressel (Hsrg.): A. S. Puskin und die kulturelle Identität Rußlands. Beiträge des deutsch-russischen Symposiums "A.S. Puskin und die kulturelle Identität Rußlands". Oktober 1999. Universität Trier. Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang. 2001. (= Heidelberger Publikationen zur Slavistik: A, Linguistische Reihe; 13) ISBN 3-631-36704-X
- Nyota Thun: Puschkinbilder. Bulgakow, Tynjanow, Platonow, Soschtschenko, Zwetajewa. Berlin u.a.: Aufbau. 1984.
- Elisabeth Vyslonzil (Hsrg.): Alexander S. Puschkin und das europäische Geistes- und Kulturleben. Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang. 2003. ISBN 3-631-38170-0
- Erwin Wedel (Hrsg.): A. S. Puschkin (1799-1837). Beiträge zum 200. Geburtstag des russischen Nationaldichters. Regensburg: Laßleben. 2003. (= Schriftenreihe des Osteuropainstituts Regensburg-Passau; 17) ISBN 3-7847-3167-8
- Markus Wolf: Freimaurertum bei Puskin. Einführung in die russische Freimaurerei und ihre Bedeutung für Puskins literarisches Werk. München: Sagner. 1998. (= Slavistische Beiträge; 355) ISBN 3-87690-692-X
- Gudrun Ziegler: Alexander S. Puschkin. In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. 1979. (= Rowohlts Monographien; 279) ISBN 3-499-50279-8

Weblinks


-
-
- [http://literaturnetz.org/autoren/alexander_sergejewitsch_puschkin Werke von Alexander Puschkin] im Literaturnetz
- [http://www.slavistik.uni-potsdam.de/pushkin/Default.htm "Virtueller Puschkin" der Universität Potsdam]
- [http://www.uni-potsdam.de/u/slavistik/vc/rlmprcht/schule/index_deutsch.htm Schülerprojekt der Uni Potsdam mit Biografie]
- [http://home.arcor.de/berick/illeguan/pushkin1.htm Gedichte von Alexander Puschkin (de/ru)] Puschkin, Alexander Sergejewitsch Puschkin, Alexander Sergejewitsch Puschkin, Alexander Sergejewitsch Puschkin, Alexander Sergejewitsch Puschkin, Alexander Sergejewitsch Puschkin, Alexander Sergejewitsch Puschkin, Alexander Puschkin, Alexander Puschkin, Alexander Puschkin, Alexander Puschkin, Alexander Puschkin, Alexander ja:アレクサンドル・プーシキン

Musik

Die Musik (griechisch μουσική (τέχνη) - musiké (téchne) - Kunst der Musen, in der lateinischen (ars) musica bereits in der eingeengten Bedeutung Tonkunst, Tonwerk, musikalische Darbietung, bereits im Althochdeutschen als Lehnwort; ähnliche Entlehnung in unzähligen weiteren Sprachen) bezeichnet
- die Tonkunst: die künstlerische Erzeugung akustischer Ereignisse;
- Werke der Tonkunst;
- umgangssprachlich die Wiedergabe musikalischer Werke ("Wollen wir Musik hören?"). Für eine strukturierte Linkliste siehe: Portal:Musik.

Genauere Begriffsbestimmung und das Material der Musik

Musik ist gestaltete Zeit (im Gegensatz etwa zur bildenden Kunst, die Raum gestaltet). Musik kann nur als Ablauf in der Zeit erlebt werden. Aus diesem Grund setzt Musik beinahe begriffsnotwendig eine rhythmische Ordnung ihres Rohmaterials (Geräusche, Töne, Klänge) voraus. Außer durch Rhythmus kann musikalisches Material durch Melodie (die Abfolge verschiedener Tonhöhen) und Harmonie (die Gleichzeitigkeit bestimmter Tonhöhen) organisiert sein. In Einzelfällen wird auch ein räumlicher Effekt, der dadurch entsteht, dass jedes Instrument an einer Stelle erklingt und somit (begrenzt) ortbar ist, gezielt eingesetzt, etwa in mehrchöriger Musik mit entsprechender räumlicher Aufstellung der einzelnen Gruppen. Eine genaue Bestimmung, was Musik ist und was nicht, ist nicht möglich. Gestaltung durch den Menschen ist keine notwendige Voraussetzung, sofern man nicht die Laute der Vögel ausschließen möchte. Gedankenloses Vor-sich-hin-pfeifen, die Fahrgeräusche einer Lokomotive und das Stimmen eines Instruments sind andere Grenzfälle, an denen jeder Versuch einer scharfen Abgrenzung von Musik und Nicht-Musik scheitern muss. Schließlich haben avantgardistische Komponisten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ganz bewusst die Grenzen dessen, was Musik ist, gesprengt, indem sie darauf verzichteten, Rhythmus, Harmonie, geschweige denn Melodie zu gestalten: Beispielsweise wurden mit dem Tonbandgerät aufgezeichnete Allerweltsgeräusche in den Konzertsaal geholt, die Beschränkung auf tonale (Dur- und Moll-)Systeme aufgegeben (Atonalität; Arnold Schönberg, Theodor W. Adorno), musikalische Werke unter Zufallsbedingungen hergestellt (Aleatorik) oder Stille als Musikstück deklariert (John Cage).

Musikwissenschaft

Die Musikwissenschaft und ihre Disziplinen behandeln mit wissenschaftlicher Methodik die Entwicklung und Entstehung von Musik (Musikgeschichte), ihre Komponisten, deren Werke und Interpreten sowie die Musikinstrumente (Instrumentenkunde). Weitere Forschungsrichtungen der Musikwissenschaft sind die Musiktheorie, als Werkzeug der Analyse und als Kompositionskunde, mit der Königsdisziplin Harmonielehre, sowie die Musiksoziologie und Musikpsychologie. Die Musikwissenschaften werden grob in drei Gruppen eingeteilt: # systematische Musikwissenschaften:
Musiksoziologie, Musikästhetik, musikalische Akustik, Musikpädagogik, Musikpsychologie, musikalische Volkskunde (Musikethnologie), Physiologie des Instrumentalspiels # angewandte Musikwissenschaften:
Musikkritik, Musiklehre, Instrumentenbau # historische Musikwissenschaften:
Instrumentenkunde, Notationskunde, Satzkunde, Ikonographie, Quellenkunde, Stilkunde, Biographie, musikalische Aufführungspraxis

Gattungen, Formen, Genres und Stile

Mit der Systematisierung von Musik nach intersubjektiven Kriterien beschäftigen sich die Disziplinen Gattungskunde und Formenlehre sowie die Stilkunde (siehe Stilrichtungen der Musik). Die Musikwissenschaften haben mehrere Ordnungsdimensionen entwickelt, die mit unterschiedlichem Erfolg auf Musik angewendet werden. Nach Art der Beteiligung:
- Vokalmusik (siehe auch a cappella)
- Instrumentalmusik Nach wertmäßiger Einordnung:
- E-Musik (so genannte Ernste Musik),
- U-Musik (Unterhaltungsmusik, Populäre Musik). (wobei gerade diese Unterteilung, so wie auch die ihr zu Grunde liegenden Werte, verschiedentlich hinterfragt und auch abgelehnt wurden und werden) Nach Herkunft:
- Musik aus der europäischen Abstammungslinie (alte, klassische, romantische, zeitgenössische Musik)
- Außereuropäische Musik, heute auch Weltmusik genannt, die von der Musikethnologie untersucht wird Nach Verwendungszweck, bzw. Anlass der Entstehung:
- Funktionale Musik, von liturgischer Musik über Militärmusik, Filmmusik bis zur Muzak
- Autonome Musik, die um ihrer selbst willen komponiert und aufgeführt wird
- Programmmusik, der ein außermusikalisches Programm zugrundeliegt
- Virtuosenmusik, die nur der Zurschaustellung der Fähigkeiten eines Virtuosen dient
- Gelegenheitskomposition, im Gegensatz zu gültigen Werken eines Komponisten
- Sakrale Musik und Liturgische Musik, z.B. Choral, Kirchenlied, Messe, Oratorium
- Profane Musik oder Weltliche Musik Nach Tonsystemen:
- Kirchentonarten
- Neuntonmusik (speziell... siehe Osvaldo Antonio Ovejero [http://www.mica.at/person/person_detail.asp?clr=5&iID=69010 externer Link] )
- Zehntonmusik (fernöstlich)
- Zwölftonmusik (üblich)
- Vierteltöne Nach Menge der Beteiligten:
- Solo
- Duett/Duo
- Terzett/Trio
- Quartett
- Quintett
- Sextett
- Septett
- Oktett
- Nonett
- Dezett
- Orchester
- Chormusik
- Ensemble Als Spezialfall des 19. und 20. Jahrhunderts nach Tonalitätsvorstellung:
- Tonale Musik
- Atonale Musik

Beziehung zu anderen Kunstformen

Architektur

In der griechischen und römischen Antike waren Musik und Architektur viel enger miteinander verknüpft als dies heute der Fall ist. Architekten, Musiker und Philosophen haben in den Jahrhunderten nicht nur immer wieder Verbindungen zwischen den beiden Künsten gesucht und auch geschaffen, sondern sich auch wechselseitig neue Impulse gegeben. Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling sagte im Jahre 1859: Architektur ist erstarrte Musik. In ähnlicher Weise ist bei Arthur Schopenhauer zu lesen: Architektur ist gefrorene Musik. Mehr zur Beziehung von Musik und Architektur siehe Architektur#Musik.

Literatur

Die Verbindung von Musik und Text/ Literatur ist in vielen Musikstilen elementarer Bestandteil bzw. konstituiert bestimmte musikalische Gattungen (Oper/ Kunstlied/ Popsong) überhaupt erst. Von Interesse dabei ist der Gesamtausdruck, der im Zusammenspiel von Musik und Text entsteht. Es kann aber auch vorrangig um eine inhaltliche Mitteilung gehen, wie sie mit dem Liedtext scheinbar beabsichtigt ist. Liebes- und Protestlied sind solche Formen der direkten Aussage. Allerdings wird durch die musikalische "Verpackung" der Inhalt mit einer Wertung versehen, die Sender und Empfänger in der Kommunikation entweder verstehen oder missverstehen können. Eine indirektere Verbindung von Musik und Literatur stellen Schauspilemusiken dar, die in ihrer Wirkung bereits eine gewisse Nähe zur Filmmusik aufweisen.

Anwendung

Während Musik oft als reine und zweckfreie Kunst angesehen wird, ist ihre gezielte Nutzung weit verbreitet: Zum Beispiel zum Wecken bestimmter Emotionen (z. B. Werbung, Filmmusik), zur Verdeutlichung von Inhalten, die über ein anderes Medium (z. B. Text, Stimme, Video/Animation) übermittelt werden, zu therapeutischen Zwecken (Musiktherapie), u. v. m. Auch die Kombination mit anderen Kunstformen ist in der Musik besonders häufig, z.B. mit Lyrik (Lied, Oper, Popsong usw.) oder Tanz (Ballett). Aufgrund dieser kommunikativen Funktion bezeichnet man Musik auch als eine universelle Sprache. Musik kann entweder spontan entstehen (Improvisation), oder nach schriftlich fixierten Aufzeichnungen ausgeübt werden (Komposition, Notenschrift).

Geschichte

Die Entwicklung der Musik kann in Epochen unterteilt werden, die sich in der konventionellen Musikgeschichte an die Formen der Bildenden Kunst und Architektur anlehnen (z.B. Musik der Antike, Renaissancemusik, Barockmusik, Klassische Musik usw.); neuere Forschungen bemühen sich jedoch, eine Historiographie zu entwickeln, die weniger von den äußeren Rahmenbedingungen als vielmehr der musikalischen Strukturen selbst ausgeht. In der Chronologie der musikalischen Entwicklung können folgende eurozentristische Abschnitte unterschieden werden:
- Mittelalter - Musik vor dem 13. Jahrhundert, Musik des 13. Jahrhunderts
- Musik der Neuzeit - Musik des 14. Jahrhunderts, Musik des 16. Jahrhunderts, Musik des 17. Jahrhunderts, Musik des 18. Jahrhunderts, Musik des 19. Jahrhunderts
- Musik der Moderne und Postmoderne - Musik des 20. Jahrhunderts

Musiksoziologie

Musik ist nicht nur Selbstzweck und Kulturgut, sondern auch eine umsatzstarke Branche der Kulturindustrie. Die heutige Musikindustrie prägt musikalische Entwicklungen (Casting-Bands, Schaffen von Opernstars), absorbiert und kommerzialisiert unabhängig entstandene Formen (Jazz, Punk) und übt in Form von massiver Lobbyarbeit Einfluss auf politische Entscheidungen aus (Copyright).
Weitere Themenbereiche der Musiksoziologie sind Identitätsbildung durch geteilte Musikpräferenzen (siehe auch Jugendmusikkultur) und die Eingebundenheit der Musikausübung und des Musikonsums in gesellschaftliche Strukturen wie Geschlecht, soziale Klasse und Lebensstil.

Musik und Mensch

Kulturhistorisch und bei der Entstehung der Säugetier-Art Mensch (Evolution) spielen Musik und ihre Wahrnehmung durch Ohr, Gehirn und die individuelle Rezeption im Sinne einer sofortigen, unvermeidbaren Bewertung eine enorme Rolle. Musikgeschmack, Musikvorlieben, musikalische Bildung haben alle hörenden Menschen - sie sind sich nur nicht einig in der Bewertung. Diese ist immer subjektiv und gleichzeitig ist sie kulturell geprägt (musikalische Sozialisation). Ob Musik zur Kommunikation vor der Sprachentwicklung oder beide in einer wechselseitigen Beeinflussung stattfanden, wird sich nicht mehr klären lassen. Aber Musik als Kommunikationsmitttel ist weltweit verbreitet. Die Psychologie sagt, dass Musik Emotionen transportiert aber auch Emotionen verändert. Das ist unabhängig von der Frage des Unterschieds von Vokalmusik und der Nutzung von Instrumenten zur Musikerzeugung oder -verstärkung.

Musiktechnologie

Neben den Unternehmen der Medienindustrie übt auch die Musiktechnologie zunehmenden Einfluss auf Hörgewohnheiten und das Musikangebot aus. Für die Rezeption von aufgezeichneter Musik sind Abspielgeräte (Tonbandgerät, Schallplattenspieler, CD-Spieler, MP3-Player usw.) notwendig, die sich zunehmend an den Möglichkeiten der Computertechnologie orientieren. Mit der Einführung der Audio-CD begann die Digitalisierung der Musik; durch das Aufzeichnungsformat MP3 wurde die psychoakustische Kompression von Musik eingeführt, bei der solche Anteile aus Musikdaten entfernt werden können, die für die Klangqualität als weniger wichtig erachtet werden. Da damit die Gefahr von unberechtigten Kopien (Raubkopien) heraufbeschworen wurde, werden heute Audiodateien zusehends mit Hilfe von DRM Digital Rights Management versehen, das nur eine feste Anzahl autorisierter Kopien erlauben soll. Mit der Einführung neuer Technologien wie z. B. der DVD-Audio oder der SACD (Super Audio CD) ist die bis dato vorherrschende Wiedergabe-Technologie im Ein-Kanal- (Mono) bzw. Zwei-Kanal-Verfahren (Stereo) um mehrkanalige (im allgemeinen Fünf-Kanal-, "Surround" genannte) Wiedergabemöglichkeiten erweitert worden. Der Einfluss der Technologie auf die Musik geht aber weit über die Verfahren zur Speicherung und Wiedergabe von Musikstücken hinaus. Wie seit jeher Instrumentenbauer die technischen Möglichkeiten ihrer Zeit auf der Suche nach dem vollendeten Klang auszuschöpfen suchten, so hat auch das 20. Jahrhundert die Elektronik zur Schaffung neuer Musikinstrumente mit eigenständigem Klangcharakter genutzt. Beispiele hierfür sind u.a. die Elektrogitarre, die Hammondorgel oder der Synthesizer. Des weiteren wird in modernen Produktionsstudios immer mehr auf Computer zur Erstellung von Musik gesetzt. Wichtig sind hier Systeme wie MIDI oder Software Synthesizer, mit denen ganze Orchester imitiert werden können. Neben der Speicherung und Produktion von Musik wird auch das Nachschlagen durch moderne Technologie vereinfacht. In den fünfziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts erschienen Bücher wie Barlow und Morgensterns "A Dictionary of Musical Themes" und Parsons' "A Directory of Tunes and Musical Themes", die es dem Leser ermöglichen, Melodien z. B. anhand des Parsons-Codes zu identifizieren. Inzwischen gibt es aber viel bessere Methoden dafür, z. B. Musipedia, eine Online-Suchmaschine für Melodien.

Wirkungen

Der Musik werden die unterschiedlichsten emotionale und psychologische Wirkungen zugeschrieben; das Spektrum reicht von der einer heilenden Wirkung (z. B. Musik von Bach und Mozart, New Age-Musik) bis hin zu "destruktiven" Wirkungen (z. B. bei Death Metal, Gothic, Musik von Schönberg), die durchaus beabsichtigt sein können. Bis heute konnten die Musikwissenschaft und ihre Hilfsdisziplinen nicht abschließend klären, in welchem Grad diese Wirkungen mit den kulturellen Rahmenbedingungen zusammenhängen; so wurde durch die Verbreitung der Rockmusik noch vor wenigen Jahrzehnten der Untergang des Abendlandes befürchtet; andererseits weist die Medienwirkungsforschung zumindest in speziell dispositionierten Fällen Wirkungen wie Selbsttötungen nach. Allerdings sind auch diese Forschungsergebnisse umstritten. Auch Pflanzen und Tiere sollen auf Musik reagieren; bestimmter Musik wird eine positive Wirkung auf das Wachstum von Zimmerpflanzen nachgesagt; selbst in der Tierhaltung wird gelegentlich Musik eingesetzt. Vollkommen im Bereich der Spekulation liegt die Unterstellung der universellen Verständlichkeit von Musik; so kommunizieren Erdenbewohner in Steven Spielbergs Spielfilm Unheimliche Begegnung der dritten Art mit außerirdischen Besuchern über Tonfolgen und Klänge. Selbst die heutigen Raumsonden der NASA und ESA enthalten Aufzeichnungen von Musik, die der Verständigung mit außerirdischen Lebensformen behilflich sein sollen (siehe Sounds of Earth).

Literatur


- MGG - Musik in Geschichte und Gegenwart: allgemeine Enzyklopädie der Musik hrsg. von Friedrich Blume. Bärenreiter Metzler. MGG Personenteil in 17 Bänden (1999 ff.), MGG Sachteil in 10 Bänden. [http://www.mgg-online.com]
- Leonard Bernstein: Musik - die offene Frage. Vorlesungen an der Harvard-Universität. München: Goldmann, 1976. ISBN 3-442-33052-1
- Hans Renner: Grundlagen der Musik - Musiklehre. Stuttgart: Reclam, 1953. ISBN 3-15-007774-5
- dtv-Atlas Musik. Bd. 1 u. 2. ISBN 3423030224
- Harenberg Komponistenlexikon. Dortmund 2001. ISBN 3-611-00978-4 "Das grosse Lexikon der Musik", herausgegeben von Marc Honegger und Günther Massenkeil, Freiburg im Breisgau 1978 und 1987

Siehe auch


- Portal:Musik
- Musikliteratur
- Universalien der Musikwahrnehmung

Weblinks


- [http://www.miz.org/ Deutsches Musikinformationszentrum, Bonn]
- [http://dma-opac.ddb.de/ Online-Katalog (OPAC)] des Deutschen Musikarchivs Berlin
- [http://www.gnoosic.com/ Gnoosic - Das webbasierte Empfehlungssystem für Musik]
- [http://www.music-map.de/ Music-Map - Die Welt der Musik nach Geschmack sortiert]
- [http://de.musipedia.org/ Musipedia - kollaborative Musikenzyklopädie, eine Art Wikipedia für Musik]
- [http://www.hirnforschung.de/Musik.php4 Newsletter zu Gehirn und Musik von hirnforschung.de]
- [http://www.gratisipodvideo.de.vu/ Seite des beliebtesten Musikplayers, des Ipods] !Musik Kategorie:Musiktheorie fiu-vro:Muusiga ja:音楽 ko:음악 ms:Muzik simple:Music th:ดนตรี

Kategorie:Oper

Siehe auch: Oper Kategorie:Musikalisches Werk Kategorie:Gattungen und Formen (Musik) Kategorie:Theater

Nerd pop

Nerd Rock

Nerd Rock in a nutshell is hard to describe. Nerd Rock is close along the lines of College Rock or Alternative Rock. Except with more a kiddish tune. Nerd Rock usually has a fast quirky beat with an alternative rock sound. Some famous bands whose music might fall under the genre Nerd Rock are They Might be Giants, The Presidents of The United States of America and We Are Scientists.

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Out Of Step
Out of Step was the sole LP (or as the band put it: a very long 12" EP) released by hardcore band Minor Threat. It was first released in 1983 on Dischord Records. Where the lyrics on their early EPs were an output for Ian's "message" the lyrics on 'Out Of Step' deal mainly with friendships. Tracks:
1. Betray
2. It Follows

Mangled Demos From 1983
Mangled Demos from 1983 is a collection of various early Melvins recordings from 1983. Until 2005, none of the material had ever been officially released. A few tracks included in this album have previous appeared on bootleg releases. It is the only record featuring the original lineup (Buzz Osborne/Matt Lukin/Mike Dillard).

Track listing

Some song titles were lost over time, they are listed with symbols. #"Elks Lodge Christmas Broadcast" - 3:52 #"If You Get Bored (Li
More Fun In The New World
More Fun in the New World is an album by the band X, released in 1983 (see 1983 in music).

Track listing

#"The New World" - 3:25 #"We're Having Much More Fun" - 3:05 #"True Love" - 2:15 #"Poor Girl" - 2:50 #"Make the Music Go Bang" - 3:00 #"Breathless" - 2:15 #"I Must Not Think Bad Thoughts" - 4:10 #"Devil Doll" - 3:05 #"Painting the Town Blue" - 3:20 #"Hot House" - 2:55 #"Drunk in My Past" - 2:51 #"I See Red" - 3:00 #"True Love, Pt. 2" - 5:00

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