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Deutsches Eck

Deutsches Eck

Das Deutsche Eck ist eine Landzunge in Koblenz an der Mündung der Mosel in den Rhein, auf der 1897 ein monumentales Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. errichtet wurde. Der Denkmalssockel diente von 1953 bis 1990 als "Mahnmal der Deutschen Einheit". Am linksrheinischen Ufer zweigen vom Deutschen Eck die Rheinanlagen, am rechten Moselufer das Peter-Altmeier-Ufer ab.

Geschichte

Ursprüngliche Bedeutung

Erzbischof Diether von Nassau rief 1216 die Ritter des Deutschen Ordens nach Koblenz und schenkte ihnen einen Teil des Geländes der Kastorkirche. Unmittelbar an der Ecke, wo die Mosel in den Rhein fließt, entstand bald danach die Deutschordensballei. Diese Ballei war dem Hochmeister des gesamten Ordens direkt unterstellt. Seit dieser Niederlassung des Deutschen Ordens trug diese Stätte zunächst die Bezeichnung "Deutscher Ordt" und dann den Namen "Deutsches Eck".

Das Kaiser-Wilhelm I.-Denkmal

Im 19. Jahrhundert wurde das Areal über eine Mole mit einer vorgelagerten Sandbank verbunden um einen Nothafen an der Moselmündung zu schaffen. Mole und Sandbank trugen im Koblenzer Volksmund den Namen "Honsschwanz", weil sie geografisch den letzten Ausläufer des Hunsrücks bildeten. Am Ende des Jahrhunderts wurde der Hafen aufgeschüttet, um einen repräsentativen Standort für das Reiterstandbild zu schaffen, das die preußische Rheinprovinz dem 1888 verstorbenenen Kaiser Wilhelm I. widmete und aus Dank für die mit kriegerischen Mitteln erzwungende Einigung Deutschlands. Damals erhielt das Deutsche Eck seine heutige Gestalt. Am 31. August 1897 wurde das Kaiser-Wilhelm I.-Denkmal am Deutschen Eck in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. seiner Bestimmung übergeben. Von nun an verlagerte sich der Name "Deutsches Eck" von der Deutschordensballei auf das neue Denkmal. Das Denkmal wurde nach den Plänen des Architekten Bruno Schmitz, bekannt durch Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica und das Kyffhäuserdenkmal, und des Bildhauers Emil Hundrieser erbaut. Es ist insgesamt 37 Meter hoch, davon entfallen 14 m auf das bronzene Reiterstandbild. Es zeigt den Kaiser in Generalsuniform mit wallendem Mantel. Eine Siegesgöttin führt das Pferd und trägt in der anderen Hand die Kaiserkrone. Das Denkmal war Ausdruck des wilhelminischen Zeitgeistes und wurde bereits zur Zeit seiner Entstehung wegen seiner überladenen, nationalistischen Symbolik kritisiert. Der französische Dichter Guillaume Apollinaire sprach beispielsweise von einem "monument affreux gigantesque". Nach dem Ersten Weltkrieg schrieb der Satiriker Kurt Tucholsky in seiner Reportage Denkmal am Deutschen Eck: Kurt Tucholsky :Wir gingen auf der breiten, baumbestandenen Allee; [...] dann standen da keine Bäume mehr, ein freier Platz, ich sah hoch ... und fiel beinah um. Da stand - Tschingbumm! - ein riesiges Denkmal Kaiser Wilhelms des Ersten: ein Faustschlag aus Stein. Zunächst blieb einem der Atem weg.
Sah man näher hin, so entdeckte man, daß es ein herrliches, ein wilhelminisches, ein künstlerisches Kunstwerk war. Das Ding sah aus wie ein gigantischer Tortenaufsatz und repräsentierte jenes Deutschland, daß am Kriege schuld gewesen ist - nun wollen wir sie dreschen! In Holland.
Zunächst ist an diesem Monstrum kein leerer Fleck zu entdecken. Es hat die Ornamenten-Masern. Oben jener, auf einem Pferd, was: Pferd! auf einem Roß, was: Roß! auf einem riesigen Gefechtshengst wie aus einer Wagneroper, hoihotoho! Der alte Herr sitzt da und tut etwas, was er all seine Lebtage nicht getan hat: er dräut in die Lande, das Pferd dräut auch, und wenn ich mich recht erinnere, wallt irgend eine Frauensperson um ihn herum und beut ihm etwas dar. Aber da kann mich meine Erinnerung täuschen ... vielleicht gibt sie dem Riesenpferdchen nur ein Zuckerchen. Und Ornamente und sich bäumende Reptile und gewürgte Schlangen und Adler und Wappen und Schnörkel und erbrochene Lilien und was weiß ich ... es war großartig. Ich schwieg erschüttert und sah Jakoppn an. "Ja", sagte Jakopp, "das ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck."

Das Denkmal nach 1945

Kurt Tucholsky - am linken Bildrand die Kastorkirche und das Deutschherrenhaus]] Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, am 16. März 1945, wurde das Reiterstandbild durch eine amerikanische Artilleriegranate zerstört. Die französische Militärregierung plante das Denkmal abzureißen und durch ein neues "Denkmal für Frieden und Völkerverständigung" zu ersetzen. Wegen Geldmangels und der schlechten Versorgung der Bevölkerung in den Nachkriegsjahren wurden diese Pläne aber nie umgesetzt. Am 18. Mai 1953 widmete Bundespräsident Theodor Heuss den verbliebenen Sockel um zum Mahnmal der deutschen Einheit. Dabei wurde am Umgang des Sockels die Wappen aller deutschen Länder und der ehemaligen Ostgebiete, wie Schlesien angebracht. Vier Jahre später wurde das Saarland hinzugefügt. Noch am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober 1990 wurden die Namen aller ehemaligen Bundesländer der DDR auf zwei gegenüberliegenden Tafeln angebracht. Die Stelle des zerstörten Reiterstandbilds nahm bis 1993 ein Flaggenstock mit der Bundesflagge ein. Nach dem Fall der Berliner Mauer wurden neben dem Denkmal drei originale Betonelemente der Mauer aufgestellt. Seit dem Krieg waren immer wieder Vorschläge über ein Neugestaltung des Denkmals diskutiert worden. Alle Pläne scheiterten jedoch entweder an der fehlenden Finanzierung oder daran, dass sie sich nicht mit der Idee des Mahnmals vertrugen. Durch die Wiedervereinigung Deutschlands 1990 verlor das Mahnmal jedoch seinen sinnstiftenden Gedanken. Eine private Stiftung des Koblenzer Verlegerehepaares Theisen ermöglichte nun die Rekonstruktion des Reiterstandbilds. 1990 Das Vorhaben wurde in Koblenz kontrovers diskutiert, vor allem, da ein Denkmal für Wilhelm I. von vielen als nicht mehr zeitgemäß empfunden wurde. Seine Realisierung wurde erst möglich, nachdem das Land Rheinland-Pfalz seine Besitzrechte an dem Denkmal auf die Stadt Koblenz übertragen hatte. Der Stadtrat akzeptierte die Schenkung der Eheleute Anneliese und Dr. Werner Theisen, und der Düsseldorfer Bildhauer Raimund Kittl wurde mit der Nachbildung der 1945 zerstörten Skulpturengruppe beauftragt. Das neue Reiterstandbild wurde am 25. September 1993 eingeweiht. Heute ist das Denkmal am Deutschen Eck vor allem eine Touristenattraktion. Das vorgelagerte Gelände an der Moselmündung wird auch für Großveranstaltungen wie z.B. Rockkonzerte genutzt. Seit 2002 ist das Deutsche Eck Teil des von der UNESCO ausgezeichneten Weltkulturerbes "Oberes Mittelrheintal".

Berliner Mauer-Reste

Drei Reststücke der Berliner Mauer, die 28 Jahre Berlin teilte, sind nach dem Mauerfall am Zusammenfluss von Rhein und Mosel aufgestellt worden. Alle sind mit kurzen Erinnerungswörtern auf Bronzestreifen versehen:
"Den Opfern der Teilung"
"17. Juni 1953"
"9. November 1989"

Weblinks


- http://www.deutsche-schutzgebiete.de/deutsches_eck.htm
- http://www.schaengel.de/ Kategorie:Koblenz Kategorie:Denkmal Kategorie:Kulturdenkmal (Rheinland-Pfalz) Kategorie:Wahrzeichen

Koblenz

Koblenz (frz. Coblence) ist eine Großstadt im nördlichen Rheinland-Pfalz. Die kreisfreie Stadt ist nach Mainz und Ludwigshafen die drittgrößte des Bundeslandes und bildet eines seiner fünf Oberzentren. Sie ist Sitz der Universität Koblenz-Landau, der Verwaltung des Landkreises Mayen-Koblenz, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (bis 1999 Bezirksregierung Koblenz) und eines Oberlandesgerichts. Koblenz gehört zu den ältesten Städten Deutschlands; im Jahr 1992 feierte sie ihr 2000-jähriges Bestehen. Der ursprüngliche lateinische Name Confluentes (dt.: die Zusammenfließenden) leitete sich von der Lage der Stadt an der Mündung der Mosel in den Rhein am so genannten Deutschen Eck ab. Bis 1926 lautete die Schreibweise der Stadt Coblenz. Seit 1962 ist Koblenz eine Großstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern. Die nächst größeren Städte sind Bonn (etwa 60 km rheinabwärts) und Mainz (etwa 90 km rheinaufwärts). Teile von Koblenz gehören seit 2002 zum Weltkulturerbe "Oberes Mittelrheintal". Auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes steht seit dem Jahr 2005 der Obergermanisch-Rätische Limes, zu dem auch das Römerkastell in Koblenz-Niederberg gehört.

Allgemeines über die Stadt

Obergermanisch-Rätische Limes Obergermanisch-Rätische Limes Koblenz liegt am "Deutschen Eck", einer durch Mosel und Rhein gebildeten Mündungsspitze. Die Stadt wird begrenzt von den Ausläufern des Hunsrücks im Süden und der leicht hügeligen Landschaft des Maifeldes (Ausläufer der Eifel) im Westen. Die rechts des Rheins gelegenen Stadtteile im Osten des Stadtgebiets liegen in den Ausläufern des Westerwaldes, welche, zum Teil mit starkem Gefälle, bis dicht an den Fluss heranreichen. Die zwischen Mosel und Rhein im Süden gelegenen Stadtteile sind teilweise mit üppigen Mischbaumbestand bewaldet und bilden die "Grüne Lunge" und das Naherholungsgebiet von Koblenz. Dieser Abschnitt des Rheins gehört zum Mittelrhein.

Nachbargemeinden

Mittelrhein Die kreisfreie Stadt Koblenz grenzt an drei Kreise:
- im Nordosten an den Westerwaldkreis (Simmern und Eitelborn),
- im Osten an den Rhein-Lahn-Kreis (Lahnstein, Fachbach und Miellen) und
- im Süden, Westen und Norden an den Landkreis Mayen-Koblenz (Rhens, Waldesch, Dieblich, Winningen, Kobern-Gondorf, Bassenheim, Mülheim-Kärlich, St. Sebastian, Weitersburg, Vallendar, Niederwerth und Urbar)

Stadtgliederung

Urbar Das Stadtgebiet von Koblenz ist in 28 Stadtteile gegliedert. Hiervon bilden sieben Stadtteile insgesamt sechs Ortsbezirke, deren Anliegen gegenüber der Stadt durch einen Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher vertreten werden. Die übrigen 21 Stadtteile haben keine Ortsbeiräte. Die 28 Stadtteile von Koblenz sind Altstadt, Arenberg (Ortsbezirk zusammen mit Immendorf), Arzheim (Ortsbezirk), Asterstein, Bubenheim (Ortsbezirk), Ehrenbreitstein, Goldgrube, Güls mit Bisholder (Ortsbezirk), Horchheim, Horchheimer Höhe, Immendorf (Ortsbezirk zusammen mit Arenberg), Karthause, Kesselheim (Ortsbezirk), Lay (Ortsbezirk), Lützel, Metternich, Mitte, Moselweiß, Neuendorf, Niederberg (mit Neudorf), Oberwerth, Pfaffendorf, Pfaffendorfer Höhe, Rauental, Rübenach (Ortsbezirk), Stolzenfels (Ortsbezirk), Süd und Wallersheim.

Eingemeindungen

Ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen, die in die Stadt Koblenz eingegliedert wurden:

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Bevölkerung verteilt sich auf eine Fläche von 105 km², so dass heute in Koblenz 1.026 Menschen auf einem km² leben (Einwohnerdichte). Einwohnerdichte Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter, beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.

Klima

Einwohnerdichte Koblenz liegt in der sogenannten gemäßigten Zone mit gemäßigt kühlem Klima und vorherrschenden Westwinden. Im westdeutschen Tiefland und im Rheingraben bringen diese Winde vom Atlantik und der Nordsee her jährlich etwa 700 mm Niederschlag. Koblenz ist mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 10,8°C und einer jährlichen Niederschlagsmenge von 674 mm ganzjährig humid. Kältester Monat ist mit einer Temperatur von 2,7°C der Januar, wärmster Monat der Juli mit einem Schnitt von 19,5°C.

Religionen

Durch die Zugehörigkeit zum Erzstift Trier wurde die Stadt über Jahrhunderte von katholischen Erzbischöfen regiert. Während der Reformationszeit gab es lediglich einige wenige protestantische Gemeindemitglieder in benachbarten Gemeinden. Durch das im Jahr 1784 durch den Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen erlassene Toleranzedikt wurden reiche Protestanten offiziell geduldet und ihr Zuzug gestattet. 1802 erhielten diese das ehemalige St. Görgenkloster als Gottesdienstraum. Als Koblenz 1815 Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz wurde, nahm die Zahl protestantischer Gemeindemitglieder stärker zu. Im Jahre 1902 erbauten sie sich schließlich die Christuskirche.
Heute gehören die evangelischen Kirchengemeinden - sofern sie nicht einer Freikirche angehören - zum Kirchenkreis Koblenz der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die katholischen Gemeinden gehören zum Dekanat Koblenz innerhalb der Region Koblenz der Diözese Trier. Im Ortsteil Arenberg steht das Kloster Arenberg, in dem die Arenberger Dominikanerinnen (Schwestern der heiligen Katharina von Siena) zu Hause sind. In einer Parklandschaft zwischen Arenberg und Immendorf wurde von 1845 bis 1860 durch Pfarrer Johann Baptist Kraus die Landschaftsbilderbibel Arenberg "Die heiligen Orte zu Arenberg, genannt Roter Hahn" geschaffen, die heute unter Denkmalschutz steht.
In Pfaffendorf steht das Kloster Bethlehem der Klarissen-Kapuzinerinnen von der Ewigen Anbetung. Gegründet 1904 durch Mutter M. Ignatia von Herling wurde es 1944 zu zwei Dritteln zerstört und wird erst seit 1953 von den Schwestern wieder bewohnt.

Koblenzer Dialekt

Der in Koblenz gesprochene Dialekt, das so genannte Kowelenzer Platt, gehört zum Moselfränkischen. Er unterscheidet sich von anderen rheinischen Dialekten vor allem im Tonfall. Dem singenden, ja melodischen Sprechen des Rheinländers steht eine ebene Tonlage mit einer besonderen Vorliebe für breite Laute und Verlängerung der Lautdauer im Koblenzer Dialekt gegenüber. In der Zeit der Zugehörigkeit zu Frankreich (1794-1814) flossen auch viele französische Dialektwörter mit ein, z.B. Blümo (Federbett), Filou (Lausbub), Monnie (Geld), Drottewaar (Bürgersteig), Fissemadente (Ausrede). Interessant ist, dass die Lautverschiebungen von Stadtteil zu Stadtteil verschieden sind, was oft zu einem Mischdialekt führt. Koblenz verfügt über die älteste Mundart-Wortsammlung im Rheinland. Schon 1787 publizierte der Koblenzer J.H. von Bleul eine Wortliste in mehreren Folgen im "Allgemeinen Churtrierischen Intelligenzblatt". Hannelore Kraeber veröffentlichte mit dem "Neuen Wörterbuch der Koblenzer Mundart" eine dokumentierte Koblenzer Sprachsammlung aus über 200 Jahren. Diese gilt als Rarität unter den Mundartaufzeichnungen. Ein Beispiel für den Koblenzer Dialekt ist das Schängellied, die Hymne von Koblenz.

Geschichte

Zugehörigkeit von Koblenz: ImageSize = width:800 height:80 PlotArea = width:700 height:50 left:50 bottom:25 DateFormat = yyyy Period = from:-100 till:2100 TimeAxis = orientation:horizontal ScaleMajor = unit:year increment:100 start:-100 Define $dx = 25 # shift text to right side of bar PlotData= bar:Leadors color:red width:15 mark: (line,white) align:left fontsize:S color:red from:-9 till:450 shift:(-40,15) text:Römisches Reich color:green from:450 till:1018 shift:(-40,15) text:Fränkisches Reich color:red from:1018 till:1794 shift:(-30,15) text:Kurtrier color:green from:1794 till:1814 shift:(-30,30) text:Frankreich color:red from:1815 till:1945 shift:(-20,15) text:Preußen color:green from:1946 till:end shift:(-20,15) text:Rheinland-Pfalz

Frühgeschichte

Das fruchtbare und verkehrsgünstig gelegene Gebiet am Zusammenfluss von Mosel und Rhein wurde seit der mittleren Steinzeit (ca. 9000 v. Chr.) kontinuierlich besiedelt. Im gesamten Stadtgebiet gibt es Funde von Siedlungsresten und Grabstätten aus der Zeit der Rössener Kultur bis zu den Kelten. Im Jahr 2005 stieß das Koblenzer Amt für archäologische Denkmalpflege bei Grabungen auf der Festung Ehrenbreitstein auf eine frühzeitliche Palisade, die nach hinten mit einem Erdaushub verstärkt wurde und etwa auf 1000 v. Chr. datiert werden kann. Somit befand sich 250 Jahre vor der Gründung Roms nachweislich eine Festung auf dem Plateau des Ehrenbreitstein.

Römische Zeit

Roms Im Gallischen Krieg gegen die Germanen erreichten römische Truppen unter Julius Caesar 55 v. Chr. den Rhein und errichteten zwischen Koblenz und Andernach einen ersten Rheinübergang. Siedlungsreste in der Nähe des heutigen Münzplatzes belegen die römische Besiedlung um das Jahr 20 v. Chr.. Koblenz zählt somit zu den ältesten Städten Deutschlands. Im Jahr 9 v. Chr. wurde am Zusammenfluss von Mosel und Rhein ein Kastell zur Sicherung der Rheinstraße Mainz-Köln-Xanten erbaut. Die Römer nannten es "Castellum apud Confluentes", was so viel wie "Kastell bei den Zusammenfließenden" bedeutet. Zu dieser Zeit siedelten hier die Treverer, die die gesamte Moselregion beherrschten. Das Kastell gehörte zu der etwa 85 n. Chr. gegründeten römischen Provinz "Germania Superior". Eine 350 Meter lange Pfahlbrücke über den Rhein wurde um 49 n. Chr. zwischen dem heutigen Ehrenbreitstein und der Koblenzer Rheinseite erbaut. Sie bestand aus über 600 Eichenstämmen mit eisenbewehrten Spitzen, sog. Pfahlschuhen, von denen 51 heute erhalten sind. Die Moselbrücke, 50 m neben der heutigen Balduinbrücke gelegen, wurde als Teil der Rheinstraße erbaut. Im 2. Jahrhundert wurde ein Hilfstruppenkastell in Koblenz-Niederberg zum Schutz des römischen Limes errichtet, doch bereits im Jahr 259 durch die Franken zerstört. Oberhalb von Koblenz wurde im heutigen Stadtwald unweit der Römerstrasse eine Tempelanlage für den römischen Merkur und die gallische/keltische Rosmerta erbaut. Dort gefundene römische Münzen belegen eine Nutzung der Anlage bis in das 5. Jahrhundert. Am Remstecken finden sich Überreste eines römischen Bauernhofes (Villa rustica), der teilweise ausgegraben und teilrekonstruiert ist. Beim Abzug der römischen Truppen im 5. Jahrhundert wurden Rhein- und Moselbrücken zerstört. Bis heute zeugen Mauerreste und Straßenzüge in der Koblenzer Altstadt vom einstigen Kastell aus römischer Besiedlungszeit.

Fränkische Zeit

Merowinger

Mit Zusammenbruch des Weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert wurde Koblenz von den Franken erobert und ein fränkischer Königshof gegründet.

Karolinger

Karolinger Infolge der Reichsteilung Karls des Großen vom 6. Februar 806 durch die Divisio Regnorum fiel Koblenz an dessen Sohn Karl der Jüngere. Dieser starb aber früh und so kam Koblenz nach dem Tode von Karl dem Großen 814 an seinen Sohn Ludwig der Fromme. Wegen Aufständen im Jahr 830 zwischen den Söhnen Ludwigs des Frommen (Lothar I., Karl dem Kahlen, Ludwig dem Deutschen) untereinander und gegen den Vater, kam es zu einer zweiten Reichsteilung und Karl der Kahle erhielt 837 u.a. Koblenz. Durch diese Teilung kam es zu Unruhen im Reich und es fanden 842 in der 836 geweihten Kastorkirche Verhandlungen zwischen den drei Enkeln Karls des Großen statt, die schließlich zur Teilung des fränkischen Reichs im Vertrag von Verdun 843 führten. Koblenz fiel damit an das nach Lothar I. benannte Mittelreich Lotharingien. 855 wurde das Reich Lothars I. unter seinen drei Söhnen aufgeteilt (Teilung von Prüm) und Koblenz kam an Lothar II. Nach dessen Tod wurde das Mittelreich 870 mit dem Vertrag von Mersen unter den Brüdern Lothars I. (Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle) erneut aufgeteilt. Der Ostteil des Reiches mit Koblenz wurde nun von Ludwig dem Deutschen regiert. Von den Raubzügen der Normannen blieb auch Koblenz nicht verschont und wurde 882 zerstört. Durch erneute Aufteilung des Reichs fiel Lotharingien mit Koblenz schließlich 925 an das ostfränkische Reich, das spätere Heilige Römische Reich.

Kurfürstliche Zeit

Kaiser Heinrich II. schenkte 1018 dem Trierer Erzbischof Poppo von Babenberg den fränkischen Königshof und Koblenz kam somit an den Trierer Kurstaat. Kurtrier war eines der sieben ursprünglichen Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Das weltliche Herrschaftsgebiet des Erzbischofs von Trier gehörte zum kurrheinischen Kreis und umfasste im Wesentlichen die Gebiete links und rechts der Unterläufe von Mosel und Lahn. Seine Hauptstadt war Trier, Residenzstadt wurde im 17. Jahrhundert Koblenz. 1020 kam der Ehrenbreitstein mit der neu erbauten Burg an die Trierer Erzbischöfe. Es war ihr Brückenkopf für den rechtsrheinischen Besitz des Kurfürstentums und galt als ihre sicherste Burg. So wurden hier in gefährdeten Zeiten die größten Heiligtümer des Landes aufbewahrt, z.B. der Kopf des heiligen Matthias (Bistumspatron) von 1380 bis 1422 und der Heilige Rock von 1657 bis 1794. Die heute evangelische Florinskirche wurde um 1100 unter dem Erzbischof von Trier, Bruno von Lauffen, als romanische dreischiffige Kirche des ehemaligen Stiftes St. Florin erbaut. Im 16. Jahrhundert wurde sie im Stil der Gotik verändert. Am 7. März 1138 wurde der Staufer Konrad III. (HRR) in Lützelkoblenz zum König gewählt. Um 1170 begann der Bau der romanischen Liebfrauenkirche. Ein Vorgängerbau der Kirche aus dem 8. Jahrhundert ging auf eine spätantike Halle aus der Zeit des Kaisers Valentinian I. (364 - 375) zurück. Die katholische Liebfrauenkirche wurde im 13. und 15. Jahrhundert erweitert. Die von Weitem sichtbaren barocken Hauben stammen aus dem Jahr 1688. Im ausgetrockneten Moselbett bei Koblenz kam es im Oktober 1198 zur Schlacht zwischen König Philipp von Schwaben und König Otto IV. Kurfürst Diether von Nassau rief 1216 die Ritter des Deutschen Ordens nach Koblenz und schenkte ihnen einen Teil des Geländes der Kastorkirche. Unmittelbar an der Ecke, wo die Mosel in den Rhein fließt, entstand bald danach die Deutschordensballei. Diese Ballei war dem Hochmeister des gesamten Ordens direkt unterstellt. Seit dieser Niederlassung des Deutschen Ordens trug diese Stätte zunächst die Bezeichnung "Deutscher Ordt" und dann den Namen "Deutsches Eck". In den Jahren 1242 bis 1259 wurde Burg Stolzenfels vom Trierer Kurfürst Arnold II. von Isenburg als eine kurtrierische Zollburg gegenüber der kurmainzischen Burg Lahneck errichtet. Der noch heute erhaltene fünfseitige Bergfried entstand 1248. Die Burg wurde von den Kurfürsten Kuno und Werner von Falkenstein in den Jahren 1388 bis 1418 mit einem Wohnturm sowie dem Palasbau auf der Rheinseite erweitert. Im Jahr 1632 wurde Burg Stolzenfels erst von den Schweden und anschließend zweimal für jeweils zwei Jahre (1634 und 1646) von den Franzosen besetzt. Nach ihrer Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Franzosen 1688 lagen die Ruinen 150 Jahre lang brach. Unter dem Kurfürsten Heinrich II. von Vinstingen wurde um 1250 mit dem Bau einer Stadtmauer begonnen und ab 1277 erfolgte der Bau der Alten Burg als eine Zwingburg. 1276 wurde erstmals ein Koblenzer Stadtrat erwähnt. Kurfürst Dieter von Nassau unterwarf die Stadt aber 1304 nach heftigen Kämpfen und Koblenz musste zukünftig auf die Bildung eines Stadtrats verzichten. Kaiser Ludwig der Bayer hielt 1338 in Anwesenheit des englischen Königs Eduard III. einen Hoftag in der Kastorkirche ab. Der Bau der Balduinbrücke wurde unter Kurfürst Balduin von Luxemburg um 1342 begonnen und in 85jähriger Bauzeit vollendet. In der Grenzauer Fehde werden 1347 kurtrierische Truppen aus Koblenz bei Grenzau vernichtend geschlagen. Der Jesuitenorden siedelte sich 1580 in den Gebäuden des ehemaligen Zisterzienserkloster am heutigen Jesuitenplatz an. Zwischen 1613 und 1617 wurde die Jesuitenkirche als dreischiffige Säulenbasilika erbaut. Kurfürst Philipp Christoph von Sötern erbaute 1629 in Ehrenbreitstein das Schloss Philippsburg und machte es zu seinem Amtssitz. Ehrenbreitstein war von nun an Residenzstadt der Trierer Kurfürsten. Im Dreißigjährigen Krieg schlug sich Kurfürst Philipp Christoph von Sötern auf die Seite Frankreichs und französische Truppen besetzten am 5. Juni 1632 die Festung Ehrenbreitstein. Drei Wochen später kapitulierte die Stadt und wurde ebenfalls besetzt. Nachdem Kurfürst Sötern 1635 von kaiserlichen Truppen gefangen genommen und Trier erobert worden war, befreiten diese im Mai 1636 auch Koblenz. Die französische Besatzung des Ehrenbreitstein kapitulierte erst nach über einjähriger Belagerung am 27. Juni 1637. König Ludwig XIV. von Frankreich belagerte im Pfälzischen Erbfolgekrieg die Stadt Koblenz im Oktober/November 1688 erneut. Durch den Beschuss der französischen Truppen entstanden enorme Zerstörungen. Von 1680 bis 1819 versah die "Fliegende Brücke" den Fährbetrieb zwischen Koblenz und Ehrenbreitstein über den Rhein. Die "Fliegende Brücke" muss ein Meisterwerk der damaligen Technik gewesen sein. Sie bestand aus zwei aneinander gekoppelten großen Kähnen mit einem aus Balken und Brettern gezimmerten Belag, auf dem Platz für acht Fuhrwerke und hundert Fahrgäste war. Wie eine Fähre war sie im Rhein verankert, dabei liefen Taue und Ketten, an denen sie hing, über neun Kähne. Am 23. November 1786 zog Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen vom Schloss Philippsburg in Ehrenbreitstein in das neuerbaute Kurfürstliche Schloss in Koblenz um. Im darauffolgenden Jahr wurde das neue Theater eingeweiht. Wenzeslaus baute 1786 die erste Wasserleitung für die Koblenzer Bevölkerung. Der Brunnen steht heute noch auf dem Plan in der Altstadt. Durch Heranrücken der französischen Revolutionsarmee im 1. Koalitionskrieg musste Kurfürst Wenzeslaus aber am 7. Oktober 1794 endgültig aus seinem Territorium fliehen. Zwei Wochen danach wurde Koblenz von den Franzosen unter General François Desgraviers Marceau eingenommen. Die Festung Ehrenbreitstein konnte sich noch bis zum 27. Januar 1799 halten, musste dann aber auch kapitulieren. Diese Ereignisse markierten das Ende des Trierer Kurstaats.

Französische Zeit

Trierer Kurstaats Im Frieden von Lunéville fiel Koblenz am 9. Februar 1801 an Frankreich und wurde Hauptstadt des französischen Département "Rhin-et-Moselle". Da die Franzosen aber die rechtsrheinischen Gebiete räumen mussten, sprengten diese vorher die alte kurtrierische Festung auf dem Ehrenbreitstein und das Schloss Philippsburg. Erster Präfekt des neuen Département wurde Adrien de Lezay-Marnesia. Hohen Besuch erhielt die Stadt vom 17.-19. September 1804, als sich Napoléon Bonaparte und seine Gattin Josephine de Beauharnais in Koblenz aufhielten. 1806 wurde eine Rechtsschule (Universität) im Metternicher Hof, dem Geburtshaus des österreichischen Staatsmannes Fürst von Metternich, eingerichtet. Adrien de Lezay-Marnesia wurde am 1. März 1810 unvermutet nach Straßburg versetzt. Sein Nachfolger Jules Doazan bescherte Koblenz ein einzigartiges Denkmal. Im Jahr 1812 ließ er vor der Kastorkirche einen klassizistischen Brunnen aus Basaltquadern errichten, dessen (zudem orthographisch falsche) französische Inschrift an den erfolgreichen Russlandfeldzug Napoléons erinnern sollte. In den Abendstunden des Silvestertages 1813 überquerten jedoch russische Truppen bei Koblenz den Rhein. Die Franzosen hatten die Stadt kurz zuvor geräumt und überließen sie kampflos den Russen. Ihr Befehlshaber bewies jedoch Humor und ließ weder Doazans Brunnen noch die erste Inschrift entfernen, sondern eine zweite darunter setzen. Sie lautet: :"Vue et approuvé par nous, le Commandant Russe de la Ville de Coblence." :(dt.: Gesehen und genehmigt von uns, dem russischen Kommandanten der Stadt Koblenz.) In dieser Zeit der Zugehörigkeit zu Frankreich entstand nach dem französischen Vornamen "Jean" der Begriff "Schängel" oder "Schängelche", mit dem bis heute jeder bezeichnet wird, der in Koblenz geboren ist.

Preußische Zeit

Durch den Wiener Kongress 1814 / 1815 gingen die rheinischen Besitztümer des Trierer Kurstaates und damit auch Koblenz auf das Königreich Preußen über. Koblenz wurde zunächst Hauptstadt der preußischen Provinz Großherzogtum Niederrhein, ab 1822 Hauptstadt der Rheinprovinz (bis 1945). Neben den staatlichen Verwaltungsbehörden für diese Provinz waren hier das VIII. preußische Armeekorps sowie das Konsistorium der evangelischen Landeskirche (bis 1934) beheimatet. Am 11. März 1815 ging die "Order zur Neubefestigung der Stadt Coblenz und der Festung Ehrenbreitstein" durch König Friedrich Wilhelm III. aus. In den folgenden Jahren entstand die Festung Koblenz, eines der umfangreichsten Festungssysteme Europas, gebaut nach modernsten Erkenntnissen, der so genannten "Neupreußischen" oder "Neudeutschen Befestigungsmanier". Die Stadt erhielt eine neue Stadtumwallung und die Höhenzüge um die Stadt wurden mit massiven Festungsbauten versehen. An der Stelle der alten Burg auf dem Ehrenbreitstein errichteten die Militäringenieure Gustav von Rauch und Ernst Ludwig von Aster eine weitläufige Zitadelle, die bis heute das Stadtbild beherrscht. Es entstand das größte militärische Bollwerk am Rhein, eine der stärksten Bastionen, die heute noch fast vollständig erhalten ist. Als weitere Festungsanlagen entstanden in Koblenz das Fort Asterstein, die Feste Kaiser Franz in Lützel und die Feste Kaiser Alexander mit dem vorgelagerten Fort Konstantin auf der Karthause. Von den zu den Festungen gehörenden Fleschen ist heute nur noch ein Teil der Neuendorfer Flesche erhalten geblieben. Mit dem Bau der Festung Ehrenbreitstein mit ihren weit auseinander liegenden Forts auf der linken Rheinseite genügte der einzige Rheinübergang mittels der alten "Fliegenden Brücke" nicht mehr den Ansprüchen. So wurde 1819 eine gebogene Schiffbrücke zwischen Koblenz und Ehrenbreitstein erbaut. Auf 36 hölzernen Kähnen überspannte die Fahrbahn den Rhein in einer Länge von 325 Metern. Es wurden 2 oder 3 Joche ausgefahren, um Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Von 1841 bis zur ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1945 überbrückte eine gerade Schiffbrücke den Rhein. Die Stadt Koblenz schenkte 1815 dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV. die Ruinen der Burg Stolzenfels, die der jedoch erst 1823 annahm. Drei Jahre später ließ er von dem Architekten Johann Claudius von Lassaulx die klassizistisch-neuromanische Pfarrkirche errichten. Dieser ließ die Burg als Sommersitz wieder aufbauen und bis 1842 entstand unter Mitwirken Karl Friedrich Schinkels das heutige Schloss. Unverkennbar sind die Einflüsse der englischen Neugotik und Schinkels romantischer Stil. Am 14. September 1842 zog König Friedrich Wilhelm IV. schließlich ein. Von 1823 bis 1911 war das Kurfürstliche Schloss am Rheinufer Sitz des Oberpräsidenten der preußischen Rheinprovinz und des Friedensgerichts. In den Jahren 1850 bis 1858 amtierte hier als preußischer Militärgouverneur Prinz Wilhelm, der spätere Kaiser Wilhelm I., mit seiner Gattin Augusta. Augusta liess ab 1856 die später nach ihr benannten Rheinanlagen als Park anlegen. Die erste Eisenbahn der Rheinische Eisenbahngesellschaft fuhr am 11. November 1858 über die neuerbaute Moselbrücke auf der linken Rheinstrecke in Koblenz ein. Ab 1864 wurde das Eisenbahnnetz weiter ausgebaut und die Pfaffendorfer Brücke über den Rhein in Anwesenheit des preußischen Königspaares eingeweiht. Sie war zunächst eine reine Eisenbahnbrücke und verband die linke mit der rechten Rheinstrecke. Im Jahre 1899 wurde die Brücke ganz der Koblenzer Straßenbahn überlassen, die damit die Gelegenheit erhielt, ihr Verkehrsnetz auf der rechten Rheinseite auszubauen. Die letzten Eisenbahnzüge überquerten die Pfaffendorfer Brücke am Anfang des Ersten Weltkrieges im August 1914. Im Jahre 1932 wurde der völlige Umbau der Pfaffendorfer Brücke begonnen, welches sich zu einem kompletten Neubau entwickelte. Im Oktober 1878 erfolgte die Einweihung der Gülser Moseleisenbahnbrücke und im Jahr darauf konnte mit Vollendung der Horchheimer Eisenbahnbrücke über den Rhein der Ausbau des Koblenzer Eisenbahnnetzes abgeschlossen werden. Die Stadtbefestigung wurde 1890 wegen der fortschreitenden Kriegstechnik aufgegeben und vollständig abgerissen. Das Siedlungsgebiet der Stadt konnte nun erstmals aus den engen Stadtgrenzen ausbrechen. Die Festungen in Koblenz verloren an militärischer Bedeutung, blieben aber bis zum Ersten Weltkrieg in Funktion. Danach wurden sie zum Teil geschleift oder verwahrlosten. Vollständig erhalten blieb nur die Festung Ehrenbreitstein. Einige Wochen nach dem Tode Kaiser Wilhelms I. im Jahre 1888 wurde in Koblenz und zugleich auch in der preußischen Provinzialverwaltung der Gedanke geboren, dem "verewigten Fürsten" als besonderen Dank ein Denkmal zu errichten. Die letzte Entscheidung für den Standort des Denkmals überließ man dem jungen Kaiser Wilhelm II., der sich 1891 für den Zusammenfluss von Mosel und Rhein als Errichtungsstelle des Denkmals entschied. Die kleine Insel in der Rhein-Mosel Mündung, mit deren Hilfe Mitte des 19. Jahrhunderts ein kleiner Sicherheitshafen mit Molenverbindung zum Festland angelegt worden war, wurde als Gebiet für die Denkmalsgründung ausgewiesen. Durch Zuschüttung dieses Hafens wurde das notwendige Gelände geschaffen. In der Zeit von 1893 bis 1897, nachdem eine Million Mark zur Verfügung stand, wurde das Monument nach Entwürfen von Professor Emil Hundrieser und des Architekten Bruno Schmitz errichtet. Die Gesamthöhe betrug 37 Meter und war somit sogar 1 m höher als das Niederwalddenkmal in Rüdesheim. Am 31. August 1897 wurde das Kaiser-Wilhelm I.-Denkmal am Deutschen Eck in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. seiner Bestimmung übergeben. Von nun an verlagerte sich der Name "Deutsches Eck" von der Deutschordensballei auf das neue Denkmal.

20. Jahrhundert

Deutschordensballei Die katholische Herz-Jesu-Kirche wurde von 1900 bis 1903 nach Plänen des späteren Mainzer Dombaumeisters Ludwig Becker im neuromanischen Stil erbaut. Nach Ende des Ersten Weltkrieges kam es im November 1918 zur Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrats in Koblenz. Noch im Dezember 1918 marschierten amerikanische Truppen in die Stadt ein. 1919 wurden erstmals Frauen in den Koblenzer Stadtrat gewählt. Kurioses erlebte Koblenz als Separatisten das Kurfürstliche Schloss besetzten und vom 25. Oktober 1923 bis 9. Februar 1924 die Rheinische Republik ausriefen. Der Übergang der militärischen Befehlsgewalt von den Amerikanern auf die Franzosen erfolgte am 27. Januar 1923, die am 30. November 1929 die Stadt wieder verließen. Im Jahr darauf besuchte Reichspräsident Paul von Hindenburg die Stadt anlässlich der Befreiungsfeiern. Am 26. Mai 1926 wurde die Schreibweise des Namens der Stadt von "Coblenz" in "Koblenz" geändert. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde am 15. März der Oberbürgermeisters Dr. Hugo Rosendahl abgesetzt. Die historische Balduinbrücke blieb bis in die jüngste Zeit die einzige Verbindung über die Mosel. Sie konnte auf Dauer dem wachsenden Verkehrsaufkommen nicht mehr genügen. Eine zunehmende Verbreitung der Kraftwagen, aber auch bessere linksrheinische Verkehrswege stellten schließlich die Stadt Koblenz in den dreißiger Jahren vor die Frage einer zusätzlichen Überquerung der Mosel durch einen neuen Brückenbau. Nach zweijähriger Bauzeit war die zweite Moselbrücke fertig. Die Einweihung und die Verkehrsübergabe der Neuen Moselbrücke (heute Europabrücke) erfolgte am 22. April 1934 unter dem Namen Adolf-Hitler-Brücke. Infolge der Wiederbesetzung des Rheinlands wurden auch in Koblenz erneut deutsche Truppen im Jahre 1936 stationiert. Am 15. Juni 1941 erfolgte die Einweihung des Schängelbrunnens auf dem Rathausplatz. Er wurde damit zum neuen Wahrzeichen der Stadt. Wahrzeichen Im Jahr 1942 wurden aus der Region 870 Juden über den Bahnhof Koblenz-Lützel in die Todeslager der Nazis deportiert. Am 6. November 1944 näherte sich um 19.28 Uhr ein Kampfverband von Lancaster-Bomber der englischen Royal Air Force und legte das Zentrum von Koblenz in Schutt und Asche. Das Stadtzentrum, von 153.392 Stabbrandbomben, 456 Flammstrahlbomben und 130 Luftminen getroffen, brannte nieder. Der Feuersturm machte alle Löschversuche aussichtslos. Die Stadt als geordnetes Gemeinwesen existierte nicht mehr. Die schweren Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg von 1944 und 1945 zerstörten Koblenz zu 87 Prozent. Das historische Stadtbild ist für immer verloren. Der Luftkrieg auf Koblenz hatte 1.016 Tote und 2.925 Verwundete gefordert. 2 Millionen Kubikmeter Schutt und Trümmer prägten das Stadtbild. Vom Rhein hatte man ungehinderten Durchblick bis nach Moselweiß. Von den 94.417 Einwohnern (1943) lebten zum Kriegsende noch ca. 9.000 im gesamten Stadtgebiet. Sie hatten seit Wochen in den großen Betonbunkern der Innenstadt vegetiert und waren in der Hauptsache Personen, die aus kriegswichtigen Gründen in Koblenz bleiben mussten. Der Rest der Koblenzer Bevölkerung wurde schon bis Ende 1944 nach Thüringen evakuiert. Amerikanische Truppen näherten sich im März 1945 von der Eifel her der Stadt und überquerten bei Güls die Mosel. Am 19. März 1945 wurde der Stadtkern von amerikanischen Soldaten erobert und das Sternenbanner auf dem Rathaus gehisst. Acht Tage später wurden auch die rechtsrheinischen Teile der Stadt besetzt. Amerikanische Pioniere bauten noch vor dem offiziellen Kriegsende eine Pontonbrücke über den Rhein an der Stelle der alten Schiffbrücke, die nur durch Passierschein und vorherige Entlausung benutzt werden durfte. Die Entlausung war auch die erste Hürde der zurückströmenden Koblenzer Bevölkerung, die meist zu Fuss nach Koblenz zurückkehrten, weil öffentliche Verkehrsmittel und die Eisenbahn zerstört waren oder kein Treibstoff vorhanden war. Gemäß den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz ging am 15. Juli 1945 die Besatzungshoheit von den Amerikanern auf die Franzosen über. Damit wurde auch die Entlausung abgeschafft. Die Amerikaner nahmen etwas später ihre Pontonbrücke mit und Koblenz war wieder ohne Rheinübergang. Am 30. August 1946 wurde das Land Rheinland-Pfalz gegründet; am 22. November fand im Koblenzer Theater die konstituierende Sitzung der "Beratenden Landesversammlung" statt. Die konstituierende Sitzung des ersten rheinland-pfälzischen Landtags erfolgte am 4. Juni 1947 im großen Rathaussaal von Koblenz, welches nun die erste Hauptstadt des neuen Landes war. Dr. Wilhelm Boden wurde hier zum ersten Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz gewählt. Schon einen Monat später aber folgte ihm Peter Altmeier in diesem Amt. Auf der Rittersturz-Konferenz vom 8. - 10. Juli 1948 in Koblenz wurde eine der grundsätzlichen Entscheidungen für den Zusammenschluss der drei westlichen Besatzungszonen zur Bundesrepublik Deutschland und damit für die einstweilige Trennung von der Sowjetzone getroffen. Der rheinland-pfälzische Landtag beschloss 1950 die Verlegung der Landesregierung von Koblenz nach Mainz. Bundespräsident Theodor Heuss erklärte 1953 das Denkmal am Deutschen Eck zum "Mahnmal der deutschen Einheit". Auf dem Denkmal stand nun statt des 1945 durch amerikanischen Artilleriebeschuss zerstörten Reiterstandbildes Kaiser Wilhelms I. die Bundesflagge. 1957 zogen wieder deutsche Soldaten in Koblenzer Kasernen ein und machen Koblenz zur größten Garnisonstadt im Kalten Krieg. Bis heute ist Koblenz der wichtigste Truppenstandort des Heeres. Heeres] Heeres Koblenz überschritt 1962 die Marke von 100.000 Einwohnern und wurde damit Großstadt. Von 19691975 wurde das größte Brückenbauprojekt in Angriff genommen. Es entstand die Südbrücke über den Rhein. Bei den Bauarbeiten kam es zu zwei schweren Unglücken. Am 10. November 1971 knickte eine Brückenhälfte in den Rhein ab und riss 13 Arbeiter in den Tod. Das zweite Unglück ereignete sich am 21. September 1972 bei der Hangbrücke im Laubachtal und kostete sechs Menschenleben. Ein spektakulärer Bankraub auf eine Geschäftsstelle der Sparkasse Koblenz ereignete sich am 5. Oktober 1982. Bei der 15 stündigen Geiselnahme wurde ein Bankangestellter angeschossen und verstarb zwei Wochen später an den Folgen. Mit der Eröffnung des Löhr-Centers, dem ersten innerstädtischen Einkaufszentrum in Deutschland, konnte 1984 eine große Lücke, die der Zweite Weltkrieg verursacht hat, geschlossen und das Zentrum von Koblenz belebt werden. Die Einweihung der jüngsten Brücke über die Mosel, der Kurt-Schumacher-Brücke, fand am 20. August 1990 statt. Im Jahr 1992 konnte die Stadt Koblenz ihre 2000-jährige Stadtgründung feiern. Das "Roermond-Beben" vom 13. April 1992 mit 5,9 auf der Richterskala war auch in Koblenz mehr als deutlich zu spüren. Am 25. September 1993 wurde nach jahrelangen kontroversen Diskussionen das nachgegossene Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. am Deutschen Eck enthüllt. Hochwasser sind in Koblenz keine Seltenheit, da die Stadt an zwei Flüssen liegt. So kommt es beinahe alljährlich zur Schneeschmelze zu ausgedehnten Überschwemmungen. An Weihnachten 1993 kam es aber besonders schlimm, da der Rhein-Pegel Koblenz die Marke von 9,52 Meter erreichte. Dieses so genannte Jahrhunderthochwasser überschwemmte 25 Prozent des Kernstadtgebiets und verursachte einen Schaden von geschätzt 200 Mio. DM. 10.000 Wohnungen standen unter Wasser und 25.000 Einwohner waren betroffen. Bei dem größten Bombenfund nach 1945 wurde am 20. Mai 1999 eine britische 1850 kg schwere Fliegerbombe bei Ausschachtungsarbeiten für den Neubau eines Zentralgebäudes der Universität Koblenz-Landau gefunden. Bei der Entschärfung der Bombe vier Tage später kam es zur größten Evakuierung der Koblenzer Bevölkerung, wobei etwa ein Viertel des Stadtgebietes geräumt werden musste.

21. Jahrhundert

Das "Obere Mittelrheintal" wurde von der UNESCO am 27. Juni 2002 zum "Weltkulturerbe der Menschheit" erklärt. Dieser romantische Teil des Rheins mit seinen Burgen, Schlössern und Weinhängen erstreckt sich auf einer Länge von etwa 65 Kilometern zwischen Bingen / Rüdesheim und Ko

Mosel

Die Mosel ist ein Fluss in Frankreich, Luxemburg und Deutschland (Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz).

Geografie

Die Mosel (lateinisch Mosella (die kleine Maas (=Mosa), französisch la Moselle) entspringt am Col de Bussang oberhalb von Rupt-sur-Moselle in den Vogesen auf 735 m Höhe und mündet nach 544 km am Deutschen Eck in Koblenz von links in den Rhein.

Flussabschnitte

Der Abschnitt der Mosel bis zur Einmündung der Saar kurz vor Trier wird in Deutschland als Obermosel bezeichnet; dabei handelt es sich jedoch geographisch nicht mehr um den Oberlauf des Flusses. Der Bereich von Trier bis Briedel wird Mittelmosel genannt. Der Abschnitt zwischen Briedel und der Mündung in Koblenz ist die sogenannte Untermosel. Charakteristisch sind die Mäander, insbesondere im Gebiet zwischen Bremm und Cochem, dem 'Cochemer Krampen'. Typisch sind an der gesamten Untermosel die Weinbergsterrassen. Daher nennt man diesen Bereich auch 'Terrassenmosel'.

Angrenzende Mittelgebirge

Von Trier an abwärts trennt die Mosel die beiden Mittelgebirge Eifel (nordwestlich) und Hunsrück (südöstlich).

Nebenflüsse der Mosel

Hunsrück
- in Frankreich: Moselotte, Vologne, Madon, Meurthe, Seille, Orne
- in Luxemburg (Grenze zu Deutschland): Sauer
- in Deutschland: Sauer, Saar, Ruwer, Kyll, Dhron, Salm, Lieser, Alf

Wichtige Orte an der Mosel


- in Frankreich: Épinal, Toul, Pont-à-Mousson, Metz, Thionville, Cattenom
- in Luxemburg: Schengen, Remich, Grevenmacher
- in Deutschland: Trier, Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach, Cochem, Kobern-Gondorf, Winningen, Koblenz

Name

Der Name Mosel leitet sich ab von der keltischen Namensform Mosea über lateinisch Mosella, das eine Verkleinerungsform von Mosa, der lateinischen Bezeichnung des anfangs parallel fließenden Flusses Maas darstellt. Der römische Dichter Ausonius setzte ihr bereits im 4. Jahrhundert in Neumagen-Dhron ein literarisches Denkmal.

Wirtschaft

Schifffahrt

Insbesondere Frankreich war interessiert an einer Befahrbarkeit der Mosel mit größeren Schiffen, um die lothringischen Industriegebiete anbinden zu können. Es erreichte per Vertrag mit der Bundesrepublik die Kanalisierung der Mosel und gestand Deutschland im Gegenzug die sogenannte Schlingenlösung am Oberrhein zu (anstatt eines Weiterbaus des Rheinseitenkanals). 1967 wurde die Mosel von Metz bis Koblenz als Schifffahrtsstraße mit 18 Schleusen freigegeben. Für die Schifffahrt ist die [http://www.moselkommission.org Moselkommission] mit Sitz in Trier zuständig. Neben der Güterschiffahrt kreuzen Ausflugsschiffe zwischen den touristisch teilweise sehr intensiv erschlossenen Weindörfern und kleinen Städtchen der Mittel- und Untermosel.

Staustufen

Metz] Die Staustufen sind derart gebaut, dass sich an einem Ende des Stauwehrs eine Schiffsschleuse mit Fischtreppe und am anderen Ende ein Wasserkraftwerk befindet. Die Stauwehre und Wasserkraftwerke auf deutschem Gebiet werden in der Zentralwarte bei Fankel gesteuert.

Tourismus

Das Moseltal verfügt über einen durchgehenden Radweg. Von Palzem an der luxemburgischen Grenze bis Koblenz ist der Weg auf 235 km durchgehend befahrbar. Jedes Jahr am Sonntag nach Pfingsten ist dies auf den 140 km zwischen Schweich und Cochem auch autofrei im Rahmen des "Happy Mosel"-Tages möglich. Anschluss in andere Richtungen bieten der Lahntal-Radweg, der Rhein-Radweg und der Ruwer-Hochwald-Radweg. Eine Reihe bemerkenswerter Burgen und Ruinen zieren die Höhen über dem Moseltal. Auch eine Besichtigungstour per Schiff lohnt sich. Eine besondere Wanderung führt von Ediger aus über den Klettersteig "Calmont" durch den steilsten Weinberg Europas. Festes Schuhwerk ist ein Muss.

Weinbau

An der Mosel befindet sich ein wichtiges Weinbaugebiet, dessen deutscher Teil zum Gebiet Mosel-Saar-Ruwer zählt. Das Landschaftsbild der Mosel ist geprägt von den angrenzenden Weinbergen. Besonders eindrucksvoll zeigen sie sich im Bereich der Mittelmosel, wo an den - am Calmont bei Bremm bis zu 55 Grad - steilen Schieferhängen vor allem Riesling angebaut wird. Hier wachsen einzigartige Weine, die von vielschichtiger Mineralität geprägt sind. Der Weinbau an der Mosel befindet sich zur Zeit in einer Phase des Umbruchs. Mit viel Engagement und einer hochwertigen Ausbildung nimmt die junge Winzergeneration Abstand von der Massenproduktion alter Tage und konzentriert sich auf die Herstellung individueller Spitzengewächse des Rieslings, der hier ein weltweit einzigartes Qualitätspotential besitzt. Winzer]]

Siehe auch


- Liste der Flüsse in Deutschland
- Moselbahn, die Eisenbahnstrecken an der Mosel

Literatur


- Schommers, Reinhold: Die Mosel, DuMont Reiseverlag; Ostfildern, 2001. ISBN 3770137418

Weblinks


- [http://www.die-mosel.de Reiseinformationen zur Mosel]
- [http://www.mosel.de Internet-Portal der Mosel]
- [http://www.moseltouren.de Alle deutschen Orte an der Mosel]
- [http://ubt.opus.hbz-nrw.de/frontdoor.php?source_opus=287 Das Bild der Mosel im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit] Kategorie:Fluss in Deutschland Kategorie:Fluss in Frankreich Kategorie:Fluss in Luxemburg Kategorie:Fluss in Rheinland-Pfalz Kategorie:Lothringen Kategorie:Nebenfluss des Rheins simple:Moselle River

Rhein

Der Rhein (bündnerromanisch: Rein, französisch: Rhin und niederländisch: Rijn) ist eine der am stärksten befahrenen und bedeutendsten Wasserstraßen Europas. Er hat eine Gesamtlänge von ungefähr 1.320 km von der Quelle bis zur Mündung, davon 833 km schiffbar. Sein Einzugsgebiet beträgt 252.000 km².

Name

Der Name Rhein (beziehungsweise Rhen oder roain) ist keltischen Ursprungs und bedeutet in etwa fließen bzw. großes fließendes Wasser (vgl. altgriechisch rhein: „fließen“, spanisch río: „Fluss“). Die Römer nannten den Fluss Rhenus.

Schifffahrt

Römer]] Seit jener Zeit ist der Rhein bereits eine bedeutende Wasser- und Handelsstraße in Europa und heute für Schwergütertransporte, zum Beispiel Containerschiffe, der bevorzugte Transportweg. Mit der Rheinschiffahrtsakte vom 31. März 1831 (Mainzer Akte) wurde die Schifffahrt vereinfacht und mit der Mannheimer Akte vom 17. Oktober 1868 unter anderem von Gebühren und Abgaben freigestellt, die sich lediglich auf die Tatsache der Beschiffung gründen. Es wurde festgelegt, dass alle Signatarstaaten – und dazu zählten alle Rheinanrainer – dieselben Gesetze und dieselben Zulassungskriterien für Transportmittel anwenden, und dass die Befahrbarkeit des Rheins von Basel flussabwärts sichergestellt werden muss. Wer beispielsweise ein neues Elektrizitätswerk plant, muss eine kostenlose Umfahrungsmöglichkeit bereitstellen. Der Rhein ist heute auf Grund der baulichen Maßnahmen von Rheinfelden bis Rotterdam durchgängig schiffbar.

Rheinstrom-Kilometrierung

Die Rheinstrom-Kilometrierung, nach der sich die Schifffahrt sowie alle Behörden richten, beginnt mit einem Nullpunkt auf der Mitte der Rheinbrücke in Konstanz, an der der Rhein den Bodensee verlässt (Bei seiner Passage durch die Stadt Konstanz wird der kurze Rheinabschnitt zwischen dem Bodensee und Untersee der Seerhein genannt). Bis zu seiner Mündung in die Nordsee bei Hoek van Holland (NL) beträgt die Länge des Rheins 1.320,8 km.
An beiden Ufern sind auf großen Tafeln die Rheinstrom-Kilometer angeschlagen. Auch in den nachfolgenden Abschnittsüberschriften sind die Rheinstrom-Kilometer angegeben.

Flusslauf

Hoek van Holland Hoek van Holland Hoek van Holland Seine beiden Hauptquellflüsse, der Vorderrhein und der Hinterrhein entspringen im Westen des Kantons Graubünden in den zentralen Schweizer Alpen, der Vorderrhein beim Oberalppass (Surselva), der Hinterrhein am Rheinwaldhorn. Insgesamt tragen 13 Quellflüsse den Namen Rhein in ihrem Namen. Nach der Vereinigung bei Reichenau fließt er nordwärts als Alpenrhein und mündet westlich von Hard in den Bodensee. Die Rheinstrecke bei Konstanz, die die Bodenseeteile Obersee und Untersee verbindet, wird als Seerhein bezeichnet. Vom Ausgang des Untersees bei Stein am Rhein bis Basel trägt er die Bezeichnung Hochrhein, weiter bis Bingen Oberrhein. Danach geht er in den Mittelrhein und ab Bonn in den Niederrhein über. Kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze beginnt das große Rheindelta. Hier gabelt sich der Rhein in zwei Hauptflussarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen, um nach Durchfließen des Hafens von Rotterdam bei Hoek van Holland in die Nordsee zu münden. Bis zum Tertiär floss der Rhein ab Basel im Bett der Saône und Rhône ins Mittelmeer, da ihm durch den Isteiner Klotz der Weg in Richtung Norden versperrt war.

Vorder-, Hinter- und Alpenrhein

Von der Quelle bis zum Bodensee Isteiner Klotz] Isteiner Klotz Isteiner Klotz Der Vorderrhein entsteht aus mehreren Quellflüssen nahe dem Oberalppass im Gotthard-Massiv. Der Lag da Toma ist die Quelle des Vorderrheins und gilt unter den verschiedenen Quellflüssen als offizielle Rheinquelle. Erste Stadt am Vorderrhein ist Ilanz. Der Hinterrhein entspringt dem Paradiesgletscher am Rheinwaldhorn in der Nähe des San Bernardino-Passes. Bei Reichenau vereinigen sie sich zum Alpenrhein. Dieser beschreibt bei Chur einen markanten Knick nach Norden und bildet dort streckenweise, d. h. auf ca. 25 Kilometern, die Grenze zu Liechtenstein. Seit der Kanalisierung und Begradigung seines Wasserlaufs mündet er als „Neuer Rhein“ bei Hard in Österreich in den Bodensee. Der ursprüngliche „Alte Rhein“ mündet auch heute noch an der schweiz-österreichischen Grenze bei Altenrhein. Dieser alte Rhein ist aus Richtung Bodensee etwa zwei Kilometer schiffbar bis etwa in Höhe des Schweizer Ortes Rheineck. Das Stück Land zwischen den beiden Rheinmündungen, das die 3 österreichischen Ortschaften Gaißau, Höchst und Fußach umfasst, wird als Rheindelta bezeichnet und ist ein Naturschutz- und Vogelschutzgebiet. Die Rheinregulierung mit dem oberen Rheindurchstich bei Diepoldsau und dem unteren Rheindurchstich bei Fußach wurde durchgeführt, um die fortwährenden Überschwemmungen in Kombination mit starken Sedimentierungen im westlichen Rheindelta zu verringern. Inzwischen steht fest, dass der Rhein trotzdem sehr große Mengen an Ablagerungen in den Bodensee hineinträgt und in Folge dessen ein permanenter Kiesabbau mit Schwimmbaggern nötig ist. Rheindelta] Im Bodensee selbst vermischt sich das kalte, meist graue Gebirgswasser des Neuen Rheins nur wenig mit dem eher warmen, grünlichen Wasser des Sees. Der Strom fließt also ein gewisses Stück oberflächlich im freien Wasser, bevor er abrupt in die Tiefen des Sees abtaucht, um dann vor der Insel Lindau entlang des nördlichen Seeufers bis etwa Hagnau am Bodensee und weiter nach Konstanz abzubiegen.

Hochrhein

Vom Bodensee bis Basel, km 0–150 Nach dem Verlassen des Bodensee-Obersees an der Engstelle der Rheinbrücke in Konstanz fließt er zunächst mit 30 cm Höhenunterschied als Seerhein in den Untersee, bis er bei Stein am Rhein wieder zu einem Fluss wird und einige Kilometer weiter westlich von Schaffhausen in Neuhausen den Rheinfall hinabstürzt. Hier stößt er auf sein altes, voreiszeitliches Flussbett. Ab dem Verlassen des Bodensees wird er – etwa seit dem frühen 20. Jahrhundert – Hochrhein genannt. Der Überlinger See wird vom Rhein nicht durchflossen. Von Schaffhausen fließt er als Hochrhein weiter zuerst noch Richtung Süden, mit einer malerischen Schlinge am Städtchen und Kloster Rheinau vorbei, bis er am Tösseck (Einmündung der Töss) in Richtung Westen dreht und bald darauf zum Grenzfluss zwischen der Schweiz und Deutschland wird. Bei Koblenz, nahe Waldshut mündet von Süden her die Aare als erster größerer Nebenfluss in den Rhein. Erwähnenswert ist dabei, dass die Aare mit einem durchschnittlichen Abfluss von 557 m³/s der wasserreichere Fluss von beiden ist (Rhein: 439 m³/s).

Oberrhein

Von Basel bis Bingen, km 150–530 Nebenfluss]] Im sogenannten Rheinknie in Basel ändert der Rhein seine Richtung von Ost-West nach Norden. Als Oberrhein wird er Grenzfluss zwischen Deutschland und Frankreich. Seit dem Tertiär fließt der Rhein von hier aus den Oberrheingraben entlang. Zwischen Basel und Iffezheim ist der Rhein kanalisiert und mit 10 Schleusen aufgestaut. Speziell zwischen Basel und Breisach führt das alte Flussbett des Rheins kaum Wasser. Die Wassermassen werden parallel dazu im Rheinseitenkanal (Grand Canal d'Alsace) geführt und dort zur Energiegewinnung in Wasserkraftwerken und für den Schiffsverkehr verwendet. Die Kanalisation hat jedoch auch ökologische Folgenund Nachteile, da der Grundwasserspiegel, in Abhängigkeit zum Fluss, sinkt. Weiterhin kommt es zu einer Verlandung des Flussbettes, was wiederum Folgen für die Flora und Fauna der Flussaue hat. Für die nächsten 200 bis 300 Kilometer erstreckt sich das Rheinbett in der oberrheinischen Tiefebene, einem rund 40 Kilometer breiten Tal zwischen Schwarzwald und Vogesen beziehungsweise Pfälzerwald und Kraichgau/Odenwald. Dieser Teil wurde ab 1817 durch Johann Gottfried Tulla im Zuge der Rheinbegradigung von einem immer wieder in der Rheinniederung mäandrierenden Schlingenfluss in ein gerades, von Dämmen flankiertes Flussbett gezwungen. Bei Straßburg münden der Rhein-Marne-Kanal und der Rhein-Rhône-Kanal in den Rhein. Von Lauterburg bis Mannheim bildet der Rhein die Grenze zwischen Baden-Württemberg (rechtsrheinisch) und Rheinland-Pfalz (linksrheinisch). Bei Mannheim mündet der von Südosten kommende Neckar als zweiter großer Nebenfluss und Hessen folgt Baden-Württemberg auf der rechten Rheinseite. Gegenüber von Mainz mündet der Main in den Rhein, der von dort für einen kurzen Abschnitt, ebenfalls Rheinknie genannt, seine Richtung nach Westen ändert und anschließend bei Bingen an der Nahemündung nach Nordwesten dreht. Nahe]]

Mittelrhein

Von Bingen bis Bonn, km 530–660 Von dort durchfließt der Mittelrhein in einem steilen, engen Tal den südlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Linksrheinisch erstreckt sich der Hunsrück, rechtsrheinisch der Taunus.
Taunus]] Dieser Abschnitt ist der touristisch bekannteste Teil des Rheins, der von Bingen/Rüdesheim bis Koblenz Weltkulturerbe ist.
Die bekanntesten touristischen Veranstaltungen in den Monaten Mai, Juli, August und September sind die Feuerwerke Rhein in Flammen. Bei Kaub liegt malerisch mitten im Rhein die Burg Pfalzgrafenstein. Einige Kilometer weiter flussabwärts umfließt der Rhein den sagenumwobenen Loreley-Felsen, bis er sich bei Boppard durch den Bopparder Hamm, eine imposante Rheinschleife windet. Von Osten nimmt er nun die Lahn und am Deutschen Eck in Koblenz von Südwesten die Mosel auf. Linksrheinisch erstreckt sich die Eifel, aus der bei Sinzig die Ahr und rechtsrheinisch der Westerwald, aus dem unterhalb von Neuwied die Wied in den Rhein mündet. Zu den bekanntesten Burgen des Mittelrheins gehören Burg Lahneck, die Marksburg und die feindlichen Brüder Liebenstein und Sterrenberg. Sterrenberg

Niederrhein

Von Bonn bis Hoek van Holland, km 660–1.033 Sterrenberg An der südlichen Stadtgrenze von Bonn und der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen weitet sich das enge Mittelrheintal zur Kölner oder Niederrheinischen Bucht, die bereits zur norddeutschen Tiefebene zählt. Nördlich von Bonn mündet die Sieg in den Rhein, der von hier ab wie die ihn umgebende Region Niederrhein genannt wird. Niederrhein Wichtigste Hafenstädte in diesem Stromabschnitt sind Köln, Düsseldorf, Neuss und Duisburg mit Duisport, Europas größtem Binnenhafen und international bedeutendem Logistikstandort an der Mündung der Ruhr und des Rhein-Herne-Kanals. 30 km flussabwärts mündet in Wesel die zweite Ost-West-Schifffahrtsverbindung, der parallel zur Lippe verlaufende Wesel-Datteln-Kanal in den Rhein und nach 40 km spannt sich in Emmerich die längste Hängebrücke Deutschlands über den an dieser Stelle mehr als 700 Meter breiten Strom.

Rheindelta

Nach weiteren 15 Kilometern, drei Kilometer hinter der deutsch-niederländischen Grenze bei Millingen aan de Rijn, beginnt das große Delta des Rheins. Hier teilt sich der Rhein in zwei Hauptarme, die sich vor Rotterdam wieder vereinigen. Rotterdam Der nördliche Rheinarm ist der Pannerdens Kanaal (dt. Pannerdenscher Kanal), von dem kurz vor Arnhem die IJssel abzweigt. Sie fließt über Deventer und Zwolle nach Norden und mündet bei Kampen ins IJsselmeer. Von der Abzweigung der IJssel an heißt der nördliche Rheinarm Nederrijn und im weiteren Verlauf Lek.
Bis etwa 900 n. Chr., als der Lek zum Hauptstrom wurde, bildeten der Kromme Rijn und der Oude Rijn den eigentlichen Flusslauf. Der südliche Rheinarm ist der Bijlands Kanaal, der in die Waal übergeht, die im Unterlauf die Namen Boven Merwede, Beneden Merwede und Noord trägt, bis er sich wenige Kilometer vor Rotterdam in Krimpen aan de Lek mit dem nördlichen Arm vereinigt. Gemeinsam durchfließen sie als Nieuwe Maas und danach als Scheur den Hafen Rotterdam und münden über den Nieuwe Waterweg bei Hoek van Holland in die Nordsee. Dort strömen 2.330 m³ Wasser pro Sekunde ins Meer.

Nebenflüsse des Rheins

Nordsee

Brücken über den Rhein

Nordsee Der Rhein wird in seinem Verlauf von etwa 100 Brücken überquert. Zu folgenden Brücken existieren eigene Artikel:

Ökologie

Nach den Angaben des Umweltbundesamts nimmt die Schadstoffbelastung des Rheins seit 1960 kontinuierlich ab. Dies ist einerseits auf die systematische Abwasserreinigung durch den Bau von Kläranlagen zurückzuführen und andererseits auf die Tatsache, dass die Industrie immer weniger mit Chemikalien und Schwermetallen belastete Abwässer in den Rhein einleitet. Heute leben wieder etwa 40 Fischarten im Rhein. Trotz der deutlichen Reduzierung der Gewässerbelastung durch Haushalts- und Industrieabwässer transportiert der Rhein jährlich noch immer beträchtliche Mengen an Schwermetallen und Chemikalien wie Pestizide in Richtung Nordsee. So brannte am 1. November 1986 eine Lagerhalle der Firma Sandoz an der Schweizerhalle bei Basel am Rhein. Die mit dem Löschwasser in den Rhein gelangten Chemikalien vernichteten praktisch das gesamte tierische und pflanzliche Leben im Rhein. Es benötigte eines jahrelangen Prozesses, bis der Rhein sich wieder erholt hatte. Viele andere den Rhein belastende Giftstoffe, zum Beispiel Pestizide und Rückstände von Medikamenten, sind in der Tabelle noch nicht berücksichtigt. Medikamenten

Rhein-Hochwasser


- Mai 1999 (Hochrhein/Oberrhein)
- Januar 1995 (Mittelrhein/Niederrhein)
- Mai 1994 (Hochrhein/Oberrhein)
- Dezember 1993 (Mittelrhein/Niederrhein)
- Dezember 1991 (Oberrhein)
- Februar 1990 (Oberrhein)
- März 1988 (Rhein gesamt)
- Juni 1987
- Mai 1983
- April 1983
- Februar 1980 (Oberrhein)
- Mai 1978 (Oberrhein)
- Dezember 1882

Siehe auch


- Die Rheinfähren
- Rheinbegradigung
- Pegel Köln
- Rheinland
- Flüsse in Deutschland
- Europäische Flüsse
- Die längsten Flüsse der Erde
- Liste der Nebenflüsse des Rheins

Literatur


- Herausgeber Gertrude Cepl-Kaufmann, Antje Johanning: Mythos Rhein. Kulturgeschichte eines Stromes. ISBN 3-896-78465-X
- Herausgeber Hans Chr. Hoffmann, Dietmar Keller, Karin Thomas: Der Rhein – Unser Weltkulturerbe. ISBN 3-832-17323-4
- Manfred Fenzl: Der Rhein. Schaffhausen - Nordsee und zum IJsselmeer. Delius Klasing ISBN 3-89225-466-4

Weblinks


- [http://www.iksr.org Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR)]
- [http://www.chr-khr.org Internationale Kommission für die Hydrologie des Rheingebietes (KHR)]
- http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0011/gm01.htm
- [http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0011/gm02.htm SWR Wissen: Geomorphologie – Der Rhein]
- [http://www.planet-wissen.de/pw/Artikel,,,,,,,A5700176B4284972E0340003BA087C6D,,,,,,,,,,,,,,,.html Wissen über den Rhein bei Planet-Wissen.de]
- [http://umverka.de/hefte/heft103/rheinbruecke.html Im Artikel: Tabelle der Rheinbrücken 2003]
- [http://www.rhein-wandern.de Wanderwege am Rhein] Kategorie:Fluss in Deutschland Kategorie:Fluss in den Niederlanden Kategorie:Fluss in Österreich Kategorie:Fluss in Vorarlberg Kategorie:Fluss in der Schweiz Kategorie:Fluss in Frankreich Kategorie:Fluss in Baden-Württemberg Kategorie:Fluss in Hessen Kategorie:Fluss in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Fluss in Rheinland-Pfalz Kategorie:Rheinland Kategorie:Fluss in Liechtenstein Kategorie:Sankt Gallen (Kanton) als:Rhein ja:ライン川 ko:라인 강 simple:Rhine River

Reiterstandbild

Reiterbild, oft synonym für ein Denkmal oder Reiterdenkmal verwendet, ist die aus der Antike weltweit übernommene öffentliche Darstellungsform einer damit geehrten Person als Reiter. Monumentale Reiterbilder werden meist als Kunstguss in spezialisierten Bildgießereien ausgeführt. Das Reiterbild ist auch ein Thema der Monumentalmalerei. Monumentalmalerei Die antike Herkunft dieser Darstellungsform bedingt einen architektonischen Sockel. Das meist Heerführern und Herrschern vorbehaltene Reiterbild (vgl. Vandalismus und Denkmalsturz) ist zu unterscheiden vom meist Rednern bzw. Politikern vorbehaltenem Standbild und vom meist der (Ton-) Dichter- und Gelehrtendarstellung vorbehaltenen Sitzbild (z. B. Denkmal Theodor Mommsen in Berlin). Die Denkmalbüste dagegen ist die öffentliche Form der Porträtplastik. Gelegentlich wird die Bezeichnung Reiterbild (auch Reiterporträt) auch allgemein für Personendarstellungen zu Pferde verwendet. Daneben gibt es aber auch das Pferdedenkmal (z. B. des Rennpferdes Meteor in Kiel)

Berühmte Reiterbilder


- Reiterbild des Marc Aurel (2. Jhdt.) in Rom
- Reiterbild des durch seinen Marschallstab ausgewiesenen Heerführers (Condottiere) Gattamelata von Donatello, 1453 errichtet in Padua
- Reiterbild des Heerführers Colleoni des Andrea del Verrocchio, 1488 errichtet in der Republik Venedig
- Reiterstandbild Friedrichs des Großen in Berlin
- Magdeburger Reiter Kategorie:Denkmal Kategorie:Skulptur

Wilhelm I. (Deutsches Reich)

Wilhelm I., auch vor allem im späten Kaiserreich gezielt als Wilhelm der Große bezeichnet (was sich nicht durchsetzte), (
- 22. März 1797, Berlin; † 9. März 1888, Berlin) war Deutscher Kaiser und König von Preußen. In der Revolution von 1848 erhielt er den Beinamen Kartätschenprinz. Nachdem er für seinen kranken Bruder Friedrich Wilhelm IV. 1858 die Regentschaft übernommen hatte, wurde er 1861 preußischer König. Am 18. Januar 1871 wurde er nach siegreicher Beendigung des Deutsch-Französischen Krieges im Spiegelsaal zu Versailles zum Deutschen Kaiser ausgerufen, Reichskanzler wurde Otto von Bismarck. Otto von Bismarck

Frühe Jahre

Wilhelm war der zweite Sohn Friedrich Wilhelms III. (1770-1840) und der Königin Luise, Tochter des Herzogs Karl II. von Mecklenburg-Strelitz. Seine Erziehung wurde durch Johann Friedrich Gottlieb Delbrück übernommen, der zuvor Rektor des Magdeburger Pädagogiums gewesen war. Am 1. Januar 1807, Preußen hatte bei Jena und Auerstedt gerade eine schwere Niederlage gegen Napoleon hinnehmen müssen, ernannte sein Vater den zehnjährigen Wilhelm zum Offizier. Trotz dieser früh beginnenden militärischen Karriere zeichnete sich Wilhelm durch eine für einen Monarchen bemerkenswerte Bescheidenheit und Selbsterkenntnis aus. „Wäre ich nicht als Sohn eines Königs geboren worden, währe ich wohl Unteroffizier geworden.“ 1814 begleitete er, zum Hauptmann ernannt, seinen Vater auf d