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Diagnostikum

Diagnostikum

Unter einem Diagnostikum (Plural Diagnostika) versteht man einen Stoff, der zur Untersuchung des Organismus und der Erstellung einer Diagnose verwendet werden. Diagnostika dienen auch zur Kontrolle des Krankheits- oder Therapieverlaufs. Sie reagieren z.B. durch Bildung von Farbstoffen z.B. aufgrund von enzymatischen Reaktionen und ermöglichen somit einen qualitativen oder quantitativen Nachweis von krankheitsrelevanten Körperstoffen. Zu den Diagnostika zählen:
- Kontrastmittel wie Röntgenkontrastmittel
- Mittel für Organfunktionstests
- Antigene für Allergietests Nach ihrem Anwendungsort kann man zwischen In-vitro-Diagnostika und In-vivo-Diagnostika unterscheiden

Weblinks


- http://www.gesundheit.de/roche/ro35000/r35595.000.html Kategorie:Pharmazie

Stoff (Chemie)

Aus chemischer Sicht ist ein Stoff einfach Materie. Ein Stoff ist alles, was Raum einnimmt und Masse hat. Es lässt sich hierbei unterscheiden zwischen:
- Reinstoffen
  - Elemente
  - chemische Verbindungen (u. a. Molekülverbindungen) und
- Gemischen
  - Lösungen
  - Emulsionen
  - Gemenge
  - usw. (weitere Gemischtypen siehe Gemisch) Chemische Stoffe sind durch ihre spezifischen Eigenschaften charakterisiert.

Siehe auch

Chemische Grundbegriffe Kategorie:Chemie

Krankheit

Eine Krankheit ist eine Störung der körperlichen, kognitiven und/oder seelischen Funktionen, die die Leistungsfähigkeit oder das Wohlbefinden eines Lebewesens subjektiv oder intersubjektiv deutlich wahrnehmbar negativ beeinflusst oder eine solche Beeinflussung erwarten lässt. Sozialversicherungsrechtlich ist unter Krankheit ein regelwidriger, vom Leitbild des gesunden Menschen abweichender Körper- oder Geisteszustand zu verstehen, der ärztlicher Behandlung bedarf. Auf die Tatbestandsvoraussetzungen einer Arbeitsunfähigkeit kann nicht zurückgegriffen werden; ist jedoch Arbeitsunfähigkeit gegeben, liegt ohne Weiteres auch Krankheit vor. Abwesenheit von Krankheit ist eine notwendige, aber laut WHO nicht hinreichende Voraussetzung für Gesundheit.

Synonyma und Ableitungen

Erkrankung, Morbus, Nosos

Systematik

Systematische Einteilungen der Krankheiten waren in der Vergangenheit ständigem Wandel unterworfen (vgl. Liste historischer Krankheitsbezeichnungen). Die moderne Einteilung der Krankheiten kann grob organbezogen nach den Hauptdiagnosegruppen (MDC, Major Diagnostic Categories) erfolgen. Eine genauere Einteilung erlaubt die Internationale Klassifikation der Krankheiten ICD-10, bzw. für den onkologischen Bereich entsprechend der ICD-O.

Ursache von Krankheiten

Die Krankheitsursachen sind mannigfaltig. Bei vielen Krankheiten kann man keine einzelne Ursache dingfest machen, sondern nur Risikofaktoren herausarbeiten (siehe z.B. Herzinfarkt oder ungelöster, länger andauernder, schwächender Konflikt, vgl. Prof. Dr. med. Alexander Mitscherlich: "Krankheit als Konflikt" Suhrkamp 1966 und andere Autoren). Krankheitsbegünstigend bzw. -verursachend ist oft auch ein Konflikt, aus dem sich der Patient, ohne es zu wissen, in einen Krankheitsgewinn flüchtet, von dem er bis zur Genesung profitiert, während der Konflikt an Wichtigkeit verliert und vom Patienten aus neuen Blickwinkeln mit Lösung gesehen werden kann. Liegt ein objektiv feststellbares, ärztlich behandelbares Symptom vor, muss die Krankheit auf herkömmliche, anerkannte Weise behandelt werden. Ein Ansprechen des Konflikts mit dem Patienten empfiehlt sich nicht, weil er davon noch kränker werden kann, nur um den Zusammenhang zwischen Konflikt und Symptom verdrängen zu können.

Typen von Krankheiten

Krankheiten können grob nach Typen eingeteilt werden:
- Erbkrankheiten (durch Vererbung verursacht)
- Infektionskrankheiten (durch Infektionen verursacht)
  - Kinderkrankheiten
- Unfälle und Verletzungen (durch Außeneinwirkung verursacht)
- degenerative Erkrankungen (durch Entartung von Organen oder Gliedern, meist über Generationen, verursacht)
- Autoimmunkrankheiten (das Immunsystem bekämpft gesunde Zellen)
- Tumorkrankheiten (Zellen entarten und wachsen unkontrolliert)
- Iatrogene Erkrankungen (durch Behandlung verursacht)
- Zivilisationskrankheiten (falsche Ernährung, Bewegungsmangel u.a.)
  - Mangelkrankheiten
  - Wohlstandskrankheiten Mit der gesellschaftlichen Bedingtheit von Erkrankung und Krankheitsverläufen sowie der staatlichen Steuerung des Gesundheitswesens beschäftigt sich die Medizinsoziologie. Die gesellschaftliche Diskussion um die Abgrenzung von Krankheit zur Gesundheit wird in der Fachwelt mit Begriffen wie Healthism, Disease Mongering und Medikalisierung geführt. Mit einer seelisch-körperlichen Betrachtungs- und Heilweise, unter Berücksichtigung der emotionalen und sozialen Ursachen sowie der Persönlichkeit und des Lebensschicksals des Patienten befasst sich die Psychosomatische Medizin.

Krankheitsverlauf

Der Krankheit selbst geht das Krankheitsvorfeld voraus, das durch die Anamnese ermittelt wird. Krankheit führt - behandelt oder unbehandelt - zu Heilung, Remission, einem Rezidiv (oder mehreren Rezidiven), Leiden oder Tod. Häufig verwendete Begriffe, die den zeitlichen Verlauf beschreiben:
- akut = plötzlicher Beginn (z. B. grippaler Infekt)
- subakut = allmählicher Beginn (z. B. Hepatitis B)
- chronisch = längerer Verlauf (z. B. Multiple Sklerose)
- chronisch rezidivierend = immer wieder auftretend (z. B. "chronische" Bronchitis)
- foudroyant (oder: fulminant) = "blitzartig" einsetzend und verlaufend (z. B. Apoplexie)

Siehe auch


- Liste der Krankheiten, Krankheitserreger, Gesundheit, Prävalenz, Krankheitsgewinn, Krankheit als Metapher

Weblinks


- [http://www.sgipt.org/medppp/krank/iwk1.htm Zum Begriff 'krank' in der Medizin mit Blick auf Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie]
- http://www.hilfsorganisationen.de/MENUE/Krankheiten/ - Unterkategorie des Portals
- [http://www.akweb.de/fantomas/fant_s/fant007/07.htm Identitätspolitik in der Peripherie. Über Kranke und "Riskante" in der Normalisierungsgesellschaft, aus Fantômas 7/2005] http://www.onmeda.de/krankheiten/index.html - Krankheiten auf onmeda.de als:Krankheit ja:病気 ms:Penyakit simple:Disease zh-min-nan:Pīⁿ

Farbstoff

Als Farbstoffe werden organische Verbindungen bezeichnet, die die Eigenschaft haben, andere Materialien zu färben. Als Farbstoffe werden nach DIN 55934 Farbmittel bezeichnet, die in ihrem Anwendungsmedium löslich sind. Unlösliche Farbmittel heißen dagegen Pigmente. Farbstoffe, die dazu verwendet werden, Lebensmittel zu färben, werden als Lebensmittelfarben bezeichnet und sind Lebensmittelzusatzstoffe. Die Farbstoffe teilt man auch in tierische Farbstoffe, in synthetische Farbstoffe, in pflanzliche Farbstoffe und in anorganische Farbstoffe ein. Synthetische Farbstoffe sind zum Beispiel die Azofarbstoffe. Sie sind künstlich hergestellt. Tierische Farbstoffe sind Farbstoffe, die von den Tieren produziert werden. Sie sind zum Beispiel Hämoglobin (der Farbstoff des Blutes) und Purpur (das von der Purpurschnecke produziert wird). Pflanzliche Farbstoffe sind Farbstoffe, die von Pflanzen produziert werden, zum Beispiel Indigo, Chlorophyll oder Carotin (aus dem der Farbstoff der Karotte besteht). Anorganische Farbstoffe sind Farbstoffe ohne die organischen Kohlenstoffverbindungen, zum Beispiel Ocker. Als Standardwerk der Farbstoffchemie gilt der Colour Index, darin werden alle bekannten Farbmittel aufgeführt und charakterisiert.

Geschichte

Farbmittel (also lösliche Farbstoffe und unlösliche Pigmente) werden schon in den Urzeiten der Menschheit für die verschiedensten Anlässe und Einsatzgebiete verwendet. Eine der seit Urzeiten verwendeten Farben war das Weiß und eines der ersten verwendeten Weiß-Pigmente war das Kalziumoxid (CaO), welches durch Brennen aus Kalkstein gewonnen wird, siehe auch Kalkfarbe. In der Malerei war lange Zeit das Bleiweiß (Pb(OH)2 · 2 PbCO3) die einzige verfügbare weiße Farbe, bis dieses schließlich Anfang des 19. Jahrhunderts durch das Zinkweiß (ZnO) ersetzt wurde, welches wegen seiner geringeren Toxizität dem Bleiweiß vorgezogen wurde. Heute wird fast ausschließlich das erst im letzten Jahrhundert entwickelte Titanweiß (TiO2) verwendet. Weiße lösliche Farbstoffe sind jedoch physikalisch unmöglich. Eine der teuersten Farben war bis zum 18. Jh. das Blau, für das es zum damaligen Zeitpunkt neben den synthetisch hergestellten Smalte-Pigmenten nur den Halbedelstein Lapislazuli als Rohstoff gab, der nach einem arbeitsintensiven Prozess dann das Ultramarin ergibt. Der älteste bekannte organische Farbstoff ist das Indigo, welches bereits 2000 v. Chr. in Ägypten Verwendung gefunden hat. In Europa wurde dieser Farbstoff aus dem Färberwaid gewonnen. Darüber hinaus wurden und werden eine Reihe von Farbstoffen aus Pflanzen gewonnen. Eine Zusammenstellung von Färberpflanzen findet sich im Artikel Nutzpflanzen. Der teuerste Farbstoff aller Zeiten ist der echte Purpur. Er kann aus den Farbdrüsen der Purpurschnecke gewonnen werden, die an der Küste des östlichen Mittelmeeres vorkommt. Für 1 g des Farbstoffes werden rund 8000 Schnecken benötigt. Erst durch die Entwicklung der synthetischen Farbstoffe in der Mitte des 19. Jh. erhöhte sich die Anzahl der verfügbaren Farben und stieg deren Haltbarkeit stark an. Der erste synthetische Farbstoff ist hierbei das von William Henry Perkin entdeckte Mauvein, welchen er Mitte des 19. Jh. bei Experimenten mit Teer-Bestandteilen fand.

Wirkungsweise

Weißes Licht (Spektrum in Bereich 380-780 nm) ist eine Mischung von Licht mit verschiedensten Wellenlängen. Das Farbspektrum reicht hierbei von langwelligem Rotlicht (ca. 780 nm) bis zu kurzwelligerem Violettlicht (ca. 380 nm). Die Wirkungsweise von Farbstoffen beruht nun darauf, bestimmte Teile des Lichtspektrum zu absorbieren. Die Komplementärfarbe der absorbierten Wellenlänge ist die Farbe, in welcher der Farbstoff erscheint. Die Absorption von elektromagnetischer Strahlung, zu der auch Licht gehört, beruht dabei auf der Anhebung des Energieniveaus von Elektronen in Molekülen oder Atomen (Erhöhung des Abstandes zwischen Elektronen und den Atomkernen). Die hierzu nötige Energie wird der einfallenden elektromagnetischen Strahlung, dem Licht, entnommen. Da sich diese Vorgänge auf der Quantenebene abspielen, ist diese Absorption nicht mehr kontinuierlich, sondern erfolgt nur in bestimmten Stufen, die dem energetischen Unterschied zwischen dem/den Elektronen vor bzw. nach der Absorption entsprechen. Dieser Energieunterschied ist umgekehrt proportional zu der Absorbierten Wellenlänge des einfallenden Lichts und bestimmt somit die Farbe, in der der Farbstoff erscheint. Eine Liste von Absorbtionswellenlägen einiger Substanzen befindet sich unter Absorptionswerte chemischer Substanzen.

Chemisch-Physikalische Eignung von Molekülen

Treten in den betrachteten Molekülen oder Atomen nur einfache \sigma-Bindungen auf, so ist die Energie, die benötigt wird um die entsprechenden \sigma-Elektronen auf ein höheres energetisches Niveau zu heben zu groß, als dass es zu einer Niveauerhöhung durch den sichtbaren Teil des elektromagnetischen Spektrums kommen könnte. Im Allgemeinen findet hier eine Absorption im Bereich des UV-Lichtes oder der Röntenstrahlung statt, so dass diese Art Verbindungen normalerweise als Farbstoff ungeeignet sind. Leichter gelingt die Anregung der Elektronen, die in so genannten \pi-Bindungen, z.B. ungesättigten Bindungen, auftreten. Diese absorbieren schon elektromagnetische Wellen im Bereich des langwelligen UV-Bereichs. Arrangiert man mehrere solche ungesättigten Bindungen (Mehrfachbindungen) abwechselnd mit einfachen Atombindungen, so kommt es zu einer Delokalisierung der \pi-Elektronen, wodurch der Abstand zwischen dem angeregten und dem Grundzustand noch einmal verringert wird. Dem entspricht eine Verschiebung der absorbierten Wellenlängen hin zu größeren Wellenlängen. Im Allgemeinen gilt hierbei, dass der Absorptionsbereich umso mehr nach oben verschoben wird, je größer die Anzahl dieser ungesättigten Bindungen ist. Eine weitere Anhebung kann erreicht werden, in dem derlei Stoffe mit besonders geeigneten anderen Atomgruppen oder Atomen kombiniert werden, die als Elektronenakzeptoren oder Elektronendonatoren fungieren und/oder mesomeriefähig sind. Als Auxocrome (Elektronendonatoren) oder Antiauxochrome (Elektronenakzeptoren) können beispielsweise folgende funktionelle Gruppen Verwendung finden: Die Wirkung dieser Auxo- bzw. Antiauxochrome beruht dabei auf einer Polarisierung des Moleküls und einer daraus folgenden Verschiebung der vorhandenen delokalisierten Elektronen, die durch die ungesättigten Verbindungen im Rest des Moleküls zur Verfügung stehen. Die Gruppen, die entsprechende delokalisierte Elektronen zur Verfügung stellen, werden auch als Chromophore bezeichnet. Wie aus den Erklärungen oben abgeleitet werden kann, sind primär die Chromophore und ihre Häufigkeit, mit der sie im betrachteten Molekül vorkommen, für die Farbgebung eines Farbstoffes verantwortlich. Folgende funktionelle Gruppen können beispielsweise als Chromophore fungieren: \pi-Überlagerung von Aromatischen Ringen und einer Azogruppe am Beispiel des Aminoazobenzols. Aminoazobenzol Bild:Aminoazobenzol_1.png Hier dargestellt die \pi-Gruppen der beteiligten Molekülteile als Strukturformel und 3D-Modell. Bild:Aminoazobenzol_e_dealokation.png Leider sind bei diesem 3D-Bild die Benzolringe gesättigt dargestellt. In der 2D-Darstellung trägt jeder Ringkohlenstoff lediglich ein Wasserstoffatom. Sonst bilden sich keine Pi-Bindungen aus. Polarisation und Ladungsverschiebung im Aminoazobenzol. Die NH2-Gruppe wirkt mit ihrem freien Elektronenpaar noch farbvertiefend. Die Bezeichnungen wie Chromophore und Auxochrome stammen aus der Farbstofftheorie von Otto Nikolaus Witt.

Einteilung der Farbstoffe für textile Fasern

Nach färbetechnischem Verfahren

anionische Farbstoffe (Säurefarbstoffe)

Anionische Farbstoffe bzw. Säurefarbstoffe ziehen aus wässrigem Medium direkt auf die Faser auf. Sie sind insbesonders für Polyamidfasern sowie auf Wolle geeignet. Unterteilt werden die Farbstoffe dabei nach ihrem Migrationsvermögen (also der Kraft, Ungleichheiten = Unegalitäten auszugleichen), und ihren Nassechtheiten (wie wird ein aus den gebrächlichen Fasern hergestelltes Multifaserband unter definierten Bedingungen der Wäsche, des Kontaktes mit Wasser oder mit Schweiss) durch den eingesetzten Farbstoff angeschmutzt.

Metallkomplexfarbstoffe

Diese Farbstoffe, die genaugenommen zu den Säurefarbstoffen zählen, enthalten komplexartig gebundenes Chrom oder Kupfer als Zentralatom. Die heute verwendeten Farbstoffe sind ökologisch unbedenklich und erzeugen ein höheres Nassechtheitsniveau als metallfreie Säurefarbstoffe. Im Farbstoff ist nur noch ein äußerst geringer Rest an freiem Metall (z.B. Chrom) enthalten, der sich später auf der Faser nicht mehr nachweisen läßt.

Substantive Farbstoffe

Substantive Farbstoffe oder auch Direktfarbstoffe werden aus wässriger Lösung direkt auf die Faser aufgetragen. Sie sind besonders für die Anwendung auf Cellulose geeignet. In früheren Zeiten auch auf Polyamid gefärbt, findet heute wegen gestiegener Echtheitanforderungen nur noch im Ausnahmefall statt.

Kationische (oder basische) Farbstoffe

Diese Farbstoffgruppe wird fast auschließlich auf Polyacrylnitril-Fasern eingesetzt und erzeugt lebhafte und hoch lichtechte Färbungen. Auch anionisch modifziertes Polyester (z.B. als Effektfaden in einer stückgefärbten Webware zur Erzielung von Bicolorfärbungen) sowie anionisch modifiziertes Polyamid (wird vielfach für stückgefärbte Teppiche neben mit Säurefarbstoffen färbbaren Polyamidtypen verwendet = Differential Dyeing) lassen sich hiermit färben.

Dispersionsfarbstoffe

Diese wasserunlöslichen Farbstoffe sind insbesondere zum Färben von Polyester-, Triacetat- und 2 1/2-Acetatfasern geeignet. Auf Polyester lassen sich äußerst wasch- und lichtechte Färbungen erzielen. Auch Polyamid und Polyacrylnitril läßt sich hiermit färben, allerdings mit mäßigen Echtheiten.

Entwicklungs- oder Kupplungsfarbstoffe

Entwicklungsfarbstoffe werden in zwei Schritten auf die Faser aufgebracht. Zuerst wird die sog. Grundierung aufgebracht, eine wasserunlösliche Kupplungskomponente (z.B. Naphthol AS, 2-Hydroxy-3-naphtholsäureanilid) mit Affinität zur Cellulose. Im zweiten Schritt lässt man diese mit einem wasserlöslichen Diazoniumsalz reagieren, wodurch der eigentliche Farbstoff auf der Faser entsteht

Küpenfarbstoffe

Küpenfarbstoffe sind wasserunlösliche Farbstoffe, die durch Reduktion in ihre lösliche Leukoform gebracht (verküpt) werden. So kann der Küpenfarbstoff auf die Faser aufziehen, dort wird er durch anschließende Oxidation wieder in den unlöslichen Zustand überführt und so fixiert , man könnte sagen "er wird in der Faser ausgefällt". Die wohl bekanntesten Küpenfarbstoffe sind Indigo (indigoide Farbstoffe) und Indanthrenblau RS (Indanthron/Indanthren-Farbstoffe).

Reaktivfarbstoffe

Reaktivfarbstoffe stellen heute die größte Farbstoffgruppe auf Cellulose dar. Es ergeben sich brillante und nassechte Färbungen. Auch Wolle mit tiefen Nuancen werden vielfach mit Reaktivfarbstoffen gefärbt. Chemisch gesehen bestehen die Reaktivfarbstoffe aus zwei Teilen: dem chromophoren Teil (z.B. eine Azoverbindung) und daran angeschlossen einer reaktiven Gruppe (bei bifunktionellen Reaktivfarbstoffen auch mehrere Reaktivgruppen)z.B. einer Vinylsulfongruppe (Remazol-Farbstoffe). Dieser reaktive Teil verbindet sich chemisch mit einer OH-Gruppe der Cellulose.

Beizenfarbstoffe

Bei den Beizenfarbstoffen werden die zu färbenden Fasern zunächst mit Chrom(III)-, Eisen(III)- oder Aluminiumsalzen behandelt. Durch anschließendes behandeln mit Wasserdampf bilden sich auf der Faser Metallhydroxide. Diese Hydroxide reagieren dann mit dem (sauren) Farbstoff zu einer fixierbaren Komplexverbindung. Aufgrund der Schwermetallbelastung der Fasern bzw. der Abwässer werden derartige Färbungen heute praktisch nicht mehr durchgeführt.

Nach der chemischen Struktur

Nitrofarbstoffe

Zentraler Bestandteil der Nitrofarbstoffe ist die Nitrogruppe (NO2). Einer der Vertreter dieser Gattung ist die Pikrinsäure. Pikrinsäure: Pikrinsäure

Azofarbstoffe

Zentraler Bestandteil der Azofarbstoffe ist die Azogruppe (R-N=N-R') die als chromophore Gruppe wirkt. Der Farbkomplex wird durch Diazotierung (durch Kopplung der Azogruppe) mit aromatischen Phenolen oder Aminen. Für fast alle Färbeverfahren sind Azofarbstoffe verfügbar. Bekannte Vertreter der Azofarbstoffe sind u.a. das Kongorot und das Alizaringelb R, auch das weiter oben betrachtete orange 2,4-Diaminoazobenzol zählt hierzu. Alizaringelb R: Diazotierung Kongorot: Diazotierung

Indigofarbstoffe

Indigofarbstoffe sind Küpenfarbstoffe, wie z.B. Indigo selbst oder Purpur.

Phthalocyaninfarbstoffe

Phthalocyaninfarbstoffe finden vornehmlich in der Kunststoffverarbeitung als Pigmentfarbstoffe Verwendung. Als besondere Eigenschaften können Phthalocyaninfarbstoffe eine im allgemein vorhandene starke Säure-, Laugen- und Lichtbeständigkeit aufweisen.

Phthalsäurefarbstoffe

Phthalsäurefarbstoffe sind in saurer oder neutraler Lösung oder im trockenen Zustand farblos. Erst in basicher Lösung bildet sich ein rotes Salz. Zu den Phthalocyaninfarbstoffe gehören z.B. das Eosin oder das als Indikator Verwendung findende Phenolphthalein.

Triphenylmethanfarbstoffe

Triphenylmethanfarbstoffe finden hauptsächlich in der Drucktechnik oder als Indikatoren Anwendung und sind allgemein wenig lichtecht. Vertreter sind z.B. das Fuchsin oder das Kristallviolett.

Anthrachinonfarbstoffe

Anthrachinonfarbstoffe zeichnen sich auf vielen Fasern durch große Wasch- und Lichtechtheit aus (Indanthrenfarbstoffe) und leiten sich alle vom Anthrachinon ab. Anthrachinon: Anthrachinon Indanthren: Anthrachinon Alizarin: Anthrachinon

Literatur


- J. Fabian, H. Hartmann, Light Absorption of Organic Colorants, Berlin, Springer, 1980.
- H. Schweppe, Handbuch der Naturfarbstoffe, Vorkommen - Verwendung - Nachweis, Landsberg, Ecomed, 1992., ISBN 360965130X.
- H. Zollinger, Color Chemistry, 3rd edition, Weinheim, Wiley-VCH, 2003, ISBN 3906390233.

Weblinks


- [http://www.seilnacht.tuttlingen.com/Lexikon/FLexikon.htm Lexikon der Farbstoffe und Pigmente] Kategorie:Chemikaliengruppe Kategorie:Textilindustrie !Farbstoff ja:染料 simple:Dye

Röntgenkontrastmittel

Kontrastmittel sind Arzneimittel, die die Darstellung von Strukturen und Funktionen des Körpers in bildgebenden Verfahren verbessern. Sie werden vor allem in der Röntgendiagnostik, der Magnetresonanztomografie (MRT) und der Sonografie eingesetzt.

Wirkung

Die Wirkung von Kontrastmitteln besteht darin, dass sie das Signal, das in der jeweiligen Untersuchung registriert wird, modifizieren. Ziel des Einsatzes ist, bei der Untersuchung Zusatzinformationen zu gewinnen. Beispielsweise verwendet man in der Radiografie oft Kontrastmittel, die Röntgenstrahlen stärker absorbieren als normales Weichteilgewebe. Gewöhnlich sieht man auf einem Röntgenbild keine Blutgefäße. Wenn man eine iodhaltige Lösung injiziert, werfen die Gefäße, in die die Lösung gelangt, Röntgenschatten und machen sie so sichtbar (Angiografie). Kontraindikationen (siehe auch bei Nebenwirkungen : - Allergie auf Kontrastmittel - Nierenfunktionsstörung - Schilddrüsenüberfunktion bei Iod-Kontrastmitteln

Nebenwirkungen

Wie alle wirksamen Medikamente können Kontrastmittel Nebenwirkungen haben. Bei der Abwägung der Indikation einer Kontrastmitteluntersuchung werden grundsätzlich strengere Anforderungen an die Unschädlichkeit gelegt als beim therapeutischen Einsatz von Medikamenten: wenn man sich von einem Mittel Heilung oder Linderung verspricht, nimmt man Risiken eher in Kauf als bei rein diagnostischen Anwendungen. Diese Haltung entspringt zum Teil der Erfahrung mit dem Röntgen-Kontrastmittel Thorotrast, das in den 1930er Jahren verwendet wurde und bei vielen Patienten mit zum Teil jahrzehntelanger Verzögerung bösartige Lebertumoren hervorrief. Moderne Kontrastmittel durchlaufen daher Verträglichkeitsstudien, die rigoroser sind als bei therapeutischen Medikamenten. Außerdem schreiben die Gesetzgeber in den meisten Ländern eine gründliche Risikoaufklärung des Patienten vor, obwohl das Gesamtrisiko im Individualfall meist sehr klein ist.

Indikationen

Zusatzinformationen, die durch Kontrastmitteleinsatz gewonnen werden können, fallen in zwei große Kategorien: strukturelle (morphologische) und funktionelle (physiologische) Informationen. Ein typisches Beispiel für erstere ist die Doppelkontrastdarstellung des Dickdarms. Dabei wird eine zähflüssige Bariumsuspension rektal instilliert. Wegen ihrer Konsistenz markiert sie die Darmwand. Anschließend wird Luft in den Darm gepumpt, wodurch das Lumen des Darms sichtbar wird (einerseits durch die Füllung, andererseits durch den Negativkontrast wegen der hohen Durchlässigkeit von Luft für Röntgenstrahlung). So erkennt man morphologische Veränderungen des Dickdarms, wie Polypen, Aussackungen, Verengungen und Entzündungen. Funktionelle Informationen werden zum Beispiel bei der Barium-Breischluck-Untersuchung gewonnen: unter Durchleuchtung schluckt der Patient das Kontrastmittel. Dadurch werden Störungen der Beweglichkeit der Speiseröhre sichtbar.

Verwendete Substanzen

Röntgendiagnostik

In der Röntgendiagnostik werden als Kontrastmittel verwendet
- Bariumsulfathaltige Suspensionen, die nicht resorbiert werden und zur Darstellung von Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm dienen. Aufgrund ihrer fehlenen Resorbierbarkeit können diese Substanzen zu schwerwiegenden Fremdkörperreaktionen beim Austritt aus dem Magen-Darm-Trakt führen und dürfen daher nicht angewendet werden, wenn die Gefahr der Aspiration besteht oder eine mögliche Perforation im Bereich des Magen-Darm-Trakts vorliegt.
- Iodhaltige Kontrastmittel, die resorbiert werden und über die Nieren wieder ausgeschieden werden, zur Darstellung der Nieren und Harnwege (Urografie/Ausscheidungsurografie), der Venen (Phlebografie), der Arterien (Arteriografie) und anderen Organen. Die verschiedenen iodhaltigen Kontrastmittel unterscheiden sich vor allem in den Trägermolekülen und in der Zahl der pro Trägermolekül gebundenen Iodatome (1 bis 6). Von dieser Zahl hängt die Röntgendichte und damit die erreichbare Kontraststeigerung eines Kontrastmittels ab.
- Gasförmiges Kohlenstoffdioxid (CO2), welches im Gegensatz zu den beiden vorgenannten Kontrastmitteln die Röntgendichte herabsetzt und damit zu einer erhöhten Strahlendurchlässigkeit führt. CO2 eignet sich vor allem für die Arteriografie als Alternative zu iodhaltigen Kontrastmittel (bei Unverträglichkeit) und zur gezielten Darstellung kleiner Verzweigungen.
- Luft, bei der Doppelkontrastuntersuchung des Dickdarms.

Magnetresonanztomografie

Bei der Magnetresonanztomografie kommen als Kontrastmittel vorrangig zum Einsatz:
- Gadolinium-Chelate, die wegen der paramagnetischen Eigenschaft des Gadoliniumatoms zu einer Verkürzung der Relaxationszeiten in der Nähe des Kontrastmittels und damit z.B. in T1-gewichteten Aufnahmen zu einer helleren Darstellung von Strukturen führen,
- SPIO: Eisenoxidpartikel (superparamagnetisches Eisenoxid) zur Darstellung des retikulo-endothelialen Systems
- Manganverbindungen (Mangan-DPDP) zur Abbildung der Leber (gesundes Parenchym erscheint dunkel, Tumoren/Metastasen hell)
- Ausserdem gibt es Vesuche, hyperpolarisiertes Xenon als Kontrastmittel einzusetzen. Diese Methode ist aber noch im Entwicklungsstadium.

Sonografie

In der Sonografie verwendet man vor allem Wasser, das bei oraler Zufuhr Gas im Magen und Duodenum verdrängt und dadurch die Oberbauchorgane besser darstellbar macht. Indirekt hilft es auch bei der Untersuchung der Beckenorgane, indem es nach Resorption und Ausscheidung durch die Niere die Harnblase füllt. Bei speziellen Fragestellungen verwendet man gasgefüllte Mikrobläschen-Kontrastmittel (microbubbles). Sie werden meist intravenös verabreicht und erhöhen die Echogenität des Bluts. Aus dem zeitlichen Verlauf der Echogenität im untersuchten Organ und dessen zu- und abführenden Gefäßen kann dann auf die Durchblutung geschlossen werden. Kategorie:Arzneistoff Kategorie:Tomografie ja:造影剤

In-vitro-Diagnostika

In-vitro-Diagnostikum (IVD) ist jedes Medizinprodukt, das als Reagenz, Reagenzprodukt, Kalibriermaterial, Kontrollmaterial, Kit, Instrument, Apparat, Gerät oder System — einzeln oder in Verbindung miteinander — nach der vom Hersteller festgelegten Zweckbestimmung zur In-vitro-Untersuchung von aus dem menschlichen Körper stammenden Proben, einschließlich Blut- und Gewebespenden, verwendet wird und ausschließlich oder hauptsächlich dazu dient, Informationen zu liefern:
- über physiologische oder pathologische Zustände oder
- über angeborene Anomalien oder
- zur Prüfung auf Unbedenklichkeit und Verträglichkeit bei den potentiellen Empfängern oder
- zur Überwachung therapeutischer Maßnahmen. Probenbehältnisse gelten als In-vitro-Diagnostika. Probenbehältnisse sind luftleere wie auch sonstige Medizinprodukte, die von ihrem Hersteller speziell dafür gefertigt werden, aus dem menschlichen Körper stammende Proben unmittelbar nach ihrer Entnahme aufzunehmen und im Hinblick auf eine In-vitro-Diagnose aufzubewahren. Erzeugnisse für den allgemeinen Laborbedarf gelten nicht als In-Vitro-Diagnostika, es sei denn, sie sind aufgrund ihrer Merkmale nach ihrer vom Hersteller festgelegten Zweckbestimmung speziell für In-vitro-Untersuchungen zu verwenden. Die Verantwortung für die Festlegung der Zweckbestimmung und damit für die Entscheidung, ob ein Produkt ein In-vitro-Diagnostikum ist, trägt der Hersteller.

Gesetzliche Regelungen

Mit Ausnahme von Produkten für Leistungsbewertungszwecke müssen alle In-vitro-Diagnostika bei ihrem Inverkehrbringen mit einer CE-Kennzeichnung versehen sein. Das Inverkehrbringen von In-vitro-Diagnostika ist innerhalb der Europäischen Union durch die so genannte IVD-Richtlinie 98/79/EG (auch IVDD - In vitro diagnostic directive genannt) geregelt, welche in Deutschland und Österreich durch das nationale Medizinproduktegesetz, in der Schweiz durch das Heilmittelgesetz umgesetzt ist.

Siehe auch

Diagnostikum

Weblinks


- [http://europa.eu.int/smartapi/cgi/sga_doc?smartapi!celexapi!prod!CELEXnumdoc&lg=de&numdoc=31998L0079&model=guichett IVD-Richtlinie 98/79/EG]
- [http://europa.eu.int/eur-lex/de/consleg/pdf/1998/de_1998L0079_do_001.pdf IVD-Richtlinie 98/79/EG (PDF)] Kategorie:Arzneimittelrecht

Kategorie:Pharmazie

Kategorie:Medizin Kategorie:Chemie Siehe auch: :Kategorie:Pharmakologie

John Montacute, 3rd Earl of Salisbury

John Montacute, 3rd Earl of Salisbury (c. 1350- January 5, 1400) was an English nobleman, one of the few who remained loyal to Richard II to the very end. He was the son of Sir John Montacute and Margaret de Monthermer. His father was the younger brother of William Montacute, 2nd Earl of Salisbury. His mother was the granddaughter and heiress of Ralph de Monthermer. As a young man Montacute distinguished himself in the war with France, and then went to fight against the pagans in Prussia, probably on the expedition led by the Henry Bolingbroke (the future Henry IV of England). He was summoned to parliament in 1391 as Baron Montacute. Montacute was a favorite of the king during the early years of the reign of Richard II. He accompanied the king during his expeditions to Ireland in 1394 and 1395, and as a privy councilor was one of the principal advocates of the king's marriage to Isabella of Valois. During the trips to France associated with the marriage he met and encouraged Christine de Pisan, whose son was educated in the Montacute household. With the death of his mother around this time he inherited the barony of Monthermer and its estates. Montacute was a prominent Lollard, and was remonstrated by the king for this. In 1397 he became Earl of Salisbury on the death of his uncle. He continued as one of the major aristoratic allies of the king, helping to secure the fall of the Duke of Gloucester and the Earl of Warwick. He persuaded the king to spare the life of Warwick. He received a portion of the forfeited Warwick estates, and in 1399 was made a Knight of the Garter. Early in 1400 he went to on a successful mission to France to prevent the proposed marriage of Henry Bolingbroke and a daughter of the Duke of Berry. In May he again accompanied Richard II on an expedition to Ireland. When news reached them of that Bolingbroke had returned to England, Montacute was sent to Wales to raise opposing forces. When these deserted Montacute advised Richard to flee to Bordeaux. Instead Richard was imprisoned, Henry took the throne, and in October Montacute was arrested along with many of Richard's former councilors, and held in the Tower of London. Montacute had to answer charges related to the arrest and subsequent death of the duke of Gloucester in 1397. Eventually he was released, due to the intercession of king Henry's sister Elizabeth, Countess of Huntingdon. Not long after his release Montacute joined with the Earl of Huntingdon and others in a plot to kill king Henry and restore Richard II. After the plot failed he was caught and executed. His eldest son Thomas eventually recovered the earldom, though the attainder against John Montacute was not reversed until the accession of Edward IV in 1461. Montacute married Maud Francis, daughter of Adam Francis, who was a citizen of London. Salisbury, John Montacute, 3rd Earl of Salisbury, John Montacute, 3rd Earl of Salisbury, John Montacute, 3rd Earl of Salisbury, John Montacute, 3rd Earl of

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