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DiskursanalyseDiskursanalyse ist ein Oberbegriff für die sprachwissenschaftliche Analyse von Diskursphänomenen. Je nachdem, was als Diskurs betrachtet wird, gibt es dafür unterschiedliche Interpretationen. In den Sozialwissenschaften ist nicht nur die Form, sondern auch der Inhalt des Diskurs Gegenstand der Analyse.
Allgemein untersucht sie den Zusammenhang von sprachlichem Handeln und sprachlicher Form, sowie den Zusammenhang zwischen sprachlichem Handeln und gesellschaftlichen, insbesondere institutionellen, Strukturen.
Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist dabei die Abgrenzung des Diskurses (als pragmatisches Phänomen) gegenüber dem Text (als sprachliche Struktur des Diskurses, welcher u.a. in der Textlinguistik untersucht wird) bemerkenswert.
Bei einer Diskursanalyse können folgende Themen Beachtung finden:
- Sprechakttheorie
- Deixis
- Interjektionen und Responsive
- Reparaturmechanismus
- Sprecherwechsel
- Thema und Rhema
Ähnliche Konzepte sind:
- Gesprächsanalyse
- Ethnographie des Sprechens
- Ethnomethodologie
- Konversationsanalyse
Analyseschritte in der Sozialwissenschaft
- Institutioneller Rahmen / Kontext (z.B.: Autor, Medium, Ereignishintergrund)
- Text-Oberfläche (Gestaltung, Sinneinheiten, Strukturierung angesprochener Themen)
- Sprachlich-rhetorische Mittel (Analyse der Argumentationsstrategien, Implikationen und Anspielungen, Logik und Komposition, Kollektivsymbolik ("Bildlichkeit"), Redewendungen, Wortschatz, Stil, Akteure, Referenzbögen ...)
- Inhaltliche-ideologische Aussagen: Menschenbild, Gesellschaftsbild, Vorstellungen von Zukunft, Technik etc.
- Interpretation: Systematische analytische Darstellung eines Diskursfragments nach der Aufbereitung des Materials. Dabei werden die einzelnen Elemente aufeinander bezogen.
(Vgl. Jäger (2004))
Siehe auch
- Diskurs
- Textanalyse
- Wissenschaftliche Methodik
- Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung
- Objektive Hermeneutik
- Michel Foucault
Weblinks
- http://www.diskursanalyse.de/ - Zentrum für Medien- und Diskursanalyse
- http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/methoden/histdiskurs.htm - Historische Diskursanalyse
- http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/3-03/3-03review-diazbone-d.htm - Rainer Diaz-Bone : Entwicklungen im Feld der foucaultschen Diskursanalyse
- http://www.lrz-muenchen.de/~Diskursanalyse/content/waldsch.html - Anne Waldschmidt : Texte, Fragmente, Diskurse: Von den Schwierigkeiten, Diskursanalyse als Sozialforschung zu betreiben
Literatur
- K.-M. Bogdal: Historische Diskursanalyse der Literatur. Theorie, Arbeitsfelder, Analysen, Vermittlung, Opladen 1999.
- C. Kammler: Historische Diskursanalyse (Michel Foucault), in: K.-M. Bogdal (Hg.): Neue Literaturtheorien. Eine Einführung, Opladen 1990, S. 31-55.
- Rainer Diaz-Bone. (1999). Probleme und Strategien der Operationalisierung des Diskursmodells im Anschluss an Michel Foucault. In: Bublitz et al. (Hrsg.). S. 119-135.
- Siegfried Jäger (4. Aufl. 2004) : Kritische Diskursanalyse. Eine Einführung, ISBN 3-89771-732-8
- Reiner Keller (2003) : Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen : ISBN 3-8100-3789-3
- S. Winko: Diskursanalyse, Diskursgeschichte, in: H. L. Arnold / H. Detering (Hg.): Grundzüge der Literaturwissenschaft, München 1996, S. 463-478.
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Kategorie:Sprache
Kategorie:Soziolinguistik
Kategorie:Literaturwissenschaft
Sprachanalyse Was ist Sprachanalyse? --Wst 16:02, 30. Aug 2005 (CEST)
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Sinn der Sprachanalyse ist es einen besseren Einblick in die Absichten eines Textes zu geben. Bei dem zu analysierenden Text kann es sich um ein Gedicht, eine Rede, eine Kurzgeschichte oder auch um eine Dramenszene handeln. Die Sprachanalyse ist ein Hauptbestandteil der Textanalyse. Gemäß dem Kommunikationsmodell werden Textsorte und Sprachverwendung durch die Intention bestimmt, also muss die Sprachanalyse die Abhängigkeit der sprachlichen und stilistischen Mittel zu der jeweiligen Absicht des Textes aufzeigen. Im folgenden verschiedene Aspekte der Sprachanalyse:
Semantische Analyse
- die auffälligste und am häufigsten verwendete Wortart und deren Leistung und Funktion
- Herkunft des Vokabulars (z.B. aus dem ethischen, politischen, handwerklichen, alltäglichen Bereich, usw.)
- Art der Substantive (Konkreta, Abstrakta, Fremdwörter, Mode-, Schlagwörter, fachsprachliche Termini)
- Art der Adjektive (beschreibende, bewertende Adjektive)
- Art der Verben (Handlungs-, Beschreibungs-, Modal-, Hilfsverben)
- Ausdruckswert der Wörter (denotativ, konnotativ, übertragende Bedeutung)
Syntaktische Analyse
- Satzarten (Aussage-, Frage-, Befehlssätze);
- Satzorganisation (Parataxe, Hypotaxe, Mischform)
Stilanalyse
- Stilarten: Nominal-, Verbal-, Adjektivstil
- Stilmittel: Schlüsselwörter, Leitmotive, Bilder, Metaphern, Symbole, Chiffren, Personifikation und Vergleiche, Ironie
- Redeformen: wörtliche, indirekte, erlebte Rede, innerer Monolog
- rhetorische Figuren: lexikalische (Oxymoron, Alliteration, Hyperbel, Litotes, Euphemismus, Metonymte, Pleonasmus); syntaktische (Parallelismus, Ellipse, Anakoluth, Chiasmus, Anapher, Katachrese, Zeugma); kompositorische (Antithese, Klimax, Steigerung, Wiederholung, Sentenz, Zitat, Parenthese)
- bei lyrischen Texten: Gedichtform, Strophenform, Reim ...
- Stilschicht: poetisch, fachsprachlich, normalsprachlich, umgangssprachlich
Die Bedeutung, Wichtigkeit der verschiedenen Elemente der Sprachanalyse variiert je nach Textsorte.
InterpretationInterpretation (lat. interpretatio = Auslegung, Übersetzung, Erklärung) ist der Vorgang, in dem ein literarisches, musikalisches oder bildnerisches Kunstwerk ausgelegt oder gedeutet wird. Das setzt voraus, dass der interpretierte Gegenstand der Auslegung bedarf. Nach anderen Auffassungen ist jedes Verstehen schon Interpretieren. Auch das Ergebnis dieses Vorgangs bezeichnet man als Interpretation. Im Zusammenhang mit der Auslegung und Deutung von theologischen, literarischen und juristischen Texten spricht man auch von Exegese (griech. exégesis = Auslegung, Erläuterung).
Weiterführende Artikel sind im Folgenden:
Interpretation im allgemeinen oder alltäglichen Sinne: Verstehen | Deutung | Bedeutung
Interpretation von Literatur, siehe
- Hermeneutik, die Methodenlehre der Interpretation
- Textinterpretation | Biblische Hermeneutik
Interpretation von Bildender Kunst, siehe
- Ikonographie | Ikonologie
- Bildwissenschaft | Kunsttheorie
Interpretation von Filmen und anderen Medien, siehe Medienwissenschaft
Interpretation von Geodaten, siehe
- Geoinformationssystem | Sekundärdaten
- Bildverarbeitung | Verschneidung
Interpretation von Kommandos durch Computer in der Informatik, siehe
- Interpreter | Compiler | Parser
Interpretation von Sinneseindrücken, siehe
- optische Täuschung | Raumlage
- Schwindelgefühl | Raumangst
Interpretation von Träumen in der Psychoanalyse, siehe Traumdeutung
Auslegung religiöser Texte in der Theologie, siehe
- Biblische Exegese | Biblische Hermeneutik
Auslegung von Gesetzen in der Rechtswissenschaft, siehe
- Auslegung (Recht) | Gesetzeskommentar
Darbietung einer musikalischen Komposition, siehe Interpretation (Musik)
Darstellung einer Handlung oder eines Gefühlsausdrucks beim Tanzen, siehe Interpretation (Tanz)
Siehe auch
Interpret, Interpolation, Kommunikation, Semiotik, Deutung
TextlinguistikDie Textlinguistik beschäftigt sich mit Texten, d.h. sprachlichen Einheiten, die auch mehr als einen Satz umfassen und als zusammengehörig aufgefasst werden können. So betont auch die Textgrammatik die kontextuelle Bedeutung und Funktion grammatischer Erscheinungen, die im Sprachunterricht oft zusammenhangslos unterrichtet werden (Morphologie, Syntax).
Die Eigenschaften, die einen Text von einem sogenannten "Nicht-Text" unterscheiden, nennt man Textualität.
Ein Text ist dabei sowohl ein mündlich vorgetragener Text als auch ein schriftlich aufgezeichneter Text. Problematisch ist, dass es (nach Angabe im Studienbuch Linguistik) keine abgeschlossene linguistische Definition des Begriffes "Text" gibt. Hier ist auch auf die aktuelle Entwicklung innerhalb der Kulturwissenschaften hinzuweisen, die den Textbegriff unter dem Stichwort: "Kultur als Text" auf sämtliche kulturelle Phänomene übertragen wollen.
Zu den Aufgaben der Textlinguistik gehören Analyse, Klassifikation (beispielsweise nach Textsorten) und Abgrenzung von Texten und ihrer Struktur und die Untersuchung der kommunikativen Funktion und Rezeption von Texten.
In nichtfiktionalen Texten der Muttersprache oder einer anderen Sprache, die man gut kennt, fällt es meist leicht zu erkennen, ob Sätze einen zusammenhängenden Text bilden oder nicht. Oft kann man auch auseinandergerissene Texte wieder in Zusammenhang bringen und wird dabei auf Kohäsion und Kohärenz von Texten und die Mittel, durch die sie erzeugt werden, aufmerksam.
Vorläufer der Textlinguistik sind zum Beispiel die Gattungslehre, die Rhetorik und die Stilistik.
Literatur
- Angelika Linke/Markus Nussbaumer/Paul R. Portmann: Studienbuch Linguistik. 5. Auflage. Tübingen: Niemeyer, 2004.
- Klaus Brinker: Linguistische Textanalyse. 3. Auflage. Berlin 1992.
- Robert-Alain de Beaugrande/Wolfgang Ulrich Dressler: Einführung in die Textlinguistik. Tübingen: Niemeyer, 1981.
- Heinz Vater: Einführung in die Textlinguistik. Struktur, Thema und Referenz in Texten. 2. Auflage. München: Fink, 1994.
- Wolfgang Heinemann/Dieter Viehweger: Textlinguistik: eine Einführung. Tübingen: Niemeyer, 1991. ISBN 3-484-31115-0
Kategorie:Diskursanalyse
SprechakttheorieDie Sprechakttheorie, auch Sprechhandlungstheorie, basiert auf der Annahme, dass man mit einer Aussage nicht nur Sachverhalte beschreiben oder Tatsachen behaupten kann, sondern dass sprachliche Äußerungen dazu dienen, echte kommunikative Handlungen zu vollziehen, um damit insbesondere einen Einfluss auf seine Umwelt auszuüben.
Die Bewertung einer Äußerung ist also nicht mehr nur beschränkt auf die Wahrheitswerte wahr und falsch. Die Äußerung wird als gesamter Akt, als Handlung, bewertet und zwar: war sie erfolgreich oder nicht.
Als Geburtsjahr der Sprechakttheorie kann das Jahr 1955 betrachtet werden, in dem John Langshaw Austin an der Harvard-Universität eine Vorlesungsreihe mit dem Titel How To Do Things With Words hielt, die allerdings erst postum im Jahre 1962 veröffentlicht wurden. Eine deutsche Übersetzung erschien 1972 unter dem Titel Zur Theorie der Sprechakte. Wesentlich verantwortlich für die Verbreitung sprechakttheoretischer Ideen ist das von John Searle, einem Schüler Austins, 1969 veröffentlichte Buch Speech Acts, in dem Austins Gedanken in bestimmten Aspekten stärker systematisiert, aber auch modifiziert werden. Ein weiterer bedeutender Vetreter der Sprechakttheorie ist Dieter Wunderlich.
Eine Sprechhandlung (also ein Sprechakt) besteht aus vier Teilhandlungen (die parallel ablaufen):
- Lokution (grammatisch-syntaktische Satzstruktur, Lautbildungen)
- Proposition (Aussage über die Welt mittels Referent (Subjekt) und Prädikation (Objekt))
- Illokution (Intention des Sprechers, gestützt durch Mimik, Gestik, Intonation)
- Perlokution (beabsichtigte Wirkung beim Empfänger, und ob dieser dies versteht)
Eine Äußerung war nur dann erfolgreich und hat ihr Ziel erreicht, wenn die vier Teilhandlungen an sich erfolgreich waren. Die Bewertungen der Teilakte sind wie folgt:
- Lokution (grammatisch korrekt/inkorrekt)
- Proposition (semantisch wahr/falsch)
- Illokution (geglückt/missglückt)
- Perlokution (erfolgreich / nicht erfolgreich)
Klassifikation von Sprechakten
Sprechakte (bezogen auf den illokutiven Teil) können nach John Rogers Searle in fünf Klassen eingeteilt werden:
Ein Sprechakt kann direkt oder indirekt sein. Beim indirekten Sprechakt wird nicht direkt gesagt, was gemeint ist. So stellt z.B. der Sprechende eine Frage, obwohl er zu einer Handlung auffordern will.
Beispiel
Ein Dialog in einer Straßenbahn. Zwei Personen sitzen auf nebeneinander liegenden Plätzen, Person A am Fensterplatz, Person B am Gang.
1. Dialog:
:Person A: "Entschuldigen Sie, steigen Sie aus?"
:Person B: "Nein!, einen Moment." B steht auf, lässt A durch.
Person B erkennt (fast unabhängig davon, was oder wie Person A fragt), dass A aussteigen will und handelt adäquat. Die Frage kann auch nur als Geste gestellt sein. In jedem Fall erkennen die betroffenen Personen die Bedeutung des Sprechaktes.
2. Dialog
:Person A: "Entschuldigen Sie, steigen Sie aus?"
:Person B: "Ja, wir haben aber noch etwas Zeit!" Beide bleiben noch einen Augenblick sitzen und stehen in der Nähe der Haltestelle auf.
Weil es weniger Zeit beansprucht, wenn beide zusammen aussteigen, können beide noch etwas sitzen bleiben, sofern A nichts dagegen hat.
3. Dialog:
:Person A: "Entschuldigen Sie, steigen Sie aus?"
:Person B: "Nein!" (bleibt sitzen) Diese Form zeigt das Verständnis als Antwort auf eine ja/nein-Frage.
Person B handelt (unter den angegebenen Bedingungen) ausgesprochen inadäquat und unhöflich, obwohl es eine wahre Antwort ist.
Die Antworten in den Situationen 1 und 2 sind angepasst und richtig, die in Dialog 3 ist es nicht. Sprechakte sind also mehr als nur Wissenserwerb, sie enthalten Aufforderungen oder Vereinbarungen zum Handeln.
Literatur
Einführungen und Klassiker der Sprechakttheorie
- John Langshaw Austin: How to Do Things with Words. Cambridge (Mass.) 1962 u.ö.; deutsch Zur Theorie der Sprechakte. Stuttgart 1972 u.ö. ISBN 3-15-009396-1
- John Rogers Searle: Speech Acts. Cambridge 1969; deutsch Sprechakte. Frankfurt 1983 u.ö. ISBN 3-518-28058-9
- John Rogers Searle: Expression and Meaning. Cambridge 1979; deutsch Ausdruck und Bedeutung. Frankfurt 1982 u.ö. ISBN 3-518-27949-1 (Verschiedene Untersuchungen zu speziellen Problemen der Sprechakttheorie, u.a. zur Klassifikation von Sprechakten und zu fiktionaler Rede)
- S. C. Levinson: Pragmatics. Cambridge 1983; deutsche Übersetzung: Pragmatik. Tübingen 1990 u.ö. ISBN 3-484-22039-2 (Das Kapitel "Sprechakte", S. 247–307 bzw. "Speech Acts", S. 226-283, enthält neben einer gründlichen Darstellung auch deutliche Kritik an der Sprechakttheorie vor dem Hintergrund einer Semantik der Wahrheitsbedingungen)
- Götz Hindelang: Einführung in die Sprechakttheorie. Tübingen 2000. ISBN 3-484-25127-1
Weiterführende Literatur
- William Alston: Illocutionary Acts and Sentence Meaning. Ithaca / London 2000. (Versuch, eine Brücke zwischen Sprechakttheorie und Semantik zu schlagen; die Bedeutung eines Satz ist als dessen Potential für den Vollzug illokutionärer Akte zu verstehen)
- Theo Diegritz/ Carl Fürst: Empirische Sprechhandlungsforschung. Ansätze zur Analyse und Typisierung authentischer Äußerungen. Erlangen: Universitätsbund Erlangen-Nürnberg 1999.
- H. Parret / J. Verschueren (Hrsg.): (On) Searle on Conversation. Amsterdam 1992.
- Thorsten Sander: Redesequenzen. Untersuchungen zur Grammatik von Diskursen und Texten. Paderborn 2002. ISBN 3-89785-062-1 (Versuch, die Sprechakttheorie zu einer Theorie des Dialogs weiterzuentwickeln)
- Hans Julius Schneider: Phantasie und Kalkül. Frankfurt 1992 u.ö. ISBN 3-518-58114-7
- John Rogers Searle / Daniel Vanderveken: Foundations of Illocutionary Logic. Cambridge 1985.
- Maria Ulkan: Zur Klassifikation von Sprechakten. Eine grundlagentheoretische Fallstudie. Tübingen 1993.
- Dieter Wunderlich: Studien zur Sprechakttheorie. Suhrkamp, Frankfurt 1976. ISBN 3-518-07772-4
Siehe auch:
- Pragmatik
- Sprachphilosophie
- Kategorie:Pragmatik
InterjektionEine Interjektion (dt.: Empfindungswort) ist ein lenkender Ausdruck wie ach, aha oder au, der an die Mündlichkeit gebunden ist und meist aus der Hörerposition eingesetzt wird, um den Sprecher zu steuern. Interjektionen werden standardmäßig kleingeschrieben; nur weil sie eigentlich immer am Anfang des Satzes stehen, den sie selber bilden, findet man sie fast nur großgeschrieben vor.
Die Umgangssprache (vor allem die von Kleinkindern) macht davon reichlicheren Gebrauch als die Hochsprache. Sprachhistoriker vermuten gelegentlich, dass die allerersten Wörter der Menschen (die Urworte) Interjektionen waren. Etymologisch lässt sich das Wort auf interiectio (lateinisch für Einwurf) zurückverfolgen (inter „dazwischen, zwischen hinein“ u. iacere „werfen“).
Tonverläufe
Interjektionen haben einen spezifischen Tonverlauf, der zu Funktionsunterschieden führt; damit entsprechen sie Tonsprachen wie dem Chinesischen, in denen Töne Bedeutungsunterschiede hervorrufen. Ein schwebend gesprochenes mh unterscheidet sich sehr von einem Fallenden. Das Erste drückt aus, dass der Hörer mit dem Gesagten noch nicht fertig ist, das Zweite kündigt schon an, dass er nicht einverstanden ist. Dialekte haben eigene Interjektionen (z. B. das schwäbische ei).
Grammatikalische Eigentümlichkeit
Interjektionen als quasi selbständige Sätze erlauben es zuweilen, grammatische „Lücken“ einer Sprache zu füllen. Zum Beispiel verlangt ein deutscher Satz unausgesprochen Subjekt und Prädikat (sonst wird er als defekt empfunden), was zu inhaltlichen Widersinnigkeiten führen kann.
Beispiel: „Der Wind weht.“ Es gibt aber keinen Wind, der, wenn er gerade nicht weht, in seiner Höhle liegt und schläft. Das will der Beispielsatz auch nicht suggerieren, es geht ihm um einen darzustellenden Prozess des Wehens. Umgeht man den Wind und sagt: „Es weht“, so wirft man die neue Frage auf, wer denn dieses es sei. Da ist eine Interjektion wie zum Beispiel hui viel gewandter und kann durch Betonung und Längung sogar die Stärke und die Dauer des Wehens anzeigen. (Aus dem Fliegenden Robert im Struwwelpeter: „Hui, wie pfeift der Wind und keucht, / dass der Baum sich nieder beugt.“)
Beispiele von Interjektionen
- bestimmte Tierlaute: wauwau
- ja, nein
- hallo
- adieu
Siehe auch die Links auf diese Seite.
Literatur
- Die grundlegende Arbeit zu den Interjektionen ist das gleichnamige Buch von Konrad Ehlich (1986), M. Niemeyer, Tbg., ISBN 3484301112
- Die erste systematische Darstellung in einer Grammatik geben Gisela Zifonun, Ludger Hoffmann, Bruno Strecker in der Grammatik der deutschen Sprache (1997), 3Bde, Gruyter, ISBN 3110147521
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Siehe auch: Interjektion (von Gegenständen)
Kategorie:Wort
Kategorie:Rhetorischer Begriff
ja:感動詞
ThemaEin Thema (von griech.: théma, lat.: thema = Behauptung, Ausspruch) bezeichnet
- in der Musik der Hauptteil, dessen Ideen oder Harmoniefolgen in Improvisationen oder weiteren Teilen ausgearbeitet, paraphrasiert Paraphrase oder imitiert werden, siehe Thema (Musik)
- in der Literatur den Gegenstand bzw. den Grundgedanken z.B. einer schriftlichen Arbeit oder eines literarischen Werkes (auch sujet genannt), siehe: Thema (Literatur)
- ein Gesprächsthema; bei Gesprächsgruppen, die sich an der Themenzentrierten Interaktion orientieren ein gemeinsamer Fokus, der individuelle Bedürfnisse, das Miteinander, das Umfeld und die gemeinsame Aufgabe umfasst.
- im byzantinischen Reich einen militärisch-zivilen Verwaltungsdistrikt. Siehe Thema (byzantinische Verwaltung), auch Themenverfassung genannt.
- im Unterschied zum Rhema in einem Satz das, worüber etwas gesagt wird. Das Rhema ist das, was über das Thema gesagt wird (vgl. Thema-Rhema-Gliederung)
- eine Thematik.
Weblinks
RhemaRhema (griech.) ist ein Begriff der Allgemeinen Linguistik und gehört zum Bereich der funktionalen Satzperspektive.
Diese bezeichnet die funktionale Methode, die Stellung der Worte nach dem Informationsgehalt für den Leser/Hörer zu interpretieren. Dabei wird vorausgesetzt, dass im alltäglichen, nicht emotional gefärbten Satz am Satzanfang das schon aus dem (Gesamt-)Text bekannte Thema steht, in der Mitte des Satzes oder am Ende die bisher unbekannte Information, das Rhema.
Beispiel:
:Was hat Papa gestern gemacht?
:Papa hat gestern das Auto gewaschen.
Hierbei sind im zweiten Satz "Papa" und "gestern" als Information schon aus der vorangehenden Frage bekannt und bilden damit das Thema; die Information "(hat) das Auto gewaschen" ist neu und stellt das Rhema des Satzes dar.
Wird die Position von Thema und Rhema vertauscht (Rhema vorne, Thema hinten), so erhält der Satz eine starke Betonung oder emotionale Färbung:
:Das Auto hat Papa gestern gewaschen!
Oft wird hierdurch auch die Kohärenz eines Satzes bzw. eines Textes gestört.
Geprägt wurde diese so genannte Thema-Rhema-Perspektive von der Prager Schule, nämlich von Vilém Mathesius.
Kategorie:Linguistik
KonversationsanalyseDie Konversationsanalyse ist eine Forschungsrichtung, die zur Herausbildung der linguistischen Gesprächsanalyse beigetragen hat. Sie besitzt einen wissenschaftstheoretisch eigenständigen Standpunkt, indem sie konsequent voraussetzungsarme Techniken entwickelt hat.
Sie entstand in den 1960er Jahren im Rahmen der ethnomethodologischen Soziologie in den USA und ist meist weniger linguistisch als sozialwissenschaftlich ausgerichtet. Die etwa zeitgleiche technologische Entwicklung von tragbaren Bandrekordern kam der Entwicklung der Disziplin sehr gelegen (Auer 1993).
Prominente Vertreter der Konversationsanalyse sind Harvey Sacks, Emmanuel Schegloff und Gail Jefferson; ihr gemeinsamer Artikel A simplest systematics von 1974 ist auch nach 30 Jahren noch der am häufigsten zitierte Artikel der veröffentlichenden Fachzeitschrift Language.
Im deutschsprachigen Raum wären etwa Peter Auer, Jörg Bergmann und Lorenza Mondada zu nennen.
In der Konversationsanalyse werden unter anderem Alltagsgespräche im Hinblick auf Regeln und Verfahren untersucht, mit denen die Kommunikationspartner ihre Interaktion praktisch gestalten. Auch Gespräche am Arbeitsplatz oder in Krisensituationen werden untersucht. Es steht immer das "Wie" des lokalen Verhaltens im Vordergrund: wie haben die Teilnehmer das gemacht? Was ist dann genau passiert? Die zu untersuchenden Gespräche werden sehr detailliert transkribiert und besonders in Hinblick auf ihren sequentiellen Charakter, das heißt als aufeinander folgende Äußerungen untersucht.
Auch zeitliche Überlappungen, das interaktive Aushandeln von Rederechten und mikrokommunikative Einheiten (Verzögerungen, Partikel wie äh oder jaja) stehen im engen Interesse.
In Deutschland werden verschiedene Transkriptionssysteme angewendet, insbesondere HIAT und solche, die sich an die Jefferson'schen Konventionen halten.
Literatur
- Atkinson, J. Maxwell und John Heritage. 1984. Structures of Social Action. Studies in Conversation Analysis. Cambridge UK: Cambridge University Press. (ISBN 0-521-31862-9)
- Auer, Peter. 1993. "Über ↶." Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik (LiLi) 90/91, (Sonderheft Materiale Bedingungen der Sprachwissenschaft), S.104-138.
- Sacks, Harvey, E. Schegloff, und G. Jefferson. 1974. A simplest systematics for the organisation of turn-taking in conversation. Language 50(4), S.696-735
Weblinks
- [http://gais.ids-mannheim.de Gesprächsanalytisches Informationssystem]
Kategorie:Diskursanalyse
DiskursDer Begriff des Diskurses wurde laut unterschiedlicher philosophischer und allgemeiner Lexika bis in die 1960er Jahre vorrangig in der Bedeutung "erörternder Vortrag" oder "hin und hergehendes Gespräch" verwendet. Seit den 1960er Jahren wird der Begriff jedoch zunehmend von so genannten Diskurstheorien verwendet und erhält je nach Theorie eine völlig neue oder doch spezifische Bedeutung.
Diskurs als Vortrag
Beim Diskurs als erörterndem Vortrag lassen sich zwei Diskursarten unterscheiden:
- bei systematischer Anwesenheit von turn-Wechseln: Sprechhandlungssequenz, z.B. Frage und Antwort, Vorwurf und Rechtfertigung
- bei systematischer Abwesenheit von turn-Wechseln: Sprechhandlungsverkettung, z.B. Vortrag, Erzählung
Siehe auch: Referat (Vortrag)
Diskurs (philosophisch)
Neben der rein sprachwissenschaftlichen Bedeutung wird Diskurs heute vielfach als philosophischer Begriff verwendet. Allerdings stehen hier zwei Verwendungsweisen unverbunden nebeneinander: Habermas sah als Vorreiter einer linguistischen Wende in der Philosophie die Sprachfähigkeit als das entscheidende Kennzeichen des Menschen und entwickelte eine Diskursethik. Diskurs ist bei ihm der Schauplatz kommunikativer Rationalität.
Foucault hingegen untersucht als (vermeintlicher) Poststrukturalist den Wandel der Denksysteme. Als Diskurs bezeichnet er viel grundsätzlicher den Vorgang der Herausbildung jener Wahrheiten, in denen wir uns unser Sein zu denken geben.
Diskursbegriff Habermas
Jürgen Habermas bezeichnet in seiner Theorie des kommunikativen Handelns mit Diskurs den Prozess einer Aushandlung von individuellen Geltungsansprüchen der einzelnen Akteure (bei Habermas auch als "Aktoren" bezeichnet). Ein Merkmal der Sprache ist dabei nach Habermas die ihr innewohnende Rationalität. Die Ergebnisse einer Kommunikation - wenn sie frei ist von Verzerrungen durch Macht oder Hierarchien - sind ihm zufolge zwangsläufig rational. Als beste Versicherung für wahre Erkenntnisse, richtige Normen und wahrhafte Gefühle sieht er somit den herrschaftsfreien Diskurs.
Diskursbegriff Foucault
Der aktuell populäre Begriff "Diskurs" bezieht sich jedoch nicht auf Habermas oder etwa die Theorien der Gesprächs- und Konversationsanalyse der 1970er Jahre. Heute wird der Begriff Diskurs häufig im Sinne der Diskurstheorie von Michel Foucault verwendet. Grob vereinfacht meint Foucault mit Diskurs das in der Sprache aufscheinende Verständnis von Wirklichkeit der jeweiligen Epoche. Die Regeln des Diskurses definieren für einen bestimmten Zusammenhang, oder ein bestimmtes Wissensgebiet, was sagbar ist, was gesagt werden soll und was nicht gesagt werden darf und welcher Sprecher was wann sagen darf. Der Diskurs ist dabei nur der sprachliche Teil einer "diskursiven Praxis", die auch nichtsprachliche Aspekte miteinschließt. In manchen Theorien wird der Vollzug bestimmter (körperlicher) Darstellungsweisen (Performativität) als Teil der diskursiven Praxis verstanden. Beispielsweise radikale feministische Theorien fassen die Geschlechtsidentität selbst als diskursive Praxis. Die heute als real wahrgenommenen Unterschiede zwischen Mann und Frau können so als diskursive Konstruktion dargestellt werden.
An einem Beispiel soll die Möglichkeit zur konstruktiven Verwendung des Diskursbegriffs deutlich werden.
Der Begriff "Ausländerflut" ist eine Konstante im "Immigrations-Diskurs" in Deutschland, ein Begriff, der impliziert, Immigranten träten in "Fluten" und damit als Naturphänomen und Naturkatastrophe auf.
In der Analyse des Diskurses zeigt sich, in welcher Weise wir über die Welt nachdenken. In diesem Fall über das als Immigration problematisierte Phänomen der Überschreitung (eigentlich auch nur gedachter) Grenzen. Wenn Einwanderung häufig in Verbindung mit Flut in unserem Denken und Reden auftaucht, so hat das tiefergehende Bedeutung. In diesem Zusammenhang heißt dann "Diskurs" nicht mehr nur "Diskussion" sondern eher so etwas wie "sprachlich produzierter Sinnzusammenhang, der eine bestimmte Vorstellung forciert, die wiederum bestimmte Machtstrukturen und Interessen gleichzeitig zur Grundlage hat und erzeugt". Soweit "Diskurs" mit "Diskussion" gleichgesetzt wird, geht ihm ein entscheidender Bedeutungsaspekt verloren: die Eigenschaft, Realität zu erzeugen und zu strukturieren.
(Quelle: Handbuch der Globalisierung, http://www.handbuchderglobalisierung.de )
Diskursbegriff der kritischen Diskursanalyse
Jürgen Link und Siegfried Jäger schließen mit ihrer kritischen Diskursanalyse an dem Diskursbegriff von Michel Foucault an. Diskurs meint hier die institutionalisierte gesellschaftliche Redeweise, die das Handeln der Menschen bestimmt. Gegenstand sind dabei sowohl die Form, als auch der Inhalt von Äußerungen. Gefragt wird auch nach dem, was in den Redeweisen nicht gesagt wird oder sagbar ist. Für Jäger besitzt der Diskurs zudem eine historische Dimension: Diskurs ist ein Fluß von Rede und Texten („Wissen“) durch die Zeit (vgl. Siegfried Jäger 2004).
- Siegfried Jäger (2004): Kritische Diskursanalyse. Eine Einführung. ISBN 3-89771-732-8
Kritische Anmerkung
In der Regel wird der Begriff heutzutage zwar "versuchsweise" im Hinblick auf Foucault gebraucht, jedoch in seiner alten Bedeutung gemeint, nämlich als Unterhaltung oder allgemeine Diskussion. Die Bezugnahme auf die moderne französische Philosophie wird nur noch in der häufig skurrilen Art der syntaktischen Einbindung deutlich. Von einem "deutschen Diskurs über den Antisemitismus" im Sinne Foucaults zu sprechen ergibt wenig Sinn, wenn man sich dabei nicht selber als Teil dieses Diskurses versteht und die Produktion von Sinn, Macht und Herrschaft wenigstens mit meint. So schön der Satz "Rassismus erscheint im bundesdeutschen Diskurs nicht als Problem, das die Mitte der Gesellschaft tangiert, sondern als eine Randerscheinung" klingt, so könnte man den "bundesdeutschen Diskurs" problemlos durch "in der öffentlichen Diskussion in der BRD" ersetzen, ohne dass der Satz an Bedeutung verliert.
In diesem Sinne ist der Diskurs wohl auch ein intellektuelles Modewort.
Siehe auch
diskursiv (Adjektiv), Diskursives Wissen, Diskursethik, Intersubjektivität, Diskursanalyse, Diskurstheorie des Rechts, Rhetorik, Argumentationstheorie
Kategorie: Sprachphilosophie
Kategorie: Soziologie
Kategorie:Kommunikation
Kategorie:Rhetorischer Begriff
Kategorie:Ethische Methode
Objektive HermeneutikBei der Objektiven Hermeneutik handelt es sich um eine rekonstruktionslogische (im Gegensatz zu subsumtionslogisch), hermeneutische Methodologie der Sinnerschließung im Bereich der sinnstrukturierten Welt menschlicher Lebenspraxis, die im Unterschied zu anderen Hermeneutiken nicht auf den subjektiv gemeinten Sinn zielt sondern auf die Bedeutung von "Ausdrucksgestalten" bzw. "Texten" im weiten Sinne. Die Objektive Hermeneutik ist nicht nur eine Methode der Sinnerschließung (Stichwort "Sequenzanalyse") sondern zugleich eine Theorie der konstitutiven Merkmale des Gegenstandes "sinnstrukturierte Welt". Der Anspruch der Objektiven Hermeneutik ist, eine streng erfahrungswissenschaftliche, falsifikationistische Forschungsmethodologie für Forschungen im gesamten Erfahrungsbereich der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften abzugeben. Begründer der Objektiven Hermeneutik ist Ulrich Oevermann.
Objektbereich
Der Objektbereich der objektiven Hermeneutik ist, was der Philosoph Popper als „Welt Drei“ bezeichnet. Die „Welt Drei“ ist das Resultat interaktiver Schaffung von Neuem (Emergenz) auf der evolutiven Ebene des Menschen. Popper unterscheidet zwischen drei Welten: die erste Welt des Physisch-Materiellen (der erfahrbaren Welt), der zweiten Welt des Subjektiv-Psychischen (der menschlichen Interaktionen und Gedanken) und der dritten Welt des Objektiv-Geistigen. Die Strukturen der dritten Welt werden erzeugt durch ein System generativer Regeln. Der generative Regelbegriff stammt von Noam Chomsky. Ein generatives Regelsystem kann durch eine endliche Zahl von Regeln eine unendliche Zahl von Ergebnissen produzieren. Chomsky griff hierbei auf die mathematische Theorie der rekursiven (auf sich rückbezogenen) Funktionen zurück. Generative Regeln beziehen sich auf universale, wie auf historische Strukturen. Universale Strukturen sind nicht veränderbar, historische hingegen schon. Universal sind diese Strukturen aber nur in Bezug auf die Menschen. Zu den universalen Regeln gehören u.a. die Regeln der Sozialität als zweckfrei sich reproduzierende Reziprozität (Wechselseitigkeit), die universalgrammatischen Regeln der Phonologie und Syntax, sowie die universalpragmatischen Regeln. Es kann also gesagt werden, dass generative Regeln in Form von rekursiven Algorithmen objektive Sinnstrukturen erzeugen und so wohlgeformte Handlungen und Äußerungen ermöglichen. Die objektive Hermeneutik versucht diese Strukturen zu rekonstruieren.
Strukturen
In Zusammenhang mit der objektiven Hermeneutik sind Strukturen jene Gesetzmäßigkeiten, mit der eine Lebenspraxis (Individuum, Gruppe, Gemeinschaft, Institution, Gesellschaft) über einen bestimmten Zeitraum typische Selektionen aus den nach Regeln erzeugten offen stehenden Optionen vornimmt.
Struktur lässt sich in vier Ebenen unterscheiden:
#Ebene 1 mit Parameter 1: Sie enthält die Menge aller Strukturgesetzlichkeiten, die rekursiv algorithmisch wohlgeformte Möglichkeiten eröffnet.
#Ebene 2 mit Parameter 2: Sind die typischen Auswahlen einer Lebenspraxis aus Ebene 1. Die Zweite Ebene ist die Ebene der Subjektivität.
#Ebene 3 als Resultat der Selektion: Sie beinhaltet die objektive Fall-Strukturgesetzlichkeit bzw. die objektive Identität.
#Ebene 4 als immer nur partielles Begreifen: Sie beinhaltet ein bewusstseinsfähiges Selbstbild und intersubjektive Identität.
Diese Strukturen sind durch Latenz geschützt. Es können Strukturschichten unterschieden werden. Diese werden nach der Latenz der Zugänglichkeit unterschieden. Die universalen Strukturen sind dem Unbewussten zu zurechnen, bei den historischen Strukturen (epochenspezifische, gesellschaftsspezifische, subkulturelle, milieuspezifische Regeln) hingegen finden sich Stufen der Latenz vom Unbewussten, Vorbewussten bis zum partiell Bewussten. Nach der Definition von Luhmann hat strukturfunktionale Latenz die Funktion des Strukturschutzes. Demnach hat Latenz die Funktion, Strukturen vor der Zerstörung durch Aufdeckung zu bewahren. Dies gilt vor allem für die historisch variablen Strukturen. Die universalen Strukturen sind allerdings invariabel und somit auch durch Aufdeckung nicht zu verändern.
Methoden
Gegenstand des Verfahrens sind Texte. Wenn man Texte unter dem Gesichtspunkt der Trägerschaft von Sinn und Bedeutung betrachtet, so kann man diese auf das gesamte menschliche Schaffen erweitern. Dazu gehören dann auch Landschaften, Filme, Bilder, Gemälde, usw.. Diese werden in Form von Protokollen vergegenständlicht. Die Protokolle ihrerseits sind von der Lebenspraxis (der protokollierte Wirklichkeit) zu trennen. Unter Lebenspraxis versteht Oevermann z.B. Personen, Familien, sich selbst als Einheiten verstehende [Gruppe]n, Organisationen, Firmen oder nationale Gesellschaften. Die Unmittelbarkeit der Lebenspraxis verhindert ein sofortiges analysieren .
Im Gegensatz zu anderen qualitativen Verfahren, sowie den traditionellen Hermeneutiken geht es der objektiven Hermeneutik nicht darum, einen vom Autor intendierten Sinn nachzuvollziehen, sondern den latenten Sinn - die Struktur - des Textes zu ermitteln. Dabei geht die objektive Hermeneutik davon aus, dass eine Sprache von Individuen intersubjektiv geteilte Regeln und Bedeutungen aufweist, die man rekonstruieren kann. Die Rekonstruktion der Struktur der dritten Welt erfolgt durch Interpretieren. Dabei gelten folgende Interpretationsregeln:
#Im Zentrum eines Falles steht ein Strukturkern, welchen man auch als Strukturformel oder generatives Prinzip bezeichnen kann. Ziel wissenschaftlicher Arbeit muss also sein die Strukturformel des Falles zu rekonstruieren (entschlüsseln).
#Das Interpretieren muss dem Sequentialitätsprinzip folgen. Es soll Sequenz für Sequenz, Interakt für Interakt rekonstruiert werden.
#Der wissenschaftliche Interpret soll dem Phänomen möglichst viel Sinn unterstellen und somit auch die unwahrscheinlichsten Lesearten berücksichtigen.
#Die im Interpretationsprozess nicht ausgeschiedenen Interpretationen müssen dann den Strukturkern des Falles beschreiben.
Bei der Datenerhebung wird nicht standardisiert vorgegangen. Es wird darauf geachtet keine „Kleinigkeit“ zu übersehen, deshalb werden Aufzeichnungsgeräte benutzt. Dadurch ist gewährleistet, dass es zu keiner Selektion im Voraus kommt.
Lesarten entwerfen heißt, Kontextbedingungen zu konstruieren, die den jeweiligen Interakt (auch Sequenz) sinnvoll erscheinen lassen. Diese Vorgehensweise hat nichts mit willkürlichem Interpretieren zu tun, sondern trägt der Struktur der dritten Welt Rechnung, da diese verborgen ist. Sie unterscheidet sich gerade durch diese Vorgehensweise von der „Alltagsinterpretation“, da im Alltag gerade eine Richtung ohne Umwege bei der Interpretation eingeschlagen werden muss. Dies muss im Alltagsgeschehen auch so sein, da der Versuch auch das Unwahrscheinliche, Außergewöhnliche oder Abenteuerliche mit einzubeziehen, das Handeln erheblich erschweren würde. Diese Art des Interpretierens setzt eine Einstellungsänderung bei den wissenschaftlichen Interpreten voraus. Der Interpret muss versuchen den Gegenstand zu verfremden, sich ihm gegenüber „naiv“ zu stellen. Das hat die Funktion, Kritik, sowie fest gefügte Vorstellungen zu Lesarten zu unterbinden. Es soll ihm außerdem helfen kein „Vorwissen“ über den Fall in die Konstruktion von Kontexten einfließen zu lassen.
Sequenzialität ist ein Charakteristikum des menschlichen Handelns . Jeder Handlungsvollzug stellt eine Sequenzstelle dar, an welcher sich ein Prozess der Schließung und Öffnung von Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Menschliches Handeln basiert auf dem sozialen Akt und für den gilt,
#dass er regelgeleitet (generative Regeln) ist,
#dass er im Sinne eines rekursiven Algorithmus funktioniert,
#dass er einen geschlossenen Handlungskreis (Geste, Reaktion, Resultan-te) darstellt.
Deshalb ist die Sequenzanalyse die methodisch angemessene Antwort auf die Sequentialität von menschlichem Handeln. Bei der Interpretation einer Sequenz sind zwei Parameter zu unterscheiden: Der erste Parameter bezieht sich auf die Gesamtheit der offen stehenden Handlungsmöglichkeiten – er gibt die Gesamtzahl der Sequenzierungsregeln an, welche an dieser Stelle eine logischen Anschluss an die Handlung bieten. Der zweite Parameter bezieht sich auf die Auswahl unter den offen stehenden Handlungsmöglichkeiten – dieser umfasst alle Elemente der beteiligten Lebens- oder Handlungspraxen welche zu einer Auswahl führen.
Das Totalitätsprinzip legt fest, dass bei der Rekonstruktion eines Protokollabschnitts prinzipiell alles zu berücksichtigen ist. Alles ist zu interpretieren, jedes Detail egal wie unscheinbar muss mit einbezogen werden.
Das Wörtlichkeitsprinzip besagt, dass nur das zur Erschließung einer Sache heranzuziehen ist, was sich auch an deren Ausdrucksgestalt festmachen lässt. Das heißt es kann nur das zur Rekonstruktion der Fallstruktur herangezogen werden, was wörtlich im Text, bzw. Protokoll zu finden ist.
Das Darstellungsprinzip legt fest, in welcher Weise ein Fall dargestellt, d.h. prä-entiert werden soll. Die Darstellung erfolgt hierarchisch. Zuerst wird die Analyse der Fragestellung vorgestellt. Es ist erforderlich, dass die Fragestellung mit objektiv hermeneutischen Mittel rekonstruiert und das Ergebnis schriftlich festgehalten wird, bevor die weiteren Schritte in Angriff genommen werden. Als Zweites folgt die Interpretation der objektiven Daten, d.h. der Geschichte des Falls, sowie der sozialen Eingebundenheit. An dritter Stelle folgt die Interpretation der erhobenen Daten, wobei mit der Eröffnungssequenz zu beginnen ist. Dieses Prinzip gilt auch für die Reihenfolge von Fallanalysen.
Es stellt sich noch die Frage nach der Überprüfbarkeit - also Gültigkeit - der, von den hermeneutischen Erfahrungswissenschaft aufgestellten Hypothesen. Hierbei kommt das Falsifikationsprinzip Poppers zum Zug. Demnach lässt sich eine Hypothese nicht verifizieren (belegen), sondern muss falsifiziert (widerlegt) werden. Die einzige Möglichkeit eine Hypothese zu entkräften, ist sie zu widerlegen. In der objektiven Hermeneutik werden deshalb folgende Verfahrensschritte verwendet:
#Aufstellung einer Hypothese
#Überprüfung der Hypothese
##auf ihren empirischen Gehalt
##auf ihren logischen Gehalt
#Formulierung der Hypothese in Reinform
#Widerlegungsversuch
##Hypothese
##Randbedingungen
##Prognose
Wenn eine Entscheidung bei der Überprüfung negativ ausfällt, so gilt die Hypothese und damit das System aus dem sie stammt als falsifiziert und hat somit keine Gültigkeit.
Das Falsifikationsprinzip wird an zwei Stellen in der hermeneutischen Erfahrungswissenschaft angewendet. An erster Stelle findet sich das Falsifikationsprinzip in der Sequenzanalyse durch die Einführung der Parameter I und II. Denn werden auf der Ebene von Parameter II – konkrete Auswahl - aus den offen stehenden Handlungsmöglichkeiten (Parameter I), Entscheidungen getroffen die nicht zur Strukturhypothese passt, so gilt diese als falsifiziert. Die zweite Stelle befindet sich am Ende der Interpretation eines Falles, wenn alle Lesarten darauf überprüft werden, ob sie wirklich zur Strukturhypothese passen. Somit zeigt sich, dass die Ergebnisse der objektiv hermeneutisch verfahrenden Wissenschaft doppelt auf ihre Gültigkeit hin überprüft werden. „Ein strengeres Falsifikationsverfahren ist in der Methodologie der Humanwissenschaften schlechterdings nicht zu haben.“ (Oevermann)
Interpretationsbeispiel
Die wohl zur Zeit detaillierteste, lückenloseste Sequenzanalyse des Begründers der Objektiven Hermeneutik, die daher zu Studienzwecken auch als am besten geeignet erscheint, findet sich in
Ulrich Oevermann (2001): Strukturprobleme supervisorischer Praxis. Eine objektiv hermeneutische Sequenzanalyse zur Überprüfung der Professionalisierungstheorie. Humanities-online, Frankfurt am Main, 314 S. (vgl. auch Oevermanns Aufsatz im Band von Barde / Mattke (1993)
Literatur
- Oevermann, Ulrich; Allert, Tilman.; Konau, Elisabeth; Krambeck, J. (1979). Die Methodologie einer "objektiven Hermeneutik" und ihre allgemeine forschungslogische Bedeutung in den Sozialwissenschaften. In: Hans-Georg Soeffner (Hrsg.): Interpretative Verfahren in den Sozial- und Textwissenschaften. Stuttgart, S. 352-434: Metzler
- Oevermann, Ulrich (2000): Die Methode der Fallrekonstruktion in der Grundlagenforschung sowie der klinischen und pädagogischen Praxis, in: Klaus Kraimer (Hrsg.): Die Fallrekonstruktion. Sinnverstehen in der sozialwissenschaftlichen Forschung. Frankfurt am Main, S. 58-156: Suhrkamp
- Oevermann, Ulrich (2001): Strukturprobleme supervisorischer Praxis. Eine objektiv hermeneutische Sequenzanalyse zur Überprüfung der Professionalisierungstheorie. Humanities-online, Frankfurt am Main, 314 S.
- [http://www.ihsk.de/Manifest.PDF Ulrich Oevermann (2002): Klinische Soziologie auf der Basis der Methodologie der objektiven Hermeneutik – Manifest der objektiv hermeneutischen Sozialforschung. Frankfurt am Main, pdf-Datei, 33 S.]
- Ley, Thomas (2004): "Objektive Hermeneutik in der Polizeiausbildung. Zur sozialwissenschaftlichen Grundlegung eines Curriculums", Berlin: Duncker & Humblot
- Wagner, Hans-Josef (2001): "Objektive Hermeneutik und Bildung des Subjekts", Weilerswist: Velbrück Wissenschaft
- Wernet, Andreas (2000): "Einführung in die Interpretationstechnik der Objektiven Hermeneutik", Opladen: Leske + Budrich
siehe auch: [http://user.uni-frankfurt.de/~hermeneu/bib_oev.htm Oevermann-Bibliographie] und [http://www.objektivehermeneutik.de Bibliographie der Arbeitsgemeinschaft Objektive Hermeneutik e.V.]
Weblinks
- Bibliographie von Ulrich Oevermann: http://www.rz.uni-frankfurt.de/~hermeneu/bib_oev.htm
- Arbeitsgemeinschaft objektive Hermeneutik e.V.: http://www.rz.uni-frankfurt.de/~hermeneu/
- Praktische Anwendung der Methode der Objektiven Hermeneutik in der Unternehmens- und Marketingberatung: http://www.burkholzherrmannsaalow.de und http://www.visual-profiling.de
- Praktische Anwendung der Methode in der Sozialen Arbeit/Pädagogischen Diagnostik: http://www.sequenz-ihp.de
- Homepage Soziologie T. Ley: http://www.soziologie-analyse-intervention-frankfurt.de
Kategorie:Soziologie
Siegfried JägerSiegfried Jäger ( - 1937) ist ein deutscher Sprachkundler.
Jäger war von 1965 bis 1971 Mitarbeiter des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim. Seit 1972 ist er Inhaber des Lehrstuhl für Germanistik mit dem Schwerpunkt sprachwissenschaft/Diskursanalyse an der ehemaligen Gerhard-Mercator-Universität GH Duisburg (heute: Universität Duisburg-Essen) und seit 1987 Leiter des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS).
Sein Forschungsschwerpunkt ist die Kritische Diskursanalyse zu der er eine Einführung als Standardwerk verfasst hat.
Zitate über die Person
Dr. Rainer Diaz-Bone, "Historical Social Research/Historische Sozialforschung" Vol. 28, 2003, No 4:
"JÄGER hat als erster im deutschsprachigen Raum ein Methodenbuch [ Siegfried Jäger: Kritische Diskursanalyse. Eine Einführung ] zur qualitativen Diskursanalyse vorgelegt. Er versucht über die dort entwickelte Analyse von 'diskursiven Strängen' hinausgehend die Analyse von Dispositiven zu entwerfen und dafür Zwecke der praktischen und soziologischen Diskursanalyse einer der wertvollsten des ersten Bandes dieses Handbuches. Er verzahnt theoretische Überlegungen mit methodologischen und leitet daraus eine detaillierte praktische Schrittfolge ab. Wie kaum ein anderer hat in Deutschland JÄGER (und seine Duisburger Mitarbeiter) so kontinuierlich die FOUCAULTsche Diskurstheorie aufgegriffen, methodisch in kritischen Diskursanalysen umgesetzt und die diskursanalytische interessierte Öffentlichkeit – auch in jeweils erste Entwürfe – Einblick nehmen lassen. Wie JUNG, ist Jäger ursprünglich Linguist, hat kritisch das Fehlen eines Sozialmodells in der Soziolinguistik untersucht und sich dann (beeinflusst durch Jürgen LINK) der FOUCAULTschen Diskursanalyse zugewendet. Im Unterschied zu JUNG integriert Jäger linguistische Analyseschritte, kann sie aber einer soziologischen Sichtweise unterordnen und trifft so die für die sozialwissenschaftliche Analyse bedeutsame diskursive Ebene, auf der sie erst eine Einheit als Aussagensystem hat und von der aus erst Aussagen als Elemente erkennbar werden können."
Buchveröffentlichungen u.a.
- (Hrsg. mit Christoph Butterwegge) Rassismus in Europa. 2. Aufl., Köln 1993;
- (Hrsg. mit Christoph Butterwegge) Europa gegen den Rest der Welt. Köln 1993;
- (Hrsg. mit Jürgen Link) Die vierte Gewalt. Rassismus und die Medien. Duisburg 1993;
- Der Großregulator. Analyse der Bildberichterstattung über den rassistisch motivierten Terror und die Fahndung nach der RAF im Sommer 1993. Duisburg 1993;
Im Resümee dieser Anaylse sellt der Autor fest, dass die von der Zeitung "angeblich wachsende Armut und Zukunftsunsicherheit den Ausländern" zuschreibe und Handlungsbereitschaften gegen sie versucht zu entfachen. Das führt bei den LeserInnen zu einer Haltung, die man als "rebellierende Selbstunterwerfung" bezeichnen kann."
- (Hrsg. mit M. Jäger) Studien zu Rechtsextremismus und (Neo-)Konservatismus. Duisburg 1995;
- BrandSätze. Rassismus im Alltag. 4. Aufl., Duisburg 1996;
- Kritische Diskursanalyse. 4. erw. Aufl., Duisburg/Münster 2004; (gemeinsam mit Margarete Jäger). ISBN 3-89771-732-8
- Gefährliche Erbschaften. Die schleichende Restauration rechten Denkens. Berlin 1999;
- (Hrsg. mit Alfred Schobert) Weiter auf unsicherem Grund. Faschismus, Rechtsextremismus, Rassismus. Kontinuitäten und Brüche, Duisburg 2000.
- (Hrsg. mit Martin Dietzsch, Siegfried Jäger, Helmut Kellershohn, Alfred Schobert). Nation statt Demokratie. Sein und Design der »Jungen Freiheit«. 2. Aufl. 2004. ISBN 3-89771-733-
- (Hrsg. mit Alfred Schobert): Mythos Identität. Fikion mit Folglen. Duisburg/Münster 2004. ISBN 3-89771-735-2
- Wie die Rechten reden. Sprachwissenschaftliche und diskursanalytische Veröffentlichungen zu den Themen Faschismus, Rechtsextremismus und Rassismus. Eine kommentierte Bibliographie. ISBN 3-927388-50-5
- (Hrsg. mit Ursula Kreft, Hans Uske): Kassensturz. Politische Hypotheken der Berliner Republik. ISBN 3-927388-66
- (Hrsg. mit Franz Januschek). Gefühlte Geschichte und Kämpfe um Identität. 2004. ISBN 3-89771-730-1
- (Hrsg. mit Andreas Disselnkötter, Helmut Kellershohn, Susanne Slobodzian): Evidenzen im Fluss. Demokratieverluste in Deutschland. ISBN 3-927388-60-2
Weblinks
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- [http://www.kommunisten-online.de/Diversanten/brief.htm/ Offener Brief von Günter Ackermann an Siegfried Jäger]
Jaeger, Siegfried
Jaeger, Siegfried
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Jaeger, Siegfried
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Kategorie:DiskursanalyseKategorie:Soziolinguistik
Kategorie:SoziolinguistikKategorie:Spezielle Soziologie
Kategorie:Linguistik
Gelenktriebwagen NGT12-LEIDer Gelenktriebwagen NGT12-LEI ist ein niederfluriger Straßenbahntriebwagen der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB). Er zählt zum Typ „Flexity Classic XXL“ und wurde von Bombardier Transportation in Bautzen hergestellt. Zu erst wurden 12 Typen bestellt, von denen schon 4 Bahnen ausgeliefert wurden. Die Option für weitere 12 Bahnen wurde im September September eingelößt, so dass am Ende 24 Fahrzeuge durch Leipzig rollen werden.
Der 45 Meter lange Triebwagen basiert auf der Bahn, die seit 2003 in Dresden eingesetzt werden.
Siehe auch: Gelenktriebwagen NGT D12DD
Kategorie:Leipzig
Leipzig
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Hrvatska u personalnoj uniji s Mađarskom
Tijekom vladavine mađarskih vladara iz dinastije Arpadovića (1102. – 1301.), mnogo stvari se dogodilo na štetu Hrvatske, jer su mađarski vladari najviše vodili računa o svojim interesima, dok im interesi Hrvatske i nisu bili tako važni. Iako je prvi kralj iz dinastije Arpadovića, Koloman (1102. - 1116.) dodijelio neke povlastice hrvatskim velikašima, naseljavanje njemačkog i mađarskog vlastelinstva vodi ka jedn
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