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Eichenrotkappe

Eichenrotkappe

Die Eichenrotkappe ist ein Pilz aus der Familie der Röhrlinge. Wie alle Raufußröhrlinge ist auch sie ein Speisepilz. Sie war Pilz des Jahres 1994

Kurzbeschreibung


- Hut: 5-20 cm breit, schön ziegelrot oder rotbraun. Jung fast kugelig, im Alter massig-polsterförmig.
- Röhren: Jung weiß, später grau bis dunkelolivgrau.
- Stiel: Bis 20cm lang, dick und fest mit rotbraunen Schüppchen bedeckt.
- Fleisch: In der Stielbasis dunkelviolett verfärbend, ebenso beim Kochen.
- Vorkommen: Juli bis Oktober unter Eichen und Buchen.
- Verwechslung: ungefährlich mit anderen Raufüßen Birkenrotkappe, Heidenrotkappe, Espenrotkappe. Espenrotkappe Kategorie:Basidienpilze Kategorie:Speisepilz

Pilz

Die Pilze (Fungi) bilden neben den Tieren, Pflanzen und Protisten ein eigenes Reich. Als Eukaryoten besitzen Pilzzellen mindestens einen echten Zellkern (Nukleus) und ein Cytoskelett. Die Vermehrung und Ausbreitung erfolgt geschlechtlich und ungeschlechtlich durch Sporen oder vegetativ durch Ausbreitung (eventuell mit Fragmentierung) der in verschiedenen Fällen sehr langlebigen Myzelien bzw. Mykorrhizen. Pilze sind heterotroph und ernähren sich meist durch das Ausscheiden von Enzymen in die unmittelbare Umgebung, wodurch Nährstoffe aufgeschlossen werden und in die Zellen aufgenommen werden können. Lange zu den Pflanzen gerechnet, gelten Pilze heute aufgrund genetischer und physiologischer Eigenschaften als wesentlich näher mit den Tieren verwandt. Pilze kommen wie die Backhefe als Einzeller oder wie etwa der Steinpilz als Mehrzeller vor. Von den Pflanzen unterscheiden sich die Pilze durch ihre heterotrophe Lebensweise, die ohne das Pigment Chlorophyll auskommt, und durch das Vorkommen von Chitin in der Zellwand. Von den Tieren unterscheiden sie sich unter anderem durch das Vorhandensein einer Zellwand. Die früher als „Niedere Pilze“ bezeichneten Gruppen, also Schleimpilze, pilzähnliche Protisten wie die Eipilze (Oomycota) oder Hypochytriomycota werden heute nicht mehr zu den Pilzen (Fungi) gezählt. Die Lehre von den Pilzen ist die Mykologie. Das Wort „Pilz“ entstammt dem Althochdeutschen buliz und ist wahrscheinlich vom lateinischen boletus abgeleitet. Hieraus entwickelte sich über bülez und schließlich bülz die moderne Form des Wortes. In Süddeutschland wird anstelle von Pilz auch das Wort Schwammerl verwendet.

Aufbau der Pilze

Das Größenspektrum der Pilze reicht von mikroskopisch kleinen Arten bis zu den leicht erkennbaren Großpilzen. Das Myzel einer Hallimaschart (
Armillaria ostoyae, in Amerika Honey Mushroom genannt) aus dem Malheur National Forest (USA) ist mit einer Ausdehnung von 900 Hektar und einem geschätzten Alter von 2400 Jahren eines der ältesten und das größte Lebewesen der Erde. Pilze existieren in zwei unterschiedlichen Formen: als Hyphengeflecht oder als Einzeller (Hefen oder auch Sprosspilze genannt). Hefen sind einzellige Stadien, die sich hauptsächlich asexuell durch Bildung von Blastokonidiosporen oder durch Sprossung vermehren. Sprossung Die Hyphen bilden im Substrat ein mikroskopisches Geflecht, das Myzel genannt wird. Dieses nimmt Nährstoffe aus der Umgebung auf. Die Hyphen bestehen aus einzelnen Hyphenzellen, die durch Septen voneinander getrennt sind. Die Septen (Trennwände) enthalten Poren, die einen Austausch von Cytoplasma gewährleisten. Der Pilz liegt in seiner vegetativen Phase entweder als Myzelium oder Sprosszelle vor; er lebt im Substrat wie dem Boden, Holz oder Pflanzengewebe. Die verschiedenen Fruchtkörper der Großpilze sind das äußerlich auffälligste Erkennungsmerkmal; ob hut-, keulen-, knollen- oder krustenförmig, bestehen sie aus verflochtenen Hyphen, die ein „Scheingewebe“ (Plektenchym) bilden. Vielzellige Hyphenaggregationen werden auch Thalli genannt. Die Fruchtkörper stellen jedoch nur einen kleinen Teil des Gesamtorganismus Pilz dar, und dienen der Vermehrung durch Bildung von Sporen, die aus einer Meiose hervorgegangen sind. Die Sporen werden bei vielen Pilzen in besonderen Fruchtschichten der Fruchtkörper gebildet (Hymenien). Bei Hutpilzen befindet sich die Fruchtschicht unter dem Hut; sie kann aus Leisten, Lamellen oder Röhren bestehen. Bei vielen Schlauchpilzen befindet sich das Hymenium knapp unter der Oberfläche des Fruchtkörpers in kleinen Kammern (Perithekien), die wie Pusteln aussehen. Hymenium In den Zellwänden der Hyphen kommen als Baustoffe Chitin, Hemizellulosen, Lipide, Proteine und andere Stoffe vor. Die Hyphen können sich auch stark abwandeln und spezialisieren; so bilden pflanzenparasitische Pilze oft Haustorien aus. Diese stülpen sich in pflanzliche Zellen, um dort Nährstoffe aufzunehmen. Einige bodenbewohnende, carnivore (fleischfressende) Pilze sind sogar in der Lage, mit ihren Hyphen Schlingfallen für kleine Fadenwürmer Nematoden auszubilden. Beim Durchkriechen werden die Nematoden dadurch festgehalten, dass sich der Hyphendurchmesser der Schlingenhyphe schnell vergrößert und sich somit die Schlingenöffnung schnell verkleinert. Eine andere Abwandlung vegetativer Hyphen sind die Substrat- oder Lufthyphen. Mehrere Bündel von Hyphen legen sich parallel aneinander und bilden makroskopisch sichtbare Hyphenstränge(Synnemata), aus denen je nach Milieu- oder Umweltänderung entweder Überdauerungsorgane (Sklerotien, Chlamydosporen) oder ungeschlechtlich erzeugte Sporen entstehen können (Konidiosporen). Die vermutlich ursprünglichste Form der Pilze, die Töpfchenpilze (Chytridiomycota) bilden keine Hyphen, sondern einen undifferenzierten Thallus aus. Bei vielen Töpfchenpilz-Arten kommen während ihres Lebenszyklus begeißelte Stadien vor, was auf einen gemeinsamen Ursprung von Tieren und Pilzen hindeutet.

Fortpflanzung

Bei Pilzen kann die Fortpflanzung sowohl geschlechtlich durch Generationswechsel als auch ungeschlechtlich durch Abschnüren von vegetativen Teilen erfolgen.

Geschlechtliche Vermehrung

begeißelte Durch eine Reduktionsteilung (Meiose) erzeugen die Pilze sexuelle Sporen (Meiosporen). Das Meiosporangium, das Organ zur Erzeugung der Sporen, ist bisweilen sehr typisch ausgebildet und dient als Grundlage zur Differenzierung der Pilze. Bei den Schlauch- und Basidienpilzen sind es die Asci bzw. Basidien. Nach der Keimung der aus der Meiose hervorgegangenen Meiosporen ist das daraus entstehende Pilzgeflecht (Primärmycel) ein zunächst meist haploides Monokaryon, enthält also pro Zelle nur einen Zellkern. Wenn sich zwei unterschiedliche vom Kreuzungstyp passende Myzelien begegnen, so bilden sie eine Kreuzungsbrücke aus. Über diese werden die genetisch unterschiedlichen Zellkerne ausgetauscht. Dieser Vorgang heißt Plasmogamie. Eine Hyphe mit unterschiedlichen Zellkernarten nennt man Heterokaryon. Da bei Schlauch- und Basidienpilzen nur maximal zwei genetisch unterschiedliche Zellkerne je Thallus möglich sind, werden diese beiden Abteilungen der Pilze auch gerne zu den Dikaryomycota zusammengefasst. Ihre Thalli sind nach der Plasmogamie dikaryotisch. Es gibt aber auch Abweichungen von diesem Schema. So wurden auch schon diploide - durch Kernfusion vereinigte - Zellkerne in Hallimasch-Myzelien gefunden. Dieser Zustand existiert sonst nur in der Phase der geschlechtlichen Sporengenese in den Meiosporangien. Hallimasch Hallimasch Die Zahl der produzierten Sporen hängt von der Art ab. Der Riesenbovist (
Langermannia gigantea), der so groß wie ein Riesenkürbis werden kann, hält mit 5 und 15 Billionen Sporen den bisherigen Rekord. Ein durchschnittlicher Steinpilz produziert immerhin noch einige Milliarden Sporen.

Ungeschlechtliche Vermehrung

Bei den Pilzen ist die ungeschlechtliche, vegetative oder asexuelle Vermehrung häufig. Es gibt sogar sehr viele Pilze, welche die Fähigkeit zur sexuellen Reproduktion vollständig verloren haben. Diese Gruppe nennt man Fungi imperfecti oder Deuteromycota. Darunter befinden sich Schimmelpilze und etliche pflanzenschädigende Arten. Die ungeschlechtlich erzeugten Sporen nennt man Mitosporen oder Konidiensporen (Konidiosporen). Sie entstehen meist durch Ausstülpungen am Ende der Hyphen (akropetale Konidosporen).

Ökologie

Pilze bilden neben Pflanzen und Tieren das dritte Reich der vielzelligen Eukaryoten. Entsprechend groß ist ihre ökologische Bedeutung.

Pilze als Destruenten

Alle Pilze sind für ihren Stoffwechsel auf die von anderen Lebewesen gebildeten organischen Stoffe angewiesen (Heterotrophie). Sie bilden die wichtigste Gruppe der am Abbau organischer Materie (tote Lebewesen, Exkremente, Detritus) beteiligten Lebewesen und gelten damit neben den Bakterien als bedeutendste Destruenten. So sind es fast ausschließlich Pilze, die Lignin, komplexe Verbindungen in verholzten Zellwänden von Pflanzen, aufspalten und verwerten können. Auch im Abbau von Zellulose, Hemizellulose und Keratin sind sie die wichtigsten Verwerter. KeratinZusammen mit Bakterien und tierischen Kleinstlebewesen bilden sie aus organischem Abfall den Humus.

Mykorrhizae

Man nimmt an, dass etwa 80 Prozent aller Pflanzen durch die Anwesenheit von Pilzen im Boden in ihrem Wachstum gefördert werden. Oft sind die Wurzeln der Pflanzen von einem Mantel aus Pilzfäden (Pilzhyphen), einem Myzelmantel, umgeben. Diese Art der Symbiose zwischen Pilz und Pflanze wird als Mykorrhiza (Pilzwurzel) bezeichnet. Bei der Mykorrhiza sind die Baumwurzeln von den Hyphen des Pilzes eng umschlungen. Es findet Stoffaustausch statt: Der Baum produziert Kohlenhydrat und gibt diese an den Pilz ab, dieser ernährt sich davon. Der Baum erhält vom Pilz Wasser und Mineralstoffe. Dadurch gedeiht der Baum besser, da zusätzliches Wasser ihm gut tut. Baum und Pilz ziehen also beide Nutzen aus ihrer Symbiose, es handelt sich um einen Mutualismus. Sie wurde 1885 erstmals von Albert Bernhard Frank an Waldbäumen beobachtet. Auch viele Orchideen leben mit Pilzen in Symbiose und sind für die Keimung ihrer Samen unter natürlichen Bedingungen obligat auf ihre Symbiosepartner angewiesen.

Pilze als Pflanzenschädlinge

obligat Viele Pilzarten nutzen nicht nur totes, sondern auch lebendiges Material und werden dadurch bei wirtschaftlich wichtigen Nutzpflanzen zu Pflanzenschädlingen. Als solche können sie schwere Pflanzenkrankheiten hervorrufen. Wichtige Beispiele sind die weit verbreiteten Pilzerkrankungen der Kastanien oder der Ulmen. Pilzliche Erkrankungen der Pflanzen können ohne Vorbeugung oder Gegenmaßnahmen zu Totalausfällen und Missernten führen. Zu den Pflanzenschädlingen gehören auch viele Arten der Baumpilze. Wirtschaftlich wichtige Pilzkrankheiten sind Maisbeulenbrand, Steinbrand bei Weizen, Mutterkorn bei Roggen, Kartoffelfäule (
Phytophtora infestans), Welkekrankheit (Verticillium) bei vielen Kulturpflanzen, Apfelschorf (Venturia), Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae), Obstbaumkrebs (Nectria galligena) und Echter Mehltau (Erisyphaceae). Daneben exisiteren noch circa 10.000 weitere pilzliche Pflanzenkrankheiten.

Bedeutung für den Menschen

Menschen nutzen Pilze in vielerlei Hinsicht, etwa als Speisepilz oder als Biofermenter zur Herstellung von Alkohol, Zitronensäure oder Vitamin C. Auch in der menschlichen Kultur und Technik spielen Pilze eine wichtige Rolle. Pilze sind aber auch Krankheitserreger und können beim Menschen zahlreiche Pilzkrankheiten hervorrufen.

Speise- und Giftpilze

Vitamin C Viele Pilzarten sind bekannte und beliebte Nahrungsmittel. Dazu gehören nicht kultivierbare Arten, wie Steinpilz, Pfifferling und Trüffel, aber auch Kulturarten und -sorten von Champignon, Shiitake und Austernpilz. Beim Sammeln von Wildpilzen ist größte Sorgfalt geboten, um nicht durch versehentlich geerntete Giftpilze eine Pilzvergiftung zu riskieren. Als wichtigste Voraussetzung für das Sammeln von Pilzen gelten grundlegende Kenntnisse von Speise- und Giftpilzen. Pilze müssen vor dem Verzehr gut gedünstet oder gebraten werden, da viele Arten giftige Hämolysine oder hitzelabile Gifte enthalten, die durch das Erhitzen zerstört werden. Hämolysin Die meisten Speisepilze gehören zu den Basidienpilzen. Relativ wenige Speisepilz-Arten, darunter die Morcheln und die Trüffel stammen aus der Abteilung der Schlauchpilze (Ascomycota).
Siehe auch: :Kategorie:Speisepilz, :Kategorie:Giftpilz, Liste der Giftpilze

Bedeutung für alkoholische Getränke und Milchprodukte

Von den einzelligen Pilzen sind die Wein-, Bier- oder Backhefen die bekanntesten Nutzpilze. Bei der Weinherstellung spielt der Mycelpilz
Botrytis cinerea eine wichtige Rolle. Er erzeugt bei herbstlich kühlfeuchtem Wetter bei den Beeren eine Edelfäule, die bewirkt, dass die Beerenhaut perforiert wird. Das austretende Wasser läßt die Zuckerkonzentration in der Beere steigen. Viele Arten spielen auch beim Reifeprozess von Milchprodukten, insbesondere von Sauermilchprodukten und Käse, eine bedeutende Rolle.

Heilpilze

Pilze werden auch als Heilpilze verwendet. In der heutigen Volksrepublik China sind zahlreiche Großpilze schon seit Jahrhunderten Bestandteil der Traditionellen chinesischen Medizin. Der Shiitake (
Lentinula edodes) galt schon in der Mingdynastie (1368-1644) als Lebenselixier, das Erkältungen heilen, die Durchblutung anregen und Ausdauer fördern sollte. Der Glänzende Lackporling (Ganoderma lucidum) ist als „Ling-Zhi“ oder „Reishi“ bekannt; er soll ein besonders wirksames Tonikum sein. Der Pom-Pom-Pilz oder Igelstachelbart (Hericium erinaceus) wird demnach bei Erkrankungen des Magens empfohlen. Der europäische Apothekerschwamm oder Lärchenbaumschwamm (Laricifomes officinalis) ist als Heilmittel gesucht und hoch geschätzt. Sein wirksamer Bestandteil ist Agaricinsäure; sie wirkt stark abführend und ist für den außerordentlich bitteren Geschmack verantwortlich.

Zauberpilze

Lärchenbaumschwamm Zauberpilze oder Rauschpilze sind Synonyme für Pilze, die halluzinogene Substanzen enthalten. Es gibt exotische Arten wie den Kubanischen Träuschling oder den Mexikanischen Rauschpilz (
Psilocybe mexicana) aber auch einheimische Arten, vor allem aus der Gattung der Kahlköpfe (Psilocybe). Ihre Wirkung ist meist ähnlich der des LSDs. Der Genuss von Zauberpilzen kann im Krankenhaus enden, wenn entweder falsche Arten gesammelt wurden, oder die Wirkung der Pilze unterschätzt wurde. Die Verwendung von Rauschpilzen hatte und hat noch heute bei verschiedensten Völkern eine rituell-religiöse Bedeutung.

Medizinische Bedeutung

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts nutzt man Pilze auch für medizinische Zwecke. Medikamente wie das Antibiotikum Penicillin werden aus Pilzen gewonnen. Andererseits greifen Pilze auch Menschen an und rufen bei ihnen Pilzerkrankungen hervor. Haut- und Nagelpilze sind wohl die bekanntesten Pilzkrankheiten des Menschen. Weitere Beispiele
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Pityriasis versicolor
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Candida albicans: meist harmloser Mitbewohner, Erkrankung nur bei Abwehrschwäche
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Aspergillus-Arten, als A. fumigatus der häufigste Erreger der Aspergillose, einer Lungenerkrankung
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Cryptococcus neoformans als Erreger der Kryptokokkose
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Rhizopus, eine Phykomyzeten-Gattung, Erreger der Mukormykose
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Coccidioides immitis, der vor allem in den Südstaaten der USA, in Mexiko und Argentinien die Kokzidioidomykose hervorruft
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Histoplasma capsulatum, Endoparasit des retikuloendothelialen Gewebes und Erreger der Histoplasmose Als Gegenmittel werden Antimykotika eingesetzt. Dies sind Medikamente, die bei lokalem Pilzbefall von Haut oder Schleimhäuten oder systemischen Pilzinfektionen angewendet werden.

Weiterer ökonomischer Nutzen

Der als Baumschädling vor allem in Buchen und Birken wachsende Zunderschwamm,
Fomes fomentarius, ein Weißfäulepilz, wurde früher zum Feuermachen verwendet: Das Innere der aus den Baumstämmen konsolartig herauswachsenden Fruchtkörper wurde gekocht, getrocknet, weichgeklopft, mit Kaliumnitrat-Lösung getränkt und erneut getrocknet. Der so erhaltene Zunder kann durch Funken entzündet werden. Durch bloßes Kochen, Trocknen und Weichklopfen kann aus dem Fruchtkörper-Inneren auch ein dem Filz ähnliches Material gewonnen werden, das zur Herstellung verschiedener Gebrauchsgegenstände (Mützen, Taschen und dergleichen) verwendet werden kann. Aufsehen erregen die unscheinbaren Zapfenrüblinge in der Fachwelt, da in ihnen Strobilurine entdeckt wurden, deren synthetische Abkömmlinge innerhalb weniger Jahre einen Marktanteil von etwa 20 Prozent des Weltmarktes an Fungiziden eroberten. Es ist davon auszugehen, dass ihre Bedeutung auf dem Fungizidmarkt noch weiter zunehmen wird.

Stammesgeschichte

Die nächsten Verwandten der Pilze sind die Tiere (Animalia), wobei dieser Begriff weit ausgelegt werden muss und auch die einzelligen Mesomycetozoa umfasst, die manchmal zu den Protisten gestellt werden. Ob auch die einzelligen Microsporidien (Microsporidia, auch Microspora genannt) zu den Pilzen zu zählen sind, ist derzeit noch unklar. Das gemeinsame Taxon von Pilzen und Tieren wird als Opisthokonta bezeichnet: Opisthokonta |--Tiere (Animalia) | |--Mesomycetozoa | |--Vielzellige Tiere (Metazoa) | |--N. N. |?-Microsporidien (Microsporidia) |--Pilze (Fungi) Als gemeinsamer Vorfahr von Tieren und Pilzen kann ein geißeltragender Einzeller (Flagellat) angenommen werden, der biologisch demnach sowohl den heutigen Töpfchenpilzen als auch den Kragengeißeltierchen (Choanoflagellata) ähnelte.

Fossilien

Vermutlich existieren Pilze schon seit 900 bis 1200 Millionen Jahren. Ein Fund aus 850 Millionen Jahre altem Schiefergestein in Kanada wird manchmal als Pilzfossil gedeutet. Angebliche, ältere Funde aus China und Australien mit einem Alter von 1,5 Milliarden Jahren müssen jedoch erst noch als Pilze bestätigt werden. Die ersten weitgehend unumstrittenen Pilzfunde stammen aus der erdgeschichtlichen Epoche des Ordoviziums und können vielleicht den Arbuskulären Mykorrhizapilze zugeordnet werden. Der erfolgreiche Landgang der Pflanzen wäre ohne „Pilzsymbiosen“ vermutlich nicht möglich gewesen.

Systematik der Pilze

Man kennt heute etwa 100.000 Arten von Pilzen. Manche Fachleute nehmen an, dass es über 1.000.000 Arten geben könnte. Die früher auch „Echte Pilze“ oder „Höhere Pilze“ (Eumycota) genannten Lebensformen werden in die folgenden fünf Abteilungen unterteilt:
- Töpfchenpilze (Chytridiomycota): Dies sind meist einzellige Pilze. Weil begeißelte Stadien vorhanden sind, werden die Töpfchenpilze als sehr ursprüngliche Form der Pilze (Fungi) angesehen.
- Jochpilze (Zygomycota): Sie unterscheiden sich von den anderen Pilze durch die Bildung der namensgebenden jochartigen Brücken zwischen kompatiblen Hyphen während der sexuellen Fortpflanzung. Die Zellwände enthalten Chitin-Chitosan. Die Jochpilze bilden wahrscheinlich keine natürliche Verwandtschaftsgruppe.
- Arbuskuläre Mykorrhizapilze (Glomeromycota): Die Arbuskulären Mykorrhizapilze bilden eine typische Endomykorrhiza aus, bei der bäumchenartige Membranausstülpungen, die Arbuskel, in das Innere von pflanzlichen Wurzelzellen wachsen und auf diese Weise eine symbiotische Beziehung etablieren.
- Schlauchpilze (Ascomycota): Die Zellen sind durch Septen getrennt und enthalten meist nur einen Zellkern. Die geschlechtlichen Sporen werden in charakteristischen Schläuchen, den Asci gebildet. Es gibt eine Reihe von Arten, bei denen makroskopische Fruchtkörper auftreten und die man daher als Großpilze bezeichnet.
- Basidienpilze (Basidiomycota): Die Zellen sind ebenfalls durch Septen getrennt und enthalten meist zahlreiche unterschiedliche Zellkerne. Die geschlechtlichen Sporen werden in Basidien gebildet. Die überwiegende Anzahl von Arten Großpilze entstammt dieser Gruppe. Das Myzel kann im Extremfall wie beim Hallimasch mehrere tausend Jahre alt werden. Hallimasch Technische Fortschritte in der molekularen Genetik und die Anwendung von computerunterstützten Analysemethoden haben es ermöglicht, detailliertere und auch sichere Aussagen über die systematischen Beziehungen der oben aufgeführten Pilztaxa zueinander zu machen. Manche Verwandtschaften, die vorher aufgrund morphologischer, anatomischer und physiologischer Unterschiede oder Gemeinsamkeiten vermutet wurden, sind durch diese Techniken bestätigt worden. Die Töpfchenpilze haben sich demnach sehr früh von den anderen Pilzen abgespalten und viele ursprüngliche Merkmale wie begeißelte Sporen bewahrt. Die Jochpilze stellen hingegen sehr wahrscheinlich keine einheitliche Verwandtschaftsgruppe, sondern eine polyphyletische Gruppe verschiedenster Abstammungslinien dar. Die Gattung
Amoebidium, die bisher zu ihnen gezählt wurde, gehört demnach nicht einmal zu den Pilzen. Auch die Arbuskulären Mykorrhizapilze, die ursprünglich zu den Jochpilzen gestellt wurden, werden heute als eigenständige Verwandtschaftsgruppe angesehen, die heute meist in den Rang einer eigenen Abteilung erhoben wird. Sie wird dann als evolutionäre Schwestergruppe eines Taxons aus Schlauch- und Basidienpilzen angesehen, das man als Dikaryomycota bezeichnet. Viele Pilzarten haben ihre Fähigkeit zur geschlechtlichen Vermehrung verloren. Diejenigen Arten, die vorläufig nicht eindeutig einer der oben genannten Gruppen zugeordnet werden können, werden provisorisch zu den Fungi imperfecti (Deuteromycota) gestellt; dies stellt jedoch nur ein provisorisches und künstliches Formtaxon dar.

Kulturgeschichte

Fungi imperfecti Der griechische Arzt Pedanios Dioscurides schrieb schon im ersten Jahrhundert nach Christus in seinem Lehrbuch davon, dass es zwei Arten von „Schwämmen“ gäbe: :„
Die einen sind zu Essen bequem, die anderen aber ein tödlich Gift.“ Dioscurides vermutete, dass die Giftigkeit eines Pilzes mit seinem Wuchsort zusammenhing. Pilze die neben verrosteten Nägeln oder Eisen oder „faulem Tuch“, neben Schlangenhöhlen oder neben Bäumen, die giftige Früchte trugen, wuchsen, seien „alle miteinander giftig“. Er erkannte damals schon die schwere Verdaulichkeit von Speisepilzen, und schrieb davon, dass bei zu übermäßiger Kost die Pilze den Menschen „würgen und ersticken“ würden. Auch Adamus Lonicerus schrieb zur selben Zeit in seinem Kräuterbuch über die Pilze, dass „Die Natur aller Schwämme sei, zu bedrängen“. Sie seien „kalter, phlegmatischer, feuchter und roher Natur“. Bis in die Neuzeit hinein wurde das Erscheinen von Pilzen mit „Miasmen“ erklärt; die Pilze entstünden aufgrund von schlechten Ausdünstungen der Erde, oder anderen faulenden Substraten. Auch glaubten damals viele noch an die Urzeugung (Generatio spontanea), weil man gerade auch bei den Pilzen keine Samen erkennen konnte. Adamus Lonicerus schrieb auch dazu, dass bestimmte Pilze, „Schwämme der Götterkinder“ seien, weil sie ohne einen Samen wüchsen, und daher würden sie auch von den Poeten Gygenais, das ist terra nati, Kinder der Erden, genannt. Phänomene wie der Hexenring oder das nächtliche grüne Leuchten des Myzels des Hallimasch haben mit zu dem lange Zeit eher sinistren Bild der Pilze in der Öffentlichkeit beigetragen.

Literatur

Allgemeines
- H. O. Schwantes:
Biologie der Pilze, Ulmer 1996, ISBN 3-8252-1871-6 Mykologie
- Heinrich Dörfelt (Hrsg.):
Lexikon der Mykologie, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, New York, 1989, ISBN 3-437-20413-0
- Heinrich Dörfelt, Heike Heklau:
Die Geschichte der Mykologie, Einhorn-Verlag 1998, ISBN 3-927654-44-2
- Emil Müller, Wolfgang Loeffler:
Mykologie, Grundriss für Naturwissenschaftler und Mediziner, Thieme 1992, ISBN 3-13-436805-6
- Edited by P. M. Kirk:
Ainsworth and Bisby's Dictionary of the Fungi, 9th Edition. Utrecht, The Netherlands, 2001. 624 Seiten ISBN 085199377X (engl.) Gesundheit
- Rene Flammer, Egon Horak:
Pilzvergiftungen. Schwabe Verlag Basel ISBN 3-7965-2008-1
- Herbert Hof:
Candida, Aspergillus und Co: Pathogene Pilze. Pharmazie in unserer Zeit 32(2), S. 96 - 103 (2003), ISSN 0048-3664 Bestimmung
- Marcel Bon:
Pareys Buch der Pilze, Verlag Paul Parey, Hamburg, Berlin, 1988. ISBN 3490198182
- Egon Horak, Meinhard Moser:
Röhrlinge und Blätterpilze in Europa, Spektrum Akademischer Verlag, April 2005. ISBN 3827414784

Weblinks

Pilzgalerien
- [http://www.pilzewelt.de/Galerie/imageFolio.cgi Volkers Pilzelinkseite mit umfangreicher Galerie]
- [http://www.in2.dk/fungi/ Dänische Pilzbildersammlung]
- [http://www.pilzepilze.de www.PilzePilze.de mit ausführlicher Pilzgalerie + sehr aktivem Forum]
- [http://www.awl.ch/pilze/index.htm Schweizer Pilzfotos und Pilzschutz]
- [http://www.pilzfotopage.de Harrys Pilzfotopage mit Fotos von fast 400 Pilzarten]
- [http://www.pilzbestimmung.de www.Pilzbestimmung.de, Datenbank, Bilder, Forum etc.]
- [http://www.notizbrett.de/pilze/ Notizbrett.de/Pilze]
- [http://www.pilz-baden.ch/album.html Pilzverein Baden/CH, mehr als 300 Fotos mit Beschreibungen] Zeitschriften
- [http://www.tintling.com/ Der Tintling, eine Pilzzeitschrift]
- [http://www.pilzbriefe.de Westfälische Pilzbriefe] Mykologie national
- [http://www.dgfm-ev.de Deutsche Gesellschaft für Mykologie] Mykologie international
- [http://www.mykoweb.com/ Mykoweb (auf Englisch)]
- [http://www.ulst.ac.uk/faculty/science/bms British Mycological Society]
- [http://www.biologi.uio.no/org/ima/ International Mycological Association]
- [http://www.mycology.net The Mycology Net]
- http://www.indexfungorum.org (auf Englisch)
- http://tolweb.org/tree?group=Fungi&contgroup=Eukaryotes (auf Englisch) Toxikologie
- [http://www.toxinfo.org/pilz/db/toxinfo.php Pilzdatenbank der Toxikologischen Abteilung des Klinkums Rechts der Isar] Kategorie:Mykologie ! ja:菌類 ko:균류 th:เห็ดรา


Röhrlinge

Wikipedia:Taxoboxen Röhrlinge (Boletaceae) sind eine Familie der Ständerpilze aus dem Reich der Pilze. In Mitteleuropa sind in neun Gattungen etwa 50 Arten verzeichnet. Zu den Röhrlingen zählen die besten Speisepilze (Steinpilze, Butterpilze, Rotkappen) und die schönsten und seltensten Großpilze (Purpurröhrling, Kaiserröhrling).

Beschreibung

Röhrlinge besitzen meist große, fleischige Fruchtkörper mit den namensgebenden Röhren auf der Unterseite des Huts. In dieser leicht ablösbaren, schwammigen Röhrenschicht werden die Sporen gebildet. Röhrlinge leben mehrheitlich in Symbiose mit den Wurzeln bestimmter Pflanzen (meist Bäumen) (Mykorrhiza). Unter den Röhrlingen gibt es viele gute Speisepilze wie Steinpilze, Butterröhrlinge und Maronenröhrlinge und nur sehr wenige ungenießbare oder giftige wie Gallenröhrlinge und Satanspilze. Sie sind deshalb bei Sammlern sehr beliebt. Charakteristisch bei vielen Röhrlingsarten sind kräftige grünblaue Verfärbungen des Fleisches und der Röhren bei Druck und Verletzung (Amyloidreaktion). Nah verwandt mit den Röhrlingen (Boletaceae) sind die Strubbelkopfröhrlinge (Strobilomycetaceae), die eine eigene Familie darstellen.

Wichtige Gattungen

Für Mitteleuropa sind folgende Gattungen beschrieben:
- Dickröhrlinge (Boletus)
- Hohlfußröhrlinge (Boletinus)
- Pfefferröhrlinge (Chalciporus)
- Erlengrüblinge (Gyrodon)
- Blasssporröhrlinge (Gyroporus)
- Rauhfußröhrlinge (Leccinum)
- Schmierröhrlinge (Suillus)
- Gallenröhrlinge (Tylopilus)
- Filzröhrlinge (Xerocomus)

Literatur


- Helmut und Renate Grünert: Pilze, Mosaik-Verlag, (1988)
- M. Moser: Kleine Kryptogamenflora. Die Röhrlinge und Blätterpilze, Gustav Fischer, (1983) Kategorie:Basidienpilze

Speisepilz

Speisepilz ist der küchensprachliche Oberbegriff für Fruchtkörper verschiedener Pilzarten, die genießbar und wohlschmeckend sind. Die meisten Speisepilzarten gehören in der mykologischen Systematik zu den Ständerpilzen. Es gibt mehrere hundert Arten von Speisepilzen in Mitteleuropa, von denen aber nur einige Dutzend allgemein bekannt sind und häufiger verzehrt werden. In Bayern und Österreich werden sie mundartlich Schwammerl genannt. :Leicht ist es,
Gold und Silber zu entbehren
und die Freuden der Liebe,
aber es ist schwer,
auf Pilze zu verzichten.
::Martial - römischer Dichter (40-102 n. Chr.)

Nährwert

Martial] Speisepilze sind kalorienarm, eiweiß-, mineralstoff- und ballaststoffreich. Sie reichern jedoch auch Schwermetalle an, die infolge der Industrialisierung und besonders als radioaktive Isotope aus dem Reaktorunfall von Tschernobyl in ihren Lebensraum gelangt sind. Dies gilt jedoch nur für im Freien gesammelte Pilze und ist wegen ihres seltenen Verzehrs kaum bedenklich. Zuchtpilze sind dagegen besonders wenig belastet, weil sie unter möglichst sterilen, abgeschotteten Bedingungen ohne Einsatz von Agrargiften gezogen werden. Anders als bei Pflanzen besteht das stützende Zellgerüst der Pilze aus Chitin, was zu ihrer etwas schwereren Verdaulichkeit beitragen mag. Es gibt viele ungenießbare oder giftige, teilweise tödlich giftige Pilzarten, deren Fruchtkörper denen genießbarer Arten oberflächlich oder sogar täuschend ähnlich sehen. Daher ist beim Sammeln, aber auch beim Kauf von gesammelten Pilzen "am Straßenrand" Vorsicht und Sorgfalt angemessen. Die meisten Speisepilze sollten frisch verarbeitet werden, da sich ihr Eiweiß schnell zersetzt und unbekömmlich oder sogar giftig werden kann. Zuchtpilze wie Champignons sind robuster und können länger roh aufbewahrt werden.

Kulinarischer Wert

Chitin] Das geschmackliche Spektrum der Speisepilze reicht von würzig oder scharf bis zu mild aromatisch oder gar fad. Die am meisten geschätzten Sorten verleihen einem Gericht, sei es als Hauptbestandteil oder als Zutat, eine charakteristische Note. Je nach Art werden Speisepilze am besten gebraten, geschmort, gekocht oder zuerst getrocknet, um eingeweicht oder gemahlen als Zutat beziehungsweise Gewürz zu dienen. Manche Speisepilzarten werden bei der Zubereitung schleimig, was durch vorheriges Entfernen von Huthaut und Lamellen, Mischen mit festeren Arten oder durch vorherige Trocknung vermindert werden kann. Nicht jeder stört sich daran. Alle Speisepilze lassen sich nach gründlichem Säubern und Blanchieren einfrieren. Die traditionelle Methode zur Konservierung ist das Trocknen, wozu frische, madenfreie Exemplare feinblättrig geschnitten werden, um anschließend für einige Tage auf eine Schnur gezogen oder auf Papier ausgebreitet zu werden. Vollständig ausgetrocknet sind sie dann unter Luftabschluss jahrelang haltbar. Nicht alle Pilzarten sind für das Trocknen zu empfehlen; besonders gut geeignet sind Steinpilze und Maronenröhrlinge, die dadurch ein intensiveres Aroma entwickeln.

Speisepilze im Handel

Maronenröhrling] Da die meisten Pilzarten als Symbionten oder Schmarotzer in enger Lebensgemeinschaft mit bestimmten Pflanzen leben, lassen sich nur wenige Arten mit Erfolg züchten und spielen dann in der Lebensmittelwirtschaft eine Rolle. Dazu gehören Zuchtchampignon, Austernseitling, Kräuterseitling, Shiitake, Stockschwämmchen und Judasohr ("Chinamorchel"). Judasohr Im Sommer und Herbst kommen meist in den Wäldern Ost- und Südosteuropas gesammelte Speisepilze anderer Arten in größeren Mengen auf den Markt, vor allem Pfifferlinge, Steinpilze und Maronenröhrlinge, gelegentlich Semmelstoppelpilze und Riesenboviste. Eine Sonderrolle spielen die sehr seltenen und äußerst begehrten Trüffeln aus Frankreich und Italien. Bis vor wenigen Jahren wurden auch Grünlinge verkauft, doch sie haben sich als latent giftig erwiesen, es gab Todesfälle. Bei "am Straßenrand" angebotenen Pilzen ist Vorsicht geboten. Wer diese Pilze nicht eindeutig identifizieren kann, sollte sie auch nicht kaufen. Das gleiche gilt für Trockenpilze die zum Verkauf angeboten werden. Hier ist ebenfalls äußerste Vorsicht angebracht. In importierten Trockenpilzen aus Asien hat man schon geringe Bestandteile von äußerst giftigen Pilzen gefunden.

Sammeln von Speisepilzen

Es gibt kein allgemeines Kriterium zur Unterscheidung von Speisepilzen und Giftpilzen. Daher sind genaue Kenntnisse über das Aussehen ihrer Fruchtkörper unabdingbar. Unbekannte oder nicht sicher bestimmte Pilze sollte man nicht verzehren. Pilze sollten immer in luftigen Behältern wie Körben gesammelt und aufbewahrt werden, da sie sonst vorschnell verderben. Um sie sicher bestimmen zu können, sollten sie möglichst tief am Stielansatz entnommen werden. Noch zu bestimmende Pilze gehören in einen getrennten Behälter. Es ist zu empfehlen, am Fundort sicher bestimmte Pilze sofort zu reinigen, also Stielansatz, madige Stellen, Blätter, Erde und Nadeln und gegebenenfalls Huthaut und Lamellen beziehungsweise Röhren zu entfernen.

Schneiden oder Ausdrehen

Es wird immer wieder behauptet, man solle Pilze mit einem scharfen Messer abschneiden, da sonst die "Wurzeln" also das Myzel, der eigentliche Pilz, verletzt werden könnte. Andere empfehlen, die Fruchtkörper vorsichtig aus dem Boden zu drehen. In einer über dreißigjährigen Untersuchung auf verschiedenen Versuchsflächen kam die Schweizer Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft 2005 zu dem Ergebnis, dass sich weder Methode (Schneiden oder Ausdrehen) noch Ausmaß des Pilzsammelns auf die Zahl und Artenvielfalt der Pilze auswirkt. Dagegen wurde festgestellt, dass sich Stickstoffeintrag, also Düngung, negativ auf das Pilzwachstum auswirkt. Aus praktischen Gründen gibt es dennoch einen Unterschied. Eindeutig bestimmte Pilze bleiben durch das Abschneiden sauberer, bei unklaren Fällen bietet der durch das Herausdrehen vollständig erhaltene Stiel eine sicherere Bestimmungsmöglichkeit.

Bestimmung von Speisepilzen

Stickstoff Zur Bestimmung werden Pilze zuerst in drei Gruppen eingeteilt (die nicht unbedingt mit der mykologischen Systematik übereinstimmen):
- Röhrlinge und Porenpilze
- Blätter- oder Lamellenpilze
- Nichtblätterpilze (Gallert-, Bauch- und Schlauchpilze) Zur ersten Gruppe gehört als bekanntester Vertreter der Steinpilz. Charakteristisch bei Röhrlingen ist das schwammige, meist leicht ablösbare Röhrengewebe auf der Hutunterseite, das die Sporen enthält. In dieser Gruppe kommen nur sehr wenige ungenießbare oder giftige und keine tödlichen Arten vor; Anfänger sollten daher zunächst nur Röhrlinge sammeln. Sporen In der zweiten Gruppe gibt es wesentlich mehr Arten, davon neben hervorragenden Speisepilzen viele ungenießbare und giftige. Bekanntester Vertreter ist der Champignon, berüchtigt sind die tödlich giftigen Knollenblätterpilze. Knollenblätterpilz Die dritte Gruppe lässt sich nicht exakt beschreiben, sie umfasst so verschiedene Arten wie Pfifferlinge, Stäublinge, Glucken, Morcheln und Trüffeln. Zu dieser Gruppe gehören relativ viele nur jung genießbare oder ganz ungenießbare Pilze und einige giftige, von denen aber nur die Frühjahrslorchel tödlich ist. Zur genaueren Bestimmung müssen Farbe, Form und Struktur des Huts, des Stiels und der Lamellen beziehungsweise der Röhren anhand eines Handbuchs verglichen werden. Vorhandensein und Eigenschaften von Ring oder Scheide sind bei Blätterpilzen ebenfalls ein wichtiges Merkmal. Bei vielen Pilzarten verfärbt sich das Fleisch des Fruchtkörpers durch Verletzungen (Madenfraß, Druckstellen oder Zerschneiden) auf charakteristische Weise, was zur Unterscheidung sehr nützlich sein kann.

Weblinks


- [http://www.admin.ch/ch/d/as/2002/781.pdf "Verordnung über Speisepilze" - in der Schweiz offiziell als marktfähige Speisepilze zugelassene Arten (PDF)]
- [http://www.pilze.ch/pilzkontrollstellen/speisepilze.htm Text und eine Liste von Speisepilzen von www.pilze.ch]
- [http://www.tachenon.com/Html/liste.html Ein Auszug aus der Liste der Speisepilze der "Französischen Gesellschaft für Mykologie"]

Siehe auch


- :Kategorie:Speisepilz
- :Kategorie:Giftpilz Kategorie:Lebensmittel Kategorie:Mykologie Kategorie:Gemüsebau

Heidenrotkappe

Die Birkenrotkappe (Leccinum testaceoscabrum nach Sing. oder Leccinum versipelle nach Snell), auch Heidenrotkappe genannt gehört zur Gattung der Rauhfußröhrlinge (Leccinum). Ihr Fleisch wird ebenso wie das der Birkenpilze beim Anschneiden und Kochen grau bis schwarz. Aus diesem Grund wird dieser Pilz von manchen auch nicht gegessen, obwohl er ansonsten ein hervorragender Speisepilz ist. Diese Verfärbung mindert den Speisewert in keiner Weise. Im Gegensatz zum Birkenpilz hat die Rotkappe auch noch den Vorteil, dass sie nur selten von Maden befallen wird. Das "Frauenschwammerl", wie die Rotkappe in Bayern auch genannt wird, kann bis über 20 cm hoch werden. Bei Feuchtigkeit fühlt sich die sonst trockene Haut schmierig an.

Vorkommen

Die Birkenrotkappe kommt - wie der Name schon sagt - in Gemeinschaft mit Birken - vor allem Weißbirke (Betula pendula) - von Ende Juni bis Ende Oktober vor. Sie bevorzugt heideartige Landschaften mit Birken und bemosten oder mit Besenheide bewachsenen sauren Böden (Sand-/sandiger Lehmboden) bzw. jüngere Fichten- und Kiefernforsten mit eingestreuten Birken. Die Birken sind meist nicht älter als 25 Jahre. Stellt sich - wie im Jahr 2004 - schon früh im Jahr ein günstiges, feuchtes Sommerklima ein, kommt es zum kurzzeitigen Massenvorkommen. Später wachsen - trotz weiterhin günstiger Bedingungen - nur noch vereinzelt Birkenrotkappen. Bleibt eine feuchte Wetterlage im Frühsommer/Sommer aus, wächst die Birkenrotkamme in solchen Jahren insgesamt nur spärlich. Darum wird in vielen Pilzbüchern auch ein angeblicher Rückgang der Heiderotkappe beklagt - dies sicher mit Blick auf vergangene trockene Sommer. Kategorie:Basidienpilze Kategorie:Speisepilz

Kategorie:Basidienpilze

In diese Kategorie kommen alle Artikel zu Basidienpilzen (Basidiomycota): Arten und höheren Taxa. Nicht hierhin gehören Artikel zu nicht-systematischen Pilzgruppen wie Speisepilz, Giftpilz oder mykologische Begriffe; letztere bitte in die :Kategorie:Mykologie einordnen. Kategorie:Pilze

The Bacon Brothers

The Bacon Brothers is an American musical duo consisting of Michael and Kevin Bacon. Although they've playing music together since they were kids, the two brothers have only been a working band since 1995.

Discography

1995
- Forosoco - November 4, 1997
- Getting There - August 31, 1999
- Can't Complain - June 26, 2001

External link


- [http://www.baconbros.com/ Official Fan Page] Bacon Brothers

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