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Erste Schlacht von Bull Run
Die Erste Schlacht von Manassas, auch bekannt als Erste Schlacht am Bull Run, fand am 21. Juli 1861 statt und war die erste große Landschlacht des Amerikanischen Bürgerkriegs.
Die unterschiedlichen Bezeichnungen ergeben sich aus verschiedenen Namenskonventionen der Nordstaaten (Union) und der Südstaaten (Konföderation). Die Konföderation benannte Schlachten nach der nächstgelegenen Stadt oder markanten Geländeteil und die Union nach dem nächstgelegenen Fluss oder Wasserlauf.
Präsident Abraham Lincoln ernannte Brigadegeneral Irvin McDowell zum Befehlshaber der Army of Northeastern Virginia. McDowell wollte zunächst nicht angreifen, da er der Ansicht war, dass seine Truppen noch zu schlecht ausgebildet und zu unerfahren waren. Die Politiker wollten jedoch einen schnellen Sieg, der besonders den Druck auf die Hauptstadt verringern sollte und "die Soldaten des Südens seien schließlich gleich schlecht und unerfahren". Sie zwangen McDowell anzugreifen.
McDowell plante, mit Brigadegeneral Daniel Tylers Division je einen Scheinangriff auf die über den Bull Run führende Steinbrücke und
mit Oberst Thomas A. Davies Brigade auf Blackburns Furt zu führen. Unter dem Schutz dieser Täuschungsmanöver sollte der Hauptangriff von den Brigadegenerälen David Hunter und Samuel P. Heintzelman gegen die linke Flanke der Konföderierten geführt werden. Dieser Plan scheiterte, weil viele Truppenführer noch nie Truppen in dieser Größenordnung geführt hatten, an daraus resultierenden Koordinationsproblemen und an den unerfahrenen Soldaten.
Aber auch die Soldaten der Konföderierten waren unerfahren. Oberbefehlshaber der Army of the Potomac war der Held von Fort Sumter, Brigadegeneral P. G. T. Beauregard. Er hatte sein Stellungssystem südlich des Bull Run verstärkt und war bis zum 21. Juli durch 3 Brigaden der Army of the Shenandoah verstärkt worden. Weitere Verstärkungen befanden sich noch auf dem Eisenbahntransport vom Shenandoah Valley. Die Brigaden der Obersten Nathan George "Shanks" Evans, Francis Stebbins Bartow und des Brigadegeneral Barnard Elliott Bee Jr. verhinderten eine Zeit lang den Erfolg des Flankenangriffs der Nordstaatler. Schließlich wurden sie zurückgedrängt und erreichten in völliger Auflösung Henry Hill.
Dort kämpfte unter dem Kommando Brigadegeneral Thomas Jonathan Jacksons die gleichnamige Brigade, hielt ihre Stellung und wich nicht aus. Der ranghöchste Offizier der fliehenden Südstaatler, Brigadegeneral Barnard Elliott Bee Jr., rief seinen Männern den folgenden berühmt gewordenen Satz zu: "Schaut! Dort steht Jackson wie eine Steinmauer (stone wall)! Versammelt euch hinter den Virginiern!" Es gelang den Generälen die Flucht hier aufzuhalten und weiter aus Stellungen am Henry Hill zu kämpfen. Brigadegeneral Jackson erhielt ebenso wie seine Brigade den Beinamen "Stonewall".
Unterdessen waren mit der Eisenbahn weitere Verstärkungen der Shenandoah-Armee unter Brigadegeneral Joseph E. Johnston eingetroffen. Sie wurden unverzüglich in die Schlacht geworfen und griffen gemeinsam mit aus dem Süden herangeführten Brigaden von Beauregards Army of the Potomac die rechte Flanke der Unions-Truppen an. Zunächst wichen die Unions-Truppen in Ordnung aus, der Rückzug wurde jedoch bald eine ungeordnete Flucht.
Die Eliten aus dem nahe gelegenen Washington erwarteten einen leichten Unions Sieg und kamen, um die Schlacht zu beobachten und zu picknicken. Als die Unions-Armee zurück gedrängt wurde, blockierten die in Panik flüchtenden Zivilisten mit ihren Kutschen die Straße nach Washington, D.C. Weitere Verwirrung entstand, als eine Artilleriegranate auf eine Kutsche fiel, die die Hauptstraße nach Norden blockierte. Hätten die Konföderierten die Flucht der Nordstaatler zum Marsch nach Washington genutzt, hätten sie wahrscheinlich den Krieg gewonnen und beendet, aber auch ihre Soldaten waren zu erschöpft, um die flüchtenden Unionstruppen zu verfolgen.
Bull Run 1
Bull Run 1
Bull Run 1
ko:제1차 불런 전투
21. JuliDer 21. Juli ist der 202. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 203. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 163 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1718 - Mit dem Frieden von Passarowitz erreicht das habsburgische Österreich seine größte territoriale Ausdehnung.
- 1774 - Der Friede von Kücük Kaynarci beendet den russisch-türkischen Krieg.
- 1861 - In der ersten größeren Schlacht des Amerikanischen Bürgerkriegs besiegen die Südstaatler die Nordstaatler bei Bull Run/Manassas
- 1925 - In Dayton (Tennessee) wird der Lehrer John T. Scopes zu $100 verurteilt, weil er Darwins Evolutionstheorie gelehrt hat.
- 1938 - Beginn der Erstbesteigung der Eiger-Nordwand durch Heinrich Harrer, Fritz Kasparek, Anderl Heckmair und Ludwig Vörg
- 1950 - Die Elefantendame Tuffi springt aus der Wuppertaler Schwebebahn.
- 1951 - Der Dalai Lama kehrt aus dem Exil nach Lhasa (in Tibet) zurück.
- 1954 - Auf der Genfer Konferenz wird nach dem Indochinakrieg die Teilung Vietnams beschlossen.
- 1959 - Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich
- 1969 - Neil Armstrong betritt um 3 Uhr 56 MEZ als erster Mensch den Mond.
- 1992 - Friedensregelung zwischen Russland und der Republik Moldau
- 1993 - Kulturabkommen zwischen Litauen und Deutschland
Katastrophen
- 1902 - Untergang des Vergnügungsdampfers "Primus" nach Kollision mit einem Schlepper auf der Elbe bei Hamburg. 101 von 206 Passagieren kommen ums Leben.
- 1905 - Untergang des Kleinen Kreuzers "Bennington" (USA) vor San Diego nach einer Kesselexplosion. 30 Tote und 80 Verletzte (von 195 Mann).
- 1997 - Ein Erdbeben der Stärke 5,0 in Südafrika. 15 Tote
- 2003 - Ein Erdbeben der Stärke 6,0 in der Provinz Yunnan, Volksrepublik China. 16 Tote
- 2005 - 14 Tage nach den Terroranschlägen von London kommt es in London erneut zu einem Zwischenfall
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1989 - Mike Tyson gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Carl (The Truth) Williams in der Convention Hall, Atlantic City, New Jersey, USA, durch technischen K.O.
Geboren
- 1414 - Sixtus IV., Papst von 1471 bis 1484
- 1728 - Georg Christian Crollius, deutscher Historiker
- 1751 - Luigi Romanelli, italienischer Librettist
- 1821 - Adolf Carl Daniel Fürst von Auersperg, Ministerpräsident von Österreich-Ungarn
- 1828 - Heinrich Scharrer, deutscher Botaniker und Landschaftsarchitekt
- 1854 - Albert Gustav Aristides Edelfelt, Maler
- 1858 - Lovis Corinth, deutscher Maler
- 1863 - Agnes Günther, deutsche Schriftstellerin
- 1865 - Robert Kahn, deutscher Komponist und Musikpädagoge
- 1866 - Viktor Franke, Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika
- 1870 - Emil Orlik, böhmischer Grafiker
- 1875 - Oskar Moll, deutscher Maler
- 1890 - Dániel Nyitray, ungarischer Maler
- 1891 - Erwin Faber, österreichischer Schauspieler
- 1892 - Anton Schnack, deutscher Schriftsteller
- 1893 - Eugen Schüfftan, Kameramann und Erfinder
- 1893 - Hans Fallada, deutscher sozialkritischer Schriftsteller
- 1896 - Jean Rivier, französischer Komponist
- 1897 - Ili Kronstein, österreichische Malerin
- 1897 - Carl Bilfinger, deutscher Staatsrechtler
- 1898 - Albert John Mvumbi Lutuli, südafrikanischer Politiker
- 1898 - Sara Carter, US-amerikanische Country-Sängerin
- 1899 - Ernest Hemingway, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1899 - Hart Crane, US-amerikanischer Lyriker
- 1911 - Marshall McLuhan, kanadischer Medienwissenschaftler
- 1914 - Philippe Ariès, französischer Historiker
- 1919 - Francis Blanche, französischer Schauspieler
- 1920 - Constant Anton Nieuwenhuys, niederländischer Maler
- 1920 - Isaac Stern, US-amerikanischer Geiger
- 1922 - Kay Starr, US-amerikanische Sängerin
- 1923 - Rudolph A. Marcus, US-amerikanischer Chemiker und Nobelpreisträger
- 1926 - Karel Reisz, tschechisch-englischer Regisseur
- 1926 - Norman Jewison, US-amerikanisch-kanadischer Filmregisseur
- 1927 - Günter Grasmuck, österreichischer Popmusiker
- 1927 - Michael Janisch, österreichischer Schauspieler
- 1933 - Brigitte Reimann, Schriftstellerin der DDR
- 1935 - Norbert Blüm, deutscher Politiker und Bundesminister
- 1937 - Walter Link, deutscher Politiker und MdB
- 1938 - Les Aspin, US-amerikanischer Politiker und Verteidigungsminister
- 1939 - Helmut Haller, deutscher Fußballspieler
- 1939 - Bertold Klappert, deutscher evangelischer Theologe
- 1940 - Francine Berge, Schauspielerin
- 1942 - Alfred Gomolka, deutscher Politiker
- 1942 - Kim Fowley, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1944 - Tony Scott, britischer Regisseur
- 1946 - Anne Libert, Schauspielerin
- 1946 - Barry Whitham, britischer Musiker
- 1946 - Domingo Cavallo, argentinischer Politiker
- 1946 - Friedhelm Julius Beucher, deutscher Politiker und MdB
- 1946 - Kenneth W. Starr, US-amerikanischer Jurist
- 1947 - Co Adriaanse, niederländischer Fußballtrainer
- 1948 - Cat Stevens, britischer Sänger und Songwriter
- 1950 - Larry Tolbert, US-amerikanischer Musiker
- 1951 - Eberhard Gienger, deutscher Gerätturner und Politiker
- 1951 - Karl Öllinger, österreichischer Politiker
- 1951 - Robin Williams, US-amerikanischer Schauspieler
- 1953 - Harald Nickel, deutscher Fußballer
- 1955 - Béla Tarr, ungarischer Filmregisseur
- 1955 - Taco (Musiker), indonesischer Sänger
- 1956 - Michael Connelly, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1956 - Vivian Naefe, deutsche Regisseurin
- 1960 - Fritz Walter, deutscher Fußballspieler
- 1963 - Manu Chao, französischer Sänger und kreativer Kopf der Band Mano Negra
- 1964 - Jens Weißflog, deutscher Skispringer
- 1964 - Saskia Valencia, deutsche Schauspielerin
- 1969 - Isabell Werth, deutsche Dressur-Reiterin und Olympiasiegerin
- 1972 - Paul Brandt, kanadischer Country-Sänger
- 1972 - Catherine Ndereba, kenianische Marathonläuferin und Olympionikin
- 1976 - Vahid Hashemian, iranischer Fußballspieler
- 1977 - Danny Ecker, deutscher Stabhochspringer
- 1977 - Sarah Biasini, französische Schauspielerin
- 1978 - Damian Marley, jamaikanischer Musiker
- 1978 - Josh Hartnett, US-amerikanischer Schauspieler
- 1979 - Andrej Voronin, ukrainischer Fussballnationalspieler
- 1981 - Joaquín Sánchez Rodríguez, spanischer Fussballnationalspieler
- 1989 - Rory Culkin, US-amerikanischer Kinderstar
Gestorben
- 1007 - Gisela von Burgund, älteste Tochter des Königs Konrad von Burgund
- 1425 - Manuel II., von 1391-1425 byzantinischer Kaiser
- 1551 - Bartholomäus Bernhardi, Theologe
- 1637 - Daniel Sennert, deutscher Arzt
- 1641 - Thomas Mun, englischer Kaufmann und Ökonom
- 1796 - Philipp Carteret, englischer Seefahrer und Entdecker
- 1796 - Robert Burns, schottischer Schriftsteller und Poet
- 1798 - Charles Joseph de Croix, Graf Clerfait, österreichischer Feldmarschall
- 1838 - Johann Nepomuk Mälzel, deutscher Erfinder und Hochstapler
- 1851 - Horace-François Sébastiani, französischer General, Diplomat und Marschall von Frankreich
- 1855 - Per Daniel Amadeus Atterbom, schwedischer Dichter
- 1856 - Emil Aarestrup, dänischer Dichter
- 1870 - Josef Strauß, österreichischer Komponist
- 1878 - Johann Baptist Sonderland, deutscher Maler und Radierer
- 1886 - Karl Theodor von Piloty, deutscher Maler
- 1899 - Louis Eysen, deutscher Maler
- 1901 - Félix Joseph Henri de Lacaze-Duthiers, französischer Physiologe und Zoologe
- 1903 - Henri Alexis Brialmont, belgischer General und Militärschriftsteller
- 1907 - Nicolae Grigorescu, rumänischer Maler
- 1913 - Hermann Credner, deutscher Geowissenschaftler
- 1918 - Johannes Karl Friedrich Hesekiel, evangelischer Theologe
- 1922 - Cemal Pascha, türkischer General und Politiker
- 1940 - Hans Wagner, Vater der Philatelistentage
- 1942 - Franciszek Raszeja, Mediziner und Hochschullehrer
- 1944 - Claus Schenk von Stauffenberg, militärischer Widerstandskämpfer gegen Adolf Hitler
- 1944 - Henning von Tresckow, Generalmajor und deutscher Widerstandskämpfer
- 1944 - Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim, deutscher Offizier und Widerstandskämpfer
- 1944 - Friedrich Olbricht, deutscher General und Widerstandskämpfer
- 1948 - Arshile Gorky, US-amerikanischer Maler
- 1948 - David Griffith, US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Filmproduzent
- 1951 - Wilhelm Hamacher, deutscher Politiker
- 1952 - Edwin Hoernle, deutscher Schriftsteller, Funktionär der KPD
- 1960 - Massimo Bontempelli, italienischer Schriftsteller
- 1964 - Jean Fautrier, Zeichner
- 1967 - Albert John Luthuli, südafrikanischer Politiker und Religionsführer, Friedensnobelpreis 1960
- 1967 - Basil Rathbone, US-amerikanischer Schauspieler
- 1967 - Thomas Dehler, deutscher Politiker, MdB und Bundesjustizminister
- 1971 - Karl Veken, Schriftsteller
- 1972 - François Desnoyer, Maler
- 1975 - Carl Troll, Bruder von Wilhelm Troll, war ein deutscher Geograph
- 1977 - Henry Vahl, deutscher Schauspieler (Ohnsorg-Theater)
- 1979 - Ludwig Renn, deutscher Schriftsteller
- 1995 - Elleston Trevor, britischer Schriftsteller
- 1996 - Waluliso, Wiener Original
- 1997 - Ernst Majonica, deutscher Politiker und MdB
- 1998 - Alan Shepard, der erste Astronaut der Vereinigten Staaten
- 1998 - Robert Young, US-amerikanischer Schauspieler
- 1999 - David Ogilvy, englischer Werbetexter
- 2000 - Constanze Engelbrecht, Schauspielerin und Sängerin
- 2001 - Einar Schleef, deutscher Schriftsteller und Regisseur
- 2001 - Steve Barton, US-amerikanischer Schauspieler und Sänger
- 2003 - John Davies, neuseeländischer Leichtathlet und Gewinner und Olympiateilnehmer
- 2003 - Ingrid von Bothmer, deutsche Theaterschauspielerin
- 2004 - Edward B. Lewis, US-amerikanischer Biologe und Genetiker, Nobelpreisträger
- 2004 - Jerry Goldsmith, US-amerikanischer Komponist
- 2004 - Maike Schrader, deutsche Hockeyspielerin
- 2005 - Frieda Müller, ältester Mensch Deutschlands
- 2005 - Tamara Lund, finnische Sopran Opernsängerin
- 2005 - Andrzej Grubba, polnischer Tischtennisspieler
- 2005 - Rolf Dautzenberg, deutscher Trabrennfahrer
- 2005 - John Baldry, britische-kanadischer Sänger
Feier- und Gedenktage
- Nationalfeiertag in Belgien (Vereidigung König Leopolds I. von 1831)
- Kirchenjahr:
- Fest des Hl. Arbogast von Straßburg
- Gedenktag Daniels des Propheten
- Gedenktag des Hl. Laurentius von Brindisi
- Gedenktag der Hl. Praxedis
Siehe auch
:20. Juli - 22. Juli
:21. Juni - 21. August
:Historische Jahrestage - Zeitskala
:Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0721
ja:7月21日
ko:7월 21일
simple:July 21
th:21 กรกฎาคม
SezessionskriegAls Sezessionskrieg (auch Amerikanischer Bürgerkrieg, im Süden der USA als Krieg zwischen den Staaten (War Between the States) oder früher sogar als Krieg der nördlichen Aggression (War of Northern Aggression) bezeichnet) wird der militärische Konflikt in den Jahren 1861 bis 1865 zwischen den Nordstaaten und den aus den Vereinigten Staaten (Union) ausgetretenen Südstaaten (Konföderation) bezeichnet. Er war der verlustreichste und blutigste aller Kriege der USA und neben der amerikanischen Revolution der einzige größere Krieg auf US-Staatsgebiet. Viele Familien hatten sowohl Mitglieder, die auf der Seite der Nordstaaten kämpften, als auch Mitglieder, die für die Südstaaten in die Schlacht zogen. Er ist besonders in den Südstaaten, deren Territorium viel stärker betroffen war, und die schließlich unterlagen, noch heute im kollektiven Gedächtnis der USA sehr präsent.
amerikanischen Revolution]
Ein gespaltenes Land
Einige Monate nach der Wahl Abraham Lincolns im November 1860 traten sieben Staaten aus der Union aus: South Carolina am 20. Dezember 1860; Mississippi am 9. Januar 1861; Florida am 10. Januar 1861; Alabama am 11. Januar 1861; Georgia am 19. Januar 1861; Louisiana am 26. Januar 1861; und Texas am 1. Februar 1861. Am 4. Februar 1861 gründeten diese Staaten, in denen die mit Sklavenarbeit betriebene Baumwollplantagenwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor war, einen unabhängigen Staatenverbund: die Konföderierten Staaten von Amerika (CSA). Ihre Verfassung war im Grundsatz der US-amerikanischen sehr ähnlich, mit Ausnahme der ausdrücklichen Erlaubnis der Sklaverei. Am 12. April 1861 eröffneten die CSA mit der Schlacht um Fort Sumter, South Carolina, den offenen Krieg und besetzte diese und andere Stützpunkte des USA-Militärs auf ihrem Gebiet. Als Lincoln daraufhin die Streitkräfte mobilisierte, um die Stützpunkte zurückzuerobern, traten vier weitere Bundesstaaten aus der Union aus: Virginia (17. April 1861); Arkansas (6. Mai 1861); Tennessee (6. Mai 1861) und North Carolina (13. Mai 1861).
Vier „Sklavenstaaten“ entschieden sich, nicht aus der Union auszutreten, und ein Bundesstaat war gespalten. Diese fünf Staaten nennt man die „Grenzstaaten“ (Border States). Delaware, das im vorausgegangenen Präsidentschaftswahlkampf Lincolns demokratischen Gegenkandidaten John C. Breckinridge unterstützt hatte, hatte nur wenige Sklaven; Sezession kam nicht in Frage. Zur Zeit des Kriegsbeginns hatte niemand geglaubt, dass die Sklaverei je abgeschafft werden würde; die strittige Frage war lediglich die Einschränkung ihrer Verbreitung. Auch Maryland war zunächst für Breckinridge gewesen, Marylands Repräsentantenhaus lehnte am 27. April 1861 jedoch unter Druck die Sezession ab, nachdem es zu ernsthaften Unruhen und mehreren Ausschreitungen in Baltimore gekommen war. Diese Ereignisse sowie Angst vor einer Invasion der Hauptstadt selbst veranlassten die US-Regierung, das Kriegsrecht auszurufen. Missouri und Kentucky blieben ebenfalls in der Union; beide Staaten hatten jedoch interne Rebellenregierungen, die von den CSA anerkannt wurden. Der Gouverneur von Missouri, Claiborne F. Jackson, war Sympathisant der Südstaaten. Er evakuierte die Hauptstadt Missouris, Jefferson City, als diese vom Unions-Brigadegeneral Nathaniel Lyon am 14. Juni 1861 angegriffen wurde. Die Situation war für die US-Regierung prekär. Hätte Maryland die Union noch verlassen, so wäre dies für die US-Regierung eine Katastrophe gewesen, da Washington D.C. zwischen Maryland und Virginia zu einer isolierten Exklave geworden wäre; so hätten die Südstaaten möglicherweise eine schnelle Kapitulation erzwingen können. Selbst mit Maryland auf Unionsseite grenzte die amerikanische Hauptstadt unmittelbar an feindliches Territorium. Die Hauptstadt der CSA, Richmond, war nur einige Stunden mit dem Zug von Washington entfernt.
Richmond
Die in Missouri gewählte Regierung informierte sich über den Stand der Dinge und tagte im Exil in der Kleinstadt Neosho. Die Abtrünnigen billigten ein Sezessionsgesetz, das die CSA am 30. Oktober 1861 anerkannte (siehe die Missouri secession controversy). In der Zwischenzeit berief die US-Regierung eine Verfassungsversammlung ein und organisierte eine parallele Missouri-Regierung. Schließlich blieb Missouri beim Norden. Für eine Weile versuchte Kentucky, sich für neutral zu erklären. Während einer kurzen Zeit schlossen sich einige den südlichen Streitkräften an, und Südstaatensympathisanten organisierten eine Zusammenkunft für die Sezession und vereidigten einen konföderierten Gouverneur. In Virginia wollten die Menschen in den nördlichen Counties bei der Union bleiben; sie spalteten sich vom Bundesstaat Virginia ab, der die Union verließ. Ab 1863 wurde diese abgespaltene Region zum autonomen Bundesstaat West Virginia, der Teil der Union war und die Absicht der allmählichen Emanzipierung der Schwarzen verfolgte.
New Mexico war damals noch kein Bundesstaat, sondern lediglich Territorium. Die südliche Hälfte schloss sich der Sezession an, die CSA nahmen sie als Arizona-Territorium mit Mesilla als Hauptstadt auf. Diese Gegend war von Weißen nur wenig bevölkert und spielte im Krieg nur eine untergeordnete Rolle. Kalifornien war seit seinem Eintritt in die Union 1850 immer ein Staat ohne Sklaverei gewesen. Lincoln hatte hier eine relative, aber keine absolute Mehrheit, und es gab etliche Sympathisanten der Südstaaten und ihres Präsidentschaftskandidaten John C. Breckenridge, der 28% der Stimmen gewonnen hatte. Dennoch galt Kalifornien immer als "nördlicher" Staat. Seine Soldaten waren nicht der US-Regierung unterstellt, Kalifornien selbst sandte sie an die Front gegen die Südstaaten. Darüberhinaus finanzierte das neu entdeckte Gold Kaliforniens zum Teil den Krieg. Die größeren Ressourcen brachten dem Norden einen deutlichen Vorteil im Ankauf von Material aus dem Ausland.
Ursachen
Kalifornien
Der Krieg entzündete sich an den wirtschaftlichen, politischen und sozialen Gegensätzen von Norden und Süden. In den Nordstaaten wurde die Industrialisierung immer weiter fortgesetzt, der Norden verlangte vom Süden die Abschaffung der Sklaverei. Die südstaatliche Plantagenwirtschaft war jedoch weitgehend von der Arbeitskraft der Sklaven abhängig. Der Sklaverei-Konflikt wurde allerdings erst ab der zweiten Hälfte des Bürgerkriegs durch die so genannte "Emancipation Proclamation" von Abraham Lincoln zum eigentlichen Kriegsgrund erklärt; zunächst stand die Frage der Rechte der einzelnen Bundesstaaten im Vordergrund.
Doch auch in diesem Punkt ging es im Kern um die Auseinandersetzung zweier Wege in die ökonomische Zukunft der USA. Die Wirtschaft der Südstaaten basierte auf dem Export von Rohmaterialien (insbesondere Baumwolle) und dem Import von Manufakturwaren. Schutzzölle - wie sie die Nordstaaten für ihre im Aufbau befindlichen Industrien gegen die europäische Konkurrenz verlangten - konnten die Preise für die Importe nur erhöhen. Außerdem musste mit Abwehrmaßnahmen der Abnehmer der Rohmaterialien (z. B. England) gerechnet werden. Wie es in diesen Streitpunkten weiter gehen sollte, musste letztlich der Kongress entscheiden. Deshalb wurde die Frage, ob in den neu hinzukommenden Territorien Sklaverei erlaubt oder verboten sein solle, zu einer Frage, wer in den folgenden Jahren im Kongress die Mehrheit hätte - die eher industrialisierten und schutzzöllnerischen Nordstaaten oder die eher agrarischen und freihändlerischen Südstaaten. Dieser Konflikt beherrschte die politische Diskussion bei mehreren wichtigen Maßnahmen seit den 1850er Jahren, die vom Kongress blockiert und deshalb zu den Wahlkampfschlagern Lincolns wurden. Dabei ging es um staatliche Landzuweisungen für Arbeitslose sowie für die Errichtung von höheren Schulen und um den Bau einer transkontinentalen Eisenbahn. Sie sollten das Wachstum und den Wohlstand im Sinne der Nordstaaten fördern, und dafür trat Lincoln zusammen mit seiner Partei, den Republikanern, ein. Diese Maßnahmen mussten nach Ansicht der Südstaatler über kurz oder lang zu einer politischen Übermacht des Nordens im Kongress führen. Sie konnten zudem nicht erwarten, dass der Kongress mit dieser Mehrheit für den Schutz ihres Eigentums, als das aus ihrer Sicht ihre Sklaven galten, in allen Staaten der USA sorgen würde. Bei einer Ausweitung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten auf die neuen Territorien und Staaten liefen sie Gefahr, dass ihre Sklaven als freie Menschen behandelt würden, also z. B. bei einer Flucht nicht durch die Polizei eingefangen und ihnen wieder ausgeliefert würden.
Darum kam es mit der Wahl des republikanischen Kandidaten Abraham Lincoln am 6. November 1860 zum Präsidenten der USA zur Spaltung (Sezession), obwohl Lincoln in der Frage der Sklaverei immer wieder betont hatte, dies sei Sache der Einzelstaaten. Da zur damaligen Zeit zwischen der Wahl und dem Amtsantritt eines Präsidenten noch jeweils etwa vier Monate lagen, entwickelte sich nun ein gefährliches Machtvakuum, weil der abgewählte, aber noch amtierende James Buchanan nicht zu energischen Entscheidungen bereit war. In den Monaten um die Jahreswende 1860/61 erklärten immer mehr der Sklavenhalterstaaten des Südens ihren Austritt aus der Union. Ein am 4. Februar 1861 in Washington zusammengetretener Friedenskongress löste sich ohne Resultat auf. Bereits am 6. Februar versammelte sich in Montgomery ein Kongress der abgefallenen Staaten, welcher am 11. März der so genannten Konföderation ihre neue Verfassung gab. Zum Präsidenten der Südstaaten wurde Jefferson Davis gewählt. Auch Lincoln, der erst am 4. März 1861 mit seiner Amtsantrittserklärung reagieren konnte, scheiterte mit seinen Versöhnungsbemühungen. Mit der Eroberung von Fort Sumter durch die südstaatlichen Truppen begann schließlich der offene Krieg zwischen der Union und der Konföderation.
Kriegsverlauf
Ausgangslage
Die Südstaaten wurden von einer energischen, zweckbewussten, staatsmännisch geschulten Aristokratie geleitet, die die USA seit ihrer Gründung dominiert hatte. Viele Offiziere des Heeres und der Marine stammten aus dem Süden und schlossen sich diesem an, wie z. B. P. G. T. Beauregard, Joseph E. Johnston, Robert E. Lee, Thomas Jonathan Jackson, James E. B. Stuart, James Longstreet, Ambrose P. Hill, Nathan B. Forrest, Leonidas L. Polk, William J. Hardee, Patrick R. Cleburne, Braxton Bragg, John C. Breckinridge, Edmund K. Smith, Jubal A. Early, John B. Gordon, John B. Hood, Daniel H. Hill, Albert S. Johnston, William Mahone und Joseph Wheeler. Dort organisierten sie die Streitmacht der Konföderation. Dies wurde dadurch erleichtert, dass Kriegsminister Floyd schon 1860 viele Waffen und Geschütze in die südlichen Arsenale geschickt hatte, während die Unionsflotte über alle Meere zerstreut worden war. Daher waren die Südstaaten am Anfang des Kriegs dem Norden entschieden überlegen.
Die Bevölkerung des Nordens (die Grenzstaaten Maryland, Kentucky, Tennessee, Missouri u. a. verhielten sich schwankend) war für eine Erhaltung der Union. Lincoln rief am 15. April 75.000 Freiwillige zu den Waffen. Diesen fehlte es aber an Organisation. Die Truppen wurden von den Einzelstaaten, welche auch die Offiziere ernannten, auf Zeit gestellt. Das gänzlich vom Kriegsministerium unabhängige Oberkommando erhielt zuerst der 75jährige Generalleutnant Winfield Scott. Ausrüstung, Ausbildung und Verpflegung der Unionstruppen waren anfangs mangelhaft und wurden erst allmählich besser. Daher erlitt der Norden trotz seiner zahlenmäßigen Überlegenheit anfangs Misserfolge.
Erste Hälfte des Bürgerkriegs
Winfield Scott
Beim ersten Vordringen der Bundestruppen unter Brigadegeneral Irvin McDowell gegen die Stellung der Konföderation bei Manassas Junction erlitten die Nordstaaten in der ersten Schlacht von Bull Run eine vollständige Niederlage (21. Juli 1861). Der nun zum Oberbefehlshaber des Nordens ernannte General George B. McClellan schlug am Potomac River ein Lager auf und nutzte Herbst und Winter dazu, die von den Staaten gestellten Freiwilligen und Milizen - über 500.000 Mann - auszubilden. Währenddessen wurden durch eine schnell geschaffene Kriegsflotte die Häfen der Südstaaten blockiert oder sogar besetzt. Es gelang der Konföderation jedoch oft, die Blockaden zu brechen. Südstaatliche Kreuzer wurden zum Teil auch in England ausgerüstet, das sich von der Sezession ein Gleichgewicht der Macht in Nordamerika erhoffte. Die Verhaftung südstaatlicher Abgesandter auf einem englischen Schiff (Trent-Affaire, November 1861), drohte bei der gereizten Stimmung beider Teile sogar einen Krieg zwischen der Union und England herbeizuführen.
Im Bürgerkrieg kam es 1862 besonders im Westen zu wichtigen Entscheidungen. Nachdem es 1861 gelungen war, Missouri der Union zu erhalten - die Bevölkerung war im Verhältnis ca. 2:1 für den Norden - besetzten die Generäle George H. Thomas und Ulysses S. Grant im Februar 1862 auch Kentucky und Tennessee und rückten den Mississippi River abwärts vor. Der Versuch der Konföderation, mittels der von General Henry H. Sibley geführten New Mexico-Offensive den Südwesten und die kalifornischen Pazifikhäfen zu erobern, scheiterte nach einigen kurzen Anfangserfolgen im April 1862. Admiral Farragut konnte währenddessen die Einfahrt in die Mississippimündung erzwingen und New Orleans am 1. Mai 1862 besetzen. Der Kampf konzentrierte sich im Westen um das von der Konföderation stark befestigte Vicksburg, das nach einer langen, seit dem 18. Mai 1863 andauernden Belagerung am 4. Juli 1863 von Grant erobert wurde. Mit der Kontrolle über den Mississippi hatte die Union die Südstaaten von Texas und Arkansas abgeschnitten.
In Virginia eröffnete McClellan den Kampf im März 1862 mit einem allgemeinen Vorgehen gegen Richmond, die Hauptstadt der Konföderation. Zahlreiche blutige Gefechte, darunter die siebentägige Schlacht am Chickahominy (25. Juni bis 2. Juli), gaben kein entscheidendes Resultat. General John Pope wurde in der zweiten Schlacht von Bull Run (29./30. August) geschlagen und zog sich nach Washington zurück. Der konföderierte Oberbefehlshaber Lee versuchte nun einen Einfall in Maryland und Pennsylvania, und überschritt am 4. September den Potomac mit seiner Army of Northern Virginia. Am 17. September wurde er bei Antietam von McClellan nach verlustreichem Kampf gestoppt und zum Rückzug nach Virginia gezwungen.
Da McClellan seinen Sieg nicht nutzte, wurde er am 17. November durch General Ambrose E. Burnside ersetzt, der einen Vorstoß auf Richmond unternahm, aber am 13. Dezember bei Fredericksburg eine empfindliche Niederlage erlitt. Sein Nachfolger Joseph Hooker drang im April 1863 über den Rapidan vor, wurde aber in einer Schlacht bei Chancellorsville (2. - 5. Mai) von Lee besiegt. Lee versuchte einen zweiten Einfall in Maryland, wurde aber in der blutigsten Schlacht des ganzen Krieges bei Gettysburg (1. - 3. Juli) von General George G. Meade über den Potomac zurückgeworfen.
Schlacht von Gettysburg
Die Schlacht von Gettysburg halten viele Experten für die entscheidende Schlacht des Amerikanischen Bürgerkrieges. Sie ereignete sich zwischen dem 1. und dem 3. Juli 1863 bei der Kleinstadt Gettysburg in Pennsylvania, nur wenige Meilen nördlich der Grenze zu Maryland. Ursprünglich sollte sie laut den föderierten Kommandeuren am kleinen Flüsschen Pipe Creek (30 km entfernt) stattfinden. Eine Division des Konföderiertengenerals A. P. Hill wollte sich und ihrem III. Korps Schuhe aus dem Örtchen Gettysburg "organisieren" (die Südstaatenarmee litt chronisch an Schuhwerkmangel). Die morgendliche Attacke geriet aus dem Ruder. Die größte Schlacht des "Civil War" fand an einem Ort und zu einem Zeitpunkt statt, den keiner der Kommandeure auf beiden Seiten so haben wollte. Sie endete mit der Niederlage der Südstaatenarmee unter General Robert E. Lee und beendete die letzte Offensive der Südstaaten auf dem Territorium der Nordstaaten.
Diese Niederlage und die gleichzeitige Eroberung Vicksburgs bildeten den Wendepunkt des Krieges. Es war der Konföderation nicht geglückt, Washington und einige Nordstaaten zu erobern. Im Westen hatte sie dagegen große Verluste erlitten und es machte sich bei ihr eine Erschöpfung an Geld und Menschenkräften bemerkbar. Die industrialisierte Wirtschaft des Nordens konnte die Verluste besser ausgleichen.
Das Ende des Krieges
Gleichzeitig machte sich auch im Norden eine allgemeine Kriegsmüdigkeit bemerkbar, die sich mitunter durch offene Anfeindungen gegenüber den Afroamerikanern äußerte, die als Sündenbock dienten. Zeitweise war auch die Armee der Nordstaaten mit dem Problem konfrontiert, nicht genügend Rekruten zu haben, um die bisherigen Verluste zu ersetzen. Die Aufstellung schwarzer Einheiten ("Buffalo Soldiers") bot für die Einzelstaaten des Nordens eine bequeme Möglichkeit, ihre Soll-Kontingente aufzustellen, und die Problematik bei der Aushebungsfrage zu lindern. Dies bot sich umso mehr an, als viele Afroamerikaner bereits seit Kriegsbeginn darauf drängten, rekrutiert zu werden. Dies wurde jedoch zunächst abgelehnt, um Sklavenhalterstaaten, die in der Union verblieben waren, nicht zu verprellen. Im Kriegsverlauf trat diese Frage immer weiter in den Hintergrund.
Zunächst nur als Sicherungs- und Hilfstruppen eingesetzt, stellten afro-amerikanische Einheiten ihre hohe Moral und Kampfkraft beim Angriff auf Fort Wagner am 18. Juli 1863 unter Beweis. Zum Ende des Krieges stellten diese Einheiten einen bedeutenden Anteil der Nordstaaten-Armee – ihr Einsatz war kriegsentscheidend. Infolgedessen formulierte der Norden nun offen die Aufhebung der Sklaverei und die völlige Niederwerfung der Rebellion als Ziele des Krieges. Lincoln erließ am 22. September 1862 eine Proklamation, welche alle Sklaven - allerdings nur in den Landesteilen unter Kontrolle der Konföderation - vom 1. Januar 1863 an für frei erklärte. Bei der Präsidentschaftswahl 1864 siegte Lincoln über den Kandidaten der Demokratischen Partei, George B. McClellan; zum Vizepräsidenten wurde Andrew Johnson gewählt.
Ulysses S. Grant, der neue Oberbefehlshaber (1864) der Unionstruppen, hatte Arkansas nach einem Sieg bei Chattanooga im November 1863 besetzt. Anfang Mai 1864 setzte er den Vormarsch Richtung Richmond fort und lieferte Lee in der "Wildnis" (Wilderness) und bei Spotsylvania eine Reihe blutiger Gefechte mit wechselndem Erfolg. Nach einer Niederlage beim Versuch, den Chickahominy zu überqueren, versuchte er Petersburg anzugreifen, das er nach einem vergeblichen Überrumpelungsversuch belagerte. Gemeinsam mit dem im Shenandoah-Tal operierenden Generalmajor Philip Sheridan gelang es ihm schließlich im Herbst, Lees Defensivstellung bei Richmond zu durchbrechen und sich am rechten Ufer des James River zu behaupten.
Gleichzeitig drang General William T. Sherman vom Westen her in Georgia ein. Dabei kam es zu zahlreichen Kriegsverbrechen, weil gezielt Zivilisten von Unionstruppen attackiert wurden. Er besetzte im September 1864 Atlanta (siehe auch Atlanta-Feldzug) und marschierte von dort nach Savannah am Atlantischen Ozean, wo er am 21. Dezember einzog und die Verbindung mit der Unionsflotte herstellte. Im Januar 1865 rückte er durch South und North Carolina nach Norden, zog am 22. März bei Goldsboro ein Unionsheer zusammen und vollendete Ende März die Einschließung Lees, der nur noch 60.000 Mann unter seinem Befehl hatte.
Am 3. April rückten die Bundestruppen in Petersburg und Richmond ein. Lee ergab sich am 9. April bei Appomattox Court House, Johnston und der Rest der konföderierten Truppen am 17. April. Damit war der Bürgerkrieg nach vierjähriger Dauer beendet.
Folgen
Im amerikanischen Bürgerkrieg kamen etwa 600.000 Menschen ums Leben. Die Kriegskosten überstiegen 8 Milliarden Dollar. Die Unionsarmee zählte am Ende des Kriegs über 1 Million Mann, die Flotte 671 Schiffe.
:"Die alte föderative Republik, in der nur das Postamt den Durchschnittsbürger in Berührung mit der nationalen Regierung brachte, wich einem zentralisierten Gemeinwesen, das die Menschen direkt besteuerte und zur Erhebung dieser Steuern eine eigene Behörde einrichtete, das die Männer zur Armee einzog, die Zuständigkeit der Bundesgerichte ausweitete, eine nationale Währung und ein nationales Bankensystem schuf und die erste nationale Wohlfahrtsbehörde ... einrichtete. Elf der ersten zwölf Zusätze zur amerikanischen Verfassung hatten die Vollmachten der nationalen Regierung beschnitten; sechs der nächsten sieben Zusätze, angefangen beim 13. Verfassungszusatz von 1865 dehnten diese Vollmachten auf Kosten der Einzelstaaten wieder aus.
:Mit dieser Veränderung im föderativen Gleichgewicht ging eine Verschiebung der politischen Macht von Süden nach Norden einher." (McPherson, Für die Freiheit sterben, S. 845f.)
Verfilmungen
Folgende Filme spielen zur Zeit des Sezessionskriegs bzw. handeln davon:
- Der General
- Geburt einer Nation
- Gettysburg
- Glory
- Gods and Generals
- Unterwegs nach Cold Mountain
- Vom Winde verweht
- Wer mit dem Teufel reitet...
- Zwei Glorreiche Halunken
- Fackeln im Sturm (North & South)
- Der letzte Befehl
Literatur
Die Literatur bezüglich des Bürgerkrieges ist uferlos. Als Auswahl sollten folgende Bände genügen, deren Bibliographien leicht weitere Literatur erschließen.
- James M. McPherson: Für die Freiheit sterben. Die Geschichte des amerikanischen Bürgerkrieges, List Verlag Berlin, ISBN 3-471-78178-1, auch Weltbild Verlag, Augsburg 2000 Der Autor erhielt hierfür den Pulitzerpreis. Die beste einbändige Darstellung des Krieges, die auch detailliert auf die Ursachen eingeht.
- Shelby Foote, The Civil War. A Narrative, 3 Bde., New York 1958-1974, ISBN 0-7126-9812-4 Sehr gut geschriebene Darstellung des Krieges, wenn auch ohne fachwissenschaftlichen Apparat.
- Bernd G. Längin: Der Amerikanische Bürgerkrieg. Eine Chronik in Bildern - Tag für Tag. Bechtermünz Verlag, 275 S., ISBN 3-86047-900-8, auch Weltbild Verlag, Augsburg, 1998
Siehe auch
- Portal:Sezessionskrieg
- Schlachten des Amerikanischen Bürgerkriegs, Liste von Kriegen
- Flaggen der Sezessionsstaaten
- Kriegsflaggen der Konföderierten Staaten von Amerika
Weblinks
- [http://www.authentichistory.com/civilwar.html authentichistory.com: Bild- und Tonarchiv zum Amerikanischen Bürgerkrieg]
- [http://www.civilwarsearch.com American Civil War Search Directory]
- [http://sunsite.utk.edu/civil-war/warweb.html American Civil War Homepage (Links)]
- [http://www.bigcountry.de/index.htm Bigcountry (deutsch)]
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Kategorie:Militärische Geschichte der USA
Kategorie:Geschichte der USA
Kategorie:1860er
ja:南北戦争
ko:남북 전쟁
simple:American Civil War
th:สงครามกลางเมืองอเมริกา
NordstaatenMit Nordstaaten werden jene Staaten der USA bezeichnet, die sich zur Union bekannten, als sich 1861/1862 elf Staaten des Südens abspalteten um die Konföderierten Staaten von Amerika zu gründen. Unentschlossene bzw. neutrale Staaten wie Maryland oder Kentucky wurden von beiden Parteien unter Druck gesetzt, sich der einen oder anderen Seite anzuschließen. Nach dem Einmarsch konföderierter Truppen in Maryland schloss sich dieser Staat, zwecks Selbstverteidigung seiner eigenstaatlichen Rechte, den Nordstaaten an, obwohl man in vielerlei Hinsicht mit dem Süden sympathisierte - eine Loslösung von der Union kam für Maryland jedoch nicht in Frage.
Die Einteilung in Nord- und Südstaaten hat sich bis heute gehalten und begründet einen sozio-kulturellen Gegensatz, der durch alle Gesellschaftsschichten und Parteien geht und unausgesprochen seit der Phase der Reconstruction jede Politik zwischen den Einzelstaaten und dem Bund polarisiert. Nur im Westen der USA, der im amerikanischen Bürgerkrieg kaum eine Rolle spielte, ist diese Einteilung nicht anwendbar.
siehe auch: Mason-Dixon-Linie
Kategorie:Amerikanischer Bürgerkrieg
Südstaaten
Die Südstaaten im weiteren Sinn sind eine Region der USA, die zum einen eine bestimmte kulturelle Region bildet, zum anderen eine der Bürgerkriegsparteien im Sezessionskrieg stellten. Nach der Definition des United States Census Bureau bestehen die Südstaaten aus insgesamt 16 Staaten mit knapp 100 Millionen Einwohnern auf 2,384,143 km².
Es handelt sich dabei um jene Bundesstaaten der USA, die südlich der Mason-Dixon-Linie, der Grenze zwischen Pennsylvania und Maryland, liegen und in denen bis zum amerikanischen Bürgerkrieg die Sklavenhaltung erlaubt war. Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff jene 11 Staaten, die sich 1860/61 nach der Wahl Abraham Lincolns zum US-Präsidenten von der Union abspalteten, die Konföderierten Staaten von Amerika bildeten und im Sezessionskrieg den Nordstaaten unterlagen.
Geographie
Die meisten Südstaaten haben ein feuchtes subtropisches Klima. Wichtige geographische Merkmale sind (von Ost nach West) die Atlantikküste, die Appalachen, der Mississippi River und die weiten Landschaften Texas'. Die Böden sind meist fruchtbar, die sichere frostfreie Periode beträgt über sechs Monate. Typische Pflanzen der Gegend sind Lebenseichen, Magnolien, Dogwood und Weihrauchkiefer.
Geschichte
Vorkoloniale Zeit
Um das Jahr 800 herum, entwickelten sich erstmals in der Gegend stratifizierte Gesellschaften, die von einem ökonomischen Überschuss profitierten. Besonders die Mississippi-Kultur ist bemerkenswert. Die Indianer betrieben Ackerbau (vor allem Mais) und begannen sich in Städten anzusiedeln. Die größte der Städte der Mississippi-Kultur, Cahokia, in der Nähe des Zusammenschlusses von Missouri-River und Mississippi-River gelegen, hatte im 12. Jahrhundert um 20 000 Einwohner. Inwieweit diese Entwicklung von den Indianern Mittelamerikas beeinflusst war, ist noch nicht abschließend erforscht.
Um das 13. Jahrhundert herum alledings begann ein Niedergang der Kulturen. Die Bevölkerungszahl ging zurück, Städte wurden verlassen. Die Expedition Hernando de Sotos im 16. Jahrhundert fand viele offensichtlich seit langer Zeit im Stich gelassener Plätze, der Austausch der Stämme und Kulturen untereinander war offensichtlich nur noch ein schwacher Abglanz dessen was sich mit Archäologischen Funden aus früherer Zeit rekonstruieren lässt.
Die Bewohner der Gegend gehörten zu den Sprachfamilien der Sioux (Quapaw, Biloxi), Algonkin-Sprachfamilie (Pamunkey, Shawnee), Irokesische Sprachen (Cherokee, Tuscarora, Westos), Caddo (Hasinai), Kadohadacho, Natchitoches), der Golfsprachen (Atakapa, Chitimacha, Natchez, Tunica) und Timucuan (Apalachen, Choctaw, Oristas, Cusabos, Chickasaw, Guales, Alabama, Muskogee).
Koloniale Zeit
Erste spanische Expeditionen wurden 1527/28 von Pánfilo de Naváez und Álvar Núñez Cabeza de Vaca sowie 1539/40 von Hernando de Soto 1539, der weit ins Landesinnere drang, durchgeführt. Obwohl es historisch noch umstritten ist, begann der Niedergang der Mississippi-Kultur weit vor den Expeditionen der Spanier, diese aber versetzen mit ihren Waffen und vor allem mit eingeschleppten Krankheiten den Ureinwohnern einen weiteren gravierenden Stoß.
Im Jahre 1585 gründete Walter Raleigh die erste englische Siedlung auf dem Boden der heutigen USA. Sie wurde auf Roanoke Island (North Carolina) gegründet, war jedoch nicht von Dauer. Erst im Jahre 1607 gelang es den Engländern in Virginia die erste permanente Siedlung Jamestown zu gründen.
Wie Neuengland, so wurde der Süden zunächst von englischen Protestanten besiedelt. Später kamen auch andere Religionsgemeinschaften hinzu.
Aufnahme in die Union
1776 zählten von den 13 Gründungsstaaten der USA, sechs zu den sklavenhaltenden Südstaaten: Delaware, Maryland, Virginia, North Carolina, South Carolina und Georgia. Gleichfalls als Sklavenstaaten wurden 1792 Kentucky, 1796 Tennessee, 1812 Louisiana, 1817 Mississippi und 1819 Alabama in die Union aufgenommen. Weiter gelten als Südstaaten Missouri, das 1821 der Union beitrat, Arkansas, das 1836 der Union beitrat, sowie seit 1845 Florida und Texas. Alle diese Staaten erlaubten auch die Sklaverei.
Cotton Kingdom
Zwischen den 1790ern mit der Erfindung des Cotton Gins durch Eli Whitney und dem amerikanischen Bürgerkrieg setzte sich Baumwolle als primäres Agrargut durch. Sie trug in dieser Zeit maßgeblich dazu bei, die britische Textilindustrie zu versorgen. Mehrere Millionen Hektar frühere Wildnis wurden erschlossen; begleitet wurde der Prozess von einer intensiven Modernisierung. Dieselbe Zahl von Arbeitern, die um 1800 einen Hektar Baumwolle bearbeiten konnte, bearbeitete um 1850 zwölf Hektar ergänzt um Maisfelder und andere Früchte zur Selbstversorgung. Die Entwicklung des Raddampfers fällt in die Zeit, ebenso wie die Ausbreitung der Eisenbahn zum Transport und die Einführung des Telegraphen. Waren die Menschen im größten Teil der Südstaaten um 1800 noch Selbstversorger, bestanden 1860 intensive Handelsbeziehungen zu den Nordstaaten, so gut wie alle Konsumgüter und Maschinen wurden importiert. Zentrum der Baumwollindustrie war der Staat Mississippi und hier besonders die südliche Gegend von Vicksburg entlang des Mississippi River mit dem städtischen Zentrum Natchez.
Sklaverei
Die Sklaven in den Südstaaten wurden dort als Sklaven geboren oder kamen bis zu seinem Verbot 1808 durch den Atlantischen Sklavenhandel ins Land.
Die Sklavenarbeit auf den Tabak- und Baumwoll-Farmen und Plantagen der Südstaaten unterschied sich von der früher etablierten Sklavenarbeit auf den karibischen Zuckerrohrplantagen. Tabak- und Baumwollanbau war weniger kraftintensiv als Zuckerrohranbau - die Sklavenhalter konnten es sich leisten etwa zur Hälfte Frauen zu besitzen. Sie unterstützten in den meisten Fällen Familienbindungen, da diese nicht nur für (geldwerten) Nachwuchs sorgten, sondern auch die Gefahr von Aufständen drastisch verringerten, da potenziell beteiligte wesentlich mehr zu verlieren hatten als in der Karibik. Eine Gefahr, die auch dadurch verringert wurde, dass die Sklaven nie, wie in der Karibik, den größten Teil der Bevölkerung stellten.
Die Sklavenarbeit wurde entweder nach dem Gang-System geleistet oder nach dem Task-System. Im Gang-System arbeiteten die Sklaven den ganzen Tag unter einem (meist auch versklavten) Aufseher, im Task-System bekamen sie eine bestimmte Aufgabe gestellt und hatten frei, wenn sie diese vor Ablauf der angesetzten Zeit schafften.
Neben der Mehrzahl der Sklaven, die auf den Plantagen und Farmen arbeiteten, gab es auch Haussklaven und Facharbeiter. Die letzteren wurden oft in der Zeit in der es keine Arbeit auf der Farm gab, an Handwerker in den naheliegenden Städten vermietet, wodurch die Sklaven ein relativ großes Freiheitspotenzial hatten.
Die Chancen offiziell frei zu kommen, waren gering. Traditionell besaßen die Eigentümer das Recht ihre Sklaven in die Freiheit zu entlassen, meist wendeten sie das jedoch nur bei ihren eigenen (nicht anerkannten) Kindern mit weiblichen Haussklaven an. In den letzten Jahren vor der Sezession begann die Angst zu wachsen, dass Freigelassene die Sklaven zur Unruhe anstiften würden, das Recht der Freilassung wurde teilweise allein auf den Gouverneur der einzelnen Staaten verlagert.
Natürlich versuchten auch Sklaven zu fliehen. Mit Hilfe sympathisierender Personen und Abolitionisten gelang dies beispielsweise durch die Underground Railroad. Während Aufstände selten waren, kam Sabotage öfter vor. Gerade die handwerklich ausgebildeten Sklaven hatten sowohl das technische Verständnis als auch die Möglichkeiten an den Maschinen ihrer Besitzer größeren Schaden anzurichten, ohne dass ihre eigene Tat dabei offensichtlich wurde.
Gründung der Konföderation
Wegen der Befürchtung, die neue republikanische Regierung unter Abraham Lincoln werde gegen die Sklaverei vorgehen, erklärte South Carolina im Dezember 1860, noch vor dem Amtsantritt des neugewählten Präsidenten, seinen Austritt aus der Union. Sie schlossen sich zu den Konföderierten Staaten von Amerika zusammen. Der noch amtierende Präsident James Buchanan war der Ansicht, dieser Austritt sei zwar illegal, es gebe aber andererseits auch keine rechtliche Grundlage dafür, ihn mit Gewalt zu verhindern; er blieb daher untätig, obwohl Lincoln ihn zum Handeln aufforderte. Diesem Schritt folgten bis zum April 1861 fast alle Staaten des tiefen Südens: Mississippi, Florida, Alabama, Georgia, Louisiana und Texas. Nach dem Angriff South Carolinas auf das auf seinem Staatsgebiet gelegene, aber unter Bundesverwaltung stehende, Fort Sumter, der den Beginn des Bürgerkriegs markierte, traten auch Virginia, Arkansas, North Carolina und Tennessee aus der Union aus. Die so genannten Grenzstaaten -- Kentucky, Maryland, Delaware und Missouri -- verblieben dagegen in der Union; der Westteil Virginias spaltete sich seinerseits von Virginia ab und verblieb als neuer Staat West Virginia in der Union.
Nach dem Bürgerkrieg
Auch nachdem die Südstaaten den Bürgerkrieg verloren hatten, sind Rassentrennung, Rassismus und subjektiv wahrgenommenen Rassenunterschiede, dort bis heute ein wichtiges soziales und politisches Thema. Rassentrennung (Segregation) galt dort offiziell bis in die 1970er Jahre. Der Ku-Klux-Klan genoss große Unterstützung sowohl in der weißen Bevölkerung als auch unter den (ausschließlich weißen) sozialen Eliten. Erst die Bürgerrechtsbewegung der 1960er und der soziale Wandel, der durch vermehrten Zuzug einsetzt, konnten die Probleme zumindest etwas abschwächen.
Merkmale des Südens
Gemeinsam war damals allen Südstaaten eine starke landwirtschaftliche Ausrichtung - im Gegensatz zum schon weitgehend industrialisierten Norden. Vor allem in den Küstenebenen war die Plantagenwirtschaft weit verbreitet. Daher gab es in diesen Staaten die "peculiar institution", die besondere Einrichtung, wie die US-Verfassung die Sklaverei nannte. Zwischen den Plantagenbesitzern in der Ebene und den Kleinbauern in den Gebirgsregionen der Appalachen gab es erhebliche, wirtschaftlich bedingte Gegensätze. Daher kam es während des Bürgerkrieges zur "Sezession in der Sezession", zur Abspaltung West Virginias von Virginia und der versuchten Abspaltung Ost-Tennessees von Tennessee.
Trotz der Wiedervereinigung mit dem Norden nach dem verlorenen Sezessionskrieg gibt es bis heute spürbare Unterschiede zwischen beiden Landesteilen. Die sozio-kulturellen Gegensätze ziehen sich durch alle Gesellschaftsschichten und Parteien und prägen - ausgesprochen oder unausgesprochen - seit der Phase der Reconstruction die Politik zwischen den Einzelstaaten und dem Bund. Vereinzelte Personen der Bevölkerung der Südstaaten (sogenannte Rednecks) verspüren auch heute noch eine Abneigung gegenüber den "Yankees" (Bewohner der Nordstaaten) aufgrund des verlorenen Sezessionskrieges.
In den Südstaaten entstanden Gospel, Blues und Country-Musik. New Orleans war und ist ein wichtiges Zentrum für Blues und Jazz, Memphis eines für Blues und Soul. Nashville, Tennessee ist das Zentrum der kommerziellen Country-Musik. Als "Geburtsstunde" des Rock 'n' Rolls wird oft die erste Aufnahme vom aus Mississippi stammenden Elvis Presley in Memphis genannt. Der Dixieland-Jazz und der Southern Rock sind direkt nach den Südstaaten benannt.
Bekannt ist die Südstaatenküche und ihre Besonderheiten, Cajun-Food, Soul-Food und Tex-Mex.
Ein gebräuchliches Synonym für die Südstaaten ist Dixie. Der Name soll entweder von dem Begriff "Mason-Dixon-Linie" abgeleitet worden sein oder er leitet vom französischen Wort "dix" her, welches früher in den Südstaaten auf den Dollarnoten zu finden war.
Die Landvermesser Mason und Dixon hatten die Grenzlinie vermessen, die die Trennung zwischen den amerikanischen Staaten bezeichnete, südlich derer die Sklaverei erlaubt und nördlich derer sie verboten war.
Daten der Sezession
- South Carolina 12. Januar 1859
- Mississippi 9. Januar 1861
- Florida 10. Januar
- Alabama 11. Januar
- Georgia 19. Januar
- Louisiana 26. Januar
- Texas 1. Februar
- Virginia 17. April
- Arkansas 6. Mai
- Tennessee 6. Mai
- North Carolina 13. Mai
Kategorie:Region der USA
Kategorie:Amerikanischer Bürgerkrieg
Präsident
Ein Präsident ist das Staatsoberhaupt einer Republik. Je nach Staatssystem wird das Amt durch eine allgemeine Wahl, durch ein Wahlkomitee, durch die Legislative oder durch andere Verfahren vergeben. Zum Teil werden auch in Diktaturen Präsidenten ernannt. Das Wort Präsident wurde vom lateinischen praesidere das heißt 'den Vorsitz haben', abgeleitet. Die Präsidentschaft bezeichnet die Amtszeit eines Präsidenten oder die Situation Präsident zu sein.
Einige wenige moderne Republiken kennen kein Staatsoberhaupt. Dazu zählen die Schweiz und San Marino. Die Schweiz kennt allerdings einen Präsidenten der Konföderation, der ein Mitglied des Bundesrats ist. Der Schweizer Nationalrat wählt ein Mitglied des Bundesrats zum Präsidenten für ein Jahr. Allerdings ist der Präsident nur primus inter pares (erster unter Gleichen); lediglich auf internationaler Ebene wird er als Staatsoberhaupt behandelt.
Auch das ehemalige deutsche Bundesland Württemberg-Hohenzollern hatte einen Staatspräsidenten, der zugleich Staatsoberhaupt und Regierungschef in einer Person war. In Bayern wollte man Anfang der 50er Jahre einen Staatspräsidenten einführen, entschied sich jedoch die Rolle des Staatsoberhauptes dem Ministerpräsidenten zu überlassen.
Der Präsident in der Demokratie
Die Stellung und die Befugnisse des Präsidenten werden meist durch eine geschriebene Verfassung festgelegt. Sie ist eingebunden in ein System der Gewaltenteilung oder zumindest in ein System der strikten Machtkontrolle.
Präsidentielle Demokratie
Hier vereinigt der Präsident die Funktion des Staatsoberhaupt und die des Regierungschef. Er besitzt große Machtbefugnisse. Der Präsident wird dann meist direkt vom Volk gewählt, was seine starke Position legitimiert.
Typische präsidentielle Regierungssysteme sind die der USA, Südafrika und der lateinamerikanischen Staaten.
Siehe auch: Präsidentielles Regierungssystem
Parlamentarische Demokratie
Hier ist der Präsident nur Staatsoberhaupt. Er wird meist nicht direkt vom Volk sondern durch die Legislative gewählt und hat hauptsächliche repräsentative Funktionen. Die eigentliche Führung der Exekutive (Regierung) ist die Aufgabe eines je nach Land (Premierminister, Ministerpräsident, Bundeskanzler, Regierungspräsident (Spanien), Ratspräsident) oder ähnlich genannten Regierungschefs, dessen Regierung vom Vertrauen des Parlaments abhängig ist
Typische Parlamentarische Regierungssysteme sind die Deutschlands und Italiens.
Siehe auch: Parlamentarisches Regierungssystem
Semipräsidentielle Demokratie
Hier konkurrieren Präsident und Ministerpräsident um die Macht. Wird der Präsident durch die Parlamentsmehrheit gestützt, hat er weitreichende Kompetenzen. Gehören Parlamentsmehrheit und Präsident unterschiedlichen Parteien an, herrscht Kohabitation (frz. cohabitation)) und die Macht des Präsidenten ist eingeschränkt.
Typische semipräsidentielle Regierungssysteme sind die Frankreichs, Polens und Russlands, wobei Russland sich anscheinend im Übergang zum präsidentiellen Regierungssystem befindet.
Siehe auch: Semipräsidentielles Regierungssystem
Andere Systeme
In Diktaturen wird der Titel eines Präsidenten häufig von selbsternannten Anführern angenommen - ein Beispiel dafür ist Ugandas Expräsident Idi Amin. Einige staatssozialistische Staaten kennen oder kannten ebenfalls Präsidenten, allerdings liegt die Macht beim Zentralkomitee der Partei.
Siehe auch
- Präsidialrepublik, Präsidentielles Regierungssystem
- Präsident der Republik, Präsident (Verwaltung)
- Liste der Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Liste der Präsidenten von Frankreich
- Bundespräsident (Deutschland), Bundespräsident (Österreich),
- Staatspräsident (Frankreich)
Kategorie:Politik
Kategorie:Herrschertitel
ja:大統領
ko:대통령
simple:President
th:ประธานาธิบดี
zh-min-nan:Chóng-thóng
Abraham LincolnAbraham Lincoln [] ( - 12. Februar 1809 bei Hodgenville, Hardin County [heute: LaRue County], Kentucky; † [ermordet] 15. April 1865 in Washington (D.C.)) wurde 1860 zum 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt und 1864 wiedergewählt.
Abraham Lincoln war einer der bedeutendsten Präsidenten der USA und der erste aus den Reihen der Republikanischen Partei. Nach der Sezession von elf sklavenhaltenden Südstaaten führte er die Nordstaaten durch den Bürgerkrieg, setzte die Wiederherstellung der Union durch und betrieb die Sklavenbefreiung. Unter seiner Regierung schlugen die USA den Weg zum zentral regierten, modernen Industriestaat ein und schufen so die Basis für ihren Aufstieg zur Weltmacht im 20. Jahrhundert.
20. Jahrhundert
Leben
Kindheit und Jugend
Der spätere Präsident wurde 1809 in einer Blockhütte in der Nähe des Präriedorfes Hodgenville in Kentucky geboren. Seine Eltern waren der Farmer Thomas Lincoln und dessen Frau Nancy. Obwohl einige seiner Verwandten Sklavenhalter waren, lehnte Thomas Lincoln als frommer Baptist die Sklaverei ab. Er zog mit seiner Familie, zu der noch eine ältere Schwester und ein jüngerer Bruder Abrahams gehörten, Ende 1816 nach Little Pigeon Creek im Südwesten des sklavenfreien Staats Indiana. Zwei Jahre später starb seine Frau Nancy; 1819 heiratete Thomas Lincoln die Witwe Sarah Bush Johnston, die drei eigene Kinder in die Ehe mitbrachte. Abraham Lincoln pflegte zu seiner Stiefmutter zeitlebens eine warmherzige Beziehung.
Bis zu seinem 19. Lebensjahr half Abraham seinem Vater bei der Farmarbeit und führte das harte Leben der Pioniere an der Frontier, der Siedlungsgrenze zur Wildnis. Im Frühjahr 1828 fuhr Lincoln als Flößer den Ohio und den Mississippi bis nach New Orleans hinunter und lernte erstmals die Welt außerhalb der Prärie kennen.
Lincoln behauptete später, er habe in seiner Jugend kein ganzes Jahr lang die Schule besucht. Immerhin lernte er soweit lesen, schreiben und rechnen, dass er mit 18 eine Stellung als Kaufmannsgehilfe erhielt. Als Autodidakt sollte er sich aber im Laufe der Jahre eine umfassende Bildung aneignen.
1830 zogen die Lincolns erneut weiter nach Westen, nach Macon County in Illinois. Kurz darauf verließ Abraham das Elternhaus und ließ sich im Präriestädtchen New Salem nieder, wo er in den nächsten Jahren als Kaufmann, Landvermesser und Posthalter arbeitete.
Lincolns Aufstieg
Im Jahr 1832 nahm Lincoln als Freiwilliger an einem Kriegszug gegen die Sauk-Indianer unter Häuptling Black Hawk teil, ohne aber in Kämpfe verwickelt zu werden. Seine Kameraden wählten ihn bei dieser Gelegenheit zum Captain. Dies und die Tatsache, dass er sich in einem Debattierclub in New Salem als guter Redner erwiesen hatte, ermutigte ihn, noch im gleichen Jahr für das Parlament des Staates Illinois zu kandidieren. Als Parteigänger der liberal-konservativen Whigs trat er im Wahlkampf für den Ausbau der Verkehrswege und eine Verbesserung des Schulwesens ein. Im ersten Anlauf gescheitert, errang Lincoln das Mandat im Jahr 1834 und behielt es über vier Legislaturperioden bis 1842.
Parlamentarier und Anwalt in Illinois
Als Honest Abe (ehrlicher Abe) - ein Spitzname, der ihm bleiben sollte - erwarb sich Abraham Lincoln im Parlament rasch so viel Vertrauen, dass er zum Sprecher des Finanzausschusses und bereits mit 27 Jahren zum Parteiführer der oppositionellen Whigs gewählt wurde. Aus dem Jahr 1837 datiert seine erste öffentliche Stellungnahme gegen die Sklaverei. In einer Parlamentsdebatte stellte er fest, "...dass die Einrichtung der Sklaverei auf Ungerechtigkeit und schlechte Politik zurückzuführen ist."
Sklaverei
In den ersten Jahren seiner politischen Tätigkeit absolvierte Lincoln ein diszipliniertes Selbststudium der Rechtswissenschaft, und 1836 wurde er zur Anwaltskammer von Illinois zugelassen. Im folgenden Jahr gründete er mit dem Rechtsanwalt John T. Stuart eine gemeinsame Kanzlei in der neuen Hauptstadt von Illinois, Springfield. Doch auch als Anwalt lebte Lincoln noch lange in äußerst bescheidenen Verhältnissen. Seine Heirat mit Mary Todd im Jahr 1842 stieß daher auf großen Widerstand in ihrer Familie, reichen Pflanzern und Sklavenhaltern aus Kentucky. Abraham und Mary Todd Lincoln wurden vier Söhne geboren, von denen drei noch im Kindesalter starben. Lincoln hat heute keine lebenden Nachfahren mehr.
Abgeordneter im Repräsentantenhaus
Im Jahr seiner Hochzeit schied Lincoln aus dem Staatsparlament von Illinois aus, um sich verstärkt seiner Anwaltstätigkeit zu widmen. Er erwarb sich einen Ruf als Spezialist für Eisenbahnrecht und kam allmählich zu bescheidenem Wohlstand. Als einer der führenden Köpfe der Whig-Partei in dem jungen Bundesstaat wurde er 1847 ins US-Repräsentantenhaus gewählt.
In Washington trat er als Gegner von Präsident James K. Polk und seiner Kriegspolitik gegen Mexiko auf. Darüber hinaus brachte er eine zaghafte Resolution zur Beschränkung der Sklaverei im District of Columbia ein. Ansonsten machte er bei seinem ersten Auftreten in der Bundespolitik kaum von sich reden.
Da er in Washington ohne seine Familie lebte, reizte ihn eine Karriere in der Bundeshauptstadt wenig. Als der neue Präsident Zachary Taylor ihm anbot, Gouverneur des neuen Territoriums Oregon (die heutigen Staaten Oregon und Washington) zu werden, schlug er auch dies aus und kehrte 1849 nach Springfield zurück. Für die nächsten fünf Jahre verabschiedete sich Abraham Lincoln aus der Politik. Erst die Zuspitzung der Sklavenfrage brachte ihn auf die politische Bühne zurück.
Der Weg zur Präsidentschaft
Um zu verstehen, wie Abraham Lincoln von einer kaum über Illinois hinaus bekannten Parteigröße zu einem in ganz Amerika beachteten Politiker und schließlich zum Präsidentschaftskandidaten der neuen Republikanischen Partei werden konnte, muss man die Entwicklung der Sklavenfrage und Lincolns Haltung dazu betrachten.
Die Zuspitzung der Sklavenfrage
Gesellschaftlich, kulturell und wirtschaftlich hatten sich der Norden und der Süden der USA seit jeher unterschieden. Trotz seiner geringeren Bevölkerungszahl nahm der Süden mit seiner reichen Pflanzeraristokratie bis zum Bürgerkrieg die gesellschaftlich führende Rolle ein. So kamen zum Beispiel die meisten Präsidenten aus den Sklavenhalterstaaten. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts schritt im Norden jedoch die Industrialisierung rasch voran und verschob das wirtschaftliche Gewicht immer mehr zu seinen Gunsten.
Die Interessen der beiden völlig gegensätzlichen Wirtschaftssysteme ließen sich immer schwerer miteinander vereinbaren. Der Süden, als Agrarland auf die Ausfuhr von Baumwolle, Tabak und anderer Plantagenprodukte angewiesen, verfocht eine Freihandelspolitik. Der Norden, der seine noch junge Industrie vor der Einfuhr von Massenprodukten aus England schützen wollte, trat für möglichst hohe Schutzzölle ein. Die im Süden traditionell starke Demokratische Partei war für eine weitgehende Autonomie der Einzelstaaten, was auch das Recht neuer Staaten einschloss, auf ihrem Territorium die Sklaverei zu gestatten. Lincolns Partei dagegen, die Whigs (wie später auch die Republikaner), traten für eine starke Zentralmacht in Washington ein und für das Prinzip der freien Arbeit in den neu zu besiedelnden Gebieten des Westens.
Freie und Sklavenstaaten waren zunehmend darauf bedacht, gegenüber der jeweils anderen Seite im Senat nicht in die Minderheit zu geraten. Dieses Problem ergab sich regelmäßig bei der Aufnahme neuer Staaten. Eine erste Zuspitzung des Konflikts konnte 1820 durch den Missouri-Kompromiss entschärft werden. Er sah vor, dass nördlich der Mason-Dixon-Linie, die etwa dem 36. Breitengrad folgte, die Sklaverei in allen neuen Staaten verboten sein solle, mit Ausnahme Missouris.
1854 jedoch verabschiedete der US-Kongress den Kansas-Nebraska Act. Dieses Gesetz stellte es den beiden Territorien - obwohl nördlich der Mason-Dixon-Linie gelegen - frei, in ihren künftigen Staatsverfassungen selbst festzulegen, ob sie die Sklaverei gestatteten oder nicht. In Kansas brach daraufhin ein "Bürgerkrieg vor dem Bürgerkrieg" aus. In bleeding Kansas, dem blutenden Kansas, bekämpften sich Sklavereibefürworter und die Free Soiler, die für das Prinzip der freien Arbeit auf freiem Land eintraten, aufs heftigste. Noch bedeutsamer aber war, dass die faktische Aufhebung des Missouri-Kompromisses einen Sturm der Entrüstung im ganzen Norden auslöste. Abraham Lincoln empfand die Nachricht von der Verabschiedung des Kansas-Nebraska Acts wie den "Klang einer Sturmglocke in der Nacht".
Lincoln als gemäßigter Gegner der Sklaverei
Im Streit über das neue Gesetz zerbrach die Partei der Whigs. Wie Lincoln schloss sich der größte Teil ihrer Mitglieder noch im Laufe des Jahres 1854 mit gemäßigten Sklavereigegnern aus den Reihen der Demokraten, mit radikalen Abolitionisten, die das sofortige Verbot der Sklaverei forderten, und mit einigen anderen Gruppierungen zur neuen Republikanischen Partei zusammen.
Zu dieser Zeit war Lincoln kein bedingungsloser Gegner der Sklaverei. Er verabscheute sie zwar moralisch, vertrat gegenüber den Südstaaten damals aber einen streng an Recht und Gesetz orientierten Standpunkt. Er war der Ansicht, dass die Väter der US-Verfassung die Sklaverei grundsätzlich als Übel angesehen, sie aber aus pragmatischen Gründen weiter in jenen Staaten geduldet hätten, in denen sie zur Zeit der Unabhängigkeitserklärung von 1776 bereits bestand. Eine Ausdehnung der Sklaverei auf weitere Staaten und Territorien aber sei gegen den Geist der Verfassung. Noch bis in die Zeit des Bürgerkriegs hinein akzeptierte Lincoln, dass die Sklaverei dort weiterbestand, wo sie bereits existierte - aber nur dort. Daher löste der Kansas-Nebraska Act in ihm den Entschluss aus, wieder in die Politik zurück zu kehren.
Im Jahr 1855 scheiterte Lincolns erster Versuch, einen Sitz im Senat zu erlangen. Drei Jahre später unternahm er einen zweiten Anlauf. Sein Gegenkandidat war Stephen A. Douglas, der Führer der Demokraten auf Unionsebene, der als großer Redner bekannt war. Er ließ sich im Wahlkampf auf sieben öffentliche Rededuelle mit Lincoln ein, die wegen ihrer Grundsätzlichkeit und der rhetorischen Fähigkeiten der Kontrahenten überall in den USA abgedruckt wurden. Lincoln verlor die Wahl in den Senat zwar erneut, aber er hatte sich nun als gemäßigter Gegner der Sklaverei im ganzen Land einen Namen gemacht und galt als ernsthafter Kandidat der Republikaner für die nächsten Präsidentschaftswahlen.
In einer berühmt gewordenen Rede, der so genannten "House Divided Speech", die er am 16. Juni 1858 im Staatsparlament von Illinois hielt, brachte Lincoln die Sklavenfrage und ihre Auswirkungen auf die amerikanische Politik noch einmal auf den Punkt:
:Ein in sich gespaltenes Haus kann keinen Bestand haben. Ich glaube, diese Regierungsform kann keinen Bestand haben, wenn sie auf Dauer halb für die Sklaverei, halb frei ist. Ich erwarte nicht, dass die Union aufgelöst wird. Ich erwarte nicht, dass das Haus zusammenbricht. - Aber ich erwarte, dass es aufhört gespalten zu sein. Es wird entweder ganz das eine oder ganz das andere sein.
Die Präsidentschaftswahl von 1860
Lincoln unternahm schon 1859 Vortragsreisen durch die Nordstaaten, um sich der Bevölkerung und seinen Parteifreunden vorzustellen und weiter für seinen gemäßigten Standpunkt zu werben. Auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner in Chicago konnte er sich schließlich gegen den ursprünglichen Favoriten William H. Seward aus New York und weitere starke Kandidaten wie Salmon P. Chase aus Ohio und Simon Cameron aus Pennsylvania durchsetzen (die er später alle in sein Kabinett aufnahm). Am 18. Mai 1860 bestimmten die Republikaner Abraham Lincoln zu ihrem Spitzenkandidaten für den Kampf ums Weiße Haus. Lincolns Wahlkampflied, das sein Programm prägnant zusammenfasste, war der noch heute populäre Song "Lincoln and Liberty".
Die Präsidentschaftswahl fand im Herbst statt. Eine Grundlage für seinen Sieg hatte Lincoln schon zwei Jahre zuvor in den Debatten mit Stephen A. Douglas gelegt. Er hatte damals seinen Gegner, der die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten anstrebte, zu Äußerungen über die Sklaverei gedrängt, die ihn für die Demokraten des Südens unwählbar machten. Wie die Whigs sechs Jahre zuvor, so spaltete sich nun auch die Demokratische Partei.
Lincoln and Liberty
Die Nord-Demokraten nominierten Douglas, die Süd-Demokraten den eindeutigen Sklavereibefürworter John C. Breckinridge aus Kentucky. Beide zusammen gewannen 2,2 Millionen Wähler, der Whig-Kandidat John Bell aus Tennessee weitere 0,6 Millionen, Lincoln aber wurde mit 1,9 Millionen Stimmen der stärkste Einzelkandidat. Er siegte in keinem einzigen Wahlbezirk des Südens, erhielt aber fast alle Wahlmännerstimmen des Nordens (180) und damit eine klare Mehrheit: mit 40% der Wähler gewannen er und sein Vizepräsidentschaftskandidat Hannibal Hamlin 59% aller Wahlmänner. Am 6. November 1860 wurde Abraham Lincoln gewählt; am 4. März 1861 sollte er den Amtseid ablegen. In diesen vier Monaten aber wurden Tatsachen geschaffen, die Lincolns gesamte Regierungszeit bestimmen sollten.
Lincoln als Präsident
1861
Während seiner gesamten Amtszeit als US-Präsident sah sich Abraham Lincoln gezwungen, einen Bürgerkrieg zur Wiederherstellung der Union zu führen. Dabei stand er im Wesentlichen vor vier großen Aufgaben: Er musste den Krieg militärisch gewinnen, bei der Bevölkerung des Nordens die Kampfbereitschaft aufrecht erhalten, die Einmischung europäischer Mächte zugunsten der Konföderierten verhindern und schließlich die Abschaffung der Sklaverei betreiben, um die Ursache des Konflikts ein für allemal zu beseitigen.
Amtsantritt und Kriegsausbruch
Die Wahl Abraham Lincolns war nicht die Ursache, aber Anlass der Sezession. Bereits seit etwa 1850 hatten sich in den Südstaaten die Stimmen gemehrt, die für einen Austritt aus der Union eintraten. Die im Norden geübte Kritik an der Sklaverei wurde als Bedrohung der eigenen Lebensart und Kultur betrachtet und jeder Versuch, sie zu beschränken als Eingriff in das Eigentumsrecht und in die Rechte der Einzelstaaten. Aus dieser Sichtweise heraus war es nur logisch, dass die Verfechter der Sezession keinen Unterschied mehr sehen wollten zwischen der kompromissbereiten Haltung Lincolns und den Ansichten der Abolitionisten.
Die Aussicht, Lincoln ins Weiße Haus einziehen zu sehen, gab den Extremisten im Süden den letzten entscheidenden Auftrieb. Noch bevor der neue Präsident sein Amt antreten konnte, gab South Carolina am 20. Dezember 1860 als erster Staat seinen Austritt aus der Union bekannt. Innerhalb weniger Wochen folgten alle Staaten des tiefen Südens: Georgia, Florida, Alabama, Louisiana, Mississippi und am 22. Februar 1861 Texas. In Montgomery, der Hauptstadt Alabamas, wurden am 8. Februar die Konföderierten Staaten von Amerika ausgerufen. Zu ihr | | |