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Flugabwehrrakete
Die Flugabwehrrakete (kurz FlaRak) ist eine Rakete zur Bekämpfung von Luftzielen vom Erdboden aus.
Für dieses Einsatzszenario ist die Rakete besonders geeignet, da sie bei angepasster Konstruktion über folgende Attribute verfügt:
- Hohe Endgeschwindigkeiten bei verhältnismäßig geringer Beschleunigung,
- Hohe Nutzlast und
- Gute Steuerbarkeit
Jeder Raketentyp der SAMs (Surface to Air Missile) hat verschiedene Spezifikationen und eine variierende Leistungsfähigkeit. Das heißt sie haben verschiedene Gipfelhöhen, Geschwindigkeiten, Sprengköpfe, Flugeigenschaften, Aufschaltungs und Verfolgungssysteme. Auch unterscheidet man zwischen zwei Arten der Detonation:
- 1. Diese Rakete ist darauf ausgerichtet das Ziel direkt zu treffen. Das heißt erst bei Berührung bzw. Penetration zu explodieren.
- 2. Dieser Raketentyp ist darauf ausgerichtet das Ziel nicht direkt zu treffen sondern "nur" in seiner Nähe zu detonieren und so das Flugzeug zu beschädigen.
Entwicklungsgeschichte
Die ersten Boden-Luft-Raketen wurden während des Zweiten Weltkrieges in Deutschland entwickelt. Die Entwicklung begann 1941, die ersten Probeflüge fanden im Herbst 1944 statt. Es wurden parallel entwickelt:
- Die Henschel Hs 117 "Schmetterling", eine funkgelenkte, entweder optisch oder über Radar verfolgte, zweistufige, 420 kg schwere Rakete mit 16 km Reichweite und einer Gipfelhöhe von 11.000 Metern. [http://www.luftarchiv.de/flugkorper/hs117.gif]
- Alternativ dazu die Messerschmitt "Enzian-Rakete", eine umgebaute Messerschmitt Me 163 "Komet" mit 1,8 Tonnen (davon 300 kg Sprengkopf) und etwas größerer Gipfelhöhe und Reichweite und dem gleichen Zielsystem wie die Henschel Hs 117. [http://www.luftarchiv.de/flugkorper/enzian1.gif]
- Ebenfalls gab es den "Wasserfall", entwickelt von der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) und den Elektromechanischen Werken Karlshagen (Triebwerk), eine verkleinerte A4, die mit einer Höhe von 20.000 Metern das vom Bediener am Boden bediente Zielsystem völlig überforderte. [http://www.luftarchiv.de/flugkorper/wasser2.gif]
- Zudem gab es die Feuerlilie, deren Triebwerke von Rheinmetall-Borsig in Berlin-Marienfelde und die Zellen von den Ardelt-Werken hergestellt wurden, in folgenden Varianten:
- Die Unterschallversion R25 war 1,80 m lang und hatte eine Reichweite von 5 km. Erste Versuchsstarts erfolgten 1944, Einstellung im gleichen Jahr.
- Die Überschallversion R55 mit Spiritus-Flüssigsauerstofftriebwerk. Sie hatte eine Reichweite von 10 km. Erster Versuchsstart Mitte 1944. [http://community.freenet.de/profilverwaltung/data/1/1/2/4/1344211-large.jpg?1103039019]
Es wurden auch Überlegungen zu einer automatischen Radarverfolgung angestellt. Alle Systeme waren ihrer Zeit weit voraus und kamen zu spät, um noch wirkungsvoll eingesetzt zu werden.
Ein tragbares Luftabwehrraketensystem war ebenfalls schon im Truppenversuch:
- Die Fliegerfaust-A wurde 1944 von der Firma HASAG (H. Schneider AG, Leipzig) entwickelt und war als Waffe gegen Tiefflieger gedacht und bestand aus einem Rohrbündel von je vier 90 g schweren 2-cm-Geschossen, die durch Raketenantrieb starteten.
- Die Fliegerfaust-B, auch Luftfaust genannt, besaß neun Rohre von 1.500 mm Länge. Die neun Granaten (90 g schwere Sprenggranaten mit 2-cm-Kaliber, die 19 g Sprengstoff trugen) wurden in zwei Salven mit 0,2 Sek. Abstand verschossen und bildeten in 500 m Entfernung einen Trefferkreis von etwa 60 m Durchmesser.
- Die 6,5 kg schwere Luftfaust wurde einfach mit dem hinteren Teil auf der Schulter aufgelegt, einen Rückstoß gab es nicht. Im März 1945 lief ein Auftrag über 10.000 Waffen mit 4 Millionen Schuss Munition an. Im Truppenversuch haben sich Ende April aber nur 80 dieser Waffen befunden.
In der Entwicklung war angeblich noch eine im Kaliber vergrößerte Sechsrohr-Version, die einfach Fliegerfaust (ohne das Suffix A oder B) heißen sollte. [http://www.explorate.de/militaria/geheimwaffen/geheimimg/schulterfl.jpg]
Nachkriegszeit
Eine wichtige Rolle spielte die SAM-2 im Vietnamkrieg 1964-1975. Sie wurde in Einsatzhöhen von 7.500 bis 16.000 Metern eingesetzt und hatte ein radargelenktes automatisches Lenksystem und stellte erstmals eine Bedrohung für die inzwischen düsengetriebenen Militärflugzeuge dar.
Die FlaRak-Systeme Nike Ajax und Herkules waren für den Einsatz gegen hochfliegende, überschallschnelle, auch multiple Ziele konzipiert. Um diese zu bekämpfen, waren neben den herkömmlichen auch zwei unterschiedlich große Nuklearsprengköpfe vorgesehen. Diese wurden auch bei den Systemen der Deutschen Luftwaffe bereitgehalten (zu letzt als Option für den Boden-Boden-Einsatz). Durch die Radarlenkung war dieses System recht zielgenau.
Kampftechniken
SAMs mit Radartechnologie bedarfen einer ständigen Datenfütterung durch das Abschussgerät beziehungsweise Feuerleitradar (dazu unten mehr). Man darf sich die Technologie selbst nicht so vorstellen, dass das Abschussgerät selbst das Radar trägt. Vielmehr gibt es ein separates Radar das auch wirklich nur diese eine Aufgabe verfolgt. Die Anordnung der SAM-Stellungen erfolgt Sternförmig bzw. in Formation um das Radar herum. Schaltet eine Waffe des Gegners (Bombe, Luft-Boden-Rakete, nur das Radar selbst aus sind alle Sam Stellungen völlig nutzlos, die mit diesem Radar verbunden sind.
Luftabwehrraketen mit Infrarottechnologie bedürfen kein Radar oder nur zur Aufschaltung, das heißt zur Lokalisierung des Gegners eines Radars das diese Stellungen meist in sich vereinen (siehe z.B Tunguska Nato Bezeichnung 2S6).
Diese Raketen haben eine geringere Reichweite. Vorteilhaft ist für sie jedoch, dass der gegnerische Pilot keine Radar-Aufschaltungswarnung bekommt und sich damit die Trefferwahrscheinlichkeit erhöht.
Hierbei werden folgende Taktiken am häufigsten angewendet:
Ambush
Sie SAM-Stellungen sind alle im "Silent-Modus" und haben ihre Radargeräte ausgeschaltet. Über dritte Radarstellungen und andere Luftüberwachungen verfolgt man das Eindringen feindlicher Luftfahrzeuge. Sobald diese innerhalb der Reichweite der SAMs sind, schalten alle gleichzeitig ihr Radar ein und feuern Raketen in Salven auf den Gegner. Vorteil der Taktik ist, daß die Piloten erst ganz kurz vor dem Schuß einer Radarwarnmeldung erhalten. Nachteil jedoch ist, daß man sich auf eine funktionierende Luftraumüberwachung verlassen muß, da man ja selber aufgrund des ausgeschalteten Radars quasi "blind" ist.
Blinking
Blinking funktioniert nur dann, wenn mindestens zwei SAM-Stellungen im Verteigigungsgebiet stationiert sind. Die Taktik dabei ist, daß jede Stellung abwechselnd für einen kurzen Zeitraum ihren Radar ein- und ausschaltet und sie sich so gegenseitig abwechseln. Dabei "blinken" auf dem Radarwarngerät des eindringenden Luftfahrzeuges abwechselnd die Warnsignale auf, was auch namensgebend für diese Taktik war. Ziel ist es dabei, anfliegende HARM-Shooter (Flugzeuge mit Anti-Radar-Raketen zur Bekämpfung von SAMs, siehe auch Tornado ECR)) zu verwirren, da der Pilot niemals genau wissen kann, welche der Aufblinkenden Stellungen nun wirklich die Raketen abfeuern wird und somit die größte Gefahr darstellt. Voraussetzung für diese Taktik ist ein perfektes Zusammenspiel der einzelnen Stellungen untereinander, damit eine konstante Zielverfolgung gewährleistet werden kann.
Buddy Launch
Der Buddy Launch ist eine dem Blinking sehr ähnliche Taktik. Der Unterschied besteht jedoch darin, daß nicht alle Stellungen abwechselnd die Zielverfolgung übernehmen, sondern eine Stellung das Ziel konstant im Visier hat und die anderen Stellungen mit den nötigen Informationen für den Angriff versorgt.
Auch hier handelt es sich hauptsächlich um eine Taktik, die der Verhinderung von Angriffen auf die SAM-Stellungen durch feindliche SEAD-Einsätze (SEAD: Flugeinsätze zur Bekämpfung feindlicher Luftabwehr) dient.
Aktuelle Situation
Durch ständige Weiter- und Neuentwicklungen gibt es mittlerweile eine große Anzahl von Boden-Luft Raketen, von der NATO "SAM" (Surface-to-Air Missile) genannt. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Systeme erheblich je nach Einsatzgebiet.
Das Spektrum reicht dabei von schultergestützten Systemen, die von einem Mann bedient werden, bis hin zu Raketen bis 100 km Reichweite, die im Verbund mit Zielerfassungs- und Zielfolgeradarsystemen eingestzt werden.
Die Zielerfassung und -verfolgung kann erfolgen durch:
- Infrarot Suchkopf
Diese Rakete findet ihr Ziel durch aufspüren und Verfolgung des heißen Triebwerksstrahls des Flugzeugs. Alle IR-Raketen sind "Launch and Leave" fähig. Das heißt sie bedarfen keinerlei weiteren Aufschaltung durch den Schützen. Die Raketen diesen Typs tragen die Nato-Bezeichnung:
SA-7
SA-9
SA-13
SA-14
- Aktives Radar (Command-Guided Radar Missile)
Dieser SAM-Typ bedarf einer ständigen Datenfütterung durch das Abschussgerät. Die Rakete erhält die Feuerleitbefehle vom Abschussgerät beziehzungsweise von einem separaten Feuerleitradar.
Typen:
SA-2
SA-3
SA-4
SA-8
SA-15
SA-19
- Halbaktives Radar (SARH - Semi-Active Radar Homing)
Das Ziel wird vom Radar des Abschussgerätes markiert, die Rakete findet durch die reflektierte Radarenergie ins Ziel.
Die Rakete fliegt also auf das vom Boden beleuchtete Ziel und hat selbst kein aktives Radar.
Typen:
SA-5
SA-6
mobile Systeme
- Russland (ex Sowjetunion):
- SA-1 Guild Luftverteidigung
- SA-2 Guideline Luftverteidigung/Luftwaffe
- SA-3 Goa Luftverteidigung/Luftwaffe
- SA-4 Ganef (Reichweite bis 72 km) Heer
- SA-5 Gammon Luftverteidigung/Luftwaffe
- SA-6 Gainful (Reichweite bis 24 km) Heer
- SA-8 Gecko (Reichweite bis 12 km) Heer
- SA-9 Gaskin (Reichweite bis 7 km) Heer
- SA-10 Grumble / S-300P Luftverteidigung/Luftwaffe (teilweise auch Heer)
- SA-11 Gadfly (Reichweite bis 32 km) Heer
- SA-12 Gladiator/Giant Heer
- SA-13 Gopher (Reichweite bis 8 km) Heer
- SA-15 Gauntlet Heer
- SA-17 Grizzly Heer
- SA-19 Grisom Heer
- SA-20 Gargoyle (Reichweite bis 200 km)
- SA-X-21 Growler / S-400 Triumf (Reichweite bis 400 km)
Luftverteidigung/Luftwaffe
- USA
- MIM-23 Hawk
- MIM-72 Chaparral
- MIM-104 Patriot
- ADATS
- Deutschland
- Roland
- Ozelot
- Patriot
- HAWK
- Frankreich
- Roland
- Crotale
- Großbritannien
- Rapier FSC
- Starstreak HVM
- Blowpipe
- Bloodhound (Rakete)
- Pakistan
- Hatf VII Babur
Stationäre Systeme
Stationäre Systeme sind meist Überbleibsel des Kalten Krieges, sie wurden beziehungsweise werden zum Objektschutz eingesetzt. Diese Systeme haben sehr gute technische Eigenschaften(gegenüber den mobilen Systemen) aber schwer verlegefähig. Diese Systeme werden z.Zt. (2004) durch mobile Systeme ersetzt. Dabei wird neueste Technologie umgesetzt. SA-2, 3, 4, 5, 6, 8 sind technologisch veraltet. Der SA-3 erlebt z.Zt. eine technologische Aufwertung und wird modernisiert.
Zur Infanterie zugeordnet
Zur Selbstverteidigung gegen Luftbedrohungen verfügen Infanterie-Einheiten über schultergefeuerte oder leicht Transportable Boden-Luft-Raketen:
- Russland:
- SA-7 Grail
- SA-14 Gremlin
- SA-16 Gimlet
- SA-18 Grouse
- USA
- FIM-43 Redeye
- FIM-92 Stinger
- Deutschland
- Fliegerfaust 1 (entspricht FIM-43)
- Fliegerfaust 2 (entstpricht FIM-92)
- Österreich
- lFlal Mistral MANPADS (Französische Produktion)
!Flugabwehrrakete
!Flugabwehrrakete
ja:地対空ミサイル
Rakete
Eine Rakete (vom italienischen rocchetta = Spindel) ist ein Flugkörper mit Rückstoßantrieb (Raketenantrieb), der von der Umgebung unabhängig ist und daher auch im luftleeren Raum beschleunigt werden kann.
Im Gegensatz zu Geschossen haben Raketen eine lange Beschleunigungsphase. Wegen der dadurch deutlich geringeren Belastungen kann die Struktur der Rakete sehr leicht gehalten werden.
Bei Raketen reichen die Größenordnungen von den allbekannten Feuerwerksraketen der Silvesternacht über militärische Raketen bis hin zu der riesigen Energija oder der Saturn V, die im Apollo-Projekt - dem bemannten Flug zum Mond - eingesetzt wurde.
Geschichte
Der erste überlieferte Raketenstart fand 1232 im Kaiserreich China statt. Im Krieg gegen die Mongolen setzten die Chinesen in der Schlacht von Kai-Keng eine Art Rakete ein: Dabei schossen sie eine Vielzahl simpler, von Schwarzpulver angetriebener Geschosse auf die Angreifer ab.
In Europa fand der erste dokumentierte Start einer Rakete 1555 im rumänischen Hermannstadt statt.
Der Flugkörper verfügte bereits über ein Drei-Stufen-Antriebssystem.
Aufbau
Jede Rakete besteht aus den folgenden Baugruppen:
- Triebwerk (Raketentriebwerk bestehend aus Brennkammer, Düse (z.B. Aerospike-Düse), Pumpensystem und Kühlung)
- Stabilisierungs- und/oder Steuereinheit
- Nutzlast (Sprengkopf, Satellit, Mannschaft, Rückkehrmodul usw.)
Die Baugruppen werden durch die Hülle zusammengehalten. Dabei können einzelne Baugruppen auch mehrfach vorkommen (Mehrstufenrakete).
Triebwerk
Für eigenstartfähige Flugkörper werden wegen des hohen Beschleunigungsbedarfs chemische Raketentriebwerke verwendet. Bereits erprobte Kernenergie-Raketentriebwerke wurden aus Sicherheits- und Umweltschutzgründen nicht eigesetzt. Elektrische Raketentriebwerke funktionieren nur im Vakuum und werden nur für bereits gestartete Raumsonden und Satelliten verwendet (Ionenantrieb).
Steuer und Lenkeinrichtungen
Ungelenkte Raketen
Ungelenkte Raketen werden durch den Abschusswinkel ausgerichtet und während des Fluges lediglich aerodynamisch stabilisiert. Dies erfolgt durch Drall oder Leitwerke, wobei auch Leitwerke Drall erzeugen können. Die Leitwerke befinden sich dabei stets am hinteren Ende der Rakete, hinter dem Schwerpunkt.
Für Hobbybastler von Bedeutung sind Modellraketen.
Gelenkte Raketen
Gelenkte Raketen unterliegen während des Fluges einer Kursüberwachung und haben die Möglichkeit, den Kurs zu korrigieren. Dabei kann die Kurskorrektur autonom oder durch eine wie auch immer geartete Leitstation erfolgen.
Die Kurskorrektur wird meist durch ein die Raumlage überwachendes Kreiselsystem eingeleitet. Dies kann durch folgende Steuerglieder erfolgen:
- Leitwerke wirken auf die umgebende Luft und können damit bei Flügen in der Atmosphäre auch nach Brennschluß genutzt werden
- Strahlruder wirken direkt im ausgestoßenen Gasstrom
- schwenkbare Expansionsdüse(n)
- Steuertriebwerke
Im militärischen Bereich werden gelenkte Raketen als Flugkörper bezeichnet.
Hülle
Die Hülle von Raketen muss zu Gunsten des Treibstoffes und der Nutzlast möglichst leicht sein. Um nach Abbrand einer gewissen Treibstoffmenge möglichst wenig Totlast mitzuführen, werden größere Raketen mehrstufig ausgelegt. D.h. nach Brennschluss einer Stufe wird diese abgetrennt und die nächste Stufe zündet, dabei kann die Abtrennung (meist Absprengen) auch durch Zündung der nachfolgenden Stufe erfolgen.
Die Auslegung der Hülle hängt sehr stark vom Anwendungsbereich der Rakete ab. Für Flüge in der Atmosphäre muss die Hülle aerodynamisch günstig ausgelegt werden, weiterhin wirken bei hoher Geschwindigkeit erhebliche aerodynamische Kräfte auf die Hülle ein und es kann zu erheblichen thermischen Belastungen durch Reibung kommen.
Anwendungen
- als Waffe (von der Raketenpistole zur Interkontinentalrakete), dann gegen die Menschenrechte verstoßend
- Raumfahrt
- Höhenforschung
- Technische Experimente
- Seerettung
- Leitungsbau (zum Schießen von Vorseilen über Täler)
- Feuerwerk
- Notsignale
- zur Simulation von Druckkräften auf die Spitze hoher Bauwerke (als 1957 die Freileitungsmaste der Leitung über die Straße von Messina fertiggestellt wurden, wurde die Eigenschwingdauer dieser Konstruktionen ermittelt, indem man an ihrer Spitze Raketen befestigte und diese zündete, Quelle Turmbauwerke, Bauverlag GmbH, Wiesbaden (Deutschland), 1966)
Trägerraketen, Höhenforschungsraketen und militärische Raketen
Für mehr Informationen zu Trägerraketen siehe den Hauptartikel Trägerrakete
(Auswahl, siehe auch Liste der Raketentypen)
- USA: Aerobee, Vanguard, Thor, Atlas, Redstone, Saturn, Scout, Titan, Delta, Pegasus, Space Shuttle, Booster von Trägerraketen
- Russland/Sowjetunion/GUS: MMR06, R-7, Sojus, N1, Zyklon, Zenit, Kosmos, Proton, Energija, Angara, Volna
- Deutschland: Rheinbote (1943), A4 (1942), Rheintochter, Schmetterling, Wasserfall, Enzian
- Frankreich Diamant
- Großbritannien Blue Streak, Black Knight, Black Arrow, Skylark
- Europa: Ariane 1-3, Ariane 4, Ariane 5, Cirrus, Meteor, Europa, Vega, Monica, Zenit (Schweizer Höhenforschungsrakete)
- Volksrepublik China: Chang Zheng (Langer Marsch), Feng Bao
- Nordkorea: Taepodong
- Japan: My - Serie, N-Serie,Kappa oder J - Serie, H-1, H-2
- Indien: SLV, ASLV, PSLV, GSLV
- Pakistan: Hatf V (Ghauri)
- Israel: Shavit
- Brasilien: VLS-1
Raketenunfälle
Hauptartikel: Katastrophen der Raumfahrt
Obwohl bei der Entwicklung und Erprobung von Raketen sich viele Explosionen ereigneten, gab es, da im Regelfall sehr strenge Sicherheitsmaßnahmen angewandt wurden, nur wenige Raketenunfälle mit Personenschaden.
Tödliche Raketenunfälle, bei denen Personen am Boden Opfer waren
Tödliche Raketenunfälle bei bemannten Raumfahrtmissionen
Literatur:
Geschichte
- Volkhard Bode, Gerhard Kaiser: Raketenspuren. Peenemünde 1936-1996 - Eine historische Reportage mit aktuellen Fotos. Christoph Links Verlag - LinksDruck GmbH, Berlin, 1996
ISBN 3-86153-112-7
- Gerhard Reisig: Raketenforschung in Deutschland. Wie die Menschen das All eroberten. Agentur Klaus Lenser, Münster, 1997, ISBN 3-89019-500-8
- Michael J. Neufeld: Die Rakete und das Reich. Wernher von Braun, Peenemünde und der Beginn des Raketenzeitalters. Henschel Verlag, Berlin, 1999, ISBN 3-89487-325-6
- Harald Lutz: Die vergessenen Raketenexperimente von Cuxhaven. Sterne und Weltraum 44(3), S. 40 - 45 (2005), ISSN 0039-1263
Siehe auch
- Liste der Raketentypen, Rakete (militärisch)
- Marschflugkörper, Raketengleichung, Raketenantrieb, Raketentreibstoff, Höhenforschungsrakete, Experimentalrakete, Amateurrakete, Treibsatz, Wasserrakete, Raketenstartplatz, Weltraumbahnhof, Raketengrundgleichung, Raketenkamera, Rettungsrakete, Pogoeffekt, Space Shuttle, ESA, NASA
- William Congreve (Erfinder), Wernher von Braun, Conrad Haas, Robert Goddard, Hermann Oberth, Sergej Koroljow, Konstantin Ziolkowski, Berthold Seliger, Abdul Kalam, Reinhold Tiling
- Mannheimer Rakete (Musik)
Weblinks
- [http://freenet.meome.de/app/fn/artcont_portal_news_article.jsp?catId=83781 Raketenstart 1555 in Europa]
Kategorie:Rakete
Rakete
ja:ロケット
ms:Roket
Zweiter WeltkriegDer Zweite Weltkrieg war der größte und blutigste Konflikt in der Menschheitsgeschichte. Er begann in Asien mit dem Ausbruch des Zweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs am 7. Juli 1937 und in Europa am 1. September 1939 mit dem deutschen Angriff auf Polen, der ohne vorherige Kriegserklärung des Deutschen Reiches erfolgte (wird heute in Teilen der Öffentlichkeit auch als militärischer Überfall bezeichnet). Beendet wurde der Zweite Weltkrieg in Europa am 8. Mai 1945 und in Asien mit der Unterzeichnung der Kapitulation Japans am 2. September 1945. Die so genannten Achsenmächte Deutsches Reich, Italien und Japan führten Eroberungsfeldzüge gegen viele Staaten; ihre militärischen Hauptgegner waren anfangs Frankreich, Großbritannien und die Republik China sowie nach dem Bruch des Hitler-Stalin-Pakts die Sowjetunion und nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor auch die USA. Die Haupt-Kriegsschauplätze befanden sich in Asien, dem Pazifik, in Europa und in Nordafrika. Kampfhandlungen gab es z. B. auch in Nordamerika bzw. der Arktis (z. B. Alaska und Grönland), dem Nahen Osten (z. B. Irak und Iran), in Ostafrika (z. B. Äthiopien und Somalia), sogar Militäraktionen in der Antarktis (Operation Tabarin), Südamerika (Besetzung Surinams) und Tibet (Tolstoy-Dolan-Mission).
Hatte der Erste Weltkrieg fast 10 Millionen Todesopfer gefordert, forderte der Zweite Weltkrieg ca. 55 Millionen Menschenleben. Der Zweite Weltkrieg war durch eine starke Ideologisierung geprägt, die zu zahlreichen Kriegsverbrechen und zu gewaltsamen, oft systematischen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung führte.
Kriegsverbrechen
Kriegsverbrechen
Kriegsverbrechen
Vorgeschichte und Kriegsziele
Hauptartikel: Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges
Vorgeschichte
Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges
In den 1920er und 1930er Jahren erlangte in weiten Teilen Europas der Faschismus als politische Richtung zunehmend Bedeutung. Benito Mussolini riss mit dem Marsch auf Rom 1922 die Macht in Italien an sich. 1936 griff Italien, das immer engere Beziehungen zu Deutschland pflegte, Äthiopien an, im April 1939 wurde Albanien erobert.
In Deutschland spielte der Nationalsozialismus eine immer größer werdende Rolle, die 1933 mit der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler einen Höhepunkt fand. Die außenpolitischen Ziele der daraufhin errichteten Diktatur waren die Revision des Versailler Vertrages, die Errichtung eines so genannten „Großdeutschen Reiches“ und die Eroberung von so genanntem „Lebensraum im Osten“. Mit dem Beitritt des Saargebiets zum Deutschen Reich 1935, dem Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland 1936, dem Anschluss von Österreich und der Abtrennung des Sudetenlandes von der Tschechoslowakei im Münchener Abkommen 1938 wurden die ersten beiden Ziele weitgehend erfüllt. Die englische und französische Appeasement-Politik, die auf eine friedliche Verständigung mit Deutschland abzielte, kam Hitler dabei sehr gelegen. Selbst nach dem Einmarsch in die „Resttschechei“ im März 1939 gab es lediglich Proteste auf englischer und französischer Seite. Kurz darauf trat Litauen das Memelland an Deutschland ab, die Slowakei wurde ein eigener Staat und durch einen Schutzvertrag eng an Deutschland gebunden. Es war offensichtlich, dass Polen das nächste Opfer sein würde, deshalb unterzeichneten die Regierungen Polens, Englands und Frankreichs Beistandsverträge.
Im August 1939 schlossen Deutschland und die Sowjetunion überraschend einen Nichtangriffspakt, der als Hitler-Stalin-Pakt in die Geschichte eingehen sollte. In einem geheimen Zusatzprotokoll des Paktes wurde die Aufteilung Europas in geographisch genau bezeichnete, aber ansonsten nicht näher definierte "Interessensphären" beschlossen. Dies lief letztlich auf die Aufteilung von Polen zwischen Deutschland und der UDSSR, sowie der einseitigen Eroberung bzw. Besetzung weiterer Gebiete (u. a. die baltischen Staaten und Finnland) hinaus.
Die japanische Expansionspolitik begann in den 1930er Jahren, als der Einfluss der militärischen Führung auf die kaiserliche Regierung immer stärker wurde. Das Hauptinteresse der japanischen Expansion galt der Republik China, deren Region Mandschurei bereits 1931 annektiert und zum Protektorat Mandschukuo erklärt wurde. Aufgrund internationaler Proteste trat Japan 1933 aus dem Völkerbund aus, 1936 schloss es sich dem Antikominternpakt an. 1937 begann der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg. Den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Europa nutzte Japan zur Besetzung von Indochina. In der Folge verhängten die USA und Großbritannien ein Embargo und froren die finanziellen Mittel Japans ein. 1940 unterzeichnete Japan den Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien. Aufgrund des durch Großbritannien und die USA verhängten Embargos und der daraus resultierend fehlenden Rohstofflieferungen der Europäischen Verbündeten sahen die japanischen Militärs im Krieg mit den USA und Großbritannien die einzige Möglichkeit, den Untergang des japanischen Reiches zu verhindern.
Kriegsziele
Der Zweite Weltkrieg war in Europa ein von Deutschlands Diktator Hitler ausgelöster, ideologisch motivierter Eroberungs- und Vernichtungskrieg zur Gewinnung von „Lebensraum“ im Osten. Komponenten seines außenpolitischen Denkschemas waren:
- ein Bündnis mit Japan und Italien
- der Kampf gegen das zerstörerische Wirken einer angeblichen „jüdischen Weltverschwörung“
- ein anti-bolschewistischer Vernichtungskampf zur Gewinnung von Lebensraum im Osten und die Ansiedlung von Deutschen in den besetzen Ostgebieten
Endziel war die Erringung einer deutschen Weltmachtstellung. „Deutschland wird entweder Weltmacht oder überhaupt nicht sein“, schrieb Hitler in „Mein Kampf“.
Die eroberte Sowjetunion sollte in verschiedene Gebiete unter der Leitung von Reichskommissaren aufgeteilt werden. Dabei sollten Weißrussen, Ukrainer und baltische Völker als lebenswerte Völker eingestuft werden. Die Russen dagegen sollten „durchaus niedergehalten werden“ (Rosenberg). Das eroberte Osteuropa sollte von Deutschen als Bauern und Soldaten („Wehrbauern“) besiedelt werden. Nach dem Willen der nationalsozialistischen Führung sollten die Völker Osteuropas, nach Vernichtung ihrer bürgerlichen Elite, für immer ungebildete, gehorsame und fleißige Land- und Hilfsarbeiter sein.
Ein weiteres Kriegsziel war die Ausrottung des Judentums. Schon im Januar 1939 hatte Hitler in einer Reichstagsrede verkündet, dass der nächste Weltkrieg das Ende des Judentums bedeuten würde.
Vor 1933 wurden diese Ideen kaum ernst genommen. Die Revision des Versailler Vertrags war für Hitler lediglich ein Etappenziel, auch wenn er der deutschen und internationalen Öffentlichkeit jahrelang vorgaukeln konnte, es gehe ihm um das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen und er wolle „Frieden und Wohlfahrt der Völker“ erreichen. In Wahrheit ging es immer um die Lebensraumgewinnung im Osten. In der Denkschrift zum Vierjahresplan von August 1936 plant Hitler die Einsatzfähigkeit der deutschen Armee und die Kriegsfähigkeit der Wirtschaft in zwei unterschiedlichen Szenarien. Das erste lief bis 1941/42 bei ungünstiger politischer und militärischer Entwicklung, das zweite bis 1944/45 bei entsprechend günstigeren Aussichten. Am 5. November 1937 präzisierte er seine Kriegsziele vor der deutschen Generalität (Hoßbach-Protokoll).
Kriegsverlauf
Der deutsche Angriff auf Polen 1939
Hauptartikel: Polenfeldzug 1939
Polenfeldzug 1939
Polenfeldzug 1939
Der Zweite Weltkrieg wurde in Europa vom Deutschen Reich am 1. September 1939 um 04:45 Uhr durch den Angriff der Deutschen Wehrmacht auf Polen begonnen (entgegen der bekannten Hitler-Ansprache am Morgen).
Um den Angriff auf Polen zu rechtfertigen, fingierte die deutsche Seite mehrere Vorfälle. Der bekannteste ist der Überfall von als polnische Widerstandskämpfer verkleideten SS-Angehörigen auf den Sender Gleiwitz am 31. August. Dabei verkündeten diese in polnischer Sprache die Kriegserklärung Polens gegen das Deutsche Reich.
Den militärischen Angriff begann das deutsche Schulschiff Schleswig-Holstein (auf die Westerplatte in Danzig). Die polnische Armee war der vordringenden Wehrmacht zwar zahlenmäßig ebenbürtig, doch technisch und in der Art der Kriegsführung unterlegen. Die polnische Regierung rechnete auf die Unterstützung durch Frankreich und Großbritannien, welche am 3. September aufgrund der „Garantieerklärung vom 30. März 1939“ ein Ultimatum an das Deutsche Reich stellten. Es forderte den sofortigen Rückzug aller deutschen Truppen aus Polen. Die englisch-französische Garantieerklärung hätte diese Staaten verpflichtet, spätestens 15 Tage nach einem deutschen Angriff selber eine Offensive im Westen Deutschlands zu starten. Hitler hoffte, dass die beiden Westmächte ihn ebenso wie beim Einmarsch in die Resttschechei gewähren lassen würden und hatte den Westwall nur schwach besetzt. Ein Angriff blieb aus, obwohl beide Länder noch am selben Tag dem Deutschen Reich den Krieg erklärten.
Am 17. September zerschlug sich die polnische Hoffnung, den Osten ihres Landes verteidigen zu können. Entsprechend dem geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Paktes marschierte die Rote Armee in Ostpolen ein. Hierauf erfolgte nicht einmal mehr die Kriegserklärung Englands und Frankreichs. Noch am selben Tag flüchtete die polnische Regierung nach Rumänien. Die militärische Niederlage Polens war nun nicht mehr aufzuhalten.
Am 28. September kapitulierte die polnische Hauptstadt Warschau, nachdem sie am 18. September von deutschen Truppen eingeschlossen worden und am 27./28. ein intensives Bombardement vorausgegangen war. Einen Tag später folgte die Aufgabe der Festung Modlin.
Am 8. Oktober teilten sich das Deutsche Reich und die Sowjetunion im Abkommen von Brest-Litowsk das polnische Gebiet durch eine Demarkationslinie – die Vierte Teilung Polens. Nicht nur die nach dem Versailler Vertrag abgetretenen Gebiete wurden wieder in das Reich eingegliedert, sondern darüber hinaus weite Bereiche Zentralpolens einschließlich der Stadt Łódź. Der Rest Polens wurde deutsches Generalgouvernement.
Die anschließende Besatzungszeit war von extremen Repressalien der Deutschen gegen die Zivilbevölkerung geprägt. Deportationen zur Zwangsarbeit waren nur die sichtbarste Ausprägung, insbesondere die polnischen Juden wurden Ziel des deutschen Rassenwahns.
Ähnlich gingen die sowjetischen Besatzer gegen "Klassenfeinde" in Ostpolen vor.
Der schnelle Sieg über Polen prägte den Begriff Blitzkrieg und prägte die taktische Kriegsführung Deutschlands bis Ende 1941.
Stellungskrieg an der Westfront 1939
Am 3. September erklärten Frankreich und Großbritannien Deutschland den Krieg. Aufgrund dessen begann am 5. September eine begrenzte und eher symbolische Offensive der Franzosen gegen das Saargebiet. Die Deutschen leisteten keinen Widerstand und zogen sich zum stark verteidigten Westwall zurück. Danach blieb es ruhig an der Westfront. Diese Phase wird als Sitzkrieg bezeichnet. Bis auf vereinzelte Artilleriescharmützel erfolgten keine weiteren Angriffe. Auf deutscher Seite rollte eine Propagandamaschine an. Mit Plakaten und Parolen über Lautsprecher rief man den Franzosen „Warum führt ihr Krieg?“ oder „Wir werden nicht zuerst schießen.“ zu.
Am 27. September erfolgte eine Weisung Hitlers an das Oberkommando des Heeres zur Ausarbeitung eines Angriffsplanes, den so genannten „Fall Gelb“. Bis zum 29. Oktober stand der Plan. Er sah vor, dass zwei Heeresgruppen durch die Niederlande und Belgien vorstoßen sollten, um somit sämtliche alliierten Kräfte nördlich der Somme zu zerschlagen.
Letzten Endes fand jedoch 1939 kein Angriff statt. Wegen schlechter Witterungsbedingungen und viel größeren Verlusten in Polen (22 % Verluste bei den Kampfflugzeugen, 25 % bei den Panzern) als erwartet, verschob Hitler den Angriff insgesamt 29 mal.
Der Finnisch-Sowjetische Winterkrieg 1939/40
Am 30. November 1939 überrannten sowjetische Truppen unter Marschall Kiril Meretskow im so genannten Winterkrieg die 950 km lange Grenze zu Finnland. Die Rote Armee griff mit 1.500 Panzern und 3.000 Flugzeugen an und erwartete einen schnellen Sieg, aber die Russen unterschätzten die Finnen. Die Rote Armee verlor 200.000 Mann, die Finnen jedoch nur 25.000 Mann.
Schweden unterstützte Finnland, ohne allerdings die Neutralität aufzugeben. Ein Eingreifen Großbritanniens und Frankreichs gegen die Sowjetunion wurde zwar geplant, kam aber nicht darüber hinaus.
Ein Friedensvertrag der am 12. März 1940 unterzeichnet wurde, legte fest, dass Finnland Teile Kareliens und die Fischerhalbinsel Kalastajansaarento am Nordmeer an die Sowjetunion abtreten musste.
Als direkte Reaktion auf den sowjetischen Angriff nahm Finnland 1941 im Fortsetzungskrieg am deutschen Russlandfeldzug teil, um sich die verlorenen Gebiete zurückzuerobern.
Die Besetzung Dänemarks und Norwegens 1940
Hauptartikel: Operation Weserübung
Operation Weserübung
Zum Ende des Jahres 1939, nach dem Verlust der französischen Eisenerzeinfuhr, stellten die Lieferungen aus dem neutralen Schweden 40 % des Eisenerzbedarfs für Deutschland dar. Ein weiterer wichtiger Rohstoff war das finnische Nickel. Durch die Erzbahn von Schweden nach Narvik war Norwegen für Deutschland von außerordentlichem wirtschaftlichen und militärischen Wert. Die Briten wollten diese wichtigen Rohstofflieferungen abschneiden, weswegen am 5. Februar 1940 beim Obersten franco-britischen Kriegsrat die Planung der Landung von vier Divisionen in Narvik vereinbart war. Die vorgesehene Besetzung des norwegischen Hafens durch die Briten veranlasste das Oberkommando der Wehrmacht, einen zusätzlichen Stab für Norwegen aufzustellen. Am 21. Februar erfolgte eine direkte Weisung Hitlers für die Planung bestimmter Operationen im skandinavischen Raum. Am 1. März wurde die Operation Weserübung endgültig beschlossen. Sie sah vor, Dänemark einzunehmen und es als „Sprungbrett“ für die Eroberung Norwegens zu benutzen. Im März kam es zu diversen Angriffen gegen britische Seeeinheiten.
Am 5. April fand die alliierte Operation Wilfried statt, bei der die Gewässer vor Norwegen vermint und weitere Truppen ins Land gebracht werden sollten. Einen Tag später lief auf deutscher Seite die Operation Weserübung an. Dabei wurde fast die gesamte deutsche Flotte mobilisiert und in Richtung Narvik geschickt. Am 9. April begann das Unternehmen endgültig mit der Landung einer Gebirgsjägerdivision vor Narvik.
In Großbritannien hielt man eine Landung der Deutschen für recht unwahrscheinlich, was dazu führte, dass von alliierter Seite nur geringe Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Die Deutschen konnten ihren Brückenkopf ohne größeren Widerstand ausweiten, so dass am 10. April bereits Stavanger, Trondheim und Narvik besetzt wurden, nachdem zuvor bereits Dänemark kampflos besetzt worden war. Großbritannien besetzte aus strategischen Gründen im Nordatlantik die dänischen Färöer am 12. April.
Am 13. April kam es zu einigen schweren Seegefechten, wobei es neun britischen Zerstörern und dem Schlachtschiff HMS Warspite gelang, im Ofot-Fjord alle deutschen Zerstörer zu versenken. Desweiteren wurden auf ihrem Rückweg leichte deutsche Kreuzer und etliche Frachter von alliierten U-Booten beziehungsweise der Royal Air Force versenkt.
Royal Air Force
Am 17. April landeten die Alliierten schließlich und brachten die Truppen der Wehrmacht auch mit massivem Beschuss der Royal Navy unter starken Druck. Bis zum 19. April wurden umfangreiche alliierte Verbände, unter anderem auch polnische Soldaten und Reste der Fremdenlegion, in Norwegen angelandet.
Inzwischen verbesserte sich, bedingt durch die Jahreszeit, das Wetter in Norwegen, so dass die Wehrmacht ihre Fronten festigen konnte. Bei schweren Angriffen der deutschen Luftwaffe wurden am 2. Mai ein britischer und ein französischer Zerstörer vor der Hafenstadt Namsos versenkt.
Noch im selben Monat beschloss Churchill wegen der deutschen Erfolge in Frankreich den Abzug der Alliierten aus Norwegen. Bevor die 24.500 Soldaten evakuiert werden konnten, gelang es ihnen jedoch noch, in Narvik einzudringen und einen wichtigen Hafen zu zerstören. Am 10. Juni kapitulierten schließlich die verbliebenen norwegischen Soldaten, worauf die Operation Weserübung abgeschlossen war.
Norwegen wurde Reichskommissariat, sollte jedoch nach dem Willen Hitlers als selbständiger Staat bestehen bleiben und Teil des deutschen Herrschaftsgebietes sein. Im weiteren Verlauf wurde Norwegen stark befestigt, weil Hitler in der ständigen Furcht vor einer Invasion lebte. Im Februar 1942 installierte man eine Marionetten-Regierung unter Vidkun Quisling.
Der Westfeldzug 1940
Hauptartikel: Westfeldzug 1940
Während Deutschland die Siegfriedlinie zur Verteidigung der Front hatte, stand in Frankreich die stark befestigte Maginot-Linie. Die Ardennen galten als natürliche Verlängerung dieser fast 130 Kilometer langen Verteidigungslinie. Die französische Generalität glaubte nicht an einen Vorstoß durch dieses Gebiet, da es besonders für Panzerkräfte als unüberwindbar galt.
Der Plan für einen Feldzug im Westen wurde von Generalleutnant Erich von Manstein mit seinen beiden Mitarbeitern, Oberst Günther Blumentritt und dem damaligen Major i. G. Henning von Tresckow entwickelt. Er sah einen schnellen Vorstoß durch die Ardennen vor, um dann die Alliierten im Norden zu einer Schlacht mit verkehrter Front zu zwingen. Mit der Masse der hier zu versammelnden Panzer- und motorisierten Divisionen gedachte er durch das „Loch in den Ardennen“ zum „Sichelschnitt“ – wie ihn Churchill später bezeichnete – bis zur Kanalküste hin anzusetzen.
Kanalküste
Am 10. Mai 1940 begann der Angriff deutscher Verbände mit insgesamt sieben Armeen auf die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg. 136 deutsche standen gegen rund 137 alliierte Divisionen. Bereits an diesem Tag wurde die für uneinnehmbar gehaltene belgische Festung Eben-Emael durch deutsche Fallschirmjäger eingenommen. Am 14. Mai überschritt General Guderian mit seiner Panzergruppe die Maas. Die Royal Air Force versuchte mit verzweifelten Angriffen, die Pionierbrücken über dem Fluss zu zerstören, verlor dabei aber einen Großteil der Flugzeuge. Erst am 17. Mai trat die französische 4. Panzerdivision unter Charles de Gaulle zu einem Gegenangriff auf Montcornet an, der aber, nach anfänglichen Erfolgen, wegen starker Attacken deutscher Stukas abgebrochen werden musste. Am 17. Mai wurde Brüssel kampflos übergeben.
Die Niederländer waren, bedingt durch ihre Neutralität im Ersten Weltkrieg, noch weniger als die Belgier auf einen Krieg eingestellt, so dass ihre Armee relativ leicht geschlagen werden konnte. Die Kapitulation der niederländischen Truppen wurde nach der Bombardierung Rotterdams am 14. Mai eingeleitet. Einen Tag später kapitulierten die niederländischen Truppen, und die Regierung sowie Königin Wilhelmina flohen nach London ins Exil. Als Reichskommissar für die Niederlande wurde Arthur Seyß-Inquart eingesetzt.
Am 19. Mai erreichte die deutsche 6. Armee den Fluss Schelde und stieß bis Abbeville vor. Der Vormarsch in diese Gebiete erfolgte so schnell, dass die britischen und französischen Einheiten bei Dünkirchen eingekesselt wurden.
Am 27. Mai begann die Operation Dynamo mit der Evakuierung von über 7.500 alliierten Soldaten. Die Panzerstreitkräfte der Heeresgruppe A setzten an diesem Tag den Angriff fort, nachdem Generaloberst v. Rundstedt am 24.Mai einen von Hitler bestätigten Haltebefehl erteilte. Die Gründe für diesen Anhaltebefehl sind in der historischen Forschung bis heute umstritten.
Am 4. Juni wurde die Evakuierung abgeschlossen, es nahmen etwa 900 Seefahrzeuge daran Teil. Über 337.000 Soldaten, davon 110.000 Soldaten der französischen Armee, und damit fast das gesamte britische Expeditionskorps konnten trotz heftiger Angriffe durch Bomber der deutschen Luftwaffe evakuiert werden. Aus heutiger Sicht stellte der Haltebefehl, der die Evakuierung in diesem Maße ermöglichte, einen schweren taktischen Fehler dar. Die Fähigkeit, den Krieg fortzusetzen, wäre durch den Verlust der britischen Expeditionsarmee für England deutlich schwieriger geworden.
4. Juni
Als sich die Briten zurückzogen, bereitete sich Frankreich auf die Verteidigung vor. Fall Gelb, so der deutsche Deckname für den Feldzug in Frankreich, begann am 5. Juni mit einer deutschen Offensive an der Aisne und der Somme. Am 9. Juni überschritten Soldaten der 6. Infanteriedivision die Seine. Mussolini beschloss am 11. Juni in den Krieg gegen die beiden Westalliierten einzutreten.
Am 14. Juni besetzten Teile der 18. Armee die französische Hauptstadt Paris. Um die Stadt nicht zum Kriegsschauplatz werden zu lassen, wurde sie zuvor von den Franzosen geräumt. Gleichzeitig durchbrach die Heeresgruppe C die Maginot-Linie und die symbolträchtige Festung Verdun konnte ebenfalls eingenommen werden.
Am 17. Juni erklärte Henri Philippe Pétain, Ministerpräsident der neu gebildeten französischen Regierung, die Niederlage Frankreichs.
Am 21. Juni wurden die französischen Unterhändler im Wald von Compiègne von Hitler empfangen. Zur Unterzeichnung der, vergleichsweise maßvollen, Waffenstillstandsbedingungen kam es gegen Abend des 22. Juni 1940. Der deutsch-französische Waffenstillstand trat erst am 25. Juni um 01:35 Uhr in Kraft. Damit die französische Flotte nicht in deutsche Hände fallen konnte, nahmen die Briten am 3. Juli den algerischen Hafen Mers-el-Kebir unter Beschuss, in dem ein Teil der französischen Kriegsflotte stationiert war.
Nur sechs Wochen und drei Tage hatte der Blitzkrieg im Westen gedauert. Er forderte das Leben von über 135.000 alliierten und etwa 46.000 deutschen Soldaten. Frankreich wurde in zwei Zonen geteilt: der Norden und Westen Frankreichs war von den Deutschen besetzt. Hier befanden sich wichtige Flugfelder und Marinebasen für den Krieg gegen Großbritannien. Die Häfen am Atlantik, insbesondere Brest wurden die wichtigste Operationsbasis der deutschen U-Boote. Der östliche und südliche Teil Frankreichs blieben unter französischer Kontrolle. Henri Philippe Pétain regierte von Vichy aus den Rest Frankreichs als Marionettenstaat des deutschen Reichs (Marschall Pétain wurde als Kollaborateur nach dem Zweiten Weltkrieg zum Tode verurteilt, dann aber noch begnadigt).
Charles de Gaulle (1890–1970) war Organisator des Widerstandes: „Führer des freien Frankreichs“ vom Exil in London aus.
Die Luftschlacht um England 1940/41
Hauptartikel: Luftschlacht um England
Luftschlacht um England
Erklärtes Ziel Deutschlands in der Luftschlacht um England war die Vorbereitung einer Invasion Englands (Unternehmen Seelöwe), vor allem durch die Vernichtung der Kampfkraft der Royal Air Force. Hitler hoffte jedoch, England zur Einstellung der Kampfhandlungen zwingen zu können, ohne die Invasion tatsächlich durchführen zu müssen.
In den zwei Jahren zwischen dem Münchner Abkommen und der Luftschlacht um England arbeiteten die Briten fieberhaft am Aufbau einer modernen Jagdwaffe. Allein in den drei Monaten vor Beginn der Luftschlacht konnten die britischen Fabriken über 1.400 Jagdflugzeuge fertig stellen. Um dem dringenden Personalbedarf nachzukommen, wurden Piloten aus dem Commonwealth, Frankreich, den USA, Polen und der Tschechoslowakei unter dem Befehl der Royal Air Force eingesetzt.
Britische Flugplätze und Flugzeugfabriken wurden häufig von der Luftwaffe bombardiert. Unter anderem zählten auch Hafenanlagen zu den vorrangigen Zielen. Die deutschen Bomber erhielten Begleitschutz von Jagdflugzeugen, um die britischen Abfangjäger abzuwehren. Diese Schlacht führte auf beiden Seiten zu großen materiellen Verlusten, worauf sich die Luftwaffe ab Oktober 1940 größtenteils auf Nachtbombardements beschränkte.
Entscheidend für die Niederlage der deutschen Luftwaffe war unter anderem auch die Fehlbewertung von Radartechnologie im Luftkrieg durch den Oberbefehlshaber der Luftwaffe Hermann Göring. Auf dessen Befehl hin wurden die deutschen Bomber vermehrt gegen britische Städte eingesetzt, um die Moral der britischen Bevölkerung zu brechen – ein Versuch, der katastrophale Schäden an Zivilbevölkerung und -gebäuden verursachte, aber ebenso wie der spätere Bombenkrieg der Alliierten gegen das Deutsche Reich in seinen Zielen erfolglos blieb, während die Royal Air Force ihre dadurch weitgehend verschont gebliebenen Radarstationen in Küstennähe zur präzisen und schnellen Ortung deutscher Luftstreitkräfte nutzen und diese so wesentlich effizienter bekämpfen konnten.
Luftwaffenchef Göring betrachtete dies als eine Niederlage der deutschen Luftwaffe. Die deutschen Jägerpiloten wurden in der Folge von ihm der Feigheit bezichtigt. Göring erneuerte diesen Vorwurf im weiteren Verlauf des Krieges verschiedene Male, um Niederlagen der Luftwaffe zu erklären und von seinem eigenen Versagen als Kommandeur abzulenken.
Bei den Bombardements von London und anderen englischen Städten wurden über 32.000 Zivilisten getötet.
Jugoslawien und Griechenland 1940/41
Hauptartikel: Balkankrieg (1940–1941)
Mussolinis Großmachtambitionen waren bereits seit 1940 auf den Balkan gerichtet. Am 28. Oktober griffen italienische Verbände von der italienischen Kolonie Albanien aus Griechenland an. Italien hatte zuvor versucht, Bulgarien als Verbündeten zu gewinnen, was jedoch wegen der ablehnenden Haltung von König Boris III. misslang. Hitler war über den Angriff zuvor nicht unterrichtet worden. Auch hatte er Operationen in dem Gebiet gar nicht geplant, da es vermutlich seine Absicht war, mit Italien die Invasion Englands vorzubereiten.
Das Ziel des Duce war es, Griechenland im Sturm zu erobern. Doch schon am 3. November gingen die Griechen erfolgreich zum Gegenangriff über. Bis zum 14. November gerieten die Italiener endgültig in die Defensive, so dass sie sogar bis über die Grenzen Albaniens zurückgedrängt wurden. Angesichts solcher Niederlagen des Achsenpartners erließ Hitler am 13. Dezember mit dem Unternehmen Marita Weisungen für einen Feldzug auf dem Balkan.
Unternehmen Marita
Anfang des Jahres 1941 versuchte das Deutsche Reich im Balkankonflikt zu vermitteln. So unterbreitete man Jugoslawien den Vorschlag, dem Dreimächtepakt beizutreten, was jedoch abgelehnt wurde. Griechenland verzichtete ebenfalls auf jeden Vermittlungsversuch, da seine Armee die italienischen Soldaten an jeder Front zum Rückzug zwingen konnte. Eine italienische Großoffensive am 9. März geriet zum Desaster. Am 27. März trat Jugoslawien schließlich dem Dreimächtepakt bei. Die Folge waren Demonstrationen und ein Putsch gegen die Regierung des Prinzregenten Paul, worauf der Beitritt wieder rückgängig gemacht wurde.
Nun war der Balkanfeldzug nicht mehr aufzuhalten. Am 6. April überschritten Wehrmachtsverbände die Grenze nach Jugoslawien, und die Luftwaffen der Achsenmächte begannen Belgrad mit schweren Bombardements in Schutt und Asche zu legen. Der weitere Vormarsch erfolgte wie im Manöver. Bereits am 10. April war die kroatische Hauptstadt Zagreb besetzt. Belgrad fiel zwei Tage später unter dem Druck deutscher Panzerverbände. Am 17. April unterschrieben die jugoslawischen Befehlshaber schließlich die bedingungslose Kapitulation.
Ebenfalls am 6. April begann der deutsche Feldzug gegen Griechenland. Anders als in Jugoslawien war der griechische Widerstand stellenweise ausgesprochen hart. Besonders in den Gebirgslagen und im Gebiet der stark verteidigten Metaxas-Linie stießen die Soldaten nur langsam und unter hohen Verlusten durch das bergige Nordgriechenland in das Landesinnere vor. Am 9. April fiel Saloniki. Gleichzeitig wurden die griechischen Heere in Ostmazedonien abgeschnitten und die Metaxas-Linie stärker bedrängt. Die griechischen Verstärkungen von der albanischen Front wurden bei ihrem Vormarsch durch die gebirgige Landschaft und von deutschen und italienischen Panzereinheiten sowie Luftangriffen behindert. Am 21. April mussten 223.000 griechische Soldaten kapitulieren.
Die Briten, welche ebenfalls in Griechenland stationiert waren, bauten unterdessen eine Verteidigung an den Thermopylen auf. Diese wurde am 24. April überrannt, worauf die Alliierten eine amphibische Evakuierungsoperation einleiten mussten, in der 50.000 Soldaten nach Ägypten verschifft wurden. Am 27. April rückte die Wehrmacht schließlich in Athen ein.
Am 25. April entschlossen sich die Führer der Achsenmächte zu einer Luftlandeinvasion der Insel Kreta (Unternehmen Merkur). Am Invasionstag brachten 593 Transportflugzeuge die deutschen Luftlandeeinheiten über Kreta. Diese bildeten durch ihre Fallschirme ein leichtes Ziel für die Luftabwehr, so dass viele Fallschirmjäger bereits im Flug getötet oder verwundet wurden. Die gelandeten Einheiten konnten zunächst auch keine Flugplätze für Nachschub und Verstärkungen (insbesondere Artillerie und Fahrzeuge) erobern. Außerdem gab es keine Funkverbindung zum deutschen Hauptquartier in Athen, da die Funkgeräte bei den Landungen zerstört wurden. Erst mit verstärktem Einsatz der Luftwaffe und einigen erfolgreichen Landungen auf umkämpften Flugplätzen stabilisierte sich die Situation für die Angreifer. Die Alliierten, darunter auch Neuseeländer und Australier, verteidigten Kreta eine Woche lang, bis sie sich dann mit etwa 17.000 Mann absetzten. Aufgrund der hohen Verluste beschloss Hitler, in Zukunft keine Luftlandungen mehr durchzuführen.
Der Russlandfeldzug 1941–1945
Hauptartikel: Russlandfeldzug 1941–1945
Russlandfeldzug 1941–1945
Russlandfeldzug 1941–1945
Der Balkanfeldzug hatte den Angriffszeitpunkt für einen Überfall auf die Sowjetunion um vier Wochen verschoben. Der Angriff fand nun erst am 22. Juni 1941 statt. Diese Verzögerung und ein ungewöhnlich früh einsetzender Winter führten dazu, dass der Vormarsch nicht wie geplant ablaufen konnte und das operative Ziel, das Erreichen der Linie Archangelsk-Astrachan, nicht erreicht wurde. Obwohl man auf deutscher Seite errechnete, dass die Versorgung der Wehrmacht nur bis zu einer Linie ermöglicht werden könnte, die entlang Pskow, Kiew und der Krim verlief, verlangte Hitler die Eroberung Moskaus im Rahmen eines einzigen, ununterbrochenen Feldzuges. Für den Überfall standen drei Heeresgruppen (Nord, Mitte, Süd) bereit. Die Heeresgruppe Nord (von Leeb) sollte die baltischen Staaten erobern und dann nach Leningrad vorstoßen. Auf der Heeresgruppe Mitte (von Bock) lag die Hauptlast. Sie sollte nach Moskau vorrücken und war entsprechend stark gerüstet. Die Heeresgruppe Süd (von Rundstedt) sollte die Ukraine erobern. Ebenfalls an dem Feldzug beteiligt waren Verbände aus befreundeten und eroberten Ländern der Achsenmächte. Auch vom besetzten Norwegen aus wurden Angriffe gegen die Sowjetunion unternommen. Sie zielten insbesondere auf Murmansk und die dortige Eisenbahnverbindung, die „Murman-Bahn“, sowie den Hafen.
In den frühen Morgenstunden des 22. Juni 1941 begann der Vormarsch von 149 Divisionen (darunter alle motorisierten und gepanzerten deutschen Kräfte) über die sowjetische Grenze. Zwei Divisionen operierten von Finnland aus, acht Divisionen waren in Norwegen stationiert, eine Division stand in Dänemark, 38 verblieben im Westen. Zwei Divisionen kämpften in Nordafrika und sieben Divisionen standen im Balkan. Trotz vieler Hinweise war die untere und mittlere Führung der Sowjetunion nicht auf einen Angriff eingestellt. Viele der russischen Soldaten an der Grenze ergaben sich ohne Widerstand, während die motorisierten deutschen Truppen zunächst zügig vormarschieren konnten. In letzter Zeit findet die bereits von den Ideologen des Dritten Reichs nach der Invasion ausgestreute Präventivschlagthese, wonach die Rote Armee kurz vor einem Überfall auf Deutschland stand, auch unter Historikern Gehör. Die Fähigkeit der sowjetischen Streitkräfte, zum damaligen Zeitpunkt einen Angriff oder einen Krieg gegen Deutschland führen zu können, muss jedoch auch nach neueren Erkenntnissen stark bezweifelt werden. Zudem zeigen historische Aufzeichnungen, dass weder bei Hitler noch bei der Generalität Überlegungen, einem hypothetischen Angriff der Sowjetunion zuvorkommen zu wollen, eine Rolle spielten. Der Überfall auf die Sowjetunion war im Wesentlichen ein ideologisch verbrämter Eroberungs- und Vernichtungskrieg mit dem von Hitler bereits Jahre zuvor formulierten Ziel der Gewinnung von „Lebensraum im Osten“.
Erst am 29. Juni fasste sich die sowjetische Führung und rief den „Großen Vaterländischen Krieg“ aus. Kurz zuvor waren bereits Minsk in der Kesselschlacht bei Minsk und Bialystok eingeschlossen und wenig später besetzt worden. Am 26. September fand die Schlacht von Kiew ihr Ende. Doch schon im Oktober begann es zu schneien und zu regnen. Daraufhin blieb die Offensive im Schlamm stecken und nur noch wenige Gebietsgewinne waren zu verzeichnen. Der Angriff auf Moskau blieb wegen der sich versteifenden sowjetischen Gegenwehr stecken. Am 5. Dezember setzte eine sowjetische Gegenoffensive mit frischen Einheiten aus Sibirien unter General Schukow ein, wodurch an eine Einnahme der Hauptstadt nicht mehr zu denken war.
Nach dem sowjetischem Angriff am 25. Juni versuchte Finnland, im Fortsetzungskrieg mit deutscher Unterstützung, die im Winterkrieg an die Sowjetunion verlorenen Gebiete in Karelien zurückzuerobern. Nachdem es dieses Ziel im Sommer 1941 erreicht hatte, blieb Finnland jedoch nicht defensiv, sondern fuhr bis in den Dezember fort, umstrittene, aber nie zuvor finnisch gewesene karelische Gebiete zu besetzen.
Die Rote Armee hatte sich neu organisiert. Die Kriegsproduktion wurde, unerreichbar für die deutsche Luftwaffe, hinter den Ural verlegt. Neue Soldaten kamen nun aus den fernen Ländern des sowjetischen "Reiches". Am 16. Dezember gab Hitler den Befehl zum Halten. Bis zum Ende des Jahres wurde die Wehrmacht jedoch weiter zurückgedrängt.
Ural
In den Frühjahrsschlachten des neuen Jahres konnte am 28. Mai Charkow in einem Vernichtungssieg erobert werden. Zwischen 15. und 21. Mai fanden die Kämpfe ihr Ende. Am 2. Juni begann die eigentliche Schlacht auf der Krim um Sewastopol, dessen Verteidiger sich erbittert wehrten, und endete am 5. Juli. Am 21. Juli überschritten deutsche Kräfte den Don, wodurch die ersten Schritte für den Vormarsch auf Stalingrad eingeleitet wurden. Zwei Tage später konnte Rostow erobert werden. Insgesamt liefen die Operationen, was den Raumgewinn im Kaukasus betraf, innerhalb weniger Wochen ab. Am 4. August wurde Stavropol eingenommen, am 9. August Krasnodar und der Kuban überschritten. Den rumänischen Verbündeten gelang es, die sowjetische Verteidigung an der Ostküste des Asowschen Meeres von Norden her aufzurollen und die Taman-Halbinsel von „rückwärts“ her zu öffnen. Auch das Elbrus-Massiv selbst wurde genommen, am 21. August wehte auf dem 5.633 m hohen Gipfel die Reichskriegsflagge. Ein am 26. August begonnener Angriff auf Tuapse wurde nach zwei Tagen angehalten, dafür wurden am 31. August und am 6. September nach schweren Kämpfen die Hafenstädte Anapa sowie Novorossijsk, wichtigster Stützpunkt der Schwarzmeerflotte, genommen. Im Hochgebirge hatten deutsche Truppen die wichtigsten Passübergänge eingenommen und vorübergehend auf breiter Front nach Süden überschritten – sie standen 20 km vor der Küste des Schwarzen Meeres bei Gudauta. Östlich des Elbrus standen die deutschen und rumänischen Truppen in den Flussabschnitten des Baksan und des Terek bis Naurskaja. Nördlich davon verlor sich die Front an der Kuma, in der Nogajer Steppe und in der Kalmykensteppe.
Trotz der angespannten Kräfte- und Nachschubsituation befahl Hitler gegen den teilweisen Widerstand der Generalität parallel zur südlichen Offensive in Richtung Kaukasus ein zweites Angriffziel: Stalingrad. Am 23. August 1942 begannen etwa tausend Flugzeuge Brandbomben auf die Stadt zu werfen, gleichzeitig konnten deutsche Panzer zum ersten Mal in die Außenbezirke eindringen. In erbitterten Einzelkämpfen in den Häusern und Straßen der Stadt kamen die Deutschen nur unter hohen Opfern voran. Schließlich beherrschte die Wehrmacht zwar etwa 90 % der Stadt, die zum Trümmerhaufen geworden war, die vollständige Inbesitznahme misslang jedoch. Insbesondere ein schmaler Uferstreifen der Wolga, an dem permanent neue Truppen angelandet wurden, wurde von den sowjetischen Verteidigern am östlichen Stadtrand unter hohen Verlusten verbissen gehalten.
Stalingrad
Am 19. November begann die Gegenoffensive der Roten Armee, wobei die rumänischen Linien im Süden durchbrochen werden konnten. Wenige Zeit später vereinten sich die sowjetischen Truppen in Kalatsch mit Verbänden, die vom Norden her die deutschen Stellungen durchbrachen. Damit war die 6. Armee eingekesselt. Die von Göring versprochene Luftversorgung war völlig unzureichend und führte recht bald zur Unbeweglichkeit der Verbände und zur völligen Entkräftung der Soldaten. Ein Entsatzangriff der 4. Panzerarmee unter Hoth, der bis zu 60 Kilometer an die Stadt heranführte, scheiterte. General Paulus fühlte sich an den Haltebefehl Hitlers gebunden und konnte sich nicht dazu durchringen, den Befehl zum Ausbruch zu geben. Am 10. Januar 1943 griffen sieben sowjetische Armeen mit 1.000.000 Soldaten in einer groß angelegten Gegenoffensive die deutschen Truppen im Kessel von Stalingrad an. Die 6. Armee war inzwischen in zwei Kessel gespalten worden, in denen katastrophale Zustände herrschten. Am 2. Februar blieb Paulus, zwischenzeitlich zum Generalfeldmarschall befördert, angesichts der aussichtslosen Lage nur die Möglichkeit der Kapitulation, worauf knapp 100.000 Soldaten in Gefangenschaft gerieten, von denen nur etwa 6.000 nach dem Krieg in ihre Heimat zurückkehrten. Die Schlacht von Stalingrad markierte einen psychologischen Wendepunkt im Krieg. Ab diesem Zeitpunkt war der Glauben an den „Endsieg“ in der deutschen Bevölkerung kaum noch vorhanden.
Schlacht von Stalingrad
Am Morgen des 16. Februar wurde die Stadt Charkow von Truppen der Wehrmacht und Waffen-SS gegen den Befehl Hitlers aufgegeben, um einer drohenden Einkesselung zu entgehen. Am 21. Februar begann jedoch eine deutsche Gegenoffensive. Bis zum 5. März wurde das Gebiet bis zum mittleren Donezk zurückerobert. Es wurden dabei erhebliche Geländegewinne erzielt, dem Gegner hohe Verluste beigebracht und wieder eine geschlossene Front hergestellt. Ein im Frühjahr 1943 potentiell bevorstehender Zusammenbruch der Ostfront wurde so verhindert. Charkow wurde am 14. März unter Verlusten durch Truppen der Waffen-SS zurückerobert. Eine weitere Offensive im Sommer, die Operation Zitadelle, sollte den Frontbalkon bei Kursk ausräumen und große Teile der Roten Armee einkesseln und vernichten. Der Angriff war jedoch von der Roten Armee vorausgesehen worden, die sich durch tiefe Verteidigungsstellungen vorbereitet hatte, und blieb stecken. Er wurde auf dem Höhepunkt der Schlacht wegen der sowjetischen Gegenoffensive bei Orel, die ihrerseits das Ziel verfolgte, Teile der Heeresgruppe Mitte einzukesseln und der zwischenzeitlich erfolgten Landung der Alliierten auf Sizilien abgebrochen. Nach mehreren sowjetischen Gegenoffensiven in den folgenden Monaten musste die Wehrmacht an der ganzen Front den Rückzug antreten, wobei auch die Halbinsel Krim geräumt werden musste. Bis zum Ende des Jahres war Kiew wieder in der Hand der Sowjetunion.
Am 14. Januar 1944 begann der sowjetische Angriff auf den deutschen Belagerungsring um Leningrad. Die Sowjetunion setzte nach: Ihre Frühjahrsoffensive brachte weitere Gebietsgewinne, und die Wehrmacht musste sich weiter zurückziehen bis zum Peipus-See. Am 12. Mai war die Krim wieder fest in sowjetischer Hand. Am 9. Juni begann die Offensive an der finnischen Front auf der karelischen Landenge. Ende Juni kam dieser Angriff auf Höhe der alten Grenze von 1940 zum Halt. Im Juni 1944 gelang der Sowjetunion die Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte, wodurch ihre Armeen nun kurz vor Warschau und Ostpreußen standen. Am 3. Juli eroberte die Rote Armee Minsk zurück, weiter südlich drang ab dem 13. Juli in Galizien eine weitere sowjetische Offensive bis Lemberg an die Weichsel vor.
Am 1. August begann der Warschauer Aufstand der Polnischen Heimatarmee. Im August marschierte die Rote Armee in der Operation Jassy-Kischinew in Rumänien ein, worauf am 23. August König Michael von Rumänien die Fronten wechselte und Deutschland den Krieg erklärte. Die Erfolge der Sowjetunion zwangen die Wehrmacht zum Rückzug aus Griechenland, am 13. Oktober rückten britische Einheiten in Athen ein. Am 5. September nahm die Rote Armee Bulgarien ein; dort inszenierte die Sowjetunion am 9. September einen kommunistischen Staatsstreich. Finnland schloss am 19. September einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion. Am 20. Oktober eroberten sowjetische Einheiten und jugoslawische Partisanen unter Tito die Hauptstadt Belgrad. Im Norden zog sich die Heeresgruppe Nord am 13. Oktober aus Riga nach Kurland zurück. In Ostpreußen kam die Offensive der Sowjetunion im Oktober nach anfänglichen Erfolgen zum Erliegen. Die ungarische Hauptstadt Budapest wurde belagert, konnte aber erst am 11. Februar 1945 von der Roten Armee eingenommen werden.
Die Rote Armee stieß Anfang 1945 von Warschau (Befreiung am 17. Januar) aus nach Norden vor und schnitt damit Ostpreußen vom Rest des Reiches ab. Die deutsche Bevölkerung floh in Scharen, zum Teil über die gefrorene Ostsee. Insgesamt gelangten über 2 Millionen Flüchtlinge über das Meer nach Westen. Das KdF-Schiff Wilhelm Gustloff, das Flüchtlinge und deutsche Truppen sowie Material aus Ostpreußen transportierte, wurde von sowjetischen Torpedos versenkt. Bis zum Kriegsende kamen Menschen über die Ostsee nach Westen.
Königsberg fiel am 9. April endgültig an die Sowjetunion. Am 27. Januar erreichte die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, das aber von der SS zuvor schon aufgegeben worden war. Am selben Tag erreichten erste sowjetische Einheiten Küstrin und damit die Oder.
Nach der sowjetischen Winteroffensive stand die Rote Armee Ende Januar 1945 entlang der Oder und Neiße von Stettin bis Görlitz knapp 80 Kilometer vor Berlin. Die Höhen von Seelow bildeten dabei ein steil aufsteigendes, natürliches Hindernis, und um diese Höhen wurde eine der größten Schlachten des 2. Weltkrieges geschlagen. Die Schlacht um die Seelower Höhen begann am 16. April, im Laufe des 18. April errang die zahlenmäßig weit überlegene Rote Armee die Oberhand. Unterdessen wurde im Süden der sowjetische Belagerungsring um Breslau am 15. Februar geschlossen, welches allerdings erst am 6. Mai in die Hände der Roten Armee fiel.
Am 25. April schloss sich der Belagerungsring um Berlin, am 28. April scheiterte der Versuch der 12. Armee unter General Walther Wenck, die Hauptstadt zu entsetzen, am 30. April tötete Adolf Hitler sich selbst im Bunker unter der Reichskanzlei. Am 2. Mai kapitulierten die letzten Verteidiger von Berlin vor der Roten Armee.
Am 4. April war ganz Ungarn von der Roten Armee erobert. Wien fiel am 13. April, von Osten aus wurden auch Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark erobert. Am 8. Mai erreichte die Rote Armee Graz. Am 8. Mai 1945, dem Tag der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht, besetzte die Rote Armee Dresden, am 10. Mai rückten sowjetische Einheiten auch in Prag ein.
Der Partisanenkrieg
Schon bald nach dem Einmarsch deutscher Truppen begann in den verschiedenen Staaten Europas die "Neuordnung". Darunter verstanden die nationalsozialistischen Führer im Wesentlichen die Ausrottung der Juden (der Holocaust), die Verfolgung der Sinti und Roma, die Auslöschung der Intellektuellen, die Unterdrückung des politischen Widerstandes und die Ausbeutung der jeweiligen Bevölkerung (siehe: Generalplan Ost und Kommissarbefehl). Die nord- und westeuropäischen Staaten mit ihrer "germanischen" Bevölkerung sollten dem Reich "angegliedert" werden. Für die Balkanstaaten und vor allem für Osteuropa hatten die Nazis andere Pläne. Besonders die Bevölkerung Polens, Serbiens, der Ukraine, Weißrusslands und Russlands sollte "durchaus niedergehalten werden". Deshalb wurden die höheren Schulen geschlossen, Zwangsarbeiter nach Deutschland gebracht und auf die Ernährung der Einheimischen wurde keine Rücksicht genommen. Diese Maßnahmen stießen bald auf Widerstand. In den Niederlanden streikten zum Beispiel die Polizei und die Eisenbahner. In Frankreich kam es zu bewaffneten Angriffen aus dem Hinterhalt. Besonders in den Balkanstaaten und in Osteuropa war der Widerstand am stärksten. Im ehemaligen Jugoslawien konnten sogar einzelne geschlossene Gebiete von Aufständischen befreit werden (Tito), in
Schmetterling (Rakete)
Schmetterling war im Zweiten Weltkrieg der Beiname der deutschen Flugabwehrrakete Hs 117 der Fa. Henschel. Sie gelangte allerdings nicht mehr zum Einsatz.
Die Hs 117 hatte hatte eine Länge von 4,29 m und eine Startmasse von 400-450 kg. Sie besaß kurze gepfeilte Tragflächen und ein kreuzförmiges Leitwerk, so dass sie aerodynamisch einem Flugzeug ähnelte. Die Rumpfbug war asymmetrisch und lief in zwei Spitzen aus. In der längeren war der 25 kg schwere Sprengkopf untergebracht, der kürzere trug an seiner Spitze eine Luftschraube, die als Turbine wirkte und einen kleinen Generator antrieb.
Angetrieben wurde er von einem Flüssigkeitsraketenmotor. Für die ersten 4 Sekunden nach dem Start besaß er außerdem zwei Feststoffraketen, die als Starthilfsraketen oberhalb und unterhalb des Rumpfes angeordnet waren und später abgeworfen wurden.
Der Schmetterling wurde vom Bediener vom Boden aus beobachtet und über Funk ins Ziel gelenkt. Zu diesem Zweck befand sich am Heck eine Fackel, um die Erkennung des Flugkörpers vom Boden aus zu erleichtern. Der Einsatz von Radar zur Steuerung war in der Diskussion. Außerdem wurde unter der Bezeichnung Hs 117H eine Luft-Luft-Variante getestet.
Die Entwicklung der Hs 117 begann bei Henschel 1941. Die Erprobung begann im Mai 1944. Im Dezember wurde die Serienfertigung beschlossen. Ab März 1945 sollten pro Monat zunächst 150, später bis zu 3000 Stück gebaut werden. Das Kriegsende verhinderte den praktischen Einsatz dieses Flugkörpers.
Weitere Bedeutungen des Begriffs "Schmetterling" siehe: Schmetterling
Kategorie:Flugabwehrrakete
Messerschmitt
Die Messerschmitt AG war ein deutscher Flugzeug- und Fahrzeughersteller.
Die Geschichte der Firma Messerschmitt AG beginnt anfänglich in einem anderen Unternehmen. 1927 tritt Willy Messerschmitt seine Arbeit bei den Bayerischen Flugzeugwerken an und schart dort ein Entwicklungsteam um sich, welches zu dieser Zeit konzeptionell und visionär völlig neue Wege der Flugzeugentwicklung geht. Mit ihren Flugzeugen der Bf 108 Taifun sowie der Bf 109 gewinnt Messerschmitt und sein Team mehrere Entwicklungswettbewerbe bis in die zweite Hälfte der 1930 Jahre hinein.
Am 11. Juli 1938 gründet Messerschmitt die nach ihm benannte Messerschmitt AG (Hauptwerk in Augsburg; Zweigwerke in Regensburg und Obertraubling) in der die Bayerische Flugzeugwerke gleichzeitig aufgehen. Willy Messerschmitt wird der Vorstandsvorsitzende des neuen Unternehmens. Die Messerschmitt AG ist im wesentlichen für die Entwicklung einiger zukunftsweisender Flugzeugtypen verantwortlich in der Zeit des 2. Weltkriegs. So baut Messerschmitt mit der Me 262 das erste serienmäßig produzierte Strahltriebwerk-getriebene Flugzeug der Welt sowie die durch ein Raketentriebwerk angetriebene Me 163 Komet.
Mit der Gründung der Messerschmitt AG wurden gleichzeitig auch alle von da an entwickelten Flugzeuge mit dem Kürzel „Me“ statt zuvor „Bf“ versehen. Alle bis dato bestehenden Flugzeugtypen behielten offiziell allerdings ihr Kürzel „Bf“, wenngleich es zu Überschneidungen kam, da zum Beispiel die Bf 109 oder Bf 110 teilweise als Me 109 oder Me 110 in Dokumenten auftauchten.
1943 wurden die Werke in Regensburg erstmals von alliierten Bomberverbänden angegriffen (siehe auch Operation Double Strike). Bis dahin wurde die Bf (Me) 109 produziert. Ab 1944 wurde versucht, die Produktion in versteckte Werke auszulagern. 1945 wurde die letzte hergestellte Me 262 nach München ausgeflogen.
Nach dem Krieg wurde aus der Messerschmitt AG durch Übernahme der Bölkow GmbH (1968) und Fusion mit der Hamburger Flugzeugbau GmbH (1969), einer Tochter von Blohm & Voss, zu Messerschmitt-Boelkow-Blohm (MBB), dem damals größten deutschen Luft- und Raumfahrtkonzern. 1989 wurde MBB von der Daimler-Benz Aerospace AG übernommen.
Flugzeuge
- M17
- M18
- M19
- M20
- M21
- M22
- M23
- M24
- M26
- M27
- M28
- M29
- M31
- M35
- Me (Bf) 108 Taifun
- Bf (Me) 109
- Bf (Me) 110 Zerstörer
- Me 161
- Me 162 Jaguar
- Me 163 Komet
- Me 209
- Me 210
- Me 261
- Me 262
- Me 264 Amerika-Bomber
- Me 321
- Me 323 Gigant
- Me 410 Hornisse
- P. 1101
Siehe auch: Messerschmitt Kabinenroller, Liste von Flugzeugtypen, Alexander Lippisch
Literatur
- Peter Schmoll: Die Messerschmitt-Werke im Zweiten Weltkrieg, ISBN 3-931904-38-5
Weblinks
- http://www.adlertag.de/
- [http://www.luftarchiv.de Das Archiv der deutschen Luftwaffe 1935-1945 ]
Kategorie:Flugzeughersteller
Kategorie:Rüstungshersteller
Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Deutschland)
Kategorie:Unternehmen (Bayern)
ja:メッサーシュミット社
Messerschmitt Me 163
Die Messerschmitt Me 163 "Komet" (scherzhaft auch "Kraft-Ei") war ein Punktabfangjäger/ Objektschutzjäger mit Raketenantrieb, der aufgrund von herausragender Steigleistung (9150 m in zweieinhalb Minuten) und Geschwindigkeit schnell an sich nähernde feindliche Flugzeuge herankommen und sie bekämpfen sollte. Insbesondere war ein Einsatz als Objektschutz von strategisch wichtigen Einrichtungen geplant. Allerdings behinderten die konstruktionsbedingt häufigen Bruchlandungen, die hohe Anfluggeschwindigkeit auf das Ziel (die Piloten hatten nur enorm kurze Zeit zum Zielen), sowie die kurze Einsatzdauer (etwa 10 Minuten unter Vollast) größere Erfolge; außerdem kam der Jäger erst gegen Ende des Krieges in vergleichsweise geringer Stückzahl zum Einsatz, weshalb die Me 163 auch keinen wesentlichen Beitrag zum Ausgang des Krieges leisten konnte. Dennoch blieb die Me 163 das schnellste Flugzeug des zweiten Weltkriegs.
Der typische Einsatz des Raketenjägers lief ab wie folgt:
# Start mit Hilfe des Abwurffahrwerks (sogenannter Startschlitten); alternativ gab es die Möglichkeit, eine Startrampe zu nutzen
# Bekämpfung des Ziels
# Landung auf einer einzelnen Kufe, in der Nähe oder auf der Heimatbasis (Objektschutz-Flugplatz), da die Treibstoffmenge bereits im Einsatz vollständig aufgebraucht werden sollte und der eigentliche Angriff und die Landung im Segelflug-Verfahren erfolgte.
# Rückführung zur Basis mit Hilfe eines Schleppflugzeugs (bei Landungen weiter als im 5-km-Umkreis von der Heimat-Basis)
Geschichte
Krieges
Ursprung und Planung
Geistiger Vater der Me 163 war der Aerodynamiker und Konstrukteur Prof. Alexander Lippisch. Von seinem Reißbrett stammen die Projekte Li P 01-111 bis 119 sowie das Versuchs-Segelflugzeug DFS 194 (DFS=Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug), welches zur Vorerprobung der Me-163-Bauweise diente. Vorübergehend trug die Me 163 die Bezeichnung Li 163 S (S für Serienausführung), aber nachdem eine geplante "Super 163" nicht gebaut wurde, blieb es letztendlich bei der Bezeichnung Me 163.
Die Me 163 diente auch als Ausgangspunkt für die Entwicklung der Flugabwehrrakete Enzian .
Prototypen und Serienfertigung
Die Projektbeschreibung der Me 163 B wurde bereits am 22. September 1941 beim Reichsluftfahrtministerium (RLM) eingereicht, und nur wenige Wochen darauf konnte die Konstruktion des Jagdflugzeugs beginnen. Geplant war die Verwendung eines Raketentriebwerks der Walter-Werke in Kiel (HWK), als Alternative wurde ein BMW-Triebwerk mit einbezogen. Nach der Montage eines Musterflugzeugs im Werk Augsburg 1941 sollten bis zum 1. August 1943 68 weitere Maschinen zur Erprobung im Werk Regensburg gefertigt werden. Allerdings wurden diese Pläne durch Mangel an Konstrukteuren sowie Lieferschwierigkeiten des Triebwerksherstellers HWK stark verzögert. Das BMW-Triebwerk wurde daher wieder stärker ins Auge gefasst, allerdings mussten die ersten Testflüge noch gänzlich ohne Triebwerk im Schleppflug durchgeführt werden.
Heinrich Dittmar führte so am 26. Juni 1942 den ersten Testflug des ersten Prototyps (Me 163 BV 1, Werk-Nr. 163 10010, VD + EK) durch, in Peenemünde wurde dann das zweite Exemplar (Me 163 BV 2, Werk-Nr. 163 100111, VD + EL) auf die gleiche Weise getestet. Der dritte Prototyp ging an HWK, um ein Versuchstriebwerk einzubauen, und im November 1942 ging Prototyp Nr. 4 (Me 163 BV 4) nach Peenemünde.
HWK gelang allerdings die Auslieferung der ersten beiden R-II-211-Triebwerke erst am 17. Juni 1943, wodurch der erste Versuchsflug mit eigenem Antrieb unter der Leitung von Rudolf Opitz sich auf den 24. Juni 1943 verzögerte.
Kurz darauf gelang erstmals eine Geschwindigkeit von 600 km/h in 6000 m Flughöhe, und nachdem einige Schwachstellen aufgedeckt werden konnten und den Testern in Peenemünde fünf weitere Versuchsmuster (BV 7, 8, 15, 20 und 22) zur Verfügung gestellt wurden, gelang eine Steigerung auf über 900 km/h (Me 163 BV 18). Aber man hinkte dem ursprünglichen Zeitplan bereits stark hinterher; es war Dezember 1943.
Am 15. Januar 1944 leitete Hauptmann Wolfgang Späte, Kommandant des Erprobungskommando 16, durch einen ersten Testflug die Truppenerprobung der Me 163 ein; seine Maschine hatten die Mechaniker knallrot lackiert, um als Glücksbringer in der Farbe Manfred von Richthofens Maschine den Flug antreten zu können.
Von den 40 der Luftwaffe zugesagten Maschinen erreichten nur zwei das Erprobungskommando 16, Anfang Februar 1944 waren es insgesamt 6 Me 163 A (Version ohne Triebwerk) und drei Me 163 B. Durch die tiefen Temperaturen wurden die Tests weiter verzögert, dennoch wurde bereits die erste Staffel des Jagdgeschwaders 400 aufgestellt. Die Schulung der Piloten verzögerte sich durch den Mangel an Me 163 jedoch ebenso wie die Erprobung, wodurch das Oberkommando der Luftwaffe den kurzfristig geplanten Kampfeinsatz der Staffel vorerst zurückstellen mußte. Ein zusätzliches Problem war die sinkende Verfügbarkeit der Schleppmaschinen, die die auswärts gelandeten Me 163 wieder zum Stützpunkt bringen sollten. Letztendlich besaß das JG 400 nur noch eine Bf 110; fiel diese aus, stand der gesamte Flugbetrieb still. Aber trotz aller Schwierigkeiten konnte man sich schon jetzt rühmen, den ersten in Serie gefertigten Raketenjäger und die erste Raketenjägerstaffel der Welt (das JG 400) in die Luftwaffe integriert zu haben.
Einsatz
Am 16. August 1944 fand der erste Kampfeinsatz der Me 163 statt, in dessen Verlauf Piloten des JG 400 mit ihren Me 163 B der Abschuss von zwei B-17 gelang. Im September wurden weitere Erfolge verbucht, am 6. Oktober ging die erste Me 163 B während eines Einsatzes verloren. Das JG 400 verfügte jetzt über 30 Me 163 B, aber die Produktion der Maschinen sowie des Treibstoffs hinkte den Erwartungen hinterher. Bis Ende 1944 standen 64 Maschinen zur Verfügung. Bis Anfang 1945 sank die Zahl einsatzbereiter Me 163 durch Bruchlandungen und fehlgeschlagene Einsätze drastisch. Bei den Piloten erlangte die Me 163 den Ruf einer Todesfalle. Oft schlug sie bei der Landung so hart auf, daß ihre Landekufe brach und sich der Treibstoff entzündete. Es sind auch mehrere Berichte von Triebwerksausfällen bekannt, gleich zwei hatte Wolfgang Späte, der erste Testpilot der Truppenerprobung. Insgesamt kamen mehr Piloten durch Unfälle ums Leben als durch Feindeinwirkung. Aufgrund der Pannen und der Verfehlung des Einsatzzwecks (der Me 163 konnten nur neun Abschüsse amerikanischer Bomber nachgewiesen werden), erhielt das JG 400 im März 1945 den Befehl zur Auflösung; im April fanden die letzten nachweisbaren Einsatzflüge statt. Die Piloten des JG 400 wurden -soweit bekannt- in der Me 262 eingesetzt. Alles in allem waren über 350 Me 163 (mit Prototypen und Versuchsmustern) gebaut worden, Pläne für eine leistungsgesteigerte Version (Me 163 C) lagen vor, kamen aber nicht zum Einsatz, und die Ausführung Me 163 D, die später als Me 263 bezeichnet werden sollte und über ein Einziehfahrwerk verfügte, kam über die Flugerprobungsphase nicht hinaus. Eine von der Sowjetunion erbeutete Me 163S Schulversion wurde 1945/46 von Mark Gallai ohne Antrieb getestet. Dazu wurde die dort Karausche genannte Maschine von einer Tu-2 im Schleppflug in die Luft befördert und nach dem Ausklinken des Schleppseils wie ein Segelflugzeug geflogen.
Technische Daten
Literatur
- Mano Ziegler: Raketenjäger Me 163, Motorbuch Verlag, ISBN 3-879-43372-0
Siehe auch
- Liste von Flugzeugtypen
- Flugzeuge des Zweiten Weltkrieges
Weblinks
- [http://www.jagdgeschwader4.de/Flugzeuge/Me163 Entwicklungsgeschichte der Me 163A; B und C sowie der Me 263 mit Fotos und Einsatzberichten]
- [http://www.b17flyingfortress.de/me163.htm Weitere Informationen zur Me 163]
- [http://www.luftarchiv.de/flugzeuge/messerschmitt/me163.htm LuftArchiv.de: Messerschmitt Me 163 Komet]
Kategorie:Militärischer Flugzeugtyp
Kategorie:Flugzeuge des Zweiten Weltkrieges
ja:メッサーシュミットMe163
Wasserfall (Rakete)
Wasserfall war der Name einer deutschen Flugabwehrrakete, die 1943 entwickelt wurde, im Zweiten Weltkrieg jedoch nicht mehr eingesetzt wurde. Auch war die Rakete unter dem Namen V3 bekannt. Die Rakete sollte als Unterstützung von Flak-Batterien dienen und gegen hochfliegende Bomber bis zu einer Entfernung von 48 km eingesetzt werden.
Die Erprobung der Rakete erfolgte in Peenemünde. Der erste erfolgreiche Start fand am 29. Februar 1944 statt. Die Rakete erreichte eine Geschwindigkeit von 2.772 km/h. Angetrieben wurde sie mittels Flüssigkeitstriebwerk, welches 1500 kg SV-Stoff und 450 kg Visol verbrauchte.
Bis Kriegsende waren etwa 40 Prototypen gebaut worden. Nach dem Krieg wurden in den USA zu Erprobungszwecken Kopien der Wasserfall-Rakete unter der Bezeichnung Hermes-A1 getestet.
Technische Daten
- Länge: 7,85 m
- Durchmesser: 2,51 m
- Nutzlast: bis 300 kg
- Schub: 8000 kp
- Brenndauer: max.42 s
- Vmax: 400 - 800 m/s
- Gipfelhöhe: 24000 m
Weblinks
- [http://www.luftarchiv.de/flugkorper/c2.htm Wasserfall-Rakete]
- http://www.astronautix.com/lvs/wasrfall.htm
Kategorie:Flugabwehrrakete
Erststart 29.4.1944
Vollmasse 3500 kg
Treibstoff: 1850 kg Kerosin + Salpetersäure
Sprengkopf: 300 kg
Länge 7.70 m
Durchmesser 0.89 m, 2.34 m mit Flügeln
Triebwerk:
Schub: 78 kN Boden
Bahn:
max. Höhe: 18 km, Querreichweite 26 km
Besonderheiten:
Steuerung vom Boden aus möglich
Adaptives Lenksystem
Annäherungszünder
Nachgebaut in den USA als Hermes und in Russland als R101
RohrbündelEin Rohrbündel ist eine baugruppenartige Zusammenfassung einzelner Rohre zu einer Einheit. Das Rohrbündel kann dabei komplizierte geometrische Formen haben. Rohrbündel werden insbesondere im Kesselbau eingesetzt.
Kategorie:Bauwesen
VietnamkriegDer Vietnamkrieg bezeichnet die letzte, besonders verlustreiche Etappe in einem dreißigjährigen bewaffneten Konflikt, der mit dem Widerstand der vietnamesischen Kommunisten und anderer Gruppierungen gegen den Verbleib bzw. die Wiederkehr der französischen Kolonialmacht ab 1945/46 begonnen hatte (Indochinakrieg).
Indochinakrieg in Südvietnam mit US-General William Westmoreland (2 v.l.), Generalleutnant der südvietnamesischen Streitkräfte Nguyen Van Thieu (2.v.r.) und mit dem Premierminister von Südvietnam Nguyen Cao Ky.]]
Nguyen Cao Ky
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Der Vietnamkrieg war ein Bürgerkrieg, ein Stellvertreterkrieg und zugleich der fortgesetzte Unabhängigkeitskampf gegen die in Südostasien sich formierenden US-Interessen. Er stellt somit eine vom Antikolonialismus geprägte Konfrontation im Kalten Krieg dar.
Auf der einen Seite kämpfte ein Militärbündnis der USA, der Republik Vietnam (Südvietnam), Australiens und Südkoreas. Auf der anderen Seite stand ein Militärbündnis der Demokratischen Republik Vietnam (Nordvietnam) und der Nationalen Befreiungsfront (franz. FNL, engl. NLF, in westlichen Ländern meist Viet Cong genannt), einer südvietnamesischen kommunistischen Guerillaorganisation. Die UdSSR wie auch die Volksrepublik China stellten Nordvietnam und der Nationalen Befreiungsfront militärische Hilfe zur Verfügung, griffen aber direkt nicht ein. Ab 1970 weiteten die USA ihre militärischen Aktionen, insbesondere die verheerenden Bombardierungen, auf die Nachbarstaaten Kambodscha und Laos aus.
Kriegsursachen
Der Vietnamkrieg war in vielerlei Hinsicht ein direkter Nachfolger des französischen Indochinakrieges (auch 1. Indochinakrieg genannt), den die Franzosen um ihre Kolonien in Indochina und gegen die Unabhängigkeitsbewegung unter dem Führer der Kommunistischen Partei, Ho Chi Minh, geführt hatten.
Nachdem die vietnamesischen kommunistischen Streitkräfte (Viet Minh) die französische Kolonialarmee (u.a. die Fremdenlegion) bei der Schlacht von Dien Bien Phu 1954 besiegt hatten, erlangte die Kolonie die Unabhängigkeit. Gemäß der folgenden Genfer Regelung wurde Vietnam vorübergehend in einen kommunistischen Norden und in einen westlich orientierten Süden aufgeteilt.
Das Land sollte 1956 durch Wahlen vereinigt werden. Diese wurden jedoch nie durchgeführt. Die südvietnamesische Regierung des Präsidenten Ngo Dinh Diem annullierte die Wahlen. Darin unterstützt wurde er durch US-Präsident Eisenhower. Beide befürchteten einen Sieg Ho Chi Minhs.
Als Reaktion auf die Wahlannullierung wurde die Nationale Befreiungsfront (Front National de Libération, FNL), eine Gue | | |