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Fluss (Gewässer)

Fluss (Gewässer)

Ein Fluss (althochdeutsch.: fluz zu fliozan «fließen») ist ein größerer natürlicher Wasserlauf, ein Fließgewässer. Im Alpenraum werden Flüsse oft auch als Achen (zu althochdeutsch aha [st. f.], «Fluss») bezeichnet. __TOC__ Ein Fluss wird aus Niederschlägen gespeist und entwickelt sich aus dem Zufluss mehrerer Bäche oder anderer Flüsse. Ein Fluss hat mindestens zwei Ufer. Die meisten Flüsse haben eine Quelle und eine Mündung. An flachen Wasserscheiden können Gabelungen, so genannte Bifurkationen gebildet werden. Große Flüsse, die nicht Nebenfluss eines größeren Flusses sind, sondern im offenen Meer münden, werden auch als Strom bezeichnet. Sie bilden als Mündung entweder einen Ästuar oder ein Flussdelta. Manche Flüsse versickern auch in der Wüste oder in anderen porösen Gesteinsschichten. Andere gehen nach der Mündung unter dem Meer noch als Flussrinne (bekannteste Kongo-Rinne) weiter. Bisweilen bilden Flüsse Staatsgrenzen. Oftmals durchfließen Flüsse mehrere Staaten. Man unterscheidet hinsichtlich des zeitlichen Bestehens perennierende (beständige, ausdauernde), episodische (manchmal, in unregelmäßigen Abständen) und periodische (manchmal, in regelmäßigen Abständen) Flüsse. Stürzt ein Fluss über eine Felskante hinab, so bildet sich dabei ein Wasserfall oder eine Kaskade. Ein Fluss wird in vier Regionen aufgeteilt (siehe Flussregionen).

Flora, Fauna und menschliche Nutzung

Die meisten Flüsse führen Süßwasser und sind somit der Lebensraum einer besonderen Süßwasserflora und -fauna. Wirtschaftlich werden Flüsse vor allem für den Transport (siehe auch: Transportweg), zur Trinkwassergewinnung, zur Elektrizitätserzeugung in Laufkraftwerken und zur Kühlung von konventionellen und nuklearen Elektrizitätswerken genutzt. Oft werden sie als Abwasserkanal missbraucht.

Die 10 längsten Flüsse der Erde

# 7.250 km - Amazonas: Apurimac-Ene-Tambo-Ucayali-Amazonas - (Südamerika). Länge seit Bestätigung des Río Apurímac als Quellfluss (2001). # 6.671 km - Nil: Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Kagera-Weißer Nil-Nil - (Afrika) # 6.300 km - Cháng Jiāng - (Asien) # 6.051 km - Mississippi-Missouri - (Nordamerika) # 5.940 km - Jenissei-Angara-Selenga-Ider - (Asien) # 5.410 km - Ob-Irtysch - (Asien) # 5.052 km - Amur-Argun-Kerulen - (Asien). Der Amur-Argun-Kerulen entsteht nur in niederschlagsreichen Jahren. # 4.845 km - Huáng Hé (Gelber Fluss) - (Asien) # 4.500 km - Mekong - (Asien) # 4.374 km - Kongo - (Afrika) Weitere "Längste Flüsse" siehe: Die längsten Flüsse der Erde

Die 10 längsten Flüsse, die durch Deutschland fließen

# 2.852 km - Donau # 1.320 km - Rhein # 1.165 km - Elbe # 866 km - Oder # 545 km - Mosel # 524 km - Main # 510 km - Inn # 433 km - Weser # 413 km - Saale # 343 km - Spree Weitere "Deutsche Flüsse" siehe: Liste der Flüsse in Deutschland

Die 5 längsten Flüsse, die durch die Schweiz fließen

# 1.320 km - Rhein (davon 375 km in der Schweiz) - mündet in die Nordsee # 812 km - Rhône (davon 264 km in der Schweiz) - mündet ins Mittelmeer # 510 km - Inn (davon 104 km in der Schweiz) - mündet in die Donau # 291 km - Aare - mündet in den Rhein # 248 km - Ticino - mündet in den Po Weitere Schweizer Flüsse siehe: Liste der Flüsse in der Schweiz, :Kategorie:Fluss in der Schweiz

Orografie

Blickt man von der Quelle zur Mündung, dann kann man das rechte und linke Ufer als orografisch rechtes oder linkes Ufer eindeutig festlegen.

Siehe auch


- Die längsten Flüsse der Erde
- Flussbegradigung
- Hydrologie, Limnologie
- Liste der Flüsse (weltweit), Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Flüsse in der Schweiz, Liste europäischer Flüsse
- Wadi
- Flussordnungszahl
- Fluss des Jahres Kategorie:Hydrologie Kategorie:Limnologie Kategorie:Physische Geographie Kategorie:Geomorphologie Kategorie:Biotop Kategorie:Fluss ja:川 ko:강 ms:Sungai simple:River th:แม่น้ำ zh-min-nan:Hô

Fließgewässer

Ein Fließgewässer ist ein Oberflächengewässer des Binnenlandes, in dem sich im Gegensatz zu stehenden Gewässern wie Seen oder Tümpeln Wasser über lange Strecken in Bewegung befindet. Der Begriff umfasst dabei Gewässer, die im normalen Sprachgebrauch als Rinnsale, Bäche und Flüsse bekannt sind. Die fließende Bewegung ist Grundlage für Auswaschungen. Die Erforschung der Binnengewässer, also der Gesamtheit von Stillgewässern und Fließgewässern, erfolgt in der Wissenschaft der Limnologie, einem Teilbereich der Ökologie.

Definitionen für Fließgewässer

In der Hydrologie sind Fließgewässer im Gegensatz zu stehenden Gewässern offene Ökosysteme und unterliegen aufgrund eines Gefälles der Schwerkraft. Sie münden fast immer in Meere oder in Ausnahmefällen in stehende Gewässer. Unterirdische fließende Gewässer und stehende Gewässer bezeichnet man als Grundwasser und Höhlengewässer. Rechtlich gesehen, z.B. im Sinne des Landeswassergesetzes Nordrhein-Westfalen, sind Fließgewässer oberirdische Gewässer mit ständigem oder zeitweiligem Abfluss, die der Vorflut für Grundstücke mehrerer Eigentümer dienen.

Einteilung und Beschreibung der Fließgewässer

Kriterien zur Unterscheidung von Fließgewässern können die Breite, die Wasserführung, die Fließgeschwindigkeit und das Einzugsgebiet sein. Nach Breite des Wasserspiegels unterscheidet man
- Quellbäche (bis 1 m breit, Einzugsgebiet bis 2 km2)
- große Bäche (1-3 m breit, Einzugsgebiet 2-50 km2)
- kleine Flüsse (3-10 m breit, Einzugsgebiet bis 50-300 km2)
- große Flüsse und Ströme (mehr als 10 m breit, Einzugsgebiet größer als 3000 km2) Die biologische Qualität von Fließgewässern wird anhand des Saprobiensystems in Gewässergüteklassen eingeteilt. Eine aktuell weitgehend akzeptierte ökologische Klassifikation bietet das River Continuum Concept. In Abhängigkeit vom Wasserangebot (z.B. Niederschlag) kann es in einem Fließgewässer zu Hochwasserereignissen oder Niedrigwasserzeiten kommen. Aus Wasserstandsaufzeichnungen z.B. von Pegeln kann ein Mittelwasserstand bestimmt werden. Kategorie:Limnologie Kategorie:Biotop Kategorie:Wasserwirtschaft Kategorie:Gewässer Kategorie:Fluss simple:Stream

Ache

Ache, aus dem keltischen, urverwandt mit lateinisch Aqua und niederdeutsch Aa ist ein Flussname, der im Alpenraum häufig auftaucht. Der Name kommt oft auch in Zusammensetzungen wie Salzach vor. Flüsse mit dem Namen Ache sind
- die Bregenzer Ache
- die Brixenthaler Ache zum Inn
- die Fieberbrunner Ache
- die Kitzbühler Ache
- die Reither Ache
- die Tiroler Ache (auch Großache) zum Chiemsee im südlichen Bayern
- die Weißache bei Kufstein
- die Krimmler Ache im Pinzgau

Siehe auch


- Ach (Begriffsklärung)

Bach (Gewässer)

Ein Bach ist ein nicht allzu breites, mal schnell und mal langsam fließendes natürliches Gewässer. Üblicherweise wird ein Fließgewässer dann als Bach bezeichnet, wenn es nicht breiter als 5 m ist. Breitere Fließgewässer gelten als Flüsse. Der alte Begriff Fließ ist heute noch für viele Bäche insbesondere in Brandenburg und Berlin in Gebrauch, beispielsweise für das Tegeler Fließ oder das Pfefferfließ. Kennzeichnend für den Bach sind die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers, die Temperaturverhältnisse, der Sauerstoffgehalt, die Lichtverhältnisse, die im Bach auftretenden Organismen sowie die Umweltbelastung durch Chemikalien. Weiterhin ist charakteristisch für einen Bach, dass sein Wasserspiegel steigt oder sinkt, im Bach enthaltene Substrate sich verlagern, ja sogar der Lauf des Baches sich mit der Zeit verändern kann. Der naturbelassene Bach unterliegt daher einer natürlichen Dynamik. Die Strömungsgeschwindigkeit wird durch im Bach befindliche Steine, Totholz und kleinere Inseln, Verengungen, örtliche Vertiefungen oder flachere Bereiche beeinflusst. Blickt man auf die Gesamtstrecke eines Baches, so lassen sich ein Oberlauf, ein Mittellauf und ein Unterlauf unterscheiden. Demzufolge gibt es drei regionale Grundtypen von Bächen: Inseln]
- Gebirgsbach,
- Mittelgebirgsbach und
- Flachlandbach. In Gebirgsbächen herrscht wegen des größeren Gefälles eine stärkere Strömung, was für günstige Sauerstoffverhältnisse, aber auch für eine starke Erosion sorgt. Die Gewässersohle ist sehr steinig. Die im Gebirgsbach vorkommenden Tiere sind gegen Sauerstoffmangel sehr empfindlich. Wasserpflanzen kommen so gut wie gar nicht vor. In Mittelgebirgsbächen nimmt das Gefälle und damit die Strömung ab. Neben der Erosion kommt es auch zu einer Sedimentation. Kleinere Inseln und Kiesbänke entstehen immer wieder neu an verschiedenen Stellen. Die hier entstehenden mannigfaltigen Kleinräume bieten den verschiedenartigsten Wasserlebewesen eine Lebensgrundlage. Kies In Flachlandbächen ist das Gefälle am geringsten. Das Wasser fließt gemächlich in weiten Mäandern dahin. Sedimentation und Nährstoffreichtum sind recht groß, so dass die Gewässersohle relativ sandig und mit organischem Material durchsetzt ist. Bei geringer Strömung kommen zahlreiche Wasserpflanzen im Bach vor. Gewässersohle Die beschriebene Situation kann durch die Eingriffe des Menschen stark verändert sein. Bachbegradigungen und die Einleitung von Schadstoffen in die Bäche haben in Ballungsgebieten zu erheblichen Störungen des natürlichen Verlaufs und zu einer Beeinträchtigung der Selbstreinigungskraft industrienaher Fließgewässer geführt. Auch die Überdüngung der Felder in Bachnähe durch die vielerorts übliche intensive Landwirtschaft sorgt für erhöhte Schadstoffwerte im Bach. Die Phosphat- und Nitratzufuhr führt zu einem verstärkten Algenwachstum, die Einleitung von Abwässern zu einer Massenvermehrung von Bakterien. Siehe auch: Wildbach

Weblinks


- [http://www.hmulv.hessen.de/umwelt/wasser/gewaesser_hochwasser/materialien/ Ein Bach ist mehr als Wasser - Unterrichtsmaterialien zum Thema Ökologie und Schutz von Fließgewässern]
- [http://www.naturdetektive.de/2004/dyn/9.htm?url=4949%2Ehtm Steckbrief zu den Fließgewässern] Kategorie:Hydrologie Kategorie:Limnologie Kategorie:Physische Geographie Kategorie:Biotop Kategorie:Gewässer Kategorie:Fluss

Ufer

]] Dies ist die Beschreibung von Ufer als eine bestimmte Art von Landfläche: Als Ufer wird der Streifen Land zwischen einem stehenden oder fließenden Gewässer (Seen und Flüsse) und dem eigentlichen Festland bezeichnet. Blickt man von der Quelle zur Mündung, dann kann man das rechte und linke Ufer als orografisch rechtes oder linkes Ufer eindeutig festlegen. Es gibt unterschiedliche Erscheinungsformen für ein Ufer:
- einen Strand aus Sand oder Kies
- eine Böschung (ein mehr oder weniger steiles, meist bewachsenes Ufer)
- eine Wiese oder Salzwiese
- eine Uferwand aus Stahl (Spundwand), Beton oder Holz bei Kanälen, Häfen oder Anlegestellen Siehe auch: Küste Redensarten, in denen das Wort Ufer vorkommt:
- "Auf zu neuen Ufern!" ist eine redensartliche Aufforderung, im übertragenen Sinn ein neues Ziel anzusteuern - im Privatleben, im Beruf, in der Wirtschaft, der Forschung oder auch der Politik.
- "Vom anderen Ufer sein" ist eine redensartliche Umschreibung für Homosexualität, vgl. "Von der anderen Fakultät sein" oder "Anders herum (gestrickt) sein". Weitere Begriffe in Verbindung mit Ufer:
- Das Hohe Ufer ist eine Straße in Hannover
- Das Paul-Lincke-Ufer ist eine Straße in Berlin-Kreuzberg
- Das Tonhallen-Ufer ist eine Straße in Düsseldorf
- Das Kaiser-Friedrich-Ufer ist eine Straße in Hamburg-Eimsbüttel
- Das Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer ist eine Schule daselbst
- Das Diakoniewerk Neues Ufer ist eine soziale Einrichtung in und bei Schwerin Folgende Personen tragen den Familiennamen Ufer:
- Steffen Ufer, Rechtsanwalt, Dozent und Buchautor in München

Weblinks


- http://www.neues-ufer.de
- [http://www.taz.de/pt/2002/05/28/a0191.nf/text.home Land unter am anderen Ufer]
- [http://www.duesseldorf.de/stadtpanoramen/panoramen/index15.shtml Virtueller Spaziergang entlang des Tonhallen-Ufers] Kategorie:Geographie

Mündung (Gewässer)

Als Mündung bezeichnet man die Zuflussstelle eines Fließgewässers in ein anderes Gewässer. Viele Mündungen, die in ihrem natürlichen Zustand belassen wurden, bieten einzigartige Biotope (z.B. Rhônemündung in Südfrankreich).

Mündung mit Flussdelta

Es ist möglich dass ein Fluss ein Flussdelta bildet; dabei sind diese Deltaformen oder -arten zu unterscheiden:
- Die (endgültige) Mündung eines Flusses in das Weltmeer nennt man Mündungsdelta.
- Es ist auch möglich, dass ein Fluss im Binnenland in einen See, in einen anderen Fluss oder in eine abflusslose Landschaftsform (ein Becken (über NN) oder eine Depression (unter NN) mündet; dann spricht man von einem Binnendelta. Zu dieser Delta-Art gehören auch Verzweigungen eines Flusses auf dem so genannten "Inland" in einer Niederung. Beispiele zu "Mündungen mit Flussdelta" finden Sie bei den einzelnen Mündungsformen:
- Binnendelta
- Mündungsdelta

Mündung ohne Flussdelta

Mündungsdelta Wenn ein Fluss ohne ein Delta zu bilden in eines der zuvor genannten Gewässer mündet, kann er dabei direkt einmünden oder einen Ästuar (Mündungstrichter) bilden. Dabei ist es auch möglich, dass er ebenfalls in eine abflusslose Landschaftsform (ein Becken (über NN) oder eine Depression (unter NN) oder in einen anderen Fluss im Rahmen einer Niederung mündet. Je (ein) Beispiel zu "Mündungen ohne Flussdelta"
- Elbe, Ems und Weser münden in die Nordsee (Mündungstrichter); Deutschland; Europa
- Der Jordan mündet in das Tote Meer ("Endsee", Depression); Israel, Jordanien; Asien
- Main und Neckar münden in den Rhein (Oberrheingraben, Niederung); Deutschland; Europa
- Der Truckee River mündet in den Pyramid Lake ("Endsee", Becken); Nevada; USA

Siehe auch


- Flussdelta
  - Binnendelta
  - Mündungsdelta
- Mündungsarm
- Mündungstrichter (Ästuar) Kategorie:Limnologie Kategorie:Ozeanologie

Wasserscheide

Die Wasserscheide ist der Grenzverlauf der Einzugsgebiete für das abfließende Wasser zweier oder mehrerer benachbarter Flußsysteme.

Formen der Wasserscheiden

Meist stellt sich eine Wasserscheide als Höhenzug dar, sog. Kammwasserscheide, bei dem das Wasser in zwei unterschiedliche Richtungen abfließt. Bei Maloja im Engadin gibt es die seltene Konstellation der dreifachen Wasserscheide, an der die Flüsse in drei Meere fließen. Es gibt jedoch auch Wasserscheiden, die aufgrund des Geländes nicht erkennbar sind, da sie im Boden verborgen liegen. Dies ist der Fall, wenn die Schichten des Untergrundaufbaues so gelagert sind, dass eine Entwässerung entgegen der geneigten Richtung der Oberfläche erfolgt; dies wird als Grundwasserscheide bezeichnet. Unterirdische und oberirdische Wasserscheiden können verschiedene Lagen haben. Liegt der Grenzverlauf der Wasserscheide auf der Talsohle, spricht man von einer Talwasserscheide. Beispiele sind der Kartitscher Sattel im Gailtal in Osttirol, der die Wasserscheide zwischen Gailbach und Gail bildet, oder die Wasserscheide zwischen Innichen und Toblach in Südtirol, wo die Drau in das Schwarze Meer und die Rienz in die Adria entwässert.

Europäische Wasserscheide

Adria] Adria]] Die große Europäische Wasserscheide trennt die Zuläufe von Atlantik/Nordsee/Ostsee und Mittelmeer/Schwarzem Meer. Sie verläuft von Gibraltar, durch Südost-Spanien, dann nach Norden bis in die Nähe des Atlantiks um das Quellgebiet des Ebro im Baskenland, dann entlang des Hauptkamms der Pyrenäen bis nach Andorra, von dort nach Frankreich zur Scheitelhaltung des Canal du Midi, durch den Massif Central, zwischen den Quellen von Allier/Loire und Ardèche, dann nach Norden zu den Quellen von Saône, durch die Scheitelhöhe des Rhein-Rhône-Kanals in die Schweiz, zwischen dem Genfersee und dem Lac de Neuchâtel, über die Kämme der Berner Alpen zum Sankt Gotthard, in die Tessiner Alpen (wo sich westlich des Malojapasses am Piz Lunghin die Wasserscheide Mittelmeer-Schwarzes Meer abspaltet), über Julierpass, zwischen Davos und Zernez über Piz Buin nach Österreich und von dort zum Arlberg, in den westlichen Allgäuer Alpen nach Deutschland, nördlich vom Bodensee in den Schwarzwald, über die Schwäbische Alb, durch die Scheitelhöhe des Main-Donau-Kanals und die Fichtelgebirge in den Böhmerwald und über die Böhmisch-Mährische Höhen ins Glatzer Schneegebirge (wo sich am Glatzer Schneeberg die Wasserscheide Nordsee-Ostsee abspaltet) und dann über die Beskiden, durch die Talwasserscheide Mährische Pforte in die Karpaten bis zum Quellgebiet von Dnister und dann nördlich der Quellgebiete von Dnepr und Don und schließlich östlich davon quer über den Wolga-Don-Kanal zum Kaukasus. In Deutschland trennt sie die Zuläufe von Rhein/Elbe und Donau. Allerdings gibt es dabei auch Unregelmäßigkeiten: So fließt auf Grund der Donauversickerung ein Teil des Donauwassers bei Immendingen in den Aachtopf und von dort in den Rhein und überwindet so unterirdisch die Europäische Wasserscheide.

Bedeutung von Wasserscheiden

Für die Ökologie sind Wasserscheiden von großer Bedeutung, denn sie sind die Grenzen, anhand derer man den Eintrag an Stoffen in das Wasser abschätzen kann. Dies gilt auch für Wasserverschmutzung. Auch werden aufgrund der Grenzen eines Einzugsgebiets verschiedene ökologische Regionen festgelegt. Politisch können Wasserscheiden von Bedeutung sein, vor allem in Regionen in denen Wasser nur begrenzt vorhanden ist, denn sie bilden auch oft eine politische Grenze.

Siehe auch


- Wasserscheiden in Deutschland
- Wasserscheiden in den Alpen
- Hydrologie
- Limnologie Kategorie:Meteorologie ja:分水界 simple:Watershed

Meer

Unter Meer (von lateinisch mare: Meer oder althochdeutsch meri: Sumpf, stehendes Gewässer, verwandt mit Moor) versteht man im Hochdeutschen die miteinander verbundenen Gewässer der Erde, die die Kontinente umgeben, im Gegensatz zu den auf Landflächen liegenden Binnengewässern. Im Niederdeutschen (und ebenso im Niederländischen) sind demgegenüber die Wortbedeutungen von "Meer" und "See" vertauscht: die an Norddeutschland angrenzenden Meere heißen Nordsee und Ostsee (die See); im Landesinneren liegen dagegen das Steinhuder Meer, das Zwischenahner Meer; in den Niederlanden wurde die Zuiderzee nach ihrer Eindeichung in IJsselmeer umbenannt. Das Meer ist eine zusammenhängende, reich gegliederte Wassermasse, die rund 71% der Erdoberfläche bedeckt. 31,7% des Weltmeeres sind 4000 - 5000 m tief. Die Meeresflora produziert ungefähr 70% des Sauerstoffes, den die Menschen einatmen. Die Kontinente gliedern es in drei Ozeane: den Atlantischen, den Indischen und den Pazifischen Ozean. Insgesamt hat das Meer ein Volumen von 1,338 Mrd. km³ und damit einen Anteil von 96,5% am Weltwasservorkommen. Meerwasser ist wegen des hohen Salzgehaltes von rund 3,5% für den Gebrauch als Trink- und Bewässerungswasser nicht direkt geeignet. Nur 3,5% des gesamten Wasservorrates auf der Erde ist Süßwasser. Man unterscheidet die Ozeane (Pazifischer Ozean, Atlantischer Ozean, Indischer Ozean) und deren Nebenmeere. Zu diesen gehören unter anderem :Chinesisches Meer :Japanisches Meer :Karibisches Meer :Nordsee :Ostsee (umrandet von Skandinavien und Deutschland, Polen und Baltikum) :Mittelmeer (zwischen Europa, Afrika und Asien) :Schwarzes Meer (umrandet von Bulgarien, Rumänien, Ukraine, Russland, Kaukasus, Türkei) :Rotes Meer (zwischen Asien und Afrika) :Gelbes Meer (zwischen Korea und der Volksrepublik China) Weil das Kaspische Meer und das Tote Meer auf einem Kontinent liegen; zählen sie weder zu den Meeren noch zu den Binnenseen; sie gelten als Seen. Alle Meere unterliegen den Gezeitenkräften. Durch die Anziehung des Mondes entstehen Ebbe und Flut - auch Tide genannt. Den bei Ebbe freiliegenden Meeresboden nennt man Watt.

Meeresgrund

Vor der Erfindung des Echolots stellte man sich den Meeresboden als eine weitestgehend ebene Fläche vor. Später erkannte man, dass der Meeresgrund mindestens genauso gebirgig ist wie die Erdoberfläche. Unter der Wasseroberfläche gibt es Riffe, Gebirge, Erdspalten, Graben und Rinnen. Durch die Verschiebung der Erdplatten (Tektonik) kommt es zu untermeerischen Vulkanausbrüchen und Seebeben.

Salzgehalt (Salinität)

Meerwasser zeichnet sich durch einen relativ einheitlichen Salzgehalt aus, der durchschnittlich 3,5% beträgt. Erhöht ist er dort, wo die Verdunstung sehr hoch ist, wodurch relativ gesehen die Wassermenge weniger wird, während der Salzgehalt steigt. Zusätzlich steigt er, wenn wenige Zuflüsse bestehen, die das Meer mit dem Süßwasser verdünnen.

Wirtschaftliche Bedeutung

Meere sind seit jeher eine der Nahrungsquellen. Seit Jahrtausenden leben viele Menschen an den Küsten, ja ganze Inselvölker vom Fischfang im Meer. Meere sind weiterhin für den internationalen Verkehr und Warenaustausch von größter Bedeutung. Die maritimen Branchen erreichen pro Jahr einen Weltmarktumsatz von 1 200 Milliarden Euro bei stark steigender Perspektive. Vor der Erfindung des Flugzeugs war der Transport durch Schiffe über die Meere die einzige Möglichkeit, von Europa nach Amerika oder nach Australien zu gelangen. Auch die meisten in den Ozeanen gelegenen Inseln, wie z.B. Madagaskar, und Inselgruppen, wie z.B. die Kanarischen Inseln, waren nur auf dem Meerweg zu erreichen. Da der Transport per Luftfracht viel teurer ist als per Schiff, ist der Warentransport über die Meere für Massengüter nach wie vor die erste Wahl. Nach dem Gewicht werden weiterhin 92% aller Güter im Welthandel - 5,7 Milliarden Tonnen jährlich - über den Seeweg transportiert. In den letzten Jahrzehnten wurden Ideen zur Erzeugung elektrischen Stromes in den Meeren entwickelt und in den letzten Jahren auch vermehrt umgesetzt. (Windkraft, Gezeitenkraftwerk, Osmosekraftwerk ...)

Gefahren des Meeres

Das Meer hält für den Schiffsverkehr und für die Küstenstaaten einige Gefahren bereit. So können z. B. Untiefen, Riffe und Klippen, aber auch Sturmfluten für Schiffe gefährlich werden. Wattwanderer und Badende sollten auf Ebbe und Flut sowie auf starke Strömungen achten. Küstenländer können von Sturmfluten und Springfluten bedroht sein. Seebeben und Meteoriteneinschläge können riesige Schwerewellen auslösen, die Tsunamis.

Verwandte Themen

Wasserhalbkugel, Salinität, Liste der Meere

Siehe auch


- Meeresboden
- Meereskunde
- Meerestief
- Meerestiefe
- Nebenmeer (= Oberbegriff für):
  - Binnenmeer
  - Binnensee
  - Mittelmeer
  - Randmeer
- Ozean
- Ozeanografie
- Tiefseebecken
- Tiefseerinne
- Schwelle
- Weltmeer
- [http://www.meercam.com/ Webcams am Meer] Kategorie:Ozeanologie ja:海 ko:바다 ms:Laut simple:Sea zh-min-nan:Hái

Strom (Gewässer)

Als Strom wird ein großer Fluss bezeichnet, der nicht Nebenfluss eines größeren Flusses ist, sondern im offenen Meer mündet. Hier befindet sich eine Liste der längsten Flüsse und Ströme der Erde.

Ströme in aller Welt

(Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Afrika


- Gambia
- Kongo
- Niger
- Nil
- Sambesi
- Senegal

Asien


- Amur
- Ganges
- Gelber Fluss
- Indus
- Irawadi
- Jangtsekiang
- Jenisej
- Lena
- Mekong
- Ob

Europa


- Dnjepr
- Dnjestr
- Don
- Donau
- Düna
- Duero
- Ebro
- Elbe
- Ems
- Etsch
- Guadalquivir
- Loire
- Maas
- Memel
- Oder
- Peene
- Po
- Rhein
- Rhône
- Schelde
- Seine
- Tejo
- Themse
- Tiber
- Weser
- Weichsel
- Wolga

Nordamerika


- Colorado
- Hudson River
- Mississippi
- Sankt-Lorenz-Strom
- Yukon

Südamerika


- Amazonas
- Río Magdalena
- Río de la Plata
- Orinoco

Australien


- Murray River Kategorie:Gewässer Kategorie:Fluss

Ästuar

Ein Ästuar (lat. aestuarium "niedere Flussmündung") ist die Trichtermündung eines Flusses oder Stroms. Ästuarien sind seltener als geschlossene Deltamündungen, sie finden sich in der Elbe, Weser, Themse, am Ob, Jenissei, Sankt-Lorenz-Strom etc.; am großartigsten aber sind die 20 Meilen breiten Mündungen des Amazonas, vor denen zwar die Insel Marajo und viele kleinere Inseln liegen, die aber nicht aus Alluvionen des Stroms gebildet, sondern durch Einbrüche des Meers vom Land getrennt sind. In Flachküsten mit großem Tidenhub bilden sich Ästuarien. Bei steileren Küsten und/oder großer Geschiebefracht herrschen Deltas vor.

Entstehung und Kennzeichen

Ästuarien werden unter dem Einfluss der Gezeitenströme gebildet, wobei die Flussmündung trichterförmig erweitert wird. Dabei ist es auf der Nordhalbkugel so, dass das Meerwasser bei Flut aufgrund der Corioliskraft am linken Flussufer aufwärts fließt und bei Ebbe am rechten wieder ins Meer zurückgeht. Ästuarien bilden sich besonders an Küsten mit starken Gezeiten. Daher sind sie wohl seltener als geschlossene Deltamündungen. Sie entstehen nur wenn die Materialschüttung des Flusses geringer ist als die abtragende Wirkung von Ebbe und Flut. Im Gegensatz dazu stehen die geteilten Deltamündungen, die durch die hohe Sedimentation von Lockermaterial durch den Fluss zustande kommen. Ästuare sind weiterhin gekennzeichnet durch den Übergang des Süßwassers zum Salzwasser (Brackwasser), einer Stoffverfrachtung infolge der Wasserbewegungen und durch einen Wechsel der Tier- und Pflanzenwelt vom Flussbereich zum Meer.

Flüsse mit Ästuaren

Brackwasser
- Amazonas: Seine nördliche Mündung, in Kombination mit einem sich bildenden Unterwasserdelta
- Elbe
- Ems
- Gironde, als gemeinsamer Ästuar von Garonne und Dordogne
- Jenissei
- Loire
- Ob
- Rio de la Plata, als gemeinsamer Ästuar von Paraná und Uruguay
- Sankt-Lorenz-Strom
- Schelde
- Seine
- Themse
- Weser

Siehe auch


- Flussdelta
  - Alluvialmassen
  - Binnendelta
  - Mündungsdelta
- Mündung
- Mündungsarm
- Ästuation

Weblinks


- http://www.baw.de/vip/publikationen/Mitteilungsblaetter/mitteilungsblatt86/index.html (Verschiedene Beiträge zur "Beschreibung und Analyse der Ästuardynamik in den Seeschifffahrtsstraßen" sowie "Die mathematische Modellierung als unverzichtbare Beratungsgrundlage" Astuar A Astuar

Wüste

Als Wüste bezeichnet man ein Gebiet, in dem auf Grund seiner extremen Trockenheit oder Kälte keine oder nur wenig hochspezialisierte Vegetation existieren kann und welches dadurch zur Anökumene zählt. Die Araber bezeichnen die Wüste auch als Meer ohne Wasser.

Wüstenarten

Trockenwüsten

Trockenwüsten verhindern durch ihren Wassermangel das pflanzliche Wachstum. Einige Arten von Trockenwüsten sind:
- Die Sandwüste - eine Wüste, deren Oberfläche großteils aus Sand besteht. Sie entstehen durch Erosion von Kieswüsten, wenn das Gestein hauptsächlich aus Quarz besteht. Ein wesentliches Merkmal sind die Dünen, die vielfach auch Wanderdünen sind. Von allen Wüsten sind die Lebensbedingungen in Sandwüsten am härtesten. Die weltweit größte solcher Wüsten ist die Rub al-Chali in Arabien.
- Kieswüsten - sie entstehen durch Erosion von Stein- oder Felswüsten (Akkumulation von gröberen Korngrößen durch Ausblasung der feineren Korngrößen), oder durch die Ablagerung von Kiesen im Vorfeld von Gletschern.
- Stein- und Salzwüsten (Salztonebenen) - sie entstehen meist in ariden, abflusslosen Sedimentbecken durch starke Verdunstung. Viele Wüsten dieses Typs liegen in Persien und Mittelasien.
- Die Halbwüste stellt eine Vegetationszone dar, die geringfügig feuchter als die echte Wüste, aber immer noch trockener als die Dornsavanne ist. Sie befindet sich meist am Rand (in der Übergangszone) einer solchen "Vollwüste" - siehe auch Sahelzone.
- Relif- oder Binnenwüsten - sie befinden sich im Inneren der Kontinente oder hinter hohen Gebirgsketten befinden sich ebenfalls ausgedehnte Wüstengebiete. Dort fällt nur geringer Niederschlag, weil sie in zu großer Meeresferne oder in Regenschatten von Randgebirgen liegen. Die feuchten Luftmassen sind vor den Gebirgen zum aufsteigen gezwungen. Oben auf der Gebirgskette ist die Luft zu kühl. Kalte Luft kann nicht so viel Wasser speichern deshalb sind die feuchten, kalten Luftmassen dazu gezwungen abzuregnen. Auf der anderen Seite der Gebirgskette wird die Luft erwärmt und die warmen, trockenen Luftmassen sinken. Dort wo die Luftmassen gesunken sind bilden sich aufgrund der Wärme und Trockenheit die Relif- oder Binnenwüsten. Die berümtesten solcher Wüsten ist die Wüste Gobi und Takla Makan. Die 'Subtropischen Trockenwüsten, liegen bei einer geografischen Breite bis zu etwa 30° beidseits des Erdäquators. Sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Halbkugel werden die Luftmassen vom Urpassat kommend gezwungen abzusteigen. Dies bewirkt eine zunehmende Erwärmung der Luftmassen, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit abnimmt und es zu trockenen, wolkenlosen Klimaverhältnissen kommt. Beispiele für solche Wüsten sind die größten Teile der Sahara, die Gobi und die Kalahari. Darüber hinaus gibt es die Küstenwüsten, die durch spezielle Meeresströmungen entstehen. Das kalte aufsteigende Wasser des Meeres führt zur Kondensation der in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit an der Meeresoberfläche. Dadurch nimmt die relative Luftfeuchtigkeit ab und eine Wolkenbildung und folglich auch Niederschlag wird verhindert." So nah am Wasser und doch so arm an Wasser", hatte der berühmte Forscher Alexander von Humbold einmal die Küstenwüste der Atacama beschrieben. Die bekanntesten küstennahen Wüsten sind die Atacama, die Namib und die Nullarbor-Wüste. Aber auch meeresnahe Teile der Sahara stehen unter dem Einfluss kühler Meeresströme. Weiterhin gibt es Nebelwüsten in den Subtropen.

Vegetation und Regen

In der Wüste ist Vegetationsarmut bzw. Vegetationslosigkeit, es sind nur 1/4 aller Wüstenflächen bewachsen. Auch herrscht in der Wüste Wasserarmut.Es gib nur wenig Regenschauer in der Wüste doch wenn es einmal Regnet dann oft sehr heftig. Nach den Regenschauern
blüt die Wüste auf. Es Wachsen bunte Wüstenpflanzen die aber wegen des fehlenden Wassers nicht lange überleben. Wenn Regen fällt, dann ca. 250mm pro Quadratmeter, durch die Hitze, Tagsüber verdunstet das Wasser schon bevor es den Boden berührt.

Weitere Trockenwüsten und der Mars

Weitere Trockenwüsten liegen in isolierten Gebirgsbecken wie das Great Basin oder die
Schattenwüsten an den windabgewandten Abhängen (d.h. im Lee, dem Regenschatten) von Gebirgen wie die Wüste Juda. Die Böden der Trockenwüste zählen zu den Aridosolen. Auch am Planeten Mars herrscht eine Art Wüstenklima, weil die äußerst dünne CO2-Atmosphäre kaum Wasserdampf enthält und freies Wasser sofort verdunsten würde. Trotzdem fegen oft langandauernde Winde über weite Gebiete, weil der Mars ähnliche Jahreszeiten wie die Erde und auch merkliche Temperaturgradienten aufweist. Sie erodieren den braunen und grauen Marsboden und rufen oft globale Sandstürme hervor. Dies hat auch dazu geführt, dass die 1877 entdeckten "Canali" (Marskanäle) jahrzehnelang als natürliche oder künstliche Wasserrinnen gedeutet wurden, die der Sand zeitweilig bedeckt, danach aber der vermutete Bewuchs wieder ein Ergrünen bewirkt hätte.

Edaphische Wüsten

In edaphischen (bodenbedingten) Wüsten werden zugeführte Niederschläge im stark wasserdurchlässigen Boden sehr schnell abgeführt. Wasser kann nicht oder nur sehr schlecht im Boden gespeichert werden, steht für pflanzliches Wachstum also nicht zur Verfügung. So bilden die riesigen Schotterflure im Isländischen Hochland trotz erheblicher Niederschlags- und Schmelzwassermengen eine Wüstenlandschaft. Isländischen Hochland

Kältewüsten

Kältewüsten sind Wüsten in polaren Gebieten (
Eiswüsten) und im Hochgebirge, deren extrem niedrige Temperaturen die Ausbreitung von Vegetation verhindern. Zum Beispiel: Wright Valley in der Antarktis.

Kulturgeschichte

In kulturhistorischer Hinsicht spielte die Wüste seit der Antike eine wichtige Rolle in der europäischen Historiographie und Literatur. Einerseits symbolisierte die Wüste seit Herodot das Fremde und Andersartige, das sich dem europäischen Zugriff entzog. Andererseits bot die Wüste aber auch Rückzugsmöglichkeiten, die es sonst nirgendwo gab. Insbesondere durch die Bibel (Exodus der Israeliten, Versuchungen Christi) und die spätere hagiographische Literatur (Eremiten) wurde ein Bild der Wüste nach Europa transportiert, das im Kern bis heute fortwirkt. Durch die Domestizierung des Dromedar gelang es dem Menschen, tiefer in die großen Wüsten vorzudringen oder sie zu durchqueren. Dadurch konnte die Wüste zum Lebensraum des Menschen werden. Die UN Organisation UNCCD kämpft gegen die weitere Ausbreitung der Wüsten.

Die größten Wüsten

# 8.700.000 km² - Sahara (Afrika) # 1.560.000 km² - Australische Wüsten (Australien) # 1.300.000 km² - Arabische Wüsten (Asien) # 1.040.000 km² - Gobi (Asien) #  715.000 km² - Kalahari (Afrika) #  330.000 km² - Takla Makan (Asien) #  312.000 km² - Sonora (Nordamerika) #  273.000 km² - Karakum (Asien) #  273.000 km² - Tharr und Cholistan (Asien) Alle Wüsten bedecken ein Siebtel der ganzen Erdfläche.

Tägliche Temperaturschwankung in Wüsten

In Sand- und Felswüsten existiert nur wenig Wasser - weder in der Luft noch im Boden. Wasser kann etwa sechs mal soviel Energie speichern wie Sand. Da es in Wüsten weitgehend fehlt, können diese keine größeren Wärmemengen speichern. Außerdem isoliert sandiger Boden sehr gut. Sand besteht in der Hauptsache aus Quarz, einem schlechten Wärmeleiter. Die einzelnen Sandkörner sind überwiegend locker geschichtet (siehe auch Wanderdünen), in den Zwickeln befindet sich Luft, die ebenfalls gut isoliert. Das hat zur Folge, dass der Boden die Hitze des Tages nicht sehr tief in sich aufnehmen kann und nur oberflächlich erhitzt. Daher kann er nur geringe Wärmemengen speichern. Hinzu kommt die geringe Wolkenbildung. Wolken wirken als Isolierungsschicht sowohl vom Weltall zur Erde als auch umgekehrt. Durch das Fehlen dieser Isolierschicht dringt tagsüber Wärmestrahlung ungedämpft zu Boden und erhitzt diesen sehr stark (bis zu etwa 70°). Nachts hingegen strahlt die wenige gespeicherte Wärme ungehindert ins Weltall ab, was Temperaturunterschiede von 50° und mehr hervorrufen kann. Dieser Effekt ermöglicht allerdings auch in den trockensten Wüsten bescheidenes Leben, weil ein niedriger Taupunkt die starke Abkühlung ermöglicht, wobei bodennah der Taupunkt erreicht werden kann. Pflanzen oder Insekten leben dann von den gebildeten Tautropfen. Die starken Temperatureffekte machen übrigens auch den Unterschied zwischendem Kontinentalklima und einem maritimen Seeklima aus. Am Meer oder in der Nähe von Ozeanen wirkt die Wärmespeicherung des Wassers und macht das Klima sehr viel ausgeglichener als im Inneren der Kontinente. Man denke nur an den klimatischen Unterschied etwa zwischen Moskau - heiße Sommer und bitterkalte Winter - und Kopenhagen, welches etwa am selben geografischen Breitengrad liegt. In Europa werden diese Unterschiede noch durch den Golfstrom verstärkt.

Wüsten-Glossar


- Arroyo (Südamerika und US-Westen). Identisch mit > Wadi.
- Barchan ist eine bewegliche Sicheldüne
- Chott (Schott)(arab.) Weitgespannte Senken mit Salzwüsten; auch Salzsee, Salzpfanne, Salzsumpf
- Churd (a) (arab.) Grosse Wanderdüne
- Djebel (Dschebel) (arab. = Berg)
- Draa (arab. = Arm ) Langgestrecktes Dünengebiet
- Enneri (arab.) Trockenfluss, trockenes Bachbett
- Erg (arab. = Ader) Riesige Dünengebiete; aber auch allgem. für Staubwüste
- Fata Morgana (arab. Bacher-el-Alfrid = Wasser des Satans). Luftspiegelungen als Folge von Reflexionen von Lichtstrahlen an der Grenzfläche zwischen Luftschichten von unterschiedlicher Temperatur und unterschiedlicher optischer Dichte.
- Fulgurit (lat.
fulgur Blitz) Blitzröhre: Durch Blitzschlag gebildete Röhren aus zu Kieselglas verschmolzenem feinkörnigem Sediment
- Hammada (arab.) Stein-Geröllwüste
- Harra (arab.) Lava-Wüste
- Kavir (persisch); identisch mit > Chott
- Sahara (arab. = von gelber Farbe ; syn. für Wüste)
- Sebhka (Sebkra) (arab.) Salztonpfannen, in welchen Salz und Gips an der Oberfläche über Tonablagerungen kristallisieren.
- Seif(s) (arabisch = Schwert) sind Längsdünen, welche besonders schmal und scharfgratig sind.
- Serir (berb.) Kieswüste
- Oase (arab. - berberisch uau) Stellen an denen Grundwasser zutage tritt
- Reg (arab.) Kies-Kieselwüste
- Wadi (arabisch Oued = syn. für Trockenbett, Rinne). Bei Abtragung bis zur Schuttsedimentierung eines Gebirges werden die Reste erodiert. Ruckartig einsetzender Regen fliesst an der Oberfläche ab, wobei er Fliessrinnen in den Wüstenboden schneidet. (spanisch: Arroyo)
- Wüstenglas, ein diaplektisches Glas, wahrscheinlich vor 20 Mio. Jahren durch einen Meteoriten-Impakt in der libyschen Wüste gebildet
- Wüstenlack Infolge starker Verdunstung gebildeter Überzug aus Eisen- seltener Manganverbindungen, auch der durch Windschliff hervorgerufene matte Firnisglanz auf Steinen und anderen Oberflächen
- Yardang durch Windschliff hervorgerufene Erosionsform

Literatur


- Uwe Lindemann:
Die Wüste. Terra incognita - Erlebnis - Symbol. Eine Genealogie der abendländischen Wüstenvorstellungen in der Literatur von der Antike bis zur Gegenwart. Heidelberg 2000
- [http://www.michael-martin.de Michael Martin]:
Die Wüsten der Erde. - Dieses Buch bietet einen Überblick über sämtliche Wüsten der Erde

Siehe auch


- Desertifikation

Weblinks

Kategorie:Klimazonen und Vegetation ja:砂漠 ko:사막


Wasserfall

An einem Wasserfall stürzt ein Fluss senkrecht herunter, um eine Höhenstufe im Relief zu überwinden.

Aufbau

Wasserfälle bilden sich dort, wo das Gestein besonders widerstandsfähig ist, und der Fluss nicht mit der Zeit die Höhenstufe wegspült, oder die erst in junger geologischer Vergangenheit als Folge einer Verwerfung gebildet wurde. Liegen mehrere Wasserfälle hintereinander, so spricht man von einer Kaskade. Da sich am Fuß des Wasserfalls meist weniger widerstandsfähiges Gestein befindet, entsteht dort eine Auskolkung (Unterspülung des härteren Gesteins). Mit der Zeit bildet sich dort eine kleine Höhle, durch die das darüber gelagerte Gestein irgendwann abbricht. Die Lage des Wasserfalls verschiebt sich dadurch im Laufe der Zeit stromaufwärts. Auskolkung

Berühmte Wasserfälle

Auskolkung Auskolkung Auskolkung
- Ostgrönlandstrom, unterseeischer Wasserfall, 3.000.000.000 Liter pro Sekunde, Dänemarkstraße.
- Boyomafälle, größtes Wasservolumen auf dem Land, 17.000.000 Liter pro Sekunde, Fluss Kongo, Kongo.
- Victoriafälle zwischen Simbabwe und Sambia, im Februar und März größter "Wasservorhang" der Welt mit einer Breite von 1708m und Fallhöhe von 99 m, höchste Wassermenge 545 Mio. Liter je Minute (ca. 9.100.000 Liter pro Sekunde).
- Niagarafälle in Nordamerika, am Niagara zwischen den USA und Kanada.
- Iguazú-Fälle, in Südamerika, am Iguazú-Fluss an der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien.
- Dettifoss in Island, größter Wasserfall Europas.
- Rheinfall bei Schaffhausen, Schweiz, größter Wasserfall Festlandeuropas.
- Engstligenfälle bei Adelboden, Schweiz, mit ca. 600 m die höchsten Wasserfälle der Alpen.
- Krimmler Wasserfälle, mit 380 Metern (Kaskade aus 3 Stufen mit 140, 100 und 140 m) die höchsten Wasserfälle Österreichs.
- Reichenbachfälle, Schweiz, Kaskade von 7 Stufen mit Gesamthöhe von 250 Meter,
Szene des Endkampfs zwischen Conan Doyles fiktionalen Charakteren Sherlock Holmes und Professor Moriarty.
- Röthbachfall im Berchtesgadener Land am Obersee (Nähe Königssee), mit 470m Fallhöhe der höchste Wasserfall in Deutschland.
- Die Triberger Wasserfälle im Schwarzwald, mit 162 Metern einer der höchsten Wasserfälle Deutschlands.
- Der Salto Angel im südöstlichen Venezuela stürzt vom Tafelberg Auyan-Tepui 978 Meter in die Tiefe; damit ist er der höchste Einzel-Wasserfall der Erde. Auf halbem Weg zerstäubt das Wasser zu einer Wolke aus winzigen Tröpchen und wandelt sich am Fuß der Felswand zu einem gewaltigen Fluss. Kurz darauf stürzt er über eine Steilstufe im Wald abermals in die Tiefe. Rechnet man den unteren Fall hinzu, ergeben sich sogar fast 1.200 m Fallhöhe.
- Vor einigen Jahren wurde im Südosten Venezuelas ein Doppelfall mit einer Gesamthöhe von 1.250 Metern entdeckt, der vom abgelegenen Marahuaca-Tepui herabstürzt.
- Auflistung der in Wikipedia zu findenden Wasserfälle

Weblinks


- [http://home.vr-web.de/eugen.winklharrer/yudschinsworld/wwfall.htm Bilder und Beschreibung vieler Wasserfälle weltweit] (EN)

Siehe auch

Stromschnelle ! ja:滝

Flussregion

Flussregionen (Fischregionen) sind verschiedene Flussabschnitte eines Flusslaufes, die nach vier dort vorherrschenden Fischarten unterschieden werden.

Die Forellenregion

Die Forellenregion ist die erste der vier Flussregionen; sie befindet sich am Oberlauf eines Flusses. Hier herrscht eine sehr starke Strömung und die Wassertemperatur steigt nicht über 10 °C. Der Boden ist kiesig und der Pflanzenwuchs noch sehr spärlich. Beispiele für hier heimische Fischarten sind die Forelle, Groppe, Elritze und Bachneunauge. Den Namen verdankt sie der Bachforelle die in dieser Region sehr häufig vorkommt. Hier ist der Sauerstoffgehalt sehr hoch.

Die Äschenregion

In der Äschenregion existiert immer noch eine starke Strömung und es gibt mehr Pflanzen als in der Forellenregion. Die Wassertemperatur steigt hier auch schon bis 15 °C, der Boden besteht aus feinem Kies. Heimische Fische sind: Äsche, Nase, Kärpfling, und vereinzelt auch Forelle. Der Sauerstoffgehalt ist immer noch ziemlich hoch.

Die Barbenregion

In der Barbenregion beträgt die Wassertemperatur um die 15 °C, der Boden besteht aus grobem Sand, das Flussbett wird breiter und die Strömung ist nur noch schwach. Beispiele für heimische Fischarten sind Barben, Hechte, Rotfedern und Rotaugen.

Die Brachsenregion

Die Brachsenregion ist die letzte der vier Flussregionen und liegt am Unterlauf eines Flusses. Die Temperaturen sind im Sommer bis 20 °C, im Winter friert der Fluss hier oft zu. Der Pflanzenbewuchs ist sehr üppig und der Boden besteht aus feinem Sand. Heimische Fischarten sind: Brachse, Flussbarsch, Rotfeder, Rotauge, Schleie, Aal, Karpfen, Wels und Hecht.

Die Brackwasserregion

Die Brackwasserregion ist die fünfte Region der Fischregionen. Sie mündet ins Meer.Sie wird von der Flunder und vom Kaulbarsch bewohnt. Kategorie:Fluss

Lebensraum

Der Begriff Lebensraum findet sich # in der Biologie und Ökologie und bedeutet hier ein Habitat;

# in der Sozialgeographie (zuerst bei Friedrich Ratzel, Politische Geographie (1897) und Der Lebensraum (1901); nach dem Ersten Weltkrieg wird er als Terminus mit wissenschaftlichem Anspruch durch Mitglieder der Schule des Geographen Karl Haushofer weiter geführt;

#in die Soziologie führt ihn 1922 - etwa in der Bedeutung "Milieu" - Eugen Rosenstock-Huessy ein (Eugen Rosenstock, Werkstattaussiedlung);

#ideologisch wird er in den Ideen des Alldeutschen Verbandes vor dem Ersten Weltkrieg aufgegriffen; Friedrich von Bernhardi identifiziert in seinem Buch Deutschland und der nächste Krieg (Stuttgart, 1912) Osteuropa als den potentiellen deutschen Siedlungsraum; 1926 veröffentlichte Hans Grimm seinen Roman Volk ohne Raum, ein weit verbreiteter (auch kolonialistischer) Wälzer mit der Botschaft, dass die Deutschen mehr Lebensraum bräuchten (und der Titel des Buchs wurde ein vielgenutzter Slogan der Nationalsozialisten);

#aggressiv nationalsozialistisch übernahm Adolf Hitler in seinem Buch "Mein Kampf" das Wort; die dahinter stehende Ideologie wurde eine Grundlage für den Vernichtungskrieg im Ostfeldzug, um rassistisch die gewaltsame Unterwerfung anderer Völker zu proklamieren, d.h. Lebensraum für die 'überlegene' arische Rasse (Deutsche Wehrbauern an den Ural!).

Weblinks


- http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/wegbereiter/lebensraum/

Fauna

Fauna, benannt nach der römischen Göttin Fauna, bezeichnet die Gesamtheit der Tierarten in einem Gebiet. Diese wird häufig in Tabellen- beziehungsweise Listenform erfasst (Faunistik=Faunenlehre; Wissenschaft von der Fauna). Eine alternative, umgangssprachliche Bezeichnung ist Tierwelt (im wissenschaftlichen Sprachgebrauch veraltend). Da häufig nicht die gesamte Fauna eines Gebietes untersucht wird, sondern nur bestimmte systematische Gruppen, spricht man beispielsweise von
- Avifauna (Erfassung der Vogelarten)
- Entomofauna (Erfassung der Insektenarten)
- Ichthyofauna (Erfassung der Fischarten)
- Herpetofauna (Erfassung der Reptilien, im weiteren Sinne häufig auch der Amphibien)
- Malacofauna (Erfassung der Weichtiere) Die Entsprechung der Fauna im Pflanzenreich ist die Flora. Selten wird der Begriff auch eingesetzt, um die Tierwelt als Ganzes zu bezeichnen oder bei systematischen Darstellungen der Tierwelt. Kategorie:Tierwelt simple:Animalia

Transportweg

Unter Transportwege versteht man die Verkehrswege, auf denen Güter oder Personen transportiert werden. Dabei wird unterschieden zwischen Transportwegen zu Luft, zu Wasser und zu Lande, die dann für die unterschiedliche Verkehrsarten genutzt werden.

Luftweg

Als Lufttransportweg gilt heute allgemein der staatlich, gewerbliche oder private Flugverkehr. Aber auch zunehmend wird die Raumfahrt zum Transport von Satelliten ins All genutzt.

Wasserweg

Raumfahrt Der Transportweg zu Wasser wird hauptsächlich durch die Seeschiffahrt und die Binnenschiffahrt (Flüsse, große Seen und Kanäle) genutzt. Träger sind dabei vor allem:
  - Handels- und Fischereiflotte
  - Marine
  - Fährverkehr
  - Versorgung und Rettung

Landweg


- Schienenverkehre
  - staatliche und private Eisenbahnen
  - kombinierter Verkehr, Huckepackverkehr
- Strassenverkehre
  - staatliche und öffentlich-rechtliche
  - gewerbliche Personen- und Güterverkehre
  - Werkverkehre Kategorie:Logistik Kategorie:Transport & Verkehr

Laufkraftwerk

Ein Laufwasserkraftwerk oder Laufkraftwerk oder auch Flusskraftwerk ist ein Wasserkraftwerk und dient zur Stromerzeugung. Dabei wird die Wasserkraft von Flüssen und Bächen in elektrischen Strom umgewandelt.

Funktionsweise

Das Flusswasser wird durch eine Wasserturbine geleitet, die die potentielle Energie des Wassers in eine mechanische Drehbewegung umwandelt. Diese Drehbwegung treibt einen Generator an. Um Durchfluß und Gefällshöhe zu steigern, wird mittels einer Wehranlage das Flusswasser aufgestaut. Dadurch entsteht auf der flussaufwärts gelegenen Seite der Wehranlage ein Stausee, der sogenannte Rückstauraum. Die Fallhöhe (=Höhenunterschied zwischen Oberwasser und Unterwasser) und der Wasserdurchfluss bestimmen die Nennleistung in kW und das Arbeitsvermögen des Kraftwerkes. RAV ist die jährlich erzeugte Strommenge in kWh. Ein Diffusor am Austritt der Wasserturbine vergrößert den Wirkungsgrad bei gegebenen Höhenunterschied, verstärkt aber auch auf Grund seiner Vakuumbildung die Gefahr von Turbinenschäden durch Kavitation. Für den Antrieb des Generators werden gewöhnlich Kaplan- und Francisturbinen verwendet.

Typen

Da die Fallhöhe meist gering ist, handelt es sich um Niederdruckkraftwerke. Ihre Leistung wird hauptsächlich durch große Durchflussmengen erzielt. Das Speichern und damit die Regelung von Durchfluss und Stromproduktion ist nur in besonderen Fällen möglich.
- Schwellbetrieb Bei Laufkraftwerke mit Schwellbetrieb wird das Wasser über einige Stunden im Stauraum gesammelt und dann auf die Turbine geleitet. Damit wird die Leistung erhöht und die Möglichkeit der Regelung geschaffen.
- Ausleitungskraftwerke Bei einer Ausleitungsanlage wird das, durch die Wehranlage aufgestaute Wasser über einen Kanal oder Stollen zum Krafthaus geleitet, das nicht direkt bei der Wehranlage steht. Dadurch wird meist der Flusslauf stark verkürzt um damit Fallhöhe zu gewinnen. So wird beim Innkraftwerk Imst durch einen 12,3 km langen Druckstollen die Innschleife bei Landeck abgeschnitten und damit eine Fallhöhe von 143,5 m erzielt.
- Trinkwasserkraftwerk Eine Besonderheit stellt das Trinkwasser-Kraftwerk in Gaming(Niederösterreich) dar. Das Wasser der 2.Wiener Hochquellenwasserleitung überwindet zwischen Lunz am See und Gaming ein Gefälle von 220m. Über eine 600m lange Druckrohrleitung wird das Wasser zur Stromerzeugung genutzt und setzt danach seinen Weg nach Wien fort.

Ökonomie

Stromproduktion

Laufwasserkraftwerke erzeugen rund um die Uhr Strom und werden daher zur Abdeckung der Grundlast verwendet. Hochwasser und Niedrigwasser vermindern die Leistung. Bei Hochwasser verringert sich die Fallhöhe, weil der Wasserspiegel unterhalb der Wehranlage ansteigt, bei Niedrigwasser verringert sich der Durchfluss. Im Winter ist die Stromproduktion, bedingt durch die geringere Wasserführung der Flüsse geringer als im Sommer. Durch die meist gute Auslastung der Turbinen (>50%) und gleichzeitig geringer Betriebskosten erzeugen Laufkraftwerke kostengünstigen Strom.

Schifffahrt

Um trotz der Unterbrechung des Wasserlaufes durch die Wehranlage den Fluss schiffbar zu machen, werden Schleusen errichtet. Durch den Stauraum wird die Schifffahrt oft bei Niedrigwasser erleichtert oder durch die Anhebung der Wassertiefe überhaupt erst ermöglicht. Durch Aneinanderreihung von Kraftwerken an der Donau und den Bau des Main-Donau-Kanals wurde für die Binnenschifffahrt ein ganzjährig nutzbarer Wasserweg zwischen Nordsee und Schwarzem Meer geschaffen.

Ökologie

Laufwasserkraftwerke erzeugen Strom aus Erneuerbarer Energie und sind aus dieser Sicht ökologisch unbedenklich. Oft erfolgen aber durch Bau und Betrieb massive Eingriffe in die Umwelt, die zu nachhaltiger Veränderung der Ökologie führen. siehe auch: Konflikte beim Bau von Wasserkraftwerken

Siehe auch

Konflikte beim Bau von Wasserkraftwerken und Hagen]] Staudruckmaschine
Speicherkraftwerk
Liste der Kraftwerke
große Laufkraftwerke: :Drei-Schluchten-Damm :Itaipú :Assuan-Staudamm

Weblinks

[http://members.magnet.at/alpha-channel/electro/lauf/aall.htm alpha-channel]
[http://www.wasserkraft-lvbw.de/content/func/ausleit.html Funktionsweise eines Ausleitungskraftwerkes]
[http://www.energiewelten.de/elexikon/lexikon/seiten/htm/050203 Laufwasserkraftwerke_in_Deutschland.htm]
[http://www.stromonline.ch/3Laufkrafterk/3laufkschaub.html Strom-online surfen und strom verstehen] Kategorie:Wasserkraft Kategorie:Kraftwerk

Elektrizitätswerk

Ein Elektrizitätswerk (E-Werk), auch Kraftwerk genannt, ist eine industrietechnische Anlage zur Erzeugung von elektrischem Strom. Sie besitzen eine erhebliche technische Komplexität und haben einen ganz entscheidenden Einfluss auf das Funktionieren einer Volkswirtschaft. In ihnen ist ein großer Teil des volkswirtschaftlichen Vermögens eines Staates gebunden, ihnen kommt zudem eine erhebliche Bedeutung im Verbrauch ökonomischer und ökologischer Ressourcen zu. Die Bedeutung der Elektrizitätswerke wird in der Europäischen Union in den nächsten Jahrzehnten zunehmen, seriöse Studien prognostizieren eine Steigerung der Stromerzeugung innerhalb der EU von 2898 Terawattstunden im Jahre 2000 auf 3988 TWh im Jahre 2020. In analoger Weise werden die weltweiten Zuwächse für den gleichen Zeitraum von 15400 auf 28000 Terawattstunden angegeben. Die Investitionen in ein Kraftwerk sind erheblich, beispielsweise für ein modernes Kohlekraftwerk rechnet man mit etwa 800 je installiertem Kilowatt elektrischer Leistung. Für einen Block mit einer Leistung von 600 Megawatt sind danach Baukosten von 480 Millionen € anzusetzen.

Technische Verfahren

Die Erzeugung des elektrisches Stromes kann auf drei Arten geschehen:
- Vorhandene mechanische Bewegungs- oder Lageenergie wird mittels eines Generators in elektrische Energie umgewandelt. (Beispiele: Wasserkraftwerk, Windkraftwerk, Gezeitenkraftwerk, Wellenkraftwerk)
- Thermische Energie wird zuerst durch eine Wärmekraftmaschine in mechanische Energie und anschließend mittels eines Generators in elektrische Energie umgewandelt.
- Spezielle Energieformen werden direkt in elektrische Energie (Beispiel Solarzellen, Brennstoffzellen) umgewandelt. Anlagen, die nur der Erzeugung von Wärme dienen, werden Heizwerke genannt. Konventionelle Wärmekraftwerke wandeln die gespeicherte chemische Energie (vorwiegend) nicht-erneuerbarer Rohstoffe in Wärme und dann in Elektrizität um, während so genannte regenerative Energie in Wasserkraftwerken, Sonnenkraftwerken und Windkraftwerken verwendet wird. Wird die auf Grund des Wirkungsgrades des Carnot-Prozesses notwendigerweise dabei entstehende Abwärme weiterverwendet (zum Beispiel als Fernwärme oder als Prozesswärme), so spricht man von einer Kraft-Wärme-Kopplung. Geschieht das nicht spricht man von Abfallwärme. Die Funktion aller modernen Elektrizitätswerke basiert auf dem gleichen Wirkungsprinzip:
- Eine Kraftmaschine liefert durch Umwandlung von Primärenergie eine Drehbewegung. Die Kraftmaschine ist meistens eine Turbine, kann aber auch ein Wasserrad, ein Verbrennungsmotor oder der Rotor einer Windkraftanlage sein.
- An die Kraftmaschine ist über eine Welle eine Arbeitsmaschine gekuppelt. Im Elektrizitätswerk ist das stets ein Generator, der Elektrischen Strom als Sekundärenergie liefert. Zu einem Elektrizitätswerk gehören eine Reihe von Hilfseinrichtungen:
- Der Maschinentransformator formt den erzeugten elektrischen Strom in Hochspannung um, da hochgespannter Strom verlustärmer im Stromnetz verteilt werden kann,
- In der Leitwarte laufen alle für den Betrieb des Elektrizitätswerkes notwendigen Messwerte zusammen, von dort aus werden die Anlagenteile des Elektrizitätswerkes wie Armaturen, Pumpen und diverse Hilfsantriebe gesteuert und geregelt sowie die Sicherheitseinrichtungen überwacht,
- An allen Teilen des Elektrizitätswerkes sind Komponenten wie Sicherungen und Sicherheitsventile untergebracht, die den sicheren Betrieb gewährleisten und bei Störungen eingreifen,
- In Dampfkraftwerken kommen als wichtige Komponenten Dampfkessel, Dampfturbine, Kondensator, Maschinenhaus, Kühlturm, Schornstein, Speisepumpe und Rohrleitungen hinzu.
- In Wasserkraftwerken bestehen die wichtigsten Komponenten aus Maschinenhaus, Treibgutrechen, Wasserturbine, Generator, Wehr oder Staudamm, bei Speicherkraftwerken kommen noch Rohrleitungen und Wasserschloss hinzu. Mit Ausnahme von Photovoltaikkraftwerken entsteht bei allen anderen heute im großtechnischen Einsatz befindlichen Kraftwerkstypen in Europa die elektrische Energie in Form von Drehstrom mit einer Frequenz von 50 Hertz. Allerdings haben in Deutschland, Österreich und der Schweiz manche Elektrizitätswerke noch einen zweiten Generator für Bahnstrom (Einphasenwechselstrom mit einer Frequenz von 16,7 Hertz), wobei es auch Elektrizitätswerke gibt, die nur Bahnstrom erzeugen (Bahnkraftwerke). In anderen Gegenden der Welt (überwiegend in Amerika) wird eine Frequenz von 60 Hertz verwendet. Für die Ankopplung von Windparks kann es mitunter sinnvoll sein zur besseren Ausregelung der Lastspitzen die Technik der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) anzuwenden. Ein weiteres Kennzeichen der unterschiedlichen Elektrizitätswerke ist ihre Fähigkeit zum Schnellstart und damit zum Ausgleich von Lastschwankungen im Stromnetz. Gaskraftwerke und Hochdruckkraftwerke können innerhalb weniger Minuten aus dem Stillstand heraus ihre volle Leistung ins Stromnetz abliefern, Dampfkraftwerke benötigen für diesen Vorgang einige Stunden bis hin zu einigen Tagen bei den Kernkraftwerken. Aus diesem Grunde werden die letztgenannten in erster Linie zur Deckung der Grundlast herangezogen, während Gaskraftwerke die Spitzenlast im Netz übernehmen.

Arten

Die folgenden Arten von Elektrizitätswerken sind heute im Gebrauch:
- Wasserkraftwerk
  - Hochdruckkraftwerk mit Stauseen
  - Niederdruckkraftwerk in einem Fluss
  - Pumpspeicherkraftwerke (gewöhnlich in Kombination mit Hochdruckkraftwerk)
  - Kavernenkraftwerk (manchmal in Kombination mit Pumpspeicherkraftwerk)
  - Meereskraftwerk
    - Gezeitenkraftwerk
    - Meeresströmungskraftwerk
    - Wellenkraftwerk
    - Meereswärmekraftwerk
- Windenergieanlage
- Solarkraftwerk
  - Fotovoltaikanlage
  - solarthermisches Kraftwerk (Sonnenwärmekraftwerk)
  - Thermikkraftwerk (Aufwindkraftwerk)
- Druckluftspeicherkraftwerk
- Thermisches Kraftwerk (Wärmekraftwerk)
  - mit regenerativen Energieformen
    - Biomassekraftwerk
    - Biogaskraftwerk
    - Biogasanlage
    - Geothermisches Kraftwerk
  - mit fossilen Rohstoffen
    - Dampfkraftwerk beheizt mit Kohle oder Öl
    - Gasturbinen-Kraftwerk
    - GuD-Kraftwerk
  - Kernkraftwerk mit Kernreaktoren Noch im grundlegend experimentellen Stadium sind:
- Kernfusionsreaktor
- Kraftwerke mit magnetohydrodynamischen Generator

Standortwahl

Der Standortwahl kommt beim Bau von Elektrizitätswerken eine große Bedeutung zu. Wasserkraftwerke müssen dort errichtet werden, wo sich Flüsse entweder gut aufstauen lassen oder wo ein größeres natürliches Gefälle vorhanden ist. Für letzteres ist das Kraftwerk Walchensee ein gutes Beispiel. Thermische Kraftwerke werden fast ausnahmslos an einem größeren Gewässer gebaut, um eine leichte Kühlwasserentnahme zu ermöglichen. Hierbei ist natürlich darauf zu achten, dass das Kraftwerk im Fall eines Hochwassers nicht überflutet wird. Der Boden sollte nach Möglichkeit eine hohe Standfestigkeit besitzen, ansonsten ist eine Pfahlgründung vorzunehmen. Ein schiffbares Gewässer begünstigt die Anlieferung von Brennstoffen und schweren Anlagenkomponenten, ist aber nicht unbedingt Voraussetzung. Ebenfalls nicht unbedingt vonnöten, aber sehr sinnvoll ist ein Anschluss an das Eisenbahnnetz. Das Kraftwerk sollte möglichst an einem Ort errichtet werden, in dessen Nähe schon Leitungen der Spannungsebenen vorbeilaufen, in welche der erzeugte Strom eingespeist werden soll, um Kosten für den Leitungsbau zu sparen. Da thermische Kraftwerke aller Art über teilweise sehr hohe Anlagenkomponenten wie Schornsteine bis 300 Meter Höhe und Kühltürme bis 150 Meter Höhe verfügen, ist ein Standort in der Nähe eines Flughafens meist nicht möglich. Insbesondere für den Standort der Atomkraftwerke sollte der Boden keine Verwerfungen aufweisen und gute schwingungsdämpfende Eigenschaften besitzen. Wegen Belästigungen durch Lärm und Abgase, sowie aus Gründen der Leitungsführung sollten größere Elektrizitätswerke nicht in Wohnsiedlungen errichtet werden. Windkraftwerke können, da zu ihnen nur selten Materiallieferungen nötig sind und da sie auch wegen ihrer geringen Leistung den erzeugten Strom ins Nieder- oder Mittelspannungsnetz einspeisen, prinzipiell auf jedem freiem Feld aufgestellt werden. Allerdings sollte wegen der Geräuschbelästigung ein Abstand von mehreren hundert Metern zu permanent bewohnten Häusern eingehalten werden. Für ein optimales Funktionieren ist ein exponierter Standort sehr sinnvoll. Wichtig ist, dass der Boden am Standort einer Windkraftanlage über eine gute Standfestigkeit verfügen muss, da Windkraftanlagen schwer sind und bei starken Winden großen Belastungen standhalten müssen.

Kulturelle Bedeutung

Manche Elektrizitätswerke aus der Pionierzeit der Elektrifizierung sind heute zum großen Teil noch voll in Betrieb befindliche technische Denkmäler. Das Walchenseekraftwerk war früher das Wahrzeichen des Bayernwerks. Manche Kraftwerksbauten wurden unter künstlerischen Gesichtspunkten entworfen oder wurden im Rahmen von Kunstprojekten verziert. Ein sehr prominentes Beispiel dieser Art ist das Kraftwerk Heimbach, das im Jugendstil entworfen wurde.

Vor- und Nachteile

Jeder Kraftwerktyp hat Vor- und Nachteile. Berücksichtigt werden müssen jeweils Fragen wie
- Verfügbarkeit und Preis des Rohstoffs
- Energieausbeute (Wirkungsgrad, Energieerntefaktor)
- Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit des Kraftwerktyps
- wie kurzfristig ist das Anfahren möglich und wie hoch ist der maximale Gradient (Änderungsrate) der Leistung
- Umweltschutz (Abfälle, Luftverschmutzung)
- Landschaftsschutz
- Bevölkerungsschutz
- Baukosten
- Bauzeit
- weitere Nutzungen des Kraftwerks (Prozesswärme, Bewässerung, Hochwasserschutz, Fernwärme)

Siehe auch


- Liste der Kraftwerke
- Kraftwerksmanagement
- VGB PowerTech

Weblink


- [http://en.wikipedia.org/wiki/Image%3AMap_of_the_world_coloured_by_voltage_and_frequency.png Weltkarte der gebräuchlisten Netzfrequenzen] Kategorie:Kraftwerk ja:発電所 simple:Power station

Abwasser

Abwasser ist durch Gebrauch verunreinigtes (bzw. in seinen Eigenschaften oder seiner Zusammensetzung verändertes) Wasser, aber auch das von befestigten Flächen abfließende und gesammelte Niederschlagswasser. Abwässer werden durch die Kanalisation gesammelt und transportiert, in Deutschland praktisch immer in Kläranlagen behandelt und danach in als Vorfluter dienende Gewässer eingeleitet. Das Abwasser kann mit Hilfe der Wasserbehandlung gereinigt werden.

Begriffe

Die Definition von Abwasser ist nicht einheitlich und führt immer wieder zu Verwirrungen. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) (Deutschland) definiert den Begriff gar nicht, im Abwasserabgabengesetz wird 'Abwasser' definiert als das :...durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte und das bei Trockenwetter damit zusammen abfließende Wasser, sowie das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen abfließende und gesammelte Wasser (Niederschlagswasser). Als Schmutzwasser gelten auch die aus Anlagen zum Behandeln, Lagern und Ablagern von Abfällen austretenden und gesammelten Flüssigkeiten. In Österreich werden die abwasserrechtlichen Belange im Wasserrechtsgesetz, den Emissionsverordnungen und den Kanalanschlussgesetzen der Bundesländer behandelt. Die österr. Gesetze sind unter http://www.ris.bka.gv.at/ abrufbar. Abwasser ist der Oberbegriff für mehrere Wasserarten: in den Trockenwetterabfluss und den Niederschlagsabfluss. Der Trockenwetterabfluss wiederum besteht aus Schmutzwasser und Fremdwasser.
- Trockenwetterabfluss
  - Schmutzwasser
ist häusliches Abwasser aus Toiletten (Fäkal- oder Schwarzwasser), Sanitäreinrichtungen, Küchen und Waschmaschinen (Wasch- oder Grauwasser (auf engl. Greywater)) und Abwasser aus Betrieben, die in die öffentliche Kanalisation ableiten (gewerbliches oder industrielles Abwasser).
  - Industrieabwasser
weist meist besondere und starke Verschmutzungen auf, weshalb es oft in industrieeigenen Anlagen behandelt wird, bevor es entweder in die öffentliche Kanalisation oder ein Gewässer abgeleitet wird. Auch aufgeheiztes Wasser aus Kühlanlagen zählt als Abwasser und muss entsprechend behandelt werden.
  - Fremdwasser
ist zusammen mit dem Schmutzwasser bei Trockenwetter abfließende unverschmutzte Wasser, das eigentlich nicht in die Kanalisation gelangen soll (Grundwasser, Dränwasser).
- Regenwetterabfluss
  - Bei Regenwetter fließt außer dem oben aufgeführten Trockenwetterabfluss auch
  - Regenwasser (Niederschlagswasser) ab, das in die Kanalisation eingeleitet wird. Da Regen aus der Atmosphäre Staub, Ruß, Pollen und Gase löst und auf Dächern, befestigten und landwirtschaftlichen Flächen vorhandene Staub und Schadstoffe mitschwemmt, können Niederschlagsabflüsse manchmal sehr schadstoffhaltig sein und müssen behandelt werden. Man unterscheidet daher zwischen behandlungsbedürftigem Regenwasser, das in Regenklärbecken oder in Kläranlagen abgeleitet werden muss und nicht behandlungsbedürftigem Regenwasser, das ortsnah in ein Gewässer eingeleitet oder vor Ort versickert werden kann.

Inhaltsstoffe

Schmutzstoffe im Abwasser liegen in gelöster und ungelöster Form, sowie als organische Verbindungen (Fette, Eiweiße, Kohlenhydrate) vor. Man unterscheidet die Abwasserinhaltsstoffe in -
- Zehrstoffe
Wie etwa Harnsäure,