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Gebirgspass
Als Gebirgspass oder kurz Pass bezeichnet man die tiefste Stelle eines Bergrückens oder Gratverlaufs zwischen zwei Bergen oder zwischen zwei Gebirgsgruppen. In manchen Gegenden wird ein solcher Grateinschnitt auch als Joch bezeichnet. So verbinden Pässe zumeist zwei Täler die durch einen Bergrücken getrennt sind. In der Meteorologie bilden Pässe nicht selten Wettergrenzen aus.
In der Geomorphologie wird eine solche Einsenkung innerhalb eines Gebirgskammes als Sattel bezeichnet. Diese Einsenkung kann durch lokale Verwitterungsunterschiede, insbesondere aber durch Gletscherschliff (Transfluenzsattel) entstehen.
Oft ist ein Pass von einem Weg bzw. einer Straße erschlossen, die diesen tiefsten Punkt des Gebirges oder Bergstocks als Verbindung zwischen zwei Tälern nutzt. In diesem Fall wird die Bezeichnung Pass oft als Synonym für diesen Weg verwendet. Neben der Verbindung über einen Gebirgskamm hinweg, haben Pässe häufig auch die Funktion der Erschließung besonderer Landschaftsregionen, die das "Naturerlebnis" oder die besondere sportliche Herausforderung (siehe Tour de France) betont.
Die Geschichte vieler Pässe als Konzentrationspunkte vieler länderverbindenden Wege ist durch Ausgrabungen über Jahrtausende hinweg belegt.
Bekannte Pässe in den Alpen
findet man unter :Kategorie:Alpenpass
Bekannte Pässe in aller Welt
- Kardung La (5606 m, Ladakh, Kaschmir, Indien, höchster befahrbarer Pass der Welt)
- Taglang La (5317 m, Ladakh, Kaschmir, Indien, zweithöchster befahrbarer Pass der Welt)
- Kunjerab-Pass (4730 m, Karakorum, Pakistan/VR China, der höchste Grenzübergang der Welt)
- Abra Anticona (4800 m, Anden, Peru, der höchste Eisenbahnpass der Welt)
- Khyber-Pass (1070 m, Hindukusch, Pakistan/Afghanistan, historisch wichtiger Pass zwischen Orient und Südasien)
- Línea 5 in Kolumbien die höchste für Lastwagen befahrbare Passstraße der Welt überquert in Höhen bis 3200 m die Kordilleren
Siehe auch
- Talpass
- Liste der Alpenpässe
- Liste der Pässe in der Schweiz
- Liste der italienischen Gebirgspässe
- Alpenpässe zu römischer Zeit
Kategorie:Physische Geographie
Kategorie:Gebirgspass
ja:峠
Berg
Ein Berg ist eine Erhebung im Gelände und im Gegensatz zu einem Hügel meist höher oder steiler. Berge können spitz, schroff, blockartig, (un)symmetrisch oder als Tafelberg auch flach sein. Sie können frei in der Landschaft stehen (wie z. B. Israels Berg Tabor), sind jedoch meist Teil eines Gebirges.
Gebirge
Relatives, Mythisches und Absolutes
Was dabei als „hoch“ angesehen wird, ist stets relativ zur umgebenden Landschaft. So würden die Dammer Berge in Niedersachsen (115 bis 146 m) in der Schweiz nur als Hügel gelten, wofür man in Deutschland oder auch in Österreich die Grenze bei etwa 300 m ansetzt. Der Himmelsbjerget (Himmelsberg) als höchster Berg Dänemarks misst gerade einmal 170 m, und der Wilseder Berg überragt mit 169 m über NN nicht nur die Lüneburger Heide, sondern den Umkreis von 100 Kilometer. Die Schroffheit von Bergen ist hingegen der Grund dafür, dass man bei Müllbergen nicht von Müllhügeln spricht, was der Höhe nach angemessener wäre.
Die Schartenhöhe und die Dominanz einer Erhebung können als Kriterien herangezogen werden, um einen Gipfel als selbstständigen Berg zu klassifizieren. Im Hochgebirge gilt z.B. eine Schartenhöhe von ca. 100 m bis 300 m und eine Dominanz von ca. 1 km bis 3 km als Mindestmaß, um von einem eigenständigen Berg zu sprechen.
Um viele markante Berge ranken sich Sagen und Mythen, in denen dem Berg selbst eine Persönlichkeit zugeschrieben wird. Seit dem 19. Jahrhundert wurden Berge als „Sportgeräte“ für den Alpinismus entdeckt, im Laufe des 20. Jahrhunderts entstand parallel zum traditionellen Bergsteigen das Extremklettern. Auch andere alpine Sportarten fanden zahlreiche Anhänger, etwa Skifahren, Snowboarden oder Skitouren.
Berge stehen für Beständigkeit und Unveränderlichkeit und finden in diesem Sinne in vielen Sprichworten Erwähnung: „Wenn der Berg nicht zum Prophet kommt, muss der Prophet zum Berg gehen“. Viele Menschen fühlen sich am Berg „dem Himmel näher“, und dieses Erlebnis ist Anregung zu Nachdenken oder Gebet. Als „Leiter zu Gott“ tragen daher viele niedrige bis mittelhohe Berge eine Kapelle oder Gedenkstätte. In den Hochgebirgen Europas und Amerikas tragen sie meist ein Gipfelkreuz.
Gipfelkreuz
Viele Berge sind wegen ihres Rundblicks bekannt oder beliebt, und wenn dieser durch Wald behindert ist, errichtet man eine Aussichtswarte. Häufig sind Vermessungspunkte oder besser trigonometrische Punkte nahe beim Gipfel unerlässlich.
Entstehung von Bergen
Hauptartikel: Gebirgsbildung
Berge sind in der Regel eine Folge der Plattentektonik der Erde oder vulkanischen Ursprungs. Bewegen sich zwei Platten der Erdkruste gegeneinander, so wird an der „Knautschzone“ oft ein Gebirgszug aufgeschoben. Deren Berge zeichnen sich durch schroffe Gestalt und große Höhe aus. Herausragende Beispiele sind die Berge des Himalaya und der Anden, aber auch von Alpen, Balkan oder Zagros.
Mit zunehmendem geologischen Alter trägt die Erosion dazu bei, dass die Formen milder werden und die Gebirge niedriger. Beispiele dazu bieten die deutschen Mittelgebirge.
Mancher Steilhang im Hochgebirge macht sichtbar, dass Stein durchaus verformbar ist: es gibt Gebirgs-Falten im Ausmaß hunderter Meter, und Schichten, die wie ein Stapel Papier verbogen sind. Fast jedes Gestein gibt nach, wenn die jährliche Bewegung nur einige mm ausmacht. Auf raschere Kräfte reagiert es spröde – vergleichbar dem Siegellack – und bricht.
Oft bringt die Tektonik oder Erosion die verschiedenen Gesteinsarten, aus denen viele Berge bestehen, ans Tageslicht, was zum Beispiel im Steinbruch interessante Einsichten (und sogar Fossilien) bringen kann. Auch Erze und Bergwerke sind ein Zeichen dieser Vielfalt. Oft wurden im Laufe der Erdgeschichte an ältere Berge auch Sandsteinschichten oder Korallenriffe angelagert (Jura, Dachstein, Leithagebirge, Westerwald).
Im Bereich von Subduktionszonen, wo sich eine Platte der Erde unter eine andere schiebt, wird die untere aufgeschmolzen. Die heiße Schmelze ist leichter als ihre Umgebung und dringt nach oben. Die ist eine Ursache des Vulkanismus, der ebenfalls für das Entstehen vieler Berge verantwortlich ist.
Eine in polnahen Gebieten vorkommende Gebirgsbildung ist die der Reliefumkehr: eine Mulde wird von Gletschern mit Geröll aufgefüllt, wobei der Untergrund durch das Gewicht des Eises unter Druck steht. Ziehen sich die Gletscher zurück, entspannt sich der Untergrund, und die Geröllfüllung kann teilweise über die Höhe der Umgebung empor gehoben werden. So entstandene Erhebungen sind zum Beispiel am Münsterländer Kiessandzug zu beobachten. Häufiger ist hingegen zu beobachten, dass ältere Bergschichten durch ihre größere Härte stehen bleiben, während jüngere schneller verwittern.
Berge können auf der Erde kaum höher als 9 km emporragen. Dies liegt daran, dass die Basis des Bergs sich ab dieser Höhe aufgrund des enormen Drucks verflüssigt und so die Maximalhöhe festgelegt wird.
„Schwimmende“ Gebirge und Schwerkraft
„Junge“ Gebirge schwimmen quasi auf dem Erdmantel, weil die Dichte ihrer Gesteine (etwa 2,5 bis 3 g/cm³) geringer ist als im basaltähnlichen Untergrund (Dichte rund 3,3 g/cm³). Dadurch könnte man Bergregionen mit schwimmenden Eisbergen vergleichen, doch ist ihr „Schwimmgleichgewicht“ nur zu 90-95 % gegeben (Isostasie). Sie verdrängen beim Eintauchen dichtere Gesteine, wodurch Schwereanomalien entstehen. Diese Anomalien kann man mit Methoden der Geophysik und Geodäsie untersuchen und so das Erdinnere erforschen.
„Ältere“ Berg-Ketten sind dagegen schon mehr abgetragen und in der Folge etwas eingesunken, wodurch sie sich mit der Umgebung zu fast 100 % im hydrostatischen Gleichgewicht befinden. Messungen des Erdschwerefeldes zeigen hier keinen größeren Effekt mehr.
Aktive oder ehemalige feuerspeiende Berge nennt man Vulkane.
Siehe auch
- Liste der Berge, Gebirge, Gebirgszug, Gebirgsbildung, Gora, Hochgebirge,
- Bergell, Bergfried, Kalvarienberg, Karling, Seven Summits
- Zweitausender, Dreitausender, Viertausender, Achttausender
Weblinks
- [http://www.bergbuch.info Wo finde ich Informationen zu Bergbüchern bzw. Alpinliteratur?]
- [http://www.engeler.de/dallapiccola.html Antwort auf die Frage: Was ist ein Berg?]
- [http://theologie.uni-hd.de/wts/religionsphilosophie/Wer%20suchet-Vorl2.ppt Bergsteigen als Philosophie – Mont Ventoux, Petrarca 1336]
- [http://www.bueropetri.de/usa/Zion_Nat._Park/zion_nat._park.html Bergformen und -schichten im Zion-Nationalpark, USA]
- [http://perso.club-internet.fr/nuts/DEUTSCH/galerie.htm Kleine Bildergalerie, französische Alpen]
- [http://www.ga.com.pl/tatry21.htm Kleine Bildergalerie, polnische Hohe Tatra]
Kategorie:Physische Geographie
ja:山
ko:산
ms:Gunung
simple:Mountain
Joch (Gebirge)Joch ist eine Bezeichnung für eine Einkerbung im Gebirge, die einen Gipfel vom nächsten oder zwei Bergstöcke voneinander trennt.
Ähnlich wie beim Pass wird die Bezeichnung Joch meistens auch für die Straße oder den Weg verwendet, der über diesen Einschnitt führt, um vom einen Tal ins nächste zu kommen.
Pass und in der Mitte die Königspitze]]
Die Bezeichnung "Joch" in Verbindung mit Übergängen im Gebirge, deutet meist auf prähistorische Nutzung hin. Funde und Namen verweisen darauf. So wurde die Eismumie Ötzi am Tisenjoch, einem Übergang vom Schnalstal in das Ötztal gefunden. Ein anderer Übergang aus dem Schnalstal führt über das Bildstöckljoch ins Matschertal (Bild).
In bestimmten Gegenden wird die Bezeichnung Joch auch für Berggipfel benutzt, z.B. Gamsjoch, Sonnjoch (Karwendel), Vorderes Sonnwendjoch (Rofan).
Kategorie:Gebirge
GeomorphologieDie Geomorphologie (von griechisch γη, ge = Erde, μορφή, morphé = Gestalt, Form und λόγος, lógos = Wort, Lehre, Vernunft), ein Teilgebiet der Physischen Geographie, untersucht die Formen und formbildenden Prozesse der Oberfläche der Erde, aber auch des Mondes, des Mars und anderer Planeten. Die Geomorphologie untersucht die Zusammenhänge und gegenseitigen Beeinflussungen von Lithosphäre (von griechisch λίθος, líthos = Stein und σφαίρα, sfära = Kugel), Atmosphäre (griechisch ατμός, atmós = Luft, Druck, Dampf), Hydrosphäre (altgriechisch ύδωρ, hýdor = Wasser) und Biosphäre (griechisch βίος, bíos = Leben).
Ein entscheidender Faktor für das Verständnis der Geomorphologie ist die Kenntnis des derzeitigen Klimas und seiner Ausprägungen in vergangenen Erdzeitaltern. Die Veränderungen des Formenschatzes in Verknüpfung mit klimatologischen Veränderungen der jüngeren Erdgeschichte werden von der Klimageomorphologie untersucht.
Die Geomorphologie umfasst 5 Teilbereiche:
- Geomorphographie
- Geomorphometrie
- Geomorphogenese
- Geomorphodynamik
- Geomorphochronologie beschäftigt sich mit der Altersbestimmung (Datierung) und Einordnung der Formen in erdgeschichtliche Abläufe.
Die Untersuchung der feineren Gestaltung der Oberflächenformen durch exogene Prozesse (Abtragungsvorgänge) steht im Vordergrund, die Geologie liefert wichtiges Hintergrundwissen vor allem für die endogene Formbildung (Tektonik, Seismik, Vulkanismus).
Literaturhinweise
- F. Machatschek, Geomorphologie, B.G. Teubner, Stuttgart 1973, ISBN 3-443-07136-8
- H. Wilhelmy, Geomorphologie in Stichworten Bd. I-III, Hirt's Stichwortbücher, Verlag Ferdinand Hirt
- F. Ahnert, Einführung in die Geomorphologie, 3. Aufl., Ulmer, Stuttgart 2003
Siehe auch
Senke (Geomorphologie), Auswaschung
Weblinks
- [http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0011/gm00a.htm SWR Schulfernsehen Geomorphologie]
- http://www.supplement.de/geographie/geomor/index.htm
Kategorie:Geographischer Begriff
Kategorie:Geologie
Kategorie:Topografie
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VerwitterungVerwitterung (von Wetter bzw. Witterung) ist die Veränderung und Zerkleinerung von Materialien durch physikalische, chemische und/oder biologische Prozesse auf oder nahe der Erdoberfläche, hervorgerufen durch die spezifischen Umweltbedingungen. In den Geowissenschaften handelt es sich dabei um Gesteine, genauer Fest- oder Lockergesteine, sowie deren Mineralien.
Man unterscheidet meist lediglich zwischen physikalischer und chemischer Verwitterung, betrachtet also die biologische Verwitterung in der Regel nicht als eigenständige Verwitterungsform. Dies sollte jedoch nicht mit einer geringen Bedeutung biologischer Prozesse gleichgesetzt werden und ist zudem nicht verbindlich.
Grundlage einer jeden Verwitterung ist das Ausgangsgestein und dessen tektonische Prägung durch Prozesse der Metamorphose, Klüftung, Faltung und unter anderem Schieferung. Ausgehend von diesem Ausgangsgestein spielen Verwitterungsprozesse eine große Rolle im Kreislauf der Gesteine und führen hier durch die Zerlegung von magmatischen und metamorphen Gesteinen zur Bildung von Sedimenten sowie allen Arten von Gesteinstrümmern. Auch die Bildung von Rohböden, wie die Bodenbildung und -entwicklung überhaupt, ist eng an Verwitterungsprozesse geknüpft, wobei man diese hier in ihrer bodenspezifischen Ausprägung gesondert bezeichnet. Die Verwitterung wird ihrerseits durch eine Vielzahl an Umwelteinflüssen beeinflusst, insbesondere durch Klima und Wetter. Es ergeben sich somit verschiedenste abiotische aber auch biotische Umweltbedingungen, die die Verwitterung in Art und Umfang bestimmen. Diese spielt sich dabei vorwiegend im Wirkungsbereich dieser Umweltbedingen ab, also auf oder nahe der Erdoberfläche.
Den Abtransport des verwitterten Materials, unter anderem durch fluvialen und äolischen Transport, bezeichnet man als Erosion. Durch Sedimentation und/oder Diagenese können sich die Verwitterungsprodukte zudem erneut in Sedimentgesteinen verfestigen.
Die Stärke der Verwitterung eines Gesteins wird in Verwitterungsgraden klassifiziert. Die von verschiedenen Faktoren abhängige Verwitterungsstabilität gibt an, wie anfällig bzw. resistent ein Material für Verwitterungsprozesse ist.
Physikalische Verwitterung
Verwitterungsstabilität]
Unter der physikalischen Verwitterung versteht man all jene Prozesse, die das Ausgangsmaterial auf mechanischem Wege und dabei meist durch eine Temperatur- bzw. Volumenänderung zersetzen und somit den Materialverband auflockern. Im Regelfall handelt es sich dabei um Festgesteine, die entlang ihrer oft bereits durch tektonische Prozesse vorgeprägten Trennflächen in immer kleinere Stücke zerlegt werden, ohne dabei jedoch eine chemische Veränderung zu erfahren. Eine solche chemische Veränderung rechnet man daher zur chemischen Verwitterung, sie tritt jedoch in der Regel gleichzeitig und unterstützend zu einer physikalischen Verwitterung auf.
Temperaturverwitterung
Die Temperaturverwitterung (Insolationsverwitterung) wird durch Temperaturunterschiede hervorgerufen. Jedes Gestein dehnt sich aus wenn es erwärmt wird und zieht sich zusammen wenn es abkühlt. Man bezeichnet diesen Effekt, der sich vornehmlich auf der Oberfläche des Gesteins abspielt, als Wärmeausdehnung. Diese Erwärmung wird vor allem durch die Sonneneinstrahlung hervorgerufen, kann aber auch auf die Einwirkung anderer Wärmequellen und hierbei besonders von Waldbränden zurückgehen. Die Abkühlung vollzieht sich wiederum durch das Freisetzen von Wärmestrahlung, die Abgabe von Wärme an die umgebenden Feststoffe und das Gesteinsinnere über Wärmeleitung sowie die niederschlagsbedingte Temperatursenkung. Wesentlichste äußere Parameter sind der Temperaturintervall und die Geschwindigkeit der Temperaturänderung. Zu Brüchen im Gestein kann es dann kommen, wenn die Kräfte der Wärmeausdehnung Spannungen erzeugen, die die Elastizitätsgrenze des Gesteins überschreiten. Spuren der Temperaturverwitterung lassen sich vor allem in steinreichen Wüsten finden.
Frostverwitterung
Der maßgebliche Effekt der Frostverwitterung ist die Frostsprengung (auch Eissprengung oder Kryoklastik). Diese wird durch Wasser hervorgerufen, welches in kleine Risse und Klüfte des Materials eindringt und bei Temperaturen unter 0 °C gefriert. Diese Risse als Grundlage der Frostverwitterung gehen dabei aus tektonischen Prozessen wie beispielsweise einer Druckentlastung und anderen Verwitterungsarten wie zum Beispiel der Temperaturverwitterung hervor.
Aufgrund der Dichteanomalie des Wassers vergrößert das Wasser beim Gefrieren sein Volumen um rund 9 %. Diese Volumenzunahme führt zur mechanischen Ausdehnung der Klüfte des Materials und damit zu einer Lockerung des Materialverbandes, eventuell sogar auch zur Absprengung einzelner Teilstücke. Die Sprengwirkung kann unter der Voraussetzung einer Sättigung mit Wasser und Temperaturen um -22 °C einen Druck von 210 MPa erreichen.
Die Stärke der Frostverwitterung wird durch die Sonneneinstrahlung, die Mineralbestandteile im Gestein bzw. die Gesteinseigenschaften (Klüftigkeit, Spaltbarkeit), dessen Porenvolumen und den Salzgehalt der angreifenden wässrigen Lösung bestimmt.
Durch Sonneneinstrahlung können in kalten Klimaten Frostwechsel auftreten. Je dunkler die Mineralfarbe dabei ist, umso intensiver kann die Sonne auf das Gestein wirken und lokale Frostwechselzyklen hervorrufen. Auch bestimmt die Festigkeit des Gesteins den Widerstand, den dieses einer mechanischen Kluftausweitung entgegen setzt. Zudem spielt die Klüftigkeit des Gesteins eine Rolle, also insbesondere der Grad der vorgelagerten Verwitterung durch andere Prozesse. Eine natürliche Anfälligkeit zeigen, bedingt durch ihre gute Spaltbarkeit, Minerale wie Glimmer oder Feldspäte. Es zeigt sich zudem, dass die Grenzflächeneffekte kleiner Klüfte den Schmelzpunkt des Wassers vermindern und daher die Wirkung der Frostspengung mit der Größe der Klüfte bzw. der Poren zunimmt. Hierbei spielt jedoch auch die Sättigung dieser Klüfte/Poren mit Wassers eine Rolle, welche durch die größeren Kapillarkräfte bei kleineren Klüften im allgemeinen höher ist. Durch den Salzgehalt kann der spezifische Gefrierpunkt herabgesetzt werden, was man als Gefrierpunktserniedrigung bezeichnet. Dies wirkt hemmend auf die Intensität der Frostverwitterung.
Am stärksten von der Frostverwitterung betroffen sind humide Klimate mit starken Temperaturschwankungen um den Gefrierpunkt des Wassers, also vor allem die Gebiete der polaren Gletscherklimate bis zu den winterkalten borealen Waldgebieten (Glazial- und Periglazialgebiete) und den winterkalten, kontinentalen, semiariden bis ariden Waldsteppen, Steppen und Wüsten. Eine mäßige Bedeutung besteht in den feuchtgemäßigten Waldklimaten und im Winter in den außertropisch wechselfeuchten Monsunklimaten. Resultat einer Frostverwitterung sind in der Regel klastische Materialien und scharfkantige Gesteinstrümmer, aber auch kleinere Korngrößen wie Grus, Sand, Schluff und unter Umständen auch Grobton sind möglich.
Salzverwitterung
Grobton]
Analog zur Frostsprengung, jedoch mit anderen Ursachen, ist die Salzsprengung der maßgebliche Effekt der Salzverwitterung. Bei der Kristallisation von Salzkristallen im Zuge der Verdunstung von Wasser aus einer salzhaltigen Lösung vergrößern die Salze ihr Volumen und üben einen Kristallisationsdruck auf sie umgebenden Kluftgrenzen aus. Sie haben daher, wie das Eis bei der Frostverwitterung, eine Ausweitung der Gesteinsklüfte zur Folge. Der Kristallisationsdruck wirkt dabei immer in die Richtung des schnellsten Kristallwachstums. Verstärkt wird dieser Effekt durch eine eventuell anschließende Umkristallisation, also einen Wechsel in der Modifikation des Salzkristalls. Hierzu kommt es vor allem wenn bestimmte wasserfreie Salze bei Befeuchtung beginnen Wasser in ihr Kristallgitter einzubauen (Hydratisierung) und dadurch Quellen (siehe Quellung unten). Die Volumenzunahme kann dabei 30 bis 100 % betragen, trägt also erheblich zur Erhöhung der Spannung bei. Ein Beispiel hierfür ist Anhydrit, welcher unter Wasseraufnahme zu Gips hydratisiert und sich dabei um 60 % seines Urspungsvolumen ausdehnt. Man bezeichnet dies auch als Hydratationssprengung, wobei dieser Prozess eng mit der hydrolytischen Verwitterung verknüpft ist und im eigentlichen Sinne keine physikalische Verwitterung mehr darstellt.
Am stärksten hiervon betroffen sind aride Gebiete mit hohen Verdunstungsraten und einem unregelmäßigen aber dennoch vorhandenen Wasserzufluss von außen bzw. durch Kapillaraufstieg aus dem Grundwasser, vor allem dann, wenn das Wasser bei der Bodenpassage mit Salzen angereichert wurde bzw. Salzwasser darstellt. Dabei handelt es sich vor allem um die ariden Halb- und Vollwüsten und die trockenen Suptropenklimate. Insbesondere sind Oberflächen betroffen, die einen ständigen Wechsel zwischen mäßiger Durchfeuchtung und Austrocknung aufweisen. Zur Salzverwitterung kommt es daher auch typischerweise bei versalzten Böden, abgeschnittenen Flachwassermeere oder deren Resten, den Salzseen. Resultat einer vollständigen Salzverwitterung mit einem häufigen Wechsel zwischen Feucht- und Trockenphasen ist ein Grus.
Desquamation
Grus
Bei einer Desquamation oder Schalenablösung kommt es zu einem Abplatzen der äußeren Gesteinsschichten und damit auch oft zur Abrundung des Gesteinskörpers. Die Prozesse die zu einer Desquamation führen, sind hauptsächlich Temperaturverwitterung und Hydratationssprengung (siehe Salzverwitterung). Es kann zu einer Verwechslung mit fluviatil bedingten Gesteinsabrundungen kommen, weshalb man bei vermutlich durch Desquamation geprägten Gesteinen auf deren Löslichkeit und Genesecharakter achten muss.
Quellung und Schrumpfung
Im Zuge der chemischen Umwandlung eines Minerals kann es zu Quellungs- und Schrumpfungsprozessen kommen, welcher ihrerseits eine mechanische Spannung bzw. Spannungsentlastung zur Folge haben. Durch den Einbau von Kristallwasser in das Kristallgitter von Schichtsilikaten wie Smectiten (Hydratation im Zwischenschichtraum) kommt es hierbei zur so genannten intrakristallinen Quellung. Einen anderen Effekt stellt die osmotische Quellung dar. Besonders häufig zeigen sich diese Effekte bei tonreichen Böden wie Pelosolen.
Druckentlastung
Ein Großteil der Gesteine liegen unter aufgelastetem Druck anderer Gesteinschichten.
Löst sich dieser Druck, brechen die unteren Schichten durch die plötzliche Entlastung.
physikalisch-biologische Verwitterung
Bei einer physikalisch-biologische Verwitterung handelt es sich um die mechanische Zerstörung des Gesteins durch Lebewesen, in der Regel verursacht durch Wurzeln, die in die Gesteinsklüfte einwachsen und diese dabei ausweiten. Resultat sind in der Regel klastische Materialien.
Chemische Verwitterung
klastische Materialien
Unter der chemischen Verwitterung versteht man die Gesamtheit all jener Prozesse, die zur chemischen Veränderung oder vollständigen Lösung von Mineralen führen. Durch sie werden Gesteine in ihren Eigenschaften verändert und Stoffe in deren Umgebung freigesetzt bzw. auch aus der Umgebung in den Mineralbestand eingebunden. Mit der chemischen Verwitterung sind zahlreiche Prozesse wie etwa der Effekt des Saueren Regens verbunden.
Durch die Einwirkung von Wasser, verschiedenen Gasen wie insbesondere Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff sowie anorganischen und organischen Säuren, kommt es an der Oberfläche von Mineralien zu chemischen Reaktionen, durch die diese verändert oder aufgelöst werden. Je größer diese für die Verwitterungsreagenzien zugängliche Oberfläche im Vergleich zum Volumen ist, je kleiner also die Körngröße, desto deutlicher zeigt sich der Effekt der chemischen Verwitterung. Aus diesem Grund leisten tektonische Prozesse sowie auch die physikalische Verwitterung eine wichtige Vorarbeit zur chemischen Verwitterung, da sie es der Verwitterungslösung ermöglichen in das Innere des Gesteins vozudringen.
Wie in der Abbildung rechts zu sehen, ist von der chemischen Verwitterung je nach Zusammensetzung des Gesteins jedoch nicht nur dessen direkte Oberfläche betroffen, was wie hier insbesondere für Sandsteine gilt. Wichtig für die chemische Verwitterung ist zudem, dass die durch sie aus den Mineralien herausgelösten Ionen in der Verwitterungslösung kein stabiles Gleichgewicht mit der Mineraloberfläche ausbilden können, da andernfalls ebenjene Herauslösung und damit die chemische Verwitterung gestoppt würde. Durch die pflanzliche Aufnahme dieser Ionen, ihrer Auswaschung durch Sickerwasser sowie ihre Bindung durch Mineralneubildungen, Oxidation oder Komplexierung wird garantiert, das ein beständiges Ungleichgewicht vorhanden ist und damit immer neue Ionen aus den Mineralen gelöst werden.
Da es sich um chemische Reaktionen handelt, die in ihrer Kinetik im Allgemeinen mit der RGT-Regel von der Temperatur abhängen, hat diese bis auf den Fall der Karbonatverwitterung (siehe unten) auch einen wesentlichen Einfluss auf deren Geschwindigkeit. Ihre Intensität nimmt jedoch auch mit dem Grad und der Dauer der Feuchteeinwirkung sowie dem Säuregrad der Verwitterungslösung zu. Als Folge hiervon zeigt sich das Maximum der chemischen Verwitterung in den klimatischen Gebieten der warm-humiden Tropen.
RGT-Regel]]
Durch die Anlagerung von Wassermolekülen an die Ionen eines Kristallgitters entsteht zum einen Druck durch Volumenvergrößerung, zum anderen werden H+-Ionen des Wassers gegen Ionen des Minerals ausgetauscht. Dadurch wird das Ionen-Gitter des Gesteins instabil. Siehe auch Modellfall der Silikatverwitterung.
Besonders bei Gesteinen, die Eisen, Schwefel oder Mangan enthalten, kann der Luftsauerstoff in Verbindung mit Wasser chemische Reaktionen hervorrufen. Es entstehen Hämatit und Goethit. Mit der Oxidationsverwitterung geht eine deutliche Farbänderung des Materials einher.
Lösungsverwitterung
Die Lösungsverwitterung greift vor allem Salz- und Karbonatgesteine an, deren Minerale in Lösung gehen oder Kristallwasser aufnehmen (zum Beispiel Umwandlung Anhydrit zu Gips). Im einfachsten Fall werden Salze im Boden durch einsickerndes Wasser herausgelöst, wodurch Hohlräume einstürzen können.
Kohlensäureverwitterung
Als Sonderform der Lösungsverwitterung werden in kohlensäurehaltigem Wasser auch bestimmte Mineralien, zum Beispiel karbonathaltige Minerale gelöst, was man als Kohlensäureverwitterung bezeichnet.
Rauchgasverwitterung
Hierbei handelt es sich um eine Verwitterungsart bedingt durch Rauchgasemissionen aus anthropogenen und vulkanischen Quellen. Diese führen zu saurem Regen und den damit verbundenen Verwitterungserscheinungen nach dem Typ der Salzverwitterung.
chemisch-biologische Verwitterung
Es handelt sich hierbei um eine von Pflanzen und Tieren verursachte Verwitterung. Die von diesen Lebewesen abgesonderten Huminsäuren greifen Gesteine und Mineralien an und zerlegen diese schlussendlich. Vor allem der aus abgestorbenen pflanzlichen und tierischen Resten bestehende Humus enthält in hohe Masse Huminsäuren
Auftreten
Wie in den Abschnitten zu den einzelnen Verwitterungsarten bereits deutlich wurde, zeigen diese eine stark klimaabhängige Bedeutung. Es ist daher möglich von einer klimazonalen Verteilung der unterschiedlichen Verwitterungsarten zu sprechen. Hinzu kommt eine regionale Verteilung verschiedener Gesteine, welche bedingt durch die unterschiedliche Verwitterungsstabilität ihrer jeweiligen Mineralien ebenfalls einen Einfluss auf den letztendlich vorzufindenden Charakter der Verwitterung haben. Verwitterungsprozesse als Elemente des Abbaus von Gesteinen und Mineralen treten dabei jedoch in der Regel zusammen mit anderen Prozessen auf, welche ihrerseits zu Mineralneubildungen führen können. Diese Neubildungen besitzen dabei in der Regel eine höhere Verwitterungsstabilität. Erst durch die Gesamtheit all dieser Prozesse ist die Dynamik der Geisteins- und Mineralumwandlungen sowie der Einfluss der Verwitterung auf die Geomorphologie verstehbar.
Verwandte Artikel
- Erosion
- Pedogenese
- Tektonik
- Orogenese
Literatur
- Heinrich Bahlburg, Christoph Breitkreuz: Grundlagen der Geologie, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2003, ISBN 3-8274-1394-X
- Wilhelm Bland, David Rolls: Weathering. An introduction to the scientific principles, Arnold, London 1998, ISBN 0-3406-7745-7
- Herbert Kuntze u.a.: Bodenkunde. 188 Tabellen, Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8252-8076-4 (UTB)
- Frank Press, Raymond Siever: Allgemeine Geologie. Einführung in das System Erde, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2003, ISBN 3-8274-0307-3
- Fritz Scheffer, Paul Schachtschabel: Lehrbuch der Bodenkunde, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-1324-9
Weblinks
- [http://www.webgeo.de/start/index.php?inhalt=pedo&ftest=yes Lernmodule zur chemischen Verwitterung]
- [http://www.tk-logo.de/basics/unsere-erde/ba-erde-verwitterung1.html Verwitterung mit Abbildungen zur Illustration]
Kategorie:Geologie
ja:風化
Gebirge
Unter einem Gebirge versteht man
# im Bergbau die Gesteinsschichten, die Lagerstätten umschließen.
# in der Geologie und insbesondere Ingenieurgeologie die durch Trennfläche geprägte Struktureinheit über den Gesteinen
# im geografischen Sinne eine Gesamtheit von Bergen.
# eine Region mit Gebirge, Gebirgszug.
Es werden Mittelgebirge und Hochgebirge unterschieden. Die Unterscheidungsgrenze liegt bei etwa 1500 m.
Der längste oberirdische Gebirgszug der Erde wird von Anden und Rocky Mountains gebildet und reicht von Alaska im Norden bis nach Feuerland im Süden. Man nennt ihn amerikanische Kordilleren.
Daneben gibt es die längsten Gebirgszüge im Meer, dies sind die so genannten mittelozeanischen Rücken. Beispielsweise liegt der mittelatlantische Rücken an der Grenze zwischen den amerikanischen sowie der europäischen und afrikanischen Kontinentalplatte.
Hochländer, wie beispielsweise Tibet, gelten nicht als Gebirge.
Europäische Gebirge
Siehe auch: Liste der Gebirge Deutschlands
Hochgebirge
Die Bayerische Alpen an der Südgrenze Oberbayerns und Schwabens von Bad Reichenhall bis ins Allgäu
Mittelgebirge
Ahrgebirge, Bayerischer Wald, Ebbegebirge, Eifel, Elstergebirge, Erzgebirge, Fichtelgebirge, Fränkische Schweiz, Harz, Haßberge, Hunsrück, Kyffhäuser, Leinebergland, Nordpfälzer Bergland, Odenwald, Rhön, Rothaargebirge, Schwäbische Alb, Schwarzwald, Spessart, Taunus, Teutoburger Wald, Thüringer Wald, Vogelsberg, Weserbergland, Westerwald, Wiehengebirge, Zittauer Gebirge,
Hochgebirge
- Alpen (Zentralalpen, Hohe Tauern),
- Nördliche Kalkalpen,
- Südliche Kalkalpen, Karawanken
Mittelgebirge
- Voralpen, niedere Gebirgszüge der Kalkalpen
- Bayerischer Wald bzw. Böhmerwald
- Jura
- Alpen (Teile der Ost- und Westalpen), Kalkalpen
- Alpen (Süd- bzw. Westalpen), Kalkalpen
- Apennin, Ätna
- Das französische Zentralmassiv
Übriges Europa
Sudeten, Karpaten, Pyrenäen, Balkangebirge, schottische Highlands, Ardennen, Vogesen, Chibinen, Taurus, Pontisches Gebirge, Dinarisches Gebirge, Šar Planina, Rhodopen, Pirin, Rila
Gebirge der Erde
Altai, Himalaya, japanische Alpen, Ural, Pamir, Kaukasus, Hindukusch, Stanowojgebirge, Kuenlun, Tienschau
Atlas, Hoggar, Kilimandscharo-Massiv, Mount-Kenya-Massiv, Ruwenzori-Gebirge
Great Dividing Range, Snowy Mountains (auch Australische Alpen), Neuseeländische Alpen
Rocky Mountains, Appalachen, Sierra Nevada (USA), Green Mountains
Anden
Transantarktisches Gebirge
Siehe auch
- Gebirgsbildung
- Orographie
- Teufelskanzel
Kategorie:Physische Geographie
ja:山脈
Tour de France
Die Tour de France, auch Grande Boucle („Große Schleife“) oder einfach Le Tour genannt, ist das berühmteste Radrennen der Welt. Seit 1903 wird die Tour alljährlich – mit Ausnahme der Zeit des Ersten (ausgefallen 1915-1918) und Zweiten Weltkriegs (ausgefallen 1940-1946) – während dreier Wochen im Juli ausgetragen und führt dabei in wechselnder Streckenführung quer durch Frankreich und das nahe Ausland. Das Rennen wird von der Amaury Sport Organisation (ASO) veranstaltet und gehört zu der im Jahr 2005 neu eingeführten UCI ProTour, einer Serie der wichtigsten Radrennen des Jahres.
Eine Tour de France der Frauen (Grande Boucle Féminine Internationale) mit deutlich kürzeren Etappen wurde zwischen 1984 und 2003 gefahren. Sie stand medial völlig im Schatten ihres männlichen Vorbildes. Auf Grund von Desinteresse, eines Rechtsstreits und Sponsorenmangel wird sie seitdem nicht mehr ausgetragen.
UCI ProTour
Streckenführung und -profil
Die Tour de France wird als die schwerste Radrundfahrt der Welt angesehen, obwohl das Streckenprofil oft nicht anspruchsvoller ist als das der beiden anderen großen Landesrundfahrten Giro d'Italia und Vuelta a España. Tatsächlich sind es aber die Radrennfahrer, die das Rennen schwer machen: Bei der Tour wird ohne Zweifel schneller, härter und kompromissloser gefahren als bei jeder anderen Rundfahrt. Jede einzelne Etappe ist umkämpft wie sonst nur die Eintagesklassiker.
Eintagesklassiker
Etappen
Die Tour de France beginnt seit 1967 gewöhnlich mit dem so genannten Prolog, einem kurzen Einzelzeitfahren (ca. 5 bis 10 km). Wenn das Eröffnungs-Zeitfahren eine Länge von über 10 km aufweist (zuletzt 2005), wird es als erste Etappe bezeichnet.
Die darauf folgenden meist 20 Etappen, die von ein bis zwei Ruhetagen unterbrochen werden, zeichnen dann das französische Hexagon nach, wobei Frankreich abwechselnd im bzw. gegen den Uhrzeigersinn befahren wird. Die insgesamt zu absolvierende Streckenlänge wurde nach dem Dopingskandal von 1998 deutlich reduziert und beträgt seitdem rund 3.500 Kilometer. Die Streckenführung und die Etappenorte wechseln dabei jedes Jahr. Eine Konstante stellt die Avenue des Champs-Élysées in Paris dar, auf der die Tour de France seit 1975 endet. Auch bestimmte Gebirgspässe werden auf fast jeder Tour angesteuert.
Die ersten Tage der Tour de France sind fast immer von schnellen und sprinterfreundlichen Flachetappen im Norden Frankreichs geprägt, bevor sich dann im Hochgebirge der Pyrenäen und der Alpen die Gesamtwertung der Tour entscheidet. Weiterhin werden während der Tour de France zwei Einzelzeitfahren und zwischen 2000 und 2005 auch wieder ein Mannschaftszeitfahren ausgetragen.
Berge
Die Gesamtwertung der Tour entscheidet sich in jedem Jahr neben den Zeitfahren vor allem im Hochgebirge. Einige Berge und Pässe stehen sehr häufig im Programm der Tour und haben im Laufe der Jahre einen geradezu mythischen Ruf erworben.
Die drei „heiligen Berge“ der Tour de France sind der Col du Tourmalet (2.114 m, Pyrenäen), der im Jahre 1910 als erster Hochgebirgspass erklommen wurde, der Col du Galibier (2.645 m, Alpen), der ein Jahr später ins Programm aufgenommen wurde und der Mont Ventoux (1.909 m, Provence), dessen einsam aufragender, vulkanartiger Kegel erstmals 1951 befahren wurde und durch den Tod von Tom Simpson 1967 zu trauriger Berühmtheit gelangte.
Dazu kommt noch der Anstieg zur alpinen Skistation L'Alpe d'Huez, deren legendäre 21 Kehren hinauf auf 1.850 m zum ersten Mal 1952 bewältigt wurden, bei der damals ersten Bergankunft in der Geschichte der Tour.
Ausland
Schon in der Frühzeit des Rennens wurden die französischen Landesgrenzen in einzelnen Etappen überschritten, seit 1954 findet der Start der Tour in unregelmäßigen Abständen im nahen Ausland statt (bisher in Deutschland, Spanien, Italien, den Benelux-Ländern, der Schweiz, England und Irland). Der lang gehegte Plan, die Tour in New York oder auf einem französischen Überseedepartement zu starten, wurde aufgrund der immensen logistischen Probleme bisher nicht umgesetzt.
Teilnehmer
Seit 1969 wird die Tour de France von professionellen Firmenteams bestritten, wie auch schon in der Anfangszeit des Rennens. Von 1930 bis 1961 und dann noch einmal 1967 und 1968 traten dagegen Nationalmannschaften an.
Derzeit werden jährlich 21 bis 22 Profimannschaften mit je neun Fahrern zur Tour de France eingeladen, darunter die 20 Teams der UCI ProTour. Die meisten Teams kommen üblicherweise aus Frankreich, Italien und Spanien, dazu einzelne Mannschaften aus Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Dänemark, der Schweiz und den USA. Diese Nationen stellen auch den Großteil der Fahrer. Einzelne Radprofis stammen aus Mittel- und Osteuropa, Skandinavien sowie Kasachstan, Kolumbien, Australien und Südafrika.
Die meisten Teilnahmen an der Tour de France hat der Niederländer Joop Zoetemelk aufzuweisen, der die Tour 16mal fuhr und jedes Mal auch beendete, davon siebenmal auf dem Podium (Sieg 1980). Je 15 Mal bestritten zwei Belgier die Tour de France: Der langjährige Wasserträger Guy Nulens (beste Platzierung: 22.) und der Bergspezialist Lucien van Impe (Sieg 1976). Udo Bölts hält mit 12 Teilnahmen den deutschen Rekord.
Organisation
Die Tour de France wurde von der auf eine Auflagensteigerung bedachten Sportzeitung L'Auto gegründet. Der Chefredakteur des Blattes, Henri Desgrange, übernahm bis zu seinem Tod 1939 den Posten des Tour-Direktors. In diesem Amt konzentrierte er alle wichtigen Entscheidungsprozesse zur Organisation des Rennens. Um das Rennen attraktiver zu machen, führte Desgrange 1919 das Gelbe Trikot und 1933 die Bergwertung ein. 1930 erfand er die Werbekolonne, eine Reihe von Werbefahrzeugen, die bis heute vor dem Fahrerfeld die Rennstrecke abfährt und Werbegeschenke an die Zuschauer verteilt. Zu seinem Nachfolger sowohl als Chefredakteur als auch als Tourdirektor baute Desgrange den Journalisten Jacques Goddet auf, der als Tourdirektor von 1936 bis 1986 amtierte. Goddet war dem Einsatz technischer Neuerungen im Gegensatz zu seinem Vorgänger aufgeschlossen: Gleich in seinem ersten Jahr als Direktor 1937 erlaubte er etwa die Gangschaltung.
Nach der Befreiung Frankreichs 1944 wurde L'Auto eingestellt, zwei Jahre später gründete Goddet jedoch die neue Sportzeitung L'Équipe, die erneut die Organisation der Tour durchführte. 1965 übernahm die Amaury-Verlagsgruppe die Zeitung und ordnete dem bis dahin fast allmächtigen Direktor Goddet einen zweiten, vor allem für die wirtschaftliche Seite verantwortlichen Direktor bei. Nach einer kurzen Übergangsphase begleitete 1989 erstmals Jean-Marie Leblanc, der wie seine Vorgänger ebenfalls aus dem Journalismus kam, die Tour als Direktor. Die Organisation des Rennens ging auf die Amaury Sport Organisation (ASO) über, deren Chef seitdem offiziell die oberste Kontrolle über die Tour ausübt. Die konkreten Entscheidungen wurden allerdings weiterhin von Leblanc getroffen, unter dessen Direktion die Vermarktung der Tour de France einen neuen Grad der Professionalität erreicht hat. Ab 2006 wird Christian Prudhomme die Direktion der Tour übernehmen.
Geschichte
Die 1903 ins Leben gerufene Tour de France war das erste echte Etappenrennen in der Geschichte des Radsports. Enorme Distanzen waren schon zuvor bei Fernfahrten wie Bordeaux-Paris (erstmals 1891, 577 km) zurückgelegt worden. Neu war aber die von dem französischen Journalisten Géo Lefèvre entwickelte Idee, mehrere Radrennen quer durch Frankreich direkt nacheinander durchzuführen und die Zeiten zu addieren. Der programmatische Titel „Tour de France“ bediente dabei durchaus bewusst die patriotische Stimmung der Zeit.
Am 1. Juli 1903 begann die erste Tour de France an der ehemaligen „Auberge Reveil-Matin“ in Montgeron bei Paris. Es beteiligten sich 60 Fahrer. Die Rundfahrt führte über sechs Etappen mit insgesamt 2.428 km von Paris über die Etappenstädte Lyon, Marseille, Toulouse, Bordeaux und Nantes zurück nach Paris. Zwischen den Etappen wurden mehrere Ruhetage eingelegt. Der favorisierte Franzose Maurice Garin war der Sieger der ersten Tour der Geschichte, mit einem Stundenmittel von über 25 km/h; das Preisgeld für den Sieg betrug 3.000 Francs.
Die folgenden Ausgaben der Tour waren zunächst von einer Reihe von Skandalen geprägt, gipfelnd im Ausschluss der ersten Vier des Gesamtklassements bei der Tour de France 1904 u.a. aufgrund von unerlaubter Benutzung der Eisenbahn. Im Laufe der 1900er Jahre konnte sich die Tour de France allerdings etablieren. Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg wird rückblickend als heroische Epoche der Tour bezeichnet, weil damals regelmäßig Tagesdistanzen von über 400 km zurückgelegt wurden - aus heutiger Sicht genauso unglaublich wie die bescheidene damalige technische Ausstattung der Rennräder und die miserable Qualität der Straßen, die man heute nur noch bei kurzen Kopfsteinpflasterpassagen des Radklassikers Paris-Roubaix findet. Die Austragung von Etappen im Hochgebirge, erstmalig 1910 in den Pyrenäen auf zumeist abenteuerlichen Viehwegen, fügten dem wachsenden Mythos des Rennens als „Tour der Leiden“ eine weitere Dimension hinzu. Ein Jahr später folgten die Alpen.
Die Zahl der Etappen wurde sukzessive erhöht auf 11 (1905), 15 (1910), 18 (1925) und schließlich bis zu 24 Etappen (1931). Die Gesamtlänge der Tour stieg auf bis zu 5.500 Kilometer. Die Länge der einzelnen Etappen wurde im Gegenzug stetig verkürzt. Die Anzahl der Ruhetage, die ab 1906 regelmäßig nach jeder Etappe eingelegt worden waren, verringerte sich. Seit den 1950er Jahren wird die Tour de France weitgehend in ihrer heutigen Gestalt ausgetragen.
Die Durchschnittsgeschwindigkeit des Rennens nahm im Laufe der Jahre kontinuierlich zu. Nachdem die erste Tour mit 25,67 km/h absolviert worden war, überschritt sie 1934 erstmals die Grenze von 30 km/h, 1956 die von 35 km/h. 1999 schließlich erreichte die Durchschnittsgeschwindigkeit erstmals 40 km/h und 2005 mit 41,65 km/h den bisherigen Rekord. Die schnellste einzelne Etappe einer Tour gewann 1999 Mario Cipollini nach einer Distanz von 194,5 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,35 km/h.
Viermal überschattete der Tod eines Fahrers die Tour de France. 1910 verunglückte Adolphe Helière an einem Ruhetag bei einem Badeunfall an der Côte d'Azur. Am 14. Juli 1935 stürzte der Spanier Francisco Cepeda bei einer Abfahrt einen Abhang am Col du Galibier hinab und starb drei Tage später im Krankenhaus an den Sturzfolgen. Kurz vor dem Gipfel des Mont Ventoux brach am 13. Juli 1967 der englische Radprofi Tom Simpson tot zusammen. Ursache waren eine Mischung von Amphetaminen zum Aufputschen sowie Alkohol zum Betäuben der Schmerzen. 1995 wiederum erlag der junge italienische Radprofi Fabio Casartelli seinen Verletzungen, die er sich bei einem Sturz bei der Abfahrt vom Col du Portet d'Aspet (Pyrenäen) zugezogen hatte.
Sieger
Der US-Amerikaner Lance Armstrong konnte von 1999 bis 2005 die Tour als erster Fahrer siebenmal gewinnen. Fünf Siege erreichten Jacques Anquetil (Frankreich, 1957 und 1961 - 1964), Eddy Merckx (Belgien, 1969 - 1972 und 1974), Bernard Hinault (Frankreich, 1978/1979, 1981/1982 und 1985) und Miguel Indurain (Spanien, 1991 - 1995). Die meisten Platzierungen auf dem Podium erreichte Raymond Poulidor, der dreimal Zweiter und fünfmal Dritter wurde, ohne auch nur einmal die Tour gewinnen zu können.
Der jüngste Toursieger war der 20jährige Henri Cornet 1904, der allerdings erst nachträglich zum Sieger erklärt wurde. Als ältester Fahrer gewann 1922 Firmin Lambot im Alter von 36 Jahren. Den knappsten Sieg feierte Greg Lemond bei der Tour de France 1989, als er mit nur acht Sekunden Vorsprung vor Laurent Fignon gewann. Den größten Abstand in der modernen Ära der Tour (seit 1947) legte Fausto Coppi 1952 mit über 28 Minuten zwischen sich und dem Zweiten Stan Ockers.
Mit 36 Erfolgen konnte bisher Frankreich die weitaus meisten Toursiege erreichen, gefolgt von Belgien mit 18. Mit deutlichem Abstand folgen die USA (10), Italien (9), Spanien (8), Luxemburg (4), die Schweiz und die Niederlande (je 2). Die französisch-belgische Dominanz in der Statistik spiegelt allerdings nicht das aktuelle Kräfteverhältnis wider. Der letzte Sieger aus einer der beiden Nationen wurde vor fast 20 Jahren gekürt: 1985 gewann der Franzose Bernard Hinault seine fünfte Tour. Seit dieser Zeit hat sich eine Reihe von neuen Nationen in die Siegerliste eingetragen: 1986 gab es den ersten der zehn US-amerikanischen, 1987 den ersten irischen und 1996 den ersten dänischen Sieg. 1997 schließlich errang der damals 23-jährige Jan Ullrich den ersten und bisher einzigen deutschen Toursieg.
- Siehe auch: Liste aller Sieger der Tour de France (mit den Gewinnern der Berg- und Sprintertrikots)
Preisgeld
Seit Gründung der Tour wurden für die Radprofis Preisgelder ausgelobt. Der erste Sieger erhielt 20.000 Francs. Seitdem wurde das Preisgeld immer weiter aufgestockt. Bei der Tour de France 2004 schütteten die Organisatoren insgesamt rund drei Millionen Euro aus, davon allein rund 400.000 Euro für den Gesamtsieger. Obwohl dies absolut gesehen große Summen sind, liegt die Dotierung der Tour jedoch weit unter der etwa von Tennis- oder Golfturnieren. Die Bedeutung der Preisgelder für die Tour nahm im Laufe der Jahre tatsächlich eher ab, da die besten Fahrer den Großteil ihres Gehalts nicht über Preisgeld, sondern durch die langfristigen Verträge mit ihren Radsportteams erzielen. Allerdings bemisst sich der Marktwert eines Radprofis sehr stark nach seiner Bilanz bei der Tour de France, so dass sich ein Erfolg bei der Tour indirekt finanziell enorm auswirkt.
Doping
Während der Tour de France 1998 erlebte der Radsport eine schwere Glaubwürdigkeitskrise: Bei der so genannten Festina-Affäre wurde im Spitzenteam Festina (mit den Stars Richard Virenque und Alex Zülle) eine systematische, flächendeckende Dopingpraxis aufgedeckt, nachdem bei Willy Voet, einem Betreuer der Mannschaft, durch Zufall große Mengen unerlaubter Substanzen - vor allem Erythropoetin (EPO) - gefunden worden waren. Diese Entdeckung verdeutlichte auch die Unwirksamkeit der damaligen Dopingkontrollen: Keiner der Festina-Fahrer war positiv getestet worden. Es kam schließlich zum Ausschluss der Mannschaften Festina und TVM; die spanischen Mannschaften zogen sich aus Protest gegen die Ermittlungsmethoden der französischen Behörden von der Tour zurück. Die Tour de France 1998 wurde schließlich von Marco Pantani gewonnen, der dann ein Jahr später selbst wegen eines auf Doping hinweisenden stark erhöhten Hämatokritwerts vom Giro d'Italia ausgeschlossen wurde.
Die Festina-Affäre stellte allerdings nur den Höhepunkt der die Tour de France seit Jahrzehnten begleitenden Dopingproblematik dar. Als 1966 erstmals bei der Tour unangekündigte Dopingkontrolle stattfanden, streikten die Fahrer am darauffolgenden Tag. 1967 starb der u. a. mit Amphetaminen gedopte Tom Simpson beim Anstieg zum Mont Ventoux. In den 1970er und 1980er Jahren wurden trotz äußerst mangelhafter Kontrollen wiederholt Fahrer positiv getestet, darunter die Toursieger Felice Gimondi, Joop Zoetemelk, Pedro Delgado und Laurent Fignon. Zahlreiche andere Spitzenfahrer legten nach Beendigung ihrer Karriere mehr oder weniger eindeutige Doping-Geständnisse ab, darunter Eddy Merckx. Sowohl die juristischen als auch die öffentlichen Verurteilungen zum Thema Doping fielen lange Zeit eher milde aus.
Der Welt-Radsport-Verband UCI trug mit seinem oft wenig konsequenten Umgang mit der Dopingproblematik dazu bei, dass der Radsport in der Öffentlichkeit immer häufiger mit Doping in Verbindung gebracht wird. Auch der Tour-Sieger der Jahre 1999-2005, Lance Armstrong, musste sich immer wieder mit dem Verdacht auseinander setzen, sein Erfolg wäre auf Medikamente zurückzuführen, die bei der Therapie seiner schweren Krebserkrankung verwendet wurden. Im Jahr 2005 hat ein französisches Dopinglabor sieben positive B-Proben von Lance Armstrong während seines ersten Toursiegs 1999 aufgedeckt. Welche Konsequenzen dies hat, ist noch unsicher. Heute hat der Radsport eines der strengsten Dopingkontrollsysteme im internationalen Sport, in regelmäßigen Abständen werden neue Dopingfälle nachgewiesen. Unklar bleibt, in welchem Maße Doping weiterhin ein übliches Mittel der Leistungssteigerung im Radsport darstellt.
Kritisch zu bedenken ist jedoch, dass obwohl die Athleten angeblich ohne verbotene leistungssteigernde Substanzen fahren, es keinen Leistungsabfall bei den Ergebnissen der Tour zu geben scheint (siehe Richard Virenque), eher das Gegenteil ist der Fall.
Klassements
Eine Reihe von farblich abgehobenen Trikots kennzeichnen die besten Fahrer verschiedener Wertungen. Die Trikots werden den Fahrern nach jeder Etappe in einer feierlichen Zeremonie angezogen. Jedes Trikot wird dabei von einem eigenen Sponsor präsentiert. Die Fahrer sind verpflichtet, die entsprechenden Wertungstrikots zu tragen. Wenn ein Fahrer im Besitz mehrerer Trikots ist, trägt er das wichtigere. Dabei gilt folgende Reihenfolge: Gelbes, Grünes, Bergtrikot, weißes Trikot. In diesem Fall wird das nächstniedrigere Trikot von dem Zweitplatzierten in der jeweiligen Wertung präsentiert. Als einzigem Fahrer gelang es Eddy Merckx 1969, im gleichen Jahr die drei wichtigsten Wertungen zu gewinnen.
Gelbes Trikot (Gesamtwertung)
Der Fahrer mit der geringsten Gesamtzeit trägt das berühmte Gelbe Trikot (le maillot jaune) des Führenden der Gesamtwertung. Dafür werden die von den Fahrern benötigten Zeiten aller Etappen zusammengerechnet. Eventuelle Zeitgutschriften werden von der Gesamtzeit subtrahiert: So erhält jeder Etappensieger eine Zeitgutschrift von 20 Sekunden, die Etappenzweiten und -dritten 12 bzw. 8 Sekunden. Bei Zwischensprints werden 6, 4, und 2 Sekunden Gutschrift für die ersten drei Fahrer vergeben. Wer nach der letzten Etappe die kürzeste Gesamtzeit auf seinem Konto hat, gewinnt die Tour. Haben mehrere Fahrer einen Zeitunterschied von weniger als einer Sekunde, werden die mit Hunderstelsekunden gestoppten Zeitfahrergebnisse zu Rate gezogen. Die besten Fahrer trennen heutzutage meist nur wenige Minuten, während der Letzte des Klassements rund drei bis vier Stunden Rückstand aufweist.
Gelbe Trikot]]
Das Gelbe Trikot wurde 1919 eingeführt, um die Identifizierung des Spitzenreiters für die Zuschauer zu vereinfachen. Der erste Träger des Trikots war der Franzose Eugène Christophe. Am längsten trug der belgische „Kannibale“ und fünffache Toursieger Eddy Merckx das gelbe Trikot – insgesamt 96 Etappen lang (incl. Ruhetage 111 Tage). Der einzige Fahrer, der von der ersten bis zur letzten Etappe im gelben Trikot fuhr, war der Luxemburger Nicolas Frantz 1928: Als Vorjahressieger trug er das gelbe Trikot bereits auf der ersten Etappe und legte es bis zur letzten Etappe nicht wieder ab.
Literarische Weihen erlangte das Gelbe Trikot durch ein Epigramm von Günter Grass:
Als die Spitzengruppe von einem Zitronenfalter überholt wurde, gaben viele Radfahrer das Rennen auf.
Grünes Trikot (Sprintwertung)
Der beste Sprinter wird seit 1953 mit dem Grünen Trikot (le maillot vert) geehrt. Die Wertung erfolgt durch ein Punktesystem, welches vor allem Etappenankünfte, aber auch Zwischensprints bewertet. Flachetappen zählen hierbei deutlich mehr als Bergetappen. Der Berliner Erik Zabel hat das Sprintertrikot sechsmal in Folge (von 1996 bis 2001) nach Paris tragen können und ist damit alleiniger Rekordhalter vor dem Iren Sean Kelly (vier Siege zwischen 1982-89). Das grüne Trikot ist farblich im dunkelgrünen Bereich angesiedelt. Das Farbspektrum der Trikots ist von der Tourleitung streng festgelegt.
Die Rangliste der meisten Etappensiege wird von zwei fünfmaligen Gesamtsiegern angeführt: Eddy Merckx gewann bei nur sieben Teilnahmen insgesamt 34 Etappen, Bernard Hinault konnte 28 Mal triumphieren. Es folgen der zweimalige Toursieger André Leducq (25) sowie der Sprinter André Darrigade (22). Lance Armstrong liegt als bester aktiver Fahrer mit 21 Etappensiegen (exklusive zwei Mannschaftszeitfahren) auf dem fünften Rang.
Bergtrikot
Ein Bergpreis wird bereits seit 1933 ausgelobt, aber erst seit 1975 wird auch hier ein Bergtrikot – weiß mit roten Punkten (le maillot à points rouges) – verliehen. Punkte für das Bergtrikot werden nach Anstiegen der Kategorien 4 (leicht) bis 1 (schwer) sowie der hors catégorie (außerordentlich schwer) vergeben. Als einzigem Fahrer gelang es Richard Virenque, zwischen 1994 und 2004 die Bergwertung siebenmal zu gewinnen, gefolgt von Federico Bahamontes (zwischen 1954-64) und Lucien van Impe (1971-83) mit je sechs Siegen.
Weißes Trikot
Seit 1975 wird bei der Tour ein weißes Trikot für den besten Jungprofi vergeben. Diese Wertung ermittelt die besten Fahrer, die im Jahr der jeweiligen Tour höchstens 25 Jahre alt sind. Zwischen 1989 und 1999 war dieses Klassement keine offizielle Wertung der Tour de France, wurde jedoch im Jahr 2000 wieder eingeführt.
Rote Rückennummer
Die "rote Rückennummer" wird nach jeder Etappe an den kämpferischsten Fahrer des gesamten Fahrerfeldes vergeben. Diese Auszeichnung ist die einzige bei der Tour, die durch eine Fachjury ermittelt wird. Die Jury, bestehend aus acht Mitgliedern (darunter Sportler, Rennleiter und Journalisten) entscheidet nach jeder Etappe, welcher der Fahrer den besten Kampfgeist gezeigt hat. Der Preis wird dann jeden Morgen auf dem offiziellen Podium dem Fahrer überreicht. Am Ende der Tour wird in Paris der kämpferischste Fahrer der gesamten Tour gewählt.
Mannschaftswertung
Seit 1930 wird auch die beste Mannschaft ermittelt. Für diese Wertung werden bei jeder Etappe die Zeiten der besten drei Fahrer einer Mannschaft addiert.
Reglement
Zeitnahme und -limit
Im Ziel werden die Abstände zwischen den einzelnen Fahrern bzw. Fahrergruppen registriert. Alle Fahrer einer geschlossenen Gruppe werden mit der gleichen Zeit bewertet.
Bei allen Etappen außer dem Prolog wird ein Zeitlimit festgelegt, innerhalb dessen jeder Fahrer ins Ziel kommen muss. Das Zeitlimit wird nach Schwierigkeitsgrad und Durchschnittsgeschwindigkeit der jeweiligen Etappen berechnet. Das Limit schwankt dementsprechend zwischen 4 - 18 % (25% bei Zeitfahren) der Zeit des Etappensiegers. Allerdings hat die Rennleitung die Möglichkeit, das Zeitlimit flexibel zu verlängern, was regelmäßig angewandt wird, wenn eine größere Gruppe das Zeitlimit verpasst.
Verpflegung
Auf jeder Etappe gibt es ein bis zwei als solche gekennzeichnete Verpflegungszonen, wo die Mitarbeiter der Teams den Fahrern von der Tourorganisation genehmigte Verpflegungsbeutel reichen dürfen. Das Entgegennehmen von Nahrung und Getränken, die Zuschauer den Profis anbieten, erfolgt auf eigene Gefahr. Bis kurz vor Ende des Rennens dürfen zudem die Sportlichen Leiter ihren Fahrern Wasserflaschen oder Energieriegel aus dem Teamfahrzeug reichen. Jeder Mannschaft der Tour stehen dabei vier Fahrzeuge zur Verfügung, von denen nur zwei im Rennen genutzt werden dürfen. Die Fahrzeuge müssen immer rechts fahren, hinter den Autos der Tourleitung und des ärztlichen Dienstes. Die Mannschaftswagen dürfen nur nach der Aufforderung durch das interne „Radio Tour“ nach vorne fahren.
Technische und ärztliche Hilfe
Eine Pannenhilfe wird entweder durch das Team oder den unabhängigen Materialwagen durchgeführt. Bei einer Reifenpanne dürfen die Räder nur innerhalb der Mannschaft ausgetauscht werden. Pannenhilfe ist immer nur hinter einer Ausreißergruppe und hinter dem Hauptfeld am rechten Straßenrand erlaubt. Benötigt ein Fahrer einen Arzt, darf es nur ein Arzt des offiziellen ärztlichen Dienstes sein. Der Fahrer wird dann am Ende des Pelotons behandelt.
Bei Stürzen oder Pannen auf den letzten drei Kilometern werden die Fahrer mit der gleichen Zeit wie die Gruppe, der sie angehörten, gewertet.
Verstöße
Die Regeln werden von den Rennkommissaren überwacht, die auf Motorrädern das Rennen begleiten. Sehen sie Rennverstöße, können sie diese mit bestimmten Strafen ahnden. Verstöße gegen das Reglement werden mit Geldstrafen (in Schweizer Franken), Zeitstrafen oder der Disqualifikation geahndet. Unerlaubte Sprints werden mit Zurücksetzungen im Tagesklassement (ohne Zeitstrafe) bestraft.
Das Reglement untersagt, sich anschieben zu lassen, sich von Autos oder Motorrädern ziehen zu lassen oder diese als Windschatten zu benutzen. Eine Ausnahme stellt dar, wenn der Fahrer während der Fahrt von offiziellen Tourarzt medizinisch behandelt wird oder sein Rad von einem Mechaniker reparieren lässt. Wenn ein Fahrer eine Panne hatte, benutzt er oft die Autos der Sportlichen Leiter, um in deren Windschatten wieder Anschluss an das Peloton zu bekommen. Solche Verstöße werden fast nie geahndet.
Aufgabe
Fahrer, die das Rennen aufgeben, müssen ihre am Rahmen sowie am Trikot befestigte Startnummer am Besenwagen abgeben.
Fans
Die Tour de France gilt als eine der publikumsträchtigsten Sportveranstaltungen der Welt. Jedes Jahr säumen Millionen Radsportfans (bzw. interessierte Anwohner) das Geschehen am Straßenrand. Insbesondere bei den Bergetappen zieht eine Karawane von Wohnmobilen mit dem Tourtross mit, um jeden Tag von neuem die Radfahrer anzufeuern. Bekanntester deutscher Fan ist Didi Senft, der als Teufel verkleidet seit Jahren bei Tour-Übertragungen im Fernsehen zu sehen ist.
Die französische Post überreicht nach Etappenende eingegangene Fanschreiben direkt an die Fahrer. Um einen Brief korrekt an Tourteilnehmer X zu adressieren, genügt folgende Anschrift: "Coureur X, Tour de France".
Kleines Tour-de-France-Lexikon
Didi Senft
Didi Senft
- Belgischer Kreisel - Form des Windschattenfahrens in der Gruppe. Dabei wird in schneller Folge von vorne nach hinten gewechselt, so dass auch die zurückfallenden Fahrer eine Reihe bilden. Sowohl innerhalb der Reihe der zurückfallenden als auch innerhalb der Reihe der nach vorn aufrückenden Fahrer geben sich dabei die Fahrer Schutz vor dem Wind. Bei Seitenwind fahren die Fahrer seitlich versetzt - in beiden Reihen, so daß sich die Formation schräg über die Straße erstreckt.
- Besenwagen - s. voiture balai
- caravane publicitaire - Werbekarawane, die vor den Fahrern herfährt
- chapeau - „Hut ab“, Ehrenbezeugung für die Champions
- contre-la-montre - „gegen die Uhr“, Zeitfahren
- finisseur - Sprinter
- flamme rouge - "rote Flamme“, kennzeichnet den Beginn des letzten Kilometers (siehe nebenstehendes Bild), auch als "Teufelslappen" bezeichnet
- grande boucle - „große Schleife“, Bezeichnung der Tour
- grimpeur – „Kletterer“, Bergfahrer
- gruppetto – Die letzte Grupper eine Bergetappe, meist Sprinter die gemeinsam gegen die Zeit kämpfen müssen.
- hors catégorie - Bergwertung der schwersten („außerordentlichen“) Kategorie
- Königsetappe - Die schwerste (Berg-)Etappe einer Tour
- Lutscher - Fahrer der sich (in einer Ausreißergruppe) nicht an der Tempoarbeit beteiligt
- maillot jaune - gelbes Trikot des Führenden der Gesamtwertung
- peloton - Hauptfeld
- poursuivant - Verfolger
- radio tour - der offizielle Tourfunk 150,575 MHz
- tête de la course - „Kopf des Feldes“, Spitzengruppe
- tour d'honneur - „Ehrentour“, letzte Etappe, die auf den Avenue des Champs-Élysées endet, bei der der Träger des Gelben Trikots traditionell nicht mehr angegriffen wird
- voiture balai - Besenwagen, großräumiges Fahrzeug (meist Kleinbus), der in der Frühgeschichte des Radsports zurückgefallene Fahrer "aufsammelte". Heute müssen Fahrer, die das Rennen aufgeben, ihre Startnummer beim verantwortlichen Kommissär des am Ende des Feldes fahrenden Schlusswagens abgeben.
- Wasserträger - Den Favoriten des Teams unterstützende und versorgende Fahrer.
Literatur, Musik und Film
Sachbücher
- 100 Jahre Tour de France 1903-2003, Delius Klasing Verlag 2003, ISBN 3895951897 - Gekürzte deutsche Übersetzung einer dreibändigen Dokumentation aus dem Archiv der französischen Sportzeitung L'Équipe, mit Zusammenfassungen, Statistiken, Fotos und Originalberichten der einzelnen Tour-Jahre (bis 2002)
- Hans Blickensdörfer: Tour de France. Mythos und Geschichte eines Radrennens, Sigloch Edition 1997, ISBN 3893931600 - Schilderung der Tour de France aus der Sicht des Doyens der deutschen (Rad-)Sportberichterstattung (bis 1997)
- Les Woodland: Halbgötter in Gelb. Das Lesebuch zur Tour de France, covadonga 2003, ISBN 3936973008 - Eher feuilletonistisch angelegtes, in Episoden erzähltes Lesebuch eines britischen Journalisten
- Ralf Schröder/Hubert Dahlkamp: Nicht alle Helden tragen Gelb. Die Geschichte der Tour de France, Verlag Die Werkstatt 2003, ISBN 3895334065 - Wie „Halbgötter in Gelb“ eine eher anekdotisch, mit Hintergründen erzählte Geschichte der Tour
- Roland Barthes: Die Tour de France als Epos, in: Gunter Gebauer/Gerd Hortleder: Sport-Eros-Tod, Suhrkamp 1986. - Philosophische Analyse der Tour als archaisch-heroisches Ereignis. ISBN 3518113356
Romane
- André Reuze: Giganten der Landstraße, Neuauflage Sportverlag 1998, ISBN 3328008071 (z.Z. vergriffen) - erstmals 1928 erschienener Roman eines französischen Sportjournalisten, gibt einen Einblick in die „heroische Epoche“ der Tour
- Hans Blickensdörfer/Hennes Roth: Salz im Kaffee, Neuauflage covadonga 2003, ISBN 3936973040 - Roman des Journalisten und Schriftstellers Blickensdörfer, dessen Hauptfigur stark an Didi Thurau angelehnt ist
Musik
- 1983 veröffentlichte die deutsche Elektronikband Kraftwerk die Single Tour de France als Reminiszenz an die „Große Schleife“. Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben, die Köpfe der Gruppe, gelten als Radsportfanatiker. Diese Radsportliebe führte Ende der 1980er sogar zur Trennung der ursprünglichen Kraftwerk-Besetzung. Das Stück wurde jahrelang als Titelmusik der ARD-Übertragungen der Tour verwendet. Zur Tour de France 2003 brachten Kraftwerk das Konzeptalbum Tour de France - Soundtracks heraus, welches auf Basis des alten Tour de France-Titels das Thema Tour neu interpretiert. Die Veröffentlichung gelangte in Deutschland an die Spitze der Albumcharts.
- Die britische Rockband Queen schrieb 1978 das Lied Bicycle Race. Die Inspiration dazu kam ihnen, als der Tourtross nahe bei ihrem Aufnahmestudio in Montreux vorbeifuhr (auf der Etappe nach Lausanne). Inzwischen wurde dieses Stück auch von der deutschen Dance-Interpretin Blümchen gecovert.
Film
- Höllentour: Dokumentarfilm von Pepe Danquart, der Erik Zabel und Rolf Aldag bei der Tour de France 2003 begleitete.
Weblinks
- [http://www.letour.fr Offizielle Webseite der Tour de France (in frz., engl., span. und dt.)]
- [http://tour.ard.de Online-Berichterstattung der ARD]
- [http://www.memoire-du-cyclisme.net Alle Daten der einzelnen Rundfahrten]
- [http://www.eurosport.de/radsport Online-Berichterstattung des Sportsenders zu großen Radrennen.]
- [http://www.novo-magazin.de/64/novo6480.htm 100 Jahre Tour de France] Artikel von Bernd Herrmann
Kategorie:Radrennen
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ja:ツール・ド・フランス
th:ทูร์ เดอ ฟรองซ์
Kategorie:AlpenpassKategorie:Pass
Kategorie:Alpen
Kardung LaKhardung Pass (auch Khardong Pass, Khardung La) liegt in der Provinz Ladakh im Nordwesten Indiens und ist mit 5604 m ü. NN der höchste befahrbare Gebirgspass der Erde.
Von Leh (3700 m ü. NN) windet sich die größtenteils asphaltierte Strasse 39 Kilometer lang zum Khardung Pass, der das Indus Tal mit dem Sheyok- und Nubra Tal verbindet. Wegen des Grenz-Konflikts Indiens mit Pakistan und China (strategisch wichtiger Punkt ist der Siachen Gletscher im Karakorum) wird die Straße fast ganzjährig vor allem für Militärfahrzeuge geräumt und offengehalten. Auf halber Strecke passiert man einen Checkpoint der indischen Armee (South Poll) wo dem Reisenden die Einreisepapiere (Permit/Reisegenehmigung für 7 Tage erhält man für ca. 150 Rupien über diverse Reisebüros in Leh) abverlangt werden. Weiter führt die Straße, die oft auch im Sommer durch Schneefälle und wegen der schlechten Bereifung der Fahrzeuge schwer passierbar ist, bis hinauf zur Passhöhe in 5604 m Seehöhe von wo aus man den ersten Blick auf das Karakorum Gebirge mit Gasherbrum I (8068 m) und Gasherbrum II (8034 m) sowie Broad Peak (8047m) und schließlich Mt. Goodwin Austen oder K2 (8611 m) hat.
Der erste Streckenabschnitt der Nordrampe des Passes ist atemberaubend in eine Schnee- und Eisflanke geschnitten. Nach kurzer Fahrt erreicht man den North Poll, einen weiteren Checkpoint der Armee. Nach mehreren Kilometern, in ca. 4300 m Seehöhe leuchtet das Grün der Gerstenfelder rund um den Weiler Khardong dem der Pass seinen Namen verdankt. Weiter talwärts erreicht man nach ca. halbstündiger Fahrt das Dorf Khalsar am wilden Sheyok Fluss mit einem weiteren Militär-Kontrollposten. Von da an führt die Straße entlang des Sheyok zur Koyakbrücke wo sie sich einerseits Richtung Panamik (Nubratal aufwärts Richtung Siachen Gletscher) und andererseits Richtung Diskit (Hauptort und Verwaltungszentrum des Nubra Tales) und Hundar gabelt.
Nennenswerte Besichtigungen im Nubratal:
- Thermalquellen in Panamik
- Kloster Diskit
- Kloster Hundar
- Sanddünen zwischen Hundar und Diskit (Kamelritte möglich)
Kategorie:Gebirgspass, Kategorie:Geographie (Indien)
Khyber-Pass
Der 1.070 m hohe Chaiber-Pass (auch: Khaiberpass, englisch: Khyber Pass) ist der wichtigste Bergpass des Hindukusch und eine geographisch, historisch und wirtschaftlich wichtige Verbindung zwischen Zentralasien und dem indischen Subkontinent. Er verläuft im Grenzgebiet der heutigen Staaten Afghanistan und Pakistan und verbindet die afghanische Hauptstadt Kabul mit der pakistanischen Grenzstadt Peschawar. Der Pass dient als Umgehungsweg der Schluchten des Kabulflusses (Darja-je-Kabul), der das Hochland um Kabul zum Indus hin entwässert.
Seit vielen Jahrhunderten bewohnen und kontrollieren paschtunische Stämme die Region des Chaiberpasses.
Der Pass stellt schon seit dem Altertum die wichtigste Verbindung in die indischen Tiefebenen dar. Über ihn wanderten die indogermanischen Indoiraner in Indien ein, und Alexander der Große hat ihn benutzt und seine strategische Bedeutung erkannt. Die Muslime brachten so den Islam nach Indien. Auch Marco Polo ist vermutlich über diesen Pass nach Peschawar gekommen. Auch der südliche Arm der Seidenstraße von Buchara nach Indien benützt diese Strecke. Ab dem 16. Jahrhundert verlor der Übergang durch die zunehmende Bedeutung der Seefahrt seine beherrschende Stellung. Im 19. Jahrhundert geriet der Pass unter britische Kontrolle. Seit der Unabhängigkeit Pakistans (1949) wird er von Islamabad aus verwaltet, obwohl geographisch gesehen der größte Teil des Passes in Afghanistan liegt.
1920–1925 wurde der Chaiber-Pass durch eine Bahnlinie von Pakistan aus erschlossen. Diese wurde von der britischen Besatzung aus militärischen Gründen gebaut, um schnell Truppen in das Grenzgebiet zu Afghanistan verlegen zu können. Die Strecke führt durch zahlreiche Tunnel und weist auch zwei Spitzkehren auf.
Ab 1980 war der Pass durch den Afghanistan-Konflikt praktisch unbenutzbar, auch der Eisenbahnverkehr wurde eingestellt. Heute wird versucht, das Gebiet touristisch zu nutzen, vor allem von Pakistan aus. Dafür wurde auch die Bahnstrecke wieder in Betrieb genommen.
Weblinks
- [http://www.rolandziegler.de/Railtours/pakistan96/khyber/gallery_khyber1.html Bahnstrecke in Pakistan]
Kategorie:Afghanistan
Kategorie:Gebirge in Asien
Kolumbien
Kolumbien (spanisch Colombia) ist ein Staat im nördlichen Teil von Südamerika und grenzt an Brasilien, Peru, Ecuador, Venezuela und Panama.
Kolumbien liegt am Pazifischen Ozean und an der Karibik.
Geografie
Kolumbien liegt im Nordwesten Südamerikas und grenzt sowohl an den atlantischen (1.600 km Grenzlinie), als auch an den pazifischen Ozean (1.300 km Grenzlinie). Im Südwesten liegen Ecuador und Peru, im Nordosten Venezuela und im Südosten Brasilien.
Die westliche Hälfte Kolumbiens wird von den Anden dominiert, die in drei große Bergketten geteilt sind: die westliche, die zentrale und die östliche Kordillere. Zwischen den Bergketten fließen die großen, teilweise befahrbaren Flüsse Cauca und Magdalena in den atlantischen Ozean. Die Hochgebirge beherbergen die zum Teil aktiven Vulkane Galeras, Huila, Nevado del Ruiz, Purace, Tolima und Doña Juana. Die höchsten Gipfel sind der Pico Cristóbal Colón sowie der Pico Simón Bolívar, beide jeweils 5.775 m hoch und in der Sierra Nevada de Santa Marta gelegen.
Die östliche Hälfte ist durch dicht bewaldetes Flachland charakterisiert, durch das die Flüsse Putumayo, Yapura, Meta und Guaviare fließen, die entweder im Orinoco oder im Amazonas münden.
Kolumbien hat Küsten sowohl am atlantischen wie am pazifischen Ozean. Die bekanntesten Inseln im Atlantik sind der Archipel von San Andrés und Providencia (770 km nordöstlich von Kolumbien), mit den Inseln San Andrés, Providencia und Santa Catalina. Der karibischen Küste vorgelagert ist die Insel Fuerte und die Archipele von San Bernardo und del Rosario. Im Pazifik liegen die Inseln Malpelo und Gorgona und Gorgonilla.
Je nach Meereshöhe unterscheidet man vier Klimazonen. In den Flachländern (Llanos) herrscht tropisches Klima über 24° C, zwischen 1.000 und 2.000 m gemäßigtes Klima (17-24° C), zwischen 2.000 und 3.000 m kaltes (12-17° C) und in den Bergregionen (Páramos) ab 3.000 m Höhe hochalpines Gletscherklima (unter 12° C).
Kolumbiens größte Städte sind die Hauptstadt Santa Fé de Bogotá, Medellín, Cali, Cartagena de Indias, Barranquilla, Ibagué, Manizales, Pasto, Cúcuta und Bucaramanga.
Siehe auch: Städte in Kolumbien
Umwelt
Kolumbiens Lage mit unterschiedlichen Höhenstufen und Klimazonen, die den Übergang und Kontakt zwischen Amazonas und Anden einschliessen, heterogene Bodenbedingungen bedingen eine große Biodiversität mit einer hohen Anzahl endemischer Arten. Kolumbien ist eines der Länder mit der größten Artenvielfalt pro Gebietseinheit weltweit: Mit nur 0,7 % Anteil an der weltweiten Festlandsmasse vereinigt das Land 10% aller Tier- und Pflanzenarten des Planeten auf seinem Staatsgebiet. Obwohl Kolumbien den Schutz seiner natürlichen Ressourcen bereits seit den 70er Jahren vorantreibt, haben neben natürlichen Umweltkatastrophen (häufig entweder bedingt durch extreme Trocken- oder Regenzeiten) vor allem das dynamische soziale und wirtschaftliche Wachstum und die bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen in den letzten Jahrzehnten erhebliche Umweltschäden mit sich gebracht.
Mit der Verfassung von 1991 hat sich das Land nun explizit der Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung verschrieben; etwa 60 Verfassungsartikel beziehen sich direkt oder indirekt auf die Umwelt. Den normativen Rahmen für die Ausgestaltung dieser Vorgaben bildet das Gesetz 99 von 1993, durch das ein Umweltministerium als Bestandteil des Nationalen Umweltsystems (Sistema Nacional Ambiental, kurz SINA) geschaffen wurde. Zum SINA gehören nebem dem Ministerium unter anderem die Regionalentwicklungsbehörden, die mit dem Management der natürlichen Ressourcen und ihrer nachhaltigen Entwicklung beauftragt sind, städtische Umweltplanungsbehörden und -systeme wie das DAMA in Bogotá und der Ecofondo, der Zusammenschluss aller Umwelt-NGOs. Staatliche Umweltpläne sollen zur Erreichung der ehrgeizigen Ziele beitragen. Allerdings werden den Regionalentwicklungsbehörden unter anderem überhöhte Betriebskosten, fehlende Investitionen in Umweltprogramme und die Aufgabe wieder aufgeforsteter Gebiete vorgeworfen. Diese und andere Mängel sollen deshalb mittels einer weitgreifenden Umweltsektorreform beseitigt werden. Dazu wurde bereits im März 2003 ein Gesetzesvorschlag vorgelegt; darüber hinaus wurde das Umweltministerium im April 2003 zum Ministerio de Ambiente, Vivienda y Desarollo Territorial fusioniert. Derzeit gibt es Bestrebungen, die bereits seit Jahrzehnten bestehende Nationalparkverwaltung (UAESPNN - Unidad Administrativa Especial del Sistema de Parques) umzustrukturieren.
Insgesamt wird die bisherige Umweltpolitik von Präsident Uribe oft als ein Rückschritt hinter bereits erzielte Erfolge bezeichnet, insbesondere, da die Umwelt- und Naturzerstörung als Folge des bewaffneten Konflikts von Jahr zu Jahr steigt.
Klima
Da der Äquator durch Kolumbien läuft, liegt das Land in der tropischen Klimazone. Der Norden, also die Karibikküste, liegt in der subtropischen Zone. In Gebieten unterhalb 550m werden Durchschnittstemperaturen von 25°C bis 30°C gemessen (tropischer Bereich), zwischen 550m und 2300m Jahresmittel von bis zu minimal 18°C (gemäßigter Bereich) erreicht. Zwischen 2300m und 3000m beträgt die Temperatur nur noch 10 - 17°C.
Bogotá, welches in einer Höhe von 2550m über dem Meeresspiegel liegt, hat eine Jahresdurchschnitttempereatur von 13°C. Über 3000m liegt die kaltgemäßigte bis kalte Klimazone mit Temperaturen zwischen - 17,8°C bis +12,8°C.
Jährlich gibt es zwei Regenzeiten (April und Oktober) und zwei Trockenzeiten, die aber nicht extrem ausfallen.
An der Westküste der Anden fällt die größte Menge an Niederschlag. Im südlichen Teil des Landes werden ca. 3000mm Niederschlag pro Jahr und m² gemessen, im Norden bis zu 10.000mm. Einige Orte mit einem Niederschagsvolumen von bis zu 16.000mm im Jahr gehören zu den regenreichsten Gebieten der Erde.
Die östlichen Gebiete werden weniger stark beregnet. Durch den Passatwind sind diese Teile der Karibikküste sehr regenarm (unter 400mm Niederschlagsmenge pro Jahr und m²). Weiterhin ist die Niederschlagsmenge in den Hochtälern und Hochbecken durch die Regenschattenseite nur bei 1000mm angesiedelt.
Bevölkerung
Kolumbien mit einer Bevölkerungszahl von ca. 42,31 Mio. hat auf Grund seiner Geschichte eine sehr diversifizierte Bevölkerungsstruktur. Auf jedem Quadratkilometer leben durchschnittlich 31 Einwohner. 72% der Gesamtbevölkerung leben in den Ballungsgebieten und Städten, hauptsächlich in den Tälern des Río Magdalena und des Río Cauca sowie an der Küste des karibischen Meeres. Allein in Bogota, die Hauptstadt und das Zentrum der Industrie, lebt ca. 1/7 der Bevölkerung. Die Bevölkerung setzt sich aus drei sehr unterschiedlichen Gruppen zusammen: den indigenen Indios, den europäischen, zumeist aus Spanien stammenden Kolonisten und den importierten Sklaven aus afrikanischer Herkunft. Die heutige Demografie des Landes besteht aus einer Mischung dieser Gruppen.
Demografie
Verbindungen zwischen diesen Gruppen waren und sind sehr weit verbreitet. Den größten Anteil an der Bevölkerung stellen mit 60 % die Mestizen, deren Vorfahren Europäer und Indigene waren. Zur hellhäutigen Bevölkerung gehören die Kreolen, Nachfahren der europäischen Kolonisten, die somit die größte Minderheit mit 20 % darstellen. Weiter sind mit 16 % die Mulatten in der kolumbianischen Gesellschaft vertreten, Nachkommen von Europäern und afrikanischen Sklaven. Rein afrikanische Vorfahren haben 4 % der Bevölkerung, 3 % zählen zu den Zambos, die von afrikanischen Sklaven und indigenen Indios abstammen. Im Dorf Palenque de San Basilio existiert die einzige spanischbasierte Kreolsprache in Lateinamerika. Die Menschen dort sind zum größten Teil Nachfahren entlaufener Sklaven und sprechen Palenquero. Heutzutage werden nur noch 1 % als Indigene klassifiziert, unter anderem durch ihre Kultur und Sprache. Dominant ist die römisch-katholische Glaubensrichtung (ca. 90 % der Bevölkerung).
Völkerbewegungen vom Land in die Stadt sind massiv. Stadtbevölkerung ist von einem Anteil von 57 % der Gesamtbevölkerung im Jahre 1951 auf 74 % 1994 gestiegen. Dreißig Städte haben mehr als 100.000 Einwohner. Die östlichen Llanos Kolumbiens, die aus 9 Departamentos bestehen und 54 % der Fläche ausmachen, beherbergen nur 3 % der Bevölkerung und damit eine Dichte von einer Person pro Quadratkilometer.
Siehe auch: Afrokolumbianer
Geschichte
Nach der Entdeckung Mittelamerikas durch spanische Seefahrer entstanden mit Santa Marta (gegr. 1527) und Cartagena de Indias (gegr.1533) die ersten kolonialen Stützpunkte an der kolumbianischen Karibikküste.
Als im Jahr 1537 die ersten spanischen Entdecker unter Gonzalo Jiménez de Quesada in das Andengebiet vordrangen, wurden die Chibcha unterjocht. Die Spanier erbauten einige Siedlungen, die die ehemaligen indianischen Handelszentren ersetzten, so zum Beispiel Santa Fé de Bogotá und Tunja (gegr. beide 1539). Wenig später erfolgte die Gründung einer Provinz, aus der sich das Vizekönigreich Neugranada entwickelte.
Kolumbien ist einer der Staaten, die durch den Zerfall Großkolumbiens im Jahr 1830 entstand (andere sind Ecuador und Venezuela). Bis zum Jahre 1903 gehörte Panama zu Kolumbien.
Kolumbien gehört zu der 1969 gegründeten Andengemeinschaft, die seit 1995 eine Freihandelszone zwischen den Mitgliedsstaaten aufgebaut hat.
Seit Jahrzehnten dauert nun schon der Bürgerkrieg in Kolumbien an. Nach einer Welle von Gewalt und Terror verhängt Präsident Álvaro Uribe Vélez am 12. August 2002 für 90 Tage den Ausnahmezustand.
Der im Jahre 2003 von Präsident Álvaro Uribe begonnene Friedensprozess mit den Paramilitärs droht zu scheitern. Ein Grund dafür ist das spurlose Verschwinden des Gründers der Paramilitärs, Carlos Castaño, ein anderer die Forderung der Paramilitärs, für ihre Taten, einschließlich des Drogenhandels, nicht bestraft und an die USA ausgeliefert zu werden.
Siehe auch: Liste der Präsidenten Kolumbiens
Verwaltungsgliederung
Kolumbien ist in 32 Provinzen untergliedert (Hauptstädte in Klammern):
right
#Amazonas (Leticia)
#Antioquia (Medellín)
#Arauca (Arauca)
#Atlántico (Barranquilla)
#Bolívar (Cartagena de Indias)
#Boyacá (Tunja)
#Caldas (Manizales)
#Caquetá (Florencia)
#Casanare (Yopal)
#Cauca (Popayán)
#Cesar (Valledupar)
#Chocó (Quibdo)
#Córdoba (Monteria)
#Cundinamarca (Bogotá)
#Guainía (Puerto Inirida)
#Guaviare (San José del Guaviare)
#Huila (Neiva)
#La Guajira (Riohacha)
#Magdalena (Santa Marta)
#Meta (Villavicencio)
#Nariño (Pasto)
#Norte de Santander (Cúcuta)
#Putumayo (Mocoa)
#Quindío (Armenia)
#Risaralda (Pereira)
#San Andrés und Providencia (San Andrés)
#Santander ( | | |