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Geschichte Der USA

Geschichte der USA

Zählt man die früheste Kolonisierungsphase zur Geschichte der USA, so beginnt diese mit der Entdeckung Amerikas um das Jahr 1000, als die Wikinger unter Leif Erikson als erste Europäer den Norden des amerikanischen Kontinentes erreichten und in der Gegend des heutigen Neufundlands eine Niederlassung gründeten. Sie stellten ihre Besiedlung Vinlands, der Name, den sie dem Land gaben, jedoch aufgrund des heftigen Widerstandes der von ihnen so genannten Skrelinger bald ein, so dass heute Christoph Kolumbus allgemein als Entdecker Amerikas (1492) gilt.

15. bis 18. Jahrhundert

Die Besiedelung der bislang von Indianervölkern bewohnten nordamerikanischen Territorien durch europäische Einwanderer begann bereits in den 1550er Jahren. Spanische Siedler gründeten 1565 St. Augustine, danach Santa Fe im heutigen Neu Mexiko im Jahr 1609 und San Diego im südlichen Kalifornien 1769. Zeitgleich erfolgte, auf Initiative von Sir Walter Raleigh, die Besiedlung der Ostküste durch britische Einwanderer. Diese überlebten jedoch nicht. Erst im Jahre 1607 deutete sich eine dauerhafte Besiedelung englischer Auswanderer in der Gegend der Chesapeake Bay und der Stadt Jamestown (im heutigen Virginia) an, die jedoch teuer erkauft war: Von den einstmals 105 Siedlern überlebten nur 32 Personen die ersten 7 Monate. Die meisten der Siedler starben an Unterernährung und Krankheiten. Die ersten europäischen Siedler stießen in Amerika auf dort lebende indianische Völker, die sie aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln betrachteten. Aus der Sicht der Missionare mussten die Seelen der indianischen Heiden gerettet werden. Aus dem machiavellischen Blickwinkel mussten die Indianer besiegt und benutzt werden, um den zivilisierten Christen zu dienen. Vertreter der klassisch-humanistischen Sichtweise hingegen bewunderten die Indianer aufgrund deren Nähe zur Natur. Diese drei ambivalenten Gesichtspunkte prägten die Indianerpolitik in Nordamerika in den Jahrhunderten nach 1492, zusammen mit dem Druck der aus Europa eintreffenden Siedler, die in Amerika auf ein besseres Leben hofften. 1620 folgte die nächste größere Immigration durch die "Pilgerväter" (pilgrim fathers), die keinesfalls Puritaner, sondern Non-Konformisten, Separatisten und Brownisten waren, mit der Mayflower im heutigen Massachusetts. Sie gründeten die Siedlung Plymouth. 1630 wurde eine größere Siedlung in der Region des heutigen Boston durch die Einwanderer gegründet. Bereits 1635 wanderte ein Teil der dortigen Siedler auch in das Gebiet des heutigen Connecticut aus. Ein großer Teil der späteren Einwanderer waren Puritaner und ursprünglich auf Grund ihrer Gegnerschaft zum anglikanischen Glauben ihrer Heimat, der ihrem Denken nach zu viele römisch-katholische Praktiken enthielt, nach Nordamerika ausgewandert. Aber religiöse Spannungen unter den Puritanern führten zu neuen Glaubensrichtungen innerhalb der Gemeinschaft. Roger Williams, ein Puritaner aus Massachusetts, trat für eine Trennung von Religion und Staat ein. Er verließ die Gruppe und gründete die Kolonie Rhode Island. Die Kolonie Maryland entstand als ein Zufluchtsort für Katholiken. Pennsylvania, 1681 durch den Quäkerführer William Penn gegründet, zeichnete sich durch seine religiöse Toleranz aus. Viele deutsche Bauern siedelten sich in dieser Region an. Schwedische Auswanderer gründeten die Kolonie Delaware. Bereits 1626 kauften niederländische Kaufleute den dort ansässigen Indianern die Insel Manahatta(heute: Manhattan) ab und gründeten am Hudson River die Stadt Neu Amsterdam. 1664 wurde die Stadt durch England annektiert und hieß fortan New York. Dieser Name setzte sich auch für die ganze Kolonie durch, die vorher "Nieuw Nederland" hieß. Die Landkarte Nordamerikas glich damals einer ethnischen Karte. Die meisten Immigranten stammten aus England, Frankreich, Deutschland, Irland und Spanien, wobei diese, von dort kommend, den Süden Nordamerikas bevölkerten, unter anderem Florida, Texas und Kalifornien. Die Franzosen hingegen zogen verstärkt den Norden (Kanada) vor. Von dort drangen sie über die Großen Seen und den Mississippi bis zum Delta (Louisiana). Anfänglich stritten sich mit den Franzosen, Niederländern, Schweden, Russen, Briten und Spaniern gleich sechs europäische Mächte um die Vorherrschaft Nordamerikas. Mit der Zeit kristallisierten sich jedoch die Spanier und vor allem die Franzosen und die Briten als ambitionierteste Mächte heraus. Spanien dehnte sich im Süden und Westen Nordamerikas aus, die Franzosen im Nordosten. Die Briten hingegen beanspruchten den Osten für sich. Ihre Motivationen wichen allerdings stark voneinander ab. Frankreich war hauptsächlich am Pelzhandel interessiert. Dazu schlossen sie Allianzen mit verschiedenen Indianerstämmen. Bemerkenswert ist die enge Verbindung, die die Franzosen mit den indianischen Ethnien aufbauten. So heirateten viele französische Fallensteller indianische Frauen. Es entstand eine eigentliche neue Mischkultur, die so genannten Métis. Die eingewanderten Briten hingegen waren meist Farmer. Sie suchten Land, auf dem sie sich permanent niederlassen konnten. Dieses versuchten sie durch Verträge mit den Indianern oder aber durch Kriege gegen sie zu erlangen. Insgesamt waren die Briten für ihre recht harsche Indianerpolitik bekannt. Parallel zum Siebenjährigen Krieg in Europa kämpften auch in Nordamerika Briten gegen Franzosen, jeweils mit ihren indianischen Verbündeten. 1763 kapitulierten die Franzosen im Frieden von Paris und zogen sich aus Nordamerika zurück. Nach Verdrängung der recht beliebten Franzosen waren die Indianer nun gezwungen, Handel mit den Briten zu treiben. Diese wurden als geizig und unfreundlich angesehen. Sie gaben den Indianern keine großzügigen Geschenke, wie es die Franzosen zu tun gepflegt hatten. Der Unmut gegen die Briten nahm zu. Noch im selben Jahr schlossen sich zwölf bis fünfzehn Stämme unter der Führung des Ottawa-Häuptling Pontiac zu einer Allianz gegen die Briten zusammen. Bemerkenswert ist insbesondere der Zusammenschluss der befreundeten Stämme Ottawa, Potawatomi und Anishinabe mit den verfeindeten Seneca. Die Seneca gehörten zum Bund der Irokesen, welche die Briten in der Vergangenheit stets unterstützt hatten. Etliche Forts fielen in die Hände der von Pontiac geführten Indianer. Die Briten kamen in arge Nöte. Doch am Fort Detroit bissen sich die Indianer die Zähne aus. Die Allianz zerbröckelte, die britische Präsenz in Nordamerika war gesichert.

Kolonialzeit

Im Jahr 1733 umfasste der nordamerikanische Kontinent neben spanischen und französischen Mandatsgebieten auch 13 englische Kolonien. Das Gebiet erstreckt sich von New Hampshire im Norden bis nach Georgia im Süden. Der von 1756 bis 1763 dauernde siebenjährige Krieg zwischen England und Frankreich wurde auch in den Kolonien ausgetragen und wird hier als Franzosen- und Indianerkrieg bezeichnet. Anlass für den Krieg war die Expansion britischer Händler und Siedler über die Appalachen in das von Frankreich beanspruchte Tal des Ohio. Zu ersten Feindseligkeiten zwischen britischen und französischen Truppen kam es bereits 1754, wobei der spätere US-Präsident George Washington eine Schlüsselrolle spielte. Den Franzosen gelangen zwar einige Abwehrerfolge, aufgrund der Überlegenheit zur See konnten die Briten jedoch französische Verstärkungen verhindern. Zwischen 1758 und 1760 eroberten die Briten die wichtigsten französischen Stellungen in den heutigen USA und Kanada und siegten am 13. September 1759 in der entscheidenden Schlacht auf der Abraham-Ebene bei Québec (Kanada). Frankreich akzeptierte im Friedensabkommen von Paris 1763 den Verlust seiner Besitzungen in Nordamerika; das Louisiana-Territorium westlich des Mississippi zuzüglich New Orleans ging an Spanien, Kanada und das übrige Louisiana-Territorium an England. Die englischen Staatsfinanzen waren nach dem Krieg zerrüttet. Nach Meinung der Engländer sollten auch die Menschen in den Kolonien einen Teil der Kriegskosten tragen; die Siedler jedoch waren der Ansicht, dass sie bereits genug beigetragen hätten und der europäische Teil des Krieges sie nichts anginge. Die Freiheiten der Siedler wurden eingeschränkt, beispielsweise war es verboten westlich der Appalachen zu siedeln. Schmugglern wurde jetzt regelmäßig bei Ergreifung das Handwerk gelegt. Zusätzliche Steuern auf Zucker, Kaffee, Textilien unter anderem Waren taten ihr übriges, um die Stimmung der inzwischen Einheimischen aufzuheizen. Der Quartering Act zwang die Kolonisten, britische Soldaten zu beherbergen und zu versorgen. Nach Einführung des Stamp Act mussten besondere Steuermarken an sämtlichen Zeitungen, juristischen Dokumenten und Lizenzen angebracht werden. Die Lage verschärfte sich dadurch, dass die Siedler in den Kolonien keine politische Vertretung hatten. Die Siedler waren der Meinung, dass Besteuerung ohne Mitsprache falsch sei ("No taxation without representation"). 1765 kam es zu einer ersten Versammlung von 9 Staaten, die den Stamp Act ablehnten. Die britische Regierung musste dem Druck nachgeben, konnte aber den Quartering Act durchsetzen. Die Einführung eines Zolls auf Tee trug dazu bei, den Widerstand der Siedler zu verschärfen. Erst als der neue britische Schatzkanzler Lord North alle Steuern bis auf die Teesteuer einfror, kam es zu einer gewissen Entspannung. Trotzdem kam es 1773 zur Boston Tea Party. Radikale amerikanische Patrioten verkleideten sich als Indianer und überfielen britische Schiffe im Hafen von Boston und warfen insgesamt 342 Kisten mit Tee ins Hafenbecken. Damit wurde eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die zur Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika führten. Die Briten ihrerseits reagierten mit den Intolerable Acts. Truppen wurden nach Boston verlegt, der Hafen geschlossen und der Handel unterbunden. Die Amerikaner beriefen daraufhin im September 1774 in Philadelphia den ersten Kontinentalkongress ein. Alle Kolonien wurden aufgefordert, sich den Restriktionen der Briten zu widersetzen und den Handel mit den Briten einzustellen. Des Weiteren wurde beschlossen, Milizen aufzustellen und Waffen zu sammeln.

Unabhängigkeitskrieg

Am 19. April 1775 marschierten etwa 700 britische Soldaten von Boston in Richtung Concord, einer nahe gelegenen Ortschaft. Die Briten hatten erfahren, dass es in dem Ort ein illegales Waffenlager geben sollte. Bei Lexington wurden sie von 70 Mitgliedern einer Bürgerwehr aufgehalten. Damit begann der amerikanische Unabhängigkeitskrieg. Die Briten nahmen daraufhin Lexington und Concord ein. Hunderte von Freiwilligen aus Massachusetts verfolgten die Armeeeinheit und starteten eine Belagerung Bostons. Bis Juni hatten sich 10.000 Amerikaner zur Belagerung eingefunden und die Briten mussten im März 1776 die Stadt verlassen. Im Mai 1775 trat der 2. Kontinentalkongress in Philadelphia zusammen. Langsam entwickelte sich eine Art der nationalen Regierung. Der Kongress gründete im Zuge der Sitzungen Armee und eine Marine. Kontinentalarmee und -marine wurde dem Oberbefehl von George Washington, einem Plantagenbesitzer aus Virginia und Veteran des Siebenjährigen Krieges, unterstellt. Geld wurde gedruckt und diplomatische Beziehungen mit anderen Ländern wurden aufgenommen, unter anderem mit Frankreich. Thomas Jefferson, ein Landsmann Washingtons aus Virginia schrieb, mit Unterstützung anderer, die Declaration of Independence. Am 4. Juli 1776 wurde sie ratifiziert, nachdem schon am 2. Juli die Unabhängigkeit verkündet worden war. Für die Amerikaner verlief der Krieg zu Beginn nicht besonders gut. Die Briten eroberten im September 1776 New York und ein Jahr später Philadelphia. Erst mit dem Sieg in der Schlacht von Saratoga änderte sich die Situation. Frankreich nutzte die Gelegenheit und trat neben den Vereinigten Staaten in den Krieg ein. Die Kriegshandlungen endeten im Jahre 1781 nach der Schlacht von Yorktown. General Charles Cornwallis unterlag der amerikanisch-französischen Allianz in einer der heftigsten Schlachten des Krieges. Im September 1783 unterzeichneten die Kriegsparteien den Frieden von Paris. Jetzt wurden die Vereinigten Staaten von Amerika auch von Großbritannien anerkannt. Siehe auch: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg

Vereinigte Staaten von Amerika

Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg Nach dem Krieg wurde durch die Anführer im Unabhängigkeitskrieg die Verfassung ausgearbeitet. Einerseits war allen klar, dass die lose Ansammlung unabhängiger Staaten nicht lebensfähig war, andererseits scheute man auch eine starke Zentralgewalt. Aus dieser Situation entstand der Gegensatz zwischen Nicht-Föderalisten, die eine starke Zentralregierung wollten, und Föderalisten, den späteren Demokraten. Die Verfassung sah schließlich vor, dass die einzelnen Staaten ein hohes Maß an Unabhängigkeit behielten und die Zentralregierung nur geringen Einfluss auf die Entscheidungen der Mitgliedsstaaten ausüben konnte. Die Rechte wurden nochmals separat in der Bill of Rights, den so genannten Zusatzartikeln(amendments) der Verfassung verankert. Das Leben in den 13 Gründerstaaten (Connecticut, Delaware, Georgia, Maryland, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey, New York, North Carolina, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, Virginia) entwickelte sich langsam. Der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wurde der Revolutionsgeneral George Washington aus Virginia. Washington gelang es mit dem im Land sehr unpopulären Jay-Vertrag von 1794, einen erneuten Krieg mit Großbritannien zu vermeiden. Der Vertrag führte zu teilweise gewalttätigen Protesten, doch erreichte die US-Regierung darin die Räumung von bislang von den Briten besetzt gehaltenen Forts im Westen (Fort Oswego, Fort Niagara), womit diese Regionen für Siedler geöffnet wurden. Auf Washington folgte 1797 der Föderalist John Adams. 1801 wurde der Mitverfasser der Unabhängigkeitserklärung Thomas Jefferson der dritte Präsident der USA. Jefferson kaufte für die USA im Jahr 1803 das Louisiana-Territorium von der französischen Regierung (Louisiana Purchase) für 80.000.000 Franc (US$ 15.000.000). Spanien hatte dieses 1800 im Vertrag von San Ildefonso an Frankreich abgetreten. Durch die napoleonischen Kriege in Europa kam es wiederholt zu Spannungen zwischen den USA und Großbritannien. US-Amerikanische Schiffe wurden wiederholt von britischen Schiffen aufgebracht und man unterstellte den Amerikanern Parteinahme für die Franzosen. 1812 mündete dieser Konflikt in den Britisch-amerikanischen Krieg. Die Amerikaner konnten einige Siege auf See erzielen, trotzdem waren sie der größten Seemacht der Welt hoffnungslos unterlegen. Der Versuch der Amerikaner, in Kanada einzumarschieren, scheiterte kläglich, darüber hinaus marschierten die Briten in die neu gegründete Hauptstadt Washington ein und verwüsteten die Stadt. Der Amtssitz des Präsidenten, das Weiße Haus und auch das Kapitol wurden nicht verschont. Ein Versuch der Briten, New Orleans zu erobern, scheiterte. General Andrew Jackson gelang es mit Hilfe des französischen Piraten Jean Laffite die britischen Einheiten abzuwehren. Nachdem England den Krieg mit Frankreich beendet hatte, stand zu befürchten, dass Großbritannien nun mit ganzer Kraft gegen die USA vorging. Daher vereinbarten die beiden Kriegsparteien am 24. Dezember 1814 den für Großbritannien günstigen Frieden von Gent (Belgien). Es gelang der amerikanischen Regierung nachfolgend, das Kriegsende in der Öffentlichkeit als Sieg darzustellen. Belgien Die folgenden Jahre sind Jahre des Aufbaus und eines enormen Wirtschaftswachstums. Die Infrastruktur wurde immer weiter ausgebaut und die Industrialisierung begann. Texas, einer der größten Staaten des Bundes trat der Union im Jahre 1845 bei. Mit dem Beitritt verschärfte sich aber auch der Konflikt zwischen dem industriellen Norden und dem von der Landwirtschaft abhängigen Süden. Vor allem die Frage der Sklaverei führte immer häufiger zu Auseinandersetzungen. Das föderale System der USA erlaubte es den einzelnen Staaten selbst über diese Frage zu entscheiden. Der schon teilweise industrialisierte Norden war nicht auf Sklaven angewiesen, zumal hier die Immigranten mit all ihrem Know-How ins Land strömten. Für die Südstaaten dagegen waren die Sklaven von essentieller wirtschaftlicher Bedeutung: Die harte Arbeit auf den Baumwollfeldern unter sengender Sonne konnte von hellhäutigen Europäern nicht vollbracht werden. Auch die Monroe-Doktrin von 1823 hängt mit dem entstehenden Nord-Süd- Konflikt zusammen. Sie war der Beginn des Isolationismus in der amerikanischen Außenpolitik, durch den die Südstaaten mit Europa ihren wichtigsten Absatzmarkt für Agrarprodukte verloren. Für den Norden dagegen war die isolationistische Politik günstig, da so die eigene Industrie gestärkt und vor Konkurrenz geschützt werden würde. 1860 wurde der Republikaner Abraham Lincoln zum Präsidenten gewählt. Lincoln, bekennender Gegner der Sklaverei war für viele Menschen in den Südstaaten untragbar und so kam es, unaufhaltsam, zur Sezession. Lincoln und seine Regierung erklärten zu dieser Zeit große Gebiete im Westen zu US-Territorium: Colorado, Nevada, Arizona, Idaho, Montana. Die Besiedelung dieser Gebiete war ihnen wichtig. So verabschiedete man am 20. Mai 1862 den Homestead Act. Personen über 21 Jahren konnten ein 160 Acres großes Stück Land in Besitz nehmen und es bewirtschaften. Wenn sie fünf Jahre auf dem Land lebten, gehörte es ihnen.

Erschließung des Westens und "frontier"

Prägendes Leitmotiv der US-amerikanischen Geschichte gegen Mitte des 19. Jahrhunderts war die Landnahme gen Westen, die die frontier, d. h. die Grenze zum offenen, unzivilisierten Land immer weiter Richtung Kalifornien verschob. Dieses offene Land zu jener Zeit ist in der Folklore als "Wilder Westen" in Erinnerung geblieben. Geprägt war diese historische Periode von den Indianerkriegen, die sich bis 1890 (Wounded Knee) hinzogen, dem "Goldrausch" 1848/49 nach Goldfunden in Kalifornien, der Besiedelung durch wilde Siedler (Squatter), sowie den oft gewalttätig ausgetragenen "Weidekriegen" um die Inbesitznahme des offenen Landes (bekanntestes Beispiel: der Lincoln County War in Arizona 1878 unter Beteiligung von John Chisum und Billy the Kid). Einen erheblichen Einfluss auf die zunehmende Besiedlung des Westens hatte auch der "Homestead Act" von 1862, welcher Land in Staatsbesitz kostenlos an Niederlassungswillige übertrug. Beschleunigt wurde die Erschließung durch den Bau der Eisenbahnen vom mittleren Westen nach Kalifornien ab 1862. Dieser Prozess der kontinentalen Ausdehnung der USA fand seinen Ausdruck auch darin, dass sich folgende neuen Bundesstaaten bildeten, die in die Union aufgenommen wurden: Texas (1845), Iowa (1846), Wisconsin (1848), Kalifornien (1850), Minnesota (1858), Oregon (1859). Die Ära der Erschließung des Westens fand ihren Abschluss mit dem Ende der Indianerkriege (1890), als die frontier für geschlossen erklärt wurde.

Amerikanischer Bürgerkrieg (Sezessionskrieg)

Einige Wochen nach der Wahl Abraham Lincolns sagte sich der Bundesstaat South Carolina von der Union los. Wenige Tage später folgen die Staaten Arkansas, Florida, Mississippi, Alabama, Virginia, Louisiana, Georgia, Texas, Tennessee und North Carolina. Diese Staaten erklärten sich selber zu einer eigenständigen, neuen Nation - den Confederate States of America (Konföderierten Staaten von Amerika). Das bedeutete Krieg, denn Lincolns vorrangiges Ziel war der Erhalt der Union. Worum ging es in dem Krieg? Offiziell ging es aus der Sicht des Südens um die Wahrung der einzelstaatliche Rechte, aus der Sicht des Nordens um den Erhalt der Union. Die tieferen Gründe verdeutlichte Abraham Lincoln in seiner berühmten Gettysburg Address: Es ging um die Frage, ob eine Demokratie überhaupt auf Dauer Bestand haben kann, wenn die Minderheit nach einem ihr nicht genehmen Beschluss der Mehrheit jederzeit das Recht hat, die staatliche Einheit aufzukündigen. Entzündet hatte sich der Konflikt an der Sklavenfrage und an den unterschiedlichen wirtschaftlichen Auffassungenn und Interessen, die sich aus ihr ergaben. Präsident Lincoln favorisierte den Unionsgeneral Robert E. Lee zur Führung der Unionstruppen. Lee aber entschied sich für seine Heimat Virginia - kämpfte also auf der Seite der Konföderierten. Das sollte den Krieg entscheidend verlängern. Die Südstaaten, unter ihrem Präsidenten Jefferson Davis, hatten zu dieser Zeit brillante Befehlshaber und eine hervorragend motivierte Armee, da es für sie um vitale Interessen ging. Die Nordstaaten hingegen waren zahlenmäßig weit überlegen und besser ausgerüstet, hatten aber Probleme in der militärischen Führung. Dies zeigte sich besonders in den ersten Monaten des Krieges. Nach dem Beschuß des Forts Sumter durch die Konföderierten kam es zur ersten offenen Feldschlacht bei Bull Run. Die Schlacht war schnell entschieden und der Süden hatte seinen ersten Sieg errungen. Es folgten weitere erfolgreiche Schlachten für den Süden. Erfolge blieben für den Norden aus. Dazu kam, dass der Süden auf Unterstützung aus Europa, das von der Baumwolle abhängig war, hoffen konnte. Diese Tatsache erst machte die Befreiung der Sklaven zum wichtigen Kriegsziel. So erließ Lincoln am 23. September 1862 die Emanzipationsakte der Schwarzen. Kein europäischer Politiker konnte danach vor der Öffentlichkeit für die Sache des Südens eintreten. Die Kriegswende kam nach zwei Jahren für den Norden. General Robert E. Lee wollte eine Entscheidung des Krieges herbeiführen und marschierte in Pennsylvania ein. In der Schlacht von Gettysburg, die drei Tage andauerte, konnten sich die Nordstaaten erstmals behaupten. General Ulysses S. Grant nahm gleichzeitig die strategisch wichtige Stadt Vicksburg am Mississippi ein. Sprichwörtlich wurde dem Süden mit der Einnahme dieser Stadt das Rückgrat gebrochen, da der Süden danach über kein zusammengehöriges Gebiet mehr verfügte. 1864 marschierte General William T. Sherman in den Konföderierten Staat Georgia ein und hinterließ verbrannte Erde. General Ulysses S. Grant verfolgte General Lee und verwickelte ihn in ständig neue Gefechte. Am 2. April 1865 musste Lee Grant die Hauptstadt der Konföderierten, Richmond, übergeben. Eine Woche später kapitulierte Lee im Gerichtsgebäude der Ortschaft Appomattox. Der Krieg war vorbei. Mehr als 600.000 Soldaten hatten in diesem Bürgerkrieg ihr Leben verloren. Die Sklaven wurden mit dem 13. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten freie Bürger, aber gleichberechtigt waren sie noch lange nicht. Dieser Konflikt wird heute noch in manchen Teilen der USA ausgefochten. Im Süden wurden durch den Wegfall der Sklaverei die großen Pflanzereien aufgeteilt und es bildete sich mit der Zeit eine Mittelstandsgesellschaft. Die Wirtschafts- und Finanzkraft ging an den Norden über. Die Nachwirkungen des blutigen Krieges sind auch heute noch zu spüren. Trotzdem, ein Ziel hat Lincoln erreicht: die USA waren keine Nation von lose verbundenen Staaten mehr, sondern ein unzertrennbarer Nationalstaat. Doch Abraham Lincoln konnte diese Auswirkungen nicht mehr miterleben, er wurde noch im selben Jahr bei einem Theaterbesuch ermordet.

Zeit nach dem Bürgerkrieg

Appomattox In der Zeit nach dem Bürgerkrieg verloren Generäle und Heere immer mehr an Bedeutung. Die Gesellschaft der USA wurde immer mehr von Industrie und Wirtschaft geprägt. Der Westen des Landes zog immer mehr Spekulanten und Glücksritter an. Neue Staaten traten nach und nach der Union bei und die USA führten 1898 einen Krieg gegen Spanien, wonach dieses seine letzten Kolonien Kuba und die Philippinen an die USA abtreten musste. Namen wie Bell, Edison, Carnegie, Westinghouse, Vanderbilt, Rockefeller prägten von nun an die Geschichte. Amerika stieg langsam zum Wirtschaftsriesen auf, der versuchte, sich von Europa zu isolieren.

Das 20. Jahrhundert

Unter Präsident Theodore Roosevelt (1858-1919) adaptiert die USA die Politik des Big Stick. 1904 legte er mit seinem Zusatz zur Monroe-Doktrin den Grundstein für eine expansionistischere Außenpolitik, wo die Vereinigten Staaten seiner Meinung nach als Polizeigewalt auftreten sollten. Zahlreiche Interventionen in Lateinamerika folgen. Unter Woodrow Wilson treten die USA 1917 in den Ersten Weltkrieg ein. Nach dem Krieg kommt es zur Red Scare, einer antikommunistischen Welle, die ihren Höhepunkt in den Palmer Raids, einer großangelegten Verfolgung linker Organisationen durch Justizminister Alexander Mitchell Palmer, findet. Die 20er Jahre waren geprägt durch den großen Rausch, der durch die Wirtschaft geht. Nichts schien unmöglich. Die 20er Jahre waren auch die Hochzeit des Ku Klux Klan, der damals über 4 Millionen Mitglieder hatte. Der große Börsenkrach 1929, der mit dem schwarzen Dienstag (engl. "Black Tuesday") am 29. Oktober begann, läutete eine globale Weltwirtschaftskrise ein, die zu tiefen wirtschaftlichen und sozialen Einschnitten führte. In der Folge der Great Depression (dt. "Große Depression"), wie die Wirtschaftskrise in den USA genannt wird, wurde der Demokrat Franklin Delano Roosevelt 1932 zum Präsidenten gewählt. Er wurde bis zu seinem Tod 1945 dreimal wiedergewählt. Um die Folgen der Wirtschaftskrise zu lindern, wurden zwei so genannte "New Deal"-Programme verabschiedet. In dieser Zeit erlebte die USA eine außergewöhnliche politische Radikalisierung (vgl. Popular Front, CIO). Im Zweiten Weltkrieg versuchten sich die USA lange in einer Politik des Stillhaltens, begann aber nach Hitlers Überfall auf Belgien eine enorme Aufrüstung. Die anfängliche Zurückhaltung war vor allem einer starken isolationistischen Haltung in der amerikanischen Bevölkerung geschuldet, die von der oppositionellen Republikanischen Partei aufgenommen wurde. Es herrschte in der amerikanischen Öffentlichkeit die Ansicht vor, dass schon einmal, nämlich im Ersten Weltkrieg, Amerikaner hätten sterben müssen, um einen europäischen Krieg zu führen. Zwar unterstützte die US-Regierung die britischen Verteidigungsanstrengungen materiell (Leih- und Pachtgesetz /lend-lease bill), vertrat aber die Haltung, nicht selbst in den Krieg hineingezogen werden zu wollen. Durch den japanischen Angriff auf Pearl Harbor, der ohne Kriegserklärung erfolgte (7. Dezember 1941), waren diese Überlegungen bedeutungslos geworden. Nachdem sich Japan durch den Angriff de facto mit den USA im Kriegszustand befand, erklärten die USA am 8. Dezember 1941 Japan den Krieg. Daraufhin wiederum erklärten Deutschland und Italien am 11. Dezember den USA den Krieg. Durch eine Konzentration aller Ressourcen und durch eine Reihe von staatlichen Vorgaben für die Industrie, konnte die Zerstörung der amerikanischen Flotte, die allerdings nicht die strategisch wichtigen Flugzeugträger umfasste, ausgeglichen werden. Der Krieg war aber auch für die USA sehr verlustreich und kostete rund 400.000 amerikanischen Soldaten das Leben. Nach dem zweiten Weltkrieg waren die USA der unzweifelhaft mächtigste Staat der Welt geworden. Um diese Position zu sichern, wurden die Rüstungsausgaben auf einem hohen Niveau gehalten. 1946 wurde die School of the Americas zur Ausbildung lateinamerikanischer Militärs gegründet. Die Rede, die US-Außenminister Byrnes im September 1946 in Stuttgart hielt, gilt als Auftakt des Kalten Kriegs. 1947 wurde die CIA gegründet und der Marshall-Plan zur Unterstützung der Verbündeten in Europa ausgearbeitet. Die Rede, in der Präsident Truman am 20. Januar 1949 die Gründung der NATO ankündigte, gilt auch als Gründungsdokument der Entwicklungspolitik. Korea-Krieg Der erste russische Satellit jagte den Amerikanern einen Schrecken ein. In aller Eile wurde das Apollo-Raumfahrtprogramm entwickelt, und der erste bemannte Mondflug fand 1969 statt. Die Kubakrise 1962 brachte die Welt nahe an den Abgrund. Ein Dritter Weltkrieg wurde nur knapp verhindert. Die 1960er Jahre symbolisierten in den USA sowohl einen neuen Aufbruch als auch eine Kritik an den bisher geltenden Maßstäben. Die Bürgerrechtsbewegung erstritt eine Aufhebung der Segregationspolitik. Insbesondere in Kalifornien entstanden Hippies und Yippies. Wichtigster Bruch der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte war aber der Vietnamkrieg. Der Krieg traumatisierte die Vereinigten Staaten immer mehr. Der Krieg, der unter Präsident Dwight D. Eisenhower langsam begann und unter Lyndon B. Johnson eskalierte, endete 1975 mit dem Abzug der letzten amerikanischen Truppen aus Saigon. Präsident Nixon, 1959 noch Gegner von John F. Kennedy bei den Präsidentschaftswahlen, fiel 1974 über die Watergate-Affäre und trat zurück. Die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts waren geprägt von einem Rüstungswettlauf ohne Gleichen. Die Devise von Präsident Ronald Reagan lautete: Die USA müssen die Führungsmacht in der Welt werden. Das Konzept ging auf und die UdSSR brach unter Gorbatschow zusammen.

Das 21. Jahrhundert

21. Jahrhundert Eine neue Dimension des Schreckens brachte das neue Jahrtausend mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. In der Folge kam es zum Krieg in Afghanistan, nachdem das dort herrschende Regime der Taliban sich dazu entschlossen hatte, den Beschlüssen des UN-Sicherheitsrates, den mutmaßlichen Urheber der Anschläge, Osama bin Laden, an die USA auszuliefern, nicht Folge zu leisten. Der Krieg in Afghanistan mit dem Sturz der Taliban war der erste in einer Reihe von Maßnahmen im "Kampf gegen den Terrorismus" ("war on terrorism"), der seitdem einen wesentlichen Schwerpunkt der amerikanischen Außen- und Innenpolitik bildet. In diesem "Kampf gegen den Terrorismus" rückte Ende des Jahres 2002 zunehmend der Irak in den Mittelpunkt des Interesses der amerikanischen Regierung. Wiederholt wurde das irakische Regime unter Saddam Hussein beschuldigt,
- Menschenrechte zu verletzen,
- den Terrorismus und insbesondere die Al-Qaida zu unterstützen,
- Massenvernichtungswaffen zu entwickeln beziehungsweise zu besitzen und damit gegen die Resolution 1441 des UN-Sicherheitsrates zu verstoßen. Am 20. März 2003 begannen amerikanische und britische Truppen unter der Führung der USA den Dritten Golfkrieg, obwohl es dafür kein UNO-Mandat gab. Weltweite Proteste, auch innerhalb der USA, folgten. Kritiker bezweifelten die völkerrechtliche Legitimation des Krieges. Nach nur 3 Wochen war Bagdad besetzt und das Kriegsende wurde verkündet. Im Dezember 2003 konnte der flüchtige Saddam Hussein gefangengenommen werden. Seitdem sind die Besatzungsmächte damit beschäftigt, die Kontrolle über das Land zu gewinnen und zu halten - und sehen sich mit einem Guerillakrieg Aufständischer konfrontiert, der sich in vielen blutigen Einzelaktionen äußert. Die bisherige Unfähigkeit der amerikanischen und britischen Truppen, Sicherheit und Ordnung im Irak herzustellen, verstärkt die Zweifel an der strategischen Konsistenz der Politik der Bush-Regierung. Die Behauptungen, der Irak habe in den Jahren 2001 - 2003 Massenvernichtungswaffen besessen und terroristische Aktivitäten im Ausland unterstützt, konnten bisher nicht belegt werden. Die Diskussion über die Legitimation des Krieges hält derweil an.

Literatur


- Horst Dippel: Geschichte der USA Verlag C.H. Beck, München 1996, ISBN 3406410510
- John A. Goodwin: The Pilgrim Republic Boston, 1888
- Jürgen Heideking: Geschichte der USA, UTB-Verlag, 3. Auflage Tübingen 2003, ISBN 3-8252-1938-0
- Udo Sautter: Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-44306-6
- Hans R. Guggisberg: "Die Geschichte der US" Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1975 bzw. 2002, ISBN 3-17-017045-7

Siehe auch


- Liste der Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika,
- US-Interventionen im Ausland,
- Militärische Geschichte der USA,
- Amerikanischer Bürgerkrieg,
- Konföderierte Staaten von Amerika (Südstaaten-Sezession 1861-1865),
- Indianerpolitik der USA
- Grand Area

Weblinks


- [http://www.theusaonline.net/german/geschichte.htm Geschichte USA]
- [http://cdl.library.cornell.edu/moa/browse.author/g.70.html "The Pilgrim Republic" - Online, Cornell University]
- [http://www.authentichistory.com authentichistory.com - ein Bild- und Tonarchiv zur US-amerikanischen Geschichte] Kategorie:USA ! USA ja:アメリカ合衆国の歴史 ko:미국의 역사

Kolonisierung

Der Begriff Kolonisation bezeichnet den Prozess der Gründung und Entwicklung von Kolonien. Veraltet, aber insbesondere für die Expansion der Wikinger im nordeuropäischen Raum sowie für die Ausbreitung der Magyaren in der pannonischen Tiefebene ist auch der Ausdruck Landnahme in Gebrauch.

Einordnung

Kolonisationen gibt es seit der frühesten Geschichte. Eine Kolonisation war mit zahlreichen Begleiterscheinungen verbunden. Es gab u.a. die nationalisten
- unbewohnten Landes.
- von bewohnten Gebieten, die mit der Unterwerfung und wirtschaftlichen Ausnutzung einherging.
- von bewohnten Gebieten, die mit der Ausrottung der einheimischen Bevölkerung, und Besiedlung durch die Kolonisatoren einherging
- von unterentwickelten Gebieten (auch eigenen Territorien) und deren damit einhergehender Höherentwicklung Kolonisation ist von Kolonialismus als Herrschaftsprinzip zu unterscheiden.

Ursachen für Kolonisation

Kolonisation kann verschiedene Gründe haben. Zu Zeiten, in denen der Handel unsicher war, war oft Ressourcenknappheit eine Hauptursache. Man benötigte direkten Zugriff auf Ressourcen im fremden Gebiet. Damit ging oft die Überbevölkerung eines Landstriches einher. Ein weiterer Grund war die Suche nach Macht und Wohlstand, ohne dass eine zwingende Notwendigkeit gegeben wäre. Man erhielt durch die Kolonien einen guten Absatzmarkt, sowie günstige Arbeitskräfte und billige Rohstoffe. Weiterhin gab es oft Kolonisation aufgrund von religiöser und politischer Verfolgung. Im 19. Jahrhundert, mit dem Aufkommen der Nationalstaaten kam als weiterer Grund das Expansionsstreben von Nationen hinzu. Kolonien waren Prestigeobjekte. Diese Art der Kolonisation aus reinem Expansionsstreben bezeichnet man als Imperialismus.

Geschichte der Kolonisation

Antike

In der Antike gab es drei hauptsächliche Kolonialmächte: Die Phönizier, die Griechen und die Römer. Während die ersten beiden meist lokal begrenzte Städte gründeten und mit der ansässigen Bevölkerung vornehmlich Handel trieben, war die römische Kolonisation (wenn man überhaupt von einer solchen sprechen kann) darauf ausgerichtet, ganze Landstriche zu unterwerfen.

Phönizische Kolonisation

Anfang des 1. Jahrtausend v. Chr. machte sich in Phönizien Ressourcenknappheit bemerkbar. Phönizische Händler begannen an der nordafrikanischen Küste Niederlassungen zu errichten. Später stießen sie bis zur Straße von Gibraltar vor. Bekannteste Gründung war die Stadt Karthago im heutigen Tunesien. Karthago selbst sollte mehrere Jahrhunderte lang führende Macht im westlichen Mittelmeerraum bleiben.

Griechische Kolonisation

Bei den Griechen gab es in der Antike mehrere Kolonisationsbewegungen:
- Umstritten ist, ob es bereits mykenische Kolonien gab. Vor allem im 14. und 13. Jh. v. Chr. sind mykenische Keramik und andere griechische Produkte zwar in vielen Gegenden des Mittelmeer-Gebiets verbreitet, eindeutige Beweise für Kolonien fehlen bislang, wenn man von dem bereits minoisch besiedelten Milet an der kleinasiatischen Westküste absieht. Dieses wurde offenbar in der 2. Hälfte des 15. Jh. v. Chr. von mykenischen Griechen eingenommen. Da ein Großteil der gefundenen mykenischen Keramik lokal hergestellt wurde, vor allem auch die Gebrauchskeramik, ist sicher, dass Milet damals zu einer griechischen Stadt wurde. Da Milet dicht am mykenischen Kulturkreis lag, sprechen die meisten Forscher nicht von einer "Kolonie". Ausserhalb des Ägäisraums werden von einigen Forschern zumindest mykenische Viertel, bzw. Händlerniederlassungen oder Faktoreien für Ugarit in Nordsyrien, Tell Abu Huwam in Palästina und Süditalien (Scoglio del Tonno bei Tarent, Thapsos in Ostsizilien) angenommen. Eine eigentliche Kolonie, d. h. ein Ort an dem (hauptsächlich) Griechen dauerhaft lebten, ist bisher ausserhalb der Ägäis nicht entdeckt worden. :Ab dem frühen 12. Jh. werden dann Tarsos und Mersin in Kilikien (Südost-Anatolien) sowie Zypern sehr wahrscheinlich von Trägern der mykenischen Kultur besiedelt. Der Bruch zu vorangegangenen Stufen ist eklatant: In den beiden erstgenannten Orten gehen massive Zerstörungen zeitlich voran. In den Schichten darüber wurden nicht nur massenweise mykenische Keramik und Gebrauchsgüter gefunden, auch die Architekturreste sind eindeutig ägäischen Typus´. Möglicherweise steht diese Entwicklung mit den Operationen der sog."Seevölker" im Zusammenhang.
- Die "ionische Kolonisation", bei der - nach antiken Quellen - ab ca. 1050 v. Chr. Städte an der Westküste Kleinasiens von Ioniern (wieder-?)besiedelt wurden. Dass sie stattgefunden hat, gilt als wahrscheinlich, wann genau und aus welchen Motiven ist umstritten. Das früheste Datum ist 1053 v. Chr. für Milet. Dieses wurde - nach Angaben des Ausgräbers Wolf-Dietrich Niemeier - um 1100 zerstört. Funde protogeometrischer Keramik, scheinen griechische Präsenz um 1000 v. Chr. zu belegen. Möglicherweise wurde Milet um 1100 von Griechen verlassen und einige Jahrzehnte später von Ioniern(?) wiederbesiedelt. Es mag sein, dass die Erinnerung an diese Neubesiedlung nach kurzem Hiatus Jahrhunderte später in der legenderen "ionischen Kolonisation" widerspiegelt. Andere Städte an der kleinasiatischen Ägäis-Küste, die im Zusammenhang mit der ionischen Kolonisation genannt werden, brachten bisher keine eindeutigen Beweise für griechische Bevölkerung in so früher Zeit.
- Die "Große Griechische Kolonisation" zwischen ca. 750 und 550 v. Chr.: In deren Verlauf kam es zur Gründung zahlreicher Kolonien vor allem in Süditalien ("Magna Graecia"), auf Sizilien und Nordwest-Kleinasien (strittig, ob nicht schon früher durch Griechen besiedelt!) sowie - vornehmlich durch Milet - in Ägypten (Naukratis) und rund um das Schwarze Meer. Im Mittelmeer standen die griechischen Kolonisten im Wettstreit mit den Phöniziern. Auf Korsika vereitelten Phönizier zusammen mit verbündeten Etruskern griechische Kolonisationsversuche, dafür drangen die Griechen schließlich bis an die Rhône-Mündung und nach Nordost-Spanien vor. :Das früheste Datum, das uns der griechische Historiker Thukydides nennt, ist 735 v. Chr. In diesem Jahr soll Naxos auf Sizilien durch Chalkidier von Euböa aus gegründet worden sein (Thuk. VI, 3) . Bereits ein Jahr später gründete Korinth die Kolonie Syrakus. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurden viele weitere Kolonien in Unteritalien und auf Sizilien durch unterschiedliche griechische Poleis gegründet (Thuk. VI, 4ff.). Die archäologische Forschung konnte die Angaben Thukydides´ im Großen und Ganzen bestätigen. Zwar ist die griechische Keramik jener Zeit nicht auf das Jahr genau zu datieren und die zeitliche Einordnung ist zudem dünn und strittig; jedoch ist sicher, dass die frühesten griechischen Ansiedlungen in Unteritalien und Sizilien auf jeden Fall noch in die 2. Hälfte des 8. Jh. entstanden sind. :Besonders vorgetan bei der Kolonisation haben sich Milet (zahlreiche Kolonien im Schwarzmeergebiet und Naukratis in Ägypten) sowie vor allem flächenmäßig kleinere Poleis des griechischen Festlands. Dagegen ist von Sparta nur eine Tochterstadt (Tarent) belegt und Athen beteiligte sich erst spät aktiv an der Kolonisation. Als Grund dafür, dass die beiden "Großen" unter Polis-Statten kaum oder erst spät aktiv wurden, wird vermutet, dass Athen erst eine "Binnenkolonisation" in Attika betrieb und Sparta durch kriegerische Mittel (s. Messenische Kriege) sein Gebiet ausdehnte. Dadurch mangelte es nicht an Land und Siedlungsraum für die eigene Bevölkerung. :Frühe Gründungsdaten sind - durch andere Griechische Historiker - auch für einige Gründungen Milets am Marmarameer und im Schwarzmeergebiet überliefert. So sollen Kyzikos und Sinope schon kurz vor der Mitte des 8. Jh. gegründet worden sein. Allerdings sind für beide Städte auch Gründungsdaten Mitte des 7. Jh. überliefert. Archäologisch nachgewiesen werden konnten Koloniegründungen erst ab der ersten Hälfte des 7. Jh. für die Propontis bzw. ab dem 3. Viertel des 7. Jh. für das Schwarzmeergebiet. Die frühen Gründungsdaten sind vermutlich Erinnerungen an präkoloniale Kontakte bereits im 8. Jh., die für einige Gebiete belegt sind. :Die Gründe für die "Große Griechische Kolonisation" waren mannigfaltig und verschieden und müssen im Einzelfall differenziert betrachtet werden. Stark vereinfacht lässt sich sagen, das folgende Komponenten - in unterschiedlicher Gewichtung, je nach Einzelfall - eine Rolle gespielt haben:
  - Überbevölkerung in einigen Mutterstädten (in der Forschung strittig!).
  - Politische Rivalitäten, die dazu führten, dass eine der verfeindeten Gruppen auswanderte.
  - Sicherung von Handelskontakten und -wegen (spielte vor allem bei den Gründungen unter Leitung von Milet eine wichtige Rolle).
  - "Aufbruch zu neuen Ufern" (Abenteuerlust), ähnlich wie in der Neuzeit bei der Besiedlung des mittleren Westens der USA. :Vielfach scheinen die Orakel, insbesondere das Orakel zu Delphi, eine wichtige Rolle bei der Gründung einer Kolonie gespielt zu haben. Oftmals gaben die Orakelpriester Rat, wann und wo genau eine Kolonie am besten zu gründen sei. Wenngleich die Kolonien in der Regel von einer Mutterstadt aus gegründet wurden, stammten in der Regel nicht alle Neuansiedler aus dieser Stadt. Es haben sich meistens Menschen aus anderen Städten auf der Suche nach einer neuen Heimat angeschlossen. :Meistens wurde eine erste Siedlung in der Fremde auf einer Insel nahe der Küste oder auf einer Halbinsel errichtet. Hatte die Kolonisten ihre Stellung dort gesichert, dehnten sie sich auf das Festland bzw. Hinterland aus. Neben den geographischen Gegebenheiten und dem Nutzens aus handelspolitischer Sicht spielte sicherlich auch das Verhalten der einheimischen Bevölkerung eine entscheidende Rolle. Von diesem hing ab, ob eine Gründung gewagt wurde bzw. Erfolg hatte. Einige Gebiete wurden gar nicht oder recht spät kolonisiert, obwohl sie günstige Punkte für eine Koloniegründung waren und in benachbarten Regionen früh Kolonien entstanden. In diesen Fällen trafen die Kolonisten vermutlich auf zu heftigen Widerstand der einheimischen Bevölkerung. Es wird gemutmaßt, das hierin der Grund zu suchen ist, weswegen z. B. im Bereich um die Krim oder an einigen Abschnitten der apulischen Adria-Küste deutlich später griechische Tochterstädte entstanden als in benachbarte Regionen.
- Die Kolonisation unter Alexander d. Gr. und seinen Nachfolgern ab dem letzten Drittel des 4. Jh. v. Chr. Zwar unternahm Alexander zunächst primär Eroberungsfeldzüge; aber es wurden daraufhin in den teils sehr weit entfernten unterworfenen Gebieten zahlreiche neue Städte gegründet, in denen sich Griechen ansiedelten. Unter diesem Blickwinkel kann man hier ebenfalls zurecht von einer Kolonisation sprechen.

Mittelalter

Aufgrund häufiger Kriege, dem Fehlen einer zentralen Macht und einem durch Krankheit und Armut bedingten Bevölkerungsschwund war im Mittelalter bis auf wenige Ausnahmen kein Interesse an einer Kolonisation gegeben.

Die Normannen

Die Wikinger, die in Skandinavien lebten, waren die einzige "Kolonialmacht" des Mittelalters. Aufgrund des Mangels an Ackerboden in Norwegen ließen sich viele Wikinger als "Normannen" in Irland und Britannien, in der Normandie und sogar auf Sizilien nieder. Um 900 wurde von Norwegen aus Island besiedelt. Um das Jahr 1000 wurde unter der Führung des verbannten Eriks den Roten Grönland in Besitz genommen. Sein Sohn Leif Eriksson drang sogar nach Nordamerika, das er Vinland nannte, vor. Widerstand der Indianer stoppte aber die Expansion. Die Besiedlung der bis dato unbewohnten Färöer und Islands durch Wikinger aus diversen nordischen Ländern, vor allem Norwegen, sowie keltische Siedler wird als Landnahme bezeichnet. Diese fand zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert n. Chr. statt. Über sie wird im berühmten Landnámabók berichtet. Es ist in drei Fassungen aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Man weiß aber, dass noch ältere, uns nicht erhaltene Fassungen existierten. In diesem Buch, das zu den ältesten Schriftzeugnissen Islands zählt, werden über 400 frühe Siedler mit allen Verwandtschaftsgraden genau dargestellt.

Der deutsche Orden

Im späten Mittelalter waren es die deutschen Ordensritter, die im Baltikum Städte gründeten und auf diese Weise die deutsche Sprache und Kultur in den Osten trugen. Siehe auch unter Deutsche Ostsiedlung.

Zeitalter der Entdecker

Im ausgehenden Mittelalter entdeckte Europa sein Interesse für fremde Länder. Es waren vor allem wirtschaftliche und religiöse Gründe, die dabei eine vorrangige Rolle gespielt haben. Marco Polo, ein venezianischer Kaufmann, hat mit seiner Chinareise im 13. Jahrhundert das Zeitalter der Entdeckungen eingeleitet. Zwar ist die Authentizität seiner Reiseberichte umstritten, trotzdem waren die Erzählungen über China Inspiration für spätere Zeiten. Vor allem die Suche nach Gold, der Mangel an Gewürzen und eine zunehmende Behinderung des Handels mit dem Orient veranlassten dann im 15. Jahrhundert die Portugiesen, einen Seeweg nach Indien zu suchen. Der portugiesische König Heinrich der Seefahrer stattete eine Reihe von Expeditionen aus, die sich an der Westküste Afrikas vorschifften. Die ersten Niederlassungen entstanden als portugiesische Handels- und Nachschubsposten auf den Inseln vor Afrika (z.B. Madeira, aber auch an der westafrikanischen Küste (z.B. Elmina).

Spanische Kolonisation Lateinamerikas

Der berühmteste Entdecker wurde aber Christoph Kolumbus aus Genua. Er vertrat die Meinung, man könne Indien bzw. China einfacher als auf dem Weg um Afrika erreichen, wenn man den Atlantik direkt nach Westen überquere. Auf dieser Grundlage suchte er Sponsoren für eine Expedition. In Portugal wurde er verlacht, da portugiesische Gelehrte bereits recht genau den Erdumfang vermessen hatten und daher die Strecke richtigerweise für viel zu weit hielten. In Spanien, wo diese Information nicht bekannt war und eifersüchtig auf die Handelserfolge Portugals geschielt wurde, fand er dagegen Unterstützung. Spanien hatte im Zuge der Reconquista, der Vertreibung der maurischen Eroberer des Landes, eine am Krieg ausgerichtete Gesellschaftsstruktur und einen intolerant-fanatischen Katholizismus entwickelt. Dazu gehörte, dass sich die jüngeren Söhne des Adels als Caballeros (Ritter) selbst Land erobern mussten, um ihr Leben finanzieren zu können. Da in Spanien alles Land verteilt war, stürzten sich die kriegerischen Abenteurer auf die neu entdeckten Länder in "Westindische Inseln" - der Karibik - sowie in Mittel- und Südamerika (benannt nach dem späteren Entdeckungsreisenden Amerigo Vespucci). Berichte über reiche Goldschätze lockten auf eigene Rechnung arbeitende Söldner an. Sie trafen in Mexiko und später auch in Peru auf Reiche, die aufgrund ihrer gewaltsamen Expansion viele Feinde hatten und leicht zu destabilisieren waren. Ihre Eroberungen wurden nachträglich als Kronkolonien "legitimiert". Ihnen folgten Kolonisatoren, die sich die Ländereien aneigneten, auf die die in ihren Augen "wilden Heiden" nach spanischem Recht ohnehin kein Eigentumsrecht anmelden konnten; die Einheimischen selbst wurden als billige Arbeitskräfte versklavt. Aufgrund deren hoher Sterblichkeit - einerseits durch die brutale Ausbeutung, andererseits durch eingeschleppte Krankheiten bedingt - wurden sie aber bald durch aus Afrika "importierte" Sklaven ersetzt. Um den Streit zwischen Portugal und Spanien über die Vorherrschaft in den überseeischen Gebieten zu schlichten, kam auf Vermittlung von Papst Alexander VI. 1494 der Vertrag von Tordesillas zustande, der die Gebiete westlich 46° 37' West (370 spanische Leguas westlich der Kapverden) Spanien zusprach, die Gebiete östlich davon Portugal. 1499 wurde die Küste Brasiliens entdeckt und durch Amerigo Vespucci erforscht; da diese östlich der Trennlinie lag, erlaubte der Vertrag Portugal, hier eigene Kolonien in Südamerika zu gründen. 1529 wurde im Vertrag von Saragossa eine zweite Trennlinie im Pazifik festgelegt, durch die die Molukken als wichtige "Gewürzinseln" in den portugiesischen Raum fielen.

Zeitalter des Imperialismus

Siehe auch: Mondkolonisation, Marskolonisation

Siehe auch

Kolonialismus, Kolonie, Liste von Kolonien, Dekolonisation Kategorie:Kolonialismus als:Landnahme

Amerika (Kontinent)

Der amerikanische Kontinent erstreckt sich in seiner Nord-Südachse vom 83. Breitengrad Nord (Kap Columbia) bis zum 56. Breitengrad Süd (Kap Hoorn). Dies entspricht ca. 15.000 Kilometer Nord-Süd Ausdehnung. Der östlichste Punkt liegt in Brasilien auf dem 35. Längengrad West und der westlichste in Nordamerika auf dem 172. Längengrad Ost auf Attu, einer Aleuteninsel. Mit einer Landfläche von etwa 42 Millionen Quadratkilometern ist er nach Asien der zweitgrößte Kontinent der Welt. Klassischerweise teilt man den amerikanischen Kontinent in Nord-, Mittel- und Südamerika auf. Dies ist auch in plattentektonischer Hinsicht sinnvoll, da Nordamerika größtenteils auf der nordamerikanischen Platte, Südamerika größtenteils auf der südamerikanischen Platte und Mittelamerika auf der Karibischen Platte ruhen. Durch die politische Grenzziehung, die sich bekanntlich nicht an der Plattentektonik orientiert, gibt es jedoch Abweichungen dieser Zuordnung. Der Name Amerika ist vom Namen des Italieners Amerigo Vespucci (1454-1512) abgeleitet, der klargestellt hat, dass der im Zuge der mit Christoph Kolumbus einsetzenden transatlantischen Fahrten wiederentdeckte Erdteil nicht Indien oder Asien ist. Der Freiburger Kartograph Martin Waldseemüller trug den neuentdeckten Kontinent 1507 auf einer Weltkarte als "America" ein. Die Bezeichnung "Indianer" für die Ureinwohner Amerikas geht auf die Annahme zurück, es handele sich bei Amerika um Indien. Alternative Bezeichnungen des Doppelkontinentes Amerika sind Westliche Hemisphäre, Neue Welt, Westfeste (veraltet), vierter Kontinent (veraltet).

Nordamerika

Zu Nordamerika gehören Grönland, Kanada, die USA, Mexiko und mehrere Inselstaaten. Besonders erwähnenswert ist, dass ein Teil Nordamerikas auf der Pazifischen Platte liegt. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um die Halbinsel Niederkalifornien in Mexiko sowie den Küstenstreifen Kaliforniens von San Diego bis nördlich von San Francisco. Der Bruch zwischen der pazifischen und der nordamerikanischen Platte wird San Andreas-Graben genannt. Beide Platten driften beständig nach Norden, die pazifische Platte jedoch mit einer höheren Geschwindigkeit. Dadurch gleiten beide Platten aneinander vorbei. Da dies nicht reibungslos passiert, sondern sich beide Platten an verschiedenen Stellen verhaken, kommt es sehr häufig zu Erdbeben in diesem Gebiet. Im westlichen Teil befinden sich die Rocky Mountains, die westlichen Kordilleren und die Sierra Madre Occidental, die hauptsächlich durch den Druck der pazifischen Platte auf die nordamerikanische Platte vor ca. 80 Millionen Jahren entstanden sind. Im Norden ist Grönland mit seinem Inlandpackeis und weiter südlich zwischen Kanada und den USA die großen Seen erwähnenswert, die Hinterlassenschaften der letzten Eiszeit sind. Hier befindet sich der nach dem Kaspischen Meer zweitgrößte See der Welt, der Lake Superior mit einer Fläche von etwa 82.000 Quadratkilometern. Auf der östlichen Seite finden sich die Appalachen, die mit einem Alter von ca. 400 Millionen Jahren zu den ältesten Gebirgen der Welt gehören. Zwischen den Appalachen und den Rocky Mountains finden sich die Great Plains, eine zentrale Tiefebene, durch die der Missouri und der Mississippi fließen. Das Mississippital wird auch Tornado Alley genannt, da hier sehr häufig Tornados entstehen.

Mittelamerika

Portal: Mittelamerika In Mittelamerika gibt es sehr viele tätige Vulkane an der Pazifikküste. Der Lago de Nicaragua hat mehrere hundert Inseln, davon sind einige auch tätige Vulkane. Entstanden ist dieser See durch vulkanische Abtrennung vom Pazifik, wodurch sich hier einzigartige Süßwasservarianten von Haien und Schwertfischen gebildet haben. In Mittelamerika liegt der Panamakanal, der den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean verbindet.

Südamerika

Portal: Südamerika Mehr als die Hälfte Südamerikas ist tropisches Gebiet. Im westlichen Bereich dominieren die Anden, das größte Gebirge Amerikas, das Landschaftsbild. Der höchste Berg von Amerika ist der nordöstlich von Santiago de Chile liegende, vergletscherte Aconcagua mit 6.962,97 Metern Höhe. Die Anden entstanden durch die Subduktion der so genannten Nazca-Platte unter die südamerikanische Platte. Als tektonisch aktives Gebiet finden sich entlang der westlichen Küste viele Vulkane, die weiter im Süden zu einer Feuerland genannten Vulkan- und Geysirtundra hin ausläuft. Zwischen Anden und Pazifik liegt im heutigen Nordchile die extrem aride Atacama-Wüste. Im Nordosten findet sich das Bergland von Guayana und südlich davon das Amazonas-Becken mit dem Amazonas, seinen unzähligen Zuflüssen, fruchtbaren Überschwemmungsgebieten und Urwäldern. Der Amazonas befördert 1/5 des ins Meer fließenden Süßwassers. Das Becken wird im Süden begrenzt vom stark verwitterten Brasilianischen Bergland.

Siehe auch


- Geschichte Amerikas
- Entdeckung Amerikas 1492
- Entdeckung Amerikas
- Amerikanologie
- Martin Waldseemüller

Weblinks

Kategorie:Kontinent ja:アメリカ州 ko:아메리카 simple:The Americas th:ทวีปอเมริกา zh-min-nan:Bí-chiu

1000

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 15. März – Während des "Staatsakts von Gnesen", Errichtung des Erzbistums Gnesen mit den Bistümern Breslau, Krakau und Kolberg durch Kaiser Otto III.
- 30. April – Das Kloster Helmarshausen (Hessen) erhält vom Kaiser das Münzrecht.
- Island wird christlich.
- Leif Eriksson entdeckt Nordamerika (Vinland).
- Erste urkundliche Erwähnung von Oedingen.
- Erste urkundliche Erwähnung von Elspe.
- Erste urkundliche Erwähnung von Wasenweiler.
- Erste urkundliche Erwähnung von Vinnen.
- Poppon wird erster Bischof von Krakau.
- 31. Dezember – Ende des 1. Jahrtausends und des 10. Jahrhunderts.

Geboren


- Adelmann von Lüttich, belgischer Gelehrter

Gestorben


- 9. SeptemberOlav I. Tryggvasson, König von Norwegen (
- 963) ja:1000 ko:1000년 simple:Thousand

Leif Erikson

] Leif Eriksson, isländisch: Leifur Eiríksson (
- ca. 970 in Island; † ca. 1020) war ein isländischer Entdecker. Er war der Sohn Eriks des Roten und der Enkel von Thorvald Asvaldsson. Er betrat vermutlich als erster Europäer um ca. 1000 nordamerikanischen Boden. Er gab dem neu entdeckten Land den Namen Vinland. In L'Anse aux Meadows auf Neufundland wurde in den 1960er Jahren eine Wikingersiedlung ausgegraben, die vermutlich auf Leif Eriksson zurückgeht. Lange Zeit führte man den Namen auf das altnordische Wort "Vin" für "Wein" zurück und suchte Vinland daher viel weiter südlich in Gebieten, wo Weintrauben gedeihen. Seit den Ausgrabungen auf Neufundland führt man "Vin" eher auf das Wort für "Weiden" zurück. Islands internationaler Flughafen in Keflavík trägt den Namen Leifur Eiríksson. Leif Erikson-Tag am 9. Oktober

Weblinks


-
- [http://www.heimskringla.no/original/islendingesagaene/graenlendingasaga.php Grænlendinga saga] (altnordisch)
- [http://www.iceland.org/leifur.html Leif Eriksson Discoverer of America]
- [http://www.reportret.info/gallery/leifericsson1.html Leif Ericsson, reconstructed portrait]
- [http://historicaldocuments.com/VoyagestoVinland.htm The Voyages to Vinland] Eriksson, Leif Kategorie:Wikinger Leif Eriksson Eriksson, Leif Eriksson, Leif Erikson, Leif Erikson, Leif Eriksson, Leif Eriksson, Leif ja:レイフ・エリクソン ko:레이프 에이릭손

Kontinent

Der Begriff Kontinent (von lat.: (terra) continens) bedeutet "zusammenhängendes Land", das von den Inseln unterschiedene Festland. Die Kontinente der Erde machen insgesamt nur 29 Prozent der Erdoberfläche aus, den Rest nehmen die Ozeane und Meere ein.

Definitionen

Meer Geografisch besteht ein Kontinent aus einer großen zusammenhängenden Landmasse, die durch das Meer von anderen Kontinenten abgegrenzt wird. So bildet der Panamakanal die Grenze zwischen Nord- und Südamerika und der Sueskanal die Grenze zwischen Afrika und Asien. Eine Ausnahme stellt die Trennlinie zwischen Asien und Europa dar: Sie verläuft über den Ural. Aus dieser Definition ergeben sich 7 Kontinente: Afrika, Antarktika, Asien, Australien/Ozeanien, Europa, Nordamerika und Südamerika. Südamerika Geologisch gesehen umfasst ein Kontinent das zugehörige Schelfgebiet, welches auch Kontinentalplatte genannt wird. Man zählt auf unserem Planeten 14 solche Kontinentalplatten. Neben diesen beiden gibt es auch historisch-politische Definitionen von Kontinenten. So muss die Aufteilung Eurasiens in Asien und Europa aus der historisch-politischen Perspektive des Kolonialismus verstanden werden. Zur historisch-politischen Kategorie gehören auch die Versuche, ein Mittelamerika oder den Nahen Osten als eigene Kontinente abzutrennen. Die Abgrenzung Europas als Kontinent greift auf eine Vorstellung zurück, wonach man glaubte, Europa und Asien seinen zwei unterschiedliche Kontinente. Heute wissen wir aber, das es nur eine Eurasische Platte gibt. Europa und Asien sind im Sinne der Plattentektonik ein Kontinent, Eurasien. Von Irland über Russland bis nach Malaysia liegt alles auf einer einzigen Platte, eine physische Grenze zwischen Asien und Europa existiert dementsprechend nicht.

Geschichtliches

Kolonialismus] Herodot teilte die Welt in 3 Kontinente: Europa, Asien und Libyen. Seine Dreiteilung wurde im Altertum als verbindlich angesehen. Hekataios zog im 6. Jahrhundert v. Chr. die Grenze zwischen Asien und Europa vom Ägäischen Meer über das Marmarameer und das Schwarze Meer bis hin zum Don. Heute zählt man 7 geografische Kontinente.

Zum Begriff "Kontinent"

Das lateinische continens bedeutet im eigentlichen Sinne das "Zusammenhaltende" oder "Umfassende". Die Vorstellung hinter dieser Begriffsverwendung für einen Kontinent im heutigen Sinne ist eigentlich irreführend: Sie beruht auf der Annahme, dass die Landteile der Erde die Wasserteile umfassen. Da jedoch die Wasserflächen der Erde um ein Vielfaches größer sind als die kontinentalen Flächen, müsste man letztere eigentlich als das "Umfasste", das contentum bezeichnen. Die Begriffsbildung beruht somit auf einer falschen Vorstellung der Erde.

Namensgebung

Die Namen der Kontinente sind in der ursprünglichen lateinischen Form alle weiblich und enden entsprechend einheitlich mit a. Afrika galt im Altertum nur als Name für das heutige Tunesien, welches von den Römern nach dem Stamm der Afri um Karthago so benannt wurde. Amerika wurde auf Vorschlag Martin Waldseemüllers nach Amerigo Vespucci benannt, der kurz nach Christoph Kolumbus die Ostküste Südamerikas befuhr. Zu dieser Zeit konnte noch nicht überblickt werden, dass es sich genau genommen um zwei Kontinente handelt, die nur durch eine relativ schmale Landbrücke miteinander verbunden sind. Antarktika wurde nach seiner Lage inmitten der Antarktis benannt. Asien (eigtl. Asia) kommt aus dem Assyrischen von Assu = Sonnenaufgang bzw. Osten. Australien (eigtl. Australia) kommt von lat. Terra Australis = südliches Land. Europa hat seine Bezeichnung möglicherweise vom griech. Erebos = Abendland, die Herkunft ist jedoch umstritten.

Siehe auch


- Superkontinent
- Subkontinent
- Landhemisphäre
- Plattentektonik

Weblinks

[http://userpage.fu-berlin.de/~tmuehle/europa/europa/europa_mount-elbrus.htm Die Grenzen Europas] Kategorie:Geowissenschaft Kategorie:Physische Geographie ! ja:大陸 ko:대륙 ms:Benua simple:Continent th:ทวีป zh-min-nan:Tāi-lio̍k

Neufundland

Die Insel Neufundland (englisch Newfoundland) ist ein Teil der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador.

Geographie

Neufundland liegt vor der Nordostküste Nordamerikas im Atlantischen Ozean und ist der am dichtesten besiedelte Teil der Provinz Neufundland und Labrador. Von der Halbinsel Labrador ist Neufundland durch die Belle-Isle-Straße getrennt. Die Insel hat eine Fläche von 111.390 km². Die Provinzhauptstadt St. John's befindet sich am südöstlichen Ende der Insel. Vorgelagert ist Cape Spear, das nicht nur der östlichste Punkt der Insel, sondern auch des gesamten nordamerikanischen Kontinents ohne Grönland ist.

Geschichte

Die ersten Bewohner Labradors waren wohl die maritimen archaischen Indianer, die in der Zeitspanne zwischen 8.000 bis 3.500 v.Chr. in Nordamerika lebten. Ausgrabungen in L'Anse-Amour an der Südostküste Labradors sind datierbar auf ca. 7.500 v.Chr. und damit die ältesten in Nordamerika. Spätestens um 4.000 v.Chr. kamen diese Indianer auch an die Küste Neufundlands. Zwischen 3.500 und 2.500 v.Chr. hatten sich daraus wahrscheinlich die „Intermediate Indians“ entwickelt, die auch im Landesinneren lebten. In Port au Choix an der Westküste Neufundlands werden Indianerfriedhöfe aus verschiedenen Epochen seit langem ausgegraben. Um 4.000 v.Chr. bis 2.000 v.Chr. verdrängten / übernahmen die Prä-Dorset Eskimos die Siedlungsgebiete der archaischen Indianer. Um 2.400 v.Chr. kamen dann die Dorset-Eskimos aus dem Nordosten nach Labrador und Neufundland. Allerdings verschwanden sie ungeklärter Weise um 1.000 v.Chr. wieder von der Insel. Um 1.400 v.Chr. kam die dritte Welle von Eskimos, die Thule, von Alaska her und kamen weiter bis nach Grönland. Ab ca. 1.700 v.Chr. gab es verschiedene, bis in die moderne Zeit reichende Verbreitungen von Indianern. Die wichtigsten Gruppen sind die Beothuk und die Micmac. Die letzte Beothuk, Shawnadithit, starb in St.John's 1829. Die Micmac sind die letzten „native indians“ in Neufundland, in Labrador leben die Inuit, die Nachfahren der Thule-Eskimos. Ungesichert sind die Theorien, dass Brendan, ein irischer Mönch, im sechsten Jahrhundert Neufundland erreicht hat. Sicher hingegen ist, dass die Wikinger (Bjarni Herjólsson, Thorvald Eiriksson, Leif Eriksson) auf mehreren Fahrten um 1.000 n.Chr. nach Neufundland und Labrador kamen. 1961 entdeckte Helge Ingstad eine Wikingersiedlung im äußersten Norden der Insel. L'Anse aux Meadows steht heute auf der UNESCO-Liste für Weltkulturerbe. Wahrscheinlich ist, dass dies das Vinland (nicht Weinland, sondern Grasland) der Wikinger ist. Es wurde schon im Jahre 1076 von Adam von Bremen beschrieben. In 15. Jahrhundert kamen immer öfter portugiesische und spanische Fischer auf die Neufundlandbänke zum Fischen. Erst am 24. Juni 1497 sah offiziell der erste Europäer – John Cabot (anglifiziert von: Giovanni Caboto), ein italienischer Seefahrer in Diensten des englischen Königs – das amerikanische Festland in Labrador nachdem er auf der gleichen Reise schon in Bonavista auf Neufundland gelandet war. Der Name Neufundland leitet sich von Cabots Bezeichnung newe founde islande - "neu gefundenes Land" ab. Im Juni 1882 wurde die Eisenbahn quer über die ganze Insel gebaut. Aber erst 1898 wurden mit dem wegen der Geschwindigkeit „Newfie Bullet“ genannten Zug die ersten Passagiere befördert. Dies war bis zur Fertigstellung des Trans-Canada-Highway (TCH) im Jahr 1967 die einzige Überlandverbindung von Port-aux-Basques im Westen zur Provinzhauptstadt St.John's im Osten. Kurz darauf, am 2.Juli 1969 wurde der letzte Passagier befördert. Ganz eingestellt wurde die Eisenbahn am 1.September 1988, nachdem die Bundesregierung den weiteren Ausbau des TCH zugesichert hatte. Heutzutage ist man dabei, die gesamte Strecke für den Tourismus zugänglich zu machen (sog. Trailway). Mehr zur Geschichte unter Neufundland und Labrador, Bell Island, Burin-Halbinsel. Siehe auch Indianer Nordamerikas.

Naturparks

Im Westen der Insel Neufundland befindet sich der Gros-Morne-Nationalpark. Dieser Nationalpark wurde 1973 gegründet. Im Jahr 1987 wurde er in die Liste der World Heritage Sites der UNESCO aufgenommen. Durch den Terra-Nova-Nationalpark kommt man auf dem Highway No. 1 auf dem Weg von St. John's nach Gander mit einem wichtigen Luftdrehkreuz. Verteilt über die gesamte Insel findet man etliche Reservate zum Schutz einzigartiger Pflanzen und Tiere, wie Cape St. Mary's oder Witless Bay.

Tourismus

Durch die abgeschiedene Lage der Insel gibt es nicht sehr viel Tourismus. Pauschaltourismus gibt es hier nicht. Es kommen vor allen Dingen Jäger und Individualisten, meist Campmobilisten vom Festland oder den USA. Seit kurzem haben aber auch immer mehr Touristen aus Europa Neufundland für sich entdeckt und besuchen die Insel auf ihren Campingtouren durch Kanada. St. John's an der Ost- und Corner Brook an der Westküste sind (in den Sommermonaten) außerdem beliebte Anlaufhäfen für Kreuzfahrtschiffe. Allerdings haben die Neufundländer erkannt, dass dies der zukünftige Wirtschaftszweig (neben Erdöl im Hibernia Ölfeld und Terra Nova Ölfeld) ist, da das Fischereiverbot in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts die Insel zum Sozialfall gemacht hat (Über 20 Prozent Arbeitslose). Mittlerweile gibt es die ganze Palette für Adventure-Touren und Winterurlaub. Einzig Badeurlaube lassen die steinige Küste und das unbeständige Klima nicht zu.

Sonstiges

Heutzutage ist Neufundland das Land auf der Erde, in dem prozentual gesehen die meisten Einwohner Englisch sprechen. Allerdings ist es ein besonderes Englisch. Bis in die 70er und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts gab es noch isolierte Kommunen entlang der Küste, in denen sich die Sprache der jeweiligen Siedler erhalten hat (meistens Shakespeare-Englisch, Französisch, Irisch, Portugiesisch etc.). Erst nach dem Anschluss von Neufundland an Kanada und dem damit verbundenen Ausbau der Infrastruktur kam die Moderne in diese weltabgelegenen Dörfer und langsam werden die Idiome ersetzt. Heutzutage ist Neufundland eines der Länder mit der prozentual höchsten Verbreitung des Internets! Über die Mentalität der Newfies, wie sich die Neufundländer selbst gerne bezeichnen, gibt der Roman The Shipping News von Annie Proulx, einen kleinen Eindruck. Dieses Buch wurde mit der Auflage verfilmt, die Aufnahmen in Neufundland zu machen. Die Neufundländer dankten es, indem sie einen Küstenstrich nach dem Helden „Quoyles Land“ nannten. Die „Newfies“ sind, wenn man sich an Witzen orientiert, die „Ostfriesen Nordamerikas“, wobei die meisten Newfie-Witze von den Newfies selbst stammen und oftmals die Umständlichkeit anderer Leute (Torontonians = Leute aus Toronto und vom Festland) darstellen (vgl. Ostfriesenwitz).

Söhne und Töchter


- Henry Clinton (1738-1795)

Weblinks


- http://www.gov.nf.ca/

Literatur

Es gibt eine Menge Literatur aus und über Neufundland, leider keine Reiseliteratur. Wer also nach Neufundland reisen möchte, ist auf den aufgeführten Travel-Guide angewiesen.
- Newfoundland and Labrador Tourism (Hrsg.), Newfoundland & Labrador : Travel Guide, jährlich
- Bernard D. Fardy, John Cabot - The Discovery of Newfoundland, Creative Book Publishing, 1994
- Bernice Morgan, Am Ende des Meeres, dtv, München, 1998 (org. Waiting for time)
- Bernice Morgan, Die Farben des Meeres, btb Goldmann, München, 1998 (org. Random Passage)
- Bob Tulk, Newfie Jokes, Newfie Jokes, Corner Brook, 1971 ff.
- Daniel Woodley Prowse, A History of Newfoundland (Neuausgabe), Boulder Publications Ltd., Portugal Cove, 2002
- E. Annie Proulx, Schiffsmeldungen, List, München, 1995 (org. Shipping News)
- Farley Mowat, A Whale For The Killing, McClelland & Stewart, Toronto, 1972
- Farley Mowat, The Farfarers, Seal Books, 1999
- Farley Mowat, The Boat Who Wouldn't Float, McClelland & Stewart, Toronto, 1969
- Farley Mowat, Westviking, McClelland & Stewart, Toronto, 1965
- Howard Norman, Das Fresko, Fischer Taschenbuch, Frankfurt, 1997 (org. The Bird Artist)
- Margaret Elphinstone, Der Weg nach Vinland, List, München, 2002 (org. The Sea Road)
- Mark Kurlansky, Der Fisch, der die Welt veränderte, Claassen, München, 1997 (org. Cod. A Biography of the Fish That Changed the World)
- Story, Kirwin und Widdowson, Dictionary of Newfoundland English, University of Toronto Press, Toronto, 1982
- Wayne Johnston, Die Kolonie der unerfüllten Träume, Hoffmann und Campe, Hamburg 1999 (orig. The Colony of unrequieted dreams) Kategorie:Neufundland und Labrador Kategorie:Insel (Kanada) ja:ニューファンドランド島 ko:뉴펀들랜드 섬 zh-min-nan:Newfoundland

Christoph Kolumbus

Christoph Kolumbus (span. Cristóbal Colón, ital. Cristoforo Colombo, port. Cristovão Colombo, eingedeutscht (bzw. latinisiert) Kolumbus;
- wahrscheinlich zwischen dem 25. August und dem 31. Oktober 1451 in Genua; † 20. Mai 1506 in Valladolid) war ein italienischer Seefahrer in spanischen Diensten, der den Europäern - ungewollt - den Weg in das bis dahin unbekannte Amerika eröffnete. Im Bestreben, auf dem westlichen Seeweg von Europa nach Ostasien zu gelangen, erreichte er am 12. Oktober 1492 die dem amerikanischen Kontinent vorgelagerten karibischen Inseln. Er selbst glaubte bis zu seinem Lebensende eine Route auf dem Seeweg nach "Hinterindien" entdeckt zu haben. Seine frühere Bezeichnung als europäischer Entdecker Amerikas wird heute kaum noch verwendet, seit erwiesen ist, dass er nicht der erste Europäer war, der nach Amerika gelangte. Doch seine Fahrten im Auftrag der spanischen Krone hatten eine dramatische Veränderung des europäischen Weltbildes zur Folge und führten zur Kolonisation der Neuen Welt durch die europäischen Mächte. Die Bewertung seiner Taten und Leistungen ist Gegenstand kontroverser Debatten. Seinem Entdeckerdrang und seinem Mut, in völlig unbekannte Gewässer vorzustoßen, die ihn zum Urbild des Entdeckers werden ließen, steht seine Mitverantwortung für den Völkermord an den Ureinwohnern Amerikas im Zuge der Konquista gegenüber.

Werdegang bis 1480

Nach langen und kontroversen Debatten um Ort und Zeit seiner Geburt neigt die Forschung heute mehrheitlich zu der Ansicht, dass Kolumbus im Jahr 1451 in Genua zur Welt kam. In einem Rechtsstreit von 1479 gibt Kolumbus an, 27 Jahre alt zu sein und 100 Gulden zu besitzen. Ebenso umstritten ist bis heute die Frage seiner Herkunft (siehe den Abschnitt Die Diskussion um seine Herkunft) und seines Lebens vor den großen Entdeckungsfahrten. Folgende Version gilt heute unter Experten als die plausibelste: Der Vater des Kolumbus war der Genueser Wollweber Domenico Colombo († 1498), seine Mutter Suzanna Fontanarossa, die Tochter eines Wollhändlers. Kolumbus hatte drei jüngere Brüder, Bartolomeo, Giovanni Pellegrino und Giacomo (span. Diego), und eine Schwester, Bianchinetta. Zunächst übte er das Handwerk seines Vaters aus. Nach seinen eigenen Aussagen fuhr er aber auch schon mit 14 Jahren zur See. Ein Studium an der Universität von Padua, von dem mitunter die Rede ist, ist deshalb unwahrscheinlich. Vielmehr brachte er sich die Grundlagen der Kartografie im Selbststudium, zusammen mit seinem Bruder Bartolomeo, bei und erhielt ansonsten kaum eine formale Bildung. 1474 reiste Kolumbus mit einem Schiff nach Chios, wo er ein Jahr blieb. 1476 erreichte er mit einer Handelsexpedition den Atlantischen Ozean. Die Schiffe wurden am 13. August vor dem Kap St. Vincent/Portugal von Freibeutern attackiert, Kolumbus konnte sich aber schwimmend zur portugiesischen Küste retten. Ab 1477 lebte er in Lissabon. Portugal war damals ein Zentrum der europäischen Seefahrt. Der Bruder des Kolumbus, Bartolomeo, wohnte schon in Lissabon als Kartograf; die Brüder arbeiteten eine Zeit lang zusammen als Zeichner. Bald darauf, wahrscheinlich noch im gleichen Jahr, nahm Kolumbus an einer Fahrt in den Nordatlantik teil, die ihn angeblich bis in das sagenhafte Thule führte. In Diensten der portugiesischen Flotte nahm er an weiteren Fahrten teil; 1482-1483 begleitete er eine Expedition entlang der westafrikanischen Küste, die bis zum portugiesischen Handelsposten São Jorge da Mina in Guinea reiste. 1479 heiratete er Felipa Perestrello e Moniz. Ihr gemeinsamer Sohn Diego wurde 1480 geboren. Felipa stammte aus einer adligen Familie mit italienischen Vorfahren, ihr Vater Bartholomeus war an der Besiedlung Madeiras beteiligt gewesen und Gouverneur von Porto Santo. Kolumbus lebte daraufhin einige Zeit auf Porto Santo, wo er sich seinen Lebensunterhalt wiederum als Kartenmacher verdiente und zugleich die Seekarten, Logbücher und Papiere aus dem Nachlass seines verstorbenen Schwiegervaters studierte. Ungefähr zu dieser Zeit muss er begonnen haben, sich intensiv mit einer Seeroute nach Süd- und Ostasien zu beschäftigen.

Die Idee

Ostasien Indien und das Kaiserreich China waren für Europa wichtige Bezugsquellen von wertvollen Gütern wie Seide und Gewürzen. Seit dem Eindringen der Osmanen in die Levante Mitte des 14. Jahrhunderts und der weitgehenden Entmachtung des Byzantinischen Reiches standen die Landwege nach Indien (dieser Begriff wurde damals für ganz Süd- und Ostasien verwandt) den Europäern nicht länger offen. Hohe Zölle führten zu stark steigenden Preisen für die Luxusgüter. Schon 1418 hatten die Portugiesen auf Veranlassung von Heinrich dem Seefahrer damit begonnen, eine Seeroute nach Indien südostwärts um Afrika herum zu suchen und dabei große Teile der afrikanischen Küste erkundet. (siehe Gewürzroute) Kolumbus entdeckte für sich jedoch um 1480 die Idee einer Westroute nach Indien wieder, die auf Aristoteles zurückging, der behauptet hatte, man könne den Ozean zwischen den Säulen des Herakles (Gibraltar) und Asien innerhalb weniger Tage überqueren. Diese Theorie wurde auch von anderen Gelehrten unterstützt, unter anderem von Pierre d'Ailly (1350-1420). Kolumbus besaß ein Exemplar der Imago Mundi von d'Ailly, das er mit zahlreichen Anmerkungen versehen hatte. 1474 hatte er in zwei Briefen mit Paolo dal Pozzo Toscanelli über seinen Plan korrespondiert und von diesem Zustimmung erhalten. Des Weiteren las er die Bücher von Marco Polo und hatte auf seinen Reisen in den Norden möglicherweise von den Fahrten der Wikinger nach Nordamerika gehört. Anzunehmen ist, dass Kolumbus auch die seit dem Mittelalter populäre „Navigatio Sancti Brendani“ über eine Westfahrt des irischen Mönches Brendan bekannt war. Indizien für das Vorhandensein einer Landmasse im Westen Europas gab es einige. Nach einem Sturm abgetrieben, fand ein portugiesischer Kapitän weit im Westen ein fremdartiges Stück Holz, das augenscheinlich bearbeitet worden war. Weitere Hölzer und fremde Pflanzen wurden an die Küsten Madeiras und Porto Santos gespült. Schließlich gab es Gerüchte, dass auf Flores (Azoren) zwei Leichen fremdartigen Aussehens aus dem Westen angespült worden waren. Kolumbus erfuhr von diesen Indizien während seines Aufenthalts auf Porto Santo, als er sich mit Seeleuten unterhielt und die Papiere seines Schwiegervaters las, unter denen sich auch so genannte roteiros (geheime Logbücher portugiesischer Seefahrer) befanden, die ihm Aufschluss über Strömungen und Winde des Atlantiks gaben und so bei der Ausarbeitung seines Plans hilfreich waren. Kolumbus erkannte, dass man sich die Passatwinde für eine schnelle Fahrt nach Westen zu Nutze machen konnte, indem man zunächst südlich steuerte. Die Kugelgestalt der Erde, Voraussetzung für den Plan des Kolumbus, war seit der Antike und auch im Mittelalter den Gelehrten bekannt gewesen und Ende des 15. Jahrhunderts allgemein akzeptiert, entgegen vieler Klischees auch von der katholischen Kirche, die sich nurmehr gegen das Heliozentrische Weltbild wehrte. Vorstellungen einer scheibenförmigen Erde fanden sich allerhöchstens im einfachen Volk, hatten aber keinen Einfluss auf die Akzeptanz der Idee einer Westroute nach Indien. Unterschiedliche Theorien existierten aber bezüglich der Distanz, die auf solch einer Route zurückzulegen wäre. Diese Unterschiede beruhten auf verschiedenen Auffassungen über die Ost-West-Ausdehnung der eurasischen Landmasse. Seit Ptolemäus nahm man allgemein an, dass Eurasien 180° der Erdbreite einnahm, die restlichen 180° also noch unbekannt waren. D'Ailly dagegen kalkulierte mit 225° Ausdehnung der Landmasse und Kolumbus übernahm diese Auffassung. Tatsächlich beträgt die Breite etwa 130°. Da er zudem für die Entfernung zwischen den Breitengraden eine zu kleine Zahl annahm, erhielt er einen Abstand von unter 4.500 km zwischen den Kanaren und Zipangu (Japan). Der tatsächliche Abstand beträgt fast 20.000 km, doch aufgrund seiner falschen Zahlen hielt Kolumbus die von ihm später entdeckten Inseln in der Karibik für dem indischen Festland vorgelagerte Inseln, da sie ungefähr dort lagen, wo nach seiner Kalkulation Indien lag.

Das Werben um Unterstützung

Japan Damit er seinen Plan durchführen konnte, benötigte Kolumbus die Unterstützung eines Staates oder Staatsoberhauptes. Um 1484 stellte er seine detailliert ausgearbeiteten Pläne für eine Expeditionsfahrt dem portugiesischen König Johann II. vor. Experten des Königs lehnten die Pläne aber ab, weil sie korrekterweise die Distanz für weitaus länger hielten und den Plan damit für nicht durchführbar. Nach dem Tod seiner Frau Felipa verließ Kolumbus mit seinem Sohn Diego 1485 Lissabon in Richtung Spanien, wohl auch, um so seinen Gläubigern zu entkommen. Er hoffte, das Königspaar Ferdinand II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien für seine Pläne gewinnen zu können. Diese hatten durch ihre Heirat ihre beiden Königreiche verbunden und befanden sich im Kampf gegen die Mauren. 1486 kam Kolumbus auf Aufforderung von Königin Isabella erstmalig zum Hof nach Córdoba, wo er freundlich empfangen und vom Verwalter der Krongüter und Schatzmeister der santa hermandad Alonso de Quintanilla anvertraut wurde. Alonso wurde schnell zu einem enthusiastischen Befürworter der Pläne von Kolumbus, der noch weitere Freunde fand. Bald traf er Beatriz Enriquez, die die Mutter seines zweiten Sohnes Fernando wurde. Beatriz blieb seine lebenslange Partnerin und wurde von Kolumbus auch in seinem Testament bedacht, die beiden heirateten jedoch nicht. Ein zur Prüfung seiner Pläne eingesetztes Komitee lehnte die Idee zwar als unpraktikabel ab, doch Kolumbus folgte dem Hof weiter von Ort zu Ort und wurde ab und zu mit königlichem Geld unterstützt, damit er mit seinem Plan nicht zu einem anderen Staatsoberhaupt Europas zog. Der einflussreiche Kardinal Pedro González de Mendoza, dessen Bekanntschaft Kolumbus gemacht hatte, verschaffte ihm eine erste Audienz bei Königin Isabella, die aber noch keinen Erfolg brachte. Das spanische Königspaar war mit dem Krieg gegen die Mauren beschäftigt und konnte zu diesem Zeitpunkt wenig mit seinen hochfliegenden Plänen anfangen. Nach einer langen Zeit unergi