Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Geschichte Des Iran

Geschichte des Iran

Der Name Iran kommt aus den westiranischen Dialekten der großen iranischen Sprachfamilie (siehe Iranische Sprachen) und bedeutet Land der Arier. Das ostiranische Äquivalent ist Aryana. Der Begriff Iran bezieht sich im eigentlichen Sinne auf eine viel größere Region, die die Gebiete der modernen Staaten Afghanistan, Tadschikistan, Irak, Aserbaidschan, Usbekistan, Turkmenistan und Teile Pakistans und der Türkei mit einschließt (siehe Hochland von Iran). Somit beinhaltet dieser Artikel zu einem großen Teil auch die Geschichte jener Staaten und Regionen. Die Geschichte des modernen Staates Iran beginnt genau genommen mit der Gründung Afghanistans im Osten Irans und dem Aufstieg der Zand-Dynastie (siehe unten) im Westen. Die Bezeichnung Iran wird seit dem 21. März 1935 auch im Abendland für das alte Persien benutzt, während sie zuvor sowohl im Land selbst als auch außerhalb des europäisch-amerikanischen Sprachraumes stets das Land bezeichnete. "Nur wenige Völker haben ihre nationale Identität über einen so langen Zeitraum hinweg zu wahren vermocht." (Willy Brandt)

Frühe Hochkulturen (ca. 4.000 v. Chr. bis 550 v. Chr.)

Bereits in der Jungsteinzeit (Neolithikum) wurde das Land, das als Iran bezeichnet wird, besiedelt, bzw. sind Siedlungsspuren nachweisbar. Im 4. Jahrtausend v. Chr. gab es eine erste Wanderbewegung von Indogermanen, die mit den Indern gleichsam die Bezeichnung Arier (ariyānām) haben. Die Herkunft dieser Arier ist umstritten, zumindest aus dem Norden, darüber ist man sich einig. Bereits gegen Ende des 4. Jahrtausend v. Chr. kann von einer städtischen Zivilisation gesprochen werden, die sich aus der Ackerbau betreibenden, sesshaften Bevölkerung entwickelte.

Reich Elam (2.600 v. Chr. bis 640 v. Chr.)

Das erste Reich auf iranischem Boden ist das Reich Elam, das heutige Gebiet um Chusistan (Khuzistan), das abseits der großen Weltgeschichte vom ersten Auftauchen um 2600 v. Chr. bis zur Niederlage gegen das Assyrische Reich, um 640 v. Chr., Bestand hatte. Die Könige nannten sich "von Anshan und Susa" eine Bezeichnung die später noch Verwendung finden wird. Die zweite Wanderbewegung (die eigentlichen Indoiranier), um 1250 v. Chr., von indogermanischen Reiternomaden aus den Steppen Südrusslands, lässt sich geschichtlich genauer fassen. Das Auftreten der Meder, (Madai), um 900 v. Chr., in deren Folge die mit den Medern verwandten Perser (Pārsa), aus dem Gebiet des Urmia-Sees stammend, nachzogen, veränderte die einheimische Bevölkerungsstruktur.

Meder-Reich (728 v. Chr. bis 550 v. Chr.)

Das Meder-Reich war das erste große iranische Reich. Die Bewohner waren die Meder, als deren Nachfahren sich die heutigen Kurden (Kardukhen) ansehen. Ihre Sprache, Kultur und Abstammung war iranisch. 835 v. Chr. erwähnte der assyrische König zum ersten Mal die medischen Stämme. Bald nach ihrem Auftreten konnten sie große Bereiche des assyrischen Reiches unterwerfen. Im Jahre 715 v. Chr. führte der Häuptlingsführer Deiokes die medischen Stämme ohne Erfolg gegen das assyrische Reich. Ein Nachfolger, Phraortes, konnte die übrigen iranischen Stämme vereinen und das assyrische Königreich vernichten. Er gründete die medische Hauptstadt Ekbatana (das heutige Hamadan). Astyages, der letzte medische König, führte das Reich bis 550 v. Chr..

Die Antike (550 v. Chr. bis 642 n. Chr.)

Siehe auch Perserreich

Die Achämeniden

Die Herrschaft der Achämeniden dauerte von ca. 559 v. Chr. - 330 v. Chr.
Kyros II. der Große gründete als persischer König (Schah) das erste Weltreich der Geschichte, das altpersische Großreich. Weltreich
- 539 v. Chr. wurde Babylon eingenommen das neubabylonische Reich der (Chaldäer) besiegt.
- 525 v. Chr. wurde Ägypten dem Achämenidenreich eingegliedert.
- 521 v. Chr. - 486 v. Chr. regiert Dareios I. der Große, der sich durch ein enormes millitärisches Können auszeichnete. Er siegte im ersten jahr seiner Herrschaft in 19 Schlachten in einem Gebiet welches so groß wie ganz Wesreuropa war. Weiters schuf er sich durch seine weise Politik und Toleranz einen Namen.
- 500 v. Chr. erhoben sich die Griechen gegen die persische Herrschaft, womit die Perserkriege eingeleitet wurden. Der Aufstand wurde 494 v. Chr. mit der Zerstörung Milets niedergeschlagen. Hier standen sich 2 Ideologien gegenüber. Die Iraner vertraten die Reichsidee unter Wahrung der nationalen Identitäten während die Griechen die Stadtstaaten Ideologie (Polis) unter völliger Unabhängigkeit bevorzugten.
- 486 v. Chr. - 465 v. Chr.: Xerxes I.
- 450 v. Chr. - 404 v. Chr. erfolgen Aufstände gegen die Achämeniden in Ägypten, Syrien und im Kernland des Reiches.
- 359 v. Chr. - 338 v. Chr.: Artaxerxes III.

Der Alexanderfeldzug


- 335 v. Chr. wird Darius III. Großkönig, aber schon 331 v. Chr. von Alexander dem Großen in der Schlacht von Gaugamela geschlagen und wenig später ermordet. Mit Alexanders Sieg endet die Herrschaft der Achämeniden. Das Reich geht im Alexanderreich auf.

Die Seleukiden


- 312 v. Chr. beginnt mit dem Aufstieg der Diadochen-Dynastie von Seleukos I. Nikator, einem Feldherrn Alexanders, die Seleukidenherrschaft.
- 280 - 200 v. Chr.: Das Reich der Seleukiden erstreckt sich über große Gebiete Vorderasiens bis zum Indusgebiet. Nach dem Zerfall gelangen die westlichen Reichsgebiete an das Römische Reich.

Die Arsakiden


- 250 v. Chr. bis 224 n. Chr. : Entfaltung des Parther-Reichs unter der Herrschaft der Arsakiden

Die Sassaniden


- 224 - 650: Das Sassanidenreich (gegründet von der letzten altpersische Dynastie) erwies sich in der Spätantike als ein bedeutender Rivale Roms, wobei es jedoch auch durchaus zu einer (zeitweisen) friedlichen Koexistenz kam.

- 642: Die islamischen Araber erobern Persien (siehe auch Islamische Expansion). Sie besiegen die sassanidischen Heere und es kam schließlich zu einer Bekehrung Persiens zum Islam, auch wenn es in den 50er Jahren noch zu mehreren Aufständen der Perser gegen die Fremdherrschaft kommt, die aber niedergeschlagen werden.

Einbruch des Islam, ab 642

Die Umayyaden (661 bis 749)

Siehe: Der Iran unter den Umayyaden

Die Abbasiden (749 bis 857)

Siehe: Der Iran unter den Abbasiden

Lokaldynastien: (681 bis 1191)

Die Tahiriden


- 821-873 Ein persischer General mit dem Namen Taher, gründete 821 einen unabhängigen Kleinstaat in Khorasan (Ostiran und Zentralasien), der unter seinen Nachfolgern bis Zentraliran reichte. Siehe: Tahiriden

Die Saffariden


- 861-900 Im Südosten des Iran (Sistan) vereinigte der Schmied Yaaqub ibn Laith, die unzufriedene Bevölkerung, um die Fremdherrschaft Bagdads abzulegen. Nach der Eroberung von Khorasan, Kerman und Fars erfolgte sogar ein Angriff auf Bagdad, welcher durch Friedensverhandlungen des Kalifen abgewendet werden konnte. Mit der Ermordung des letzten Saffariden erlosch die Dynastie. Siehe: Saffariden

Die Samaniden


- 864-1005 Bereits unter den Tahiriden waren die Samaniden aus Khorasan zu Gouverneuren von Westturkestan und dem Gebiet des heutigen Afghanistan aufgestiegen, die bis zur Dynastiegründung und Krönung reichte, sich jedoch den aufkommenden Gaznawiden beugen musste. Die Samaniden gelten als Anfang der tadschikischen Nation. Siehe: Samaniden'

Die Bujiden (934 bis 1055)

Siehe: Bujiden

Die Sijariden (927 bis 1035)

Siehe: Sijariden

Aufstieg der Türken

Die Gaznawiden (auch Gasnawiden)


- 977-1191 Siehe: Gaznawiden

Die Ghuriden


- 1149-1212 Siehe: Ghuriden

Die Seldschuken (1038 bis 1186)

Siehe: Seldschuken

Die Choresm-Schahs

Siehe: Choresm-Schahs

Die Mongolen


- 1206-1260: Die Mongolen unter Hülägü erobern und verwüsten den Iran. Ihren Nachfolger verdankt das Land jedoch eine große wirtschaftliche und kulturelle Blüte.
- 1256-1336: Herrschaft der (mongolischen) Ilchane.

Die Timuriden (1370 bis 1495)

Siehe: Timuriden darunter Tamerlan (Timur) von 1370 - 1405; unter den Timuriden erfährt besonders der Osten Irans eine Blütezeit und Herat wird zur neuen Hauptstadt Persiens; anschließend bis 1499 Lokaldynastien

Die Schia

Safawiden


- 1501-1722: Herrschaft der Safawiden, unter denen der schiitische Islam zur Staatsreligion wird.

Die Afghanen


- 1722-1736: Dynastie der Afghanen

Die Afschariden

(türkischer Herkunft)
- 1736-1752: Dynastie der Afschariden :Während der Herrschaft der Afschariden, vor allem nach dem Tod Nadir Schahs, wurden die Ostgebiete Persiens von den Afghanen erobert, deren Königreich der Wegbereiter des heutigen Staates Afghanistan wurde. Zur Geschichte dieser Region nach der Eroberung durch die Paschtunen (Afghanen), siehe den Hauptartikel: Geschichte Afghanistans.

Die Neuzeit

Ab hier beginnt die Geschichte des modernen Iran:

Die Zand-Prinzen


- 1750-1794: Dynastie der Zand-Prinzen Zum ersten Mal nach 700 Jahren mongolischer und türkischer Herrschaft ist wieder nachweislich ein iranischstämmiger Herrscher auf dem Thron. Allerdings trug er nicht den Titel des Schahs, sondern nur den eines Reichverwalters (Wesir) bzw. Vizekönigs (Wakil). Vielen Quellen zufolge war der Gründer dieser kurzen Dynastie Karim Khan Zand ein Kurde gewesen.

Kadscharen


- 1794-1925: Dynastie der Kadscharen
- 1813-1828: Niederlagen gegen Rußland führen zum Verlust Georgiens (1801), Armeniens und Aserbaidschans
- 1849-1850: Religiöse Aufstände der Anhänger des Babismus. Ihr Führer, Sayyid Ali Muhammad al-Bab wird öffentlich exekutiert.
- 1863 endgültiger Verlust Herats in Afghanistan
- bis 1896/1897 Kampf um Reformen zwischen Nasir ad-Din Schah und Dschamal ad-Din al-Afghani
- 1905-1911: Jungpersische Revolution, Kampf des Parlaments (Majlis von Iran) gegen Mohammed Ali Schah und den britisch-russischen Teilungsvertrag von 1907
- 1915-1921: Verwickklung in den Ersten Weltkrieg (gegen das Osmanische Reich, pro-osmanische Gegenregierung in Qom) und die Interventionskriege (gegen Sowjetrußland), Bürgerkrieg auch im Iran (Iranische Sowjetrepublik in Gilan)
- 1921-1925: Reza Pahlewi wird Kriegs- und Finanzminister und schließlich Premierminister

Die Pahlaviden


- 1925-1941: Reza Schah Pahlavi (1878-1944) stürzt den letzten Kadscharen und lässt sich zum Schah ausrufen (12. Dezember 1925).
- 1941-1979: Mohammad Reza Pahlavi (
- 26. Oktober 1919; †17 Juli 1980) war der letzte Schah von Persien bzw. des Iran. Zeittafel
- 1925, 12. Dezember: Reza Chan wird durch das Parlament zum Schah (Reza Schah Pahlavi) ernannt.
- 1925/1928: Wirtschafts-, Straf-, und Zivilrecht werden nach europäischen (französischen) Vorbildern unter Wahrung islamischer Elemente umgestaltet.
- 1926, 24. April: Krönung zum Schah - gleich darauf setzt er die allgemeine Wehrpflicht ein sowie eine einheitliche Grundsteuer ein.
- 1927/1938: Bau der Transiranischen Eisenbahn. Die Nord-Süd-Linie wurde 1929 von der deutschen Firma Berger begonnen.
- 1927: Zentralbank gegründet, die von der British Imperial Bank of Persia das Privileg der Notenemission und andere Vorrechte übernahm.
- 1928/1938: Entdeckung reicher Ölfelder.
- 1928: Neue Zollhandelsabkommen mit vielen Ländern.
- 1929: Westliche Kleidung wird bei Männern vorgeschrieben.
- 1931: Außenhandelsmonopol des persischen Staates.
- 1932: Persien widerruft die erteilte Konzession von 1901 an W. K. d´Arcy.
- 1934: Landesbezeichnung "Persien" wird auch in Europa und Amerika durch die im Land selbst gebräuchliche und offizielle Landesbezeichnung "Iran" ersetzt.
- 1935: Gründung der Anglo-Iranian Oil Co. sowie der Universität in Teheran.
- 1936, 7. Januar: Der Schleier (Tschador) wird bei den Frauen verboten.
- 1937, 8. Juli: Ein Grenzvertrag zwischen der Türkei, Irak und Afghanistan wird auf 5 Jahre befristet abgeschlossen.

Zweiter Weltkrieg


- 1941, 24. August: Britische und sowjetische Truppen rücken von Westen und Süden in den neutralen Iran ein.
- 1941, 10. September: Waffenstillstand. Die neue Regierung akzeptiert die Forderungen Großbritanniens und der Sowjetunion. Unter anderem: Freistellung von Eisenbahn- und Straßenanlagen für den Transport von Kriegsmaterial an die Sowjetunion.
- 1941, 16. September: Reza Schah Pahlavi muss auf Grund des Drucks der Alliierten zu Gunsten seines Sohnes, Mohammad Reza Pahlavi, abdanken und wird von den Briten nach Südafrika verschleppt.
- 1942, 29. Januar.: Bündnisvertrag zwischen Großbritannien, der Sowjetunion und dem Iran. Unter Artikel 5 wird festgelegt, dass spätestens 6 Monate nach Kriegsende, die alliierten Truppen den Iran verlassen müssen.
- 1943, 8. April: Handelsabkommen, das den US-amerikanischen Zoll auf persische Teppiche und andere iranische Produkte gegen Konzessionen herabsetzte.
- 1943, 9. September: Der Iran erklärt den Achsenmächten den Krieg.
- 1944, 26. Juli: Reza Schah Pahlavi stirbt in Johannesburg.
- 1946, 22. Januar: Die Republik Mahabad wird im Westen des Landes von Qazi Mohammed auf dem Car-Cira-Platz ausgerufen. Er wird Präsident des einzigen Kurdischen Staates der Neuzeit.
- 1946, 1. März: Britische Truppen verlassen den Iran.
- 1946, 6. Mai: Sowjetische Truppen verlassen den Iran nachdem sie einige schwere Niederlagen im Norden des Landes erlitten hatten.
- 1946, 16. Dezember: Iranische Truppen erobern die Republik Mahabad zurück.

Nachkriegszeit


- 1949, 4. Februar: Missglücktes Attentat auf den Schah an der Universität Teheran.
- 1951, 29. April: Mohammad Mossadegh (1881-1967) (politischer Gegner seines Vaters, Reza Schah Pahlavi), wird Ministerpräsident. Mossadegh führt am 1. Mai die Verstaatlichung der Anglo-Persian-Oil-Co. durch.
- 1952, 16. Juli: Freiwilliger Rücktritt von Mossadegh auf Grund der Ölkrise. Der Schah sieht sich durch landesweite Proteste gezwungen, ihn wieder einzusetzen.
- 1953, 16. August: Flucht des Schahs ins Ausland. 19.08.: Mossadegh wird durch die Armee gestürzt - mit Hilfe der CIA, ("Operation Ajax") u.a. Colonel H. N. Schwarzkopf - sein Sohn, Norman Schwarzkopf, führte später die Allianz im Zweiten Golfkrieg an.
- 1954, 28. Oktober: Neuer Vertrag mit der Anglo-Iranian-Oil-Co. Die beteiligten 17 Ölkonzerne gestehen die Hälfte des Gewinnanteils an Iran zu.
- 1960, 14. September: Gründung der OPEC (Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien, Venezuela). Anlass der Gründung waren die Preisdiktate der Mineralölkonzerne.
- 1962: Einführung des Frauenwahlrechts, Landreform – Aufteilung der Krongüter unter landlose Bauern.
- 1963: Mohammad Reza Pahlavi leitet die Weiße Revolution zur Modernisierung des Landes ein (u. a. Bodenreform, Frauenstimmrecht), verweigert aber eine Demokratisierung der politischen Strukturen. Die Herrschaft Reza Pahlavis wird auch als Paradebeispiel eines korrupten und brutalen Marionettenregimes bezeichnet (Quelle:[http://www.zeit.de/2003/34/A-Mossaedgh Zeit 34/2003]).
- 1965: Chomeini wird vom Schah ins Exil in den Irak geschickt (Nadschaf).
- 1967: Gesetz zum Schutz der Familie. Dieses Gesetz erschwerte die Scheidung für Männer und erleichterte sie für Frauen, gab Frauen die Möglichkeit, das Sorgerecht für Kinder auszuüben. 26.10.: An seinem 48. Geburtstag krönt sich der Schah zum Kaiser (Ehefrau Farah Dibah). Hegemoniale Politik des Irans: Die Aufrüstung Irans zur größten Militärmacht der Region geschah zunächst mit US-Krediten, später sind bis zu 41.000 militärische und 20.000 zivile US-Berater im Iran.
- 1969: Konflikt mit Irak um die Grenze und Schiff-Fahrt am Schatt al-Arab. Iran kündigt den Vertrag von 1937.
- 1971: Bombastische 2500 Jahr-Feier Irans. Endgültiger Abzug von britischen Truppen am Golf. Militärische Besetzung der Tumb-Inseln, Vertreibung der arabischen Bevölkerung. Errichtung von Marinestützpunkten zur Sicherung der Öltransporte durch die Straße von Hormus.
- 1973, 31. Juli: Abkommen mit dem internationalen Erdölkonsortium. Die National-Iranian-Oil-Co. übernimmt alle Anlagen der Erdölwirtschaft in Staatsbesitz.
- 1975: Institutionalisierung eines Einparteiensystems. Abkommen mit Irak zur Regelung offener Grenzfragen.
- 1977: Versorgungskrise. Die von Intellektuellen getragene Nationale Front fordert das Ende der Diktatur des Schahs.
- 1978, 7/ 8. Januar.: Demonstrationen für Ayatollah Chomeini. 8. August: Der Schah verspricht politische Freiheiten, freie Wahlen, Pressefreiheit. Schwere Unruhen sind die Folgen. 13. August: Kriegsrecht in mehreren Städten. Konzession an die Schiitenpartei: Rückkehr zum islamischen Kalender, Schließung der Spielkasinos, Politische Parteien werden wieder zugelassen. 7. September: Generalstreik, die Streikwelle legt die Ölproduktion still. Kriegsrecht auf alle Städte ausgedehnt. 16. September: Das zweitschwerste Erdbeben der iranischen Geschichte fordert mindestens 25.000 Tote. 5. November: Chomeini und die Nationale Front bilden in Paris die Iranisch-Islamische Nationalbewegung. 6. November: Einsetzung einer Militärregierung.
- 1979, 16. Januar: Der Schah, Mohammad Reza Pahlavi verlässt den Iran. Zunächst hält er sich bis zum 15. Dezember in den USA auf, danach in Kairo. Dort stirbt er am 27. Juli 1980. Die oberste Autorität wird der Schiitenführer Ruhollah Chomeini (1902-1989).

Die Islamische Republik

Chomeini proklamiert am 1. April 1979 die Islamische Republik Iran. Islamische und kommunistische Revolutionäre besetzen 1979 die Botschaft der USA in Teheran. Die Gefangenen kommen erst im Januar 1981 frei (siehe: Geiselnahme von Teheran). Das Nachbarland Irak greift 1980 den Iran an (Erster Golfkrieg). Es kommt zum Waffenstillstand im August 1988. Zu Beginn der Revolution wird Mehdi Basargan Ministerpräsident der provisorischen Regierung.
- 1980: Am 25. Januar wird Abū l-Hasan Banīsadr Präsident, muss jedoch aufgrund unüberbrückbarer Widerstände im Hinblick auf die zukünftige Politik am 10. Juni 1981 den Iran verlassen. Er flieht nach Paris.
- 1981: Durch der Wahlsieg der religiösen Islamischen-Republikanischen Partei (IRP) löst sich der Revolutionsrat am 9. Mai auf. Ein verheerende Bombenanschlag am 29. August auf die Parteiversammlung der IRP bringt das Gefüge der Revolution völlig durcheinander. Parteiführer Ayatollah Mohammed Hussein Beheschti (
- 1929) und über 70 Abgeordnete werden getötet. Auch der neue Präsident Mohammad Alī Radschāʾī und der neue Ministerpräsident Mohammed Javad Bahonar werden Opfer. Am 02.10. wird Hojatoleslam Seyyed Alī Chāmene'ī Präsident - Mir Hossein Moussavi wird Ministerpräsident.
- 1982: Das Strafgesetz der Islamischen Republik Iran (vom 25. August) tritt in Kraft.
- 1984: Bei den Parlamentswahlen am 15. April verliert die IRP die absolute Mehrheit, Moussavi bleibt jedoch Ministerpräsident.
- 1985: Alī Chāmene'ī wird am 16. August als Präsident wiedergewählt.
- 1987: Die Auflösung der IRP am 2. Juni bestätigt nur das völlige Abweichen des ursprünglichen Revolutionsgedankens.
- 1988: Am 2. Juni ernennt Chomeini (der Iran steht im Krieg gegen den Irak am Rande einer Niederlage), den Parlamentspräsident Alī Akbar Hāschemī Rafsandschānī zum amtierenden Oberkommandierenden.
- 1989: Chomeinis Fatwa gegen Salman Rushdie (14. Februar) isoliert den Iran außenpolitisch völlig. Mit dem Tod von Ayatollah Chomeini (3. Juni) beginnt der Kampf um die Nachfolge. Der bisherige Staatspräsident Alī Chāmene'ī wird (4. Juni) vom Wächterrat zum neuen religiösen Führer bestimmt. Der Kampf um die Macht gewinnt aber Parlamentspräsident Rafsandschānī. Er wird zum Staatspräsidenten gewählt und erhält durch eine Verfassungsänderung größere exekutive Befugnisse (Wegfall des Ministerpräsidentenamts).
- 1992: Bei den Parlamentswahlen (10. April) gewinnen die Anhänger Rafsandschānīs rund 70 % aller Sitze.
- 1993: Rafsandschānī für weitere 4 Jahre im Amt (Staatspräsident) gewählt.
- 1997: Bei den Präsidentschaftswahlen (23. Mai) siegt der ehemalige Kulturminister Mohammad Chātemī. Ein beschränkter Liberalisierungsprozess beginnt mit ihm, dessen Grenze stets von Wächterrat (Chāmene'ī) eingeschränkt wird.
- 2003: Im Oktober wird Shirin Ebadi mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
- 2003: Am 26. Dezember um 1:56 UTC kommt es zu einem der verheerenden Erdbeben in der Neuzeit des Irans, das mehrere tausend Menschen (es wird von mehr als 30.000 Opfern ausgegangen) das Leben kostet. Das Epizentrum des Bebens liegt in der Nähe der südiranischen Stadt Bam, die zum Großteil zerstört wird.
- 2004: Nachdem bei den Wahlen vom 20. Februar tausende von liberalen Kandidaten ausgeschlossen waren und andere reformorientierte Politiker ihre Kandidatur zurückgezogen hatten, ist die Wahlbeteiligung nach offiziellen Angaben des Innenministeriums mit nur 50,57 % die niedrigste seit Bestehen der Islamischen Republik. Im Anschluss an die Wahlen kommt es zu Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften in mehreren Städten, bei denen acht Personen getötet werden.
- 2004: Im November des Jahres gibt der Iran bekannt, daß das Land keine Atomwaffen entwickeln will; die U.S.A., aber auch europäische Regierungen betrachten dieses Versprechen weiter mit einem gewissen Misstrauen.
- 2005: Im Konflikt um die iranische Urananreicherung kommt es unter dem Druck der USA und Großbritanniens zu Verhandlungen zwischen Iran und den EU-3, Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

Literatur


- Burchard Brentjes: Die iranische Welt vor Mohammed. Koehler & Amelang. Leipzig. 1967.
- Arthur Christensen: Die Iranier. Kulturgeschichte des Alten Orients. C.H.Beck, München 1933
- Wilhelm Eilers: Festgabe deutscher Iranisten zur 2500 Jahrfeier Irans. Bonn 1971
- Richard Frye: Persien. Kindler Verlag, 1962
- Ulrich Gehrke: Iran. . 2. Aufl. Erdmann Verlag, Tübingen 1976 (Ländermonographien, Band 5)
- Monika Gronke: Geschichte Irans - von der Islamisierung bis zur Gegenwart. München (2003)
- Alfred von Gutschmid: Geschichte Irans und seiner Nachbarländer von Alexander dem Großen bis zum Untergang der Arsaciden,Graz 1973, ISBN 320100863X
- Walter Hinz: Das Reich Elam. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1964
- Heidemarie Koch: Es kündet Dareios der König.... Philipp von Zabern, Mainz 1992 ISBN 3-8053-1347-0
- Mahmoud Rashad: Iran. DuMont Verlag, Köln 1998
- Hans Henning Von der Osten: Die Perser. Emil Vollmer Verlag, 1966
- Josef Wiesehöfer: Das antike Persien. Von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr. Artemis und Winkler, 1994 ISBN 3-7608-1080-2

Siehe auch


- Perserreich (antikes Persien)
- Liste persischer Königsstädte
- Liste der Herrscher des Irans

Weblinks


- [http://www.iranchamber.com/history/historic_periods.php Iranchamber. Englischsprachiges Portal, von Fachwissenschaftlern geführt]
- [http://sina.eetezadi.de/index.php?site=arbeiten#1 7000 Jahre Persische Kunst (pdf)]
- [http://www.vii.at/TAWAN/D103_Tawan_Herbst2005.htm#Anfänge%20der%20Kunst%20im%20Iran Anfänge der Kunst im Iran] !

Iranische Sprachen

Die iranischen Sprachen sind eine Sprachgruppe innerhalb des indoiranischen Zweigs der indoeuropäischen bzw. indogermanischen Sprachfamilie. Muttersprachliche Sprecher iranischer Sprachen nennt man Iranier. Weltweit gibt es ca. 170 Millionen Menschen, die eine iranische Sprache sprechen. Iranier Iranier Die Klassifizierung der iranischen Sprachen geschieht sowohl nach linguistischen als auch geographischen Gesichtspunkten. Daher können einige Sprachen nicht eindeutig einer bestimmten Gruppe zugeordnet werden. So gehört das moderne Neupersisch, die wichtigste iranische Sprache der heutigen Zeit, zwar offiziell der west-iranischen Gruppe an, doch das Vokabular und die vereinfachte Grammatik der Sprache stammen aus dem Osten des Iran (Zentralasien) und aus ost-iranischen Dialekten, unter anderem Avestisch und Sogdisch. Die Sprache kann keineswegs eindeutig auf das Altpersische der Achämeniden zurückgeführt werden, wohingegen die Ähnlichkeiten zum Avestischen sehr groß sind. Insgesamt bestehen noch einige Unklarheiten bezüglich der Klassifikation der iranischen Sprachen.

Klassifikation nach geographische Gesichtspunkten

Man kann die iranische Sprachen in zwei große Gruppen unterteilen, Ostiranisch und Westiranisch , wobei jeder dieser Gruppen wiederum eine Nord- und Südgruppe hat.

Ostiranische Sprachen

Nordost: #Avestisch (ausgestorben; erfüllt nur noch religiöse Zwecke) #Khwarezmisch (ausgestorben) #Baktrisch (ausgestorben) #Sogdisch (ausgestorben; Dialekte: Christen, Buddhisten, Manichäen) --> Jaghnobi (in Tadschikistan) #Skythisch (ausgestorben), Sarmatisch (ausgestorben), Alanisch, #Ossetisch (Dialekte: Iron, Digoron) Südost: #Munji, Sanglechi, Ishkashmi, Zebaki, Sarikoli, Shugni, Rushani, Yazgulami, Wakhi, Yidgha, Waneci #Sakisch (ausgestorben; Dialekte: Khotanesisch und Tumschuqesisch ) #Paschto

Westiranische Sprachen

Nordwest: #Parthisch (ausgestorben) #Ormuri, Paratschi #zoroastrisches Dari (nicht um das Dari in Afghanistan) #Kurdisch, mit Kurmandschi und Sorani #Zaza-Gorani, mit Gorani, Kirmanjki (nördliches Zaza) und Dimli (südliches Zaza) #Semnani, Sangisari #Gilaki, Mazanderani, Schahmirzadi #Balutschi #Talysch, Harzani Südwest: #Altpersisch (ausgestorben) #Mittelpersisch, auch Pahlavi genannt (Dialekte: Manichäisch Pahlavi) #Neupersisch (Dialekte: Schriftsprache Dari, Tadschikisch, Hazaragi) #Tatische Sprache mit dem Judeo-Tatisch (Siehe:Bergjuden, Tat (Volk)) #Fars, Lari (Larestani), Baschkardi #Lorī, Bachtiyari, Feyli, Kumzari

Klassifikation nach geographische und zeitlichen Gesichtspunkten

Neuiranische Sprachen

Zu den heute noch gesprochenen iranischen Sprachen und Dialekte gehören: Nordost:
- Ossetisch (Kaukasus)
- Jaghnobi (Tadschikistan) Südost:
- Paschto (Afghanistan, Pakistan)
- Pamirsprachen: Schugni, Oroschori, Bartangi, Roschani, Sarikoli, Jasgulami; Sangletschi, Ischkaschmi, Wakhi; Mundschi, Yidgha; Waneci (Tadschikistan) Nordwest:
- Kurdische Sprachen bzw. Dialekte
  - Kurmanci (Türkei, Irak, Syrien)
  - Sorani (Irak)
  - Zaza-Gorani
    - Zazaki mit den Dialekten Kirmanjki (nördliches Zaza) und Dimli (südliches Zaza)(Türkei)
    - Gorani Dialekte: Gorani, Bajelan (Iran)
- Gilaki, Mazanderani, Schahmirzadi (Iran)
- Balutschi (Pakistan) Südwest:
- Persisch, auch Farsi oder Tadschikisch genannt (Afghanistan, Iran, Tadschikistan)
  - Schriftsprache Dari
- Tatisch
- Lurisch (Süd-Iran, Golfstaaten)

Mitteliranische Sprachen


- Mittelpersisch (Pahlavi)
- Baktrisch
- Sogdisch
- Altossetisch

Altiranische Sprachen

Die sogenannten altiranischen Sprachen, die aus dem Proto-Iranischen bzw. Altiranisch entstanden sind, sind sich sehr ähnlich. Sie wurden etwa 5000 bis 1000 v.Chr. gesprochen. Zu ihnen gehören:
- Altpersisch
- Avestisch
- Medisch Die Einteilung in Avestisch und Altpersisch ist nicht ganz geklärt, da nach neueren Studien (u.a. Prof. Nicholas Sims-Williams, Universität London) das Avestische noch älter zu sein scheint, als bisher angenommen. Wahrscheinlich hat sich das Altpersische teilweise aus dem Avestischen entwickelt. Die alten nordostiranischen Sprachen der Nordgruppe der Iranier (Skythen, Sarmaten, Alanen) sind uns weitgehend unbekannt und heute (mit Ausnahme von Ossetisch und Jagnobisch) ausgestorben.

Weblinks


- [http://www.geocities.com/indoeurop/tree/iran/iran.jpg Verbreitung der iranischen Sprachen]
- [http://www.JaVuN.com/ JaVuN.com - Das iranische Portal! (Infos über Iran, Nachrichten, Entertainment, Community)] Kategorie:Sprachfamilie !

Afghanistan

Afghanistan (Paschtu/Persisch: افغانستان Afghanistan bzw. Afghânestân), ist ein Staat in Zentralasien, der an den Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, China und Pakistan grenzt.

Einleitung

Das zentralasiatische Land grenzt an den Iran, Pakistan, China, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan; drei Viertel sind unzugänglich. In den 80er-Jahren besiegten islamische Mudschaheddin das kommunistische Regime. Aber die Aufteilung der Machtbereiche scheiterte an Rivalitäten; die Taliban-Milizen kamen an die Macht. Sie setzten die Bekleidungs- und Verhaltensvorschriften des Islam durch, die Frauen kaum Rechte lassen. Das Taliban-Regime, das Extremisten Unterschlupf gewährt hatte, stürzte im maßgeblich von den USA geführten "Krieg gegen den Terrorismus", der Ende 2001 begann.

Geographie

Afghanistan ist ein Binnenland mit strategischer Bedeutung in der Region. Das Land ist größtenteils Gebirgsland. Weniger als 10 % der Landesfläche liegen unterhalb von 600 m. Die Gebirge des Hindukusch (bis 7.500 m Höhe) und des Sefid Kuh erstrecken sich über weite Teile des 652.090 km² großen Landes. Größere Städte sind Kabul (als Agglomeration 4,9 Mill. Ew.), Kandahar (339.200 Ew.), Mazar-e-Sharif (239.800 Ew.), Herat (166.600 Ew.), Dschalalabad (158.800 Ew., 2002) und Kundus (118.000 Ew., 2003). Siehe auch: Liste der Städte in Afghanistan Liste der Städte in Afghanistan Im Südwesten befindet sich eine abflusslose Ebene mit dem Hilmendsee an der Grenze zum Iran. Sein wichtigster Zufluss ist der Hilmend, der im Osten des Landes nahe der Hauptstadt Kabul entspringt. Weitere Städte sind Kandahar, Kundus, Herat, Mazar-e Scharif, Baghlan und Jalalabad. Afghanistan besitzt ein kontinentales Klima mit heißen Sommern und sehr kalten Wintern. Afghanistan ist vor allem ein Gebirgsland im östlichen Hochland von Iran. Nur im Norden liegen Ebenen am Amudarja und im Südwesten kleinere wüstenartige Becken. Der Nordosten wird vom Hindukusch durchzogen. Zwischen dem Becken von Kabul und dem nördlichen Landesteil besteht seit 1964 eine winterfeste Straßenverbindung über den Gebirgskamm mit einem fast 3 km langen Tunnel (Salangpass-Straße). Der südliche Hindukusch fällt steil in die Landschaft Nuristan ab, die teilweise noch von Nadelwäldern bedeckt ist. Die Landschaften zwischen der Hauptstadt Kabul und dem Khaiberpass an der Grenze zu Pakistan sind der politische und wirtschaftliche Kernraum des Landes. Siedlungskern im westlichen Afghanistan ist die Stadt Herat. Das südliche und südwestliche Afghanistan besteht aus Wüsten und Halbwüsten. Es wird nur vom Hilmend durchflossen, der der längste afghanische Fluss ist. Der Hilmend endet in den Salzseen von Sistan an der Grenze zum Iran. Östlich des Hilmend liegt die Wüste Rigestan („Sandland“) und westlich des Hilmend die vorwiegend aus Schotter und Lehmflächen bestehende Dascht-e Margoh. Der höchste Punkt des Landes ist der Gipfel des 7.485 m hohen Nowschak im Hindukusch. In der Flussebene des Amudarja an der Grenze zu Turkmenistan befindet sich mit 285 m über NN die tiefgelegenste Stelle Afghanistans.

Klima

Der Binnenstaat Afghanistan liegt inmitten eines Trockengürtels, dessen klimatische Gegebenheiten durch die Oberflächenstruktur des Landes stark abgewandelt werden. Charakteristisch sind kontinentalklimatisch starke Schwankungen der Temperatur während des Tages und der Nacht und zwischen den Jahreszeiten. Die winterlichen Westwinde bringen meist mäßige Niederschläge, während die Sommer ausgeprägt trocken sind und nur im äußersten Südosten der Monsun für Regen sorgt. Klimatisch gehört der Süden des Landes bereits zu den wärmeren Subtropen, in denen der Anbau von Dattelpalmen möglich ist. Darüber hinaus ist Afghanistan neben Myanmar das Land mit dem größten Opiumanbau der Erde. Das Temperaturspektrum ist das größte der Welt: Es reicht von -50 bis +53°C. Im Jahr 2000 hatte die Hälfte der Bevölkerung unter einer der häufig auftretenden schweren Dürren zu leiden.

Bevölkerung

Ethnien

Opium Afghanistan ist ein Vielvölkerstaat und Minoritätenmosaik, wobei sich jedoch aus historischen Gründen die Paschtunen häufig als Staatsvolk fühlen. Das Land hatte 2004 etwa 28,5 Millionen Einwohner (es gab in Afghanistan nie eine Volkszählung. Eine Einwohnerzahl von 25-30 Millionen gilt als sehr wahrscheinlich). Die Einteilung nach ethnischen Gesichtspunkten ist nicht immer eindeutig, so dass sprachliche, religiöse und auf äußeren Körpermerkmalen beruhende Kriterien sich überschneiden, wie etwa bei den „mongolischen“ Hazara. Die folgenden Prozentangaben sind nur eine grobe Schätzung und geben nur die wahrscheinliche Bevölkerungsaufteilung wieder.
- Paschtunen, die ethnischen Afghanen, sind die Begründer und Namensgeber des Landes. Sie machen ca. 40 % der Bevölkerung aus.
  - Den Paschtunen zugeordnet sind u.a. mehrere Nomadenstämme, allen voran die Kuchi mit rund 5 Millionen Vertretern. Diese wurden durch Artikel 14 der Afghanischen Verfassung besonders geschützt und mit Mitspracherechten ausgestattet.
- Tadschiken sind persischer Abstammung und machen ca. 30 % der Bevölkerung aus.
  - Den Tadschiken zugeordnet sind u.a. die Qizilbasch, die Nachkommen persisch-türkischer Soldaten aus der Zeit der Safawiden-Herrschaft.
- Hazara, die immer wieder als Nachkommen der Armee Dschingis Khans bezeichnet werden, sind heute persischsprachig und stellen ca. 20 % der Bevölkerung. Ihre Abstammung ist wissenschaftlich nicht belegt und deshalb unter Historikern umstritten.
- Usbeken, eines der vielen Turkvölker Zentralasiens, stellen ca. 5 % der Bevölkerung.
- daneben existieren noch mehrere kleinere Gruppen von u.a. Aimaken, Turkmenen, Nuristani und Belutschen. Nach 1992 haben ethnische Konflikte die Auseinandersetzungen zwischen den Mudschaheddin geprägt. Die traditionellen Herrscher Afghanistans waren die Paschtunen, sie waren auch bei den Taliban tonangebend. Der Sturz des Taliban-Regimes im Jahr 2001 gab einer Allianz aus Tadschiken, Hazara und Usbeken die Gelegnheit, ein Abkommen über die Aufteilung der Macht durchzusetzen. Die Paschtunen sehen sich seitdem Vergeltungsangriffen ausgesetzt. Unter den Taliban war es darüber hinaus zu Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten gekommen. Im zehn Jahre dauernden Konflikt nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen 1979 sowie im nach 1992 einsetzenden Bürgerkrieg gab es etwa 2 Mio. Tote und eben so viele Versehrte. Weitere 6 Mio. mussten ins benachbarte Pakistan und den Iran fliehen. Viele kamen zwar zurück, doch durch die Kämpfe im Jahr 2001 entstand eine neue Flüchtlingswelle; Hunderttausende wurden innerhalb des Landes vertrieben. Unter dem islamistischen Taliban-Regime hatten die Frauen kaum Rechte. Die Übergangsregierung ließ Frauen wieder zum Berufsleben zu und erlaubte Mädchen den Schulbesuch. Gesellschaftliche Beschränkungen für Frauen bestehen aber weiterhin. (siehe auch [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/af.html#People Ethnic groups]) 78 % der Bevölkerung leben auf dem Land und nur 22 % in den Städten. Iran

Sprachen

In Afghanistan werden schätzungsweise mehr als 20 verschiedene Sprachen und über 200 verschiedene Dialekte gesprochen. Von diesen wurden durch die große Ratsversammlung Loja Dschirga, Persisch und Paschto als offizielle Landes- und Regierungssprachen (Amtssprachen) bestätigt. Neupersisch, in Afghanistan überwiegend Dari genannt (abgeleitet von Farsi-e Darbâri, "Persisch des königlichen Hofes"), ist die Mehrheitssprache [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/af.html#People] und, seit der Gründung Afghanistans durch Ahmad Shah Durrani, auch Amtssprache des Landes. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Afghanistans (hauptsächlich Tadschiken, Hazara, Aimaken, aber auch sehr viele Paschtunen) spricht Persisch als Muttersprache, welche insgesamt als lingua franca des Landes angesehen werden kann. Dari ist zudem die Sprache der Bevölkerung der Hauptstadt Kabul. Sie dient nicht nur als Regierungs- und Witschaftssprache, sondern auch als Kommunikationssprache zwischen jenen Volksgruppen, die nicht eine der beiden Landessprachen als Muttersprache sprechen. Paschto (Afghanisch), die Sprache der Paschtunen, ist seit 1964 Amtssprache. So wird traditionellerweise die Nationalhymne Afghanistans seit Anfang des 20. Jahrhunderts nur in Paschto gesungen. Auch militärische Titel sind der Sprache der Paschtunen entnommen. Trotzdem konnte sich Paschto bisher nicht als Staatssprache durchsetzen und hat diesen Status nur in den paschtunischen Stammesgebieten. Von anderen Bevölkerungsgruppen wird Paschto meist als zweitrangig angesehen, und auch die Frage der Nationalhymne hat immerwieder provokante Diskussionen heraufbeschworen. Jegliche Versuche der Regierung, den Status von Paschto in der Bevölkerung zu erhöhen, sind bisher im Großen und Ganzen gescheitert. Daneben sind auch fünf Minderheitensprachen in jenen Regionen als Amtssprache anerkannt, in denen diese von der Mehrheit gesprochen werden; die wichtigste Sprache ist dabei Usbekisch. Aber auch Turkmenisch, Belutschisch, Paschai und Nuristani (Kati) haben unter Karzai eine Aufwertung erfahren. Momentan wird u.a. mit deutscher Hilfe daran gearbeitet, Wörterbücher und Lehrmaterialien für den Schulunterricht in diesen Sprachen zu erstellen. Die Analphabetenrate der erwachsenen Bevölkerung ist mit 71,3 % im internationalen Vergleich sehr hoch. Invasion, Bürgerkrieg und die Kulturfeindichkeit der Taliban haben ganze Generationen ohne jeden Zugang zu Bildung aufwachsen lassen. Dies ist eines der größten Hindernisse beim Wiederaufbau des Landes. Mit dem Ende des Taliban-Regimes entstanden mit ausländischer Hilfe im ganzen Land neue Schulen, so dass inzwischen ein großer Teil der Kinder und Jugendlichen wieder eine Schule besuchen kann.

Religion

Nuristani Über 99 % der Bevölkerung sind Muslime, davon etwa vier Fünftel meist hanafitische Sunniten und ein Fünftel imamitische Schiiten. Daneben gibt es noch etwa 20.000 Hindus, einige wenige hundert Sikhs und einen Menschen jüdischen Glaubens. Der Islam wird je nach ethnischer Gruppe, nach Region und/oder nach Bildungsstand unterschiedlich verstanden und interpretiert. Eine wichtige Rolle spielen bis heute die vorislamischen Bräuche der Bevölkerung, wie z.B. das arianische bzw. altiranische (persische, kurdische, belutschische, afghanische usw.) Neujahr (Nowroz) nach dem iranischen Kalender oder der Glaube an segenbringenden Weihrauch (Espand); beides zoroastrische Bräuche.

Islam in Afghanistan

zoroastrische Bräuche] Der Islam in Afghanistan ist über die Jahrhunderte von den Afghanen durch ihre vorislamische Kultur und ohne islamische Grundlagen sehr konservativ ausgelegt worden. Vor allem Frauen gehen nur mit Ganzschleier (Burka) aus dem Haus. Die Burka wurde bereits in vorislamischer Zeit von paschtunischen Frauen getragen. Allerdings wurde sie nur in größeren Städten getragen. Auf dem Land war es unüblich und sogar hinderlich (z.B bei Feldarbeit). Den Tadschiken und den anderen Volksgruppen war diese Tradition unbekannt, was man daran erkennt, dass Frauen in anderen Ländern Zentralasiens ebenfalls keine Burka tragen. Die Taliban verpflichteten Mitte der 90er Jahre alle Frauen zum Tragen einer Burka. Die Burka-Pflicht wurde 2001 offiziell aufgehoben. Einzig in Kabul gibt es Orte, wo Frauen sich unverschleiert zeigen dürfen (z.B ein Frauenpark in Kabul). Noch immer trauen sich nur wenige Frauen ohne männliche Begleitung auf die Straßen und Übergriffe gegen Frauen sind in Kabul und anderen größeren Städten nicht selten – obwohl die Lage zumindest hier durch ausländische Truppenpräsenz einigermaßen stabil ist. Viele Taliban waren Paschtunen. In einigen Paschtunischen Gebieten ist die Sympathie für die Taliban immer noch groß - nicht wenige befürworten eine „Rückkehr der Taliban“. Insgesamt hatte jedoch die Mehrheit der Bevölkerung, insbesondere aber die Frauen, unter den Taliban zu leiden, da sie nur mit Begleitung eines männlichen Familienangehörigen aus dem Haus durften. Da es durch den Krieg allein in Kabul etwa 30.000 Witwen gab, waren diese völlig auf sich allein gestellt. Vielen blieb nichts anderes übrig, als zu betteln.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Afghanistans

Von der Antike bis zur Neuzeit

In der Antike gehörte das Gebiet des heutigen Afghanistan zum Perserreich. Später entstand in Baktrien ein Griechisch-Baktrisches Königreich, das von den Nachkommen der Truppen Alexanders des Großen regiert wurde. Nach dem Fall der Sassaniden und der Invasion der muslimischen Araber dominierten bis zum Mittelalter persische Lokaldynastien, die dem muslimischen Kalifat unterstanden. Der Islam setzte sich dennoch in dieser Region verhältnismäßig langsam durch. Erst gegen Ende des 10. Jahrhundert, das heißt nach der großen Völkerwanderung der Türken ins Iranische Hochland, sollen nach einer islamischen Chronik die meisten Einwohner im Raum Ghur (zw. Herat und Kabul) Moslems gewesen sein.

Staatsgründung und Namensgebung

Der Paschtune Ahmad Schah Durrani begründete im Jahr 1747 ein selbstständiges Königreich im Osten Persiens, im Gebiet Khorasan Wa Mawar al-Nahr. Damit gilt er allgemein als der Begründer Afghanistans. Das von Durrani gegründete Reich zerbrach schon bald wieder an inneren Streitigkeiten und Einmischungen von außen. Wenig später geriet Afghanistan in den Einflussbereich der expandierenden Briten. Der Name Afghanistan (ursprünglich als Afghanland von den Engländern eingeführt; wurde später als Afghanistan von den Afghanen übernommen) bedeutet wörtlich Land der Afghanen und entstand am Anfang des 19. Jahrhunderts. 1801 wurde er im Anglo-Persischen Friedensvertrag zum ersten mal erwähnt.

Die britische Kolonialmacht

Um das Land zu erobern und als Teil des Britischen Imperiums in Indien einzugliedern, kämpfte 1839-1842 eine große Anglo-Indische Armee im ersten Anglo-Afghanischen-Krieg gegen einen relativ schlecht ausgerüsteten afghanischen Widerstand. Die Briten konnten zwar das Land besetzen, jedoch nicht ihre Ziele durchsetzen. 1842 wurde ein Waffenstillstand vereinbart, bei dem die Briten sich bereit erklärten, ihre Truppen zurückzuziehen. Jedoch wurden kurz darauf am Khyber-Pass die sich zurückziehenden Briten angegriffen und alle 15.000 britischen Soldaten und deren Familienmitglieder getötet. Dieser militärische Verlust in Afghanistan frustrierte die britische Kolonialregierung und erschwerte ihre Bestrebungen, wie z.B. die Kontrolle der Handelswege in Zentralasien und, der von dort versuchte Angriff auf die chinesische Qing Dynastie. Die Katastrophe in Afghanistan erregte auch viele Inder, denn die britische Armee bestand zu einem großen Teil aus Indern. Angetrieben durch den Frust der vorangegangenen Demütigung erklärte 1878 die britische Regierung erneut den Krieg gegen Afghanistan. Trotz kleiner militärischer Erfolge der Afghanen, wie bei der Schlacht von Maiwand 1880, wurde der Widerstand niedergeschlagen, die Hauptstadt Kabul aus Rache niedergebrannt, und eine Marionette als König installiert. Gleichzeitig übernahmen die Briten für die folgenden 40 Jahre die afghanische Außenpolitik. Aufgrund vieler Aufstände in Afghanistan wurde 1893 das Land durch die Durand-Linie von den Briten geteilt und das süd-östliche Gebiet (die heutigen pakistanischen Provinzen NWFP, FATA und ein kleiner Teil Belutschistans) der indischen Kronkolonie einverleibt. Belutschistan Der dritte Anglo-Afghanische-Krieg im Mai 1919 - ein letzter Versuch Afghanistans, sich vom britischen Joch zu befreien - führte schließlich durch geschicktes Verhandeln der afghanischen Diplomaten (die Afghanen drohten den Engländern, sich weiter Russland anzunähern) zum Vertrag von Rawalpindi und am 8. August 1919 zur Anerkennung Afghanistans als souveränen und unabhängigen Staat durch Großbritannien. Somit hatte Afghanistan nach mehr als 60 Jahren britischer Vorherrschaft seine volle Unabhängigkeit erlangt, während ein großer Teil der Gebiete an die Briten verloren gingen und später dem Staat Pakistan zugesprochen wurden.

Afghanistan nach der Unabhängigkeit

Seit 1933 bestand mit Mohammed Sahir Schah (Baraksai) an der Spitze ein konstitutionelles Königreich; es musste 1973 einer Republik weichen, in der 1978 die Kommunisten die Macht übernahmen. Der im Dezember 1979 erfolgte sowjetische Einmarsch stürzte Afghanistan in einen zehnjährigen „Stellvertreterkrieg“ (siehe Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion), den die islamischen Kräfte Afghanistans (Mujaheddin, soviel wie „Gotteskrieger“) gewannen, und zwar mit Unterstützung aus Pakistan, Saudi-Arabien und den USA. Nach dem Abzug der Sowjets 1989 und dem Rücktritt des letzten kommunistischen Präsidenten Najibullah 1992 begannen die Mujaheddin-Gruppen, sich gegenseitig zu bekämpfen, und es entbrannte ein brutaler Bürgerkrieg, der bis etwa 1995 dauerte. In jenem Jahr begannen von Pakistan aus die radikal-islamistischen Taliban (soviel wie Koran-Schüler; eine Splittergruppe der ehem. Mujaheddin) das Land zu erobern – sie kontrollierten bis 2001 ca. 90 % des Landes und etablierten ein streng islamisches Regime. So wurden Musik, Sport, Bilder und Fernsehen verboten, fast sämtliche Schulen und Universitäten geschlossen, Männer gezwungen, Bärte zu tragen und Frauen durften nur mit männlicher Begleitung und in eine Ganzkörperverschleierung (Burka) gehüllt das Haus verlassen. Zudem waren Frauen und Mädchen Schulbesuch und Berufstätigkeit untersagt. Siehe auch: Liste der Staatsoberhäupter Afghanistans

Afghanistan nach dem Kalten Krieg

Nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001, die die US-Regierung dem Ex-Saudi-Araber Osama bin Laden zuschrieb, und nachdem der UN-Sicherheitsrat den USA das Recht auf Selbstverteidigung zusprach, führte eine Allianz unter Führung der USA zum Sturz des herrschenden Talibansystems. Hierbei stellte die Nordallianz den Großteil der Bodentruppen. Der paschtunische Stammesführer Hamid Karsai, der im Dezember 2001 auf der Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn als Vorsitzender ermächtigt wurde, wurde 2002 von der landesweiten Loja Dschirga („Große Ratsversammlung“) zum Präsidenten gewählt. Die Zerstrittenheit innerhalb der Nordallianz nahm bis 2002 zu, landesweit kam es zu ethnischen und sprachlichen Verfolgungen. Trotz der Zerstrittenheit besetzen Mitglieder der Nordallianz vermehrt Schlüsselfunktionen. Die Rivalitäten zwischen den Stämmen und Völkern nahmen weiter zu und gefährdeten den Frieden weiter. Viele der im Krieg ins Ausland geflüchteten Menschen kehrten inzwischen zurück. Am 9. Oktober 2004 fanden die ersten (freien) Präsidentenwahlen statt, aus denen Hamid Karsai als Sieger hervorging. Für den 18. September 2005 ist eine Parlamentswahl geplant. Die "Provincial Reconstruction Teams - PRT KUNDUZ" sind ein Teil der ISAF und in dieser Zeit für die Sicherheit in der Region verantwortlich. Die Sicherheitslage ist immer noch gefährlich. Im Süden und Osten von Afghanistan existieren Gebiete, in die sich keine Besatzungstruppen hintrauen. Seit März 2005 wurden über 1000 Menschen bei Anschlägen getötet. Am 14. September 2005 ermordeten die Taliban in der südafghanischen Provinz Uruzgan sieben Afghanen, weil diese Wählerausweise bei sich trugen.

Politik

Allgemeines

Afghanistans Regierungsform ist die einer Republik mit einer Übergangsregierung aus 30 Ministern und 4 Vizepräsidenten (bestätigt von der Loja Dschirga). Das Land gliedert sich in 34 Provinzen.

Politisches System

Seit der Verfassung von 2004 hat Afghanistan ein präsidiales Regierungssystem mit einem Präsidenten an der Spitze der Exekutive. Der Präsident wird direkt vom Volk für eine Dauer von fünf Jahren gewählt. Nach zwei Amtszeiten ist es dem Präsident verwehrt wieder zu kandidieren. Ein Präsidentschaftskandidat muss mindestens 40 Jahre alt, ein Moslem und afghanischer Staatsbürger sein. Der Bewerber nominiert zwei Vizepräsidentschaftsbewerber. Der Präsident ist Staats- und Regierungsoberhaupt und Oberbefehlshaber der militärischen Streitkräfte. Zu seinen Befugnissen gehören außerdem die Bestimmung seines Kabinetts, sowie die Besetzung von Positionen im Militär, der Polizei und Provinzregierungen mit der Zustimmung des Parlaments. Die Nationalversammlung ist die Legislative von Afghanistan und besteht aus zwei Häusern: der Wolesi Dschirga (Haus des Volkes) und der Meschrano Dschirga (Haus der Älteren). Meschrano Dschirga Das Parlament (Wolesi Dschirga) besteht aus 249 Sitzen, wobei 68 für Frauen und zehn für die Nomaden-Minderheit der Kuchis vorbehalten sind. Die Abgeordneten werden durch direkte Wahl bestimmt, wobei die Anzahl der Sitze im Verhältnis zur Einwohnerzahl der jeweiligen Provinz stehen. Es müssen mindestens zwei Frauen pro Provinz gewählt werden. Eine Legislaturperiode dauert fünf Jahre. Zur Wahl sind keine Parteien zugelassen. Auf dem Stimmzettel erscheinen der Name, das Foto und das Symbol des Bewerbers, dem keine Verbindung zu bewaffneten Organisationen erlaubt sind. Die Mandatsträger erhalten keine Immunität vor dem Gesetz. Die Meschrano Dschirga besteht zu je einem Drittel aus Delegierten, die von den Provinz- bzw. Distrikträten für vier Jahre bestimmt werden, sowie zu einem Drittel aus Abgeordneten, die vom Präsident bestimmt werden, wobei die Hälfte aus Frauen bestehen muss. Die Judikative setzt sich aus dem Stera Mahkama (Oberster Gerichtshof), dem Berufungsgericht und niederen Gerichten für bestimmte Zuständigkeiten zusammen. Der Stera Mahkama besteht aus neun Richtern, die vom Präsident für eine Amtszeit von zehn Jahren nominiert und vom Parlament bestätigt werden. Richter müssen mindestens das Alter von 40 Jahren erreicht haben, dürfen keiner politischen Partei angehören und müssen einen Abschluss in Jura oder islamischer Rechtsprechung haben. Die Stera Mahkama hat auch die Befugnisse eines Verfassungsgerichtshofs.

Politischer Transformationsprozess

Ende 2003 bis Anfang Januar 2004 tagte die Große Ratsversammlung (Loja Dschirga) erneut und stimmte schließlich dem Entwurf einer Verfassung zu. Als Staatsform hat man sich auf eine Islamische Republik geeinigt, die demokratische Parlamentswahlen ermöglichen wird; auch der Präsident soll vom Volk gewählt werden und dieser erhält u. a. das Recht, den obersten Ankläger zu ernennen. Es wird zwei Vizepräsidenten geben. Die letzten Präsidentschaftswahlen fanden am 9. Oktober 2004 statt, die nächsten Parlamentswahlen sollen dann am 18. September 2005 folgen. Ursprünglich sollten sie im Juni 2004 stattfinden, mussten aber aufgrund von Verzögerungen bei der Wahlregistrierung mehrmals verschoben werden. Dem Amtsinhaber Hamid Karsai wurde im November 2004 offiziell zum Präsidenten Afghanistans erklärt.

Parlamentswahl am 18. September 2005

Am 18. September 2005 fanden in Afghanistan Wahlen für die Wolesi Dschirga und die Räte der 34 Provinzen statt. Für die Wahl haben sich 12,7 Millionen der 22 Millionen Afghanen registriert. Für die Parlamentswahl gab es 2.800 Kandidaten, darunter 330 Frauen, und für die Provinzratswahl über 3.000 Kandidaten. Die Glaubwürdigkeit der Wahl wird durch die Angst vor Wahlmanipulation in Frage gestellt. In Masar-e Scharif sorgt nicht die ISAF-Schutztruppe für die Sicherheit der Wähler, sondern der dortige Kriegsfürst Mohammed Atta. Zudem wurden sieben Kandidaten von den Taliban erschossen.

Ausländische Truppenpräsenz

Mohammed Atta Am 28. Juni 2004 beschloss die NATO die Truppenstärke in Afghanistan von 6.500 Soldaten der ISAF auf insgesamt 10.000 Soldaten zu erhöhen. Durch die Einrichtung zusätzlicher Regionaler Wiederaufbauteams (PRT) im Norden und Westen des Landes wird damit der Einsatz über Kabul hinaus ausgedehnt. Großbritannien, Norwegen, Finnland und Schweden beteiligen sich an dem Programm. Deutschland hat unter anderem in Kabul und Kundus Truppen stationiert, mit dem erweiterten Bundestagsmandat wird die Bundeswehr ihre Präsenz im Norden weiter ausbauen und in Mazar-e-Sharif ein Feldlager mit einem Flugplatz aufbauen. Deutschland ist u. a. auch für die Ausbildung einer Polizei zuständig. Die USA haben eine 20.000 Mann starke Truppe im Rahmen von Operation Enduring Freedom stationiert, die immer noch gegen die Taliban kämpfen. Das US-Militär unterhält Basen in Bagram und Kandahar.

Reisewarnung

Für Afghanistan existiert eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland (Stand: 12. Mai 2005). Siehe auch: Liste afghanischer Politiker, Afghanistan-Konferenz

Provinzen

Hauptartikel: Provinzen Afghanistans Seit dem 13. April 2004 gliedert sich Afghanistan in 34 Provinzen (velayat). Die Provinzen sind wiederum in 329 Bezirke (woluswali) unterteilt. Regiert werden die Provinzen von einem Gouverneur (waali), der von der Zentralregierung in Kabul ernannt oder bestätigt wird. Derzeit sind einige Gouverneursposten vakant.

Infrastruktur

Das afghanische Schienennetz beschränkt sich auf 24,6 km. Die Straßen (21.000 km davon 13,3 befestigt) befinden sich im Wiederaufbau, es besteht jedoch eine hohe Minengefahr. Afghanistan gilt als eines der am meisten verminten Gebiete der Welt. Außerdem sind die Straßen je nach Jahreszeit oft stark unterspült. Möglichkeiten zur Schifffahrt bestehen auf dem Grenzfluss Amu-Darja (Pandsch). Durch Kabul fließt ein Fluss gleichen Namens Richtung Osten. Die Flugplätze (44 an der Zahl) des Landes wurden in den Luftangriffen seit Oktober 2001 stark beschädigt. 16 km von Kabul befindet sich der wichtige Flughafen Kabul. Er wird von den Gesellschaften Ariana Afghan Airlines, Kam Air, Azerbaijan Airlines, Mahan Air, Pakistan International und Qatar Airways angeflogen. Sein IATA-Code lautet KBL. Kandahar besitzt ebenfalls einen Flughafen mit dem IATA-Code KDH. Bei Bahglan befindet sich ein ehemalig russischer Luftstützpunkt. Zur Zeit wird er von den USA genutzt. Außer diesen Flughäfen gibt es noch Afghanistan Islam Qala OAEQ (ICAO), Afghanistan Jabul Saraj OAJS (ICAO), Afghanistan Jalalabad OAJL (ICAO) JAA (IATA),AfghanistanJawand OAJW (ICAO), Afghanistan Kajaki OAKJ (ICAO), Afghanistan Kalat OAKT (ICAO) KBH (IATA), Afghanistan Kaldar OAKR (ICAO), Afghanistan Kamdesh OAKD (ICAO), Afghanistan Karez-i-Mir OAKZ (ICAO), Afghanistan Keshim OAEK (ICAO), Afghanistan Khost OAKS (ICAO) KHT (IATA), Afghanistan Khost-o-Fering OAFG (ICAO) und Afghanistan Khwahan OAHN KWH Afghanistan Koban OAKA (ICAO). Die national wie international aktive Fluggesellschaft heißt Ariana Afghan Airlines.

Wirtschaft

Nach zwei Jahrzehnten Krieg folgte eine unsichere Lage im Land. Die Wirtschaft des Landes wurde so weitgehend zerstört, ebenso ein Großteil der Viehbestände. Afghanistan zählt nun zu den ärmsten Staaten. Die Bevölkerung leidet unter Hungersnöten. Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei geschätzten 20 Mrd. US-$ (Stand 2003). Bei der Entstehung des BIP ist der Landwirtschaftssektor mit geschätzten 60 % beteiligt, die Industrie mit geschätzten 15 % und Dienstleistungen mit geschätzten 25 %. Als Bodenschätze sind Eisen- und Kupfererze, Erdgas, Kohle und Halbedelsteine (insbes. Lapislazuli) zu nennen. Afghanistans Außenbeziehungen werden von Schmuggel beherrscht. Etwa die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes beruhen auf dem Verkehr von Opium (Stand 2002). Drei Viertel der Schlafmohnernten weltweit stammen aus Afghanistan. Im Jahr 2004 wuchs die Schlafmohnanbaufläche erneut um 64 %. Es wird befürchtet, dass sich das Land allmählich zu einem Drogenstaat entwickelt. Afghanistan importierte im Jahr 2000 Waren im Wert von 600 Mio. US-Dollar, insbesondere folgende Güter: Nahrungsmittel, Erdölprodukte und Konsumgüter, die meist aus Singapur, Japan und der EU stammen. Exportiert wurden Nahrung und Früchte im Wert von 150 Mio. US-Dollar. Diese gingen vor allem nach Pakistan, in die EU und in die USA. Obwohl nur etwa 6 % der Staatsfläche landwirtschaftlich nutzbar sind und diese Nutzung meist von künstlicher Bewässerung abhängt, sind 67 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig (Stand 2001). Ernten sind regelmäßig durch Dürren bedroht. Zu den wichtigsten Handelspartnern zählt neben Staaten der Region (vor allem Pakistan und Iran) auch die Europäische Union.

Kultur

Europäische Union Afghanistan war bis zum 6. Jahrhundert meist buddhistisch geprägt. Der Islam erreichte das Land im 7. Jahrhundert und verbreitete sich schnell. Afghanistan hatte ein reiches kulturelles Erbe. Als die Taliban 1996 Kabul eroberten, zerstörten sie viele Kunstwerke (u.a. Gemälde und Figuren aus buddhistischer Zeit), vor allem die, die Menschen darstellten. Einigen Mitarbeitern des örtlichen Institutes für Kunst gelang es jedoch, einige Bilder vor den Taliban zu retten. Eine der größten Sehenswürdigkeiten waren die Buddha-Statuen von Bamiyan. Im Jahre 2001 wurden diese in einen Felsen gehauenen Kunstwerke durch die damals herrschenden Taliban aus religiösen Gründen zerstört. Ein schweizerisches Team versucht seit diesem Zeitpunkt, eine Rekonstruktion zu finanzieren und zu betreiben, bis heute jedoch ist es bei den Plänen geblieben. In Afghanistan gibt es vier Universitäten, davon zwei in Kabul und je eine in Dschalalaba und Herat. Das Reiterspiel Buzkashi gilt als afghanischer Nationalsport. Siehe auch: Afghanisches Museum Hamburg, Persische Literatur

Kalender

Gesetzliche bzw. staatliche und landwirtschaftliche Feiertage und Feste wie Nauroz, Unabhängigkeitsfest sowie staatliche Gedenktage werden nach dem iranischen Sonnenjahr bzw. Kalender, basiert auf Sternzeichen gefeiert. Religiöse Feste werden nach dem Mondjahrislamischen Kalender gefeiert. Kalender nach dem Sonnenjahr ist Staatskalender, auch wenn er im Laufe der Geschichte auf dem Boden des heutigen Landes aber auch seit der Namensgebung "Afghanistan" im 19. Jahrhundert wiederholt außer Kraft gesetzt worden ist. Zuletzt wurde der Solarkalender im Jahre 1996 von Taliban für ungültig erklärt. Der islamische Lunarkalender war der Kalender des "Islamischen Emirats Afghanistan". In der Loya Jirga vom 2004 ist der nach Sonnenjahr beruhende Kalender abermals in der Verfassung verankert. Demnach basiert der Kalenderanfang auf dem Zeitpunkt der Pilgerfahrt (Hidschra) des Propheten Mohammad. Die Arbeitsgrundlage des Staatswesens ist der auf jener Pilgerfahrt beruhende Sonnenkalender. 22 Sonnenjahre entsprechen 23 Mondjahren. Die 12 Monatsnamen des Sonnenkalenders entsprechen in Afghanistan dem Tierkreiszeichen.

Tourismus

Es wird noch lange dauern, bis sich Afghanistan von Jahrzehnten des Bürgerkrieges erholt hat. In Kabul sind nur wenige Hotels geöffnet; Reisen ist extrem gefährlich, vor allem im Landesinneren, das von Landminen verseucht ist. Mangels geordneter Wirtschaftsverhältnisse kommen nur selten Geschäftsleute. Die meisten Kulturschätze wie z.B. die berühmten Buddhastatuen von Bamian wurden zerstört oder geplündert. Die nationale afghanische Fluglinie Air Ariana hat bei der US-Bombardierung 2001 sechs ihrer acht Flugzeuge verloren. Fakten: Besucher : Bevölkerung 1 : 5975 4000 Besucher pro Jahr Afghanistan veröffentlicht keine offiziellen Zahlen zum Tourismus.

Weblinks


- [http://www.JaVuN.com/ JaVuN.com - Das iranische Portal! (Infos über Iran, Nachrichten, Entertainment, Community)]
- [http://www.afghanmania.de/ Afghanistan-Portal]
- [http://www.afghanembassy.net/ Afghanische Regierung]
- [http://www.afghanische-botschaft.de/ Afghanische Botschaft Berlin]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=1&type_id=14 Informationen des Auswärtigen Amtes zu Afghanistan]
- [http://www.afghan-german.de/ Afghan German Online] (mit Diskussionsforen und Nachrichten auf Deutsch / Englisch / Persisch / Paschto)
- [http://www.afgha.com/ Afgha.com]
- [http://www.kabulpress.com/ KabulPress.com] (die neusten Nachrichten aus Afghanistan, Analysen, Fakten, Meinungen, Diskussionsforen Sprache: Deutsch | Farsi-Dari )
- [http://www.mazar-i-sharif.de/ Afghanistan mazar-i-sharif]
- [http://www.scgonline.net/special/WIB/Archives/No6/CSAfghanNo6.htm Country Studies: Afghanistan (viele Informationen über Afghanistan auf English)]
- [http://www.suedasien.net/laender/afghan/geschichte.htm Südasien Online]
- [http://www.wdr5.de/funkhauseuropa/dossiers/detail.phtml?dossier_id=45 Information über Afghanistan]
- [http://talesofasia.com/afghanistan.htm Ein Tourist in Afghanistan - im März 2003!]
Kategorie:Staat ! als:Afghanistan ja:アフガニスタン ko:아프가니스탄 ms:Afghanistan simple:Afghanistan th:ประเทศอัฟกานิสถาน zh-min-nan:Afghanistan

Tadschikistan

Tadschikistan (tadschik. Тоҷикистон, Todschikiston, amtlich Republik Tadschikistan, tadschik. Ҷумҳурии Тоҷикистон, Dschumhurii Todschikiston) ist ein zentralasiatischer Staat. Hauptstadt Tadschikistans ist die Metropole Duschanbe.

Geographie

Tadschikistan ist ein Hochgebirgsland, das an Afghanistan, Usbekistan, Kirgisistan und die Volksrepublik China grenzt. Fast 50 % des Staatsgebietes liegen auf einer Höhe von 3.000 m über NN oder noch höher. Der Osten des Landes wird vom Pamir-Gebirge und dem größten Teil des Pamir-Hochlandes geprägt. Dort befindet sich auch der höchste Berg des Landes, der 7.495 m hohe Pik Ismail Samani (früher Pik Kommunismus). Im Norden des Landes erstreckt sich die Gebirgskette des Alai. Nur im äußersten Norden besitzt Tadschikistan mit dem Ferghanatal, das durch den größten Fluss des Landes, den Syrdarja, bewässert werden kann, Tiefland, das intensiv ackerbaulich genutzt wird. Der größte Teil des Landes kann wegen der Höhenlage und des Reliefs nur extensiv viehwirtschaftlich genutzt werden. Der größte See ist der Kara-Kul (380 km²) im Osten Afghanistans, der größte Stausee ist der Kajrakkum-Stausee (520 km²) am eben genannten Syrdarja. Das Klima ist ein extrem kontinentales mit kalten Wintern und heißen Sommern. Große Temperaturunterschiede bestehen zwischen den tiefer und den höher gelegenen Regionen des Landes. Die Jahresniederschlagsmengen sind relativ niedrig, so dass Steppenvegetation vorherrscht.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Duschanbe 543.107 Einwohner, Chudschand 144.865 Einwohner, Kulob (russ. Kuljab) 78.786 Einwohner, Qurghonteppa (russ. Kurgan-Tjube) 60.084 Einwohner, Istarawschan (bis 2002 Uroteppa, russ. Ura-Tjube) 52.851 Einwohner und Konibodom 50.359 Einwohner. Siehe auch: Liste der Städte in Tadschikistan

Bevölkerung

Die Tadschiken sind das letzte Überbleibsel der Indoeuropäer in Zentralasien und gehören den iranischen Völkern an. Sie sind sprachlich, kulturell und ethnisch sehr stark mit den Persern verwandt und stellen auch im Nachbarland Afghanistan einen bedeutenden Bevölkerungsanteil. Im Ferganatal leben verschiedene Minderheiten von Kirgisen und Usbeken (ca. 25 % der Bevölkerung), ebenso im Osten des Landes. Fast die gesamte Bevölkerung gehört zum Islam sunnitischer Richtung.

Sprache

Die Amtssprache Tadschikistans ist Tadschikisch, eine Form des Persischen. Daneben dient noch immer Russisch als Sprache der internationalen Politik und Wirtschaft.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Tadschikistans Das Gebiet Tadschikistans war abwechselnd unter der Herrschaft der Perser, Hunnen und gehörte auch zum Reich Alexanders von Mazedonien. Im 8. Jahrhundert erreichte der Islam die Region. Während des Mittelalters gehörte Tadschikistan zum Kaiserreich Persien. 1868 wurde Tadschikistan Kolonie Russlands, später Sowjetrepublik. Sowjetrepublik 1991 erklärte sich Tadschikistan unabhängig und versank sofort in einem Bürgerkrieg zwischen islamischen Fundamentalisten und der Regierung von Emomali Rachmonow. Der Bürgerkrieg endete mit einer Regierungsbeteiligung der Fundamentalisten. Nach dem Terroranschlag am 11. September 2001 wurden US-Truppen in Chorog und Duschanbe sowie Soldaten Frankreichs in Duschanbe stationiert. Trotzdem spielt Russland nach wie vor durch seine Truppenpräsenz die Rolle der wichtigsten Ordnungsmacht der Region (Grenzkontrolle nach Afghanistan durch russische Truppen).

Politik

Tadschikistan ist laut seiner Verfassung eine demokratische Präsidialrepublik. Zu Tadschikistan gehört das Autonome Gebiet Berg-Badachschan (Gorno-Badachschan) im Osten des Landes, das 44,5 % der Fläche der Republik umfasst. Tadschikistan ist Mitglied der Shanghai Cooperation Organization (SCO), des Rates für kollektive Sicherheit, der GUS, der Economic Cooperation Organization (ECO), der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) und des OATCT.

Politische Gliederung

Tadschikistan gliedert sich in drei Provinzen (in Klammern die Hauptstädte):
- Chatlon (Qurghonteppa)
- Karotegin (Kofarnichon)
- Sughd (Chudschand) ein Autonomes Gebiet:
- Berg-Badachschan (Chorog) sowie die Hauptstadt Duschanbe, die einen Sonderstatus besitzt.

Infrastruktur

Die Verkehrserschließung Tadschikistans ist aufgrund der Oberflächengestalt des Landes sehr schwierig. Der Verkehr stützt sich vor allem auf das nur mangelhaft ausgebaute Straßennetz. Das Land verfügt über nicht miteinander verbundene Eisenbahnstrecken von insgesamt 470 km Länge. Die Hauptstadt Duschanbe ist durch die Transkaspische Eisenbahn an das internationale Eisenbahnnetz angeschlossen; Verbindungen bestehen über Taschkent nach Moskau.

Wirtschaft

Das Bruttoinlandsprodukt belief sich im Jahr 2001 auf 880 Mio. Euro; mit einem BIP pro Kopf von 141 Euro gehört Tadschikistan zu den ärmsten Ländern der Erde. Nach der Definition der Vereinten Nationen zählt das Land zu den LDC; ein zusätzliches Erschwernis ist, dass es sich um einen Binnenstaat handelt, also ein LLDC. Nach wie vor ist die Bedeutung der Landwirtschaft sehr groß. Sie trug 2001 29 % zum BIP bei, während 67,2 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft arbeiteten. Die Anteile der Industrie beliefen sich auf 29 % und 9,6 %, die des Dienstleistungssektors auf 41 % und 23,1 %. Einen Schwerpunkt der Wirtschaft bildet der Anbau von Baumwolle. Die extensive Bewässerung trägt massiv zur Bodenversalzung und zum Austrocknen des Flusses Pjandsch bei. Daneben werden Schafe und Ziegen gehalten. Das Land verfügt über Reserven an Erdöl, Erdgas und Braunkohle. Wichtigstes Exportgut mit einem Anteil von 50 % an den Exporterlösen ist Aluminium; 23 % werden durch den Export von Elektrizität erzielt.

Kultur

Nationalfeiertag ist der 9. September (Tag der Unabhängigkeit). Zu den ältesten wichtigsten Bräuchen des Landes gehört das traditionelle Neujahrsfest, Nauroz, das am Frühlingsanfang feierlich begangen wird.

Wappen

Das Wappen Tadschikistans ist eine Reinterpretation des Wappens aus der Zeit vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991.

Weblinks


- [http://www.lib.berkeley.edu/EART/tajikistan/100k.html Topographische Karten Tadschikistan 1:100.000] Berkeley University. Online verfügbar! Kategorie:Staat ja:タジキスタン ko:타지키스탄 simple:Tajikistan th:ประเทศทาจิกิสถาน zh-min-nan:Tajikistan

Irak

Der Irak (arab. العراق al-ʿIrāq) liegt im westlichen Asien, nördlich der Arabischen Halbinsel. Er umfasst das fruchtbare Zweistromland (Mesopotamien) zwischen den südwärts fließenden Euphrat und Tigris sowie angrenzende Berg- und Wüstenregionen. Der Irak grenzt an Kuwait, Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien, die Türkei, Iran und den Persischen Golf. Die Hauptstadt Bagdad liegt im Zentrum des Landes. Weitere Großstädte sind Basra, Mosul, Erbil/Hewler und Sulaimaniyya/Silemani. Der Irak ist Mitglied der Vereinten Nationen (UNO). Der Staat kann sich mit der Rückgabe der Souveränität am 28. Juni 2004 wieder selbst verwalten, doch bestehen noch Einschränkungen.

Geographie

2004 Der Irak gehört zum Orient. Zum Kulturraum des Orients werden gewöhnlich Länder Nordafrikas und Südwestasiens gezählt. Sie liegen überwiegend im Bereich des subtropischen Trockengürtels der „Alten Welt“. Im Sommerhalbjahr sorgt hier ein aus Nordost wehender Wind, der Nordostpassat, für lange Trockenheit und glühende Hitze. Die Feuchtigkeit des Winterhalbjahres wird vor allem durch Westwind verursacht. In dieser Zeit kann auch Frost auftreten. In den Hochländern und Gebirgen fällt Schnee. Insgesamt nehmen die Jahresniederschläge von Westen nach Osten rasch ab. Im Nordosten befindet sich eine ca. 3.000 m hohe Bergkette. Diese Kette gehört zum alpinen Gebirgszug, der sich vom Balkan aus ostwärts in die Türkei, den nördlichen Irak und Iran und dann weiter nach Afghanistan erstreckt. Die Temperaturen schwanken zwischen 50° C im Sommer und etwa dem Nullpunkt im Januar. Frost ist möglich, insbesondere im Bergland. Regen fällt etwa 10 bis 18 cm im Jahr: Ein großer Teil des Iraks besteht aus Wüste und Steppe. Hauptregenmonate sind Dezember bis April. Die an den Golf angrenzenden Gebiete sind etwas feuchter. Irak wird von zwei wichtigen Flüssen durchzogen, dem Euphrat und dem Tigris. Sie kommen vom Nordwesten aus Syrien bzw. der Türkei und durchqueren das Land bis in den Südosten. Bei al-Qurna im Süden des Iraks fließen Tigris und Euphrat zusammen. Sie bilden dort den 193 Kilometer langen Schatt al-Arab, dieser mündet in den persischen Golf. Euphrat und Tigris sind im Grunde die Lebensadern des Landes, die Becken sind sehr fruchtbar. Im Südosten des Landes ragt die Halbinsel Fao zwischen dem Iran und Kuwait in den Persischen Golf und stellt damit den einzigen Zugang Iraks zum Meer dar.

Bevölkerung

Der Irak hat nach eigenen Angaben ca. 27  Mio. Einwohner. Die zentralen Provinzen Bagdad und Babylon sind am dichtesten besiedelt. Etwa 70 % der Bevölkerung sind Araber, 25 % Kurden, 3 % Turkmenen. Weitere Bevölkerungsgruppen sind 2% Chaldoassyrer, Armenier (beide großteils Christen) 2%, im Ausland hat sich allerdings in den letzten Jahren eine große Exilgemeinde Chaldoassyrer etabliert, 1987 stellen sie 9% der Bevölkerung, alleine in den U.S.A leben heute mehr als 500.000. Über 95 % der Bevölkerung ist muslimisch. Davon sind rund 61 % Schiiten und 39 % Sunniten. Neben den beiden Hauptrichtungen des Islam haben sich zahlreiche altorientalische Religionen erhalten (Jesiden, Mandäer). Es gibt Angehörige orientalisch-christlichen Glaubens: Chaldäisch-katholische Kirche, Assyrische Kirche des Ostens, Gregorianer, römische und syrische Katholiken, armenische Christen, Altsyrisch-Orthodoxe usw. (insges. 3 % der Gesamtbevölkerung). In Irak leben außerdem nach den Vertreibungen und Massenmorden u.a. im Rahmen der "Anfal-Kampagne" noch schätzungsweise 2.500 Juden und im Südosten 20.000 - 50.000 Marsch-Araber. Offensichtlich seitens islamistischer Extremisten gibt es Versuche, einen Bürgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten zu entfachen. Sunnitische und Schiitische Religionsführer aber machen eine Teile-und-Herrsche-Politik der USA im Irak für diese Situation verantwortlich.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Iraks Der Irak liegt auf dem Gebiet des alten Mesopotamien; hier sind ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. einige der frühesten Hochkulturen der Menschheit entstanden (Sumer, Akkad, Babylonien, Mittani, Assyrien), weshalb die Region heute von vielen als Wiege der Zivilisation gesehen wird. Das alte Mesopotamien fiel 539 v. Chr. bei der Unterwerfung Babyloniens an das aufstrebende Alt-Persien unter Kyros. Unter den Achämeniden wurde Mesopotamien zeitweilig in die zwei Satrapien Syria und Assyria aufgeteilt, nach der Eroberung durch alexanders des Großen nach der Schlacht bei Gaugamela 331 wurden beide Satrapien jedoch zu einer neuen Satrapie Mesopotamia zusammengeführt. In diese Zeit fällt die Gründung einer nicht geringen Anzahl griechischer Städte (etwa Apamea, Dura-Europos, Edessa, etc.). Nach der Schlacht von Gaza 312 gerät Mesopotamien unter die Kontrolle des Seleukidenreichs und bleibt fortan für fast zwei Jahrhunderte von weiterem Kriegsgeschehen verschont. In dieser Zeit blühen nicht zuletzt die hellenistischen Stadtgründungen auf. Erst nach dem Tod von Antiochos Sidetes 129 v. Chr. fällt Mesopotamien ganz an die Parther. Ktesiphon wird zur parthischen Hauptstadt, daneben gelangt auch Hatra zu besonderer Bedeutung. Teile Mesopotamiens gelangen zwischen 83 und 69 v. Chr. an Armenien, werden allerdings im Zuge der Römisch-Parthischen Einigung nach der Schlacht bei Karrhai den Parthern zurückgegeben. In der Folgezeit stabilisiert sich der Euphrat als Grenze zwischen Römischer und Parthischer Einflusssphäre. Versuche Trajans, Mesopotamien zwischen 114 und 117 zu annektieren, scheitern zunächst, doch nach dem Partherkriegs des Lucius Verus von 162 bis 165 bleiben größere Teile Mesopotamiens im römischen Einflussbereich. 195 fällt Mesopotamien bis auf die strategisch wichtige Stadt Nisibis wieder an die Parther, wird jedoch von Septimius Severus 197 aber wieder zurückerobert und befestigt. Auch der Wechsel von der dezentral-feudalen Partherherrschaft zum Sassanidenreich bringt zunächst keine grundlegenden Veränderungen mit sich. Erst in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts gerät Mesopotamien in den Strudel der Reichskrise und wechselweise unter römische, sassanidische und palmyrenische Kontrolle. Diokletian gelingt es 296/97, die alten Besitzverhältnisse wiederherzustellen. Erst ab 336 beginnt Shapur II., große Teile Mesopotamiens zurückzuerobern. Der gescheiterte Perserfeldzug von Kaiser Julian führt 363 schließlich zum Verlust fast ganz Mesopotamiens und insbesondere von Nisibis. Trotz verschiedener Versuche von beiden Seiten, den Grenzverlauf zu verschieben, bleibt dieser im Wesentlichen unverändert, bis schließlich Mesopotamien und Syrien zwischen 633 und 640 an die Araber fallen. Im 7. Jahrhundert, nach dem Tod Mohammeds, bemächtigten sich die arabischen Muslime des Gebietes (656); Bagdad wurde 762 Hauptstadt des abbasidischen Kalifats (bis 1258). Ab 1055 eroberten die Seldschuken das Land,