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| Geschlecht |
GeschlechtUnter Geschlecht (von ahd.: gislahti "was in die selbe Richtung schlägt") versteht man
- die prinzipielle Unterscheidung zweier Lebewesen, die sich zum Zweck der Fortpflanzung miteinander vereinen, siehe männliches Geschlecht, weibliches Geschlecht; somit deren
- genetische (chromosomale),
- gonadale oder hormonelle,
- genitale (somatische) Ausstattung
- das Identitätsgeschlecht eines Menschen und das soziale Geschlecht, insbesondere beim Menschen Geschlechterrolle, Sex und Gender
- in der Sprachwissenschaft
- das grammatische Geschlecht (Genus) von Worten (männlich, weiblich, sächlich)
- das natürliche Geschlecht (Sexus) der durch die Worte bezeichneten Lebewesen
- Gattung, Art (das menschliche Geschlecht)
- veraltet für Generation
- eine über die Generationen hinweg bestehende Mehrzahl blutsverwandter Menschen, die sich gerne über Rang und Status definiert – Beispiel: Der Aufstieg/Niedergang eines Geschlechts) – Liste der Geschlechter in Wikipedia
- kurz für Geschlechtsorgan
- in der Topologie die Anzahl der „Löcher“ einer Mannigfaltigkeit, siehe Geschlecht (Fläche)
- in der Schweiz der Familienname
- in der Musik ein Tongeschlecht
- in der Elektrotechnik die Form von Steckern, durch die Informationen durch Ströme und Spannungen übertragen werden
ja:性別
simple:Sex
Althochdeutsche SpracheAls Althochdeutsch (Ahd.) bezeichnet man die älteste schriftlich bezeugte Form der deutschen Sprache in der Zeit etwa von 750 bis 1050.
1050
Das Althochdeutsche ist keine einheitliche Sprache, wie der Begriff suggeriert, sondern die Bezeichnung für eine Gruppe von westgermanischen Dialekten, die südlich der so genannten „Benrather Linie“ (die von Düsseldorf-Benrath ungefähr in west-östlicher Richtung verläuft) gesprochen wurden. Diese Dialekte unterscheiden sich von den anderen westgermanischen Sprachen oder Dialekten durch die Durchführung der Zweiten (oder Hochdeutschen) Lautverschiebung. Die Dialekte nördlich der „Benrather Linie“, das heißt, im Bereich der norddeutschen Tiefebene und im Gebiet der heutigen Niederlande, haben die Zweite Lautverschiebung nicht durchgeführt. Diese Dialekte werden zur Unterscheidung vom Althochdeutschen unter der Bezeichnung Altsächsisch (seltener: Altniederdeutsch) zusammengefasst. Aus dem Altsächsischen hat sich das Mittel- und Neuniederdeutsche entwickelt.
Da das Althochdeutsche eine Gruppe nahe verwandter Dialekte war, gab es im frühen Mittelalter auch keine einheitliche Schriftsprache; die überlieferten Textzeugnisse lassen sich den einzelnen Dialekten zuweisen, so dass man oft treffender von Altfränkisch, Altbairisch, Altalemannisch etc. spricht.
Die althochdeutsche Überlieferung besteht zu einem großen Teil aus geistlichen Texten (Gebeten, Taufgelöbnissen, Bibelübersetzung); nur vereinzelt finden sich weltliche Dichtungen (Hildebrandslied) oder sonstige Sprachzeugnisse (Inschriften, Zaubersprüche).
Charakteristisch für die althochdeutsche Sprache sind die noch vokalisch volltönenden Endungen (vgl. Latein), zum Beispiel:
Im Zusammenhang mit der politischen Situation ging im 10. Jahrhundert die Schriftlichkeit im Allgemeinen und die Produktion deutschsprachiger Texte im Besonderen zurück; eine Neueinsetzung einer deutschsprachigen Schriftlichkeit und Literatur ist ab etwa 1050 zu beobachten. Da sich die schriftliche Überlieferung des 11. Jahrhunderts in lautlicher Hinsicht deutlich von der älteren Überlieferung unterscheidet, bezeichnet man die Sprache ab etwa 1050 als Mittelhochdeutsch.
Literatur
- Rolf Bergmann u. a. (Hrsg.): Althochdeutsch
# Grammatik. Glossen. Texte. Winter, Heidelberg 1987, ISBN 3-533-03877-7
# Wörter und Namen. Forschungsgeschichte. Winter, Heidelberg 1987, ISBN 3-533-03940-4
- Wilhelm Braune: Althochdeutsche Grammatik. Niemeyer, Tübingen 2004, ISBN 3-484-10861-4
- Rudolf Schützeichel: Althochdeutsches Wörterbuch.Niemeyer, Tübingen 1995, ISBN 3-484-10636-0
- Stefan Sonderegger: Althochdeutsche Sprache und Literatur: eine Einführung in das älteste Deutsch. Darstellung und Grammatik. de Gruyter, Berlin (u. a.) 1987, ISBN 3-11-004559-1
Siehe auch
Deutsche Sprachgeschichte, althochdeutsche Literatur
Weblinks
- [http://www.cis.uni-muenchen.de/ahdeutsch/haupt.html www.cis.uni-muenchen.de/ahdeutsch/haupt.html] – Althochdeutsches Wörterbuch des 8. Jahrhunderts
- [http://www.koeblergerhard.de/germanistischewoerterbuecher/althochdeutscheswoerterbuch/nhd-ahd.pdf Neuhochdeutsch-althochdeutsches Wörterbuch] – im PDF-Format
Kategorie:Deutsche Sprache
Kategorie:Sprachstufe
FortpflanzungDie Fortpflanzung (Reproduktion) von Lebewesen stellt sicher, dass Individuen einer neuen Generation entstehen. Sie ist in der Regel eine Form der Vermehrung innerhalb der Art.
Bei der Fortpflanzung wird genetisches Material von zwei verschiedengeschlechtlichen Lebewesen der gleichen Art, genannt Eltern, oder eines einzelnen Lebewesens, bezeichnet als Elter, an die Nachkommen weitergegeben.
Aufgrund der Zellarten, aus denen sich die Nachkommen entwickeln, wird unterschieden zwischen einerseits ein- oder zweigeschlechtlicher Fortpflanzung, welche jeweils aus den Geschlechtszellen erfolgt, also aus Zellen, die nicht durch Mitose, sondern durch Meiose entstanden sind, und ungeschlechtlicher Vermehrung auf der anderen Seite, die bei vielen Einzellern, manchen Tieren und vor allem bei Pflanzen vorkommt. Bei Pflanzen wird diese Form der Vermehrung als Vegetative Vermehrung bezeichnet.
Formen
- eingeschlechtliche Fortpflanzung (unisexuelle, monocytogene) Hierbei entwickeln sich die Nachkommen aus den vormals haploiden Keimzellen des Elter.
- zweigeschlechtliche Fortpflanzung, auch geschlechtliche Fortpflanzung genannt (heterosexuelle, dicytogene) Hierbei entwickeln sich die Nachkommen aus haploiden Zellen der beiden Elternteile.
Häufig wechseln sich die beiden Formen der Fortpflanzung von Generation zu Generation ab (eine Form von Generationswechsel). Die zweigeschlechtliche Fortpflanzung bietet den Vorteil, dass die genetische Variation der Nachkommen erheblich größer ist.
Die ungeschlechtliche Vermehrung bei der sich die Nachkommen nicht aus den vormals haploiden Keimzellen entwickeln, wird im Fachjargon nicht als Fortpflanzung bezeichnet.
Zweigeschlechtliche Fortpflanzung
Bei dieser Fortpflanzung wird das genetische Material beider Eltern miteinander vermischt.
Die meisten Lebewesen haben einen diploiden Chromosomensatz, das heißt, dass jedes Chromosom doppelt vorhanden ist. Beim Menschen, mit seinen 46 Chromosomen, sind es also nur 22 verschiedene Körperchromosomen (Autosomen) und 2 Geschlechtschromosomen (Gonosomen).
Um zu verhindern, dass es als Folge der geschlechtlichen Fortpflanzung zu einer Verdopplung der Chromosomensätze kommt (siehe auch Polyploidie), muss vor der geschlechtlichen Fortpflanzung sichergestellt werden, dass der Chromosomensatz halbiert wird.
Dies geschieht bei der Meiose (Reduktionsteilung).Daher haben die Geschlechtszellen (Gameten) nur den halben (haploiden) Chromosomensatz.
Die haploiden Gameten (beim Mensch Eizelle und Spermium) verschmelzen beim Geschlechtsakt miteinander und bilden dadurch die diploide Zygote. Diese vollzieht nun eine Reihe von Mitosen und der Embryo wächst.
Dazu kommen auch noch die geschlechtliche und ungeschlechtliche Fortpflanzung dazu. So zum Beispiel haben Säugetiere und Menschen eine geschlechtliche Fortpflanzung. Aber bei Insekten oder Fischen gibt es eine ungeschlechtliche Fortpflanzung, da sie ihre Kloaken nicht aneinander drücken.
Siehe auch
- Assistierte Reproduktion
- In-vitro-Fertilisation
- Konjugation
Kategorie:Vermehrung
ja:生殖
Männliches Geschlecht
Das männliche Geschlecht ist im Rahmen der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung das Geschlecht, das die kleineren Gameten, bei höheren Tieren Samenzellen genannt, produziert, mit der denen die größeren Gameten (meist: Eizellen) des weiblichen Geschlechts zur Produktion von Nachkommen befruchtet werden.
Viele Tiere und Pflanzen benötigen zwei Geschlechter zur Fortpflanzung, das weibliche und das männliche Geschlecht.
Beim Menschen wird die "Männlichkeit" durch biologische und soziale Faktoren bestimmt. Die männlichen Geschlechtsmerkmale beim Menschen sind:
- Die Geschlechtschromosomen in der Kombination X und Y.
- Die primären Geschlechtsmerkmale, Penis, Hoden und Skrotum.
- Eine entsprechende Menge des Sexualhormons Testosteron, welches die Ausprägung der sekundären Geschlechtsmerkmale steuert (Bartwuchs, Muskeln etc).
Wenn diese Geschlechtmerkmale nicht miteinander übereinstimmen oder teilweise fehlen, spricht man von Intersexualität. Auch nicht alle Menschen die sozial als Mann definiert werden, sind biologisch vollständig männlich, und nicht alle biologisch männlichen Menschen empfinden sich als Männer. (siehe: Transgender)
Sozial wird der Begriff stark durch gesellschaftliches Rollenverständnis geprägt. In vielen Gesellschaften wird Männlichkeit mit Tapferkeit, Rationalität, Stärke usw. assoziert.
Bei Tieren gibt es unterschiedliche körperliche und genetische Mechanismen, die das Geschlecht des Individuums bestimmen: Die männlichen Bienen (Drohnen) entwickeln sich aus unbefruchteten Eiern, die weiblichen Bienen aus befruchteten. Bei zumindest einigen Krokodilen und anderen Reptilien wird das Geschlecht durch die Temperatur bestimmt, mit der die Eier ausgebrütet werden. Bei Vögeln haben die Männchen zwei gleiche Geschlechtschromosome, die Weibchen dagegen ungleiche.
Bei Samenpflanzen unterscheidet man, ob ein Pflanzenindividuum nur Pollen produziert (männlich), nur Samen produziert (weiblich), oder beides (Zwitter). Die Mehrzahl aller Samenpflanzen sind Zwitter.
In Gesellschaften, in denen die Herrschaft vorwiegend von Männern ausgeübt wird (vergleiche Patriarchat), wird alltagssprachlich das Wort "männlich" gern mit "beherzt", "kräftig" und "unbeugsam" assoziiert (so ist zum Beispiel im Lateinischen das Wort für "Tugend", virtus, von vir, dem "Mann", abgeleitet).
Das männliche Geschlecht kennzeichnet man oft mit dem Symbol ♂. Dieses Symbol stellt den Oberkörper eines Kriegers nach dem Vorbild des Kriegsgottes Mars dar und ist unter anderem auch ein alchemistisches Zeichen für Eisen.
In der Musik kennt man "Tongeschlechter"; das "männliche" Tongeschlecht ist hier das "harte" Dur, im Gegensatz zum "weiblichen, weichen" Moll.
Siehe auch: Männlichkeit, Transgender, Liste der Transgender-Themen
Links:
- http://www.charite.de/mediamed/02/34_02.htm
- Lebensqualität und Sexualität von Männern
- Größte "Männer-Studie" in Deutschland läuft an
Geschlecht, männliches
♂
simple:Male
Genetisches GeschlechtAls genetisches oder chromosomales Geschlecht wird jene Einteilung in männlich und weiblich verstanden, die sich auf die chromosomale Ausstattung des Individuums bezieht.
Ein genetisches Geschlecht gibt es bei vielen, jedoch nicht allen getrenntgeschlechtlichen Lebewesen. Das Folgende bezieht sich aber nur auf den Menschen.
Dabei haben männliche Individuen im Chromosomenpaar 23 den Chromosomensatz XY, weibliche den Chromosomensatz XX.
Das Vorhandensein des Y-Chromosoms und der sich auf diesem befindliche Hoden-determinierende Faktor (TDF, von engl. testis determining factor) bedingt die weitere Entwicklung: Der TDF steuert dabei die Entwicklung der Gonadenanlage in der 7. Entwicklungswoche des Embryos Richtung Hoden. Fehlt dieser Faktor, entwickelt sich die bislang indifferente Gonadenanlage zu einem Ovar.
Das genetische Geschlecht wird allerdings schon mit der Befruchtung festgelegt, je nachdem, ob eine Samenzelle mit ihrem haploiden Gonosom (Geschlechtschromosom) X oder Y in eine Eizelle eindringt, die wiederum auf alle Fälle ein X-Chromosom enthält. Festgestellt wird das chromosomale Geschlecht mittels Darstellung des Chromosomenbestandes im Karyogramm - unter besonderer Berücksichtigung der Gonosomen.
Kategorie:Genetik
Kategorie:Geschlecht
Gonadales GeschlechtAls gonadales Geschlecht wird die Zuordnung zum weiblichen oder männlichen Geschlecht anhand des Geschlechtsmerkmals "Keimdrüse" - Eierstock oder Hoden - bezeichnet.
Aufgrund der Hormonproduktion durch die Keimdrüsen wird das gonadale Geschlecht deshalb auch als hormonales / hormonelles oder endokrines Geschlecht bezeichnet.
Bestimmt wird das gonadale Geschlecht beim Menschen durch das chromosomale - oder genetische Geschlecht sowie den Hoden-determinierenden Faktors auf dem kurzen Arm des Y-Chromosoms: Ist der Hoden-determinierende Faktor vorhanden, entwickelt sich aus den zunächst indifferenten Gonadenanlagen die Hoden, ansonsten die Eierstöcke.
Das gonadale Geschlecht führt in der ungestörten weiteren Embryonalentwicklung mit der Produktion der entsprechenden Sexualhormone zur Ausbildung eines männlichen oder weiblichen Phänotyps - dem genoduktalen Geschlecht, zu dessen Bestimmung die inneren Geschlechtsorgane herangezogen werden, bzw. dem genitalen Geschlecht, das anhand der äußeren Geschlechtsorgane definiert wird.
Siehe auch: Gonadenhormon - Geschlechtsdifferenzierung
Kategorie:Geschlecht
IdentitätsgeschlechtUnter Identitätsgeschlecht verstehen Angehörige der LGBT-Bewegung das Geschlecht, dem sich ein Individuum zugehörig fühlt.
Es stimme meist mit den körperlichen Geschlechtsmerkmalen überein, jedoch gibt es auch Menschen, die sich mit ihrem tatsächlichem Geschlecht (In der LGBT-Umgangssprache lediglich als zugewiesenes Geschlecht bezeichnet) nicht identifizieren können, und somit als Transgender bezeichnet werden. Nicht hierunter fallen Sonderfälle, sog. Intersexuelle.
Menschen, welche vollständig in die andere Geschlechtsrolle wechseln und eine genitalangleichende Operation wünschen, werden häufig auch als Transsexuelle bezeichnet.
Kategorie:Transgender
Sex und GenderDas deutsche Wort "Geschlecht" führt häufig zu Missverständnissen, weil es sowohl den biologischen als auch den sozialen Aspekt der Geschlechtszugehörigkeit lediglich mit einem einzigen Begriff (nämlich "Geschlecht") beschreiben kann. Um aber für eine deutliche semantische Unterscheidung auch die erforderlichen Termini Technici bereitzustellen, wurde das Wortpaar Sex und Gender aus dem Englischen übernommen.
Begriffe
Sex bezeichnet hier die körperlichen Geschlechtsmerkmale sowie die sich aus der biologischen Geschlechtlichkeit ergebenden körperlichen Funktionen. Weitere Bedeutungen siehe unter Sex.
Gender bezeichnet die soziale Geschlechtsrolle bzw. die sozialen Geschlechtsmerkmale. Gender bezeichnet also alles, was in einer Kultur als typisch für ein bestimmtes Geschlecht angesehen wird (z.B. Kleidung, Beruf usw.); es verweist nicht unmittelbar auf die körperlichen Geschlechtsmerkmale (Sex).
Bei den meisten Menschen fallen Sex, Gender und Identitätsgeschlecht zusammen, sie besitzen also die Merkmale eines bestimmten Geschlechts, verhalten sich kulturabhängig diesem Geschlecht entsprechend und fühlen sich diesem Geschlecht auch zugehörig. Ist dies nicht der Fall, spricht man von Transgender.
Genderproblematik
Gender bezeichnet ein von sozialen und kulturellen Umständen abhängiges Geschlecht; es ist daher eine soziokulturelle Konstruktion.
Besonders die Gender Studies bestreiten den kausalen Zusammenhang von biologischem und sozialem Geschlecht und dessen Kontinuitätsbestreben. Das soziale Geschlecht wird vielmehr bezeichnet als eine Konstruktion von Geschlecht. Hierbei geht es zwar vordergründig um die Zuordnung von Menschen in eine "typisch männliche" oder "typisch weibliche" Rolle, in Wahrheit aber auch um den Wert der Geschlechtsrolle. Gender beschreibt also vor allem die Art und Weise, in der Männer und Frauen sich zu ihrer Rolle in der Gesellschaft selbst positionieren und wie sie diese Rolle bewerten. Insofern könnten beispielsweise (eine Minderheit von) Frauen ein eigenes Geschlecht, ("Gender") bilden, das sich einerseits auszeichnet durch die natürliche Anbindung an ihr biologisches Geschlecht und andererseits durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht. Genau die Ursachen und Auswirkungen dieses Umstandes beleuchtet der Begriff Gender.
Die soziale Bedeutung eines solchermaßen konstruierten "sozialen" Geschlechts ist außerdem nicht feststehend, sondern variabel. Geschlecht und besonders seine Bewertung hängen ab von den in einer Gesellschaft vorherrschenden Machtstrukturen. So ist die Genderproblematik in einer matriarchalen Gesellschaft auf einer deutlich anderen Ebene angesiedelt als in einer patriarchalen, weil die Begriffe Männlichkeit und Weiblichkeit in den verschiedenen Gesellschaften auch unterschiedlich bewertet werden.
Literatur
- Hadumod Bußmann, Renate Hof (Hgg.): Genus – Geschlechterforschung/Gender Studies in den Kultur- und Sozialwissenschaften. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-82201-6
- Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-11722-X
- Judith Lorber: Genderparadoxien. Leske + Budrich, Opladen 1999, ISBN 3-8100-3743-5 Die amerikanische Soziologin und Feministin Judith Lorber zeigt anhand eines sozial-konstruktivistischen Ansatzes auf, wie sich die Unterschiede von Mann/Frau und/oder Hetero-/Homosexualität in der gesellschaftlichen Praxis konstitutieren. Dabei geht Judith Lorber vom "Gender"-Begriff als einer Institution aus und beschreibt deren Möglichkeiten und Zwänge in der praktischen Umsetzung.
- Frank Lohscheller: Typisch Junge? Kommunikations- und Konflikttraining für Jungen an Schulen. Unrast, Münster 2001, ISBN 3-89771-355-1
- Ursula Pasero, Christine Weinbach (Hgg.): Frauen, Männer, Gender Trouble. Systemtheoretische Essays. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-29237-4
- Paula-Irene Villa: Sexy Bodies. Eine soziologische Reise durch den Geschlechtskörper. Leske + Budrich, Opladen 1999 (Geschlecht und Gesellschaft, Band 23), ISBN 3-8100-2452-X
- Frank Wichert: Der VorBildliche Mann. Die Konstituierung moderner Männlichkeit durch hegemoniale Print-Medien. Unrast, Münster 2005, ISBN 3-89771-736-0
- Christiane Wortberg: Bye, Bye Barbie. Körperbild und Körpersprache in der Präventionsarbeit. Unrast, Münster 1997, ISBN 3-928300-72-5
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Siehe auch: Liste der Transgender-Themen
Kategorie:Geschlecht
Kategorie:Geschlechterforschung
Kategorie:Soziale Rolle
ja:性自認
simple:Gender identity
GenusIn der deutschen Schulgrammatik wird das Genus [] (lat. für Geschlecht; Pl.: Genera []) auch als grammatisches Geschlecht bezeichnet. Geschlecht ist hier nicht als biologisches Geschlecht (Sexus (Sprache)) zu verstehen, sondern als Klassifizierungsbezeichnung. Wenn man also sagt, ein Wort weise ein bestimmtes Genus auf, heißt das, es gehört zu einer bestimmten Klasse von Wörtern, die sich grammatisch gleich verhalten.
Das Genus-System, das vor allem in den indogermanischen (mit ursprünglich drei Genera) und semitischen Sprachen (ursprünglich zwei Genera) vorkommt, ist nur eine spezielle Ausprägung des Nominalklassen-Systems, das sich in anderen Ausprägungen auch noch in vielen anderen Sprachgruppen findet, zum Beispiel findet man bei den Bantusprachen bis zu zehn solcher Klassen. Viele andere Sprachen, z.B. die Turksprachen, kommen jedoch ohne Nominalklassen aus.
Genauere Definition in der Linguistik
In der Linguistik ist das Genus eine morphologische Kategorie vor allem im Bereich der Substantive. In einigen Sprachen sind auch Verben vom Genus abhängig, zum Beispiel im Russischen und Arabischen. Sprachen, die den Zusammenhang von Wörtern dadurch anzeigen, dass diese Wörter formal in Übereinstimmung gebracht werden (Kongruenz), können Substantive in Klassen einteilen, die auch als Genera bezeichnet werden. Wörter, die sich auf das Substantiv beziehen, müssen dann so flektiert werden, dass sie zum Genus des Substantivs passen (Genuskongruenz).
Beispiele
Hier ein Beispiel aus dem Italienischen und aus dem Deutschen (Übersetzung). Beide Sprachen zeigen Genuskongruenz.
Questa è una faccenda seria. 'Das ist eine ernsthafte Angelegenheit.'
Hier kongruieren questa, una und seria mit faccenda im Genus. Im Deutschen hingegen kongruieren nur eine und ernsthafte mit dem Substantiv Angelegenheit. Wird ein anderes Substantiv eingesetzt, das zu einem anderen Genus gehört, müssen die kongruierenden Wörter angepasst werden:
Questo è un problema serio. 'Das ist ein ernsthaftes Problem.'
problema gehört (trotz gleicher Endung wie faccenda) einem anderen Genus an. Genauso verhält es sich mit dem Unterschied zwischen den deutschen Wörtern Angelegenheit und Problem.
Verwechslung von Genus und Sexus
In der europäischen Grammatiktradition werden die verschiedenen Genera irreführenderweise mit Termini wie Maskulinum, Femininum und Neutrum bezeichnet, die einen Zusammenhang zum biologischen Geschlecht (vergleiche Sexus) nahe legen. Ein solcher Zusammenhang ist im Bereich der Wörter, die belebte Wesen bezeichnen, zwar sehr häufig, aber keineswegs zwingend, denn das Mädchen ist weiblich, obwohl es im Neutrum steht (der Artikel bezieht sich hier auf den Diminutiv, welcher immer sächlich ist); ein Kind ist entweder männlich oder weiblich, obwohl es immer im Neutrum steht; ein Gast, eine Geisel oder eine Person können männlich oder weiblich sein, obwohl das Substantiv immer im Maskulinum oder Femininum steht. (Extrem-Beispiel: Der Dienstbote und die Schildwache hatten ein Verhältnis; er wurde schwanger, und sie wurde dem Kind ein guter Vater. – Der Dienstbote war typischerweise eine Frau, und die Wache war früher immer ein Mann. Jedoch ist der zweite Satzteil ungrammatisch, da im Deutschen die Wörter er und sie nur in dem Falle, dass sie sich auf das natürliche Geschlecht beziehen, eine kontrastive (gegenüberstellende) Bedeutung haben.)
Die Feministische Linguistik hat darauf aufmerksam gemacht, dass aufgrund dieser Problematik eine Wahrnehmungsverzerrung stattfindet, die insbesondere immer dann zusätzlich verstärkt wird, wenn das spezifische Maskulinum nicht gekennzeichnet wird.
Genus verbi
In der lateinischen Schulgrammatik wird die Unterscheidung von Aktiv und Passiv traditionell als Genus verbi (also Geschlecht des Verbs) bezeichnet, heute wird diese Kategorie als Diathese bezeichnet.
Kategorie:Grammatik
ja:性 (文法)
GenerationEine Generation ist die Gesamtheit aller Lebewesen, die zu anderen Lebewesen, in aufsteigender oder absteigender Linie durch Abstammung verbunden sind und im selben Abstand stehen. Geht man von einem Probanden oder einer Probandengeneration von Gleichaltrigen aus, dann kann man von der ersten, zweiten, dritten usw. Ahnen- oder Nachkommen-Generation eines Probanden oder einer Probandengeneration sprechen. Bei einer Familie gehören demzufolge die Kinder zur Kinder-, die Eltern zur Eltern- und die Großeltern zur Großelterngeneration.
In genealogischen Listen und Tafeln ist es üblich, die Generationen durch vorgesetzte römische Zahlen (etwa vor den Kekule-Ziffern) kenntlich zu machen.
Außerhalb der Genealogie wird der Begriff Generation auch gebraucht für alle Menschen eines bestimmten Lebensalters oder eines bestimmten geschichtlichen Zeitabschnitts.
Generationenabstand
Der Generationenabstand oder die Generationenspanne ist das Mittel aus der Altersdifferenz aller Kinder zu Vater oder Mutter in Jahren.
Entsprechend den Unterschieden im mittleren Heiratsalter von Mann und Frau ist die Generationenspanne zum Vater größer als zur Mutter. In der Mutterlinie ergibt sich deshalb in zehn Generationen etwa eine Generationenspanne mehr als in der Vaterlinie.
Vor 1800 betrug der mittlere Generationenabstand noch über 30 Jahre. Um die Mitte des 20. Jahrhunderts sank er um einige Jahre, weil die Mehrzahl der Kinder von Müttern unter 25 Jahren geboren wurde, die dann kaum noch weitere Kinder hatten. Früher waren noch zahlreiche Kinder von Müttern über 30 oder auch 40 Jahren geboren worden. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich dieser sinkende Trend in Deutschland erneut umgekehrt, und der Generationenabstand ist wieder gewachsen.
„Generationen“ in der Soziologie
In der post- klassischen Soziologie hat Karl Mannheim 1928 im Rahmen seiner Wissenssoziologie einen (durch gemeinsame „Generationserlebnisse“ charakterisierten) „Generations“-Begriff vorgelegt. Vermehrte Soziologische Generationenforschung seit den späten 80er Jahren. Allerdings wird der Generationsbegriff inflationär mit z.T. unklaren Deutungsmustern benutzt, z.B. bei Claus Leggewie.
Siehe auch: Baby Boomer Flakhelfer 68er Generation Generation X Generation Golf 89er Generation Generation @
Literatur:
Mannheim, Karl: Das Problem der Generation. In: Ebd. Wissenssoziologie. Neuwiedt 1964
Bude, Heinz: Deutsche Karrieren, Frankfurt am Main 1987
Bude, Heinz: Das Altern einer Generation. Die Jahrgänge 1938- 1958. Frankfurt/ m 1995
„Generationen“ technischer Geräte
Der Begriff einer Generation wird nicht nur bei Lebewesen, sondern im übertragenen Sinn auch auf verschiedene, aufgrund weiterentwickelter Eigenschaften deutlich unterscheidbare Entwicklungsstufen technischer Geräte, z. B. verschiedene „Generationen“ bei Rechnern.
„Generationen“ in der Botanik
In der Botanik beschreibt eine Generation das Entwicklungsstadium eines Organismus mit einem eigenen Fortpflanzungsmodus. Dabei können Generationen morphologisch gleichartig oder unterschiedlich sein. Oft geht ein Generationswechsel mit einem Kernphasenwechsel einher.
Siehe auch
- Generationsbezeichnungen
- Gerontologie
- Generationengerechtigkeit
Kategorie:Genealogie
Kategorie:Genetik
simple:Generation
Liste der GeschlechterDies ist eine Liste der bereits in Wikipedia behandelten Familien. Bitte nur solche Geschlechter ergänzen, zu denen schon ein Artikel besteht oder eine Erstellung sehr wahrscheinlich ist.
Eine Liste von Herrscherdynastien nach Ländern geordnet findet sich hier. Diese Liste führt daneben auch andere Adelsfamilien, Patriziergeschlechter, Industriellenfamilien und sonstige bedeutende Familien auf.
- Abbasiden - islamische Dynastie
- Achämeniden - Herrscherhaus in Persien
- Aemilier - altrömisches Patriziergeschlecht
- Afschariden - Herrscherhaus in Persien und Afghanistan
- Aghlabiden - islamische Dynastie
- Agilolfinger - bayrische Herzöge
- Anjou - Frankreich, Ungarn
- Alawiden - Herrscherhaus in Marokko
- Almohaden - Herrscherhaus in Marokko
- Almoraviden - Herrscherhaus in Marokko
- Árpáden - Herrscherhaus in Ungarn
- Arnulfinger - fränkische Dynastie
- Askanier - Herrscherhaus in Deutschland
- Avis - Herrscherhaus in Portugal
- Ayyubiden - islamische Dynastie
- Babenberger - Markgrafen und Herzöge in Österreich
- Bakri - Herrscherhaus in Ägypten
- Beauharnais - Frankreich
- Bentinck - Freiherren in der Pfalz, England, Oldenburg
- Bernadotte - Herrscherhaus in Schweden
- Bernoulli - Gelehrtenfamilie
- Bonaparte - Herrscherhaus in Frankreich, korsischer Adel
- Bourbonen - Herrscherhaus in Frankreich
- Braganza - Herrscherhaus in Portugal
- Brahe - Dänemark, Schweden
- Brederode - Holland
- Broglie - Frankreich
- Buddenbrook - fiktive Kaufmannsfamilie
- Bülow - deutsches Adelsgeschlecht
- Burgiyya - Herrscherhaus in Ägypten
- Burgund - Adelsgeschlecht in Burgund und Flandern
:aber auch Haus Burgund (Portugal) als Herrscherhaus in Portugal
- Buyiden - Herrscherhaus in Persien
- Castell - bayrische Fürsten
- Chakri - Herrscherhaus in Thailand
- Choresmier - Herrscherhaus in Persien
- Claudier - altrömisches Patriziergeschlecht
:aber auch Julisch-claudische Dynastie
- Condé - Hennegau
- Cornelier - altrömisches Patriziergeschlecht
- Estrées
- Herren von Eppstein - Hessen
- Fabier - altrömisches Patriziergeschlech
- Fatimiden - islamische Dynastie
- Fugger - Augsburger Patriziat
- Fünfkirchen - Niederösterreichisches Adelsgeschlecht
- Gardie - Frankreich, Schweden
- Gersdorff - Sachsen, Schlesien, Böhmen
- Ghaznawiden - Herrscherhaus in Persien
- Ghuriden - Herrscherhaus in Afghanistan
- Grimaldi - Herrscherhaus in Monaco
- Habsburg - Herrscherhaus in Österreich, Spanien, Deutschland
- Han - Herrscherhaus in China
- Haschimiten - Herrscherhaus in Jordanien
- Herakleiden - griechische Mythologie
- Hohenlohe - fränkisches Adelsgeschlecht
- Hohenzollern - Herrscherhaus in Deutschland
- Holstein-Gottorp - Herrscherhaus in Schweden siehe Oldenburg
- Howaldt - Bildhauer und Erzgießer zu Braunschweig, Werftunternehmer zu Kiel
- Idrisiden - Herrscherhaus in Marokko
- Jagiellonen - Herrscherhaus in Polen
- Jauch - deutsches Notabeln- und Großbürgergeschlecht
- Jin - Herrscherhaus in China
- Julier - altrömisches Patriziergeschlecht
:aber auch Julisch-claudische Dynastie
- Joseon - Herrscherhaus in Korea
- Kadscharen - Herrscherhaus in Persien
- Kapetinger - Herrscherhaus in Frankreich
- Kara Kitai - Herrscherhaus in Persien
- Karachaniden - Herrscherhaus in Persien
- Karolinger - Herrscherhaus im Fränkischen Reich, Frankreich
- Konradiner - fränkisches Grafengeschlecht
- Ritter von Krummensee - Raubritter in der Mark
- Krupp - deutsche Industriellendynastie
- Lancaster - Herrscherhaus in England
- Liao - Herrscherhaus in China
- Luxemburger - Herrscherhaus in Deutschland
- Mamluken - Herrscherhaus in Ägypten
- Maurenbrecher - Düsseldorfer Postmeister-, Fabrikanten- und Gelehrtengeschlecht
- Medici - Florentinisches Patriziat
- Meriniden - Herrscherhaus in Marokko
- Merowinger - Herrscherhaus im Fränkischen Reich
- Ming - Herrscherhaus in China
- Mozart - Musikerfamilie
- Muhallabiten - Tunesien
- Napoleoniden siehe Bonaparte
- Nassau - deutsches Adelsgeschlecht
- Nguyen - Herrscherhaus in Vietnam
- Obodriten - Großherzöge von Mecklenburg
- Oldenburg - Herrscherhaus in Dänemark
- Oranien - Herrscherhaus in den Niederlanden
- Oranien-Nassau - siehe Oranien
- Osmanen - türkisches Herrscherhaus
- Ottonen - Herrscherhaus in Deutschland
- Piasten - Herrscherhaus in Pole
- Plantagenet - Herrscherhaus in England
- Přemysliden - Herrscherhaus in Böhmen
- Qin - Herrscherhaus in China
- Qing - Herrscherhaus in China
- Reuß - deutsche Fürsten
- Rjurikiden - Herrscherhaus in Russland
- Romanow - Herrscherhaus in Russland
- Romanow-Holstein-Gottorp siehe Oldenburg
- Rothschild - Bankiersfamilie
- Rustamiden - Algerien
- Saadier - Herrscherhaus in Marokko
- Sachen-Coburg und Gotha - Herrscherhaus in Bulgarien, Großbritannien
- Sachsen-Weimar-Eisenach
- Safawiden - Herrscherhaus in Persien
- Saffariden - Herrscherhaus in Persien
- Said - Herrscherhaus in Oman
- Salier - Herrscherhaus in Deutschland
- Sal - moselländisches Grafengeschlecht
- Samaniden - Herrscherhaus in Persien
- Sassaniden - Herrscherhaus in Persien
- Saud - arabisches Herrscherhaus
- Seldschuken - Dynastie in Mittelasien, Iran, Irak, Syrien und Anatolien
- Sayn-Wittgenstein - rheinisches Adelsgeschlecht
- Seleukiden - Herrscherhaus in Persien
- Shang - Herrscherhaus in China
- Staufer - Herrscherhaus in Deutschland
- Stauffenberg - schwäbische Reichsritter
- Stuart - Herrscherhaus in England, Schottland
- Sui - Herrscherhaus in China
- Sung - Herrscherhaus in China
- Tang - Herrscherhaus in China
- Tanguten - Herrscherhaus in China
- Tahiriden - islamische Dynastie
- Thurn und Taxis - deutsches Fürstenhaus
- Timuriden - Herrscherhaus in Persien
- Tucher - Nürnberger Patriziergeschlecht
- Tudor - Herrscherhaus in England
- Tuluniden - islamische Dynastie
- Umayyaden - islamische Dynastie
- Valerier - altrömisches Patriziergeschlecht
- Valois - Herrscherhaus in Frankreich
- Wagner - Familie des Komponisten Richard Wagner
- Waldburg - welfisch-staufisches Ministerialiengeschlecht
- Wasa - Herrscherhaus in Schweden
- Wei Herrscherhaus in China
- Vögte von Weida - Thüringen, Sachsen
- Weizsäcker - deutsche Gelehrten- und Politikerfamilie
- Welfen - fränkische Adelsgeschlecht
- Welser - Augsburger Patriziat
- Wettiner - Deutsches Herrscherhaus
- Windsor Herrscherhaus in Großbritannien
- Wittelsbach - Bayrisches Herrscherhaus
- Xia - Herrscherhaus in China
- Yaruba Herrscherhaus in Oman
- Yuan - Herrscherhaus in China
- York - Herrscherhaus in England
- Zähringer - schwäbisches Fürstengeschlecht
- Zand - Herrscherhaus in Persien und Aserbaidschan
- Zhou - Herrscherhaus in China
- Ziyariden - Herrscherhaus in Persien
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siehe auch:
Clan, Deutsche Adelshäuser, Dynastie, Familienname [http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Familienname], Gelehrtenfamilie, Genealogie, Gens, Gründerfamilie, Heiratskreis, Künstlerfamilie, Mathematikerfamilie, Patrizier, Patrizier (Schweiz), Schottische Clans, Sippe
:Kategorie:Dynastie; :Kategorie:Adelsgeschlecht
Kategorie:Genealogie
Geschlechter
GeschlechtsorganDie Geschlechtsorgane (lat. Organa genitalia) oder Genitalien dienen bei Spezies mit mehreren bzw. unterschiedlichen Geschlechtern vornehmlich der unmittelbaren Fortpflanzung. Sie werden deshalb auch als primäre Geschlechtsmerkmale bezeichnet.
Funktional kann man zwischen den Sexualorganen - Organe, die zur Ausübung des Geschlechtsverkehrs dienen - und den Reproduktionsorganen unterscheiden. Es werden dementsprechend äußere von inneren Genitalorganen unterschieden. Bei männlichen Individuen kommt noch dazu, dass - als Drittfunktion - der Penis Teil der ableitenden Harnwege ist.
Äußere Geschlechtsorgane in der Embryonalphase
ableitenden Harnwege
Weibliche Geschlechtsorgane der Säugetiere
ableitenden Harnwege
Die weiblichen Geschlechtsorgane (Organa genitalia feminina) werden wie folgt eingeteilt:
Äußere Geschlechtsorgane
Vulva oder "Scham" mit den die "Schamspalte" bildenden großen und den Scheidenvorhof umgebenden kleinen Schamlippen und der Klitoris 5].
Innere Geschlechtsorgane
- Vagina (Scheide) 7]
- Gebärmutter 10]
- Eileiter 1]
- Eierstöcke 8]
- Prostata feminina ("Paraurethraldrüse")
- kleine Vorhofsdrüsen
- Bartholinsche Drüsen
Männliche Geschlechtsorgane der Säugetiere
Bartholinsche Drüsen
Die folgende Einteilung der männlichen Geschlechtsorgane (Organa genitalia masculina) mag auf den ersten Blick erstaunen: Die Hoden 17] liegen zwar außen, zählen aber dennoch zu den inneren Geschlechtsorganen. Diese Einteilung ist darin begründet, dass die Hoden sich zunächst im Bauchraum entwickeln und erst zur Geburt bei den meisten Säugetieren in den Hodensack 18] wandern ("Hodenabstieg", Descensus testis). Dies liegt daran, dass sich der Fetus zunächst weiblich entwickelt. Die Wirkung des Y-Chromosoms setzt erst einige Wochen nach der ersten Zellteilung an. Bis dahin sind bereits die Grundlagen für die weiblichen Geschlechtsorgane gelegt. Infolge der dann verstärkt ansetzenden Testosteron-Wirkung wandeln sich die Eierstöcke in Hoden und die Klitoris in den Penis um. Anstelle der inneren Scheidenwand entsteht das Skrotum 18].
Äußere Geschlechtsorgane
- Penis einschließlich der männlichen Harnröhre
- Skrotum (Hodensack) 18]
Innere Geschlechtsorgane
- Hoden 17]
- Nebenhoden 16]
- Samenleiter 15]
- Samenleiterampulle
- Samenblasendrüse 10]
- Prostata 12]
- Bulbourethraldrüse 13]
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Kategorie:Gynäkologie
Kategorie:Körper und Sexualität
Kategorie:Reproduktionsmedizin
Kategorie:Urologie
ja:性器
Topologie (Mathematik)Die Topologie (von griech.: τόπoς = Ort, Platz und λόgoς = Lehre, Wissen, Wort) oder Analysis situs, wie sie früher meistens genannt wurde, ist ein Teilgebiet der Mathematik. Sie ist im wesentlichen eine Schöpfung des 20. Jahrhunderts und trotzdem bereits seit Jahrzehnten als Grundlagenfach anerkannt. Insofern hat sie (zusammen unter anderem mit der linearen Algebra und der Maßtheorie) das Erbe der Geometrie angetreten.
Gegenstand der Topologie sind in umfassender Weise die topologischen Räume und deren charakteristische topologische Strukturen. (Auch diese werden häufig kurz Topologien genannt.) Topologische Räume können als radikale Verallgemeinerung des »Anschauungsraumes« der Elementargeometrie verstanden werden, und der erstaunliche Erfolg dieses Konzeptes als Folge seiner Fähigkeit, eine Vielzahl von Phänomenen zu integrieren.
Die Topologie als Teilgebiet lässt sich noch weiter unterteilen in mengentheoretische Topologie, die sich allgemein mit topologischen Räumen beschäftigt, und algebraische Topologie, die diejenigen Eigenschaften von topologischen Räumen untersucht, die unter stetigen Abbildungen erhalten bleiben.
Für die Verwendung des Begriffs Topologie in außermathematischem Kontext siehe die Begriffsklärungsseite Topologie. Für Begriffserklärungen aus der mathematischen Topologie siehe das Topologie-Glossar.
Einführung
Die Topologie untersucht die Eigenschaften geometrischer Körper (d.h. topologischer Räume), die durch Verformungen mit Homöomorphismen nicht verändert werden. Dazu gehört das Dehnen, Stauchen, Verbiegen, Verzerren, Verdrillen eines Gegenstands; das Zerschneiden aber nur, wenn man ihn später an genau der Schnittfläche wieder zusammenklebt. Zum Beispiel haben eine Kugel und ein Glas dieselbe Topologie; sie sind homöomorph. Ebenso sind ein Torus und eine einhenkelige Tasse homöomorph.
bild:Homoeo_tasse.png
Der axiomatische Aufbau der modernen Topologie beruht auf dem grundlegenen Konzept der "Nachbarschaft", formalisiert als offene Umgebung. Neben offen und abgeschlossen gibt es als weitere fundamentale topologische Begriffe stetig, kompakt, separabel, zusammenhängend, dicht, Rand, Inneres, Weg. Neben der Algebra kann die Topologie als zweiter Stützpfeiler für alle anderen Felder der Mathematik angesehen werden; sie ist besonders wichtig für die Geometrie, die Analysis (Maß- und Integrationstheorie), die Funktionalanalysis, die Theorie der Lie-Gruppen, die Graphentheorie usw.
Untergebiete der Topologie sind die algebraische Topologie, die Differentialtopologie.
Geschichtliche Notiz
Der Begriff »Topologie« findet sich erstmals um 1840 bei Johann Benedict Listing; die ältere Bezeichnung analysis situs (etwa: Lageuntersuchung) blieb aber lange üblich und hatte auch ihren Bedeutungsschwerpunkt jenseits der neueren, »mengentheoretischen« Topologie. Begriff und Bezeichnung »topologischer Raum« stammen von Hausdorff.
Die Lösung des Sieben-Brücken-Problems von Königsberg durch Leonhard Euler im Jahr 1736 gilt als die erste topologische und zugleich als die erste graphentheoretische Arbeit in der Geschichte der Mathematik.
Maurice Fréchet führte 1906 den metrischen Raum ein.
Georg Cantor befasste sich mit den Eigenschaften offener und geschlossener Intervalle, untersuchte Grenzprozesse, und begründete dabei zugleich die moderne Topologie und die Mengentheorie. Die Topologie ist der erste Zweig der Mathematik, der konsequent mengentheoretisch formuliert wurde - und gab dabei umgekehrt den Anstoß zur Ausformung der Mengentheorie.
Die Definition des »topologischen Raumes« gelang erst Felix Hausdorff (Grundzüge der Mengenlehre, 1914). Freilich handelte es sich eigentlich nur um eine offene Umgebungsbasis statt einer Topologie, was durch Kazimierz Kuratowski (Fund. Math., 3, 1922) bzw. Heinrich Tietze (Math. Ann., 88, 1923) korrigiert wurde. In dieser Form wurden die Axiome dann durch die Lehrbücher von Kuratowski [http://matwbn.icm.edu.pl/kstresc.php?tom=3&wyd=10 1933], Alexandroff/Hopf (1935), Bourbaki (1940) und Kelley (1955) popularisiert. ([http://www.aic.uni-wuppertal.de/fb7/hausdorff/Topologischer_Raum.pdf Epple et al.], Hausdorff GW II, 2002)
Exaktere Darstellung
Die Topologie formalisiert den Begriff der "Nähe" (besser: Umgebung. Oder: infinitesimale Nähe).
Als Beispiel betrachte man z.B. die topologischen Räume der ganzen Zahlen und die der rationalen Zahlen (mit der aus der Metrik induzierten Topologie).
Da es bijektive Abbildungen zwischen und gibt, sind sie als Mengen ununterscheidbar.
Aber die topologische Struktur sieht für beide Objekte anders aus:
In liegen alle Punkte diskret, d.h. im Gegensatz zu gibt es um jeden Punkt eine kleine Umgebung, in der kein weiterer Punkt liegt. Deshalb gibt es keinen Homöomorphismus zwischen beiden.
In unserem Beispiel kann man für je zwei Punkte aus oder den Abstand angeben.
Eine Umgebung eines Punktes besteht mindestens aus all den Punkten, deren Abstand zu kleiner als eine Zahl ist.
Auf den ganzen Zahlen gibt es also kleine Umgebungen, die keinen weiteren Punkt enthalten, während für die rationalen Zahlen jede Umgebung eines Punktes unendlich viele weitere Elemente aus enthält, unabhängig davon, wie klein die Zahl und damit die Umgebung gewählt wird.
Während die beiden obigen Beispiele den Begriff des Abstandes verwenden, besteht die Leistung der (mengentheoretischen) Topologie darin, das Konzept der Nähe auf den Kern reduziert zu haben.
Dies gelingt, indem man statt der Abstandsfunktion nur noch die Menge aller Umgebungen betrachtet (bzw. in einer beliebigen Menge zu jedem Punkt einen Satz von Teilmengen auswählt, die man als die Umgebungen dieses Punktes definiert).
Man findet so viele Beispiele von topologischen Räumen, auf denen es nicht mehr möglich ist, den Abstand zwischen den Punkten anzugeben.
Es gibt zwei Gründe, die für die Betrachtung dieser Struktur sprechen:
Zunächst gibt es natürliche Beispiele von Räumen, auf denen keine Abstandsfunktion definiert werden kann (z.B. manche Quotientenräume).
Andererseits ist man oft nicht an dem konkreten Abstand interessiert:
Man stelle sich einen Körper im vor, den man ausbeult und verformt (ohne ihn aber zu zerreißen).
Der Abstand zweier Punkte in diesem Objekt hat sich geändert, aber wichtige Grundeigenschaften sind geblieben, z.B. kann man zwei Punkte, die man vor der Verformung verbinden konnte, auch weiterhin verbinden, oder ein Punkt im Innern des Körpers bleibt im Innern.
Nicht jede Abbildung zwischen topologischen Räumen ist verträglich mit der zusätzlichen Struktur (z.B. gibt es bijektive Abbildungen zwischen den ganzen und den rationalen Zahlen, aber die beiden Räume sehen ganz verschieden aus).
Eine Abbildung ist in diesem Sinne gutartig und wird stetig genannt, "wenn sie die Nähe erhält".
Eine Funktion , die auf und auf abbildet, ist z.B. nicht stetig, denn Zahlen, die "in der Nähe von liegen", werden "weit weg" von abgebildet.
Die mengentheoretische Topologie erlaubt die Konstruktion von sehr vielen Pathologien.
Dies macht sie in der größten Allgemeinheit zu einem relativ fruchtlosen Gebiet.
Topologen beschäftigen sich deshalb mit spezielleren Räumen, z.B. Mannigfaltigkeiten oder CW-Komplexen.
Anmerkungen
Siehe auch: Topologie-Glossar
Mathematical Subject Classification (2000): [http://www.ams.org/msc/54-xx.html 54-XX] [http://www.ams.org/msc/55-xx.html 55-XX] [http://www.ams.org/msc/57-xx.html 57-XX] und passim
Literatur
- N. Bourbaki: Topologie générale, Hermann (1961).
- H. Herrlich: Topologie I: Topologische Räume, Heldermann (1986).
- H. Schubert: Topologie, Teubner, Stuttgart 1964, ISBN 3519122006
- Allen Hatcher: [http://www.math.cornell.edu/~hatcher/AT/ATpage.html Algebraic Topology]. Cambridge University Press 2000 ISBN 0-521-79540-0
Weblinks
- [http://www.mathematik.de/mde/information/landkarte/gebiete/topologie/topologie.html Artikel zur Topologie] auf mathematik.de
- [http://www.math.niu.edu/~rusin/known-math/index/54-XX.html Math Atlas Artikel]
- [http://www-groups.dcs.st-and.ac.uk/~history/HistTopics/Topology_in_mathematics.html Geschichtlicher Überblick (engl.)]
ja:位相幾何学
ko:위상수학
simple:Topology
Mannigfaltigkeit
Eine Mannigfaltigkeit ist ein topologischer Raum, der lokal einem gewöhnlichen Euklidischen Raum Rn gleicht. Im Ganzen muss die Mannigfaltigkeit nicht einem Rn entsprechen (nicht zu ihm homöomorph sein).
Mannigfaltigkeiten sind der zentrale Gegenstand der Differentialgeometrie; sie haben bedeutende Anwendungen in der theoretischen Physik.
Einführendes Beispiel
Ein gern gewähltes Beispiel für eine Mannigfaltigkeit ist eine Sphäre (= Kugeloberfläche), anschaulich etwa die Erdoberfläche:
Jede Region der Erde kann man mit einer Karte auf eine Ebene (R2) abbilden.
Nähert man sich dem Rand der Karte, sollte man zu einer anderen Karte wechseln, die das angrenzende Gebiet darstellt. So kann man eine Mannigfaltigkeit durch einen vollständigen Satz von Karten vollständig beschreiben; man braucht dabei Regeln, wie sich beim Kartenwechsel die Karten überlappen. Dagegen gibt es keine einzelne Karte, auf der die gesamte Kugeloberfläche vollständig dargestellt werden kann, ohne sie zu "zerreißen"; Weltkarten haben ja auch stets "Ränder", oder sie bilden Teile der Erde zweimal ab.
Die Dimension einer Mannigfaltigkeit entspricht der Dimension einer lokalen Karte; alle Karten haben die gleiche Dimension.
Übersicht
Wenn die Kartenwechsel hinreichend glatt sind, hat man eine differenzierbare Mannigfaltigkeit. Aus der Analysis bekannte Begriffe wie die Ableitung kann man auf natürliche Art auf differenzierbare Mannigfaltigkeiten übertragen.
Eine Riemannsche Mannigfaltigkeit (nach Bernhard Riemann) besitzt mit der Riemannschen Metrik eine zusätzliche Struktur, die es erlaubt, Winkel und Entfernungen zu bestimmen.
Warnung: Eine Sphäre ist ein Beispiel für eine Mannigfaltigkeit, die in einen Euklidischen Raum höherer Dimension eingebettet ist (eine Untermannigfaltigkeit). Eine solche Einbettung existiert zwar für jede Mannigfaltigkeit (vgl. Einbettungssatz von Whitney und Einbettungssatz von Nash). Die moderne mathematische Beschreibung von Mannigfaltigkeiten nimmt aber keinen Bezug auf einen Einbettungsraum.
In der Physik finden differenzierbare Mannigfaltigkeiten Verwendung als Phasenräume in der klassischen Mechanik und als vierdimensionale Pseudoriemannsche Mannigfaltigkeiten zur Beschreibung der Raum-Zeit in der Allgemeinen Relativitätstheorie und Kosmologie.
Ränder, Orientierung
Eine Sphäre (=Kugeloberfläche) ist eine Mannigfaltigkeit ohne Rand. Eine Vollkugel dagegen ist eine Mannigfaltigkeit mit Rand; ihr Rand ist gerade die Kugeloberfläche. Wir verzichten hier auf eine technische Definition des Begriffs Rand (boundary) und weisen darauf hin, dass die im folgenden gegebene Definition des Begriffs Mannigfaltigkeit nur Mannigfaltigkeiten ohne Ränder einschließt.
Mannigfaltigkeiten können orientierbar sein. Bekannteste Beispiele nicht-orientierbarer Mannigfaltigkeiten sind etwa das Möbiusband und die Kleinsche Flasche. Auch solche Mannigfaltigkeiten werden wir im weiteren nicht betrachten.
Topologische Mannigfaltigkeiten
Eine topologische -Mannigfaltigkeit ist ein parakompakter Hausdorff-Raum, in dem jeder Punkt eine offene Umgebung besitzt, die homöomorph zu einer offenen Teilmenge von ist.
Mannigfaltigkeiten erben viele lokale Eigenschaften vom Euklidischen Raum: sie sind lokal wegzusammenhängend, lokal kompakt und lokal metrisierbar.
Es ist nicht möglich, alle Mannigfaltigkeiten zu klassifizieren.
Die zusammenhängenden 1-dimensionalen Mannigfaltigkeiten (ohne Rand) sind die reelle Zahlengerade und der Kreis .
Die Klassifikation der 2-Mannigfaltigkeiten ist ebenfalls bekannt, aber schon für die 3-Mannigfaltigkeiten ist das Problem ungelöst (für den Beweis der Poincaré-Vermutung sind 1.000.000 US-$ ausgelobt worden; ein Beweis von Grigori Perelman wird momentan von der Fachwelt geprüft).
Die 4-dimensionalen Fälle können nicht klassifiziert werden (jede endlich-erzeugte Gruppe ist als Fundamentalgruppe eines solchen Raumes realisierbar).
Differenzierbare Mannigfaltigkeiten
Um differenzierbare Funktionen zu betrachten, reicht die Struktur einer topologischen Mannigfaltigkeit nicht aus.
Es sei eine solche topologische -Mannigfaltigkeit ohne Rand.
Eine offene Teilmenge von , auf der ein Homöomorphismus zu einer offenen Menge von definiert ist, nennt man eine Karte.
Eine Sammlung von Karten, die überdecken, nennt man einen Atlas von .
Sich überlappende Karten induzieren einen Homöomorphismus (einen so genannten Kartenwechsel oder Koordinatenwechsel) zwischen offenen Teilmengen von .
Falls für einen Atlas alle solche Abbildungen -mal differenzierbar sind, dann nennt man einen -Atlas.
Zwei -Atlanten (der selben Mannigfaltigkeit) nennt man genau dann miteinander verträglich, wenn ihre Vereinigung wieder einen -Atlas bildet.
Diese Verträglichkeit ist eine Äquivalenzrelation.
Eine -Mannigfaltigkeit ist eine topologische Mannigfaltigkeit zusammen mit einem -Atlas (eigentlich mit einer Äquivalenzklasse von -Atlanten).
Glatte Mannigfaltigkeiten sind Mannigfaltigkeiten vom Typ .
Sind alle Kartenwechsel sogar analytisch, dann nennt man die Mannigfaltigkeit ebenfalls analytisch oder auch -Mannigfaltigkeit.
Auf einer -Mannigfaltigkeit nennt man eine Funktion genau dann -mal differenzierbar (), wenn sie auf jeder Karte -mal differenzierbar ist.
Zu jeder (parakompakten) -Mannigfaltigkeit () existiert ein Atlas, der beliebig oft differenzierbar oder sogar analytisch ist.
In der Tat ist diese Struktur sogar eindeutig, d.h. es ist keine Einschränkung der Allgemeinheit anzunehmen, dass jede Mannigfaltigkeit analytisch ist (wenn man von differenzierbaren Mannigfaltigkeiten redet).
Diese Aussage ist aber für topologische Mannigfaltigkeiten der Dimension oder höher nicht mehr unbedingt richtig:
So gibt es sowohl -Mannigfaltigkeiten, die keine differenzierbare Struktur besitzen, als auch -Mannigfaltigkeiten (oder auch -M., s.o.), die als differenzierbare Mannigfaltigkeiten unterschiedlich, aber als topologische Mannigfaltigkeiten gleich sind.
Das bekannteste Beispiel für den zweiten Fall sind die so genannten exotischen -Sphären, die alle homöomorph zu (aber untereinander nicht diffeomorph) sind.
Da die topologische und die differenzierbare Kategorie in niedriger Dimension übereinstimmen, sind solche Resultate leider nur schwer zu veranschaulichen.
Komplexe Mannigfaltigkeiten
Eine topologische Mannigfaltigkeit heißt komplexe Mannigfaltigkeit der Dimension , falls jeder Punkt eine offene Umgebung hat, die homöomorph zu einer offenen Menge ist. Ferner fordert man, daß für zwei je Karten der Kartenwechsel
:
holomorph ist. Hierbei bezeichne die Menge .
Komplexe Mannigfaltigkeiten der Dimension 1 werden als Riemannsche Flächen bezeichnet.
Tangentialbündel
An jedem Punkt einer differenzierbaren (aber nicht einer topologischen) Mannigfaltigkeit findet man einen Tangentialraum.
In einer Karte heftet man an diesen Punkt einfach einen an und überlegt sich dann, dass das Differential eines Koordinatenwechsels an jedem Punkt einen linearen Isomorphismus definiert, der die Transformation des Tangentialraums in die andere Karte leistet.
Abstrakt definiert man den Tangentialraum an entweder als den Raum der Derivationen an diesem Punkt oder den Raum von Äquivalenzklassen von differenzierbaren Kurven (wobei die Äquivalenzrelation angibt, wann die Geschwindigkeitvektoren zweier Kurven an gleich sein sollen).
Die Vereinigung aller Tangentialräume einer Mannigfaltigkeit bildet ein Vektorbündel, das Tangentialbündel genannt wird. Der Tangentialraum einer Mannigfaltigkeit im Punkt wird meist mit bezeichnet, das Tangentialbündel mit .
Ein Unterbündel des Tangentialbündels ist das Einheitstangentialbündel , das nur aus Tangentialvektoren der Länge 1 besteht. Seine Fasern sind keine Vektorräume, sondern Sphären der Dimension . Daher ist es kein Vektorbündel sondern nur ein Faserbündel. Als Bündel ist es unabhängig von der Wahl der Metrik auf den Tangentialräumen.
Riemannsche Mannigfaltigkeiten
Auf einer "nackten" differenzierbaren Mannigfaltigkeit ist es nicht möglich Abstände, Winkel oder Volumen zu bestimmen.
Die üblichste Art alle diese Größen festzulegen, ist die Angabe eines Skalarproduktes an jedem Punkt des Raumes (oder äquivalent einer orthonormalen Basis von Tangentialvektoren).
Eine solche Mannigfaltigkeit nennt man dann Riemannsche Mannigfaltigkeit. Besteht nur die Forderung nach einer Längenmessung, gibt es die allgemeineren Finslerschen Mannigfaltigkeit (auch Finsler-Geometrie).
Lie-Gruppen
Eine Lie-Gruppe ist sowohl eine Mannigfaltigkeit als auch eine Gruppe. Man fordert, dass beide Strukturen miteinander verträglich sind.
Diese Objekte beschreiben typische Symmetrien von geometrischen Strukturen und physikalischen Systemen.
Kategorie:Topologie
Kategorie:Differentialgeometrie
ja:多様体
ko:다양체
Geschlecht (Fläche)Unter dem Geschlecht einer Fläche versteht man in der Topologie die Anzahl
der „Löcher“ (oder der „Henkel“) der Fläche. Das Geschlecht ist eine topologische Invariante.
Definition
Das Geschlecht einer Fläche ist definiert als die maximale Anzahl von möglichen Schnitten, so dass die Fläche nach dem
Schnitt immer noch zusammenhängend ist.
Beispiele
Die Kugeloberfläche hat das Geschlecht 0, da sie keine Löcher hat, bzw. jeder Schnitt sie in zwei nichtzusammenhängende Teile teilt.
Der Torus hat das Geschlecht 1.
Beziehungen zu anderen Größen
Die Euler-Charakteristik und das Geschlecht hängen wie folgt zusammen
:
Siehe auch: Satz von Gauß-Bonnet, Vier-Farbensatz
Kategorie:Topologie
Familienname
Ein Familienname (auch Nachname oder Zuname genannt) dient der besseren Unterscheidbarkeit von Personen und als Ergänzung zum Vornamen.
Die Vornamen alleine reichten, insbesondere auf Grund der größeren Bevölkerungszahl in den Städten des ausgehenden Mittelalter nicht mehr aus, um eine Person in unverkennbarer Weise zu kennzeichnen. Aus diesem Grunde haben sich die Familiennamen entwickelt. Allgemein gebräuchlich sind sie in Deutschland seit dem 13. bis 14. Jahrhundert, in manchen Gebieten erst später.
Mit dem Familiennamen wird i.d.R. die Zugehörigkeit zu einer Familie ausgedrückt. Im Deutschen steht nach dem Vornamen und eventuellen Zwischennamen der Familienname an letzter Stelle.
Herkunft der Familiennamen
Die häufigsten deutschen Familiennamen stammen von
- Berufsbezeichnungen,
andere sind
- vom Herkunftsort (Toponyme),
- dem Vornamen des Vaters (Patronyme),
- dem Vornamen der Mutter (Metronyme),
- der Wohnstätte (zumeist Lagebezeichnungen) oder
- von Eigenschaften (Übernamen)
abgeleitet.
Berufe
Unter den 50 häufigsten Familiennamen stellen die Berufsnamen die Mehrheit (30 Namen), schon die ersten 14 sind Berufbezeichnungen. Dazu gehören Müller, Schmidt (Schmied), Schneider, Fischer, Meyer (Oberbauer, Großbauer), Weber, Wagner (Wagenradbauer), Esser (Achsenbauer), Becker (Bäcker) und Schulz (Ortsvorsteher, Polizist).
Vornamen der Mutter, des Vaters
Einen vom Vornamen des Vaters oder der Mutter abgeleiteten Nachnamen nennt man Patronym bzw. Metronym. In einigen Ländern, z.B. Island, wird der Nachname auch heute noch immer aus dem Vornamen des Vaters abgeleitet. Ursprünglich war dies in vielen Sprachen weit verbreitet. In Skandinavien, den Niederlanden, Teilen Belgiens, Nord- und Westdeutschland enden Namen häufig auf „-sen oder -son“ ( = Sohn ) (beispielsweise Ericson, Jansen, Claasen, Hanssen, Hintzen, Janssen, Linssen, Phillipsen). Sehr viel seltener finden sich von der Mutter abgeleitete Namen (zum Beispiel Tilgner von Ottilie, Trienes von Trina = Catharina oder Merkens von Merken = Maria). Im Laufe der Jahrhunderte verschwand außerhalb von Norddeutschland der letzte Teil und es blieb nur der Vorname allein als Familienname (wie Claus, Johann oder Otto).
Die häufigsten deutschen Familiennamen dieser Art sind Hartmann, Werner, Herrmann, Walter, Friedrich und Günther.
Eigenschaften
Übernamen sind aus körperlichen, charakterlichen oder biographischen Auffälligkeiten einer Person gebildet. Namensgebend sind häufig die Körpergröße (Klein, Lang), die Haarfarbe (Braun, Schwarz) oder die Frisur (Krause), und andere Körpermerkmale (Links steht für einen Linkshänder), Charaktereigenschaften (Kühn, Fromm, Gut, Böse) und besondere Merkmale (Neumann bedeutet der Neuhinzugezogene).
Herkunft
Auch von Ortsnamen leiten sich viele Familiennamen ab, die angeben, aus welchem Ort die Familie ursprünglich stammt, und geographische Namen (darunter die Zusammensetzungen mit -bach, -berg oder -tal ). Beispiele sind Adenauer (aus Adenau stammend), Bayer (aus Bayern).
Humanistennamen
In der frühen Neuzeit benutzten Gelehrte häufig latinisierte Formen ihres Familiennamens, damit man im lateinischen Schriftverkehr die Namen deklinieren konnte. Manchmal wurde dazu der deutsche Name übersetzt (Sagittarius aus Schütz, Prätorius aus Schulz oder Schultheiß ), manchmal wurde nur eine lateinische Endung angehängt (Schwarzbegius). Seltener wurden auch griechische Namen benutzt; das berühmteste Beispiel ist Melanchthon ("Schwarzerd"). In manchen Familien blieb die lateinische Form bis heute als Familienname erhalten.
Hofnamen oder Wohnstättennamen
Hofnamen oder Wohnstättennamen lassen sich einem ganz bestimmten Bauernhof oder einem bestimmten Wohnplatz zuordnen.
Sonstige
Nicht alle Familiennamen lassen sich eindeutig erklären. Tiernamen können zum Beispiel auf Eigenschaften hinweisen, aber auch auf ausgeübte Tätigkeiten, oder können gar Herkunftsnamen nach einem Haus sein, an das statt einer Hausnummer ein Tierbild gemalt war. Häufig vorkommende Tiernamen sind Fuchs; Wolf; Luchs.
Jüdische Familiennamen
Juden hatten auch zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch keine festen Familiennamen. Häufig wurde der Name des Vaters als zweiter Name (Patronym) benutzt.
Feste Familiennamen für Juden wurden zuerst in Österreich (1787) und dann nach und nach in den anderen deutschen Städten und Staaten eingeführt (1812 in Preußen, 1807 in Frankfurt/Main, 1808 im damals französisch besetzten Rheinland und in Westfalen, 1809 in Baden, 1813 in Bayern und schließlich 1852 in Oldenburg). Bei der Einführung fester Familiennamen 1812 in Berlin hatten nur 28 % der jüdischen Familien bereits solche Namen, obwohl der Assimilationsgrad im städtischen Umfeld relativ hoch war. Für ländliche Gegenden kann ein wesentlich niedrigerer Anteil fester Familiennamen angenommen werden.
Die Juden konnten ihre neuen Namen frei wählen. Falls nicht schon länger in Gebrauch, ließen die österreichischen und französischen Gesetze allerdings solche Namen nicht zu, die den jüdischen Hintergrund des Trägers deutlich herausstellte (z.B. Namen aus dem Alten Testament oder in hebräischer Sprache, Städtenamen). Die Namen sollten sich von deutschen möglichst nicht unterscheiden, um die Integration der Juden zu fördern.
Veränderlichkeit von deutschen Familiennamen
Bis 1800 waren Wandel des Familiennamens durch geänderte Schreibweise, durch Umformung und durch Kürzung oder Erweiterung des Namens oder auch Ersatz durch einen völlig anderen Namen keine Seltenheit und kommen bis in die Gegenwart vor. Die Möglichkeiten zur Veränderung des Namens sind damit noch weit vielfältiger, als sie sich schon aus den verschiedenen Schreibweisen des phonetischen Alphabets ergeben und eine der Hauptursachen für Tote Punkte der genealogischen Forschung. Zwar gab es in der Regel im 16. Jahrhundert bereits feste Familiennamen, doch nicht von so einer Festigkeit wie in unserem heutigen Sinne. Feste und erbliche Familiennamen zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass ein Berufsname im Gegensatz zum tatsächlich ausgeübten Beruf der Person stehen kann, die Väter und ihre Söhne jeweils denselben Namen haben und Unterscheidungen gebraucht werden wie der „Ältere“ und der „Jüngere“. Doch sind willkürliche Namensänderungen durch Gesetz zum Beispiel in Sachsen erst 1662 verboten worden. Aber auch danach gibt es noch Veränderungen, etwa durch Eindeutschung fremd klingender Namen, durch Adoption, Legitimation unehelicher Kinder, Eheschließung, Ehescheidung, Nobilitierung, Konfessionswechsel (Übertritt aus dem Judentum), Namenverleihung für Findelkinder, durch Bildung von Doppelnamen wie Schulz-Blochwitz bei zu häufigen Namen, durch Annahme von Künstlernamen und dazu noch nach wie vor schwankender Schreibweise in vielen Fällen.
Im 16. Jahrhundert (vor allem in der ersten Hälfte), weniger schon im 17. Jahrhundert und sehr selten im 18. Jahrhundert waren im mitteldeutschen Sprachraum die folgenden Änderungen verbreitet: Ein Beiname, der den Beruf (Jorge, der Steinmetz), die Herkunft (Hans von Pyrna; aber keinesfalls adlig!), die Wohnstätte (Hans An gen End = Hans, der in dem Haus "am Ende" des Dorfes wohnt) oder bestimmte Eigenschaften (Hans der Lange) kennzeichnete, verdrängte den bereits vorhandenen Familiennamen, besonders deutlich bei Namen wie: „Hans Sternkopf sonst Stahl genannt“, der später nur noch als „Hans Stahl“ erschien.
Oft unterschätzt wird die Veränderlichkeit über eine bloße Veränderung der Schreibweise hinaus: Aus einem Ruhdorff, später Rudroff und Rudolph, konnte ein Rother und Ruther werden, ja sogar Röther und Röder. Namen konnten erweitert (etwa durch Zusammenziehung mit dem väterlichen Beinamen) oder gekürzt (Schummann zu Schumm), bei Gebildeten auch latinisiert werden. Tauchte in einem Ort ein Namensträger mit einem seltenen Namen auf, so wurde der Name oft an bereits bekannte Namen angeglichen (Preterman zu Brettner, Kreynitz zu Grentz usw.), wobei die Veränderungen tiefgreifend sein können und auch Vokale (Jahn zu John), auch als Anfangsbuchstaben, betreffen können.
Familiennamen ausländischer Herkunft
Es gibt viele Familiennamen, die auf die ausländische Herkunft eines Vorfahren hinweisen, der seinen Namen eingedeutscht hat und dessen Name daher nicht mehr als fremd empfunden wird.
Ausländische Familiennamen
Bei Familiennamen von Ausländern muss darauf geachtet werden, dass ihr Gebrauch und ihre Reihenfolge sich von den Gebräuchen im Deutschsprachigen Raum unterscheiden können. Insbesondere kann der Familienname vorangestellt sein. Bei Russen kann der Gebrauch des Patronyms ohne Vornamen beleidigend sein. Im Zweifelsfall hilft freundliches Nachfragen.
Spanische Familiennamen
Zu spanischen Nachnamen gibt es einen gesonderten Artikel.
Familiennamen aus China, Japan und Korea
- Der Familienname wird zuerst genannt.
- Der Namensteil, der in Deutschland als Vorname bezeichnet wird, ist in diesen Ländern der Nachname und wird deswegen nach dem Familiennamen genannt.
Bei Übertragungen ins Deutsche wird bei chinesischen und koreanischen Namen die Originalreihenfolge in der Regel beibehalten. In Japan wird im Umgang mit westlichen Ausländern häufig eine Reihenfolge verwendet, die der deutschen entspricht. Auch bei der Übertragung ins Deutsche werden japanische Namen – im Gegensatz zu chinesischen und koreanischen Namen – häufig umgestellt.
In China und Korea bestehen Familiennamen überwiegend nur aus einer Silbe und einem Schriftzeichen.
Die weitaus meisten japanischen Familiennamen bestehen aus zwei chinesischen Schriftzeichen (Kanji). Sehr vereinzelt gibt es auch Namen, die aus nur einem (z. B. Mori森, Hayashi林, Hara原, Seki関, Kishi岸, Hori堀, Tsuji辻, Hoshi星, Oka岡, Tsutsumi堤, Izumi泉, Minami南, Nishi西, Tani谷, Azuma東) noch wesentlich seltener solche, die aus drei Schriftzeichen bestehen (z. B. Sasaki佐々木, Igarashi五十嵐, Kubota久保田, Ookubo大久保, Sekuma佐久間, Ogasawara小笠原, Usami宇佐美). Allein an der Länge des Wortes in lateinischer Schrift kann man folglich auch nicht erkennen, mit wievielen chinesischen Schriftzeichen der Name geschrieben wird, denn ein aus drei Kanjis bestehender Name kann kürzer sein als einer, der nur mit einem Kanji geschrieben wird (z. B. Usami – 5 Buchstaben, 3 Kanjis, Hayashi – 7 Buchstaben, 1 Kanji).
Siehe auch: Chinesische Namen, Japanische Namen, Koreanische Namen, Thailändische Familiennamen
Island
Auf Island haben nur wenige Personen Familiennamen. Meist handelt es sich dabei um aus Dänemark stammende Familien. Der zweite Name besteht aus dem Namen des Vaters erweitert um -son (Jungen) oder -dóttir (Mädchen). Benennungen nach der Mutter waren früher selten (uneheliche Geburt mit unbekanntem Vater), sind aber heute im Zuge der Gleichstellung gesetzlich möglich.
Familiennamenhäufigkeiten
Die Familiennamenhäufigkeit ist die absolute und relative Häufigkeit von Familiennamen in einer Bevölkerung oder Teilbevölkerung. Aus diesen Häufigkeiten lässt sich unter Berücksichtigung der Veränderlichkeit von Familiennamen der Inzuchtkoeffizient f einer Population relativ leicht errechnen, indem man die prozentualen Häufigkeiten p aller Familiennamen quadriert, dann alle so erhaltenen Quadrate summiert und durch vier dividiert (siehe Isonymie), also
:
Trotz der Mehrfachentstehung vieler Familiennamen gilt diese statistische Beziehung im statistischen Mittel.
Ebenfalls lässt sich mit der Verteilung der Familiennamenhäufigkeiten der Grad der Blutsverwandtschaft zwischen Bevölkerungen und damit ihr Heiratskreis messen, ebenso zwischen Berufsgruppen oder auch die Ahnengemeinschaft zwischen zwei oder mehreren Ahnenlisten, aber auch der Einzugsbereich der Zuwanderung zu Städten bzw. zentralen Orten. Der Grad der Verwandtschaft (bzw. Ähnlichkeit) ist dabei der von 0 bis 1 normierte statistische Korrelationskoeffizient r. Dabei bedeutet r = 0,00, dass in den verglichenen zwei Ahnenlisten in einer festgelegten Vorfahren-Generation, z. B. in der sechsten, kein einziger Familienname identisch ist; r = 1,00, dass dieselben Namen mit derselben prozentualen Häufigkeit in beiden Listen vorkommen (was eigentlich nur bei vollständiger Ahnengemeinschaft möglich ist).
Namensträgerforschung
Die Namensträgerforschung darf als eine Form der Stammtafel-Forschung aufgefasst werden. Arbeitsmittel ist in der Regel eine Namensträgerkartei bzw. -datei, in der alle Träger desselben Familiennamens erfasst werden. Wobei unter Berücksichtigung der Veränderlichkeit der Familiennamen und des phonetischen Alphabets verschiedene Formen des Namens als jeweils eine Einheit zu betrachten sind.
Wenn Namensträgerforschung nicht nur bloßen Sammeleifer dokumentiert, dann sind systematische Arbeit und genaue Verzeichnisse der ausgewerteten Quellen notwendig. Sinn haben derartige Datensammlungen insbesondere für relativ seltene Namen. In manchen Fällen sind sie der einzige Weg, um einen Toten Punkt der genealogischen Forschung zu klären. Bisher gibt es in Deutschland noch keine umfassende Datenbank aller Publikationen, Karteien und Vereine (in England One-Name-Societies genannt), die sich mit einem Familiennamen und den verwandtschaftlichen Beziehungen seiner Träger befassen..
Siehe auch
- Onomastik
- Wikipedia:WikiProjekt Namenforschung
- Vorname
- Patronym (Vatername)
- Liste der häufigsten deutschen Familiennamen
- Spanische Namen
- Chinesische Familiennamen
- Japanische Namen
- Koreanische Namen
- Thailändische Familiennamen
Literatur
- Familiennamenbuch der Schweiz, Bd. 1–4, Zürich: Polygraphischer Verlag 1968–1970
- Rosa und Volker Kohlheim, Familiennamen. Herkunft und Bedeutung von 20.000 Nachnamen, Duden: 2005, ISBN 3411708514 (Auflage 2000 ISBN 3411030712)
- Hans Bahlow, Deutsches Namenlexikon, Suhrkamp: 1972, ISBN 3518365657
- Horst Naumann, Das große Buch der Familiennamen, Bassermann, ISBN 3809407291 (Weltbild ISBN 3828919553)
- Konrad Kunze, dtv-Atlas Namenkunde, ISBN 3423032669
- Name und Gesellschaft. Soziale und historische Aspekte der Namengebung und Namenentwicklung., Hrsg. von der Dudenredaktion und der Gesellschaft für deutsche Sprache, Dudenverlag: 2001, ISBN 3-411-70581-7
- Prof. Josef Karlmann Brechenmacher, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Familiennamen, ISBN 3-7980-0355-6
- Max Gottschald, Deutsche Namenkunde, Berlin 1971
- Ernst Schwarz, Deutsche Namenforschung, Band.1: Ruf- und Familiennamen, Band 2: Orts- und Flurnamen, Göttingen 1950
- Heintze-Cascorbi, Die Deutschen Familiennamen, Berlin 1933
- A. Bähnisch, Die Deutschen Personennamen, Leipzig 1910
- Reinhold Trautmann, Die altpreußischen Personennamen, 1925
- Max Mechow, Deutsche Familiennamen preussischer Herkunft, Tolkemita: Dieburg 1991
- Udolph, Jürgen, "Professor Udolphs Buch der Namen", München 2005
Weblinks
- http://www.surnameweb.org/ – englisch, listet aber viele deutsche Namen
- http://www.genealogienetz.de/misc/berufe/index.html – von Berufen abgeleitete Namen
- http://www.baseportal.de/cgi-bin/baseportal.pl?htx=/Laidler/Familiennamen – nur deutsche Namen
- http://ahnenforschung.net/cgi-bin/mdbase/mdb.cgi?db=nachnamen – deutsche Nachnamen
- http://www.vein.hu/german/familiennamen.html - Familiennamen im Sprachkontakt
- [http://janeden.org/2288 Der Name als Stigma. Jüdische Namen in Deutschland bis 1933] (Zusammenfassung des Werkes von Dietz Bering)
- http://www.onomastik.com – Entstehung von Familiennamen, mit Forum
!Familienname
ja:姓
ElektrotechnikElektrotechnik bezeichnet denjenigen Bereich der Technik, der sich mit allen Aspekten der Elektrizität befasst. Hierzu gehören die elektrische Energieerzeugung, die Energieübertragung sowie alle Arten ihrer Nutzung. Dies reicht von den elektrisch betriebenen Maschinen über alle Arten elektrischer Schaltungen für die Steuer-, Mess-, Regelungs- und Computertechnik bis hin zur Nachrichtentechnik.
Die Elektrotechnik ist sowohl eine Ingenieurwissenschaft, die technische Anwendungen erforscht und umsetzt, als auch das Aufgabenfeld diverser Handwerksberufe.
Aufgabengebiete
Die klassische Einteilung der Elektrotechnik war die Starkstromtechnik, die heute als Energietechnik und Antriebstechnik erscheinen und die Schwachstromtechnik, die sich zur Nachrichtentechnik formierte. Als weitere Gebiete kamen die elektrische Messtechnik und die Regelungstechnik sowie die Elektronik hinzu. Die Grenzen zwischen den einzelnen Bereichen sind dabei vielfach fließend. Mit zunehmender Verbreitung der Anwendungen ergaben sich zahllose weitere Spezialisierungsgebiete. In unserer heutigen Zivilisation werden fast alle Abläufe und Einrichtungen elektrisch betrieben oder laufen unter wesentlicher Beteiligung elektrischer Geräte und Steuerungen.
Die Energietechnik (früher Starkstromtechnik) befasst sich mit der Erzeugung und Übertragung elektrischer Energie und auch der Hochspannungstechnik. Die elektrische Energie wird in den meisten Fällen durch Wandlung aus mechanisch/rotatorischer Energie durch Generatoren erzeugt.
Zum klassischen Bereich der Starkstromtechnik gehört außerdem der Bereich der Verbraucher elektrischer Energie und die Antriebstechnik.
Die Antriebstechnik, früher ebenfalls als "Starkstromtechnik" betrachtet, setzt elektrische Energie durch elektrische Maschinen, in mechanische Energie um. Die klassischen Maschinen sind die Synchron-, die Asynchron- und die Gleichstrommaschine, wobei es vor allem im Bereich der Kleinantriebe viele weitere Typen gibt. Neuer ist die Entwicklung der Linearmotoren, die die elektrische Energie direkt in mechanisch/lineare Bewegung umsetzen, ohne den "Umweg" über eine Rotationsbewegung.
Die Antriebstechnik spielt eine große Rolle in der Automatisierungstechnik, da hier oft eine Vielzahl von Bewegungen mit elektrischen Antrieben realisiert werden müssen. Genauso spielt die Elektronik in der Antriebstechnik eine große Rolle, zum einen für die Steuerung und Regelung der Antriebe, zum anderen werden Antriebe oft durch Leistungselektroniken mit elektrischer Energie versorgt.
Mit Hilfe der Nachrichtentechnik, auch Informations- und Kommunikationstechnik (früher Schwachstromtechnik) genannt, werden mittels elektrischer Impulse oder elektromagnetischer Wellen Informationen von einer Informationsquelle (dem Sender) zu einem oder mehreren Empfängern (der Informationssenke) übertragen. Dabei kommt es darauf an, die Informationen so verlustarm zu übertragen, dass sie beim Empfänger erkannt werden können.
(siehe auch Hochfrequenztechnik, Amateurfunk)
Ein wichtiger Aspekt der Nachrichtentechnik ist die Signalverarbeitung, zum Beispiel mittels Filterung, Kodierung oder Dekodierung.
Elektronik
Die Elektronik befasst sich mit der Entwicklung, Fertigung und Anwendung von elektronischen Bauelementen wie zum Beispiel Kondensatoren und Spulen oder Halbleiterbauelementen wie Dioden und Transistoren. Die Mikroelektronik beschäftigt sich mit der Entwicklung und Herstellung integrierter Schaltkreise (ICs) aus Halbleiterelementen, zum Beispiel Prozessoren.
Die Entwicklung der Leistungshalbleiter (Leistungselektronik) spielt in der Antriebstechnik eine immer größer werdende Rolle, da Frequenzumrichter die elektrische Energie wesentlich flexibler bereitstellen können, als dies beispielsweise mit Transformatoren möglich ist.
Die Digitaltechnik lässt sich insoweit der Elektronik zuordnen, als die klassische Logikschaltung aus Transistoren aufgebaut ist. Andererseits ist die Digitaltechnik auch Grundlage vieler Steuerungen und damit der Automatisierungstechnik verbunden. Die Theorie ließe sich auch der theoretischen Elektrotechnik zuordnen.
In der Automatisierungstechnik werden mittels Methoden der Steuerungs-, Regelungs- und Digitaltechnik einer oder mehrere manuelle Arbeitsschritte automatisiert bzw. überwacht. Eines der Kerngebiete der Automatisierungstechnik ist die Regelungstechnik. Regelungen sind in vielen technischen Systemen enthalten. Beispiele sind die Regelung von Industrierobotern, Autopiloten in Flugzeugen und Schiffen, Drehzahlregelungen in Motoren, die Stabilitätskontrolle (ESP) in Automobilen, die Lageregelung von Raketen und die Prozeßregelungen chemischer Anlagen. Einfache Beispiele des Alltags sind die Temperaturregelungen in Bügeleisen und Kühlschränken.
(siehe auch Messtechnik, Sensortechnik)
Die Basis der Theorie und Bindeglied zur Physik der Elektrotechnik sind die Erkenntnisse aus der Elektrizitätslehre. Die Theorie der Schaltungen befasst sich mit den Methoden der Analyse von Schaltungen aus passiven Bauelementen. Aufgebaut auf den Maxwellschen Gleichungen ist
die Theorie der Felder und Wellen, kurz, die Theoretische Elektrotechnik.
Geschichte, Entwicklungen und Personen der Elektrotechnik
Theoretische Elektrotechnik]
Die Anfänge der Elektrotechnik sind sicher in der Physik zu suchen, aus der sie sich aber spätestens zur Zeit von Thomas Alva Edison und Werner von Siemens zu einer eigenen Disziplin entwickelt hat.
Im Anfang standen Entdeckungen rund um die Elektrizität. 1752 erfand Benjamin Franklin den Blitzableiter und veröffentlichte 1751-53 die Resultate seiner Experiments and Observations on Electricity. 53]
1792 machte Luigi Galvani sein legendäres Froschschenkel-Experiment. Von diesen Experimenten angeregt, baute Alessandro Volta um 1800 die so genannte volta'sche Säule, eine erste funktionierende Batterie.
1820 machte Hans Christian Ørsted Versuche zur Ablenkung einer Magnetnadel durch elektrischen Strom. André Marie Ampère führte diese Experimente weiter, und wies 1820 nach, dass zwei stromdurchflossene Leiter eine Kraft aufeinander ausüben. Ampère erklärte den Begriff der elektrischen Spannung und des elektrischen Stromes und legte die Stromrichtung fest.
1820]
Faraday leistete einen großen Beitrag auf dem Gebiet der elektrischen und magnetischen Felder, von ihm stammt auch der Begriff der "Feldlinie". Die Erkenntnisse Faradays waren die Grundlage für James Clerk Maxwells Arbeiten. Er vervollständigte die Theorie des Elektromagnetismus zur Elektrodynamik und deren mathematische Formulierung. Die Quintessenz seiner Arbeit, die | | |