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Gestaltpsychologie

Gestaltpsychologie

Als Gestaltpsychologie wird in der Regel eine Psychologie bezeichnet, die das Erleben (vor allem in der Wahrnehmung) als eine "Ganzheit" betrachtet, die auf einer bestimmten Anordnung der ihr zugrunde liegenden Gegebenheiten beruht, wobei diese Gegebenheiten als "Glieder" mit dem "Ganzen" in der Beziehung wechselseitiger Bedingtheit stehen. "In der Regel" heißt, dass das Wort "Gestaltpsychologie" nur bedingt als klar definierbarer wissenschaftlicher Begriff gelten kann; es ist zum Teil ein durch seinen Gebrauch organisch gewachsener Name für eine Anzahl "ähnlicher" Auffassungen. Die Gestaltpsychologien unterschiedlicher Richtung leiten sich jedoch aus einer einzigen Arbeit aus 1890 her, in der der Philosoph Christian von Ehrenfels seine Erkenntnis berichtete, die Wahrnehmung enthalte Qualitäten, die sich aus der Anordnung einfacher Sinnesqualitäten ergeben. So sei die Melodie eine solche Gestaltqualität, denn die Töne als Elemente der Melodie könnten durch ganz andere Töne ersetzt werden, und es wäre dennoch dieselbe Melodie, wenn nur die Anordnungsbeziehung zwischen den Tönen erhalten bliebe. Christian von Ehrenfels

Klassische Gestaltpsychologie

Berliner Schule der Gestaltpsychologie (Gestalttheorie)

Aufgrund der Beobachung von v. Ehrenfels entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts die "Gestaltpsychologie" als eine neue psychologische Richtung, Sie wurde zuerst im deutschsprachigen, dann auch im internationalen Raum einflussreich. Als ihre Begründer und Hauptexponenten gelten drei Studenten von Carl Stumpf: Max Wertheimer, Wolfgang Köhler und Kurt Koffka. In weiterem Sinne kann auch Kurt Lewin dieser Gruppe zugerechnet werden. Diese "Berliner Schule der Gestaltpsychologie" nannte sich auch "Gestalttheorie" und erweiterte ihren Gegenstand über die Wahrnehmung hinaus. Sie ist vor allem ihrer umfangreichen Experimentalforschung auf dem Gebiet der Wahrnehmung wegen bekannt und berühmt geworden und wird noch Anfang des 21. Jahrhundert vertreten. Es werden drei Arten von Gestaltqualitäten des Wahrnehmungserlebens unterschieden (Metzger 1954, S. 62-65), ohne innerhalb dieser Arten eine Systematik anzugeben:
- Struktur, (Gefüge, Tektonik) wie gerade, rund, symmetrisch, geschlossen, spitz, wellig;
- Ganzbeschaffenheit wie durchsichtig, leuchtend, rauh;
- "Wesen" wie Charakter, Habitus, Gefühlswert. In der älteren Gestaltpsychologie vom Anfang des 20. Jahrhundert wird "Gestaltgesetz" synonym mit "Gestaltfaktor", "Faktor", "Gesetz" oder auch mit "Gruppierungsgesetz" verwendet. Ein Gestaltgesetz bezeichnet die Art des Zusammenschlusses von erlebten Teilen zu einer erlebten Ganzheit, oft eben einer Gruppe von einzelnen Gegebenheiten. "Der Zusammenschluss erfolgt derart, daß die entstehenden Ganzen in irgendeiner Weise vor andern denkbaren Einteilungen gestaltlich ausgezeichnet sind", und zwar u. a. so, "daß möglichst einfache, einheitliche, ...geschlossene, ..symmetrische, ...gleichartige Ganzgebilde entstehen." (Wolfgang Metzger 1954, S. 108 f). Für diese und einige andere Arten des Zusammenschlusses wurden viele anschauliche Beispiele zusammengetragen, die den Betrachter unmittelbar überzeugen. Bestimmte Fakten wurden klassifiziert, so dass man von einer deskriptiven Theorie sprechen kann; eine erklärende Theorie für sie wurde jedoch nicht entwickelt. Wolfgang Metzger

Gestaltgesetze


- Gesetz der Prägnanz (Es werden bevorzugt Gestalten wahrgenommen, die sich von anderen, durch ein bestimmtes Merkmal abheben)
- Gesetz der Nähe (Elemente mit geringen Abständen zueinander werden als zusammengehörig wahrgenommen)
- Gesetz der Ähnlichkeit (Einander ähnliche Elemente werden eher als zusammengehörig erlebt als einander unähnliche)
- Gesetz der Kontinuität (Reize, die eine Fortsetzung vorangegehender Reize zu sein scheinen, werden als zusammengehörig angesehen)
- Gesetz der Geschlossenheit (Linien, die eine Fläche umschließen, werden unter sonst gleichen Umständen leichter als eine Einheit aufgefasst als diejenigen, die sich nicht zusammenschließen (D. Katz, Gestaltpsychologie, 1969). Der nebenstehende "Würfel" wird auch als Einhheit/ganze Figur gesehen. In ihrer bisherigen Definition des Gesetzes der Geschlossenheit fiele er selbstverständlich auch unter das Gesetz der Geschlossenheit und nicht unter das der Kontinuität. J. Michael Matthaei
- Gesetz des gemeinsamen Schicksals (zwei sich gleichzeitig bewegende Elemente werden als eine Einheit wahrgenommen)

Leipziger Schule der Gestaltpsychologie (Genetische Ganzheitspsychologie)

Der Philosoph Felix Krueger und der Psychologe Friedrich Sander gründeten die Leipziger Schule der Gestaltpsychologie. Während die Berliner Schule die Auffassung der Erlebensimmanenz vertrat, nach der Erlebnisse aus Erlebnissen hervorgehen, waren die Leipziger der Meinung, Erlebnisse seien durch erlebensjenseitige Gegebenheiten bedingt. Sie setzten einen Bereich transphänomenalen seelischen Seins an, den sie "Struktur" nannten. Konkretere Ausführungen dieser Annahme gab es nicht; bekannt sind die allgemeinen Ausführungen zum "Problem des seelischen Seins" von Albert Wellek. Sander wurde mit Untersuchungen über visuelle Aktualgenese in seinem Institut bekannt, die in einer stufenweise Differenzierung des Perzepts bei kontinuierlicher Reizsteigerung bestand. Weder Krueger noch Sander versuchten, die Abfolge der entstehenden Gestaltqualitäten irgendwelchen sie bedingenden strukturellen Gegebenheiten zuzuordnen. Sowohl der aktualgenetische Forschungsansatz als auch die Strukturtheorie sind der Vergessenheit anheimgefallen und werden im mainstream' nicht mehr diskutiert.

Literatur


- Christian von Ehrenfels: Über Gestaltqualitäten.
Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Philosophie 4,1890, S. 249-292.
- Wolfgang Metzger:
Gesetze des Sehens. Kramer, Frankfurt/M 1953
- Wolfgang Metzger:
Psychologie. Die Entwicklung ihrer Grundannahmen seit der Einführung des Experiments. Steinkopf, Darmstadt 1954
- Lothar Kleine-Horst:
Evolutionär-psychologische Theorie des Sehens. Auftakt zu einem neuen wissenschaftlichen Weltbild. Enane: Köln 1992 ISBN 3-928955-40-3
- Lothar Kleine-Horst:
Empiristic theory of visual gestalt perception. Hierarchy and interactions of visual functions. Enane, Köln 2001 ISBN 3-928955-42-X (Erweiterung der Fassung von 1992, englischsprachig, enthält auch die empiristische Theorie der Gestaltgesetze und viele Beispiele für ihre Anwendung)
- Wolf Singer:
Gestaltwahrnehmung: Zusammenspiel von Auge und Hirn. In: H. Kettenmann und M. Gibson: Kosmos Gehirn. Neurowissenschaftliche Gesellschaft e. V. und BMBF, Berlin 2002
- Albert Wellek:
Das Problem des seelischen Seins. Die Strukturtheorie Felix Kruegers: Deutung und Kritik. Hain: Meisenheim/Glan, 1953 (2. erweiterte Auflage)

Siehe auch

Farbe (bes. Psychologische Wirkung)
Optische Täuschung
Schlüsselreiz
Machsche Streifen

Weblinks


- [http://www.gestalttheory.net/gta/ Gesellschaft für Gestalttheorie und ihre Anwendungen (GTA)]
- [http://www.informatik.uni-bremen.de/~fmike/multilern/gestaltgesetze.html Gestaltgesetze]
- http://www.neue-gestaltpsychologie.de Beispiele für Gestaltwahrnehmungen
- http://home.schule.at/teaching/art/Infoblaetter/GESTALTWAHRNEHMUNG.doc - Gestaltpsychologie
- [http://www.enane.de/gestaltgesetze.htm System der Gestaltgesetze nach der Neuen Gestaltpsychologie mit Beispielen] Kategorie:Psychologie Kategorie:Wahrnehmung

Christian von Ehrenfels

Christian Freiherr von Ehrenfels (
- 2. Juni 1856 in Rodaun bei Wien; † 8. September 1932 in Lichtenau), österreichischer Philosoph, gilt als einer der Vordenker und Vorläufer der Gestaltpsychologie bzw. der Gestalttheorie. Berühmt wurde in diesem Zusammenhang seine Arbeit "Über Gestaltqualitäten", in: Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Philosophie, Jg. 14 (1890). Von Ehrenfels studierte Philosophie an der Wiener Universität bei Franz Brentano und Alexius Meinong, promovierte dann bei Meinong nach dessen Wechsel an die Karl-Franzens-Universität Graz 1885 mit dem Thema "Größenrelationen und Zahlen. Eine psychologische Studie". Er habilitierte sich 1888 in Wien für Philosophie mit der Schrift: "Über Fühlen und Wollen". Von 1896 bis 1929 war er Professor für Philosophie an der deutschen Universität Prag. Er prägte die Definition, nach der eine "Gestalt" ein Ganzes sei, dass über die Eigenschaften der Übersummativität (Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile) und der Transponierbarkeit (z.B. der Transponierung einer Melodie in eine andere Tonart) verfüge.

Siehe auch


- Brentanoschule
- Grazer Schule
- Berliner Schule

Weblinks


- [http://www.austrian-philosophy.at/ehrenfels_kurzbiographie.html Ehrenfels-Kurzbiographie] Ehrenfels, Christian von Ehrenfels, Christian von Ehrenfels, Christian von Ehrenfels, Christian von Ehrenfels, Christian von


Carl Stumpf

Carl Stumpf (1848 -1936) war Philosoph und Psychologe. Er studierte unter Franz Brentano und Rudolf Hermann Lotze. Er hatte einen entscheidenden Einfluss auf Edmund Husserl, der Gründer der modernen Phänomenologie, Max Wertheimer, Wolfgang Köhler and Kurt Koffka, die Mitbegründer der Gestaltpsychologie. Stumpf ist auch bekannt wegen seiner Einführung des Begriffs "Sachverhalt" in der Philosophie, welcher später vor allem durch Husserl's Werke verbreitet wurde. Stumpf war einer der ersten Studenten von Brentano und blieb auch immer sehr nahe an seinen frühen Theorieen. Er schrieb seine Dissertation unter Lotze an der Universität Göttingen in 1868 und habilitierte sich ebenfalls dort in 1870. Späterhin interessierte er sich immer mehr für empirische Methoden in der experimentellen Psychologie und wurde ein Pionier dieser neuen Disziplin. Er unterrichtete in Göttingen, wurden dann Professor in Würzburg und später in Prag, Halle, München und endlich Berlin, wo er die Berliner Schule (Max Wertheimer, Kurt Koffka, Wolfgang Köhler) gründete.

Assistenten von Carl Stumpf


- Friedrich Schumann, (1863-1940) von 1894-1905
- Erich Moritz von Hornbostel, (1877-1935) von 1905-1906
- Narziß Kasper Ach, (1871-1946) von 1906-1907
- Hans Rupp, (1880-1954), von 1907-1910
- Adhémar Gelb (1887-1936), von 1910-1912
- Johannes (Gustav) Allesch (1882-1967), von 1912-1921

Werke


- Verhältnis des Platonischen Gottes zur Idee des Guten, Halle 1869
- Über den psychologischen Ursprung der Raumvorstellung, 1873
- Tonpsychologie, 2 Bände 1883 bis 1890 (Hauptwerk)
- Psychologie und Erkenntnistheorie, München 1891
- Tafeln zur Geschichte der Philosophie, Berlin 1896
- Die pseudo-aristotelischen Probleme der Musik, Berlin 1897
- Eröffnungsrede des Präsidenten, Prof. Dr. Carl Stumpf, Berlin, in: Dritter Internationaler Congreß für Psychologie im München vom 4-7. August 1896, 1897
- Der Entwicklungsgedanke in der gegenwärtigen Philosophie, Festrede, gehalten am Stiftungstage der Kaiser Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen, 2. Dezember 1899, Berlin 1899
- Der Entwicklungsgedanke in der gegenwärtigen Philosophie, Berlin 1900
- Tontabellen, in: Beiträge zur Akustik und Musikwissenschaft, Heft 3/1901, S. 139-146, Tafeln I-IX
- Zur Einteilung der Wissenschaften, Berlin 1906
- Erscheinungen und psychische Funktionen, In: Abhandlungen der Königlich Preußissischen Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Abhandlungen, IV (1906), S. 1-40 (2. Auflage 1907)
- Die Wiedergeburt der Philosophie, Berlin 1907
- Richtungen und Gegensätze in der heutigen Psychologie, In: Internationale Wochenschrift für Wissenschaft, Kunst und Technik. Beiträge der "Münchner Allgemeinen Zeitung" vom 19. Oktober 1907, S. 903-914
- Vom ethischen Skeptizismus, Berlin 1908
- Das Berliner Programmarchiv, In: Internationale Wochenschrift für Wissenschaft, Kunst und Technik. Beilage der "Münchner Allgemeine Zeitung" vom 22. Februar 1908, S. 225-246
- Philosophische Reden und Vorträge, Leipzig 1910
- Das psychologische Institut, In: Lenz, M. (Hrsg.), Geschichte der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, 3. Band, Halle, 1910, S. 202-207
- Konsonanz und Konkordanz, In: Vertreter deutscher Musikwissenschaft (Hrsg.): Festschrift zum 90. Geburtstage Rocchus Freiherrn von Liniencron, Leipzig, 1910, S. 329-349
- Die Anfänge der Musik, 1911
- Zum Gedächtnis Lotzes, In: Kantstudien, XXII (1917), Heft 1-2, S. 1-26
- Empfindung und Vorstellung, 1918
- Erinnerungen an Franz Brentano, In: Krause, O. (Hrsg.) Franz Brentano. Zur Kenntnis seines Lebens und seiner Lehre, München, 1919, S. 87-149
- Phonetik und Ohrenheilkunde, In: Beiträge zur Anatomie. Physiologie, Pathologie und Therapie des Ohres, der Nase und des Halses, 22(1925), S. 1-8
- Die Sprachlaute. Experimentell-phonetische Untersuchungen. Nebst einem Anhang über Instrumentalklänge, Berlin 1926
- Gefühl und Gefühlsempfindung, 1928
- William James nach seinen Briefen. Leben - Charakter - Lehre, Berlin 1928
- C. S. [Selbstdarstellung] In: Raymund Schmidt (Hrsg.) : Die Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen, Bd. 5, Leipzig 1924
- Schriften zur Psychologie, neu herausgegeben und mit einer biographischen Einleitung versehen von Helga Sprung, Frankfurt/Main 1997
- Erkenntnislehre, Band 1, Leipzig 1939
- Erkenntnislehre, Band 2, Leipzig 1940

siehe auch


- Brentanoschule
- Gestalttheorie

Weblinks


- Stumpf, Carl Stumpf, Carl Stumpf, Carl Stumpf, Carl Stumpf, Carl Stumpf, Carl Stumpf, Carl Stumpf, Carl

Wolfgang Köhler

Wolfgang Köhler (
- 21. Januar 1887 in Reval, Estland; † 11. Juni 1967 in Enfield (New Hampshire) gilt mit Max Wertheimer und Kurt Koffka als einer der Begründer der Gestaltpsychologie bzw. der Gestalttheorie. Köhler studierte Philosophie, Naturwissenschaften und Psychologie an den Universitäten Tübingen, Bonn und Berlin. 1909 dissertierte er bei Carl Stumpf über Akustische Untersuchungen. 1914 bis 1920 leitete er die Anthropoidenstation der Preußischen Akademie der Wissenschaften auf Teneriffa, wo er seine berühmten Untersuchungen über den Werkzeuggebrauch und das Problemlöseverhalten von Menschenaffen durchführte. 1920 bis 1935 lehrte er an der Universität Berlin, wo er 1922 bis 1935 Direktor des Psychologischen Institutes war. 1933 protestierte er öffentlich gegen die Rassenpolitik der Nationalsozialisten. 1935 verließ er Deutschland endgültig und nahm eine Professur am Swarthmore College, Pennsylvania, an. 1958 bis 1959 war Köhler Präsident der American Psychological Association. 1962 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Freien Universität Berlin verliehen. Die amerikanische Psychologin Mary Henle, eine seiner engsten Mitarbeiterinnen im amerikanischen Exil, gab 1971 die Selected Papers of Wolfgang Köhler heraus (Liveright: New York). Die Arbeiten von Wolfgang Köhler finden heute wieder verstärkt Beachtung, unter anderem in der Gehirnforschung.

Werke (Auswahl)


- 1917: Intelligenzprüfungen an Anthropoiden.
- 1920: Die physischen Gestalten in Ruhe und im stationären Zustand: eine naturphilosophische Untersuchung.
- 1921: Intelligenzprüfungen an Menschenaffen. Berlin (Springer), Neudruck 1963
- 1929: Gestalt Psychology (1933 in deutscher Übersetzung unter dem Titel Psychologische Probleme erschienen).
- 1938: The place of value in a world of facts (1968 deutsch als Werte und Tatsachen erschienen).
- 1969: The task of Gestalt Psychology (1971 deutsch als Die Aufgaben der Gestaltpsychologie erschienen).

Weblinks


- Köhler, Wolfgang Köhler, Wolfgang Köhler, Wolfgang Köhler, Wolfgang Köhler, Wolfgang Köhler, Wolfgang ja:ヴォルフガング・ケーラー

Kurt Koffka

Kurt Koffka (
- 18. März 1886 in Berlin; † 22. November 1941 in Northampton, Massachusetts) war ein deutscher Psychologe. Er zählt mit Max Wertheimer und Wolfgang Köhler zu den Begründern der Gestaltpsychologie bzw. der Gestalttheorie. Er promovierte 1909 an der Universität von Berlin. Von 1911 bis 1927 unterrichtete er an der Universität Gießen. Danach schrieb er "Growth of the Mind: An Introduction to Child Psychology". 1922 stellte er die Gestalttherie in einem Artikel der "Psychological Bulletin" in den USA vor. Von 1927 an unterrichte er in den USA im Smith College.

Ausgewählte Hauptwerke


- 1924: The Growth of the Mind.
- 1935: Principles of Gestalt Psychology. (Die ersten drei Kapitel dieses Hauptwerks von Kurt Koffka sind inzwischen in deutscher Übersetzung in der Zeitschrift Gestalt Theory erschienen - siehe [http://www.gestalttheory.net/gth/]

Weblinks


- Koffka, Kurt Koffka, Kurt Koffka, Kurt Koffka, Kurt Koffka, Kurt ja:クルト・コフカ

Ganzheit

Die Betrachtung eines Themas in seiner Ganzheit (seltener und weniger tiefgreifend auch: Gänze), oder die ganzheitliche Behandlung eines Gegenstands oder einer Beziehung meint eine umfassende, weitsichtige und weit vorausschauende Berücksichtigung möglichst vieler Aspekte:
- erkennbare Ursprünge und Querbeziehungen,
- Eigenschaften und Zuordnungen,
- Rahmenbedingungen, Nutzenabwägungen, Anwendungs-Aspekte sowie
- Neben-, Folge- und Wechselwirkungen des eigenen Verhaltens - und absehbare Reaktionen Anderer im Umgang damit. Die ganzheitliche Betrachtungsweise, wie sie meist im soziologisch-psychologischen Kontext erwähnt wird, findet ihre exakt-wissenschaftliche Entsprechung in der Systemtheorie, also der ganzheitlichen Analyse und Vorhersage von vielen komplex miteinander interagierenden Einzelkomponenten.

Ganzheitliche Wahrnehmung

Konrad Lorenz veranschaulicht die Wahrnehmung der Ganzheit einer Sache bevorzugt als Gestaltsehen oder Gestaltwahrnehmung. Damit will er die einbeziehende Wahrnehmung nicht offensichtlicherassoziativ verbundener – Elemente oder Eigenschaften des Gegenstands ausdrücken, die gleichwohl zu seinem Wesen, seiner Bedeutung und Wirkung beitragen. Die dadurch erscheinende Gesamtgestalt "hinter der Gestalt" sei die "eigentliche", immer mitzusehende, tatsächlich in der (Um-)Welt wirksame und zu behandelnde Gestalt, die alle Wirkungen beinhalte (siehe oben). Eine ähnliche Wahrnehmungsweise wird in der Kunst durch so genannte Gesamtkunstwerke angesprochen. Ganzheit bildet auch eine zentrale Kategorie der Gestaltpsychologie, eine Richtung der Wahrnehmungspsychologie. Und der Neurologe und Psychiater Kurt Goldstein formulierte als erster eine Theorie der Ganzheit des Organismus, basierend auf der Gestalttheorie.

Ganzheitliche Gesundheit

Bei der ganzheitlichen Gesundheit liegt der Fokus auf dem ausbalancierten Zusammenspiel von Körper und Geist. Diese Perspektive wurde vor allem in Asien entwickelt. Dem gegenüber steht die vor allem in Europa entstandene Differenzierung in Physiologie und Psychologie, welche sich jeweils auf einen Teil der Gesundheit spezialisiert haben. Die ganzheitlichen, physiologischen und psychologischen Bereiche der Gesundheit fassen sich in der integralen Gesundheitslehre zusammen.

Ganzheitlich hinsichtlich der Emotionen

Da zum Menschsein außer Körperlichem und Geistigem ganz wesentlich der emotionale Bereich gehört, ist Ganzheit auch hier ein günstiges Lebensprinzip. Wie zum Beispiel Schulz von Thun darlegt, ist das Integrieren der eigenen Gefühlswelt auch in Denk- und Entscheidungsprozesse vorteilhaft und dem Wohlbefinden förderlich. Zwar werden (unangenehme) Gefühle oft als sehr störend empfunden, doch sind sie ein wichtiges Signal für unerfüllte Grundbedürfnisse und ermöglichen einen besseren Umgang mit guten und schwierigen Situationen. Andererseits nimmt durch Äußern von Gefühlen und Aufmerksamkeit für körpersprachliche Signale auch die Kommunikation an Qualität zu. Je intensiver eine zwischenmenschliche Beziehung ist, desto mehr kann die Begegnung an Tiefe gewinnen (meist auch an Freude) und lässt gegenseitiges Verständnis und Begegnungsbereiche zunehmen.
"Nebenbei" ist das Einüben dieser Ganzheitlichkeit für Ehe- und andere Paare ein gutes Mittel, die Beziehung zu stabilisieren, die Liebe wachsen zu lassen und Konflikte fruchtbringend auszutragen. Zwar gilt dies auch für das Berufsleben, doch ist hier die Offenheit, über Emotionen zu sprechen, gegen das Risiko von Verletzungen abzuwägen. Auch Management-Seminare betonen immer wieder, wie sehr ein emotional-ganzheitlicher Umgang miteinander nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Arbeitsfreude und Leistungsfähigkeit vermehrt. Daher erwartet man von Führungskräften neben der Kompetenz vermehrt die so genannte emotionale Intelligenz.

Ganzheitliches Denken (Debatte)

Ganzheitlicher Umgang erfordert eine komplexe, multilinear vernetzte, hoch-assoziative Denkweise. Es ist davon auszugehen, dass dafür gewisse Intelligenz und Bildung erforderlich, aber nicht hinreichend sind - weil sie diese Fähigkeit noch keineswegs garantieren. Außerdem ist davon auszugehen, dass viele Menschen, die die Forderung nach solchem Denken gegenüber Anderen erheben (meist gegenüber politischen Gegnern), nur Hörensagen aufgreifen und einen Hebel für eigenes Dominanzverhalten brauchen. Aus der Fähigkeit zu diesem Denken eine weltanschauliche Überlegenheit abzuleiten, wäre wohl einseitig gedacht. Vorgeblich ganzheitliches Denken wähnt sich häufig auf Kriegsfuß mit "monolinearem" Kausaldenken. Dies ist zunächst zweifelhaft: Auch Kausaldenken funktioniert assoziativ und greift auf bisherige Erfahrungen und Erkenntnisse zurück - nur in einer effizienter auf schnelle Resultate ausgerichteten Fokussierung, weshalb Fokusdenken eine treffendere Bezeichnung wäre. Andererseits ist Ganzheitliches Denken in der Regel ebenfalls kausal. Darüber hinaus wird damit eine gänzlich unangebrachte Gegensätzlichkeit aufgebaut, da beide Denkweisen ihre richtigen und falschen Momente haben. Ganzheitliches Denken gehört in Analyse- und Konzeptionsphasen, während eine "klare Linie" in Synthese-, Entscheidungs- und Umsetzungsphasen gehört. Nur beides zusammen, synergetisch kombiniert, führt zu optimalen Ergebnissen. Ganzheitliche Bedenken erst in Umsetzungsphasen anzumelden (ein häufiges Phänomen), kommt viel zu spät und ist vor allem dann kontraproduktiv, wenn kein oder ein zu spätes Resultat schlimmer wären, als ein falsches. Wo dies nicht eingesehen wird, liegen keine "höheren Erkenntnisse" vor, sondern eher "niedere Instinkte": Dominanz ist da im Fokus. Ein berechtigter Einwand in diesem Zusammenhang ist, dass auch Entscheider verstehen und akzeptieren müssen, Probleme nicht allein lösen zu können, und die rechtzeitige Einbeziehung vernetzter Denkweisen in konzeptionelle Phasen organisatorisch ermöglichen und fördern müssen. Wer also, wie es gegenwärtig vor allem im Umfeld von Frauenbewegungen und neuen sozialen Bewegungen Mode ist, "typisch männliches" Kausaldenken als "archaisch" diffamiert und "typisch weibliches", vernetztes Denken als "moderner" betrachtet, der begeht selbst den von ihm belächelten Fehler: Was die Evolution als bisher erfolgreichstes Modell der Arbeitsteilung herausgebildet hat und warum, scheint ihm in seiner Ganzheit nicht genügend klar zu sein... Zur Geschichte des Ganzheitsbegriffs in Deutschland s.: Harrington, A. (1996): Die Suche nach Ganzheit. Die Geschichte biologisch-psychologischer Ganzheitslehren: Vom Kaiserreich bis zur New-Age-Bewegung. New Jersey; Reinbek bei Hamburg 2002 (Rowohlt Verlag). Kategorie:Weltanschauung

Struktur

Unter Struktur (von lat.: structura = ordentliche Zusammenfügung, Bauwerk; bzw. lat.: struere = schichten, zusammenfügen) versteht man den (inneren) Aufbau einer Sache oder eines Systems. Im Besonderen hat der Begriff Struktur in verschiedenen Fachbereichen eine abweichende Bedeutung:
- Struktur (Systemtheorie)
- Struktur (Mathematik)
- Geometrische Struktur
- Struktur (Sprachwissenschaft)
- Soziale Struktur; siehe auch Sozialstruktur, Bevölkerungsstruktur
- Soziale Struktur; siehe Struktur (Soziologie) für den soziologischen Strukturbegriff
- Wirtschaftsstruktur
- Datenstruktur in der Programmierung und Informatik Siehe auch:
- Oberflächenstruktur
- Strukturalismus;
- Strukturfunktionalismus in der Soziologie !

Aktualgenese

Aktualgenese ist die im aktuellen Lebensvollzug eines Individuums in Erscheinung tretende stufenweise Entwicklung einer Gegebenheit (z.B. eines Wahrnehmungserlebnisses), im Gegensatz zur Ontogenese (Entwicklung z. B. der Wahrnehmungsleistungen im Laufe des individuellen Lebens vor und nach der Geburt) und zur Phylogenese (stammesgeschichtliche Entwicklung z. B. des Wirbeltierauges). Beschrieben und erstmals systematisch untersucht wurden die Fakten der ("hologenen") Aktualgenese auf dem Gebiet der visuellen Wahrnehmung von Erich Wohlfahrt (1925/32), Schüler von Friedrich Sander, dem Mitbegründer der Leipziger Schule der Gestaltpsychologie ("Genetische Ganzheitspsychologie"). Wohlfahrt ließ leuchtende Strichmuster in zunächst kleinem Maßstab auf die Retina seiner Versuchspersonen projizieren, so dass diese meist nur einen kleinen, hellen, diffusen, undifferenzierten "Flecken" sahen. Mit systematischer Vergrößerung des Reizmusters sahen sie das Objekt stufenweise immer etwas differenzierter, bis es ihnen schließlich als ein so volldifferenziertes Perzept (Wahrnehmungserlebnis) erschien, wie es dem Normalsichtigen möglich ist, der das Objekt in genügender Größe und ausreichender Reizstärke und mit genügender Aufmerksamkeit betrachtet. Statt mit der Methode der optischen Vergrößerung ließen sich auch mit der Vergrößerung von zunächst kleinsten Reizdauern sowie durch Verminderung des peripheren Abstands des Reizes von der Fovea, der Stelle mit dem schärfsten Sehvermögen, aktualgenetische Differenzierungsreihen über mehrere "Vorgestalten" bis hin zur "Endgestalt" erzeugen. Durch kontinuierliche Verminderung der Reizstärke lässt sich auch der Gegenprozess erzeugen, die "Aktuallyse", d.h. eine Reihe stufenweiser Entdifferenzierung des Perzepts. Da die damaligen Gestaltpsychologen mit den aktualgenetischen Fakten theoretisch nichts anfangen konnten, gerieten diese in Vergessenheit, allerdings auch als Folge von Fälschungen Sanders und zweier seiner Schüler. Siehe auch: Gestalt, Gestaltfaktor, Ganzheit, Betrug und Fälschung in der Wissenschaft Kategorie:Allgemeine Psychologie Kategorie:Wahrnehmung

Wolfgang Metzger

Wolfgang Metzger (
- 22. Juli 1899 in Heidelberg, † 20. Dezember 1979 in Bebenhausen) war Psychologe und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der zweiten Generation der Gestalttheorie der Berliner Schule in Deutschland - zusammen mit Edwin Rausch und Kurt Gottschaldt.

Leben

Metzger studierte bei den Begründern der Gestaltpsychologie, Wolfgang Köhler und Max Wertheimer, versuchte, nach dem diese durch den Machtantritt der Nationalsozialisten zur Auswanderung in die USA gezwungen wurden, die gestalttheoretische Tradition in Deutschland zu erhalten und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zum einflussreichsten Vertreter der gestaltpsychologischen Schule in Deutschland. Seine Hauptwerke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Besonders eng waren seine Verbindungen zu gestalttheoretisch orientierten Forschern und Wissenschaftlern in Japan und Italien, wo seine Arbeiten sehr geschätzt wurden und vor allem die Wahrnehmungsforschung stark beeinflussten. Wolfgang Metzger hat sich auch um die empirisch-experimentelle Überprüfung von Hypothesen der Tiefenpsychologie bzw. der Psychoanalyse verdient gemacht. Einen Überblick dazu geben Beiträge in seinen Ausgewählten Werken, die von Michael Stadler (ehem. Assistent Metzgers, Professor an der Universität Bremen) und Heinrich Crabus herausgegeben wurden. Wolfgang Metzger war nach dem Krieg bis zu seiner Emeritierung Professor für Psychologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Er war erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (1962-1964) und seit 1970 deren Ehrenmitglied. Er war Mit-Begründer und erster Vorsitzender der Alfred Adler-Gesellschaft (später Deutsche Gesellschaft für Individualpsychologie) und Ehrenvorsitzender der Gesellschaft für Gestalttheorie und ihre Anwendungen (GTA). Letztere schreibt alle zwei Jahre international einen nach Wolfgang Metzger benannten wissenschaftlichen Preis aus.

Werke

Als seine Hauptwerke gelten:
- Psychologie - Entwicklung ihrer Grundannahmen seit der Einführung des Experiments, Erstauflage 1941; 6. Auflage Verlag Krammer, Wien 2001
- Gesetze des Sehens, Erstauflage 1936; 2. erweiterte Auflage Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt 1953; 3. abermals erweiterte Auflage Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt 1975
- Schöpferische Freiheit, Verlag Kramer, Frankfurt 1962
- Wolfgang Metzger, Gestalt-Psychologie. Ausgewählte Werke aus den Jahren 1950 bis 1982, Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt 1999, 2. Auflage
- [http://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/psychologie/psychologie_als_wissenschaft.pdf"Psychologie zwischen Natur- und Geisteswissenschaften" von Wolfgang Metzger. In: Heinrich Balmer (Hg.), Die Psychologie des 20. Jahrhunderts, Band 1, Kindler Verlag, Zürich 1976, S.27-40.]

Weblinks


-
- [http://www.gestalttheory.net/gta/Dokumente/tmetzger.html"Ein Wissenschaftler, der treu blieb" - Wolfgang Metzger zum 100. Geburtstag]
- [http://www.gestalttheory.net/people/metzger.html Wolfgang Metzger Page] (mit Bibliographien in verschiedenen Sprachen)
- [http://www.gestalttheory.net/gta/metzger/index.html Wolfgang Metzger Preis] Metzger, Wolfgang Metzger, Wolfgang Metzger, Wolfgang Metzger, Wolfgang Metzger, Wolfgang Metzger, Wolfgang

Wolf Singer

Wolf Singer (
- 9. März 1943 in München) ist ein deutscher Physiologe und prominenter Hirnforscher. Besonders bekannt wurde Singer im Jahre 2002 durch ein vielbeachtetes Interview zur Bedeutung der modernen Hirnforschung mit dem Titel "Ein Frontalangriff auf unsere Menschenwürde", dem er 2004 die öffentliche Empfehlung folgen ließ "Wir sollten aufhören von Freiheit zu reden."

Werdegang

Wolf Singer studierte ab 1962 (von 1965 an als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes) Medizin an der Universität in München sowie 1965/66 zwei Semester in Paris. Während seiner Weiterbildung in Neurophysiologie verbrachte er 1971 auch einen Ausbildungsaufenthalt an der University of Sussex in England. 1975 konnte er sich an der medizinischen Fakultät der Technischen Universität München für das Fach Physiologie habilitieren. 1981 wurde er zum Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktor der Abteilung für Neurophysiologie am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main berufen. Hier gründete er im Jahre 2004 auch das Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS).

Forschungsthemen

Das Ziel der Arbeiten seiner Neurophysiologischen Abteilung ist es, die neuronalen Prozesse bei sogenannten höheren kognitiven Leistungen wie etwa bei der visuellen Wahrnehmung, beim Erinnern oder bei Aufmerksamkeitsleistungen aufzuklären. Daneben bemüht sich Singer seit langem, Themen und Ergebnisse der Hirnforschung in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und ihre persönliche und allgemeine Bedeutung zu erläutern.

Auszeichnungen

Wolf Singer erhielt für seine Arbeit zahlreiche Ehrungen, so u.a. den Ernst Jung Preis für Wissenschaft und Forschung, den Max Planck Preis für Öffentlichkeitsarbeit, den Hessischen Kulturpreis, den Communicator-Preis des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, die Ehrendoktorwürde der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg und La Medaille de la Ville de Paris; ausserdem wurde er in Frankreich als Chevalier de la Legion d'Honneur ausgezeichnet. 1992 wurde Singer ausserdem zum lebenslangen Mitglied der päpstlichen Akademie der Wissenschaften in Rom ernannt [http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_academies/acdscien/own/documents/singerw.html (s.]).

Publikationen


- 2002 Der Beobachter im Gehirn. Essays zur Hirnforschung. Suhrkamp, Frankfurt (stw 1571) ISBN 3-518-29196-3
- 2002 Ein Frontalangriff auf unsere Menschenwürde. Interview. Gehirn&Geist 4/2002 S. 32-35; ern. in: Angriff auf das Menschenbild. Hirnforscher suchen neue Antworten auf alte philosophische Fragen. Gehirn&Geist Dossier 1/2003, S. 68-71 [http://www.wissenschaft-online.de/artikel/605362 (online hier])
- 2003 Ein neues Menschenbild? Gespräche über Hirnforschung. Suhrkamp, Frankfurt 2003 (stw 1596) ISBN 3-518-29171-8
- 2004 Keiner kann anders als er ist. Verschaltungen legen uns fest. Wir sollten aufhören von Freiheit zu reden. FAZ Nr. vom 8. Januar 2004 S. 33 [http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~ED9866B74F679457B89BAA0808BEA0C9F~ATpl~Ecommon~Scontent.html (online hier]; [http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~ED9866B74F679457B89BAA0808BEA0C9F~ATpl~Ecommon~Sprintpage.html DF hier]; [http://www.mpih-frankfurt.mpg.de/global/Np/Pubs/singeressays_d.htm s.a.])

Weblinks


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- [http://www.mpih-frankfurt.mpg.de/global/Np/Staff/singer_d.htm Institutssite von Wolf Singer]
- [http://www.hirnforschung.de/Wolf_Singer.php4 Newsletter zu Wolf Singer]
- [http://www.fias.uni-frankfurt.de/ FIAS Frankfurt]
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- [http://www.sprache-werner.info/gehirn/gehirn-artikel-singer.html Online-Dokumentation von und zu öffentlichen Äußerungen von W.Singer]
- [http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/14.11.2004/1477636.asp Auszüge einer Stellungnahme zur Hirnforschung von Jürgen Habermas] [http://science.orf.at/science/news/130501 (s.a. hier] [http://www.helsinki.fi/~amkauppi/hablinks.html#writings und hier]) Singer, Wolf Singer, Wolf Singer, Wolf Singer, Wolf Singer, Wolf Singer, Wolf

Farbe

Farbe - im Unterschied zum Pigment - ist ein subjektiver Sinneseindruck, der entsteht, wenn Licht einer bestimmten Wellenlänge oder eines Wellenlängengemisches auf die Netzhaut des Auges fällt. Diese elektromagnetische Strahlung veranlasst dort spezielle Sinneszellen zu einer Nervenerregung, die zum Gehirn geleitet wird und dort als Farbe ins Bewusstsein des Menschen tritt. Farbe ist also eine Sinnesempfindung und keine physikalische Eigenschaft eines Gegenstandes. Der Begriff der Farbe gibt nur in Bezug auf einen lebenden Organismus mit Sinneszellen für Licht einen Sinn. Das Phänomen Farbe ist daher auch nicht auf der Oberfläche der Objekte selbst lokalisiert, sondern nur auf deren Abbild, das uns unser Gehirn in unserem Bewusstsein präsentiert, und damit in unserem Gehirn selbst. Nach DIN 5033 ist Farbe diejenige Gesichtsempfindung eines dem Auge des Menschen strukturlos erscheinenden Teiles des Gesichtsfeldes, durch die sich dieser Teil bei einäugiger Beobachtung mit unbewegtem Auge von einem gleichzeitig gesehenen, ebenfalls strukturlosen angrenzenden Bezirk allein unterscheiden kann.

Farbeindruck des Menschen

Die optische Wahrnehmung des Menschen erfolgt durch bestimmte Rezeptoren, die sich auf der Netzhaut befinden. Von diesen Sinneszellen gibt es zwei Grundtypen: die so genannten Stäbchen unterscheiden nur Schwarz/Weiß-Kontraste, die so genannten Zapfen – nicht Zäpfchen! – dienen der Farbwahrnehmung.
(Zum Merken: Stäbchen - Schwarz/weiß; Zapfen - Farben) Die Zapfen sind in drei Ausprägungen vorhanden, die jeweils ihr Empfindlichkeitsmaximum in den Spektralbereichen haben, die uns als die Grundfarben "Rot", "Grün" und "Blau" vorkommen. Der rotempfindliche Zapfen hat dabei eine Nebenempfindlichkeit im violetten Spektralbereich -- deshalb erscheinen uns rotes und violettes Licht auch ähnlich, obwohl sie rein physikalisch betrachtet an den entgegen gesetzten Enden des sichtbaren Lichtspektrums liegen. Jede Kombination von Anregungen der drei Zapfenarten durch auf die Netzhaut treffende Strahlung bewirkt einen spezifischen Farbeindruck. Für eine detaillierte Darstellung dieses Vorganges siehe den Artikel zur Farbwahrnehmung. Menschen, die nur zwei Arten von Zapfen haben, sind rot-grün-blind oder (seltener) grün-blau-blind. Wenn Menschen nur eine Art von Zapfen haben, oder gar keine Zapfen (d.h. sie sehen nur mit den Stäbchen), sind sie farbenblind. Siehe auch Farbwahrnehmung. Eine verbreitete Einteilung trennt die Helligkeit als Stärke des Farbeindruckes von der Sättigung als "Reinheit einer Farbe" und dem eigentlichen Farbton, der über die eigentliche Charakteristik der Farbe entscheidet. Die eindimensionale Darstellung der Spektralfarben im Regenbogen zeigt nur einen Teil aller Farbwahrnehmungen. Die sichtbare Strahlung ist eine elektromagnetische Strahlung im Wellenlängenbereich von 380 bis 760 nm. Werden die Farben durch Pigmente ausgelöst, bewirkt deren räumliche oder zeitliche Nähe subjektive Kontrastverstärkungen. Durch räumliche Nähe bewirkte Kontraste nennt man Simultankontrast, den Nachfolgeeffekt von Gegenfarben aber Sukzessivkontrast. Mit dem Simultankontrast verwandt sind die farbigen Schatten: Ein mit grünem Licht beleuchteter Gegenstand hat demzufolge einen roten Schatten.

Psychologische Wirkung

Wird das Auge von Licht eines bestimmten Wellenlängenbereichs getroffen, so hat dies außer der einfachen Sinnesempfindung (wie „rot“, „blau“) noch weitere, komplexere und farbspezifische psychologische Wirkung. Diese haben bei Menschen desselben Kulturkreises große Gemeinsamkeiten, weisen aber auch individuelle Unterschiede auf. Solche Wirkungen der Farbwahrnehmung werden - intuitiv oder bewusst - zur Erzeugung bestimmter Effekte genutzt: sowohl für künstlerische Gestaltungen als auch in der Mode- und Werbebranche. Psychologische Farbtests versuchen, aus der überdurchschnittlich häufigen Wahl einer bestimmten Farbe oder Farbkombination auf bestimmte Eigenschaften der Persönlichkeit des betreffenden Menschen zu schließen. Im Alltagsleben machen viele Sprichwörter und Redewendungen Gebrauch von den psychologischen Farbwirkungen. Die Tabelle zeigt einige Beispiele für mögliche Wirkungen und Bedeutungen von Farben. Es ist zweckmäßig, zwischen zwei Arten von psychologischer Wirkung der Wahrnehmung von Farben zu unterscheiden
- Assoziationen, das sind Vorstellungen, und zwar meistens Erinnerungen an zuvor Wahrgenommenes, in der Tabelle z.B. Feuer (Rot), Gras (Grün), Zitrone (Gelb);
- Gefühle (Farbgefühl, Gefühlston, Anmutungsqualität, Gefühlscharakter). Diese kommen vor allem dann gut zum Ausdruck, wenn man Substantive in Eigenschaftswörter verwandelt oder von vornherein Eigenschaftswörter verwendet, die am ehesten Gefühle auszudrücken vermögen, in der o.a.Tabelle z.B. gefährlich (Rot), giftig (Grün), frisch (Gelb). Beide Arten der psychologischen Farbwirkung gehen in die Schöpfungen der Kultur(en) ein. Nach der "Empiristischen Theorie der Gefühlswirkung von Farben" werden die Farbgefühle individuell und implizit (unbewusst, nicht erinnerbar) gelernt: es sind vor allem diejenigen Gefühle, die der Mensch auf Grund seiner ererbten Triebstruktur und Daseinsthematik ursprünglich gegenüber bestimmten überall vorkommenden "Universalobjekten" bzw. "Universalsituationen" entwickelt. Da diese eine bestimmte Eigenfarbe besitzen, treten als Folge eines Lernprozesses nach einiger Zeit die gleichen Gefühle bereits bei alleiniger Wahrnehmung dieser Farbe auf (entsprechend der Ausbildung "bedingter Reflexe" bei den Pawlowschen Hunden). Als solche Universalobjekte finden sich der blaue Himmel und das Wasser, die grüne Vegetation, das rote Feuer und Blut, die gelbe Sonne, der braune Erdboden (und die braunen Fäkalien), der graue Felsen, die schwarzen Brandreste; und die Universalsituationen, in denen sich der Mensch täglich befindet, sind die dunkle (schwarze) Nacht und der helle (weiße) Tag.

Farbwahrnehmung von Tieren

Tiere haben unterschiedliche Farbwahrnehmungen. Ein bekanntes Beispiel sind die Bienen, die auch ultraviolette Strahlung wahrnehmen können. Man vermutet, dass Fische in Korallenriffen oft viele Farben wahrnehmen können.

Geschichte der Farbenlehre

Es gibt Farbenlehren von Isaac Newton, Johann Wolfgang von Goethe, Johannes Itten, Harald Küppers, Hermann von Helmholtz und Ewald Hering.

Farbmodelle

Um Farben quantitativ (mit Hilfe von Zahlen) beschreiben zu können, wurden verschiedene Farbmodelle entwickelt. Je nach Anwendungsfall werden verschiedene Modelle benutzt, die eine leichtere oder genauere Farbauswahl ermöglichen. Häufig verwendete Farbmodelle sind:
- RGB - das bekannteste additive Farbmodell
- CMYK - das bekannteste subtraktive Farbmodell
- HSV
- CIELab
- XYZ
- YUV Im Druckbereich und in der Technik wichtige Modelle sind:
- Pantone
- HKS
- Hexachrome
- RAL
- NCS Die Farbwerte der verschiedenen Modelle können mathematisch ineinander umgerechnet werden. Da die Farbmodelle aber einen unterschiedlichen Farbumfang besitzen, führt dies nicht immer zu befriedigenden Ergebnissen. Um eine gute Näherung zu finden, bedient man sich der Farbnachstellung.
- Das additive Farbmodell: Wenn alle Werte auf Null Prozent stehen, dann ist der Monitor dunkel. Wenn alle Werte auf 100% stehen, dann ist der Monitor weiß und hell erleuchtet. Typischerweise wird rot, grün und blau gemischt (RGB).
- Das subtraktive Farbmodell: Wenn alle Werte auf Null Prozent stehen, dann bleibt das leere Blatt Papier weiß. Wenn alle Werte auf 100% stehen, dann ist die Farbe schwarz. So funktionieren die Drucker. Typischerweise sind die Farben Cyan, Mangenta und Yellow (CMY).

Spektral- und Mischfarben

Farben, die durch die Zerlegung weißen Lichts entstehen, werden als Spektralfarben bezeichnet. Allerdings enthält das Spektrum nur einen kleinen Teil aller möglichen Farben – nämlich nur die reinen Farben, und von diesen nicht diejenigen auf der so genannten „Purpurlinie“ zwischen Violett und Rot. Alle anderen, die durch Farbmischung entstehen, bezeichnet man als Mischfarben. Bestimmte Mischfarben können dem menschlichen Auge durch Metamerie als identisch zu bestimmten Spektralfarben erscheinen. Die folgende Übersicht zeigt einige Beispiele von Mischfarben, von denen die ersten acht auf dem Computermonitor wie reine Spektralfarben erscheinen. Die Wellenlängen sind in Nanometern (nm) angegeben (siehe auch Größenordnung (Länge)).

Bunte und unbunte Farben

Die Frage, ob Schwarz und Weiß Farben sind, bietet erstaunlicherweise einigen Diskussionsstoff. In der Alltagssprache spricht man zwar von den "Farben" Schwarz und Weiß, würde sie aber nicht als "farbig" bezeichnen, bzw. man spricht von sog. "Nichtfarben". Auf der anderen Seite erfüllen Schwarz und Weiß alle Kriterien für eine Farbe. Sie auszuschließen führte zu etlichen unsinnigen begrifflichen Verrenkungen. Möchte man sich exakt ausdrücken, unterscheidet man besser zwischen bunten und unbunten Farben. Schwarz und Weiß einschließlich aller dazwischenliegenden Grauwerte bezeichnet man als unbunt. Alle anderen Farben werden als bunt bezeichnet. Die Unterscheidung rührt aus der Farbwahrnehmung her, in der die deutlich lichtempfindlicheren Stäbchen nur Helligkeitsunterschiede erfassen, in die eine Farbigkeit von Spektralfarben aus der Wahrnehmung der Zapfen im Gehirn eingemischt wird. Daher rührt die Scheidung von Farbe in Farbton und Helligkeit. Die Farben Schwarz und Weiß sind hier Helligkeitsnuancen der Grautöne, und Grautöne können auch bei Lichtverhältnissen wahrgenommen werden, in denen die Farbzapfen nicht mehr reagieren. Denn die Farbzapfen brauchen eine bestimmte Lichtmenge, um zu funktionieren. Daher sind nachts "alle Katzen grau". Denn ohne genügend Licht kann das Auge die Farben nicht mehr wahrnehmen.

Verwandte Themen


- Wikipedia:Farbtabelle
- Lichtspektrum
- Farbkreis, Farbstoff, Komplementärfarbe
- Farbtypenlehre
- Web-Farben
- Farbtiefe
- Farbmanagement
- Farbfotografie
- Farbfernsehen
- Farbtemperatur Physikalische, chemische und biologische Aspekte:
- Entstehung von Farben
- Emission, Transmission
- Absorption und Reflexion = Remission
- Schwarzlicht
- Anstrichfarbe
- Pigment
- Bodenfarbe
- Farbige Schatten
- Flammenfärbung

Literatur


- Gerriet Hellwig: Farbe ist selbstverständlich. Zur Ordnung von Farbe., Diedersdorf, 1996, ISBN 3-932358-01-5
- Harald Küppers: Das Grundgesetz der Farbenlehre, Dumont, ISBN 3-8321-1057-7
- Hazel Rossotti: Colour: Why the World Isn't Grey. Princeton University Press, 1992, ISBN 0-6910-2386-7
- Johann Wolfgang von Goethe: Zur Farbenlehre. Tübingen, Cotta, 1810
- Jim Krause: Index Farbe. Addison-Wesley, ISBN 3-8266-1306-6
- Norbert Welsch, Claus Chr. Liebmann: [http://www.welsch.com/index.php?chap=2 Farben]. Spektrum Akademischer Verlag, 2004, ISBN 3-8274-1563-2
- Rolf Gierling: Farbmanagement. 2. überarbeitete Aufl. MITP-Verlag: Bonn, 2004. ISBN 3-8266-1382-1
- Lothar Kleine-Horst: Empiristische Theorie der Gefühlswirkung von Farben. Köln: Enane 1992, ISBN 3-928955-02-0
- Eva Heller: Wie Farben auf Gefühl und Verstand wirken. Droemer Knaur, 2000, ISBN 3-426-27174-5

Weblinks


- [http://www.farbdesigner.de Farbdesigner - Interaktive Farbgestaltung von Räumen und Gebäuden]
- [http://gimps.de/gimp/bilder-fotos/farben-farbton/ Bearbeitung der Farben in der Fotografie]
- [http://www.farbimpulse.de Farbimpulse - Das Onlinemagazin für Farbe in Wissenschaft und Praxis]
- [http://archiv.christoph-hoffmann.de/ESS/Semi/ROT.pdf Umfangreiche Arbeit über Farben/Farbwahrnehmung im Allgemeinen (physikalisch & biologisch), ihre Wirkung, usw.] (am Beispiel der Farbe Rot)
- [http://www.colorsystem.com/grundlagen/aad.htm colorsystem.com] (Sehr umfassend)
- [http://cvrl.ucl.ac.uk/ Umfangreiche Tabellen zu Farbe und Farbwahrnehmung]
- [http://mahopa.de/murks/farbliste.html Farbliste]
- [http://www.wackerart.de/mixer.html RGB Farbmixer-Applet] (Java-Plugin im Browser ist erforderlich)
- [http://www.ipsi.fraunhofer.de/Kueppersfarbe/de/ Website von Harald Küppers]
- [http://www.farbenundleben.de Farben und Leben-Online] Umfangreiche Seite zu Farben und Farbwirkungen
- [http://www.filmscanner.info/Farbmodelle.html Leicht verständliche Einführung in das Thema Farben und Farbmodelle]
- [http://www.hauart.de/farben Flashmovie - Farbe]
- [http://www.jahnna.de/jzfrb.php Farbebenen gleicher Helligkeit als TIFF] sowie Abbildung Farbraum RGB u.v.m. Kategorie:Optik Kategorie:Mineralogie Kategorie:Malerei Kategorie:Textilindustrie Kategorie:Wahrnehmung Kategorie:Fototechnik ! ja:色 ko:색 simple:Color

Optische Täuschung

Eine Optische Täuschung oder auch Visuelle Illusion ist eine Wahrnehmungstäuschung des Gesichtssinns. Optische Täuschungen können nahezu alle Aspekte des Sehens betreffen. Es gibt Tiefenillusionen, Farbillusionen, geometrische Illusionen, Bewegungsillusionen und einige mehr. In all diesen Fällen scheint das Sehsystem falsche Annahmen über die Natur des Sehreizes zu treffen, wie sich unter Zuhilfenahme weiterer Sinne oder durch Entfernen der auslösenden Faktoren zeigen lässt. Die ersten systematisch produzierten optischen Täuschungen gingen aus der sog. Gestaltpsychologie hervor. Optische Täuschungen werden in der Wahrnehmungspsychologie untersucht, da aus ihnen Rückschlüsse über die Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn gewonnen werden können. Optische Täuschungen nutzen dabei meist geschickt die Tatsache aus, dass die Wahrnehmung subjektiv ist und vom Gehirn beeinflusst wird. Bekannt für ausgefeilte optische Täuschungen ist der Künstler M. C. Escher.

Beispiele

Relativität von "Gerade"

M. C. Escher M. C. Escher Das Quadrat links im Bild besteht aus 17 mal 17 abwechselnd dunklen und hellen Teilquadraten. In einigen der dunklen Teilquadrate sind die Ecken durch kleine helle Quadrate gestört. Es entsteht der Eindruck, als wären die nachweisbar geraden Trennlinien zwischen den Teilquadraten gekrümmt. Das Beispiel rechts ist ähnlich, aber noch simpler. Der zweite und sechste Balken scheinen sich nach rechts zu verbreitern, der vierte Balken zu verjüngen. In Wahrheit sind alle waagerechten Linien exakt waagerecht und es verjüngt oder verbreitert sich nichts. M. C. Escher Im dritten Beispiel entsteht der Eindruck, dass die senkrechten Linien gekrümmt sind, durch die diagonale Durchkreuzung. Die senkrechten Linien sind jedoch exakt gerade und parallel.

Relativität von Farbe

M. C. Escher Wenn man etwa eine halbe Minute lang auf das grüne Quadrat im Bild rechts starrt und anschließend auf die freie Fläche daneben sieht, so erscheint darauf ein rötliches Quadrat. Das rötliche Quadrat entsteht, weil wir ein Nachbild auf der Netzhaut sehen. Es hat die Komplementärfarbe zum grünen Quadrat. Nicht jeder, der zum ersten Mal damit konfrontiert wird, nimmt diese Einfärbung wahr. Offenbar gibt es hier Korrekturmaßnahmen, die diesen Sinneseindruck unterdrücken. Es kann helfen, wenn man etwas länger starrt und die Augen dabei auf unendliche Sehweite einstellt. Erklärungsansätze für das Entstehen eines Nachbildes finden sich in der Dreifarbentheorie und in der Gegenfarbtheorie.

Relativität von Helligkeit

Gegenfarbtheorie Gegenfarbtheorie Die Wahrnehmung von Helligkeitsunterschieden ist sehr subjektiv. Ein Farbton, den wir in der Dämmerung als hell wahrnehmen, erscheint bei Sonnenlicht dunkel. Physikalisch ist diese Interpretation korrekt. Unser Gehirn greift auch beim Betrachten des Beispiele links und rechts auf diese Erfahrung zurück. Links erscheint Grau bei dunkler Umgebung heller, in heller Umgebung dunkler, obwohl der graue Balken überall den gleichen Grauwert besitzt. Das Quadrat B rechts im Bild liegt im Schatten. Dem Muster folgend muss es ein weißes Quadrat sein, viel heller als das dunkle Quadrat A. Absolut betrachtet sind beide Quadrate jedoch gleich hell. Schalten wir die Interpretation der Helligkeitsabfolge als Schachbrettmuster aus, vereinfacht sich der objektive Helligkeitsvergleich beider Quadrate: :Bild:Optical_greysquares_proof.png

Überbetonung von Kontrasten

:Bild:Optical_greysquares_proof.png Beim linken Gitternetz glaubt der Betrachter, im Schnittpunkt der weißen Zwischenräume graue Flecken zu sehen. :Bild:Optical_greysquares_proof.png Im rechten Gitternetz erscheinen an den Schnittpunkten der Linien helle Punkte. Die Überbetonung der Kontraste rührt aus der Verschaltung der Rezeptoren im Auge her (laterale Hemmung). Sie bewirkt eine verstärkte Wahrnehmung von Kanten und lässt Bilder schärfer erscheinen, siehe Machsche Streifen.

Relativität von Größe

Machsche Streifen Das Bild rechts zeigt einen Säulengang und drei Schwesternpaare. Das Paar im Vordergrund erscheint kleiner als das mittlere Paar. Das hintere Paar erscheint am größten. Ein Nachmessen beweist, dass alle drei Paare gleich groß sind. Unser Auge liefert das Bild auf der Netzhaut, seine Bedeutung erschließt sich jedoch erst durch die Verarbeitung der Bildinformationen im Gehirn. Obwohl das Bild zweidimensional ist, erkennen wir einen Weg, der von vorne nach hinten verläuft und den Eindruck räumlicher Tiefe vermittelt. Wir folgern, dass sich Gegenstände am unteren Rand in unserer Nähe befinden und Gegenstände in der Bildmitte weiter von uns entfernt sind. Die Bildverarbeitung im Gehirn geht davon aus, dass Gegenstände mit zunehmender Entfernung kleiner werden. Daher wundern wir uns nicht darüber, dass die Frau hinten rechts im roten Mantel verglichen mit den Personen links im Bild extrem klein ist. Sie ist nur weiter entfernt als die Personen im Vordergrund. Das Paar im Vordergrund wirkt sehr klein, denn die Entfernung wird als gering interpretiert. Wäre es in Wirklichkeit genauso groß wie das mittlere Paar, müsste es auf dem Bild größer erscheinen. Da es auf dem Bild aber exakt genauso groß wie das mittlere Paar ist, folgert das Gehirn, dass die Personen in Wirklichkeit kleiner sein müssen. Das gleiche gilt für das hintere Paar. Eigentlich müsste seine Größe der der Frau im roten Mantel entsprechen. Statt dessen sehen wir es in mehr als doppelter Größe. Durch unseren Bildverarbeitungsprozess sind diese beiden Personen im Hintergrund folglich Riesen. Siehe auch optisches Quadrat

Relativität des Blickwinkels

optisches Quadrat Eine andere Art der optischen Täuschung entsteht durch den Blickwinkel des Betrachters. So lassen sich Objekte konstruieren, die aus einem bestimmten Blickwinkel völlig anders wahrgenommen werden. Im Bild ist rechts eine merkwürdige Anordnung von Objekten zu sehen. Schaut man links in den Spiegel, glaubt man, ein vollständiges Piano vor sich zu haben. Auf einem ähnlichen Effekt beruhen Modelle, die scheinbar "unmögliche Objekte" darstellen. Siehe auch: Blickwinkel Penrose-Dreieck.

Nicht vorhandene Objekte

Penrose-Dreieck Penrose-Dreieck Bei manchen Sinneseindrücken glaubt der Betrachter Objekte wahrzunehmen, die nicht vorhanden sind. Ein Beispiel dafür ist das nebenstehende Muster (links) aus durchbrochenen Linien. Der Betrachter glaubt an den Schnittstellen weiße Scheiben zu sehen. Im Beispiel rechts sieht der Betrachter einen Würfel. Die Kanten, die auf dem Bild gar nicht vorhanden sind, werden bei der Bildverarbeitung im Gehirn ergänzt. Ähnlich lassen sich auch die Marskanäle oder das Marsgesicht auf das Bestreben des Gehirns zurückführen, bei der Mustererkennung Bekanntes wieder zu entdecken.

Mehrfach wahrgenommene Objekte

Die multistabile Wahrnehmung ist ein Beispiel, wie die Erfahrung die Bildwahrnehmung beeinflusst. Siehe dazu: multistabile Wahrnehmung Kippfiguren

Bewegungsillusionen

Es gibt eine Reihe optischer Täuschungen, in denen der Betrachter meint, dass sich Teile des Bildes bewegen. Dabei muss manchmal der Kopf selbst bewegt werden und manchmal nicht. Letztere Variante funktioniert am besten mit peripherem Sehen, das heißt, die Bewegung ist an den Stellen zu erkennen, die gerade nicht fokussiert werden. Eine Bewegungsillusion tritt auch auf, wenn man ein kleines Objekt vor einer Umgebung betrachtet, die keine Anhaltspunkte für die räumliche Lage gibt. Ein einsamer Stern am dunklen Himmel scheint sich zu bewegen.

Optische Täuschungen im Alltag


- Beim Film erzeugt das schnelle Hintereinander von statischen Einzelbildern die Illusion einer Bewegung.
- Unter bestimmten landschaftlichen Gegebenheiten scheinen Straßen, die in Wirklichkeit bergabwärts verlaufen, bergaufwärts zu führen und umgekehrt (z.B. der Electric Brae in Schottland).
- In der illusionistischen Malerei werden mittels Trompe-l'oeil Räume optisch vergrößert.

Siehe auch


- Pulfrich-Effekt
- Fata Morgana
- Vexierbild
- Anamorphose
- Mondtäuschung
- Machsche Streifen
- T-Figur-Illusion
- Op-Art
- Fehlendes-Quadrat-Puzzle
- Mueller-Lyer-Illusion
- Ponzo Illusion
- Optisches Quadrat
- Stürzende Linien und Sonnenstrahlen
- Raumwahrnehmung, Bewegungssehen

Weblinks


- http://www.schneider-andre.net - alles rund um optische Täuschungen
- http://www.ritsumei.ac.jp/~akitaoka/index-e.html - Akiyoshi's illusion pages
- http://www.michaelbach.de/ot - interaktive Animationen
- http://www.indianchild.com/3d%20mainpage.htm
- http://www.at-bristol.org.uk/Optical/default.htm
- http://www.ghshauseniw.de/projekte/projekte.htm
- http://ams.astro.univie.ac.at/~nendwich/Diverses/optischeT.html
- http://faculty.washington.edu/chudler/benham.html - Benham´s Color Disks
- [http://www.exploramuseum.de/ Explora Museum in Frankfurt/Main]
- [http://www.3d-museum.de/ 3D Museum in Dinkelsbühl]
- [http://www.ghshauseniw.de/projekte/optillu/opttäu30erk_animiert.htm Relative Helligkeit], animiertes Bild der GHS Hausen i. W.
- [http://www.echalk.co.uk/amusements/OpticalIllusions/colourPerception/colourPerception.html Colour Perception] Drei beeindruckende Beispiele, die beweisen, das die Farbwahrnehmung eines Objekts von seiner Umgebung abhängt. Das ganze ist interaktiv gemacht, man kann sich mit einer elektronischen Maske selbst von der Täuschung überzeugen.
- http://www.quarks.de/dyn/24217.phtml Kategorie:Täuschung KAtegorie:Sehen Kategorie:Wahrnehmung ja:錯視

Schlüsselreiz

Als Schlüsselreiz gilt innerhalb der Instinkttheorie ein Reizmuster (also ein spezifischer Reiz oder eine Kombination bestimmter Merkmale), das bei Wahrnehmung mit einer Instinktbewegung beantwortet wird. Häufig wird ein solcher Reiz auch Auslöser genannt, und zwar vor allem dann, wenn er von einem Sozialpartner ausgeht und das Sozialverhalten beeinflusst; weitere gebräuchliche Synonyme sind Signalreiz und Wahrnehmungssignal. Den Reizfilter, der das Erkennen der Auslöser ermöglicht, also "relevant" von "irrelevant" scheidet und zugleich die arteigene Instinktbewegung in Gang setzt, bezeichnen die Vertreter der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung als angeborenen Auslösemechanismus (AAM).

Schlüsselreiz und AAM

Die Begriffe „Schlüsselreiz“ und – in der Gestaltpsychologie – „Gestalt“ entwickelten sich anfangs als Ergänzung zur seit ca. 1900 üblichen Deutung von Verhalten als bloße Kette von Reflexen, da man schon aus rein logischen Gründen einen Beginn der Reflexketten unterstellen musste, sprich: das Wahrnehmen einer verhaltensverursachenden Situation. Die Vertreter der Instinkttheorie ergänzten das Reiz-Reaktions-Konzept daher um die Komponenten Schlüsselreiz, angeborener Auslösemechanismus (AAM) und innere Handlungsbereitschaft. Dem sehr anschaulichen Begriff „Schlüsselreiz“ liegt die Vorstellung zugrunde, dass die auslösenden Merkmale einem Schlüssel gleichen, dessen Bart passgenau in ein Schloss eingeführt werden kann und dieses öffnet. Die Bauteile des Schlosses und deren Anordnung entsprechen dem angeborenen Auslösemechanismus (AAM). Da der AAM auch die nachfolgende Instinktbewegung des Individuums in Gang setzt, muss ihm – um im Bild zu bleiben – auch die Mechanik zum Öffnen der Tür als „Bauteil“ zugeschrieben werden. Ein Schlüsselreiz kann durch Prägung in einer bestimmten, sensiblen Lebensphase auch erlernt werden.

Eigenschaften und Wirkungen von Schlüsselreizen

Ein Schlüsselreiz wird in der ethologischen Literatur regelmäßig so beschrieben:
- er ist einfach, d.h. er besteht aus nur wenigen Merkmalen;
- er ist auffällig;
- er ist eindeutig. Anders formuliert: Der verhaltensauslösende Reiz hat Symbolcharakter, er ist abstrakt; nicht „das Weibchen“ wird zum Beispiel als Auslöser für Balzverhalten wahrgenommen, sondern eine bestimmte arttypische Färbung in Kombination mit einem bestimmten Geruch und einem Balzgesang. Dieses Beispiel macht zugleich deutlich, dass die einem Schlüsselreiz zugeordnete und ihm nachfolgende Verhaltensweise auf unterschiedlichste Weise ausgelöst werden kann, insbesondere:
- visuell: zum Beispiel durch eine besondere Bewegungsabfolge;
- chemisch: zum Beispiel durch Pheromone
- akustisch: zum Beispiel durch bestimmte Warnrufe
- taktil: zum Beispiel durch das Ablegen von „Hochzeitsgeschenken“ am Nest Ein bestimmter Schlüsselreiz ist ferner stets einer bestimmten Reaktion zugeordnet.
- Die Erschütterung des Nestes durch landende Eltern löst bei blinden Amselnestlingen das Sperren der Schnäbel aus. Farbe und Farbmuster der geöffneten Schnäbel der Jungen lösen bei den Elterntieren das Füttern aus.
- Ein in geringer Entfernung vorbei fliegendes, kleines Objekt löst beim Frosch das rasche und gerichtete Ausstrecken der klebrigen Zunge aus. Schlüsselreize können ferner nach ihrer Wirkung unterschieden werden:
- sind sie motivierend, dann beeinflussen sie die Handlungsbereitschaft (die Motivationsstärke);
- sind sie richtend, lösen sie eine Taxis aus, das ist eine Ausrichtung auf ein bestimmtes Objekt oder auf einen Sozialpartner;
- sind sie (im engeren Sinne) auslösend, folgt ihnen unmittelbar eine Endhandlung nach.

Wie erkenne ich einen Schlüsselreiz?

Um festzustellen, wie ein Schlüsselreiz beschaffen ist, der eine Instinktbewegung auslöst, werden Versuche mit Attrappen unternommen.
- Amseljungen wird zum Beispiel zunächst das Stopfpräparat einer Amsel präsentiert. Wenn die Jungen bereits sehen können, löst nicht nur ein lebendiges Elterntier das Sperren aus, sondern auch ein solches Präparat. Nun wird schrittweise diese Attrappe verändert und dabei immer mehr vereinfacht. Nach jeder Veränderung wird die Reaktionsstärke gemessen, sprich: Wie rasch und wie intensiv sperren die Jungen nach dem Präsentieren der Attrappe ihren Schnabel auf? Schließlich erhält man eine Attrappe, die kaum noch der ausgestopften Amsel vom Beginn der Versuchsreihe ähnelt, die aber dennoch das Sperren nahezu gleich zuverlässig auslöst wie das lebende Tier und das befiederte Stopfpräparat. Im Beispiel besteht die „abstrakteste“ Attrappe aus zwei aneinander geklebten schwarzen Scheiben, wobei die obere Scheibe (gleichsam als Symbol für „Kopf“) etwas kleiner sein muss als die untere Scheibe (das Symbol für „Körper“). Dieser äußerst einfachen, schematischen Attrappe wird nun vom Testleiter die Eigenschaft „Schlüsselreiz“ zugeschrieben.
- Ähnlich könnte das Verhalten eines Schmetterlings gedeutet werden, der über große Entfernungen hinweg seine potentielle Sexualpartnerin findet. Er folgt dem Gradienten bestimmter Duftmoleküle (Pheromone), wobei der spezifische Duftstoff ein spezifisches Instinktverhalten auslöst („Weibchen-Suche“) und ein einzelnes Molekül des Pheromons gleichsam für „Weibchen“ steht. Allerdings wird in der Verhaltensökologie der Begriff Schlüsselreiz in der Regel vermieden.
- Eine Hausmaus-Mutter, die Nestlinge aufzieht, wird diese Jungtiere zu ihrem Nest zurückbringen ("eintragen"), wenn sie versehentlich aus dem Nest geraten sind. Als auslösende Reize hatten viele Verhaltensforscher (u.a. in den 1950er Jahren auch Irenäus Eibl-Eibesfeldt) die fiependen Laute der Nestlinge beschrieben. Es ließ sich jedoch zeigen (Wellmann 1989), dass auch tote Junge und selbst Kadaverteile eingetragen werden - die plausible Zuordnung der Lautäußerungen als Schlüsselreiz zum Eintrageverhalten erwies sich bei genauerer Analyse als irrig; aber bis heute konnte nicht sicher geklärt werden, ob man stattdessen den Geruch als wichtigsten Faktor anzusehen hat.

Zur Kontroverse um das Schlüsselreiz-Konzept

Das "angeborene Erkennen" einer biologisch relevanten Umweltsituation ist von Verhaltensforschern und Neurophysiologen vielfach nachgewiesen worden und gilt als gesichert - weniger gesichert ist allerdings, wie genau der Umweltreiz beschaffen sein muss, der dank des postulierten AAM situationsgerecht beantwortet werden kann. Problematisch ist ferner, dass es sich beim Zusammenspiel von Schlüsselreiz, AAM, aktionsspezifischer Energie und Instinktbewegung stets nur um eine für den Beobachter erkennbare Reaktion auf einen äußeren Reiz handeln kann, dass rein innere Prozesse also ausgeklammert bleiben. Zudem wurden gelegentlich Schlüsselreize postuliert, die sich bei genauerer Analyse des Verhaltens als grobe Missverständnisse herausstellten (vergl. hierzu: Beißhemmung). In der ethologischen Fachliteratur wird ein Schlüsselreiz zudem regelmäßig durch seine Fähigkeit definiert, die von einem AAM am „Abfließen“ gehinderte aktionsspezifische Energie freizusetzen und so eine Instinktbewegung auszulösen. Gleichwohl wird umgekehrt regelmäßig der AAM (also das Zeigen einer situationsgerechten Verhaltensweise) als Beleg für die Existenz eines Schlüsselreizes ausgewiesen – was einem Zirkelschluss entspricht. Diese definitorischen Schwierigkeiten, Unsicherheiten beim exakten Beschreiben der Merkmale, die einen Schlüsselreiz ausmachen und das Fehlen jeglicher physiologischen Entsprechung zu aktionsspezifisch bereitgestellten „Energien“ haben u.a. 1990 Wolfgang Wickler und 1992 Hanna-Maria Zippelius dazu veranlasst, offensiv den Verzicht auf das Instinktmodell der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung zu fordern. Auch Klaus Immelmann hatte bereits 1987 in dem von ihm verantworteten und besonders von Lehrern rezipierten Funkkolleg zum Thema Psychobiologie den Begriff Schlüsselreiz nicht einmal mehr ins Schlagwortregister aufgenommen. Gleichwohl halten andere Ethologen an dem sehr anschaulichen Begriff Schlüsselreiz nicht zuletzt aus didaktischen Gründen fest. Als allgemeingültiges Prinzip für das Herbeiführen jeglicher Verhaltensweise wird das Schlüsselreiz-Konzept aber auch von den verbliebenen Vertretern der Instinkttheorie nicht mehr angesehen – sondern eher im Sinne der oft zitierten Regel, dass das allgemeine Prinzip von gestern zum Spezialfall von heute wird.

Literatur


- Neumann, Gerd-Heinrich und Scharf, Karl-Heinz: Verhaltensbiologie in Forschung und Unterricht. 1994: Köln (Aulis Verlag Deubner) ISBN 3-7614-1676-8 Das Buch enthält eine umfassende Darstellung und offensive Rechtfertigung des klassischen Schlüsselreizkonzepts; es wurde verfasst als Antwort auf:
- Hanna-Maria Zippelius: Die vermessene Theorie. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Instinkttheorie von Konrad Lorenz und verhaltenskundlicher Forschungspraxis. Braunschweig: 1992 (Vieweg), 295 S., ISBN 3-528-06458-7
- Karl-Heinz Wellmann: Zur Wirkung disruptiver Selektion auf das Verhalten von Hausmäusen: Eintragen von Nestlingen, weitere Elemente des Brutpflegeverhaltens und Erkunden. Wissenschafts-Verlag. Dr. Wigbert Maraun, Frankfurt 1989 (Diss. Univ. Frankfurt), ISBN 3-927548-18-9

Siehe auch

Reaktionskette, Leerlaufhandlung, Übersprungbewegung, Beißhemmung, Sexuelle Selektion, Gestaltwahrnehmung, Reizfilterung Kategorie:Verhaltensbiologie Kategorie:Wahrnehmung

Kategorie:Psychologie

Richtlinien für die Kategorisierung sowie ein Kategorienbaum finden sich auf der Diskussionsseite.
- Für die wissenschaftstheoretischen Grundlagen siehe auch die Kategorie Wissenschaftstheorie.
- Für die Erforschung des Verhaltens subhumaner Tiere siehe auch die Kategorie Verhaltensbiologie. Kategorie:Sozialwissenschaft Kategorie:!Hauptkategorie Kategorie:Thema ko:분류:심리학 ja:Category:心理学

Hypervolume

The concept of a fourth dimension is one that is often described in considering its physical implications, that is, we know that in three dimensions, we have dimensions of length (or depth), width, and height. The fourth dimension is said to be at right angles to these three. The cardinal directions in the three known dimensions are called up/down(altitude), north/south (Longitude), and east/west(Latitude). When speaking of the fourth dimension, an additional pair of terms is needed. Attested terms include ana/kata(Spassitude(?)), vinn/vout (used by Rudy Rucker), and upsilon/delta.

Concepts

Vector spaces

In treating space to be akin to a vector space, that is, a set of vectors which we can think of as arrows, fixed from some single place in space which we call the origin (geometric vectors), that point to other places in space, we can look at the following intuitive concepts to build up a definition of dimension. A point is a zero-dimensional object. It has no extension in space, and no properties. If we were to think of this point as a geometric vector, like an arrow, it would have no length. This vector is called the zero vector, and on its own, is the simplest vector space. A line is a one-dimensional object. If we pick some nonzero vector in some direction, this vector has some definite length. That vector has a head at some point in space, and a tail at the origin. If we think of stretching that vector so it is twice as long, three times as long, and so on, and even stretching it backwards so it takes all possible lengths it can (even zero length, to get the zero vector), we get a single line, with one dimension of length. All the vectors that describe points on this line are said to be parallel to each other. Even though this line has no thickness, if we are to draw a line, it has some small thickness, so we can see it. A plane is a two-dimensional object. It has length and breadth but no thickness — somewhat like a sheet of paper (but paper too has some thickness). Thinking of a plane in terms of vectors is a little more difficult. If we think of taking one vector and moving it so that its tail is touching the head of the first, and forming a vector with its tail at the origin and the head at the head of the repositioned second vector, we have a reasonable way of talking about adding vectors. If we have two vectors that are not parallel, we can talk about all the points we can reach by only stretching either, one, or none of the vectors, and adding these vectors together, these points form a plane. Space, as we perceive it, is three-dimensional. We can think of putting a line together with a plane. These planes are "stuck together" like a sandwich. To get to some point in space, we can imagine travelling up the line and then moving across the plane to the point. We then have three vectors to think about, one to travel some distance up the line, and two to get to some point in space. In 4D the non-trivial subspaces are lines, planes and hyperplanes, all through the origin. Each line through the origin has an orthogonal complement, which is a hyperplane through the origin, and vice versa. Each plane through the origin has a orthogonal complement, which is also a plane through the origin. For one dimension, we think of stretching only one nonzero vector (in this case, stretching here is really only adding parallel vectors). For two dimensions, we need to stretch and add together two nonzero vectors. For three dimensions, we need to stretch and add together three nonzero vectors. Notice that the dimension of the object we think about matches the number of vectors we need to form that object. The vectors we need are called a basis, and this idea of dimension (in mathematics, more than one is useful!) is called the Hamel dimension.

Projection

A projection is a way or representing an n-dimensional object in n − 1 dimensions. For instance, the screen you are looking at is two-dimensional, and all the photographs of three-dimensional people, places and things are represented in two dimensions by removing information about the third dimension. The retina of the eye is a two-dimensional array of receptors but can perceive the nature of three-dimensional objects using indirect information (such as shading, foreshortening, etc.). Artists use perspective to give three-dimensional depth to two-dimensional pictures.

Dimensional Analogy

To make the leap from three dimensions into four, a device called dimensional analogy is commonly employed. Dimensional analogy is studying how (n-1) dimensions relate to n dimensions, and then inferring how n dimensions would relate to (n+1) dimensions. For example, in Edwin Abbott Abbott's book Flatland, he writes about a square that lives in a two-dimensional world, like the surface of a piece of paper. A three-dimensional being has seemingly god-like powers from the perspective of this square: such as being able to remove objects from a safe without breaking it open (by moving it across the third dimension), see everything that from the two-dimensional perspective is enclosed behind walls, and remaining completely invisible by standing a few inches away in the third dimension. By applying dimensional analogy, one can infer that a four-dimensional being would be capable of similar feats from our three-dimensional perspective. Rudy Rucker demonstrates this in his novel Spaceland, in which the protagonist encounters four-dimensional beings who demonstrate such powers. A useful application of dimensional analogy in visualizing the fourth dimension is in projection. Objects in the fourth dimension can be mathematically projected to the familiar 3 dimensions, where they can then be more conveniently examined. In this case, the 'retina' of the four-dimensional eye is a three-dimensional array of receptors. A hypothetical being with such an eye would perceive the nature of four-dimensional objects using indirect information contained in the images it receives in its retina. Perspective projection from four dimensions produces similar effects as in the three-dimensional case, such as foreshortening. This adds four-dimensional depth to these three-dimensional pictures. Dimensional analogy also helps in understanding such projections. For example, two dimensional objects are bounded by one-dimensional boundaries: a square is bounded by four edges. Three-dimensional objects are bounded by two-dimensional surfaces: a cube is bounded by 6 squares. By applying dimensional analogy, one may infer that a four-dimensional cube, known as a tesseract, is bounded by three-dimensional volumes. And indeed, this is the case mathematically: the tesseract is bounded by 8 cubes. Knowing this is key to understanding how to interpret a three-dimensional projection of the tesseract. The boundaries of the tesseract project to volumes in the image, not merely two-dimensional surfaces. This helps in understanding features of such projections that may otherwise be very puzzling.

Reality and the fourth dimension

The universe that we inhabit seems to be three-dimensional. We can move ourselves and other objects in three dimensions — up/down, left/right and forwards/backwards. We have great difficulty in imagining the existence of a fourth dimension — if you have three axes at right angles to each other, how would you add a fourth at right angles to the existing three? From our previous discussion, visualizing such a four-dimensional space may be difficult, but analyzing mathematically a four-dimensional space is straightforward. We just think of stretching and adding together four vectors instead of three. We can perform some elementary geometry by analogy with geometry in the three dimensional case. We can calculate the area a of a rectangle by multiplying its length l by its width w: a = lw, and can calculate the volume v of a box by multiplying its length, height, and width w, so v = lhw. Mathematicians calculate the hypervolume (call it vH say) of a four-dimensional box by multiplying the length, height, and width, plus the length along the fourth dimension, call this length z, and we have vH = lhwz. If the size is the same in all four directions, this four-dimensional object is called a tesseract or hypercube, and one can calculate the volume of its perimeter by analogue with the three-dimensional case. One can best visualise this hypercube as a projection into three-dimensional space, where it might look like a nest of cubes inside one another, rather like a Matryoshka doll.

String theory

One of the hypotheses of modern string theory is that our universe consists of at least ten spatial dimensions, of which three are the familiar spatial dimensions, six are compact dimensions curled up too small to be detected, and one (or more) are temporal dimension(s).

Fourth Dimension in Science Fiction and Pop Culture


- Donnie Darko uses the Fourth Dimension as a plot for Time Traveling. The reference is related to water being a 4rth dimensional tool for time traveling.
- Alan Moore's graphic novel From Hell uses the fourth dimension as a reference to the insanity of Jack the Ripper's character.

See also


- Euclidean space
- Euclidean geometry
- Polychoron (4-dimensional polytope)
- ...And He Built a Crooked House, short SciFi story by Robert A. Heinlein

External links


- [http://etext.lib.virginia.edu/etcbin/toccer-new2?id=ManFour.sgm&images=images/modeng&data=/texts/english/modeng/parsed&tag=public&part=all The Fourth Dimension Simply Explained]
- [http://tetraspace.alkaline.org Garrett Jones' tetraspace page]
- [http://www.geom.uiuc.edu/~banchoff/Flatland/ Flatland: a Romance of Many Dimensions]
- [http://eusebeia.dyndns.org/~hsteoh/4d/vis/vis.html 4D visualization]
- [http://uk.arxiv.org/abs/hep-ph/0002255 TeV scale gravity, mirror universe, and ... dinosaurs] Article from [http://th-www.if.uj.edu.pl/acta/ Acta Physica Polonica B] by Z.K. Silagadze. Category:4-dimensional geometry Category:Dimension Category:Special relativity

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