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Getreide
Getreide bilden die Nahrungsgrundlage eines Großteils der Menschheit. Sie sind entweder Grundnahrungsmittel (Reis, Weizen, Mais), oder werden als Viehfutter genutzt (Gerste, Mais). Die Bezeichnung "Getreide" gibt es nur in der Einzahl.
Getreide im engeren Sinne sind Zuchtformen von Gräsern (botanisch Poaceae). Den Ursprung des landwirtschaftlichen Anbaus vieler Getreidearten kann man nicht mehr nachvollziehen.
Arten und ihre Verbreitungsgebiete
- Weizen, Hauptgetreide in gemäßigten Zonen
- Roggen, bedeutsam in kalten Regionen
- Gerste, auf Böden angebaut, die zu arm für den Weizenanbau sind, vor allem zur Malzherstellung und als Tierfutter
- Reis, Hauptgetreide in tropischen Zonen
- Mais, Grundnahrungsmittel der Völker Nord- und Südamerikas und Afrikas, weltweit als Tierfutter verbreitet
- Hirse, eine Gruppe von ähnlichen Getreidesorten, die große Bedeutung für die Ernährung in Asien und Afrika haben
- Sorghum, Grundnahrungsmittel in Asien und Afrika, weltweit als Tierfutter verbreitet
- Teff, verbreitet in Äthiopien, ansonsten wenig bekannt
- Hafer, früher Grundnahrungsmittel in Schottland, heute weltweit als Tierfutter verbreitet
- Triticale, bedeutsam in kalten Regionen
- Wildreis, wächst in kleinen Mengen in den USA
Aussaat
Aussaat- und Entezeitpunkt hängen stark von den Klimabedingungen und der Höhenlage des Anbaugebietes ab. Es gibt typische Früherntegebiete (z.B. die Niederrheinebene oder das Bauland) und Späterntegebiete (z.B. die schwäbische Alb)
Wintergetreide
benötigt eine Frostperiode als Vegetationsruhephase. Es wird daher ab September gesät und dann – wie auch das Sommergetreide – ab Juli des nächsten Jahres geernet ! Winterroggen, Winterweizen, Wintergerste, Wintertriticale und Winterhafer sind im mitteleuropäischen Raum die bedeutendsten Arten.
Sommergetreide
benötigt im Gegensatz zum "Wintergetreide" nur ca. ein halbes Jahr, bis es erntereif ist, es wird ab März gesät und ab Juli geerntet! Hafer, Mais und Sommergerste sind im mitteleuropäischen Raum die bedeutendsten Arten. Untergeordnete Rollen spielen Sommerroggen und Sommerweizen.
Sorten
In Deutschland müssen Getreidesorten vom Bundessortenamt zugelassen werden.
Folgende Anzahl von Getreidesorten war 2004 bei den verschiedenen Getreidearten zugelassen:
Begrannung
Folgender Merksatz erleichtert die Unterscheidung der weit verbreiteten und ziemlich ähnlichen Getreidesorten:
- Weizen hat sehr kurze Grannen
- Roggen hat mittellange Grannen
- Gerste hat sehr lange Grannen
- Hafer hat auch lange Grannen und die Körner der Rispe hängen im Gegensatz zu den vorhergenannten Sorten nach unten
Krankheiten
- Mehltau; Echter Mehltau mit Ähren- oder Blattbefall; Erreger des Ährenmehltaus ist Erysiphe graminis DC
- Mutterkorn; Erreger ist Claviceps purpurea (Fr.) Tul.
- Rostkrankheiten:
- Schwarzrost; Erreger ist der Schwarzrostpilz (Puccinia graminis)
- Braunrost; Erreger ist der Braunrostpilz (Puccinia recondita)
- Gelbrost (auch Streifenrost genannt); Erreger ist der Gelbrostpilz (Puccinia striiformis)
- Blatt- und Spelzenbräune; Erreger ist Septoria nodorum
- Fusariosen; Erreger sind z. B. Fusarium graminearum, Fusarium avenaceum
- Halmbruchkrankheit; Erreger ist Pseudocercosporella herpotrichoides
- Getreidebrand:
- Stein- oder Stinkbrand; Erreger ist Tilletia caries
- Zwergsteinbrand; Erreger ist Tilletia controversa Kühn
Unkraut
Es gibt einige sehr giftige Unkrautsamen, die sich kaum vom echten Getreide unterscheiden. Ein Beispiel ist der sehr giftige Taumellolch (Lolium temulentum), der dem Weizen bis zur Reife sehr ähnlich ist, sich aber dann wegen seiner kleineren schwarzen Samen leicht vom Weizen unterscheiden lässt. Wenn Taumellolchsamen unter die Weizenkörner geraten, kann der Genuss des Mehls ernste Folgen haben. Man hat Benommenheit und sogar tödliche Vergiftungen auf den Genuss von Brot zurückgeführt, das zuviel Taumellolchmehl enthielt. Die Giftigkeit der Taumellolchsamen wird gewöhnlich einem in ihnen wachsenden Pilz zugeschrieben.
Andere Pflanzensamen, so genannte Körnerfrüchte, die ähnlich wie die eigentlichen Getreide verwendet werden (können), sind botanisch gesehen keine Gräser. Sie sind meist auch sehr stärke- und mineralstoffreich. Ein wichtiger Unterschied: Sie besitzen kein Klebereiweiß (Gluten), daher sind sie nicht zum Brotbacken geeignet - von Fladenbrot abgesehen. Das macht sie aber andererseits zu einer idealen Diätnahrung für Menschen, die an Zöliakie leiden.
Die wichtigsten Arten sind:
- Amarant (Amaranthus L. - Fuchsschwanzgewächse)
- Buchweizen (Fagopyrum esculentum Moench - Knöterichgewächse)
- Quinoa (Chenopodium quinoa Willd. - Fuchsschwanzgewächse, auch: Reismelde, Inkakorn oder Perureis)
Buchweizen wird traditionell hauptsächlich in China, Russland und in Kanada angebaut, Quinoa und Amarant in Mittel- und Südamerika, sie werden hauptsächlich in der Reformernährung und Vollwertküche verwendet.
Unbedeutend, bzw. rechtlich umstritten:
- Bado (Nymphaea lotos L. - Ägyptische Lotosblume, Ägyptische Bohne)
- Nutz-Hanf (Cannabis sativa L. - Hanfgewächse)
Getreideprodukte
- Spirituosen (Kornbrand, Whisky)
- Getreideflocken, beispielsweise Gerste-, Hafer-, Hirse-, Mais-, Reis-, Weizenflocken
- Getreidekaffee, auch: Malzkaffee aus Gerste, Roggen, Weizen, Dinkel
- Getreidekeime, Getreidesprossen
- Getreidemahlerzeugnisse, wie beispielsweise Mehl, Dunst, Grieß, Schrot ( siehe aber Schrot und Korn), Kleie
- Getreidenährmittel
- Getreidekeimöl
- Getreidepufferzeugnisse, wie beispielsweise Puffreis, Popcorn
- Getreidestärke, meist aus Mais, Reis, Weizen gewonnen
- Malz aus Braugerste und daraus Bier
Inhaltsstoffe
Getreideernte 2004 (sortiert nach Getreidemenge weltweit)
Weltgetreideernte 2004
Brotgetreideernte in der BRD 2004
Laut GMF wurden im Jahr 2004 folgende Brotgetreidemengen in Deutschland geerntet:
- Weizen etwa 25 Mio. Tonnen, die auf 3,1 Mio. Hektar angebaut wurden. (Hektarertrag: 81,7 dt/ha)
- Roggen etwa 3,75 Mio. Tonnen. Sie wurden auf 621.000 Hektar angebaut. (Hektarertrag: 61,3 dt/ha)
Getreideverarbeitung
Trocknung
Da Getreide erst ab 14% Feuchte oder darunter sicher lagerfähig ist, aber meist je nach Witterung mit einer höheren Feuchte gedroschen wird, muss die Feuchte durch Trocknen entzogen werden. Würde die Lagerung zu feucht erfolgen, wären Schimmelbildung oder sogar Selbsterhitzung die Folge. Getreidetrocknung ist sehr energieaufwändig. Da während der Ernte nicht gleich das gesamte angenommene Getreide getrocknet werden kann, werden in vielen Mühlen Getreidepartien vorübergehend auf +7 °C gekühlt, bis sie ebenfalls getrocknet werden können.
Für die Vermahlung sind 14 % Feuchte allerdings zu niedrig, da sonst die Schale bei der Vermahlung zu sehr splittern würde und eine Trennung zwischen Kleie und Mehl schwieriger wird. Daher muss das Getreide dann vor der Vermahlung, in Abhängigkeit von der "Glasigkeit" des Korns, wieder auf 16 - 17 % Feuchte aufgenetzt werden.
Lagerung
Üblich sind Silos zur Einlagerung. Seltener werden Flachlager (als Zwischenlager) verwendet. Die Überwachung und Pflege des Getreides im Lager ist unbedingt erforderlich. Getreide atmet: D.h. es findet Feuchtigkeitsumverteilung im Getreidekorn statt und z.T. auch Wasseraustritt – das Getreide »schwitzt«. Dies begünstigt das Wachstum von Mikroorganismen. Zudem sind ca. 40 % einer Siloschüttung Hohlräume. Der Luftzustand dieser Hohlräuma bestimmt das »Klima« der Schüttung. Daher ist eine ständige Überwachung von Feuchtigkeit und Temperatur. Zu den Grundregeln der Lagerhaltung gehört daher die Reinigung des Getreides vor der Einlagerung und ein Luftaustausch im Silo von Zeit zu Zeit. Getreide gilt unter folgenden Bedingungen als lagerfest: Feuchtigkeit < 14 %, Temperatur < 20 °C, Besatz < 1 %.
Vorratsschutz
ist die Verhinderung des Befalls durch Vorratsschädlinge, aber auch deren Bekämpfung, wenn Befall eingetreten ist. Die FAO schätzt die weltweiten Lagerverluste durch tierische Schädlinge in Getreidelagern auf ca. 10–30 %, dies entspricht einem jährlichen Verlust von 180–360 Mio. Tonnen Getreide. In Deutschland dürfte die Verlustrate unter 1 % liegen, in Entwicklungsländern dagegen häufig über 30 %!
Die auftretenden Schäden sind
- Fraßschäden: Gesamtmenge nimmt ab; Selektionsfraß: nur Keimlinge oder Nährgewebe werden angefressen
- Verschmutzung: Kot, Urin, tote Tiere in den Nahrungsmitteln, Spinnfäden, Haare
- Veränderung an den Inhaltsstoffen: Ranzigwerden, Abnahme des Protein- oder Vitamingehaltes
- Folgeschäden: Geruchs- und Geschmacksveränderung, Veränderung der Backeigenschaften, Kosten für Beseitigung und Reinigung
Die häufigsten Vorratsschädlinge sind:
- Insekten
- Kornkäfer
- Reiskäfer
- Maiskäfer
- Getreideplattkäfer
- Mehlkäfer und seine Larve, der »Mehlwurm«
- Getreidemotte
- Dörrobstmotte
- Kornmotte
- Mehlmotte
- Nagetiere
- Wanderratte
- Hausmaus
Literatur
- Kirsch/Odenthal: Müllereitechnologie - Werkstoffkunde. Zusammensetzung, Untersuchung, Bewertung und Verwendung von Getreide und Getreideprodukten. 2003, Herausgeber: Bayerischer Müllerbund, München. ISBN 3-9801688-9
- Cordain Loren: Das Getreide - zweischneidiges Schwert der Menschheit. 2004, Herausgeber: novagenics Verlag, Arnsberg. ISBN 3-929002-35-3
- Schnauzert/Peroquet: Der Cerealienfresser - Insektenkunde. Lebensraum, Bestimmung und Bekämpfung von Cerealienschädlingen. 2005, Herausgeber: Saarländische Getreidegenossenschaft, Saarbrücken.
Weblinks
- [http://faostat.fao.org/faostat/collections?version=ext&hasbulk=0&subset=agriculture Statistik der FAO]
- [http://www.gmf-info.de/frames.htm GMF Mehlreport mit aktuellen Zahlen]
!Getreide
Kategorie:Mühle
ja:穀物
ms:Bijirin
simple:Corn
GrundnahrungsmittelAls Grundnahrungsmittel werden die Nahrungsmittel bezeichnet, die mengenmäßig den Hauptbestandteil der menschlichen Ernährung ausmachen. Sie stellen die Grundversorgung mit Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett sicher, nicht jedoch unbedingt eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen. Die weltweit wichtigsten Grundnahrungsmittel gehören zu den Getreiden wie Weizen oder Reis, zu den Speicherwurzeln (Knollen, Rhizomen) wie Kartoffeln oder Yams und zu den Hülsenfrüchten wie Linsen und Bohnen bzw. zu aus daraus hergestellten Produkten wie Brei und Brot. Ebenfalls zu den Grundnahrungsmittel gezählt werden Fisch, Fleisch, Milch und Eier, die neben Hülsenfrüchten zu den wichtigsten Eiweißquellen zählen.
Welche Grundnahrungsmittel regional konsumiert werden, hängt stark von kulturellen, klimatischen und wirtschaftlichen Faktoren ab. Dennoch sind es heute weltweit nur noch ein gutes Dutzend Nahrungsmittel, die als echte Grundnahrungsmittel für den ganz überwiegenden Teil der Weltbevölkerung dienen.
Getreide
- Weizen, der zusammen mit Mais das meistangebaute Getreide der Welt ist. Weizen ist für Menschen in vielen Ländern als Brotgetreide ein Grundnahrungsmittel. Zugleich hat er eine große Bedeutung in der Tiermast. Hartweizen ist besonders für die Herstellung von Teigwaren (Hartweizengrieß) geeignet.
- Roggen wird besonders in Mittel- und Osteuropa als Brotgetreide verwendet. Der vergleichsweise hohe Lysinanteil macht Roggen zu einem wichtigen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.
- Reis bildet das wichtigste Grundnahrungsmittel für 80% der Erdbevölkerung. Es ist das traditionelle Grundnahrungsmittel der japanischen Küche, genannt gohan. Dieses Wort hat zweierlei Bedeutungen: Einerseits Rundkornreis und andererseits steht es für Nahrungsmittel oder Speise schlechthin. Durch die Polierung des braunen Reises und den Siegeszug des weißen Reises (siehe Kleie) haben sich Vitaminmangelkrankheiten wie etwa Beri-Beri in großem Ausmaß verbreitet und betrafen vor allem die ärmeren Bevölkerungsteile. Diese Mangelerscheinungen waren 1912 der Anlass für die Entdeckung der Vitamine.
- Klebreis bildet das Hauptnahrungsmittel um Norden und Nordosten (Issan) von Thailand wie auch in Laos.
- Unterschiedliche Hirsearten sind in vielen Gebieten Afrikas und Asiens die Hauptnahrungsmittel.
- Mais wird heute weltweit angebaut und ist in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel.
- Quinoa stammt aus Südamerika, wo es seit 6000 Jahren gemeinsam mit Amarant ein Hauptnahrungsmittel ist. Sie wurden besonders in den Hochebenen der Anden (über 4000 m) angebaut. Dort waren sie für die Menschen unentbehrlich, da Mais in diesen Höhen nicht mehr angebaut werden konnte.
- Amarant war bereits bei den Azteken, Inkas und Mayas neben Quinoa und Mais ein Hauptnahrungsmittel. Heute weiß man, dass Amaranth einen weit höheren Eiweiß- und Mineralstoffgehalt als die weltweit traditionell angebauten Getreidesorten hat. Kohlenhydrate und Ballaststoffe sind in gleich hohen Mengen vorhanden.
Getreideprodukte
- Brot. Die Ägypter hatten in der Antike auch den Beinamen Brotesser. Von Ägypten aus gelangten die Kenntnisse des Brotbackens über Griechenland und das Römische Reich nach Europa. Nach dem Untergang Roms stieg das Brot in den Rang einer Festtags- und Herrenspeise auf. Diese Stellung behielt es in Deutschland bis in die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg und in Russland sogar bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.
- Kuskus, Cous Cous oder Couscous ist eine Spezialität der Berber und nordafrikanisches Hauptnahrungsmittel. Aus Hartweizengrieß oder – ursprünglich und manchmal auch heutzutage noch – aus Hirse hergestellt.
- Bulgur ist ein Hauptnahrungsmittel im Vorderen Orient, das wie Kuskus als Taboulé (Salat) verzehrt wird.
- Chapati ist das Hauptnahrungsmittel der Hunzukuc (meist falsch als Hunza bezeichnet). Ein aus Gerste, Hirse und Weizen hergestelltes Vollkornbrot.
- Nshima (Sambia und Botswana), Mealie Pap (Südafrika), Akple (Volta-Region), Phutu (Zulu), Ugali (Kenia) oder Tô (Benin) ist ein Brei aus Maismehl und Wasser, der in süd- und westafrikanischen Ländern zu den Grundnahrungsmitteln gehört.
- Fufu oder Foutou ist ein Brei aus Maniok und Kochbananen, der in Ghana und ganz Westafrika den Hauptbestandteil vieler Gerichte bildet.
- Ein Vorläufer der Polenta, puls oder pulmentum, gehörte zu den Hauptnahrungsmitteln der Küche des alten Rom, anfangs aus Hirse, Dinkel oder Kichererbsenmehl zubereitet, später aus Gerste oder einer besonderen Weizenart, far. Nach 1650 begann Mais als granoturco, »türkisches Korn«, in der italienischen Küche populär zu werden. Im 17. Jahrhundert war Maisbrei ein verbreitetes »Arme-Leute-Essen« von Spanien bis nach Südrussland. In Norditalien ist Polenta bis heute so beliebt geblieben, dass die Süditaliener ihre nördlichen Landsleute etwas abfällig »polentoni« nennen.
Wurzelknollen
- Kartoffeln. Ursprungsland der Kartoffel ist das Andenhochland zwischen dem heutigen Peru und Bolivien. In Preußen sorgte Friedrich der Große für die Verbreitung der Kartoffel. Während der Industrialisierung waren Obst und Gemüse für das Stadtproletariat praktisch unerreichbar. Gerade die Hauptnahrung Kartoffel lieferte neben den notwendigen Kalorien auch Spurenelemente und Vitamine (vor allem Vitamin C), wie es wohl keine anderes Hauptnahrungsmittel hätte tun können (Kulturgeschichte der Kartoffel).
- Batate (Süßkartoffel). Sie ist in Mittelamerika beheimatet; freigelassene afrikanische Sklaven brachten sie von Amerika nach Afrika. Heute wird sie in fast allen wärmeren Ländern der Tropen, Subtropen und gemäßigten Zonen der Erde angebaut. Der größte Batatenproduzent der Welt ist China.
- Maniok wurde zuerst von den Ureinwohnern Südamerikas kultiviert und ist auch heute noch eine wichtige Ernährungsgrundlage in Brasilien. Maniok wird auch in Zentralafrika (Kamerun, Gabun, Kongo usw.) intensiv und gerne verwendet.
- Yams eine in den Tropen beheimatete Kletterpflanze, deren knollenartige Wurzeln aufgrund ihres Stärkegehaltes wie Kartoffeln als Nahrungsmittel dienen. Yams gehört zu den Grundnahrungsmitteln der afrikanischen Küche.
- Mit Gerichten aus Steckrüben mussten durch die schlechte Versorgungslage in Deutschland im Winter 1916/1917 während des ersten Weltkriegs große Teile der Bevölkerung in Suppenküchen ernährt werden. »Früh Kohlrübensuppe, mittags Koteletts von Kohlrüben, abends Kuchen von Kohlrüben«. Das brachte Steckrüben einen nachhaltig schlechten Ruf ein.
Hülsenfrüchte
- Die Linse war im alten Ägypten eines der Grundnahrungsmittel und auch in Israel kannte man sie. Heute werden Linsen vor allem in Spanien, Russland, Chile, Argentinien, den USA, Kanada und Vorderasien angebaut. Allein in Indien sind über 50 Sorten verbreitet.
- Sojaprodukte sind heute aus vielen Nahrungsmitteln nicht mehr wegzudenken. Zur direkten menschlichen Ernährung dienen die frischen, grünen Hülsen (»Schoten«) der Sojabohne oder verschiedene Eiweißprodukte wie Tofu und Sojasauce. Daneben gibt es weitere Zubereitungen wie Miso-Suppe oder Yuba.
Tierische Produkte
- Fleisch und Geflügel
- Milch (und ihre Produkte). In Kulturen, die meist aus Hirten und Nomaden hervorgegangen sind, steht die Milchtierhaltung, die Milch und ihre Produkte im Mittelpunkt der Ernährung und des Lebens. So etwa in der jüdisch-christlich-islamischen Welt.
- Hühnerei]Eier
- Fisch z.B. in Schottland oder bei den Inuit (Eskimos). Akute Gefährdung durch die Überfischung der Weltmeere.
Wasser
- Wasser. Der Mensch benötigt ca. 1,5 Liter Wasser pro Tag als Trinkwasser. In Mitteleuropa muss jedoch mit einem Gesamtwasserbedarf von ungefähr 150 bis 200 l/Einwohner und Tag gerechnet werden. Die Einhaltung einer hohen Trinkwasserqualität wird ein immer wichtigeres Thema des Umweltschutzes. Durch den hohen Verbrauch und absinkenden Grundwasserspiegel sind steigende Wasserpreise auf der Tagesordnung. Weltweit werden künftig Kriege um Wasserressourcen für möglich gehalten (siehe unten, die Meuterei auf der Bounty).
Siehe auch
- Aktion "Brot für die Welt"
- Gemüse - die Grundkost in unserer Ernährung. In Notzeiten oft Notversorgung für die ärmere Bevölkerung, also die Mehrheit der Menschen.
- Fermentation als traditionelle und verbreitete Zubereitungsart von Nahrungsmitteln wie (Sauerteig-) Brot, Käse, Sauerkraut, Bier und Wein. Jede Region der Welt hat ihre eigenen (oft wenig bekannten) Spezialiäten. Fermentation sorgt für Haltbarkeit der Lebensmittel und Aufschluß von Nährstoffen.
- Hungersnot. Weltweit stirbt etwa jede Sekunde ein Mensch an Hunger.
Kategorie:Ernährung
Weizen
Mit Weizen werden eine Reihe von Arten der Süßgräser (Poaceae) in der Gattung Triticum L. bezeichnet. Er wird ca. 0,5 bis 1 m hoch, der Halm ist rundlich. Von der Gesamterscheinung wirkt er dunkelgrün und die Ähre gedrungen. Die Früchte werden botanisch als „einsamige Schließfrüchte“ (Karyopsen) bezeichnet. Etymologisch leitet sich Weizen vom „Weiß“ des Produkts dieses Getreides, dem Weißmehl, ab.
Anbau
Weizen stellt an Klima, Boden und Wasserversorgung höhere Ansprüche als andere Getreidearten. Winterweizen wird im Herbst ausgesät. Die Körner keimen schnell und entwickeln die ersten Blätter. Die kleinen Pflanzen bilden Nebensprosse (Bestockung) aus und überwintern. Obwohl Weizen bis ca. –20° C frostresistent ist, bevorzugt er insgesamt ein gemäßigtes Klima. Im Frühjahr setzt das Streckungswachstum ein und die Blätter entwickeln sich. Am Ende der Streckungsphase ist bereits eine vollständige Ähre mit Ährchen und Blüten vorhanden. Die Ähren schieben nach außen und mit der Blüte ist die Pflanzenentwicklung abgeschlossen. Nach der (Selbst-)Befruchtung entwickeln sich die Körner. Je Pflanze bilden sich 2 bis 3 Ähren tragende Halme aus, was ca. 350 bis 700 Halmen je m² entspricht. In jeder Ähre bilden sich etwa 25 bis 40 Körner aus. Sie bestehen aus 60 % Stärke (Zucker), 12 % Eiweiß, 2 % Fett und 13 % Wasser. Gegen Unkräuter und Pilze werden mehrere Pflanzenschutzanwendungen durchgeführt. Für einen optimalen Ertrag wird Weizen in drei kleinen Gaben mit Stickstoff gedüngt.
Die Ernte erfolgt im Herbst, wobei der Durchschnittsertrag zwischen 60 und 70 dt/ha liegt. Als Spitzenwerte werden
Erträge von über 110 dt/ha erreicht. Durch diese hohen Erträge ist der Winterweizen allen anderen Getreidearten
überlegen.
Das Stroh bleibt als Dünger auf dem Feld oder wird als Einstreu für die Tiere abgefahren.
Sommerweizen sät man im Frühjahr aus – er braucht die Vegetationsruhephase durch Frost nicht. Seine Erträge liegen aber deutlich unter denen von Winterweizen – die Körner haben eine glasigere Struktur als Winterweizen und sie sind proteinreicher. In Deutschland sind über 90 % der Aussaat Winterweizensorten.
Blütenstand
Bedeutung
Die verschiedenen Arten des Weizen stellen das zweitmeistangebaute Getreide der Welt dar (nach dem Mais und gefolgt vom Reis).
Er wird auf allen Kontinenten angebaut; wichtige Anbauländer sind die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Russland, Australien und Argentinien.
Weizen ist für Menschen in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel (Brotgetreide) und hat eine große Bedeutung in der Tiermast.
Hartweizen ist besonders für die Herstellung von Teigwaren (Hartweizengrieß) geeignet – wird aber in Deutschland so gut wie nicht angebaut.
Weizen ist an trockene und warme Sommer angepasst.
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, Triticale, erlaubt den Anbau in kühleren Klimazonen.
Die gesamte Erntemenge weltweit 2004 betrug 624 Mio. t.
Triticale
Die zehn größten Produzenten:
(Quelle: FAO, Faostat, 2005)
Arten (Auswahl)
! en
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- T. aestivum L. (Weichweizen)
- T. aestivum subsp. spelta (L.) Thell. (Dinkel)
- T. antiquorum Heer
- T. baeoticum Boiss.
- T. compactum Host (Zwergweizen)
- T. compositum L.
- T. dicoccum Schübler (Emmer)
- T. durum Desf. (Hartweizen)
- T. ispahanicum Heslot
- T. jakubzineri (Udacz. & Schachm.) Udacz. & Schachm.)
- T. karamyschevii Nevski
- T. militinae Zhuk. & Migush.
- T. monococcum L. (Einkorn)
- T. parvicoccum
- T. petropavlovskyi Udacz. & Migush.
- T. polonicum L.
- T. sinskajae Filat. & Kurk.
- T. tetraurartu Gandil.
- T. timonovum Heslot & Ferrary
- T. timopheevii (Zhuk.) Zhuk.
- T. turanicum Jakubz.
- T. turgidum L. (Rauweizen)
- T. urartu Thumanyan ex Gandilyan
- T. vavilovii (Tum.) Jakubc. in Zhuk.
- T. zhukovskyi Menabe & Ericzjan
Ackerbaulich wichtige Weizenarten
Einkorn
- Weichweizen (Triticum aestivum L.) ist eine hexaploide Weizenart und die am verbreitetsten angebaute. Es gibt eine Vielzahl von Sorten, die an unterschiedliche Klimate angepasst sind.
- Spelt oder Dinkel (Triticum aestivum subsp. spelta (L.) Thell.), ebenfalls hexaploid, wird als spezielles Brotgetreide begrenzt angebaut. Das in der Milchreife geerntete und geröstete Korn, Grünkern genannt, ist mineralstoffreich und stark aromatisch.
- Emmer (Triticum dicoccum Schübler) ist eine tetraploide Weizenart, die historisch angebaut wurde, heute aber keine wirtschaftliche Bedeutung mehr hat.
- Hartweizen (Triticum durum Desf.) ist die einzige tetraploide Weizenart, die heute noch verbreitet angebaut wird.
- Kamut (Triticum turgidum subsp. polonicum (L.) Thell.) ist eine Zuchtform des Emmer, die im Mittleren Osten entwickelt wurde, und in kleinen Mengen, oft im biologischen Landbau, als 'gesundes' Getreide vermarktet wird.
- Einkorn (Triticum monococcum L.) ist die älteste Weizensorte. Sie wird heute nur noch aus wissenschaftlichen Gründen oder zu Illustrationszwecken angebaut.
Das Bundessortenamt teilt mit seiner Zulassung die Weichweizensorten in fünf so genannte Backqualitätsgruppen ein: (Hauptmerkmal der Einteilung ist die Volumenausbeute im Rapid-Mix-Test, einem Backversuch)
- E-Gruppe: Eliteweizen – mit hervorragenden Eigenschaften. Wird meistens zum Aufmischen schwächerer Weizen verwendet oder exportiert.
- A-Gruppe: Qualitätsweizen – hohe Eiweißqualität. Kann Defizite anderer Sorten ausgleichen.
- B-Gruppe: Brotweizen – alle Sorten, die für die Gebäckherstellung gut geeignet sind.
- C-Gruppe: sonstiger Weizen – hauptsächlich für Futterzwecke.
- Keksweizen: (wurden bis 2004 als "K-Gruppe" geführt) haben eine für den Verwendungszweck geeignete, also schwächere Eiweißqualität.
Geschichte der Domestizierung/Anbaugebiete
Der heutige Saatweizen ging aus der Kreuzung mehrerer Getreide- und Wildgrasarten hervor.
Die ersten von Menschen angebauten Weizenarten waren Einkorn (Triticum monococcum) und Emmer
(Triticum dicoccum). Ihr Herkunftsgebiet ist der vordere Orient. Die ältesten Nackt-Weizenfunde
stammen aus der Zeit zwischen 7800-5200 v. Chr. Damit ist Weizen nach Gerste die zweitälteste
Getreideart. Mit seiner Ausbreitung nach Europa, Nordafrika und Asien gewann der Weizen eine grundlegende Bedeutung für viele Kulturen. Doch lange Zeit blieb der Anbau hinter dem der Hauptgetreidearten Einkorn, Emmer und
Gerste weit zurück. Erst durch das Weißbrot, das ab dem 11. Jahrhundert in Mode kam, etablierte sich
der Weizen. Heute ist Weizen die am häufigsten angebaute Getreideart und nimmt den größten Anteil der
Getreideanbauflächen ein.
Einkorn (T. monococcum) ist die ursprünglichste Form des kultivierten Weizens; man findet auch heute noch Wildformen des Einkorn, so dass die Domestizierung mittels menschlicher Auslese relativ klar erscheint.
Aus dem Einkorn entwickelte sich durch Bildung eines Additionsbastards mit einem anderen Wildgras (evtl. T. speltoides oder Aegilops speltoides) in vorgeschichtlicher Zeit der tetraploide Emmer (T. dicoccum), aus dem später durch Zucht Arten wie Hartweizen und Kamut entstanden.
Eine weitere Aufnahme des gesamten Gensatzes des Wildgras T. tauschii (oder Aegilops squarrose) in den Emmer entstand dann der moderne hexaploide Saatweizen.
Zusammensetzung (Weichweizen)
Wildgras
Der Brennwert beträgt 1425 kJ je 100 g.
Literatur
- Friedrich J. Zeller, Sai L.K. Hsam: Weizen: Grundstoff für die menschliche Ernährung und für industrielle Erzeugnisse. Naturwissenschaftliche Rundschau 57(8), S. 413 - 421 (2004),
- Elisabeth Schiemann; Weizen, Roggen, Gerste. Systematik, Geschichte und Verwendung. 1948
- i.m.a e.V. (Hrsg.): Pflanzen in der Landwirtschaft, 2004
Weblinks
- [http://www.bundessortenamt.de/internet20/ Überblick über zugelassene Sorten]
- [http://www.profil.iva.de/html/text.php?id=245&rubid=4 Weizenanbau – In 50 Jahren den Ertrag/Hektar verfünffacht]
- [http://mansfeld.ipk-gatersleben.de/ Systematik von Weizen]
Kategorie:Süßgräser
Weizen
Weizen
Kategorie:Öl und Fett
ja:コムギ
Gerste
Die Gerste (Hordeum vulgare) ist ein Getreide und gehört zu der Familie der Gräser (Poaceae).
Merkmale
Die Pflanze wird 0,7 bis 1,2 m hoch. Der Fruchtstand ist eine Ähre mit langen Grannen. Die Ähren sind im reifen Zustand geneigt bis hängend. Botanisch betrachtet sind die Körner einsamige Schließfrüchte
(Karyopse). Gersten werden anhand ihrer unterschiedlichen Ähren in zwei- und mehrzeilige Formen
unterteilt. Die zweizeiligen Formen entwickeln pro Ansatzstelle nur ein Korn, das voll und kräftig ausgeprägt ist. Bei den mehrzeiligen Formen treten drei Körner pro Ansatzstelle auf, die sich aber nicht so kräftig entwickeln wie die der zweizeiligen Formen.
- 2-zeilige Gerstensorten = meist Sommergerste = Braugerste
- 4- und 6-zeilige Gerstensorten = Wintergerstensorten = Futtergerste
Herkunft
Ursprungsgebiete der Gerste sind der Vordere Orient und die östliche Balkanregion. Die ältesten Nachweise der Gerste lassen sich bis 10500 v. Chr. zurückdatieren. Ab 7000 v. Chr. begann die systematische Zuchtauswahl und seit der Jungsteinzeit (5000 v. Chr.), findet auch in Mitteleuropa Gerstenanbau statt.
Während des Mittelalters war die Gerste als ertragreiches Viehfutter geschätzt.
Dank der Züchtung können die Erträge, vor allem auf anspruchloseren Standorten, mit den Weizenerträgen konkurrieren. Gerste ist eines der klassischen Getreide der Antike. Sie ist vor mehr als 8000 Jahren im Zweistromland und am Nil angebaut worden. Sie ist eng verwandt mit der im Nahen Osten vorkommenden Wildgerste (Hordeum spontaneum).
Anbau
Gerste gedeiht am besten auf tiefgründigen, gut durchfeuchteten Böden. Aber auch mit ungünstigen Bedingungen kommt sie gut zurecht und ersetzt dabei zum Beispiel in von Versalzung betroffenen Gebieten andere Arten wie den Weizen. Ihre Winterhärte ist weniger ausgeprägt als die von Weizen oder Roggen. Beim Anbau wird zwischen Winter- und Sommergerste unterschieden. Wintergerste ist ertragreicher und wird im September gesät. Die Ausbildung von Nebentrieben (Bestockungstriebe) ist vor dem Winter abgeschlossen. Aus ihnen entwickeln sich im Frühjahr die Ähren tragenden Halme. Nach den Phasen der Bestockung, des Schossens und des Ährenschiebens folgt die Blüte. Gerste zählt zu den Selbstbefruchtern. In der Regel eröffnet die Wintergerste die Getreideernte. Die Aussaat der Sommergerste erfolgt im Frühjahr. Sie reift in weniger als 100 Tagen heran und benötigt deutlich weniger Wärme als die Wintergerste.
Die Ernte erfolgt bei Gelb- bis Vollreife. Wintergerste liefert, je nach Standort, zwischen 50-90 dt/ha, Sommergerste zwischen 40-60 dt/ha.
Nutzung
Da die Körner mit den Spelzen verwachsen sind, besitzt die Gerste einen hohen Zelluloseanteil (8-15 %). Ohne Spelzen enthalten Gerstenkörner 60-70 % Kohlenhydrate, überwiegend in der Form von Stärken, 11 % Eiweiße, 10 % Ballaststoffe, je 2 % Fett und Mineralien sowie das Vitamin B.
Die wirtschaftliche Bedeutung von Gerste ist geringer als die der Getreidearten Weizen, Mais und Reis. Die Kornerträge der Gerste werden überwiegend als Futtergetreide verwendet, da insbesondere die Wintergerste relativ viel Eiweiß (12-15 %) enthält.
Für die menschliche Ernährung können aus Gerste Grütze bzw. Graupen hergestellt werden; gelegentlich wird auch Mehl erzeugt. Eine besondere Verwendungsform ist der Malzkaffee.
Hierfür muss die Gerste erst ankeimen, bevor sie als Malz gedarrt und dann gemahlen und geröstet wird. Ein erheblicher Anteil der zweizeiligen Sommergerste dient der Biererzeugung, da deren Körner relativ wenig Eiweiß (< 9 %) und viele Kohlenhydrate (> 65 %) enthalten. Der Gerste werden auch Heilwirkungen
zugesprochen. Schösslinge wirken entwässernd und fiebersenkend.
2004 wurden laut Food and Agriculture Organization weltweit 155 Mio. t Gerste geerntet.
Bild:Gerste.jpg|Feld mit Gerste kurz vor der Ernte
Bild:Gerstenpflanze.jpg|Gerstenhalm
Bild:Gerstenkoerner.jpg|Gerstenkörner
Produkte aus geschälten Gerstenkörnern
- Gerstengrütze Hierfür werden die geschälten Gerstenkörner zu Grütze geschnitten. Grütze wird in unterschiedlicher Körnung in den Handel gebracht.
- Graupen (auch: Rollgerste oder Kochgerste) erhält man durch Schleifen der Gerstenkörner, wobei auch die Spitzen gerundet werden. Am bekanntesten sind die "Perlgraupen". Dazu wird Grütze auf Schleifmaschinen bearbeitet, bis sie ihre rundliche Form erhalten.
- Gerstenflocken werden aus hydrothermisch behandelten Gerstenkörnern gewalzt.
- Gerstenmehl wird durch die Vermahlung von Gerstenflocken hergestellt.
Literatur
- Elisabeth Schiemann; Weizen, Roggen, Gerste. Systematik, Geschichte und Verwendung. 1948
- i.m.a e.V.: Pflanzen in der Landwirtschaft, 2004
Weblinks
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/mercks/band/21/seite/0154/mercks_b21_s0154.html#Gerste Klemens Merck's Warenlexikon, 3. Aufl. 1884]
- [http://www.manufactum.de/dmc_mb3_encyclopedia_pi1.name/G/Merck_s_Warenle.2056.0.html Klemens Merck's Warenlexikon, 7. Aufl. 1920]
- [http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GG09198 Deutsches Wörterbuch, Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, 1854]
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über Gerstenkorn, die lästige bis äußerst schmerzhafte Entzündung am Augenrand siehe unter Hordeolum.
Kategorie:Süßgräser
Gerste
Gerste
ja:オオムギ
Mais
Mais (Zea mays L.) ist ein Getreide aus der Familie der Süßgräser (Poaceae), das ursprünglich aus Mexiko stammt. Phylogenetische Studien deuten darauf hin, dass sich der heutige Mais (Zea mays ssp. mays) von Zea mays ssp. parviglumis ableitet. Nach der Domestizierung trug jedoch auch der Genfluss von anderen Teosinte Typen zur heutigen Form bei. Zu erwähnen ist hierbei insbesondere der Beitrag von Zea mays ssp. mexicana zum mexikanischen Hochlandmais.
Im Gegensatz zu den einheimischen Gräsern ist Mais keine C3-Pflanze sondern eine C4-Pflanze. Es gibt ca. 50.000 verschieden Maissorten. Mais enthält weniger für den Menschen nutzbares Eiweiß als die meisten anderen Getreide.
Geschichte
Mais wurde in Zentralmexiko domestiziert. Er stammt von der Teosinte aus dem Gebiet des Rio Balsas ab.
Dem domestizierten Mais aus dem Tal von Tehuacan wurde lange ein Alter von etwa 9000 Jahren zugeschrieben, nach neuen C14-Daten stammt er jedoch nur von etwa 4700 v. Chr. Zwei Maiskolben aus Guila Naquitz, die weniger als 5 cm lang sind, wurden auf 3300 v. Chr. datiert. Insgesamt stammen die ersten voll-neolithischen Siedlungen in Mexiko aus der Zeit um 3500 v. Chr. (unkalibriert).
Aus Trincheras am Rio Casas Grandes im nördlichen Chiahuahua und Las Playas im nördlichen Sonora stammt domestizierter Mais, der auf etwa 1000 v. Chr. datiert ist. Aus Trincheras ist auch Amarant bekannt. Die ersten Ackerbausiedlungen im Südwesten liegen in auf den Niederrassen von Flüssen, eventuell wurde Mais hier ausgesät, nachdem die Frühjahrsüberschwemmungen zurückgegangen waren. Seit 1100 v. Chr. sind aus dem Gebiet von Tucson Arizona kleinere Bewässerungsanlagen bekannt.
Bereits 1525 wurden in Spanien die ersten Felder mit Mais bebaut, nachdem Christoph Kolumbus die Pflanze in der Karibik entdeckt und mit nach Europa brachte. Von dorther brachte er auch das Wort "Mays". Dieses leitet sich von "mahiz" ab, dem Wort für Mais in Taino, der Sprache der Arawak.
Genetisch modifizierte Sorten
Seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts werden mittels Gentechnik schädlingsresistente und herbizid-tolerante Maissorten, entwickelt und angebaut, so etwa der Bt-Mais.
Bt steht dabei für Bacillus thuringiensis. Dies ist ein Bakterium, welches ein für den Maiszünsler giftiges Protein synthetisiert. Damit sollen dessen Larven abgetötet werden. Der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) bohrt sich in das Innere des Stängels oder des Kolbens und vernichtet dadurch große Teile der Ernte. Bt-Mais ist gegenüber dem Befall von Maiszünsler und auch Westlicher Maiswurzelbohrer resistent.
Insbesondere in Nordamerika werden diese gentechnisch veränderten Sorten angebaut.
Genveränderte Sorten werden inzwischen auf 11% der weltweiten Anbaufläche (140 Millionen Hektor) angebaut, vor allem in Nordamerika, wobei der Anteil wächst (Stand: 2003, Quelle: AFAA).
Risiken
Gefahr und Nutzen des Anbaus von genetisch modifiziertem Mais sind wie allgemein bei genveränderten Nutzpflanzen umstritten.
Der Schädling kann auch mit unbedenklichen Methoden (z.B. Aussetzen von Schlupfwespen) abgewehrt werden.
Bt-Mais der Firma Monsanto hat in Freilandversuchen nur 80% der Schädlingsraupen abgetötet. Eine solche Sterblichkeitsrate ist jedoch ideal um resistente Schädlinge zu züchten. Das eingebrachte Bt-Gen ist bereits in nahen Verwandten des Mais, der Teosinte (Zea spec.) in Mexiko, nachgewiesen. Eine generelle Verbreitung des Gens beschleunigt die Entwicklung von resistenten Schädlingen und stellt damit den langfristigen Nutzen von Bt-Mais in Frage.
Herbizid-tolerante Maissorten erhöhen das Risiko der Entwicklung herbizid-resistenter Unkräuter durch Kreuzbestäubung. Diese Art der Genübertragung sogar zu entfernt verwandten Pflanzen wurde für Ölrapspflanzen experimentell bereits nachgewiesen.
Kennzeichnungspflicht
In der EU muss genetisch modifizierter Mais in Lebensmitteln kenntlich gemacht werden, beispielsweise mit dem Hinweis genetisch veränderter Mais oder aus genetisch verändertem Mais. Chemisch modifizierte Lebensmittelzusatzstoffe (Zusatzstoffe der zweiten Generation) aus genverändertem Mais, wie etwa modifizierte Maisstärke, müssen nicht gesondert gekennzeichnet werden. Nicht ausgezeichnet werden bisher tierische Produkte, die durch Verfütterung von genverändertem Mais gewonnen werden. Dieser kann seit August 2005 zu diesem Zwecke in der EU importiert werden.
Die gesetzliche Kennzeichnungspflicht schützt jedoch nicht vor Fehlangaben der Saatgut-Hersteller: Syngenta, eines der weltgrößsten Biotechnologie-Unternehmen, hat nach eigenen Angaben zwischen 2001 und 2004 vesehentlich eine Maissorte (Bt-10) vertrieben, deren Anbau nicht geprüft und genehmigt war. Im Jahr 2000 wurde die genveränderte Bt-Maissorte StarLink vesehentlich für den menschlichen Verzehr angebaut, obwohl der Anbau wegen möglicher allergischer Reaktionen nur für Futtermittel zugelassen war.
Wirtschaftliche Bedeutung
Heute wird Mais weltweit angebaut, und ist in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel. In Europa und Nordamerika ist er ein wichtiges Viehfutter, da die Silierung der Maispflanzen die Vorratshaltung für den Viehwirtschaftsbetrieb möglich macht.
Im Jahr 2004 wurden laut Statistik der FAO weltweit 705 Millionen Tonnen Mais produziert. Damit liegt Mais deutlich vor Weizen (624 Mio. t) und Reis (608 Mio. t). In der Nutzung gibt es sehr große Unterschiede zwischen den Entwicklungsländern und den Industrieländern. In den Entwicklungsländern wird der Mais überwiegend für die menschliche Ernährung eingesetzt (Tortillas, Maisbrei) - die Industrieländer verwenden den Mais hauptsächlich in Form von siliertem Mais für die Tierfütterung.
In Deutschland wurden 2004 etwa 1,7 Mio. Hektar mit Mais (Körnermais und Silomais) angebaut. Siebzig Prozent des in Deutschland angebautes Mais wird für Futterzwecke (Silomais) verwendet. Der Rest wird in der Lebensmittelindustrie verarbeitet - zu
- Körnermais (die Maiskörner werden im Gegensatz zum Silagemais vom Kolben getrennt, Konserven)
- Maisstärke (Maizena)
- Glukosesirup
- Maiskeimöl
- Cornflakes
- Popcorn
- Polenta
- Erdnussflips
- Maispapier (auch Zigarettenpapier)
Neben dem in Europa vielfach angebauten gelbfarbenen Mais gibt es auch rote und blaue Sorten, die interessante Farbeffekte in Nahrungsmitteln geben können.
Auf der Basis von Maiskolbengranulat werden Ölbinder und Ölbindemitteln hergestellt.
Mais ist ein Sommergetreide – die Aussaat erfolgt von Mitte April bis Anfang Mai. Die Pflanzdichte sollte dabei etwa 10 Pflanzen/m² betragen. Die Ernte findet meist erst im November bzw. die des Silomais Anfang Oktober statt. Der Hektarertrag von Körnermais liegt bei der Ernte zwischen 80 und 100 dt/ha.
Kornformen
Die Form des Korns wird durch das Nährstoffgewebe bestimmt: (engl. Begriffe)
#Hartmais (flint = Kiesel, Feuerstein, flach, rund)
#Zahnmais (dent). Die meisten Sorten im europäischen Anbau sind Zahnmais-Sorten.
#Puffmais (popcorn)
#Zuckermais (sweet corn)
#Stärkemais (flour corn)
#Wachsmais (waxy corn)
#Spelzmais (pod corn)
Trivia
Es gibt zwei Arten von Maismehl: In Ländern, in denen eher selten Mais gegessen wird, wird der Mais einfach zermahlen. Dort wo Mais ein tägliches Grundnahrungsmittel ist, werden die Körner viele Stunden mit etwas gebranntem Kalk gekocht, enthülst, wieder getrocknet und erst dann zermahlen; nur so sind einige lebenswichtige Eiweißstoffe des Mais für die menschliche Verdauung erreichbar, zudem verbessern sich Geschmack und Backeigenschaften. Das so gewonnene Mehl wird in den Südstaaten der USA hominy und in Mexiko masa harina genannt. In Westafrika, wo Mais erst in den letzten Jahrhunderten als Grundnahrungsmittel populär wurde, traten wegen der Unkenntnis dieser Methode häufig Mangelerscheinungen auf. Ergänzend werden in den meisten Ländern mit hohem Maiskonsum auch viele Hülsenfrüchte gegessen, die ebenfalls die Eiweißarmut des Mais ausgleichen helfen;
(Siehe auch: Essentielle Aminosäuren).
In Österreich, vor allem in Ostösterreich wird für Mais meist das aus dem ungarischen stammende Wort Kukuruz verwendet. Weitere Trivialnamen sind: "Türkischer Weizen" (oft auch kurz "[der] Türken") oder "Welschkorn".
"Maiskolben" ist wegen seiner Form ein lokaler Spitzname für den Augsburger Hotelturm.
Spezielle harte Maissorten werden geschnitzt in den USA als einfache Tabakspfeifen ("Missouri-Meerschaum") benutzt und sind auch in Europa im Tabakfachhandel erhältlich.
Hybride Maissorten sind sehr stark verbreitet. Sie tragen dank Heterosis-Effekt besonders reich, ihre Körner sind aber unfruchtbar. Dem Landwirt bleibt aus seiner Ernte kein Saatgut mehr, er muss es für jede Aussaat neu kaufen - eine sehr gute Einnahmequelle für die Saatgutindustrie.
Krankheiten
- Auflaufkrankheiten
- Wurzel- und Stängelfäule
- Kolbenfäule
- Maisbeulenbrand
- Turcicum-Blattflecken
Siehe auch
- Maissirup
- Nshima
Weblinks
Infos zum Thema Mais:
- [http://www.lateinamerika-studien.at/content/geschichtepolitik/mais/mais-1.html Mais in der Hand der Europäer]
- [http://www.maiskomitee.de/ Maiskommitee]
- [http://www.sagen.at/doku/hda/mais.html Sagen um den Mais]
- [http://www.biosicherheit.de/mais/121.doku.html Wie der Mais nach Europa kam]
- [http://www.museums.org.za/bio/plants/poaceae/zea_mays.htm Mais (engl.)]
- [http://hometown.aol.de/haenelgunar/Mais Maissorten]
- [http://www.dekalb.de/mais/mais_maisanbau.html Maisanbau]
- [http://www.maiskomitee.de/ Deutsches Maiskomitee e.V.]
Neuerdings sind Labyrinthe in Maisfeldern (Maislabyrinthe) sehr beliebt geworden:
- [http://www.agrar.de/aktuell/mais.htm Übersicht der Maislabyrinthe in Deutschland (2005)]
- [http://www.maislabyrinth.at/ Österreich]
Mais
Mais
Mais
Kategorie:Fruchtgemüse
Kategorie:Öl und Fett
ja:トウモロコシ
ms:Bijirin
simple:Corn
GräserAls Gräser werden oft Pflanzenarten aus unterschiedlichen Pflanzenfamilien bezeichnet.
- Im engeren Sinne sind es allerdings die Süßgräser (Poaceae).
- Daneben werden oft auch die Sauergräser einfach Gräser genannt. Als Sauergräser bezeichnet man Arten aus vier Familien:
- Riedgräser (Cyperaceae)
- Binsengewächse (Juncaceae)
- Dreizackgewächse Juncaginaceae
- Blumenbinsengewächse Scheuchzeriaceae.
Kategorie:Botanik
Kategorie:Gras
LandwirtschaftLandwirtschaft ist der Prozess, durch den gezielten Anbau von Pflanzen (Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Weinbau, nicht jedoch Forstwirtschaft) und durch die Nutzung und Zucht von domestizierten Tieren (Viehzucht) Nahrungsmittel, Futter, Fasern und andere gewünschte Rohstoffe zu produzieren. Sie dient der Ernährung der Menschheit und ist heute vorwiegend auf Erzielung von Profit ausgerichtet.
Profit
Einordnung
Allgemein
Landwirtschaft beinhaltet dreierlei:
- Subsistenzwirtschaft: Hierbei produziert der Landwirt genug Nahrungsmittel für sich und seine Familie (jedoch nicht mehr).
- (generell in den sogenannten "entwickelten" Ländern und in anderen Ländern ebenfalls mehr und mehr) die Produktion eines finanziellen Einkommens durch Landkultivierung oder kommerzielle Viehzucht.
Neben Nahrungsmitteln und Futter nimmt die Produktion von anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Zierpflanzen, Düngemittel, Leder, industriellen Chemikalien (Stärke, Ethanol, Farbstoffe und Plastik), Fasern (Baumwolle, Wolle, Hanf, Naturseide und Flachs), Kraftstoffen (Methan, Biodiesel, Biomasse) sowie zugelassenen medizinischen Wirkstoffen (Biopharmaceutica, legalen Drogen (Alkohol, Tabak) und verbotenen Drogen (Marihuana, Opium, Kokain) zu.
Auch die Produktion genetisch veränderter Pflanzen und Tiere steigt an.
Ökonomische Einordnung
In den Wirtschaftswissenschaften wird die Landwirtschaft als Primärsektor (auch: Urproduktion) bezeichnet. Die Betriebswirtschaftslehre bezieht sich in vielen Grundlagen auf die landwirtschaftliche Produktion.
Bedeutung in Deutschland
Im Jahr 2003 gab es in Deutschland ca. 420.700 landwirtschaftliche Betriebe ab 2 ha LF. Darin waren rund 1,3 Millionen Personen haupt- oder nebenberuflich beschäftigt, was 560.000 Vollzeitarbeitsplätzen entsprach.
Insgesamt wurden 17 Millionen ha (Hektar) Boden landwirtschaftlich genutzt (das sind ca. 49,3 Prozent der Gesamtfläche). Davon entfielen auf die Pflanzenproduktion rund 11,8 Millionen Hektar und auf Dauergrünland rund 5 Millionen Hektar. Im Vergleich dazu spielen Obstanlagen, Baumschulen und Weihnachtsbaumkulturen hinsichtlich des Flächenverbrauchs keine große Rolle. Deutschland war 2004 mit Waren im Wert von 13,8 Mrd. Dollar weltweit viertgrößter Exporteur von Agrarprodukten.
Rechtliche Einordnung
Der Begriff der Landwirtschaft wird in Deutschland grundlegend durch
§ 201 Baugesetzbuch(BauGB) geregelt.
Produktion
Bereiche
Baugesetzbuch
Baugesetzbuch
Generell kann die Landwirtschaft in zwei Produktionsrichtungen eingeteilt werden:
- Viehhaltung
- Pflanzenproduktion.
Welche dieser Formen lokal überwiegt, ist vom Standort abhängig: Auf leichten Standorten (schlechter Boden) ist die Viehhaltung konkurrenzkräftiger, während auf besseren Böden die Pflanzenproduktion wirtschaftlicher ist.
Unformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügen Ziele
- Ernährungssicherung durch die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel,
- Schonung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft,
- infrastrukturelle, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Belebung der ländlichen Räume,
- Pflege der Kulturlandschaft und Erhalt der Artenvielfalt,
- in Zukunft möglicherweise vermehrt Erzeugung regenerativer Energien
Formen der Landwirtschaft
- historische Landwirtschaft
:bis zur Erfindung des mineralischen Düngers
- traditionelle Landwirtschaft
:bis ca. 1960
- moderne Landwirtschaft
:erzielt hohe Ernteerträge durch Züchtung spezieller Sorten (in einigen Staaten auch bereits unter Einsatz der Gentechnik), durch Monokultur, sowie den Einsatz von Futtermitteln, Kunstdünger (dessen Entwicklung maßgeblich zur Erholung der Wälder in Mitteleuropa beigetragen hat), Insektiziden, Fungiziden, Herbiziden und Wachstumsregulatoren (den so genannten Pflanzenschutzmitteln). Der intensive Einsatz der genannten Produktionsfaktoren dient der stetigen Ertragssteigerung, führt aber oft zu negativen Wechselwirkungen mit der Natur (Umweltschutz) und den erzeugten Lebensmitteln (Fragen zu Rückständen in Nahrungsmitteln).
: - bäuerliche Landwirtschaft
: - industrielle Landwirtschaft
: - extensive Landwirtschaft
: - ökologische Landwirtschaft
::versucht, modernes Wissen zu nutzen und dabei die genannten negativen Wechselwirkungen zu vermeiden.
Die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel führt seit Sommer 2003 einen auf mehrere Jahre ausgelegten Vergleich der beiden Produktionsformen durch, dessen Ergebnis in der aktuellen Diskussion hilfreich sein kann.
Methoden
Hinsichtlich der Produktionsmethoden wird heute unterschieden in (alphabetisch):
- Biologische Landwirtschaft (oder auch Ökologische Landwirtschaft), zu der auch die Unterform der auf den Lehren R. Steiners gründenden Biologisch-dynamischen Landwirtschaft zählt
- Konventionelle Landwirtschaft mit der Unterform der integrierten Landwirtschaft
- Permakultur
- Synergistische Landwirtschaft
Politik
Hauptartikel: Agrarpolitik
Politische Konfliktfelder
Die Landwirtschaft in Deutschland, Europa und weltweit befindet sich in einem tiefen Umbruch: Große Erfolge in der Produktivitätssteigerung auf der einen Seite stehen ungleicher Verteilung, Preisdumping, zahlreichen Betriebsaufgaben sowie ökologischen Problemen gegenüber. Die seit 1992 eingeleiteten Reformen der europäischen Agrarpolitik mit einem komplexen System von Ausgleichszahlungen konnten Fehlentwicklungen nicht verhindern. Die gegenwärtige Situation ist für die soziale Lage der landwirtschaftlichen Familien, für die Volkswirtschaft und für die ökologische Situation von Boden-, Gewässer- und Tierschutz mit hohen Belastungen verbunden. Die große Zahl der Betriebsaufgaben ist Zeugnis einer existenziellen Not. Die in der Öffentlichkeit heftig diskutierten Krankheiten bzw. Skandale – BSE-Krise, Maul- und Klauenseuche – sind keine Einzelphänomene, sondern sind teilweise Ausdruck von Strukturproblemen der Landwirtschaft in der Zerreißprobe zwischen ökonomischen und ökologischen Erfordernissen.
Zugleich ist die weltweite Krise der Landwirtschaft ein Kernproblem globaler Gerechtigkeit: Während auf den Weltmärkten ein Überschuss an Nahrungsmitteln herrscht, die Preise immer weiter fallen und subventionierte Überschussprodukte aus den USA und der EU die Eigenproduktion von Nahrungsmitteln in Entwicklungsländern zurückdrängen, ist es nicht gelungen, das Problem der Welternährung zu bewältigen. Der rapide Verlust an fruchtbarem Boden und der bedrohliche Rückgang der Verfügbarkeit von Wasser, das zu 70 % in der Landwirtschaft verbraucht wird, ist schon heute eine der primären Armutsursachen. Wirksame Armutsbekämpfung für die 800 Millionen hungernden Menschen ist nicht möglich ohne eine tiefgreifende Reform der globalen Agrarpolitik.
Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH, die heimische Agrarprodukte in den Medien bewirbt, ist bei den Landwirten weitgehend umstritten, da sie ihre Beiträge zwangsweise erhebt.
Geschichte
Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH]
Hauptartikel: Agrargeschichte
Der systematische Anbau von Pflanzen begann vermutlich vor rund 12.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit. Es ist wahrscheinlich, dass die Entwicklung nahezu gleichzeitig in Amerika, China und dem mittleren Osten einsetzte. Dabei werden die Veränderung des Klimas durch das Ende der Eiszeit, das Bevölkerungswachstum und die beginnende Sesshaftigkeit als sich begünstigende Faktoren angesehen.
Im 8. Jahrhundert wurde der Ackerbau auf die Dreifelderwirtschaft umgestellt. Die bis dahin verwendeten Ochsen wurden durch Pferde ersetzt, wodurch schwere Eisenpflüge eingesetzt werden konnten.
Durch die Entdeckung Amerikas 1492 entwickelte sich ein reger, weltweiter Austausch an Agrarprodukten, der für nahezu alle Völker einschneidende Änderungen bewirkte (Columbian Exchange).
Aktuelle Diskussion
Erneuerbare Energieträger
Die landwirtschaftliche Produktion von Erneuerbaren Energieträgern kann nicht mehr leisten als den durch die Sonne gegebenen Energieeintrag. Solange die Nicht-Bilanzierung der Nutzung von fossilen Brennstoffen in unseren Wirtschaftssystemen anhält, kann jede Form der landwirtschaftlichen Produktion von regenerativen Energieträgern (unabhängig von ihrer Nachhaltigkeit) nicht mit der Nutzung der fossilen Energiegewinnung konkurrieren.
Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist in Deutschland gesetzlich festgeschrieben.
Siehe auch
Portal:Land- und Forstwirtschaft, Agrarpolitik, Forstwirtschaft, Landwirt, Leibgedinge, Erzeugergemeinschaft, Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, FAO, Haupterwerbsbetrieb, Nebenerwerbsbetrieb, Zuerwerbsbetrieb
Weblinks
- [http://www.zbmed.de/bonn_service.html Fachinformationszentrum: Bereichsbibliothek für Ernährung, Umwelt und Agrarwissenschaften, Bonn]
- [http://www.destatis.de/themen/d/thm_land.php Statistiken zur Landwirtschaft in Deutschland]
- [http://www.verbraucherministerium.de/index-0005BCF0323B1050A9746521C0A8D816.html Ernährungs- und agrarpolitischer Bericht 2005 der Bundesregierung]
- [http://www.situationsbericht.de Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes]
- [http://www.cma.de/wissen_100489.php Materialien zum Thema Landwirtschaft der CMA]
- [http://www.kritischer-agrarbericht.de/index.php?id=79 "Kritischer Agrarbericht" des AgrarBündnis e.V.]
- [http://www.agrar.de/infothek Infothek - Suchmaschine zum Thema Landwirtschaft]
- [http://www.landtreff.de Forum für die Landwirtschaft]
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-bildarchiv/bildarchiv.cgi?action=projektbilder&id=-lf-&templ=04_01_projekte_bilder&start=0&proseite=10 Dokumentation zur Geschichte der Landwirtschaft in Bayern aus dem Archivbestand des Hauses der Bayerischen Geschichte]
!Landwirtschaft
Kategorie:Umwelt- und Naturschutz
ja:農業
ko:농업
simple:Agriculture
Weizen
Mit Weizen werden eine Reihe von Arten der Süßgräser (Poaceae) in der Gattung Triticum L. bezeichnet. Er wird ca. 0,5 bis 1 m hoch, der Halm ist rundlich. Von der Gesamterscheinung wirkt er dunkelgrün und die Ähre gedrungen. Die Früchte werden botanisch als „einsamige Schließfrüchte“ (Karyopsen) bezeichnet. Etymologisch leitet sich Weizen vom „Weiß“ des Produkts dieses Getreides, dem Weißmehl, ab.
Anbau
Weizen stellt an Klima, Boden und Wasserversorgung höhere Ansprüche als andere Getreidearten. Winterweizen wird im Herbst ausgesät. Die Körner keimen schnell und entwickeln die ersten Blätter. Die kleinen Pflanzen bilden Nebensprosse (Bestockung) aus und überwintern. Obwohl Weizen bis ca. –20° C frostresistent ist, bevorzugt er insgesamt ein gemäßigtes Klima. Im Frühjahr setzt das Streckungswachstum ein und die Blätter entwickeln sich. Am Ende der Streckungsphase ist bereits eine vollständige Ähre mit Ährchen und Blüten vorhanden. Die Ähren schieben nach außen und mit der Blüte ist die Pflanzenentwicklung abgeschlossen. Nach der (Selbst-)Befruchtung entwickeln sich die Körner. Je Pflanze bilden sich 2 bis 3 Ähren tragende Halme aus, was ca. 350 bis 700 Halmen je m² entspricht. In jeder Ähre bilden sich etwa 25 bis 40 Körner aus. Sie bestehen aus 60 % Stärke (Zucker), 12 % Eiweiß, 2 % Fett und 13 % Wasser. Gegen Unkräuter und Pilze werden mehrere Pflanzenschutzanwendungen durchgeführt. Für einen optimalen Ertrag wird Weizen in drei kleinen Gaben mit Stickstoff gedüngt.
Die Ernte erfolgt im Herbst, wobei der Durchschnittsertrag zwischen 60 und 70 dt/ha liegt. Als Spitzenwerte werden
Erträge von über 110 dt/ha erreicht. Durch diese hohen Erträge ist der Winterweizen allen anderen Getreidearten
überlegen.
Das Stroh bleibt als Dünger auf dem Feld oder wird als Einstreu für die Tiere abgefahren.
Sommerweizen sät man im Frühjahr aus – er braucht die Vegetationsruhephase durch Frost nicht. Seine Erträge liegen aber deutlich unter denen von Winterweizen – die Körner haben eine glasigere Struktur als Winterweizen und sie sind proteinreicher. In Deutschland sind über 90 % der Aussaat Winterweizensorten.
Blütenstand
Bedeutung
Die verschiedenen Arten des Weizen stellen das zweitmeistangebaute Getreide der Welt dar (nach dem Mais und gefolgt vom Reis).
Er wird auf allen Kontinenten angebaut; wichtige Anbauländer sind die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Russland, Australien und Argentinien.
Weizen ist für Menschen in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel (Brotgetreide) und hat eine große Bedeutung in der Tiermast.
Hartweizen ist besonders für die Herstellung von Teigwaren (Hartweizengrieß) geeignet – wird aber in Deutschland so gut wie nicht angebaut.
Weizen ist an trockene und warme Sommer angepasst.
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, Triticale, erlaubt den Anbau in kühleren Klimazonen.
Die gesamte Erntemenge weltweit 2004 betrug 624 Mio. t.
Triticale
Die zehn größten Produzenten:
(Quelle: FAO, Faostat, 2005)
Arten (Auswahl)
! en
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- T. aestivum L. (Weichweizen)
- T. aestivum subsp. spelta (L.) Thell. (Dinkel)
- T. antiquorum Heer
- T. baeoticum Boiss.
- T. compactum Host (Zwergweizen)
- T. compositum L.
- T. dicoccum Schübler (Emmer)
- T. durum Desf. (Hartweizen)
- T. ispahanicum Heslot
- T. jakubzineri (Udacz. & Schachm.) Udacz. & Schachm.)
- T. karamyschevii Nevski
- T. militinae Zhuk. & Migush.
- T. monococcum L. (Einkorn)
- T. parvicoccum
- T. petropavlovskyi Udacz. & Migush.
- T. polonicum L.
- T. sinskajae Filat. & Kurk.
- T. tetraurartu Gandil.
- T. timonovum Heslot & Ferrary
- T. timopheevii (Zhuk.) Zhuk.
- T. turanicum Jakubz.
- T. turgidum L. (Rauweizen)
- T. urartu Thumanyan ex Gandilyan
- T. vavilovii (Tum.) Jakubc. in Zhuk.
- T. zhukovskyi Menabe & Ericzjan
Ackerbaulich wichtige Weizenarten
Einkorn
- Weichweizen (Triticum aestivum L.) ist eine hexaploide Weizenart und die am verbreitetsten angebaute. Es gibt eine Vielzahl von Sorten, die an unterschiedliche Klimate angepasst sind.
- Spelt oder Dinkel (Triticum aestivum subsp. spelta (L.) Thell.), ebenfalls hexaploid, wird als spezielles Brotgetreide begrenzt angebaut. Das in der Milchreife geerntete und geröstete Korn, Grünkern genannt, ist mineralstoffreich und stark aromatisch.
- Emmer (Triticum dicoccum Schübler) ist eine tetraploide Weizenart, die historisch angebaut wurde, heute aber keine wirtschaftliche Bedeutung mehr hat.
- Hartweizen (Triticum durum Desf.) ist die einzige tetraploide Weizenart, die heute noch verbreitet angebaut wird.
- Kamut (Triticum turgidum subsp. polonicum (L.) Thell.) ist eine Zuchtform des Emmer, die im Mittleren Osten entwickelt wurde, und in kleinen Mengen, oft im biologischen Landbau, als 'gesundes' Getreide vermarktet wird.
- Einkorn (Triticum monococcum L.) ist die älteste Weizensorte. Sie wird heute nur noch aus wissenschaftlichen Gründen oder zu Illustrationszwecken angebaut.
Das Bundessortenamt teilt mit seiner Zulassung die Weichweizensorten in fünf so genannte Backqualitätsgruppen ein: (Hauptmerkmal der Einteilung ist die Volumenausbeute im Rapid-Mix-Test, einem Backversuch)
- E-Gruppe: Eliteweizen – mit hervorragenden Eigenschaften. Wird meistens zum Aufmischen schwächerer Weizen verwendet oder exportiert.
- A-Gruppe: Qualitätsweizen – hohe Eiweißqualität. Kann Defizite anderer Sorten ausgleichen.
- B-Gruppe: Brotweizen – alle Sorten, die für die Gebäckherstellung gut geeignet sind.
- C-Gruppe: sonstiger Weizen – hauptsächlich für Futterzwecke.
- Keksweizen: (wurden bis 2004 als "K-Gruppe" geführt) haben eine für den Verwendungszweck geeignete, also schwächere Eiweißqualität.
Geschichte der Domestizierung/Anbaugebiete
Der heutige Saatweizen ging aus der Kreuzung mehrerer Getreide- und Wildgrasarten hervor.
Die ersten von Menschen angebauten Weizenarten waren Einkorn (Triticum monococcum) und Emmer
(Triticum dicoccum). Ihr Herkunftsgebiet ist der vordere Orient. Die ältesten Nackt-Weizenfunde
stammen aus der Zeit zwischen 7800-5200 v. Chr. Damit ist Weizen nach Gerste die zweitälteste
Getreideart. Mit seiner Ausbreitung nach Europa, Nordafrika und Asien gewann der Weizen eine grundlegende Bedeutung für viele Kulturen. Doch lange Zeit blieb der Anbau hinter dem der Hauptgetreidearten Einkorn, Emmer und
Gerste weit zurück. Erst durch das Weißbrot, das ab dem 11. Jahrhundert in Mode kam, etablierte sich
der Weizen. Heute ist Weizen die am häufigsten angebaute Getreideart und nimmt den größten Anteil der
Getreideanbauflächen ein.
Einkorn (T. monococcum) ist die ursprünglichste Form des kultivierten Weizens; man findet auch heute noch Wildformen des Einkorn, so dass die Domestizierung mittels menschlicher Auslese relativ klar erscheint.
Aus dem Einkorn entwickelte sich durch Bildung eines Additionsbastards mit einem anderen Wildgras (evtl. T. speltoides oder Aegilops speltoides) in vorgeschichtlicher Zeit der tetraploide Emmer (T. dicoccum), aus dem später durch Zucht Arten wie Hartweizen und Kamut entstanden.
Eine weitere Aufnahme des gesamten Gensatzes des Wildgras T. tauschii (oder Aegilops squarrose) in den Emmer entstand dann der moderne hexaploide Saatweizen.
Zusammensetzung (Weichweizen)
Wildgras
Der Brennwert beträgt 1425 kJ je 100 g.
Literatur
- Friedrich J. Zeller, Sai L.K. Hsam: Weizen: Grundstoff für die menschliche Ernährung und für industrielle Erzeugnisse. Naturwissenschaftliche Rundschau 57(8), S. 413 - 421 (2004),
- Elisabeth Schiemann; Weizen, Roggen, Gerste. Systematik, Geschichte und Verwendung. 1948
- i.m.a e.V. (Hrsg.): Pflanzen in der Landwirtschaft, 2004
Weblinks
- [http://www.bundessortenamt.de/internet20/ Überblick über zugelassene Sorten]
- [http://www.profil.iva.de/html/text.php?id=245&rubid=4 Weizenanbau – In 50 Jahren den Ertrag/Hektar verfünffacht]
- [http://mansfeld.ipk-gatersleben.de/ Systematik von Weizen]
Kategorie:Süßgräser
Weizen
Weizen
Kategorie:Öl und Fett
ja:コムギ
Gerste
Die Gerste (Hordeum vulgare) ist ein Getreide und gehört zu der Familie der Gräser (Poaceae).
Merkmale
Die Pflanze wird 0,7 bis 1,2 m hoch. Der Fruchtstand ist eine Ähre mit langen Grannen. Die Ähren sind im reifen Zustand geneigt bis hängend. Botanisch betrachtet sind die Körner einsamige Schließfrüchte
(Karyopse). Gersten werden anhand ihrer unterschiedlichen Ähren in zwei- und mehrzeilige Formen
unterteilt. Die zweizeiligen Formen entwickeln pro Ansatzstelle nur ein Korn, das voll und kräftig ausgeprägt ist. Bei den mehrzeiligen Formen treten drei Körner pro Ansatzstelle auf, die sich aber nicht so kräftig entwickeln wie die der zweizeiligen Formen.
- 2-zeilige Gerstensorten = meist Sommergerste = Braugerste
- 4- und 6-zeilige Gerstensorten = Wintergerstensorten = Futtergerste
Herkunft
Ursprungsgebiete der Gerste sind der Vordere Orient und die östliche Balkanregion. Die ältesten Nachweise der Gerste lassen sich bis 10500 v. Chr. zurückdatieren. Ab 7000 v. Chr. begann die systematische Zuchtauswahl und seit der Jungsteinzeit (5000 v. Chr.), findet auch in Mitteleuropa Gerstenanbau statt.
Während des Mittelalters war die Gerste als ertragreiches Viehfutter geschätzt.
Dank der Züchtung können die Erträge, vor allem auf anspruchloseren Standorten, mit den Weizenerträgen konkurrieren. Gerste ist eines der klassischen Getreide der Antike. Sie ist vor mehr als 8000 Jahren im Zweistromland und am Nil angebaut worden. Sie ist eng verwandt mit der im Nahen Osten vorkommenden Wildgerste (Hordeum spontaneum).
Anbau
Gerste gedeiht am besten auf tiefgründigen, gut durchfeuchteten Böden. Aber auch mit ungünstigen Bedingungen kommt sie gut zurecht und ersetzt dabei zum Beispiel in von Versalzung betroffenen Gebieten andere Arten wie den Weizen. Ihre Winterhärte ist weniger ausgeprägt als die von Weizen oder Roggen. Beim Anbau wird zwischen Winter- und Sommergerste unterschieden. Wintergerste ist ertragreicher und wird im September gesät. Die Ausbildung von Nebentrieben (Bestockungstriebe) ist vor dem Winter abgeschlossen. Aus ihnen entwickeln sich im Frühjahr die Ähren tragenden Halme. Nach den Phasen der Bestockung, des Schossens und des Ährenschiebens folgt die Blüte. Gerste zählt zu den Selbstbefruchtern. In der Regel eröffnet die Wintergerste die Getreideernte. Die Aussaat der Sommergerste erfolgt im Frühjahr. Sie reift in weniger als 100 Tagen heran und benötigt deutlich weniger Wärme als die Wintergerste.
Die Ernte erfolgt bei Gelb- bis Vollreife. Wintergerste liefert, je nach Standort, zwischen 50-90 dt/ha, Sommergerste zwischen 40-60 dt/ha.
Nutzung
Da die Körner mit den Spelzen verwachsen sind, besitzt die Gerste einen hohen Zelluloseanteil (8-15 %). Ohne Spelzen enthalten Gerstenkörner 60-70 % Kohlenhydrate, überwiegend in der Form von Stärken, 11 % Eiweiße, 10 % Ballaststoffe, je 2 % Fett und Mineralien sowie das Vitamin B.
Die wirtschaftliche Bedeutung von Gerste ist geringer als die der Getreidearten Weizen, Mais und Reis. Die Kornerträge der Gerste werden überwiegend als Futtergetreide verwendet, da insbesondere die Wintergerste relativ viel Eiweiß (12-15 %) enthält.
Für die menschliche Ernährung können aus Gerste Grütze bzw. Graupen hergestellt werden; gelegentlich wird auch Mehl erzeugt. Eine besondere Verwendungsform ist der Malzkaffee.
Hierfür muss die Gerste erst ankeimen, bevor sie als Malz gedarrt und dann gemahlen und geröstet wird. Ein erheblicher Anteil der zweizeiligen Sommergerste dient der Biererzeugung, da deren Körner relativ wenig Eiweiß (< 9 %) und viele Kohlenhydrate (> 65 %) enthalten. Der Gerste werden auch Heilwirkungen
zugesprochen. Schösslinge wirken entwässernd und fiebersenkend.
2004 wurden laut Food and Agriculture Organization weltweit 155 Mio. t Gerste geerntet.
Bild:Gerste.jpg|Feld mit Gerste kurz vor der Ernte
Bild:Gerstenpflanze.jpg|Gerstenhalm
Bild:Gerstenkoerner.jpg|Gerstenkörner
Produkte aus geschälten Gerstenkörnern
- Gerstengrütze Hierfür werden die geschälten Gerstenkörner zu Grütze geschnitten. Grütze wird in unterschiedlicher Körnung in den Handel gebracht.
- Graupen (auch: Rollgerste oder Kochgerste) erhält man durch Schleifen der Gerstenkörner, wobei auch die Spitzen gerundet werden. Am bekanntesten sind die "Perlgraupen". Dazu wird Grütze auf Schleifmaschinen bearbeitet, bis sie ihre rundliche Form erhalten.
- Gerstenflocken werden aus hydrothermisch behandelten Gerstenkörnern gewalzt.
- Gerstenmehl wird durch die Vermahlung von Gerstenflocken hergestellt.
Literatur
- Elisabeth Schiemann; Weizen, Roggen, Gerste. Systematik, Geschichte und Verwendung. 1948
- i.m.a e.V.: Pflanzen in der Landwirtschaft, 2004
Weblinks
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/mercks/band/21/seite/0154/mercks_b21_s0154.html#Gerste Klemens Merck's Warenlexikon, 3. Aufl. 1884]
- [http://www.manufactum.de/dmc_mb3_encyclopedia_pi1.name/G/Merck_s_Warenle.2056.0.html Klemens Merck's Warenlexikon, 7. Aufl. 1920]
- [http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GG09198 Deutsches Wörterbuch, Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, 1854]
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über Gerstenkorn, die lästige bis äußerst schmerzhafte Entzündung am Augenrand siehe unter Hordeolum.
Kategorie:Süßgräser
Gerste
Gerste
ja:オオムギ
Malz
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Malz ist durch Mälzung gekeimtes und getrocknetes Getreide (meist Gerste, auch Roggen oder Weizen o.a.).
Für die Herstellung von Malz werden spezielle Getreidesorten, sog. Braugersten (meist 2-zeilige Sommergersten, aber auch Wintergersten) oder Brauweizen eingesetzt.
Das gereinigte Getreide wird in Wasser eingeweicht. Dadurch steigt der Wassergehalt auf ca. 40 % an. Die Temperatur im Keimkasten wird bei ca. 15 °C gehalten. Im Mehlkörper (Endosperm) werden dadurch verstärkt Enzyme zum Eiweißabbau (Proteinasen), Stärkeabbau (Amylasen) des Weiteren Cellulasen und Pentosanasen gebildet. Diese Enzyme führen die Reservestoffe des Mehlkörpers in lösliche Stoffe über, die dem Keimling zum Wachstum dienen. Nach ca. 5-7 Tagen wird die Keimung durch schonendes Trocknen (Darre bei 80 °C) beendet, der heraus gewachsene Keimling entfernt (-->Futtermittel). Das Malz ist danach lagerfähig. Für die Weiterverwendung wird es geschrotet oder vermahlen.
Inhaltsstoffe eines Weizenmalzmehles (i.Tr.):
- Wasser 10 %
- Maltose 8 %
- Stärke 57 %
- Eiweiß 12 %
- Mineralstoffe 1-2 %
Bekannteste Verwendung ist die für das Bierbrauen. Durch unterschiedlich stark gedarrte Malze entstehen helle bis dunkle Biere. Aber auch bei der Herstellung von Whisky wird Malz verwendet. Malzkaffee gilt als gesunder und auch für Kinder geeigneter Kaffee-Ersatz. Malzmehl (meist aus Weizen) wird in der Bäckerei bzw. Mühle zur Verbesserung von triebschwachen Mehlen eingesetzt. Der hohe Gehalt an vergärbaren Zuckern und Amylasen fördert das Gasbildungsvermögen in Teigen und die Bräunung der Gebäcke.
Siehe auch
Hopfen, Grünmalz, Darre, Bier, Malzextrakt, Maltol
Weblinks
- http://www.bier.de
- [http://www.bestmalz.de Interessante Infos rund um Malz und Bier]
- [http://www.info-oberhavel.de/orte/malz.htm Infos zum Ort Malz]
Kategorie:Getreide
Kategorie:Brauprozess
ja:麦芽
Reis
Reis (vom Lat. risus, Oryza sativa L.) ist eine Getreideart aus der Ordnung der Süßgräser (Poales) mit breiten Blättern und langen Rispen.
Wildform und Unterarten
Rispe]
Reis hat zwei Wildformen: Oryza rufipogon (einjährig, klassischer Wildreis) und Oryza nivara (ausdauernd). Beide können sich untereinander und mit domestiziertem Reis kreuzen, deshalb plädieren einige Forscher dafür, sie zu einer Art zusammenzufassen.
Wilder Reis kommt natürlich in Feuchtgebieten der subtropischem und tropischen Klimazonen Asiens vor, zum Beispiel in Burma, Thailand, Laos und Südchina . Wilder Reis findet sich auch im südlichen Korea, sowohl Oryza rufipogon als auch verwilderter domestizierter Kurzkornreis und Kreuzungen von Wildreis mit Langkorn- und Kurzkornreis. Die einfache und häufige Hybridisierung macht die Identifikation der Ursprungsgebiete schwierig.
Wilder Reis (Oryza rufipogon) kommt heute noch im nördlichen Jiangxi und Hunan vor und wurde inzwischen auch im Jangtze-Tal gefunden, was eine örtliche Kultivierung möglich macht (Crawford/Shen 1998, 858). Im frühen Neolithikum war das Klima jedoch wärmer und trockner als heute, damit war Wildreis wahrscheinlich nicht so weit nach Norden verbreitet wie heute. Man geht aber inzwischen trotzdem davon aus, daß Reis (Oryza japonica) im Jangtze-Tal selbst domestiziert wurde.
Die wichtigsten Unterarten von Oryza sativa sind:
- Oryza sativa japonica, Kurzkornreis, auch Klebreis
- Varietäten der gemäßigte Zone
- Varietäten der Tropen, Oryza sativa javanica
- Oryza sativa indica, Langkornreis
- Oryza glaberrima, afrikanischer Reis
- Oryza glutinosa L. wird zum Beispiel in China oder Thailand angebaut.
Der so genannte Wildreis Zizánia aquática gehört nicht zur Familie von Oryza sativa L.
Aussehen und Nährstoffgehalt
Der Kulturreis kann bis zu 30 Halme ausbilden. Diese sind 50 bis 160 cm hoch und tragen eine schmale überhängende Rispe mit einblütiger Ähre, die 80 bis 100 Körner enthalten kann. Aus einem Saatkorn können damit fast 3000 Reiskörner entstehen.
Reis besteht zu etwa 76 % aus Stärke und zu etwa 7–8 % aus Eiweiß. Er enthält 1,3 % Fett und 0,6% Spurenelemente, vor allem Phosphor, aber auch Eisen und Magnesium, aber wenig Natrium, Kalzium oder Kalium. Aufgrund seiner Armut an Natrium eignet sich Reis zur Entwässerung des Körpers bei Übergewicht und Bluthochdruck.
Reis enthält die Vitamine B1 und B2, die sich vor allem in der oberen Schicht des Korns befinden, die beim Polieren abgeschliffen wird. Deshalb kann es beim ausschließlichen Verzehr von geschältem Reis zu ernsthaften Mangelkrankheiten kommen (Beri-Beri), die bis zum Tode führen können. Die Vitamine A, B12, C und D fehlen im Reis völlig.
Geschichte der Kultivierung
Reis wurde anscheinend an mehreren Orten der Welt unabhängig voneinander domestiziert. Das wird auch von genetischen Untersuchungen gestützt.
Domestikationszentren:
- Oryza sativa japonica
- Südchina, in den Tälern des mittleren Yangtze und des Huai
- Südasien
- Hochländer Südwestchinas
- Oryza sativa indica
- Nordindien, vielleicht im Gangestal
- Südindien
Die Unterscheidung von Kurz- und Langkornreis ist bei verbrannten Körnern, die den Hauptteil der archäologischen Funde ausmachen, nicht immer sicher. Die Identifikation von Oryza sativa ist an die Größe der Körner gebunden und daher ebenfalls oft unsicher. Wildreis hat eine brüchige Ährchengabel (Rachis), lange und dichte Grannen, die Ährchengabel wird jedoch selten gefunden. Pollenanalytisch läßt sich Reis nicht von anderen Gräsern unterscheiden.
Oryza sativa indica wurde vermutlich unabhängig von Oryza sativa japonica in Südchina und Hinterindien domestiziert. Ob sein Vorfahre eine andere Unterart von Oryza rufipogon war als bei Oryza japonica ist noch umstritten, DNA-Analysen scheinen jedoch auf einen gemeinsamen Vorfahren hinzudeuten.
China
Als Zentrum der Reisdomestikation werden gewöhnlich die Täler des Yangtse und Huai angenommen. In China gibt es ca. 120 Fundstellen mit Reisresten. Die meisten sind jünger als 5000 BC, die Mehrzahl liegt am mittleren Jangtze (zwischen den Drei Schluchten und der Mündung des Poyang Hu), der Rest in Südchina, einige wenige in dem Tal des Gelben Flusses (Huanghe).
Nutzung von Wildreis
Wildreis wurde in der Höhle von Yuchan und in Xianrendong im Jangtze-Tal gefunden (Higham/Lu 1998, 869). Vermutlich zwang das zunehmend trockne und kalte Klima des ausgehenden Pleistozän die Jäger und Sammler des Jangtze-Tals zu einer verstärkten Nutzung von Wildgräsern, als Früchte und Nüsse spärlicher wurden. Zu dieser Zeit wurde auch schon Keramik genutzt. Aus Hemudu (Zhejiang) stammt ein Topf, der gekochten Reis enthielt und auf ca. 7000 BP datiert wird.
In der Höhle von Diaotonghuan am Jangtze (Jianxi-Provinz) wurde eine Stratigrafie ergraben, die das späte Pleistozän bis ins mittlere Holozän (Neolithikum) umfasst. wurden die Phytolithen von Reis bereits in Schichten des ausgehenden Pleistozäns gefunden. Wilder Reis wurde also vermutlich gesammelt. Ab 8000 v. Chr. taucht die erste, sehr grobe Keramik auf, die teilweise mit Schnurabdrücken verziert ist. Aus den entsprechenden Schichten stammen Phytoliten, die die Morphologie domestizierten Reises zeigen. Zuverlässige 14C-Daten fehlen jedoch.
Nach der Theorie von Zh. Zhao und Kollegen (1998) wurde bereits im späten Pleistozän Wildreis gesammelt. In einer späteren Phase war der Reis bereits teildomestiziert, ab 7500 gehen Zhao et al. von einem Vorherrschen von domestiziertem Reis in der Ernährung aus. Die Isotopenanalyse menschlicher Knochen aus Xianrendong und Diaotonghuan scheint die Reisnutzung im frühen Holozän zu belegen (MacNeish et al. 1997), allerdings wurde die Datierung der Knochen angezweifelt (Crawford/Shen 1998, 862).
Higham und Lu nehmen an, daß Reis im mittleren Jangtze-Tal seit dem Anfang des Holozäns angebaut wurde, weil die Wildvorkommen den Bedarf der örtlichen Jäger und Sammler nicht mehr decken konnten.
Domestizierter Reis
Die Datierung von domestiziertem Reis aus dem Jangtze-Gebiet auf 11500 BP (Spencer P.M. Harrington: [http://www.archaeology.org/online/news/rice.html Earliest Rice], Archaeological Institute of America.) wird in der Fachwelt überwiegend mit Mißtrauen betrachtet, da hier morphologische Untersuchungen der Korner bisher nicht vorgelegt wurden. Nicht immer ist der Zusammenhang der sehr kleinen Körner mit den Funden aus der Umgebung gesichtert. Am zuverlässigsten sind AMS-Daten der Getreidekörner selber. Bisher liegen aus China 14 Daten vor, von denen keines älter ist als 7000 v. Chr. Die ältesten direkten Daten liegen zwischen 6000-7000 v. Chr. und stammen aus Pengtoushan (7775+90 BP, OxA-2210, ein Reiskorn, das in Keramik eingebettet war) im Jangtze-Tal und Jiahu im Huai-Tal (Henan, Peiligang-Kultur)). In Pengtoushan wurde Reisstroh und Samenhülsen genutzt, um Keramik zu magern.
In der Feuchtbodensiedlung Bashidang, die zur Pengtoushan-Kultur gehört, wurden unverkohlte Reste von über 15.000 Reiskörnern gefunden, die sich unter Luftabschluss in feuchtem Sediment erhalten hatten. Angeblich handelt es sich um eine frühe Form des domestizierten Reises. Die entsprechenden Schichten datieren zwischen 8400-7700 BP. Hölzerne Stößel wurden vielleicht zum Enthülsen von Reis genutzt, außerdem wurden auch hölzerne Spaten gefunden, die vielleicht im Ackerbau eingesetzt wurden. Pfahlbauten, eingetiefte und ebenerdige Häuser zeigen vielleicht eine seßhafte Lebensweise an. Auch Keramik wurde hergestellt,
Vermutlich domestizierter Reis wurde in der Lijiacun-Kultur, 7000-6000 v. Chr.; in Hunan in der Yuchanyan-Kultur (9000-8000 v. Chr.) genutzt (Crawford/Shen 1998, 862).
In Jiahu wurden Reiskörner in der Keramik und Phytolithen gefunden. Eine Analyse der Menschenknochen zeigte ein Überwiegen von C3-Pflanzen, zu denen auch Reis gehört, in der Ernährung (Juzhong/Xiangkun 1998, 898).
Am Gelben Fluß (Lijiacun) ist domestizierter Reis ab 7000 BP nachgewiesen. Für Südchina ist domestizierter Reis wesentlich später belegt. Shixia in Guandong, der bislang älteste Nachweis, datiert auf 4850-4600 BP.
Korea
Gewöhnlich ging man davon aus, daß sich der kultivierte Reis erst ab der Bronzezeit nach Korea ausbreitete. Inzwischen sind aber aus Kawaji, Fundstelle 1 in Südkorea Reisreste bekannt, die mit der Radiokarbonmethode an das Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. datiert werden (Crawford/Shen 1998, 862). Außerdem wurden Reis-Phytolithen gefunden.
Japan
Gewöhnlich nimmt man an, daß die Kenntnis des Reisanbaus um ca. 300 v. Chr. Japan erreichte, entweder über China oder über Korea. In Okinawa ist Reis aber erst ab 800 n. Chr. nachgewiesen, daher wird die Kenntnis des Reisanbaus kaum direkt aus China übernommen worden sein.
Reis-Phytolithen sind bereits aus Keramik der mittleren Jomon-Phase bekannt. Die ältesten AMS-Daten von Reiskörnern (1000-800 v. Chr.) stammen aber erst aus der späten Jomon-Kultur im nördlichen Honschu.
Thailand
Die Theorie einer lokalen Domestikation von Reis am Golf von Siam stützte sich auf die Datierung von Reis und menschlichen Knochen von der Fundstelle von Khok Phanom Di in das 7. Jahrtausend, die inzwischen zurückgenommen wurde (Higham/Lu 1998, 873). Auch die frühen Daten für Non Nok Tha und Bang Chiang konnten nicht bestätigt werden. Bislang sind damit von dem südostasiatischen Festland keine frühen Reisfunde bekannt, was eine lokale Domestikation natürlich nicht ausschließt.
Indien
Reis wurde in Indien bereits im Mesolithikum als Sammelpflanze genutzt.
Funde von domestiziertem Reis vom Vindhya-Plateau im nordwestlichen Mittelindien wurden zwischen 6000-5000 v. Chr. datiert, diese Daten werden aber nicht von allen Forschern anerkannt. Aus Chopanimando stammen Reisabdrücke auf keramischen Gefäßen. Reiskultivierung inTaradih und Khairadih ist seit dem 5. Jahrtausend nachgewiesen.
Im östlichen Indien ist Keramik, die mit Druschresten von Reis gemagert ist, aus Chirand bekannt. Sie datiert vermutlich ins 3. Jahrtausend.
Aus Rangpur und Lothal, Siedlungen der Harappa-Kultur, stammen Topfscherben, die angeblich mit Reisstroh gemagert sind. Das ist bisher der einzige und unsichere Nachweis für die Domestikation von Reis in der Harappa-Kultur. Sichere Nchweise von Reis-Körnern aus dem Industal stammen erst aus dem späten 2. Jahrtausend.
USA
Reis wird seit dem späten 17. Jahrhundert in Amerika angebaut und spielt seither in vielen typisch amerikanischen Gerichten eine wichtige Rolle. Um die Frage, wie der Reis in die USA kam, ranken sich ganz unterschiedliche Geschichten. Eine davon erzählt von einem holländischen Schiff, das 1694 auf dem Weg nach Madagaskar von einem Sturm so gebeutelt wurde, dass es im Hafen von Charleston in South Carolina Zuflucht suchen musste. Die Bewohner Charlestons nahmen die Besatzung herzlich auf und halfen bei der Reparatur des Schiffes. Vor der Weiterfahrt übergab der dankbare Kapitän ihnen als Dankeschön eine Probe seiner Fracht, bekannt als die "goldene Reissaat". Diese wertvollen Reissamen waren die Urkeime der mittlerweise berühmten Reissorte "Carolina Golde". South Carolina wurde so der erste amerikanische Bundesstaat, in dem Reis angebaut wurde. Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg verlagerte sich der Reisanbau nach Arkansas, Kalifornien, Texas, Louisiana, Mississippi, Missouri und Florida. Heute sind die USA einer der größten Reis-Exporteure weltweit: 14 % des Reises auf dem Weltmarkt stammen aus den USA. Arkansas, Kalifornien und Louisiana machen dabei über 80 % der gesamten Reisanbauflächen der USA und der Gesamtproduktion von USA Reis aus.
Ausbreitung
Seit 400 v. Chr. wird Reis in Mesopotamien angebaut. Bereits die Römer kannten Reis, vermutlich wurde er aus Ägypten importiert. Die Mauren brachten den Reis nach Europa. Mit den Türken gelangte der Reis auf die Balkanhalbinsel.
Nach Amerika kam der Reis mit den Spaniern im späten 17., nach Australien im 19. Jahrhundert.
Heutige Anbaugebiete
Asien - und insbesondere China, Indien und Südostasien - sind das Hauptanbaugebiet für Reis, mehr als 90 % des Ertrages wird dort erbracht. Bedeutende Anbaugebiete liegen auch in den USA und in Norditalien (Poebene). Seit kurzem wird Reis auch in der Magadinoebene in der Schweiz angebaut.
Reisanbau
Reis kann in Abhängigkeit vom vorherrschenden Ökosystem auf vier verschiedene Arten angebaut werden:
- regenabhängiger Bergreisanbau
- regenabhängiger Niederungsreisanbau
- Tiefwasserreisanbau
- Nassreisanbau
Trockenreis
Trockenreis wird vor allem in Regionen mit wenig Niederschlag oder im Gebirge angebaut. Diese Art von Anbau ist aufwändig, weil der Unkrautwuchs nicht durch das Wasser gehemmt wird.
Streusaatverfahren
Im Streusaatverfahren wird nicht so viel Wasser benötigt, die Erträge sind jedoch wesentlich geringer als bei Wasserreis. In vielen asiatischen Ländern wird der Trockenreis trotz seines deutlich höheren Preises wegen des ausgeprägteren Aromas sehr geschätzt. Der Bergreis wird in Höhen bis zu 2000 m angebaut.
Nassreisanbau
80 % der Weltreisernte werden im Nassreisanbau erzeugt. Reis ist ursprünglich keine Wasserpflanze, sondern hat sich seit Jahrtausenden durch Zucht und natürliche Selektion an die Überflutung der Felder angepasst. Viele Unkräuter und bodenlebende Schädlinge werden durch die Flutung am Wachstum gehindert, was der hauptsächliche Grund für den Wassereinsatz beim Reisanbau ist. Pro Kilogramm Reis werden zwischen 3000 und 5000 Litern fließendes Wasser benötigt. Fließt das Wasser zu schnell, werden Bodenbestandteile und Nährstoffe abgeschwemmt, fließt das Wasser zu langsam, bilden sich Algen.
Im Tiefland kann Naßreisanbau mit Bewässerung über Brunnen zu sinkendem GrundwasserSpiegel führen. Die chinesische Regierung hat daher rund um Peking den Reisanbau verboten, da sich dort der Grundwasserspiegel um bis zu drei Meter abgesenkt hat, was die boomende Wirtschaft behindert.
Je nach Sorte, Anbauart und -gebiet sind pro Jahr zwischen ein und drei Ernten möglich.
Naßreisanbau ist sehr arbeitsintensiv, ermöglicht aber sehr viel höhere Erträge als das Streusaatverfahren. Die Arbeitsgänge sind:
- Aussaat in das relativ trockene Pflanzfeld (hier zeigt sich, dass der Reis keine echte Wasserpflanze ist; direkt ins Wasser gesät geht er nicht auf)
- Durchmischung des Bodens auf dem geplanten Reisfeld mit Wasser, meist mit Pflügen hinter Wasserbüffeln
- Umsetzen der Setzlinge vom Pflanzfeld in das Reisfeld per Hand
- Bewässern des Feldes während der Wachstums- und Reifezeit, weitere Pflege ist nicht nötig; Probleme entstehen, wenn der Wasserspiegel während der Regenzeit zu stark ansteigt oder wenn der Monsunregen zu gering ausfällt.
- In den Bewässerungsgräben der Reisfeldern gedeihen in einigen Weltregionen auch Kleinfische und Krustentiere, die oft die einzige Proteinquelle der einfachen Bauern darstellten. Durch Pestizideinsatz wurden diese inzwischen allerdings weitgehend ausgerottet.
- nach etwa vier bis sechs Monaten Trockenlegung der Felder und Ernte mit Hand-Sicheln oder Sichelringen, Bündelung der Pflanzen und Abtransport oder Dreschen vor Ort. Das Stroh wird inzwischen meist auf den Feldern verbrannt.
Man geht davon aus, dass der Nassreisanbau heute 17 % des Methans in der Erdatmosphäre erzeugt. Durch die starke Wässerung des Bodens entsteht ein fast sauerstofffreier Lebensraum für anaerobe, methanerzeugende Bakterien (Methanbildner). Der Methanausstoß kann reduziert werden, indem man den Boden zwischenzeitlich austrocknen läßt.
maschineller Anbau
In Süd-Europa und Amerika lohnt sich der Reisanbau nur durch Einsatz von Maschinen. In den USA wird der Reis mit Hilfe von Flugzeugen auf leicht geflutete Felder gesät und dann von den abgetrockneten Feldern mit Mähdreschern geerntet.
Verarbeitung
- Nach der Ernte wird der Reis getrocknet und gedroschen. Er heißt nun Paddyreis.
- In einer Reismühle werden die Spelzen entfernt, die etwa 20 % des ursprünglichen Gewichtes ausmachen. Das Korn ist dann nur noch von dem bräunlichen Silberhäutchen umgeben und heißt nun Cargoreis. In diesem Zustand wird der meiste nach Deutschland exportierte Reis angeliefert.
- Wird der Reis poliert, um das Silberhäutchen und den Keimling zu entfernen, so geht ein großer Teil der Mineralstoffe und Vitamine verloren. Ausschließlicher Verzehr von poliertem Reis führt zur Vitamin B1-Mangelkrankheit Beriberi.
- Um den Verlust an Vitaminen zu verhindern, wurde in den USA das Parboiled-Verfahren entwickelt: Mit hohem Dampfdruck werden die Vitamine vor dem Polieren in das Korn hineingepresst, sodass ein großer Teil der Vitamine erhalten bleibt.
Schädlinge
Bei der Lagerung kann der Reis von Reiskäfern (Sitophilus oryzae) befallen werden, die zur Familie der Rüsselkäfer gehören. Die Larven der Käfer wachsen in den Reiskörnern heran und fressen sie von innen aus auf. Die Käfer vermehren sich auch im verpackten Reis weiter.
Bei Rüsselkäferbefall befinden sich nicht nur die ausgewachsenen Käfer im Reis, sondern es gibt auch auch Reiskörner mit punktförmigen Fraßspuren und von | | |