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GewässergüteklasseAnhand der Gewässergüteklasse wird der Zustand von Fließgewässern dargestellt. Die sieben Gewässergüteklassen basieren auf dem Saprobiensystem und werden in Gewässergütekarten dargestellt.
Das Saprobiensystem erlaubt eine Einordnung eines Gewässers anhand von Leitsaprobien in eine von vier Güteklassen. Dazu werden der chemische Sauerstoffbedarf (CSB), der biologischer Sauerstoffbedarf BSB5, der pH-Wert, der Totale Organische Kohlenstoff und der Saprobienindex zugrundegelegt.
Die vier Gewässergütestufen des Saprobiensystems werden durch drei Zwischenstufen ergänzt, so dass eine biologische Klassifikation eines Fließgewässers in sieben Stufen möglich ist:
- Güteklasse I (unbelastet bis sehr gering belastet, Kartierung in dunkelblau): Reines, stets annähernd sauerstoffgesättigtes Wasser, nährstoffarm, geringer Bakteriengehalt, mäßig dicht besiedelt. Laichgewässer für Salmonidae. Nur in Quellbächen und anthropogen unbeeinfußten Gebieten. Saprobienindex kleiner 1,5, Sauerstoffgehalt 95-105%, BSB5 ca. 1 mg/l.
- Güteklasse I-II (gering belastet, Kartierung in hellblau): Geringe organische oder anorganische Nährstoffzufuhr, keine nennenswerte Sauerstoffzehrung. Vielfältige und dichte Besiedlung. In der Regel Oberläufe von Gebirgs- und Mittelgebirgsbächen. Saprobienindex 1,5-1,8, Sauerstoffsättigung 85-95%, BSB5 1,0-2,0 mg/l, Ammonium bis 0,1 mg/l.
- Güteklasse II (mäßig belastet, Kartierung in dunkelgrün): Mäßige Verunreinigung und noch gute Sauerstoffversorgung. Sehr große Artenvielfalt und Individuendichte: Algen, Schnecken, Kleinkrebse, Insektenlarven, insbesondere große Flächen mit Wasserpflanzen. Ertragreiche Fischgewässer. Mittel- und Unterläufe großer Flüsse und sommerwarme Flachlandbäche. Saprobienindex 1,8-2,3, Sauerstoffgehalt mehr als 6 mg/l, BSB5 2-6 mg/l, Ammonium bis 0,3 mg/l.
- Güteklasse II-III (kritisch belastet,Kartierung in gelbgrün): Belastung mit organischen sauerstoffzehrenden Stoffen bewirkt kritischen Zustand. Fischsterben wegen Sauerstoffmangels möglich, Artenrückgang bei Makroorganismen, Massenentwicklungen auch von Algen. Saprobienindex 2,3-2,7, Sauerstoffsättigung zum Teil weniger als 50%, BSB5 5-10 mg/l, Ammonium bis 1,0 mg/l.
- Güteklasse III (stark verschmutzt,Kartierung in gelb): Starke organische sauerstoffzehrende Verschmutzung und dadurch meist niedriger Sauerstoffgehalt. Örtlich Faulschlammablagerungen und Kolonien von fadenförmigen Abwasserbakterien. Populationen von Schwämmen, Egeln, Wimpertierchen und Wasserasseln größer als der Algen. Geringe Fischereierträge, periodisches Fischsterben. Saprobienindex 2,7-3,2, Sauerstoffgehalt zum Teil unter 2 mg/l, BSB5 7-13 mg/l, Ammonium über 0,5 mg/l; kann bis zu mehreren ml/l erreichen.
- Güteklasse III-IV (sehr stark verschmutzt,Kartierung in orange): Weitgehend eingeschränkte Lebensbedingungen durch Verschmutzung und geringen Sauerstoffgehalt; verstärkt durch toxische Stoffe. Zeitweilig totaler Sauerstoffschwund. Trübung durch Abwasserschwebstoffe, Faulschlammablagerungen mit Zuckmückenlarven und Schlammröhrenwürmer. Abwasserpilz bedeckt Gewässergrund, deutlicher Abwassergeruch. Kaum Fischpopulationen. Saprobienindex 3,2-3,5, Sauerstoffgehalt unter 1 mg/l, BSB510-20 mg/l, Ammonium mehrere mg/l, oft auch toxische Stoffe.
- Güteklasse IV (übermäßig verschmutzt, Kartierung in rot): Übermäßige Verschmutzung durch organische sauerstoffzehrende Abwässer, Fäulnisprozesse vorherrschend. Sauerstoff über lange Zeiten nur in sehr niedrigen Konzentrationen oder nicht vorhanden. Besiedlung nur durch Bakterien und Geißeltierchen, zeitweilige biologische Verödung. Abwasserpilz und Schwefelbakterien lassen Gewässer weiß erscheinen. Saprobienindex größer 3,5, Sauerstoffgehalt gegen 0 mg/l, BSB5 mehr als 15 mg/l, Ammonium mehrere mg/l, auch toxische Stoffe.
Nach der Wiedervereinigung wurde eine achte Güteklasse eingeführt, die seit 1995 aber nicht mehr verwendet wird:
- Güteklasse V (ökologisch zerstört): Biologisches Gleichgewicht zerstört, keine Besiedlung oder nur durch spezialisierte Bakterien. Insbesondere anaerobe Gewässer mit Sulfatreduktion und sehr starker toxischer Belastung.
Da die biologische Zonierung in stehenden Gewässern eine andere als in Fließgewässern ist, eignet sich das Saprobiensystem nur sehr beschränkt zur Qualitätsbeurteilung von stehenden Gewässern. Deshalb werden stehende Gewässer mit dem Trophiensystem nach dem Grad ihrer Trophierung in Trophiestufen gemessen.
Neben der biologisch-chemischen Gewässergüte gibt es auch die Strukturgüte eines Gewässers, die die anthropogene Gestaltung, zum Beispiel Brücken, Begradigungen oder Uferbefestigungen beschreibt.
Siehe auch
- Gewässer
- Naturschutz
- Saprobie
Websites
- http://europa.eu.int/water/water-bathing/index_en.html jährlicher Report der Europäischen Kommission über die Eignung von Gewässern als Badewasser
- http://www.bmu.de/gewaesserschutz/doc/3553.php Seite des Umweltbundesamtes über die Qualität von deutschen Badegewässern
- http://www.lua.nrw.de/wasser/oberflaechengewaesser/gewaesserguete/guesonline.htm Aktuelle Messwerte von Gewässern in Nordrhein-Westfalen
Kategorie:Gewässer
Kategorie:Wasserwirtschaft
Kategorie:Limnologie
Kategorie:Wasser
FließgewässerEin Fließgewässer ist ein Oberflächengewässer des Binnenlandes, in dem sich im Gegensatz zu stehenden Gewässern wie Seen oder Tümpeln Wasser über lange Strecken in Bewegung befindet. Der Begriff umfasst dabei Gewässer, die im normalen Sprachgebrauch als Rinnsale, Bäche und Flüsse bekannt sind. Die fließende Bewegung ist Grundlage für Auswaschungen.
Die Erforschung der Binnengewässer, also der Gesamtheit von Stillgewässern und Fließgewässern, erfolgt in der Wissenschaft der Limnologie, einem Teilbereich der Ökologie.
Definitionen für Fließgewässer
In der Hydrologie sind Fließgewässer im Gegensatz zu stehenden Gewässern offene Ökosysteme und unterliegen aufgrund eines Gefälles der Schwerkraft. Sie münden fast immer in Meere oder in Ausnahmefällen in stehende Gewässer. Unterirdische fließende Gewässer und stehende Gewässer bezeichnet man als Grundwasser und Höhlengewässer.
Rechtlich gesehen, z.B. im Sinne des Landeswassergesetzes Nordrhein-Westfalen, sind Fließgewässer oberirdische Gewässer mit ständigem oder zeitweiligem Abfluss, die der Vorflut für Grundstücke mehrerer Eigentümer dienen.
Einteilung und Beschreibung der Fließgewässer
Kriterien zur Unterscheidung von Fließgewässern können die Breite, die Wasserführung, die Fließgeschwindigkeit und das Einzugsgebiet sein. Nach Breite des Wasserspiegels unterscheidet man
- Quellbäche (bis 1 m breit, Einzugsgebiet bis 2 km2)
- große Bäche (1-3 m breit, Einzugsgebiet 2-50 km2)
- kleine Flüsse (3-10 m breit, Einzugsgebiet bis 50-300 km2)
- große Flüsse und Ströme (mehr als 10 m breit, Einzugsgebiet größer als 3000 km2)
Die biologische Qualität von Fließgewässern wird anhand des Saprobiensystems in Gewässergüteklassen eingeteilt. Eine aktuell weitgehend akzeptierte ökologische Klassifikation bietet das River Continuum Concept.
In Abhängigkeit vom Wasserangebot (z.B. Niederschlag) kann es in einem Fließgewässer zu Hochwasserereignissen oder Niedrigwasserzeiten kommen. Aus Wasserstandsaufzeichnungen z.B. von Pegeln kann ein Mittelwasserstand bestimmt werden.
Kategorie:Limnologie
Kategorie:Biotop
Kategorie:Wasserwirtschaft
Kategorie:Gewässer
Kategorie:Fluss
simple:Stream
SaprobiensystemDas Saprobiensystem ist ein System zur Ermittlung des biologischen Verschmutzungsgrades von Fließgewässern und Einordnung in Gewässergüteklassen. Dazu nutzt man die im Gewässer aufgefundenen Saprobien (bestimmte Arten von Pilzen, Bakterien und Protozoen) als Bioindikatoren.
Saprobität
Nach der so genannten Prager Konvention wird Saprobität folgendermaßen definiert:
:Saprobität ist im Rahmen der Bioaktivität des Gewässers die Summe aller der Primärproduktion gegenüberstehenden Umsatzprozesse, also der mit einem Verlust an potentieller Energie verknüpften Vorgänge.
Die Saprobität von Gewässern kann umfassend folgendermaßen eingeteilt werden:
- Katharobität: fast keine Saprobien, ausschließlich Grundwasser mit Trinkwasserqualität
- Limnosaprobität: sauberes bis verunreinigtes Oberflächengewässer, unterteilt in die Güteklassen nach Kolkwitz (s.u.)
- Eusaprobität: belebte Abwässer
- Ultrasaprobität: Flüssigkeiten, in denen keine biologische Aktivität mehr möglich ist
Von ökologischer Bedeutung ist die Limnosaprobität.
Zur Ermittlung der Gewässergüteklasse anhand des Saprobiensystems werden biochemische und biozönotische Merkmale herangezogen und anhand dieser Messergebnisse eine Einordnung des Fließgewässers in Gewässergüteklassen vorgenommen.
Biochemische Merkmale
Die Saprobität wird mit allen Vorgängen gleichgesetzt, die im Wasser vorhandenen Sauerstoff verbrauchen. Maßstäbe für den Gesamtsauerstoffverbrauch sind der
- Chemische Sauerstoffbedarf (CSB), der durch Oxidation bestimmt wird und der
- Biochemischer Sauerstoffbedarf (BSB), der bestimmt wird, indem man einer Wasserprobe Biomasse abbauende Bakterien zusetzt und deren Sauerstoffbedarf misst.
Als Anhaltspunkt für die Verschmutzung eines Fließgewässers dient dabei der Einwohnergleichwert (z.Zt. in Deutschland 60-65 g pro Tag und Einwohner). Teilt man den gemessenen BSB5-Wert durch den Einwohnergleichwert, erhält man eine Angabe über die rechnerische Zahl der Einwohner, die ihre Abwässer am Messpunkt eingeleitet haben.
Biozönotische Merkmale
Bestimmte Arten von Saprobien sind typisch für einen bestimmten Belastungsgrad des Fließgewässers an organischen Stoffen. Es lassen sich anhand der gefundenen Saprobien vier verschiedene Güteklassen sehr trennscharf ermitteln.
Güteklasse
Man unterscheidet nach Kolkwitz Leitsaprobien (Zeigerorganismen), die in der
- oligosaproben Zone (Gewässergüteklasse I: unbelastet bis sehr gering belastet)
- β-mesosaproben Zone (Gewässergüteklasse II: mäßig belastet)
- α-mesosaproben Zone (Gewässergüteklasse III: stark verschmutzt)
- polysaproben Zone (Gewässergüteklasse IV: übermäßig verschmutzt)
heimisch sind.
Zur Unterscheidung werden 48 Leitsaprobien herangezogen.
Saprobienindex
Jedem gefundenen Zeigerorganismus wird nun eine Häufigkeitsstufe, Abundanz (A), zugeordnet. Sie reicht von (A) = 1 (Einzelfund) bis (A) = 7 (massenhaft). Der Saprobiewert (s) ist eine Zahl zwischen 1,0 und 4,00, wobei z.B. s = 1,1 einen Indikatororganismus für Obligosaprobie, s = 3,8 einen Inikatororganismus für Polysaprobie kennzeichnet. Das Indikationsgewicht (g) kann den Wert 1,2,4,8 oder 16 annehmen, wobei G = 16 einen Organismus mit kleiner Toleranz kennzeichnet, und es sich somit um einen sehr guten Indikator handelt.
Der Saprobienindex wird mit folgender Formel berechnet:
Weblinks
- [http://www.wasser-wissen.de/abwasserlexikon/s/saprobiensystem.htm www.wasser-wissen.de] - Wasser-Wissen-Lexikon für Wasser und Abwasser: Saprobiensystem
Kategorie:Limnologie
Kategorie:Fluss
Kategorie:Kanal
Kategorie:Umwelt- und Naturschutz
Chemischer SauerstoffbedarfDer Chemische Sauerstoffbedarf (CSB, engl. chemical oxygen demand, COD) ist ein Maß für die Summe aller im Wasser vorhandenen, unter bestimmten Bedingungen oxidierbaren Stoffe. Er gibt die Menge an Sauerstoff (in mg/l) an, die zu ihrer Oxidation benötigt würde, wenn Sauerstoff das Oxidationsmittel wäre.
Zur Ermittlung des CSB wird eine Wasserprobe mit Schwefelsäure stark angesäuert und mit einer bestimmten Menge des starken Oxidationsmittels Kaliumdichromat (K2Cr2O7) erhitzt. Dadurch werden alle im Wasser enthaltenen, mit Dichromat oxidierbaren Stoffe oxidiert. Die Menge an verbrauchtem Dichromat wird bestimmt und daraus die äquivalente Menge Sauerstoff O2 berechnet.
Der Chemische Sauerstoffbedarf dient insbesondere als Schmutzstoffparameter zur Quantifizierung der Verschmutzung von Abwasser mit organischen Stoffen. Er erfasst sowohl biotisch abbaubare wie auch biotisch nicht abbaubare organische Stoffe, allerdings auch einige anorganische Stoffe.
Zusammen mit dem Biochemischen Sauerstoffbedarf (BSB) gibt der CSB Anhaltspunkte zur Qualität der enthaltenen Schmutzstoffe.
Bei häuslichen Abwässern liegt der CSB mit 600 mg/l in der Regel etwa doppelt so hoch wie der BSB5. Er ist ein wichtiger Parameter bei der Bemessung, Dimensionierung und der betrieblichen Kontrolle von Abwasser-Kläranlagen.
Der CSB kann in unterschiedliche Teilfraktionen unterschieden werden:
- "Partikulärer CSB". Damit sind partikulär-dispers im Wasser vorhandene, durch Dichromat oxidierbare Feststoffe gemeint, die durch einen Membranfilter mit einem Nenn-Porendurchmesser von 0,45 µm zurückgehalten werden. Sie bestehen aus biotisch abbaubaren und biotisch nicht abbaubaren partikulären Stoffen.
- "Gelöster CSB". Damit sind gelöste und partikuläre, Membranfilter mit einem Nenn-Porendurchmesser von 0,45 µm passierende, durch Dichromat oxidierbare Stoffe gemeint. Sie bestehen aus biotisch abbaubaren und biotisch nicht abbaubaren Stoffen, gelöst oder als sehr kleine Stoffpartikel (wie zum Beispiel nicht aggregierte Bakterien üblicher Größe).
Im Ablauf einer biologischen Abwasser-Kläranlage sind bei ordnungsgemäßer Funktion hauptsächlich gelöste, biotisch nicht abbaubare organische Stoffe enthalten, weiters in geringem Umfang biotisch abbaubare organische Stoffe sowie partikuläre organische Stoffe, die Menge der letztgenannten je nach Funktion des Nachklärbeckens.
Kläranlage und Denitrifikation sowie Schlammfaulung]]
Der CSB kann dazu verwendet werden, die Stoffströme der organischen Kohlenstoffverbindungen auf Kläranlagen zu beschreiben (CSB-Bilanz). Diese ermöglicht:
- Die Abschätzung des Sauerstoffbedarfs im Belebungsbecken.
- Die Beschreibung der Verhältnisse in der Schlammstabilisierung.
- Eine Plausibilitätsprüfung vom Messwerten.
- Bemessung von Kläranlagen bei Sonderabwässern, deren Zusammensetzung nicht den Standardwerten von kommunalem Abwasser entspricht (z.B. erhöhter Anteil biotisch nicht abbaubarer organischer Stoffe).
Weiters ist die CSB-Bilanz Grundlage der Beschreibung der Reaktionskinetik des Belebtschlammverfahrens. Zudem sind Erfahrungswerte verfügbar, die eine Umrechnung des CSB im Überschusschlamm in die Trockenmasse (TS) des Überschusschlammes ermöglichen. Dieses CSB/TS-Verhältnis bewegt sich zumeist zwischen 1,4 (ausschließlich Biomasse im Überschusschlamm) und 1,0 (erheblicher Anteil anorganischer Feststoffe im Überschussschlamm).
Kategorie:Wasserwirtschaft
PH-Wert
Der pH-Wert ist der negative dekadische Logarithmus der Oxoniumionenkonzentration und damit ein Maß für die Stärke der sauren bzw. basischen Wirkung einer Lösung. Der Begriff leitet sich von pondus Hydrogenii oder potentia Hydrogenii (lat. pondus = Gewicht; potentia = Kraft; hydrogenium = Wasserstoff) ab.
- pH <7 entspricht einer sauren Lösung
- pH 7 entspricht einer neutralen Lösung
- pH >7 entspricht einer alkalischen Lösung
Genau bestimmt werden kann der pH-Wert mit Hilfe von bestimmten Messgeräten (pH-Elektrode) oder ungefähr mit einem Universal-Indikator und dem Vergleich mit einer Farbskala.
Beispiele für verschiedene pH-Werte
Bild:PH-Skala-Unviersalindikator mit Beispielen.png
Exakte Definition des pH im wässrigen Milieu
Die Definition:
Der pH-Wert ist der negative dekadische Logarithmus der Protonenkonzentration.
bzw.
; Einheit: [1]
genügt normalerweise, das Wesen des pH gedanklich zu erfassen. Wer sich jedoch etwas genauer damit befasst, benötigt drei kleine Korrekturen dieser Definition. Dies sind:
- Das Oxonium- bzw. Hydroniumion
H+ • H2O ≡ H3O+
(Oxoniumion)
H3O+ • 3 H2O ≡ H9O4+
(Hydroniumion)
- Die Aktivität
pH = -log10 a(H3O+)
a = f • c (a: Aktivität; f: Aktivitätskoeffizient)
0 < f < 1 (Ausnahmen: f > 1)
daraus folgt a < c
Vereinbarung für verdünnte Lösungen: a = c und f = 1, da Werte sehr ähnlich sind.
- Die Einheit
; Einheit: [mol/L] (ist unsinnig!)
Richtig:
Einheit:
definitionsgemäße Vereinbarung: a(H2O) = 1 mol/L (eigentlich jedoch 55,34 mol/L!)
Daraus folgt die allgemein bekannte Vereinfachung zu mit der Einheit [1].
Aus a – c folgende korrigierte verbale Definition:
Der pH-Wert ist der negative dekadische Logarithmus des Verhältnisses aus Aktivität der Hydroniumionen zur Aktivität von einem Mol Wasser.
Und als Formel:
Zusammenhang mit Säuren und Basen
Werden Säuren oder Basen in Wasser gelöst, geben diese durch die Dissoziation Wasserstoffionen ab und verändern dadurch den pH-Wert. Damit wird der pH-Wert zu einem Maß der Menge an Säuren und Basen in einer Lösung. Je nach Stärke der Säure oder Base dissoziiert sie zu einem größeren Anteil und verändert somit den pH-Wert drastischer.
Wie schon erwähnt, gibt man pH-Werte zwischen 0 (stark sauer) und 14 (stark alkalisch) an. Wie allerdings aus der Definition hervorgeht, kann er theoretisch bei sehr starken Basen auch größer als 14 und bei sehr starken Säuren auch kleiner als 0 sein. In der Praxis hat dies allerdings keine Bedeutung, da sich solche pH-Werte mit handelsüblichen Messgeräten nicht mehr messen lassen.
Eine besondere Bedeutung haben Lösungen schwacher Säuren und Basen mit einem pH Wert nahe ihrer Säurekonstante. Sie dienen als sogenannte Pufferlösungen. Der pH-Wert solcher Pufferlösungen ändert sich bei Zugabe von Säuren und Basen in Abhängigkeit von der Pufferkapazität nur gering.
Eine Aufnahme von einer Säure erfolgt beispielsweise auch dadurch, dass Kohlenstoffdioxid sehr gut in Wasser löslich ist. Lässt man Wasser an der Luft stehen, nimmt es aufgrund der sich durch Lösen von Kohlenstoffdioxid bildenden Kohlensäure einen pH-Wert von etwa 5 an. Dieser pH-Wert gilt als dermatologisch neutral.
Berechnung des pH-Wertes bei bekannter Konzentration an Säuren und Basen
Der pH-Wert Wert lässt sich bei bekannter Konzentration an Säuren und Basen in einer wässrigen Lösung auch berechnen. So entspricht der pH-Wert starker Säuren den negativen Dekadischen Logarithmus der Konzentration der Säure, da man davon ausgeht, dass die Konzentration der Säure der der Oxoniumionen entspricht und die Autoprotolyse des Wassers außer Acht lässt. Der pH-Wert von schwachen Säuren ist die Hälfte der Differenz von pKS-Wert und dem dekadischen Logarithmus der Säurekonzentration. Bei mehrprotonigen Säuren muss man diese Werte für jedes abgegebene Proton berechnen und anschließend addieren.
Diese Berechnungen können für das Herstellen von Lösungen mit einem bestimmten pH-Wert sehr hilfreich sein.
Für Lösungen eines Salzes einer Säure/Base lässt sich der pH-Wert über die sogenannte Henderson-Hasselbalch-Gleichung näherungungsweise berechnen. Sind jedoch verschiedene Salze oder Salze von mehrbasiger Säuren gelöst, verkompliziert sich diese Gleichung sehr rasch. Für eine genaue Berechnung muss zusätzlich noch die Aktivität (Chemie) berücksichtigt werden. Eine Lösung dieser Gleichungen ist dann nur noch über iterative Verfahren möglich.
Der pH-Wert bei anderen Lösungsmitteln
Eine Art "pH-Wert" ist auch für andere protische Lösungsmittel (also solche, die Protonen übertragen können) definiert und beruht ebenfalls auf der Autoprotolyse dieser Lösungsmittel. Die allgemeine Reaktion lautet:
2LH Bild:Gleichgewicht.png LH2+ + L- (allg. Formulierung der Autoprotolyse)
LH2+ = Lyonium-Ion; L- = Lyat-Ion
Die Gleichgewichtskonstante K ist hier im allgemeinen kleiner als beim Ionenprodukt des Wassers
Der pH-Wert ist dann folgendermaßen definiert (der Index p weist darauf hin, dass es sich nicht um wässrige, aber protische Lösungen handelt):
:pHp = -log 10 [LH2+]
Beispiele:
2HCOOH Bild:Gleichgewicht.png HCOOH2+ + HCOO- (wasserfreie) Ameisensäure
2NH3 Bild:Gleichgewicht.png NH2- + NH4+ Ammoniak
2CH3COOH Bild:Gleichgewicht.png CH3COO- + CH3COOH2+ Eisessig
2C2H5OH Bild:Gleichgewicht.png C2H5OH2+ + C2H5O- Ethanol
Bedeutung des pH-Wertes
Die Auswirkung des pH-Werts auf das Wachstum von Pflanzen
Grundsätzlich beeinflusst der pH-Wert des Bodens die Verfügbarkeit der Nährsalze (zum Beispiel Eisenmangel bei neutralem und alkalischem pH-Wert). Zudem schädigen extreme pH-Werte die Pflanzenorgane (saurer Regen, Verätzungen).
Für den Nährstoffhaushalt von Pflanzen ist (neben Phosphor, Schwefel und Kali) Stickstoff von besonderer Bedeutung. Stickstoff wird fast immer in Form von wasserlöslichem Ammonium (NH4+ Ionen) oder häufiger als Nitrat (NO3- Ionen) aufgenommen. Ammonium und Nitrat stehen in Böden mit einem pH-Wert von 7 im Gleichgewicht. Bei sauren Böden überwiegen die NH4+ Ionen, bei alkalischen Böden überwiegen die NO3- Ionen.
Wenn nun eine Pflanze aufgrund der Durchlässigkeit der Wurzelmembranen nur NH4+ aufnehmen kann, ist sie an saure Böden gebunden und dementsprechend obligat acidophil (säureliebend). Wenn sie nur Nitrat NO3- aufnehmen kann, kann sie nur auf basenreichen Böden wachsen (obligat basophil). Wenn sie jedoch sowohl Ammonium, als auch Nitrat aufnehmen kann, kann sie sowohl auf sauren als auch auf basenreichen Böden wachsen. In Mineraldüngern wird Ammoniumnitrat (NH4NO3) verwendet, ein Salz aus Ammonium- und Nitrat-Ionen.
Viele Pflanzenarten bevorzugen einen bestimmten pH-Bereich. Wenn dieser Idealbereich nur leicht über- oder unterschritten wird, ist für die meisten Pflanzen ein normales Wachstum noch ohne weiteres möglich, zumal ein „falscher“ pH-Wert durch andere das Wachstum beeinflussende Faktoren ausgeglichen werden kann (zum Beispiel Sonneneinstrahlung, Nährstoffgehalt und so weiter).
Bei übermäßig hohem oder niedrigem pH-Wert sind die Nährstoffe im Boden festgelegt und stehen somit für die Pflanzen nur noch unzureichend zur Verfügung. Außerdem werden bei einem sehr niedrigen pH-Wert für Pflanzen giftige Stoffe des Bodens freigesetzt. Dazu gehören Aluminium- und Mangan-Ionen.
Siehe auch: Boden-pH, Bodenversauerung
Die Bedeutung des pH-Wertes beim Menschen. Ein Beispiel:
Auch bei der menschlichen Fortpflanzung hat der pH-Wert eine entscheidende Bedeutung. Während das Scheidenmilieu zur Abwehr von Krankheitserregern sauer ist, hat das Sperma des Mannes einen basischen pH-Wert. Die beim Geschlechtsakt einsetzende Neutralisationsreaktion, führt zu einem optimalen Milieu zur Bewegung der Spermien.
Somit handelt es sich beim pH-Wert um keine abstrakte Größe, sondern um eine existenzielle "Größe".
Auch ist die Haut des Menschen leicht sauer, dieser Säuremantel ist ein Schutz vor Krankheitserregern. Seifen, normalerweise basisch, "trocknen" somit die Haut aus, weil sie die Säureschicht zerstören, ein "pH-hautneutrale" Seife hat deswegen keinen neutralen pH-Wert, sondern einen leicht sauren.
Bedeutung des pH-Wertes für Aquarien
In Aquarien muss für die Pflanzen und Fische ein bestimmter pH-Wert gehalten werden. Die Lebewesen haben einen Toleranzbereich für den pH-Wert und können außerhalb von diesem nicht überleben. Meist haben Pflanzen im Aquarium einen größeren Toleranzbereich als Fische.
Richtwerte von Aquarienfischen:
Saures Wasser (pH ~ 6):
- Südamerikaner (Neon, Skalar, Diskus, L-Welse, etc.)
- Asiaten (Guaramis, Fadenfische, etc.)
Neutrales Wasser (pH ~ 7)
- Mittelamerikaner (Feuermaulbuntbarsch, etc.)
Alkalisches Wasser (ph ~ 8)
- Ostafrikanische Grabenseen (Buntbarsche aus dem Tanganjika- und Malawisee, etc.)
Weblinks
- http://chemometrix.uia.ac.be/dl/acidbase/acidbaselab.php
- http://www.bi.umist.ac.uk/users/mjfrbn/buffers/makebuf.asp
- http://www.fundgrube.priv.at/index.jsp?file=/chemie/saeurenBasen.xml
- http://www.chemlin.de/chemie/ph-wert.htm
- http://www.chemlin.de/markt/ph-meter.htm
Kategorie:Chemie
ja:水素イオン指数
ko:수소 이온 농도
simple:PH
Salmonidae
Die Familie der Forellenfische (Salmonidae), auch Salmoniden, Lachsfische oder Edelfische genannt, umfasst zahlreiche Gattungen und Arten beliebter Speisefische, wie Lachse, Forellen, Stinte, Äschen. Sie gehört zur Ordnung der Lachsartigen (Salmoniformes).
Salmoniden ernähren sich als Raubfische. Mehrere Arten werden in Aquakultur gehalten, beispielsweise in Lachsfarmen in Meeresfjorden oder in Forellenteichen im Süßwasser.
Lebensraum: Das Vorkommen der Salmoniden ist auf die nördliche Erdhalbkugel beschränkt und alle Arten bevorzugen kühle sauerstoffreiche Gewässer. Außer der Meerforelle und den Lachsen kommen alle Salmoniden nur im Süßwasser vor. In fast allen Fließgewässern und Gebirgsseen Südtirols sind diese Vertreter der Salmoniden beheimatet.
Kennzeichnend für die Forellenfische ist eine Fettflosse zwischen Rückenflosse und Schwanzflosse, diese gibt es auch bei den verwandten Stintfischen. Phänotypisch unterscheidet man Großmaul- und Kleinmaul-Salmoniden. Sie haben kleine Schuppen und der Kopf ist nackt. Die zahlreichen Gattungen werden nach der sehr wechselnden Bezahnung des Mundes unterschieden. Fossil kennt man die Forellenartigen aus der Kreideperiode.
Systematik der Familie der Forellenfische
- Großmaul-Salmoniden
- Gattung Salmo
- Atlantischer Lachs (Salmo salar) (Art)
- Forelle (Salmo trutta) (Art)
- Amu-Darya Forelle (Salmo trutta oxianus)
- Aralseeforelle (Salmo trutta aralensis)
- Bachforelle (Salmo trutta fario)
- Bosnische Forelle (Salmo trutta taleri)
- Ferox-Seeforelle (Salmo trutta ferox)
- Gardaseeforelle (Salmo trutta carpio)
- Korsikaforelle (Salmo trutta macrostigma)
- Marmorataforelle (Salmo trutta marmorata)
- Meerforelle (Salmo trutta trutta)
- Seeforelle (Salmo trutta lacustris)
- Gattung Salmothymus
- Adriatischer Lachs (Salmothymus obstusirostris)
- Gattung Oncorhynchus
- Buckellachs (Oncorhynchus gorbuscha)
- Hundslachs (Oncorhynchus keta)
- Königslachs (Oncorhynchus tshawytscha)
- Rotlachs (Oncorhynchus nerka)
- Silberlachs (Oncorhynchus kisutsch)
- Cutthroatforelle (Oncorhynchus clarki)
- Goldforelle (Oncorhynchus aguabonita)
- Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss)
- Gattung Huchen (Hucho)
- Donau-Huchen (Hucho hucho)
- China-Huchen (Hucho bleekeri)
- Korea-Huchen (Hucho ishikawae)
- Taimen (Hucho taimen)
- Japanischer Huchen (Hucho perryi)
- Gattung Brachymystax
- Lenok (Brachymystax lenok)
- Amur-Forelle (Brachymystax savinovi)
- Gattung Saibling (Salvelinus), mit zahlreichen Arten, zum Beispiel
- Seesaibling (Salvelinus alpinus)
- Bachsaibling (Salvelinus fontinalis)
- Gattung Parahucho
- Gattung Salvethymus
- Äschen (Thymallinae)
- Gattung Äschen (Thymallus)
- Europäische Äsche Äsche, Asch, Perpel (Thymallus thymallus)
- Arktische Äsche (Thymallus arcticus)
- Mongolische Äsche (Thymallus brevirostris)
- Kosogol Äsche (Thymallus nigrescens)
- Maränen und Felchen (Coregoninae)
- Gattung Coregonus (Renken, Felchen, Coregonen) mit zahlreichen Arten, Unterarten und lokalen sowie ökologischen Formen, zum Beispiel
- Coregonus lavaretus (Ostseeschnäpel, Blaufelchen, Felchen, große Maräne)
- Coregonus lavaretus oxyrhynchus, auch: Coregonus oxyrhynchus (Nordsee-Schnäpel, Edelmaräne, Nordseeschnäpel, Schnäpelnase)
- Coregonus lavaretus wartmanni, auch: Coregonus wartmanni (Schwebrenke, Blaufelchen, Seefelchen)
- Coregonus lavaretus macrophythalmus Coregonus macrophthalmus (Gangfisch, Kleine Schwebrenke, kleine Maräne)
- Coregonus lavaretus acronius, auch: Coregonus acronius (Kilch, Kleine Bodenrenke)
- Coregonus lavaretus fera, auch: Coregenus fera (Sandfelchen, Große Bodenrenke, Renke, große Maräne)
- Coregonus albula (Kleine Maräne)
- Coregonus autumnalis migratori (Omul, endemische Art des Baikalsees)
- Gattung Prosopium
- Gattung Stenodus
Siehe auch: Systematik der Knochenfische
Kategorie:Lachsartige
ko:연어과
AlgenDie Bezeichnung Alge wird in der Algenkunde (Phykologie oder Algologie) unterschiedlich verwendet und verschiedenen Begriffen zugeordnet.
#Im weiteren Sinn bezeichnen sie im Wasser lebende, eukaryotische, pflanzenartige Lebewesen, die Photosynthese betreiben, jedoch nicht zu den eigentlichen Pflanzen gehören.
#Als Algen im engeren Sinne werden zahlreiche Protistengruppen bezeichnet, beispielsweise Kieselalgen, Rotalgen, Braunalgen, Grünalgen. Hierzu gehören sowohl einzellige als auch mehrzellige Lebewesen.
#Als Blaualgen werden fälschlich die Cyanobakterien bezeichnet, die zu den Prokaryoten gehören und deshalb weder zu den Algen noch zu den Pflanzen gerechnet werden. Sie sind Gegenstand der Bakteriologie, werden aber als historisches Relikt auch noch von der Botanik behandelt.
Algen stellen keine echte Verwandtschaftsgruppe im Sinne der Phylogenie und Systematik dar, sondern sind eine paraphyletische Gruppe. Gleichwohl wird der Begriff auch in der Biologie häufig als Generalbegriff verwendet.
Man findet Algen insbesondere im Meer und im Süßwasser. Es gibt jedoch auch Arten die an der Luft z.B. an Baumstämmen oder auf Felsen/Gestein leben; man findet diese hauptsächlich in den Tropen und Subtropen, jedoch einige Arten auch noch in Süd-Europa. Im Wasser bilden Algen das Phytoplankton, den pflanzlichen Teil des Planktons. Auch das Phytobenthos, die Pflanzen der Gewässerböden, wird hauptsächlich durch Algen gebildet. Besonders groß sind die Laminarien (marine Braunalgen), die ausgedehnte Tangwälder in den Küstenbereichen der Meere bilden.
Algen sind aber auch an Land zu finden, beispielsweise an Baumrinden. Insbesondere einzellige Algen gehen auch Symbiosen ein, zum Beispiel als Zoochlorellen in manchen Meerestieren, die dadurch unabhängig von äußerer Nahrungszufuhr werden oder einfach Tarnung erhalten. Am intensivsten gediehen ist die Symbiose zwischen Algen und Pilzen in den Flechten. Diese stellen echte Doppelwesen dar, die sogar gemeinsame Vermehrungsorgane ausbilden.
Siehe auch
- Algizid
- Mikroalgen, Spirulina, Pfiesteria
- Lichenologie
Literatur
- Karl-Heinz Linne von Berg, Michael Melkonian: Der Kosmos-Algenführer. Die wichtigsten Süßwasseralgen im Mikroskop. Kosmos-Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-440-09719-6
Weblinks
- [http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/e44/44.htm Botanik online: Algen]
- [http://www.fortunecity.de/lindenpark/hundertwasser/517/Algen.html Die Algen]
Kategorie:Pflanzentyp
ja:藻類
Schnecken
Schnecken (Gastropoda) bilden die artenreichste Tierklasse aus dem Stamm der Mollusca (Weichtiere). Man kennt über 43.000 Arten, das heißt, 78% aller bekannten Weichtiere sind Schnecken. Schnecken leben an Land und im Wasser. Auch amphibische Formen kommen vor. Ihre Größe variiert von unter 1 mm bis zu über einem Meter. Fossil sind Schnecken seit dem Kambrium bekannt.
Merkmale
Kambrium
Schnecken besitzen häufig eine spiralförmig um eine Spindel (Columella) gewundene Schale (das sog. Schneckenhaus), in die sie ihren weichen Körper bei Gefahr zurückziehen können. Dadurch erhalten sie eine Asymmetrie, die sich in ihrem Körperinneren fortsetzt. Der Grund dafür liegt in der Torsion der Schneckenschale, die eine Drehung des Eingeweidesackes und des Mantels impliziert. Die ursprünglich hinten liegende Mantelhöhle mit den Kiemen und den Ausführgängen für den Darm, die Nieren und die Geschlechtsorgane drehte sich nach vorn.Später kam es zu einer leichten Rückdrehung und der Reduktion der nun hinten liegenden Kieme.
Bei den Lungenschnecken (Pulmonata) wandelte sich die erhalten gebliebene Kieme in eine Lungenfläche um. Auch gibt es einige Vertreter der Vorderkiemenschnecken (Fächerzüngler), bei denen sich die Kiemen zurückbildeten und aus ein Blutgefässnetz in der Mantelhöhle eine funktionelle Lunge entwickelt hat.
Schneckenhaus
Lunge
Das Schneckenhaus wird bereits während der Entwicklung im Ei gebildet. Anfangs ist die Schale noch zu weich, um die Schnecke vor Gefahren zu schützen. Durch kalkreiche Nahrung wird die Schale des Schneckenhauses zu einer fast undurchdringlichen Schutzhülle gegen Fressfeinde. Im Alter von fünf Monaten ist das Haus der Weinbergschnecke bereits so hart und dick, dass die meisten ihrer Feinde beim Versuch die Schale zu knacken scheitern. Viele Schnecken bilden am Hinterteil ihres Fußes einen hornigen Deckel oder kalkigen Verschlussstein (Operculum), die die Schale verschließen können.
Dieser Verschluss ist zum Beispiel bei Strandschnecken von Nöten, wenn durch die Ebbe eine Vertrocknungsgefahr besteht. Aber auch zur Zeit des Winterschlafes wird die Schneckenhausöffnung bis zum Erwachen im Frühjahr verschlossen.
Bei vielen Schnecken zeigt sich auch die Tendenz zum Verlust der Schale, um eine größere Beweglichkeit zu erreichen.
Fortbewegung
Winterschlaf
Am Kopf tragen sie ein oder zwei Paar einziehbare Fühler, an den Enden der vorderen Tentakel oder an deren Basis befinden sich Augen. Mit einem breiten, muskulösen Fuß bewegen sie sich fort. Dies geschieht bei kleinen Arten auf einem Wimpernteppich, bei größeren häufig auf einer Schleimspur. Einige Schnecken vollführen auch eine Art Schreitgang, da ihr Fuss in zwei Sohlenhälften segmentiert ist Der Fuß ist äußerst beweglich und kann zum Greifen und zum Formen von Eipaketen verwendet werden. Viele Arten schwimmen auch mit Hilfe des Fußes und einige wasserlebenden Schnecken sind in der Lage, ihre Fusssohle exakt an den des Untergrunds anzupassen und sich mit einem imensen Druck festzusaugen. Nachts lösen sie sich von diesem Platz, um auf Futtersuche zu gehen, und wandern am Tag wieder auf die exakt gleiche Stelle zurück. Dies kann aber auch soweit gehen dass sich einige Arten zu sessil lebenden Schnecken entwickelt haben, welche, ähnlich den Muscheln, ihre Nahrung durch Einstrudeln des Wassers aufnehmen und sich mit Hilfe des Wasserstromes vermehren.
Fortpflanzung
Muscheln
Anders als gern behauptet, sind die meisten Schneckenarten getrenntgeschlechtlich, nur Landlungenschnecken und manche Süßwasserschnecken sind Zwitter (Hermaphroditen). Als Larvenstadium kommt bei Schnecken häufig eine Veligerlarve vor. Junge Schnecken schlüpfen bereits mit einem fertigen Schneckenhaus.
Wie einige festsitzende Arten der Wurmschnecken sich mit Hilfe des Wasserstromes vermehren, so haben andere sessile Arten wie die Pantoffelschnecke haben einen besonderen Zwittertum entwickelt: Abhängig vom Alter des Tieres reifen die Geschlechtsorgane, so dass sie in jungen Jahren männliche und in älteren weibliche Funktionen erfüllen. Da sie festsitzen und sich demnach nicht fortbewegen, setzt sich die Nachkommenschaft mit Vorliebe im beweglichen Veligerlavenstadium rechts auf ein älteres Tier. Nach Reifung der Larve zur erwachsenen männlichen Schnecke können sich beide Arten durch den Altersunterschied vermehren und das Spiel kann mit der Nachkommenschaft von vorn beginnen.
Systematik
Pantoffelschnecke
Pantoffelschnecke
Die Systematik der Schnecken ist in wesentlichen Zügen bisher ungeklärt, es existieren mehrere verschiedene Systeme nebeneinander, die diskutiert werden. Ein vollständiges phylogenetisches System besteht bislang nicht. Eine moderne Hypothese stellt folgendes System dar:
- Unterklasse Eogastropoda
- Ordnung Patellogastropoda
- Unterklasse Orthogastropoda
- Überordnung Cocculiniformia
- Überordnung Hot-Vent-Taxa
- Ordnung Neomphalida
- Überordnung Neritopsina
- Überordnung Vetigastropoda
- Überordnung Caenogastropoda
- Ordnung Architaenioglossa
- Ordnung Sorbeoconcha
- Infraordnung Littorinimorpha
- Infraordnung Ptenoglossa
- Infraordnung Neogastropoda
- Überordnung Heterogastropoda
- Ordnung Allogastropoda
- Ordnung Opisthobranchia
- Ordnung Pulmonata
Das traditionelle System teilt die Schnecken in drei Hauptgruppen mit diversen Untergruppen (Unterordnungen) ein. Das folgende System stellt eine modifizierte Version des klassischen System dar (Quelle Götting 1996) - mit einigen Beispielarten:
Vorderkiemerschnecken
Vorderkiemerschnecken
- Archaeogastropoda – Altschnecken
- Haliotis spec. – Hasenohr
- Mikadotrochus spec. – Millionärsschnecke
- Patella spec. – Napfschnecke
- Pleurotomaria spec. - Schlitzbandschnecke
- Theodoxus fluviatilis – Flussnixenschnecke
- Mesogastropoda – Mittelschnecken
- Ampullariidae - Apfelschnecken
- Viviparus spec. – Sumpfdeckelschnecke
- Littorina spec. – Strandschnecke
- Turritella communis – Turmschnecke
- Hydrobia ulvae – Wattschnecke
- Crepidula fornicata – Pantoffelschnecke
- Cypraea spec. – Kaurimuschel
- Neogastropoda – Neuschnecken
- Murex brandaris – Herkuleskeule
- Nucella lapillus – Nordische Purpurschnecke
- Buccinum undatum – Wellhornschnecke
- Conus spec. – Kegelschnecke
- Allogastropoda
- Architectonica spec. – Sonnenuhrschnecke
- Odostomia spec. - Pyramidenschnecke
Lungenschnecken
- Archaeopulmonata – Altlungenschnecken
- Ovatella myosotis – Mausohrschnecke
- Carychium spec. – Zwergschnecke
- Onchidella celtica
- Siphonaria pectinata
- Trimusculus reticulatus
- Basommatophora – Wasserlungenschnecken
- Acroloxus lacustris – Teichnapfschnecke
- Lymnaea stagnalis – Spitzhorn-Schlammschnecke
- Galba truncatula – Kleine Schlammschnecke
- Planorbarius corneus – Posthornschnecke
- Ancylus fluviatilis – Flussmützenschnecke
- Stylommatophora – Landlungenschnecken
- Succinea putris – Bernsteinschnecke
- Achatina fulicata – Große Achatschnecke
- Arion ater – Große Wegschnecke
- Limax cinereo-niger – Schwarzer Schnegel
- Limax maximus – Großer Schnegel oder Tigerschnegel
- Helicella itala – Große Heideschnecke
- Capaea spec. – Schnirkelschnecke
- Helix pomatia – Weinbergschnecke
- Ariolimax dolichophallus - Bananenschnecke
- Cephalospidea (Bullomorpha) – Kopfschildschnecken
- Acteon tornatilis
- Retusa obtusa
- Acochlidiacea
- Microhedyle lactaea
- Saccoglossa – Schlundsackschnecken
- Berthelinia spec.
- Midorigai spec.
- Thecosomata – Seeschmetterlinge
- Criseis acicula – Seeschmetterling
- Gymnosomata – Ruderschnecken
- Clione limacina
- Anaspidea – Seehasen
- Aplysia spec. – Seehase
- Umbraculomorpha – Schirmschnecken
- Umbraculum sinicum
- Pleurobranchmorpha – Seitenkiemer
- Pleurobranchus californicus
- Nudibranchia - Nacktkiemer
- Doridoidei - Sternschnecken
- Polycera faeroensis – Färöische Hörnchenschnecke
- Archidoris pseudoargus – Meerzitrone
- Dendronotoidei - Baumschnecken
- Dendronotus frondosus – Bäumchenschnecke
- Arminodei - Furchenschnecken
- Aelidoidei - Fadenschnecken
- Facelina aureculata – Fadenschnecke
- Flabellina affinis - Violette Fadenschnecke
Die Schnecke als Schädling
In der Landwirtschaft und im Gartenbau ist die Schnecke ein gefürchteter Schädling. Besonders bei kühler und nasser Witterung können Schnecken zu einem Problem werden. Es sind vorwiegend die Nacktschnecken, die unsere Pflanzen bis zum Kahlfraß schädigen können.
Schadbild
Am Tage bekommt man die Tiere in der Regel kaum zu Gesicht, sie machen sich vor allem in den Abend- und Nachtstunden bevorzugt über junge Pflänzchen und weiche Pflanzenteile her. Die Blätter werden vom Rand durch einen typischen Schabefraß geschädigt. Die hinterlassenen Kothäufchen und die Schleimspuren auf den Blättern oder auch Blüten sind ein sicherer Hinweis auf Schneckenbefall.
Bekämpfung
Für die Bekämpfung von Schnecken gibt es ein breites Angebot von verschiedenen Möglichkeiten:
- Absammeln ist am billigsten und zudem sehr wirkungsvoll, allerdings etwas mühsam.
- Legt man alte Bretter auf dem Boden aus, so sammeln sich tagsüber unter diesen die Schnecken und können dann leicht beseitigt werden.
- Schneckenzäune besitzen am oberen Ende einen nach aussen und unten gerichteten scharfen Knick, den die Schnecken nicht überwinden können.
- Als Bierfallen bezeichnet man Becher oder Gläser, die ebenerdig eingegraben und zur Hälfte mit Bier gefüllt werden. Die Schnecken werden vom Bier angelockt und ertrinken in den Gefäßen. Statt Bier kann man auch Anti-Schnecken-Lösungen auf Alkoholbasis im Fachhandel erwerben.
- Wichtig ist auch die Förderung natürlicher Feinde wie Igel, Frösche, Kröten, Vögel, Eidechsen und anderen, auf deren Speiseplan Schnecken stehen.
- Schneckenkorn wird von vielen Gärtnern immer noch gerne ausgestreut. Die Verwendung ist jedoch keineswegs unbedenklich, da die Dosierung schwierig ist und das Mittel den Boden belastet. Gärtner, die auf Schneckenkorn nicht verzichten wollen, sollten das Mittel in ebenerdig eingerabenen Bechern ausbringen, um eine Bodenbelastung zu vermeiden. Zwei bis drei Körner pro Becher genügen vollauf. Die Schnecken werden regelmäßig entfernt und das Schneckenkorn erneuert.
Weinbergschnecken sollten soweit wie möglich geschont werden, da sie nützlich sind und auch Eigelege von Nacktschnecken fressen.
Siehe auch
- Schnecke (Lebensmittel), Schneckenkönig
Literatur
- Rosina Fechter und Gerhard Falkner: Steinbachs Naturführer – Weichtiere, 1990, Mosaik-Verlag, München
- M. P. Kerney, R. A. D. Cameron und J. H. Jungbluth: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas, 1983, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin, ISBN 3490179188
- Ludger Buse und Dora Godan: Nacktschnecken - Auf leisen Sohlen durch die Welt, 1999, Georgsmarienhütte, ISBN 3923792441
Weblinks
- [http://www.weichtiere.at/Schnecken/ www.weichtiere.at]
Kategorie:Schnecken
ja:カタツムリ
Insekten
Die Insekten (Insecta), auch Kerbtiere oder Kerfe genannt, sind die artenreichste Klasse der Gliederfüßer (Arthropoda) und mit weit über einer Million bekannter Arten zugleich die artenreichste Gruppe der Tiere überhaupt. Nach verschiedenen Hochrechnungen rechnet man allerdings mit einem Vielfachen tatsächlich existierender Arten, wobei vor allem in den tropischen Regenwäldern noch Millionen unentdeckter Arten vermutet werden. Ihr wissenschaftlicher Name leitet sich vom Lateinischen insectare, „einschneiden“, ab, was sich auf die stark voneinander abgesetzten Körperteile bezieht, der deutsche Begriff Kerbtiere geht auf den deutschen Schriftsteller Philipp von Zesen zurück.
Früher wurde auch der wissenschaftliche Name Hexapoda (griechisch Sechsfüßer) verwendet, der heute für eine übergeordnete Gruppe reserviert ist (siehe dazu die Anmerkung im Systematik-Abschnitt weiter unten). Die Wissenschaft von den Insekten ist die Entomologie.
Merkmale
Entomologie (vorne)
3. Ocellus (oben)
4. Komplexauge (Facettenauge)
5. Gehirn
6. Prothorax
7. rückseitige (dorsale) Arterie
8. Tracheen
9. Mesothorax
10. Metathorax
11. Erstes Flügelpaar
12. Zweites Flügelpaar
13. Mitteldarm
14. Herz
15. Eierstock
16. Hinterdarm (Rektum)
17. Anus
18. Vagina
19. bauchseitiges Nervensystem mit Ganglien
20. Malpighische Drüse
21. Tarsomer
22. Prätarsus
23. Tarsus
24. Tibia
25. Femur
26. Trochanter
27. Vorderdarm
28. Thoraxganglion
29. Coxa
30. Speicheldrüse
31. Unterschlundganglion
32. Mundwerkzeuge ]]
Die Größe der Insekten variiert sehr stark und liegt bei den meisten Arten zwischen einem und 20 Millimeter. Die kleinsten bekannten Arten sind dabei Vertreter der zu den Käfern gehörenden Federflügler sowie Erzwespen mit Körperlängen um 0,2 Millimeter. Die größten bekannten Insekten sind Stabheuschrecken mit etwa 33 Zentimetern Körperlänge sowie der Bockkäfer Titanus giganteus mit einer Körperlänge von 16 Zentimeter und dabei einer Breite von etwa 6 Zentimetern.
Äußere Anatomie
Allen Insekten gemeinsam ist die meist deutlich sichtbare Gliederung des Leibes in Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen), der feste Chitinpanzer, das Vorhandensein von drei Beinpaaren (die auch zu „Flossen“ oder „Armen“ umgebildet sein können), ein komplizierter Apparat von Mundwerkzeugen (Mandibeln) und Atemtracheen.
Lebensräume
Insekten sind mit Ausnahme der Ozeane in fast allen Lebensräumen und Gebieten der Erde zu finden. Dabei existiert die größte Artenvielfalt in den tropischen Gebieten während in Extremlebensräumen wie den Polargebieten, den Hochgebirgen und den küstennahen Meeresgebieten nur sehr wenige hochangepasste Insektenarten leben. So findet man etwa in der Antarktis die Zuckmückenart Belgica antarctica oder einzelne zu den den Wasserläufern gehörende Wanzen sowie die Zuckmücken der Gattung Clunio auf der Meeresoberfläche.
Einige Arten sind sehr stark spezialisiert und kommen entsprechend nur in besonders geeigneten Lebensräumen vor (stenöke Arten), andere dagegen können in fast allen Lebensräumen mit Ausnahme der Extremlebensräume leben (euryöke Arten) und wurden teilweise durch den Menschen weltweit verbreitet, so dass sie heute Kosmopoliten darstellen.
Ontogenese
Anhand ihrer Ontogenese (Entwicklung) werden sie in holometabole und hemimetabole Insekten unterteilt. Holometabole Insekten durchlaufen eine Metamorphose, ausgehend vom Ei über die Larve zur Puppe und dann zum erwachsenen Tier (Imago). Die Larve hat oft nicht die geringste physische Ähnlichkeit mit der Imago.
Beispiele sind Ameisen, Schmetterlinge, Käfer, Fliegen und andere. Hemimetabole Insekten haben kein Puppenstadium, die Larve ähnelt in Grundzügen dem erwachsenen Tier. Beispiele hierfür sind Silberfischchen, Heuschrecken, Libellen, Eintagsfliegen und andere.
Es gibt Insekten in allen Lebensräumen der Erde mit Ausnahme der Arktis, der Antarktis und des offenen Meeres. Die artenreichste Untergruppe der Insekten sind die Käfer.
Systematik
Drei Gruppen, die traditionell zu den Insekten gezählt wurden, die Springschwänze (Collembola), Doppelschwänze (Diplura) und Beintastler (Protura) gelten heute nicht mehr als eigentliche Insekten. Sie werden zusammen mit diesen hier innerhalb der übergeordneten Gruppe der Sechsfüßer (Hexapoda) geführt.
- Unterklasse Felsenspringer (Archaeognatha)
- Unterklasse Fischchen (Zygentoma)
- Unterklasse Fluginsekten (Pterygota)
- Überordnung Eintagsfliegen (Ephemeroptera)
- Überordnung Libellen (Odonata)
- Überordnung Neuflügler (Neoptera)
- Ordnung Steinfliegen (Plecoptera)
- Ordnung Tarsenspinner (Embioptera)
- Ordnung Grillenschaben (Notoptera)
- Ordnung Ohrwürmer (Dermaptera)
- Ordnung Fangschrecken (Mantodae)
- Ordnung Schaben (Blattodea)
- Ordnung Termiten (Isoptera)
- Orthopteroidea
- Ordnung Gespenstschrecken (Phasmatodea)
- Ordnung Gladiatoren (Mantophasmatodea)
- Ordnung Langfühlerschrecken (Ensifera)
- Ordnung Kurzfühlerschrecken (Caelifera)
- Ordnung Bodenläuse (Zoraptera)
- Ordnung Staubläuse (Psocoptera)
- Ordnung Tierläuse (Phthiraptera)
- Ordnung Fransenflügler (Thysanoptera)
- Ordnung Schnabelkerfe (Hemiptera)
- - Unterordnung Gleichflügler (Homoptera)
- - Unterordnung Wanzen (Heteroptera)
- - Unterordnung Scheidenschnäbler (Coleorrhyncha)
- Holometabola
- Ordnung Schlammfliegen (Megaloptera)
- Ordnung Kamelhalsfliegen (Raphidioptera)
- Ordnung Hafte, Netzflügler (Planipennia)
- Ordnung Käfer (Coleoptera)
- Ordnung Fächerflügler (Strepsiptera)
- Ordnung Hautflügler (Hymenoptera)
- Ordnung Köcherfliegen (Trichoptera)
- Ordnung Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Ordnung Schnabelfliegen (Mecoptera)
- Ordnung Flöhe (Siphonaptera)
- Ordnung Zweiflügler (Diptera)
Siehe auch: Systematik der Insekten
Insekten und Menschen
Eine Reihe von Insekten ist als Schädling (Ungeziefer) an Nutz- und Zierpflanzen, Holzkonstruktionen und -produkten (Holzschutz) und Nahrungsvorräten bekannt, andere leben als Parasiten am Menschen und seinen Haustieren.
Ferner sind einige Insekten Überträger von Krankheiten wie der Rattenfloh für die Pest oder Mücken der Gattung Anopheles für die Malaria.
Als Nutztiere hält der Mensch vor allem die Honigbiene, die Raupe des Seidenspinners sowie in vielen Ländern Heuschrecken und Grillen als Nahrungsmittel. Der Verzehr von Insekten ist über große Teile Südostasiens und Mittel- bzw. Südamerikas verbreitet und wird als Entomophagie bezeichnet.
Einige Insekten werden auch als Haustiere in Terrarien gehalten. Besonders zu nennen sind dabei die Ameisen, die in Formicarien gehalten werden. Sie gehören zu den Hautflüglern und sind somit enge Verwandte der Bienen, Wespen und Hornissen.
Materialien zu Insekten
Hornisse Sich reinigende Fleischfliege (4:05 Minuten Film) – 8 MB XviD in ogg-Container Der Film zeigt eine Fleischfliege in Portugal, die mit Hilfe ihrer Vorder- und Hinterbeine ihre Flügel und ihren Kopf reinigt. Um die sehr schnellen Bewegungen der Fliege besser sehen zu können wird der Film mit halber Geschwindigkeit wiedergegeben.
Museen/Sammlungen
ogg
Stift Admont (Stmk., Österreich): Die wissenschaftliche Insektensammlung im Naturhistorischen Museum von Pater Gabriel Strobl (1846-1925) beinhaltet 252.000 Exemplare aus 57.000 verschiedenen Arten. Die Dipteren-Sammlung zählt mit ihren etwa 80.000 aufbewahrten Exemplaren und ca. 7.500 verschiedenen Artnamen zu den drei bedeutendsten Fliegen-Kollektionen in Europa.
Literatur
- Michael Chinery: Field Guide to Insects of Britain and Northern Europe. 3. Auflage. Harper Collins, 1993, S. 448, ISBN 0-00219-918-1
- Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten. Franckh-Kosmos, o. O. 2004, S. 328, ISBN 3440099695
- Christopher O’Toole: Faszinierende Insekten. Bechtermünz Verlag, S. 223, ISBN 3-8289-1584-1
- E. Stresemann (Begr.), H.-J. Hannemann, B. Klausnitzer, K. Senglaub: Exkursionsfauna von Deutschland, Wirbellose: Insekten. 9. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 2000, S. 959, ISBN 3-8274-0922-5
Weblinks
- [http://www.arthropods.de/ ausführliche Insektenseite]
- [http://www.insektenbox.de Systematik, Körperbau, Fotos und Angaben zur Lebensweise von über 500 Insektenarten in Mitteleuropa]
- [http://www.ent.iastate.edu/list/ Iowa State Entomology Index of Internet Resources] (engl. Seite: The directory and search engine of insect-related resources on the Internet)
- [http://bugbios.com/ Bugbios – Insects on the Web] (engl. Seite)
- [http://www.faunistik.net/DETINVERT/_KEYS/ORDERS/order_001.html Insektenbestimmung]
- [http://www.phasmidenwelt.de/html/visualisierte_anatomie.html Anatomie eines Insekts] (Flash-Datei)
- [http://www.stiftadmont.at] Insektensammlung im Stift Admont
!
ja:昆虫類
ko:곤충
ms:Serangga
simple:Insect
th:แมลง
Wasserpflanze
Wasserpflanzen (Hydrophyten, aus griech.: hydros - Wasser und phytos - Pflanze) sind Pflanzen-Arten die sich an das Leben im Wasser angepasst haben; sie leben dauernd oder doch meistens im Wasser und zwar entweder völlig oder größtenteils untergetaucht oder sie schwimmen während der Vegetationsperiode ganz oder mit ihren Blättern an der Wasseroberfläche und blühen und fruchten dort.
Da für Unterwasserpflanzen Spaltöffnungen zur Transpiration wenig sinnvoll sind, besitzen sie dementsprechend keine. Bei schwimmenden Wasserpflanzen hingegen, beispielsweise der Seerosen, befinden sich Spaltöffnungen an ihrer Oberseite der Blätter. Es ist auch wenig sinnvoll für Wasserpflanzen, dass sie Xylem ausbilden, da sie kein Wasser transportieren müssen. Jedoch muss die Luft in der Pflanze zirkulieren können, so dass spezielle Zellen zum Lufttransport ausgebildet werden.
Sie können entweder frei schwimmen, wie die Wasserhyazinthen, oder haben Wurzeln, die sich unter Wasser bis zum Boden ausstrecken wie Lotus.
Im Wasser leben häufig viele Parasiten; besonders in Südostasien wird der Riesendarmegel über Cercarien übertragen, die sich auf Wasserpflanzen encystiert haben (Metacercarien) und dann roh verzehrt werden.
Wasserpflanzenvertreter
- Kleine Wasserlinse
- Schwimmfarngewächse
- Wasserlilie
- Wassersterngewächse
- Wasserpest
- Wassersalat
- Wasserschläuche
- Seerosengewächse
Zur menschlichen Ernährung verwendete Wasserpflanzen
- Wassernuss (Trapa natans)
- Wasserkastanie (Eleocharis dulcis)
- Indischer Lotus (Nelumbo nucifera)
- Wassermimose (Neptunia oleracea)
Zur tierischen Ernährung verwendete Wasserpflanzen
- Dickstielige Wasserhyazinthe (Eichhornia)
- Wasserlinsengewächse: Lemna, Spirodela und Wolffia
Siehe auch
- Sumpfpflanzen, Algen, Nutzpflanzen
- Großer Leberegel
Weblinks
- [http://www.hausgarten.net/gartenteich-teich/teichpflanzen-teich.html Wasserpflanzen]
- [http://www.fao.org/documents/show_cdr.asp?url_file=/docrep/005/AD002E/AD002E02.htm The use of sewage in aquaculture] (englisch)
- http://www.wasserpflanzen.net
Meyers K.L. 1888/90
Wasserpflanzen (hierzu Tafel "Wasserpflanzen"), eine durch gemeinsame Lebensbeziehungen ausgezeichnete Gruppe von Gewächsen, die dem äußern Verhalten nach in die Abteilungen der untergetauchten (submersen) und der schwimmenden W. zerfällt. Unter den einheimischen Formen der ersten Gruppe herrscht eine Neigung zur Bildung fein zerschlitzter Blätter vor, welche sich überdies durch den Mangel von Spaltöffnungen auszeichnen und in ihren Oberhautzellen Chlorophyll führen. Selten besitzen sie (z. B. Lobelia Dortmanna, Littorella) gestauchte Achsen mit einer dichten Rosette schmallinealer, schlaffer Laubblätter; die Mehrzahl (wie Myriophyllum, Callitriche, Potamogeton, Zannichellia, Ruppia, Zostera u. a.) entwickelt langgestreckte, sehr dünne und biegsame, sich stark verzweigende Stengel, die von zahlreichen Luftkanälen durchzogen werden und daher im Wasser schwimmen. Ihre Gefäßbündel sind meist entsprechend ihrer Inanspruchnahme durch Zugkräfte zu einem axialen Strang vereinigt und entbehren mehr oder weniger die sklerotischen Elemente. Die Wurzeln fehlen dieser Gruppe der W. entweder ganz (Utricularia, Aldrovandia, Ceratophyllum), oder sie sind als lange, unverzweigte, aus den Knoten hervorbrechende Adventivwurzeln entwickelt. Im Gegensatz zu der erstgenannten Gruppe besitzen die schwimmenden W. Blattbreiten von ovaler oder nierenförmiger Gestalt, welche auf ihrer Oberseite den Bau von Luftblättern zeigen und hier auch Spaltöffnungen führen. Die Wurzeln sind bei dieser Gruppe mit Ausnahme von Wolitia wohl entwickelt und können, wie bei den Wasserlinsen (Lemna) und Hydrocharis morsus ranae, frei im Wasser flottieren. Die Mehrzahl der Schwimmpflanzen, wie Arten von Potamogeton, Ranunculus, Trapa natans, die Seerosen u. a., entwickelt einen Erdstamm (Rhizom), der oberwärts lange Laubtriebe mit Schwimmblättern oder diese direkt trägt. Den W. schließen sich einige als Uferpflanzen zu bezeichnende Gewächse (z. B.. Alisma Plantago, Sagittaria, Sparganium, einige Arten von Ranunculus und Polygonum u. a.) an, welche ebenfalls befähigt sind, unter Umständen an überschwemmten Wohnplätzen Schwimmblätter zu entwickeln. Die W. überwintern teils durch ihre Rhizome oder Knollen, teils dadurch, daß sich bestimmte Zweigenden unter Verwesung der übrigen Teile zu Winterknospen umwandeln, die sich im Schlamm der Gewässer festsetzen und im Frühjahr neue Pflanzen durch Sproßbildung erzeugen. Viele W. bringen ihre Blüten auf mehr oder minder langen Stielen an oder über die Oberfläche des Wassers, um auf diese Weise eine Bestäubung durch den Wind oder durch Insekten, wie bei Hottonia, Arten von Nymphaea, Lobelia, zu ermöglichen; bei andern (Vallisneria, Hydrilla, Elodea) bewirken im Wasser schwimmende Pollenmassen die Befruchtung; bei einer Minderzahl endlich (Najas, Zostera, Ceratophyllum) erfolgt die Befruchtung unter Wasser innerhalb der geschlossenen Blüte. Die in der Regel schwimmfähigen Früchte der W. reifen selten in der Luft, viel häufiger unter Wasser, besitzen oft eine sehr feste innere Steinschale und bisweilen eigentümliche, zum Festhalten im Schlamm dienende Ankerorgane, die bei Trapa in Form von vier starken Stacheln ausgebildet sind. Die geographische Verbreitung der W. ist eine sehr ausgedehnte, jedoch halten sie sich vorwiegend an die Wasserstraßen der Tiefländer und steigen nur mit wenigen Arten in die Hochgebirge auf. Die im Meer wachsenden W., die sogen. Seegräser, von welchen zur Zeit 27 Arten aus den Familien der Hydrocharitaceen und Najadeen bekannt sind, zeigen höchst eigenartige Verbreitungsverhältnisse, die mit der Entstehung der gegenwärtigen Meeresküsten zusammenhängen.
Unter den ausländischen, durch kulturgeschichtliche Beziehungen merkwürdigen W. stehen die Seerosen oder Nymphäaceen obenan, zu welchen die Lotosblumen Ägyptens und der Gangesländer gehören. Gegenwärtig wachsen in Ägypten Nymphaea coerulea Sav., mit blauen Blumen und ganzrandigen Blättern, und Nymphaea Lotos L. (s. Tafel, Fig. 3), die weißblütig und gezahntblälterig ist. Beide Arten finden sich auf den altägyptischen Denkmälern häufig dargestellt; auch wurden die Mumien der spätern römisch-griechischen Zeit bisweilen mit Kränzen von Lotosblumen geschmückt Samen und Rhizome beider Arten wurden in alter Zeit gegessen, während dies jetzt nach Schweinfurth nur noch bei den Anwohnern des obern Nilgebiets geschieht. Das Vorkommen des rosablütigen indischen Lotos, des Nelumbium speciosum Willd. (s. Tafel, Fig. 2), im alten Ägypten ist durch monumentale Darstellungen und durch die Schilderung von Herodot, der ihre Frucht treffend mit einem Wespennest vergleicht, unzweifelhaft bezeugt. Gegenwärtig ist jedoch diese herrliche, bei den Indern in uralter Verehrung stehende und von den Dichtern des Orients besungene Pflanze gänzlich aus Ägypten verschwunden und auf die wärmern Teile Asiens und Nordostaustraliens beschränkt; ihr am weitesten nach Westen vorgerückter Standort liegt am Kaspischen Meer: jedoch kommt eine ihr sehr nahe verwandte Art (N. Buchii Ett.) fossil auch in Europa vor. Eine vierte, wegen der Riesendimensionen ihrer Blätter und Blüten allgemein bewunderte Seerosenart, die Victoria regia Lindl. (s. Tafel, Fig. 8), ist im tropischen Amerika zwischen dem 15.° südl. Br und dem 6.° nördl. Br. einheimisch und wird in unsern Gewächshäusern aus Samen alljährlich neu aufgezogen, während sie in ihrem Vaterland ausdauert; auch ihre Samen werden als "Wassermais" von den Eingebornen gegessen. Andre auffallende Formen der W. bilden die zu den Najadeen gehörigen Aponogeteen, welche durch eigentümliche, zwei oder dreiteilige Blütenähren ausgezeichnet sind und sich mit ca. 23 Arten im tropischen und subtropischen Afrika, Asien und Australien verbreiten; unsre Tafel bringt Aponogeton distachyus und Ouvirandra fenestralis (letztere durch höchst zierliche, gitterartige Durchlöcherung ihrer Blattspreite bemerkenswert) zur Anschauung (Fig. 1 u. 4). Bekanntere Gewächshauspflanzen aus der Gruppe der W. sind ferner die zu den Marantaceen gezählten Thalia-Arten, die im tropischen Amerika und auch in den Südstaaten Nordamerikas vorkommen; die in Sümpfen Südcarolinas und weiter westwärts verbreitete Thalia dealbata Fras. (s. Tafel, Fig. 7) hat langgestielte, herzförmige Wurzelblätter, einen weißlich bepuderten, aufrechten Blütenstand und kleine, violette Blüten. Die frei im Wasser schwimmende, zu den Araceen gehörige Pistia Stratiotes L. (s. Tafel, Fig. 6) bewohnt die wärmern Gebiete von Amerika, Asien und Afrika und wird bei uns bisweilen ihrer niedlichen Btattrosetten wegen in Aquarien gezogen. Als Uferpflanze schließt sich den W. endlich auch die Papyrusstaude (Papyrus antiquorum Willd., s. Tafel, Fig. 5) an, die ihre Heimat im tropischen Afrika hat und außerdem in Syrien und auf Sizilien vorkommt. Bekanntlich diente das Mark ihrer bis 3 m hohen Halme als Rohmaterial für die Papierbereitung der alten Ägypter, von denen sie kultiviert und auch als hieroglyphisches Symbol benutzt wurde, während sie gegenwärtig aus Ägypten verschwunden ist. Weiteres in den Spezialartikeln "Nymphaea", "Nelumbium". "Papyrus". Bezüglich der einheimischen Arten vgl. Schenk, Die Biologie der W. (Bonn 1885).
Kategorie:Pflanzentyp
AlgenDie Bezeichnung Alge wird in der Algenkunde (Phykologie oder Algologie) unterschiedlich verwendet und verschiedenen Begriffen zugeordnet.
#Im weiteren Sinn bezeichnen sie im Wasser lebende, eukaryotische, pflanzenartige Lebewesen, die Photosynthese betreiben, jedoch nicht zu den eigentlichen Pflanzen gehören.
#Als Algen im engeren Sinne werden zahlreiche Protistengruppen bezeichnet, beispielsweise Kieselalgen, Rotalgen, Braunalgen, Grünalgen. Hierzu gehören sowohl einzellige als auch mehrzellige Lebewesen.
#Als Blaualgen werden fälschlich die Cyanobakterien bezeichnet, die zu den Prokaryoten gehören und deshalb weder zu den Algen noch zu den Pflanzen gerechnet werden. Sie sind Gegenstand der Bakteriologie, werden aber als historisches Relikt auch noch von der Botanik behandelt.
Algen stellen keine echte Verwandtschaftsgruppe im Sinne der Phylogenie und Systematik dar, sondern sind eine paraphyletische Gruppe. Gleichwohl wird der Begriff auch in der Biologie häufig als Generalbegriff verwendet.
Man findet Algen insbesondere im Meer und im Süßwasser. Es gibt jedoch auch Arten die an der Luft z.B. an Baumstämmen oder auf Felsen/Gestein leben; man findet diese hauptsächlich in den Tropen und Subtropen, jedoch einige Arten auch noch in Süd-Europa. Im Wasser bilden Algen das Phytoplankton, den pflanzlichen Teil des Planktons. Auch das Phytobenthos, die Pflanzen der Gewässerböden, wird hauptsächlich durch Algen gebildet. Besonders groß sind die Laminarien (marine Braunalgen), die ausgedehnte Tangwälder in den Küstenbereichen der Meere bilden.
Algen sind aber auch an Land zu finden, beispielsweise an Baumrinden. Insbesondere einzellige Algen gehen auch Symbiosen ein, zum Beispiel als Zoochlorellen in manchen Meerestieren, die dadurch unabhängig von äußerer Nahrungszufuhr werden oder einfach Tarnung erhalten. Am intensivsten gediehen ist die Symbiose zwischen Algen und Pilzen in den Flechten. Diese stellen echte Doppelwesen dar, die sogar gemeinsame Vermehrungsorgane ausbilden.
Siehe auch
- Algizid
- Mikroalgen, Spirulina, Pfiesteria
- Lichenologie
Literatur
- Karl-Heinz Linne von Berg, Michael Melkonian: Der Kosmos-Algenführer. Die wichtigsten Süßwasseralgen im Mikroskop. Kosmos-Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-440-09719-6
Weblinks
- [http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/e44/44.htm Botanik online: Algen]
- [http://www.fortunecity.de/lindenpark/hundertwasser/517/Algen.html Die Algen]
Kategorie:Pflanzentyp
ja:藻類
Fischerei]
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Mit Fischerei bezeichnet man die Wirtschaftszweige, die sich mit dem Fangen und Züchten von Fischen und anderen Wassertieren zur Nahrungsgewinnung und Weiterverarbeitung beschäftigen. Die Fischerei zählt zum primären Wirtschaftssektor, zu dem auch Landwirtschaft und Bergbau gehören. Wichtig für eine nachhaltige Fischerei ist eine verlässliche und langfristig angelegte Fischereiforschung, wie sie in Deutschland z.B. von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei betrieben wird.
Der Jahres-Fischereiertrag lag 2003 bei etwa 140 Millionen Tonnen weltweit.
Eine Sonderform der Fischerei ist die Aquakultur, das Züchten von Wasserlebewesen.
Fangtechniken
Von den so genannten Kuttern oder Trawlern, den Fischerbooten oder Fangschiffen, werden Netze durch das Wasser oder am Meeresgrund entlang gezogen.
Die in den Netzen gefangenen Fische werden an Bord des Schiffes gezogen, wo sie in große Auffangwannen geworfen werden. Größere Fische werden mit einem Kehlschnitt geschlachtet oder in Filetiermaschinen getötet.
Moderne große Fischerboote verarbeiten den Fisch bereits an Bord, sie gleichen schwimmenden Fabriken.
Viele Tiere können auch ersticken bevor sie geschlachtet werden.
Sogenannter Beifang, nicht als verkaufsfähige Tiere benötigte oder erlaubte, dennoch getötete Tiere werden meist wieder über Bord gegeben, teilweise auch zu Fischmehl verarbeitet.
Säugetiere wie Delfine und kleine Walarten verfangen sich häufig in den Netzen und ersticken unter Wasser.
Innerhalb der EU gibt es Vorschriften über die Maschengröße der Fischnetze, die den Jungfischen ein Entkommen ermöglichen sollen.
Ökologische Aspekte
Viele Millionen Delfine werden durch die Treibnetzfischerei sinnlos getötet, besonders bei der Jagd auf Thunfische.
Die industriell betriebene Fischerei führt zur Bedrohung des Bestandes für viele Fischarten, so ist der Kabeljau durch Überfischung weltweit akut vom Aussterben bedroht.
Um weitere ökologische Katastrophen zu verhindern, die langfristig auch den wirtschaftlichen Untergang der Fischereiindustrie in vielen Regionen bedeuten würden, werden Fangquoten, d.h. eine festgelegte Menge an Fischen in einem bestimmten Gebiet, festgelegt. Häufig werden diese jedoch aus politischen und wirtschaftlichen Gründen zu hoch angesetzt.
Mit dem MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) ist seit 1997 ein Produktkennzeichen vorhanden, das es Verbrauchern ermöglichen soll, Fisch aus nachhaltiger Fischerei zu kaufen.
In Nordeuropa
Marine Stewardship Council]
Fast ohne Ausnahme spielt sich die Seefischerei Nordeuropas auf dem küstennahen Schelf des Nord-Atlantik oder den Nebenmeeren in Tiefen bis 700 m ab.
Die Lage der Fangplätze auf dem flachen Schelf ist biologisch bedingt, da hier die besten Voraussetzungen für günstige Lebensbedingungen der meisten Seefische gegeben sind.
Die wichtigsten Fangplätze der Seefischerei
Im Nordatlantik
- Barentssee = Kabeljau, Rotbarsch, Lodde
- Bäreninsel-Spitzbergen = Kabeljau, Rotbarsch
- Westgrönland = Kabeljau
- Ostgrönland = Rotbarsch
- Island = Kabeljau, Rotbarsch, Seelachs, Lodde
- Labrador = Kabeljau, Rotbarsch, Heilbutt
- Nordsee = Hering, Scholle
- Neufundland = Kabeljau, Rotbarsch
- Norwegische Küste = Seelachs
- Ostsee = Hering, Dorsch (=Kabeljau), Sprotte
- Ostkante = Hering
- USA-Schelf = Makrele
Fangmethoden
- Schleppnetzfischerei
- Treibnetzfischerei
- Langleinenfischerei
- Ringwadenfischerei
- Angelfischerei
- Lichtfischerei
- Elektrofischerei
- Fischfang mittels Fischwehr und Reuse
- Grundfischen
- Dynamitfischerei
- Cyanidfischerei
Literatur
- Antje Kahlheber: Die Erschöpfung der Weltmeere. Spektrum der Wissenschaft, November 2004, S. 60 - 68, ISSN 0170-2971
Weblinks
- [http://www.fangtechnik.de Fangtechnik in der Binnenfischerei]
- [http://europa.eu.int/pol/fish/index_de.htm Fischereipolitik der EU]
- [http://www.portal-fischerei.de/ Fischerei in Deutschland] - Portal des Bundes und der Länder
- [http://www.bfa-fisch.de Deutsche Bundesforschungsanstalt für Fischerei]
- [http://www.faz.net/s/Rub2542FB5D98194DA3A1F14B5B01EDB3FB/Doc~E0E0A4CA1E38145D4A0FF07459D14F0F0~ATpl~Ecommon~Scontent.html Bericht über die weltweite Bedrohung des Kabeljaubestandes durch Überfischung]
- [http://onefish.org/global/index.jsp onefish.org - Community Knowledge Directory] - umfangreiche Seite zu verschiedensten Aspekten des Fischereiwesens (engl.)
Siehe auch
- Ernährung
- Quase (altertümliches Fischereifahrzeug)
- Fischer (Leute die den Beruf ausüben)
Kategorie:Fischerei
ja:漁業
ToxizitätDie Toxizität (von griechisch τοξικότητα, aus toxikón (phármakon) - Pfeil(gift) aus toxa - Pfeil und Bogen) bedeutet die Giftigkeit.
Die Toxizität einer Substanz wird mit Hilfe verschiedener Verfahren bestimmt.
Die wohl bekannteste Messgröße für Toxizität ist der LD50 Wert. Es gibt jedoch auch noch andere wichtige toxikologische Messgrößen wie den NOEL, die LOEC oder auch die IGC50. In letzter Zeit gibt es Überlegungen die Toxizität noch unbekannter Substanzen mit Hilfe der QSAR zu berechnen, bevor diese überhaupt synthetisiert werden.
In der %C3%96kotoxikologie werden häufig Bioindikatoren verwendet um die Toxizität von Substanzen zu messen. Ein bekanntes, wenn auch umstrittenes Beispiel für einen genormten Toxizitätstest ist der in DIN 38412-L31 normierte Fischtest, der mittlerweile durch den ebenfalls normierten (DIN 38415-T 6) Fischeitest ersetzt wurde.
Die Toxizität einer Substanz hängt auch von der Art ihrer Aufnahme ab, orale Aufnahme unterscheidet sich im Verlauf der Vergiftung häufig von einer Aufnahme derselben Substanz durch die Atmung, blossen Hautkontakt oder gar intravenöser Aufnahme.
Siehe auch: Toxikologie, Toxizitätsbestimmung, Gift, Vergiftung.
Kategorie:Gift
FaulschlammFaulschlamm ist ein fauliges subaquatisches Sediment, auch Sapropel genannt, das aus sich zersetzender und zersetzter organischer Substanz besteht, es entsteht beispielsweise als Abbauprodukt von Klärschlamm.
Abwasserwirtschaft
Faulschlamm ist durch Ausfaulen stabilisierter Klärschlamm und ein Abfallprodukt der Abwasserklärung. Es ist eine Mischung aus ca. 95 - 99 Wasser und 2 - 5 % Feststoffen. Die Feststoffe bestehen etwa je zur Hälfte aus mineralischer und organischer Substanz (z. B. Reste der Mikroorganismen der biologischen Abwasserreinigung). Unter anaeroben Bedingungen, dass heißt ohne Sauerstoff, setzen Methanbakterien den leicht faulenden Anteil der organischen Substanz des ursprünglichen Rohschlamms unter Bildung von Faulgas zu Klärschlamm um. Dabei wird etwa ein Drittel der vorher vorhandenen Feststoffe in Gase überführt.
Das Faulgas enthält - wie Biogas - vorwiegend Methan- (CH4) und Kohlendioxid-Gas (CO2) sowie geringe Anteilen anderer Gase wie Schwefelwasserstoff (H2S). Solche Klär- oder Biogase werden zur Energieerzeugung genutzt. Diese Art der konventionellen Behandlung von Klärschlamm findet in Faultürmen innerhalb größerer Kläranlagen statt.
In Deutschland werden stabilisierte Klärschlämme aus kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen - nach strenger Kontrolle der Inhaltsstoffe und der Aufbringung gemäß Klärschlammverordnung (AbfKlärV) - als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt (56 % - nach DWA 2005). Die restlichen Mengen werden überwiegend - nach Entwässerung oder Trocknung - verbrannt (> 35 %).
Geologie
Faul- oder Sapropelschlamm entsteht nicht nur in der Abwasserwirtschaft, sondern genauso unter natürlichen Bedingungen in nährstoffreichen Gewässern, Sümpfen beispielsweise, wenn organisches Material anoxisch, das heißt bei Abwesenheit von Sauerstoff, biochemisch umgewandelt wird. Feinkörnige Massen bilden sich, die durch aus H2S entstandene Metallsulfide grau bis tiefschwarz gefärbt sind. Faulschlämme können sich diagenetisch verfestigen und so ein Gestein bilden, den Sapropelith. Dieses Gestein zählt aufgrund des relativ geringen organischen Anteils zu den Akaustobiolithen, den nicht-brennbaren organischen Sedimentgesteinen (Biolithen).
Beispiele
Ein Beispiel ist die durch ihren Reichtum an außergewöhnlich gut erhaltenene Fossilien aus dem Eozän weltbekannte Grube Messel in der Nähe von Darmstadt. Der Mangel an gelöstem Sauerstoff am Gewässergrund und fehlende Strömung sorgten dafür, dass die Körper toter Tiere während der Einbettung in das Sediment nicht durch die Wühltätigkeit der Bodenbewohner (Benthos) in ihrer Einbettungsposition gestört wurden.
Bei einer schlechten Durchmischung und eingeschränktem Austausch des Bodenwassers, wie es bei weitgehend isolierten Sedimentbecken vorkommen kann, entsteht ein euxinisches, also sauerstofffreies bzw. reduzierendes Milieu. Auch hier bildet sich Faulschlamm, der nach erfolgter Diagenese als Schwarzschiefer bezeichnet wird. Solche Bedingungen existieren heute am Boden des Schwarzen Meeres. Für die dunkle Färbung sorgen fein verteilter Kohlenstoff und Eisensulfidverbindungen, vor allem Pyrit. Zudem sind die Schwarzschiefer an wertvollen Metallen, beispielsweise Kupfer, Uran und Vanadium, angereichert.
Beispiele für bedeutende Vorkommen von Schwarzschiefer sind die erzreichen mitteleuropäischen Kupferschiefer des Oberperms, die devonischen Schwarzschiefer der deutschen Mittelgebirge (Dachschiefer der Eifel) und der für seine einzigartigen Fossilien bekannte Posidonienschiefer aus dem deutschen Unterjura.
Sapropelkohle
Wenn organisches Material weitgehend frei von Gesteinsmaterial bleibt, wird es unter entsprechenden Bedingungen zu Kohle. Sapropel- oder Faulschlammkohle entsteht im Randbereich einer Humuskohle wo die Bildungbedingungen nicht mehr optimal sind und daher der Inkohlungsgrad gering ist. Aus diesem Grund sind auch die ursprünglichen Bestandteile nocht gut erkennbar. Besteht die Sapropelkohle aus Pflanzensporen, wird sie als Cannelkohle (auch Kannel- oder Kännelkohle) bezeichnet, dominiert der Algenbestandteil spricht man von einer Bogheadkohle. Durch ihren Gehalt an flüchtigen bituminösen Anteilen ist Sapropelkohle leicht entzündlich und wird darum zu den Kaustobiolithen, also den brennbaren organischen Sedimentgesteinen (Biolithen) gestellt.
Bodenkunde
In der Bodenkunde wird unter einen Faulschlamm ein nährstoffreicher Unterwasserboden (subhydrischer Boden), ähnlich einem Grauschlamm verstanden, mit dem Unterschied, dass Sauerstoff abwesend ist.
Kategorie:Abfall
Kategorie:Biomasse
Kategorie:Wasserwirtschaft
Kategorie:Geowissenschaft
Kategorie:Bodentyp
Tubifex tubifex
Tubifex tubifex ist ein Röhrenwurm, der keinen deutschem Namen hat und deshalb meist schlicht Tubifex genannt wird. Er ist vor allem unter Aquarianern als lebendes Fischfutter bekannt.
Äußere Merkmale
Tubifex ist ein bis 6 cm langes, dünnes, rotes Würmchen.
Lebensweise
Tubifex lebt normalerweise im Schlamm von stehenden sowie fließenden, auch stark verschmutzen Gewässern mit Schleim ausgekitteten Schlammröhren. Der Wurm steckt mit dem Kopfteil bis zur Hälfte im Grund des Gewässers, während der hintere Teil durch schlängelnde Bewegungen Wasser in die Röhre strudelt. Aufgrund seines hämoglobinhaltigen Blutes, das auch für die rote Farbe sorgt, ist der Wurm in der Lage auch sehr sauerstoffarme Gewässer zu bewohnen und gilt daher als Bioindikator für eine starke Belastung mit organischen Stoffen.
Kategorie:Wirbellose
GeißeltierchenFlagellaten (lat. flagellum = Peitsche, Geißel) sind einzellige, eukaryotische Lebewesen, die sich mit peitschenartigen Zellfortsätzen, Geißeln, fortbewegen.
Flagellaten sind teils heterotroph, das heißt ernähren sich von organischen Stoffen, teils sind sie autotroph durch Photosynthese. Einige können auch zwischen phototropher und heterotropher Ernährungsweise wechseln.
Wegen ihrer aktiven Fortbewegung wurden heterotrophe Flagellaten früher auch den Tieren zugerechnet („Geißeltierchen“). Phototrophe Flagellaten, wie zum Beispiel Euglena gracilis, auch Augentierchen genannt, wurden entsprechend als Zwischenformen zwischen Tier und Pflanze angesehen („Geißelalgen“). Heute ordnet man Flagellaten weder den Tieren noch den Pflanzen zu.
In Gewässern treten bei unterschiedlichen Verschmutzungsgraden charakteristische Arten von Flagellaten auf. Durch Nachweis dieser und spezifischer Arten anderer Organismengruppen (u.a. Bakterien, Algen, Ciliaten, Rädertiere, Würmer, Larven) in einer Wasserprobe kann die Wassergüte (Saprobie) bestimmt werden.
Es gibt auch einige krankheitserregende Flagellaten. Zum Beispiel ist Trichomonas vaginalis Auslöser der Geschlechtskrankheit Trichomoniasis bei Männern und Frauen. Dabei kommt es in erster Linie zu Entzündungen der Scheide und der männlichen Harnröhre. Meist wird die Krankheit durch Geschlechtsverkehr übertragen. Sie kann durch mikroskopische Untersuchung eines Vaginalabstrichs oder Urethralabstrichs festgestellt werden und wird meist medikamentös mit dem Wirkstoff Metronidazol (Markenname: Arilin) innerhalb von 5-6 Tagen erfolgreich behandelt. Außerhalb eines Wirts stirbt der Erreger sehr schnell ab.
Siehe auch
- Trichomonaden, Parasiten des Menschen
Kategorie:Protozoen und Algen
1995
Jahreswidmungen
- Der Spitzahorn (Acer platanoides) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Der Zunderschwamm (Fomes fomentarius) ist Pilz des Jahres (Deutsche Gesellschaft für Mykologie)
- Der Apollofalter (Parnassius apollo) ist Tier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)
- Die Nachtigall (Luscinia megarhynchos) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
Politik
- 1. Januar: Kaspar Villiger wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Bolivien. Die Reform des Erziehungswesens tritt in Kraft
- 1. Januar: Die Freihandelszone zwischen Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay tritt in Kraft
- 1. Januar: Freihandelsabkommen zwischen | | |