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Gewerk

Gewerk

Als Gewerk bezeichnet man handwerkliche und bautechnische Arbeiten im Bauwesen sowie historisch im Bergbau und dessen Umfeld. Im Bauwesen umfaßt ein Gewerk i. A. die Arbeiten, die einem Handwerk zuzuordnen sind. Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) nimmt im Teil C eine Unterteilung der Gewerke vor und beschreibt die jeweiligen allgemeinen technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen. Die Gewerkeeinteilung der VOB/C geht aber meist tiefer als die typischen Vergabeeinheiten bei der gewerksweisen Vergabe. Die öffentlichen Auftraggeber sind im Regelfall zur gewerksweisen Vergabe verpflichtet. Private Auftraggeber können auch komplette Bauleistungen an einen Generalunternehmer vergeben oder Gewerke zusammengefasst ausschreiben.

Klassische Gewerke


- Baumeisterarbeiten
- Zimmererarbeiten
- Dachdeckerarbeiten
- Klempnerarbeiten
- Tischlerarbeiten diese klassischen Gewerke werden z. B. bei den Baumeisterarbeiten in der VOB/C weiter unterteilt in:
- Erdarbeiten
- Maurerarbeiten
- Beton- und Stahlbetonarbeiten Der Begriff wird teilweise auch in anderen Branchen gebraucht. Insbesondere in Werbe- oder Internetagenturen werden teilweis einzelne Tätigkeitsfelder innerhalb eines Teams als Gewerk bezeichnet (Textgewerk, Grafikgewerk).

siehe auch


- Bauwesen, Handwerk
- Portal:Architektur und Bauwesen Kategorie:Bauausführung

Bauwesen

Als Bauwesen bezeichnet man
- das Fachgebiet, das sich mit Bauprozessen und Bauwerken beschäftigt.
- die Bauwirtschaft, also die Wirtschafts-Branche, die Planungs und Bauleistungen aller Art erbringt. Während die Architektur sich zunächst mit den gestalterischen und kulturellen Aspekten des Bauens beschäftigt, dreht sich beim Bauwesen dann alles um die konkrete Realisierung von Bauwerken und Gebäuden. Eine generelle Trennung in Teilbereiche ist die Unterscheidung von Hochbau und Tiefbau.

Siehe auch


- Portal:Architektur und Bauwesen
- Architektur, Bauingenieurwesen
- Gewerk
- Bauwerk, Gebäude
- Verkehrsbauwesen
- Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Literatur


- Bauen in der Schweiz, ISBN 3-7643-7058-0 (Das Buch bietet einen Überblick über die Arbeit von Architekten und Ingenieuren in der Schweiz.)

Weblinks


- [http://www.fh-kl.de/kaiserslautern/bi/ Fachbereich Bauingenieurwesen] - An der Fachhochschule Kaiserslautern
- [http://www.bauwesen.uni-dortmund.de/ Fachbereich Bauwesen] - an der Uni Dortmund
- [http://www.baunetz.de BauNetz] - Bekanntestes deutsches Bau- und Architekturportal
- [http://planet.baublog.de planet.baublog.de] - RSS-Aggregator für News und Blogs im Bauwesen !

Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen

Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (abgekürzt "VOB") ist ein in der Bundesrepublik Deutschland gültiges, dreiteiliges Klauselwerk, das Regelungen für die Vergabe von Bauaufträgen durch öffentliche Auftraggeber und für den Inhalt von Bauverträgen enthält. Den neuen Namen führt die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen erst seit der Neufassung 2002. Vor der Umbenennung hieß sie "Verdingungsordnung für Bauleistungen". Die Abkürzung "VOB" blieb unverändert.

Inhalt

Die VOB enthält 3 Teile:
- Teil A: "Allgemeine Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen" (VOB/A). :Dabei handelt es sich um Vorschriften, die bei der Ausschreibung von Bauaufträgen durch öffentliche Auftraggeber zu beachten sind. :Man unterteilt in: :
- öffentliche Ausschreibung z.B. bei großen Bauvolumen und öffentliche Belange z.B Straßenbau :
- beschränkt öffentliche Ausschreibungen z.B. wenn die Aufwendungen einer öffentlichen Ausschreibung unverhältnissmäßig ist :
- freie Vergabe von Bauleistungen z.B. Aufgrund ihrer Eigenart nur von einem besonderem Kreis, aufgrund deren bekannten Leistung/Vertrauen erforderlich ist.
- Teil B: "Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen (VOB/B)". :Dabei handelt es sich um allgemeine Vertragsbedingungen für Bauverträge. Da die für Bauverträge grundsätzlich geltenden Vorschriften des BGB über den Werkvertrag für viele der im Baurecht auftretenden Probleme keine spezifischen Lösungen bieten, besteht oft das Bedürfnis nach zusätzlichen Regelungen. (Das Werkvertragsrecht des BGB geht von einem statischen Vertrag aus, in der Bauvertragspraxis sind jedoch fast immer Anpassungen des Vertrag an geänderte Umstände oder Wünsche des Auftrggebers notwendig.) Hierfür wurde die VOB/B entwickelt. Diese muss von öffentlichen Auftraggebern zum Bestandteil des Bauvertrags gemacht werden. In der Praxis wird häufig auch von privaten Vertragsparteien in Bauverträgen die Geltung der VOB/B vereinbart.
- Teil C: "Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen" (VOB/C). :Die VOB/C enthält eine Sammlung von Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen (ATV), die gleichzeitig auch als DIN-Normen herausgegeben wurden. Dabei gibt es die DIN 18299 (Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art) als allgemeine Norm und eine Vielzahl spezieller Regelungen für einzelne Gewerke, beispielsweise DIN 18300 (Erdarbeiten), DIN 18331 (Betonarbeiten), DIN 18338 (Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten). Schwerpunkt der einzelnen ATV sind technische Vorschriften, wie die einzelnen Leistungen des Gewerks auszuführen sind. Weiter sind Regelungen über die Art und Weise der Abrechnung der Leistungen enthalten. :Nach § 1 Nr. 1 Satz 2 VOB/B gilt dann, wenn im Bauvertrag die Geltung der VOB/B vereinbart ist, auch die VOB/C als Bestandteil des Vertrags.

Entstehung

Eine erste Fassung stammt von 1926. Seit 1947 gehört es zu den satzungsmäßigen Aufgaben des Deutschen Verdingungsausschusses (DVA), Grundsätze für die sachgerechte Vergabe und Abwicklung von Bauaufträgen zu erarbeiten und weiter zu entwickeln, insbesondere durch Fortschreibung der VOB. Der DVA ist ein nicht rechtsfähiger Verein, dem als Mitglieder sowohl Vertreter der öffentlichen Hand (Bundes-, Länderministerien und kommunale Spitzenverbände) als auch Spitzenorganisationen der Auftragnehmer aus der Bauwirtschaft angehören. Seine Tätigkeit soll dem Ziel eines gerechten Ausgleichs zwischen den Interessen der Auftraggeber und der Bauunternehmer dienen. In den Jahren 1952, 1973, 1979, 1988, 1990, 1992, 1996, 1998, 2000 und 2002 wurden jeweils veränderte Fassungen der VOB herausgegeben. Erhebliche Änderungen enthalten die Fassung von 2000 und die Fassung von 2002, die insbesondere der Anpassung an das Gesetz zur Modernisierung des Schuldrechts dient.

Umbenennung

Der DVA hat sich im Jahr 2000 umbenannt in "Deutscher Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen". Entsprechend trägt auch die VOB seit der letzten Neufassung im Jahr 2002 nunmehr die Bezeichnung "Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen".

Rechtliche Qualifikation

Wird die [http://dejure.org/gesetze/VOB-B VOB/B] in einen Vertrag einbezogen, sind ihre Klauseln als Allgemeine Geschäftsbedingungen anzusehen. Die VOB/B wird jedoch hinsichtlich der gerichtlichen Inhaltskontrolle privilegiert, sofern sie unverändert in den Vertrag übernommen wurde, vgl. §§ 308 Nr. 5, 309 Nr. 8b ff BGB.

Links


- [http://www.vob-online.de Die vollständige Textausgabe der VOB in ihrer aktuellen Fassung]
- [http://www.vzbv.de/go/presse/547/2/6/index.html Anwendung VOB auf private Bauverträge rechtswidrig?]
- [http://www.architext.de/ AVA-Software für die Ausschreibung und Vergabe von Leistungen]
- [http://www.ctbuchholz.de/ AVAnce - AVA-Software für die Erstellung von Leistungsverzeichnissen]
- [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/vgv_2001/index.html Vergabeverordnung] Kategorie:Bauwesen Kategorie:Baurecht Kategorie:Schuldrecht

Generalunternehmer

Der Generalunternehmer (GU) erbringt sämtliche Bauleistungen für die Errichtung eines Bauwerkes. Diese Form des Bauvertrages als einem Typ des Werkvertrages wird als Generalunternehmervertrag bezeichnet. Im Gegensatz zum Alleinunternehmer hat der Generalunternehmer mit dem Bauherrn vereinbart, dass er (Teil-)Leistungen weiter delegieren darf. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Generalunternehmer einziger Vertragspartner des Bauherrn ist und die volle Verantwortung für die Gesamtleistung zu tragen hat. Der GU im engeren Sinne muß dabei zumindest einen Teil der Bauleistungen im eigenen Unternehmen erbringen. Die übrigen Leistungen kann er an Subunternehmer weitergeben. Nicht zum Umfang der GU-Leistung gehören hingegen Planungsleistungen. Für den Bauherrn bietet der GU-Einsatz den Vorteil, daß er bzw. der von ihm beauftrage Planer die Koordination der einzelnen Gewerke nicht übernehmen muß. Auch bei Mängeln, die beim gewerksweisen Unternehmereinsatz nicht eindeutig zuordenbar wären, braucht er sich nur an den GU zu wenden. Umgangssprachlich werden auch die folgenden Unternehmereinsatzformen oftmals als GU bezeichnet: Soweit ein Unternehmer die kompletten Bauleistungen erbringt aber komplett außerhalb des eigenen Unternehmes spricht man vom Generalübernehmer. Werden zusätzlich die Planungsleistungen übernommen spricht man vom Totalunternehmer (mit Eigenleistung) bzw. Totalübernehmer (ohne Eigenleistung). Siehe auch: Bauvertrag Kategorie:Bauwesen Kategorie:Schuldrecht

Ausschreibung

Eine Ausschreibung ist ein Verfahren zur Ermittlung des Angebotspreises als Vorbereitung zur Vergabe eines Auftrages im Rahmen eines Wettbewerbes. Für Ausschreibungen öffentlicher Auftraggeber (Bund, Land, Gemeinden) gelten spezielle Regelungen. Die Verfahrensweise ist geregelt in
- der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB),
- der Verdingungsordnung für Leistungen (VOL) und
- der Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen (VOF). Weitere Formen der wettbewerbsbasierten Preisermittlung sind Auktionen. siehe auch: Request for Information, Bietungsgarantie

Weblinks zu öffentlichen Ausschreibungen:


- [http://www.submission.de/ Öffentliche Ausschreibungen als Tageszeitung]
- [http://www.IT-Ausschreibung.de/ Öffentliche Ausschreibungen - speziell für die IT- und EDV-Branche]
- [http://www.abc-rlp.de Auftragsberatungscentre Rheinland-Pfalz - Öffentliche Ausschreibungen & Aufträge]
- [http://www.vergabereport.de/ Öff. Ausschreibungen in Deutschland],
- [http://www.auftrag.at/ Öff. Ausschreibungen in Österreich],
- [http://www.simap.ch/ Öff. Ausschreibungen in der Schweiz],
- [http://www.abc-rlp.de/ Öff. Ausschreibungen in Luxemburg]

Dienstleistungsauktionen im privaten Bereich:

Nicht nur im öffentliche Bereich gibt es Ausschreibungen zur Vergabe von Aufträgen, in den letzten Monaten kommen auch im Privaten Bereich solche Dienstleistungsauktionen auf. Ein sich derzeit noch eintwickelndes Feld, das erst seit etwa 2003 entsteht. Kategorie:Wirtschaft Kategorie:Bauwesen

Zimmerer

---- Ein Zimmermann, heute Zimmerer, ist ein Holz-Handwerker. Ein Zimmerer fertigt unter anderem die folgenden Produkte:
- Dachstuhl
- Holzständerhaus
- Fachwerkhaus
- Carport
- Tür, Tor Treppenbau, Gauben, Erker, Vordächer, Holzrahmenbau, Trockenbau (Innenausbau), Dachdeckei, Dachfenster, In frühen Zeiten war wohl jeder Hausbesitzer auch ein Zimmermann, da er sich sein Haus meist selbst zimmern musste. Als sich später die Berufe mehr und mehr spezialisierten, wurde auch der Zimmererberuf eigenständig. Durch die Herausbildung von Gilden und der Geheimhaltung besonders wichtiger und interessanter Arbeitstechniken (Dachausmittlung, Schiftung oder Vergatterung) im Mittelalter wurde der Zimmermann, vor allem in der Stadt, unentbehrlich. Schiftung Vor allem Prestigebauten, wie Rathäuser oder Zunfthäuser mit ihren aufwändigen Dachformen, konnten von keinem Laien mehr ohne weiteres gebaut werden. Ein erfahrener Zimmermeister wurde verpflichtet. Dieser hütete seine Kunst und gab sie nur an einen auserwählten Zunftkollegen, meist auch ein Meisterssohn, weiter. Selbst gegenüber seinen Gesellen blieb er vorsichtig. Wichtige Arbeiten wie das Aufschnüren des Daches auf dem Reißboden übernahm er daher selbst. Eine Blütezeit des Zimmererhandwerkes war sicherlich das Mittelalter mit seinen gewagten großen städtischen Fachwerkbauten. Beispiele sind vor Allem: das Knochenhaueramtshaus in Hildesheim, das Rathaus in Wernigerode sowie die gesamte Altstadt (Weltkulturerbe). Einen absoluten Höhepunkt der Dachkonstruktion erreichten die französischen Zimmermeister, die maître de charpentier, etwa um 1900 mit ihren geschwungenen und ineinander übergehenden, verdrehten und gewölbten Dachflächen. Diese Kunst beherrscht heute kaum noch jemand. Wunderschöne Beispiele der dörflichen Zimmerkunst kann man im Freilichtmuseum Detmold betrachten. Auch der Dorfzimmermann verstand es, dem nüchternen und funktionalen Haus einen eigenen Charakter zu geben. Selbst an der ärmlichsten Bauernkate wurden Schmuck und Zierrat nicht vergessen. Heutzutage hat sich das Bild des Zimmermannes weiterentwickelt. Er arbeitet nicht mehr nur mit Holz, sondern kennt sich auch mit vielen anderen Materialien aus und weiß sie kunstvoll zu verbauen. Zu den traditionellen Zimmermannsarbeiten wie Dachstuhlbau, Holz-Treppenbau sowie dem Innenausbau sind neue Tätigkeitsfelder wie der Ingenieurholzbau und der Holzrahmenbau hinzugekommen. Ein Teil des Einsatzgebietes des Zimmerers ist auch die Herstellung von Schalungen für Betonbauteile sowohl aus Holz wie auch mittels Fertigschalungen, Zimmerer sind daher (oft auch in Führungsfunktionen, wie als Poliere) auch an Bauwerken in Stahlbetonbauweise beteiligt.

Ausbildung

Der Zimmerer absolviert eine dreijährige Lehreund kann danach selbstständig nach einem Plan z. B. einen Dachstuhl abbinden. Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen zum Zimmerervorarbeiter, Zimmerpolier, Zimmermeister und Restaurator im Zimmerhandwerk. Dem Zimmerer- und Holzbaubereich zuordenbare Studienzweige sind Holzbau, Architektur und Bauingenieurwesen. Restaurator im Zimmerhandwerk Die Zimmerleute sind im heutigen Bauhandwerk eine der wenigen Berufsgruppen, die noch sehr viel Wert auf ihre Traditionen legen. Siehst du auf der Straße einen mit schwarzer Cordkluft, Manchesterjacket und Weste bekleideten jungen Mann unterwegs mit Schlapphut, Stenz und Bündel, ist das einer der Wanderburschen, von denen nur noch einige Hundert pro Jahr in Europa und Übersee unterwegs sind. Früher waren die Straßen voll von Ihnen. Heute pflegen vor allem die Schächte dieses alte Brauchtum. Sprich den Kunden an, spendier ihm ein Bier und lass dir von seinen Erlebnissen auf der Walz erzählen. Fachliteratur zum Thema erscheint unter anderem im Bruderverlag. Weitere Fachliteratur gibt es auch bei der [http://www.fg-holzbau.de/ Fördergesellschaft Holzbau und Ausbau] und im Büchershop von [http://www.zimmererforum.de/books.html zimmererforum.de].

Siehe auch


- Liste von Berufen
- Fachbegriffe der Zimmerei

Weblinks


- [http://www.zimmerer-bayern.com Verbände des Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes]
- [http://www.zimmererforum.de zimmererforum.de]
- [http://www.bdz-holzbau.de Bund Deutscher Zimmermeister]
- [http://holzbau.startblatt.at Links zu Zimmermeistern und rund um Holz] Kategorie:Handwerksberuf Kategorie:Beruf Zimmermann werden in der Schweiz auch langbeinige Spinnen genannt. ja:大工

Dachdecker

Der Dachdecker sorgt mit seiner Arbeit für wind- und wetterfeste Gebäude. Das Abdichten und Isolieren von Wänden und Dächern gehört ebenso zu seinen Aufgaben wie die Installation von Dachfenstern und Solarzellen. Er arbeitet eng mit Klempner (Spengler) zusammen. Durch regionale Unterschiede können die Dachdecker sich weiter spezialisieren. Dazu gehört neben den in Norddeutschland vertretenen Reet auch das im Süddeutschland bevorzugte Schiefer.

Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt in der Regel 3 Jahre. Voraussetzung ist ein Haupt- oder Realschulabschluss. Der Auszubildende sollte handwerklich begabt sein und keine Höhenangst haben.

Beruf

Tätigkeiten


- Wärmedämmung an Dach- und Außenwand
- Eindecken von Dach- und Wandflächen mit Schiefer, Schindeln, Dachplatten, Pappdocken, Dachziegeln und Dachsteinen
- Abdichten von Dachflächen, Wand- und Bodenflächen
- Bekleiden von Außenwänden (Fassaden) mit verschiedenen Materialien (Schiefern)
- Aufbau von begrünten Dächern
- Erbauen von Vorrichtungen zur Ableitung von Oberflächenwasser
- Installation von Solarzellen und Dachfenstern
- Errichten von Blitzableitern

Aufstiegschancen in Deutschland

Durch Fort- und Weiterbildungen:
- Meister/-in (Voraussetzung für die Selbständigkeit)
- Geprüfte/r Polier/-in
- Werkpolier/-in
- Techniker/-in Durch den Besuch einer Fachschule:
- Gestalter/-in im Handwerk
- Techniker/-in für Betriebswissenschaft
- Techniker/-in im Denkmalschutz Durch ein Studium an einer Fachhochschule (FH) möglich:
- Fachrichtung Diplom-Ingenieur/-in Bauingenieurwesen, Architektur oder Denkmalpflege

in Österreich

Nach zweijähriger Praxis und einem Meisterkurs besteht die Möglichkeit die Meisterprüfung abzulegen. Es ist auch möglich, das Kolleg für bestimmte facheinschlägige Richtungen, wie Hochbau oder Ortsbildpflege zu besuchen. Wie in den anderen Lehrberufen besteht die Möglichkeit, Matura nachzuholen und anschließend Fachhochschulen zu besuchen.

Weblinks


- [http://www.bmwi.de/bmwa/generator/Navigation/Beruf-und-Karriere/Ausbildung-und-Berufswahl/ausbildungsberufe,did=12702.html Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit]
- [http://www.dachdecker.de/ Homepage des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks] Kategorie:Handwerksberuf

Tischler

Schreiner bzw. Tischler ist die Berufsbezeichnung für Menschen, die Möbel, Bauelemente und Innenausbauten herstellen. Der Schutzheilige der Tischler ist St. Josef. Das Handwerk wird grob in den Bereich Innenausbau und Bautischlerei gegliedert.

Benennung

Je nach Region des deutschen Sprachgebietes hat diese Art Handwerker einen anderen Namen. Nach dem "Wortatlas der deutschen Umgangssprachen", Bern/München 1977, Karte 20, ist die regionale Verteilung wie folgt:
- in den neuen Bundesländern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Österreich und Südtirol sagt man Tischler
- im übrigen Deutschland sowie in der Deutschschweiz sagt man Schreiner. Allerdings ist der in Deutschland und Österreich allein amtliche Name Tischler. In der Schweiz ist Schreiner ein Überbegriff für holzverarbeitende Berufe, die Möbelschreiner (Tischler), Bauschreiner oder Zimmermann beinhalten können. Das Wort Schreiner leitet sich von Schrein (= Schrank) her, während das Wort Tischler vom Tisch abgeleitet ist.

Berufsbild

Tischler stellen neben Möbeln wie Tischen, Stuhl, Schrank und Einbauküchen auch Ladenbauobjekte, Türen und Fenster her. Für den Innenausbau werden Einbaumöbel, Wand- und Deckenverkleidungen hergestellt und vor Ort montiert. Das hauptsächlich zur Verarbeitung kommende Material ist Holz in seinen verschiedenen Ausprägungen (Schnittholz, Furniere). In den letzten Jahrzehnten kamen jedoch immer mehr Holzwerkstoffe (meist in Form von Plattenwerkstoffen) und Kunststoffe hinzu. Der am häufigsten verarbeitete Werkstoff ist die Spanplatte. Arbeitet eine Tischlerei für den Messebau, können auch Aluminiumprofilteile zugeschnitten und zusammengefügt werden. Kombiniert mit Plattenwerkstoffen entstehen hieraus zerlegbare Messestände oder Einrichtungsgegenstände im Ladenbau. Kunststoffprofile werden vor allem bei der Fensterherstellung zugeschnitten, zusammengefügt und mit Scharnieren verarbeitet. In den 80er- und 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts rangierte der Beruf dauerhaft unter den beliebtesten Ausbildungsberufen. Seit etwa 5 Jahren sind die Auszubildendenzahlen bundesweit um nahezu 50 Prozent zurückgegangen. Ursachen liegen zum Einen in den sich verändernden Ausbildungswünschen der Jugendlichen, zum Anderen aber auch in der wirtschaftlich schwierigen Situation der Ausbildungsbetriebe. Das einstige Meister-Eder-Image des Berufes beginnt sich mehr und mehr aufzulösen. Tatsächlich haben die bundesdeutschen Schreinereien/Tischlereien nurmehr rund acht Prozent Anteil am Möbelmarkt. Neben den veränderten Marktbedingungen und den neu hinzugekommenen Materialien revolutionieren zusehends moderne computergestützte Fertigungstechniken (CNC) das Berufsbild.

Aus- und Weiterbildung in Deutschland

CNC Es besteht die Möglichkeit der Ausbildung im Handwerk zum Tischler oder in der Industrie zum Holzmechaniker. Die Ausbildung des Holzmechanikers verläuft ähnlich der einer Tischlerlehre, die im folgenden näher ausgeführt wird. Schwerpunkte von Tischlereien in Deutschland: - Eine Möbeltischlerei baut Möbel - Eine Bautischlerei baut Fenster und Türen bzw. fertigt Arbeiten im Innenausbau wie Treppen, Böden, Wand- und Deckenverkleidungen. - Bau- und Möbeltischlereien vereinen beide Schwerpunkte. - Innenausbau, Messebau, Treppenbau, Ladenbau und Restauration werden als spezielle Schwerpunkte extra aufgeführt. Die Ausbildung zum Bau- und Möbeltischler: In Deutschland durchläuft der angehende Tischler eine dreijährige Berufsausbildung, wovon das erste Jahr als Berufsgrundbildungsjahr bzw. Berufsgrundschuljahr (BGJ) im Vollzeitunterricht an Berufsschulen stattfinden kann. Im Berufsgrundbildungsjahr findet sowohl eine theoretische wie auch praktische Ausbildung (Fachpraxisunterricht in der Werkstatt der Berufsschule) statt. Im Fachpraxisunterricht werden vor allem Grundfertigkeiten im Umgang mit Handwerkzeugen anhand der Techniken der Holzverbindungen (z.B. Zinken, Nuten, Dübeln, Überblatten) vermittelt. Das Suchen des Ausbildungsplatzes findet oft erst während des Berufsgrundbildungsjahres statt. Das zweite und dritte Ausbildungsjahr wird in einer Tischlerei absolviert. Einen Tag in der Woche findet ein Berufsschulbesuch statt. Es gibt aber auch die Variante des Berufsschulunterrichtes im mehrwöchigen Block. Innerhalb der Lehrzeit findet ein Kurs zur Oberflächenbehandlung und ein Maschinenlehrgang statt. Die Ausbildung endet mit dem Bestehen der Gesellenprüfung und dem Erhalt eines Gesellenbriefes. Zum Bestehen wird neben der theoretischen Prüfung und einer praktischen Prüfung auch das eigenständige Entwerfen und Anfertigen eines Möbelstückes bzw. einer Haustüre gefordert. Je nach dem Schwerpunkt in der Ausbildung kann der angehende Bau- und Möbeltischler selber wählen, ob er ein Möbelstück oder eine Haustür baut. Zur beruflichen Fortbildung steht dem Tischler die Möglichkeit offen, den Meisterbrief zu erwerben oder sich in einer zweijährigen Fachschule zum Holztechniker fortzubilden. Zur Berufliche Weiterbildung des Tischler, gehört auch die Möglichkeit sich als Restaurators fortzubilden.

Arbeitsmittel

Zur täglichen Arbeit des Tischlers gehören eine Vielzahl von Handwerkzeugen, leichten Handmaschinen und schwereren Maschinen. Holztechniker

Handwerkzeuge


- Hammer
- Sägen
- Stecheisen
- Hobel
- Schraubendreher

Handmaschinen


- Handoberfräse
- Formfederfräse
- Elektrohobel
- Stichsäge
- Bohrmaschine
- Schwingschleifer
- Excenterschleifer
- Bandschleifer
- Handkreissäge

Maschinen


- Kreissägemaschine
- Abrichthobelmaschine
- Dickenhobelmaschine
- Kantenautomat
- Langbandschleifmaschine
- Breitbandschleifmaschine
- Kantenschleifmaschine
- Tischbandsägemaschine
- Langlochbohrmaschine
- Furnierpresse
- Plattensäge
- CNC-Maschine
- Kantenleimer

Kultur


- folgt Kategorie:Handwerk Kategorie:Handwerksberuf

Maurer

Ein Maurer ist ein Handwerker, der im Rohbau Mauern, also Außen- und Innenwände eines Gebäudes erstellt. Bei kleineren Bauprojekten (Einfamilienhäuser) werden meist auch Beton-, Stahlbeton, Abdichtungs- und Entwässerungsarbeiten von Maurern ausgeführt. Die nachfolgende Verkleidung von Mauern mit Putz, traditionell auch Aufgabe der Maurer, wird heute in der Regel von Stukkateuren ausgeführt. In der dreijährigen Berufsausbildung werden neben den für die Ausführung von gemauerten und aus Stahlbeton hergestellten Bauteilen benötigten handwerklichen Kenntnissen auch die Grundlagen der Verputzens, des Estrich- und Fliesenlegens sowie von Zimmerer- und Gerüstbauarbeiten vermittelt. Der schulische Teil der Ausbildung vermittelt zudem das benötigte Wissen über die richtige Ausführung von Baukonstruktionen, bzgl. des Feuchteschutzes und der Wärmedämmung von Gebäuden und nicht zuletzt der Sicherheit am Arbeitsplatz. Ziel der Lehre ist dabei die Fähigkeit einen Rohbau nach Plan von der Kellersohle bis unter den Dachstuhl korrekt ausführen zu können und dabei die Schnittpunkte mit anderen Gewerken (Zimmerer, Stukkateur, Heizungsbauer usw.) zu beachten. Wesentliche handwerkliche Hilfsmittel sind Maurerkelle, Wasserwaage, Senklot, Maurerschnur, Maurerhammer und Mischmaschine. Die zu verarbeitenden Materialien sind Naturstein, Kalksandstein, Betonstein, Porenbetonsteine, Ziegel und Klinker. Um einen festen Verbund zwischen den Steinen herzustellen wird Mörtel zwischen den Steinen aufgetragen. Waagerecht nennt man diese Schicht Lagerfuge, Senkrecht hingegen Stoßfuge. Mörtel wird je nach geforderter Festigkeit (vom Statiker, in Ausnahmefällen vom Ingenieur oder Architekten, festgelegt) in Mörtelgruppen zwischen 1 und 3 eingeteilt. Je höher die Zahl desto Fester der Mörtel. Zusätzlich werden Wärmedämmmörtel mit geringer Tragfähigkeit und 'Kleber' eingesetzt. Gesetzt wurden die Steine in Verbänden, die genau den Einbau von Nischen, Rohrleitungen und die Ausführung von gemauerten Kaminen regeln. Aufgrund größerer Steine, Formelementen für Kamine und veränderten Arbeitsbedingungen finden Verbände heute ausser bei Reparaturen kaum noch Verwendung. In den letzten Jahren verliert die Bedeutung der Mörtel zur Herstellung von Mauerwerk immer mehr an Bedeutung im Vergleich zum 'Klebeverfahren', bei dem die Steine mit einer nur milimeterdicken Fuge aufeinander gesetzt werden. Technisch, bzgl. Tragfähigkeit, Wärmedämmfähigkeit und Herstellungsdauer, ist das Klebeverfahren dem eigentlichen Mauern vorzuziehen. Kategorie:Handwerksberuf Kategorie:Beruf

Stahlbeton

Stahlbeton ist ein künstlicher Baustoff, ein sogenannter Verbundwerkstoff bestehend aus den beiden Komponenten Beton und Bewehrungsstahl.

Komponenten

Beton

Siehe Hauptartikel Beton Beton ist ein künstliches Gestein aus Zement, Betonzuschlag (Sand und Kies oder Splitt) und Wasser. Dieser Baustoff ist preiswert herzustellen, einfach formbar und besonders geeignet für massige Bauteile. Seine mechanischen Eigenschaften sind gekennzeichnet durch eine relativ hohe Druckfestigkeit sowie eine niedrige Zugfestigkeit (ungefähr 10% der Druckfestigkeit). Druckfestigkeit

Bewehrungsstahl

Siehe Hauptartikel Bewehrungsstahl Bewehrungsstahl, auch als Betonstahl bezeichnet, ist ein spezieller, heutzutage gerippter oder profilierter Rundstahl mit einer hohen Zugfestigkeit. Dieser wird in die Schalung des Bauteils eingebaut und anschließend einbetoniert. Dabei wird der Betonstahl durch den Beton komplett eingehüllt, was den Verbund zwischen beiden Baustoffen bewirkt. Schalung

Tragverhalten

Der Verbund zwischen dem Beton und dem Betonstahl entsteht durch die Haftung des Bindemittels Zement (Haftverbund), durch die Reibung zwischen Stahl und Beton (Reibungsverbund) und durch den infolge der Rippung des Betonstahls erzeugten Formschluss (Scherverbund). In ungerissenem Stahlbeton sind die Dehnungen der beiden Baustoffe gleich groß. Dieser Zustand, ohne Relativverschiebungen zwischen Beton und Stahl, wird auch als vollkommener Verbund bezeichnet. Unbewehrter Beton versagt bei Zugbeanspruchung (z. B. Biegezug) aufgrund seiner Sprödigkeit ohne ankündigende Rissbildung schlagartig. Dies geschieht im Vergleich zur Druckbeanspruchung schon bei geringer Belastung, da die Zugfestigkeit klein ist. Aus diesem Grund werden die zugbeanspruchten Bereiche des Betons mit Bewehrungsstahl versehen, der einbetoniert ist. Da der Beton auf Zug den großen Dehnungen des Stahls nicht folgen kann, reißt er im Zugbereich. Im Bereich eines Risses sind dann nur noch die Bewehrungsstäbe wirksam. Zug- bzw. biegezugbeanspruchte Bauteile können daher so bemessen und hergestellt werden, dass sich das Bauteilversagen durch eine intensive Rissbildung und signifikante Verformungen vorankündigt. Bei Bauteilen, die auf Druck beansprucht werden, können Stahleinlagen die Tragfähigkeit auf Druck erhöhen. Voraussetzung für die Anwendung des Verbundwerkstoffs Stahlbeton sind die in etwa gleich großen Wärmeausdehnungskoeffizienten (10-5 nach den Stahlbetonnormen) von Stahl und Beton, was bei Temperaturänderungen in etwa gleich große Wärmedehnungen der beiden Materialien zur Folge hat und somit keine nennenswerten Eigenspannungen im Verbundwerkstoff Stahlbeton bewirkt.

Risse

Eigenspannung Eigenspannung Aufgrund des Tragverhaltens sind Risse bei dem Verbundbaustoff Stahlbeton im Regelfall möglich und zulässig. Nur Sonderbauteile, wie Bodenplatten von Tankstellen, müssen rissfrei sein, was durch entsprechende Bauteilgeometrien und Dehnfugen oder Vorspannen sichergestellt wird. Sonst dürfen die Risse, je nach Umweltbedingungen und Nutzung des Bauteils, rechnerisch nicht breiter als 0,1 bis 0,4 mm sein. Eine konstruktive Maßnahme gegen zu große Rissbreiten ist das Einlegen einer ausreichenden Bewehrung, die die Risse zwar nicht verhindert, aber dafür sorgt, dass statt einiger weniger, breiter Risse entsprechend mehr aber schmale und somit ungefährliche Risse entstehen. Von diesen unvermeidbaren konstruktiven Rissen sind Oberflächenrisse zu unterscheiden, die grundsätzlich unerwünscht sind und häufig betontechnologische Gründe haben, wie eine ungünstige Frischbetonzusammensetzung (mit z.B. zu hoher Hydratationswärmeentwicklung), einen nicht ordnungsgemäßen Betoneinbau und eine ungenügende Nachbehandlung der Frischbetonoberfläche.

Bauchemie des Stahlbetons

Eine weitere Voraussetzung für den Verbundwerkstoff ist der Zementstein im Beton und dessen alkalisches Milieu mit einen pH-Wert von 10-11, das den Bewehrungsstahl vor Korrosion schützt. Dadurch ist bei ausreichender Betondeckung ein dauerhafter Korrosionsschutz des Stahls sichergestellt.

Bewehrungsüberdeckung

Eine ausreichende Bewehrungsüberdeckung, in Deutschland üblicherweise als Betondeckung bezeichnet, ist bei Stahlbetonbauteilen erforderlich, um den notwendigen Verbund zwischen Beton und Bewehrung, eine genügende Dauerhaftigkeit des Bauteils sowie einen entsprechenden Feuerwiderstand sicherzustellen. Aufgrund des erforderlichen Verbundes sollte die Bewehrungsüberdeckung mindestens dem Betonstahldurchmesser entsprechen. Aus den Umweltbedingungen ergibt sich nach der DIN 1045-1 für die erforderliche Dauerhaftigkeit die notwendige Betondeckung über dem Betonstahl. Kleiner als 15 mm darf sie nicht sein, üblich sind 20 bis 50 mm. Gewährleistet wird die Betondeckung durch Abstandhalter und Unterstützungsböcke bzw. -körbe. Unterstützungsböcke bestehen meist aus entsprechend gebogenem Betonstahl und werden vor allem für die obere Bewehrungslage von Platten verwendet. Abstandhalter werden dagegen zur Sicherstellung der Distanz zwischen Bewehrung und Schalung verwendet. Diese gibt es in verschiedensten Variationen. Es können unter anderem kleine Klötzchen oder Schlangen aus Beton bzw. Faserbeton sein, daneben sind auch Leisten oder Ringe aus Kunststoff üblich.

Einbauteile

Neben dem Betonstahl werden planmäßig auch andere Bauelemente einbetoniert. Diese werden als Einbauteile bezeichnet. Sie dienen meist der Befestigung von Bauelementen am Stahlbetonbauteil, wie zum Beispiel Stahlkonstruktionen. Dazu zählen unter anderem Ankerplatten und Ankerschienen. Weitere Einbauteile, wie Dübelleisten oder Seilschlaufen, ersetzen eine geometrisch schwierige und aufwändige Betonstahlbewehrung durch eine für die Beanspruchung des Betons spezielle entwickelte "Stahlkonstruktion" .

Bedeutung und Anwendung

Stahlbeton ist der universelle Werkstoff des 20. Jahrhunderts. Dabei ist der Beton mit über 100 Millionen Kubikmetern im Jahr der wichtigste Baustoff Deutschlands, während der Anteil des Betonstahls an der Stahlproduktion in Deutschland ca. 12 % bzw. ungefähr 6 Millionen Tonnen beträgt. Der Einsatz von Stahlbeton statt des unbewehrten Betons ist immer dann notwendig, wenn im Bauteil Zugspannungen auftreten können, die größer sein können als die Zugfestigkeit des Betons. Im Vergleich zu anderen Baustoffen, wie Stahl, Holz oder Kunststoff, ist seine Anwendung immer dann sinnvoll, wenn keine filigranen und leichte Tragstrukturen notwendig sind. Wie der Einsatz beim Bau von Bunkern zeigt, ist Stahlbeton bei ausreichenden Abmessungen auch für extreme Einwirkungen geeignet. Vorteilhaft sind insbesondere die Nichtbrennbarkeit und der hohe Feuerwiderstand. Grenzen bei der Benutzung des Baustoffes ergeben sich aus dem hohen Eigengewicht des Betons, was als tote Last die erforderliche Betonstahlmenge vergrößert und bei schlanken Konstruktionen infolge der Rissbildung zu großen Verformungen führt. In diesen Fällen ist der Einsatz einer Verbundkonstruktion oder von Spannbeton besser. Der Spannbeton unterscheidet sich vom Stahlbeton durch eine planmäßige Vorspannung (=Vordehnung) der Stahleinlagen, der so genannten Spannglieder. Damit wird eine zusätzlichen äußere Drucklängskraft aufgebracht, wodurch die Zugspannungen überdrückt werden und eine Rissbildung, somit die Bauteilverformung, stark reduziert wird.

Geschichte

Grundlage der Entwicklung waren die Erfindung des Romanzement im Jahre 1798 durch den Engländer J. Parker und des Portlandzement durch den Engländer J. Aspdin im Jahre 1824. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden erstmals in Frankreich Betonbauteile durch Stahleinlagen verstärkt. 1855 baute J. L. Lambot ein Boot aus eisenverstärktem Zementmörtel, seit 1861 stellte der Gärtner Joseph Monier Pflanzkübel aus Zementmörtel her, die er mit einem Eisengeflecht verstärkte, damit sie nicht so leicht zerbrachen. 1867 erhielt er darauf ein Patent. Bis heute heißen die verwendeten Eisenteile Moniereisen. Ältere Bezeichnungen für Stahlbeton sind Eisenbeton und Monierbeton. Bereits 1861 veröffentlichte F. Coignet Grundsätze für die Verwendung von bewehrtem Beton und stellte 1867 auf der Weltausstellung in Paris Träger und Röhren aus bewehrtem Beton aus. Der Gutspächter Joseph Loius Lambot meldete 1855 ein Patent für einen neuen "Holzbauwerkstoff" an, der er "Ferciment" nannte. Seiner Patentschrift kann folgendes entnommen werden: "Meine Erfindung hat ein neues Erzeugnis zum Gegenstand, das dazu dient, das Holz im Schiffsbau und überall dort zu ersetzen, wo es feuchtigkeitsgefährdet ist, .. Ich gebe diesem Netz (aus Draht und Stäben) eine Form, die im bestmöglichen Maße dem Gegenstand angepasst ist, den ich herstellen will und bette es anschließend in hydraulischen Cement oder ähnliches wie Bitumen, Teer oder ihren Gemischen ..." Dieses Patent wurde dann von Coignet erweitert. Parallel zu den französischen Ingenieuren führte ein amerikanischer Rechtsanwalt namens Thadeus Hyatt seit 1855 Versuche über die Verwendung von Stahleinlagen in Beton durch. In seinem Grundpatent von 1878 schrieb er unmissverständlich: " ... Hydraulic cements and concretes are combined with metal bars and rods, so as to form slabs, beams and arches. The tensible strength of the metal ist only utilized by the position, in which it is placed in slabs, beams etc. ...". Damit erkannte Hyatt eindeutig die richtige Tragwirkung. In Deutschland erwarben 1885 G. Wayss und A. Freytag die Monierpatente und beauftragten Emil Mörsch mit einer ersten wissenschaftlich begründeten und brauchbaren Darstellung der Wirkungsweise des Eisenbetons, wie der Stahlbeton bis 1920 genannt wurde. Diese wurde 1902 veröffentlicht. Dazu führte Emil Mörsch als einer der Ersten umfangreiche Versuchsreihen durch. Er war schließlich von 1916 bis 1948 Professor für Statik der massiven Tragwerke, gewölbten Brücken und Eisenbetonbau an der Technischen Hochschule Stuttgart und hat dort die Bemessungsverfahren für Stahlbeton entscheidend mitgeprägt. Siehe auch: Übergreifungsstoß Spannbeton

Literatur


- K. Bergmeister und J.-D. Wörner: Betonkalender 2005. Ernst & Sohn 2004, ISBN 3-433-01670-4
- F. Leonhardt und E. Mönnig: Vorlesungen über Massivbau. Dritter Teil: Grundlagen zum Bewehren im Stahlbetonbau. Springer-Verlag Berlin, ISBN 3-540-08121-6

Weblinks


- http://www.bdzement.de/bautechnik/merkblatt.php Literatur des Zementverbandes Kategorie:Beton Kategorie:Verbundwerkstoff ja:鉄筋コンクリート

Handwerk

Als Handwerk wird der Berufsstand und die gewerbliche Tätigkeit bezeichnet, bei der meist auf Bestellung ein Produkt oder eine Dienstleistung unmittelbar für den Verbraucher hergestellt wird. Es steht somit im Gegensatz zur industriellen Massenproduktion auf Vorrat. Wer Handwerker ist und wer ein sonstiges Gewerbe betreibt, ist in der Handwerksordnung festgelegt.

Geschichte

Handwerksordnung Im ländlich orientierten frühen Mittelalter gab es nur wenige Berufe, die durch Handwerker verrichtet wurden. In geistlichen Grundherrschaften waren dies zumeist Mönche, die sich spezialisiert hatten, zum Beispiel im Kunsthandwerk oder der Glasherstellung. Das Bauhandwerk, Steinmetze und Maurer, waren zu dieser Zeit ebenfalls technisch weit fortgeschritten. Alle anderen Tätigkeiten wurden auf den Fronhöfen oder von den freien Bauern selbst erzeugt oder verarbeitet. Ausnahmen waren hierbei der Schmied und der Müller, da bei diesen Berufen eine umfangreiche Ausrüstung notwendig war.
Ab dem Hochmittelalter, mit dem Entstehen von Städten änderte sich die Situation des Handwerks. Immer mehr handwerklich begabte Menschen zogen in die Städte, da dort hohe Absatz- und Gewinnchancen lockten. Die hohe Nachfrage nach Produkten änderte das Arbeitsverhalten von Auftragsarbeit hin zur ständigen Produktion. Die hergestellten Waren wurden dann auf den regelmäßig stattfindenden Märkten verkauft oder in den bei den Werkstätten befindlichen Läden zum Verkauf ausgestellt. Die verschiedenen Handwerksberufe schlossen sich zu Zünften zusammen. Handwerker, die unabhängig und selbständig tätig waren, hatten es sehr schwer, da sie nur selten von einem Händler beliefert wurden. Letztere waren stark in die Zunft eingebunden und richteten sich maßgeblich nach ihren Vorgaben.
Unzünftige Handwerker wurden ordnungspolizeilich verfolgt. In der Stadt flüchteten sie dann (wenn die Häuser mit der Traufseite zur Straße standen) quer über die Hausböden von Giebeldurchschlupf zu Giebeldurchschlupf ganze Straßenzüge entlang, daher ihr (ursprünglich niederdeutscher) Name "Bönhasen". In ländlichen Gegenden gab es lange Zeit wandernde Handwerker, manchmal als Stöer bezeichnet.

Organisationsstruktur

Das Handwerk ist in Deutschland sehr stark organisiert: Jeder Handwerksbetrieb ist Pflichtmitglied in der für ihn zuständigen Handwerkskammer (vergleichbar der Industrie- und Handelskammer) und Berufsgenossenschaft. Diese Kammern bilden regionale Kammertage, die Mitglied im Zentralverband des deutschen Handwerks sind. Oberstes Organ der Handwerkskammern: Deutscher Handwerkskammertag Darüber hinaus sind viele Handwerksbetriebe freiwillig in Innungen organisiert. Diese Innungen sind in der Regel regional in Kreishandwerkerschaften und fachlich in Landesfach- bzw. Landesinnungsverbänden organisiert, die auf Bundesebene Zentralfachverbände bilden. Als Juniorenorganisation vertreten die Junioren des Handwerks die Interessen der jungen Handwerksmeister/innen und Führungskräfte im Handwerk. Die 54 Handwerkskammern und 43 Zentralfachverbände bilden mit weiteren bedeutenden Einrichtungen des Handwerks den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

Siehe auch


- Kunsthandwerk (Kunstgewerbe), Berufe von A-Z
- Portal:Architektur und Bauwesen

Weblinks


- [http://www.zdh.de Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)]
- [http://www.handwerk.de Portal des deutschen Handwerks]
- [http://www.buhev.de Handwerker für das Recht auf Selbstständigkeit ohne Meisterbrief]
- [http://www.handwerksfilme.de Filme über alte Handwerksberufe]
- [http://www.handwerksjunioren.de Junioren des Handwerks e.V.] Kategorie:Handwerk th:หัตถกรรม

Portal:Architektur und Bauwesen

 
 
 
 
 
 

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