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GhatsEin Ghat (Hindi, m., घाट, ghāṭ) ist eine heilige Badestelle der Hindus. Dort wird die rituelle Waschung vollzogen, die die Sünden abwäscht und das Karma reinigt. Berühmt wegen seiner Ghats ist die heilige Stadt Varanasi. Ghats gehören zum Stadtbild vieler indischer Städte, die am Flussufer liegen.
Im Deutschen dient Ghats hauptsächlich als Bezeichnung zweier Gebirgsketten auf der indischen Halbinsel.
Siehe dazu:
- Westghats
- Ostghats
Kategorie:Treppe
Kategorie:Hinduismus
Hindi
Hindi () ist eine indische Sprache, die in den meisten nord- und zentralindischen Staaten gesprochen wird. Es ist eine indogermanische Sprache und leitet sich von den Prakritsprachen ab. Hindi wurde am 26. Januar 1965 Amtssprache Indiens (vor oder neben Englisch).
Hindi und Urdu sind so eng verwandt, dass sie zusammen die Einzelsprache Hindustani bilden, die auf dem ganzen indischen Subkontinent verstanden wird.
Unter den meistgesprochenen Sprachen der Welt steht es an zweiter Stelle nach Chinesisch und vor Spanisch und Englisch.
Über 600 Millionen Menschen in Indien und Umgebung gebrauchen Hindi als Mutter- oder Alltagssprache.
In Mauritius und Fidschi spricht eine knappe Bevölkerungsmehrheit Hindi, in Guyana und Suriname eine Minderheit, wobei es vor allem in Guyana rasch an Boden verliert.
In Nepal ist bisher Nepali, eine dem Hindi eng verwandte Sprache, die allgemein akzeptierte Dachsprache, aber es gibt Versuche von Hindu-Fundamentalisten, alle Hindus, die eine dem Hindi verwandte Sprache sprechen, unter dem Hindi, das als Dachsprache fungieren soll, zu vereinigen.
Bisher hat das jedoch in Nepal noch zu keiner entscheidenden Änderung des Status des Nepali geführt.
Nach Ansicht von Linguisten sind Hindi und Urdu kaum Abstandsprachen, sondern zwei verschiedene Ausbausprachen, wobei der Unterschied darin besteht, dass Hindi in Devanagari geschrieben wird und viele Buchwörter aus dem Sanskrit aufgenommen hat, während Urdu mit arabischen Schriftzeichen geschrieben wird und viele Wörter der persischen und arabischen Sprache enthält.
Die Verwendung von Wörtern unterschiedlicher Herkunft war lange Gegenstand nationaler politischer Bestrebungen; Hindu-Nationalisten ersetzten systematisch Wörter arabischer Herkunft durch dem Sanskrit entlehnte, um damit ihre kulturelle Eigenständigkeit zu betonen. Ähnliche Bestrebungen gab es, die Verwendung von Sanskrit zu fördern, in Form des "Popular Sanskrit".
Beispiele für Hindi Lehnwörter im Deutschen: Bhagwan, Chutney, Guru, Kuli, Punsch, Dschungel, Kajal
Es gibt auch lokale Dialekte des Hindi. So wird im Garhwal-Gebirge das "Garhwali" gesprochen.
Phonologie und Schrift
Hindi umfasst neben 46 Phonemen, die aus dem klassischen Sanskrit stammen, noch sieben zusätzliche Phoneme für Wörter, die aus dem Persischen oder Arabischen kommen. Der inhärente Vokal, der ursprünglich in jeder Silbe enthalten ist, wird in Hindi, wenn in Devanagari (indische Schrift) geschrieben, oftmals bei der Aussprache weggelassen, insbesondere am Wortende, oft aber auch im Wortinneren. Beispiel: मकान (das Haus) wird nicht makana sondern makan ausgeprochen.
Die Phoneme werden hier in ihrer traditionellen Reihenfolge beschrieben:
Vokale, Plosive und Nasale (geordnet nach dem Artikulationsort, von hinten nach vorne) und schließlich Approximanten und Frikative.
Die Transliteration erfolgt in dem System IAST (International Alphabet of Sanskrit Transliteration).
Einfache Vokale
Anders als in den meisten europäischen Sprachen einschließlich des Deutschen sind und im Hindi Vokale.
Diphthonge (Kombinationen von Einfachvokalen)
Vokale können nasaliert werden.
Konsonanten
Daneben gibt es noch den Anusvara (), der entweder die Nasalierung des vorhergehenden Vokals oder einen zum folgenden Konsonanten homorganen Nasal anzeigt und den Chandrabindu ( ँ).
Konsonanten für Wörter persischen und arabischen Ursprungs
Die Aussprache dieser sogenannten Nukta-Varianten variiert im Sprachgebrauch sehr stark, da viele Sprecher die Phoneme so aussprechen, als würden sie ohne den zuätzlichen Punkt (Nukta) geschrieben (z.B. philm statt film).
Grammatik
Im Hinblick auf die Grammatik weist Hindi etliche grundlegende Unterschiede zu den älteren indischen Sprachen wie Sanskrit und Pali auf, die wesentlich formenreicher sind.
Für Substantive gibt es drei grammatikalische Kasus: der Rektus, der Obliquus und der Vokativ. Der Rectus wird für den Nominativ verwendet, der Obliquus für alle anderen außer dem Vokativ (im Sanskrit und Pali sind es noch acht Kasus). In Hindi gibt es Singular und Plural, der Dual ist wie schon in Pali nicht mehr existent.
Typisch für Hindi ist die Genitivbildung durch den Possessivartikel ka:
उस आदमी का बेटा विद्यार्थी है
Us admi ka beta vidyarthi hai.
(wörtliche Reihenfolge: dieses Mannes sein Sohn Student ist)
Der Sohn dieses Mannes ist Student.
Charakteristisch für Hindi sind auch die Postpositionen. Das direkte und indirekte Objekt wird mit ko gebildet:
बच्चे को दूध दीजिए
Bacce ko dudh dijie.
(wörtliche Reihenfolge: Kind dem Milch gib.)
Gib dem Kind Milch.
Postpositionen werden in Hindi generell anstatt Präpositionen verwendet:
मकान में सात कमरे है
Makan mem sat kamre hai.
(wörtliche Reihenfolge: Haus im sieben Zimmer sind.)
Im Haus sind sieben Zimmer.
Die Konjugation der Verben erfolgt mit Hilfsverben. Die Verlaufsform wird mit dem Hilfsverb rahna (gerade dabei sein) gebildet. Das Verb steht am Satzende:
लड़के बग़ीचे में खेल रहे है
Larke bagice mem khel rahe hai.
(wörtliche Reihenfolge: Jungen Garten im spielen sind gerade dabei sind.)
Die Jungen spielen gerade im Garten.
Weblinks
[http://www.shairy.com World of Hindi Shayari]
Kategorie:Indische Sprache
Kategorie:Indoarische Sprache
Kategorie:Einzelsprache
ja:ヒンディー語
ko:힌디어
simple:Hindi
Hindu
Der Hinduismus ist mit etwa 900 Millionen Anhängern die (nach Christentum und Islam) drittgrößte Religion der Welt, gegründet nach den Vedas, und hat seinen Ursprung in Indien. Angehörige dieser Religion werden Hindus genannt. Gläubige Hindus verstehen ihre Religion auch als Lebensart.
Der Hinduismus ist eine Religion, die aus verschiedenen Richtungen mit recht unterschiedlichen Schulen und Ansichten besteht. Darum gibt es kein gemeinsames für alle gleichermaßen gültiges Glaubensbekenntnis. Nur einzelne Richtungen gehen auf einen bestimmten Begründer zurück, z.B. gehen Anhänger Krishnas davon aus, dass Krishna in prähistorischer Zeit tatsächlich lebte und ihren Glauben begründet hat. Da es sich beim Hinduismus um verschiedene Religionen handelt, gibt es auch keine zentrale Institution, die Autorität für alle Hindus hätte. Die Lehren über spirituelle Belange und sogar die Gottesvorstellungen sind in den einzelnen Strömungen sehr verschieden, selbst die Ansichten über Leben, Tod und Erlösung (Moksha) stimmen nicht überein. Die meisten Gläubigen jedoch gehen davon aus, dass Leben und Tod ein sich ständig wiederholender Kreislauf (Samsara) sind, sie glauben an die Reinkarnation. Für den persönlichen Glauben haben aufgrund der Vielfalt religiöse Lehrer (Gurus) oft einen großen Stellenwert. Trotz aller Unterschiede können Hindus der verschiedenen Richtungen weitgehend gemeinsam feiern und beten, wenn auch ihre Theologie und Philosophie nicht übereinstimmt. "Einheit in der Vielfalt" ist eine oft verwendete Redewendung zur Selbstdefinition im modernenen Hinduismus.
Geschichte des Hinduismus
Vedische Zeit
Guru
Der Hinduismus ist eine der ältesten der heute noch praktizierten Glaubensformen.
Nach einer Theorie, welche von Max Müller aufgestellt wurde, wanderten um 2000 v. Chr., am Ende der Indus-Kultur, arische Stämme nach Nordindien ein, die den weiteren kulturellen Verlauf maßgeblich prägten. Einige indische Historiker dagegen behaupten, dass die Arier ein schon ansässiger Stamm gewesen seien, der zu dieser Zeit die Oberherrschaft erlangen konnte.
Zu den ältesten erhaltenen Schriften Indiens gehören der Rig Veda, der Sama Veda, der Yajur Veda und der Atharva Veda sowie einige astronomische Texte. Die ältesten indischen Texte können nicht mit Bestimmtheit datiert werden. Sie erlauben einen Einblick in das frühe religiöse Leben, das von Tier- und Pflanzenopfern, rituellen Waschungen und Hymnen an die Götter bestimmt war. Noch heute im Hinduismus bekannte Götter (Vishnu, Brahma, Saraswati) werden dort bereits verehrt, wenngleich sie damals noch nicht zu den Hauptgottheiten zählten.
- Der Rig Veda enthält Hymnen, um die Götter zu preisen und anzurufen. Er ist von allen Vedas der älteste, die anderen drei Veden entlehnen etliche Inhalte aus dem Rigveda.
- Der Sama Veda besteht aus Gesängen, die die Opfer musikalisch begleiten.
- Der Yajur Veda enthält Prosaverse, die bei Opferriten rezitiert werden.
- Der Atharva-Veda enthält Mantras und Beschwörungen gegen Feinde und Krankheiten sowie Gebete zur Vergebung für Fehler während der Opfer.
Die frühe vedische Religion kannte keine Tempel oder Götterbilder. Die Götter wurden durch Feuer-Opfer angebetet, man bot Opfergaben des heiliges Safts Soma, Ghi (Butterschmalz), Milch, Brot und manchmal Fleisch der Tiere dar.
Der Hinduismus ist eine Verschmelzung von mehreren verschiedenen religiösen Systemen: die altindischen Religionen und die Religion der vermutlich aus dem Norden eingewanderten Arier. Große Teile der Urbevölkerung Indiens, deren Geschichte weitgehend im Dunkeln liegt, wurde wahrscheinlich im Laufe der Zeit immer weiter in den Süden verdrängt. Aus dieser Kultur könnten Elemente wie die Verehrung von Göttinnen, heiliger Tiere und der Lingamkult stammen. Im Rigveda (auf ca. 1200 v.Chr. datiert, Datierung unsicher) der Arier hingegen werden die Götter teilweise als personifizierte Naturkräfte beschrieben, die Texte erzählen von Gold, Rindern und Kämpfen und fragen nach dem Wesen des Göttlichen. "Dem, das Eine Wahrheit ist, geben die Weisen viele Namen, sie nennen Es Agni, Yama, Matarishvan." (Rigveda 1,164,46)
Zeit der Upanishaden
Rigveda
In der nächsten Entwicklungsstufe (ca. 800 v.Chr) erhielt die Brahmanenkaste durch komplizierte Rituale einen hohen Grad an Einfluss.
Eine Neuausrichtung beginnt in der Zeit der Upanishaden (700 v. Chr. bis 500 v. Chr.).
Sie wird bereits sichtbar in den Brahmanas und den Aranyakas und zeigt sich dann in der Philosophie der Upanishaden. Die Unterteilung in diese drei Textgattungen folgt der indischen Tradition, allerdings sind die Grenzen zwischen diesen Textsorten fließend. Die Brahmanas entwickeln eine komplizierte Opfertheologie, die Aranyakas ("Wald- oder Wildnisbücher") behandeln Geheimlehren, die nicht in den Siedlungen, sondern außerhalb (eben im Wald) diskutiert wurden, und die Upanishaden enthalten mystische Spekulationen.
Sie umfassen etwa 250 Schriften, die über mehrere Jahrhunderte entstanden sind und Themen wie Wiedergeburt, Yoga und Karma ansprechen.
Insbesondere die 13 vedischen Upanishaden haben den späteren Hinduismus geprägt.
Klassische Zeit
Das Ende der Upanishadenzeit wird oft als ein Einschnitt angesehen: Die Zeit davor wird in der Indologie gewöhnlich Brahmanismus genannt, und Hinduismus bezeichnet dann ausschließlich die nachfolgende Zeit. Seit 500 v.Chr. erfuhr der Hinduismus wahrscheinlich seine bis heute überlieferte wesentliche Ausgestaltung. Die Sprache der Überlieferung war Sanskrit, eine indogermanische Sprache, verwandt mit den europäischen Sprachen. Als Hauptgötter galten nun Brahma, Vishnu und Shiva und es wurden Tempel gebaut, Götterstatuen aufgestellt und viele Kult- und Weihehandlungen entstanden.
Krishna und Rama, nach Hinduglauben menschliche Verkörperungen des Gottes Vishnu, erscheinen in der
epischen Literatur zwischen 200 v. Chr. und 400. Das Ramayana und das Mahabharata sind umfangreiche und noch heute vielgelesene Dichtungen dieser Periode. Der wichtigste Teil des Mahabharata ist das Lehrgedicht Bhagavad Gita.
In diese Zeit fällt auch die Ausformung einer Vielzahl von Glaubensrichtungen, die einzelne Götter
speziell verehren (beispielsweise Shaktismus, Shivaismus und Vishnuismus) sowie eine Kodifizierung der brahmanischen Lehre im Dharma Sutra und dem Dharma Shastra.
Seit dem 4. Jh. v.Chr. verloren die hinduistischen Religionen durch den Buddhismus zwar Anhänger, sie gingen jedoch nie ganz unter und wurde erst im 4. Jh. von den damaligen Königen wieder bevorzugt.
Die darauf folgende Zeit von 400 bis 1000 ist durch die Puranas und
eine Vielzahl historischer, mythologischer und lehrender Schriften charakterisiert.
In diese Zeit fällt auch der Beginn tantrischer Traditionen.
Im 8. Jh. gründete der Philosoph Shankara die ersten hinduistischen Orden.
Die islamische Invasion
Seit dem 8. Jahrhundert griff der Islam auf den indischen Subkontinent über
und dominierte im 16. und 17. Jahrhundert unter dem Mogulreich. Im Punjab entstand der Sikhismus.
Der Niedergang des Mogulreiches fiel mit der Ankunft der East India Company zusammen, die den Hinduismus mit christlichem und abendländischem Gedankengut konfrontierte.
Neohinduismus
East India Company
Im 19. Jh. entstanden in Indien verschiedene religiös-soziale Reformbewegungen, die aus der Begegnung Indiens mit Europa hervorgegangen sind. Das Kastensystem oder die Tradition der Witwenselbstverbrennung wurden
auch innerhalb des Hinduismus verstärkt hinterfragt. Im Zuge dieser Entwicklung begannen Hindus sich als Einheit aufzufassen (was vorher nicht in dem Maße der Fall gewesen war). Von Anfang an war der Neohinduismus mit den Unabhängigkeitsbestrebungen verbunden. Die christlichen Missionare in Indien bewirkten weniger ein Konvertieren zum Christentum als eine Auseinandersetzung mit der eigenen Religion. Die Übersetzungen der europäischen Indologen von Sanskrit in Englisch in gedruckter Form hatten zur Folge, dass das traditionelle Schriftgut auch in Indien einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich wurde.
Mehrere Organisationen formierten sich in dieser Zeit. Der Brahmo Samaj (gegründet 1828 von Ram Mohan Roy in Kalkutta) entwickelte einen monotheistischen Ansatz und sah im absolut formlosen Brahman den einen und einzigen Gott, das höchste Wesen. Der Arya Samaj (gegründet 1875 von Dayananda in Mumbai) wollte den Hinduismus von späteren Einflüssen befreien, die er als Verfälschungen ansah, wie z.B. den Puranas. Er lehnte den Polytheismus und das Kastensystem ab und sah nur den Veda als Quelle der Offenbarung an. Beide Organisationen wandten sich gegen die Bilderverehrung und strebten soziale Reformen an.
Nach dem Vorbild der christlichen Mission gründete Swami Vivekananda 1897 die Ramakrishna-Mission, mit dem Ziel die Lehre des Vedanta, den er als Vollendung der Religionen betrachtete, auf der ganzen Welt zu verbreiten. Sein Lehrer Ramakrishna vertrat die Ansicht, alle Religionen der Welt verkündeten dieselbe Wahrheit, die Vielfalt der Religionen sei jedoch nur Schein (Maya). Die Rede Vivekanandas vor dem "Weltparlament der Religionen" 1893 in Chicago, in der er erstmals den Hinduismus als Universalreligion vorstellte, war die erste Gelegenheit, bei der sich der Hinduismus außerhalb Indiens präsentierte.
Die Unabhängigkeitsbewegung Indiens unter Mahatma Gandhi mit seinem gewaltfreien Widerstand, trug zu einem größerem Interesse an hinduistischen Traditionen in der westlichen Welt bei.
Verbreitung
Der Hinduismus ist heute in Indien, Nepal, Sri Lanka, Bali und selbst in Mauritius, Südafrika, Fidschi, Singapur, Malaysia, Trinidad und Tobago verbreitet sowie in Europa besonders in Großbritannien. Dies erfolgte größtenteils durch Händler und indische Arbeiter, die im 19. und 20. Jahrhundert einwanderten. In Nepal ist der Hinduismus schon seit dem 4. Jh., in Bali seit dem 9. Jh. präsent. In beiden Ländern spielte bei der Verbreitung des Hinduismus die Flucht von Hindus vor islamischen Eroberungen eine Rolle, in Nepal ab dem 10. Jh. (aus Nordindien) und in Bali im 15.Jh (aus Java).
Glaubensrichtungen und Lehre
Java
Der Hinduismus kennt keine gemeinsame Gründerperson. Jede Glaubensrichtung hat eigene nur für sie verbindliche heilige Schriften: z.B. Vishnuiten das Bhagavatapurana, Shaktianhänger das Devi Mahatmyam, einem puranischem Werk zur Verehrung der Göttin. Dagegen gelten die Veden mit den Upanishaden und die Bhagavad Gita (als Bestandteil des Mahabharata) als die grundlegenden Heilige Texte für alle Hindus.
Entgegen dem ersten Anschein ist der Hinduismus keine polytheistische Religion. Die westliche Religionswissenschaft und die Indologie bezeichnet ihn als Henotheismus, da alle Götter - je nach individueller Glaubensausrichtung - Ausdruck des einen höchsten persönlichen Gottes oder auch der unpersönlichen Weltseele (Brahman) sein können.
Im Hinduismus wird der Kosmos als geordnetes Ganzes angesehen, der vom Dharma, dem Weltgesetz, welches die natürliche und sittliche Ordnung darstellt, beherrscht wird. Die Zentren der hinduistischen Religiosität sind neben dem eigenen Haus die Tempel. Einer der größten Tempelkomplexe und Pilgerzentren ist Tirumala Tirupati in Südindien. In Nordindien zieht die heilige Stadt Varanasi am Ganges immer wieder Unmengen von Pilgern an.
Gottesbild
Die verschiedenen hinduistischen Traditionen und Philosophien vertreten verschiedene Gottesbilder, sie sind letztlich dem Einzelnen überlassen. Die Hauptrichtungen sind jedoch Shivaismus, Vishnuismus sowie Shaktismus, die aber wiederum völlig verschiedene Gottesvorstellungen beinhalten. Brahma, Shiva und Vishnu werden auch als Dreiheit Trimurti, dargestellt. Die Verehrung von Shiva und Vishnu, jeweils in unzähligen verschiedenen Formen und Namen, ist weit verbreitet. Brahma dagegen ist nur noch in der Mythologie präsent, in der Verehrung spielt er fast keine Rolle mehr, seine Stelle nimmt seine Shakti ein, Saraswati. Daneben gibt es aber unzählige andere Manifestationen z.B. den elefantenköpfigen Ganesha, der als Sohn von Shiva und Parvati gilt sowie Hanuman, der Diener Ramas, der wiederum ein Avatar von Vishnu ist. Es gibt auch eine große Zahl weiblicher Gottheiten, die entweder als 'Große Göttin' (Mahadevi) autonom auftreten wie etwa Durga oder als Gemahlinnen bzw. weibliche Seite der männlich gedachten Götter gelten, z.B. Sarasvati und Lakshmi. Die meisten Gläubigen gehen davon aus, dass die Anbetung eines jeden Gottes dem Anbeten des höchsten Göttlichen entspricht, da alle Erscheinungsweisen des Einen seien. Andere dagegen verehren das Höchste nur in einer Form, wie etwa viele der Anhänger Krishnas, und betrachten die anderen Götter als ihm untergeordnete Devas.
Das Verehren des Göttlichen in Bildern dient dazu, dem Gläubigen zu helfen, Gott in einer einfacheren Weise anzubeten. Viele Hindus lehnen jedoch die Verehrung des Göttlichen in dieser Form strikt ab.
Hauptrichtungen
Die wichtigsten Strömungen innerhalb des Hinduismus sind der Vishnuismus und der Shivaismus. Vishnuiten glauben, dass ihr höchster Gott Vishnu sich in zehn Inkarnationen (Avatara) in der Welt manifestiert hat. Vishnu inkarniert sich vor allem dann in der Welt, wenn die kosmische Ordnung (Dharma) gefährdet ist und durch einen göttlichen Held wieder ins Reine gebracht werden soll. Zu den zehn Inkarnationen zählen auch Rama und Krishna. Die Idee der Inkarnationenlehre ist, dass Vishnu das höchste göttliche Prinzip ist, das alle anderen Gottheiten und die materielle Welt hervorbringt. Einige Schulen des Vishnuismus verkörpern eine monistische Sichtweise, die der Vedanta-Philosophie entspricht. Andere dagegen vertreten eine monotheistische Sicht, z.B. viele Anhänger Krishnas. Im Vishnuismus spielt die Hingabe an einen persönlichen Gott (Bhakti) meist eine größere Rolle als im Shivaismus.
Die Shivaiten glauben, dass Shiva das höchste Wesen ist, das alle anderen Götter an Macht überragt und sie zudem erschaffen hat. Shiva ist der Gott der Asketen, der im Himalaya meditiert, und in periodischen Zyklen die Welt zerstört, um sie Kraft seines Yogas wieder neu zu schaffen. Shiva wird, mit Ausnahme des Nataraj, nicht figürlich, sondern mittels des formlosen Lingam verehrt. Shivaiten können Dualisten, wie im Shaiva Siddhanta, oder Monisten im Sinne Shankaras, oder auch Tantriker, wie im Shivaismus Kashmirs sein. In manchen Strömungen des Shivaismus spielt Yoga eine sehr große Rolle.
Wiedergeburt und Erlösung
Yoga
Götter, Menschen und Tiere durchwandern nach hinduistischer Glaubensvorstellung in einem durch ewige Wiederkehr gekennzeichneten Kreislauf Samsara die Weltzeitalter Yuga. Während des Lebens wird je nach Verhalten gutes oder schlechtes Karma angehäuft. Dieses Gesetz von Ursache und Wirkung von Handlungen beeinflusst nach hinduistischer Vorstellung zukünftige Reinkarnationen und die Erlösung (moksha), das Aufgehen des Atman (Atman ist das innewohnende Brahman). Es ist nur bedingt zu vergleichen mit der Seele, da die Seele etwas Individuelles (also bei jedem verschieden) und das Atman immer das gleiche ist im "kosmischen Bewusstsein" (Brahman). Die persönliche Erleuchtung ist der Endpunkt der Entwicklung des Geistes und je nach Realisation des Suchenden kann diese durch die klassischen vier Methoden erreicht werden: 1. Bhakti Yoga, die liebende Verehrung Gottes, 2. Karma-Yoga dem Weg der Tat, 3. Jnana Yoga, dem Weg des Wissens, 4. Raja Yoga, dem "Königsweg" des Yoga.
Philosophie
Wie früh vor, das höchste Göttliche, das Hindus in allen Göttern verehren, ist letztlich das Brahman. Es ist das Eine ohne ein Zweites. Weder männlich noch weiblich. Das Schaffende und das Erschaffene zugleich. Es ist der Urgrund und die letzte Wirklichkeit und kann nur erkannt werden in allem, was ist.
Brahman wird in Tempeln nie dargestellt, da es ohne Form und ohne Eigenschaften ist. Es ist alles, was ist, war und wird. Nach Auffassung des Advaita Vedanta ist der Mensch in seinem innersten Wesenskern mit dem Brahman identisch und diese Identität gilt es zu erkennen. Advaita Vedanta (Nichtdualität) ist die Lehre Shankaras (788-820 n. Chr), die auf diese Erkenntnis der Einheit zielt. Nach Lehre des Vishishtadvaita (qualifizerter Monismus) von Ramanuja dagegen ist Gott alles was existiert, es besteht jedoch ein qualitativer Unterschied zwischen Individueller Seele und höchstem Gott. Am anderen Ende des Spektrums steht die rein dualistische Philosophie des Dvaita Vedanta des Madhvas, die streng zwischen Seele und Gott unterscheidet. (siehe: Indische Philosophie)
Die heilige Kuh und vegetarische Nahrung
Indische Philosophie
Möglicherweise auch als Reaktion auf den Vegetarismus im Buddhismus und auf die gestiegene Bedeutung von Ahimsa, der Gewaltlosigkeit, forderten die hinduistischen Schriften verstärkt Verzicht auf den Verzehr von Fleisch. In vedischen Zeiten waren die Lebensumstände noch völlig anders. In einigen Schriften gibt es Hinweise, dass Fleisch, selbst Rindfleisch, gegessen wurde, wobei es sich aber stets um das Fleisch von Opfertieren gehandelt haben dürfte.
Allgemeiner Vegetarismus ist jedoch für Hindus weder eine Forderung noch ein Dogma, jedoch wird die vegetarische Lebensweise als die ethisch höhere angesehen, da Fleisch ein Produkt der Tötung ist und nicht sattvic (rein). Vegetarier sind in allen Bevölkerungsschichten zu finden, besonders wird der Verzicht aber von Brahmanen erwartet. Prinzipiell lehnen aber fast alle Hindus den Genuss von Rindfleisch ab.
In der indischen Mythologie finden sich vielfältige Bezüge zur Kuh (Go). Von Krishna wird gesagt, er sei einerseits ein Govinda (Kuhhirte) und andererseits ein Gopala (Beschützer der Kühe). Seine Gefährtin Radha ist eine Gopi (Hirtenmädchen), Shivas Reittier ist ein Bulle (Nandi).
Siegel aus vergangenen indischen Kulturen (Indus-Kultur) lassen darauf schließen, dass Kühe schon vor mehr als viertausend Jahren einen besonders hohen Stellenwert hatten. Die wichtigsten Wurzeln für die Verehrung sind jedoch die Veden, in denen immer wieder das Bild der Kuh als göttliches Wesen auftaucht. Trotzdem wurden Rinder in Indien zur Zeit des Neolithikums uneingeschränkt geopfert und verspeist. Warum und wann sich dies änderte ist unklar. Der Kulturanthropologe Marvin Harris führt die Tatsache auf veränderte ökonomische Rahmenbedingungen zurück: Mit dem Aufkommen des Staates und einer größeren Bevölkerungsdichte konnten nicht mehr genügend Rinder gezüchtet werden, um sowohl als fleischliche Nahrungsquelle als auch als Zugtiere genutzt zu werden. Möglicherweise war das einer der Gründe, dass die Tötung von Kühen auch als Opfertier für Hindus ein absolutes Tabu wurde und ihr Fleisch bis heute nicht gegessen wird. Interessanterweise waren es gerade die früher für die rituelle Rinderschlachtung verantwortlichen Brahmanen, die sich später am stärksten für den Schutz der Rinder einsetzten.
Ethik und Soziologie des Hinduismus
Kastensystem
Die Zugehörigkeit zu einer Kaste hat für indische Hindus trotz Abschaffung des Kastensystems in der Verfassung weiterhin große soziale Relevanz. Grundsatz der Kastenordnung ist, dass die Lebewesen von Geburt an nach Aufgaben, Rechten, Pflichten und Fähigkeiten streng voneinander getrennt sind. Für die einzelnen Kasten (Varnas) gibt es unterschiedliche spezielle religiöse und kultische Vorschriften, die sich in allen Bereichen des Lebens äußern. Die oberste Kaste ist die Priesterkaste der Brahmanen, die zweite Kaste die der Kshatriya, die Kriegerkaste, dann die Vaishya, Bauern, Viehzüchter, Gewerbetreibende und Händler und die vierte Kaste, die Shudra, Arbeiter und Handwerker. Die niedrigste Gruppe sind die sogenannten Unberührbaren, die Dalits, die oft ein erbärmliches Dasein fristen und 'unreine' Berufe ausüben. Alle Kasten sind in viele Unterkasten (Jatis) geteilt, so dass es 2.000 bis 3.000 Kasten gibt. Obwohl das Kastenwesen im Hinduismus entstanden ist, wird es dort auch von anderen Religionen praktiziert. So hat die Christianisierung das Kastenwesen nicht immer überwunden. Noch heute müssen in vielen Kirchen Indiens Angehörige der unteren Kasten hinten sitzen.
Rolle der Frau
Dalit und der affenköpfige GottHanuman ]]
Die Rolle der Frau im Hinduismus hat über die Jahrhunderte und Jahrtausende eine kontinuierliche Entwicklung durchgemacht und muss immer auch im Zusammenhang mit den jeweiligen Lebensumständen sowie der verschiedenen hinduistischen Kulturen gesehen werden. Einerseits verboten einige Gesetzgeber den Frauen das lesen der Veden, einige Hymnen des Rigveda jedoch wurden von Frauen geschrieben, und in der Brhadaranyaka Upanishad finden wir einen Dialog zwischen der gelehrten Tochter von Vachaknu Gargi und Yajnavalkya. Aus dieser Zeit ist auch die Sitte des Svayamvara überliefert, wörtlich "Selbstwahl": Frauen am Königshof wurden nicht einfach verheiratet, sondern wählten den Bräutigam aus den in Frage kommenden Kandidaten selbst aus.
Ein zentrales Ritual, das Upanayana (Initiationsritus für Knaben) ist von frühester Zeit an jedoch Männern vorbehalten. Es ist dieser den oberen Kasten vorbehaltene Ritus, der einen Menschen zum "Dvijati" werden lässt, zum "Zweimalgeborenen". Nach der natürlichen Geburt stellt das Upanayana die kulturelle Geburt dar.
Eine wichtige Rolle im hinduistischen Frauenbild stellt Sita dar, die Gattin Ramas aus dem großen Epos Ramayana. Das Bild der opferbereiten Gattin stellt für viele noch heute das Modell der idealen Frau dar. Sie wurde dadurch zum wichtigen Thema im indischen Feminismus und in der modernen indischen Literatur.
Einerseits kann man aus heutiger Sicht bemängeln, dass hinduistische Traditionen Frauen oft nicht die Rechte zugestehen, die ihnen aus moderner Sicht zustehen würden. Andererseits war etwa Professor H.H. Wilson der Ansicht, dass Frauen in keiner anderen antiken Nation in so großer Achtung standen wie bei den Hindus.
- Mutterschaft
Eine der Hauptaufgaben der Frau im Hinduismus ist die Mutterschaft. Jedes Stadium der Schwangerschaft bis hin zur Geburt wird begleitet von sakramentalen Riten zum Schutz und zu körperlichem und geistigem Wohlergehen von Mutter und Kind. Früher sollten Frauen möglichst viele Söhne bekommen, da diese die Sicherheit und das Überleben der gesamten Familie garantieren konnten. Obwohl Hindus die Töchter nicht generell geringer schätzen, gelten sie doch zu oft auch heute noch in manchen Familien als Belastung, da sie bei ihrer Hochzeit die Mitgift mitbringen müssen und die Familie durch Mitgiftzahlungen für zu viele Töchter auch verarmen kann. Dieses Problem führt zu einer hohen Abtreibungrate bei weiblichen Föten.
Viele moderne Hindus, besonders in den Städten, freunden sich allmählich mit dem Gedanken an, dass auch eine Tochter ihre Eltern im Alter versorgen kann.
Familie
Normalerweise ist in der traditionellen Familie der Vater das Oberhaupt. Er trifft alle wichtigen Entscheidungen, beispielsweise über Geldangelegenheiten, Hochzeit usw. - zumindest soll es nach außen hin so aussehen. Traditionellerweise ist die Mutter-Sohn Bindung die engste im indischen Familiensystem. Meist wohnt der Sohn mit seiner Ehefrau im Haus der Eltern, wenn die räumlichen Verhältnisse dies zulassen. Bei den Töchtern jedoch ist auch heute noch meist von vorneherein klar, dass sie das Haus verlassen werden, um in die Familie des Ehemannes zu ziehen. Dies ist nicht einfach für die junge Ehefrau. Sie ist diejenige in der Familie mit den wenigsten Rechten, ihr Status verbessert sich oft erst, wenn sie Kinder (am besten einen Sohn) bekommt. Ältere Frauen, d.h. Schwiegermütter, haben oftmals einen sehr soliden Status und sind mit genügend Autorität ausgestattet. Eine soziale Rolle, die im Hinduismus traditionell nicht sehr angesehen ist, ist die der unverheirateten Frau. Ledige Frauen wohnen in Indien meist nicht alleine, sondern weiter im Haushalt der Eltern.
Das Verhältnis zwischen Ehegatten ist in erster Linie von Pragmatismus geprägt. Bei einer "arranged marriage" sucht die Familie jene Person als Ehemann bzw. Ehefrau aus, die in Bezug auf Bildung, Status etc. am ähnlichsten ist. Die Liebe kommt später, sagt man in Indien. Das sei wie ein Topf Wasser, den man auf den Herd stelle und der eben erst später zu kochen anfange. Sogenannte "love marriages" sind jedoch heute immer häufiger.
Das Ideal ist ein vierstufiges Lebensmodell, das vorsieht, nach den Schülerjahren eine Familie zu gründen und erst nachdem die Kinder erwachsen geworden sind, sich zurückzuziehen und sich intensiv religiösen Studien und der eigenen Erlösung zu widmen.
Literatur
Ramayana
- Georg Feuerstein: "Tantra - The Path of Ecstasy", Shambhala, ISBN 1-57062-304-X
- David Frawley: "Die spirituelle Praxis des Vedanta", Windpferd, ISBN 3-89385-412-6
- Helmuth von Glasenapp: "Der Hinduismus - Religion u. Gesellschaft im heutigen Indien", 1922
- Jan Gonda: "Die Religionen Indiens I, Veda und älterer Hinduismus". Kohlhammer Verlag, Stuttgart, 1978
- Jan Gonda: "Die Religionen Indiens II, Der jüngere Hinduismus". Kohlhammer Verlag, Stuttgart, 1963
- Vanamali Gunturu: Hinduismus. Diederichs, 2002, ISBN 3720523446
- Linda Johnson: "The Complete Idiot's Guide to Hinduism", Alpha, ISBN 0-02-864227-9
- Kim Knott: Der Hinduismus - Eine kurze Einführung. Reclam, Ditzingen, 2000, ISBN 3150180783
- Hans Wolfgang Schumann: Die großen Götter Indiens. Grundzüge von Hinduismus und Buddhismus. Diederichs, 2004, ISBN 3896314297
- Heinrich Zimmer: "Philosophie und Religion Indiens", suhrkamp taschenbuch, ISBN 3-518-27626-3
- Heinrich Zimmer: "Indische Mythen und Symbole", Diederichs Gelbe Reihe, ISBN 3-424-00693-9
Siehe auch
- Portal:Hinduismus
- Glossar hinduistischer Begriffe
- Indische Philosophie
- Portal:Religion
Weblinks
- http://www.hindunet.org/resources/
ja:ヒンドゥー教
ko:힌두교
nb:Hinduisme
KarmaUnter Karma (Sanskrit, n., कर्मन, karman, Pali, kamma, Wirken, Tat) wird ein spirituell-esoterisches Konzept verstanden, nachdem jede Aktion - physisch wie geistig - unweigerlich eine Konsequenz hat, die nicht unbedingt im aktuellen Leben (Verkörperung) wirksam wird, sondern u. U. erst in einem der nächsten Leben. In den indischen Religionen ist die Lehre des Karma eng mit dem Glauben an den Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) bzw. die Reinkarnation und damit an die Gültigkeit des Ursache-Wirkungsprinzips auf geistiger Ebene auch über mehrere Lebensspannen hinweg verbunden.
Karma bezeichnet im Hinduismus,Buddhismus, und Jainismus das sinnliche Begehren, die Taten, die dadurch entstehen und die Wirkungen von Handlungen und Gedanken in moralischer Hinsicht, insbesondere die Rückwirkungen auf den Akteur selbst. Karma entsteht demnach durch eine kosmische Gesetzmäßigkeit (Dharma), und nicht infolge einer Beurteilung durch einen Weltenrichter oder Gott. Göttliche Gnade ist hier nicht vorgesehen. Wichtig hierbei ist, dass sowohl gutes wie auch schlechtes Karma den Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) erzeugt.
Hinduismus
Die Vorstellungen von Karma und Samsara wurden etwa ab dem 6. Jh. v.Chr entwickelt und bilden die Basis sowohl für den Brahmanismus als auch den Hinduismus. Die Idee ist, den ewigen Kreislauf der Wiedergeburten Samsara zu überwinden. In den Upanishaden gelingt dies über die spirituelle Erkenntnis, dass die Individualseele Atman mit der Weltseele Brahman in ihrem Wesenskern identisch ist. Dieser Weg wird auch als Jnana Yoga bezeichnet.
Jeder Mensch hat seinen eigenen Dharma (kosmisches Gesetz). Es gibt im Hinduismus keine Gesetze, die für alle Menschen gelten, wie die zehn Gebote. Die Erfüllung des eigenen Dharma ist ausschlaggebend dafür, ob Taten gutes oder schlechtes Karma bewirken. Der Dharma eines Kriegers (Kshatriya-Kaste) ist, Krieg zu führen und zu töten. Tötet ein Krieger einen Feind, bewirkt dies kein schlechtes Karma, da er seinen Dharma erfüllt hat. Tötet jedoch ein Zivilist einen anderen Menschen, hat dies sehr wohl schlechtes Karma zur Folge. Die Verknüpfung der Karma- mit der Dharma-Vorstellung beinhaltet eine sehr starke ethisch-moralische Kompononente. Die Theorie von Karma erklärt u.a. auch das Rätsel unverschuldeten Leids und die gesellschaftliche Ungleichheit.
Über die Frage, in welchem Zusammenhang Tat und Wirkung stehen, gibt es im Mahabharata mehrere Variationen. Eine weit verbreitete Überzeugung besteht darin, dass die Werke ihre Wirkung automatisch erzeugen. Es gibt jedoch auch differenzierte Erklärungen. Zwei Ursachen für die Bindung der Seele, nämlich Nichtwissen (avidya) und Begierde (lobha), bewirken, dass die Tätigkeit der Sinnesorgane Unruhe und Trübung der Erkenntnis verursacht. Dies verhindert den Eintritt der erlösenden Einsicht. Die Werke heften sich an das Denkorgan (manas), stören die erlösende Erkenntnis und bedingen die Beschaffenheit der Verkörperungen (Mbh.12).
Zu der Frage, wie sich die Früchte der Taten realisieren, gibt es mehrere Auffassungen: (1) die Seele verlässt den Leib und bezieht ohne zwischenzeitliche Vergeltung einen neuen, durch Karma bedingten Leib. (2) Die Vergeltung findet teils im Jenseits, teils in der neuen Existenz statt. (3) Für gute Werke ist eine Belohnung im Himmel - oder Brahmas Welt - ohne Wiederkehr zu erwarten, für schlechte eine Strafe in der Hölle, jedoch nicht als endgültiger Zustand, sondern z.B. im Wechsel mit der Tiergeburt.
Gute Werke, die religiösen Verdienst (punya) schaffen, sind Riten, Fasten, Wallfahrten oder Geschenke an Brahmanen und Tempelbauten.
Der Mensch ist dabei frei und verantwortlich. Wichtig ist, dass selbst eine schlechte Tat wegen ihrer etwaigen guten Motive eine gute Wirkung zur Folge haben kann. Die geschilderten Ansätze gehören zum Standpunkt der Werktätigkeit (pravritti): Man tut etwas, um eine gute Wirkung zu erzielen.
Die gegensätzliche Strömung besteht in der Nichttätigkeit (nivritti). Der Weg besteht darin, sich aus der Welt zurückzuziehen. Die Ursache des leidvollen Zustands wird im Lebensdurst, d.h. dem Willen zum Leben gesehen. Die Wiedergeburt bringt nur eine neue vergängliche Existenz. Durch Werk wird man gebunden, durch Wissen (vidya) und Nichttätigkeit (nivritti) erlöst. Auf den Verzicht aller auf Erfolg gerichteten Handlungen beruht das Ideal des Gleichmuts.
Beide Strömungen, pravritti (Werktätigkeit) und nivritti (Nichttätigkeit), sind im Mahabharata vertreten und wurden in der Bhagavad Gita harmonisiert.
Buddhismus
Ein gutes Verständnis der buddhistischen Karmalehre wird durch einen Einblick in die Begriffe Unpersönlichkeit (Pali: Anatta) und Bedingtheit (Pali: Paccaya, Paticcasamuppáda) aller Daseinsphänomene, insbesondere der Seele ermöglicht.
Hier wird die negative Tat oder der negative Gedanke durch das Verhaften der Sinne erklärt. Die Unkenntnis darüber, dass Bindung (Lobha), Hass (Dosa) und Unwissenheit (Moha) Leiden bewirkt, ist hierbei zuerst zu überwinden. Die drei Wege zu positivem Karma sind demnach
#Bescheidenheit
#Güte
#Einsicht
Gutes Karma führt zu einer "Belohnung" entweder schon im gegenwärtigen Leben oder zu einer Wiedergeburt in entsprechenden menschlichen Verhältnissen bzw. in der Göttersphäre. Negatives Karma ist die Ursache für eine Wiedergeburt unter negativen Umständen mit dem Ziel, als Seele (und nicht mit dem Verstand) unmittelbar durch Erleben das Leben zu erfahren. Hier wird also nicht von Lohn oder Strafe im engeren Sinne gesprochen, sondern von natürlicher Gegenbewegung im Zuge einer universellen Vervollkommnung der Seele durch Lernerfahrung. Einige Religionen, in denen Karma eine Rolle spielt, glauben auch, dass hierdurch eine Rückentwicklung z.B. durch eine Wiedergeburt als Tier oder Dämon möglich ist. Teilweise werden als Orte für den Ausgleich positiven Karmas und für negatives Karma auch diverse verschiedene Höllen oder Paradiese beschrieben.
Dieser Glaube, der insgesamt einerseits zu Schicksalsergebenheit führt und andererseits zum Bemühen, das Schicksal in eine positive Richtung zu steuern, bezeichnet, genau genommen, den die Wiedergeburt erzeugenden oder Charakter und Geschick der Wesen beeinflussenden heilsamen oder unheilsamen Willen (kushala- oder akushala-cetana) sowie die damit verbundenen Geistesfaktoren.
Höchstes Ziel des karmagläubigen Wesens ist es, den Kreislauf der Wiedergeburt durch Erkenntnis zu entkommen, indem kein Karma mehr erzeugt wird. Handlungen hinterlassen dann keine Spur in der Welt. Im Buddhismus wird dies als Eingang ins Nirvana bezeichnet.
Entscheidend für die bei einer Handlung erzeugte karmische Prägung ist die der Handlung zugrunde liegende Absicht (Motivation). Hierbei gilt die Annahme, dass das Denken als Handlungsform den körperlichen Handlungen und denen der Rede übergeordnet ist.
Mit Hinsicht auf die Zeit des Eintritts der Wirkung Vipaka können im Buddhismus drei unterschiedliche Arten von Karma differenziert werden:
#Zu Lebzeiten reifendes Karma (Pali: Ditthadhamma-vedaniya-kamma)
#Im nächsten Leben reifendes Karma (Pali: Upapajja-vedaniya-kamma)
#In späteren Leben reifendes Karma (Pali: Aparapariya-vedaniya-kamma)
Manche Taten oder Haltungen mögen auch ohne Karmawirkung bleiben, falls die zum Eintritt der Wirkung erforderlichen Umstände fehlen oder sie infolge zu geringer Intensität durch das Übergewicht von entgegenwirkenden Tendenzen keine Wirkung erzeugen können (z.B. wenn positive Absicht negative Auswirkung übertrifft). In diesem Falle wird von wirkungslosem Karma (Pali: Ahosi-kamma) gesprochen.
Mit Hinsicht auf die Funktionen des Karma unterscheidet man:
#Wiedergeburt-erzeugendes Karma (Pali: Janaka-kamma) erzeugt bei der Wiedergeburt und während des Lebensfortganges die Daseinsgruppen.
#unterstützendes Karma (Pali: Upatthambhaka) vermag keine Karmawirkung zu erzeugen, sondern diese bloß im Gange zu erhalten.
#unterdrückendes Karma (Pali: Upapilaka) unterdrückt die Karmawirkungen.
#zerstörendes Karma (Pali: Upaghataka oder upacchedaka) zerstört ein schwächeres Karma und läßt nur seine eigene Wirkung zu.
Anstelle des Karma-Begriffes verwenden buddhistische Autoren gerne auch die Termini "Prägungen" oder "Samen". Alle Formen des menschlichen Handelns (der Buddhismus unterscheidet drei Handlungen: des Körpers, der Rede sowie des Geistes) erzeugen demnach karmarelevante Prägungen.
Zitate:
Wer andre Wesen quält, die auch nach Wohlsein streben so wie er selbst, der hat kein Glück im nächsten Leben. Wer andre Wesen schont, die auch nach Wohlsein streben, so wie er selbst, der findet Glück im nächsten Leben. Dhammapada, 3. Jhd. v. Chr.
Eigner der Taten sind die Wesen, Erben der Taten, die Taten sind der Schoß, der sie gebiert, sind ihre Freunde, ihre Zuflucht. Was immer für Taten sie tun, gute oder böse, deren Erben werden sie sein. M. 135. (XIV,5) Culakammavibhanga Sutta.
Nicht findet man der Taten ‘Täter', Kein ‘Wesen', das die Wirkung trifft. Nur leere Dinge zieh'n vorüber: Wer so erkennt, hat rechten Blick. Und während so die Tat und Wirkung, im Gange sind, wurzelbedingt, kann, wie beim Samen und beim Baume, man keinen Anfang je erspäh'n.
(Vis. XIX) Culakammavibhanga Sutta.
Jainismus
Der Jainismus geht davon aus, dass sich in der Welt zwei Prinzipien gegenüber stehen: Geistiges und Ungeistiges. Das Geistige beruht auf einer unendlichen Anzahl individueller Seelen (Jiva). Das Ungeistige umfasst die 5 Kategorien: Bewegung, Ruhe, Raum, Stoff und Zeit. Alles Stoffliche ist beseelt, nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch Pflanzen oder Wasser.
Die ursprüngliche Reinheit und Allwissenheit der Seele (Jiva) wird jedoch durch feinstoffliche Substanzen, die als Folge von Karma eindringen, getrübt. Dies zwingt zum Verbleib im Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara), bis alles Karma getilgt ist. Eine solche Reinigung der Seele wird im Jainismus durch sittliche Lebensweise und strenge Askese erreicht. Ist eine Seele von allen Verunreinigungen befreit, so steigt sie in den höchsten Himmel auf, um dort in ruhiger Seligkeit zu verharren.
Etymologie
Im Sanskrit ist "Karman", grammatikalisch betrachtet, das vom Verb "kri" ("tun, handeln") abgeleitete Substantiv (neutrum), und "Karma" dessen Nominativform (singular).
Auch heisst im Thailändischen "kam"/"kama" sinnliche Lust, also das Haften der Sinne und des Bewusstseins an Dingen oder Vorstellungen, und auch das Handeln des Menschen aus diesem Haften heraus. "wenkam" indes bedeutet das gute oder schlechte Schicksal, das aus guten oder schlechten Taten hervorgeht.
Somit bedeutet "Karma" also
- das Haften an Sinnes- oder Geistesobjekten;
- die Taten die durch das Haften entstehen;
- das Schicksal, das sich durch die Taten ergibt.
Weblinks
- [http://beste-texte.com/searchdetails.php?conid=1302 Buddhas Worte zum Karma]
- [http://www.palikanon.com/wtb/karma.html Buddhistisches Wörterbuch]
Kategorie:Hinduismus
Kategorie:Buddhismus
Kategorie:Jainismus
Kategorie:Esoterik
Kategorie:Indische Philosophie
ja:業
th:กรรม
Varanasi
Varanasi (वाराणसी Vārāṇasī), auch Bénarès oder Kashi ("die Leuchtende") genannt, liegt im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh und gilt als heiligste Stadt des Hinduismus. Varanasi liegt am Ganges und hat 1.166.200 Einwohner (Stand 1. Januar 2004). Sie ist eine der ältesten Städte Indiens.
Geographie
Varanasi liegt am nordwestlichen Ufer des Ganges, an einer Stelle, wo der Lauf des Flusses Richtung Norden, also Richtung Himalaya biegt. Die eigentliche Stadt wird begrenzt durch zwei Flüsse, die hier in den Ganges münden: Der Varuna im Nordosten und Asi im Südwesten. Diesen beiden Flüssen verdankt die Stadt ihren Namen.
Nahe der Mündung des Varuna liegt eine Furt, durch die eine Handelsstraße von Bengalen nach Nordindien führte. Dieser Straße verdankt die Stadt Varanasi ihre Entstehung, und auf ihr war auch im 6. Jahrhundert v. Chr. Buddha entlanggegangen, als er in der Region predigte.
Religion
Furt
Varanasi gilt als Stadt des Gottes Shiva Vishvanat ("Oberster Herr der Welt") und ist deshalb eine der heiligsten Stätten des Hinduismus. Seit mehr als 2.500 Jahren pilgern Gläubige in die Stadt, die zudem ein Zentrum traditioneller hinduistischer Kultur und Wissenschaft ist.
Als besonders erstrebenswert gilt es für Hindus, in Varanasi im Ganges zu baden sowie zu sterben und verbrannt zu werden, weshalb sich entlang des Ganges kilometerlange stufenartige Uferbefestigungen, die Ghats, hinziehen, an denen abwechselnd die Gläubigen im Wasser des Ganges, der als heilig gilt, baden und wenige Meter weiter die Verstorbenen verbrannt werden, deren Asche in den Fluss gestreut wird. Ein Bad im Fluss soll von Sünden reinigen, in Varanasi zu sterben und verbrannt zu werden, soll vor einer Wiedergeburt schützen.
Zwölf Kilometer nördlich Varanasis liegt Sarnath, der Ort, an dem Buddha nach seiner Erleuchtung die erste Predigt gehalten haben soll.
Buddha hat in Bodhgaya (Bihar) Erleuchtung gefunden, in Sarnath hielt er dann seine erste Predigt, die als Hirschpredigt bekannt ist, weil sie im Hirschpark von Sarnath stattfand. Der buddhistische Kaiser Aschoka machte später aus Sarnath einen Wallfahrtsort, indem er viele Stupas und Klöster errichten ließ.
Literatur
- Diana L. Eck: Banãras. Stadt des Lichts, Frankfurt am Main 1989. ISBN 3-458-16037-X
- Reginald Heber: Benares, die heilige Stadt der Hindus, in: Johannes Paul [Hrsg.]: Von Grönland bis Lambarene. Reisebeschreibungen christlicher Missionare aus drei Jahrhunderten, Berlin 1952, Seite 41-49.
Weblinks
Kategorie:Ort in Indien
ja:ワーラーナシー
Westghats
Die Westghats sind ein Gebirge in Indien, das am Rande des Dekkan-Plateaus verläuft und dieses von dem schmalen Streifen der Küstenebene und dem Arabischen Meer trennt. Der Gebirgszug nimmt seinen Ausgang südlich des Flusses Tapti an der Grenze der indischen Bundesstaaten Gujarat und Maharashtra und verläuft auf einer Länge von etwa 1600 km durch die Bundesstaaten Maharashtra, Goa, Karnataka, Kerala und Tamil Nadu fast bis zur Spitze des indischen Subkontinents. Die durchschnittliche Höhe beträgt etwa 900 m. Höhere Gipfel treten im Norden in Maharashtra auf, beispielsweise Kalsubai (1646 m), Mahabaleshwar (1438 m) und Harishchandragarh (1424 m), im südwestlichen Karnataka, Kudremukh (1862 m), und erreichen ihre höchste Höhe im Süden mit Anai Mudi in Kerala (2695 m). Die einzige größere Lücke innerhalb des Gebirgszugs, das Palghat, verbindet Tamil Nadu mit Kerala. Kleinere Nebenketten der Westghats sind die Nilgiri-Berge im nordwestlichen Tamil Nadu und die Billigirirangans südöstlich von Madras in Karnataka, die weiter östlich die Servaraya- und Tirumala-Berge treffen und somit die Westghats mit den Ostghats verbinden. Die Gebirgsketten dienen den wildlebenden Tieren, wie den Indischen Elefanten, als natürliche Korridore, um zwischen den Gebieten zu wechseln.
Der nördliche Teil der schmalen Küstenebene zwischen den Westghats und Arabischem Meer ist bekannt als Konkan-Küste, der südliche Teil als Malabarküste. Die Vorgebirgsregion östlich der Ghats in Maharashtra wird Desh genannt, während die Vorgebirgsregion Zentral-Karnatakas Malnad heißt. Die größte Stadt in den Westghats ist Pune im Desh.
Die Berge stellen ein natürliches Hindernis für den West-Monsun dar, was dazu führt, dass seine wasserreichen Regenwolken sich an den Hängen abregnen, da die die Hänge aufsteigenden Wolken durch die Abkühlung ihr gespeichertes Wasser nicht mehr halten können. Die dichten Wälder tragen ebenfalls zu einem feucht-warmen Klima bei. Davon profitieren allein die Westhänge der Westghats, während der Osten mit dem Dekhan relativ trocken ist. Sie stellen zudem die wichtigste Wasserscheide der indischen Halbinsel dar und von ihnen fließen einerseits die verhältnismäßig kurzen Flüsse der Westseite, die zum Arabischen Meer fließen, ab, andererseits die längeren Flüsse der Ostseite, wie Godavari, Krishna und Kaveri, die sich schließlich in den Golf von Bengalen ergießen. Viele dieser Flüsse sind stark belastet durch die Verschmutzung, die von Bergbau, Landwirtschaft, Siedlungen und Industrie in die Flüsse getragen wird.
Ursprünglich waren die Westghats weithin von Regenwald bewachsen. Diese Wälder waren Heimat einer vielfältigen Fauna und Flora. Doch der Mensch hat starken Einfluss auf die ursprüngliche Landschaft genommen. Zahlreiche Nationalparks und Schutzgebiete liegen im Gebiet der Westghats, doch es wird angenommen, dass nur ein kleiner Teil des Gebiets im natürlichen Zustand erhalten bleiben wird.
Biogeografen haben bereits vor einiger Zeit erkannt, dass die Pflanzen- und Tierwelt der Westghats sehr vielfältig und teilweise einzigartig in der Welt ist. Viele endemische Arten, insbesondere im Bereich der Amphibien und Reptilien, sind hier verbreitet. Die Familie der Uropeltidae innerhalb der Schlangen ist einzigartig für die Gegend. Zudem wurde 2003 die Froschart Nasikabatrachus sahyadrensis, die ein lebendes Fossil darstellt, entdeckt.
Die Westghats sind ökologisch verschieden von den trockenen Regionen im Norden und Osten und können in vier Ökoregionen eingeteilt werden. Der Norden ist etwas trockener als der Süden, erreicht etwas geringere Höhen und bildet die Ökoregion laubabwerfender Regenwälder der nördlichen Westghats, die als wichtige Arten Teak-Bäume und Arten der Dipterocarpaceae hat. Oberhalb von 1000 m Höhe liegt die kühl-feuchtere Ökoregion Berg-Regenwälder der nördlichen Westghats, deren immergrüne Hauptvertreter der Familie der Lauraceae angehören.
Die immergrünen Wayanad-Wälder von Kerala und Tamil Nadu bilden die Übergangsregion der nördlichen und südlichen Ökoregionen der Westghats. Die südlichen Ökoregionen sind im allgemeinen feuchter und artenreicher. Auf niedrigen Höhen findet man die Ökoregion laubabwerfender Regenwälder der südlichen Westghats, mit den Hauptarten Cullenia, Teak, Dipterocarpaceae und anderen. Im Osten geht diese in die Ökoregion laubabwerfender Ebenen-Trockenwälder des südlichen Dekhan über. Über 1000 m liegt die Ökoregion Berg-Regenwälder der südlichen Westghats, die kühl-feuchter als die umgebenden Tiefland-Wälder ist, obwohl in den höchsten Gebieten Grasland und Zwergwälder gefunden werden können. Dieses Gebiet ist das artenreichste Indiens. 80% aller Blütenpflanzen der gesamten Westghats werden hier gefunden. 35% der Pflanzen, 42% der Fische, 48% der Reptilien und 75% der Amphibien, die hier vorkommen sind endemische Arten.
Kategorie:Gebirge
Kategorie:Geographie (Indien)
ja:西ガーツ山脈
OstghatsDie Ostghats sind ein Gebirge der indischen Ostküste, das parallel zur Bucht von Bengalen verläuft, von der es durch die Koromandelküste getrennt ist. Es wird von den vier größeren Flüssen Godavari, Mahanadi, Krishna und Kaveri durchschnitten und damit in einzelne Berggruppen unterteilt. Das Gebirge verläuft von Westbengalen im Norden durch Orissa und Andhra Pradesh bis nach Tamil Nadu im Süden.
Das Gebiet hat fruchtbare Böden, die Ausnutzung der Wasserkraft ist allerdings weniger profitabel als in den Westghats. Auch erreichen die Ostghats mit durchschnittlich etwa 500 m geringere Höhen als ihr westliches Partnergebirge. Die höchsten erreichten Höhen liegen um 1600 m.
Kategorie:Gebirge
Kategorie:Geographie (Indien)
ja:東ガーツ山脈
Kategorie:HinduismusKategorie:Weltreligion
Kategorie:Indische Philosophie und Religion
Kategorie:Östliche Philosophie
ja:Category:ヒンドゥー教
Akmenė
Akmenė - miestas Akmenės rajono savivaldybėje, Dabikinės dešiniajame krante. 2973 gyventojai (2005 m.). Seniūnijos ir parapijos centras.
Akmenės dvaras, priklausęs Kęsgailoms, pirmą kartą minimas 1511 metais. Žygimantui Senajam leidus, 1531 m. pradėtas statyti miestelis, vadintas Dabikine ir suformuotas pagal Valakų reformos nuostatus. 1592 m. suteikta miesto teisė. 1596 metais įsteigta parapija, nuo XVII a. - valsčiaus centras. XVII a. viduryje bei 1705 metais miestelis sunaikintas švedų, ir po 1710-1711 maro nebeliko gyventojų. 1754 metais suteikta turgaus privilegija.
1800 metais Akmenės seniūnija padovanota rusų generolo Fitinhofo žmonai iki gyvos galvos. Nuo 1950 iki 1962 m. rajono centras, vėliau rajono centras perkeltas į Naująją Akmenę.
category:Lietuvos miestai
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