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Ghetto

Ghetto

Ein Ghetto bzw. Getto ist ein Stadtviertel, in dem eine bestimmte Bevölkerungs- oder kulturell geprägte Gruppe in einer mehr oder weniger strengen Isolation zu leben gezwungen ist. In den USA ist Compton, LA das berüchtigste Ghetto. Dort kämpfen die "Bloods" gegen die "Crips". In Compton starben in den letzten 15 Jahre über 10'000 Jugendliche. Eines der berühmtesten Mitglieder der "Bloods" ist der US-Rap Star "The Game" (übrigens: Auch der Rapper Dr. Dre stammt aus Compton). Ursprünglich waren vor allem gesetzliche Zwänge gemeint, heute treten auch soziale und wirtschaftliche Zwänge in den Vordergrund. Davon zu unterscheiden ist der Begriff Ghetto, der für Bezirke verwandt wird, in dem Minderheiten freiwillig zusammenleben, zum Beispiel Homosexuellen-Stadtviertel in San Francisco oder Straßenzüge in Berlin. Damit hängt die politische Frage zusammen, ob Integration oder sogar Assimilation immer anzustrebende Ziele sind oder im Sinne des Differenzdenkens auch Unterschiede zuzulassen oder sogar zu fördern sind. Der Name selbst stammt möglicherweise vom venezianischen Ghetto im Stadtteil Canareggio, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft sich eine Gießerei befand (Dialektbegriff ghèto von getto=Guss). Mit einem Dekret vom 29. März 1516 beschloss die Regierung der Republik Venedig, die jüdische Gemeinde dort in einem einzigen Stadtviertel zusammenzufassen.

Jüdische Ghettos

Juden leben in Europa seit der Antike (besonders in den Ländern um das Mittelmeer) und auch in Deutschland seit der Spätantike. Ursprünglich konnten sie fast allen Berufen nachgehen. Es wurde ihnen auch meist volle Handelsfreiheit gewährt, sie durften auch Grundeigentum erwerben. In der mittelalterlichen Stadt lebten bestimmte Gruppen von Handwerkern in einer Straße. So lebten die Juden als Händler meist zentral in der Judengasse ohne besondere Erschwerungen. Im 13. Jahrhundert erst wurden die ersten Ghettos als abgesperrte Bezirke für Juden in Deutschland, Spanien und Portugal an den Rändern der Städte errichtet. Ghettos waren keine Armutsviertel; viele Einwohner waren wohlhabende Handwerker oder Händler. Zudem kamen diese ummauerten Bezirke jüdischen Glaubenslehren entgegen, war dieses Ghetto doch eigentlich ein Eruv, indem die Einwohner auch am Sabbat einfachen Tätigkeiten, wie dem Tragen eines kleinen Gegenstandes oder Schieben eines Handwagens nachkommen konnten, quasi eine kollektiv erweiterte Wohnung. Im öffentlichen Raum außerhalb eines solchen Eruvs sind derartige Tätigkeiten am Sabbat verboten. Im Jahre 1555 ließ Papst Paul IV. das Römische Ghetto errichten und verpflichtete die Juden durch einen Kanon, in diesem besonderen Bereich zu leben. Papst Pius V. befahl allen Grenzländern die Errichtung von Ghettos. Anfang des 17. Jahrhunderts wiesen alle Hauptstädte ein Ghetto auf (ausgenommen Livorno und Pisa). Um die Ghettos verliefen Mauern, und nachts wurden die Tore geschlossen. Oft wurden die jüdischen Ghettobewohner gezwungen, außerhalb des Ghettos bestimmte Kennzeichen zu tragen, die sie als Juden auswiesen. Die Ghettos wurden zur Gefangenschaft für ihre Bewohner, die dorthin zwangsweise umgesiedelt wurden, und sie wurden immer wieder zum Ziel von brutalen Angriffen, Raubzügen und Plünderungen. Die Auflösung des Ghettosystems verdankt sich weitgehend der Französischen Revolution und den liberalen Bewegungen des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1870 war das römische Ghetto das einzige der Welt und wurde durch den italienischen König Viktor Emanuel II. aufgelöst.

Ghettos im Nationalsozialismus

Viktor Emanuel II.] In den Jahren des Nazi-Terrors wurden so genannte Ghettos zu einem Instrument der Schreckensherrschaft. Sie wurden in den während des zweiten Weltkriegs besetzten osteuropäischen Ländern eingerichtet, in dem Stadtviertel separiert wurden. Es handelte es sich um mehr als 500 Sammellager als Bestandteil des Systems der Konzentrationslager. Neben der einheimischen jüdischen Bevölkerung wurden mit Eisenbahntransporten auch zigtausende jüdische Bürger aus Deutschland und Westeuropa zunächst in solche Ghettos verbracht, um sie dort gefangen zu halten. Das bekannteste Beispiel ist das Warschauer Ghetto. Zu den weiteren großen Anlagen zählten das Ghetto Riga und Ghetto Lodz. Das Ghetto Theresienstadt wurde als Vorzeigeobjekt und "Altersghetto" betrieben. Die Lebensbedingungen waren grundsätzlich katastrophal, die Überlebenden wurden in die Konzentrationslager verschleppt.

Soziale Ghettos

In fast allen Städten der Welt haben sich zu fast allen Zeiten die Menschen nach bestimmten Merkmalen, wie gemeinsame Sprache, Religion, Berufe oder gemeinsame Herkunft angesiedelt. Bekannt sind beispielsweise die Chinatowns in US-amerikanischen Städten, benannt nach der Herkunft seiner Bewohner aus China. Als Ghettos bezeichnet werden in den USA aber vor allem bestimmte Wohngebiete der farbigen Bevölkerung. Als in den 1960er Jahren Bürgerrechtsgesetze Freizügigkeit auch den Farbigen gestatteten, setzten sich die wohlhabenderen Afroamerikaner aus den "Ghettos" in die zuvor weiß besiedelten Bezirke ab. Dies hatte ein Anwachsen der sozialen Krise in den Ghettos verbunden mit Verfall und wachsender Kriminalitätsrate zur Folge. Selbst in Deutschland werden bestimmte Wohnviertel, unter anderem Altstadtbereiche oder Neubauviertel in Plattenbauweise aus Kritik an der damaligen Stadtplanung und den sozialen Verhältnissen "Ghettos" genannt, wenn sie überwiegend von bestimmten sozialen Schichten, Volksgruppen oder Randgruppen bewohnt werden. In den heutigen Ghettos werden häufig Bandenkriege zwischen verschiedenen jugendlichen Gangs geführt. In manchen deutschen Großstädten werden seit den 1970er Jahren gewisse Stadtviertel in zunehmendem Maße von Muslimen bewohnt. Mit der Bevölkerungsabnahme in vielen Industriestädten sind dann überwiegend muslimisch geprägte Viertel entstanden. Wie jede Volksgruppe, die in der Diaspora ihre eigene Kultur erhalten will, tendieren auch Muslime dazu, sich im Alltagsleben von Andersgläubigen abzugrenzen, was unter anderem im Grundsatz Al-wala' wa-l-bara' zum Ausdruck kommt.

Literatur


- Jens Sambale & Volker Eick 2005: Das Berliner Ghetto - ein Missverständnis, in: salon//Clara Meister, Anna Schneider, Ulrike Seifert (Hg.) 2005: Ghetto - Image oder Realität? Berlin, ISSN: 1861 - 4590

Weblinks


- [http://www.shoa.de/ghettos.html shoa.de - Jüdische Ghettos]
- [http://www.deathcamps.org/occupation/ghettolist.htm deathcamps.org - Liste der Ghettos]
- Wilhelm Raabe - [http://gutenberg.spiegel.de/raabe/holunder/holunder.htm Holunderblüte Eine Erinnerung an das Prager Ghetto]
- [http://turismo.regione.veneto.it/de/ansa/index.php?id=1642 Das venetianische Ghetto] Kategorie:Antisemitismus ja:ゲットー

Stadtviertel

Als Stadtviertel, auch Stadtgeviert in der Schweiz Quartier, bezeichnet man einen Teil einer Stadt. Ein Stadtviertel kann sich sowohl räumlich/geographisch als auch von der sozialen oder ethnischen Struktur seiner Bewohner her von anderen Stadtvierteln abgrenzen. In Berlin und im Nordosten Deutschlands bezeichnet man einen überschaubaren, kleinen Stadtbezirk als soziales Bezugssystem auch als Kiez. Größere Städte teilen sich in Verwaltungsbezirke auf, die auch mit Begriffen wie Stadtteil, Stadtbezirk oder Stadtkreis untergegliedert werden. Kategorie:Städtebau

Isolation

Eine Isolierung oder Isolation bedeutet den Vorgang des getrennt haltens von Dingen oder Individuen, oder eine Einrichtung zu diesem Zweck. Das Verb isolieren wurde aus dem französischen isoler entlehnt, und dieses wiederum aus dem italienischen isolare, das von isola (Insel) kommt. Unter Isolation versteht man
- in der Technik eine Einrichtung zur Verhinderung des Durchgangs von Stoff oder Energie
  - Eine Bauwerksisolierung sind Maßnahmen, wie Anstriche, die das Eindringen von Nässe verhindern.
  - Eine Wärmeisolierung von Gebäuden oder Bauteilen bezeichnet man korrekt als Wärmedämmung.
  - In der Elektrotechnik ist eine Isolierung der Schutz der stromführenden Teile gegen Berührung. Siehe: Isolator, Isolierband, Optische Isolation.
  - Als isoliert bezeichnet man Behälter, in deren Wandung sich ein Vakuum oder ein Wärmedämmstoff (Schaumstoff, Vlies o.ä.) befindet, das den Inhalt möglichst vollständig umgibt und warmhält (z.B. Thermosflasche, Thermoskanne) oder kalt hält (z.B. Kühltasche, Kannen für flüssigen Stickstoff).
  - In der Hochenergiephysik gibt es verschiedene Verfahren zur Isolation durch Kraftfelder, z.B. die magnetische Flasche.
  - Sollen Bewegungen (speziell Schwingungen) eines Körpers nicht auf einen anderen übertragen werden, so müssen diese voneinander Isoliert werden. Es existiert dabei passive und aktive Schwingungsisolation.
- in der Biologie eine der Ursachen für Evolution, siehe Isolation (Biologie);
- in der Infektiologie eine Maßnahme zur Verhütung von Infektionen, siehe Isolierung (Medizin) sowie Quarantäne;
- eine Eigenschaft von Datenbanken, siehe en.: Isolation (computer science).
- In der Topologie sind Punkte einer Menge isoliert, wenn sie keine Häufungspunkte dieser Menge sind, siehe Isolierter Punkt.
- In der Sozialpsychologie ist soziale Isolation einen schwerer Mangel an Sozialkontakten.
- Politisch versteht man unter Isolationismus Bestrebung einer Nation, sich vom Ausland abzusondern.
- die Isolationshaft ist eine umstrittene Methode des Strafvollzugs.
- In der Psychoanalyse wird mit Isolierung eine bestimmte Form der Abwehr (Abwehrmechanismus) bezeichnet.

LA

Die Abkürzung LA steht für
- die Stadt Los Angeles in Kalifornien.
- der Bezirk Los Angeles County mit den Städten Los Angeles, Santa Monica, Long Beach u.a.
- bei der Mobilfunktechnik GSM das Location Area, die Zusammenfassung mehrerer benachbarter Funkzellen eines Netzanbieters.
- im Sport die Leichtathletik.
- das amtliche Kfz-Kennzeichen des Bezirks Landeck (Tirol).
- das amtliche Kfz-Kennzeichen des Landkreis Landshut (Bayern).
- in der Wikipedia für Löschantrag. Kategorie:Abkürzung ja:LA ko:LA th:LA

Bloods

Die Crips sind eine der drei großen afro-amerikanischen Jugendbanden, die dem Gebiet von Los Angeles, Kalifornien entstammen. Heutzutage sind Crip Gangs in jeder größeren amerikanischen Stadt, sowie international, zum Beispiel in Südafrika, zu finden. Neben den rivalisierenden Bloods beherrschen sie den illegalen Rauschgift-Markt der kalifornischen Stadt und liefern sich dabei mit diesen bis zum heutigen Tage immer wieder blutige Straßenkämpfe. Die Crips wurden 1969 unter anderem von Raymond Washington und Stanley „Tookie“ Williams als Antwort auf die herrschende Gewalt in Los Angeles' Straßen gegründet und wurden sehr schnell populär. Schon bald stieg ihre Dominanz auf L.A.'s Straßen auf das dreifache aller anderen Jugendbanden zusammen. Als bis 1972 immer wieder Mitglieder der kleineren Gruppen von Mitgliedern der Crips ermordet wurden, schlossen sich die meisten dieser Gruppen zu den Bloods zusammen, so die L.A. Brims, Denver Lanes, Bishops, Lueders Park Hustlers, Athens Park Boys, Pueblos und die Inglewood Family. Crip Gangmitglieder bevorzugen blaue Kleidung der Marke BK (British Knights), deren Anfangsbuchstaben für die Crips für Blood Killer stehen, dagegen bevorzugen Bloods rote Kleidung der Marke Calvin Klein (cK), eine Anspielung auf Crip Killer. Von da an gab es über Jahre immer wieder blutige Bandenkriege, die jährlich viele hundert Bandenmitglieder das Leben kosteten ( über 800 allein im Jahr 1995). Bemerkenswert an dieser Stelle ist, dass Gewalt zwischen Crips und Bloods bei weitem nicht der Hauptgrund für die Opferzahlen ist - die knapp 200 Crip Gangs in Los Angeles sind zum größten Teil untereinander verfeindet - so sterben sehr viel mehr Crips durch Angriffe anderer Crips als durch Bloods. Als erster großer Konflikt von Crips untereinander gilt die Feindschaft der Rollin´ 60s N-Hood Crips und der Eight Tray Gangster Crips, die bis ins Jahr 1979 zurückreicht und bis heute allein über 500 Bandenmitgliedern den Tod gebracht hat. Gewalt unter Blood Gangs ist im Gegensatz dazu sehr selten. Im Jahr 1992 wurde unter dem Eindruck der Rassenunruhen ein Friedensvertrag auf den Weg gebracht, der für den Nobelpreis nominiert wurde. Auf Dauer hatte diese Übereinkunft jedoch keinen Bestand, so dass die Zustände und Opferzahlen heute wieder dem Stand von vor 1992 entsprechen. Die dritte große amerikanische Gang ist die Mara salvatrucha, die jedoch im Zusammenhang mit den Bloods und Crips seltener erwähnt wird. Kategorie:Kalifornien Kategorie:Bande ja:Crips

Minderheit

Eine Minderheit ist eine demographische Gruppe auf einer bestimmten territorialen Einheit (Staat, Region,...), die sich durch bestimmte personale Merkmale von der Bevölkerungsmehrheit unterscheidet. Merkmale in diesem Sinne können Sprache, Rasse, Religion, Moral, soziale Funktion u.v.a. mehr sein. Häufig werden Minderheiten auf Grund von Vorurteilen ausgegrenzt und sind deshalb Opfer von Gewalt. Faktor für die Entstehung von Minderheiten ist die Besiedlung eines Landes. Sie kann dazu führen, dass die bereits vorherrschende, einheimische Bevölkerung zur Minderheit wird und sich an die Werte und Normen der Bevölkerung anpassen müssen.Dies kann so weit gehen, dass die Existenzberechtigung von Minderheiten nicht mehr anerkannt wird. Im herkömmlichen Sinne meint man mit Minderheiten ethnische oder nationale Minderheiten, das heißt Bevölkerungsgruppen, die auf dem Territorium eines Staat leben, in dem eine andere Volksgruppe die Mehrheit bildet, also die "Macht" innehat. Die UNO und andere internationale Organisationen haben für diese Fälle so genannte Minderheitenrechte festgesetzt, die in den verschiedenen Mitgliedsstaaten unterschiedlich respektiert werden (siehe auch Minderheitenschutz, Menschenrechte). Auch in Tokyo wurde 1988 eine Organisation gegründet, die versucht auf die Probleme und Diskriminierungen von Minderheiten aufmerksam zu machen und sich für die Rechte benachteiligter Volksgruppen einzusetzten: Die IMADR (International Movement Against All Forms of Disrimination and Racism). In der Sozialpsychologie werden 2 Arten von Minoritäten unterschieden:eine numerisch-statistische und eine soziale. Letztere beschreibt eine Minderheit, die sich durch kulturelle und/oder psychische Merkmale vom Rest der Gesellschafft unterscheidet und so von der sozial dominierenden Gruppe als minderwertig angesehen und auch so behandelt wird. Unter dem Einfluss der amerikanischen Soziologie hat der Begriff "Minderheit" in den letzten fünfzig Jahren einen Bedeutungswandel erfahren. Der Begriff lässt sich so auf praktisch alle Gruppen anwenden, deren Mitglieder von den vorherrschenden Sitten und Verhaltensweisen abweichen, die zahlenmäßig weniger als die Hälfte einer gegebenen Bevölkerung ausmachen und die weniger Einfluss haben als die restliche Bevölkerung.

Definition des Begriffes Minderheit

Eine Minderheit sind Menschen, die aufgrund ihrer ethnischen, sozialen oder religiösen Zugehörigkeit auch häufig wegen ihrer sexuellen Orientierung, Diskriminierung erfahren. Diskriminierung ist politisch als Ausschluß von bestimmten Rechten zu sehen, sozial als die Erfahrung von Vorurteilen und Ausgrenzungen. Die Grundlage für diese Definition ist nicht die geringere Zahl der Gruppenmitglieder, sondern ihre geringere Macht gegenüber einer hegemonialen Mehrheit.

Entstehung von Minderheiten

Minderheiten können auf verschiedene Weisen entstehen. Die Entstehungsgeschichte einer bestimmten Minderheit hat in der Folge Auswirkungen auf ihre soziale Identität sowie auf das Konfliktpotenzial, das von ihr ausgeht.

Invasion

Eine existierende, auf einem bestimmten Territorium vorhandene Bevölkerung wird durch militärische Invasion oder massive Immigration eines anderen Volkes verdrängt respektive dezimiert. Die Invasoren installieren ihre politische, kulturelle, wirtschaftliche und soziale Struktur und die ehemals eingeborene Bevölkerung lebt als Minderheit auf ihrem eigenen Territorium weiter. Klassisches Beispiel: Die Indianervölker auf dem amerikanischen Kontinent.

Erzwungene Migration durch Umsiedlung

Völker (oder ihre Angehörigen) werden systematisch in ein Gebiet umgesiedelt, in dem sie in der Folge als Minderheit leben. Je nachdem, ob die Individuen weiterhin Kontakt mit Angehörigen ihres Volkes haben oder nicht, bleibt die kulturelle Identität mehr oder weniger erhalten. Es kann jedoch auch geschehen, dass sich in der Fremde eine neue kulturelle Identität entwickelt. Klassisches Beispiel: Schwarze Bevölkerung in den USA.

Erzwungene Migration durch Vertreibung

Soziokulturelle Einheiten müssen ihr angestammtes Gebiet verlassen und siedeln sich in der Folge auf einem anderen Territorium an. Beispiel: Amish und Mennoniten. Ein Spezialfall der Vertreibung ist die so genannte Diaspora, bei der eine bestimmte Bevölkerung von ihrem angestammten Gebiet vertrieben wird und sich in der Folge verstreut über den Erdball niederlässt. Die gemeinsame Kultur und Identität wird bewusst gepflegt und erhalten, so dass die Kultur und der kulturelle Zusammenhalt trotz der Verstreutheit erhalten bleibt. Klassische Beispiele: Juden, Armenier.

Freiwillige Migration

Angehörige bestimmter soziokultureller Gruppen verlassen freiwillig ihr angestammtes Gebiet und begeben sich an einen Ort, an dem sich bereits Menschen mit gemeinsamer Sprache, Kultur, Religion etc. befinden. Dabei kann unter Umständen eine neue kulturelle Identität entstehen, die sich von der Ursprünglichen grundsätzlich unterscheidet. Beispiel: Französischsprachige Kanadier (Québec).

Staatenbildung

Durch kriegerische oder diplomatische Aktionen werden Teile einer Volksgruppe politisch, wirtschaftlich und kulturell vom Rest ihrer Kultur abgeschnitten. Beispiele: Südtirol, Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, Vojvodina, Kurden.

Typen von Minderheiten

Es gibt unzählige Versuche, Minderheiten zu kategorisieren und typologisieren. Eine grobe Unterscheidung, die auch im völkerrechtlichen Zusammenhang verwendet wird, ist folgende Aufteilung: #Nationale Minderheiten: Sind Minderheiten, die in einem anderen Staat die staatstragende Mehrheit bilden. Beispiele: Dänen in Deutschland, Ungarn in Rumänien. #Ethnische Minderheiten: Entsprechen den Kriterien für eine ethnische/nationale Minderheit, haben jedoch kein "eigenes Mutterland". Beispiele: Bretonen, Friesen, Sorben, Roma und Sinti. #Sprachliche Minderheiten: Sind keine ethnische oder nationale Minderheit, sprechen jedoch eine andere Muttersprache als die Bevölkerungsmehrheit im Staat. Beispiel: frankophone Bevölkerung der Schweiz, Finnland-Schweden.

Minderheiten in Deutschland

Als offizielle nationale Minderheiten in Deutschland sind anerkannt:
- Sorben
- Friesen
- Dänen
- Sinti und Roma Als Regionalsprache in Deutschland ist seit 1994 zusätzlich anerkannt:
- Plattdeutsch

Minderheiten in Österreich

Die Minderheiten genießen in Österreich den Schutz, der vorerst im Vertrag von Saint-Germain von 1919 und nach dem Zweiten Weltkrieg im Artikel 7 des Österreichischen Staatsvertrages festgehalten ist. Folgende ethnische Minderheiten sind staatlich anerkannt (wobei die kroatische und slowenische Minderheit des Burgenlandes, der Steiermark und Kärntens den direkten Schutz des Staatsvertrages genießen):
- Kroaten
- Slowenen
- Slowaken
- Ungarn
- Tschechen
- Sinti und Roma seit 1993 anerkannte Volksgruppe Sie machen weniger als 1% der Gesamtbevölkerung aus. In bestimmten Bezirken ist ihr freier Sprachgebrauch als Amtssprache (auch vor Gericht), sowie der Schulbesuch in der Muttersprache gewährleistet. In diesen Orten sind auch zweisprachige Ortstafeln aufzustellen. Siehe auch: Minderheitssprachen in Österreich, Ortstafelstreit, Kärntner Slowenen

Minderheiten in der Schweiz

Das politische System der Schweiz basiert nicht wie in einem Nationalstaat auf künstlichen Verwaltungseinheiten, sondern auf natürlich gewachsenen Gemeinschaften. Weil die Schweiz praktisch nur aus Minderheiten besteht, gibt es neben dem ausgeprägten Föderalismus keine offizielle Minderheitenpolitik. "Inoffiziell" existiert eine gewisse Konfliktualität zwischen den Sprachregionen (siehe Röstigraben), diese ist jedoch nicht so akut, dass man von einem Minderheitenkonflikt sprechen könnte, dem mit gesetzgeberischen Maßnahmen begegnet werden müsste. Die sprachlichen Minderheiten (Französisch, Italienisch, Rätoromanisch) sind bereits heute über ihre Kantone paritätisch in National- und Ständerat vertreten und im Bundesrat sind sie mit ihrem inoffiziellen Anrecht auf 2 oder 3 von 7 Sitzen paritätisch oder sogar überrepräsentiert.

Verwandte Begriffe


- Ethnische Minderheit
- Minderheitenpolitik
- Minderheitenkonflikt
- Minderheitenschutz
- Ghetto
- Armut
- Demokratie
- Vielvölkerstaat
- Deutschsprachige Minderheiten
- religiöse Sondergruppen
- Fahrende
- Diskriminierung
- Diaspora
- Verfolgung von Minderheiten

Literatur


- M. Boden: Nationalitäten, Minderheiten und ethnische Konflikte in Europa. München. Olzog. 1993 (ISBN 3789286400)

Weblinks


- [http://www.eurominority.org Eurominority - Organisation für die Europäischen Minderheiten (Nationen ohne Staat und nationale Minderheiten)]
- [http://www.ecmi.de European Centre for Minority Issues: ECMI] Kategorie:Völkerrecht Kategorie:Politik Kategorie:Soziologie als:Ethnische Minderheit ja:社会的少数者

San Francisco

San Francisco (deutsch veraltet San Franzisko) ist eine Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt liegt an der nördlichen Spitze der San-Francisco-Halbinsel, welche die Bucht von San Francisco bildet und wird im Westen vom Pazifik, im Norden vom Golden Gate und im Osten von der Bucht begrenzt. Im Süden liegen die 300 m hohen Twin-Peaks, die von den Spanischen Missionaren auf Grund ihres Aussehens „Los Pechos de la Chola“, zu deutsch „Die Brüste des Indianermädchens“, genannt wurden. San Francisco ist auch berühmt für seine Hügel, die bis 30m hoch sind. Es befinden sich 42 Stück im ganzen Stadtgebiet. Wegen der teils sehr steilen Straßen wurden die Cable Cars von Andrew Smith Hallidie entwickelt. Die "Bell of the Bay", wie sie auch liebevollgenannt wird, ist eine der bedeutendsten Hafenstädte an der Westküste Nordamerikas. In der Bucht von San Francisco liegt die bekannte, nur noch als Museum dienende Gefängnisinsel Alcatraz. Mit 744.230 Einwohnern ist es die viertgrößte Stadt Kaliforniens.

Geologie

Die Nähe der Stadt zur San-Andreas-Verwerfung ergibt ein erhöhtes Risiko für Erdbeben. Am 18. April 1906 fand das bislang schwerste Erdbeben statt. Es tobte von San Juan Bautista bis Eureka und hatte eine Stärke von 7,8 auf der Richterskala. Infolge von Bränden wurde damals ein Großteil von San Francisco zerstört. Richterskala Das Loma-Prieta-Erdbeben von 1989 war bis heute das letzte große Beben in der Region. Es hatte erhebliche Auswirkungen auf Teile der Stadt. Viele Straßen und Freeways wurden beschädigt. Der Embarcadero Freeway, an der nördlichen Seite der Stadt, ist dem Beben vollständig zum Opfer gefallen und wurde abgerissen. Außerdem wurde ein Major League Baseball-Spiel der World Series zwischen den San Francisco Giants und den Oakland Athletics unterbrochen. Experten befürchten zudem ein noch größeres Erdbeben als das von 1906. Oakland Athletics

Stadtgliederung

Siehe dazu auch die Administrative Gliederung von San Francisco. Wie in vielen amerikanischen Städten gibt es ein Japantown und ein Chinatown. Die Chinatown von San Francisco bildet eines der größten Chinesenviertel außerhalb der Volksrepublik China. Auch gibt es eine vietnamesische Gemeinde im Stadtteil Tenderloin, Filipinos in Crocker Amazon, ein italienische Gemeinde in North Beach, ein French Quarter, eine irische und russische Gemeinde im Richmond District. Der ursprüngliche hispanische Mission District ist einer der ältesten Stadtteile, er war einer der 21 Missionen, die durch die spanischen Missionare gegründet wurden. Russian Hill bezieht seinen Namen von russischen Trappergräbern, welche man während des Goldrausches entdeckt hatte. Haight-Ashbury erlangte in den 1960er seine Berühmtheit als eine der prominentesten Ansammlungen von Hippies. Das Castro steht für die größte Konzentration von Homosexuellen in Amerika. Die größte afro-amerikanische Gemeinde befindet sich südöstlich der Bayview und Hunters Point. Richmond, an der Westseite der Stadt nördlich des Golden Gate Parks, ist im Wesentlichen von asiatischen Einwanderen geprägt. Südlich der Market Street, die als eine der wenigen Straßen quer verläuft, liegt der Stadtteil Soma (South of Market), bekannt für seine Galerien und Kunstaktivitäten. Golden Gate Park

Klima

Die Lage an der Küste des Pazifiks beeinflusst das fast mediterrane Klima maßgeblich. Es ist das ganze Jahr hindurch außergewöhnlich mild mit kühlen, fast regenfreien Sommern und warmen Wintern. Die Tagestemperatur im Sommer reicht von 15 bis 25 Grad Celsius, wo hingegen es im Winter niemals zu frieren scheint. Die meisten Niederschläge fallen zwischen November und März. San Francisco ist aber auch berüchtigt für die morgendlichen Nebelschwaden, die vom Meer über die Hügel ziehen. Dies entsteht wenn die warme vom Inland kommende Luft und die kalte Luft des Pazifiks sich mischen. Die Sommertemperaturen sind signifikat niedriger als in anderen Teilen Kaliforniens. Es empfiehlt sich immer eine Jacke oder einen Pullover mitzunehmen. Der wärmste Monat ist hier oft der September.

Geschichte

Indianische Besiedlung und erste Europäer

Pazifik Ursprünglich war die Bucht von San Francisco durch den Indianerstamm der Travianer Muwekma Ohlone besiedelt, die bis ins 19. Jahrhundert fast ausgerottet waren. Im 16. Jahrhundert schickten die spanischen Eroberer zwei Expeditionen nach Norden um die westliche Küste Amerikas zu erkunden. Hernan Cortés hatte eine „Halbinsel zwischen Golf und Ozean“ entdeckt und nannte sie California. Die offizielle Entdeckung begann mit Juan Rodriguez Cabrillo 10 Jahre später. Obwohl selbst viele Entdecker, wie etwa Sir Francis Drake, schon im 16. Jahrhundert die Gegend erkundeten, wurde die meist im Nebel liegende Einfahrt zur Bucht erst 1775 entdeckt. Ab 1776 siedelten die ersten Europäer in der Gegend der heutigen Stadt. Spanische Militärs und Missionare gründeten die heutige Kirche Mission Dolores am 9. Oktober an der Dolores Lagune so wie das Presidio am Golden Gate. Die Missionare benannten die Stadt in Anlehnung an den Heiligen Franz von Assisi mit San Francisco de Asís, das später zu Saint Francis führte. Einer nahe gelegene Siedlung wurde der Name Yerba Buena gegeben. Der aus Petra stammende Mallorquiner Junipero Serra leitete damals die Missionsgründungen, und wird noch heute sehr verehrt.

19. Jahrhundert und Neuzeit

Durch den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg kam die Stadt 1846 in den Besitz der USA. San Francisco erlebte seinen ersten Aufschwung durch den 1848 beginnenden Goldrausch in Kalifornien. Die Bevölkerung wuchs dabei von etwa 900 auf über 20.000 in einem einzigen Jahr an. Im Umfeld der Mission wurden bald mehr irische als spanische Grabsteine aufgestellt. Zu dieser Zeit wurden auch viele namhafte Unternehmen in San Francisco gegründet, wie etwa Levi Strauss & Co., Wells Fargo Bank und Ghirardelli Chocolate Company.
Am Morgen des 18. April 1906 wurde die Stadt von einem Erdbeben und von dem nachfolgenden Feuer verwüstet. Meist wird die Anzahl der Todesopfer auf 700 geschätzt, einige Quellen geben aber eine drei- bis viermal höhere Zahl an. Das Missionsgebäude überstand das Erdbeben ohne Schaden, so dass es heute das älteste Gebäude der Region ist. Der spätere Kaiser Joshua Abraham Norton wanderte 1849 mit einem Startkapital von 40.000 $ aus Südafrika nach San Francisco ein. Seinen Reichtum, den er durch Grundstücksgeschäfte machte, verspielte er wieder bis 1859. Durch Spekulationen gescheitert und bankrott, wollte Norton die Dinge nun selbst in die Hand nehmen und ernannte sich kurzerhand am 17. September 1859 in Briefen an die ortsansässigen Zeitungen und Politiker selbst zum Kaiser von Amerika und Schutzherr von Mexico. Er „regierte“ 21 Jahre lang und erließ kaiserliche Edikten. 1939 fand auf der Treasure Island die „Golden Gate International Exposition“ (die Weltausstellung) statt. Sie wurde eigens für die Ausstellung neben der Yerba Buena Island aufgeschüttet. Heute ist sie im Besitz der U.S.-Navy. 1945 fand die Nachkriegskonferenz statt, welche die Charta der Vereinten Nationen und die UN ins Leben rief. San Francisco gilt als Gründungsstätte der Vereinten Nationen. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Stadt zu einem Zentrum der US-amerikanischen 68er-Bewegung und der Gegenöffentlichkeit. Die Hippie-Bewegung feierte 1967 im Summer of Love ihren Höhepunkt in der Stadt. Bands wie Grateful Dead, Jefferson Airplane und Janis Joplin beeinflussten nachhaltig die Rockmusik weltweit. Maßgeblich wurde dies durch die Nähe des Berkeley-Campus der University of California. Autoren wie Timothy Leary, Phil K. Dick oder Robert Anton Wilson lebten in dieser Zeit dort. Seit den 1970ern zogen zunehmend Homosexuelle in die Stadt, insbesondere in den Castro District. Die Stadt gilt bis heute als „die“ Stadt der Homosexuellen in den USA, und Queer Politics hat heute großen Einfluss auf die Stadtpolitik. Diese Zeit wird auch in den "Stadtgeschichten" von Armistead Maupin ausgiebig beschrieben. Ende des 20. Jahrhunderts war die Stadt und das Nahe gelegene Silicon Valley Zentrum des wirtschaftlichen Aufschwungs der Informationstechnik. Während des Dotcom-Booms in den 1990ern zogen immer mehr Softwarefirmen, Unternehmer und Marketingexperten in die Stadt und beeinflussten die soziale Landschaft gravierend. Ehemals arme Arbeiter Viertel wandelten sich zu "IN"-Gegenden und trieben die Immobilenpreise in die Höhe.

Einwohnerentwicklung

Dotcom San Francisco besitzt nach der Schätzung von 2004 insgesamt 744.230 Einwohner. Mit 6958,45 Einwohnern pro Quadratkilometer ist sie eine der am dichtesten bevölkerten Städte der Vereinigten Staaten. Die Mitglieder der Bevölkerung sind nach eigenen Angaben zu 50 % weiß, 31 % asiatischen Ursprungs, 14 % sind lateinamerikanischen und 8 % afrikanischen Ursprungs. Im Gegensatz zur üblichen Verteilung in den meisten Gegenden der Welt leben in San Francisco mehr Männer als Frauen. Das Verhältnis beträgt 103,1: 100.

Politik

Stadtflage

Das Wappentier stellt einen Phönix dar, der aus der Asche aufersteht. Dies wurde gewählt in Anlehnung an die verheerende Kathastrophe von 1906. Unter dem Phönix steht der Spruch: "Oro en Paz, Fierro en Guerra", was so viel bedeutet: "Golden im Frieden, Stahl im Krieg".

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

San Francisco gilt noch heute als Zentrum der US-amerikanischen Gegenkultur.

Museen


- Alcatraz, ehemaliges Fort, Staatsgefängnis und heutiges Museeum zu erreichen mit Fähren von Pier 39
- Exploratorium (Science Center) im Palace of Fine Arts
- California Academy of Science (Naturhistorisches Museum) mit simulierten Erdbeben
- Telegraph Hill mit Coit Tower, mit grandiosem Blick vom 64 m hohen Turm auf die Stadt und die Bucht von San Francisco
- Asian Art Museum, Kunstschätze aus Asien, die aus einem Zeitraum von 6.000 Jahren stammen
- Cable Car Museum, zeigt die Entstehung und Funktion der Cable Cars
- Center for the Arts Yerba Buena Gardens, hier befinden sich drei Galerien zeitgenössischer Kunst, Restaurants und Theater
- The Californian Palace of the Legion of Honor, Kollektion europäischer Kunstwerke und Werke französischer Künstler
- San Francisco Museum of Modern Art (SFMOMA), moderne Kunst mit wechselnden Ausstellungen
- Wax Museum, Ausstellung von Wachsfiguren berühmter Persönlichkeiten
- de Young Museum im Golden Gate Park
- Palace of Fine Arts, ein Gebäude im neoklassischen Stil erbaut zur Panama-Pacific Expo von 1915
- Fort Mason, ein ehemaliges Militärgelände. Heute ist es das Hauptquartier der Golden Gate National Recreation Area, der lokalen Parkverwaltung.

Sehenswürdigkeiten


- Pier 39 ist ein ganzjähriger Rummel mit Souvenir-Läden, Fahrgeschäften und Restaurants
- Das Aquarium am Pier 39
- Die Seelöwenkolonie am Pier 39 gilt als Wahrzeichen von San Francisco. Die Tiere haben sich auf Anlegestellen niedergelassen und nutzen diese als Ruheplätze.
- Die Market Street mit ihren Geschäften und Kaufhäusern lädt zum Bummeln ein.
- [http://wikitravel.org/de/San_Francisco#Sehenswürdigkeiten weiter auf wikitravel]

Bauwerke

Weltberühmt ist die Golden Gate Bridge über das Golden Gate, die Öffnung der Bucht von San Francisco, sowie die blumengeschmückte Lombard Street. Sehenswert ist auch der Blick auf die Pazifik-Küste vom Highway 1. Außerdem:
- Transamerica Pyramid: Ein Wahrzeichen der Stadt mit Verkaufs- und Büroräumen, es wurde in den 1970er im Financial-District erichtet.
- Painted Ladies“: Ein Straßenzug mit historischen Häusern am Alamo Square, in denen ehemals Spielhöllen und Bordelle betrieben wurden und nunmehr mit ihren gepflegten Fassaden den Blick auf die Skyline untermalen.
- The Cannery: Eine alte Konservenfabrik der Firma Del Monte, neben Fishermen's Wharf ein weiterer touristischer Höhepunkt an der nördlichen Seite der Stadt. Sie beheimatet auch das Museeum für Stadtgeschichte. Im Sommer spielen im Hof Künstler und Bands unter freiem Himmel auf.
- The Port of San Francico ist das alte Hafengebäude am Ende der Marketstreet. Von hier gingen früher die Fähren zu Zielen an der Bay.
- Die City Hall, erbaut in den Jahren 19121916, ist das „Rathaus“ der Stadt. Es ist aus weißem Granit und wurde im Stil dem Petersdom nachempfunden.
- Der Fernmeldeturm Sutro Tower.

Parks


- Golden Gate Park: riesig, inkl. Botanischem Garten, Planetarium, Japanischem Teegarten und Aquarium
- Der Yerba Buena Garten wurde zu Beginn der 1990er Jahre auf dem Dach des Moscone North convention center errichtet. Es beherbergt ein Denkmal für Martin Luther King, jr..

Naturdenkmäler

Zwar kein Naturdenkmal im Sinne des deutschen Naturschutzgesetzes, aber markantes Wahrzeichen: die Zwillingshügel Twin Peaks. Die nähere Umgebung bietet viele kleine „Naturwunder“: die Pazifikküste, die Weinbaugebiete Napa Valley und Sonoma Valley, die Redwood-Bäume im Muir Woods National Monument, die Strände der Half Moon Bay und der Point Reyes National Seashore mit dem malerischen Leuchtturm. ([http://wikitravel.org/de/San_Francisco weiter mit WikiTravel])

Sport

San Francisco ist Heimat zweier Teams in den US-amerikanischen Profiligen
- San Francisco 49ers (American Football)
- San Francisco Giants (Baseball)

Kulinarische Spezialitäten

Dass alte, nicht mehr gebrauchte Lagerhallen im Hafengebiet nicht verkommen oder abgerissen werden müssen, zeigt das Viertel Fisherman's Wharf mit seinen tollen Cafes, Kneipen und Restaurants. Die Ghirardelli, eine alte Schokoladenmanufaktur, lädt mit ihren Shops und Restaurants zum Verweilen ein. Das in der Goldgräberzeit aus Europa eingeführte Sourdough Bread (Sauerteigbrot), hat sich in San Francisco zu einer wahren Spezialität entwickelt. Die Goldgräber der damaligen Zeit hatten auch den Spitznamen Sourdough. Und der Sourdough Sam ist das Maskotchen der San Francisco 49ers.

Literatur

Folgende Werke vermitteln einen guten Eindruck der Stadt zur jeweiligen Zeit:
- Dashiell Hammett: Der Malteser Falke, 1930, ISBN 3257201311
- Armistead Maupin: Stadtgeschichen, 1981, ISBN 3499239698 Die monatlich erscheinende Zeitschrift Rolling Stone Magazin wurde 1967 von Ralph J. Gleason und Jann Wenner in San Francisco gegründet. Zeitungen die in San Francisco erscheinen:
- San Francisco Examiner, wurde von William R. Hearst 1887 gekauft. Damit legte er den Grundstein für sein Zeitungsimperium.
- San Francisco Bay Guardian
- San Francisco Chronicle, wurde 1865 von Charles und M.H. de Young als Theatermagazin gegründet. 1868 wandelten sie es in eine Tageszeitung um.
- Die Underground Press formierte sich 1965 als freies Presseorgan, und setzte die Tradition der freien, pluralistischen Presse fort.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

San Francisco hat für amerikanische Verhältnisse ein ausgeprägtes öffentliches Verkehrsnetz, das durch die San Francisco Municipal Railway (MUNI) betrieben wird. Neben teilweise historischen Straßenbahnen aus aller Welt, Bussen und der U-Bahn verkehren in manchen Straßen der Stadt die Cable Cars, seilgezogene Straßenbahnen aus dem 19. Jahrhundert. Es gibt heutzutage drei Cable-Car-Linien: Die California-Line, die Powell-Mason-Line und die Powell-Hyde-Line. Am ehesten dem verbreiteten Bild von San Francisco mit seinen steilen Hügeln kommt die Powell-Hyde-Line nahe. Vom Embarcadero werden Fährverbindungen zu den angrenzenden Orten an der Bucht angeboten. Die Region östlich der Bucht von San Francisco lässt sich mit dem Bay Area Rapid Transit (BART) erreichen, die San-Francisco-Halbinsel und das Silicon Valley sind durch CalTrain mit San Francisco verbunden. Der San Francisco International Airport [SFO] ist nach Los Angeles der bedeutendste internationale Flughafen an der US-amerikanischen Westküste. Er liegt 12,9 km südlich etwas außerhalb der Stadt direkt an der Bucht. Der Standort wurde eigens für den Flughafen in der Bucht aufgeschüttet. Der Hafen von San Francisco, Port of San Francisco, war lange Zeit der größte und geschäftigste an der ganzen amerikanischen Westküste. Die Piers wurden allerdings mit dem Aufkommen von Containern zu klein und damit überflüssig. Der gesamte Container-Umschlag wurde nach Oakland auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht ausgelagert. Lange Zeit verfielen die Piers. Teilweise wurden sie von der Stadt verkauft. Bis man sich besann und einige Piers, wie etwa Pier39, zu neuem Leben erweckte. Heute sind vom alten Hafen nur noch wenige Piers und das Hafengebäude am Ende der Market Street übrig. Da die Piers vollständig aus Holz sind, besteht eine ständige Brandgefahr. Ende der 1990er brannte tatsächlich auch eines dieser alten Bauwerke ab.

Medien

Im Presidio von San Francisco befindet sich das Internetarchiv mit 40 Milliarden Webseiten (2005). Einige bekannte Filme, die in San Francisco gedreht wurden, sind Is' was, Doc?, Basic Instinct, Edtv, Mrs. Doubtfire, Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart, Vertigo, Dirty Harry, Presidio, Metro, Bullitt, The Rock und Hulk. Mehrere Filme, wie zum Beispiel Flucht von Alcatraz, spielen auf der nahe gelegenen Gefängnisinsel Alcatraz. Zu den bekanntesten Serien, die in San Francisco spielen, zählen Die Straßen von San Francisco, Nash Bridges, Full House, Monk und Charmed.

Bildung

Die 1855 gegründete University of San Francisco war eine der ersten Universitäten des amerikanischen Westens. Bis heute besitzt ihre Law School einen ausgezeichneten akademischen Ruf.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt


- Ansel Adams, Fotograf
- Leonard Adleman, Professor für Computerwissenschaften und Molekularbiologie
- Luis Walter Alvarez, Physiker und Nobelpreisträger
- Dorothy Arzner, Regisseurin
- Matthew Barney, Medienkünstler
- Bill Bixby, Schauspieler
- Lisa Bonet, Schauspielerin
- Benjamin Bratt, Schauspieler
- Divine Brown, Prostituierte, die durch Hugh Grant bekannt wurde
- Owen Chamberlain, Physiker und Nobelpreisträger
- Jule Gregory Charney, Meteorologe
- Margaret Cho, Stand-Up-Comedian und Schauspielerin
- Hillman Curtis, Mediendesigner
- Delmer Daves, Drehbuchautor und Regisseur
- Philip DeGuere, Drehbuchautor
- Isadora Duncan, Tänzerin
- Clint Eastwood, Schauspieler
- Joseph Erlanger, Neurophysiologe
- Leon Fleisher, Pianist
- Dian Fossey, Zoologin
- Hugo Friedhofer, Filmkomponist
- Robert Frost, Dichter und Pulitzerpreisträger
- Jerry Garcia, Musiker
- Clifford Geertz, Vertreter der interpretativen Ethnologie und der Anthropologie
- Danny Glover, Schauspieler
- William Randolph Hearst, Verleger und Medienzar
- Patty Hearst, Millionenerbin und Schauspielerin
- Joseph Hunt, Tennisspieler
- Frederick Jacobi, Komponist
- Paul Kantner, Rockmusiker, Mitbegründer der Rockband Jefferson Airplane
- Jason Kidd, Basketballspieler in der NBA
- Pierre Koenig, Architekt
- Jack LaLanne, gilt als Begründer der US-Fitness-Bewegung
- Bruce Lee, Schauspieler und Kampfkünstler
- Mervyn LeRoy, Filmregisseur und -produzent
- Monica Lewinsky, ehemalige Praktikantin im Weißen Haus
- Jack London, Schriftsteller
- Courtney Love, Musikerin und Schauspielerin
- Hank Luisetti, Basketballspieler
- Greil Marcus, Autor, Musikjournalist und Universitätsdozent
- Brent McCall, Komponist
- Robert McNamara, Verteidigungsminister der USA
- Gordon Moore, Mitbegründer der Firma Intel und Urheber des Mooreschen Gesetzes
- Lindley Murray, Tennisspieler
- Allen Newell, Informatiker und Kognitionspsychologe
- Julia Platt, Wirbeltierembryologin und Politikerin
- Dennis Ross, Diplomat
- Alma Rubens, Stummfilmschauspielerin
- Pierre Salinger Journalist und Pressesprecher der US-Präsidenten John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson
- Liev Schreiber, Schauspieler
- Frederick Seitz, Präsident der Rockefeller University
- Thomas E. Selfridge, Offizier und das erste Todesopfer der motorisierten Luftfahrt
- Richard Serra, Künstler und Bildhauer
- Alicia Silverstone, Schauspielerin
- Orenthal James Simpson, Footballstar und Schauspieler
- Taran Noah Smith, Schauspieler
- Lemony Snicket, Schriftsteller und Drehbuchautor
- Lincoln Steffens, Journalist und Verleger
- David Talbot, Journalist
- Jack Vance, SF-Autor
- James Patrick Walsh, Schauspieler
- Caspar Weinberger, ehemaliger US-Verteidigungsminister
- Bob Weir, Gitarrist
- Frank Wolff, Schauspieler
- Natalie Wood, Schauspielerin
- John W. Young, Astronaut
- Friedel Klussmann, Cable Car Lady, Retterin der Cable Car
- Kirk Hammet, Musiker

Weblinks


- [http://www.ci.sf.ca.us/ Offizielle Webseite der Stadt San Francisco] (Englisch)
- [http://www.mistersf.com/ Insiderseite eines lokalen Journalisten] (Englisch)
- [http://www.sfmoma.com/ SF Museum of Modern Art] (Englisch)
- [http://www.sfmuseum.org/ Museum der Stadt San Franciso] (Englisch)
- [http://www.thinker.org/ Fine Arts Museums of San Francisco] (Englisch)
- [http://www.sfmuseum.org/hist1/index0.html Geschichte, thematische] (Englisch)
- [http://www.sfmuseum.org/hist6/founding.html Gründungsgeschichte] (Englisch)
- [http://www.zpub.com/sf/history/ Index der Geschichte von San Francisco] (Englisch)
- [http://www.sanfranciscochinatown.com/ Chinatown] (Englisch)
- [http://www.californiamissions.com/cahistory/dolores.html Mission Dolores] (Englisch)
- [http://www.igelfisch.com/sf/ Reiseführer mit klickbaren Stadtteilkarten] (Deutsch)
- [http://www.westkueste-usa.de/InhaltSF.htm Bericht über San Francisco mit vielen Fotos] (Deutsch)
- [http://www.sfjourney.com Reiseberichte über die Stadt] (Deutsch)
- [http://www.usa-sondershausen.de/san_francisco.php Reisebericht über die Stadt] (Deutsch)
- [http://www.karl-heinz-herrmann.de/Bilder/Wallpaper/HTML/San_Francisco.php Wallpaper von San Francisco]
- [http://www.sfgenealogy.com/sf/history/1907m/hm07.htm Klickbare Stadtkarte von 1907 von San Francisco] (Englisch) ! Kategorie:Ort in Kalifornien Kategorie:Ort mit Seehafen ja:サンフランシスコ ko:샌프란시스코

Integration

Der Begriff Integration (f.) (aus: lateinisch integer griechisch entagros = "unberührt", "unversehrt", "ganz"), zu deutsch Herstellung eines Ganzen, bezeichnet
- in der Soziologie das Einbinden einer Minderheit in eine größere soziale Gruppe, siehe Integration (Soziologie)
- in der Sonder- und Heilpädagogik den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Menschen, siehe Schulische Integration
- in der Mathematik ein Verfahren zur Berechnung von Flächen, siehe Integralrechnung
- in der Europapolitik den fortschreitenden Zusammenschluss der europäischer Länder, siehe europäische Integration
- im festen Ausdruck Integration in den ersten Arbeitsmarkt die Neueinstellung eines Arbeitslosen, siehe Zweiter Arbeitsmarkt
- in der Volkswirtschaftslehre Schritte zur Herstellung der wirtschaftlichen Einheit von zwei oder mehreren Ländern, siehe Wirtschaftliche Integration
- in der Softwaretechnik die Verknüpfung von verschiedenen Anwendungen, siehe Integration (Software)
- in der Halbleitertechnologie den Teil der Fertigungstechnik, der sich mit der Kombination verschiedener Einzelprozesse zur Erstellung einer bestimmten (meist) elektrischen Funktionsstruktur - wie zum Beispiel Transistoren -- befasst. ja:インテグレーション

Assimilation

Assimilation (lat.: similis „ähnlich“) hat in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen unterschiedliche Bedeutungen:
- In der Biologie: Assimilation bezeichnet den Prozess der Umwandlung von Stoffen, die nicht körpereigen sind, in körpereigene Stoffe. So ist die Aufgabe der Photosynthese, im speziellen der so genannten „Dunkelreaktion“, die Fixierung des Kohlendioxids und die weitere Verstoffwechslung des Fixierungsproduktes. Für die Fixierung benutzen
C3-Pflanzen Ribulosebisphosphat und
C4-Pflanzen Phosphoenolpyruvat
als Akzeptormolekül. Erste fassbare Produkte sind dann (zwei Moleküle) 3-Phosphoglycerat bzw. Oxalacetat.
- In der Phonetik: Hier bezeichnet Assimilation Angleichungserscheinungen zwischen Lauten, wie zum Beispiel im deutschen Wort „gibt“. Hier wird das „b“ an das „t“ angeglichen und wie „p“ ausgesprochen.
- In der Psychologie Jean Piagets bezeichnet Assimilation die Integration eines Gegenstandes in ein bereits vorhandenes kognitives Schema.
- In der Sinnesphysiologie: Assimilation bezeichnet einen Prozess im Auge. Um das Sehen von Farben zu ermöglichen, werden die Sehsubstanzen in der Netzhaut wieder aufgebaut.
- In der Soziologie/Sozialpsychologie: Assimilation bezeichnet den Prozess der Anpassung an das soziale Umfeld (nicht zu verwechseln mit Integration) und den biologischen Prozess der Vermischung. Daher wird der Begriff oft im Zusammenhang mit Einwanderern in ein Land verwendet, die sich im Laufe von Generationen auch im biologischen Sinne in die einheimische Bevölkerung einfügen. Die Assimilation wird in der soziologischen Literatur auch als Endphase des Prozesses der Akkulturation angesehen.
- In der Geologie: Assimilation ist hier die Interaktion von Nebengestein innerhalb einer magmatischen Schmelze mit dieser. Dabei können Blöcke innerhalb der Schmelze durch sie verändert oder sogar komplett verdaut werden.
- Siehe auch: Dissimilation.

Ghetto (Venedig)

Ghetto heißt das abgeschlossene Wohngebiet für die jüdische Bevölkerung der Republik Venedig. Die Juden Venedigs wohnten bis zum Ende der Republik im Jahre 1797 unter beengten Verhältnissen getrennt von der übrigen Bevölkerung, genossen aber gleichzeitig den Schutz durch die Republik. Sie wurden zwar finanziell ausgepresst, man gewährte ihnen aber in der Regel Schutz gegen die von der Inquisition auch in Venedig immer wieder versuchten Repressalien. Übergriffe von Christen gegen Juden wurden bestraft, ebenso wie die verantwortlichen Beamten in den Städten der Terra ferma bestraft wurden, die Übergriffe gegen jüdische Einwohner duldeten und nicht sanktionierten. Venedigs Juden genossen vom 16.Jahrhundert bis Anfang des 19. Jahrhunderts eine in Europa einzigartige Rechtssicherheit. An Pogromen gegen seine jüdische Bevölkerung hat sich die Serenissma nicht beteiligt.

Der Name Ghetto

Pogrom Die Herkunft des Names ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich ist er abgeleitet von dem italienischen Ausdruck geto für Gießerei, der sich im Laufe der Zeit zu gheto oder ghetto verhärtet hat. In Venedig taucht er 1414 in dieser Form in einer Akte auf. 1562 gebrauchte Papst Pius IV. das Wort in einer Bulle erstmals für ein abgeschlossenes jüdisches Stadtviertel. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts hatte sich das Wort ghetto für abgeschlossene jüdische Wohngebiete in italienischen Städten durchgesetzt. Bis ins das frühe 16. Jahrhundert wurde das Wort sowohl geto als auch ghetto geschrieben.

Geschichte

Bereits im 5. und 6. Jahrhundert gab es Juden in Venedig, die von der Stadt jedoch in der Regel nur als Händler aber nicht als Einwohner geduldet wurden. Jüdische Händler deutscher Herkunft mussten wie die übrigen Kaufleute aus Deutschland im Fondaco dei Tedeschi wohnen, italienische Juden wohnten auf dem Festland. Zu einem ersten größeren Zustrom von Juden auf venezianisches Territorium kam es im Zuge der Pest von 1348/49, da man in Mitteleuropa den Juden die Schuld an der Seuche zuschob und sie blutig verfolgte. 1386 erhielten sie auf dem Lido ihren ersten eigenen Friedhof.

Die Gründung des Ghetto novo

Lido Mitte des 14. Jahrhunderts befand sich die Stadt in einer prekären wirtschaftlichen Situation: Die Kriege gegen Verona und Genua (1350-1355) und die Folgen der Pest hatten zu einem Niedergang des Handels geführt. Der große Rat hatte sich mit dem Problem des allgemeinen Geldmangels, der nicht nur die Staatskasse sondern die gesamte Bevölkerung betraf, zu befassen. Eine dauerhafte Zulassung jüdischer Pfandleiher, die bereits in Mestre und Treviso tätig waren, wurde auch für Venedig erwogen. Durch deren Tätigkeit konnte neues Kapital in den Wirtschaftskreislauf fließen, und die verantwortlichen Gremien der Republik erkannten bald den Nutzen für die Republik. Man nahm also Juden auf, gab ihnen aber nur befristete Aufenthalterlaubnis, so dass sie weiterhin zwischen Festland und Stadt hin und her pendeln mussten. Mit der wirtschaftlichen Erholung Venedigs kam es bald wieder zu Spannungen zwischen den einzelnen sozialen Gruppen, die sich in mehr oder weniger kurzfristigen Schikanen von Seiten der Behörden niederschlugen. So mussten die Juden ihre Kleidung kennzeichnen, durften keinen Baugrund erwerben, andererseits durften sie in Zeiten von Gefahr ihre diskriminierende Kleidung ablegen und zu ihrem Schutz bewaffnete "Bodygards" halten, das heißt natürlich zum Schutz des von den Christen benötigten Kapitals, das durch ihre Hände ging. Die kurzfristig wechselnden Rechtstitel wurden immer den aktuellen Bedürfnissen der Republik angepasst.
Der Zuzug von Franziskanern und Dominikanern, den Hütern der Inquisition, in die Stadt machte die Situation für die Juden und die Signoria nicht einfacher. Um sich über mögliche päpstliche Repressionen wegen seiner toleranten Politik klar zu werden, gab der Doge Cristoforo Moro bei Kardinal Bessarion ein Gutachten in Auftrag, in dem er darlegen sollte, ob der tägliche Umgang von Juden mit Christen diesen schaden könnte. In seinem Brief von 18. Dezember 1463 erklärte der Kardinal, dass keine Gefahr für das Seelenheil der Christen bestünde und dass die Juden zu respektieren seien. Venedig konnte also mit seiner pragmatischen Politik fortfahren und den Reaktionen aus Rom unbesorgt entgegensehen.
Der für alle Beteiligten unbefriedigende Zustand von verweigerter oder gewährter, zeitlich begrenzter Zulassung wurde schließlich am 26. März 1516 durch einen Erlass, der den Juden einen festen Wohnplatz zuwies, beendet.
Die pragmatische Haltung der Republik zu den jüdischen Einwohnern, bei der ideologische oder religiöse Motive nur eine marginale Rolle spielten und die das Verhältnis zwischen der Serenissima und der jüdischen Gemeinschaft auch in Zukunft kennzeichnen sollte, zeigt sich exemplarisch an der Gründungsgeschichte des Ghettos.
Das Ghetto novo befindet sich im in Canareggio auf dem Gebiet einer verlassenen Gießerei. Die Erlaubnis, sich dort anzusiedeln, galt zunächst nur für die nordeuropäischen und italienischen Juden. Das Ghetto wurde jeden Abend abgeschlossen, die Tore wurden in der Nacht bewacht, die Kosten für die Bewachung hatte die Bewohner zu tragen. Das Verfahren, bestimmte Wohngebiete in der Nacht zu schließen und zu bewachen, war in der Zeit durchaus üblich. Für die deutschen Kaufleute wurde es im Fondaco dei Tedeschi praktiziert, venezianische Kaufleute ihrerseits wohnten in Alexandria/Ägypten in einem Distrikt, in den sie nachts und an muslimischen Feiertagen eingeschlossen wurden.
Allein die hoch angesehenen jüdischen Ärzte durften bei Bedarf das Ghetto nachts verlassen, wurden aber von den Wachen kontrolliert und mussten die Namen der Patienten angeben.

Das Ghetto vecchio

Fondaco dei Tedeschi 1474 bestiegen Ferdinand II. von Aragonien und Isabella von Kastilien den spanischen Thron. Es begann eine blutige Judenverfolgung, eine Welle der Intoleranz verbreitete sich über das gesamte spanische Territorium, das damals bis Sardinien und Sizilien reichte. Ab 1496 beteiligte sich auch das Königreich Portugal, das von dem Schwiegersohn des spanischen Königs Manuel I. regiert wurde an den Verfolgungen. Wer sich nicht bereit erklärte, das Land binnen kurzer Zeit zu verlassen, wurde zwangsgetauft. Diese Politik löste eine Wanderungsbewegung im gesamten Mittelmeerraum aus. Die Gruppe der jüdischen Einwanderer, die nach Umwegen über Stationen in Hafenstädten des östlichen Mittelmeers in Venedig ankamen, nannte man Levantiner.
Eine weitere Einwanderungswelle wurde durch die Niederlage in der Schlacht von Agnadello von 1508 ausgelöst, bei der Venedig der Liga von Cambrai unterlegen war, und zahlreiche Juden der Terra ferma den Schutz der Serenissima suchten. Auch die Bankiers aus Mestre flohen nach Venedig. Die Spannungen in der Stadt zwischen den Eingesessenen und den Flüchtlingen nahmen zu und das Wohnrecht der Juden wurde im Senat erneut diskutiert. Pragmatisch wie immer erkannte man das wirtschaftliche Potential, das die Zuwanderer mitbrachten und fand eine Lösung. Ein dem Adeligen Leonardo Minotti gehörendes angrenzendes Areal wurde zur Erweiterung des Ghettos umgewidmet, indem man dem Eigentümer hohe Mieteinnahmen versprach. Das neue Ghetto mit dem namen Ghetto vecchio wurde vornehmlich von Levantinern besiedelt. 1589 erhielten schließlich auch orientalische Juden sowie die spanischen und portugiesischen Juden und Marranen die Erlaubnis, sich im Ghetto vecchio anzusiedeln.

Das Ghetto novissimo

1611 wohnten auf einem Gebiet von rund drei Hektar 5500 Einwohner, während es im Jahr 1552 erst 900 gewesen waren. Die Wohnverhältnisse in den Ghettos waren also außerordentlich beengt, daher baute man die Häuser immer mehr in die Höhe, während die Höhe der einzelnen Stockwerke immer mehr reduziert wurde, so dass man in den Räumen kaum stehen konnte. Nach den Verlusten durch die Pest von 1630 verließen viele Juden die Stadt und siedelten sich in anderen Städten Italiens, beispielsweise in dem liberalen Livorno an.
1633 entstand schließlich das ghetto novissimo, in dem sich großzügige Wohnhäuser und Paläste befanden und in dem vor allem spanische und portugiesische Juden wohnten. In dieser Zeit waren die Juden in Venedig anerkannt und geschätzt, sie konnten in Padua, der venezianische Universität, studieren. Dort unterlagen sie keinen Restriktionen, für sie galten die gleichen Gesetze wie für alle anderen Studenten. Nur die Studiengebühren waren für Juden erheblich höher. Nach dem Examen arbeiteten sie als Wissenschaftler oder Ärzte. In Venedig selbst entfaltete sich ein reiche jüdische Kultur.

Die Öffnung des Ghettos

Padua Mit der Eroberung Venedigs durch Napoleon wurden die diskriminierenden Gesetze für die Juden aufgehoben, die gleichen Rechte wie alle Bürger erhielten sie aber erst 1848. Die Tore des Ghettos wurden 1797 verbrannt und die Residenzpflicht aufgehoben. Allerdings hatten viele Bewohner im Zuge des wirtschaftlichen Niedergangs die Stadt längst verlassen, das Ghetto war in einem schlechten baulichen Zustand, und zurückgeblieben war nur die arme Bevölkerung.
Die meisten der während des Faschismus noch im Ghetto lebenden Juden wurden im Zuge des nationalsozialistischen Terrorregimes umgebracht. An die Opfer erinnern die am Campo de Gheto Novo angebrachten Reliefs des litauischen Bildhauers Arbit Blatas.

Die Scole

Während des 16. Jahrhunderts wurden im Ghetto für die so genannten Nationen Synagogen, genannt Scole, gebaut. Diese Synagogen fallen im Stadtbild kaum auf, da sie wegen des Verbots, Synagogen auf venezianischen Grundstücken zu bauen, entweder in der äußeren Gestalt von Wohnhäusern oder auf deren Dächern errichtet wurden. Als erste Scola im Ghetto novo entstand die Scola Grande Todesca 1531. Dank ihrer fünf Rundbogenfester ist sie auch äußerlich zu erkennen. Die Scola Canton von 1531 war eine Synagoge für die Askenasi, ihre Bima stammt aus dem 17. Jahrhundert. Von 1571 ist die Scola Italiana, die mit einer kleinen Kuppel bekrönt ist. Im Ghetto vecchio befinden sich die Scola Levantina, deren Innenausstattung dem Bildhauer Andrea Brustolon zugeschrieben wird sowie die Scola Spagnola, die größte der venezianischen Synagogen. Sie stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und wurde von den Marranen und Juden spanischer und portugiesischer Herkunft besucht. 1635 wurde sie unter der Leitung von Baldassare Longhena vollständig umgebaut. Der Innenraum mit seiner Ausstattung aus vielfarbigem Marmor, vergoldeten Stukkaturen und Holzvertäfelungen und der ovalen Frauenempore mit der hölzernen Balustrade zeigt sich als eine großartige barocke Rauminszenierung.

Università

Università nannte sich die Gemeinschaft der venezianischen Juden verschiedener Nationen. Sie bestand aus der Natione Todesca ( Askenasi) des Ghetto novo, der Natione Levantina im Ghetto vecchio und der Natione Ponentina im Ghetto novissimo, spanische und portugiesische wohlhabende Kaufleute, die sich nach Lepanto 1571 direkt in Venedig angesiedelt hatten, ohne den Umweg über östliche Mittelmeerstädte zu nehmen. Sie unterschieden sich in ihrer Herkunft, ihrer Sprache, ihrer Kleidung, ihrem kulturellen Hintergrund und sogar in ihren religiösen Riten, sie hatten unterschiedliche Abkommen mit der Republik und genossen nicht die gleichen Privilegien. Auch in der Struktur und der in den Ghettos ausgeübten Tätigkeiten unterschieden sich die drei Distrikte: Im Ghetto novo, dem Viertel mit der ärmeren Bevölkerung, waren die Pfandleiher ansässig, das Ghetto vecchio war ein Händlerviertel, in dem alle Räume im Erdgeschoss kommerziell genutzt wurden. In einem Klima der Toleranz siedelten sich hier jetzt auch kleine Handwerksbetriebe und Werkstätten an. Das Ghetto novissimo war ein Wohnviertel. Der Annäherungsprozess zwischen den Nationen erfolgte nur langsam.
Innerhalb der Università genoss die Gemeinschaft einen hohen Grad an Autonomie. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts erkannte die Signoria die Parnassim als Verhandlungspartner an. Die Parnassim, die Vorsteher, wurden von einer repräsentativen Versammlung, der Kahal gadol gewählt. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gab es zwölf Vorsteher, 1585 wurde ihre Zahl auf sechs reduziert. Beschlüsse dieses Gremiums wurden mit Zweidrittelmehrheit gefasst. In das Gremium konnte man zweimal gewählt werden.
Die Vollversammlung befasste sich mit Fragen der Hygiene, des koscheren Schlachtens sowie mit sozialen Fragen, wie der Unterstützung armer Familien.
Hauptthema war immer das Problem der Steuer. Die Republik erhob weder Kopf- noch Umsatzsteuer sondern verlangte jeweils einen festen Betrag, der von dem wechselnden Bedarf und dem Schuldenstand der Serenissima abhing. Sache der Università war es, den Gesamtbetrag aufzubringen und die Lasten für die Betroffenen zu verteilen. Die für das Verteilen und Eintreiben der Steuer Verantwortlichen wurden mit großer Sorgfalt ausgesucht und vor der Torah vereidigt. Außer den Abgaben an die Republik wurden mit diesen Steuern allgemeine Dienste finanziert, wie Bezahlung des Kantors, des Synagogenpersonals und der christlichen Ghettowachen. Die interne Gerichtsbarkeit wurde von Rabbinern ausgeübt.

Das Ghetto in der Literatur


- Maltese, Corto: Venezianische Legende. Roman.
- Pressler, Ingrid: Shylocks Tochter. Venedig im Jahre 1568. Roman. Frankfurt 1999,
- Rilke, Rainer Maria: Eine Szene aus dem Ghetto. in: Rilke: Geschichten von lieben Gott.
- Zangwill, Israel: Kinder des Ghetto. 1897.
- Zangwill, Israel: Träumer des Ghetto. 1898.
- Zangwill, Israel: Komödien des Ghetto. 1907.

Literatur


- Berg, Silke: Il Ghetto di Venezia. Das erste jüdische Ghetto in Europa. 1996.
- Calimani, Riccardo: Storia del Ghetto di Venezia. Mailand 1995. Kategorie:Venedig Kategorie:Stadtbaugeschichte Kategorie:Judentum

29. März

Der 29. März ist der 88. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 89. in Schaltjahren) - somit bleiben 277 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1461 - Im Rosenkrieg gewinnt Edward von York die Schlacht von Towton und wird wenig später als König Edward IV. von England gekrönt.
- 1638 - Schwedische Siedler gründen die erste Niederlassung in Delaware und nennen diese "Neuschweden".
- 1707 - Wilhelm Hyacinth, Prinz von Oranien und Regent von Nassau-Siegen, wird von der Bevölkerung von Siegen aus der Stadt und dem Amt gejagt.
- 1792 - Der schwedische König Gustav III. wird während eines Maskenballs in Stockholm von einer Gruppe von Adligen ermordet.
- 1848 - In Preußen wird ein Märzministerium eingesetzt.
- 1871 - Die Royal Albert Hall wird in London von Königin Victoria eröffnet.
- 1930 - Heinrich Brüning wird deutscher Reichskanzler. Reichskanzler
- 1942 - In der Nacht zum Palmsonntag vom 28. zum 29. März 1942 wird durch einen Bombenangriff der Royal Air Force (R.A.F.) ein Fünftel der Lübecker Innenstadt zerstört, und es brennen die Marienkirche wie auch der Dom und die Petrikirche vollständig aus.
- 1945 - US-amerikanische Truppen besetzen die Stadt Mannheim.
- 1955 - Bonn-Kopenhagener Erklärungen
- 1962 - Argentinien. Dr. José M. Guido wird Staatspräsident.
- 1973 - Die letzten US-amerikanischen Truppen ziehen aus Südvietnam ab.
- 1976 - Die letzten britischen Truppen verlassen die Malediven
- 1981 - Argentinien. General Roberto E. Viola wird Staatspräsident.
- 1983 - Bündnis 90/Die Grünen ziehen das erste Mal in den Deutschen Bundestag ein.
- 1984 - Guinea. Tod von Staatspräsident Sékou Touré.
- 1985 - Griechenland. Christos Sartzetakis wird Staatspräsident.
- 1996 - Dr. Ahmad Tejan Kabbah wird Staatspräsident in Sierra Leone
- 2004 - Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien werden Mitglied der NATO.
- 2006 - Totale Sonnenfinsternis, sichtbar in Afrika, Europa, Asien

Wirtschaft


- 1965 - Mit der Schließung der "Grube Georg" in Willroth endet der über 2000 Jahre lang betriebene Erzbergbau im Siegerland.
- 1999 - Der US-amerikanische Aktienindex Dow Jones überschreitet an der New Yorker Börse erstmals die Marke von 10.000 Punkten.

Wissenschaft und Technik


- 1956 - Die heute gebräuchlichen Sondersignalanlagen bestehend aus Blaulicht und Martinshorn werden vorgeschrieben.
- 1974 - Die US-amerikanische Raumsonde "Mariner 10" passiert als erster irdischer Flugkörper den Merkur.

Kultur

Merkur
- 1806 - Die zweite, überarbeiteten Fassung des "Fidelio" von Ludwig van Beethoven wird in Wien uraufgeführt.
- 1879 - Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Oper "Eugen Onegin" wird im Moskauer Maly-Theater uraufgeführt.
- 1933 - Die Erstaufführung des Films Das Testament des Dr. Mabuse von Fritz Lang wird von der Filmprüfstelle Berlin wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit verboten.
- 1947 - Uraufführung der Oper Albert Herring von Benjamin Britten in Glyndebourne.
- 1958 - Am Schauspielhaus Zürich werden die Theaterstücke "Biedermann und die Brandstifter" und "Die große Wut des Philipp Hotz" von Max Frisch uraufgeführt.

Religion


- 1139 - Der Templerorden wird durch die Bulle Omne datum optimum von Innozenz II. bestätigt und der Orden direkt dem Papst unterstellt.
- 1924 - Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Bayern

Katastrophen


- 2000 - Im Westen Kenias kommen beim Zusammenstoß zweier Busse mehr als hundert Menschen ums Leben.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1886 - Der Österreicher Wilhelm Steinitz wird durch einen Sieg gegen den Polen Johannes Hermann Zukertort (12,5-7,5) erster Schachweltmeister.
- 1966 - Boxen: - Cassius Clay verteidigt seinen WM-Titel im Schwergewicht gegen George Chuvalo erfolgreich.

Geboren


- 1616 - Johann Erasmus Kindermann, deutscher Organist und Komponist
- 1697 - Nicolaus Bruhns, deutscher Organist und Komponist
- 1735 - Johann Karl August Musäus, deutscher Schriftsteller und Literaturkritiker
- 1746 - Carlo Bonaparte, Vater von Napoleon Bonaparte
- 1769 - Nicolas-Jean de Dieu Soult, französischer General, Marschall von Frankreich
- 1790 - Carl Theodor Welcker, Gelehrter und liberaler Politiker Carl Theodor Welcker
- 1790 - John Tyler, 10. Präsident der USA
- 1799 - Edward Geoffrey Smith Stanley, 14. Earl of Derby, mehrfacher britischer Premierminister
- 1801 - Georg Christian Friedrich Lisch, mecklenburgischer Altertumsforscher
- 1819 - Isaac Mayer Wise, US-amerikanischer Rabbiner
- 1824 - Ludwig Büchner, Bruder des Dichters, Arztes und Revolutionärs Georg Büchner
- 1826 - Wilhelm Liebknecht, Mitbegründer der SPD
- 1853 - Hans Bußmeyer, deutscher Komponist
- 1854 - Friedrich Karl Adolf Neelsen, deutscher Pathologe und Wissenschaftler
- 1855 - Daniel-Henri Druey, schweizerischer Politiker
- 1862 - Carl Busch, US-amerikanischer Komponist
- 1876 - Friedrich Adolph Traun, Student aus Dresden
- 1877 - Alois Kayser, deutscher Missionar auf Nauru
- 1881 - Raymond Hood, US-amerikanischer Architekt
- 1886 - Gustaf Bengtsson, schwedischer Komponist
- 1888 - Charles-Valentin Alkan, französischer Musiker und Komponist
- 1891 - Alfred Neubauer, Rennleiter des Mercedes-Grand-Prix-Teams
- 1891 - Yvan Goll, deutsch-französischer Schriftsteller
- 1892 - József Mindszenty, ungarischer Kardinal
- 1895 - Ernst Jünger, deutscher Schriftsteller
- 1896 - Wilhelm Ackermann, deutscher Mathematiker
- 1899 - Lawrentij Pawlowitsch Berija, georgischer Politiker in der UdSSR
- 1900 - Roman Lampl, deutscher Politiker
- 1901 - Gottfried Graf von Bismarck-Schönhausen, Landwirt und Reichstagsabgeordneter der NSDAP
- 1902 - Marcel Aymé, französischer Erzähler und Dramatiker
- 1902 - William Walton, englischer Komponist und Dirigent
- 1907 - Alfred Rasser, schweizerischer Kabarettist und Schauspieler
- 1909 - Moon Mullican, US-amerikanischer Musiker
- 1911 - Brigitte Horney, deutsche Schauspielerin
- 1912 - Hanna Reitsch, deutsche Fliegerin
- 1918 - Pearl Bailey, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin
- 1919 - Robert Lowry, US-amerikanischer Herausgeber
- 1927 - Alfred Neven DuMont, deutscher Verleger
- 1927 - John Robert Vane, britischer Pharmakologe und Nobelpreisträger
- 1929 - Lennart Meri, estnischer Historiker, Regisseur, Schriftsteller und Staatspräsident
- 1930 - Donny Conn, US-amerikanischer Sänger
- 1932 - Gerd Baltus, deutscher Schauspieler
- 1933 - Samora Machel, Präsident der nationalen Befreiungsbewegung FRELIMO von Mosambik
- 1939 - Terence Hill, italienischer Schauspieler
- 1941 - Bruno Simma, deutscher Völkerrechtler
- 1941 - Joseph H. Taylor Jr., US-amerikanischer Physiker
- 1942 - Eden Kane, britischer Sänger
- 1943 - Eric Idle, britischer Schauspieler, Filmproduzent, Regisseur, Komponist und Buchautor
- 1943 - John Major, britischer Politiker und Premierminister
- 1943 - Vangelis, griechischer New Age-Komponist
- 1944 - Mike Shepstone, britischer Musiker
- 1946 - Terry Jacks, kanadischer Musiker
- 1946 - Wolfgang Drexler, baden-württembergischer Politiker und MdL
- 1947 - Bobby Kimball, US-amerikanischer Musiker
- 1949 - Christoph Leitl, österreichischer Unternehmer und Politiker
- 1951 - Hans-Wilhelm Steinfeld, norwegischer Journalist und Historiker
- 1951 - Klaus Bachler, österreichischer Schauspieler
- 1952 - Rainer Bonhof, deutscher Fußballspieler
- 1953 - Andy Parker, britischer Musiker
- 1953 - Eberhard Schockenhoff, Professor für Moraltheologie in Freiburg
- 1954 - Maritta Böttcher, deutsche Politikerin
- 1957 - Christopher Lambert, US-amerikanischer Schauspieler
- 1957 - Helmut Zerlett, deutscher Musiker, Komponist und Produzent
- 1960 - Marina Sirtis, britische Schauspielerin
- 1961 - Barbara Wussow, österreichische Schauspielerin
- 1961 - Michael Winterbottom, britischer Filmregisseur
- 1963 - Dirk Niebel, deutscher Politiker
- 1963 - MC Hammer, US-amerikanischer Musiker
- 1964 - Elle Macpherson, australische Schauspielerin und Modell
- 1964 - Andreas Obering, deutscher Comedian und Schauspieler
- 1965 - Voula Patoulidou, griechische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1968 - Lucy Lawless,neuseeländische Schauspielerin (Xena)
- 1969 - Kim Batten, US-amerikanische Leichtathletin und Olympiateilnehmerin
- 1976 - Igor Astarloa, spanischer Radrennfahrer
- 1976 - Jennifer Capriati, US-amerikanische Tennisspielerin
- 1985 - Christiane Fürst, deutsche Volleyballspielerin

Gestorben


- 1058 - Stephan IX., Papst
- 1368 - Go-Murakami, 97. Kaiser von Japan (von 1339 bis 1368), Gegenkaiser
- 1512 - Lukas Watzenrode, Fürstbischof des Ermlandes
- 1519 - Gianfrancesco II. Gonzaga, Sohn des Markgrafen Federico I. Gonzaga von Mantua und sein Nachfolger
- 1697 - Nicolaus Bruhns, Komponist und Orgelvirtuose
- 1772 - Emanuel Swedenborg, schwedischer Naturforscher
- 1777 - Johann Heinrich Pott, deutscher Chemiker und Apotheker
- 1792 - Gustav III. von Schweden, König von Schweden
- 1826 - Johann Heinrich Voß, deutscher Dichter und Übersetzer berühmter Klassiker
- 1847 - Emmanuel de Grouchy, Marschall von Frankreich
- 1848 - Carl Amandus Kühn, namhafter Geologe und Verfechter des Neptunismus
- 1848 - Johann Jacob Astor, US-amerikanischer Unternehmer deutscher Abstammung
- 1855 - Daniel-Henri Druey, schweizer Rechtsanwalt, Philosoph, Politiker und Bundesrat
- 1863 - Heinrich Maria von Hess, deutscher Maler
- 1870 - Paul Émile Botta, italienischer Arzt, Konsul und Archäologe
- 1877 - Alexander Braun, deutscher Botaniker
- 1880 - Jacob Axel Josephson, schwedischer Komponist
- 1880 - Heinrich Bernhard Oppenheim,
- 1881 - Carl Weyprecht, Marineoffizier, Arktisforscher und Geophysiker
- 1888 - Charles-Valentin Alkan, französischer Komponist und Klaviervirtuose
- 1891 - Georges Seurat, französischer Maler
- 1897 - Thomas Couture, französischer Maler
- 1911 - Alexandre Guilmant, französischer Organist und Komponist
- 1912 - Robert Falcon Scott, britischer Marineoffizier und Polarforscher
- 1924 - Charles Villiers Stanford, irischer Komponist
- 1925 - Bajram Curri, Albanischer Freiheitskämpfer
- 1928 - Carl Junker, Syndikus des Vereines der österreichisch-ungarischen Buchhändler und Historiker
- 1929 - Meta von Salis, schweizerische Historikerin und Kämpferin für das Frauenstimmrecht
- 1934 - Ludwig Marum, Rechtsanwalt, Politiker und Opfer des NS-Regimes
- 1937 - Karol Szymanowski, polnischer Komponist
- 1940 - Johann Schütte, deutscher Luftschiffpionier
- 1947 - Viktor Neubaum, deutscher Romancier, Lyriker und Dramatiker
- 1951 - Géza Maróczy, ungarischer Schachspieler
- 1957 - Arthur Joyce Cary, britischer Schriftsteller
- 1965 - Ewald Mataré, deutscher Bildhauer
- 1967 - Fritz Schäffer, deutscher Politiker, Bundesminister, Ministerpräsident von Bayern
- 1980 - Annunzio Paolo Mantovani, italienischer Orchesterleiter
- 1982 - Carl Orff, deutscher Komponist und Pädagoge
- 1982 - Helene Deutsch, US-amerikanische Psychoanalytikerin
- 1982 - Walter Hallstein, deutscher Politiker und Jurist
- 1985 - Gerhard Stöck, deutscher Leichtathlet und Olympiasieger
- 1994 - Paul Grimault, französischer Zeichentrickfilmer und Regisseur
- 2000 - Ka