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Ghoti

Ghoti

Ghoti ist ein fiktives Wort aus der englischen Sprache. Die Erfindung wird dem irischen Schriftsteller George Bernard Shaw zugeschrieben. Das Wort soll die fehlende Logik der englischen Schriftsprache, beziehungsweise deren verstümmelte Phonem-Graphem-Korrespondenz persiflieren, denn „Ghoti“ wird wie das englische Wort „fish“ [] (dt.: „Fisch“) ausgesprochen.

Zusammensetzung


- Das soll wie in „laugh“ oder „cough“ als [] ausgesprochen werden,
- das wie in „women“ entspräche einem []
- und das würde als [] wie in den Worten „nation“ oder „martial“ ausgesprochen

Kritik

Obwohl dieses Konstrukt als beliebtes Argument für eine englische Rechtschreibreform gilt, so hat es doch seine Haken: # wird am Anfang eines Wortes nie als [], # wird ausschließlich beim Wort „women“ (Plural von „woman“) als [], und # wird am Ende eines Wortes nie, außerdem sonst fast ausschließlich bei Lehnwörtern aus dem Latein als [] ausgesprochen. # Durch eine Rechtschreibreform in Richtung einer Lautschrift würde viel etymologische Information verloren gehen. Sämtliche Argumente können allerdings nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die gegenwärtige Rechtschreibung der englischen Sprache ein – im Vergleich zu anderen Sprachen – sehr hohes Fehlerpotenzial birgt (sowohl bei Menschen, die die Sprache als Fremdsprache lernen, als auch bei Muttersprachlern).

Neuere Lesart

Eine andere Lesart, die bekannt geworden ist, setzt sich folgendermaßen zusammen:
- Das wird hier wie in „night“ oder „fight“,
- das wie in „people“,
- das wie in „ballet“ oder „gourmet“,
- das <i> schließlich wird wie in „business“ ausgesprochen. Strenggenommen dürfte man das Wort „Ghoti“ also überhaupt nicht aussprechen, da kein genanntes Graphem in diesen Wörtern einen eigentlichen Laut repräsentiert.

Siehe auch


- Shaw-Alphabet – Versuch eines englischen phonologischen Alphabets Kategorie:Englische Sprache Kategorie:Phonologie

Englische Sprache

Die englische Sprache (Englisch) ist eine germanische Sprache. Sie gehört, wie auch das Deutsche und das Niederländische, dem westlichen Zweig der germanischen Sprachen an. In einem eigenen Artikel gibt es mehr zur Geschichte der englischen Sprache. Englisch ist heute die am weitesten verbreitete Sprache der Welt, während es sich bei Mandarin-Chinesisch um die meistgesprochene Sprache handelt. Die englische Sprache wird in sehr vielen Ländern als erste Fremdsprache in den Schulen gelehrt (siehe Englisch (Schule)) und ist offizielle Sprache der meisten internationalen Organisationen. Viele dieser Organisationen haben daneben noch andere offizielle Sprachen. Englisch gilt als Weltsprache. Heute wird Englisch weltweit von etwa 340 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, das heißt, etwa 340 Millionen Menschen sind anglophon. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 510 Millionen Sprecher.

Verbreitung

Amtssprache

Englisch ist Amtssprache in den folgenden Staaten, wobei die Zahlen die ungefähre Zahl der Muttersprachler angeben, soweit bekannt: Englisch ist zudem Amtssprache bei der Europäischen Union, bei der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten und bei den Vereinten Nationen.

Sonstige Verwendung

Die englische Sprache dient zudem als Verkehrssprache in folgenden Ländern und Regionen:
- Gibraltar
- Hongkong
- Israel
- Malaysia
- St. Martin
- Somalia
- Zypern

Sprachwissenschaftliche Einordnung

Das Englische gehört zu den indogermanischen Sprachen, die ursprünglich sehr stark flektierende Merkmale aufwiesen. Alle indogermanischen Sprachen weisen diese Charakteristik bis heute mehr oder minder auf. Es besteht jedoch in allen diesen Sprachen eine Tendenz weg von flektierenden und hin zu isolierenden Formen. Im Englischen ist diese Tendenz besonders ausgeprägt gewesen, so dass es sich im Laufe seiner Entwicklung im Wesen stark gewandelt hat. Heute trägt die englische Sprache überwiegend isolierende Züge und ähnelt strukturell teilweise stärker isolierenden Sprachen wie dem Chinesischen als den genetisch eng verwandten Sprachen wie dem Deutschen. Zudem hat sich die Sprache heute durch die weite Verbreitung in viele Dialekte aufgeteilt. Viele europäische Sprachen bilden auch völlig neue Begriffe auf Basis der englischen Sprache (Anglizismen). Auch in einigen Fachsprachen werden die Termini von Anglizismen geprägt, z.B. in den Bereichen Informatik und Wirtschaft. Der Language Code ist en beziehungsweise eng (nach ISO 639); der Code für Altenglisch (etwa 450 bis 1100) ist ang und der Code für Mittelenglisch (etwa 1100 bis 1500) ist enm.

Sprachvarianten der englischen Sprache

Durch die weltweite Verbreitung der englischen Sprache hat diese in verschiedenen Gegenden zahlreiche Varianten entwickelt. Nach der bekanntesten und fremdartigsten Variante des Englischen spricht man oft auch von einer Pidginisierung, wenn eine Sprache sich durch ihre weite Verbreitung in mehrere Sprachen aufzuteilen beginnt, die untereinander kaum noch kompatibel sind. Folgende Sprachvarianten werden unterschieden:
- Siehe auch: Internationale Klassifizierungen (Englische Sprache) Eine Reihe von Pidginsprachen und Kreolsprachen haben sich auf englischem Substrat entwickelt. Das Eindringen von Anglizismen in andere Sprachen wird manchmal mit abwertenden Namen wie "Denglisch" (Deutsch und Englisch) oder "Franglais" (Französisch und Englisch) versehen. Dabei handelt es sich nicht um Varianten des Englischen, sondern um Erscheinungen in anderen Sprachen.
- Siehe auch: Englische Sprache in anderen Sprachen Der scherzhafte Begriff "Engrish" bezeichnet ebenfalls keine Variante der englischen Sprache, sondern bezieht sich auf das unbeholfene Englisch, das gelegentlich in asiatischen Ländern anzutreffen ist, hier insbesondere bei Japanern, die den Lateral "l", der im Japanischen nicht vorkommt, durch "r" ersetzen.

Ähnliche/Verwandte Wörter

Deutsch und Niederländisch

Überraschend sind die sehr zahlreichen englischen Wörter, bei denen die Verwandtschaft mit dem Deutschen und dem Niederländischen durch Bedeutungsverschiebung oder -verengung oft nicht ins Auge fällt.

Dänisch

Französisch

Textsammlungen

Beim Project Gutenberg stehen zahlreiche Texte frei zur Verfügung.

Siehe auch


- Englische Grammatik
- Ghoti
- Liste englischer Redensarten
- Englische Phonetik
- Englische Sprache in der Werbung
- Liste von Sprachen nach der Zahl ihrer Muttersprachler
- Chronologie englischsprachiger Medien

Literatur


- Wolfgang Viereck, Heinrich Ramisch, Karin Viereck: dtv Atlas Englische Sprache. dtv, 2002. ISBN 3423032391
- J. C. Wells: Accents of English. Volume I: An Introduction. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521297192
- J. C. Wells: Accents of English. Volume II: The British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285402
- J. C. Wells: Accents of English. Volume III: Beyond the British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285410
- Michael McCarthy, Felicity O'Dell: English Vocabulary in Use. upper-intermediate and advanced. Cambridge University Press, 1994
- Raymond Murphy: English Grammar in Use. Cambridge University Press, 1985
- Robert Phillipson: Linguistic Imperialism. Oxford University Press, 2000. ISBN 0194371468

Weblinks


- http://dict.leo.org/ – umfangreiches und ständig erweitertes Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Online-Wörterbuch
- http://www.odge.de/ - Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit über 420.000 Übersetzungen (auch ungewöhnliches)
- http://www.dict.cc/ – Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit mittlerweile über 400.000 Übersetzungen
- http://www.dict.org/ – greift auf mehrere Wörterbücher zu, die das dict-Protokoll benutzen
- http://www.EnglishTensesWithCartoons.com Englishe Zeiten
- http://www.phon.ucl.ac.uk/home/estuary/index.html - Estuary English
- http://www.wordorigins.org/ – Die Herkunft einiger hundert englischer Wörter
- http://www.etymonline.com/ – Online Etymology Dictionary, Erklärungen zur Herkunft einiger tausend englischer Wörter
- http://www.englisch-hilfen.de/ – kostenlose Nachhilfe mit Erklärungen und Übungen
- http://www.ego4u.de/ – Englische Grammatik Online
- http://www.sprachschule-lbt.de/index.php?sprachschulen=englischkurse-5-spaltensystem&englisch-lernen=lernhilfen – kostenloses Grammatiksystem der englischen Sprache zum Selbstlernen
- http://www.quickdic.de/ – Wörterbuch zum Herunterladen
- http://www.phrasen.com/ – Wörterbuch der englischen Redewendungen
- http://www.urbandictionary.com - Slang Dictionary
- http://www.woerterbuch.info/ – Deutsch-Englisch Wörterbuch mit 600.000 Übersetzungen und 125.000 Synonymen
- http://www.alt-usage-english.org/audio_archive.shtml - Sprachfiles für Indisch-, Britisch-, Austrailienenglish und noch vieles mehr Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Englische Sprache Kategorie:Anglistik als:Englische Sprache ja:英語 ko:영어 ms:Bahasa Inggeris simple:English language th:ภาษาอังกฤษ zh-min-nan:Eng-gí

Schriftsprache

Eine Schriftsprache ist eine Sprache, die zum Lesen und Schreiben verwendet wird, insbesondere dort, wo mündlich in einer anderen Sprache oder einem Dialekt verkehrt wird. Im weiteren Sinne bezeichnet das Wort die Standardsprache, weil sie einen Standard zur schriftlichen Repräsentation aller Variationen der Lautsprache setzt. In vielen Sprachen gilt das Beherrschen der Schriftsprache als Zeichen einer gehobenen Bildung und somit als erstrebenswertes Ziel. Schriftsprache ist immer eine bestimmte Sprache (Deutsch, Englisch) und unterscheidet sich vom Begriff der schriftlichen Sprache, die "verschriftlichte Sprache" allgemein der gesprochenen Sprache entgegensetzt. Beispiele: In der deutschen Schweiz ist Schweizer Hochdeutsch (lokal auch als Schriftdeutsch bezeichnet) die Schriftsprache (oder Dachsprache), während mündlich fast ausschließlich Schweizer Dialekt (Schweizerdeutsch) gesprochen wird. Das gleiche gilt für viele andere hoch- bzw. oberdeutsche Mundartgebiete und niederdeutsche Sprachgebiete. Im Rätoromanischen ist Rumantsch Grischun die offizielle gemeinsame Schriftsprache oder Dachsprache der fünf Dialekte. Siehe auch: Schrift, Standardsprache, Dachsprache, Ausbausprache, Sprechsprache, Gesprochene Sprache, Amtssprache Kategorie:Sprache

Phonem

Phoneme (selten: Foneme) sind die kleinsten bedeutungsunterscheidenden, aber nicht bedeutungstragenden Einheiten einer Sprache und der wissenschaftliche Untersuchungsgegenstand der Phonologie. Beispiele für deutsche Phoneme: :/p/, /t/, /k/ (stimmlose Plosive) :/m/, /n/, /ŋ/ (Nasale) :/a:/, /a/, /e:/, /e/ (lange und kurze Vokale) Phoneme tragen für sich genommen keine Bedeutung, ersetzt man jedoch in einem Wort ein Phonem durch ein anderes, ändert sich die Bedeutung: „Katze“ vs. „Tatze“, „Lamm“ vs. „lang“, „Beet“ vs. „Bett“. Dies ist mit „bedeutungsunterscheidend“ gemeint. Mit Hilfe dieser sogenannten Minimalpaaranalyse lassen sich alle Phoneme einer Sprache systematisch erfassen und identifizieren: Führt das Ersetzen eines Lauts durch einen anderen zu einer Änderung (oder dem Verlust) der Bedeutung des Wortes, können beide Laute unterschiedlichen Phonemen zugeordnet werden. Bei Phonemen handelt es sich jedoch nicht um die Laute selbst, sondern um von den Einzellauten (Phonen) einer Sprache abstrahierte Einheiten. Als solche sind sie keine physischen Laute im eigentlichen Sinn, sondern müssen durch entsprechende Allophone realisiert („hörbar gemacht“) werden. Zur Notierung von Phonemen bedient man sich im Allgemeinen der Lautschrift-Symbole des Internationalen Phonetischen Alphabets. Dabei handelt sich jedoch lediglich um eine Vereinfachung: Da Phoneme nicht mit den Lauten identisch sind, sondern Positionen innerhalb einer Systematik könnte man im Prinzip jedes beliebige Symbol für ein Phonem verwenden. Zur Unterscheidung werden Phoneme durch Schrägstriche (//) eingefasst, während Phone (die ebenfalls mit den IPA-Symbolen geschrieben werden) in eckigen Klammern notiert werden ([]). Nicht verwechselt werden dürfen Phoneme mit Graphemen, die in etwa den Buchstaben entsprechen.

Hintergrund

Das Phonemkonzept taucht erstmals in den Arbeiten von Jan Niecislaw Baudouin de Courtenay (1845-1929) auf, wurde aber vor allem durch die Weiterentwicklungen von Nikolai Trubetzkoi (1890-1938) bekannt. Die psychologische Interpretation (siehe unten) geht zurück auf die Arbeiten von Noam Chomsky und Morris Halle. Die Gesamtheit aller Phoneme wird auch als „Phoneminventar“ bezeichnet, dessen Größe von Sprache zu Sprache teilweise erheblich schwankt. Am Phoneminventar orientieren sich auch die meisten Alphabetschriften, im Idealfall existiert eine 1-zu-1-Zuordnung von Phonemen und Buchstaben. Phoneme lassen sich anhand ihrer Merkmale klassifizieren. Gibt es ein Merkmal, das zwei Phoneme voneinander unterscheidet, so wird es als distinktives Merkmal bezeichnet. Beispielsweise ist im Deutschen die Stimmhaftigkeit von Plosiven distinktiv: [] und [] entsprechen den Phonemen /p/ und /b/, da sie zur Bedeutungsunterscheidung herangezogen werden können (vgl. „Pass“ vs. „Bass“). Nicht distinktiv ist dagegen die Aspiriertheit von Plosiven. [] und [] sind beides Varianten des Phonems // ([] und [] sind gleichbedeutend). Alternativ kann auch gesagt werden, Stimmhaftigkeit hat „phonemischen Wert“, Aspiriertheit dagegen nicht. Für manche Phoneme gelten Einschränkungen, was ihre Position anbelangt: Im Deutschen etwa darf // nicht am Wortanfang auftauchen, // nicht am Wortende.

Phoneme als mentale Einheiten

Über die klassische Charakterisierung von Phonemen als abstrakte Einheiten einer systematisierenden Untersuchung von Sprache hinausgehend (Strukturalismus) werden Phonemen häufig auch als mentale Einheiten aufgefasst: Im Laufe des Spracherwerbs erlernt ein Kind, welche phonetischen Merkmale eines Lautes für die Bedeutung eines Wortes entscheidend sind und welche nicht. Die im Zuge dieses Prozesses entstehenden Kategorien werden als mentale Entsprechungen (Repräsentationen) der ursprünglich rein linguistisch definierten Phoneme angesehen. Nach dieser Auffassung haben Phoneme eine eigenständige Existenz im mentalen Sprachverarbeitungssystem eines Sprechers: Das System greift bei der Sprachverarbeitung tatsächlich auf diese Einheiten zurück. (Eine gegenteilige Hypothese wäre etwa die Behauptung, dass durch das Zusammenspiel von gelernten Wörtern und einzelnen Lautwahrnehmungen nur der Eindruck entsteht, Phonemkategorien seien im System am Werk.). Der Einfluss dieser Phonemkategorien auf die Wahrnehmung lässt sich besonders gut beim Umgang mit einer Fremdsprache beobachten. Phonetische Unterscheidungen, die in der eigenen Sprache keine Rolle spielen, werden vom untrainierten Ohr auch in anderen Sprachen nicht wahrgenommen oder fälschlicherweise ein und demselben Phonem zugeordnet. Beispiel: Das chinesische // wird retroflex gebildet, das chinesische // in etwa wie unser //. Wenn ein Deutscher seinen Laut // ausspricht, wird dieser von Chinesen als // wahrgenommen und nicht als das chinesische retroflexe //.

Unterschiedliche Realisierungen eines Phonems

Gleichgültig, ob man Phoneme als das Ergebnis einer rein linguistschen Systematisierung oder als mentale Entitäten auffasst, in jedem Fall handelt es sich bei ihnen um Abstraktionen einer konkreten lautlichen Äußerung. Dies bedeutet im Gegenzug aber auch, dass sich konkrete Realisierungen von Phonemen (Allophone) erheblich voneinander unterscheiden können und dennoch ein und demselben Phonem zugeordnet werden. So klingt zum Beispiel ein // nach einem // anders als nach einem //, trotzdem handelt es sich um ein einzelnes Phonem. Gründe für mehr oder weniger frei variierende Realisierungen sind vor allem dialektale Unterschiede und Koartikulationseffekte wie im Beispiel sowie ganz allgemein Besonderheiten in der Artikulation eines Sprechers. Für eine Reihe von Phonemen existieren jedoch phonologische Regeln, die in Abhängigkeit von der lautlichen Umgebung eines Phonems eindeutig festlegen, mit welchem Allophon es zu realisieren ist. Beispiel: Im Deutschen wird das Graphem , das im Allgemeinen für das Phonem // steht, manchmal im Bereich des harten Gaumens, also palatal artikuliert ([] – „ich“), manchmal aber auch weiter hinten im Bereich des weichen Gaumens ([] – „ach“). Es gilt die Regel, dass [] nur nach /a/, /o/, /u/ und /au/ steht, in allen anderen Fällen steht []. Entscheidend ist also einzig und allein die lautliche Umgebung, inhaltliche Unterschiede zwischen den Wörtern spielen keine Rolle. Bei derartigen sogenannten kombinatorischen Varianten sind beide Allophone zumeist so verteilt, dass dort, wo das eine stehen muss, das andere nicht stehen darf und umgekehrt (komplementäre Distribution). Führen solche Regeln dazu, dass ein eigentlich distinktives Merkmal seine bedeutungsunterscheidende Funktion verliert, spricht man von Neutralisation. Die sogenannte Auslautverhärtung im Deutschen hat zur Folge, dass alle stimmhaften Phoneme (bspw. //, // und //) am Wortende stimmlos ausgesprochen werden; der in anderen Positionen relevante Unterschied zwischen stimmhaften und stimmlosen Phonemen wird neutralisiert („Bund“ und „bunt“ wird zwar unterschiedlich geschrieben, aber identisch ausgesprochen ([])). Auch Assimilationsprozesse führen häufig zu Neutralisation.

Siehe auch


- Phon
- Phonematische Orthographie
- Morphem

Weblinks


- http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/Udo.L.Figge/texte/phonem.html Kategorie:Phonologie ja:音素 ko:낱소리 zh-min-nan:Im-sò·

Graphem

Ein Schriftzeichen oder Graphem ist ein Symbol, das entweder einen Laut (Phonem) wie bei Alphabeten (Buchstabenschriften) oder eine Silbe wie bei Silbenschriften repräsentiert. Dann ist es ein Phonogramm und eine phonologische Schrift. Beispiele: Das lateinische oder griechische Alphabet und die japanische Katakana. Oder das Schriftzeichen ist ein Logogramm in einer ideographischen Schrift und stellt ein ganzes Wort bzw. eine Wortgruppe dar, also eine bedeutungstragende Einheit, ein Morphem. Beispiele: Die japanischen Kanji. Bei den Hieroglyphen (Ägypten) wiederum haben einzelne Zeichen nicht nur die Bedeutung als Laut, sondern teilweise auch als Determinativ. Darunter versteht man eine Bedeutungsgruppe wie z.B. die wellenförmige Schlangenlinie (Wasserwellen), die allgemein für Flüssigkeiten steht. Das Determinativ ist hierbei gewöhnlich das letzte Zeichen des Wortes. Die Schriftzeichen stehen in einer durch Konventionen festgelegten Beziehung zu der Sprache, die sie repräsentieren.

Graphem

Ein Graphem ist die kleinste funktionale Einheit des Schreibsystems (Orthographie, Graphematik/Graphemik) einer Schriftsprache. Ein Graphem hat charakterististische Merkmale, die es von anderen Graphemen unterscheiden (graphematische Merkmale, z. B. die spitze Form des v, die es von der runden Form des u unterscheidet, oder auch die diakritischen Zeichen, die z. B. ein ö vom o unterscheiden). Ein Graphem wird in der Form unterschiedlich aussehender Buchstaben (Graphen bzw. Glyphen) realisiert, je nach Schriftart (Font, Schreib-/Druckschrift usw.) bzw. der Position im Wort oder im Satz. Man spricht dabei von Allographen bzw. Varianten eines Graphems. Unterschiedliche Buchstabenformen sind dann Allographen ein und desselben Graphems, wenn sie austauschbar sind, ohne die Bedeutung eines Wortes zu verändern. und a sind z. B. Allographe des Graphems a. Eine wichtige Grundvariation stellt die Unterscheidung in Groß- und Kleinbuchstaben dar: A und a sind ebenfalls Allographe des Graphems a, deren Verteilung bestimmten Regeln folgt.

Beispiele für Graphem-Phonem-Korrespondenzen im Deutschen

Dem Graphem h entspricht üblicherweise das Phonem /h/. Es bezieht sich aber auf kein Phonem, wenn es bestimmten anderen Graphemen folgt: ch, ph, th, uh usw. (In diesen Fällen modifiziert es entweder nur die Aussprache des vorangehenden Graphems: ch, ph, oder es ist einfach stumm: th, oder es macht die Aussprache des vorangehenden Graphems eindeutig: uh.) Man nennt ch, ph, th, uh, usw. Digraphen oder Digrapheme, da zwei aufeinanderfolgende Grapheme mit einem Phonem korrespondieren.
Umgekehrt korrespondiert z. B. das Graphem z mit einer Phonemfolge (/ts/) (vgl. auch Konsonantencluster). Ein Graphem kann mehreren Phonemen entsprechen, z. B. b den Phonemen /b/ (Erbe) und /p/ (Erbse), oder v den Phonemen /f/ (Vater) und /v/ (Vulkan). Umgekehrt können einem Phonem unterschiedliche Grapheme entsprechen, z. B. dem stimmlosen /s/ (ß-Laut) die Grapheme ß (Fuß) und s (Erbse), oder dem stimmlosen /f/ die Grapheme f, v und die Graphemkombination (vgl. auch Konsonantencluster) ph (-graph- neben -graf-).

Logogramm

Ein Logogramm (von griechisch lógos - Wort, gráphein - schreiben) ist ein einzelnes schriftliches Zeichen, das ein Wort bzw. eine bedeutungstragende Worteinheit darstellt und dem ein oder mehrere definierte Lautkomplexe (phonemische Komplexe) zugeordnet sind. Ein Logogramm kann ein Piktogramm (eine grafische Vereinfachung, ein Bildsymbol) oder ein Ideogramm (eine Zusammensetzung von Bildsymbolen bzw. von Symbolen ohne Bildcharakter) sein oder eine Zusammensetzung aus Pikto- oder Ideogramm mit einem oder mehreren Phonogrammen. Dafür ist die japanische Schrift ein Beispiel, wo ein Logogramm aus einem Kanji und einem oder einigen Zeichen der Silbenschrift bestehen kann. Die meisten chinesischen Schriftzeichen werden als Logogramme eingestuft. Beispiele für moderne westliche Logogramme sind die Zahlen oder auch das Kaufmanns-Und & oder das @-Zeichen, das für englisch "at" verwendet wird. Verglichen mit alphabetischen Systemen haben Logogramme den Nachteil, dass man von ihnen sehr viele benötigt, um die einzelnen Wörter darzustellen. Ein Vorteil ist, dass man die Sprache des Verfassers nicht zu kennen braucht, um sie zu verstehen - jeder versteht, was "1" bedeutet, egal ob man nun eins, one, uno oder ichi sagt; ebenso können sich Chinesen, die unterschiedliche chinesische Dialekte sprechen, manchmal sogar Chinesen und Koreaner oder Japaner miteinander schriftlich verständigen, obwohl sie nicht die gleiche Sprache sprechen.

Beispiele

Folgende Schriften sind größtenteils logografisch
- Alaska-Schrift
- Dongba (Naxi)
- Hieroglyphen (altes Ägypten)
- Hanzi (Chinesisch)
  - Kanji (Japanisch)
  - Hanja (Koreanisch)
- Jurchen
- Kitan
- Maya
- Tangut Logografisch sind zahlreiche symbolische Fachsprachen aufgebaut:
- Symbolik der Mathematik einschließlich Zahlensystem mit arabischen Ziffern
- chemische Formelsprache
- physikalische Formelsprache

Ideogramm

In einer ideographischen Schrift (auch: ideografisch) stellt jedes Symbol (Ideogramm, von griechisch idéaGestalt, Form, Erscheinung, gráphein – schreiben) eine bestimmte Bedeutung dar. Vereinfacht kann man sagen, dass ein Zeichen einem Wort entspricht. Reine ideographische Schriften sind sehr selten; sie enthalten meistens auch andere Elemente. Die ägyptische und sumerische Schrift sind eine Mischung aus piktographischen, ideographischen und sprachlichen Elementen. Das trifft auch zu für die chinesische Schrift, die aus einer ideographischen Schrift entstand, sich jedoch bald zu einer logographischen Schrift entwickelte. Ein Ideogramm ist ein Schriftzeichen, das einen ganzen Begriff darstellt und dabei symbolische Zeichen für abstrakte Begriffe verwendet oder sich aus zwei oder mehreren Piktogrammen zusammensetzt. „Ideogramm“ ist nicht zu verwechseln mit Idiogramm (graphische Darstellung der Chromosomen).

Beispiele für Ideogramme aus der chinesischen bzw. japanischen Schrift:

木 „Baum“ (Piktogramm) und 人 „Mensch“ (Piktogramm) ist 休 „ruhen“ (Ideogramm)
木 „Baum“ (Piktogramm); 林 „Wald“ (Ideogramm); 森 „großer Wald“ (Ideogramm)
上 „über“ (Ideogramm)
下 „unter“ (Ideogramm)

siehe auch


- Buchstabe
- :Kategorie:Schriftzeichen
- Semiotik
- Syntaktik
- Schrift

Weblink


- [http://www.wiebel.de/arbeiten.php Das autonome Graphem] Zur GP-Korrespondenz Kategorie:Symbol Kategorie:Sprache Kategorie:Linguistik ja:表意文字 ko:표의 문자

Persiflage

Die parodistische Technik der Persiflage (von frz. siffler = (aus)pfeifen) lässt sich gut mit den rhetorischen Strategien von Satire vergleichen, insbesondere mit den Stilmitteln der Übertreibung und Überzeichnung. Hier geht es also nicht um eine inhaltliche oder stilistische Transformation wie bei Parodie oder Travestie, sondern es steht eindeutig die geistreiche, satirische Verzerrung von Inhalten, Themen oder Motiven eines Textes im Vordergrund. Kategorie:Literarischer Begriff

Latein

Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum. Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.

Entwicklung

romanischen Sprachen Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein. Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen. Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa. In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.

Antike

Antike Schreibweise

Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen. Vergleiche folgendes Beispiel: Alte Schreibweise: AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES Heutige Schreibweise: Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo, sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat. poena metusque aberant nec verba minantia fixo aere legebantur, nec supplex turba timebat iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti. nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem, montibus in liquidas pinus descenderat undas, nullaque mortales praeter sua litora norant. nondum praecipites cingebant oppida fossae, non tuba directi, non aeris cornua flexi, non galeae, non ensis erant: sine militis usu mollia securae peragebant otia gentes. Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter) Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.

Antike Aussprache

Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.

Literatur

Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.

Gegenwart

Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte. Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften. Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare
-
„gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden. Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher. Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.

Modernes Latein

Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr. Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat. Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry. Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein. In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen. Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.

Latein in den Wissenschaften

In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.

Latein in der katholischen Kirche

Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken). Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen. Siehe auch: Lateinische Kirche

Referenzlisten


- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter

Siehe auch


- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus

Weblinks


- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de] Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein ja:ラテン語 ko:라틴어 simple:Latin language th:ภาษาละติน zh-min-nan:Latin-gí

Etymologie

Die Etymologie (griechisch ετυμολογία, etymología, von altgriechisch έτυμος, étymos - wahrhaftig, wirklich, echt + λόγος, lógos - das Wort, die Lehre, die Kunde) ist ein Wissenschaftszweig, der die Herkunft der Wörter ergründen will, das heißt, wie sich ihre Bedeutung und Form entwickelt haben. Ursprünglich war man dabei auf der Suche nach der "wahren Bedeutung" der Wörter.

Woran forscht Etymologie?

In jedem Wort sind Lautgestalt, Bedeutung und Gebrauch untrennbar ineinander verflochten. Jeder dieser Bestandteile ist zeitlich und örtlich Änderungen ausgesetzt (von Generation zu Generation, von Ort zu Ort, von Person zu Person, in verschiedenen Lebensabschnitten). Daher muss sich die Suche nach dem "Etymon" eines Wortes auch mit dem Wandel befassen, dem es von Beginn an örtlich und zeitlich unterworfen war. Insofern sucht Etymologie nicht normativ "vorschreibend" ein verbindliches Soll („jetzt und immer einzig richtig“), sondern trägt deskriptiv "beschreibend" Spuren zusammen („dort und damals so gesprochen und so gemeint“).

Geschichte der Etymologie

Altertum

Die Etymologie (griechisch ετυμολογία (etymología), von altgriechisch έτυμος (étymos)) - Strömungen, die der "Richtigkeit" der "Namen" nachgingen. Allerdings bezeichneten sie diese Tätigkeit nicht mit dem Begriff Etymologie. So fragte sich bereits Heraklit von Ephesos (um 500 v.Chr.) inwiefern der Name eines Dinges die Wahrheit einer Sache wiedergebe. Also, inwiefern der Name in Wirklichkeit einem Gegenstand entspricht. Später beschäftigte sich Platon in seinem Dialog Kratylos eingehend mit der Richtigkeit der Namen.

Mittelalter

Den Höhepunkt dieser „wahrheitssuchenden Etymologie“ finden wir bei Isidor von Sevilla anfangs des 7. Jh. n.Chr., also im Frühmittelalter. In seinem Hauptwerk Etymologiae libri viginti gibt er zahlreiche Beispiele von Etymologien, die jedoch keinesfalls historisch begründbar sind. Isidor von Sevilla gab viele (historisch gesehen unzutreffende) Etymologien, um Dinge verständlich zu erklären. Zum Beispiel: „persona est Exegese, Physiologus, (der Tiernamen aus der Wortgestalt zu erklären sucht), oder die Legenda aurea, die vor der Vita eines Heiligen zunächst seinem Namen breite Aufmerksamkeit widmet.

Gegenwart

Heutzutage ist Etymologie innerhalb der historisch vergleichenden Sprachwissenschaft die Disziplin, welche Entstehung und geschichtliche Veränderung einzelner Wörter aufspürt und in etymologischen Wörterbüchern festhält. Historische Linguistik sucht nach wiederkehrenden Erscheinungen des Sprachwandels und leitet aus ihnen Lautgesetze ab, die es ihrerseits erleichtern, Veränderungen eines Wortes im Verlaufe der Geschichte zu beobachten. Zusätzlich zur rein linguistischen Beschäftigung mit Etymologie bringt die sprachgeschichtliche Forschung außerdem Nutzen für das genauere Verständnis historischer Texte. Ein weiteres Anwendungsgebiet besteht in der Übertragung der Ergebnisse auf die Archäologie. Hier können sprachgeschichtliche Verhältnisse Anhaltspunkte für verschiedene archäologische Fragestellungen liefern, so etwa im Fall der Rekonstruktion von frühzeitlichen Wanderungsbewegungen.

Etymologie in Wissenschaft und Gesellschaft

Im Rahmen der Sprachwissenschaft ist die Beschäftigung mit Etymologie in allererster Linie Selbstzweck, das heißt, es ist für sich genommen interessant genug, mehr über die konkreten geschichtlichen Veränderungen einer Sprache herauszufinden, um so ein erweitertes Verständnis einer Einzelsprache sowie der Umstände des Sprachwandels im Allgemeinen zu erhalten. Praktische Anwendungen wie oben erwähnt stehen zumeist im Hintergrund. In der alltäglichen, nicht-wissenschaftlichen Beschäftigung mit Etymologie hat sich hingegen der normative Charakter der frühen Etymologie mehr oder weniger ausgeprägt erhalten. So wird etwa anhand der Geschichte eines Wortes demonstriert, dass eine bestimmte, moderne Verwendungsweise falsch ist, da sie nicht der historischen entspricht, bzw. sich nicht an der in der Wortgeschichte offenbar werdenden eigentlichen Wortbedeutung orientiert. Vertreter einer abgeschwächten Variante dieses Arguments lehnen die moderne Wortbedeutung nicht grundsätzlich ab, erhoffen sich jedoch aus der Beschäftigung mit der Entwicklungsgeschichte eines Wortes neue Aspekte für ein Verständnis seiner Bedeutung. Hier wird davon ausgegangen, dass diese weiteren Aspekte im Laufe der Zeit gleichsam verschüttet worden sind und durch sprachgeschichtliche Untersuchungen wieder zum Vorschein kommen. Unabhängig von der Frage, ob die jeweils angeführte wortgeschichtliche Herleitung inhaltlich korrekt ist oder nicht, geraten Vertreter beider Auffassungen dann in Widerspruch zu modernen sprachwissenschaftlichen Grundannahmen, wenn sie argumentieren, dass ein bestimmtes gedankliches Konzept abhängig ist von dem Wort, mit dem es ausgedrückt wird. Dem würde die Sprachwissenschaft tendenziell entgegensetzen, dass eine konkrete Wortform ihre Bedeutung ausschließlich per Konvention erhält. Für sich genommen hat ein Wort somit keine ihm eingeschriebene „eigentliche“ Bedeutung, die man in irgendeiner Form herausfinden könnte und an der sich konsequenterweise alle orientieren müssen. Unter dieser Annahme können die von den „normativen“ Etymologen vorgebrachten Interpretationen der Wortbedeutung nicht mehr Gültigkeit für sich beanspruchen als jede alternativ vorgeschlagene Neuinterpretation auch. Etymologische Erklärungen werden darüber hinaus auch häufig zur Untermauerung nationalistischer Ideologien herangezogen. Es wird dabei beispielsweise die vermeintliche Überlegenheit der eigenen Kultur anhand ihrer Wirkung auf das Lexikon einer anderen Sprache „bewiesen“, oder es werden erwünschte verwandtschaftliche Beziehungen zweier Kulturen aus einer vermuteten Sprachverwandtschaft rekonstruiert.

Beispiele

Ein erstaunliches Beispiel aus der etymologischen Forschung ist die Herkunft des Wortes „Ampel“: Die Ampel ist indirekt aus dem griechischen Wort aμφορεύς „zweihenkliger Krug“ entstanden: Dieses fand als ampulla Eingang ins Lateinische und wurde von dort ins Althochdeutsche entlehnt (siehe Lehnwort). Aus ampulla wurde durch Lautänderungen im Laufe der Zeit „Ampel“. Die Ampel war also ein Gefäß wie die Amphore. Sie war im Mittelalter mit Öl gefüllt und diente als ewiges Licht in Kirchen. Später wurden hängende Deckenbeleuchtungen in Wohnungen als Ampel bezeichnet. Heute ist die Ampel als Leuchtsignal im Straßenverkehr bekannt. Noch in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts war eine Verkehrsampel ein über einer Kreuzung hängendes Gebilde mit vier uhrähnlichen Seiten, auf denen ein weißer Zeiger in konstant langsamer Bewegung rote (Halt!) und grüne (Fahren!) Felder überstrich; diese waren von innen beleuchtet. Hier wird der Bedeutungskern „hängende Beleuchtung“ noch deutlich! Das Wort hat eine Bedeutungsverschiebung und Bedeutungsverengung erfahren. Der Begriff der „Ampel“ wird aber auch synonym für andere hängende Gefäße verwendet, etwa zum Aufhängen von Pflanzen (Blumenampel).

Volksetymologie

"Volksetymologie ist abgekürzte, weil sprungweis vorgehende Wortgeschichte" (Jost Trier). Sie ist geleitet von dem Bedürfnis, die Zusammenhänge der Wörter zu erklären und geht dabei zuweilen den unwissenschaftlichen Weg, fremde Wörter dem Volksmund aussprachegerecht zu servieren. Beispiel: arcuballista ‚Bogenschleuder’ wurde im Altfranzösischen zu arbaleste, aus dem das Deutsche die Armbrust entlehnte, wobei der Bestandteil „Brust“ von mhd. berost ‚Aufrüstung’ herrührt. Es handelt sich also tatsachengemäß um eine Armwaffe. Auch inhaltliche Umdeutungen sind möglich. „Intakt“ bedeutet eigentlich ‚unberührt’ (lat. puella intacta). Heutzutage gilt jedoch auch eine Maschine, die einwandfrei funktioniert als intakt im Sinne von 'im richtigen Takt arbeitend'. Ein weiteres markantes Beispiel für Volksetymologie ist das Wort „Hängematte“, das keineswegs von „hängender Matte“ abgeleitet ist, sondern von dem Indianerwort „hamaka“ (vgl. daher engl. hammock). Weitere Beispiele: „Maulwurf“, „Vielfraß“, „Tollpatsch“ Bei „Tollpatsch“ wurde wegen der volksetymologischen Umdeutung, es stamme von „toll“ und „patschen“, während der Rechtschreibreform von 1996 sogar die Rechtschreibung geändert. Dabei stammt es vom ungarischen Wort „talpas“ (Spitzname für den ungarischen Fußsoldaten).

Verwandte Gebiete

Die Semasiologie ist innerhalb der Semiotik die Lehre von den Wortbedeutungen. Die Namenforschung (Onomastik) geht speziell auf die Geschichte, Bedeutung und Verbreitung von Namen ein, und die Toponomastik beschäftigt sich speziell mit Ortsnamen.

Siehe auch


- Fremdwort, Volksetymologie, Griechisch, Latein, Liste griechischer Präfixe, Liste griechischer Suffixe, Liste lateinischer Präfixe, Liste lateinischer Suffixe, Etymologische Liste der Ländernamen, Etymologische Liste der Währungsnamen, Georg Büchmann

Literatur


- Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritischen Wörterbuch der hochdeutschen Mundart. Leipzig 1774-86; 2. Aufl. 1793-1802 ([http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/adelung/grammati/ Digitale Rekonstruktion der Ausgabe von 1808])
- Der Duden. Band 7. Herkunftswörterbuch - Etymologie der deutschen Sprache. Bibl. Institut, Mannheim, ISBN 3411209070
- Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch
- Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 1. Auflage: Trübner, Straßburg 1883 (24. Auflage bearbeitet von Elmar Seebold: de Gruyter, Berlin 2002)
- Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen
- Georg Stucke: Kleines etymologisches Wörterbuch
- Ernst Wasserzieher: Woher?

Weblinks


- Online-Etymologie http://www.etymonline.com/ (engl.)
- [http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb Das Wörterbuch-Netz] - unter anderem mit dem deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm
- http://www.wortherkunft.de/ (ungenau)
- http://www.linse.uni-essen.de/kuntermund_loewenmaul/etymologie_html/etymologie.htm
- [http://nextz.de/glossen/woerter.html Schröder: Wörter unter der Lupe] ! Kategorie:Historische Linguistik ja:語源 zh-min-nan:Gí-goân-ha̍k

Fremdsprache

Eine Fremdsprache ist eine Sprache, die nicht die Muttersprache einer Person ist. Eine solche fremde Sprache eignet sich eine Person nur durch bewusstes Lernen - sei es in der Schule oder durch Sprachkurse - oder spielerisch als im Ausland lebendes Kind an. Die Beherrschung mindestens einer Fremdsprache gilt im Berufsleben in vielen Branchen der Wirtschaft inzwischen als Schlüsselqualifikation, z.B. im Hotelwesen.

Fremdsprachenerwerb an Schulen

Die häufigsten in Deutschland gelehrten Fremdsprachen an öffentlichen Schulen sind Englisch, meist als erste Fremdsprache, sowie Latein, Französisch, Spanisch, Italienisch und Russisch als zweite oder gar dritte Fremdsprache. In der DDR war der Erwerb der russischen Sprache an Oberschulen ab der 5. Klasse Pflicht, ab der 7. Klasse lernte man meist Englisch oder Französisch. Im Schweizer Schulsystem wird meistens eine der anderen Landessprachen als erste Fremdsprache unterrichtet, d.h. Deutsch oder Italienisch für Kinder mit französischer Muttersprache, Deutsch oder Französisch für Kinder italienischer Muttersprache und Französisch bzw. Italienisch für deutschsprachige Kinder (de facto ist für Schweizerdeutsche Kinder das ab der ersten Klasse unterrichtete Hochdeutsch bereits die erste Fremdsprache, siehe Diglossie). Rätoromanische Kinder wachsen meistens bereits zweisprachig auf. In einigen Kantonen finden zur Zeit Versuche mit Frühenglisch statt.

Siehe auch


- Fremdsprachenwachstum
- Spracherwerb
- Sprachunterricht
- Deutsch als Fremdsprache
- Zweisprachigkeit
- Sprachkompetenznachweis

Literatur


- [http://stattweb.de/cgi-bin/baseportal.pl?htx=/stattweb.de/ArchivDetail&db=Archiv&Id=176 Anonym (sp): Staat, "Nation" und Sprache. Vierteilige Artikelreihe zur Sprachpolitik in Nationalstaaten und in der Europäischen Union. In: Stattzeitung für Südbaden, Ausgaben 56-59 (2004).]

Weblinks


- [http://europa.eu.int/comm/education/policies/lang/learn/ways_de.html Wie lernt man eine Fremsprache?]
- [http://www.vistawide.com/languages/language_software.htm Software: Fremdsprachen lernen] - Über 120 kostenlose Programme zum Erwerb von mehr als 20 verschiedenen Sprachen (engl.) Kategorie:Sprache

Shaw-Alphabet

Das Shaw-Alphabet (en.: Shavian alphabet) ist ein phonologisches Alphabet für die englische Sprache, das nach dem irischen Dramatiker und Literaturnobelpreisträger George Bernhard Shaw benannt wurde. Shaw war mit der englischen Schriftsprache sehr unzufrieden und forderte häufig eine völlige Revision der bestehenden englischen Schreibweise. 1958, acht Jahre nach Shaws Tod, wurde in seinem Namen ein Wettbewerb für ein neues Alphabet ausgeschrieben, das einen direkten Bezug zur Aussprache herstellen, möglichst verschieden vom lateinischen Alphabet und möglichst einfach zu schreiben sein sollte. Der Engländer Ronald Kingsley Read gewann den Bewerb gegen 467 Mitbewerber. Kingsley Read entwickelte später das Shaw-Alphabet weiter zu Quikscript, einem Alphabet, das auf einfache Handschreibung ausgelegt ist. Trotz einiger Bemühungen, das Alphabet bekannt zu machen, wurde eine offizielle Einführung in die englische Sprache nie ernsthaft in Erwägung gezogen. Das einzige Buch, das jemals in Shaws Alphabet veröffentlicht wurde, war seine Komödie „Androcles and the Lion“ (dt.: „Androkolus und der Löwe“).

Aufbau

Das Shaw-Alphabet besteht aus 40 Buchstaben. Zusätzlich gibt es noch acht häufig vorkommende Ligaturen. Diese Buchstaben sind jeweils aus möglichst wenigen Komponenten aufgebaut. Sie repräsentieren ihrerseits genau ein Phonem der englischen Sprache, beziehungsweise Affrikaten und Diphthonge.
Große (hohe und tiefe) Buchstaben:
Buchstabe: image:shavian-peep.png image:shavian-bib.png image:shavian-tot.png image:shavian-dead.png image:shavian-kick.png image:shavian-gag.png image:shavian-fee.png image:shavian-vow.png image:shavian-thigh.png image:shavian-they.png
:
/p/ /b/ /t/ /d/ /k/ /g/ /f/ /v/ // /ð/
Name/Beispiel: peep bib tot dead kick gag fee vow thigh they
 
  image:shavian-so.png image:shavian-zoo.png image:shavian-sure.png image:shavian-measure.png image:shavian-church.png image:shavian-judge.png image:shavian-yea.png image:shavian-woe.png image:shavian-hung.png image:shavian-ha-ha.png
/s/ /z/ // // // // /j/ /w/ // /h/
so zoo sure measure church judge yea woe hung ha-ha

Kleine Buchstaben:
image:shavian-loll.png image:shavian-roar.png image:shavian-mime.png image:shavian-nun.png image:shavian-if.png image:shavian-eat.png image:shavian-egg.png image:shavian-age.png image:shavian-ash.png image:shavian-ice.png
/l/ // /m/ /n/ // // // // // //
loll roar mime nun if eat egg age ash ice
 
image:shavian-ado.png image:shavian-up.png image:shavian-on.png image:shavian-oak.png image:shavian-ooze.png image:shavian-wool.png image:shavian-out.png image:shavian-oil.png image:shavian-ah.png image:shavian-awe.png
// // // // // // // // // //
ado up on oak wool ooze out oil ah awe

Ligaturen:
image:shavian-are.png image:shavian-or.png image:shavian-air.png image:shavian-err.png image:shavian-array.png image:shavian-ear.png image:shavian-ian.png image:shavian-you.png
// // // // // // // //
are or air err array ear Ian yew

Siehe auch


- Ghoti – ein absurdes Beispiel für die englische Rechtschreibung
- Internationales Phonetisches Alphabet Kategorie:Alphabet

Kategorie:Englische Sprache

Kategorie:Sprache ja:Category:英語 ko:분류:영어 simple:Category:English language

Apollinarismus

Der Apollinarianismus bezeichnet eine nach Apollinaris von Laodicea bezeichnete christologische Theorie im 4. Jahrhundert. Sie wurde sowohl von Anhängern des Konzils von Nicäa als auch von Arianern abgelehnt und vom ersten Konzil von Konstantinopel als Häresie verurteilt. Apollinarios ging von der platonischen Trichotomie aus, dass sich menschliche Wesen aus Körper, Seele und Geist (Verstand) zusammensetzen und lehrte, dass in Jesus Christus der menschliche Geist durch den Logos, die zweite Person der Trinität ersetzt worden sei. Der Apollinariarismus stand im Widerspruch zur östlichen Sicht, dass das, "was (Christus) nicht angenommen hat, nicht geheilt wird". Wenn Christus nicht den rationalen Geist des Menschen angenommen hatte, konnte der Tod Christi auch nicht den rationalen Verstand der Menschen heilen oder erlösen. Es ist nicht genau feststellbar, wann die Lehre entstanden ist. Sie wurde im Konzil von Alexandria (362) verurteilt, ohne den Namen von Apollinaris zu nennen. 373 wiesen ägyptische Bischöfe, die von Valentinian deportiert worden waren, die Kommunion mit Apollinaris zurück. 377 wurde die Lehre von einem Konzil in Rom unter Papst Damasus I. als Apollinariarismus verurteilt, ebenso wie 381 vom ökumenischen Konzil von Konstantinopel. Der Apollinariarismus bestand bis ins 5. Jahrhundert hinein weiter und verschmolz dann mit dem Monophysitismus. Kategorie:Alte Kirche Kategorie:Dogmatik Kategorie:Historische christliche Bewegung

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