:: wikimiki.org ::
| Gilgamesch-Epos |
Gilgamesch-EposDas Gilgamesch-Epos, auch Gischgimmasch, ist eine der ältesten überlieferten literarischen Dichtungen der Menschheit, und das berühmteste literarische Werk Altbabylons.
Tontafeln in Keilschrift
Das Epos hat seinen Ursprung im Sumerischen Reich in Mesopotamien.
Aus sumerischer Zeit sind einige wenige Tontafeln in sumerischer Keilschrift bekannt.
Der Großteil des Epos ist durch jüngere babylonische Tontafeln überliefert, die in der Tontafelbibliothek Assurbanipals (669 - 627 v. Chr.) gefunden wurden. Die Tafeln sollen einer nicht nachprüfbaren Überlieferung zufolge von dem Dichter Sin-leqe-unnini stammen, der im 12. Jhd. v. Chr. gelebt hat.
Das Epos wurde mit ca. 3600 Verszeilen auf 11 Tafeln in Ninive verfasst, die außer den Heldentaten des Königs Gilgamesch auch die weltweit verbreitete Erzählung von einer großen Sintflut beinhaltet. Die biblische Figur Noach scheint dabei genau der Figur des Utnapischtim zu entsprechen (Vergl. 1. Buch Mose (Genesis) Kapitel 6-7 und 11. Tafel Gilgamesch Epos). Das sumerische Epos von Gilgamesch wurde später auf einer 12. Tafel ergänzend hinzugefügt. Die 12. Tafel beinhaltet als einzige die unterweltliche Darstellung, in der König Gilgamesch zeitweilig als Richter gewirkt haben soll. Die Sagenbildung um den König Gilgamesch muss bereits sehr früh begonnen haben. Es hat ganz den Anschein, dass weitaus ältere mythische Überlieferungen an die Sagen mit historischem Hintergrund angehängt wurden.
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Keilschriftdichtungen zum Gilgamesch-Epos in vier Sprachen geschrieben sind, und sie innerhalb des langen Zeitraumes vom 21. bis 6. Jahrhundert v. Chr. im Gebiet von Südbabylonien bis nach Kleinasien überliefert wurden.
Entzifferung und Übersetzung
Der Text wurde erst nach Entzifferung der Keilschrift im 20. Jh. wieder entdeckt und musste aus einzelnen Fragmenten zusammen gesetzt werden, wobei größere Textlücken bestehen blieben. Da der Text in altbabylonischer, akkadischer, churritischer und hethitischer Sprache verfasst wurde, ergab sich zusätzlich zu den Unsicherheiten durch die fragmentarischen Stücke der Tafeln eine besondere Übersetzungs- und Überlieferungssituation. Einige Textstellen waren nicht erhalten, und mussten durch Fantasie und Sinnzusammenhang ergänzt werden, andere wichtige Begriffe waren nicht bekannt, weshalb sich die Forscher auch hier auf ihre Erfahrung und ihren Sinn für die alten Sprachen verlassen mussten. Erst S. N. Kramer, Sumerologe aus Philadelphia, USA, stellte große Teile der sumerischen Mythendichtungen wieder in einen sinnvollen Zusammenhang. Die erste vollständige deutsche Übersetzung erstellte Alfred Jeremias (1891). 1934 wurde das Epos erneut von Albert Schott übersetzt. Schott hat die Personennamen des Epos vereinheitlicht, so dass sich der Name Gilgamesch auch für die älteren Fassungen, in denen der Name Gischgimmasch verwendet wurde, in der Öffentlichkeit durchsetzt. Das gleiche gilt für Chuwawa statt Chumbaba und Sursunabu statt Urschanabi, usw.
Das Epos
Gilgamesch (zw. ~2650 und 2600 v. Chr.) war König der sumerischen Stadt Uruk und laut dem Epos zu 1/3 Mensch und zu 2/3 Gott. Die Aufteilung in menschliche und göttliche Anteile ist (war) ein Rätsel. Das Epos beschreibt die Heldentaten Gilgameschs, die Freundschaft und die Liebesbeziehung zu dem von der Göttin Aruru erschaffenen menschenähnlichen Wesen Enkidu, aber insbesondere die Auseinandersetzung und die Suche nach seiner ihm von den Göttern verweigerten Unsterblichkeit.
Hinweis: Der Bericht zeigt interessante Parallelen zur biblischen Aussage (Genesis, Kapitel 6), wonach sich Engel auf der Erde materialisierten und Beziehungen mit Menschenfrauen eingingen. Die dadurch gezeugten Kinder wurden die „Nephilim“ genannt. Sie (diese „Halbgötter“) waren für ihre übermenschliche Stärke und Schlechtigkeit bekannt. Es finden sich auch Entsprechungen im griechischen Götterhimmel mit seinen Titanen, Halbgöttern und den weltlichen Kindern des Zeus, die dieser nach Lust und Laune zusammen mit normal sterblichen Frauen zeugte.
Eine Erklärung für die Wesensanteile Gilgameschs könnte sein, dass sich die Wesenskomponenten Gilgameschs nicht auf seine Herkunft beziehen, wie zuweilen angenommen wird, sondern darauf, in welchem Umfang er den göttlichen Willen befolgt. Die Klage seines Volkes und die Erschaffung Enkidus durch die Götter erfolgten, da Gilgamesch nur zu 2/3 den göttlichen Willen befolgte. Utnapischtim, der Vorfahre Gilgameschs und Verfasser des Sintflutberichtes, war vollkommen göttlich, denn er befolgte den göttlichen Willen Eas vollständig.
Das Epos heute
Im Gegensatz zu vielen griechisch-römischen Mythen wurde der Gilgamesch-Mythos erst spät für Musik (z. B. Opern, Oratorien) und Literatur (insb. Fantasy-Romane) als Anregungsquelle entdeckt.
Literatur
- Wolfram von Soden (Hrsg.): Das Gilgamesch-Epos, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Albert Schott. Reclam, Stuttgart 1982, ISBN 3150072352
- Wolfram von Soden (Übers.), Hajo Edelhausen (Ill.): Gilgamesch oder die Mauern von Uruk - Bilder zur Menschwerdung. Vorwort von Rolf Wedewer und Karl Hecker. Edition Orient, 1995, ISBN 3922825605
- Th. Jacobsen, in: Frühlicht des Geistes, Stuttgart 1954
- S. N. Kramer: Sumerian Mythology. Philadelphia 1944
- S. N. Kramer: From the Tablets of Sumer. Indian Hills 1956
- Raoul Schrott (Übers.): Gilgamesch Epos. 2001, ISBN 3-89584-505-1
- Stefan M. Maul (Übers): Das Gilgamesch-Epos, neu übers. u. komm. - Beck, München 2005. ISBN 3-406-52870-8
Siehe auch
Agga
Ischtar, im zweiten Abschnnitt des Epos
Ischtar-Tor
Zombie
Weblinks
- [http://gilgamesh.psnc.pl/ Multimediales Epos,englisch]
- [http://www.pinselpark.de/geschichte/einzel/a05_3000_orient/gilga/gilgamesch.html Gilgamesch-Epos ausführlich und kompakt]
Kategorie:Literarisches Werk
Kategorie:Mesopotamische Mythologie
Kategorie:Epos
ja:ギルガメシュ叙事詩
ko:길가메시 서사시
EposDas Epos (v. griech. έπος „das Gesagte, der Vers“, dann auch „die Erzählung, das Gedicht“; Pl.: Epen) ist eine der Hauptformen der erzählenden Literatur (der Epik). Es steht als narrative Großform neben der jüngeren Entwicklung des Romans. Epen berichten in gebundener Sprache und einer gewissen Breite und Ausführlichkeit von einem bedeutenden, als historisch real verstandenen Ereignis. Die Verfasser können anonym bleiben.
Zur Versform des Epos
Die Epen der griechischen und lateinischen Antike sind im Versmaß des stichischen Hexameters verfasst, der die Silbenlänge zur Versstrukturierung nutzt und keinen Endreim kennt. Die Hauptform der altgermanischen Epik war der ebenfalls stichische Stabreimvers ('Beowulf', 'Heliand', Hildebrandlied).
Bei den mittelhochdeutschen und altfranzösischen Epen kommt, gemäß der andersartigen Verstechnik (siehe auch Metrik), meist der paargereimte vierhebige Vers zur Anwendung, in dem auch die Romane gedichtet sind.
Zur Abgrenzung zwischen Epos und Roman
Der heute einflussreichste gattungstheoretische Ansatz dürfte die Romantheorie von Georg Lukács sein: Epos als Gestaltung einer »geschlossenen Lebenstotalität« mit festen Lebens-, Wert- und Sozialordnungen und verbindlichem Weltverständnis, dagegen der Roman als Ausdruck eines privaten Weltausschnitts und problematisch gewordenen Welt- und Ordnungsverständnisses. Franz Borkenau ordnet hingegen das "Epos" als literarische Form der Selbstfindung nach barbarischen Zeitaltern ein (am Beispiel der Völkerwanderung); daher auch seine abenteuerlichen Handlungen. In der höfischen Literatur um 1200 lassen sich erstmals sowohl epostypische wie romantypische Elemente erkennen, so dass die höfische Epik (speziell der Artusroman) als eine Übergangserscheinung betrachtet werden kann, die letztlich zum Roman als epischer Leitgattung der Neuzeit hinführt.
Berühmte Epen
Antike Epen
- sumerisch, akkadisch
- Gilgamesch-Epos
- indisch
- Mahabharata
- Ramayana (in Thailand als Ramakien bekannt)
- iranisch
- Yascht
- griechisch
- Homer, Ilias - Kampf um Troja
- Homer, Odyssee - die Heimreise des Odysseus von Troja
- römisch
- Vergil, Aeneis - Vorgeschichte der Gründung Roms
- Ovid, Metamorphosen - Verwandlungssagen
Die antike Gattung 'Epos' ist neben Umfang und Thematik bestimmt durch den 'erhabenen' Stil, das Versmaß des Hexameters, Stoffelemente wie typische Szenen (Rüstung, Zweikampf, Massenkampf, Bestattung, Götterversammlung, Mahl, Feste), Beschreibung von Gegenständen (Ekphrasis), Kataloge, sprachliche Gestaltungsmittel wie Formeln (teilweise aus mündlicher Tradition der 'Oral Poetry' ererbt), schmückende Beiwörter (Epitheta ornantia), Vergleiche und eine unparteiisch-allwissende Erzählhaltung.
Epische Dichtung des Mittelalters
- Schahnameh (persisch; basiert auf alten zoroastrischen Epen, wurde jedoch erst im 11. Jahrhundert von Daqiqi und Ferdousi zusammengestellt)
- Beowulf (angelsächsisch)
- Hildebrandslied (deutsch, 9. Jahrhundert)
- Nibelungenlied (deutsch, 12. Jahrhundert)
- Rolandslied (französisch und deutsch, 12. Jahrhundert)
- El cantar de mio Cid (spanisch, 12. Jahrhundert)
- Epos von der Schlacht am Don (russisch)
- Igorlied (russisch)
- Kalevala (finnisch, erst im 19. Jahrhundert von Elias Lönnrot zusammengestellt)
- Edda (isländisch)
- Dante, Die Göttliche Komödie
Neuansätze und Gegenentwürfe von der Renaissance bis zur Gegenwart
- Ludovico Ariosto, Orlando furioso ('Der rasende Roland')
- John Milton, The Paradise Lost
- Friedrich Gottlieb Klopstock, Messias
- Johann Wolfgang von Goethe, Hermann und Dorothea
- Carl Spitteler, Olympischer Frühling
- James Joyce, Ulysses
Die modernen Werke sind oft sehr dezidierte Gegenentwürfe, weshalb man dafür
auch den Begriff »Antiepos« geprägt
hat. Goethe wendet mit
Hermann und Dorothea das Thema in Gegenwärtige, ins Bürgerliche und bei
Joyces Ulysses wird das Epos zu einem fast 1-tägigen
Irrlauf eines Antihelden. Auch Theodor Däubler und Albrecht Schaeffer haben beachtliche Vers-Epen verfasst. Schließlich wäre noch zu klären, ob
Zettel's Traum (nicht in Versen!) von Arno Schmidt ein postmodernes Epos ist, wie denn der Begriff "Epos" vielen bedeutenden Prosawerken beigelegt wird.
Siehe auch
Epik, Epopöe, Literaturgattung, Nationalepos
!Epos
Kategorie:Oralität
ja:叙事詩
Babylon
, Berlin)]]
Babylon (babyl. Bab-ilani – Tor Gottes; hebr. Babel בבל) war als Hauptstadt Babyloniens eine der wichtigsten Städte der Antike. Sie lag am Euphrat, etwa 90 km südlich von Bagdad im heutigen Irak. Die Ruinen der Stadt sind unter anderem von Robert Johann Koldewey Anfang des 20. Jahrhunderts teilweise ausgegraben worden.
Etymologie
Der Name Babylon leitet sich aus dem akkadischen Wort Bab-ili ab, was Tor Gottes bedeutet. Diese Form ist aber bereits von den Akkadern bzw. Babyloniern falsch verstanden worden und geht sehr wahrscheinlich auf eine heute nicht mehr verstehbare (nicht akkadische) Urform, möglicherweise babbillum zurück. In späterer Zeit wurde dann der akkadische Name bab-ilim graecisiert, wodurch dann das uns heute bekannte Babylon entstand.
Babylon historisch
akkadischen
akkadischen
akkadischen
Erstmalige Erwähnung findet Babylon am Ende des 3. Jahrtausends v. Chr.. Unter dem berühmten König Hammurabi (1792 - 1750 v. Chr.) erlangte die Stadt erstmals eine Vormachtstellung im Alten Orient. Unter den Herrschern der neubabylonischen oder chaldäischen Dynastie erlangte sie den Höhepunkt ihrer Macht.
Nach dem Zerfall Sumers wurde Babylon im 18. Jahrhundert v. Chr. unter den Amoritern zu einem regionalen Machtzentrum.
Die Stadt war Zentrum Babyloniens, und ist auch durch die Hängenden Gärten der Semiramis, eines der Sieben Weltwunder der Antike, bekannt.
Babylon verlor mit dem Aufstieg Assyriens an Bedeutung, auch wenn es im 6. vorchristlichen Jahrhundert zu einer Erneuerung kam (Spätbabylonisches Reich). Der Perserkönig Cyrus II. eroberte 539 v. Chr. Babylon. Alexander der Große eroberte die Stadt nach dem Sieg bei Gaugamela und wurde als Befreier begrüsst. Alexander machte Babylon später auch zum Sitz seines Reiches, wo er dann auch am 10. Juni 323 v. Chr. verstarb. In der Zeit der Diadochen gehörte Babylon zum Seleukidenreich, verlor aber zu einem späteren, nicht genau feststellbaren Zeitpunkt an Bedeutung und ist allmählich unbewohnt geworden.
Babylon aktuell
Seleukiden
Nach dem Irak-Krieg richteten US-amerikanische und polnische Truppen im April 2003 einen Stützpunkt um Babylon ein, um die antike Stadt vor Räubern und Vandalen zu schützen. Laut einem Bericht des Konservators des Britischen Museums John Curtis wurde die Ruinenstadt jedoch erheblich beschädigt. Unter anderem seien die Drachen des Ischtar-Tors bei dem Versuch eines Unbekannten, Steine herauszubrechen, in Mitleidenschaft gezogen worden.
Rezeption
Babylon im Alten Testament
Der hebräische Name für das antike Babylon ist Babel. Der Bau des pyramidenförmigen Tempelturms von Babylon (siehe auch Turmbau zu Babel) wird im Alten Testament der Bibel erwähnt. Zur Strafe für die Vermessenheit der Bauherren, den Himmel bzw. Gott erreichen zu wollen, habe Gott die Menschen verwirrt und ihnen verschiedene Sprachen gegeben. Davon kommt die Redensart 'babylonisches Sprachgewirr'. Der Turmbau zu Babel hat mit Babylon jedoch nichts zu tun. Der Name des dortigen Turmes war "Etemenanki".
Die Herrscher von Babel führten Kriege gegen das Volk Israel und verschleppten große Teile des Volkes in die babylonische Gefangenschaft. Das Buch Daniel der Bibel berichtet darüber. Die Eroberung und endgültige Zerstörung Babylons wurde etwa 200 Jahre zuvor von Jesaja vorausgesagt.
Babylon im Christentum
Im Neuen Testament wird der Name 'Babylon' bzw. das Attribut 'babylonisch' zwölfmal erwähnt. Dies geschieht zum einen in Rückblicken auf die Geschichte Israels, zum anderen in den prophetischen Reden über die Zukunft der Welt. Babylon bezeichnet hier das irdische widerchristliche Machtzentrum im Gegensatz zur Stadt Gottes, dem 'himmlischen Jerusalem'. In der Offenbarung des Johannes wird ihre Zerstörung in den letzten Gerichten Gottes voraus gesagt. In 1. Petrus 5,13 grüßt der apostolische Schreiber seine Gemeinde aus Babylon. Manche Ausleger vermuten, dass hier Babylon als ein Pseudonym für Rom gebraucht wird. Andere hingegen verweisen auf den nicht genau feststellbaren Zeitpunkt des Verfalls der Stadt und nehmen die Bezeichnung "Babylon" wörtlich. Sie glauben, dass Paulus, als Apostel für die Nationen und nicht Petrus in Rom war.
In der von der Offenbarung des Johannes geprägten christlichen Symbolik gilt Babylon als gottesfeindliche Macht und Hort von Sünde und Dekadenz. Martin Luther deutete das ihm verhasste Papsttum als Hure Babylons.
Musikalische Rezeption
Zumeist bauen Lieder, die mit Babylon zu tun haben, auf die Bedeutung der Stadt im Alten Testament als ein Ort des Exils und der Versklavung. Gelegentlich nehmen Lieder aber auch die neutestamentliche Bedeutung der Stadt als Zentrum des Bösen auf.
Die Gefangenschaft und die spätere Rückkehr des Volkes Israel in seine Heimat wurde für die christlichen Sklaven in den USA des 19. Jahrhunderts zum Gleichnis ihrer Gefangenschaft und der Hoffnung auf Befreiung. Bekannt ist die Vertonung des Lieds By the waters of Babylon von Don McLean, eine Nachdichtung des 137. Psalms. Der Song By the Rivers of Babylon von Boney M. behandelt ebenfalls den Text des 137. Psalms. Die deutsche Vertonung "Die Legende von Babylon" von Bruce Low geht jedoch um den Turmbau zu Babel und hat nichts mit der Stadt Babylon zu tun.
Söhne und Töchter der Stadt
- Berossos, babylonischer Historiker
- Thamir Abbas Ghadban, irakischer Politiker
- Talib Schabib, irakischer Politiker
Siehe auch
- Babylonien, Turmbau zu Babel, Portal:Bibel.
- Assyrien
Literatur
- Joan Oates: Babylon. Stadt und Reich im Brennpunkt des Alten Orient, Gondrom-Verlag, Bindlach 1990. ISBN 3-8112-0727-X
- Nelson DeMille: An den Wassern von Babylon, Goldmann-Verlag 1990, ISBN 3-442-09647-2
Kategorie:Ort im Irak
Kategorie:Mesopotamische Stadt
Kategorie:Babylon
Kategorie:Ort in der Bibel
ja:バビロン
EposDas Epos (v. griech. έπος „das Gesagte, der Vers“, dann auch „die Erzählung, das Gedicht“; Pl.: Epen) ist eine der Hauptformen der erzählenden Literatur (der Epik). Es steht als narrative Großform neben der jüngeren Entwicklung des Romans. Epen berichten in gebundener Sprache und einer gewissen Breite und Ausführlichkeit von einem bedeutenden, als historisch real verstandenen Ereignis. Die Verfasser können anonym bleiben.
Zur Versform des Epos
Die Epen der griechischen und lateinischen Antike sind im Versmaß des stichischen Hexameters verfasst, der die Silbenlänge zur Versstrukturierung nutzt und keinen Endreim kennt. Die Hauptform der altgermanischen Epik war der ebenfalls stichische Stabreimvers ('Beowulf', 'Heliand', Hildebrandlied).
Bei den mittelhochdeutschen und altfranzösischen Epen kommt, gemäß der andersartigen Verstechnik (siehe auch Metrik), meist der paargereimte vierhebige Vers zur Anwendung, in dem auch die Romane gedichtet sind.
Zur Abgrenzung zwischen Epos und Roman
Der heute einflussreichste gattungstheoretische Ansatz dürfte die Romantheorie von Georg Lukács sein: Epos als Gestaltung einer »geschlossenen Lebenstotalität« mit festen Lebens-, Wert- und Sozialordnungen und verbindlichem Weltverständnis, dagegen der Roman als Ausdruck eines privaten Weltausschnitts und problematisch gewordenen Welt- und Ordnungsverständnisses. Franz Borkenau ordnet hingegen das "Epos" als literarische Form der Selbstfindung nach barbarischen Zeitaltern ein (am Beispiel der Völkerwanderung); daher auch seine abenteuerlichen Handlungen. In der höfischen Literatur um 1200 lassen sich erstmals sowohl epostypische wie romantypische Elemente erkennen, so dass die höfische Epik (speziell der Artusroman) als eine Übergangserscheinung betrachtet werden kann, die letztlich zum Roman als epischer Leitgattung der Neuzeit hinführt.
Berühmte Epen
Antike Epen
- sumerisch, akkadisch
- Gilgamesch-Epos
- indisch
- Mahabharata
- Ramayana (in Thailand als Ramakien bekannt)
- iranisch
- Yascht
- griechisch
- Homer, Ilias - Kampf um Troja
- Homer, Odyssee - die Heimreise des Odysseus von Troja
- römisch
- Vergil, Aeneis - Vorgeschichte der Gründung Roms
- Ovid, Metamorphosen - Verwandlungssagen
Die antike Gattung 'Epos' ist neben Umfang und Thematik bestimmt durch den 'erhabenen' Stil, das Versmaß des Hexameters, Stoffelemente wie typische Szenen (Rüstung, Zweikampf, Massenkampf, Bestattung, Götterversammlung, Mahl, Feste), Beschreibung von Gegenständen (Ekphrasis), Kataloge, sprachliche Gestaltungsmittel wie Formeln (teilweise aus mündlicher Tradition der 'Oral Poetry' ererbt), schmückende Beiwörter (Epitheta ornantia), Vergleiche und eine unparteiisch-allwissende Erzählhaltung.
Epische Dichtung des Mittelalters
- Schahnameh (persisch; basiert auf alten zoroastrischen Epen, wurde jedoch erst im 11. Jahrhundert von Daqiqi und Ferdousi zusammengestellt)
- Beowulf (angelsächsisch)
- Hildebrandslied (deutsch, 9. Jahrhundert)
- Nibelungenlied (deutsch, 12. Jahrhundert)
- Rolandslied (französisch und deutsch, 12. Jahrhundert)
- El cantar de mio Cid (spanisch, 12. Jahrhundert)
- Epos von der Schlacht am Don (russisch)
- Igorlied (russisch)
- Kalevala (finnisch, erst im 19. Jahrhundert von Elias Lönnrot zusammengestellt)
- Edda (isländisch)
- Dante, Die Göttliche Komödie
Neuansätze und Gegenentwürfe von der Renaissance bis zur Gegenwart
- Ludovico Ariosto, Orlando furioso ('Der rasende Roland')
- John Milton, The Paradise Lost
- Friedrich Gottlieb Klopstock, Messias
- Johann Wolfgang von Goethe, Hermann und Dorothea
- Carl Spitteler, Olympischer Frühling
- James Joyce, Ulysses
Die modernen Werke sind oft sehr dezidierte Gegenentwürfe, weshalb man dafür
auch den Begriff »Antiepos« geprägt
hat. Goethe wendet mit
Hermann und Dorothea das Thema in Gegenwärtige, ins Bürgerliche und bei
Joyces Ulysses wird das Epos zu einem fast 1-tägigen
Irrlauf eines Antihelden. Auch Theodor Däubler und Albrecht Schaeffer haben beachtliche Vers-Epen verfasst. Schließlich wäre noch zu klären, ob
Zettel's Traum (nicht in Versen!) von Arno Schmidt ein postmodernes Epos ist, wie denn der Begriff "Epos" vielen bedeutenden Prosawerken beigelegt wird.
Siehe auch
Epik, Epopöe, Literaturgattung, Nationalepos
!Epos
Kategorie:Oralität
ja:叙事詩
SumerSumer bezeichnet eine der fünf autochthonen Hochkulturen in Mesopotamien. Sumer, Shumer oder Schumer kommt aus dem Akkadischen und bedeutet Kulturland – eine Anspielung auf die Leistung der Sumerer als Kulturbringer.
Kulturbringer
Die sumerische Sprache ist weder eine semitische noch eine indogermanische Sprache, sie konnte bisher auch keiner anderen Sprachfamilie zugeordnet werden. Man bezeichnet sie deshalb als isolierte Sprache.
Am Anfang standen eine Reihe von Stadtstaaten (Adab, Eridu, Isin, Kisch, Kullab, Lagasch, Larsam, Nippur, Ur und Uruk), welche etwa 2800 v. Chr. das Altsumerische Reich unter wechselnden Stadtherrschern bildeten.
Erster bekannter Herrscher von Sumer ist Etana, der um 2800 v. Chr. lebte und König von Kisch war.
Sein Nachfolger Meskiaggascher, König von Uruk (dem biblischen Erech), gründete weit südlich von Kisch eine rivalisierende Dynastie und erlangte die Herrschaft über die ganze Region zwischen dem Mittelmeer und dem Zagros-Gebirge. Er wurde von seinem Sohn Enmerkar (um 2750 v. Chr.) abgelöst. Diesem folgte sein Feldherr Lugalbanda auf den Thron. Am Ende der Regierungszeit von Lugalbanda wurde Enmebaragesi (um 2700 v. Chr.), ein König der Etana-Dynastie in Kisch, zum führenden Herrscher von Sumer.
Die Akkader aus dem Norden vereinten Sumer unter einer Dynastie (2371 bis 2191 v. Chr.). Befördert durch Uneinigkeit zwischen Akkad und dem restlichen Sumer, endete diese Dynastie mit der Eroberung durch die Gutäer.
Das Neusumerische Reich (2112 bis 2004 v. Chr.) unter der Herrschaft der 3. Dynastie von Ur endete unter dem Druck Elams aus dem Osten.
Kleinreiche um Assur, Babylon, Eschunna, Der und Susa entstanden in der Folge.
Mesopotamien wurde später von Assyrien und Babylonien dominiert.
Im August 2005 wurde von schiitischen Gruppierungen vorgeschlagen, den Südirak zu einer autonomen Region eines föderalen Irak zu machen. Als Name für diese zu bildende autonome Region wurde Sumer vorgeschlagen. Der Vorschlag ist jedoch insbesondere unter den irakischen Sunniten hochumstritten.
Die kulturelle Bedeutung der Sumerer
Obwohl die Schrift mehrmals in der Geschichte der Menschheit erfunden wurde (Ägypten, China, Maya), ist für Europa die sumerische Keilschrift von zentraler Bedeutung und vermutlich auch älter als die anderen hochentwickelten Schriften. Die Keilschrift wurde erfolgreich an das Akkadische und Hethitische (auch Hittitisch) angepasst und gilt als Vorläufer vieler Schriften.
Die Entwicklung des Rades – ebenfalls erstmals im Reich der Sumerer benutzt – steht in engem Zusammenhang mit der Erkenntnis, dass domestizierte Tiere nicht nur eine Nahrungs- und Rohstoffquelle (z.B. Leder) sind, sondern auch als Zugtiere und Arbeitstiere dienen können (Pflug, Karren).
Eine weitere Vorbedingung für die Nutzung des Rades sind ebene, breite Wege, die erst bei einer kritischen Bevölkerungsdichte und geeignetem Landschaftsrelief entstehen.
Im Bereich der Landwirtschaft haben die Sumerer wahrscheinlich keine neuen Nutzpflanzen oder Nutztiere domestiziert; der Beitrag liegt hier in der Verfeinerung der Bewässerung sowie der Einführung der Milchwirtschaft. Die fortschrittliche Bewässerungstechnik legte gleichzeitig den Grundstein zum Niedergang Sumers (bzw. seiner Nachfolgestaaten): Aufgrund der Versalzung des Bodens gingen die landwirtschaftlichen Erträge immer weiter zurück. Noch heute sind weite Landstiche nur bedingt nutzbar.
Die Sumerer haben die erste bekannte Kultur mit hoch entwickelter Mathematik hervorgebracht. Sie gelten als die Erfinder des Gewölbes und gründeten mit Ur, Uruk und Lagasch die ältesten bekannten Städte mit Monumentalbauten, insbesondere der für Mesopotamien typischen Zikkurat.
Die sumerische Religion ist eine der ältesten der bekannten Religionen und gilt als wesentliches Vorbild für spätere Religionen in Mesopotamien und den angrenzenden Gebieten.
Die Herkunft der Sumerer ist bis heute ungeklärt, aber es wurde vermutet, dass die Sumerer ein turksprachiges Volk waren, deren Vorfahren altaischer Abstammung waren. Die Vermutung wird dadurch bestätigt, dass mehr als 1000 Wörter in Schrift und Sprache den heutigen Turksprachen aus aller Welt ähnlich sind; auch die Bestattung der Toten wurde wie im turksprachigen Raum vorgenommen und praktiziert. Diese Theorie wird aber von den meisten Historikern abgelehnt, denn wie so viele Theorien ist auch diese weder zu beweisen, noch zwangsläufig glaubwürdig.
Die großartige Leistung der Sumerer besteht in der Schaffung der ersten Hochkultur der Menschheit ab ungefähr 3500 v. Chr. in einem Gebiet, das keinesfalls ein landschaftlicher Gunstraum war, sondern mühevoll umgestaltet werden musste. Die gewaltige Leistung bei der Entwicklung zur Hochkultur im Gefolge der neolithischen Revolution bzw. Evolution kann keinesfalls überbewertet werden. Dies zeigt sich nicht zuletzt in der kleinen Anzahl von nur fünf authochtonen Hochkulturen.
(Anmerkung: Absolute Jahreszahlen innerhalb der sumerischen Datierung variieren je nach Lehrmeinung um etwa 100 Jahre.
Zur genaueren Datierung sollte Fachliteratur herangezogen werden.)
Literatur
- Dietz Otto Edzard: Geschichte Mesopotamiens, C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51664-5.
- Helmut Uhlig: Die Sumerer, Lübbe, Bergisch-Gladbach 1992, ISBN 3-404-64117-5.
Weblinks
- [http://www.ancient-cultures.com/untergang_sumerer.php Der Untergang der Sumerer (deutsch)]
- [http://etcsl.orinst.ox.ac.uk/ Elektronische Sammlung der sumerischen Texte (englisch)]
Kategorie:Alter Orient
!
ja:シュメール
ko:수메르
MesopotamienMesopotamien (griechisch: zwischen den Flüssen; Aramäisch: Beth Nahrin = Zweiflussland), auch Zweistromland genannt, bezeichnet geographisch das Gebiet um die Flüsse Euphrat und Tigris in Südost-Anatolien, Syrien und im Irak.
Regionale Gegebenheiten
Geografie
Im Norden beginnt die Landschaft am Taurusgebirge und reicht bis zum Persischen Golf. Im Osten grenzen die Berge des Irans und im Westen die arabische Wüste und die Hochebenen Syriens an.
Klima
Das Klima im Norden ist rau mit kalten Wintern. Der Süden hingegen ist im Winter milder und hat heiße Sommer.
Landwirtschaft
Die Bauern bauten vorwiegend Gerste und Weizen an. Der Regenfeldbau im Norden und die umfassende künstliche Bewässerung im Süden lieferten sehr ertragreiche Ernten.
Die Felder wurden nur alle zwei Jahre bepflanzt, um den Boden zu schonen. Die Erträge der Ernten waren bemerkenswert. Schon im 3. Jahrtausend erreichten die Ernten das 30fache der Aussaat. Im Laufe der Jahrtausende sanken die Erträge, weil die Böden durch die Bewässerung immer salzhaltiger wurden. Trotzdem wurde noch bis zum Zehnfachen der Aussaat geerntet.
Ein Vergleich: Die Bauern des antiken Griechenlands und Roms erzielten ein deutlich geringeres Verhältnis bei ihren Ernten.
Es wurden auch Dattelpalmen, Feigen und Granatäpfel kultiviert.
Obwohl es in Mesopotamien Laub- und Nadelholzwälder gab (wo???), wurden in der Eisenzeit für Bauvorhaben Zedern aus dem Libanon importiert.
Außerdem wurden Schafe, und Ziegen und Rinder gehalten, in sumerischer Zeit auch Schweine.
Geschichte
Der Großteil der bekannten Geschichte Mesopotamiens ist geprägt von der schubweisen Einwanderung diverser Völkern. Meist zerfiel die Region in zahlreiche Stadtstaaten, ähnlich wie im antiken Griechenland, denen Könige vorstanden, die miteinander zeitweilig im Krieg standen. Weiterhin gab es Phasen, die von Grossreichen dominiert wurden, sowie Phasen, in denen Mächte aus den Nachbarregionen Eroberungsfeldzüge führten.
Das fruchtbare Mesopotamien lockte im Laufe der Geschichte unzählige Völker an. Im Gegensatz zu Ägypten konnten sich die Einwohner Mesopotamiens wegen der langen, offenen Grenzen nie wirklich gegen neue Einwanderer abschotten.
Vorgeschichte
Erste menschliche Spuren in Vorderasien fand man aus dem 70. Jahrtausend v. Chr. Neanderthaler lebten hier als Nomaden.
Erste feste Siedlungen wie Göbekli Tepe und Nevali Cori entstanden Ende des 9. Jahrtausends in Nordmesopotamien im sogenannten PPN A. Zu dieser Zeit waren domestizierte Tiere und Pflanzen noch unbekannt.
Die Besiedlung des südlichen Mesopotamiens beginnt in der Obed-Zeit.
Seit der Uruk-Zeit finden sich Städte und die Anfänge der Schrift, die sich aus einem System von Piktogrammen zur sumerischen Keilschrift entwickeln sollte.
Sumerer
Die ersten Schriftzeugnisse in Südmesopotamien sind in sumerischer Sprache verfasst. Manche Sprachforscher vermuten, dass die sumerische Sprache mit dem Mongolischen, dem Türkischen oder dem Ungarischen verwandt sein könnte, und leiten daraus eine Einwanderung der Sumerer ins Zweistromland von Osten her ab, wo sie die Wurzeln dieser Sprachen vermuten. Archäologisch gibt es für eine solche Zuwanderung keine Belege. Die Theorie, dass das südliche Mesopotamien im Neolithikum noch unter dem Meeresspiegel lag, lässt sich inzwischen nicht mehr halten, auch wenn es durch die Erosion im Folge ackerbaulicher Nutzung und Überweidung in Taurus und Zagros zu einem starken Bodenauftrag kam.
Ende des 4. Jahrtausends v.Chr. wurden Technologien für eine effektivere Bewässerung der Felder entwickelt und etabliert, sodass sich erstmals auch größere Städte bilden konnten. Das weitverzweigte Kanalsystem wurde von so genannten Priesterfürsten organisiert und gemeinsam bebaut ("Tempelwirtschaft".
Handwerk und Handel gewannen immer mehr an Bedeutung und die Städte wurden immer wohlhabender. Jede dieser Siedlungen war politisch eigenständig.
Die steigenden Anforderungen an die Organisation und auch die Tempelwirtschaft bedingten und begünstigten die Entwicklung einer Schrift. Zunächst diente die Schrift nur der Buchhaltung.
Die wichtigste Stadt der Sumerer war Uruk, die Stadt Gilgameschs. Der Epos dieses Helden gilt als das älteste erhaltene literarische Dokument der Menschheit.
2700 v. Chr. wurde die Keilschrift in ihren Möglichkeiten zur Vollendung geführt.
Ab 3000 v. Chr. wanderten Nomaden aus dem Norden in das südliche Mesopotamien ein. Die sumerische Königsliste, die auch von einer Sintflut berichtet, dokumentiert diese Wanderungen durch das Auftauchen semitischer Namen. Die Historiker bezeichnen diese Epoche als Frühdynastische Periode, die im 23. Jahrhundert v. Chr. endete.
In dieser Epoche zerbrach die Einheit von geistlicher und weltlicher Macht. Paläste wurden für die Könige gebaut, die nicht nur der Repräsentation dienten. Die Könige dieser Zeit wurden "lugal" genannt (= großer Mensch). Ihren Machtanspruch zeigten die Herrscher auch mit ihren Gräbern, indem sie sich mit ihrem Gefolge begraben ließen. Mehrere dieser Königsgräber fand man in der Nähe von Ur.
Weitere Erfindungen, die für die Wirtschaft entscheidende Bedeutung hatten, waren das Rad und die Töpferscheibe (späte Uruk-Zeit).
Einigung und Blütezeit unter Akkad
Mit Sargon von Akkad, einem Stadtstaatenkönig der Sumer, begann eine neue Epoche.
Er schuf das erste große vorderasiatische Reich, indem er die vielen Stadtstaaten vereinte, sodass er heute auch als Sargon I. bezeichnet wird. Zu seinem Machtbereich gehörte ganz Mesopotamien sowie Teile Syriens, des Irans und Kleinasiens.
Die Stadt Akkad wurde zu seinem Regierungssitz. Die akkadische Sprache verdrängte das Sumerische.
Die Eroberungen Sargons führten zu wirtschaftlichen und kulturellen Verknüpfungen mit den unterworfenen Völkern und den neuen Nachbarn. Der Zugang zum Persischen Golf ließ einen florierenden Seehandel entstehen.
Kulturell wurde das Leben im Reich Sargons I insbesondere von der ägyptischen Kultur beeinflusst. Das zeigte sich sowohl in den bildlichen Darstellungen als auch in der Verehrung des Herrschers als Gott bzw. als Stellvertreter Gottes.
Das Reich der Akkad hatte nicht lange Bestand. Zahlreiche Aufstände und insbesondere das einwandernde Bergvolk der Gutäer beendeten die Epoche (Reich von A.: um 2235-2094 v. Chr.).
Dieses erste große Reich blieb in den Mythen der Region lebendig. So berichten selbst die viel später aufkommenden Assyrer in ihrer Historie von Sargon.
Neuformierung in der Ur III Dynastie
Nach knapp 100 Jahren wurden die Gutäer vertrieben, und die sumerischen Stadtstaaten fanden wieder zu Macht und Größe. Die Stadt Ur wurde erneut zum Zentrum. Die so genannte Ur III-Dynastie dauerte von 2047 - 1939 v. Chr..
Diese Zeit zeichnete sich durch eine straffe Verwaltung aus und durch die Festlegung von Rechtsverordnungen (Codex Urnammu).
Diese Epoche ist die letzte von den Sumerern geprägte Zeit. Ihr Niedergang ist durch das Schwinden der Macht der Städte gekennzeichnet, wodurch ein weiteres Nomadenvolk seine Chance zum Aufstieg bekommen sollte.
Babylonisches Zeitalter
Es ist nicht bekannt, wann die Stadt Babylon gegründet wurde.
Erst unter König Hammurapi gelangte die Stadt in den Mittelpunkt des Zeitgeschehens und wurde so bedeutend für die Region, dass die Griechen in der Folge ganz Mesopotamien als Babylonien bezeichneten.
Hammurapi ist der Nachwelt besonders bekannt, weil er eine der ersten überlieferten Gesetzessammlungen verfasste, den sogenannten Kodex Hammurapi. In 280 Paragrafen regelte dieses Werk Aspekte des bürgerlichen Rechts, das Straf- und Verwaltungsrecht.
Es definierte zahlreiche Einzelfallentscheidungen, die sich oft durch große Härte auszeichneten.
Die Historiker sind sich nicht sicher, wie dauerhaft diese Gesetzessammlung beachtet wurde.
Das Reich Hammurabis zerfiel in den nächsten Jahrhunderten. Die Kassiten wanderten ein, und die Hethiter erstarkten im Westen.
Erst ab dem 15. Jahrhundert v.Chr. erreichte Babylon wieder Weltgeltung. Besonders mit Ägypten gab es engere Beziehungen, da zahlreiche babylonische Prinzessinnen nach Ägypten verheiratet wurden.
Weltreich der Assyrer
- Siehe auch: Geschichte des assyrischen Reiches
Geschichte des assyrischen Reiches
Im 18. Jahrhundert v. Chr. vereinte Schamschi-Adad I. zumindest im Norden Mesopotamiens ganz Assyrien, aber in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zerfiel Assyrien bereits wieder, womit das Altassyrische Reich beschlossen wurde.
Im 14. Jahrhundert v. Chr. erstarkte als neue Macht Assyrien. Die Herkunfts- und Hauptstadt Assur lag am oberen Tigris.
Historiker vermuten, dass die Stadt am Anfang unter der Herrschaft Akkads stand, während die ersten Assyrer nur Nomaden waren.
An der Spitze der Assyrer stand der König, der sich auch als Stellvertreter des Gottes Assur sah.
Daneben übten die Kaufleute einen bedeutenden Machtanspruch im Land aus.
Assur, geographisch günstig an wichtigen Handelswegen gelegen, handelte mit dem Iran, Babylon und dem heutigen Anatolien.
Unter Assur-uballit I. (1353-1318 v. Chr.) erlangte Assyrien seinen Einfluss zurück.
Zahlreiche Eroberungen führten wieder zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.
Der König Tukulti-Ninurta verstand sich wieder als Stellvertreter des Gottes Assur. Er nannte sich selber “Herrscher der vier Erdteile” und machte damit seinen Machtanspruch deutlich.
Mit seinem Tod endete aber diese Epoche des Mittelassyrischen Reiches.
Einen letzten Aufschwung erlebte das Reich mit ihrem König Assur-dan III. (935-912 v. Chr.), der zahlreiche Städte aramäische Städte eroberte. Die Assyrer übernahmen von dem Aramäern jedoch allmählich Schrift und Sprache.
Die Könige Assurnasirpal II. (883-859 v. Chr.) und Salmanassar III. (858-824 v. Chr.) erweiterten den assyrischen Machtbereich bis nach Syrien. Nach einigen Rückschlägen und inneren Zwistigkeiten gelang es Tiglat-pileser III. (745-727 v. Chr.) Babylon, Phönizien, Palästina und Israel zu erobern.
Der Eroberungsdrang fand 50 Jahre später seinen Höhepunkt in der Eroberung Ägyptens durch Asarhaddon (681-669 v. Chr.).
Assurbanipal (669-627 v. Chr.) war der letzte bedeutende Herrscher. Die griechischen Historiker verunglimpften den Herrscher als Schwächling. Heutige Historiker können dieses Urteil nicht bestätigen. Sie sehen in ihm einen erfahrenen Politiker, der sehr belesen war. Seine Bibliothek ist eine bedeutende Quelle für die Geschichte des Zweistromlandes.
18 Jahre nach dem Tod Assurbanipals ging Assyrien endgültig unter. Die vereinigten Meder und Babylonier besiegten die Heere Assyriens (609 v. Chr.) Assur und Ninive wurden vollkommen zerstört und die Assyrer verschwanden schließlich aus dem Gedächtnis der nachfolgenden Generationen, bis dieser Name aus politisch-sozialen Gründen innerhalb des aramäischen Volkes im Osten im 19. Jahrhundert n. Chr. wiederbelebt wurde.
Antike und Mittelalter
Mesopotamien war als Teil der Diözese des Ostens zeitweise eine römische und byzantinische Provinz
und damit Schauplatz der Kriege zwischen Rom und den Parthern, bw. dem neupersischen Reich der Sassaniden. Mit der Expansion des islamischen Reiches kam Mesopotamien unter arabische Herrschaft. Im frühen Mittelalter waren die Städte Bagdad und Samarra Sitze des abbasidischen Kalifats.
Später wurde die Region dem Osmanischen Reich einverleibt. Bis sie nach dem Ersten Weltkrieg im Staat Irak aufging.
Kultur
Wirtschaft und Volkswirtschaft
Im 3. Jahrtausend (Sumerer) herrschten die Priesterfürsten, die die politische und religiöse Macht in ihren Händen hielten.
Sie organisierten auch die Kanalisierung des Landes und den Ackerbau.
Der Haushalt des Staates war gleichbedeutend mit dem des Herrschers, man nennt diese Wirtschaftssystem Oikos-Wirtschaft.
Die Organisation benötigte dafür einen großen Verwaltungsapparat.
Die Menschen, die für die Priesterfürsten arbeiteten, wurden mit Naturalien bezahlt.
Privateigentum wurde erst in der Zeit Babylons etabliert.
Die Aufgaben des Staates wurden im Laufe der Zeit teilweise “privatisiert”, d.h. ein Pächter übernahm die Arbeiten und musste dafür eine Leistung (z.B. Silber) erbringen.
Die Bauern im 2. bis 1. Jahrtausend dagegen tauschten ihre Produkte gegen benötigte Lebensmittel und Textilien.
Die Tempel und ihre Priester hatten in Assyrien weit weniger Einfluss auf die Wirtschaft.
Der assyrische Staat duldete das Privateigentum und finanzierte sich durch Tribute und Steuern.
Die Ländereien waren im Besitz von Adelsfamilien, die die kleinen Bauern immer mehr zu Abhängigen machten.
Einen großen Vorteil hatte der Landbesitz - er war steuerfrei.
Neben Landbesitz besaßen diese Adelfamlienen meist noch große Handelsunternehmungen.
Auch in Babylon gab es einflussreiche Handelsherren, die mit ihren Familien regelrechte Dynastien bildeten.
Nicht nur durch Handel vermehrten sie ihr Vermögen, sondern auch durch Geldgeschäfte.
Erstaunlicherweise schien es zu dieser Zeit keine Märkte (Basare) gegeben zu haben, wie man es von einem orientalischen Land eigentlich erwarten würde.
Doch die aufgefundenen Dokumente berichten nicht über diese Handelsform.
Mesopotamien handelte mit den angrenzenden Ländern.
Die Fernhandelsbeziehungen reichten dabei sogar von der Ostsee bis zum Indusdelta.
Die Waren wurden per Schiff oder mit Karawanen ins Land gebracht.
Die Karawanen transportierten ihre Handelsware zunächst mit Eseln, ab dem 1. Jahrtausend v. Chr. trugen Kamele die Ware.
Im geringen Umfang wurden auch Pferde und Wagen eingesetzt.
Straßen gab es erst seit dem Neuassyrischen Reich.
Zunächst herrschte der Tauschhandel vor, später galten bestimmte Mengen an Gerste als Tauscheinheit. Ab dem 3. Jahrtausend wurden Metalle, insbesondere Silber zur Universalwährung.
Babylonien hatte den Schekel, Minen und Talente als Währungseinheiten.
30 kg Silber entsprachen einem Talent, ein Schekel wog 8,4 g.
Ab dieser Zeit finden sich auch Hinweise auf Handwerker, Köche, Schuster u.a. Berufe. Sie dienten zunächst im Rahmen der Tempelwirtschaft. Ab dem 2. Jahrtausend arbeiteten sie auch verstärkt unabhängig im privaten Interesse.
Die Stellung der Frau
Die Stellung der Frau in Mesopotamien ist für die Historiker trotz aller Quellen nicht eindeutig festzulegen.
Der zukünftige Ehemann schloss mit dem Brautvater einen Ehevertrag, und die Frau brachte eine Mitgift in die Ehe.
Der Mann war der eindeutige Familienvorstand. Die Stellung der Frau hing davon ab, ob sie Kinder zur Welt brachte. Blieb die Ehe kinderlos, konnte der Ehemann sich scheiden lassen oder eine Nebenfrau nehmen. Hatte die Ehefrau aber Kinder, war eine Scheidung kaum möglich. Frauen stand aber das Recht auf Scheidung zu.
Die Frauen konnten auch Besitz haben, sie durften handeln und erben. Historiker vermuten, dass die Frauen in Babylon fast die Gleichberechtigung errungen hatten. Das galt natürlich nur für Frauen aus der Oberschicht.
Die Kindersterblichkeit war hoch, so erreichten nur zwei bis vier Kinder das Erwachsenenalter.
Sprache, Schrift und Zahlen
Vor dem 4. Jahrtausend verwendeten die Bewohner des Zweistromlandes so genannte Zählsteine für die Rechenaufgaben des Alltags.
Der sich ausweitende Handel führte im 3. Jahrtausend zur Entwicklung der Keilschrift.
Zunächst bestand die Schrift hauptsächlich aus Bildsymbolen.
Später wurde sie abstrakter.
Da viele Menschen nicht schreiben konnten, nahmen sie für ihre Zwecke die Dienste von Schreibern in Anspruch.
Der Schreiber wurde so zu einer angesehenen Person in der Gesellschaft.
Die Zeichen wurden dabei mit Griffeln auf Tontafeln geritzt.
Zuerst zog man auf der Tontafel senkrechte und waagerechte Linien.
Dann trug man die Symbole in die entstandenden Kästchen, indem man sie mit dem dreikantigen Ende eines dünnen Holzes in die weiche Tontafel eingedrückte.
Geschrieben und gelesen wurde von links nach rechts.
Die so genannte Keilschrift erreichte um 2700 v. Chr. ihre Vollendung.
Die Keilschrift wurde über 2500 Jahre lang in Mesopotamien angewandt und fand sich auch in Syrien und bei den Hethitern.
Bei den Sumerern standen die einzelnen Zeichen für ganze Worte, die auch mehrere Bedeutungen haben konnten.
Man kombinierte teilweise Zeichen, z.B. um Handlungen darzustellen.
So wurde der Begriff “Essen” durch die Symbole “Mund” und “Brot” dargestellt.
Diese Bilderschrift erlaubte es den Menschen, die Dinge des Alltags besser zu organisieren.
Die Schrift wurde im Lauf der Zeit komplexer, einzelne Symbole konnten jetzt auch Laute bzw. mehrere Symbole konnten ganze Sätze darstellen. Das ermöglichte die Geburt der Literatur, wie sie sich auch im durch die ganze Region bekannten Gilgamesch-Epos niederschlug.
Vor dem 2. Jahrtausend herrschte im Zweistromland keine der benutzten Sprachen vor.
Es wurde gleichberechtigt das Sumerische und das Akkadische gesprochen.
Die Jahrhunderte lange Ansiedlung und Verbreitung der verschiendensten aramäischen Stämme über den gesamten fruchtbaren Halbmond machten Aramäisch zur führenden Sprache des Nahen Ostens.
Die sumerische Sprache blieb bis zur Zeitenwende die Sprache der Gebildeten, ähnlich wie es Griechisch während des Römischen Reiches oder wie es Latein im Mittelalter war.
Das Aramäische war nun unumgänglich, es war die Sprache nahezu aller Untertanen der Reiche im Vorderen Orient, die im Laufe der Jahrhunderte entstanden. Im persischen Reich wurde das Aramäische zur Kanzleisprache, d. h. Amtssprache des Reiches.
Alexander der Große eroberte schließlich weite Teile Mesopotamiens. Er und seine Nachfolger verbannten in der Folge das Akkadische, während Aramäisch zur Staatssprache erklärt wurde.
Durch die Aramäer wurde auch die Silbenschrift, welche von den Phöniziern übernommen wurde, eingeführt. Dabei wurden nur die Konsonanten geschrieben, Vokale gab es in der zugehörigen Schrift nicht (gleiches gilt für die Urschriften der Bibel sowie die Hieroglyphenschrift der Ägypter). In dieser Epoche wurde auf Papyrus und Pergament geschrieben.
Die Entschlüsselung der sumerischen Schrift
Der Deutsche Carsten Niebuhr kam 1756 nach Persepolis. Er fand dort in den Ruinen des Palastes zahlreiche Inschriften, die er kopierte. Dabei stellte er fest, dass diese in drei Sprachen unter Verwendung von zwei unterschiedlichen Keilschriften niedergeschrieben worden waren. Die erste dieser Schriften wurde als Altpersisch erkannt, das um ca. 600 v. Chr. gängig war. Der deutsche Professor Georg Friedrich Grotefend und andere Personen begannen daraufhin, die aufgefundenen altpersischen Texte zu übersetzen.
1835 entdeckte der Engländer Henry Creswicke Rawlinson Felsbilder, die ebenfalls dreisprachige Texte enthielten. Er begann, die unbekannten Keilschrifttexte zu entschlüsseln. Die zweite Sprache stellte sich als babylonisch heraus, ein Dialekt des Akkadischen, der bis etwa zur Zeitenwende in Gebrauch war. Nun waren zwei der Sprachen lesbar. Bei der Analyse der akkadischen Texte stießen die Sprachforscher auf Unklarheiten. Man vermutete dadurch richtigerweise, dass diese verwendete Schrift aus der Sprache eines anderen Volk übernommen und angepasst worden war.
1869 identifizierte Julius Oppert die Urheber der bis dahin nicht zugeordneten Schriftzeichen als die Sumerer. Zahlreiche spätere Funde sollten seine Erkenntnis bestätigen.
Literatur
- Barthel Hrouda: Mesopotamien : Die antiken Kulturen zwischen Euphrat und Tigris. 3. Aufl. München 2002, ISBN 3-406-46530-7
- Die blühenden Städte der Sumerer, 1994, ISBN 9053905197
- Saggs, H.W.F.: Mesopotamien. Assyrer - Babylonier - Sumerer. Zürich 1966
- [http://www.beepworld3.de/members17/shuraya/assyrismus.htm Assyrismus]
- [http://cdli.ucla.edu/staff/englund/Images/Images.html Figures for Englund, Mesopotamian studies]
Kategorie:Archäologie
Kategorie:Mesopotamien
Kategorie:Historische Landschaft
Kategorie:Alter Orient
Kategorie:Altertum
ja:メソポタミア
ko:메소포타미아
th:เมโสโปเตเมีย
Babylon
, Berlin)]]
Babylon (babyl. Bab-ilani – Tor Gottes; hebr. Babel בבל) war als Hauptstadt Babyloniens eine der wichtigsten Städte der Antike. Sie lag am Euphrat, etwa 90 km südlich von Bagdad im heutigen Irak. Die Ruinen der Stadt sind unter anderem von Robert Johann Koldewey Anfang des 20. Jahrhunderts teilweise ausgegraben worden.
Etymologie
Der Name Babylon leitet sich aus dem akkadischen Wort Bab-ili ab, was Tor Gottes bedeutet. Diese Form ist aber bereits von den Akkadern bzw. Babyloniern falsch verstanden worden und geht sehr wahrscheinlich auf eine heute nicht mehr verstehbare (nicht akkadische) Urform, möglicherweise babbillum zurück. In späterer Zeit wurde dann der akkadische Name bab-ilim graecisiert, wodurch dann das uns heute bekannte Babylon entstand.
Babylon historisch
akkadischen
akkadischen
akkadischen
Erstmalige Erwähnung findet Babylon am Ende des 3. Jahrtausends v. Chr.. Unter dem berühmten König Hammurabi (1792 - 1750 v. Chr.) erlangte die Stadt erstmals eine Vormachtstellung im Alten Orient. Unter den Herrschern der neubabylonischen oder chaldäischen Dynastie erlangte sie den Höhepunkt ihrer Macht.
Nach dem Zerfall Sumers wurde Babylon im 18. Jahrhundert v. Chr. unter den Amoritern zu einem regionalen Machtzentrum.
Die Stadt war Zentrum Babyloniens, und ist auch durch die Hängenden Gärten der Semiramis, eines der Sieben Weltwunder der Antike, bekannt.
Babylon verlor mit dem Aufstieg Assyriens an Bedeutung, auch wenn es im 6. vorchristlichen Jahrhundert zu einer Erneuerung kam (Spätbabylonisches Reich). Der Perserkönig Cyrus II. eroberte 539 v. Chr. Babylon. Alexander der Große eroberte die Stadt nach dem Sieg bei Gaugamela und wurde als Befreier begrüsst. Alexander machte Babylon später auch zum Sitz seines Reiches, wo er dann auch am 10. Juni 323 v. Chr. verstarb. In der Zeit der Diadochen gehörte Babylon zum Seleukidenreich, verlor aber zu einem späteren, nicht genau feststellbaren Zeitpunkt an Bedeutung und ist allmählich unbewohnt geworden.
Babylon aktuell
Seleukiden
Nach dem Irak-Krieg richteten US-amerikanische und polnische Truppen im April 2003 einen Stützpunkt um Babylon ein, um die antike Stadt vor Räubern und Vandalen zu schützen. Laut einem Bericht des Konservators des Britischen Museums John Curtis wurde die Ruinenstadt jedoch erheblich beschädigt. Unter anderem seien die Drachen des Ischtar-Tors bei dem Versuch eines Unbekannten, Steine herauszubrechen, in Mitleidenschaft gezogen worden.
Rezeption
Babylon im Alten Testament
Der hebräische Name für das antike Babylon ist Babel. Der Bau des pyramidenförmigen Tempelturms von Babylon (siehe auch Turmbau zu Babel) wird im Alten Testament der Bibel erwähnt. Zur Strafe für die Vermessenheit der Bauherren, den Himmel bzw. Gott erreichen zu wollen, habe Gott die Menschen verwirrt und ihnen verschiedene Sprachen gegeben. Davon kommt die Redensart 'babylonisches Sprachgewirr'. Der Turmbau zu Babel hat mit Babylon jedoch nichts zu tun. Der Name des dortigen Turmes war "Etemenanki".
Die Herrscher von Babel führten Kriege gegen das Volk Israel und verschleppten große Teile des Volkes in die babylonische Gefangenschaft. Das Buch Daniel der Bibel berichtet darüber. Die Eroberung und endgültige Zerstörung Babylons wurde etwa 200 Jahre zuvor von Jesaja vorausgesagt.
Babylon im Christentum
Im Neuen Testament wird der Name 'Babylon' bzw. das Attribut 'babylonisch' zwölfmal erwähnt. Dies geschieht zum einen in Rückblicken auf die Geschichte Israels, zum anderen in den prophetischen Reden über die Zukunft der Welt. Babylon bezeichnet hier das irdische widerchristliche Machtzentrum im Gegensatz zur Stadt Gottes, dem 'himmlischen Jerusalem'. In der Offenbarung des Johannes wird ihre Zerstörung in den letzten Gerichten Gottes voraus gesagt. In 1. Petrus 5,13 grüßt der apostolische Schreiber seine Gemeinde aus Babylon. Manche Ausleger vermuten, dass hier Babylon als ein Pseudonym für Rom gebraucht wird. Andere hingegen verweisen auf den nicht genau feststellbaren Zeitpunkt des Verfalls der Stadt und nehmen die Bezeichnung "Babylon" wörtlich. Sie glauben, dass Paulus, als Apostel für die Nationen und nicht Petrus in Rom war.
In der von der Offenbarung des Johannes geprägten christlichen Symbolik gilt Babylon als gottesfeindliche Macht und Hort von Sünde und Dekadenz. Martin Luther deutete das ihm verhasste Papsttum als Hure Babylons.
Musikalische Rezeption
Zumeist bauen Lieder, die mit Babylon zu tun haben, auf die Bedeutung der Stadt im Alten Testament als ein Ort des Exils und der Versklavung. Gelegentlich nehmen Lieder aber auch die neutestamentliche Bedeutung der Stadt als Zentrum des Bösen auf.
Die Gefangenschaft und die spätere Rückkehr des Volkes Israel in seine Heimat wurde für die christlichen Sklaven in den USA des 19. Jahrhunderts zum Gleichnis ihrer Gefangenschaft und der Hoffnung auf Befreiung. Bekannt ist die Vertonung des Lieds By the waters of Babylon von Don McLean, eine Nachdichtung des 137. Psalms. Der Song By the Rivers of Babylon von Boney M. behandelt ebenfalls den Text des 137. Psalms. Die deutsche Vertonung "Die Legende von Babylon" von Bruce Low geht jedoch um den Turmbau zu Babel und hat nichts mit der Stadt Babylon zu tun.
Söhne und Töchter der Stadt
- Berossos, babylonischer Historiker
- Thamir Abbas Ghadban, irakischer Politiker
- Talib Schabib, irakischer Politiker
Siehe auch
- Babylonien, Turmbau zu Babel, Portal:Bibel.
- Assyrien
Literatur
- Joan Oates: Babylon. Stadt und Reich im Brennpunkt des Alten Orient, Gondrom-Verlag, Bindlach 1990. ISBN 3-8112-0727-X
- Nelson DeMille: An den Wassern von Babylon, Goldmann-Verlag 1990, ISBN 3-442-09647-2
Kategorie:Ort im Irak
Kategorie:Mesopotamische Stadt
Kategorie:Babylon
Kategorie:Ort in der Bibel
ja:バビロン
627 v. Chr.
----
Das 7. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 700 v. Chr. und endete am 31. Dezember 601 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- um 700 v. Chr. - Blütezeit des Reichs der Sabäer, Reichseinigung unter dem Herrscher Karib'il Watar.
- 696 oder 679 v. Chr. - Zerstörung Gordions durch Kimmerier, damit Zusammenbruch des Phrygerreichs.
- 689 v. Chr. - Zerstörung Babylons durch die Assyrer unter König Sanherib
- 683 v. Chr. - Der Staat Lu schlägt eine Invasion des wesentlich mächtigereren Staates Qi zurück.
- 682 v. Chr. - Beginn der attischen Archontenlisten
- Um 680 v. Chr. besiegte der assyrische König Assurhaddon ins Land eingedrungene Kimmerier, ein nomadisierendes Reitervolk, das anschließend Phrygien bezwang und schwere Verwüstungen in Lydien verursachte.
- 663 v. Chr. - Zerstörung von Theben (No-Amon)
- 660 v. Chr. - Legendärer Regierungsbeginn von Jimmu, dem mytischen ersten Tennō (Kaiser) Japans, Epoche der japanischen Zeitrechnung; in Wahrheit regierte der erste Kaiser fast mit Sicherheit erst viele Jahrhunderte später
- ab Mitte des 7. Jh.: Gründung vieler Kolonien rund um das Schwarze Meer durch Milet
- 624 v. Chr. - Drakon reformiert das griechische Strafrecht.
- 614 v. Chr. - Die Meder zerschlagen Assyrien und zerstören Assur.
- 612 v. Chr. - Zerstörung von Ninive durch die Babylonier und Meder am 10. August
- um 600 v. Chr. - Pompeji wird auf einem Hügel nahe der Mündung des Sarno von den Oskern gegründet.
- um 600 v. Chr. - Beginn der Eisenverarbeitung in Deutschland
Persönlichkeiten
- Ancus Marcius, römischer König
- Numa Pompilius, römischer König
- Assurbanipal, assyrischer König
- Drakon, griechischer Rechtsreformer
- Karib'il Watar, sabäischer König
- Kolaios von Samos, griechischer Seefahrer
- Kaiser Suizei (jap. 綏靖天皇; - 632 v. Chr. - † 10. Mai 549 v. Chr.)
Erfindungen und Entdeckungen
- Erste Münzprägung in Lydien
00-07
ja:紀元前7世紀
Sin-leqe-unniniSin-leqe-unninni war jüngerer babylonischer Überlieferung zufolge der Verfasser des Gilgamesch-Epos. Er soll um das Jahr 1200 v. Chr. auf Grund älterer, auch sumerischer Vorlagen das Epos zusammengestellt haben und damit eine einheitliche, kanonische Fassung auf zwölf Tontafeln. Das Epos schildert die Auseinandersetzungen des Gilgamesch, des (historischen?) Königs von Uruk (aus der 1. Hälfte des 3. vorchristlichen Jahrtausends?), mit den Göttern auf seiner Suche nach der Unsterblichkeit, es schildert die Vergeblichkeit menschlichen Mühens im Angesicht des Todes und die Vergänglichkeit des Menschen. Gilgamesch selbst soll das Epos, gleichsam als „Autobiografie“, in Stein gemeißelt haben. Die ersten elf Tafeln schildern die Taten des Gilgamesch auf Erden und bilden das eigentliche Epos, die zwölfte Tafel gibt in babylonischer Übersetzung einer sumerischen Erzählung eine Unterweltsbeschreibung wieder, die nur insofern mit Gilgamesch zu tun hat, als dass der König von Uruk nach seinem Tod als Totenrichter in der Unterwelt gewirkt haben soll.
Literatur
- JURSA, MICHAEL, Die Babylonier. Geschichte, Gesellschaft, Kultur (= BSR 2349), München 2004, S.118-122. ISBN 3-406-50849-9
Kategorie:Autor
Kategorie:Mann
NiniveNinive (Ninua) war eine altmesopotamische Stadt am Tigris, dem heutigen Irak, heute die Tells von Kujundschik und Nebi Jenus am linken Ufer des Tigris gegenüber der Stadt Mossul. Der Name der Stadt ist sumerischen Ursprungs.
Stadtgeschichte
Spuren von fünf Siedlungen aus der Zeit zwischen 5000 und 2800 v. Chr. wurden gefunden. Bereits zur Zeit der Sumerer und Babylonier hatte die Stadt große Bedeutung. Eine administrative und religiöse Hochblüte erlebte Ninive in der Zeit von 704 bis 681 v. Chr. unter Sanherib als Hauptstadt des Neu-assyrischen Reiches. Assurbanipal (669 bis 626 v. Chr.) erweiterte die Stadt und machte sie zum Mittelpunkt seines Reiches.
Sanherib ließ einen 80 Kilometer langen Kanal bauen, um die Stadt mit Wasser zu versorgen, und errichtete einen Staudamm. In der Stadt, die mit doppelten Mauern mit Türmen umgeben war, entstanden prachtvolle Paläste, die reich mit Reliefs verziert waren. Auffallend ist, dass es sich vorwiegend um Kampf-, Jagd- und Kultszenen handelt und religiöse Darstellungen in der Minderheit sind.
Am 10. August 612 v. Chr. wurde Ninive als dritte und letzte Hauptstadt Assyriens (nach Assur und Nimrud) von den Medern und Babyloniern zerstört.
Ausgrabungen
1842 wurde Ninive von Paul Émile Botta wieder entdeckt und teilweise ausgegraben. Es wurden Tontafeln mit Keilschrifttexten gefunden, die leider von europäischen Archäologen unsachgemäß freigelegt wurden.
Ninive in der Bibel
Der Prophet Jona erhält im gleichnamigen Buch des alten Testaments von Gott den Auftrag, der Bevölkerung von Ninive die Zerstörung ihrer Stadt wegen ihres sündhaften Verhaltens anzukündigen. Jona geht nur widerwillig nach Ninive. Aber nach seiner Verkündigung ändern die Menschen von Ninive ihr Verhalten und tun Buße. Gott erweist ihnen Gnade und Ninive wird nicht gerichtet. Jona aber ist mit der Vorgehensweise Gottes nicht einverstanden und fordert das Gericht. Gott aber verweist auf sein gnädiges Herz (Jona 4,9-11)
Literatur
- Matthiae, Paolo: Ninive, glanzvolle Hauptstadt Assyriens, Hirmer, München 1999. ISBN 3-7774-8240-4
Kategorie:Ort im Irak
Kategorie:Mesopotamische Stadt
Kategorie:Sumer
Kategorie:Ort in der Bibel
Gilgamesch]]
Gilgamesch war, nach den sumerischen Königslisten, König der mesopotamischen Stadt Uruk von ungefähr 2652 v. Chr. bis 2602 v. Chr..
Vom historischen Gilgamesch weiss man nicht viel, außer dass er die Unabhängigkeit Uruks vervollständigte und die Stadt mit Mauern versehen hat.
Er ist vor allem bekannt durch das nach ihm benannte Gilgamesch-Epos.
Kategorie:Literarische Figur
Kategorie:Sumer
Kategorie:König (Sumer)
Kategorie:Mesopotamische Mythologie
ja:ギルガメシュ叙事詩
SintflutAls Sintflut wird im Buch Genesis der Bibel eine große weltumspannende Flut bezeichnet, mit der Gott die Menschen für ihr sündiges Leben bestraft haben soll. Die Sintflut soll 40 Tage und 40 Nächte gedauert und selbst den höchsten Berg der Welt mit Wasser bedeckt haben. Anschließend dauerte es dem biblischen Text gemäß noch mehrere Monate, bis das Wasser wieder abgelaufen war.
Nur Noach (Noah), der auf göttliche Anweisung eine Arche gebaut hatte, gelang es, mit seiner Familie und vielen Tieren (mindestens einem Paar von jeder Art) zu überleben. Die Arche landete schließlich auf dem Berg Ararat; von dort verbreitete sich das Leben wieder über die Erde. Der biblische Bericht berichtet im Anschluss davon, dass Gott einen neuen Bund mit Noach und den Menschen schloss, in dem er gelobte, die Menschen nie wieder durch eine Flut zu bestrafen. Das Zeichen dieses Bundes war der Regenbogen.
Der irische Theologe James Ussher berechnete im 17. Jahrhundert in seinen Annales veteris testamenti, a prima mundi origine deducti (Annalen des Alten Testaments, hergeleitet von den frühesten Anfängen der Welt) anhand von Bibelstellen den Zeitpunkt, zu dem die Sintflut stattgefunden haben soll und kam im Ergebnis auf das Jahr 2501 v. Chr.
Parallelen und Vergleichswerke
Die Sintflut ist nicht nur in der Bibel erwähnt, sondern auch im älteren mesopotamischen Gilgamesch-Epos, dessen Ursprung auf etwa 2600 v. Chr. datiert wird, sowie im Deukalion-Mythos, der vermutlich um 1400 v. Chr. entstand. Sie zählt somit zu den ältesten Erzählungen der Menschheit. Ähnliche Ereignisse von alles zerstörenden Naturkatastrophen, oft auch in Form einer großen Flut, und von wenigen auserwählten Überlebenden gibt es in fast allen Religionen und Kulturen.
Im neuen Testament dient die Sintflut im Lukasevangelium (17, 27) und der entsprechenden Parallelstelle im Evangelium nach Matthäus (24, 38) als Gleichnis für das Kommen des Menschensohns, das als plötzlich und unerwartet prophezeit wird:
:Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird's auch geschehen in den Tagen des Menschensohnes: sie aßen, sie tranken, sie freiten, sie ließen sich freien bis auf den Tag, da Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und brachte sie alle um.
Wissenschaftliche Erklärungsversuche
Für die Sintflut gibt es zahlreiche Erklärungsversuche. Die in der Wissenschaft heute bevorzugte Theorie besagt, dass alle mesopotamischen Flutmythen und damit letztlich auch die biblische Sintflutgeschichte auf die traumatische Erfahrung der unvorhersagbaren und gelegentlich lokal katastrophalen Schwemmfluten von Euphrat und Tigris im Zweistromland zurückgehen. Ein Zusammenhang mit den textlich oft grundverschiedenen Mythen anderer Weltregionen wird meist nicht gesehen.
Andere vermuten, dass steigende Meeresspiegel zum Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren zum Beispiel im Gebiet des Roten oder des Schwarzen Meeres für entsprechende Sagen verantwortlich sind. So gibt es sichere Hinweise auf Ansiedlungen und fruchtbare Gebiete, die heute einige Meter unter dem Meeresspiegel liegen. Kritiker wenden allerdings ein, dass der Anstieg - obwohl im geologischen Zeitrahmen als schnell zu bezeichnen - gemäß menschlichen Maßstäben kaum als Flut zu bezeichnen gewesen wäre. Auch die Kontinuität der Überlieferung über viele Jahrtausende hinweg wird als äußerst zweifelhaft angesehen. Selbst wenn sich flutartige Überschwemmungen am Ende der letzten Eiszeit nachweisen ließen, wäre äußerst unsicher, ob es sich dabei tatsächlich um die Hintergründe der Sintflutlegende handelt - wichtige Details der biblischen Geschichte wie die wochenlangen Regenfälle lassen sich jedenfalls nicht mit einem reinen Anstieg des Meeresspiegels in Einklang bringen.
Ähnliches gilt auch für die These der US-amerikanischen Marinegeologen Walter Pitman und William Ryan, die 1997 die Theorie vertraten, die Sintflut gehe auf einen Wassereinbruch in das Schwarze Meer zurück, der stattgefunden haben soll, als sich etwa im 6. Jahrtausend v. Chr. der Meeresspiegel des Mittelmeers hob und das Niveau des Bosporus erreichte. Innerhalb kurzer Zeit soll sich so der Wasserspiegel in der Senke um mehr als 200 Meter erhöht haben. Als Belege galten Funde von Süßwassermuscheln in Tiefen von bis zu 120 Metern, die mit der Radiokarbonmethode datiert wurden; auch Siedlungsfunde im Küstenbereich des Schwarzen Meeres wurden angeführt, um diese Fluthypothese zu stärken. Pitmans und Ryans Ansicht wird jedoch von wissenschaftlicher Seite heute mehrheitlich abgelehnt und kaum noch vertreten, da mittlerweile zahlreiche Hinweise darauf vorliegen, dass der Wasserfluss seit dem Ende der letzten Eiszeit aus dem Schwarzmeerbecken heraus gerichtet war und damit der sintflutartige Einbruch aus dem Mittelmeer wohl niemals stattgefunden hat.
In einem weiteren Erklärungsversuch werden die Geschehnisse der Sintflut auf die Explosion des Santorin und den nachfolgenden Tsunami in der Zeit der Minoer zurückgeführt. Dabei wird zusätzlich darauf hingewiesen, dass die Sintflutgeschichte den entsprechenden Sagen der Griechen und Kreter stark ähnelt und vermittelt durch die küstenbewohnenden Philister von den Hebräern übernommen worden sein könnte. Die meisten Judaisten schließen dies wegen der intensiven Feindschaft zwischen Hebräer und Philistern aus.
Die umstrittenste Theorie besagt, dass ein oder mehrere Meteoriten oder Asteroiden durch einen Einschlag im Meer genug Wasser aufwirbelten, um große Gebiete tage- oder wochenlang mit Regen zu übergießen. So soll es unter anderem einen großen Einschlag vor ungefähr 7600 Jahren und einen kleineren vor etwa 3150 Jahren gegeben haben, jedes Mal mit katastrophalen Folgen für die Menschheit; auch diese These hat sich bisher jedoch in der Wissenschaft nicht durchsetzen können. Es ist allerdings äußerst wahrscheinlich, dass in den letzten 10.000 Jahren zahlreiche Meteoriten in den Ozean eingeschlagen sind - unklar ist hingegen, welche Folgen diese Einschläge hatten. Am unumstrittensten ist noch, dass jeder Impakt eine vom Einschlagsort ausgehende Flutwelle, einen sogenannten Tsunami ausgelöst hätte, der auch in entfernt liegenden Küstenregionen noch starke Verwüstungen hätte anrichten können; weitergehende Angaben gelten dagegen weithin als Spekulation, so dass eine Anerkennung der These in größeren Teilen der Wissenschaft bisher auf sich warten lässt.
Historisch-kritische Analyse und kirchliche Wertung
Die historisch-kritische Analyse sieht im vorliegenden biblischen Text mindestens zwei Quellen mit zum Teil unterschiedlichen Angaben unverbunden ineinandergefügt.
Heutige Exegeten bestehen nicht auf einer Historizität der Genesistexte, sondern weisen ihnen den Charakter eines Mythos zu, in dem sich Glaubenserfahrung ausdrückt. Auch von römisch-katholischer oder protestantisch-landeskirchlicher Seite wird eine Geschichtlichkeit der Sintflut nicht als notwendiger Bestandteil christlichen Glaubens angesehen. In Kreisen evangelikaler Christen gilt die Sintflut dagegen bis heute als historisches Ereignis.
Theologische Deutung
Die Sintflut wirft in theologischer Hinsicht die Frage auf, warum ein allwissender und gütiger Gott es überhaupt zur Sintflut kommen lassen konnte. Nicht nur Atheisten stellen die Frage, warum Gott dem biblischen Bericht gemäß in der Sintflut seine eigene Schöpfung nahezu vollständig verwarf.
Das Judentum hat darauf unter anderem im Raschi-Kommentar die Antwort gegeben, dass die harte Strafe Gottes wegen des Umfangs der menschlichen Verbrechen und der Bosheit der vorsintflutlichen Geschlechter notwendig wurde. Es kam demnach zum Brudermord sowie zu massiver Gewalt zwischen den Menschen, insbesondere gegenüber Frauen, so dass das Recht des Stärkeren herrschte. Zum Beleg dient unter anderem eine Textstelle aus dem 1. Buch Mose 6:2, in der es heißt: „sie nahmen sich zu Weibern, welche sie nur wollten“.
Das Urteil Gottes lautete daher: „alles Trachten ihres Herzens war die ganze Zeit nur böse“ (6:5) und „Die Erde war voller Gewalttat“ (6:11), womit im konkreten Fall besonders schändliche Gewalt wie etwa Raub bezeichnet wurde. Die Reaktion Gottes versteht das Judentum daher als Antwort auf die so bezeichneten Greul: „Das Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen.“ (6:13). Gewalttätiges Verbrechertum, Raub und Vergewaltigungen, sind, folgt man der Sintflutgeschichte, in theologischer Hinsicht die größte Sünde.
In den Worten des Rabbi Jochanan findet diese Ansicht in den Worten
:Kommt und seht, wie schrecklich ist die Macht der Gewalt! Denn seht, die Generation der Flut beging jede denkbare Sünde, aber ihr Schicksal wurde erst besiegelt, als sie ihre Hände zum Raub ausstreckten, wie es heißt: „Denn voll ist die Erde durch Gewalttat durch sie, und ich will sie verderben mit der Erde.“
ihren Ausdruck. Der Midrasch betrachtet es als korrumpierende Natur der „Gewalt, die fähig ist, das Gute im Menschen zu demoralisieren und die als unüberwindbare Barriere zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer steht“. Die Frage, warum Gott den Tod der Sünder wünscht und nicht deren Umkehr, wird also durch die unrettbar durch Gewalt korrumpierte Menschheit begründet. Nur mit einem neuen, aus einem Gerechten hervorgegangenen Menschengeschlecht war demnach ein Neuanfang möglich.
Die Tatsache, dass der Gerechte seine Rettung, die Arche, selber bauen und danach durch schwieriges Wasser führen musste, ist ein theologisches Bild. Es wird manchmal von modernen Theologen aufgegriffen, wenn ein aufgeklärter Humanismus als heutige Entsprechung eines solchen Archebaus dargestellt wird.
An der Verpflichtung dem Mitmenschen gegenüber treffen sich jüdische, christliche und muslimische Exegeten bei der Interpretation der Sintflutgeschichte.
Wortgeschichte
Das Wort „Sintflut“ ging aus dem mittelhochdeutschem Wort „Sin(t)vluot“ hervor, das so viel wie „große, allgemeine Überschwemmung“ bedeutet, ist also nicht von dem Wort „Sünde“ abzuleiten. Die Vorsilbe „sin“ heißt stattdessen „immerwährend, durchaus, gewaltig“.
Weblinks
- [http://www.jesus.ch/index.php/D/article/157/2193/#0 Das Schwarze Meer und die Theorie einer Flut]
- [http://www.talkorigins.org/faqs/flood-myths.html Flut-Überlieferungen weltweit] (auf Englisch)
- [http://en.wikipedia.org/wiki/Deluge_%28prehistoric%29 Angenommene historische Flutereignisse] (auf Englisch)
Kategorie:Altes Testament
UtnapischtimUtnapischti(m), auch Atra-hasis, ist der „Noach“ der sumerisch-babylonischen Kulturen des altorientalischen Mesopotamien. U.a. das um 1200 v. Chr. zusammengestellte Gilgameschepos des Sin-leqe-unninni berichtet über Utnapischti. Dieser wird von Gilgamesch, dem (historischen?) König von Uruk (aus der 1. Hälfte des 3. vorchristlichen Jahrtausends?), auf dessen Suche nach der Unsterblichkeit aufgesucht. Gilgamesch weiß, dass der Gott Enlil wegen des „Lärms der Menschen“ die Sintflut schickte und das (erste) Menschengeschlecht vernichtete. Nur Utnapischti und seine Familie überlebten in einer eigens auf Geheiß des Gottes Ea (Enki) erbauten „Arche“ die sechs Tage und sieben Nächte dauernde Flut. Utnapischti und seine Frau wurden somit zu Stammeltern des neuen Menschengeschlechts, das durch ein Opfer des Stammvaters wieder mit den Göttern versöhnt wurde. Doch müssen nun die Menschen Unfruchtbarkeit, Kindersterblichkeit, wilde Tiere, Hunger und Pest ertragen, um nicht zu viele zu werden, während Utnapischti und seine Ehefrau Unsterblichkeit erlangen. Utnapischti erzählt Gilgamesch nun von der Unvermeidlichkeit des Todes und unterzieht den König einer Prüfung, wonach Letzterer sechs Tage und sieben Nächte nicht schlafen soll. Aber Gilgamesch schläft sofort ein, er kann nicht einmal dem Schlaf ausweichen – wie sollte er dies gegenüber dem Tod tun können? Gilgamesch kehrt letztlich von seiner Suche nach der Unsterblichkeit mit leeren Händen nach Uruk zurück.
Der Utnapischti/Atra-hasis-Mythos diente auf noch nicht erklärbare Art und Weise der Noach-Erzählung der Bibel als Vorlage.
Literatur
- JURSA, MICHAEL, Die Babylonier. Geschichte, Gesellschaft, Kultur (= BSR 2349), München 2004, S.118-122
Kategorie:Literarische Figur
Kategorie:Mesopotamische Mythologie
1. Buch Mose
Das 1. Buch Mose, auch Genesis (Gen.) oder Bereschit genannt, ist das erste Buch der jüdischen Torah und der Bibel.
Die Bezeichnung Bereschit (hebr. בְרֵאשִית, deutsch "Im Anfang" nach den ersten Worten) reflektiert den Gebrauch der Bibeltexte für die Lesung im Synagogengottesdienst.
Die deutsche Bezeichnung folgt gewöhnlich dem kirchlichen Sprachgebrauch und nennt dieses Buch 1. Buch Mose oder Genesis. Dieses Wort stammt aus der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel (Septuaginta), die als Titel des ersten Buches den Anfangsvers zusammenfasste: "Im Anfang schuf (hebräisch bara, griechisch ἐγένετο egeneto) Gott Himmel und Erde."
Im Anfang
Das Wort "Genesis" (γένεσις) heißt Ursprung, Geburt oder Entstehung. Es beschreibt die Schöpfung Gottes im Allgemeinen - auch als Wiege der Menschheit bezeichnet - und die Erwählung des Gottesvolks Israel, im Besonderen.
Übersicht
Das 1. Buch Mose handelt von Gottes Schöpfung, die auf den Menschen zielt, ihm dient und ihm anvertraut ist. Die biblische Schöpfungserzählung knüpft an Entstehungsmythen und Kosmogonien in Israels antiker Umwelt (vor allem das Gilgamesch-Epos) an, grenzt sich aber auch deutlich gegen mythische Vorstellungen (z. B. die Astralgötter Babyloniens) ab. Eine Theogonie und Mythologie, das heißt eine Differenzierung und Darstellung verschiedener Götter – wie etwa in den griechischen Sagen Homers – kann man ihm nicht entnehmen. Hier wirkt das 1. Gebot der Bibel bereits retrospektiv.
Von der Schöpfung der Welt ausgehend wird zunächst eine Frühgeschichte der Menschheit (Adam und Eva, Kain und Abel, Noach, die mit der Völkertafel Gen. 10 endet) erzählt. Es folgt die Frühgeschichte des Volkes Israel, beginnend mit der Berufung des Erzvaters Abraham. Die Lebens- und Familiengeschichten der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob stellen den Ursprung der Israeliten, ihrer Gesetze, Bräuche und religiösen Vorstellungen unter dem Aspekt der göttlichen Erwählung und des Bundes mit Israel dar.
Hiervon ausgehend ziehen die abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam ihre jeweiligen Interpretationen.
Das 1. Buch Mose steht in engem Zusammenhang zu den anderen vier Büchern Mose der schriftlichen Tora oder des Pentateuch: 2. Buch Mose, 3. Buch Mose, 4. Buch Mose, 5. Buch Mose.
Inhaltliche Zusammenfassung
Das Buch lässt sich inhaltlich grob in zwei Teile gliedern: Urgeschichte (Kap. 1-11) und Vätergeschichte (Kap. 12-50).
Die Urgeschichte umfasst die zwei Schöpfungsgeschichten (Kap. 1 und 2, christlich Hexaemeron genannt), die Geschichte vom Garten Eden und der Vertreibung Adams und Evas daraus; Kain und Abel, Kap. 3 und 4), die Sintflut um Noach (Kap. 6-9) und den Turmbau zu Babel (Kap. 11, erster Teil).
Diesem einführenden Teil folgen die Vätergeschichten: die Erzählungen im Land Israel um die Patriarchen Abraham (Kap. 12-25) sowie Isaak, Jakob und Esau (Kap. 25-35). Durch sie setzt Gott in die zerrüttete Welt einen segensvollen Neuanfang (Gen. 12,1-3).
Das Buch schließt mit der Geschichte um Josef und seine Brüder (Kap. 36-50), die die Handlung nach Ägypten verlagert, wo dann das 2. Buch Mose ansetzt.
Die Schöpfung
Das 1. Buch Mose beginnt mit der Schöpfung der Welt durch Gott in sechs Phasen, die oft als Tage bezeichnet sind.
#Das Licht wird geschaffen.
#Das Himmelsgewölbe wird errichtet.
#Land und Wasser werden getrennt, und Pflanzen werden erschaffen.
#Himmelskörper werden ans Himmelsgewölbe gebracht.
#Meerestiere und Vögel werden erschaffen.
#Menschen werden erschaffen, weiblich und männlich. Landtiere werden den Menschen zur Seite gestellt.
#Sabbat: Gott ruht.
Die Quelle des Lichts vor der Entstehung der Himmelskörper wird dabei nicht thematisiert, ebensowenig wie die Quelle der Existenz Gottes selbst. Es ist ein sehr kurzer Bericht.
Die kunstvolle Erzählung soll etwa zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft entstanden sein. In Abgrenzung zur polytheistischen Weltsicht der Babylonier stellt sie die Einzigartigkeit Jahwes heraus, der Herr über die gesamte Schöpfung ist.
Adam und Eva
Die zweite Schöpfungsgeschichte handelt mehr von der Welt und den Menschen in weniger idealistischer Weise: Gott schafft Adam ("Mensch"), den ersten Menschen, aus Erde ("adama") und gibt ihm den Garten Eden als Wohnsitz. Da Adam einsam ist und unter den Tieren keinen Gefährten finden will, schafft Gott aus einer Rippe Adams Eva (hebräisch: Chava), die erste Frau. Die Rebellion gegen Gott (nur christlich als: Sündenfall bezeichnet), bei dem Adam und Eva verbotenerweise vom "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" essen, führt zur Vertreibung aus dem Paradies, da Gott nicht riskieren will, dass die beiden Menschen auch noch vom Baum des ewigen Lebens, neben dem Baum der Erkenntnis, essen.
Die ersten zwei Kinder von Adam und Eva, Kain und Abel, werden geboren. Kain erschlägt seinen Bruder und wird verbannt, jedoch von Gott gezeichnet, dass die Menschen ihn nicht ob seiner Mordschuld töten (die Herkunft dieser anderen Menschen wird nicht erklärt); Enoch, einer seiner Söhne, gründet die erste Stadt, d.h. die erste Stadtgründung wird in Zusammenhang mit dem ersten Mord gesetzt. Der Ursprung der weiteren Menschen bleibt unklar; die weiteren Kinder Adams und Evas werden nur beiläufig erwähnt.
Fundamentalistische Gruppierungen, die diese Erzählung als historischen Tatsachenbericht ansehen, weisen oft darauf hin, dass die Söhne und Töchter der beiden ersten Menschen untereinander geheiraten haben müssen. Das Heiratsverbot unter Geschwistern, das v.a. dem Schutz vor genetischen Missbildungen dient, konnte damals noch nicht greifen, da Adam und Eva und ihre Kinder noch ohne genetische Defekte waren. Erst im Laufe der Erdgeschichte würden sich die versteckten genetischen Defekte im Erbmaterial der Menschen angehäuft haben.
Die Geschichte Noachs beginnt mit einer kurzen, relativ kryptischen Bemerkung über "Söhne der Götter" bzw. "Gottes", oder "Riesen", die mit Menschenfrauen Kinder bekamen. Die vorsintflutlichen Menschen werden "uralt" 800 oder 400 etc. Jahre. Der in den folgenden Generationen beginnenden Sündhaftigkeit der Menschen setzt Gott die Vernichtung aller Menschen mit Ausnahme Noachs und seiner Familie entgegen. Noach baut ein Schiff, die Arche, auf der er mit seiner Familie und einem Paar jeder Tierart -- nach einem anderen Vers bis zu sieben Paaren -- die folgende Sintflut überlebt. Gott erkennt, dass die überlebenden Menschen, Noach und seine Familie immer noch die vorsintflutlichen Verderbtheiten in sich tragen, verspricht aber in einem Bund mit den Menschen, nie wieder alles Leben durch eine Sintflut zu tilgen, der Regenbogen wird das Symbol hierzu.
Die Erzählung über die Sintflut wurde möglicherweise von den Sumerern übernommen und als Erzählung über den Bund Gottes mit dem Menschen umformuliert.
Der Turmbau zu Babel
Eine summarische Beschreibung der Völker, der Nachkommen Noachs, wird durch die Geschichte vom Turmbau zu Babel (Bawel) unterbrochen, welche in Genesis Kapitel 10 beginnt und in Gen. Kapt. 11,10 fortgesetzt wird. Die Menschen reb | | |