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GiorgioneGiorgione ( - 1478 in Veneto; † 1510 in Venedig) wurde als Giorgio da Castelfranco (auch Zorzo da Castelfranco) geboren und war ein italienischer Maler der Renaissance
Leben
Renaissance
Renaissance
Gemeinsam mit Tizian lernte Giorgione in der Werkstatt von Giovanni Bellini. Die wenigen Werke, die von ihm bekannt sind, gehören zu den reinsten Verkörperungen der Hochrenaissance in Venedig. Das Besondere an seiner Malweise ist der weitgehende Verzicht auf Umrisslinien. Entscheidender für ihn ist das Herausarbeiten farblicher Übergänge, die seine Bilder ausgesprochen atmosphärisch wirken lassen.
Giorgione da Castelfranco (spr. dschordschone), ital. Maler (eigentlich Giorgio Barbarella), geb. 1478 in oder bei Castelfranco, bildete sich zu Venedig bei Giovanni Bellini, war dann um 1500 wieder in Castelfranco für den Condottiere Costanzo als Freskomaler tätig u. malte dort 1504 für die ehemalige Kapelle Costanzo das Altarbild mit der thronenden Madonna und den Heiligen Liberale und Franziskus (jetzt in der Hauptkirche daselbst), eine der herrlichsten Schöpfungen der venezianischen Malerei, in welcher sich bereits Größe der Auffassung mit ausgereifter Schönheit und vollster Leuchtkraft des Kolorits paart. Um 1505 kehrte G. wieder nach Venedig zurück, wo er zahlreiche jetzt zerstörte Fresken an Häuserfassaden, unter andern 1508 am Fondaco dei Tedeschi (Fragmente in den Gallerie dell'Accademia und Saltwood Castle, Kent), ausführte. Von Staffeleibildern des Künstlers sind noch beglaubigt: die sogen. Familie des G., drei Figuren in einer Landschaft, womit G. das erste reine Landschaftsbild der italienischen Malerei schuf, und die drei Philosophen in einer Gebirgslandschaft (Wien, Kunsthistorisches Museum). Außerdem schreibt man ihm auf Grund von Stilverwandtschaft mit den obigen Gemälden noch zu: das Konzert (Florenz, Palazzo Pitti), drei lebensgroße Halbfiguren, die Feuerprobe des kleinen Moses, das Urteil Salomonis und das Bildnis eines Malteserritters (Florenz, Uffizien), Madonna mit Antonius und Rochus (Madrid, Museum), kreuztragender Christus (Vicenza, Casa Loschi), männliches Bildnis (Rovigo), Apollo und Daphne (Venedig, Seminario della Salute) und schlafende Venus (Dresden, Galerie). G. starb 1511 in Venedig. Die Blüteperiode der venezianischen Malerei eröffnend, hat G. zugleich in seinem kurzen Leben durch eine Reihe von Meisterwerken ihren Höhepunkt erreicht. Große Gestaltungskraft, erhabene Auffassung und eine reiche poetische Phantasie verbanden sich in ihm mit einer seltenen koloristischen Begabung, welche die tiefsten Wirkungen hervorbrachte.
Werke
- "Thronende Maria mit dem heiligen Franziskus und Liberale, 1504, Castelfranco, Veneto
- "Die schlafende Venus", zwischen 1505 und 1510, Staatliche Gemäldegalerie, Dresden
- "Laura", 1506, Lw. auf Holz, 41x34 cm, Kunsthistorisches Museum, Wien
- "Die drei Philosophen", Kunsthistorisches Museum, Wien
- "Das Gewitter", o.J., Lw., 82x73 cm, Galleria dell'Accademia, Venedig
- "Die alte Vettel", o.J., Galleria dell'Accademia, Venedig
- "Ländliches Konzert", o.J., Louvre, Paris
Literatur
- Michiel, M.: Notizia d'opere di disegno, um 1545. Bologna 1884.
- Vendramin, A. Catalogo della Collezione di Andrea Vendramin, Venedig 1627. Hrsg. von Borenius, London 1923.
- Settis, Salvatore: Giorgiones >Gewitter<. Auftraggeber und verborgenes Sujet eines Bildes. Berlin 1983.
Weblinks
-
- [http://www.artcyclopedia.com/artists/giorgione.html Biographie, Abbildungen der Werke]
- [http://www.giorgione.org Ausstellung in der Accademia Venedig, 2004]
Giorgione
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Giorgione
Kategorie:Maler der Renaissance
Giorgione
ja:ジョルジョーネ
1478
- 7. Februar: Thomas Morus (hingerichtet 1535)
- 26. März: Hieronymus Emser, Theologe und Gegenspieler Luthers († 1527)
- 17. April: Giorgione († 1510)
- 26. Mai: Papst Clemens VII. († 1534)
- 22. Juni: Philipp I., spanischer König († 1506)
- 2. Juli: Ludwig V. (Pfalz), Kurfürst von der Pfalz († 1544)
- 6. Dezember: Baldassare Castiglione, italienischer Autor und Diplomat († 1529)
- Katharina von Zimmern, Äbtissin in Zürich († 1547)
- Francisco Pizarro: spanischer Eroberer († 1541)
- 12. Juni: Luigi III. Gonzaga, Sohn des Markgrafen Gianfrancesco I. Gonzaga von Mantua ( - 1414)
- 25. Oktober: Katarina Kosača-Kotromanić letzte Königin von Bosnien
- Giuliano I. de Medici, Bruder von Lorenzo de Medici, ( - 1453)
ko:1478년
Veneto
Venetien bzw. Venezien (italienisch Veneto) ist eine Region in Nordostitalien mit 18.264 km² und ca. 4,5 Millionen Einwohnern. Sie besteht aus den Provinzen Belluno, Padua (Padova), Rovigo, Treviso, Venedig (Venezia), Verona und Vicenza. Hauptstadt ist Venedig. Die Region grenzt im Nordosten an Friaul-Julisch Venetien, im Norden an Österreich, im Nordwesten an Trentino-Südtirol, im Westen an die Lombardei und im Süden an die Emilia-Romagna.
Im äußersten Norden hat die Region noch Anteil an den Dolomiten, der Rest gehört zur Poebene. Hauptflüsse sind der Po, von dem es im Süden begrenzt wird, sowie Etsch und Piave. An der Küste gibt es zahlreiche Lagunen, in einer davon liegt die Stadt Venedig.
Der bedeutendste Wirtschaftszweig ist der Tourismus, neben Venedig sind auch die Seebäder Iesolo und Caorle beliebte Ziele.
Historisch gesehen gehörte das Gebiet die meiste Zeit zur Republik Venedig, deren Terra ferma es bildete. 1797 kam der größte Teil des Gebietes zu Österreich, 1867 fiel es an das neugegründete Königreich Italien.
Durch die Erinnerung an die lange Selbständigkeit und stolze Tradition Venedigs sind autonomistische und separatistische Tendenzen (Lega Nord - Liga Veneta, Veneto Serenissimo Governo) stark ausgeprägt.
Weblinks
- [http://www.turismo.veneto.it/foto/ Fotos von Venetien]
- [http://www.vene.to.it/ Informationen zu Venetien]
Kategorie:Italienische Region
Kategorie:Historische Landschaft
ja:ヴェネト州
1510
Politik und Weltgeschehen
- Die Portugiesen erobern Goa in Indien
- Auf dem Reichstag zu Augsburg wird Hamburg zur freien und unmittelbaren Reichsstadt erklärt. Dänemark erkennt diese Erklärung nicht an
- Beginn des portugiesischen Sklavenhandels im Bereich der Kongo-Mündung
- 30. März: Antonio de Cabezón, spanischer Komponist und Organist († 1566)
- 22. Juli: Alessandro de Medici, Duca della città di Penna und Herzog von Florenz († 1537)
- 28. Oktober: Francisco de Borja, dritter General der Jesuiten († 1572)
- Philibert Delorme, französischer Architekt († 1570)
- Francisco Vásquez de Coronado, spanischer Entdecker († 1554)
- 1. März: Francisco de Almeida, portugiesischer Seefahrer und Militär ( - 1450)
- 10. März: Johann Geiler von Kaysersberg, deutscher Prediger und Schriftsteller ( - 1445)
- 17. Mai: Sandro Botticelli, italienischer Maler ( - 1444)
- 11. November: Bohuslaus Lobkowitz von Hassenstein, deutscher Humanist, Gelehrter und Dichter ( - 1462)
- vor 25. Oktober: Giorgione, italienischer Maler ( - 1478)
ko:1510년
Venedig
Venedig [] (ital. Venezia []) ist eine Stadt im Nordosten Italiens an der adriatischen Küste, Hauptstadt der Region Venetien und der Provinz Venedig.
Die Stadt ist eines der beliebtesten touristischen Ziele in Europa und ist auch für ihren Karneval bekannt. Auf der UNESCO-Liste der schützenswerten Kulturdenkmäler des Kontinents liegt Venedig auf Platz 1 - vor Český Krumlov in Südböhmen.
Lage und Stadtgliederung
Das historische Zentrum Venedigs liegt auf mehreren Inseln inmitten der Lagune von Venedig einige Kilometer nördlich der Mündung des Po. Am wichtigsten sind dabei die durch den Canal Grande (auf italienischen Karten oft auch als Canale Grande bezeichnet) in zwei Teile getrennte Hauptinsel und die durch den Canale della Giudecca von der Hauptinsel getrennte Giudecca. Auf dem Festland gehören die "hässlichen Schwestern" Mestre und Marghera dazu. Rund um die Lagune finden sich weitere Städte, unter anderem die Fischerstadt Chioggia, die auch den Übernamen "das kleine Venedig" trägt. Der Lido gehört politisch zur Stadt Venedig, ebenso Inseln wie Torcello, Murano, Burano, San Erasmo und Vignole.
Vignole
Vignole
Das historische Zentrum der Stadt ist traditionell aufgeteilt in sechs Stadtteile: Cannaregio, San Polo, Dorsoduro (mit der Insel Giudecca), Santa Croce, San Marco and Castello (mit San Pietro di Castello und Santa Elena).
Geschichte
Zur Geschichte der Republik siehe den Hauptartikel Republik Venedig.
Republik Venedig
Was heute Venedig ist, entwickelte sich schon seit der späten Antike in Form verstreuter Siedlungen auf den Inseln der entstehenden Lagune. Der Name Venedig zeugt vom Volk der Veneter,das hier ansässig gewesen war.
Die Stadt wurde durch Flüchtlinge aus Oberitalien besiedelt, die sich vor der Invasion der Hunnen 452 und später der Langobarden 568 in den Sümpfen und auf den zahllosen Inseln der Brenta-Mündung verbargen. Die vor den Hunnen Flüchtenden sollen sich mit der Losung Veni etiam (etwa: "Auch ich bin (hierher) gekommen") gegrüßt haben. Von dieser Losung soll sich nach einer anderen gängigen Erklärung der Name Venedig ableiten.
Venedig trat die politische Nachfolge der Laguneninsel Torcello an, die als bedeutende Bischofsstadt aus noch unbekannten Gründen (Malaria?) von ihren Bewohnern in Richtung Venedig verlassen wurde und dabei eine Abgegangene wurde.
Als Außenposten des Byzantinischen Reiches, gelang es den Venezianern, im Gegensatz zu den übrigen oberitalienischen Städten, ihre Selbstständigkeit gegenüber dem Fränkischen bzw. dem Heiligen Römischen Reich zu bewahren. Außerdem profitierten sie davon, dass Byzanz angesichts der Invasionen von Langobarden, Franken, Slawen, Awaren, Persern und Arabern nicht in der Lage war, diesen Außenposten wirklich zu beherrschen. Im Gegenteil gelang es Venedig sehr erfolgreich zwischen den Kaiserreichen zu lavieren und äußerst günstige Handelsverträge zu erwirken, die ihm eine jahrhundertelange Monopolstellung im Handel zwischen Westeuropa und Byzanz sicherten.
Schon früh unter Führung eines Dogen und seiner verschiedenen Ratsgremien, wie etwa des Kleinen und des Großen Rates, erreichte der venezianische Stadtadel eine Stabilisierung seiner Vorherrschaft in der Stadt durch Handelsprivilegien, Abschließung gegen aufsteigende Familien (1297) und die Einführung von Überwachungsgremien mit fast unbeschränkter Vollmacht (wie etwa dem Rat der Zehn).
Es bildete sich die Republik Venedig heraus, die sich im Lauf des 14. Jahrhunderts auch auf das Festland ausdehnte. Bereits im 10. Jahrhundert unterstützte die Stadt ihre einstige Herrin Byzanz gegen die in Süditalien eingefallenen Muslime. Der byzantinische Einfluss in der Stadt ist auch an vielen Bauten erkennbar, wie beispielsweise am Markusdom.
Markusdom
Im 9. Jahrhundert wurde der heilige Markus zum Schutzpatron erkoren, er gesellte sich zum heiligen Theodor. Die Säulen der beiden Heiligen befinden sich noch heute auf der Piazzetta, dem zum Meer weisenden Nebenplatz des Markusplatzes. In San Marco werden die Gebeine des heiligen Markus aufbewahrt, die der Legende zufolge aus Alexandria gestohlen wurden.
Dieser Akt zeugt bereits von einem gestiegenen Selbstbewusstsein. Durch ihre Beziehungen zu Byzanz konnte die Stadt in diesem Raum enorme wirtschaftliche Vorteile gewinnen. Seit sie ihre Flotte gegen die seldschukischen Türken eingesetzt hatte, gestand ihr Kaiser Alexios I. 1081 ein Handelsabkommen zu, das ihr das De-Facto-Monopol im Byzantinischen Reich gab.
Im Zuge der ersten Kreuzzüge und bedingt durch diese Handelsprivilegien, die sich auch in einem Kaufmannsviertel in der Hauptstadt niederschlugen, nahmen die Feindseligkeiten zwischen Venezianern und Byzantinern zu.
Anlässlich des Vierten Kreuzzuges nützte der Doge Enrico Dandolo die Gelegenheit, sich des reichen Konstantinopel zu bemächtigen, und "dirigierte" ihn um. 1204 wurde Konstantinopel erobert und geplündert; das neu entstandene Lateinische Kaiserreich wurde von Venedig dominiert - die Stadt hatte den ersten Höhepunkt ihrer Macht erreicht.
Zahllose geplünderte Kunstschätze gelangten von Byzanz in den Westen, so auch die bronzene Quadriga der Markuskirche. Aus diesem 'Coup' - der die Hauptursache für das bis heute andauernde misstrauische Verhältnis der orthodoxen Völker Osteuropas, insbesondere der Russen, gegenüber dem Westen war - folgte allerdings auch ein endloser Konflikt mit Genua, der Ursache für vier verheerende Kriege war. Im letzten Krieg eroberten die Genuesen 1381 das am Südrand der Lagune gelegene Chioggia, aber letztlich mussten sie erfolglos abziehen.
Während Genua den Handel über das Schwarze Meer zunehmend dominierte, herrschte Venedig im Levantehandel vor. Durch die Heirat von Caterina Cornaro mit dem letzten König von Zypern fiel die Insel nach dem Tod des Königs und auch des Thronfolgers an Venedig.
Zypern
Seit dem Fall von Konstantinopel 1453 musste Venedig seine Positionen im östlichen Mittelmeer nach und nach den Osmanen überlassen, seine Bedeutung nahm auch infolge der Verlagerung des Weltverkehrs auf den Atlantik immer mehr ab. Portugal findet den Seeweg um Afrika nach Indien (Vasco da Gama), das Monopol Venedigs auf den Gewürzhandel mit den Gebieten der Levante geht verloren.
Nach dem Verlust von Zypern an das Osmanische Reich 1571 wird das Osmanische Reich von der Heilige Liga, bestehend aus Papst, Spanien und Venedig zwar besiegt Seeschlacht von Lepanto, doch der Sieg kann den Verlust Zyperns sowie den weiteren machtpolitischen Niedergang Venedigs nicht aufhalten. Insel um Insel in der Ägäis geht an die Osmanen verloren, die Republik zieht sich mehr und mehr in die Lagune zurück.
Mit dem Aufblühen der Länder Portugal, Spanien und schließlich England sowie Holland als neue Seemächte und der einhergehenden Entdeckung und Ausbeutung Amerikas, sind die Tage Venedigs als dominierende See- und Handelsmacht gezählt.
In der Folge übernahm die Luxusindustrie (vor allem die Glasbearbeitung) die Rolle des Levantehandels, ebenso der Tourismus. Venedig und Florenz waren die ersten Orte, die zum größeren Teil vom Tourismus lebten. Venedig konnte Dalmatien und zeitweilig den Peloponnes (unter dem Namen Morea) sowie einige griechische Inseln unter seiner Hoheit halten. Der Niedergang der Stadt im 18. Jahrhundert, zumal der ökonomische, wird in der jüngsten Forschung generell zumeist als Mythos behandelt; politisch war sie seitdem unbedeutender als vorher.
1797 verlor die Republik Venedig durch Napoleon ihre Selbstständigkeit und wurde 1815 ein Teil des Lombardo-Venezischen Königreiches, das unter österreichischer Oberhoheit stand.
Im Revolutionsjahr 1848 (vgl. Märzrevolution#Italienische Staaten) wurde nach verschiedenen Aufständen in weiten Teilen der ganzen Lombardei am 23. März 1848 unter Daniele Manin erneut eine Republik in Venedig ausgerufen, die über ein Jahr ihre Unabhängigkeit von Österreich behaupten konnte. Am 24. August 1849 wurde die Stadtrepublik von österreichischen Truppen blutig niedergeschlagen, nachdem davor in zwei kurzen Revolutionskriegen zwischen Österreich und Sardinien-Piemont auch die anderen revolutionären Unabhängigkeitsbewegungen in ganz Oberitalien erfolgreich unterdrückt worden waren.
In Folge der Niederlage Österreichs gegen Preußen im Deutschen Krieg von 1866, in dem das 1861 neu gegründete Königreich Italien Verbündeter Preußens war, kam Venedig gemäß dem Wiener Friedensvertrag vom 3. Oktober 1866 an Italien (vgl. auch Risorgimento).
Risorgimento
Kunsthistorisch ist Venedig zur Zeit der Renaissance und des Barock von höchster Bedeutung: es war der "Gegenpol" zu Florenz und beherbergte viele Künstler wie Correggio, Giorgione, Giovanni Bellini, Tizian und später Tintoretto und Giovanni Battista Tiepolo. Der venezianische Stil ist dem Florentiner komplementär: während in Florenz mehr Wert auf Zeichnung und Komposition eines Bildes gelegt wurde, dominierten in Venedig Licht und Farbe. Man kommt allerdings nicht umhin zu konstatieren, dass das Seicento, also das 17. Jahrhundert, in Bezug auf die Kunst in Venedig eine weniger glückliche Zeit war.
17. Jahrhundert
Die Kunst, einen Gegenstand durch Farbe und Lichteffekte plastisch erscheinen zu lassen, wurde hier erfunden. So wurde auch ein großer Reichtum in der Farbpalette entwickelt. Dieser "Widerstreit" zwischen Florenz und Venedig lässt sich durch die ganze spätere abendländische Kunstgeschichte bis 1900 weiterverfolgen.
Hochwasser
1900
Die Gebäude Venedigs sind auf Holzpfählen erbaut, die in verschiedene Schichten von Ton und Sand eingerammt sind. Die Technik der "palificazione" hat sich, abgesehen von einer Mechanisierung, bis heute im Wesentlichen nicht geändert.
Venedig ist oft von Hochwasser (Acqua Alta) bedroht. Auf dem Markusplatz steht im Schnitt inzwischen an etwa 100 Tagen im Jahr das Wasser. 1966 ereignete sich eine große Sturmflut. Der Meeresspiegel in der Lagune liegt heute 23 cm höher als noch zu Beginn des 20. Jhdts., teils wegen der inzwischen gestoppten Absenkung des Lagunenbodens durch Wasserentnahme und durch den allgemeinen Anstieg des Meeresspiegels. Diese Entwicklung bedroht die historische Bausubstanz der Stadt.
Ein Schleusensystem an den Hafeneinfahrten soll die Stadt vor den wiederkehrenden Hochwassern schützen. Das seit Ende 2004 in Bau befindliche Projekt MOSE (modulo sperimentale elettromeccanico) besteht aus 79 Schleusentoren auf dem Meeresgrund, die ab einem Hochwasser von 110 cm über dem Normalpegel durch Druckluft aufgerichtet werden sollen. Die Fertigstellung ist für 2011 vorgesehen.
2011
Kritiker führen gegen das Projekt an, dass der Meeresspiegel durch die weltweite Klimaerwärmung noch weiter steigen könnte und die Ökologie in der Lagunenstadt durch die Schleusen beeinträchtigt wird. In der Tat sind die zur Befriedigung der Bedürfnisse der Erdölindustrie (Industriehafen Porto Marghera) und des Fremdenverkehrs (Kreuzfahrtschiffe) immer weiter vertieften Hafeneinfahrten, darunter namentlich die nördliche bei Punta Sabbioni, das Hauptproblem.
Verkehr
Neben den Landverkehrswegen in der Altstadt in Form von Gassen (Calle, pl. Calli) bilden für den Warentransport noch immer die rund 180 Kanäle das Rückgrat. Wasserbusse (vaporetti) wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt. Für ihren Betrieb zeichnet heute die städtische Verkehrsgesellschaft ACTV (Azienda del Consorzio Trasporti Veneziano) verantwortlich.
Über die 3,6km lange, sog Ponte della Libertà (Brücke der Freiheit) für KFZ und Eisenbahn ist die Altstadt an das Festland angebunden. Es bestehen zwei Hauptbahnhöfe: Venezia Santa Lucia als Kopfbahnhof auf der Insel sowie der Knotenbahnhof Venezia Mestre im gleichnamigen Festlandsstadtteil, dem sich westlich ein stillgelegter, aber noch für den örtlichen Güterverkehr benützter Rangierbahnhof anschliesst.
Unter Bürgermeister Paolo Costa wurde zuletzt die Schaffung einer U-Bahn-Linie mit direktem Ausstieg auf dem Markusplatz und Murano forciert. Costas seit April 2005 amtierender Nachfolger, der Philosoph Massimo Cacciari, mißt dem Projekt hingegen keine hohe Priorität bei, so daß mittelfristig nicht mit dem Bau einer Metro zu rechnen ist.
Venedig verfügt über zwei Flughäfen: Flughafen Venedig (Marco Polo) und den von Billigfluggesellschaften angeflogenen Flughafen Venedig (Treviso).
Kultur
Architektur
Profanbauten
Ein Palast wird im allgemeinen in Venedig als Casa (abgekürzt Ca′) bezeichnet. In der öffentlichen Wahrnehmung gab es nur drei Paläste, die als solche bezeichnet wurden: den Dogenpalast (Palazzo Ducale), den Bischofspalast sowie die Residenz des Patriarchen von Grado.
Von den sogenannten byzantinischen Palästen gibt es heute nur noch wenige, und diese sind im 19. Jahrhundert weitgehend verändert worden. Viel alte Substanz ist noch an der Ca' da Mosto (am Canal Grande nordwestlich der Rialtobrücke) erhalten. Die dekorativen Details des Komplexes Loredan und Farsetti, heute Rathaus und Kommunalverwaltung, entstammt weitgehend dem 19. Jahrhundert. Dennoch lässt sich die Fassadenkomposition einer typischen "casa-fondaco" noch klar ablesen: eine Arkadenreihe im Erdgeschoss, welche zum Ein- und Ausladen von Waren geeignet war und ein ebenfalls durchgehend aufgerissener Piano Nobile. Im Grundriss äußert sich dies in einem zentralen Saal, der sich zur Fassade T-förmig erweitert.
Im Verlaufe der Gotik wurden die Saalproportionen steiler, und der T-förmige Grundriss wurde zugunsten eines leicht L-artigen, später nur noch geraden durchgehenden Saales aufgegeben. Der sogenannte "gotico fiorito" (keine Übersetzung sinnvoll) verwendet im 15. Jahrhundert an manchen Architekturen am Canal Grande Maßwerk, welches sich vom Dogenpalast herleitet. Der größenmäßig bedeutendeste Bau ist die Ca' Foscari an der ersten Biegung des Canal Grande. Für die Ca'd'Oro ("Goldenes Haus") wurde kürzlich eine farbige Bemalung in Blau und Gold nachgewiesen. Bilder, insbesondere von Vittore Carpaccio und Gentile Bellini, lassen eine intensive Polychromie der gotischen Architektur erkennen.
Gentile Bellini]
Bedeutende Häuser des 16. Jahrhunderts sind vor allem die beiden Paläste Mauro Codussis, die Ca' Vendramin und der Pal. Corner Spinelli, ersterer mit einem Rückgriff auf einen T-förmigen Saal. Was den Profanbau angeht, so konnte, ganz im Gegensatz zum Sakralbau, Andrea Palladio in Venedig nie Fuß fassen. In seinen "Quattro Libri" sind zwar Entwürfe für die Ca'Corner della Ca' Granda und den Palazzo Grimani überliefert, doch war die konservative Haltung der Venezianer in Bezug auf die architektonische Gestaltung Ihrer Heimatstadt hier nicht zu überwinden. Eben die nach Entwurf von Jacopo Sansovino entstandene Ca' Corner, ein am Canal Grande gelegener Palast der Familie Cornaro, ist ein epochemachender Bau der Hoch-Renaissance mit einen quadratischen Innenhof nach römischem Vorbild. Ein anderer bedeutender Architekt des Cinquecento (also des 16. Jahrhunderts), Sebastiano Serlio, konnte manche seiner Vorstellungen in Kooperation mit dem Patrizier Francesco Zeno bei dessen neu zu errichtendem Palazzo verwirklichen.
Bis ins 18. Jahrhundert bleibt man der tradierten dreigeteilten Gebäudetypologie des Palastbaus weitgehend treu. Die letzten Großbauten, heute allesamt museal genutzt und zu diesem Zwecke nicht immer sorgfältig genug umgebaut, sind die Ca'Pesaro, die Ca'Rezzonico und der Palazzo Grassi. Neben dem opulenten Barock des Architekten Baldassare Longhena, der sich in den erstgenannten Gebäuden niederschlug, sind auch neoklassische, "antibarocke" Tendenzen unter Antonio Diedo und dem Architekten Andrea Tirali festzustellen.
Musik und Theater
Seit der Barockzeit ist Venedig eines der wichtigsten Zentren der abendländischen Musik, der Oper und des Theaters. Im nach Brandkatastrophen mehrfach wiederaufgebauten barocken Teatro La Fenice finden ganzjährig Symphoniekonzerte statt, die Opernsaison dauert von Dezember bis Juni.
Biennale
Die Biennale von Venedig gilt als eine der wichtigsten internationalen Kunstausstellungen und wird seit 1895 alle zwei Jahre - bei mehrjährigen Unterbrechungen in den Kriegsjahren - zwischen Juni und November veranstaltet. Mittlerweile findet eine Unterteilung in Kunst, Musik, Tanz, Theater, Film und Architektur statt. Die Kunstbiennale findet in den ungeraden, die Architekturbiennale in den geraden Jahre statt. Die Filmfestspiele sowie das Festival für Musik, Tanz und Theater finden jählrich statt.
Die seit 1932 Ende August/Anfang September stattfindenden Filmfestspiele gelten als das älteste und, neben dem Filmfestival Cannes und der Berlinale, als eines der drei bedeutendsten Filmfestivals weltweit.
Bildung
Von den zahlreichen Bildungseinrichtungen der Stadt ist besonders die Universität Venedig erwähnenswert.
Persönlichkeiten
Universität Venedig
- Tomaso Albinoni, Komponist
- Giovanni Bellini, Maler
- Bernardo Bellotto, Maler
- Lord Byron, englischer Dichter
- Giovanni Antonio Canale, genannt Canaletto, Maler
- Rosalba Carriera, Malerin
- Giacomo Casanova, Reisender, Gelehrter, Schriftsteller und Liebhaber
- Francesco Cavalli, Komponist
- Gasparo Contarini, Theologe, Kardinal und Diplomat
- Vincenzo Maria Coronelli, Kartograph
- Andrea Gabrieli, Komponist
- Antonio Caldara, Komponist
- Giorgione, Maler
- Baldassare Galuppi, Opernkomponist
- Carlo Goldoni, Komödiendichter
- Donna Leon, US-amerikanische Schriftstellerin
- Lorenzo Lotto, Maler
- Bruno Maderna, Komponist und Dirigent
- Gian Francesco Malipiero, Komponist
- Daniele Manin, radikaldemokratischer Revolutionär
- Claudio Monteverdi, Komponist
- Luigi Nono, Komponist
- Marco Polo, Forschungsreisender
- Paolo Sarpi, Theologe und Historiker
- Giovanni Battista Tiepolo, Maler
- Jacopo Tintoretto, Maler
- Tiziano Vecellio, Maler
- Antonio Vivaldi, Komponist
- Richard Wagner, deutscher Komponist
- Ermanno Wolf-Ferrari, deutsch-italienischer Komponist
Galerie
Image:Lightmatter_gondolas_in_venice.jpg|...Postkarten-Motiv
Image:IMG_0230.JPG|Blick über die Dächer Venedigs, von einer Dachterrasse am Campo Santa Margherita
Image:Venice1-2004.jpg|Venedig, Canal Grande
Image:venice2-2004.jpg|Venedig, San Giorgio Maggiore
Image:venice3-2004.jpg|Venedig, Canal Grande
Image:venice-12.jpg|Venedig
Image:venice2004-12.jpg|Venedig
Image:Venedig11.jpg|Venedig
Siehe auch: Galerie im Artikel über Canaletto
Literatur
Galerie im Artikel über Canaletto
- Peter Feldbauer und John Morrissey: Weltmacht mit Ruder und Segel. Venedig 800-1600, Essen 2004. ISBN 3-88400-419-0
- Richard Goy: Stadt in der Lagune. Leben und Bauen in Venedig, Stuttgart 1998. ISBN 3-89660-030-3
- Norbert Huse: Venedig. Von der Kunst, eine Stadt im Wasser zu bauen, München 2005. ISBN 3-40652-746-9
- Lothar Müller: Casanovas Venedig. Ein Reiselesebuch. Berlin 1998. - ISBN 3-80311-170-6
- Gerhard Rösch: Venedig. Geschichte einer Seerepublik, Stuttgart 2000. ISBN 3-17-014547-9
- Wolfgang Wolters: Architektur und Ornament, München 2000. ISBN 3-406-45906-4
Weblinks
- [http://english.comune.venezia.it/ Offizielle Seite der Stadt, englisch und italienisch]
- [http://www.jc-r.net/venezia/palazzi/indexd.html Architektur in Venedig: Paläste]
- [http://library.ucsc.edu/slides/decou/venice1.html Branson De Cou: Handkolorierte Glas-Dias von Venedig 1920 bis 1941] (The De Cou Archive, University of California, Santa Cruz)
- [http://gutenberg.spiegel.de/goethe/italien/ital142.htm Tagebucheinträge Goethes über seinen Aufenthalt in Venedig] (aus Johann Wolfgang von Goethes "Italienische Reise")
-
Kategorie:Ort im Veneto
Kategorie:Weltkulturerbe
Kategorie:Hauptstadt in Italien
!
Kategorie:Ort mit Seehafen
Kategorie:Byzantinische Geschichte
ja:ヴェネツィア
ko:베네치아
simple:Venice
Maler (Beruf)Ein Maler ist jemand, der das Handwerk der Malerei als Beruf ausübt. Diese Titulierung für den Handwerksberuf ist jedoch umgangssprachlich.
Offizielle Berufsbezeichnung (Deutschland)
Die Deutsche Handwerksordnung kennt zwei Maler und Lackierer
- Maler und Lackierer - Fachrichtung Maler (Maler/in)
: Ausbildungsziele (Auszug):
: - Oberflächenanstriche mit Dispersionsanstrichstoffen und Lacken durch Streichen oder Spritzen
: - Oberfächenbeschichtung mit Wand- oder Fußbodenbelägen durch Tapezieren
: - aber auch: Vergolden
- Maler und Lackierer - Fachrichtung Lackierer (Lackierer)
: Ausbildungsziele (Auszug):
: - Vornehmlich Oberflächenbeschichtung durch Aufbringen von Lacken
: - aber auch: Bekleben von Oberflächen mit Buntfolie
Ausbildung (Deutschland)
Der Maler und Lackierer durchläuft eine dreieinhalbjährige Ausbildungszeit in einem von einem Maler- und Lackierermeister geführtem Handwerksbetrieb. Der Beruf ist in der Regel berufschulpflichtig. Die enge Verzahnung der beiden Berufe erkennt man daran, dass der Maler in seiner Gesellenprüfung auch einen Gegenstand lackiert abgeben muss. Andersherum müssen die Lackierer in der Prüfung eine horizontale Stellwand mit Rauhfaser kleben.
Wortherkunft
- lateinisch: makula = Fleck, Makel
- mittelhochdeutsch: mal = Fleck
- gotisch: mela = Schrift
Malen bedeutete demnach soviel wie schreiben oder flecken (Flecken machen).
Siehe auch
- Liste von Berufen
Weblink
- [http://www.ausbauundfassade.de "ausbau + fassade" (Fachzeitschrift)]
Kategorie:Handwerksberuf
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RenaissanceDas französische Wort Renaissance [] bedeutet Wiedergeburt. Bezogen auf seinen Ursprung meint der Begriff die „kulturelle Wiedergeburt der Antike“.
Der Begriff wurde um 1820/30 von den Franzosen zunächst aus dem italienischen rinascimento [] abgeleitet und dann im deutschsprachigen Schrifttum um 1840 aus dem Französischen entlehnt, um eine kulturgeschichtliche Epoche Europas während des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit zu benennen.
Die Epoche der Renaissance wird deshalb so bezeichnet, weil die Wiedergeburt der Antike eines der Ideale jener Zeit war. Diese Wiedergeburt des antiken Geistes schlug sich besonders in den Künsten und ihren neuen, als fortschrittlich empfundenen Prinzipien nieder. Der Renaissance voraus ging die kunstgeschichtliche Epoche der Gotik, der Renaissance folgte der Barock.
Neben der Epoche der Renaissance, die als geistige Bewegung im 14. Jahrhundert einsetzt und sich seit dem 15. Jahrhundert im europäischen Abendland vor allem in der Kunst manifestiert, unterscheiden manche Experten auch noch die so genannten mittelalterlichen Renaissancen:
- die Karolingische Renaissance des 8. und 9. Jahrhunderts,
- die Ottonische Renaissance des 10. und 11. Jahrhunderts,
- die Protorenaissance in der Toskana und im Südfrankreich des 11. bis 13. Jahrhunderts sowie
- die süditalienischen Renaissancen unter dem Stauferkaiser Friedrich II. in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
13. Jahrhundert
Dies zeigt, dass die antike Tradition auch im Mittelalter noch wenigstens teilweise präsent gewesen und niemals ganz abgerissen ist.
Allgemein wird der Begriff Renaissance auch verwendet, um die Wiedergeburt der Werte, Bauwerke usw. eines vergangenen Zeitalters oder einer Werteordnung zu bezeichnen.
Wiedergeburt des antiken Geistes
Die Epoche der Renaissance wird so bezeichnet, weil ihr wesentliches Charakteristikum die Wiedergeburt des antiken Geistes war. Der Humanismus ist die wesentliche Geistesbewegung der Zeit. Diese „Wiedergeburt“ manifestierte sich darin, dass zahlreiche Elemente des Gedankenguts der Antike neu entdeckt und belebt wurden (Schriften, Baudenkmäler, Skulpturen, Philosophen, etc.).
Eine Voraussetzung für die neue Geisteshaltung der Renaissance waren die Gedanken selbstbewusster italienischer Dichter des 14. Jahrhunderts wie Francesco Petrarca, der durch seine ausgiebige Beschäftigung mit antiken Schriftstellern und durch seinen Individualismus den Glauben an den Wert humanistischer Bildung förderte und das Studium der Sprachen, der Literatur, der Geschichte und Philosophie außerhalb eines religiösen Zusammenhangs - als Selbstzweck - befürwortete. Das theozentrische Weltbild des Mittelalters wurde abgelöst durch eine stärker anthropozentrische Sicht der Dinge.
Auch der Einfluss von Griechisch sprechenden Gelehrten war beachtlich. Manche kamen im 13. und 14. Jahrhundert aus Byzanz nach Italien. Besonders nach der Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453 kamen verstärkt Gelehrte nach Venedig und in andere italienische Städte, die das Wissen über die Kultur der Antike mitbrachten, welches im Byzantinischen Reich nach dem Untergang Westroms nahezu 1000 Jahre lang konserviert worden war. In Byzanz waren noch im Jahre 1400 beispielsweise Homer, Herodot, Platon und Aristoteles in aller Munde. Bereits einige Jahre vor dem Untergang von Byzanz war der Italiener Giovanni Aurispa nach Konstantinopel gegangen und hatte 1423 über 200 Codizes mit Texten antiker profaner Literatur nach Italien gebracht.
Im weiteren Sinne nennt man Renaissance daher die Wiedergeburt des klassischen Altertums in seinem Einfluss auf die Wissenschaft, die Literatur, die Gesellschaft, das Leben der vornehmen Kreise und die Entwicklung der Menschen zu individueller Freiheit im Gegensatz zum Ständewesen des Mittelalters. Im engeren Sinne versteht man unter der Renaissance eine kunstgeschichtliche Epoche.
Die italienische Bezeichnung rinascita im Sinne eines Epochenbegriffs findet sich bereits bei Giorgio Vasari, der eine der wichtigsten Lebensbeschreibungen von Renaissance-Künstlern verfasst hat. Vasari unterscheidet in der Entwicklung der Kunst drei Zeitalter:
# das glanzvolle Zeitalter der griechisch-römischen Antike;
# ein Zwischenzeitalter des Verfalls, das etwa mit der Epoche des Mittelalters gleichgesetzt werden kann;
# das Zeitalter des Wiederauflebens der Künste und der Wiedergeburt des antiken Geistes im Mittelalter seit etwa 1250.
So hätten bereits die italienischen Bildhauer, Architekten und Maler der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, darunter Arnolfo di Cambio, Niccolò Pisano, Cimabue oder Giotto, „in dunkelsten Zeiten den Meistern, die nach ihnen kamen, den Weg gewiesen, der zur Vollkommenheit führt“.
Philosophie
Giotto
Die Renaissance-Philosophie wendet sich vom scholastisch verchristlichten aristotelischen Denken ab und ist vor allem dem Platonismus verpflichtet. Sämtliche Schriften Platons wurden ins Lateinische übersetzt. Viele Denker der Renaissance hängen dem Neuplatonismus an, der durch Marsilio Ficino und Giovanni Pico della Mirandola verbreitet wird. Eine weitere große philosophische Richtung der Renaissance war der Humanismus.
Vertreter des humanistischen Denkens sind unter anderen:
- Coluccio Salutati (1331-1406)
- Erasmus von Rotterdam (1466–1536)
- Niccolò Machiavelli (1469–1527)
- Thomas Morus (1478–1535)
Kunst
Thomas Morus
In der Kunst waren Brunelleschi, Ghiberti und Donatello die Bahnbrecher der neuen Richtung, die schon im 13. und 14. Jahrhundert in den Pisani und in Giotto und anderen Künstlern ihre Vorläufer gehabt hatte (Protorenaissance). Grob kann man sagen: In Italien wird die Zeit etwa von 1420 bis 1600 als Renaissance bezeichnet, im übrigen Europa etwa die Zeit von 1500 bis 1600.
Zur Nachahmung der antiken Kunst gesellte sich im 15. Jahrhundert die intensivere Beschäftigung mit der Natur, die einen wichtigen Aspekt in der Entwicklungsgeschichte der Renaissancekunst darstellt. Schon vor Vasari hatten Dichter wie Boccaccio den Maler Giotto dafür gerühmt, dass er die Dinge so naturgetreu wie niemand vor ihm abzubilden verstand. Die Tendenz, Gegenstände und Personen der Natur gemäß zu gestalten, war seitdem ein Hauptanliegen der Künstler. In nahezu perfekter Ausprägung gelang ihnen eine solche naturalistische Darstellungsweise allerdings erst seit dem 15. Jahrhundert. Daher beschränken Kunsthistoriker den Renaissancebegriff meist nur auf die Kunstäußerungen des 15. Jahrhunderts, des Quattrocento, und auf die des 16. Jahrhunderts, des Cinquecento.
Eng mit der Forderung nach der Naturwahrheit in der Kunst hängt das Bekenntnis der Künstler zur Antike zusammen. Man bewunderte die antiken Kunstwerke als mustergültige Beispiele naturgemäßer Gestaltung und damit als nachzuahmende Beispiele dafür, wie man selbst die Natur darzustellen hatte. Der italienische Architekturtheoretiker Leon Battista Alberti forderte darüber hinaus, dass sich die Künstler darum bemühen sollten, „den antiken Meistern nicht nur gleichzukommen, sondern sie womöglich noch zu übertreffen“. Das heißt: Gute Kunst sollte das, was einem die Realität bietet, nicht getreu abbilden, sondern versuchen, das Naturvorbild zu verbessern und zu idealisieren.
Neben der Neubestimmung des Verhältnisses der Kunst zur Natur und der Verehrung der Antike stellte die Renaissance also auch die Frage nach dem Wesen der Schönheit. Die Künstler versuchen z.B., den idealschönen Menschen darzustellen. Ideale Maße und Proportionen spielen sowohl bei der Darstellung des menschlichen Körpers in der Malerei und Skulptur als auch bei der Konzipierung von Gebäuden eine Rolle. Die Künstler entwickeln mit der Zentralperspektive eine Methode, mit mathematischer Exaktheit Verkürzungen in der Raumtiefe darzustellen.
Üblicherweise teilt man die kunstgeschichtliche Epoche der Renaissance, vor allem die italienische Renaissance, in drei Perioden ein:
# Frührenaissance
# Hochrenaissance
# Spätrenaissance oder Manierismus
Manierismus
Den ersten Abschnitt der Renaissance nennt man Frührenaissance (von etwa 1420 bis 1490/1500). Sie nimmt ihren Ausgangspunkt in Florenz mit den Skulpturen Donatellos, den Bronzereliefs Ghibertis, den Fresken Masaccios und den Bauten Filippo Brunelleschis. Die Zeit von ca. 1490/1500 bis 1520 bezeichnet man als Hochrenaissance. Zentrum dieser Periode, die sich durch das Streben nach höchster Vollkommenheit und Harmonie in der Kunst auszeichnet, ist das päpstliche Rom. In diese Zeit fallen Bramantes Zentralbau-Entwürfe für die neue Peterskirche in Rom, Leonardo da Vincis berühmteste Bilder („Abendmahl“; „Mona Lisa“, „Dame mit Hermelin“), Raffaels Ausmalung der „Stanzen“ (der Gemächer des Papstes) und sein berühmtestes Altarbild, die „Sixtinische Madonna“, Michelangelos Skulpturen („David“, „Moses“) und seine Fresken an der Decke der Sixtinischen Kapelle sowie Dürers Meisterstiche. Es folgt die etwa bis 1590 reichende Periode der Spätrenaissance oder des Manierismus, die durch unterschiedliche künstlerische Tendenzen gekennzeichnet ist. So neigt der Manierismus zu Übertreibungen des Formenrepertoires der Hochrenaissance (z.B. übertriebene Raumfluchten, überlange und verdreht dargestellte menschliche Körper in heftiger Bewegung). Ein Merkmal des Manierismus ist z. B. die Figura serpentinata, wie sie der Bildhauer Giovanni da Bologna in seinem „Raub der Sabinerin“ (1583) dargestellt hat. Menschliche Gestalten werden dabei als sich schlangenartig nach oben windende Körper wiedergegeben. Die letzte Phase der Spätrenaissance geht dann allmählich in den Barockstil über.
Doch nicht überall in Europa läuft die Epoche der Renaissance nach einem identischen Muster ab. Während in Italien der Geist der Renaissance am frühesten einsetzte, besonders blühte und gleichermaßen Einfluss auf die Malerei, Bildhauerei und Architektur nahm, begann im Norden die Renaissance erst um oder nach 1500 und konnte sich hier nur bedingt und mit nationalem Einschlag durchsetzen. Auch sind in den Ländern außerhalb Italiens die Architektur und Bildhauerkunst stärker als die Malerei von der Antike beeinflusst worden. In Frankreich und Deutschland vermischte sich der antike Stil mit nationalen Elementen, welche in der ersten Epoche der Renaissance, der Frührenaissance, naturgemäß stärker hervortraten als in der Periode der Spätrenaissance, welche die antiken Formen üppiger und kräftiger ausbildete und so zu den Übertreibungen des Barockstils überleitete. Eine nationale Färbung hat die Renaissance auch in den Niederlanden, in Polen, in England und in Spanien erfahren.
wichtige Renaissancekünstler
Malerei
Spanien
Die Mehrzahl der Gemälde der Renaissancekunst sind Altarbilder und Fresken religiösen Inhalts, die für Kirchen gemalt wurden. Die religiöse Gestalt wurde jedoch vermenschlicht, indem sie in einer irdischen Umgebung dargestellt wurde (Alltagskleidung). Außerdem entstanden Bilder mit weltlichen oder heidnisch-mythologischen Themen (z. B. Allegorien, antike Götter- und Heldensagen, antike Geschichte) und individuelle Bildnisse zeitgenössischer Persönlichkeiten. Daneben entwickelten sich auch erste Landschaftsdarstellungen und Sittenbilder, die das zeitgenössische Leben repräsentieren. Die Landschaftdarstellungen sollten jedoch nicht ein genaues Abbild der Wirklichkeit darstellen, vielmehr symbolisierten sie das Grundprinzip der Schönheit. Diese Schönheit wurde als Natur definiert.
Die Raumtiefe wird mit den Mitteln der Zentralperspektive, also eines Fluchtliniensystems, geometrisch genau konstruiert. Hinzu kommen die Mittel der Luft- und Farbperspektive. Um eine dreidimensionales Bild auf zweidimensionalem Bildwerk herstellen zu können, musste sich der Künstler an optische und geometrische Regeln halten. Diese legten fest, dass der Horizont wagerecht auf Augenhöhe des Betrachtes liegt. Um eine Räumlichkeit zu erlangen, mussten nun jede verschiedene Linienschar eines Bildes einen Fluchtpunkt vorweisen. Hierbei liegt der Fluchtpunkt von parallel zum Erdboden verlaufenden Linienscharen auf dem Horizont. So wurde es ermöglicht, dem Bild räumliche Tiefe zu verleihen.
In der Renaissance wurde immer mehr Wert auf die Anatomie des Menschen gelegt. Die Künstler erforschten Muskelzüge, Bewegungen, Verkürzugen und die Körperproportion an sich. Trotz dieser genauen Studien wurde der Mensch, wie bereits in der Antike, idealisiert. Der Künstler sah seine Aufgabe darin, dass er aus der Fülle der menschlichen Natur das Schöne herausfiltern und so ihre Vollkommenheit ausdrücken sollte. So kommt es auch, dass die Nacktheit als Symbol der Unschuld stand, da sie natürlich war und so Schönheit ausdrückte; dies ist wie andere Dinge aus der Antike übernommen.
Die Künstler stellen den nackten menschlichen Körper als Akt in idealen Proportionen dar. Ein symmetrischer, harmonisch ausgewogener Bildaufbau, unterstützt durch innerbildliche Kreis-, Halbkreis- und Dreiecksformen, wird bevorzugt.
Bildhauerei
Akt]]
Die Bildhauer der Renaissance schaffen vor allem Standfiguren und Bildnis-Büsten. Auf den Plätzen der Städte werden Monumentalplastiken, beispielsweise in Form von Reiterstandbildern aufgestellt. Die Grabplastik für weltliche und geistliche Würdenträger verbindet - z. B. in Form eines Wandgrabmals - die Skulptur mit der Architektur zu einem Gesamtkunstwerk.
Renaissancebildhauer orientieren sich bei ihrer Arbeit an antiken Vorbildern. Skulpturen werden allseitig durchmodelliert, der Mensch in seiner Nacktheit dargestellt, die Beinstellung erfolgt oft im klassischen Kontrapost. Anatomische Vorstudien dienen dazu, den menschlichen Körper wirklichkeitsgetreu wiederzugeben.
Architektur
Prinzipiell kann man in der Architektur der Renaissance zwei Tendenzen ausmachen. Die eine besteht darin, die Formensprache der Antike in voller Strenge wieder zu beleben. In Italien war dieses Ziel mit der Hochrenaissance durch Donato Bramante gegen 1500 erreicht und setzte sich von da an in ganz Italien durch. Italienische Renaissancebauten wurden klar, überschaubar und harmonisch ausgewogen konzipiert.
Die Architekten orientierten sich bei den Grundrissen an einfachen idealen geometrischen Formen wie dem Quadrat oder dem Kreis. Man entlehnt Bauelemente wie Säulen, Pilaster, Kapitelle, Dreiecksgiebel etc. direkt der Antike. Daneben kommt es zu eigenen, von antiken Vorbildern abgeleiteten Entwicklungen, etwa der toskanischen Säule. Die einzelnen Bauglieder hatten unter sich und mit dem ganzen Gebäude in Übereinstimmung zu stehen. Man studiert die Architektur-Traktate des römischen Baumeisters Vitruv, um daraus Anhaltspunkte für idealschöne Proportionen zu gewinnen.
Bild:Tempietto-1.jpg|Tempietto, Donato Bramante, Rom
Bild:La Rotonda.jpg|La Rotonda, Andrea Palladio
Bild:FlorenceSantaMariaNovella20020318.JPG|Santa Maria Novella, Florenz
Bild:020904_rathaus-augsburg-elias-holl-platz_1-640x480.jpg|Renaissance-Rathaus in Augsburg von Elias Holl
Bild:Aschaffenburg Schloss Johannisburg.jpg|Das Schloss Johannisburg (1605-1619) in Aschaffenburg
Bild:Mespelbrunn 02.JPG|Schloss Mespelbrunn
Image:Ratusz Poznan od Wielkiej.jpg|Giovanni Baptista di Quadro - Poznań
Die zweite Tendenz besteht darin, der Antike entlehnte, aber auch neue formensprachliche Elemente im Sinne der mittelalterlichen Baukunst in analogischer Weise zu variieren, ohne eine streng gesetzmäßige Baukunst anzustreben.
Auf der Seite der Architekturtheorie findet sich erstere Tendenz im Architekturtraktat wieder, letztere im Musterbuch. Generell kann gesagt werden, dass je stärker eine Kultur im nordisch geprägten Mittelalter verwurzelt war, desto beharrlicher wurde an der analogischen Form der Renaissance festgehalten, d.h. vor allem im mittel- und nordeuropäischen Raum.
In Frankreich war die klassische Strenge der Hochrenaissance gegen 1550 eingeholt (vgl. Westflügel des Louvre 1550 - 1558 durch Pierre Lescot).
Auf der iberischen Halbinsel bilden beide Tendenzen ein Nebeneinander, dass sich bis in die Barockzeit fortsetzt. Im germanischen Europa und Polen kam es teilweise zu einer Vermischung beider Tendenzen (z.B. Heidelberger Schloss oder Wawel Schloss in Krakau), jedoch blieb die analogische Form der Renaissance bis zum Schluss dominant.
Entsprechend diesen beiden Tendenzen muss man auch unterschiedliche Stilkriterien ansetzen:
Antikische Renaissance
- Akademisch korrekte Säulenordnungen nach dem Vorbild Vitruvs.
- Betonung der Horizontalen
- Säulenschäfte nach dem Vorbild der Antike entweder kanneliert oder glatt.
- Arkaden statt Kolonnaden.
- Grundrisse und Fassaden mit Rücksicht auf Symmetrie und Regelmäßigkeit gestaltet.
- Der Architekt versteht sich als Künstler und gehört der gebildeten Oberschicht des Landes.
Analogische Renaissance (Früh- bzw. nordische Renaissance)
- Die Nachahmung antiker Bauelemente wie Gesimse, Kapitelle geschieht nicht in voller Strenge, sondern gemäß der mittelalterlichen Baupraxis nur imitatorisch-variierend.
- Häufig reiche Ornamentierungen durch Maßwerk, Arabesken, später durch Rollwerk, Beschlagwerk, Schweifwerk u.a.
- Vertikale in der Tradition der Gotik nach wie vor stark betont
- Soziologisch der Tradition mittelalterlicher Handwerksbetriebe verpflichtet. Die Baumeister waren in der Regel keine Intellektuellen wie in Italien.
- Säulenschäfte werden oft noch zusätzlich mit Ornament überzogen.
- Kolonnaden statt Arkaden.
- Oft asymmetrische Grundrisse und Fassaden.
Zu den ältesten Renaissance-Bauten Deutschlands zählt Schloss Hartenfels in Torgau, hier erfolgten zwischen 1533 und 1544 Um- und Erweiterungsbauten im Stil der Frührenaissance. Der Schönhof in Görlitz wurde ab 1526 erbaut. Ältester Deutscher Sakralbau im Renaissance-Stil ist der Turm der Heilbronner Kilianskirche.
Dichter und Schriftsteller der Renaissance
In der Literatur leiten im 14. Jahrhundert Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ (La Divina Commedia, 1307-21), Francesco Petrarcas Briefe, Traktate und Gedichte und Giovanni Boccaccios Il Decamerone (1353) das Zeitalter der Renaissance ein. Graf Baldassare Castiglione beschreibt in Il Cortegiano (1528) den Idealtypus eines Renaissancemenschen.
Man darf auch nicht vergessen, dass die Literatur nach der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg in der Renaissancezeit einen ungeheuren Aufschwung nahm.
Zu den berühmten Dichtern und Schriftstellern der Renaissance zählen:
- Dante Alighieri (1265–1321)
- Francesco Petrarca (1304–1374)
- Giovanni Boccaccio (1313–1375)
- Angelo Poliziano (1454–1494)
- Ludovico Ariosto (1474–1533)
- Baldassare Castiglione (1478–1529)
- Andrzej Krzycki (1482–1537)
- Pietro Aretino (1492–1556)
- Torquato Tasso (1544–1595)
- François Rabelais (1494–1553)
- Sebastian Brant (1457–1521)
- Erasmus von Rotterdam (ca. 1466–1536)
- Thomas Murner (1475–1537)
- Philipp Melanchthon (1497–1560)
- Sebastian Franck (1500–1543)
- Andrzej Frycz Modrzewski (1503–1572)
- Mikołaj Rej (1505–1569)
- Łukasz Górnicki (1527–1603)
- Jan Kochanowski (1530–1584)
Musik
Die Musik der Renaissance war zunächst durch das Zeitalter der Franko-Flamen bestimmt, ab der Mitte des 16. Jahrhunderts kamen die wesentlichen Impulse dann aus Italien, besonders durch Komponistenströmungen wie die Florentiner Camerata, die Römische Schule und die Venezianische Schule.
Auswahl von Komponisten der Renaissance:
- Guillaume Dufay (1400–1474)
- Johannes Ockeghem (1425–1497)
- Josquin Desprez (1440–1505)
- Heinrich Isaac (1450–1517)
- Jacob Obrecht (1450–1505)
- Paul Hofhaimer (1459–1537)
- Mateu Fletxa el Vell (1481-1553)
- Ludwig Senfl (1486–1543)
- Thomas Tallis (1505–1585)
- Hans Neusiedler (1508–1563)
- Giovanni da Palestrina (ca. 1525–1594)
- Orlando di Lasso (1532–1594)
Siehe auch: Liste von Komponisten der Renaissance
Besondere Eigenschaften und Stilmittel der Musik-Renaissance:
- Gegenüber der mittelalterlichen Musik geändertes Harmonie-Empfinden: Terzen und Sexten werden seit der Renaissance als konsonant empfunden.
- Verwendung des Neapolitaners als Schlusssequenz
Instrumente der Renaissance waren Blockflöten, Orgeln,Traversflöte und viele mehr.
Ökonomie/Soziales
Ökonomisch kann die Renaissance charakterisiert werden durch die Durchbrechung des mittelalterlichen Zinsverbots und der Abschaffung der mittelalterlichen Brakteatenwährung. Dies ermöglichte einerseits den Aufstieg der frühneuzeitlichen Bankhäuser wie die der Fugger oder der Medici, andererseits bedeutete das für viele – insbesondere für die Landbevölkerung – einen beträchtlichen sozialen Abstieg. Die sich daraus ergebenden sozialen Spannungen entluden sich u. a. durch die Bauernkriege.
Die Einführung der Doppelten Buchführung in Konten (Doppik) erlaubte eine sehr viel stärkere Kontrolle des Erfolges wirtschaftlicher Unternehmungen. Auch dies trug wesentlich zum Aufstieg von Medici und Fugger bei.
Literatur
- Jakob Burckhardt: Die Kultur der Renaissance in Italien (1860). 2. Auflage Leipzig 1869.
- Hubert Janitschek: Die Gesellschaft der Renaissance in Italien und die Kunst. Stuttgart 1879.
- S. Harrison Thomson: Das Zeitalter der Renaissance. Von Petrarca bis Erasmus. Zürich 1969
- Heinrich Wölfflin: Die klassische Kunst. München 1898.
- Johan Huizinga: Das Problem der Renaissance. Tübingen 1953.
- Walter Paatz: Die Kunst der Renaissance in Italien. Stuttgart 1953.
- André Chastel: Italienische Renaissance. München 1965.
- André Chastel: Der Mythos der Renaissance. Genf 1969.
- Georg Kauffmann: Die Kunst des 16. Jahrhunderts. 1970.
- Jan Bialostocki: Spätmittelalter und beginnende Neuzeit. 1972.
- Paul Oskar Kristeller: Humanismus und Renaissance. 2 Bände. München 1976–1980.
- Richard Mackenney: Renaissances: The cultures of Italy, ca. 1300–ca. 1600, Basingstoke: Palgrave Macmillan 2005, 302 S., ISBN 0-333-62905-1 (neueste engl. Monographie)
- Manfred Wundram: Renaissance. München 1978. ISBN 3-423-03173-5
- Erwin Panofsky: Die Renaissancen der europäischen Kunst. Frankfurt am Main 1979. ISBN 3-5182-8483-5
- Leonid M. Batkin: Die historische Gesamtheit der italienischen Renaissance. Dresden 1979.
- Denys Hay: Die Renaissance. Die Rückwendung zur Antike. München 1980.
- Edgar Wind: Heidnische Mysterien in der Renaissance., Suhrkamp Frankfurt am Main 1987; ISBN 3-518-28297-2
- Ludwig H. Heydenreich: Studien zur Architektur der Renaissance. München 1981. ISBN 3-7705-1066-6
- Ernst Hans Gombrich: Die Kunst der Renaissance I–IV. Stuttgart 1985–1988.
- Michael Jäger: Die Theorie des Schönen in der italienischen Renaissance. Köln 1990. ISBN 3-7701-1739-5
- Peter Burke: Die europäische Renaissance. Zentren und Peripherien. München 1998. ISBN 3-406-44200-5
- Boris von Brauchitsch: Renaissance. DuMont Verlag Köln 1999 ISBN 3-7701-4710-3
- Schunicht-Rawe, Anne; Lüpkes, Vera (Hrsg.): Handbuch der Renaissance. Deutschland, Niederlande, Belgien, Österreich. Köln 2002.
- Jeffrey Chipps Smith: The Northern Renaissance. London, New York 2004.
Weblinks
- [http://www.marcheworldwide.org/html/renaissance1.asp?lingua=de Frührenaissance]
- [http://www.marcheworldwide.org/html/renaissance2.asp?lingua=de Hochrenaissance]
- [http://www.ibiblio.org/wm/paint/glo/renaissance/ Webmuseum Paris: La Renaissance] (engl.)
Siehe auch:
- Irische Renaissance, Renaissance-Humanismus, Philosophie der Renaissance und des Humanismus, Neorenaissance
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Kategorie:Stilrichtung in der Malerei
Kategorie:Kunststil
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Tizian
Tizian ( - 1477 in Pieve di Cadore in Venetien; † 27. August 1576 in Venedig), eigentlich Tiziano Vecellio, war der Hauptmeister der venezianischen Malerschule und Vollender einer neuen koloristischen Richtung.
Leben und Schaffen
Tizian kam schon als zehnjähriger Knabe nach Venedig, um sich dort der Malerei zu widmen. Als seine Lehrer werden der Mosaikmaler Sebastiano Zuccato, dann Gentile Bellini genannt; doch muss er später auch bei Giovanni Bellini gelernt und sich nach Giorgione weitergebildet haben. Man erfährt zuerst von seiner Tätigkeit um 1508-09, wo er neben Giorgione die jetzt verschwundenen Fresken am Fondaco dei Tedeschi in Venedig ausführte (die Fresken waren bereits im 17. Jahrhundert stark beschädigt, Fragmente haben sich im Palazzo Ducale und in der Galerie dell'Academia in Venedig erhalten). 1511 malte er Fresken in der Scuola del Santo in Padua. 1512 kehrte er nach Venedig zurück. Es entstanden einige Gemälde mit religiösen Inhalten.
Padua
Nachdem er einen Antrag, in die Dienste Leos X. zu treten, zurückgewiesen hatte, nahm ihn der Rat gegen Verleihung eines einträglichen Maklerpatents in seinen Dienst. In der Folge kam Tizian in intime Beziehungen zu Alfons I. von Ferrara (1516 reiste er das erste Mal dahin), für den er dessen Porträt (Verbleib unbekannt, ein Porträt von 1523? befindet sich heute in Metropolitan Museum in New York), ferner das Venusfest (1518-19) und das Bacchanal (1518-19, beide im Prado in Madrid) und Ariadne auf Naxos (in der Nationalgalerie zu London) malte. In Ferrara schloss er auch Freundschaft mit Ariost, den er mehrfach porträtierte. Auch zu Federigo von Mantua trat er um 1523 in nahe Beziehungen; er malte für ihn die Grablegung (Paris, Louvre).
1516-1518 entstand eines seiner Hauptwerke, die Himmelfahrt Mariä (so genannte Assunta) jetzt in Santa Maria Gloriosa dei Frari (Venedig), zuvor in der Akademie von Venedig, 1523 das Altarbild für die Kirche San Niccolò (Madonna mit sechs männlichen Heiligen, jetzt im Vatikan) und 1519-1526 ein andres Meisterwerk dieser Periode, die Madonna des Hauses Pesaro (Santa Maria Gloriosa dei Frari, Venedig). In das Jahr 1527 fällt seine Bekanntschaft mit Pietro Aretino, dessen Porträt er für Federigo Gonzaga malte. 1530 schuf er den Märtyrertod Petri für San Giovanni e Paolo (1867 durch Feuersbrunst zerstört).
Federigo Gonzaga
1532 begab er sich im Auftrag Federigo Gonzagas nach Bologna, wo gerade Kaiser Karl V. weilte; ihn malte er zweimal. Tizian wurde hierauf am 10. Mai 1533 zum Hofmaler Karls und zum Grafen des lateranischen Palastes sowie zum Ritter vom Goldenen Sporn ernannt. Der darauf folgenden Zeit entstammen die Bildnisse Franz' I. und Isabellas d'Este; etwas später folgten die der Geliebten Tizians (Wien, Schloss Belvedere), dann die von Eleonore Gonzaga und ihrem Gatten Francesco Maria (Florenz, Uffizien). Nachdem er 1537 seiner Fahrlässigkeit wegen bezüglich des versprochenen Bildes sein Maklerpatent zu Gunsten Pordenones verloren hatte, malte er in Fresko die dem Rat schon lange versprochene, nur noch in Fontanas Stich erhaltene Schlacht bei Cadore (im großen Ratssaal). 1539 nach Pordenones Tod erhielt er sein Maklerpatent zurück, 1541 wurde er nach Mailand zu Karl V. berufen.
Seit 1542 bemühte sich Papst Paul III. Tizian nach Rom zu ziehen; 1545 endlich folgte der Künstler dem Ruf; er wurde in Rom glänzend aufgenommen. Damals malte er das Porträt des Papstes, dann 1545/46 die berühmte Danae (Nationalmuseum zu Neapel, ursprünglich für den Palazzo del Giardino in Parma bestimmt), von der es sehr viele Repliken und Kopien gibt. Auf der Rückreise nach Venedig besuchte er Florenz.
1548 wurde er nach Augsburg zu Karl V. berufen und malte dort Porträts (das Karls V. in Madrid, das zu München etc.). Er kehrte bald wieder nach Venedig zurück, wurde aber 1550 abermals nach Augsburg berufen, um das Porträt Philipps II. von Spanien zu malen. Für diesen war er auch nach seiner Rückkehr nach Venedig 1551 außerordentlich viel beschäftigt. 1566 wurde er in die florentinische Akademie aufgenommen. Er starb am 27. August 1576 in Venedig, fast 100 Jahre alt, an der Pest und wurde in der Kirche Santa Maria de' Frari beigesetzt.
Zu Tizians Malweise
Pest
Der durch die flandrische Schulen beeinflusste koloristische Realismus der Venezianer gelangte durch Tizian auf seine Höhe. In seiner Auffassung nicht so durchgeistigt und ideal wie Raffael und Michelangelo, hat er vor den Römern und Toscanern die unvergleichliche malerische Kraft voraus und kommt Raffael in der Schönheitsfülle gleich, Michelangelo in der dramatischen Lebendigkeit der Komposition nahe. Tizian ist der größte Kolorist der Italiener - so geht etwa die Bezeichnung tizianrot auf ihn zurück - und versteht seinen Figuren zugleich den vornehmen Charakter zu geben, der seine eignen Lebensgewohnheiten und die seiner Stadtgenossen kennzeichnet.
Obwohl er sich nicht an die Antike anschloss, so ist er doch zu einer verhältnismäßig ähnlichen Wirkung gelangt, indem sich die Ruhe des Daseins, die edle, in sich befriedigte Existenz in seinen Werken ebenso spiegelt. Ganz vermochte er sich übrigens nicht den Einwirkungen der anderen italienischen Schulen zu entziehen, und zwischen seinen spätesten Arbeiten, worunter die Dornenkrönung Christi in München hervorragt, und seinen früheren, deren edelstes Erzeugnis der Zinsgroschen in Dresden ist, besteht ein beträchtlicher Unterschied. Er wurde später bewegter in der Haltung der Figuren, leidenschaftlicher im Ausdruck der Köpfe, energischer im Vortrag. Seine Historienbilder tragen mehr oder weniger etwas Porträtmäßiges, freilich in großartiger Auffassung, an sich; es gibt darunter einige, die zu den edelsten und unvergänglichsten Erzeugnissen der Kunst gehören, während andere sich mit einer mehr äußerlichen Wirkung begnügen.
Die höchste Befriedigung gewähren seine Bildnisse, die die vornehme Erscheinung der venezianischen Welt mit vollster Treue widerspiegeln und den vollkommensten Ausdruck des venezianischen, von höchster Prachtliebe und sinnlicher Glut erfüllten Lebens darstellen. Zugleich war er als Landschaftsmaler sehr bedeutend, die Landschaft spielt in vielen seiner Gemälde in ihrer großartig-poetischen Auffassung eine Hauptrolle. Poussin und Claude Lorrain haben sich nach seinem Vorbild entwickelt.
Claude Lorrain
Die Zahl seiner Schöpfungen ist außerordentlich groß, besonders aus den letzten 40 Jahren seines Lebens, wo er zahlreiche Schüler zu Hilfe nahm. Aus der ersten Periode seines Schaffens, die etwa bis 1511 reicht und seine Jugendentwickelung umfasst, sind noch zu nennen: die Kirschenmadonna in der kaiserlichen Galerie zu Wien, nebst zwei anderen Madonnen, und die irdische und himmlische Liebe, in der Galeria Borghese in Rom, Tizians schönstes allegorisches Bild, ausgezeichnet in der Behandlung des Nackten. Von hervorragenden Schöpfungen der zweiten, etwa bis 1530 reichenden Periode muss noch die Auferstehung, in der Kirche San Nazaroe Celso in Brescia (1522) erwähnt werden, die Ruhe auf der Flucht und die Madonna mit dem Kaninchen, im Louvre in Paris; das Bildnis der Isabella d'Este im Kunsthistorischen Museum in Wien; das Bildnis der Eleonora Gonzaga von Urbino im Palazzo Pitti in Florenz, weltberühmt unter dem Namen La Bella di Tiziano, das herrlichste Frauenporträt des Meisters; die so genannte Venus von Urbino, in den Uffizien in Florenz, und die so genannte Geliebte Tizians bei der Toilette, im Louvre in Paris.
Zu den Hauptwerken der letzten Periode seines Schaffens zählen noch das Martyrium des heilige Laurentius, in der Jesuitenkirche in Venedig; der Tempelgang Mariä, in der dortigen Akademie; die Ausstellung Christi, in der kaiserlichen Galerie in Wien; die Dornenkrönung, im Louvre; das Abendmahl, im Escorial; Venus mit Amor, in den Uffizien in Florenz; die so genannte Madrider Venus (eine ruhende Schöne mit ihrem Geliebten); die Danae, im Museum in Neapel; Jupiter und Antiope, im Louvre; das Reiterbildnis Karls V., in der Galerie in Madrid (1548 in Augsburg begonnen); Papst Paul III. (1545, im Museum in Neapel); der Admiral Giovanni Moro, im Berliner Museum. Von Tizians Selbstbildnissen sind diejenigen in den Staatlichen Museen in Berlin (1562? ) und im Prado in Madrid (1567 ) sehr schön. Die Bildnisse seiner Tochter Lavinia sind nicht sicher auszumachen; eines hat sich möglicherweise in der Dresdener Galerie (1565) erhalten. Die "Junge Frau mit Fruchtschüssel" (um 1555, Staatliche Museen in Berlin) wurde lange Zeit für Lavinia gehalten.1553 wurde ihm der Auftrag erteilt,den Bildteppich:Noahs Geschichte-Gespräch mit Gott- zu fertigen.Außerdem malte er als Dank für die Adelsernennung ein Familienwappen des Schloßes Wawel in Krakau mit den Initialen:A-S, stehend für Sigismund August, König von Polen.
Literatur
- Cavalcaselle und Crowe, Tizian, Leben und Werke (deutsch von Jordan, Leipz. 1877, 2 Bde.); mit diesem Werk ist die ältere Literatur über Tizian überholt.
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/15/seite/0731/meyers_b15_s0731.html#Tizian Tizian, eigentlich Tiziano Vecellio], in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1889, Bd. 15, S. 731.
- Corrado Cagli, L'opera completa di Tiziano, Apparati critici e filologici di Francesco Valcanover, Mailand 1969 (= Classici dell'Arte. 32).
Weblinks
-
Kategorie:Maler der Renaissance
Kategorie:Italiener
Kategorie:Mann
Kategorie:Geboren 1477
Kategorie:Gestorben 1576
ja:ティツィアーノ・ヴェチェッリオ
Giovanni Bellini, nach 1501]]
Giovanni Bellini ( - ca. 1430 in Venedig; 29. November 1516) war ein venezianischer Maler.
Der Sohn einer venezianischen Malerfamilie (Vater: Jacopo Bellini) lernte unter anderem sein Handwerk durch seinen Schwager Andrea Mantegna in Padua. In den Frühwerken Bellinis lässt sich deutlich der Einfluss seines Vorbilds Mantegna erkennen.
Er zählte zu den herausragenden Meistern der Frührenaissance im oberitalienischen Kulturraum. An die Stelle der zeichnerischen Härte der Frührenaissance tritt nun die malerische Weichheit, und die Farben erhalten Wärme und Leuchtkraft. Aus der Schule Giovanni Bellinis gingen viele weitere berühmte Künstler hervor, unter anderem: Giorgione und Tizian.
Das Hauptwerk ist wahrscheinlich die "Thronende Madonna" (1505), welches Albrecht Dürer zu seinem 'Vier Apostel' anregte.
Weblinks
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- http://www.kfki.hu/~arthp/html/b/bellini/giovanni/
- [http://www.malarze.walhalla.pl/galeria.php5?art=37 Art Gallery - Giovanni Bellini]
Bellini, Giovanni
Bellini, Giovanni
Bellini, Giovanni
Bellini, Giovanni
Bellini, Giovanni
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ja:ジョヴァンニ・ベリーニ
Venedig
Venedig [] (ital. Venezia []) ist eine Stadt im Nordosten Italiens an der adriatischen Küste, Hauptstadt der Region Venetien und der Provinz Venedig.
Die Stadt ist eines der beliebtesten touristischen Ziele in Europa und ist auch für ihren Karneval bekannt. Auf der UNESCO-Liste der schützenswerten Kulturdenkmäler des Kontinents liegt Venedig auf Platz 1 - vor Český Krumlov in Südböhmen.
Lage und Stadtgliederung
Das historische Zentrum Venedigs liegt auf mehreren Inseln inmitten der Lagune von Venedig einige Kilometer nördlich der Mündung des Po. Am wichtigsten sind dabei die durch den Canal Grande (auf italienischen Karten oft auch als Canale Grande bezeichnet) in zwei Teile getrennte Hauptinsel und die durch den Canale della Giudecca von der Hauptinsel getrennte Giudecca. Auf dem Festland gehören die "hässlichen Schwestern" Mestre und Marghera dazu. Rund um die Lagune finden sich weitere Städte, unter anderem die Fischerstadt Chioggia, die auch den Übernamen "das kleine Venedig" trägt. Der Lido gehört politisch zur Stadt Venedig, ebenso Inseln wie Torcello, Murano, Burano, San Erasmo und Vignole.
Vignole
Vignole
Das historische Zentrum der Stadt ist traditionell aufgeteilt in sechs Stadtteile: Cannaregio, San Polo, Dorsoduro (mit der Insel Giudecca), Santa Croce, San Marco and Castello (mit San Pietro di Castello und Santa Elena).
Geschichte
Zur Geschichte der Republik siehe den Hauptartikel Republik Venedig.
Republik Venedig
Was heute Venedig ist, entwickelte sich schon seit der späten Antike in Form verstreuter Siedlungen auf den Inseln der entstehenden Lagune. Der Name Venedig zeugt vom Volk der Veneter,das hier ansässig gewesen war.
Die Stadt wurde durch Flüchtlinge aus Oberitalien besiedelt, die sich vor der Invasion der Hunnen 452 und später der Langobarden 568 in den Sümpfen und auf den zahllosen Inseln der Brenta-Mündung verbargen. Die vor den Hunnen Flüchtenden sollen sich mit der Losung Veni etiam (etwa: "Auch ich bin (hierher) gekommen") gegrüßt haben. Von dieser Losung soll sich nach einer anderen gängigen Erklärung der Name Venedig ableiten.
Venedig trat die politische Nachfolge der Laguneninsel Torcello an, die als bedeutende Bischofsstadt aus noch unbekannten Gründen (Malaria?) von ihren Bewohnern in Richtung Venedig verlassen wurde und dabei eine Abgegangene wurde.
Als Außenposten des Byzantinischen Reiches, gelang es den Venezianern, im Gegensatz zu den übrigen oberitalienischen Städten, ihre Selbstständigkeit gegenüber dem Fränkischen bzw. dem Heiligen Römischen Reich zu bewahren. Außerdem profitierten sie davon, dass Byzanz angesichts der Invasionen von Langobarden, Franken, Slawen, Awaren, Persern und Arabern nicht in der Lage war, diesen Außenposten wirklich zu beherrschen. Im Gegenteil gelang es Venedig sehr erfolgreich zwischen den Kaiserreichen zu lavieren und äußerst günstige Handelsverträge zu erwirken, die ihm eine jahrhundertelange Monopolstellung im Handel zwischen Westeuropa und Byzanz sicherten.
Schon früh unter Führung eines Dogen und seiner verschiedenen Ratsgremien, wie etwa des Kleinen und des Großen Rates, erreichte der venezianische Stadtadel eine Stabilisierung seiner Vorherrschaft in der Stadt durch Handelsprivilegien, Abschließung gegen aufsteigende Familien (1297) und die Einführung von Überwachungsgremien mit fast unbeschränkter Vollmacht (wie etwa dem Rat der Zehn).
Es bildete sich die Republik Venedig heraus, die sich im Lauf des 14. Jahrhunderts auch auf das Festland ausdehnte. Bereits im 10. Jahrhundert unterstützte die Stadt ihre einstige Herrin Byzanz gegen die in Süditalien eingefallenen Muslime. Der byzantinische Einfluss in der Stadt ist auch an vielen Bauten erkennbar, wie beispielsweise am Markusdom.
Markusdom
Im 9. Jahrhundert wurde der heilige Markus zum Schutzpatron erkoren, er gesellte sich zum heiligen Theodor. Die Säulen der beiden Heiligen befinden sich noch heute auf der Piazzetta, dem zum Meer weisenden Nebenplatz des Markusplatzes. In San Marco werden die Gebeine des heiligen Markus aufbewahrt, die der Legende zufolge aus Alexandria gestohlen wurden.
Dieser Akt zeugt bereits von einem gestiegenen Selbstbewusstsein. Durch ihre Beziehungen zu Byzanz konnte die Stadt in diesem Raum enorme wirtschaftliche Vorteile gewinnen. Seit sie ihre Flotte gegen die seldschukischen Türken eingesetzt hatte, gestand ihr Kaiser Alexios I. 1081 ein Handelsabkommen zu, das ihr das De-Facto-Monopol im Byzantinischen Reich gab.
Im Zuge der ersten Kreuzzüge und bedingt durch diese Handelsprivilegien, die sich auch in einem Kaufmannsviertel in der Hauptstadt niederschlugen, nahmen die Feindseligkeiten zwischen Venezianern und Byzantinern zu.
Anlässlich des Vierten Kreuzzuges nützte der Doge Enrico Dandolo die Gelegenheit, sich des reichen Konstantinopel zu bemächtigen, und "dirigierte" ihn um. 1204 wurde Konstantinopel erobert und geplündert; das neu entstandene Lateinische Kaiserreich wurde von Venedig dominiert - die Stadt hatte den ersten Höhepunkt ihrer Macht erreicht.
Zahllose geplünderte Kunstschätze gelangten von Byzanz in den Westen, so auch die bronzene Quadriga der Markuskirche. Aus diesem 'Coup' - der die Hauptursache für das bis heute andauernde misstrauische Verhältnis der orthodoxen Völker Osteuropas, insbesondere der Russen, gegenüber dem Westen war - folgte allerdings auch ein endloser Konflikt mit Genua, der Ursache für vier verheerende Kriege war. Im letzten Krieg eroberten die Genuesen 1381 das am Südrand der Lagune gelegene Chioggia, aber letztlich mussten sie erfolglos abziehen.
Während Genua den Handel über das Schwarze Meer zunehmend dominierte, herrschte Venedig im Levantehandel vor. Durch die Heirat von Caterina Cornaro mit dem letzten König von Zypern fiel die Insel nach dem Tod des Königs und auch des Thronfolgers an Venedig.
Zypern
Seit dem Fall von Konstantinopel 1453 musste Venedig seine Positionen im östlichen Mittelmeer nach und nach den Osmanen überlassen, seine Bedeutung nahm auch infolge der Verlagerung des Weltverkehrs auf den Atlantik immer mehr ab. Portugal findet den Seeweg um Afrika nach Indien (Vasco da Gama), das Monopol Venedigs auf den Gewürzhandel mit den Gebieten der Levante geht verloren.
Nach dem Verlust von Zypern an das Osmanische Reich 1571 wird das Osmanische Reich von der Heilige Liga, bestehend aus Papst, Spanien und Venedig zwar besiegt Seeschlacht von Lepanto, doch der Sieg kann den Verlust Zyperns sowie den weiteren machtpolitischen Niedergang Venedigs nicht aufhalten. Insel um Insel in der Ägäis geht an die Osmanen verloren, die Republik zieht sich mehr und mehr in die Lagune zurück.
Mit dem Aufblühen der Länder Portugal, Spanien und schließlich England sowie Holland als neue Seemächte und der einhergehenden Entdeckung und Ausbeutung Amerikas, sind die Tage Venedigs als dominierende See- und Handelsmacht gezählt.
In der Folge übernahm die Luxusindustrie (vor allem die Glasbearbeitung) die Rolle des Levantehandels, ebenso der Tourismus. Venedig und Florenz waren die ersten Orte, die zum größeren Teil vom Tourismus lebten. Venedig konnte Dalmatien und zeitweilig den Peloponnes (unter dem Namen Morea) sowie einige griechische Inseln unter seiner Hoheit halten. Der Niedergang der Stadt im 18. Jahrhundert, zumal der ökonomische, wird in der jüngsten Forschung generell zumeist als Mythos behandelt; politisch war sie seitdem unbedeutender als vorher.
1797 verlor die Republik Venedig durch Napoleon ihre Selbstständigkeit und wurde 1815 ein Teil des Lombardo-Venezischen Königreiches, das unter österreichischer Oberhoheit stand.
Im Revolutionsjahr 1848 (vgl. Märzrevolution#Italienische Staaten) wurde nach verschiedenen Aufständen in weiten Teilen der ganzen Lombardei am 23. März 1848 unter Daniele Manin erneut eine Republik in Venedig ausgerufen, die über ein Jahr ihre Unabhängigkeit von Österreich behaupten konnte. Am 24. August 1849 wurde die Stadtrepublik von österreichischen Truppen blutig niedergeschlagen, nachdem davor in zwei kurzen Revolutionskriegen zwischen Österreich und Sardinien-Piemont auch die anderen revolutionären Unabhängigkeitsbewegungen in ganz Oberitalien erfolgreich unterdrückt worden waren.
In Folge der Niederlage Österreichs gegen Preußen im Deutschen Krieg von 1866, in dem das 1861 neu gegründete Königreich Italien Verbündeter Preußens war, kam Venedig gemäß dem Wiener Friedensvertrag vom 3. Oktober 1866 an Italien (vgl. auch Risorgimento).
Risorgimento
Kunsthistorisch ist Venedig zur Zeit der Renaissance und des Barock von höchster Bedeutung: es war der "Gegenpol" zu Florenz und beherbergte viele Künstler wie Correggio, Giorgione, Giovanni Bellini, Tizian und später Tintoretto und Giovanni Battista Tiepolo. Der venezianische Stil ist dem Florentiner komplementär: während in Florenz mehr Wert auf Zeichnung und Komposition eines Bildes gelegt wurde, dominierten in Venedig Licht und Farbe. Man kommt allerdings nicht umhin zu konstatieren, dass das Seicento, also das 17. Jahrhundert, in Bezug auf die Kunst in Venedig eine weniger glückliche Zeit war.
17. Jahrhundert
Die Kunst, einen Gegenstand durch Farbe und Lichteffekte plastisch erscheinen zu lassen, wurde hier erfunden. So wurde auch ein großer Reichtum in der Farbpalette entwickelt. Dieser "Widerstreit" zwischen Florenz und Venedig lässt sich durch die ganze spätere abendländische Kunstgeschichte bis 1900 weiterverfolgen.
Hochwasser
1900
Die Gebäude Venedigs sind auf Holzpfählen erbaut, die in verschiedene Schichten von Ton und Sand eingerammt sind. Die Technik der "palificazione" hat sich, abgesehen von einer Mechanisierung, bis heute im Wesentlichen nicht geändert.
Venedig ist oft von Hochwasser (Acqua Alta) bedroht. Auf dem Markusplatz steht im Schnitt inzwischen an etwa 100 Tagen im Jahr das Wasser. 1966 ereignete sich eine große Sturmflut. Der Meeresspiegel in der Lagune liegt heute 23 cm höher als noch zu Beginn des 20. Jhdts., teils wegen der inzwischen gestoppten Absenkung des Lagunenbodens durch Wasserentnahme und durch den allgemeinen Anstieg des Meeresspiegels. Diese Entwicklung bedroht die historische Bausubstanz der Stadt.
Ein Schleusensystem an den Hafeneinfahrten soll die Stadt vor den wiederkehrenden Hochwassern schützen. Das seit Ende 2004 in Bau befindliche Projekt MOSE (modulo sperimentale elettromeccanico) besteht aus 79 Schleusentoren auf dem Meeresgrund, die ab einem Hochwasser von 110 cm über dem Normalpegel durch Druckluft aufgerichtet werden sollen. Die Fertigstellung ist für 2011 vorgesehen.
2011
Kritiker führen gegen das Projekt an, dass der Meeresspiegel durch die weltweite Klimaerwärmung noch weiter steigen könnte und die Ökologie in der Lagunenstadt durch die Schleusen beeinträchtigt wird. In der Tat sind die zur Befriedigung der Bedürfnisse der Erdölindustrie (Industriehafen Porto Marghera) und des Fremdenverkehrs (Kreuzfahrtschiffe) immer weiter vertieften Hafeneinfahrten, darunter namentlich die nördliche bei Punta Sabbioni, das Hauptproblem.
Verkehr
Neben den Landverkehrswegen in der Altstadt in Form von Gassen (Calle, pl. Calli) bilden für den Warentransport noch immer die rund 180 Kanäle das Rückgrat. Wasserbusse (vaporetti) wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt. Für ihren Betrieb zeichnet heute die städtische Verkehrsgesellschaft ACTV (Azienda del Consorzio Trasporti Veneziano) verantwortlich.
Über die 3,6km lange, sog Ponte della Libertà (Brücke der Freiheit) für KFZ und Eisenbahn ist die Altstadt an das Festlan | | |