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Giovanni Bononcini
Giovanni Battista Bononcini, gelegentl. auch Giovanni Battista Buononcini, ( - 18. Juli 1670 in Modena; † 9. Juli 1747) war ein italienischer Violoncellospieler und Komponist.
Leben
Bononcini war der Sohn des Kirchenmusikers Giovanni Maria Bonocini aus Modena. Seine erste künstlerische Ausbildung erhielt er durch seinen Vater. Als dieser 1678 starb, wurde er Schüler von Giovanni Paolo Colonna in Bologna. Dort konnte Bononcini auch seine frühen Werke veröffentlichen.
Ab 1688 bekleidete Bononcini das Amt eines Kirchenmusikers in Bologna. Dort machte er auch die Bekanntschaft mit dem berühmten Librettisten Silvio Stampiglia. In Zusammenarbeit mit Stampiglia entstanden in den Jahren 1692 bis 1696 entstanden fünf Opern.
Ab 1692 hielt sich Bononcini in Rom auf und reiste 1696 über Venedig nach Wien. Dort wurde er Mitglied der Hofkapelle Kaiser Leopolds I., wo er auch als Komponist Erfolg hatte. Dazwischen hielt er sich auch in Berlin auf, wo er im Frühling 1702 mit großenm Erfolg die Uraufführung seiner Oper Polifemo erlebte.
Spätestens 1706 hatte Bononcini seinen künstlerischen Durchbruch geschafft. Bis 1711 dauerte noch sein Engagement am österreichischen Hof. Anschließend unternahm er längere Studienreisen, u.a. nach Venedig und Rom. Von dort aus engagierte ihn 1720 (zusammen mit Georg Friedrich Händel) die Italienische Oper in London.
Bononcinis Werke waren denen Händels durchaus ebenbürtig und das Komponieren der beiden Musiker geriet streckenweise zu einem Wettkampf. Durch Konzerte, welche Bononcini oft als Solist mit dem Violoncello bestritt, waren bei der Londoner Aristokratie hochgeschätzt; die Familie Marlborough beschäftigte ihn einige Zeit als Hausmusiker.
Zwischen 1720 und 1724 war Bononcini Mitglied der Royal Academy of Music in London und ab 1726 nahm ihn die Academy of Ancient Music auch als Mitglied auf. Am 6. Mai 1727 erlebte seine Oper Astianatte die Uraufführung am King's Theatre in London. Bei der letzten Aufführung, am 6. Juni 1727 kam es zu dem (heute noch bekannten) Streit zwischen den berühmten Primadonnen Faustina Bordoni und Francesca Cuzzoni.
Um die Jahreswende 1727/28 kam es zu einem Skandal in London, als Bononcini das Madrigal In una siepe ombrosa als seine eigene Schöpfung ausgab. Tatsächlich aber stammte es von Antonio Lotti, der es als Teil seiner Duetti, terzetti e madrigali veröffentlicht hatte. Von da an bekam Bononcini als Persona non grata keine Aufträge mehr und verlor auch seine Mitgliedschaften. Durch diese Plagiatsaffaire gezwungen, ging Bononcini nach Paris.
1737 verlor er bei dubiosen Spekulationen viel Geld und mußte sich zeitweilig seinen Lebensunterhalt als Kopist verdienen. Später wandte er sich an den Hof nach Wien, wo er 1748 zur Feier des Aachener Friedens eine Oper und andere Gelegenheitsmusik komponierte. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Bononcini wieder in Venedig.
Im Alter von 77 Jahren starb Giovanni Battista Bononcini am 9. Juli 1747 in Venedig.
Werke
- Alessandro in Sidone (1737)
- L'amore eroica fra pastori (1696)
- Astianatte (1727)
- Astarto (1720)
- Calphurnia' (1724)
- Cefalo (1702)
- La clemenza di Augusto (1697)
- Crispo (1721)
- Etearco (1707)
- La fede pubblica (1699)
- Griselda (1722)
- Maria fuggitivo (1708)
Bononcini, Giovanni Battista
Bononcini, Giovanni Battista
Bononcini, Giovanni Battista
Bononcini, Giovanni Battista
Bononcini, Giovanni Battista
1670
Politik und Weltgeschehen
- 29. April: Clemens X. wird Papst
- 24. Januar: William Congreve, englischer Dramatiker und Dichter († 1729)
- 12. April: Gustav Samuel Leopold, letzter Herzog von Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg und Pfalz-Zweibrücken († 1731)
- 12. Mai: August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen († 1733)
- 18. Juli: Giovanni Battista Bononcini, Violoncellospieler und Komponist († 1747)
- 20. Oktober: Jean Daniel Abraham Davel, Waadtländer Revolutionär († 1723)
- 30. November: John Toland, englischer Freidenker († 1722)
- Turlough O'Carolan, irischer Nationalkomponist († 1738)
- 9. Februar: Friedrich III., war König von Dänemark und Norwegen von 1648 bis 1670 ( - 1609)
- 16. März: Johann Rudolph Glauber, Apotheker und Chemiker ( - 1604)
- 21. Mai: Dr. Johan Picardt, deutsch-niederländischer Arzt, Pastor und Schriftsteller ( - 1600)
- 24. Mai: Ferdinand II., Großherzog von Toskana ( - 1610)
- 30. Juni: Henrietta Anne Stuart, französische Herzogin ( - 1644)
- 11. Oktober: Louis Le Vau, französischer Baumeister in Paris ( - 1612)
- 15. November: Jan Amos Komenský, Pädagoge und Theologe ( - 1592)
- Louis Barbier, französischer Bischof ( - 1593)
- Hendrik Martensz Sorgh, niederländischer Maler ( - 1611)
ko:1670년
ModenaModena (lat. Mutina) ist eine norditalienische Universitätsstadt, am südlichen Rand der Poebene gelegen. Sie ist eine moderne Industriestadt mit historischem Stadtkern (Centro Storico). Sie befindet sich in der Region Emilia-Romagna und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Modena. In der Stadt leben derzeit 175.000 Einwohner. Die Universität (Università degli Studi Modena e Reggio Emilia) mit Sitz in Modena und Reggio Emilia wurde bereits 1175 gegründet. Daneben gibt auch eine Akademie der Wissenschaften und der Kunst, ein geophysikalisches Observatorium sowie einen botanischen Garten. Modena ist Sitz eines Erzbischofes.
Daten
Die Postleitzahl lautet 41100, die Telefonvorwahl 059.
Geschichte
Modena hat seinen Ursprung im antiken Mutina auf dem Territorium der Boier, das wahrscheinlich im Krieg von 215-212 v. Chr. in den Besitz der Römer kam. 183 v. Chr. wurde Mutina Sitz einer römischen Kolonie. Die römische Stadt lag unmittelbar südöstlich der modernen Stadt und befindet sich mehrere Meter unterhalb. Im Kaiserreich scheint die Stadt eine gewisse Bedeutung gehabt zu haben. Ihre Weingärten und Töpfereien werden von Plinius erwähnt, wobei letztere einen erheblichen Exporthandel betrieben. Dass Territorium grenzte an das von Bologna und Regium, und im Süden scheint es bis zum Apenninenkamm ausgedehnt gewesen zu sein. Während der Bürgerkriege verharrte 78 v. Chr. Marcus Brutus, der Leutnant von Lepidus, innerhalb der Stadtmauern gegen Pompeius. 44 v. Chr. wurde der Ort von D. Brutus erfolgreich vier Monate lang gegen Mark Anton verteidigt. Im 4. Jahrhundert verfiel Mutina allmählich. Die Plünderungen Attilas und die Probleme der langobardischen Periode ließen es als zerstörte Stadt in einem Ödlang zurück. Im 7. Jahrhundert wurde, vielleicht aufgrund einer schrecklichen Überschwemmung, 6 km nordwestlich an der Stelle des heutigen Cittanova eine neue Stadt gegründet, Città Geminiana.
Aber gegen Ende des 9. Jahrhunderts wurde Modena wiederaufgebaut und von seinem Bischof Ludovicus befestigt. Als 1099 mit dem Bau der Kathedrale begonnen wurde, war die Stadt Teil der Besitzungen der Markgräfin Mathilde von Tuszien. Aber als das Gebäude im Jahr 1184 von Lucius III. eingeweiht wurde, war es eine freie Kommune. In den Kriegen zwischen Friedrich II. und Gregor IX. stellte sie sich auf die Seite des Kaisers, wenn auch die päpstliche Fraktion stark genug war, um die Politik in Verwirrung zu stürzen. 1288 wurde Obizzo d'Este als Herr der Stadt anerkannt. Nach dem Tod seines Nachfolgers Azzo VIII. (1308) erhielt sie wieder ihre Unabhängigkeit als Kommune; um 1336 war die Este-Familie jedoch wieder an der Macht.
1452 wurde Modena zugunsten Borso d'Este als Herzogtum konstituiert und von Ercole II. vergrößert und verstärkt. Bei der Einverleibung Ferraras in den Kirchenstaat 1598 wurde es herzögliche Residenz. Franz I. (1629-1658) errichtete die Zitadelle und begann den Palast, der von Francesco II. wesentlich verschönert wurde. Rinaldo wurde bei den französischen Invasionen zweimal aus der Stadt vertrieben (1737). Im Gegenzug annektierte Modena 1737 die Grafschaft Novellara und stürzte die bisher dort regierenden, mit Frankreich verbündeten Gonzaga. Viele ihrer öffentlichen Gebäude verdankt die Stadt Francesco III. (1737-1780), der enge Beziehungen zum Kaiserhaus Österreich anknüpfte. Sein Sohn Ercole III. (1780-1796) ehelichte die Thronerbin des Doppelherzogtums Massa und Carrara und verband seine eigene Erbtochter Maria Beatrice († 1829) mit einem Sohn der Kaiserin Maria Theresia, Erzherzog Ferdinand von Österreich († 1806), dem Stammvater des Hauses Österreich-Este.
Im Zuge der umwälzenden Französischen Revolutionskriege nützten dem letzten Este-Herzog jedoch diese Verbindungen nichts, 1796 wurden Stadt und Herzogtum Modena von den Franzosen besetzt und zunächst in die Cispadanische Republik transformiert, 1797 in die Cisalpinische Republik (Lombardei) einbezogen, die sich später zum napoleonischen "Königreich Italien" verwandelte. Ercole III. d'Este starb 1803 im Exil in Treviso, das ihm aufgrund österreichischer Fürsprache als Entschädigung zugesprochene deutsche Herzogtum Breisgau und Ortenau regierte kurzfristig sein Schwiegersohn Ferdinand von Österreich bis 1805.
Nach dem Sturz Napoleons 1814 erhielt der älteste Sohn Ferdinands und Maria Beatrices, Franz IV. von Österreich-Este (1814-1846), die Stati Estensi zurück. Nach dem Tode seiner Mutter 1829 erbte er die Herzogtümer Massa und Carrara, sein Sohn fügte später 1848 dem Staatenverbund noch das kleine Herzogtum Guastalla hinzu. Die Herrschaft Franz IV. war gegenüber Österreich teils unterwürfig, teils intrigant, innenpolitisch jedoch durchweg reaktionär und despotisch. Der Herzog versuchte vergeblich, durch die Ehe mit einer sardinischen Prinzessin und die Bekämpfung des dortigen als liberal geltenden Thronfolgers Karl Albert, des Stammvaters der späteren Könige von Italien, selbst zum König von Sardinien aufzusteigen. Beim Ausbruch der Julirevolution 1830 wiederum soll Franz IV. kurzfristig geneigt gewesen sein, die revolutionäre Bewegung in Modena zu ermuntern und für seinen dynastischen Ehrgeiz auszunutzen. Doch kaum hatte die österreichische Armee den Aufständen in Mittelitalien ein Ende gesetzt, kehrte er zu seiner früheren Politik zurück und ließ jene Führer der modenesischen Liberalen, mit denen er zuvor heimlich verhandelt hatte, hinrichten.
Sein Sohn und Nachfolger Franz V. Ferdinand (1846-1859/60) folgte im wesentlichen der Politik seines Vaters. Nachdem er im März 1848 durch die Revolution zum Verlassen seiner Länder gezwungen wurde, kehrte er im August 1849 unter dem Schutz österreichischer Truppen zurück und führte ein unbarmherzig reaktionäres, weithin verhasstes Regime. Im Juni 1859 – nach der Niederlage Österreichs in Italien gegen Frankreich und Sardinien – musste Franz V. endgültig flüchten, wobei er nicht vergaß, seine kostbarsten Kunstschätze und seine politischen Gefangenen mit sich nach Österreich zu nehmen. Im März 1860 wurden die modenesischen Staaten Teil des Königreichs Sardinien und gingen 1861 im Einheitsstaat Italien auf.
Als der gestürzte Herzog Franz V. 1875 kinderlos im österreichischen Exil verstarb, erbte sein Vermögen und den Titel eines "Erzherzogs von Österreich-Este" der junge Erzherzog Franz Ferdinand ( - 1863, † 1914), ein Neffe des österreichischen Kaisers Franz Joseph I., der seit 1896 Thronfolger von Österreich-Ungarn war und dessen Ermordung in Sarajevo im Juni 1914 den unmittelbaren Anlass des Ersten Weltkrieges bildete.
Eine Schwester Franz V., Maria Theresia von Modena († 1886), war die Gattin des letzten Thronanwärters der Bourbonen auf die französische Königskrone, des Grafen Heinrich von Chambord († 1883).
Sehenswürdigkeiten
Stolz der Modeneser ist die Piazza Grande mit ihrem romanischen Dom San Geminiano (Duomo) und dem 88 m hohen Campanile (Torre Ghirlandina). 1997 wurde dieses Architekturensemble von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Der dem heiligen Geminianus, dem Schutzpatron der Stadt, geweihte Dom wurde 1099 unter dem lombardischen Baumeister Lanfranco und dem Steinmetz Wiligelmus begonnen. Er ist das wichtigste Bauwerk der Stadt. Die marmorverkleidete Backsteinfassade der Kirche wird durch typisch romanische Stilelemente wie Zwerggalerien und Blendarkaden gegliedert. Das prächtige gotische Radfenster und die zwei aufgesetzten Türmchen sowie die zwei schlichten Seitenportale schufen Steinmetze aus Campione. Über sieben Generationen waren die Wanderarbeiter aus dem norditalienischen Städtchen bei Lugano an den Bauarbeiten beteiligt, unter ihnen wurde der Dom 1322 fertig gestellt.
Wahrzeichen Modenas aber ist die Torre Ghirlandina (dt. kleine Girlande). Der für Italien typische frei stehende Glockenturm wurde Anfang des 12. Jahrhunderts im romanischen Stil begonnen und im 14. Jahrhundert von den Maestri aus Campione mit einer gotischen Turmspitze vollendet.
Dem Dom gegenüber befindet sich mit dem Palazzo Comunale (Stadthaus) der weltliche Gegenpol zum Duomo. Der Uhrturm stammt zwar noch vom ursprünglichen Bau aus dem 12. Jahrhundert, doch wurde er wie der gesamte Palast während größerer Umbauten im 16. Jahrhundert stark verändert. Die steinerne Tribüne vor dem Gebäude, die so genannte "Pietra Ringadora", diente als Rednerpult, von dem aus Reden an das Volk gehalten wurden. Neben dieser Funktion fungierte der Steinblock aber auch als Pranger. So wurden säumige Schuldner dazu verurteilt, ihn als Zeichen ihrer Erniedrigung dreimal mit dem nackten Gesäß zu berühren. Hier wurden auch die Leichen unbekannter Ertrunkener in der Hoffnung in der Hoffnung aufgebahrt, sie würden von einem Passanten identifiziert werden.
Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählt der Palazzo Ducale, der sich abseits des historischen Zentrums von Modena befindet. Der Bau des herzoglichen Palastes wurde 1634 durch Francesco I. d'Este in Auftrag gegeben, jedoch erst Mitte des 19. Jahrhunderts fertig gestellt. Hinter der langen und imposanten Schaufassade befindet sich heute die traditionsreichste Offiziersschule Italiens, die Accademia Militare.
Lebensader der Stadt und zugleich eine der beliebtesten Flaniermeilen ist die Via Emilia, die durch das historische Zentrum der Stadt führt. Die römische Straße ist insgesamt 262 Kilometer lang und verläuft über Bologna, Modena und Parma bis nach Piacenza in der Poebene. Ihr Bau begann 187 v. Chr. unter dem Konsul Emilius Lepidus. Der Name der Region Emilia-Romagna geht auf die Via Emilia zurück.
Wirtschaft
Im Stadtgebiet und Umland befinden sich überwiegend Betriebe der Ceramik- (vorallem Wand- und Bodenfliessen), Zement-, Leder- und Nahrungsmittelindustrie sowie des Maschinen- und Fahrzeugbau (Maserati). Im benachbarten Maranello, 18 km südlich von Modena, ist die Autofirma Ferrari (Scuderia Ferrari) beheimatet. Hier werden seit 1943 die berühmten roten Boliden mit dem springenden Pferd gefertigt. Im hypermodernen Bau der Galleria Ferrari wird die Geschichte des Konzerns dargestellt und einige der roten Ferrari-Modelle und Rennwagen ausgestellt. Gezeigt wird auch das Büro, in dem Enzo Ferrari in der Via Trento e Trieste in Modena, gearbeitet hat. Auf der anliegenden Teststrecke kann man Probefahrten und Motortests sowie mit viel Glück die "Erlkönige" (Testfahrzeuge) von Ferrari und Maserati zur Probefahrt in den angrenzenden Appeninen beobachten.
Im Umland der Stadt spielt dagegen immer noch die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Dort wird der bekannteste Lambrusco (Lambrusco di Sorbara), ein rubinroter, manchmal leicht schäumender (frizzante) Wein, gekeltert und in die ganze Welt exportiert. Außerdem befinden sich in der Umgebung von Modena die größten Kirschenhaine Italiens. Darüberhinaus sind der Aceto Balsamico di Modena (Balsamessig) sowie der Grana Padano und der Parmigiano Reggiano (Parmesankäse) weitere Exportartikel.
Veranstaltungen
Einmal jährlich im Mai findet im Parco Novi Sad das Konzert "Pavarotti and Friends" statt. Ein Konzert des in Modena lebenden Startenors Luciano Pavarotti mit berühmten Pop- und Rockstars.
Alternatives Leben
Seit dem Juli 2000 befindet sich im Umland der "spazio sociale libertario/anarchico" Libera, der in Modena für seine vielen Feste, das ökologische Engagement gegen den Bau eines Autodroms und gegen die Verdopplung der örtlichen Müllverbrennungsanlage und auch andere Initiativen, wie die Hausbesetzung des "Comitato per il diritto alla casa" und der USI Modena für drei wohnungslose tunesische Familien, bekannt ist. Weiterhin existiert in der historischen Altstadt die Bibliothek "Un idea".
Link: http://www.libera-unidea.org
Söhne und Töchter der Stadt
- Giovanni Battista Bononcini, Violoncellospieler und Komponist
- Francesco III. d'Este, Herzog von Reggio Emilia
- Enzo Ferrari, italienischer Rennfahrer und Gründer des Rennwagenherstellers Ferrari
- Paolo Ferrari, italienischer Lustspieldichter
- Franz V. (Modena), Herzog von Modena
- Mirella Freni, lyrischer Sopran
- Francesco Maria Molza, italienischer Dichter
- Raimondo Montecuccoli, Reichsfürst
- Luciano Pavarotti, italienischer Tenor
- Domenico Lorenzo Ponziani, italienischer Schach|Schachmeister und Schachtheoretiker
- Raffaele Scapinelli Di Leguigno, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Michelangelo Tamburini, General der Societas Jesu
- Alessandro Tassoni, italienischer Dichter
Kategorie:Ort in der Emilia-Romagna
Kategorie:Weltkulturerbe
ja:モデナ
1747
- 2. Juni: In der Schlacht bei Lauffeldt besiegen die Franzosen unter Moritz von Sachsen die verbündeten Österreicher, Briten und Niederländer, erleiden aber mehr als doppelt so hohe Verluste
- Gründung des ersten selbständigen Staates der Afghanen auch seit 1801 Afghanistan genannt durch Ahmad Shah Durrani
- Johann Sebastian Bach komponiert das Musikalische Opfer
Kultur
- 28. Januar: Uraufführung der Oper Die verlassene Dido von Niccolò Jommelli am Teatro Apollo in Rom
- 4. Januar: Johann Kaspar Coqui, Fabrikant und Magdeburger Kommunalpolitiker († 1824)
- 19. Januar: Johann Elert Bode, deutscher Astronom († 1826)
- 8. März: Johann Peter Melchior, Bildhauer († 1825)
- 31. März: Johann Abraham Peter Schulz, deutscher Musiker und Komponist († 1800)
- 5. Mai: Leopold II. (HRR), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1790–1792 und Großherzog der Toskana 1765–1790 aus dem Haus Habsburg-Lothringen († 1792)
- 2. Juli: Rose Bertin, der wenigen Frauen des 18. Jahrhunderts aus der großen anonymen Gruppe der im Bereich der Mode tätigen Schneiderinnen, Hutmacherinnen und Modistinnen († 1813)
- 6. Juli: John Paul Jones (Seefahrer), Pirat, Seeheld, Marinepionier und Freiheitskämpfer im US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg († 1792)
- 22. Juli: Ernst Ludwig Heim, Arzt († 1834)
- 4. August: Henrich Becker, ostfriesischer Kunstmaler, der vor allem durch seine Portraitmalerei Bekanntheit und Anerkennung gefunden hat († 1819)
- 30. September: Friedrich Justin Bertuch, deutscher Unternehmer und Mäzen († 1822)
- 31. Oktober: Johann Karl Wezel, Dichter, Schriftsteller und Pädagoge der Sturm-und-Drang-Zeit. († 1819)
- 18. Dezember: Barthélemy-Louis-Joseph Schérer, französischer General († 1804)
- 31. Dezember: Gottfried August Bürger, deutscher Dichter aus der Zeit des Sturm und Drang († 1794)
- 16. Januar: Barthold Heinrich Brockes, deutscher Schriftsteller ( - 1680)
- 14. März: Johann Matthias von der Schulenburg, war Reichsgraf, Erbherr auf Emden und Feldmarschall im Dienste der Republik Venedig ( - 1661)
- 23. März: Claude Alexandre de Bonneval, französischer Abenteurer ( - 1675)
- 2. April: Johann Jacob Dillen, deutscher Botaniker ( - 1687)
- 9. April: Leopold I. (Anhalt-Dessau), war Fürst des Kleinstaats Anhalt-Dessau und einer der populärsten preußischen Heerführer und Militärreformer ( - 1676)
- 14. April: Jean Frédéric Ostervald, schweizer reformierter Theologe ( - 1663)
- 24. April: Johann Georg Fischer, deutscher Baumeister des Barock ( - 1673)
- 25. Mai: Heinrich Johann Friedrich Ostermann, russischer Diplomat und Staatsmann ( - 1686)
- 28. Mai: Luc de Clapiers, französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller ( - 1715)
- 31. Mai: Heinrich Johann Friedrich Ostermann, russischer Diplomat und Staatsmann ( - 1687)
- 9. Juli: Giovanni Battista Bononcini, Violoncellospieler und Komponist ( - 1670)
ko:1747년
Italien
Italien (italienisch Italia) ist ein Staat in Europa am Mittelmeer. Angrenzende Staaten sind Frankreich, Schweiz, Österreich, Slowenien, sowie die Enklaven San Marino und die Vatikanstadt (in Rom). Zu Italien gehören die Mittelmeer-Inseln Sizilien, Sardinien und Elba.
Italien ist unter anderem bekannt für seine Küche, Mode- und Designerartikel, Bekleidungsindustrie, Architektur, Kunst, Musik und Touristenziele.
Geografie
Die Form des Landes erinnert an die eines Stiefels. Diese Halbinsel wird vom einem Gebirgszug, dem Appenin, in der Längsachse durchzogen. Im Norden gehört ein Teil der Alpen zu Italien. Entlang der Westküste Italiens ziehen sich von Norden in Richtung Süden u. a. die Italienische Riviera in Ligurien, die Etruskische Riviera in der Toskana sowie der Golf von Neapel in Kampanien. Die Ostküste wird von Triest im Norden bis zum Gargano im Norden Apuliens (nach anderen Darstellungen: bis zur Straße von Otranto) als die Italienische Adriaküste bezeichnet. Siehe auch Riviera.
Die längsten Flüsse sind Po, Etsch, Arno und Tiber. Zu den größten italienischen Seen zählen der Gardasee, der Lago Maggiore und der Comer See in Oberitalien sowie der Lago di Bolsena und der Lago Trasimeno in Mittelitalien.
Neben dem Vesuv auf dem italienischen Festland stehen auf italienischen Inseln gleich zwei weitere bekannte Vulkane: der Ätna und der Stromboli (und weitere kleinere um Sizilien herum).
Neben der Hauptstadt Rom sind die bedeutendsten Städte Mailand, Neapel, Genua, Turin, Venedig, Bologna, Florenz, Bari, Catania und Palermo.
Der höchster Berg Italiens ist der Mont Blanc de Courmayeur 4.748 m.
Bevölkerung
Italien hat eine Einwohnerzahl von 58.462.375 Einwohnern und rangiert in der Weltrangliste auf Platz 22, innerhalb der Europäischen Union liegt das Land auf dem 4. Rang hinter Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
Stadt- und Landbevölkerung
Rund 67% der Einwohner Italiens, vornehmlich im Norden, leben in Städten. Vor allem von 1950 bis 1960 herrschte eine starke Abwanderung aus den unterentwickelten Landregionen in die Städte (Landflucht). Seit den 1980er Jahren hat sich dieser Trend zu Gunsten der Vororte und Kleinstädte umgekehrt.
Größte Städte
(Einwohner 31. Dezember 2004)
Lebenserwartung
Italien ist nach Japan das Land mit der höchsten Lebenserwartung der Welt. Sie beträgt bei Männern 78 Jahre, bei Frauen rund 83. Rund 19 % der Italiener sind älter als 65 Jahre. Die Italiener führen somit in Europa vor den Griechen und den Schweden die Liste der "langlebigsten" Bevölkerung an. Als Grund wird häufig die italienische Küche, also die mediterrane Ernährung,angeführt.
Religiöse Zugehörigkeit
Mit 83,2 % Katholiken und 16,2 % Konfessionslosen ist Italien ein katholisch geprägtes Land. Nur 0,6 % der Einwohner gehören anderen Religionen an, darunter 231.226 Zeugen Jehovas und 35.000 Juden sowie Protestanten und Muslime. Die Katholische Kirche ist traditionell sehr stark in Italien, was sich in einer hohen Zahl an Priestern (25,823) und Kardinälen (38) wiederspiegelt [http://www.nationmaster.com/red/country/it/Religion&b_cite=1].
Sprachen
Neben der Amtssprache Italienisch gibt es noch die regionalen Amtssprachen Deutsch, Französisch, Ladinisch und Slowenisch. Darüber hinaus stehen weitere Minderheitensprachen unter besonderem Schutz (durch die Verfassung und ein präzisierendes Gesetz aus dem Jahr 1999): Albanisch, Katalanisch, Griechisch, Kroatisch, Franko-Provenzalisch, Furlanisch, Okzitanisch und Sardisch. Zum Teil streben die jeweiligen Gemeinschaften einen Ausbau ihrer Sprache zur Amtssprache an.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Italiens
Italien, vor allem Mittel- und Süditalien, ist schon seit der Antike ein wichtiges europäisches Kulturzentrum und war Zentrum des Römischen Reichs. Nach dem Einfall der Goten zersplitterte das Land in viele kleine Staaten und wurde so zu einem „politischen Spielball“ der umliegenden Großmächte.
In der Risorgimento-Epoche, Mitte des 19. Jahrhunderts, wurde Italien unter Vorherrschaft des Königreichs Piemont-Sardinien, vor allem durch die Freiwilligenverbände unter Giuseppe Garibaldi, zum Königreich Italien vereinigt. Da Italien sich zu Beginn des ersten Weltkriegs aus dem Dreibund gelöst hatte und der Entente beigetreten war, konnte das Königreich auf der Seite der Siegermächte das österreichische Südtirol annektieren.
Im Oktober 1922 übernahmen Benito Mussolini und seine Fascii genannten Gefolgsleute durch den Marsch auf Rom die Macht in Italien.
Schritt für Schritt wandelte Mussolini das Königreich in einen totalitären Staat um und setzte sich, ähnlich wie später Hitler, selbst als "Duce" an die Spitze von Volk und Staat.
Noch vor Beginn des Zweiten Weltkrieges überfiel Italien Abessinien, diese völkerrechtswidrige Besetzung war Teil von Mussolinis erklärtem Ziel, das alte (antike) Römische Reich wieder aufleben zu lassen. Durch verschiedene Abkommen band sich Mussolini an das Deutsche Reich und Adolf Hitler. Schließlich trat Italien auf der Seite der Achsenmächte, nach merklichem Zögerns des Duce, in den Zweiten Weltkrieg ein. Mit dem Rückzug der italienischen Truppen vor den anrückenden Alliierten und dem Sturz der faschistischen Regierung in Rom im Herbst 1943, wechselte Italien die Fronten und erklärte nunmehr seinem vormals Verbündeten den Krieg. Der folgende Einmarsch der deutschen Wehrmacht wurde mit dem Widerstand der Resistenza beantwortet. Als sich die deutschen Verbände im Juni 1944 bis zur „Gotenlinie“ im Apennin zurückzogen und italienische Partisanen ihre Überfälle auf deutsche Soldaten verstärkten, kam es zu Massakern an der Zivilbevölkerung und weiteren schweren Kriegsverbrechen durch die deutschen Besatzer. Am 28. April 1945 kapitulierten die Wehrmachtsverbände in Italien vor den Westalliierten . Durch den Frontwechsel blieb Italien nach Kriegsende von größeren Gebietsabtretungen verschont. (Umland von Triest an Jugoslawien bzw. Slowenien und Kroatien, Dodekanes an Griechenland, kleinere Grenzberichtigungen zugunsten von Frankreich).
Die jüngste Geschichte Italiens zeichnet sich durch häufige Regierungswechsel und hohe Inflation aus. Italien ist Gründungsmitglied der Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (Vorläufer der EU) und hat 2001 seine Währung „Lira” durch den Euro abgelöst.
Politik
Hauptartikel: Italienische Politik
Italien ist seit 1946 eine parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, das Parlament besteht aus zwei Kammern (Abgeordnetenkammer und Senat), die alle fünf Jahre gewählt werden und absolut gleichberechtigt sind. Regierungschef ist der Ministerpräsident, seit 2001 Silvio Berlusconi.
Zudem ist Italien Mitglied in mehreren überstaatlichen Organisationen. Mit dem 4. April 1949 erfolgte der Eintritt in die NATO. Seit dem 14. Dezember 1955 gehört Italien den Vereinten Nationen an. Zudem ist das Land als Gründungsmitglied der Europäischen Union am 1. Januar 1958 ein bedeutender Ansprechpartner in Europa.
Siehe auch: Liste der italienischen Premierminister
Schulwesen und Bildung
Hauptartikel: Schulsystem in Italien
Das Schulwesen Italiens ist - vor allem im Pflichtschulbereich - durch große Einheitlichkeit gekennzeichnet. Die wesentlichen Bestimmungen für Unterricht und Erziehung sind in Mailand nicht anders als in Palermo. Unterschiede gibt es lediglich im Bereich der beruflichen Bildung, die zum Kompetenzbereich der einzelnen Regionen gehört.
Das Schulsystem gliedert sich in folgende drei Bereiche: Kindergarten (scuola dell' infanzia, 3-6), Pflichtschule (scuola elementare, 6-11; scuola media 11-14) , Oberstufe (Liceo: classico, scientifico, linguistico, artistico, economico, tecnologico, musicale, delle scienze umane; 14-19). Die früheren Fachoberschulen (istituti tecnici),
die auch schon früher zur allgemeinen Hochschulreife führten, werden in Gymnasien umgewandelt.
Italien hat in der Fremdsprachenausbildung in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte
gemacht: Englisch wird bereits in der Grundschule unterrichtet, eine zweite lebende
Fremdsprache kommt in der Sekundarstufe I dazu. Die 5-jährigen Gymnasien sehen daneben
i.d.R. Lateinunterricht vor, beim altsprachlichen Liceo Classico kommt noch Griechisch dazu.
Die Schulpflicht ist 2004 von 9 Jahren (6-15) auf 12 Jahre (6-18) verlängert worden.
Wer bereits nach der 12. Klasse das Gymnasium ohne Abitur (Diploma di Maturitá, 13. Klasse) verlässt, erhält automatisch eine Zugangsberechtigung zu einer Art Fachhochschule.
Wer mit 14 nicht auf das Gymnasium gehen will, muss eine Ausbildung an einer regionalen
Berufsfachschule machen (die u.U. mit einer Staatsprüfung und dem beruflichen Abitur abgeschlossen werden kann). Nach dem ersten Ausbildungsjahr kann alternativ eine betriebliche Ausbildung durchgeführt werden. Wer vor Vollendung des 18. Lebensjahres einen ersten
berufsqualifizierenden Abschluss erreicht, wird von der zwölfjährigen Schul- und Ausbildungspflicht freigestellt.
Gesundheit und Gesundheitssystem
Das Gesundheitssystem in Italien ist wie in GB als nationaler Gesundheitsdienst stukturiert. Die Hausärzte erhalten eine Kopfpauschale für die Patienten, die in einer Liste registriert wurden. Negativ wird die lange Wartezeit auf stationäre Behandlung gesehen. Trotzdem hat die WHO in einem Ranking der Gesundheitssysteme Italien nach Frankreich auf den 2. Platz gestellt.
Die statistisch etwas längere Lebenserwartung wird mit einer sog. mediterranen Kost erklärt. Diese enthält z.B. viel Fisch und Olivenöl.
Leider ist auch in Italien Übergewichtigkeit auf dem Vormarsch.
Politische Gliederung
WHO
Italien ist politisch in 20 Regionen (regioni) mit jeweils eigener Regierung gegliedert, die allerdings weniger Kompetenzen haben als etwa die deutschen Bundesländer oder gar die Schweizer Kantone. Diese Regionen sind in insgesamt 108 Provinzen (province) und diese in Gemeinden unterteilt. Fünf Regionen haben einen Sonderstatus (statuto speciale), das ihnen eine größere Autonomie gewährt; diese sind in der folgenden Liste mit einem Stern markiert.
- Abruzzen (Abruzzo)
- Aostatal (Valle d'Aosta) -
- Apulien (Puglia)
- Basilikata (Basilicata)
- Emilia-Romagna
- Friaul-Julisch Venetien (Friuli-Venezia Giulia) -
- Kalabrien (Calabria)
- Kampanien (Campania)
- Latium (Lazio)
- Ligurien (Liguria)
- Lombardei (Lombardia)
- Marken (Marche)
- Molise
- Piemont (Piemonte)
- Sardinien (Sardegna) -
- Sizilien (Sicilia) -
- Toskana (Toscana)
- Venetien (Veneto)
- Trentino-Südtirol (Trentino-Alto Adige) -
- Umbrien (Umbria)
Siehe: Liste der italienischen Regionen, Liste der italienischen Provinzen
Wirtschaft
Italien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Die italienische Wirtschaft ist die sechstgrößte der Welt (2003) und ist bezüglich ihres BIP mit der Frankreichs und Großbritanniens vergleichber.
Italien besitzt, bis auf einige Erdgasvorkommen in der Poebene und in der Adria kaum natürliche Ressourcen wie Eisen, Kohle oder Öl. Die Stärke der italienischen Wirtschaft liegt im verarbeitenden Gewerbe, vor allen in kleinen und mittelständischen familiengeführten Unternehmen. Zu den wichtigsten Industrien zählen der Maschinenbau, Autos, Chemie, Pharmaprodukte, elektronische Produkte, Mode und Kleidung.
Seit 2002 ist der Euro in Italien gesetzliches Zahlungsmittel. Dieser löste die italienische Lira ab.
Italien ist mit ca. 52 Millionen Hektolitern der zweitgrößte Weinproduzent der Welt (nach Frankreich, Stand: 2000). Siehe hierzu Weinbau in Italien
Zu den wichtigsten italienischen Exportgütern zählen Maschinenbauerzeugnisse, Textilien/Bekleidung, Kraftfahrzeuge und Erzeugnisse der chemischen Industrie
Italien hatte bis 1990 einige Atomkraftwerke. Ausgelöst durch die Tschernobyl-Katastrophe führte Italien ab 1987 einen schrittweisen Atomausstieg durch. 1990 wurde das letzte italienische Atomkraftwerk abgeschaltet. Heute importiert Italien seinen Strom überwiegend aus Frankreich und der Schweiz.
Nord-Süd-Gefälle
Charakteristisch für Italien ist die Zweiteilung des Landes. Der stark industrialisierte Norden mit seinen großen Wirtschaftzentren und Metropolen Mailand, Turin und Genua verfügt über einen gut entwickelten Dienstleistungssektor und ist somit wirtschaftlich mit den nördlichen Nachbarländern vergleichbar. Der Süden des Landes, auch Mezzogiorno genannt, ist eine der strukturschwächsten Regionen der EU-15 und ist noch immer stark landwirtschaftlich geprägt. Die Folge daraus sind sehr hohe Arbeitslosenraten, die für die Jugend Extreme annimmt, eine erhöhte Kriminalitätsrate und nicht zuletzt das organisierte Verbrechen, das besonders in Kalabrien und auf Sizilien die Macht über viele Wirtschaftszweige ausübt.
Kultur
Italien hat in Europa schon sehr früh eine entscheidende Rolle in Kunst und Kultur gespielt. Die römische Antike war in der Zeit des Römischen Reiches Vorbild aller Bauwerke Europas. Auch im Mittelalter und in der Zeit der Renaissance war Italien das Ausgangsland der europäischen Kunst, Kultur und Forschung. Auf dem Gebiet der Malerei, Bildhauerei und Architektur brachte Italien eine Fülle bedeutender Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci, Botticelli, Raphael, Fra Angelico und Michelangelo hervor.
Italien ist weltbekannt für seine Kunst und Kultur, für seine Gebäude wie das Kolosseum und der schiefe Turm von Pisa, genauso wie für sein Essen (Pizza, Pasta, etc.), Wein, Lebensart, Eleganz, Design, Film, Theater, Literatur, Poesie, Malerei, Musik (insbesondere die Oper) und allgemein gesprochen, für guten Geschmack.
Bedeutende Personen Italiens
Hauptartikel: Liste berühmter Italiener
Feiertage
Medien
Italien verfügt über ein sehr großes Netz an Massenmedien. Neben der traditionellen Zeitung und dem Fernsehen setzt sich immer stärker das Internet durch. Das Mobiltelefon hat einen sehr großen Erfolg in Italien erlebt, der immer noch anhält. Dabei haben Prepaid-Karten die Überhand, da die Tarife im Vergleich mit anderen Staaten der EU, vor allem aber mit Postpaid-Tarifen billig sind. Die Organisation Freedom House stufte die italienischen Medien 2004 von "frei" auf "teilweise frei" herab. Dies lässt sich mit dem zunehmenden und großen Einfluss Silvio Berlusconis auf das italienische Fernsehen und Teile der italienischen Presse zurückführen.
Presse
Die italienische Tagespresse hat ein Angebot aus überregionalen Zeitungen und vielen regional sehr bedeutsamen Blättern. Sie unterscheiden sich weniger in ihrem Inhalt als viel mehr in ihrer Verbreitung und Prestige. Neben den großen Tageszeitungen La Repubblica aus Rom, Il Corriere della Sera aus Mailand und La Stampa aus Turin existieren viele bedeutsame Lokalzeitungen, z. B. La Nazione aus Florenz oder Il Mattino aus Neapel. Sowohl die Zeitungen regionalen als auch überregionalen Charakters haben inhaltlich Nachrichten aus In- und Ausland, regionale und lokale Geschehnisse werden ebenfalls in den großen Tageszeitungen erwähnt.
Die meisten Tageszeitungen nennen sich zwar quotidiano indipendente, also "täglich unabhängig" sind jedoch mehr oder weniger von politischen und kommerziellen Interessen beeinflusst. Die Bezeichnung stammt daher, weil sie sich von den reinen Parteizeitungen wie der kommunistischen L'Unita oder der christlich-demokratischen Il Popolo unterscheiden, welche ihre Parteizugehörigkeit nicht leugnen.
Die meisten Tageszeitungen sind in einer relativ anspruchsvollen Aufmachung und Gestaltung, es wird sehr bewusst nach einem qualitativen und intellektuellen Schreibstil gestrebt. Dennoch wird im europäischen Vergleich in Italien wenig Zeitung gelesen, Italien rangiert dabei relativ weit unten.
Die Bandbreite der italienischen Wochenzeitschriften ist vergleichbar mit der des deutschsprachigen Raumes. Dabei kann man auch die Unterscheidung zwischen Klatschpresse und anspruchsvollen Magazinen erkennen. Doch auch populäre Wochenzeitschriften, z. B. Oggi, Gente oder La Domenica del Corriere, bemühen sich um sehr hohe Qualität. Einige Tageszeitungen geben ebenfalls Sonntagsausgaben heraus.
Rundfunk und Fernsehen
Die drei nationalen Radioprogramme sowie die Fernsehsender RAI Uno, RAI Due sowie RAI Tre sind unter der staatlich kontrollierten Organisation RAI-TV zusammengefasst. Daneben existieren eine große Menge verschiedener Privatsender, die ihre Stationen in fast jeder größeren Stadt haben. Diese finanzieren sich durch einen sehr hohen Anteil an Werbung, das Programm besteht zu großen Teilen aus Musik und Shows.
Dennoch ist die Qualität der Privatanstalten sehr differenziert. Einige wenige etablierte Sender schlossen sich zu einem großen Sendernetz zusammen, andere hingegen beschränken sich auf die Ausstrahlung von Filmen, deren Qualität teilweise fraglich ist. Insgesamt existieren in Italien rund 1.700 Fernsehanstalten, die rund 30 Millionen Zuschauer erreichen.
Unbestritten ist dabei der große Einfluss des amtierenden Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi auf die Medien. Seit seiner Präsidentschaft nimmt er auch zunehmend Einfluss auf die öffentlich-rechtlichen Medien, etwa auf die Organisation RAI.
Weiterhin sind drei italienweit terrestrisch empfangbare Sender im Privatbesitz Berlusconis. Unter dem Namen Mediaset sind die Privatsender Canale 5, Italia 1 und Rete 4 zusammengefasst. Berlusconi hat diese Sender in den Jahren 1980-1984 aufgekauft und sie erreichen täglich ein Millionenpublikum und strahlen populäre Sendeformate wie Reality Shows und Sportübertragungen aus. In die Kritik gerieten die Sender vor allem durch die einseitige innenpolitische Berichtserstattung während der letzten Präsidentschaftswahlen in Italien.
Sport
Die beliebteste italienische Sportart
ist der Fußball (Calcio). Der italienische Fußball verfügt über sehr bekannte Fußballvereine, die bei internationalen Turnieren viele Erfolge errangen. Diese Vereine sind Juventus Turin, Inter Mailand, AC Mailand, Lazio Rom, AS Roma, AC Parma.
Vor allem in den nördlichen Landesteilen, im Aostatal, im Veltlin und in Südtirol hat der Skisport große Beliebtheit erlangt. Viele Touristen verbringen ihren Urlaub in der Nähe einer dieser italienischen Skigebiete. Zwei der heutzutage bekanntesten Skifahrer bei den Herren ist Giorgio Rocca und bei den Damen Isolde Kostner. Der im Ausland vermutlich berühmteste italienische Skifahrer ist Alberto Tomba.
Italien gilt als ein Radsportland. Der Giro d'Italia gilt nach der Tour de France als zweitbedeutendstes Radrennen der Welt. Wichtige Eintagesrennen, die zu den Klassikern gerechnet werden, sind Mailand-San Remo und die Lombardei-Rundfahrt. Zu den wichtigsten Radsportlern gehören unter anderem der verstorbene Marco Pantani und Mario Cipollini bzw in der Radsportgeschichte Fausto Coppi und Gino Bartali.
Daneben gehören Basketball und Volleyball in Italien zu den beliebtesten Sportarten.
Weblinks
20px Wiki-Portal Italien
- [http://www.infoitalien.de/ Seite der ENIT, des Staatlichen Italienischen Fremdenverkehrsamts]
- [http://www.italien-inseln.de/italia/index.html Italien - Inseln & Regionen]
Kategorie:Staat
Kategorie:Land in der EU
Kategorie:Mittelmeer
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Violoncello
Das Violoncello (umgangssprachlich auch Cello genannt; Plural: (Violon-)Celli; Abk.: Vc; ital. kleiner Violone) ist ein aus verschiedenen Holzarten gefertigtes Streichinstrument aus der Viola-da-braccio-Familie. Seine Bauweise entspricht im Wesentlichen der der Violine, doch ist es größer und die Zargen sind im Verhältnis zum Umfang deutlich höher.
Das Cello wird vom Cellisten mit einem Bogen gestrichen. Im Gegensatz zur Violine und Bratsche wird das Instrument (mit dem Hals nach oben) aufrecht zwischen den Beinen gehalten. Dabei steht es meistens auf einem ausziehbaren Stachel aus Metall.
In der Anfangszeit wurde das Cello ohne Stachel zwischen die Beine geklemmt. Das wird auch heute noch bei Konzerten mit historisch informierter Aufführungspraxis so gehandhabt.
Aufbau und Funktion
historisch informierter Aufführungspraxis
Maße
- Korpuslänge: 750–760 mm
- Zargenhöhe: 111 mm
- Schwingende Saitenlänge: 690 mm
- Saitendurchmesser: 0,8–2 mm
:Der Saitendurchmesser variiert je nach Hersteller und Material (Darm, Kunststoff/Nylon, Stahl, Silber, Aluminium, Wolfram). Die Maße werden auch davon beeinflusst, ob die Saite mit Metall umsponnen ist oder nicht. Tendenziell ist der Durchmesser tieferer Saiten größer.
- Bogenlänge: 710–730 mm
Stimmung und Tonumfang
Das Violoncello ist heute mit vier Saiten im Quintenabstand bespannt, die leer, das heißt ungegriffen, auf die Tonhöhen C-G-d-a gestimmt sind, somit eine Oktave tiefer als die der Viola. Der Tonumfang reicht vom großen C bis zum dreigestrichenen e (e’’’) und als Flageolettton sogar zum viergestrichenen a (a’’’’).
Notation
Der verwendete Notenschlüssel ist grundsätzlich der Bassschlüssel. Hohe Passagen werden auch im Tenor- oder im Violinschlüssel notiert. Letzterer muss manchmal, besonders bei älteren Notenausgaben, z. B. bei Beethoven, Bruckner nach unten oktaviert werden.
In Partituren wird die Cellostimme ganz unten direkt über der Stimme des Kontrabasses notiert. Fehlt diese, nimmt sie selbst den untersten Platz ein.
Tonerzeugung
Der Ton kommt beim Cello wie bei allen Streichinstrumenten durch die Schwingung der Saiten und des Instrumentenkorpus zustande. Die Saiten sind vom Hals über den Steg bis zum unteren Drittel des Korpus gespannt. Der Steg ist ein flaches, oft kunstvoll gefertigtes Holzplättchen mit Einkerbungen für die vier Saiten, das in der Mitte des Korpus mit zwei Füßen senkrecht auf der Korpusdecke aufgesetzt ist. Es überträgt die Schwingungen der Saiten auf die Korpusdecke, die wiederum die Luft im Korpusinneren zum Schwingen bringt. Ein Stimmstock leitet die Schwingungen zwischen Decke und Boden weiter. Unter der Decke, etwa auf der Höhe der tiefsten Saite, ist der Bassbalken angeleimt, der eine ähnliche Funktion hat. Der gesamte Korpus wirkt somit als Resonanzkörper, der den Ton verstärkt. Durch zwei seitliche Schalllöcher auf der Korpusdecke wird der Schall wieder nach außen geleitet.
Die Erzeugung des Tons erfolgt mechanisch durch Anstreichen der Saite mit dem Bogen oder durch Zupfen mit den Fingern. Auf dem Griffbrett befinden sich jedoch nicht, wie z. B. bei der Gitarre, Bünde. Daher muss der Cellist die Griffposition für eine bestimmte Tonhöhe aus dem Gedächtnis finden, indem er die richtige Stelle einer Saite mit der Greifhand niederdrückt. Durch das Niederdrücken verkürzt er die Saite, so dass sich die Frequenz ihrer Schwingung und damit die Tonhöhe ändert.
Form
Frequenz und Schallloch (f-Loch)]]
Das Violoncello entspricht etwa der Bauform der Violine und der Viola, besitzt aber abweichende Proportionen. Während der Korpus des Cellos knapp die doppelte Länge der Geige hat, haben die Zargen die vierfache Höhe. Dies erweitert den Resonanzraum und gleicht die Tatsache aus, dass das Cello, gemessen an seiner Stimmung, eigentlich viel größer sein müsste, wollte man die Proportionen der Violine beibehalten. Die Saiten sind eine Duodezime tiefer gestimmt als die der Violine.
Entsprechend vergrößert hätte der Korpus die dreifache Länge eines Geigenkorpus, was zu einem Instrument von den Dimensionen des Kontrabasses führen würde.
Die hohen Zargen bewirken, dass im Klangspektrum bestimmte Teiltöne, insbesondere der 1. Oberton, verstärkt werden. Daraus entsteht die charakteristische warme Klangfarbe des Violoncellos.
Weiterhin besitzt das Cello ein anderes Mensurverhältnis – der Begriff bezeichnet den Abstand zwischen Sattel und oberem Deckenrand im Verhältnis zum Abstand zwischen Deckenrand und Steg – als die Geige: Während bei der Violine das Mensurverhältnis 2:3 beträgt, ist es beim Violoncello mit 7:10 geringfügig größer. Der gesamte Abstand zwischen Sattel und Steg und damit die Länge der schwingenden Saite wird als Mensur bezeichnet.
Material und Bau
Für den Bau eines Violoncellos verwendet man verschiedene Holzarten, die auch beim Bau von Geigen und Bratschen genutzt werden. Der Korpus des Instruments wird aus Fichte und Ahorn gefertigt, wobei die Decke in der Regel aus Fichtenholz besteht, Boden, Zargen, die Klötze im Inneren und der Hals mit der Schnecke aus Ahorn. Griffbrett, Wirbel und Saitenhalter werden aus Ebenholz oder seltener aus anderen Harthölzern wie Buchsbaum oder Palisander gebaut.
Das Violoncello wird vom Geigenbauer hergestellt. Aus handwerklicher Sicht ist der Cellobau dem Bau der Violine sehr ähnlich. Allerdings benötigt die Herstellung eines Cellos etwa dreimal so viel Zeit wie die einer Geige.
Zu Baubeginn bestehen Decke und Boden aus massiven Holzplatten, die zunächst in der Mitte gefugt werden. Dabei entspricht die Dicke mindestens der Höhe der späteren maximalen Wölbung. Erst nach vollkommener Fertigstellung der Außenwölbung mit verschiedenen Handeisen wird die Innenwölbung begonnen. Dieser Arbeitsschritt ist von großer Bedeutung für den späteren Klang des Cellos.
Im Gegensatz zu Decke und Boden werden die Zargen, die zusammen mit den vier Eckklötzen sowie dem Ober- und Unterklotz den Zargenkranz bilden, zunächst als plane Streifen auf die richtige Stärke gehobelt. Danach erfolgt mit Dampf und Druck auf einem speziell dafür geformten Eisen (Biegeeisen) ihre Biegung in die richtige Form. Die Klötze, an denen die Zargen festgeleimt sind, dienen als Gerüst. In den Oberklotz wird später der Hals eingelassen und eingeleimt.
Weitere Details zum Bau eines Streichinstruments finden sich im Artikel Geigenbauer.
Saiten/Klang
Geigenbauer
Charakteristisch für das Violoncello ist einerseits der weiche und vielfältige Klang, andererseits der große Tonumfang von rund 4 Oktaven. Werden die Saiten gezupft (pizzicato), klingt es volltönig und markant.
Die vier Cellosaiten bringen durch ihre jeweilige Grundstimmung und Bauart die verschiedenen Klangeigenschaften des Instruments zur Geltung. Die folgende Charakterisierung kann natürlich nur subjektiv sein.
- Die C-Saite (C – f)
als tiefste Saite des Instrumentes hat einen bassbetonten, dunklen Klang. Der Spieler muss für sie relativ viel Kraft anwenden.
- Die G-Saite (G – c1)
klingt etwas heller und weicher. Sie wird viel in typischen beweglichen Basso-continuo-Stimmen verwendet; auch im klassischen Orchestersatz ist diese Lage häufig.
- Die D-Saite (d – g1)
wird vor allem in der Sololiteratur häufig gespielt. Ihr Tonumfang und ihr warmer, etwas nasaler und obertonreicher Klang sind besonders charakteristisch für das Violoncello.
- Die A-Saite (a – a2, a4)
von schlankem, hellem Klang, ist in den hohen Passagen der Sololiteratur ebenfalls viel im Einsatz. In den Extremlagen kann sie klanglich der Viola ähneln.
Eine Merkspruch für die Grundstimmung ist Ach Du Großes Cello.
Bild:Loudspeaker.png Klangbeispiel: Die vier Saiten des Violoncellos
Akustische Eigenschaften
Der Klang eines Musikinstruments wird aus physikalisch-akustischer Sicht hauptsächlich durch den Teilton, bzw. Obertonaufbau, die Formantverteilung (Frequenzbereiche, in denen die Teiltöne unabhängig von der Lage des Grundtons hervortreten), den Ein- und Ausschwingvorgang, Geräuschanteile sowie die Dynamik bestimmt. Diese Eigenschaften sind baulich stark von den Materialeigenschaften, der Konstruktion und sogar von der individuellen Spieltechnik abhängig, weshalb nur ungefähre Aussagen möglich sind.
Das Violoncello hat, ähnlich der Violine, aufgrund der komplizierten Resonanzeigenschaften des Resonanzkörpers einen sehr unregelmäßigen Teiltonaufbau, sowie ausgeprägte Formantgebiete. Darauf beruht zum Teil der ihm oft zugeschriebene kantable Charakter. Die Grundtöne der tiefsten Töne sind gegenüber den Teiltönen sehr schwach ausgeprägt und liegen circa 15 Dezibel (dB) unter den stärksten Obertönen. Auch oberhalb von 3000 Hertz (Hz) sind die Teiltöne, die bis ungefähr 8000 Hz reichen können, relativ schwach ausgeprägt. Charakteristische Formantgebiete des Violoncello liegen bei 230 Hz, zwischen 300 und 500 Hz sowie zwischen 600 und 900 Hz. Typisches Kennzeichen des Celloklangs ist eine Formantsenke zwischen 1000 und 1200 Hz, in einem Bereich, in dem die Violine ihren stärksten Formanten besitzt. Dies ist einer der Gründe für den unterschiedlichen Klangcharakter der beiden Instrumente. Instrumente, die einen Formanten zwischen 2000 bis 3000 Hz besitzen, zeichnen sich durch einen hellen Klang aus. Manche Instrumente besitzen beim Spiel auf der A-Saite im Bereich um 1500 Hz einen Formanten, der das Instrument etwas in Richtung Viola (die oft einen Formant bei circa 1600 Hz besitzt) klingen lässt.
Die Einschwingzeit des Violoncellos liegt bei circa 60 bis 100 Millisekunden (Violine 30-60 ms, Kontrabass 100-500 ms). Sie kann aber durch entsprechende Bogenführung auf bis zu 250-300 ms verlängert werden, wodurch ein weicherer Klang erreicht wird. Da der Grundton später als die Teiltöne anspricht, kann bei schnellen Tonfolgen der Klang etwas „spitz“ werden. Der gegenüber der Violine etwas längeren Einschwingzeit entspricht ein längeres Ausklingen. Der Einschwingzeit analog ist der Geräuschanteil in diesem Zeitabschnitt. Weitere (erwünschte) Geräuschanteile nach dem Einschwingungsvorgang entstehen durch das Streichen des Bogens auf der Saite.
Der Dynamikbereich der Streichinstrumente liegt circa 10 Dezibel unter denen der Holzbläser. Das Cello deckt ungefähr einen Dynamikbereich von 35 dB ab, und liegt damit knapp über der Violine mit 30 dB.
Die Richtcharakteristik des Celloklangs, die allerdings nur im Nahbereich (zum Beispiel bei der Mikrofonaufnahme) von Bedeutung ist, unterscheidet sich dadurch von den anderen Streichinstrumenten, dass sie sich zwischen 2000 und 5000 Hz bevorzugt in zwei Zonen (zum Boden und senkrecht nach oben) aufteilt.
Spieltechnik
Siehe Unterartikel: Spieltechnik des Violoncellos
Das Violoncello wird im Sitzen gespielt.
Es wird an vier Punkten gehalten: Der Stachel steht auf dem Boden, die Knie stützen es von den Seiten (rechts neben der Zarge, links leicht dahinter), das obere Korpusende lehnt am Brustbein. Vom Spieler aus gesehen wird es leicht nach rechts gedreht, damit die A-Saite leichter erreichbar ist. Außerdem wird es so geneigt, dass sich der Hals mit dem Griffbrett über der linken Schulter befindet, damit der Spieler gerade sitzen kann.
Die linke Hand greift die Tonhöhen auf den Saiten, die rechte führt den Bogen.
Die rechte Hand
Bogen
Der Bogenführung kommt eine wichtige Rolle zu: sie bestimmt über Klangfarbe, Lautstärke und Rhythmus. Der Cellist muss Position, Druck und Geschwindigkeit des Bogens jederzeit unter Kontrolle haben. Dafür ist eine subtile Koordination zwischen Arm und Handgelenk erforderlich, die schwierig zu erlernen ist. Spielte man bis in die 1930er Jahre vornehmlich mit einer „starren“, stark fixierten Hand, wird heute eine flexiblere Anspieltechnik bevorzugt.
Aus der Richtung des Bogenstrichs ergibt sich die grundsätzliche Einteilung in Auf- und Abstrich. Die Bogenführung nach rechts – der Abstrich – wird aus klanglichen und spieltechnischen Gründen eher für betonte Taktteile verwendet, der Aufstrich dementsprechend eher für unbetonte, insbesondere für Auftakte.
Die große Zahl der Stricharten lässt sich prinzipiell zwei Gruppen zuordnen:
- Der Bogen bleibt immer auf der Saite, zum Beispiel bei Legato, Détaché, Portato, Martelé.
- Der Bogen springt federnd von der Saite ab und wieder zurück, beispielsweise bei Riccochet und Spiccato.
Das Pizzicato (Zupfen) mit der Hand ermöglicht zusätzliche Klangeffekte und Nuancen und wird darum viel verwendet.
Näheres zu diesem Thema behandelt der Artikel Strichart.
Die linke Hand
Die Tonhöhe wird durch die Zahl und den Abstand der aufgelegten Finger sowie durch die Lage der Hand bestimmt. In der ersten Lage schließt der 1. Finger (Zeigefinger) ganz oben auf dem Griffbrett einen Ganzton über der Tonhöhe der leeren Saite an. Die übrigen Finger liegen meist im Halbtonabstand daneben, so dass der 4. (kleine) Finger die Quarte des Saitengrundtons greift. Auf der C-Saite beispielsweise ist es das F. Um ein Fis zu spielen, muss der Cellist die ganze Hand um einen Halbton verschieben, für ein Cis hingegen dehnt der Cellist den Zeigefinger, ohne die Position der Hand aufzugeben (Weiter Griff). Jede weitere Lage bringt die Hand um den Abstand eines Tones weiter, und zwar diatonisch gedacht, also in Tonleiterschritten aus Ganz- bzw. Halbtönen, so dass eine Quinte über der Saitenstimmung die vierte Lage erreicht ist.
Bis zur 6. Lage bleibt der Daumen als stabilisierendes Gegenlager unter dem Hals.
In Höhe der 7. Lage (eine Oktave über dem Saitengrundton) befindet sich das Griffbrett bereits über dem Korpus. Der Daumen, der hier nicht mehr den Hals umfassen kann, liegt nun mit auf den Saiten und wird ebenfalls zum Greifen von Tönen gebraucht (Daumenlage).
Die Lagenwechsel sind notwendige Aktionen der linken Hand, um bei der beschränkten Anzahl von vier Saiten den größtmöglichen Tonumfang zu erreichen. Die Wahl der Lage wird aber nicht nur aus reinem Tonhöhenzwang verwendet, sondern auch zur Klanggestaltung eines Stücks, da derselbe Ton auf verschiedenen Saiten gespielt verschieden klingen kann.
Beim Vibrato wird die Hand leicht und schnell auf und ab bewegt, um den Ton durch wellenförmige Tonhöhenschwankungen zu beleben.
Das Flageolett entsteht durch leichtes Auflegen des Fingers auf einen Knotenpunkt der harmonischen Teiltöne der Saite. Dadurch entsteht ein weich und zart klingender hoher Ton.
Doppelgriffe sind beim Violoncello wie bei allen Streichinstrumenten gebräuchlich. Der Bogen streicht dabei zwei benachbarte Saiten gleichzeitig, und die linke Hand greift auf einer oder auf beiden Saiten Töne. Doppelgriffe unterliegen spieltechnischen Einschränkungen. Manche sind relativ einfach, manche schwer oder überhaupt nicht ausführbar.
Drei- und Vierklänge können auf dem Violoncello nur als Arpeggio ausgeführt werden.
Mit Percussion bezeichnet man die umstrittene Technik, bei einer aufwärts laufenden Tonfolge die Finger fest aufprallen zu lassen, statt sie weich aufzulegen.
Geschichte
Arpeggio
Herkunft, Namensgebung und bauliche Entwicklungen
Das Violoncello ist der Bass der Viola-da-braccio-Familie, einer Gattung von Streichinstrumenten, die sich im 15. und 16. Jahrhundert parallel zu den Gamben entwickelt hatte. Zu dieser Familie gehören auch die heutigen Violinen und Violen. Diese Instrumente hatten 3 oder 4 in Quinten gestimmte Saiten.
Ab etwa der Mitte des 16. Jahrhunderts waren 4 Saiten üblich. Typische Stimmungen für das Bassinstrument waren F-c-g, B1-F-c-g und C-G-d-a. Die Stimmung vom B1 aus hielt sich in Frankreich und England bis zum Ende des 17. Jahrhunderts.
Ab etwa 1730 überwog die Quintstimmung vom C aus in ganz Europa.
1572 baute Andrea Amati in Cremona eines der ersten bekannten Violoncelli, dessen Maße etwa denen des modernen Cellos entsprachen. Zunächst lautete die Bezeichnung des Instruments einfach Bassvioline, Bassgeige oder französisch basse de violon bzw. italienisch basso di viola da braccio.
Wahrscheinlich wurden diese frühen Bassgeigen aufgrund ihrer Größe bei Prozessionen als Bassinstrument mitgetragen. Im Boden von sehr alten Instrumenten findet man häufig zwei kleine Löcher, durch die vermutlich eine Schnur gezogen und dann mit einem Tragegurt um die Schulter verbunden wurde. Dies ermöglichte den Musikern, auch im Stehen und Laufen zu spielen.
1642 taucht als Diminutivform von Violone die Bezeichnung Violoncino auf. Als Violone (wörtlich: „Großviola“) wurden Streichinstrumente bezeichnet, die größer und tiefer als die normalen Bassinstrumente (hauptsächlich Gamben) waren. In den Zwölf Triosonaten des italienischen Komponisten Giulio Cesare Arresti aus dem Jahre 1665 schließlich erscheint in gleicher Bedeutung wie Violoncino erstmals die Diminutivform Violoncello. Violoncello heißt also wörtlich „kleine Großviola“.
Bekannte Geigenbauer des 16. Jahrhunderts, die bereits Celli anfertigten, sind u.a. Andrea Amati (~1520 – ~1580), Gasparo da Salo (1540 – 1609) und Giovanni Paolo Maggini (1581 – 1632). Im 17. Jahrhundert ist besonders Antonio Stradivari (~1644 – 1737) hervorzuheben, der den Schallkörper etwas verkleinerte und so die bis heute gültigen Maße erschuf.
Neben den herkömmlichen Viersaitern entstanden in der Frühzeit des Cellobaus auch fünfsaitige Modelle. So nennt Michael Praetorius (1619, Tafel XXI, Nr. 6) eine fünfsaitige Bas-Geig de bracio in der Stimmung F1-C-G-d-a. Auf vielen zeitgenössischen Gemälden finden sich Violoncelli mit einer fünften Saite. Ein solches auf 1717 datiertes Instrument aus Gent befindet sich im Musée Instrumental, Brüssel. Auch J. S. Bach forderte für seine Sechste Suite für Violoncello solo D-Dur (BWV 1012) ein Cello mit einer fünften Saite, auf e¹ gestimmt.
Anders als die Gambe erhielt das Cello seit etwa 1800 einen Stachel an der Unterseite des Korpus. Er läuft durch eine Metallhülse, die in Zargenwand und Unterklotz eingelassen ist. Ab etwa 1860 setzte sich die Verwendung einer Feststellschraube für den Stachel endgültig durch. Wurde die Gambe noch allein mit den Knien gehalten, so konnte man das Cello nun während des Spielens auf den Boden stellen, so dass der Cellist eine größere Bewegungsfreiheit und damit mehr spieltechnische Möglichkeiten gewann. Damit ging die musikalische Erweiterung des Cellorepertoires in Klassik und Romantik einher.
Verwendung in der Musik
Solistisch
Siehe Unterartikel: Musik für Violoncello
17. Jahrhundert
Im 17. Jahrhundert nahm das Cello noch einen untergeordneten Rang ein, da es hauptsächlich zur Ausführung des ‚‚basso‘‘, der Generalbassstimme in Violinsonaten, Flötensonaten, Arien etc. verwendet wurde. Das allgemein gebräuchliche Soloinstrument war die Gambe, die ihre Vorherrschaft bis ins 18. Jahrhundert hinein behauptete. Viele Gambenstücke werden heute aber auch auf dem Cello gespielt.
Erste Versuche, dem Cello in einem kleinen Streicherensemble solistisches Profil zu geben, machten Giuseppe Jacchini und Evaristo Felice Dall‘Abaco. In beiden Fällen kann aber noch nicht von einem Cellokonzert im späteren Sinne gesprochen werden.
18. Jahrhundert
Den Typus des solistischen Instrumentalkonzerts prägte entscheidend Antonio Vivaldi. Von ihm sind 27 Cellokonzerte erhalten. Vor allem er führte die Dreisätzigkeit (schnell-langsam-schnell) und die Ritornellform als gängige Kompositionsmethode ein. Letztere kennzeichnet fast alle ersten Sätze seiner Solokonzerte und meist auch den letzten Satz. Johann Sebastian Bach, der regen Anteil an den instrumententechnischen Entwicklungen seiner Zeit nahm, widmete 1720 dem damals noch hauptsächlich als Generalbassinstrument verwendeten Cello die bedeutenden sechs „Suiten für Violoncello solo“ (BWV 1007-1012). Sie gelten bis heute als eigentlicher Beginn der Sololiteratur für Cello.
Suiten für Violoncello solo
Seit dieser Zeit setzte sich das Violoncello allmählich gegen die Gambe durch und bekam über die Generalbassbegleitung hinaus zunehmend musikalische Bedeutung. Die Gambe verschwand bald darauf völlig aus der Aufführungspraxis.
Da die meisten Komponisten damals hauptsächlich Hausmusik für ihre eigenen Konzertabende schrieben, konnten ihre Werke häufig keinen größeren und längerfristigen Bekanntheitsgrad erreichen.
Eine Ausnahme bilden die mehr als 40 Cello-Sonaten, die Luigi Boccherini (1743–1805) komponierte. Außerdem sind von ihm zwölf Cellokonzerte bekannt. Diese ragen mit ihrem melodischen Glanz und ihrer spieltechnischen Brillanz auch unter den Cellokonzerten anderer italienischer Musiker aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts (u. a. Giovanni Battista Cirri, Luigi Borghi, Domenico Lanzetti) heraus. Die fast gleichzeitig entstandenen Cellokonzerte von Joseph Haydn zählen heute zu den meistgespielten Werken.
Etwa ab 1770 etablierte sich das Cello in den entstehenden Formen der Kammermusik. Im Streichquartett, im Klaviertrio und den davon abgeleiteten Besetzungen (-quintett, -sextett etc.) war es seitdem regelmäßig vertreten.
Der Sonatentypus für ein Melodieinstrument und Klavier, den wir heute als „klassisch” zu bezeichnen pflegen, entstand erst ab 1775 nach der Zeit des Generalbasses. Diese neue Form wurde vor allem von Ludwig van Beethoven weiterentwickelt. Nach dem Vorbild seiner bedeutenden „Sonaten für Klavier und Violoncello“ schufen Komponisten im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts über 150 Sonaten.
Ferner spielt das Cello in Beethovens „Tripelkonzert für Klavier, Violine und Violoncello“ eine wichtige Rolle.
19. Jahrhundert
20. Jahrhundert
Die Mehrzahl der bedeutenden Komponisten des 19. Jahrhunderts widmeten sich vor allem Violine und Klavier als konzertanten Instrumenten. Dennoch gibt es eine Reihe Kompositionen für Violoncello, die bis heute einen unangefochtenen Platz im Konzertrepertoire einnehmen.
Dazu zählen vor allem die Cellokonzerte von Robert Schumann, Camille Saint-Saëns und Antonín Dvořák.
Johannes Brahms komponierte zwei ‚‚Sonaten für Violoncello und Klavier‘‘, die sich großer Beliebtheit erfreuen, sowie ein ‚‚Doppelkonzert für Violine und Violoncello‘‘, das von Beethovens Tripelkonzert inspiriert ist. Auch Camille Saint-Saëns schrieb zwei Cellosonaten, des Weiteren hat das Violoncello in seiner Orchestersuite ‚‚Le carnaval des animaux: fantaisie zoologique‘‘ einen großen Auftritt als „Le cygne“, der Schwan. Zur Gruppe der erfolgreichen Cellokomponisten zählen außerdem noch Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Edouard Lalo, Eugen d'Albert, Edward Elgar sowie Max Bruch und Ferdinand Thieriot.
20. Jahrhundert
Von den Komponisten des 20. Jahrhunderts ist das Cello als Soloinstrument reichlich bedacht worden. Viele Kompositionen, die es in seiner ganzen Vielfalt umfassen, wurden von den großen Virtuosen dieses Jahrhunderts inspiriert und sind diesen gewidmet.
Allen voran sind wohl Pablo Casals, Mstislaw Rostropowitsch, Pierre Fournier, Yo-Yo Ma, Gregor Piatigorsky und, insbesondere als Interpret zeitgenössischer Musik, Siegfried Palm zu nennen. Für Rostropowitsch schrieb Dmitri Schostakowitsch zwei Konzerte; außerdem gibt es Konzerte und andere Solowerke u. a. von György Ligeti, Krzysztof Penderecki, Witold Lutosławski, Bernd Alois Zimmermann und Frangis Ali-Sade, von denen einige für Palm komponiert wurden. Von dem tschechischen Komponisten Bohuslav Martinů wurden zwei Violoncellokonzerte und zahlreiche Sonaten für Violoncello verfasst. Der Zwölftontechnik für das Violoncello bedienten sich unter anderem die Komponisten Ernst Krenek und Hans Werner Henze.
Bild:Loudspeaker.png Tonbeispiel: Erste Sonate für Cello und Piano von Bohuslav Martinů (Ausschnitt)
Im 20. Jahrhundert begann man, mit der Cellomusik stark zu experimentieren. Technische Neuerung machten das Speichern der Musik auf Tonträgern möglich, die elektronisch verändert und bearbeitet werden konnten. So befassten sich im 20. Jahrhundert erstmals Komponisten mit dem Violoncello in Verbindung mit Elektronik und Tonband, aber auch mit elektrisch verstärkten Celli und ähnlichen Neuerungen.
Viele spielästhetische Grenzen wurden zum Beispiel in Helmut Lachenmanns Stück „Pression für einen Cellisten“ überschritten. Die dabei verwendeten ungewöhnlichen Spieltechniken wie Skordatur (Umstimmen von Saiten), Streichen dreier Saiten gleichzeitig, Trommeln mit den Fingern auf der Korpusdecke, Streichen der Saiten von unten oder Flageolett-Glissandi produzieren für Laien teilweise nur noch schwer erfassbare Geräusche.
Im Orchester
Glissandi
Obwohl J. S. Bach 1720 mit den „Sechs Suiten für Violoncello solo“ die Virtuosität des Cellospiels demonstrierte, konnten die Violoncelli im Orchester auch in den folgenden Jahren nicht über ihre Funktion in der Bassführung hinausgelangen. In den Partituren wurden die Celli oft gar nicht namentlich erwähnt, sondern mit den Kontrabässen und anderen Instrumenten im untersten Notensystem als bassi zusammengefasst.
Auch nach der Verdrängung des Generalbasses änderten die Komponisten der Wiener Klassik zunächst nichts an der Bassrolle der Celli im Orchester. In seinen letzten Sinfonien trennte Wolfgang Amadeus Mozart die Celli aber schon zeitweise von den Kontrabässen und komponierte für sie eigene Mittelstimmen. Ludwig van Beethoven führte diese Idee weiter und betraute die Celli mit der Melodieführung, so zu Beginn seiner 3. Sinfonie oder im 2. Satz seiner 5. Sinfonie, in dem die Celli, unisono mit den Bratschen, das erste Thema anstimmen.
Der Schriftsteller und Musikkritiker E. T. A. Hoffmann (1776–1822) äußerte sich 1812 in seiner Rezension der Coriolan-Ouvertüre von Beethoven über die neue Rolle der Celli im Orchester:
:Seit einigen Jahren ist das Violoncell ein für das Orchester neuerworbenes Instrument: denn sonst dachte man nicht daran, es durchaus obligat, außer dem Grundbaß zu behandeln. Auch in dieser Ouverture geht es selten „col Basso“, sondern hat seine eigenen, zum Teil nicht leicht auszuführenden Figuren. [Der Rezensent] gesteht zu, daß diese Art, das Violoncell zu behandeln, ein offenbarer Gewinn für das Orchester ist, da manche Tenorfigur, von den gewöhnlich schwach besetzten und überhaupt dumpfklingenden Violen vorgetragen, nicht genug heraustritt, der durchdringende originelle Ton des Violoncells dagegen von eingreifender Wirkung ist; in dem vollen Tutti würde er sich aber nicht entschließen können, den Kontrabässen die Unterstützung der Violoncelle zu rauben, da diese erst durch die höhere Oktave den Ton der Kontrabässe deutlich und scharf bestimmen.
Seit Beethoven besaß das Cello immer eine eigene Stimme in der Partitur und wurde neben seinen harmoniefüllenden Funktionen oft als Melodieinstrument in der Tenorlage verwendet. Eines der ersten Beispiele dafür ist das zweite Thema im 1. Satz von Schuberts Unvollendeter. Zu den schönsten Orchestersoli für die Celli zählt der dritte Satz der Sinfonie Nr. 3 in F-Dur, op. 90 von Johannes Brahms. Auch Pjotr Iljitsch Tschaikowski (zum Beispiel im 2. Satz der Symphonie pathétique), Antonín Dvořák (8. Sinfonie, Anfang), Claude Debussy (eine Passage im ersten Satz von „La Mer“) und viele andere Komponisten haben dem Instrument dankbare Aufgaben zugedacht.
Im Ballett „Le sacre du printemps“ von Igor Strawinski (1882–1971) haben die Celli im zweiten Stück „Die Vorboten des Frühlings – Tänze der jungen Mädchen“ mit ihren Staccatorhythmen einen markanten Auftritt.
Moderne Verwendungen
Das Violoncello spielt wegen der Vielfalt seiner klanglichen Möglichkeiten auch außerhalb der klassischen Orchestermusik eine Rolle:
- Beim argentinischen Nuevo Tango wird häufig auch ein Cello eingesetzt.
- Im Jazz wurde das Violoncello durch den Kontrabassisten Oscar Pettiford populär. Ihm folgten Jazzmusiker wie Ron Carter, Dave Holland, Abdul Wadud und Hank Roberts. Der Cello-Klang wurde zum Teil auch elektronisch verstärkt oder verzerrt.
- Seit dem Ende der 1960er Jahre begegnet man dem Cello in der Rockmusik. Schon die Beatles experimentierten auf ihren Studioalben mit Celloklängen. Als Vorreiter führte Roy Wood, der vor allem mit dem Electric Light Orchestra assoziiert wird, das Cello als festen Bestandteil eines Ensembles in die Bühnenpraxis von Rock 'n' Roll- und Popmusik ein.
- Die finnische Gruppe Apocalyptica praktiziert Instrumentalmusik mit elektronisch verstärkten und veränderten Cello-Klängen, die dann der Klangwirkung von Heavy Metal-Musik nahe kommt.
Pädagogik
Für Kinder, die das Instrument erlernen, gibt es neben dem normalen 1/1-Cello auch Instrumente in kleineren Ausführungen. Die Größen reichen von 1/16 über 1/8, 1/4, 1/2, 3/4 bis zum 7/8-Cello. Aus dem Bruch lässt sich aber nicht direkt auf die Größe des Instruments schließen. So beträgt die Größe eines 3/4 Cello etwa 90% eines 1/1 Cello, die eines 1/8 Cello noch 65%.
Klassische Lehrbücher des Violoncellospiels schrieben Bernhard Romberg, Friedrich Dotzauer, Friedrich Kummer und Sebastian Lee. Bedeutende moderne Violoncelloschulen wurden unter anderem von Susanne Hirzel, Hans-Peter Linde, Antal Friss und Egon Saßmannshaus veröffentlicht.
Literatur
- Julius Bächi: Berühmte Cellisten: Porträts der Meistercellisten von Boccherini bis zur Gegenwart. Atlantis Verlag, Zürich 1998, ISBN 3-254-00121-4
- Ermanno Briner (Hrsg.): Reclams Musikinstrumentenführer. Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-010436-X
- Gerhard Mantel: Cello üben. Schott, Mainz 1999, ISBN 3-7957-8714-9 – Eine Methodik des Übens, nicht nur für Streicher
- Albert E. Kahn: Pablo Casals: Licht und Schatten auf einem langen Weg. Erinnerungen. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main o.J. (Neuauflage), ISBN 3-596-21421-1
- Winfried Pape / Wolfgang Boettcher: Das Violoncello: Bau, Technik, Repertoire. Schott, Mainz 1996, 2. verbesserte Auflage 2005, ISBN 3-7957-0283-6 – Standardwerk zu Geschichte, Technik und Repertoire
- Gregor Piatigorsky: Mein Cello und ich und unsere Begegnungen. dtv, München 1998, ISBN 3-423-20070-7 – Humorvoll erzählte Autobiografie des berühmten Cellisten
- William Pleeth: Das Cello. Ullstein, Frankfurt/M. 1985, ISBN 3-7163-0198-1 – Philosophie des Cellospiels, Spieltechnik, Geschichte und eine Liste weniger bekannter Werke
Weblinks
- [http://www.cello.org Internet Cello Society] (englisch)
- [http://www.matthiasschuendler.de/celli.htm Ausführliche Linkliste]
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ja:チェロ
ko:첼로
KomponistEin Komponist (von lat.: componere = zusammenstellen) ist ein Künstler, der musikalische Werke (Kompositionen) schafft.
Das Ergebnis des Kompositionsvorganges liegt abschließend in notierter Form (per Hand oder direkt als Notensatz im Computer) vor; andere Fixierungen (Demotape, Aufnahme etc.) sind dabei durchaus möglich.
Die Musik eines Komponisten wird durch Interpreten (Musiker, Sänger) zum Erklingen gebracht.
Die Bezeichnung Komponist wird auch unabhängig vom Genre der Musik gebraucht und meint dann eine Person, die etwas künstlerisch gestaltet (zum Beispiel Schachaufgaben komponiert).
In Deutschland melden sich Komponisten meist bei der GEMA an, die die Urheberrechte von Komponisten treuhänderisch verwaltet, und Tantiemen aus Sendungen und Aufführungen an die Komponisten weiterleitet. Jedes Land hat seine eigene Organisationen (etwa die ASCAP und BMI in den USA oder die AKM in Österreich) zur Verwaltung derartiger Rechte.
Die Berufsbezeichnung Komponist ist nicht geschützt, auch Autodidakten können sich so nennen. Wenig bekannt ist, dass das Kompositionsstudium an den deutschen Musikhochschulen ein meist 10semestriges künstlerisches Vollstudium erfordert, in dem das umfangreiche Handwerk (dazu gehört unter anderem Musiktheorie, Gehörbildung, Instrumentation, Instrumentalspiel, Aufführungspraxis) erlernt wird.
Der zuständige Berufsverband, in dem sich deutsche Komponisten bundesweit und in Regionalgruppen organisieren, ist der Deutsche Komponistenverband, der von Werner Egk gegründet wurde und heute über etwa 1500 Mitglieder besitzt.
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Weblinks
- [http://berufenet.arbeitsamt.de/bnet2/K/B8311106aufgaben_t.html Bundesanstalt für Arbeit: Komponist/in]
- [http://www.dkv.allmusic.de/ Deutscher Komponistenverband]
Kategorie:Musikberuf
ja:作曲家
ko:작곡가
ModenaModena (lat. Mutina) ist eine norditalienische Universitätsstadt, am südlichen Rand der Poebene gelegen. Sie ist eine moderne Industriestadt mit historischem Stadtkern (Centro Storico). Sie befindet sich in der Region Emilia-Romagna und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Modena. In der Stadt leben derzeit 175.000 Einwohner. Die Universität (Università degli Studi Modena e Reggio Emilia) mit Sitz in Modena und R | | |