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Giovanni Gentile
Giovanni Gentile ( - 30. Mai 1875 in Castelvetrano, Provinz Trapani, Sizilien, † 1944 in Florenz) war ein italienischer Philosoph, Kulturmanager und Politiker.
Gentile wird im öffentlichen Bewusstsein vor allem Italiens als das intellektuelle Aushängeschild des Faschismus angesehen. Er war Erziehungsminister im ersten Kabinett von Benito Mussolini und hat die nach ihm benannte Schul- und Hochschulreform durchgeführt ("riforma Gentile"). Dem Faschismus hat Gentile bis zu seinem gewaltsamen Tod im Jahr 1944 die Treue gehalten.
Gentile wurde 1875 in Sizilien in kleinbürgerlichen Verhältnissen geboren. Er studierte Philosophie in Palermo und war anschließend Lehrer, bis er im Jahr 1917 einen ersten Lehrstuhl in Pisa erhielt. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts war Gentile gemeinsam mit Benedetto Croce der Vorreiter einer intellektuellen Erneuerung des italienischen Kulturlebens. Sein Denken war geprägt von einer Mischung aus konservativ-bürgerlichem Elitarismus, Nationalismus und radikaler Ablehnung traditioneller Religion. Seine Philosophie, der "Aktualismus", schien anfangs völlig unpolitisch. Es handelt sich um ein Gedankengebäude, das mit einer dem Idealismus Hegels entlehnten Terminologie einer von allen Regeln und Grenzen befreiten Tat den Vorrang vor allem anderen einräumt. Nach Gentiles Vorstellung vereinigen sich sämtliche Erscheinungen, sämtliche Gedanken, jedes Tun ideell in einem "reinen Akt" ("atto puro"), der Ausdruck höchster Sittlichkeit ist. Der vermeintlich unpolitische Charakter seiner Philosophie ändert sich mit Beginn des 1. Weltkriegs. Nation und Staat rücken in den Mittelpunkt seiner Überlegungen und Publikationen. Gentile identifiziert schrittweise den Nationalstaat und später den faschistischen Staat, im Endergebnis den Führer dieses Staates, mit dem "atto puro", der alles weiß und stets sittlich handelt.
Gentile schließt sich 1922 sofort dem Faschismus an und versucht, seine Vorstellungen vom "ethischen Staat" ("Stato etico") in die Praxis umzusetzen. Anfangs hat er großen Erfolg und wird als der wichtigste Intellektuelle des Faschismus gefeiert. Das ändert sich in der zweiten Hälfte der 20er Jahre, als sich der Faschismus zum einen zu einem Massenstaat entwickelt, der nicht zu Gentiles Elitekategorien passt, zum anderen Mussolini sich der katholischen Kirche annähert (Konkordat), was mit Gentiles Vorstellungen von Religion nicht in Einklang zu bringen ist. Gentile bleibt zwar bis in die 40er Jahre hinein ein geradezu diktatorisch ausgestatteter Beherrscher des italienischen Kulturlebens, verbunden mit einer barocken Ämterhäufung. Aber sein intellektueller Einfluss schwindet. 1943, als die Niederlage des Faschismus sich abzeichnet, wird er vom Regime wiederentdeckt; Gentile hält Durchhaltereden im Radio. Ein Jahr später wird er erschossen, wahrscheinlich von kommunistischen Partisanen. Die genauen Umstände des Attentates sind bis heute ungeklärt.
In der philosophischen und historischen Diskussion schon zu Lebzeiten und auch nach dem Tod Gentiles gehen die Einschätzungen weit auseinander. Er wird sowohl als Hegelianer und Idealist als auch als radikaler, amoralischer Aktionist bezeichnet. Kritiker betrachten seine Philosophie als die Philosophie des Faschismus; andere meinen, der Aktualismus könne auch den Kommunismus begründen. Seine Anhänger leugnen seit jeher eine Verbindung zwischen der Philosophie und dem politischen Handeln Gentiles.
Politisch spielt Gentile bis heute eine Rolle: Die "Alleanza Nazionale", Nachfolgepartei des "Movimento sociale italiano" und somit der faschistischen Partei, beruft sich in ihrem Parteiprogramm nach wie vor auf die Ideen Gentiles.
Literatur
- Gentile, G.: Philosophie und Pädagogik. Besorgt von Kurt Gerhard Fischer unter Mitarbeit von Michele Borrelli, Paderborn 1970
- Gentile, G.: Opere filosofiche. Antologia a cura di E. Garin, Garzanti 1991
- 'Der aktuale Idealismus' (Giovanni Gentile, Mohr Siebeck, 1931) ISBN 3168141410
- 'Die Staatsphilosophie Giovanni Gentiles und die Versuche ihrer Verwirklichung im faschistischen Italien' (Sebastian Schattenfroh, Lang, Peter, GmbH, Europäischer Verlag der Wissenschaften, 1999) ISBN 3631343450
Weblinks
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Gentile, Giovanni
1875
- Dezember: Übernahme der Mehrheit der Sueskanal-Aktien durch die britische Krone
- Das Osmanische Reich ist gezwungen den Staatsbankrott anzumelden
- Einweihung des Hermannsdenkmales im Teutoburger Wald nach 37jähriger Bauzeit
- Gabun wird französische Kolonie
- Im Deutschen Reich schließen sich der von Ferdinand Lassalle 1863 gegründete Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) und die von Wilhelm Liebknecht, August Bebel 1869 gegründete Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) zur Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP), der Vorgängerpartei der 1890 in Sozialdemokratische Partei Deutschlands umbenannten SPD, zusammen
- Matthew Webb durchschwimmt als erster Mensch ohne technische Hilfen den Ärmelkanal
- Die große Duisburger Synagoge wird am 6. März eröffnet
Wissenschaft, Technik
- 20. Mai: Unterzeichnung der Meterkonvention durch 17 Staaten
- John Kerr entdeckt den nach ihm benannten elektrooptischen Effekt
- Alexander Graham Bell führt Versuche zur Verbesserung des Telefons durch
- Richard Caton registriert elektrische Aktivität an der Hirnrinde von Tieren
Kultur
- 3. März: Uraufführung der Oper Carmen von Georges Bizet an der Opéra-Comique in Paris
- 10. März: Uraufführung der Oper Die Königin von Saba von Karl Goldmark an der Hofoper in Wien
- 19. Juli: Uraufführung der Oper La falce (Die Sichel) von Alfredo Catalani in Mailand
- 7. Januar: Thomas Hicks, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger(† 1963)
- 8. Januar: David Griffith, US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Filmproduzent († 1948)
- 10. Januar: Issai Schur, Mathematiker († 1941)
- 11. Januar: Reinhold Glière, russischer Komponist († 1956)
- 14. Januar: Albert Schweitzer, deutscher Arzt, Missionar und Friedensnobelpreisträger († 1965)
- 15. Januar: Thomas Burke, Teilnehmer der ersten Olympischen Sommerspiele 1896 († 1929)
- 25. Januar: Karl August Nerger, Fregattenkapitän und Träger des Ordens Pour-le-Mérite († 1947)
- 2. Februar: Fritz Kreisler, Wiener Violinist und Komponist († 1962)
- 4. Februar: Ludwig Prandtl, deutscher Physiker († 1953)
- 6. Februar: Otto Geßler, deutscher Reichswehrminister († 1955)
- 7. Februar: Walter Courvoisier, schweizer Komponist († 1931)
- 18. Februar: Wilhelm Külz, deutscher Politiker († 1948)
- 20. Februar: Marie Marvingt, französische Pilotin mit abgelegter Flugprüfung († 1963)
- 21. Februar: Jeanne-Louise Calment Ältester Mensch 1997( - 1997)
- 24. Februar: Konstantin Hierl, nationalsozialistischer Politiker und Funktionär († 1955)
- 26. Februar: Hans Böckler, deutscher Politiker und Gewerkschaftsfunktionär († 1951)
- 26. Februar: Alexander Borissowitsch Goldenweiser, russischer Pianist und Komponist († 1961)
- 26. Februar: Erich Koch-Weser, deutscher Politiker († 1944)
- 7. März: Maurice Ravel, französischer Komponist († 1937)
- 8. März: Franco Alfano, italienischer Komponist († 1954)
- 19. März: Gustav Wyneken, deutscher Reformpädagoge († 1964)
- 22. März: Hans Grimm, deutscher Schriftsteller und Publizist († 1959)
- 25. März: Xenia Alexandrowna Romanowa, russische Großfürstin († 1960)
- 26. März: Syngman Rhee, erster südkoreanischer Präsident († 1965)
- 1. April: Edgar Wallace, englischer Krimi-Schriftsteller († 1932)
- 2. April: Walter Percy Chrysler, US-amerikanischer Automobil-Pionier und Begründer des internationalen Automobilunternehmens Chrysler Corporation († 1940)
- 4. April: Pierre Monteux, französisch-amerikanischer Dirigent († 1964)
- 5. April: Blumepeter, Mannheimer Lokallegende († 1940)
- 5. April: Mistinguett, französische Sängerin († 1956)
- 8. April: Albert I. (Belgien), König der Belgier († 1934)
- 9. April: Jacques Futrelle, US-amerikanischer Schriftsteller († 1912)
- 16. April: Erwin Baur, deutscher Arzt, Botaniker, Genetiker und Züchtungsforscher († 1933)
- 18. April: Oskar Ernst Bernhardt, deutscher Gründer der Gralsbewegung († 1941)
- 24. April: Johanna Tesch, deutsche Politikerin († 1945)
- 9. Mai: Friedrich Horn, deutscher evangelischer Theologe
- 11. Mai: Harriet Quimby, US-amerikanische Pilotin († 1912)
- 11. Mai: Louis Weinert-Wilton, deutscher Schriftsteller († 1945)
- 12. Mai: Mathias Kneißl, bekannter bayrischer Räuber
- 30. Mai: Giovanni Gentile, italienischer Philosoph, Kulturmanager und Politiker
- 1. Juni: Carl Severing, deutscher Politiker und Minister († 1952)
- 6. Juni: Thomas Mann, deutscher Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger († 1955)
- 9. Juni: Henry Hallett Dale, britischer Biochemiker († 1968)
- 11. Juni: George Herbert Walker, Bankier († 1953)
- 13. Juni: Paul Neumann, österreichischer Sportschwimmer († 1932)
- 14. Juni: Clemens von Franckenstein, Opernkomponist und Generalintendant in München († 1942)
- 20. Juni: Othenio Abel, österreichischer Paläontologe und Evolutionsbiologe († 1946)
- 22. Juni: Johannes Baader, deutscher Architekt, Schriftsteller, Dadaist und Aktionskünstler († 1955)
- 23. Juni: Norman Pritchard, indischer Leichtathlet, Olympiateilnehmer und Schauspieler († 1929)
- 28. Juni: Henri Léon Lebesgue, französischer Mathematiker († 1941)
- 2. Juli: Fritz Ullmann, deutscher Chemiker
- 3. Juli: Ernst Ferdinand Sauerbruch, deutscher Chirurg. († 1951)
- 3. Juli: Ferdinand Sauerbruch, deutscher Chirurg († 1951)
- 10. Juli: E. C. Bentley, britischer Schriftsteller († 1956)
- 21. Juli: Oskar Moll, deutscher Maler († 1947)
- 25. Juli: Paul Graetz, deutscher Offizier († 1968)
- 26. Juli: Antonio Machado, spanischer Lyriker († 1939)
- 26. Juli: Carl Gustav Jung, Schweizer Psychoanalytiker († 1961)
- 31. Juli: Jacques Villon, französischer Maler des Kubismus († 1963)
- 9. August: Albert Ketèlbey, englischer Komponist und Dirigent († 1959)
- 23. August: William Henry Eccles, britischer Physiker, Radiopionier († 1966)
- 26. August: John Buchan, schottischer Schriftsteller († 1940)
- 1. September: Edgar Rice Burroughs, US-amerikanischer Schriftsteller († 1950)
- 3. September: Ferdinand Porsche, österreichisch-deutscher Autokonstrukteur († 1951)
- 3. September: Wilhelm Scharrelmann, deutscher Lehrer und Schriftsteller († 1950)
- 5. September: Carl Froelich, deutscher Filmpionier und -regisseur († 1953)
- 6. September: Hermann Pistor, deutscher Mathematiker und Physiker († 1951)
- 20. September: Matthias Erzberger, Politiker in der Weimarer Republik († 1921)
- 25. September: Emil Lask, deutscher Philosoph († 1915)
- 27. September: Grazia Deledda, italienische Schriftstellerin († 1936)
- 1. Oktober: Eugeen Van Mieghem, belgischer Künstler († 1930)
- 5. Oktober: Cyril Rootham, englischer Komponist († 1938)
- 12. Oktober: Aleister Crowley englischer Okkultist († 1947)
- 19. Oktober: Theodor Duesterberg, langjähriger Vorsitzender des Stahlhelmbundes († 1949)
- 23. Oktober: Gilbert Newton Lewis, US-amerikanischer Physikochemiker († 1946)
- 24. Oktober: Fanny Starhemberg, österreichische Politikerin († 1943)
- 31. Oktober: Heinrich Thyssen, deutscher Unternehmer, Kunstmäzen († 1947)
- 31. Oktober: Vallabhbhai Patel, indischer Staatsmann († 1950)
- 4. November: Magdalene Pauli, Schriftstellerin († 1970)
- 9. November: Rudolf von Sebottendorf, Gründer der Thule-Gesellschaft († 1945)
- 10. November: Johanna Niese, österreichische Schauspielerin († 1934)
- 14. November: Bruno H. Bürgel, Astronom, Schriftsteller und Publizist († 1948)
- 19. November: Hiram Bingham, Archäologe und Forschungsreisender aus Hawaii († 1956)
- 19. November: Michail Iwanowitsch Kalinin, Wichtiger sowjetischer Politiker, u. a. Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjet (und damit Staatsoberhaupt) († 1946)
- 20. November: Friedrich Werner von der Schulenburg, deutscher Diplomat († 1944)
- 23. November: Anatoli Wassiljewitsch Lunatscharski, russischer Volkskommissar († 1933)
- 27. November: Franz Xaver Schwarz, Reichsschatzmeister der NSDAP († 1947)
- 27. November: Julius Lenhart, österreichischer Turner und Olympiateilnehmer († 1962)
- 3. Dezember: Bernhard Lichtenberg, katholischer Theologe († 1943)
- 4. Dezember: Rainer Maria Rilke, Schriftsteller deutscher Sprache und Lyriker († 1926)
- 12. Dezember: Gerd von Rundstedt, deutscher Generalfeldmarschall im Zweiten Weltkrieg († 1953)
- 14. Dezember: Paul Löbe, deutscher Politiker († 1967)
- 19. Dezember: Mileva Maric, Mathematikerin und die erste Frau Albert Einsteins († 1948)
- 21. Dezember: Thomas Schneider, Automobolist († 1954)
- 24. Dezember: Otto Ender, österreichischer Politiker († 1960)
- 25. Dezember: Theodor Innitzer, Erzbischof der Erzdiözese Wien und Kardinal († 1955)
- 3. Januar: Pierre Larousse, französischer pädagogischer Schriftsteller ( - 1817)
- 5. Januar: Hermann Wilhelm Bödeker, evangelischer Pastor ( - 1799)
- 6. Januar: Friedrich Wilhelm I., letzter Kurfürst und souveräner Landgraf von Hessen-Kassel ( - 1802)
- 10. Januar: Jean Achille Deville, französischer Gelehrter ( - 1789)
- 12. Januar: Tongzhi, chinesischer Kaiser der Qing-Dynastie ( - 1856)
- 20. Januar: Maximilian Werner, badischer Politiker ( - 1815)
- 1. Februar: William Bennett, britischer Komponist und Pianist ( - 1816)
- 2. Februar: Ludwig Droste, deutscher Architekt und Stadtbaumeister ( - 1814)
- 11. Februar: Karl Friedrich von Savigny, preußischer Diplomat und katholischer Politiker ( - 1814)
- 15. Februar: Friedrich von Uechtritz, deutscher Dichter, Historiker und Genealoge ( - 1800)
- 17. Februar: Friedrich Wilhelm August Argelander, deutscher Astronom ( - 1799)
- 22. Februar: Charles Lyell, britischer Geologe ( - 1797)
- 22. Februar: Jean-Baptiste Camille Corot, französischer Landschaftsmaler ( - 1796)
- 7. März: Arthur Helps, englischer Schriftsteller ( - 1813)
- 7. März: John Edward Gray, britischer Zoologe ( - 1800)
- 19. März: Jean Baptiste Vuillaume, französischer Geigenbauer ( - 1798)
- 4. April: Karl Mauch, deutscher Afrikaforscher ( - 1837)
- 7. April: Georg Herwegh, revolutionärer deutscher Dichter des Vormärz ( - 1817)
- 11. April: Samuel Heinrich Schwabe, deutscher Astronom ( - 1789)
- 11. April: Andrew J. Hamilton, 12. Gouverneur von Texas ( - 1815)
- 21. April: Herbert Viktor Anton Pernice, Jurist ( - 1832)
- 30. April: Johann Friedrich Graf von Waldeck, französischer Antiquar, Kartograf ( - 1766)
- 1. Mai: Leonhard Kohl von Kohlenegg, österreichischer Schriftsteller und Schauspieler ( - 1834)
- 4. Mai: Heinrich Georg August Ewald, deutscher Theologe und Orientalist ( - 1803)
- 12. Mai: Heinrich von Hofstätter, von 1839–1875 Bischof von Passau ( - 1805)
- 17. Mai: John Cabell Breckinridge, US-amerikanischer General und Staatsmann ( - 1821)
- 22. Mai: Nuno José Severo de Mendoça Rolim de Moura Barreto, portugiesischer Politiker ( - 1804)
- 3. Juni: Georges Bizet, französischer Komponist ( - 1838)
- 4. Juni: Eduard Mörike, deutscher Lyriker und Erzähler ( - 1804)
- 13. Juni: Heinrich Louis d'Arrest, Astronom in Berlin, Leipzig und Kopenhagen ( - 1822)
- 20. Juni: Peter Karlowitsch von Uslar, russischer Ingenieur, Sprachforscher und Offizier ( - 1816)
- 27. Juni: Antoine-Louis Barye, französischer Bildhauer ( - 1795)
- 28. Juni: Josef Misson, österreichischer Mundartdichter ( - 1803)
- 29. Juni: Ferdinand I., Kaiser von Österreich ( - 1793)
- 9. Juli: Christian Ruben, deutscher Maler ( - 1805)
- 14. Juli: Guillaume-Henri Dufour, schweizer Humanist, General, Politiker, Kartograf und Ingenieur ( - 1787)
- 14. Juli: Henri Dufour, schweizerischer Humanist, General, Politiker, Kartograf und Ingenieur ( - 1787)
- 23. Juli: Isaac Merrit Singer, US-amerikanischer Unternehmer und Erfinder ( - 1811)
- 25. Juli: Joseph-Maurice Exelmans, französischer Admiral ( - 1816)
- 28. Juli: Johann Baptist von Schweitzer, Präsident des ADAV und MdR ( - 1833)
- 31. Juli: Andrew Johnson, US-amerikanischer Politiker, 17. Präsident der USA ( - 1808)
- 4. August: Hans Christian Andersen, dänischer Dichter und Schriftsteller ( - 1805)
- 10. August: Karl Andree, deutscher Geograph und Publizist ( - 1808)
- 17. August: Wilhelm Heinrich Immanuel Bleek, deutscher Sprachwissenschaftler ( - 1827)
- 29. August: Gustave Lannes de Montebello, französischer General ( - 1804)
- 15. September: Guillaume-Benjamin Duchenne, französischer Physiologe ( - 1806)
- 25. September: Tony Franck, deutsche Pianistin ( - 1827)
- 19. Oktober: Charles Wheatstone, britischer Physiker ( - 1802)
- 25. Oktober: Jacques Paul Migne, französischer Priester ( - 1800)
- 29. Oktober: John Gardner Wilkinson, britischer Ägyptologe ( - 1797)
- 19. November: Carl Julius Milde, Zeichenlehrer am Katharineum ( - 1803)
- 21. November: Friedrich Albert Lange, deutscher Philosoph und protestantischer Theologe ( - 1828)
- 24. November: Joseph Othmar Ritter von Rauscher, Erzbischof von Wien ( - 1797)
- 27. November: Richard Christopher Carrington, englischer Astronom ( - 1826)
- 3. Dezember: Ferdinand Adolph Lange, Uhrmacher und Unternehmer ( - 1815)
- 10. Dezember: Franz Toldy, ungarischer Literaturhistoriker ( - 1805)
- 17. Dezember: Theodor von Zwehl, deutscher Staatsminister des Inneren ( - 1800)
- 23. Dezember: Egron Sellif Lundgren, schwedischer Maler und Schriftsteller ( - 1815)
Staatsoberhäupter
Europa
- Portugal: Ludwig I., König von Portugal, (1861–1889)
- Schweiz: Johann Jakob Scherer, Bundespräsident der Schweiz, (1875)
ko:1875년
simple:1875
1944
- 1. Januar: Walter Stampfli wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Uraufführung des Spielfilms „Destination Tokio“ in den USA
- 1. Januar: Im Deutschen Reich werden die Postleitzahlen durch das Reichspostministerium eingeführt
- 1. Januar: Endgültige Unabhängigkeit für den Libanon und Syrien
- 1. Januar: Neuer Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B wird Generalfeldmarschall Erwin Rommel
- 2. Januar: Schwerer Luftangriff der britischen Luftwaffe auf Berlin
- 22. Januar: Zweiter Weltkrieg. Alliierte Verbände landen in Italien südlich von Rom überraschend im Rücken der deutschen Truppen und bilden einen Brückenkopf
- 28. Januar: Zweiter Weltkrieg. Die Rote Armee befreit die von der Wehrmacht eingekesselte Stadt Leningrad
- 8. Februar: Zweiter Weltkrieg. Die alliierten Planungen zur Operation Overlord, der Landung in Frankreich, sind abgeschlossen
- 15. Februar: Zweiter Weltkrieg. Alliiertes Bombardement auf das Kloster Montecassino, Kämpfe um die Klosterruine blockieren den alliierten Vormarsch auf Rom
- 4. März: Zweiter Weltkrieg. An der Ostfront beginnt die Frühjahrsoffensive der Roten Armee: Der Auftakt für den nach und nach nötigen Rückzug der deutschen Verbände aus der Ukraine
- 19. März: Zweiter Weltkrieg. Ungarn wird von Deutschland besetzt („Unternehmen Margarethe“)
- 22. März: in Ungarn wird eine deutschfreundliche Regierung unter Döme Sztójay eingesetzt
- 3. Mai: Spanien erklärt sich bereit, seine Zusammenarbeit mit Deutschland einzustellen
- 12. Mai: Zweiter Weltkrieg. Die US-Luftwaffe fliegt Angriffe auf die Leuna-Werke und auf Brüx, um Industrieanlagen zur Herstellung von synthetischem Treibstoff systematisch zu zerstören. In Italien beginnt der Vorstoß alliierter Truppen auf Rom
- 16. Mai: Aufstand der Sinti und Roma im KZ-Auschwitz-Birkenau gegen die geplante Massen-Vergasung; SS muss die angelaufene Liquidierung des so genannten Zigeuner-Lagers bis zum Juli 1944 abbrechen
- 4. Juni: Zweiter Weltkrieg. Rom fällt kampflos an die Alliierten
- 6. Juni: Zweiter Weltkrieg. Invasion der Alliierten Streitkräfte in der Normandie („D-Day“ Operation Overlord)
- 10. Juni: Eine Einheit der Waffen-SS richtet im südwestfranzösischen Ort Oradour-sur-Glane ein Massaker an; 642 Bewohner, davon 202 Kinder und 241 Frauen kommen dabei um
- 12. Juni: Zweiter Weltkrieg. Die deutsche Luftwaffe beschießt erstmalig London mit V 1-Raketen
- 13. Juni: Bei einem Testflug stürzt eine in Peenemünde gestartete A4-Rakete in Südschweden ab
- 17. Juni: Island wird unabhängig von Dänemark
- 26. Juni: Zweiter Weltkrieg. Alliierte Truppen erobern die französische Hafenstadt Cherbourg
- 3. Juli: Zweiter Weltkrieg. Minsk wird von der sowjetischen Armee zurückerobert, 100.000 deutsche Soldaten geraten in Gefangenschaft
- 20. Juli: Gescheitertes Attentat auf Hitler durch Stauffenberg u. a. (siehe auch 20. Juli 1944)
- 23. Juli: Zweiter Weltkrieg. Das KZ Majdanek wird als erstes Vernichtungslager befreit
- 31. Juli: Zweiter Weltkrieg. Nach der Panzerschlacht von Avranches gelingt der Durchbruch durch die deutsche Westfront
- 1. August: In der polnischen Hauptstadt bricht der Warschauer Aufstand los. In Finnland wird Gustaf Mannerheim Reichspräsident
- 2. August: Tito „ernennt“ Mazedonien zur 6. Republik der Jugoslawischen Föderation
- 12. August: Vier Kompanien der Waffen-SS erschießen nach zahlreichen Partisanenangriffen fast alle Bewohner des italienischen Dorfs Sant'Anna di Stazzema. Unter den 560 Opfern sind überwiegend Frauen und 116 Kinder
- 13. August: Zweiter Weltkrieg. Rumänien schließt mit den Alliierten einen Waffenstillstand und erklärt Deutschland den Krieg
- 15. August: Zweiter Weltkrieg. In Südfrankreich gehen amerikanische und französische Verbände zwischen Toulon und Cannes an Land
- 25. August: Zweiter Weltkrieg. Paris wird an die Alliierten übergeben
- 29. August: der ungarische Reichsverweser Miklós Horthy entlässt die nazifreundliche Regierung Sztójay und ernennt den ihm treuen General Géza Lakatos zum Ministerpräsidenten
- 2. September: der amerikanischen Finanzminister Henry Morgenthau erarbeitet einen 14-Punkte Plan, wie mit dem besiegten Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verfahren werden soll
- 4. September: Zweiter Weltkrieg. Britische Truppen besetzen Antwerpen
- 5. September: Kriegserklärung der UdSSR an Bulgarien
- 11. September: Zweiter Weltkrieg. amerikanische Einheiten überschreiten nordwestlich von Trier die deutsche Reichsgrenze
- 12. September: Zweiter Weltkrieg. Roetgen wird als erste Gemeinde auf deutschem Boden durch alliierte Streitkräfte besetzt
- 17. September: Mit der Operation Market Garden wird die größte Luflandung der Geschichte gestartet
- 25. September: Adolf Hitler ordnet die Aufstellung des „Volkssturmes“ an. Jugendliche sowie alte Männer sollen das Vaterland vor der drohenden Verwüstung durch feindliche Kräfte schützen
- 1. Oktober: Massaker von Marzabotto: Wehrmacht und SS ermorden über 800 Zivilisten nahe Bologna
- 2. Oktobrer: Der Warschauer Aufstand endet mit der Kapitulation der Polnischen Heimatarmee und der fast völligen Zerstörung der Stadt durch die Deutschen
- 7. Oktober: Im KZ Auschwitz-Birkenau findet ein Aufstand des jüdische Sonderkommandos (die Häftlinge, die die Gaskammern und Krematorien bedienen mussten) statt. Weibliche Gefangene hatten Sprengstoff von einer Waffenfabrik eingeschmuggelt, und Krematorium IV wurde damit teilweise zerstört
- 10. Oktober: Die Rote Armee erreicht die deutsche Grenze in Ostpreußen
- 15. Oktober: Zweiter Weltkrieg. Ungarn schließt einen Waffenstillstand mit den Alliierten
- 16. Oktober: Der ungarische Reichsverweser Miklós Horthy muss auf deutschen Druck abdanken; sein Nachfolger wird der Pfeilkreuzler Ferenc Szálasi
- 16. Oktober: Unter den 1500 Deportierten eines Transportes von Theresienstadt in das KZ Auschwitz sind die Komponisten Viktor Ullmann, Gideon Klein, Pavel Haas und Hans Krása
- 19. Oktober: Zweiter Weltkrieg. Es beginnt die von Adolf Hitler befohlene Zerstörung von Warschau
- 21. Oktober: Zweiter Weltkrieg. US-Truppen erobern als erste deutsche Großstadt Aachen
- 22. November: Zweiter Weltkrieg. Die US-Armee nimmt Metz
- 24. November: Zweiter Weltkrieg. Die USA beginnen mit einer Reihe schwerer Luftangriffen auf Tokio
- 5. Dezember: Beginn der gegen die Volksbefreiungsarmee ELAS gerichteten militärischen Intervention Großbritanniens in Griechenland
- 16. Dezember: Zweiter Weltkrieg. Beginn der deutschen Ardennenoffensive, die das weitere Vorrücken der Alliierten verhindern soll
Katastrophen
- 3. Januar: Der Zerstörer „Turner“ (USA) sinkt nach einer inneren Explosion bei Ambrose Feuer (bei (New York). 37 Tote unter der 200 Mann starken Besatzung
- 15. Januar: Erdbeben der Stärke 7, 8 in San Juan, Argentinien, rund 5.000 Tote
- 1. Februar: Erdbeben der Stärke 7, 4 in der Türkei, ca. 2.800 Tote
- 12. Februar: Bei der Versenkung des britischen Truppentransporters Khedive Ismail im Indischen Ozean nahe der Malediven durch das japanische U-Boot I-27 sterben 1.297 Menschen, nur 214 Überlebende werden gerettet. Ein Teil der Schiffbrüchigen stirbt wahrscheinlich durch die Detonationen der von den Geleitschiffen bei der Jagd auf das U-Boot abgeworfenen Wasserbomben. „I-27“ wird durch den Zerstörer HMS Petard mit der gesamten Besatzung von 99 Mann versenkt
- 14. April: Der ua. mit Sprengstoff und Munition beladene britische Frachter Fort Stikene explodiert im Hafen von Bombay (Indien). 1500 Tote und Vermisste, 3000 Verletzte, Zerstörung von 13 Schiffen, Gesamtschaden ca. 1 Milliarde US-Dollar
- 19. April: Der Tanker „John Straub“ (USA) sinkt bei den Sanak-Inseln nach einer inneren Explosion mit der gesamten Besatzung (65 Tote)
- 20. Juni: Der bayerische Raddampfer Ruthof läuft auf der Donau bei Érsekcsanád (Ungarn) auf eine Mine und sinkt (5 Tote)
- 17. Juli: Das Transportschiff „Quainault Victory“ (USA) explodiert bei der Munitionsübernahme in Chicago (USA). 270 Tote
- 23. August: Freckleton, USA. Ein Bomber des US-Militärs stürzte ab und krachte in eine Schule. 76 Menschen, meist Zivilisten, fanden den Tod
- 10. November: Der Munitionstransporter „Mount Hood“ der US-Navy explodiert im Marinestützpunkt Manus (Bismarck-Archipel). Etwa 1000 Tote und Verletzte, 30 beschädigte Schiffe
- 7. Dezember: Erdbeben der Stärke 8, 1 in Tonankai, Japan, rund 1.000 Tote
- 18. Dezember: Während eines Taifuns sinken vor der Insel Luzon (Philippinen) 3 Zerstörer der US-Navy, 31 weitere Schiffe werden beschädigt (davon 9 schwer), 146 Flugzeuge werden zerstört. 790 Tote und mindestens 80 Verletzte
Kultur
- 2. Juli: Uraufführung der Oper Die Hochzeit des Jobs von Joseph Haas an der Staatsoper in Dresden
- 28. Dezember: Uraufführung des Musicals On the Town von Leonard Bernstein im Adelphi Theater in New York
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
1. Halbjahr
- 1. Januar: Zafarullah Khan Jamali, pakistanischer Politiker
- 1. Januar: Umar Hasan Ahmad al-Baschir, Staatschef des Sudan
- 3. Januar: David Atherton, englischer Dirigent
- 4. Januar: Reinhard Breymayer, deutscher Philologe
- 4. Januar: Judy Winter, Theater- und Filmschauspielerin aus Deutschland
- 5. Januar: Edward Rendell, Gouverneur von Pennsylvania
- 6. Januar: Alan Stivell, bretonischer Musiker und Sänger
- 6. Januar: Rolf Zinkernagel, Professor für experimentelle Immunologie
- 7. Januar: Mike McGear, britischer Musiker, jüngerer Bruder von Paul McCartney
- 7. Januar: Ursula Männle, deutsche Politikerin und MdL
- 7. Januar: Hans-Joachim Grubel, deutscher Schauspieler († 2004)
- 7. Januar: Rainer Kuhlen, deutscher Universitätsprofessor für Informationswissenschaft
- 9. Januar: Jimmy Page, Musiker, Gitarrist
- 9. Januar: Scott Walker, US-amerikanischer Sänger und Bassist
- 10. Januar: Frank Sinatra jr., US-amerikanischer Pianist, Schauspieler, Sänger und Entertainer
- 11. Januar: Gerd Böckmann, deutscher Schauspieler und Regisseur
- 12. Januar: Klaus Wedemeier, Bürgermeister von Bremen
- 12. Januar: Hans Henning Atrott, erster Präsident der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben
- 12. Januar: Vlastimil Hort, tschechisch-deutscher Schachspieler
- 12. Januar: Joe Frazier, US-amerikanischer Boxer
- 13. Januar: Michael Gartenschläger, Grenztoter († 1976)
- 14. Januar: Luise F. Pusch, deutsche Sprachwissenschaftlerin
- 14. Januar: Peter Fechter, Maueropfer († 1962)
- 16. Januar: Wolfgang Schmidt, deutscher Leichtathlet
- 16. Januar: Thomas Fritsch, deutscher Schauspieler
- 16. Januar: Jim Stafford, US-amerikanischer Country- und Popsänger
- 16. Januar: Ronnie Milsap, US-amerikanischer Country- und Pop-Sänger
- 17. Januar: Roland Hetzer, deutscher Arzt und Wissenschaftler
- 17. Januar: Einar Schleef, deutscher Schriftsteller und Regisseur († 2001)
- 17. Januar: Françoise Hardy, französische Schlagersängerin, Texterin, Komponistin und Filmschauspielerin
- 17. Januar: Jan Guillou, Journalist und Romanautor
- 18. Januar: Paul Keating, Premierminister von Australien
- 18. Januar: Alexander Van der Bellen, österreichischer Politiker und Wirtschaftswissenschaftler
- 19. Januar: Laurie London, britischer Sänger
- 19. Januar: Pehr Henrik Nordgren, finnischer Komponist
- 19. Januar: Shelley Fabares, US-amerikanische Sängerin
- 19. Januar: Thom Mayne, US-amerikanischer Architekt
- 21. Januar: Hasso Plattner, deutscher Unternehmer
- 22. Januar: Carl Friedrich Gethmann, deutscher Philosoph
- 22. Januar: Jürgen W. Falter, deutscher Politikwissenschaftler
- 23. Januar: Gerd Nobbe, Richter am Bundesgerichtshof
- 23. Januar: Sergei Alexandrowitsch Below, russischer Basketballspieler
- 23. Januar: Rutger Hauer, Schauspieler
- 24. Januar: Klaus Nomi, Countertenor († 1983)
- 24. Januar: Anita Pallenberg, Modell, Schauspielerin und Modedesignerin
- 24. Januar: Bob Degen, US-amerikanischer Jazz-Pianist
- 24. Januar: David Gerrold, US-amerikanischer Schriftsteller von Fantasy-Romanen
- 25. Januar: Tom Koenigs, deutscher Politiker
- 25. Januar: Alfred Gulden, deutscher Schriftsteller, Lieder- und Filmemacher
- 26. Januar: Andreas Hauff, österreichischer Sänger und Texter
- 26. Januar: Angela Davis, US-amerikanische Bürgerrechtlerin, Soziologin und Schriftstellerin
- 27. Januar: Kevin Coyne, britischer Rockmusiker, Maler und Autor († 2004)
- 27. Januar: Mairead Corrigan, Friedensnobelpreisträgerin 1976, Aktivistin der Nordirischen Friedensbewegung
- 28. Januar: Achim Reichel, deutscher Musiker, Komponist und Produzent
- 28. Januar: Susan Howard, US-amerikanische Schauspielerin
- 29. Januar: Andrew Loog Oldham, Musiker und Manager der Rolling Stones
- 30. Januar: Stephan Reimers, Bevollmächtigter des Rates der EKD
- 30. Januar: Jógvan við Keldu, färöischer Politiker und Innenminister
- 31. Januar: Heidi Mahler, deutsche Volksschauspielerin
- 31. Januar: Uwe Kockisch, deutscher Schauspieler
- 31. Januar: Charlie Musselwhite, US-amerikanischer Bluesmusiker (Mundharmonika, Gitarre)
- 5. Februar: Götz Werner, Gründer von „dm-drogerie markt“, Honorarprofessor der Universität Karlsruhe
- 8. Februar: Sebastião Salgado, brasilianischer Fotograf und Fotoreporter
- 9. Februar: Bernd Albani, ein Vertreter der kirchlichen Friedens- und Umweltbewegung der DDR
- 9. Februar: Alice Walker, US-amerikanische Schriftstellerin
- 10. Februar: Niklot Klüßendorf, deutscher Numismatiker, Archivar
- 11. Februar: Michael Oxley, US-amerikanischer Abgeordneter
- 12. Februar: Walter Westrupp, Betonbauer und aktiver Computergrafiker
- 12. Februar: Ortwin Runde, deutscher Politiker
- 13. Februar: Gerhard Langemeyer, deutscher Politiker
- 13. Februar: Stockard Channing, US-amerikanische Schauspielerin
- 13. Februar: Jerry Springer, US-amerikanischer Talkmaster
- 14. Februar: Alan Parker, Filmregisseur
- 14. Februar: Peter Rapp, österreichischer Moderator, Fernsehunterhalter und Quizmaster
- 14. Februar: Carl Bernstein, US-amerikanischer Journalist
- 16. Februar: Sigiswald Kuijken, belgischer Geiger, Gambenspieler und Dirigent
- 16. Februar: Dieter Brenninger, ehemaliger Fußballspieler
- 16. Februar: António Mascarenhas Monteiro, kapverdischer Präsident
- 17. Februar: Karl Jenkins, Keyboarder, Oboist, Saxofonist und Komponist
- 19. Februar: Jürgen Gansäuer, deutscher Politiker
- 19. Februar: Hubert Doppmeier, Politiker († 1992)
- 20. Februar: Christian Pfeiffer (Politiker), ehemaliger Justizminister des Landes Niedersachsen
- 21. Februar: Ingomar von Kieseritzky, deutscher Schriftsteller
- 22. Februar: Tom Okker, ehemaliger niederländischer Tennisspieler
- 22. Februar: Jonathan Demme, US-amerikanischer Filmregisseur
- 23. Februar: Johnny Winter, Bluesmusiker
- 23. Februar: Florian Fricke, deutscher Elektronikmusik-Pionier († 2001)
- 23. Februar: Gerhard Neukum, deutscher Planetenforscher
- 24. Februar: Nicky Hopkins, britischer Rockmusiker, Pianist († 1994)
- 24. Februar: Rolf Henrich, Rechtsanwalt, Autor und prominenter Regimekritiker der DDR
- 26. Februar: Maria Creuza, brasilianische Sängerin
- 28. Februar: Sepp Maier, deutscher Fußballspieler
- 28. Februar: Kelly Bishop, US-amerikanische Schauspielerin
- 29. Februar: Bernd Witthüser, Guitarre, Mandoline, Gesang
- 29. Februar: Olexander Moros, ukrainischer Politiker
- 1. März: Roger Daltrey, britischer Musiker
- 1. März: Tony Ashton, britischer Rockmusiker († 2001)
- 2. März: Uschi Glas, deutsche Schauspielerin
- 4. März: Ulrich Roski, deutscher Liedermacher († 2003)
- 5. März: Élisabeth Badinter, französische Philosophin
- 6. März: David F. Hendry, britischer Ökonometriker
- 6. März: Peter Dietrich, ehemaliger deutscher Fußballspieler
- 6. März: Kiri Te Kanawa, neuseeländische Opernsängerin (Sopran)
- 6. März: Norbert Steger, österreichischer Politiker und Rechtsanwalt
- 7. März: Ranulph Fiennes, britischer Forscher und Inhaber mehrerer Ausdauerrekorde
- 7. März: Jürgen Theobaldy, deutscher Schriftsteller
- 7. März: Townes Van Zandt, US-amerikanischer Songwriter († 1997)
- 8. März: Alexander Ziegler, Schauspieler, Publizist und Schriftsteller († 1987)
- 10. März: Karl Heinz Gasser, deutscher Politiker
- 10. März: Martin Mann, deutscher Schlagersänger
- 11. März: Wolfgang Reiniger, Oberbürgermeister von Essen
- 12. März: Ernst Theodor Menke, deutscher Manager († 2004)
- 12. März: Peter Orloff, deutscher Schlagersänger, Komponist, Texter, Produzent und Schauspieler
- 15. März: Elisabeth Plessen, deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin
- 15. März: Joachim Kühn, deutscher Musiker
- 15. März: Josef Joffe, Journalist
- 15. März: Günther Bahr, österreichischer Radiosprecher
- 15. März: Chi Cheng, taiwanische Leichtathletin und Olympionikin
- 15. März: Sly Stone, US-amerikanischer Funk-Rock-Sänger
- 17. März: Jürgen Peters, deutscher Gewerkschaftsfunktionär
- 17. März: Anthony Monn, ein deutscher Sänger, Komponist, und Musikproduzent
- 17. März: Franz Fiedler, Rechnungshofpräsident
- 17. März: John Sebastian, US-amerikanischer Rockmusiker
- 19. März: Uwe Holtz, deutscher Politologe
- 20. März: Erwin Neher, Wissenschaftler und Nobelpreisträger
- 21. März: Wilhelm Josef Sebastian, deutscher Politiker und MdB
- 21. März: Marie-Christine Barrault, französische Schauspielerin
- 21. März: Charles Greene, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 23. März: Michael Nyman, Filmmusikkomponist
- 24. März: Marika Kilius, deutsche Eiskunstläuferin
- 24. März: Walter Hellmich, deutscher Fußball-Funktionär
- 24. März: Vojislav Koštunica, Präsident Jugoslawiens und Premierminister von Serbien
- 24. März: Lee Ermey, US-amerikanischer Schauspieler
- 25. März: Hans-Jürgen Walter, Begründer der Gestalttheoretischen Psychotherapie
- 26. März: Reinhold Andert, deutscher Liedermacher und satirischer Autor
- 26. März: Larry Ellison, Gründer des US-Softwarekonzerns Oracle
- 26. März: Haim Saban, r der größten Medienunternehmer der Welt und Milliardär
- 27. März: Enrique Barón Crespo, spanischer Politiker und EU-Politiker
- 28. März: Gisela Kallenbach, deutsche Europaabgeordnete
- 28. März: Rick Barry, US-amerikanischer Basketballspieler
- 30. März: Gert Heidenreich, deutscher Schriftsteller, Journalist und Fernsehsprecher
- 31. März: Mick Ralphs, britischer Gitarrist
- 31. März: Rod Allen, britischer Gitarrist und Sänger
- 3. April: Lamberto Bava, italienischer Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent
- 3. April: Harry Palmer, US-amerikanischer Autor sowie Gründer und Geschäftsführer
- 4. April: Yehudit Naot, israelische Politikerin († 2004)
- 4. April: Robert Schindel, österreichischer Schriftsteller, Lyriker und Regisseur
- 4. April: Bassam Tibi, syrischer Politologe; lebt in Dtl
- 4. April: Craig T. Nelson, US-amerikanischer Schauspieler
- 6. April: Christine Lucyga, deutsche Politikerin
- 6. April: Bernd Spier, deutscher Schlagersänger
- 6. April: Florin Gheorghiu, rumänischer Schachspieler
- 6. April: Viveca Lärn, schwedische Kinderbuchautorin und Schriftstellerin
- 7. April: Gerhard Schröder, deutscher Bundeskanzler
- 7. April: Theodor Ickler, deutscher Germanistikprofessor
- 8. April: Keef Hartley, britischer Rockmusiker, Schlagzeuger
- 8. April: Christoph Hein, deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Essayist
- 8. April: Odd Nerdrum, norwegischer Maler
- 8. April: Hans Pretterebner, österreichischer Journalist
- 9. April: Ludwig Stiegler, deutscher Politiker
- 9. April: Lars Norén, schwedischer Dramatiker und Theaterregisseur
- 13. April: Hans Christoph Buch, deutscher Schriftsteller und Journalist
- 13. April: Jack Casady, US-amerikanischer Blues- und Rockmusiker und Bassist
- 14. April: Hubert Raase, Präsident des KSC
- 15. April: Dschochar Mussajewitsch Dudajew, erster tschetschenische Präsident († 1996)
- 15. April: Dave Edmunds, walisischer Gitarrist und Sänger
- 16. April: Elmar Wepper, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
- 19. April: Lothar Romain, deutscher Journalist und Kunstwissenschaftler († 2005)
- 19. April: James Heckman, Nobelpreisträger, Ökonom
- 20. April: Michael Mendl, deutscher Schauspieler
- 20. April: Konrad Feilchenfeldt, schweizerisch-deutscher Literaturwissenschaftler
- 21. April: Peter Kowald, deutscher Kontrabassist und Tubist († 2002)
- 22. April: Steve Fossett, US-amerikanischer Flugpionier und Regattasegler
- 23. April: Niklaus Schilling, Filmregisseur Kameramann Autor
- 27. April: Walter Kolbow, deutscher Politiker
- 27. April: Heikki Westerinen, finnischer Schachspieler
- 27. April: Bassam Salih Kubba, stellvertretender irakischer Außenminister († 2004)
- 28. April: Günter Verheugen, deutscher Politiker, EU-Kommissar
- 28. April: Doris Quarella, Schweizer Fotografin
- 29. April: Werner Nekes, deutscher Filmregisseur
- 29. April: Hermann Scheer, deutscher Politiker und Verfechter der Solarenergie
- 30. April: Rudi Assauer, deutscher Fußballmanager
- 30. April: Andy Kulberg, US-amerikanischer Rockmusiker († 2002)
- 1. Mai: Peter Bayerlein, deutscher Archäologe und Historiker
- 1. Mai: Costa Cordalis, griechischer Sänger deutscher Schlager
- 1. Mai: Anna-Lena Löfgren, schwedische Schlagersängerin
- 1. Mai: Rita Coolidge, US-amerikanische Country-Sängerin
- 2. Mai: Franz Innerhofer, österreichischer Schriftsteller († 2002)
- 3. Mai: Renate Blume, deutsche Schauspielerin
- 3. Mai: Gernot Erler, deutscher Politiker
- 4. Mai: Monica Bleibtreu, österreichische Schauspielerin
- 4. Mai: Edmund Wnuk-Lipiński, polnischer/kaschubischer Soziologe und Science-Fiction-Autor
- 4. Mai: Lothar Zechlin, deutscher Staatsrechtler und Rektor
- 5. Mai: Christian de Portzamparc, Architekt
- 5. Mai: Hans-Peter Mayer, deutscher Europaabgeordneter
- 5. Mai: Jean-Pierre Léaud, französischer Schauspieler
- 5. Mai: John Rhys-Davies, Schauspieler und Schriftsteller
- 5. Mai: Roman Dzindzichashvili, US-amerikanischer Schachspieler georgischer Herkunft
- 6. Mai: Carl I. Hagen, norwegischer rechtspopulistischer Politiker
- 9. Mai: Petra Roth, deutsche Politikerin
- 9. Mai: Tony Oberdörffer, deutscher Sänger und Komponist
- 10. Mai: Marie-France Pisier, französische Schauspielerin
- 10. Mai: Jim Abrahams, US-amerikanischer Regisseur, Produzent und Drehbuchautor
- 11. Mai: Roy Blumenfeld, US-amerikanischer Rockmusiker
- 12. Mai: Chris Patten, britischer Politiker und war Gouverneur Hongkongs und EU-Kommissar
- 12. Mai: Hans-Peter Kemper, deutscher Politiker und MdB
- 12. Mai: Ada Isensee, Malerin
- 13. Mai: Wilhelm Schmidt (Niedersachsen), deutscher Politiker und MdB
- 13. Mai: Armistead Maupin, US-amerikanischer Schriftsteller
- 14. Mai: George Lucas, US-amerikanischer Regisseur und Produzent
- 15. Mai: Ulrich Beck (Soziologe), deutscher Soziologe
- 16. Mai: Gert Weisskirchen, deutscher Politiker und MdB
- 16. Mai: Friedrich Schorlemmer, deutscher Theologe
- 17. Mai: David Kelly, britischer Mikrobiologe, Biowaffenexperte († 2003)
- 17. Mai: Wolf-Dietrich Berg, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher († 2004)
- 18. Mai: Justus Frantz, deutscher Pianist und Dirigent
- 18. Mai: W.G. Sebald, deutscher Schriftsteller († 2001)
- 20. Mai: Marilyn Black, australische Leichtathletin und Olympionikin
- 20. Mai: Joe Cocker, britischer Rhythm and Blues-Sänger
- 20. Mai: Dietrich Mateschitz, Erfinder und Anteilseigner von Red Bull
- 21. Mai: Harald Schliemann, deutscher Jurist und Politiker
- 21. Mai: Mary Robinson, Präsidentin Irlands und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte
- 23. Mai: John Newcombe, australischer Tennisspieler
- 24. Mai: Patti LaBelle, US-amerikanische Sängerin
- 28. Mai: Patricia Quinn, nordirische Schauspielerin und Sängerin
- 28. Mai: Gladys Knight, US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin
- 28. Mai: Rudolph Giuliani, US-amerikanischer Politiker, Bürgermeister von New York City
- 29. Mai: Helmut Berger, österreichischer Filmschauspieler
- 29. Mai: Maurice Bishop, Premierminister Grenadas († 1983)
- 31. Mai: Volker Reiche, deutscher Comic-Zeichner
- 1. Juni: Robert Powell, britischer Schauspieler
- 1. Juni: Björn Pätzoldt, deutscher Politologe und Verleger
- 2. Juni: Jeff Beck, britischer Electric-Gitarrist
- 2. Juni: Marvin Hamlisch, Komponisten des 20. Jahrhunderts
- 3. Juni: Edith McGuire, US-amerikanische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 4. Juni: Marianne Gruber, Schriftsteller
- 5. Juni: Reinhard Günzel, Brigadegeneral a. D. der Bundeswehr
- 5
Faschismus
Der Begriff Faschismus kennzeichnet eine bestimmte politische Richtung des 20. Jahrhunderts:
# Die Bewegung ("movimento") oder auch die Schwarzhemden Benito Mussolinis (1919-1922) und das daran anschließende politische Regime (1922-1943/45) in Italien, im engeren Sinne "Faschismus".
# Nach einer Interpretation durch Faschismusforscher wie Ernst Nolte (seit 1963) schließt der Begriff neben den anderen antidemokratischen, antiliberalen und antikommunistischen Ideologien als Vergleichskategorie auch den deutschen Nationalsozialismus ("Nationalsozialismus" ist ein verharmlosender Kampfbegriff der deutschen Faschisten) und verschiedene kleinere Bewegungen im Europa der Zwischenkriegszeit mit ein. Jedoch wird in diesem Zusammenhang etwa nicht ohne Weiteres vom "deutschen Faschismus" gesprochen - "Faschismus" dient hier allein als Begriff für eine bestimmte Art politischer Richtungen und Regime in der Zeit der Weltkriege (also zwischen 1918/19 und 1945).
# Schon seit den frühen zwanziger Jahren wurde er von Sozialdemokraten und von Kommunisten weitgehend mit einem militanten Antikommunismus und dem Spätkapitalismus als reaktionärste kapitalistische Herrschaftsordnung gleichgesetzt. Auch eine neomarxistische Strömung der Forschung verwendet den Faschismusbegriff in dieser Weise.
Abgeleitet ist der Begriff Faschismus (zumindest nach Aussagen der faschistischen Propaganda) vom italienischen fascio beziehungsweise dem lateinischen Begriff fasces für Bund, Bündel.
Er geht zurück auf die fasces, Rutenbündel, die die antiken Liktoren als Symbol der Macht des Römischen Reiches dem römischen Machthaber (Konsul, Imperator, Statthalter) vorantrugen. Außerhalb Roms wurde die Machtdemonstration verstärkt, indem die Liktoren nicht nur die fasces, also die Rutenbündel, sondern zusätzlich ein darin eingewickeltes Beil mit sich führten. Ein solches Rutenbündel mit Beil wird deshalb auch als Liktorenbündel (italienisch littorio) bezeichnet.
„Faschismus“ (italienisch fascismo) ist aber auch eine Ableitung zum italienischen Begriff fascio („Bund“) und hat damit auch eine katholisch-sozialistische Tradition - Ende des 19. Jahrhunderts formierten sich vor allem auf Sizilien soziale Protestbewegungen als fasci. Diese Konnotation des Begriffs dürfte bei der Namensgebung des italienischen Faschismus 1919 bestimmender gewesen sein als der römische Hintergrund, der später in der Selbstdarstellung aber fast ausschließlich betont wurde, um dem Faschismus historische Kontinuität beizulegen.
Faschismus im engeren Sinn: Italien
Zunächst war "Faschismus" nur die Bezeichnung der politischen Bewegung, die aus den von Benito Mussolini 1919 gegründeten Fasci Italiani di Combattimento ("Italienische Kampfbünde") hervorging und die 1922 die Macht in Italien eroberte.
Wesentliche Elemente des italienischen Faschismus
- Eine extrem nationalistische, populistische Herrschaftsform mit ausgeprägtem Führerkult.
- Nachdrückliche Ästhetisierung von Politik und die Betonung des voluntaristischen Zuges der Politik, also des Vorrangs des Willens vor der Ökonomie. Der Faschismus ist hier Erbe des Futurismus und seiner Theorien.
- Der exzessive Gebrauch von politischen Symbolen wie Fahnen, Marschkolonnen und Uniformen in rituellen Massenzeremonien.
- Ein an der Antike ausgerichteter Traditionalismus, der sich besonders im Kult der römischen Vergangenheit äußerte, zugleich aber auch eine revolutionär-dynamische Selbstdarstellung und entsprechende Politikansätze.
- Ein korporatives Wirtschaftsmodell mit nach Produktionszweigen gegliederter Organisation, mit einem das Parlament ersetzenden Plenarorgan ("Kammer der Fasci und der Korporationen", Camera dei Fasci e delle Corporazioni, seit 1938/39) und einem aus Partei- und Staatsfunktionen gemischten Organ, dem "Faschistischen Großrat" (Gran Consiglio del Fascismo, seit 1922, seit 1928 Staatsorgan), an der Spitze.
- Die ideologische Verherrlichung von Gewalt in der Tradition von Georges Sorel.
- Parteienkritik, wie sie insbesondere der Soziologe Robert Michels betrieb, und Selbstverständnis als (während der Bewegungsphase 1919 bis 1922) Anti-Partei bzw. (danach) als Massenpartei eines neuartigen Typus.
Zwischen dem modernistisch-revolutionären und dem konservativ-traditionalistischen Flügel kam es immer wieder zu Spannungen. Mussolini lavierte lange zwischen den Positionen und hatte dabei vor allem in der Zeit zwischen 1921 und 1925 große Mühe, diese zentrifugalen Kräfte zusammenzuhalten. Gleichzeitig aber fungierte die gegensätzliche Selbstdarstellung nach außen auch zur Bindung verschiedener gesellschaftlicher Strömungen an den Faschismus.
Geschichte des italienischen Faschismus
Der Gründer des Faschismus, Benito Mussolini, kam aus der Sozialistischen Partei Italiens, in der er den syndikalistischen Flügel vertrat. Mussolini war unter anderem Chefredakteur der Parteizeitung L'Avanti.
Organisatorische Gestalt gewann der Faschismus in Italien 1919, als Mussolini die Fasci Italiani di Combattimento ("Italienische Kampfbünde") gründete. Im selben Jahr schuf der Schriftsteller und Fliegerheld des Ersten Weltkriegs Gabriele D'Annunzio mit seiner handstreichartigen Eroberung von Fiume (heute Rijeka) ein erstes "präfaschistisches" System mit einer korporativen Ordnung, Massenzeremonien und den Faschismus vorwegnehmender Symbolik.
Die fasci wuchsen vor allem 1921 und 1922 rasch zur größten Massenbewegung Italiens, und Mussolini wurde, als er 1922 beim "Marsch auf Rom" mit einem Putsch drohte, von König Vittorio Emanuele III. zum Ministerpräsidenten ernannt.
1925 verbot er die sozialistische Partei und antifaschistische Organisationen und schuf mit seinem Führerkult – dem "mussolinismo" – ein Modell für andere faschistische Diktaturen. Der Duce ("Führer") präsentierte sich als Mann des Volkes: Arbeiter, Vater, Sportler, Frauenheld, Soldat, mit Uniform und martialischem Auftreten. Der Großmachtanspruch des antiken römischen Weltreiches blieb leitende Idee des italienischen Faschismus und führte namentlich zum Überfall auf Äthiopien 1935. Ab 1938 verfolgte der Faschismus auch offiziell eine antisemitische Politik, aber wohl, darauf weist die neueste Forschung hin, auf deutschen Druck, und nicht aus eigenem Antrieb.
1943 wurde Mussolini vom Großrat, dem faschistischen Exekutivorgan, abgesetzt. Diese Absetzung erfolgte systemkonform mit einfachem Mehrheitsbeschluss, da der Rat die höchste Instanz des faschistischen Staates war. Mussolini wurde inhaftiert. Die deutsche Waffen-SS befreite Mussolini in einer abenteuerlichen Aktion aus seinem Gefängnis auf dem Gran Sasso in den Abruzzen. Unter deutscher Vorherrschaft gründete Mussolini in Norditalien die Repubblica Sociale Italiana ("Republik von Salò"), die allerdings bis zum Kriegsende kaum mehr als ein deutsches Marionettenregime war.
Unterschiede zum Nationalsozialismus
Republik von Salò]]
Republik von Salò
Lange Zeit vertrat die Forschung die Ansicht, im Gegensatz zum Nationalsozialismus sei der Faschismus nicht ursprünglich antisemitisch gewesen. Antisemitische Elemente habe er erst aufgenommen, als Mussolini das "Achsen"-Bündnis mit dem Deutschen Reich unter Adolf Hitler geschlossen habe; der Antisemitismus sei noch verstärkt worden, als Mussolini nach seinem Sturz seine unter deutscher Vorherrschaft stehende Repubblica Sociale Italiana gründete.
Neue Forschungserkenntnisse erweisen diese Ansicht zumindest als fragwürdig, wenn nicht als falsch. Im Faschismus waren seit 1919 von maßgeblichen Protagonisten immer wieder antisemitische Parolen und Gedanken geäußert worden, die allerdings erst 1938 - also anders als beim von Anfang an offen antisemitischen Nationalsozialismus - (durch deutschen Druck) offizielle Regimepolitik wurden. Dennoch trat der Antisemitismus nicht erst gegen Ende der dreißiger Jahre als neues Merkmal zum Faschismus hinzu, sondern war ihm von Anfang an inhärent gewesen und trat jetzt nach einem jahrzehntelangen Reifungsprozess in den Vordergrund.
Der Faschismus kultivierte wie der Nationalsozialismus ein rigides Führerprinzip, allerdings nicht in der radikalen Konsequenz wie in der deutschen Diktatur. Die Bezeichnung Duce ("Führer", ab Mitte der dreißiger Jahre stets in Großbuchstaben: DUCE) war ideologisch überhöht. Neben dem Duce gab es jedoch noch einen "Faschistischen Großrat" und den König, und Mussolini brauchte bedeutend länger als Hitler, um seinen unumschränkten Führungsanspruch durchzusetzen.
Überhaupt trug die faschistische Herrschaft in Italien deutlich mehr den Zug eines Herrschaftskompromisses mit den alten Eliten - der Monarchie, dem Militär, der Industrie und der Kirche - als in Deutschland, wo sich das nationalsozialistische Regime relativ schnell der meisten Bindungen an traditionelle Herrschaftsschichten entledigte.
Ein weiterer wichtiger Unterschied war der faschistische Etatismus, der sich deutlich vom völkischen und von der SS geprägten antietatistischen Nationalsozialismus abhob. Im Nationalsozialismus manifestierte sich nachdrücklich die Vorherrschaft der Partei gegenüber dem Staat, die schließlich zur völligen Auflösung des überlieferten Normen- und Institutionengefüges führte. Im Gegensatz dazu schuf der Faschismus in Italien zwar eine Reihe neuer Institutionen, tastete aber die bestehende Ordnung nicht oder kaum an (siehe dazu: Geschichte Südtirols.)
Wesentlich wurde dieser Unterschied in Südtirol, wo Mussolini eine harte Italianisierungspolitik gegen Deutsche, aber auch gegen die Angehörigen romanischer Sprachgruppen betrieb. In einer Vereinbarung zwischen Hitler und Mussolini wurde daraufhin geregelt, dass die deutschen Südtiroler ihre Heimat zu verlassen und in das Deutsche Reich auszureisen hatten, während Südtirol bei Italien blieb. Die "Dableiber" waren die deutschen Südtiroler, die entgegen der Absicht der beiden Diktatoren für den Verbleib in ihrer Heimat "optierten".
Es gab im Faschismus keine wie im Nationalsozialismus ausgearbeitete Rassenideologie. Wo das Wort "Rasse" (razza) überhaupt benutzt wurde, hatte es zumindest bis 1938 oft keine biologische Bedeutung, sondern wurde in dem auch in Deutschland früher gebräuchlichen Sinn von "rassig" als "edel" benutzt, ohne auf Abstammung abzuheben. Nach 1938 allerdings verbreiteten sich auch im faschistischen Diskurs biologische und sozialdarwinistische Auffassungen immer stärker.
Die faschistische "neue Ordnung" unterscheidet sich damit deutlich von dem vom Nationalsozialismus angestrebten Modell - während Hitler einen völkisch geordneten Rassestaat zu errichten versuchte, strebte Mussolinis Regime nach einem starken Staat unter Einbindung der alten Eliten und nach der Etablierung einer zwar skrupellosen, aber doch größtenteils traditionellen Macht- und Expansionspolitik.
Der modernistische Flügel des Faschismus unterstützte eine Kunstrichtung, die in Deutschland als entartete Kunst galt. Der Verfasser des futuristischen Manifests, Filippo Tommaso Marinetti kann als prominentestes Beispiel hierfür genannt werden.
Die Zahlen der politischen Opfer des italienischen Faschismus sind weitaus geringer als die des Nationalsozialismus. Im Faschismus wurden kaum Todesurteile gegen Regimegegner gefällt; dennoch ist nicht zu übersehen, dass auch das faschistische Regime Antifaschisten umbringen oder hinrichten ließ und mehrere Kriege (in Libyen, gegen Äthiopien, gegen Griechenland) durchführte und Albanien im Handstreich annektierte. Im Krieg gegen Äthiopien setzten italienische Truppen 1935/36 Giftgas gegen feindliche Soldaten ein und führten Massenerschießungen von Abessinier | | |